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| Stone Mountain |
Stone MountainStone Mountain ist ein großer Granitfels bei Stone Mountain, Georgia, einem Vorort von Atlanta. Er ist der größte freiliegende Granitfels der Welt und, nach Mount Augustus und Ayers Rock (Uluru), der drittgrößte Monolith. Seine Höhe liegt bei 513 Meter ü. NN.
Stone Mountain ist nicht nur als geologische Besonderheit bekannt, sondern auch für das riesige Basrelief auf seiner Nordwand, das größte Basrelief der Welt. Es zeigt drei Persönlichkeiten der Konföderierten Staaten von Amerika: Stonewall Jackson, Robert E. Lee und Jefferson Davis. Seit etwa 20 Jahren wird nachts eine Lasershow auf das Relief projiziert.
Geschichte
1909 wurden in den USA Hundertjahrfeiern zum Gedenken an den Präsidenten Abraham Lincoln gehalten. Bei dieser Gelegenheit kam erstmals der Gedanke auf, dem Andenken der Konföderierten ein Denkmal zu errichten. Mrs. C. Helen Plane von den „United Daughters of the Confederacy“ gab den ersten Anstoß. Sie sprach den Bildhauer Gutzon Borglum an, und dieser erstellte bis 1917 einige vorläufige Modelle; wegen des Ersten Weltkriegs war es schwer, Sponsoren zu finden.
1923 bekam Borglum 250.000 Dollar, die zu einem großen Teil vom Ku Klux Klan gesammelt worden waren, und er konnte mit der Arbeit beginnen, erhielt jedoch eine unrealistische Zeitvorgabe von 3 Jahren. Im folgenden Jahr wurde anlässlich General Lees Geburtstag das Relief von Lees Kopf von einem großen Publikum feierlich enthüllt. Das Verhältnis zu Borglum verschlechterte sich jedoch, und sein Vertrag wurde im Februar 1925 gekündigt. Borglum verließ Georgia, nicht ohne seine Vormodelle zu zertrümmern, und begann die Arbeit an Mount Rushmore. Im April 1925 wurde Augustus Lukeman zur Fortführung der Arbeit verpflichtet, und drei Jahre später wurde Borglums Werk mit Dynamit vom Berg gesprengt. Dann ging jedoch das Geld aus, und als Lukeman 1935 verstarb, hatte die Arbeit am Berg bereits seit einigen Jahren geruht.
Das Stone Mountain-Projekt wurde 1963 wieder erweckt und Walter Hancock wurde ausgewählt, die Bildhauerarbeit zu vollenden. Erst 1970 wurde das Relief schließlich von Roy Faulkner vollendet.
Stone Mountain und der Ku Klux Klan
Eine zentrale Rolle in der Geschichte des Stone Mountain-Denkmals kommt dem Ku Klux Klan zu. Der Ku Klux Klan hat vielfältige Beziehungen zu dem Denkmal und hat dort viele Zeremonien abgehalten.
Die Verbindung begann mit der dramatischen Wiedergeburt des Klan, ausgelöst durch den Film „The Birth of a Nation“ von D. W. Griffiths, der die Aktivitäten des ursprünglichen Ku Klux Klan in der Zeit nach dem Bürgerkrieg romantisch verklärte. Am 25. November 1915 traf sich ein Gruppe von Männern in langen Roben und Kapuzen am Stone Mountain, um ein Kreuz zu verbrennen, und „Oberst“ William J. Simmons, ein methodistischer Prediger, leistete einen Eid als „Grand Wizard“ des erneuerten Ku Klux Klan. Der Eid wurde ihm von Nathan Bedford Forrest II abgenommen, dem Enkel des ursprünglichen „Imperial Grand Wizard“ Ex-General Nathan B. Forrest; als Zeuge fungierte Samuel Venable, der Eigentümer des Stone Mountain. Im Oktober 1923 gewährte Venable dem KKK eine ewige Grunddienstbarkeit mit dem Recht, dort nach Belieben Feierlichkeiten abzuhalten.
Von Anfang an bemühte sich der KKK um neue Mitglieder; so konnte er auch Gutzon Borglum anwerben. Wegen seiner kräftigen Mitwirkung bei der Finanzierung des Monuments und seines starken politischen Einflusses in Georgia konnte der Klan – gemeinsam mit den „United Daughters of the Confederacy" – die Gestaltung des Denkmals ideologisch beeinflussen, so dass das Denkmal die Konföderation verherrlicht. Demgegenüber besteht die Bevölkerung des Vororts Stone Mountain heutzutage zu fast 70 % aus Afroamerikanern.
Stone Mountain Park
Das Konföderierten-Denkmal wird vom Stone-Mountain-Park mit einem Golfkurs, Glockenspiel, Flugplatz, etc. umgeben. Eine Seilbahn bringt Besucher auf den Gipfel, von wo aus sie auf Atlanta hinunterschauen können; oft kann Kennesaw Mountain gesehen werden, und an sehr klaren Tagen reicht die Sicht bis zu den Appalachen. Auch zu Fuß ist der Weg auf den Gipfel leicht zu bewältigen. Auf dem Berg steht auch ein kleiner Funkturm, der drei nichtkommerzielle Sender ausstrahlt.
Stone Mountain Park ist einer von drei privat betriebenen Staatsparks von Georgia. Zur Zeit werden der Park und seine Fahrgeschäfte von der Silver Dollar City Company betrieben. Im Park wurden auch einige Veranstaltungen anlässlich der Olympischen Sommerspiele 1996 abgehalten.
Links
[http://www.stonemountainpark.org/ Website von Stone Mountain (engl.)]
Kategorie:Naturdenkmal
Atlanta
Atlanta ist die Hauptstadt sowie größte Stadt des US-Bundesstaates Georgia und liegt in Fulton County. Atlanta hatte 2004 419.122 Einwohner (Metropolitan Area 4,5 Mio.).
Geschichte
Ursprünglich war das Gebiet, auf dem die heutige Stadt liegt von den Cherokee- und Creekindianern besiedelt, 1836 wurde sie als Bahnhof für die Western and Atlantic Eisenbahnlinie geplant.
Im amerikanischen Bürgerkrieg gab es einige Gefechte in und um Atlanta, darunter am 22. Juli 1864 die "Schlacht von Atlanta" (siehe auch Atlanta-Feldzug). Nach einer 4-monatigen Belagerung durch William T. Sherman evakuierte der Südstaatengeneral John Bell Hood Atlanta Anfang September 1864, am 11. September brannten die Yankees die Stadt nieder. Der Fall von Atlanta war einer der großen Wendepunkte im Amerikanischen Bürgerkrieg, literarisch aufbereitet im berühmten Liebesroman "Vom Winde verweht" von Margaret Mitchell.
Als 1861 der Bürgerkrieg begann, hatte die Stadt bereits 9000 Einwohner. Wegen seiner Funktion als Handelspunkt in den Südstaaten war Atlanta ein wichtiges Ziel für die gegnerischen Unionstruppen und wurde 1864 107 Tage belagert. Danach wurde die Stadt evakuiert, aber nur einige Monate später kamen die Bewohner zurück. Obwohl zu diesem Zeitpunkt etwa 90% der Gebäude zerstört waren, bauten die Bewohner ihre Stadt schnell wieder auf. 1868 wurde Atlanta die Hauptstadt von Georgia.
Der Friedensnobelpreisträger Rev. Dr. Martin Luther King Jr. wurde 1929 in Atlanta geboren und predigte dort auch in seiner Gemeinde.
1996 fanden in Atlanta die 26. Olympischen Sommerspiele statt.
Politik
Städtepartnerschaften
Atlanta unterhält folgende Städtepartnerschaften.
- Salzburg, Österreich - seit 1967
- Montego Bay, Jamaika - seit 1972
- Rio de Janeiro, Brasilien - seit 1972
- Lagos, Nigeria - seit 1974
- Taipei, Taiwan - seit 1974
- Toulouse, Frankreich - seit 1974
- Newcastle-upon-Tyne, England - seit 1977
- Daegu, Südkorea - seit 1981
- Brüssel, Belgien - seit 1983
- Port-of-Spain, Trinidad und Tobago - seit 1987
- Tiflis, Georgien - seit 1988
- Bukarest, Rumänien - seit 1994
- Olympia, Griechenland - seit 1994
- Cotonou, Benin - seit 1995
- Salcedo, Dominikanische Republik - seit 1996
- Nürnberg, Deutschland - seit 1998
- Ra'annana, Israel - seit 2000
- Fukuoka, Japan - seit 2005
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
2005
An der Stelle, an der heute Atlanta liegt, wurde 1836 als Stadt um den Endbahnhof der Western & Atlantic Railroad geplant und erhielt deshalb zunächst den Namen Terminus (lat. „Grenze“, „Ende“), wurde dann in Marthasville (nach der Tochter des damaligen Gouverneurs von Georgia, Martha) und schließlich 1845 in Atlanta (weibl. Form von Atlantik) umbenannt.
Berühmteste Strasse Atlanta`s ist die Peachtree Street. Diese verläuft in Nord-Süd-Richtung und wird als "Broadway" Atlantas bezeichnet. Viele historische Gebäude liegen an dieser Strasse. Der Name Peachtree kommt jedoch in mehr 30 Strassennamen vor. (Peachtree Creek Road, Peachtree Lane, Peachtree Avenue, Peachtree Circle, Peachtree Drive, Peachtree Plaza, Peachtree Way, Peachtree Memorial Drive, New Peachtree Road, Peachtree Valley Road, West Peachtree Street, Peachtree Industrial Boulevard,...)
In Atlanta kreuzen sich die Interstate-Highways I-20, I-75 und I-85 sternförmig.
Der Hartsfield-Jackson International Airport in Atlanta ist der Flughafen mit dem höchsten Passagieraufkommen der Welt.
Der öffentliche Nahverkehr wird von der Metropolitan Atlanta Rapid Transit Authority (MARTA) mit zwei U-Bahn- und diverse Buslinien, betrieben die zwischen 5.00 Uhr Morgens und etwa 1.00 Uhr Nachts verkehren. Nachtlinien existieren nicht. Die U-Bahn hat in der Regel einen 10-Minuten-Takt. Wie in vielen US-amerikanischen Großstädten wird an den Bushaltestellen kein Fahrplan ausgehängt. Die jeweilige Verbindung muß über eine kostenlose Telefonnummer erfragt werden. Da bei manchen weißen Bewohnern der Stadt das Vorurteil herrscht, lediglich Schwarze würden den öffentlichen Nahverkehr benutzen, wird die Abkürzung MARTA gelegentlich abfällig als "Moving Africans Rapidly Through Atlanta" ausgesprochen.
Ansässige Unternehmen
Neben der Coca-Cola Company, CNN, UPS und Delta Air Lines siedeln sich aufgrund der niedrigen Steuersätze viele Firmen gerade in den letzten Jahren in und um Atlanta an.
Bildung
In Atlanta befinden sich eine Reihe renommierter Universitäten wie die Georgia State University, die Emory University und das Georgia Institute of Technology.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Alan Ball, Oscar-prämierter Drehbuchautor
- Daniel J. Boorstin, Historiker und Schriftsteller und der Bibliothekar des Kongresses
- Arthur Conley, US-amerikanischer Soul-Sänger
- Stephen Dorff, US-amerikanischer Schauspieler
- Jermaine Dupri, Musiker, Produzent und Rapper
- Walt Frazier, Basketballspieler
- Cee-Lo Green, Hip Hop-, Funk-, Soul- und R&B-Musiker
- Evander Holyfield, US-Amerikanischer Profiboxer
- Dwight Howard, US-amerikanischer Basketballspieler
- Lil Jon, Rapper und Musikproduzent
- Bobby Jones, US-amerikanischer Golfspieler
- DeForest Kelley, US-amerikanischer Schauspieler
- Martin Luther King, jr, Baptistenpastor und Bürgerrechtler
- Gladys Knight, Sängerin und Schauspielerin
- Spike Lee, US-amerikanischer Filmregisseur
- Julia Roberts, Schauspielerin (aufgewachsen in Smyrna in der Umgebung von Atlanta)
- Steven Soderbergh, US-amerikanischer Filmregisseur
- Rozonda Thomas, R'n'B-Sängerin
- Chris Tucker, US-amerikanischer Filmschauspieler und Komiker
- Kanye West, US-amerikanischer Musikproduzent und Rapper
- Mary Lou Williams, Jazz-Pianistin, -komponistin und -arrangeurin
- Will Wright, Mitgründer der Firma Maxis
Sonstiges
- Unweit von Atlanta liegt Marietta mit dem berühmten Big Chicken.
- Eine weitere Attraktion in der Umgebung von Atlanta ist Stone Mountain, der weltgrößte freiliegende Granitfels
- Die größten Grünflächen in der Stadt sind der Piedmont Park, der Grant Park und der Oakland Cemetery.
- 1996 fanden in Atlanta die Olympischen Sommerspiele statt.
Weblinks
- [http://www.atlantaga.gov/ Offizielle Homepage von Atlanta]
- [http://www.fox5atlanta.com/ WAGA TV FOX ] ein wichtiger TV Sender der Stadt
- [http://www.gaccsouth.com/ German American Chamber of Commerce of the Southern United States, Atlanta]
Kategorie:Ort in Georgia
Kategorie:Hauptstadt in den USA
ja:アトランタ
simple:Atlanta, Georgia
Ayers Rock
Der Ayers Rock ist ein Monolith in der australischen Wüste. Er wird heute offiziell als Uluru bezeichnet und trägt damit den Namen, den ihm die Aborigines gegeben haben, welche ihn auch als heilige Stätte verstehen. Uluru bedeutet Sitz des Ahnen.
Geographie
Uluru ist etwa 3,6 km lang, bis zu zwei Kilometer breit und hat einen Umfang von rund 10 km. Der Gipfel befindet sich 869 m ü. NN oder rund 350 Meter über der Dünenlandschaft Zentralaustraliens. Seine Grundform ist dreiecksförmig mit einer runden Seite.
Der Uluru liegt im Uluru-Kata Tjuta Nationalpark nahe dem Ort Yulara, ca. 340 km südwestlich von Alice Springs im Northern Territory von Australien. Der 1.336 km² große Nationalpark, der neben Uluru auch die benachbarten Kata Tjuta (die Olgas) umfasst, gehört zum UNESCO-Weltnatur- und Weltkulturerbe.
Geologie und Entstehung
Weltnatur- und Weltkulturerbe
Der Uluru ist gemeinsam mit den benachbarten Kata Tjuta vor ca. 600 Mio. Jahren entstanden. Geröll und Schlamm sammelten sich in einer Senke und verklumpten sich unter hohem Druck. Ein Teil der Verklumpungen trat infolge von Erdbewegungen wieder an die Oberfläche. Auf der Rückseite des Uluru befinden sich Becken mit Wasser, die von Aborigineals besonders Heilig erklärt wurden.
Der Uluru besteht aus rostrotem Arkose-Sandstein, welcher seither einer stetigen Verwitterung ausgesetzt ist. Die Farbe rührt von dem hohen Eisengehalt her.
Geschichte
Der Uluru wurde 1873 vom europäischen Entdecker William Gosse "Ayers Rock" (nach dem damaligen Premierminister Südaustraliens, Sir Henry Ayers) benannt. Im Gebiet des Uluru leben die Anangu.
Zuständigkeit
Der Park wurde 1985 von Australien zurückgegeben und die Ureinwohner sind autonom für die Pflege und Erhaltung zuständig. 1995 wurde der Berg offiziell wieder zum Uluru, Mount Olga zu Kata Tjuta und der Ayers Rock-Mount Olga National Park somit zum Uluru-Kata Tjuta National Park umbenannt.
Zeitgenössisches
Der Felsen wird von den lokalen Aborigines als Heiligtum angesehen, das aus ihrer Sicht nicht bestiegen werden darf. Sie hindern aber niemanden daran. Der Aufstieg wird zwar geduldet, aber nicht gern gesehen. Zu bedenken ist auch, dass der Aufstieg als sehr anstrengend gilt und dies gerade im australischen Sommer den Kreislauf sehr belastet. Hinzu kommt, dass das Wetter unerwartet schnell umschlagen kann und der Auf- und Abstieg bei Nässe extrem gefährlich wird. Schon öfter kam es zu Unfällen oder gar Todesfällen. Bei extremen Temperaturen wird das Besteigen verboten.
Es ist dagegen immer verboten, von bestimmten, besonders gekennzeichneten heiligen Stätten am Fuß des Uluru Fotos zu machen. Bei Zuwiderhandlung drohen hohe Geldstrafen.
In der Region gibt es auch Felszeichnungen der Aborigines sowie mehrere, für Touristen nicht zugängliche, heilige Stätten.
Touristische Informationen
Felszeichnung
Quelle der Informationen in diesem Abschnitt: Verwaltung des Uluru - Kata Tjuta National Park.
Das Gebiet wurde nach einer Gesetzesänderung 1976 (der 'Aboriginals Land Right Act') im Australischen Bundesstaat 'Northern Territorry' und Verhandlungen am 26. Oktober 1985 an die Aboriginals (engl. Schreibweise, sie nennen sich selbst hier Anangu) zurückgegeben, dabei mußten die Anangu einem Pachtvertrag über 99 Jahre mit der australischen Nationalparkverwaltung zustimmen.
Das Besteigen des Uluru ist auf der gekennzeichneten Strecke erlaubt, aber von den Anangu nicht erwünscht. Je nach Witterung kann der Aufstieg geschlossen werden, an heißen Tagen, bei Dunkelheit oder schlechtem Wetter (Regen, Sturm, Gewitter) schließt die Parkverwaltung regelmäßig den Aufstieg. Für Besteigungen an heißen Tagen empfiehlt es sich, bis 8:00 Uhr damit zu beginnen, da danach der Aufstieg geschlossen wird. Der Eintritt in den Nationalpark kostet 25 Au$/Person für eine 3-Tages-Karte.
Der Zutritt zum Uluru und anderen Teilen des Nationalparks kann bei religiösen Veranstaltungen der Anangu teilweise oder vollständig für Besucher geschlossen werden.
Die Übernachtung erfolgt im ca. 15km entfernten Yulara (siehe Link zum Nationalpark), die Anreise ist über den lokalen Flugplatz möglich (ca. 10km vom Resort entfernt).
Weblinks
- [http://www.ea.gov.au/parks/uluru Uluru - Kata Tjuta National Park Website]
Kategorie:Berg (Australien)
Kategorie:Northern Territory
ja:ウルル
Monolith
Das Wort Monolith (griech. mono : einzel~ und lithos - Stein) bedeutet soviel wie "Einstein". Man bezeichnet damit größere Natursteine oder sonstige Objekte, die aus einem Stück bestehen.
In bestimmten Religionen wird monolithischen Steinen oft eine religiöse oder kultische Bedeutung beigemessen. Beispielsweise können Obelisken Monolithe sein.
Auch Grabanlagen wie die sieben Steinhäuser zählen dazu.
In der antiken Kunst werden auch Statuen, welche aus einem einzigen Stein gehauen sind als monolithisch bezeichnet.
Stahlbetonbauteile, die vor Ort gegossen werden, nennt man monolithisch.
Integrierte Schaltkreise, die auf nur einem einzigen (Silizium-)Kristall (Chip) aufgebaut sind, werden als monolithisch bezeichnet – im Gegensatz z. B. zur Dickschicht-Hybridtechnik.
Allgemeiner Sprachgebrauch
Als monolithisch wird bezeichnet, was aus einem großen Ganzen besteht, im Gegensatz zu Modularem oder Zusammengesetztem.
Beispiele
- Der Linux-Kernel kann sowohl monolithisch, d.h. mit allen benötigten Funktionen direkt integriert, als auch modular, d.h. Funktionen werden bei Bedarf mit Modulen nachgeladen, kompiliert werden.
- Monolithe und Statuen
- An der Schweizer Landesausstellung im Jahr 2002 wurde ein Monolith mitten im Wasser aufgestellt (Architekt: Jean Nouvel). Der Bau wurde nach der Ausstellung abgebrochen.
- Findlinge sind monolithische Steinblöcke, die im Verlauf der Eiszeit, zumeist im Gebiet der Endmoräne abgelagert wurden.
- Ayers Rock, Australien
- Obelisk, freistehender, hoher, sich nach oben verjüngender Steinpfeiler, der eine pyramidenförmige Spitze hat. Höhe: 7 - 32m
Der Obelisk stellt wie die Pyramide die steingewordenen Strahlen des antiken ägyptischen Sonnengottes Ra (od. Aton) dar und soll die Verbindung zwischen der hiesigen und der Götterwelt sein.
Politischer Sprachgebrauch
Auch Parteien oder Organisationen können als monolithisch beschrieben werden. Beispielsweise wurde die CDU in der Literatur oft als monolithische Handlungseinheit beschrieben. Dies wurde jedoch von Josef Schmidt verworfen.
Schmid, Josef, 1995: Expertenbefragung und Informationsgespräch in der Parteienforschung:
"Wie föderalistisch ist die CDU? In: Alemann (1995) S. 293-326
Synonyme:
- Hinkelstein
- Menhir
!
ja:モノリス
GeologieDie Geologie (von griechisch γη, ge „Erde“ und λογος, logos „Wort“) ist die Wissenschaft vom Aufbau, von der Zusammensetzung und Struktur der Erde, ihren physikalischen Eigenschaften und ihrer Entwicklungsgeschichte, sowie der Prozesse, die sie formten und auch heute noch formen.
Die Bezeichnung Geologie im heutigen Sinn findet man zuerst 1778 bei Jean-André de Luc (1727–1817). Horace-Bénédict de Saussure (1740–1799) führte Geologie im Jahr 1779 als feststehenden Begriff ein. Davor war der Begriff Geognosie gebräuchlich.
Geognosie
Das Material, mit dem sich Geologen hauptsächlich beschäftigen, sind Gesteine.
Im Gelände, oder unter Tage, gliedert der Geologe die aufgeschlossenen (offen zugänglichen) Gesteine, an Hand von äußeren Merkmalen, in definierte Einheiten. Diese Kartiereinheiten müssen sich bei dem gewählten Maßstab auf einer geologischen Karte, oder in einem geologischen Profil, darstellen lassen. Durch Extrapolation kann er so vorhersagen, wie die Gesteine im Untergrund gelagert sind. Die genauere Untersuchung der Gesteine (Petrografie, Petrologie) findet aber meist im Labor statt. Mit den einzelnen, z.T. mikroskopisch kleinen, Bestandteilen der Gesteine, den Mineralen, befasst sich die Mineralogie. Mit dem Fossilinhalt, die Paläontologie.
Die Geologie hat vielfältige Berührungspunkte mit anderen Naturwissenschaften, die als Geowissenschaften zusammen gefasst werden. Selbst die Mathematik hat einen speziellen Zweig, die Geostatistik, hervorgebracht, der besonders im Bergbau Verwendung findet. Aber auch in anderen Feldern der Geowissenschaften werden oft statistische Methoden angewandt. Im Grenzgebiet zur Astronomie bewegt sich die Planetengeologie, die sich seit Beginn der Erforschung unseres Sonnensystems mit Sonden und Satelliten, mit fremden Himmelskörpern zu beschäftigen beginnt.
Geschichte der Geologie
Siehe Geschichte der Geologie.
Allgemeine Geologie
Die allgemeine Geologie befasst sich mit den Kräften, die auf den Erdkörper einwirken und zur Gesteinsbildung beitragen. Jedes Gestein kann an Hand seiner spezifischen Ausbildung (Gefüge, Struktur) einer der drei großen Gesteinsfamilien zugeordnet werden: Sedimentite, Magmatite und Metamorphite. Jedes Gestein kann durch geologische Vorgänge in ein Gestein der jeweils anderen beiden Familien umgewandelt werden, (siehe dazu: Kreislauf der Gesteine). Die Prozesse, die an der Erdoberfläche wirken, werden als exogen, die im Erdinneren als endogen bezeichnet.
Die exogene Dynamik führt zur Bildung von Sedimentgesteinen. Dies geschieht durch
- physikalische Erosion anderer Gesteine durch Wind, Wasser oder Eis, und Massenbewegungen großer Gesteinsmengen unter dem Einfluss der Schwerkraft,
- chemische Verwitterung,
- physikalische Ablagerung des zerkleinerten Materials (Detritus), z.B. als Sand,
- chemische Ausfällung von Evaporiten (wie z.B. anorganische Kalke, Gips, Salz) und
- biogene Bildung von Sedimenten (wie die meisten Kalksteine oder Diatomit).
- Ein eigenes, komplexes Gebiet exogener Prozesse behandelt die Bodenkunde.
Die endogene Dynamik führt zur Bildung von Metamorphiten und Magmatiten. Sie beginnt mit der
- Erhöhung des Drucks, unter der andauernden Ablagerung von weiteren Sedimenten auf die unterlagernden Schichten. Durch Entwässerung, Kompaktion und Verfestigung (Diagenese) wird aus den Lockersedimenten festes Gestein, wie z.B. Sandstein.
- Die Verformung von Gesteinen und die Rekristallisierung von Mineralen unter zunehmend höheren Temperaturen und Drücken wird als Metamorphose bezeichnet. Dabei bleibt das Gestein aber zunächst noch in festem Zustand. Aus magmatischen Gesteinen und grobkörnigen Sedimenten entstehen dabei oft Gneise, aus feinen Sedimenten Schiefer.
- Schließlich kann es aber doch zur Aufschmelzung der Gesteine kommen (Anatexis). Glutflüssige Magmen steigen dann wieder aus dem Erdmantel auf.
- Wenn die Magmen in der Erdkruste stecken bleiben und erkalten, bilden sich Plutonite, z.B. aus Granit, wenn sie die Erdoberfläche erreichen, kommt es zur Bildung von Vulkaniten wie Lava oder vulkanische Asche.
Die Bewegungen, die die Oberflächengesteine in die Tiefe verfrachten, verformen und falten, aber gleichzeitig die Tiefengesteine wieder an die Oberfläche bringen, sowie die Spuren, die diese Kräfte in den Gesteinen hinterlassen, wie Faltung, Scherung und Schieferung, werden von der Tektonik und der Strukturgeologie untersucht.
Historische Geologie
Die historische Geologie erforscht die Geschichte der Erde im Allgemeinen und die Entwicklungsgeschichte (Evolution) der Lebewesen im Besonderen.
Um aus der heutigen Situation Rückschlüsse auf die Vergangenheit ziehen zu können, bedienen sich die Geologen des Prinzips des Aktualismus. Dieses lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Der Schlüssel zur Vergangenheit ist die Gegenwart. Auf die geologische Wirklichkeit angewandt:
Findet ein Geologe alte Gesteine, die z.B. fast identisch mit ausgeflossenen Laven eines heute aktiven Vulkans sind, dann geht er davon aus, dass es sich bei dem gefundenen Gestein ebenfalls um vulkanisches Material handelt. Allerdings lässt sich der Aktualismus nicht auf alle Gesteine anwenden. Z.B lässt sich die Bildung von Eisenerzlagerstätten (BIF—„Banded Iron Formations“) heute nicht mehr beobachten, da sich die chemischen Bedingungen auf der Erde derart geändert haben, dass die Entstehung solcher Gesteine nicht mehr stattfindet. Andere Gesteine bilden sich eventuell in solchen Tiefen, dass ihre Bildung außerhalb des Zugriffs des Menschen liegt. Um die Entstehung solcher Gesteine zu verstehen, greifen die Geowissenschaftler auf Laborexperimente zurück.
Geologen unterscheiden sich von anderen Naturwissenschaftlern in ihrer Haltung gegenüber der Zeit.
Physiker und Chemiker beobachten Vorgänge, die oftmals nur Bruchteile von Sekunden andauern: eine rasch ablaufende chemische Reaktion wie eine Explosion oder radioaktiver Zerfall von Atomkernen.
Die Bildung eines Gebirges, oder die Ablagerung mächtiger Sedimentschichten, kann aber mehrere Dutzend Millionen Jahre dauern.
Um sich in diesen riesigen Zeiträumen zurechtzufinden, wurde die geologische Zeitskala entwickelt. (siehe auch geologische Zeitskala (Tabelle))
Als Instrument zur Entwicklung einer geologischen Zeittafel oder -skala benutzen Geologen die Stratigraphie.
Die Grundlage der Stratigraphie bildet ein einfaches Prinzip: die Lagerungsregel. Eine Schicht im Hangenden ('oben') wurde später abgelagert, als die Schicht im Liegenden ('unten'). Allerdings sollte beachtet werden, dass ursprünglich horizontal abgelagerte Schichten durch spätere tektonische Bewegungen verstellt oder sogar überkippt sein können. In diesem Fall ist man auf die Existenz von eindeutigen Oben-Unten-Kriterien angewiesen, um die ursprüngliche Lagerung zu bestimmen. Weiterhin gilt, dass Schichten, die solche verstellten Gesteine mit einer Diskordanz, dh. schiefwinklig zur Schichtung, überlagern, ebenfalls jünger sind als letztere. Dasselbe gilt aber auch für magmatische Gänge und Intrusionen aus der Tiefe, die die Schichten von unten durchschlagen.
Bei der Erstellung eines stratigraphischen Profils werden besonders Erkenntnisse der Paläontologie angewandt. Wenn die Reste eines bestimmten Lebewesens (Fossil) nur in ganz bestimmten Schichten auftreten, gleichzeitig aber eine weite, überregionale Verbreitung haben, und möglichst unabhängig von örtlichen Variationen der Ablagerungsbedingungen (Fazies) sind, dann spricht man von einem Leitfossil. Alle Schichten, in denen sich diese Leitfossilien finden, haben somit das selbe Alter. Nur wenn keine Fossilien vorhanden sind muss man Zuflucht zur Lithostratigraphie nehmen. Dann kann die Zeitgleichheit bestimmter Schichten nur bei seitlicher Verzahnung nachgewiesen werden.
Um tektonische Abläufe zu rekonstruieren, untersucht der Geologe den Versatz und die Verformung der Gesteine durch Klüftung, Schieferung, Störung und Faltung. Auch hier sind diejenigen Strukturen die jüngsten, die die anderen durchschlagen, aber selbst nicht versetzt sind. Die Kunst ist hier Verwickeltes einfach, Ruhendes bewegt zu sehen. (Hans Cloos)
Ein prinzipielles Problem ist die Tatsache, dass man mit obigen Methoden nur eine relative Zeitskala (Geochronologie), ein Vorher-Nachher der verschiedenen Gesteinsbildungen, aber keine absoluten Datierungen erhält. Zwar hatte man schon früh versucht die Sedimentationsraten bestimmter Gesteine zu schätzen, aber leider steckt die meiste Zeit ja nicht in den Schichten selbst, die sich in relativ kurzer Zeit gebildet haben können, sondern v.a. in den Lücken zwischen den Schichten und in den Diskordanzen zwischen verschiedenen Schichtpaketen. Deshalb reichte die absolute Zeitskala, die mit Hilfe von Jahresringen in Bäumen (Dendrochronologie, oder durch Auszählung der Warven-Schichtung in Ablagerungen der letzten Eiszeit gewonnen wurden, nur wenige tausend Jahre zurück. Erst mit der Entdeckung der natürlichen Radioaktivität fanden sich zuverlässige Methoden für die absolute Datierung, auch von ältesten Gesteinen. Siehe auch: Rubidium-Strontium-Methode, Kalium-Argon-Methode, Radiokarbon-Methode.
Angewandte Geologie
Die angewandte Geologie gliedert sich in eine Vielzahl unterschiedlichster Felder, die sich sowohl unter einander als auch mit anderen Wissenschaften verzahnen. Der Nutzen besteht nicht nur in der effizienten Ausbeutung der natürlichen Ressourcen der Erde, sondern auch in der Vermeidung von Umweltschäden und der Frühwarnung vor Naturkatastrophen, wie Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Tsunamis. Siehe: Geowissenschaften
Einige wichtige Teilgebiete der angewandten Geologie sind beispielsweise:
- Hydrogeologie
- Ingenieurgeologie
- Lagerstättenkunde
Es besteht eine enge Verzahnung angewandter geologischer Gebiete mit anderen Disziplinen, wie z.B. Bauingenieurwesen, Bergbau- und Hüttenwesen, Materialkunde oder Umweltschutz.
Liste bedeutender Geologen
- Georgius Agricola (1494 - 1555)
- Friedrich August von Alberti (1795 - 1878)
- Leopold von Buch (1774 - 1853)
- Johann Georg von Charpentier (1786 - 1855)
- Hans Cloos (1885 - 1951)
- Alcide Dessalines d'Orbigny (1802 - 1857)
- James Dwight Dana (1813 - 1895)
- Bartholomäus Eberl (1883-1960)
- Rudolf Falb (1838-1903)
- Karl von Fritsch (1838 - 1906)
- Gerard Freiherr von de Geer (1858 - 1943)
- James Hutton (1726 - 1797)
- Charles Lyell (1797 - 1875)
- Albrecht Penck (1858 - 1945)
- Karl von Raumer (1783 - 1865)
- William Smith (1769 - 1839)
- Hans Stille (1876 - 1951)
- Eduard Suess (1831 - 1914)
- Otto Martin Torell (1828 - 1900)
- Alfred Wegener (1880 - 1930)
- Abraham Gottlob Werner (1749 - 1817)
Siehe auch
- Geowissenschaften
- Geschichte der Geologie
- Liste geologischer Begriffe
- Wollaston-Medaille
- Geological Society of London
Literatur
- Frank Press und Raymond Siever (3. Aufl. 2003): Allgemeine Geologie, Spektrum Akademischer Verlag, ISBN 3-8274-0307-3 (Originalausgabe: Understanding Earth, W.H.Freeman & Co. New York)
- Heinrich Bahlburg, Christoph Breitkreuz: Grundlagen der Geologie., 2. Aufl. 2003. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, ISBN 3-8274-1394-X
- Georg Agricola: Vom Berg- und Hüttenwesen, Dünndruckausgabe im dtv, ISBN 3-423-06086-7.
- Helmut Hölder (1989): Kurze Geschichte der Geologie und Paläontologie, Springer-Verlag, ISBN 3-540-50659-4
- Hans Murawski und Wilhelm Meyer (11. Aufl. 2004): Geologisches Wörterbuch, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, ISBN 3-8274-1445-8
- Steven M. Stanley: Historische Geologie, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg, ISBN 3-86025-009-4. (Originalausgabe: Earth and Life through Time, W. H. Freeman, New York)
- Alan Cutler: Die Muschel auf dem Berg, Knaus, ISBN 3813501884
Weblinks
- [http://www.chgeol.org CHGEOL - Schweizer Geologen Verband]
- [http://www.geoforum.ch GEOforumCH - Die Platform für Geowissenschaften der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz]
- [http://www.erlebnis-geologie.ch Erlebnis Geologie]
- [http://www.g-o.de g-o.de – Internetmagazin für Geo- und Naturwissenschaften]
- [http://www.geologieinfo.de/geolexikon/ Geo-Glossar - Wörterbuch für Begriffe aus der Geologie, Mineralogie, Paläontologie...]
- [http://www.vulkanweg.de/geo-lexikon_a.html Geo-Lexikon]
- [http://www.geosciences-forum.com/ Geosciences-Forum: Geologie]
- http://themenpark-umwelt.baden-wuerttemberg.de
- [http://www.geodienst.de/geschichte.htm Personen und Daten zur Geschichte der Geologie und Paläontologie]
- [http://www.eldey.de/Geologie/geologie.html Texte zur allgemeinen Geologie und regionalen Geologie Islands]
- [http://elm-asse-kultur.de/html/geologie.html Zur Geologie des norddeutschen Raums]
Kategorie:Naturwissenschaft
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ja:地質学
ko:지질학
nb:Geologi
th:ธรณีวิทยา
Konföderierte Staaten von Amerika
Konföderierte Staaten von Amerika (Confederate States of America - CSA) war der Name des Staatenbundes der südlichen Gliedstaaten der Vereinigten Staaten von Amerika während der Bürgerkriegsjahre von 1861 bis 1865. Er ist nicht identisch mit den Südstaaten.
Hintergründe
Die Hintergründe der Sezession der Südstaaten sind in der unterschiedlichen demographischen, wirtschaftlichen und religiösen Entwicklung der Nord- und Südstaaten zu suchen. Profitierte der Norden in hohem Maße von der an Umfang zunehmenden Einwanderung weißer Immigranten aus Europa, so war diese im Süden nicht so stark. Im Norden setzte sich die Industrialisierung immer stärker durch, während der Süden überwiegend ein Agrarland blieb, dessen Plantagenwirtschaft (Erdnüsse, Zuckerrohr, Tabak, Baumwolle) auf der Notwendigkeit des Einsatzes schwarzer Sklaven beruhte. Der Kriegsgrund war nicht nur die Sklavenfrage. Die Gründe waren auch (oder: vor allem) wirtschaftlicher Natur, da der Norden seine Fertigprodukte im Süden absetzten musste, der Süden jedoch auf englische Fertigprodukte zurückgriff, da die Schiffe, die England mit Baumwolle aus dem Süden anfuhren, nicht leer zurückkehren konnten.
Je mehr sich im Norden eine liberalere Einstellung hinsichtlich der Sklavenfrage herausbildete und sich sogar eine Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei (Abolitionismus) entwickelte, verschärfte sich der Konflikt zum Süden, der überwiegend an der Sklaverei festhielt. Als mit Abraham Lincoln ein Republikaner (und Gegner der Sklaverei) zum Präsidenten (1861-1865) gewählt wurde, erklärte South Carolina am 20. Dezember 1860 seinen Austritt aus der Union. Der Sezession South Carolinas folgten kurz darauf die Staaten: Mississippi, Florida, Alabama, Georgia, and Louisiana. Mississippi am 9. Januar 1861; Florida am 10. Januar 1861; Alabama am 11. Januar 1861; Georgia am 19. Januar 1861; Louisiana am 26. Januar 1861; und Texas am 1. Februar 1861. Sie schlossen sich am 8. Februar 1861 in Montgomery zum Bund der Konföderierten Staaten von Amerika zusammen. Hauptstadt wurde zuerst Montgomery, welches jedoch im gleichen Jahr von Richmond abgelöst wurde.
Etwas später lösten sich auch Virginia (17. April 1861), Arkansas (6. Mai 1861), Tennessee (6. Mai 1861) und North Carolina (13. Mai 1861) aus der Union und schlossen sich der Südstaaten-Konföderation an. Also 11 der 15 Staaten, in denen Sklaverei erlaubt war.
Die Gliedstaaten Missouri und Kentucky wurden sowohl von der Konföderation als auch von der Union als Bestandteil des jeweiligen Staates betrachtet, so dass Regimenter aus diesen Staaten auf beiden Seiten kämpften (daher auch die 13 Sterne in der Flagge der Konföderation, statt nur 11).
Zum Präsidenten des neuen Staatenbundes wurde Jefferson Davis gewählt.
Jefferson Davis
Die Nordstaaten der USA verweigerten dem Süden die Anerkennung.
Der Verlauf des Bürgerkriegs
siehe Hauptartikel Sezessionskrieg
Am 12. April 1861 kam es zum Angriff auf das noch von Bundestruppen des Nordens besetzte Fort Sumter bei Charleston (South Carolina), der anderntags mit der Niederlage des Nordens endete.
Im nachfolgenden Sezessionskrieg erzielten die Südstaatentruppen unter General Robert Edward Lee verlustreiche Siege, wie die Schlacht von Bull Run, wurden schließlich aber von dem an Menschen- und Rüstungspotential überlegenen Norden geschlagen, wobei die Schlacht von Gettysburg allgemein als Wendepunkt angesehen wird. General Lee kapitulierte am 9. April 1865 im Appomattox Court House (Virginia) vor dem Nordstaatengeneral Ulysses Simpson Grant.
Mit dieser Niederlage zerbrach die Konföderation, worauf die sezessionistischen Südstaaten zwischen 1868 und 1870 wieder in die Union der USA eingegliedert wurden.
Opfer und weitere Folgen
Der Sezessionskrieg kostete den Norden etwa 360.000, den Süden etwa 275.000 Menschenleben.
Die lange nachwirkende Segregation(Rassentrennung) als Politik in den Südstaaten. Nach dem Ende der militärischen Besetzung der Südstaaten(1876) durch die Nordstaaten (Reconstruction) haben erstere sehr schnell (Jim Crow-)Gesetze erlassen, welche die Bürgerrechte der Schwarzen wieder einschränkten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Bürgerrechtsbewegung konnten die letzten formellen Ungleichbehandlungen aufgehoben werden.
Ein sehr wesentlicher Schritt dahin war die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen durch den Supreme Court 1954 (Brown vs. Board of Education of Topeka), das ein Urteil des gleichen Gerichts (Plessey vs. Ferguson) aus dem Jahr 1896 aufhob und Martin Luther Kings Bewegung.
Nationalflaggen der Konföderierten Staaten
siehe auch: Flaggen der Sezessionsstaaten
In den ersten 24 Tagen ihrer Existenz besaßen die Konföderierten Staaten keine offiziell anerkannte Nationalflagge. Als Jefferson Davis am 18. Februar 1861 als Präsident der provisorischen Regierung vereidigt wurde, wehte über dem Regierungsgebäude in Montgomery die Staatsflagge von Alabama. Die Soldaten der Parade für die Amtseinsetzung wurden von einer Kompanie der Infanterie angeführt, die wiederum die Staatsflagge von Georgia präsentierten.
Erst am 4. März 1861 einigte man sich auf eine einheitliche (s.u.) Nationalflagge.
Die ersten Nationalflaggen der Konföderierten Staaten „Stars and bars“ wurden mit einer ganz unterschiedlichen Anzahl von Sternen hergestellt. Da es eigentlich keine genauen Regelungen gab und sich die Zahl der Mitglieder ständig änderte, zeigte man z.T. zum gleichen Zeitpunkt verschiedene Flaggen. Nach dem Bürgerkrieg erhaltene Flaggen zeigten Versionen mit 8, 9, 10, 12, 14 und 15 Sternen im Eck.
Die vorletzte Nationalflagge wurde als "stainless banner" bezeichnet, die die Kriegsflagge im linken oberen Eck enthielt. Um Verwechslungen mit der gänzlich weißen "Kapitulationsflagge" auszuschließen, wurde das "stainless banner" im Jahr 1865 durch einen roten, senkrechten Balken ergänzt.
Die Kriegsflagge der Konföderation
siehe auch Hauptartikel: Kriegsflaggen der Konföderierten Staaten von Amerika
Als die Konföderierten Staaten von Amerika im Feburar 1861 ihre erste provisorische Regierung geformt hatten, war eine ihrer ersten Aufgaben, eine neue Nationalflagge zu schaffen.
Aus zahlreichen Vorschlägen wurde schließlich am 4. März 1861 durch den Kongress die so genannte "stars and bars" - Flagge angenommen.
Viele militärische Einheiten - sowohl in Regiments- als auch in Kompaniestärke - verwendeten diese Flagge sofort als Kriegsflagge. Die ersten größeren Schlachten des Krieges wurden unter der "stars and bars" - Flagge geschlagen.
Zahlreiche Truppenteile der Konföderierten Armeen benutzten zudem ihre eigenen besonderen Kompaniefahnen. Da die Schlachtfelder meist durch den Pulverdampf der Kanonen stark "vernebelt" waren, fiel eine Unterscheidung zwischen Freund und Feind oft nicht leicht. In einigen Fällen ähnelte die "stars and bars"- Flagge der "stars and stripes" - Flagge der Nordstaaten - Armeen so sehr, dass eigene Einheiten beschossen wurden. Durch dieses "friendly fire" kam es nicht selten zu tragischen Todesfällen.
Daher begannen Stabsoffiziere der Südstaaten über eine Kriegsflagge nachzudenken, die sich völlig von derjenigen der Unionsarmee unterscheiden sollte. Zudem bestand das Ziel, möglichst alle Truppenteile mit der gleichen Flagge auszustatten.
Die bekannteste wurde im September 1861 in Virginia geschaffen.
Man einigte sich unter Federführung von General P.G.T. Beauregard auf eine quadratische, rote Flagge, mit einem dunkelblauen "St. Andrews" - Kreuz, auf dem 12 weiße Sterne platziert wurden. Aus heraldischen Gründen wurde das Kreuz noch weiß eingefasst.
Geplant war eine Herstellung in drei Größen: 48 inches Seitenlänge für die Infanterie, 36 inches für die Artillerie, sowie 30 inches für die Kavallerie. Im Laufe des Krieges hielt man sich jedoch nicht immer an diese Vorgaben. Erhaltene Nachkriegs-Flaggen zeigten sogar, dass anscheinend keinerlei 36 inch-Flaggen hergestellt worden waren.
Vom November 1861 an wurden die ersten Exemplare der neuen Kriegsflagge an Einheiten in Centreville ausgeliefert.
Kriegsflaggen mit 13 Sternen wurden erstmals im Mai 1862 produziert, obwohl Kentucky bereits im Dezember 1861 als dreizehnter Staat der Konföderation beigetreten war.
Die erste Nationalflagge "stars and bars" behielt bis zum Ende des Krieges ihre Bedeutung als Flagge im Felde und wurde nie vollständig durch die neue Version ersetzt.
Flaggen der Marine
- Hoheitsflagge zur See
Die Hoheitsflagge ("ensign") zur See entsprach in allem der allgemeinen Nationalflagge, die im entsprechenden Zeitraum gebraucht wurde. Am 26. Mai 1863 wurde jedoch eine Änderung der Flaggenproportionen angeordnet: So hatte das "stainless banner" zur See von diesem Zeitpunkt an ein Größenverhältnis von 2:3 aufzuweisen, im Gegensatz zur Nationalflagge an Land, die mit einem Verhältnis von 1:2 verwendet wurde.
- Der Gösch (Bugflagge) der Kriegsmarine
Der Gösch der Kriegsmarine - auch als "Southern Cross" bezeichnet - ist eine rechteckige Version der Kriegsflagge. Ein weiterer Unterschied besteht in dem deutlich helleren Blauton ("navy blue") des "St. Andrews" - Kreuzes.
Ursprünglich war eine ähnliche Version dieser Flagge als erste Nationalflagge der Konföderation geplant. Da jedoch das Kreuz nach Meinung der Regierungskomission zu stark an "Hosenträger" erinnerte, wurde der Vorschlag abgelehnt.
Die Flagge wurde erst am 26. Mai 1863 eingeführt und bis zum Ende des Krieges benutzt. Zuvor (seit dem 4. März 1861) bestand der Gösch aus einer blauen Flagge, auf dem weisse Sterne - in der Anzahl der Konföderationsmitglieder - kreisförmig angeordnet waren.
Neben der Kriegsmarine hatte die Armee von Tennessee den Gösch von 1863 als Kriegsflagge im Einsatz.
Heutzutage ist das Modell das allgemein anerkannte Symbol des "Südens", wo es den Namen "Rebellen" - bzw. "Dixie" - Flagge trägt. Fälschlicherweise wird sie auch als "Konföderierten-Flagge" bezeichnet.
- Die "Zollflagge"
Der so genannte "Confederate States Revenue Service" war eine Art Zollbehörde auf See, die die Aufgabe hatte, die Küsten gegen Schmuggler zu verteidigen. Eines der Privilegien dieser Behörde bestand in dem Recht, eine eigene Flagge führen zu dürfen. Bei der Wahl der neuen Flagge hielt man sich z.T. an die Version der "Nordstaaten", die senkrechte Farbbalken aufwies. In Gesamteindruck entstand eine Flagge, die sehr an die französische Trikolore erinnerte.
siehe auch
- Verfassung der USA, 13. Amendment (Ergänzung), USA (kurzer Absatz Geschichte)
Weblinks
- [http://docsouth.unc.edu/index.html Documenting the American South]
Kategorie:Amerikanischer Bürgerkrieg
ja:アメリカ連合国
Thomas Jonathan JacksonThomas Jonathan Jackson, genannt „Stonewall Jackson“. ( - 21. Januar 1824 in Clarksburg, West Virginia; † 10. Mai 1863 in Guinea's Station, Virginia) war ein Südstaaten-Kommandeur im amerikanischen Bürgerkrieg.
Leben
amerikanischen Bürgerkrieg
Jackson wurde als Kind einer einfachen Familie geboren. Seine Eltern starben beide sehr früh, weshalb er von Verwandten aufgezogen wurde.
1842 wurde der junge Jackson an der Militärakademie in West Point aufgenommen, die er 1846 erfolgreich abschloss.
In der Folgezeit diente er in der US-Artillerie, unter anderem im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg, wo er aufgrund seiner Tapferkeit auffiel.
Während des Krieges gegen Mexiko und geprägt von den Erfahrungen seiner Kindheit entwickelte Jackson eine tiefe Religiosität und wandte sich den Presbyterianern zu. 1851 wurde er Professor am Virginia Military Institute in Lexington.
In die Zeit beim VMI fiel auch seine erste Heirat. Seine Frau starb jedoch zusammen mit ihrem ersten Kind bei dessen Geburt.
Drei Jahre später heiratete Jackson erneut, aber auch die bald darauf geborene zweite Tocher starb früh.
Erst seine dritte, 1862 geborene Tochter kam über das Kindesalter hinaus.
1861, als Virginia seinen Austritt aus der Union erklärt hatte, wurde Jackson zum Oberst ernannt und nach Harper's Ferry beordert, wo er das Kommando über die erste Brigade der neu aufgestellten Shenandoah-Armee übernahm.
Zum Brigadegeneral befördert kämpfte Jackson mit seinen Truppen bei der ersten Schlacht am Bull Run. Dort erntete er seinen Spitznamen "Stonewall", unter dem er bis heute bekannt ist. Jacksons Truppen erreichten die Front am Henry House Hill gerade zu einem Zeitpunkt, als die Brigade von General Barnard Bee schwer bedrängt wurde. Bee rief daraufhin seinen Männern zu: "Seht dort ist Jackson und steht wie eine Mauer" ("Look there is Jackson, standing like a stonewall"). Es ist bis heute allerdings umstritten, ob Bee dies aus Wut meinte, weil Jackson keinen Gegenangriff startete, oder aus Freude darüber, dass er dem Angriff der Union standhielt. Bee selber konnte die Frage nie klären, er fiel noch am selben Tag.
Nach der ersten Schlacht von Bull Run wurde Jackson in den Westen Virginias beordert, wo er einen wenig erfolgreichen Winterfeldzug durchführte. Dieser Fehlschlag und einige exzentrische Verhaltensweisen Jacksons (er lutschte beispielsweise ständig Zitronen) sorgten dafür, dass seine Männer den alten Spitznamen "Old Tom Fool" aus VMI-Zeiten wiederbelebten. (engl. tomfool- Narr).
Im Frühjahr 1862 jedoch gelang es ihm, seinen Ruf wiederherzustellen, als er den Shenandoah-Feldzug durchführte, der das strategische Konzept des Unionsgenerals McClellan zunichte machte und starke Truppenkontingente der Union vom Hauptschauplatz Richmond fernhielt.
Aufgrund dieser Leistung übergab ihm Robert Edward Lee das zweite Korps seiner Armee von Nord-Virginia.
Mit diesem Korps war Jackson maßgeblich an den südstaatlichen Erfolgen in der zweiten Schlacht von Bull Run und bei Fredericksburg beteiligt.
Sein "Meisterstück" war jedoch seine Rolle in der Schlacht von Chancellorsville, bei der er mit seinem Korps die rechte Flanke der Unionsarmee zerschlug. Dabei ritt er jedoch nachts mit seinem Stab auf einem Erkundungsritt vor den konföderierten Linien her und wurde von den eigenen Truppen angeschossen. Sein linker Arm musste amputiert werden und während der Rekonvaleszenz erkrankte er an Lungenentzündung, an der er nach wenigen Tagen verstarb.
Seine letzten Worte, „Let us cross over the river and rest under the shade of the trees“ (Lasst uns den Fluss überqueren und uns im Schatten der Bäume ausruhen), dienten Ernest Hemingway als Vorlage für den Titel seines Buches "Across the River and into the Trees", dessen Held ein alter Oberst der US-Armee vom selben Schlag wie Stonewall Jackson ist
Jackson wurde im Stone Mountain bei Atlanta, Georgia gemeinsam mit Robert Edward Lee und Jefferson Davis ein Denkmal geschaffen. Er bleibt vor allem auch durch seine tiefe Religiosität in der Erinnerung der Menschen des Südens, wo er noch heute wie ein Held verehrt wird.
Weblinks
- [http://www.vmi.edu/archives/Jackson/jackson.html Biographie von Jackson auf der Seite des VMI]
Jackson, Thomas Jonathan
Jackson, Thomas Jonathan
Jackson, Thomas Jonathan
Jackson, Thomas Jonathan
Jackson, Thomas Jonathan
Robert Edward LeeRobert Edward Lee, ( - 19. Januar 1807 in Stratford, Virginia; † 12. Oktober 1870 in Lexington, Virginia) war ein General der US-Armee und im Sezessionskrieg (1861-1865) Oberbefehlshaber der Army of Northern Virginia in den Streitkräften der Südstaaten (Konföderierte Staaten von Amerika).
Konföderierte Staaten von Amerika
Lees Vater war der berühmte Lighthorse Harry Lee, der noch im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gekämpft hatte. Lee war verheiratet mit Mary Custis Lee, einer Enkeltochter George Washingtons.
Militärische Laufbahn
Er startete seine militärische Laufbahn 1825, als er in die amerikanische Militärakademie in West Point, New York eintrat. Diese verließ Lee 1829 als Zweitbester seines Jahrgangs (von insgesamt 46 Absolventen). Er war nicht nur derjenige, der die akademische Bestleistung erlangte, Lee war der erste Kadett, der die Akademie ohne einen einzigen Fehler abschloss. Er ging dann als Leutnant zu den Pionieren.
Lee diente 18 Monate in Fort Pulaski auf Cockspur Island im US-Bundesstaat Georgia. 1831 wurde er nach Fort Monroe in Virginia als assistant engineer abkommandiert. In dieser Zeit heiratete er Mary Anna Randolph Custis, die Enkeltochter Martha Washingtons. Sie lebten gemeinsam im Custis Mansion an den Ufern des Potomac in Arlington, gegenüber von Washington, D.C.. Aus der Ehe gingen drei Söhne und vier Töchter hervor.
Lee diente als assistant in the chief engineer's office in Washington von 1834 bis 1837. Im Sommer 1835 half er dabei, die Staatsgrenze zwischen Ohio und Michigan festzulegen. 1837 erhielt er schließlich sein erstes wichtiges Kommando. Als Oberleutnant der Pioniere überwachte Lee die Arbeiten am Hafen von St. Louis und an den oberen Flussläufen des Mississippi und Missouri. Als Ergebnis seiner dortigen Arbeit wurde er zum Hauptmann befördert. 1841 wurde Lee nach Fort Hamilton in New York Harbour abkommandiert, wo er die Verantwortung für den Bau der Befestigungsanlagen übernahm.
Lee bewährte sich im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg von 1846 bis 1848. Er war einer von Winfield Scotts Haupthelfern beim Marsch von Veracruz nach Mexiko-Stadt. Er war wichtig bei einigen amerikanischen Siegen, indem er einen Weg fand, über den die Mexikaner angegriffen werden konnten und der von diesen nicht verteidigt wurde, weil er als unpassierbar galt.
Lee wurde nach der Schlacht von Cerro Gordo im April 1847 zum Major befördert. Er kämpfte auch bei den Schlachten in Contreras, Cherubusco und Chapultepec und wurde später verwundet. Zum Ende des Krieges wurde er zum Oberstleutnant befördert.
Nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg verbrachte Lee drei Jahre in Fort Carrol in Baltimore Harbor. Anschließend wurde er im Jahr 1852 Superintendent von West Point. Während seiner dreijährigen Tätigkeit dort verbesserte er die Gebäude, die Lehrgänge und verbrachte viel Zeit mit den Kadetten.
1855 wurde Lee Oberstleutnant des Zweiten Kavallerie Regimentes und zur texanischen Grenze gesandt. Dort half er beim Schutz der Siedler gegen die Angriffe der Apachen und Comanchen.
Dies waren nicht die glücklichsten Jahre Lees, da er nur ungern lange Zeit von seiner Familie getrennt verbrachte, besonders als seine Frau ernsthaft erkrankte. Er versuchte sie so häufig wie möglich zu Hause zu besuchen.
Zufällig befand sich Lee zur Zeit von John Browns Überfall 1859 auf Harpers Ferry, Virginia (heute West Virginia) in Washington. Ihm wurde dessen Verhaftung und die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung übertragen. Nachdem ihm dieses rasch gelungen war, kehrte Lee zu seinem Regiment nach Texas zurück. Als Texas 1861 von der Union abfiel, wurde er nach Washington, DC zurückbeordert um weitere Befehle abzuwarten.
Bürgerkrieg
Washington, DC
Am 18. April 1861, kurz vor Beginn des Amerikanischen Bürgerkriegs, bot Staatssekretär Francis Blair Lee im Auftrag des Präsidenten Abraham Lincoln das Kommando über die Unionsarmee der USA an. Lee war ein Gegner der Sezession. Allerdings entschied er aus Loyalität gegenüber seinem Heimatstaat Virginia, sich der Konföderation anzuschließen. Als der Krieg ausbrach, wurde er zum Kommandeur aller Truppen Virginias ernannt. Er wurde einer der ersten fünf Generale der Konföderierten Streitkräfte. Nach seinem Kommando über die Konföderierten Kräfte im westlichen Virginia übernahm Lee die Verantwortung für die Verteidigung der Küste in Carolina. Im Anschluss an diese Aufgaben wurde er Militärberater bei Jefferson Davis, dem Präsidenten der Konföderierten Staaten von Amerika, den er seit bedrohten. Nach dem Rückzug McClellans schlug Lee am 30. August 1862 eine weitere Unions-Armee in der Zweiten Schlacht von Bull Run. Anschließend fiel er in Maryland ein, zog sich aber nach der entgangenen Vernichtung durch McClellans überlegene Truppen in der Schlacht von Antietam wieder zurück.
Vom Misserfolg McClellans enttäuscht, Lees Armee zu zerstören, ernannte Lincoln Generalmajor Ambrose E. Burnside zum Kommandeur der Army of the Potomac. Burnside befahl einen Angriff über den Fluss Rappahannock bei der Schlacht von Fredericksburg. Verzögerungen beim Bau von Ponton-Brücken über den Fluss brachten Lees Armee genügend Zeit, um eine starke Verteidigung zu organisieren. Der schließlich ausgeführte Angriff am 12. Dezember 1862 endete in einem Desaster für die Unions-Streitkräfte. Lincoln ernannte daraufhin General Joseph Hooker zum Kommandeur der Army of the Potomac. Hookers Vorstoß nach Westen, um Lee in den Rücken zu fallen, wurde durch Lees und Jacksons wagemutige Entscheidung, ihre Armee zu teilen und Hookers Flanke anzugreifen Mai 1863 bei Chancellorsville, Virginia, zum Stehen gebracht. Es war ein überwältigender Sieg des Südens über die größeren Streitkräfte des Nordens. Allerdings zahlte Jackson hierfür einen hohen Preis, da er schwer verwundet wurde.
In der Hoffnung auf einen Sieg des Südens, der den Norden zwingen würde die Unabhängigkeit der Konfödertation anzuerkennen, marschierte Lee ein zweites Mal auf Unionsgebiet. Aber seine Versuche, die Unions-Streitkräfte in der Drei-Tage-Schlacht von Gettysburg, Pennsylvania, zu besiegen, schlugen fehl. Lee war genötigt sich zurückzuziehen und wurde, wie bereits nach Antietam, nicht energisch verfolgt. Nach seiner Niederlage in Gettysburg schickte Lee am 8. August 1863 ein Rücktrittsgesuch an Präsident Jefferson Davis. Dieser aber verweigerte Lees Ersuchen.
1864 versuchte der neue Oberkommandierende der Union Ulysses S. Grant Lees Armee zu vernichten und Richmond einzunehmen. Lee und seine Männer konnten jeden Vorstoß stoppen, aber Grant hatte genügend Charakter und Männer, um es jeweils ein wenig weiter östlich erneut zu versuchen. Es fanden Schlachten in Wilderness, Spottsylvania Courthouse und Cold Harbor statt. Nachdem es der Union nicht gelungen war, Petersburg, Virginia, einen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt zur Versorgung der Hauptstadt Richmond, einzunehmen, kam es zur Belagerung von Petersburg (Juni 1864 bis April 1865).
Am 31. Januar 1865 wurde Lee zum kommandierenden General der Konföderierten Streitkräfte ernannt. Anfang 1865 drängte er zur Annahme eines Planes, der es Sklaven erlauben sollte in der Konföderierten Armee zu dienen. Als Anreiz sollten sie im Gegenzug ihre Freiheit erhalten können. Dieser Plan trat in der kurzen Zeit, die der Konföderation noch blieb, nie in Kraft.
Nachdem die Konföderierte Armee in monatelangen Kämpfen ermüdet worden war, nahmen die Unionstruppen am 2. April 1865 Petersburg ein. Lee gab die Verteidigung Richmonds auf und versuchte sich General Joseph Johnstons Armee in North Carolina anzuschließen. Seine Truppen wurden von der Unions-Armee umstellt und er kapitulierte gegenüber General Grant am 9. April 1865 am Appomattox Court House, Virginia.
Nachkriegszeit
Nach dem Krieg beantragte Lee die offizielle Nachkriegsamnestie. Sie wurde ihm allerdings nie gewährt, da der damalige Staatsekretär William H. Seward den Antrag direkt zu Akten legte; offenbar nahm er an, dass der Fall bereits bearbeitet würde. Lee interpretierte das Ausbleiben einer Antwort so, dass die Regierung sich das Recht vorbehalten wolle, ihn zu einem späteren Zeitpunkt vor Gericht zu stellen. Der Irrtum klärte sich erst auf, als das Dokument Jahrzehnte später gefunden wurde. Lees Beispiel, die Amnestie zu beantragen, war eine Ermutigung für viele andere ehemalige Konföderierte den Kriegsausgang zu akzeptieren und erneut Bürger der Vereinigten Staaten zu sein.
Lee hatte vor dem Krieg gemeinsam mit seiner Frau im Haus ihrer Familie, dem Custis-Lee Mansion, gelebt. Das Grundstück wurde während des Krieges von Truppen der Union konfisziert und 1864 zum Friedhof ernannt; heute ist es Teil des Arlington National Cemetery. Nach Lees Tod entschied ein Gericht, dass die Enteignung illegal gewesen sei. Die US-Regierung bot der Familie daraufhin an, das Grundstück zu kaufen und diese willigte ein.
Lee wurde am 2. Oktober 1865 Präsident des Washington College (heute Washington and Lee University) in Lexington (Virginia). Unter seiner Führung wurde das Washington College eines der ersten in den USA, welches Kurse in Wirtschaft, Journalismus und Spanisch anbot. Er starb am 12. Oktober 1870 in Lexington an einer Herzerkrankung.
1975 wurden Lee posthum durch einen Beschluss des US-Kongresses seine vollen Bürgerrechte zurückgegeben. Grund hierfür war die Entdeckung seines Treueeides durch einen Angestellten des National Archives im Jahr 1970.
Zitate
- There are few, I believe, in this enlightened age, who will not acknowledge that slavery as an institution is a moral and political evil.
- It is well that war is so terrible - otherwise we should grow too fond of it. (Schlacht von Fredericksburg, 13. Dezember 1862)
- We must forgive our enemies. I can truly say that not a day has passed since the war began that I have not prayed for them. (aus A Life of General Robert E. Lee von J. E. Cooke)
- My experience of men has neither disposed me to think worse of them, or indisposed me to serve them; nor in spite of failures, which I lament, of errors which I now see and acknowledge; or of the present aspect of affairs; do I despair of the future. The truth is this. The march of Providence is so slow, and our desires so impatient; the work of progress is so immense and our means of aiding it so feeble; the life of humanity is so long and are thus discouraged. It is history that teaches us to hope.
- My experience through life has convinced me that, while moderation and temperance in all things are commendable, abstinence from spiritous liquors is the best safeguard of morals and health.
- Lees Definition eines Gentleman:
- The forebearing use of power does not only form a touchstone, but the manner in which an individual enjoys certain advantages over others, is a test of a true gentleman. The power which the strong have over the weak, the magistrate over the citizen, the employer over the employed, the educated over the unlettered, the experienced over the confiding, even the clever over the silly; the forebearing and inoffensive use of all this power or authority, or a total abstinence from it when the case admits it, will show the gentleman in a plain light. The gentleman does not needlessly and unnecessarily remind an offender of a wrong he may have committed against him. He cannot only forgive, he can forget; and he strives for that nobleness of self and mildness of character, which imparts sufficient strength to let the past be but the past. A true man of honor feels humbled himself when he cannot help humbling others
- Lees Ansichten zur Niederlage und Wiedereingliederung in die Vereinigten Staaten in einem Brief an den ehemaligen Gouverneur von Virginia Letcher nach dem Krieg:
- The questions which for years were in dispute between the State and General Government, and which unhappily were not decided by the dictates of reason, but referred to the decision of war, having been decided against us, it is the part of wisdom to acquiesce in the result, and of candor to recognize the fact.
- The interests of the State are therefore the same as those of the United States. Its prosperity will rise or fall with the welfare of the country. The duty of its citizens, then, appears to me too plain to admit of doubt. All should unite in honest efforts to obliterate the effects of war, and to restore the blessings of peace. They should remain, if possible, in the country; promote harmony and good feeling; qualify themselves to vote; and elect to the State and general Legislatures wise and patriotic men, who will devote their abilities to the interests of the country, and the healing of all dissensions. I have invariably recommended this course since the cessation of hostilities, and have endeavored to practice it myself.
Weblinks
-
- [http://penelope.uchicago.edu/Thayer/E/Gazetteer/People/Robert_E_Lee/FREREL/home.html Douglas Southall Freeman, R.E. Lee (älteres Standardwerk, frei zugänglich)]
Lee, Robert Edward
Lee, Robert Edward
Lee, Robert Edward
Lee, Robert Edward
Lee, Robert Edward
Abraham LincolnAbraham Lincoln [] ( - 12. Februar 1809 bei Hodgenville, Hardin County [heute: LaRue County], Kentucky; † [ermordet] 15. April 1865 in Washington (D.C.)) wurde 1860 zum 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt und 1864 wiedergewählt.
Abraham Lincoln war einer der bedeutendsten Präsidenten der USA und der erste aus den Reihen der Republikanischen Partei. Nach der Sezession von elf sklavenhaltenden Südstaaten führte er die Nordstaaten durch den Bürgerkrieg, setzte die Wiederherstellung der Union durch und betrieb die Sklavenbefreiung. Unter seiner Regierung schlugen die USA den Weg zum zentral regierten, modernen Industriestaat ein und schufen so die Basis für ihren Aufstieg zur Weltmacht im 20. Jahrhundert.
20. Jahrhundert
Leben
Kindheit und Jugend
Der spätere Präsident wurde 1809 in einer Blockhütte in der Nähe des Präriedorfes Hodgenville in Kentucky geboren. Seine Eltern waren der Farmer Thomas Lincoln und dessen Frau Nancy. Obwohl einige seiner Verwandten Sklavenhalter waren, lehnte Thomas Lincoln als frommer Baptist die Sklaverei ab. Er zog mit seiner Familie, zu der noch eine ältere Schwester und ein jüngerer Bruder Abrahams gehörten, Ende 1816 nach Little Pigeon Creek im Südwesten des sklavenfreien Staats Indiana. Zwei Jahre später starb seine Frau Nancy; 1819 heiratete Thomas Lincoln die Witwe Sarah Bush Johnston, die drei eigene Kinder in die Ehe mitbrachte. Abraham Lincoln pflegte zu seiner Stiefmutter zeitlebens eine warmherzige Beziehung.
Bis zu seinem 19. Lebensjahr half Abraham seinem Vater bei der Farmarbeit und führte das harte Leben der Pioniere an der Frontier, der Siedlungsgrenze zur Wildnis. Im Frühjahr 1828 fuhr Lincoln als Flößer den Ohio und den Mississippi bis nach New Orleans hinunter und lernte erstmals die Welt außerhalb der Prärie kennen.
Lincoln behauptete später, er habe in seiner Jugend kein ganzes Jahr lang die Schule besucht. Immerhin lernte er soweit lesen, schreiben und rechnen, dass er mit 18 eine Stellung als Kaufmannsgehilfe erhielt. Als Autodidakt sollte er sich aber im Laufe der Jahre eine umfassende Bildung aneignen.
1830 zogen die Lincolns erneut weiter nach Westen, nach Macon County in Illinois. Kurz darauf verließ Abraham das Elternhaus und ließ sich im Präriestädtchen New Salem nieder, wo er in den nächsten Jahren als Kaufmann, Landvermesser und Posthalter arbeitete.
Lincolns Aufstieg
Im Jahr 1832 nahm Lincoln als Freiwilliger an einem Kriegszug gegen die Sauk-Indianer unter Häuptling Black Hawk teil, ohne aber in Kämpfe verwickelt zu werden. Seine Kameraden wählten ihn bei dieser Gelegenheit zum Captain. Dies und die Tatsache, dass er sich in einem Debattierclub in New Salem als guter Redner erwiesen hatte, ermutigte ihn, noch im gleichen Jahr für das Parlament des Staates Illinois zu kandidieren. Als Parteigänger der liberal-konservativen Whigs trat er im Wahlkampf für den Ausbau der Verkehrswege und eine Verbesserung des Schulwesens ein. Im ersten Anlauf gescheitert, errang Lincoln das Mandat im Jahr 1834 und behielt es über vier Legislaturperioden bis 1842.
Parlamentarier und Anwalt in Illinois
Als Honest Abe (ehrlicher Abe) - ein Spitzname, der ihm bleiben sollte - erwarb sich Abraham Lincoln im Parlament rasch so viel Vertrauen, dass er zum Sprecher des Finanzausschusses und bereits mit 27 Jahren zum Parteiführer der oppositionellen Whigs gewählt wurde. Aus dem Jahr 1837 datiert seine erste öffentliche Stellungnahme gegen die Sklaverei. In einer Parlamentsdebatte stellte er fest, "...dass die Einrichtung der Sklaverei auf Ungerechtigkeit und schlechte Politik zurückzuführen ist."
Sklaverei
In den ersten Jahren seiner politischen Tätigkeit absolvierte Lincoln ein diszipliniertes Selbststudium der Rechtswissenschaft, und 1836 wurde er zur Anwaltskammer von Illinois zugelassen. Im folgenden Jahr gründete er mit dem Rechtsanwalt John T. Stuart eine gemeinsame Kanzlei in der neuen Hauptstadt von Illinois, Springfield. Doch auch als Anwalt lebte Lincoln noch lange in äußerst bescheidenen Verhältnissen. Seine Heirat mit Mary Todd im Jahr 1842 stieß daher auf großen Widerstand in ihrer Familie, reichen Pflanzern und Sklavenhaltern aus Kentucky. Abraham und Mary Todd Lincoln wurden vier Söhne geboren, von denen drei noch im Kindesalter starben. Lincoln hat heute keine lebenden Nachfahren mehr.
Abgeordneter im Repräsentantenhaus
Im Jahr seiner Hochzeit schied Lincoln aus dem Staatsparlament von Illinois aus, um sich verstärkt seiner Anwaltstätigkeit zu widmen. Er erwarb sich einen Ruf als Spezialist für Eisenbahnrecht und kam allmählich zu bescheidenem Wohlstand. Als einer der führenden Köpfe der Whig-Partei in dem jungen Bundesstaat wurde er 1847 ins US-Repräsentantenhaus gewählt.
In Washington trat er als Gegner von Präsident James K. Polk und seiner Kriegspolitik gegen Mexiko auf. Darüber hinaus brachte er eine zaghafte Resolution zur Beschränkung der Sklaverei im District of Columbia ein. Ansonsten machte er bei seinem ersten Auftreten in der Bundespolitik kaum von sich reden.
Da er in Washington ohne seine Familie lebte, reizte ihn eine Karriere in der Bundeshauptstadt wenig. Als der neue Präsident Zachary Taylor ihm anbot, Gouverneur des neuen Territoriums Oregon (die heutigen Staaten Oregon und Washington) zu werden, schlug er auch dies aus und kehrte 1849 nach Springfield zurück. Für die nächsten fünf Jahre verabschiedete sich Abraham Lincoln aus der Politik. Erst die Zuspitzung der Sklavenfrage brachte ihn auf die politische Bühne zurück.
Der Weg zur Präsidentschaft
Um zu verstehen, wie Abraham Lincoln von einer kaum über Illinois hinaus bekannten Parteigröße zu einem in ganz Amerika beachteten Politiker und schließlich zum Präsidentschaftskandidaten der neuen Republikanischen Partei werden konnte, muss man die Entwicklung der Sklavenfrage und Lincolns Haltung dazu betrachten.
Die Zuspitzung der Sklavenfrage
Gesellschaftlich, kulturell und wirtschaftlich hatten sich der Norden und der Süden der USA seit jeher unterschieden. Trotz seiner geringeren Bevölkerungszahl nahm der Süden mit seiner reichen Pflanzeraristokratie bis zum Bürgerkrieg die gesellschaftlich führende Rolle ein. So kamen zum Beispiel die meisten Präsidenten aus den Sklavenhalterstaaten. Seit Beginn des 19. Jahrhunderts schritt im Norden jedoch die Industrialisierung rasch voran und verschob das wirtschaftliche Gewicht immer mehr zu seinen Gunsten.
Die Interessen der beiden völlig gegensätzlichen Wirtschaftssysteme ließen sich immer schwerer miteinander vereinbaren. Der Süden, als Agrarland auf die Ausfuhr von Baumwolle, Tabak und anderer Plantagenprodukte angewiesen, verfocht eine Freihandelspolitik. Der Norden, der seine noch junge Industrie vor der Einfuhr von Massenprodukten aus England schützen wollte, trat für möglichst hohe Schutzzölle ein. Die im Süden traditionell starke Demokratische Partei war für eine weitgehende Autonomie der Einzelstaaten, was auch das Recht neuer Staaten einschloss, auf ihrem Territorium die Sklaverei zu gestatten. Lincolns Partei dagegen, die Whigs (wie später auch die Republikaner), traten für eine starke Zentralmacht in Washington ein und für das Prinzip der freien Arbeit in den neu zu besiedelnden Gebieten des Westens.
Freie und Sklavenstaaten waren zunehmend darauf bedacht, gegenüber der jeweils anderen Seite im Senat nicht in die Minderheit zu geraten. Dieses Problem ergab sich regelmäßig bei der Aufnahme neuer Staaten. Eine erste Zuspitzung des Konflikts konnte 1820 durch den Missouri-Kompromiss entschärft werden. Er sah vor, dass nördlich der Mason-Dixon-Linie, die etwa dem 36. Breitengrad folgte, die Sklaverei in allen neuen Staaten verboten sein solle, mit Ausnahme Missouris.
1854 jedoch verabschiedete der US-Kongress den Kansas-Nebraska Act. Dieses Gesetz stellte es den beiden Territorien - obwohl nördlich der Mason-Dixon-Linie gelegen - frei, in ihren künftigen Staatsverfassungen selbst festzulegen, ob sie die Sklaverei gestatteten oder nicht. In Kansas brach daraufhin ein "Bürgerkrieg vor dem Bürgerkrieg" aus. In bleeding Kansas, dem blutenden Kansas, bekämpften sich Sklavereibefürworter und die Free Soiler, die für das Prinzip der freien Arbeit auf freiem Land eintraten, aufs heftigste. Noch bedeutsamer aber war, dass die faktische Aufhebung des Missouri-Kompromisses einen Sturm der Entrüstung im ganzen Norden auslöste. Abraham Lincoln empfand die Nachricht von der Verabschiedung des Kansas-Nebraska Acts wie den "Klang einer Sturmglocke in der Nacht".
Lincoln als gemäßigter Gegner der Sklaverei
Im Streit über das neue Gesetz zerbrach die Partei der Whigs. Wie Lincoln schloss sich der größte Teil ihrer Mitglieder noch im Laufe des Jahres 1854 mit gemäßigten Sklavereigegnern aus den Reihen der Demokraten, mit radikalen Abolitionisten, die das sofortige Verbot der Sklaverei forderten, und mit einigen anderen Gruppierungen zur neuen Republikanischen Partei zusammen.
Zu dieser Zeit war Lincoln kein bedingungsloser Gegner der Sklaverei. Er verabscheute sie zwar moralisch, vertrat gegenüber den Südstaaten damals aber einen streng an Recht und Gesetz orientierten Standpunkt. Er war der Ansicht, dass die Väter der US-Verfassung die Sklaverei grundsätzlich als Übel angesehen, sie aber aus pragmatischen Gründen weiter in jenen Staaten geduldet hätten, in denen sie zur Zeit der Unabhängigkeitserklärung von 1776 bereits bestand. Eine Ausdehnung der Sklaverei auf weitere Staaten und Territorien aber sei gegen den Geist der Verfassung. Noch bis in die Zeit des Bürgerkriegs hinein akzeptierte Lincoln, dass die Sklaverei dort weiterbestand, wo sie bereits existierte - aber nur dort. Daher löste der Kansas-Nebraska Act in ihm den Entschluss aus, wieder in die Politik zurück zu kehren.
Im Jahr 1855 scheiterte Lincolns erster Versuch, einen Sitz im Senat zu erlangen. Drei Jahre später unternahm er einen zweiten Anlauf. Sein Gegenkandidat war Stephen A. Douglas, der Führer der Demokraten auf Unionsebene, der als großer Redner bekannt war. Er ließ sich im Wahlkampf auf sieben öffentliche Rededuelle mit Lincoln ein, die wegen ihrer Grundsätzlichkeit und der rhetorischen Fähigkeiten der Kontrahenten überall in den USA abgedruckt wurden. Lincoln verlor die Wahl in den Senat zwar erneut, aber er hatte sich nun als gemäßigter Gegner der Sklaverei im ganzen Land einen Namen gemacht und galt als ernsthafter Kandidat der Republikaner für die nächsten Präsidentschaftswahlen.
In einer berühmt gewordenen Rede, der so genannten "House Divided Speech", die er am 16. Juni 1858 im Staatsparlament von Illinois hielt, brachte Lincoln die Sklavenfrage und ihre Auswirkungen auf die amerikanische Politik noch einmal auf den Punkt:
:Ein in sich gespaltenes Haus kann keinen Bestand haben. Ich glaube, diese Regierungsform kann keinen Bestand haben, wenn sie auf Dauer halb für die Sklaverei, halb frei ist. Ich erwarte nicht, dass die Union aufgelöst wird. Ich erwarte nicht, dass das Haus zusammenbricht. - Aber ich erwarte, dass es aufhört gespalten zu sein. Es wird entweder ganz das eine oder ganz das andere sein.
Die Präsidentschaftswahl von 1860
Lincoln unternahm schon 1859 Vortragsreisen durch die Nordstaaten, um sich der Bevölkerung und seinen Parteifreunden vorzustellen und weiter für seinen gemäßigten Standpunkt zu werben. Auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner in Chicago konnte er sich schließlich gegen den ursprünglichen Favoriten William H. Seward aus New York und weitere starke Kandidaten wie Salmon P. Chase aus Ohio und Simon Cameron aus Pennsylvania durchsetzen (die er später alle in sein Kabinett aufnahm). Am 18. Mai 1860 bestimmten die Republikaner Abraham Lincoln zu ihrem Spitzenkandidaten für den Kampf ums Weiße Haus. Lincolns Wahlkampflied, das sein Programm prägnant zusammenfasste, war der noch heute populäre Song "Lincoln and Liberty".
Die Präsidentschaftswahl fand im Herbst statt. Eine Grundlage für seinen Sieg hatte Lincoln schon zwei Jahre zuvor in den Debatten mit Stephen A. Douglas gelegt. Er hatte damals seinen Gegner, der die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten anstrebte, zu Äußerungen über die Sklaverei gedrängt, die ihn für die Demokraten des Südens unwählbar machten. Wie die Whigs sechs Jahre zuvor, so spaltete sich nun auch die Demokratische Partei.
Lincoln and Liberty
Die Nord-Demokraten nominierten Douglas, die Süd-Demokraten den eindeutigen Sklavereibefürworter John C. Breckinridge aus Kentucky. Beide zusammen gewannen 2,2 Millionen Wähler, der Whig-Kandidat John Bell aus Tennessee weitere 0,6 Millionen, Lincoln aber wurde mit 1,9 Millionen Stimmen der stärkste Einzelkandidat. Er siegte in keinem einzigen Wahlbezirk des Südens, erhielt aber fast alle Wahlmännerstimmen des Nordens (180) und damit eine klare Mehrheit: mit 40% der Wähler gewannen er und sein Vizepräsidentschaftskandidat Hannibal Hamlin 59% aller Wahlmänner. Am 6. November 1860 wurde Abraham Lincoln gewählt; am 4. März 1861 sollte er den Amtseid ablegen. In diesen vier Monaten aber wurden Tatsachen geschaffen, die Lincolns gesamte Regierungszeit bestimmen sollten.
Lincoln als Präsident
1861
Während seiner gesamten Amtszeit als US-Präsident sah sich Abraham Lincoln gezwungen, einen Bürgerkrieg zur Wiederherstellung der Union zu führen. Dabei stand er im Wesentlichen vor vier großen Aufgaben: Er musste den Krieg militärisch gewinnen, bei der Bevölkerung des Nordens die Kampfbereitschaft aufrecht erhalten, die Einmischung europäischer Mächte zugunsten der Konföderierten verhindern und schließlich die Abschaffung der Sklaverei betreiben, um die Ursache des Konflikts ein für allemal zu beseitigen.
Amtsantritt und Kriegsausbruch
Die Wahl Abraham Lincolns war nicht die Ursache, aber Anlass der Sezession. Bereits seit etwa 1850 hatten sich in den Südstaaten die Stimmen gemehrt, die für einen Austritt aus der Union eintraten. Die im Norden geübte Kritik an der Sklaverei wurde als Bedrohung der eigenen Lebensart und Kultur betrachtet und jeder Versuch, sie zu beschränken als Eingriff in das Eigentumsrecht und in die Rechte der Einzelstaaten. Aus dieser Sichtweise heraus war es nur logisch, dass die Verfechter der Sezession keinen Unterschied mehr sehen wollten zwischen der kompromissbereiten Haltung Lincolns und den Ansichten der Abolitionisten.
Die Aussicht, Lincoln ins Weiße Haus einziehen zu sehen, gab den Extremisten im Süden den letzten entscheidenden Auftrieb. Noch bevor der neue Präsident sein Amt antreten konnte, gab South Carolina am 20. Dezember 1860 als erster Staat seinen Austritt aus der Union bekannt. Innerhalb weniger Wochen folgten alle Staaten des tiefen Südens: Georgia, Florida, Alabama, Louisiana, Mississippi und am 22. Februar 1861 Texas. In Montgomery, der Hauptstadt Alabamas, wurden am 8. Februar die Konföderierten Staaten von Amerika ausgerufen. Zu ihrem provisorischen Präsidenten wurde der Senator von Mississippi und frühere Kriegsminister Jefferson Davis gewählt, der wie Lincoln aus Kentucky stammte. Der scheidende US-Präsident James Buchanan bestritt den Einzelstaaten zwar das Recht, die Union zu verlassen, tat in seinen letzten Wochen im Amt aber nichts, um die Sezession zu verhindern.
James Buchanan
In der Rede zu seiner Amtseinführung am 4. März 1861 schlug Lincoln gegenüber dem Süden versöhnliche Töne an. Er versprach, nicht als erster zu Gewaltmaßnahmen zu greifen, machte aber zugleich deutlich, dass sein Amtseid ihn verpflichte, einer Spaltung der Union auf jeden Fall entgegenzutreten:
:"In euren Händen, meine unzufriedenen Landsleute, nicht in den meinen, liegt die folgenschwere Entscheidung über einen Bürgerkrieg. Die Regierung wird euch nicht angreifen, es sei denn, ihr greift sie zuerst an."
Alle Hoffnungen auf eine Verhandlungslösung zerschlugen sich jedoch am 12. April 1861. An diesem Tag begannen konföderierte Truppen mit der Beschießung des von unionstreuen Einheiten gehaltenen Forts Sumter, das in der Hafeneinfahrt von Charleston lag, der Hauptstadt von South Carolina. Der Süden, der die Garnison von Fort Sumter als Besatzungstruppe betrachtete, hatte also trotz des angebotenen Gewaltverzichts zu den Waffen gegriffen - und trotz der Tatsache, dass Lincolns Regierung bis dahin keine Verfassung irgendeines Einzelstaats verletzt hatte und dies erklärtermaßen auch nicht plante. Dieser Umstand und der erzwungene Abzug der Garnison von Fort Sumter am 14. April erzeugte nun auch im Norden eine Kriegsstimmung. Die Öffentlichkeit verlangte energische Schritte gegen die "Rebellen".
Der Beginn der Kriegshandlungen bewog Virginia und drei weitere Staaten des oberen Südens - North Carolina, Tennessee und Arkansas - die Union nun ebenfalls zu verlassen. Die Konföderierten verlegten daraufhin ihre Hauptstadt nach Richmond, Virginia. Von diesem Staat wiederum trennten sich die westlichen Landesteile ab, die in der Union bleiben wollten. Sie bildeten später den neuen Bundesstaat West Virginia. Teils freiwillig, teils unter militärischem Druck blieben auch die vier sklavenhaltenden Grenzstaaten Delaware, Maryland, Kentucky und Missouri loyal.
Lincolns Politik im Krieg
Die US-Armee zählte zu Kriegsbeginn nur etwas mehr als 16.000 Soldaten, die zudem überwiegend in den Indianergebieten des Westens stationiert waren. Am 15. April, am Tag nach dem Fall von Fort Sumter, berief Lincoln daher 75.000 auf 90 Tage verpflichtete Milizsoldaten ein, um der Rebellion, wie die Abspaltung der Südstaaten im Norden genannt wurde, nunmehr militärisch ein Ende zu bereiten. Als weitere Sofortmaßnahme verfügte er eine Seeblockade aller konföderierten Häfen und vergrößerte die US-Streitkräfte bis zum Frühsommer durch weitere Anwerbungen auf rund 174.000 Soldaten und Matrosen.
Dass er Truppen aushob ohne Ermächtigung durch den Kongress, der erst im Juli zusammentreten sollte, dass er einige Grundrechte, wie etwa die Pressefreiheit oder die Habeas-Corpus-Akte einschränkte und Personen, die der Spionage für die Südstaaten verdächtigt wurden, ohne gesetzliche Grundlage verhaften ließ, brachte Lincoln bei Sympathisanten des Südens den Ruf eines Diktators ein, der sich teilweise bis heute gehalten hat. Als aber im Juli die Vertreter der in der Union verbliebenen Staaten zum Kongress zusammentraten, stimmten sie allen Notstandsmaßnahmen des Präsidenten nachträglich zu. Aus ihrer Sicht verfuhr Lincoln mit den Unterstützern der Konföderierten nicht anders, als es mit Angehörigen einer ausländischen, kriegführenden Macht üblich war - und genau dies beanspruchte die Konföderation ja zu sein.
Doch selbst diese energischen Maßnahmen Lincolns reichten nicht aus. Die erste Niederlage der Unionstruppen in der Schlacht von Bull Run am 21. Juli 1861, machte deutlich, dass der Konflikt militärisch nicht schnell zu lösen war. Die Union musste sich auf einen langwierigen Eroberungskrieg einstellen. Dies war mit einer Freiwilligenarmee und einer dreimonatigen Dienstpflicht nicht zu erreichen. Auch die Verlängerung auf neun Monate reichte nicht aus. Schließlich führte Lincolns Regierung erstmals in der Geschichte der USA die allgemeine Wehrpflicht ein, eine Maßnahme die Anfang Juli 1863 zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen in New York führte, den so genannten Draft Riots (Einziehungskrawalle). In der Stadt gab es zeitweilig sogar Bestrebungen, sich ebenfalls von der Union loszusagen und einen souveränen Staat zu bilden.
Draft Riots
Der Amerikanische Bürgerkrieg zog sich auch deshalb in die Länge, weil Lincoln lange Zeit keinen geeigneten Oberbefehlshaber für die Potomac-Armee fand, welche die Hauptlast der Kämpfe im Grenzgebiet von Virginia, zwischen Washington (D.C.) und Richmond, zu tragen hatte. General George B. McClellan erwies sich zwar als hervorragender Organisator, aber als zögerlicher Heerführer. Er vergab - etwa im Halbinselfeldzug vom Frühjahr 1862 - gleich mehrere Chancen, dem Krieg durch schon greifbare Siege ein frühes Ende zu bereiten. Andere Befehlshaber wie Joseph Hooker und Ambrose E. Burnside erlitten katastrophale Niederlagen gegen die zahlenmäßig weit unterlegene Virginia-Armee des konföderierten Oberbefehlshabers Robert E. Lee.
Abraham Lincoln, der zwischen seiner Funktion als Captain im Indianerkrieg und der als Oberkommandierendem der US-Streitkräfte nie mehr einen soldatischen Rang bekleidet hatte, unterzog sich nun auch einem Selbststudium in Militärfragen und wurde bald zum Experten. Mit den auf dem westlichen Kriegsschauplatz siegreichen Generälen Ulysses S. Grant und William T. Sherman fand er schließlich zwei Kommandeure, die mit ihren Truppen - der eine von Norden, der andere von Süden - die Konföderierten in langen, blutigen Kämpfen niederrangen.
Kriegsziele
Am 22. August 1862 schrieb Lincoln in einem offenen Brief an die Tribune, die Zeitung des bekannten New Yorker Abolitionisten Horace Greely:
:"Mein oberstes Ziel in diesem Krieg ist es, die Union zu retten; es ist nicht, die Sklaverei zu retten oder zu zerstören. Könnte ich die Union retten, ohne auch nur einen Sklaven zu befreien, so würde ich es tun; könnte ich sie retten, indem ich alle Sklaven befreite, so würde ich es tun; und könnte ich die Union retten, indem ich einige Sklaven befreite und andere nicht, so würde ich auch das tun. Alles was ich in Bezug auf die Sklaverei und die Schwarzen tue, geschieht, weil ich glaube, dass es hilft, die Union zu retten."
In der Tat ging es im Bürgerkrieg vordergründig nur darum. Die Frage, an der sich der Kampf entzündet hatte, lautete: Hat e | | |