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| Stonehenge |
StonehengeStonehenge ist ein in der Jungsteinzeit begründetes und mindestens bis in die Bronzezeit benutztes Bauwerk in der Nähe von Amesbury in Wiltshire, England, etwa 13 Kilometer nordwestlich von Salisbury. Es besteht aus einer Grabenanlage, die eine Megalithstruktur umgibt, welche wiederum aus mehreren konzentrischen Steinkreisen gebildet wird. Die beiden auffälligsten Steinkreise sind dabei ein äußerer Kreis aus Pfeilersteinen, die von Decksteinen überbrückt werden, sowie eine innere hufeisenförmige Struktur aus ursprünglich fünf Trilithen (jeweils zwei Tragsteine, die von einem Deckstein überbrückt werden). Dazwischen befinden sich weitere Strukturen aus kleineren Steinen sowie Löchern im Boden. Weitere Megalithe sowie zwei Hügelgräber finden sich in unmittelbarer Nähe.
Die Entstehung der Anlage lässt sich grob in drei Phasen unterteilen. Die Frühphase der Anlage, mit einem kreisrunden Erdwall und einem Graben, wurde etwa um 3100 v. Chr. datiert. Die auffällige Megalithstruktur wurde etwa zwischen 2500 v. Chr. und 2000 v. Chr. errichtet.
2000 v. Chr.
Überblick
Der Name Stonehenge stammt aus dem altenglischen Stanhen gist und bedeutet „hängende Steine“. Die Bezeichnung Henge wird heute für eine Klasse jungsteinzeitlicher Bauwerke verwendet, die aus einer kreisförmigen, erhöhten Einfriedung mit einer innenliegenden Vertiefung bestehen. Stonehenge selbst - obgleich es bei der Namensgebung Pate stand - kann jedoch nicht direkt dieser Klasse zugeordnet werden, da seine Aufschüttung innerhalb des Grabens liegt. Stonehenge ist in vielerlei Hinsicht atypisch, obwohl es zeitgleich zu den eigentlichen jungsteinzeitlichen Henges entstand.
Stonehenge gehört seit 1918 dem englischen Staat. Verwaltet und touristisch erschlossen wird es vom English Heritage, die Umgebung vom National Trust. Die Stätte und die Umgebung sind seit 1986 Teil des Weltkulturerbes.
Weltkulturerbe
Der Komplex wurde in mehreren Bauabschnitten errichtet, die sich über einen Zeitraum von etwa 2000 Jahren erstrecken. Nachweislich wurde das Gelände aber bereits vor der Errichtung und auch noch lange Zeit nach der jungsteinzeitlichen Hochphase genutzt. Drei große Pfostenlöcher befinden sich in der Nähe des heutigen Parkplatzes, sie datieren aus dem Mesolithikum, etwa um 8000 v. Chr. Die jüngsten kultischen Nutzungen sind etwa für das 7. Jahrhundert nach Christus feststellbar. Hier ist ein auf dem Gelände vorgefundenes Grab eines enthaupteten Sachsen aus dieser Zeit zu erwähnen.
Die verschiedenen Phasen der Aktivitäten auf Stonehenge zu datieren und zu verstehen ist schwierig. Schlecht geführte Ausgrabungsberichte und erstaunlich wenig präzise wissenschaftliche Daten erschweren das Ganze. Die heute meist akzeptierte Abfolge wird im folgenden Text erläutert, die Ziffern beziehen sich dabei auf den Plan rechts, der die Stätte im Jahr 2004 zeigt. Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden die Decksteine dort nicht gezeigt. Löcher, die nicht mehr oder nie Steine enthielten, sind als offene Kreise gekennzeichnet. Heute sichtbare Steine sind farblich gekennzeichnet.
Die Anlage
Die Steine in Stonehenge sind nach den Positionen der Sonnenwende und Tagundnachtgleiche angeordnet. Aus diesem Grunde wird häufig angenommen, dass Stonehenge ein vorzeitliches Observatorium darstellt, obwohl die genaue Art der Nutzung und seine Bedeutung noch diskutiert werden.
Die Beschreibung der Steine:
- Der Altarstein: ein Block von 5 Metern aus grünem Sandstein. Alle anderen Steine im inneren Kreis sind Blausteine, eine Basaltart aus den Preseli Hills im Südwesten von Wales, die etwa 380 km entfernt liegen. Die Sandsteinblöcke des äußeren Kreises müssen auf Schlitten fortbewegt worden sein, die von schätzungsweise 250 Mann, an Steigungen von bis zu 1000 Mann, gezogen wurden.
Schlitten
- Der Opferstein liegt etwas abseits vom Zentrum.
- Der Heel-Stein (Fersenstein), auch als Friars Heel bekannt (eine Anglisierung des walisischen „Ffreya sul“, nach Freya, einer Druidengöttin der Fruchtbarkeit, und sul (Sonnen-Tag).
Freya
- Positionssteine
Weitere Besonderheiten:
- Die Aubrey-Löcher
- Y- und Z-Löcher
Die Anlage ähnelt den Steinkreisen im Norden Schottlands, bekannt als der Ring von Brodgar.
Die genaue Herkunft der Steine von Stonehenge war bislang ungeklärt. Neuerdings konnte zumindest ein Teil dieses Rätsels von britischen Forschern gelöst werden: so sollen die Quader des inneren der Steinkreise aus einem kleinen Steinbruch in den Preseli Hills im Südwesten von Wales stammen. Die Steine mußten demnach knapp 300 Kilometer weit bis zum östlich gelegenen Stonehenge transportiert werden.
Entstehungsgeschichte
Stonehenge 1
Das erste Bauwerk maß etwa 115 m im Durchmesser und bestand aus einer kreisförmigen Erhebung mit einem Graben als Einfassung (7 und 8). Es besaß einen großen Eingang im Nordosten und einen kleineren im Süden (14), Hirsch-und Ochsenknochen waren am Grund des Grabens platziert. Diese Knochen waren wesentlich älter als die Geweihhacken, mit denen der Graben ausgehoben wurde, und waren in gepflegtem Zustand, bevor sie vergraben wurden. Diese erste Phase wird auf um 3100 v. Chr. datiert. Am äußeren Rand des so eingefassten Bereiches konnte ein Kreis aus 56 Löchern (13) nachgewiesen werden. Diese sogenannten Aubrey-Löcher, benannt nach ihrem Entdecker John Aubrey, einem Historiker des 17. Jahrhunderts, haben einst möglicherweise hölzerne Stützpfeiler enthalten; allerdings konnten diese in Ausgrabungen nicht nachgewiesen werden. Ein kleinerer äußerer Wall, der den Graben umgab, könnte ebenfalls aus dieser Periode stammen (9).
Stonehenge 2
Sichtbare Überreste der zweiten Phase existieren nicht mehr. Spätjungsteinzeitliche Rillenkeramik(?) (engl.: grooved ware) wurde in Verbindung mit den anderen Überresten dieser Periode ausgegraben, die eine Datierung ermöglicht. Pfostenlöcher weisen darauf hin, dass im frühen dritten Jahrtausend v. Chr. eine hölzerne Struktur im Inneren der Einfassung existiert haben muss. Weitere Pfosten standen am Nordeingang; eine parallele Anordnung von Pfosten lief vom Südeingang aus ins Innere. Mindestens 25 der Aubrey-Löcher enthielten nachweislich dort platzierte Überreste von Feuerbestattungen, die etwa zwei Jahrhunderte nach der Errichtung dieses Bauwerks dort abgelegt wurden. Was auch immer der ursprüngliche Zweck der Löcher war - sie wurden in dieser Epoche zur Begräbnisstätte umfunktioniert. Dreißig weitere Feuerbestattungen legte man im Graben und an anderen Punkten der Stätte an, größtenteils in der Osthälfte. Stonehenge ist damit die älteste bekannte Grabstätte für Leichenbrand auf den britischen Inseln. Stücke menschlicher Knochen, die nicht verbrannt wurden, sind ebenfalls aus diesem Zeitraum im Graben gefunden worden.
Stonehenge 3 I
In die Mitte des Heiligtums wurden um das Jahr 2600 v. Chr. zwei konzentrische Halbkreise aus 80 aufrecht stehenden Steinen, den so genannten Blausteinen, angelegt. Diese wurden zwar später versetzt, die Löcher, in denen die Steine damals verankert waren (die so genannten Q- und R-Löcher) sind jedoch heute noch nachweisbar. Wieder gibt es nur wenige brauchbare Datierhinweise für diese Phase. Die Blausteine stammen aus dem Gebiet der Presli-Berge, die etwa 380 km von Stonehenge entfernt, im heutigen Pembrokeshire im Wales liegen. Die Steine sind größtenteils aus Dolerit, aber mit Einschlüssen von Rhyolit, Tuff und vulkanischer und kalkhaltiger Asche. Sie wiegen um die 4 Tonnen. Der heute als Altarstein (1) bekannte sechs Tonnen schwere Stein besteht aus grünem Sandstein. Er ist zweimal so groß wie die Blausteine und wurde ebenfalls aus Wales hierher gebracht, möglicherweise stand er als großer Monolith im Zentrum.
Zu dieser Zeit wurde der Eingang verbreitert, so dass er nun genau in der Richtung des Mittsommersonnenaufgangs und des Wintersonnenuntergangs dieser Zeit lag. Die Blausteine wurden wie erwähnt nach einiger Zeit wieder entfernt und die Q- und R-Löcher verfüllt.
Möglicherweise wurde auch der Fersenstein (heel stone, 5) während dieser Periode außerhalb des nordöstlichen Eingangs aufgestellt. Die Datierung ist aber unsicher, im Prinzip kommt jeder Teilabschnitt der dritten Phase in Frage. Es gab vermutlich noch einen zweiten Stein, der aber heute nicht mehr existiert. Zwei, möglicherweise auch drei große Portalsteine wurden innerhalb des nordöstlichen Eingangs aufgestellt. Nur einer davon, der so genannte Altarstein (4), 4,9 m lang, ist - umgestürzt - heute noch erhalten.
Ebenfalls der Phase 3 zugerechnet wird der Aufbau der vier Stationssteine (6) sowie die Anlage der Avenue (10), einem beidseitig durch einen Graben und Erdwall markierten Weg, der über eine Strecke von 3 km zum Fluss Avon führt. Irgendwann in der dritten Bauphase wurden Gräben sowohl um die Stationssteine als auch um den Fersenstein gezogen, der spätestens dann als einzelner Monolith gestanden haben muss.
Diese Bauphase von Stonehenge ist die, die der Bogenschütze von Amesbury erblickt haben dürfte; gegen Ende der Phase schien Stonehenge dann die Stätte bei Avebury in Bezug auf die Bedeutung für die Region abzulösen.
Stonehenge 3 II
Am Ende des dritten Jahrtausends vor Christus, nach Radiokarbonanalysen etwa zwischen 2440-2100 v. Chr., findet die Hauptphase der Bautätigkeiten statt. Nun wurde die Konstruktion aus 74 Sarsensteinen (Grau auf dem Plan eingezeichnet) errichtet, die den heutigen Gesamteindruck von Stonehenge bestimmt. Jeder dieser Steine, die kleineren um 25, die großen um 50 Tonnen schwer, stammt aus einem 30 km nördlich gelegenen Steinbruch bei Marlborough.
30 der Sarsensteine bildeten die Pfeiler einer kreisförmigen Konstruktionen mit einem Durchmesser von dreißig Metern. Diese Pfeiler trugen einen geschlossenen Ring aus 29 weiteren Steinen. Diese Decksteine waren an ihren Berührungsflächen durch eine aus dem Stein gehauene Spundung, sowie an ihren Auflagepunkten auf den Pfeilern durch eine ebenfalls aus dem Stein gehauene Verzapfung gegen Verschiebungen gesichert.
Innerhalb dieses Kreises wurden fünf so genannte Trilithe aufgestellt, je zwei von einem Deckstein überbrückte Pfeiler. Die hier verwendeten Steine haben jeweils eine Masse von etwa 50 Tonnen. Auch hier wurden die Decksteine mit einer Zapfenverbindung auf den Pfeilern gesichert.
Die Oberfläche aller Sarsensteine ist behauen. Die Flächen wurden geglättet, die Pfeiler der Trilithen werden nach oben hin etwas breiter, um die Perspektive des Betrachters auszugleichen. Auch die Decksteine verjüngen sich von oben nach unten, die Decksteine des Ringes sind zudem leicht gekrümmt. Zudem finden sich auf einigen Pfeilern in den Stein gehauene beziehungsweise geritzte Abbildungen. Die älteste, eine flache rechteckige Form oben an der Innenseite des vierten Trilithen, könnte eine symbolische Darstellung einer Muttergottheit sein. Sie wurde vermutlich angebracht, als sich der Stein noch auf dem Erdboden befand. Alle anderen Abbildungen scheinen erst nach dem Aufstellen der Steine angebracht worden zu sein. Zu nennen sind insbesondere auf Stein 53 die Abbildung eines Bronzedolches sowie von vierzehn Axtköpfen, weitere Darstellungen von Axtköpfen finden sich auf den Steinen 3, 4 und 5. Die Datierung der Abbildungen ist schwierig, morphologisch bestehen aber Ähnlichkeiten mit spätbronzezeitlichen Waffen.
Stonehenge 3 III
Zu einem späteren Zeitpunkt der Bronzezeit scheinen die Blausteine zum ersten Mal wieder aufgerichtet worden zu sein. Das genaue Erscheinungsbild der Stätte in dieser Periode ist jedoch noch nicht klar.
Stonehenge 3 IV
In dieser Phase, etwa zwischen 2280 und 1930 v. Chr., wurden die Blausteine erneut umgestellt. Ein Teil wurde als Kreis zwischen die zwei Sarsensteinanordnungen aufgestellt und die anderen in eine ovale Form in der Mitte des Monuments eingebaut. Einige Archäologen nehmen an, dass ein Teil der Blausteine zu dieser Zeit in einer zweiten Tranche von Wales geholt wurde. Der Altarstein könnte innerhalb des Ovals verschoben worden sein. Die Arbeiten an Stonehenge 3 IV wurden im Vergleich mit seinen direkten Vorgängern eher schlecht ausgeführt. Die wieder aufgestellten Blausteine waren nur schlecht in den Erdboden eingelassen und stürzten teilweise schnell um.
Stonehenge 3 V
Bald danach wurde der Nordteil des in Phase 3 IV errichteten Blausteinkreises entfernt, und eine hufeisenförmige Formation entstand, die als Blausteinhufeisen bezeichnet wird. Dieses spiegelte die Form des zentralen Hufeisens der Trilithe wieder und wird auf 2270-1930 v. Chr. datiert. Die Phase Stonehenge 3 V verläuft damit parallel zu der von Seahenge in Norfolk.
Stonehenge 3 VI
Ca. 1700 v. Chr. wurden zwei weitere Ringe mit Löchern außerhalb des Steinkreises gegraben. Diese werden als Y- und Z-Löcher (11 und 12) bezeichnet. Die je 30 Löcher umfassenden Kreise wurden jedoch nie mit Steinen besetzt und füllten sich in den nächsten Jahrhunderten. Dabei enthalten die Füllungen in den oberen Schichten Materialien aus der Eisenzeit sowie römisches Material. Das Monument von Stonehenge scheint kurz darauf, um 1600 v. Chr. aufgegeben worden zu sein.
Rezeptions- und Forschungsgeschichte
Stonehenge wurde zuerst von Nennius im 9. Jahrhundert beschrieben, der schrieb, dass es als Denkmal für 400 Adlige errichtet wurde, die heimtückisch in der Nähe von Hengist im Jahre 472 ermordet wurden. Spätere Historiker brachten vielfach übernatürliche Mächte in ihre Erklärungsversuche.
Im Jahre 1615 vermutete Inigo Jones, dass es ein römischer Tempel war, der Cnelus, einem heidnischen Gott, gewidmet war und im toskanischem Stil errichtet wurde. Spätere Kommentatoren meinten, dass es von den Dänen errichtet wurde. Bis in das späte 19. Jahrhundert wurde der Bau allgemein den Sachsen oder anderen, verhältnismäßig jungen Völkern zugeschrieben.
Die erste seriöse Bemühung, das Denkmal zu verstehen, wurde um 1740 von William Stukeley unternommen. Stukeley schrieb das Monument den Druiden zu, womit er zwar falsch lag, aber sein bedeutenderer Beitrag war, dass er zum erstenmal eine bemaßte Zeichnung der Stätte anfertigte, die eine weitere Analyse ihrer Form und Bedeutung ermöglichte. Mit ihrer Hilfe gelang es ihm, die astronomische beziehungsweise kalendarische Bedeutung der Platzierung der Steine zu zeigen.
Um 1900 konnte John Lubbock auf Basis von in benachbarten Grabhügeln gefundenen Bronzegegenständen zeigen, dass Stonehenge bereits in der Bronzezeit genutzt wurde.
Die Ausrichtung erfolgte so, dass am Morgen des Mittsommertags, wenn die Sonne im Jahresverlauf am nördlichsten steht, die Sonne direkt über dem Fersenstein aufging und die Strahlen der Sonne in gerader Linie ins Innere des Bauwerks, zwischen die Hufeisenanordnung, eindrangen.
Es ist unwahrscheinlich, dass eine solche Ausrichtung sich zufällig ergab. Der nördlichste Aufgangspunkt der Sonne ist direkt abhängig von der geografischen Breite. Damit die Ausrichtung korrekt ist, muss sie für Stonehenges geografische Breite von 51° 11' genau errechnet oder durch Beobachtung ermittelt worden sein. Diese genaue Ausrichtung muss für den Plan der Anlage und die Platzierung der Steine in zumindest einigen der Phasen von Stonehenge grundlegend gewesen sein. Der Fersenstein wird nun als ein Teil eines Sonnenkorridors gedeutet, der den Sonnenaufgang einrahmte.
Stonehenge könnte unter anderem dazu benutzt worden sein, die Sommer- und Wintersonnenwende und die Frühlings- und Herbsttagundnachtgleiche, und damit die wichtigen jahreszeitlichen Wendepunkte vorauszusagen. Priesterkönige benutzten dieses Wissen, um das Überleben der hart arbeitenden Menschen in der Landwirtschaft zu sichern, da Aussaat und Ernte davon abhingen. Stonehenge war eventuell also eine Art Kalender und diente zur Vorhersage der verschiedenen Jahreszeiten anhand der Positionen von Sonne und Mond zur Erde.
Nach neuesten Forschungsergebnissen scheint hierbei der Mondlauf eine weitaus größere Rolle gespielt zu haben, als bisher angenommen. So verehrten verschiedene Kulturen, wie zum Beispiel die Palmyra in Syrien, gleichzeitig einen Sonnen- und einen Mondgott. Deshalb könnte Stonehenge auch ein Versammlungsort für religiöse Zeremonien gewesen sein. Die politische Macht lag eventuell in den Händen vom Volk verehrter Priester.
Die Blausteine
Auf Roger Mercer geht die Beobachtung zurück, dass die Blausteine außergewöhnlich fein bearbeitet sind. Er schlug deshalb die Erklärung vor, dass sie von einem bisher noch nicht näher lokalisierten älteren Monument in Pembrokeshire hierhergebracht wurden. Die meisten anderen Archäologen stimmen aber darin überein, dass die Blausteine vergleichbar mit den Sarsensteinen bearbeitet wurden. Wenn Mercers Theorie korrekt ist, könnten die Blausteine hierher verbracht worden sein, um ein Bündnis zu bekräftigen oder Überlegenheit über einen geschlagenen Feind anzuzeigen, obgleich auch dies nur Vermutungen sind. Ovalrunde Aufstellungen von Blausteinen, die der von Stonehenge 3 IV ähnlich sind, wurden auch bei den als Bedd Arthur bekannten Stätten in den Preseli-Bergen und auf der Insel Skomer vor der Südwestküste von Pembrokeshire gefunden. Einige Archäologen haben die sehr spekulative Deutung vorgeschlagen, dass das Eruptivgestein der Blausteine und die sedimentären Sarsensteine symbolisch für ein Bündnis zwischen zwei Kulturen aus unterschiedlichen Landschaften und folglich mit unterschiedlichen Hintergründen sind.
Neue Analysen der zeitgenössischen Grabstätten in der Nähe, bekannt als das Boscombe Bowmen, haben gezeigt, dass zumindest einzelne der Menschen, die zur Zeit von Stonehenge 3 lebten, aus dem heutigen Wales kamen. Eine Analyse der Kristallpolarisation hat ergeben, dass die Steine nur von den Preseli-Bergen gekommen sein können.
Aubrey Burl behauptet, dass die Blausteine nicht alleine durch Menschen, sondern zumindest ein Stück durch die Gletscher des Pleistozäns von Wales hierher transportiert wurden. Man fand aber bisher keinen geologischen Beweis für einen derartige Transport zwischen den Preseli-Bergen und der Ebene von Salisbury. Außerdem hat man keine weiteren Exemplare dieses ungewöhnlichen Doleritsteins in der Nähe von Stonehenge gefunden.
Stonehenge als Teil der religiösen Landschaft
Dolerit
Viele Archäologen glauben, dass Stonehenge ein Versuch war, die allgemeinen Holzstrukturen, die zu der Zeit in der Salisburyebene üblich waren und zum Beispiel in den Durrington Walls zu sehen sind, in dauerhaften Stein zu übertragen. Modernen anthropologischen Untersuchungen von Mike Parker Pearson und dem Archäologen Ramilisonina nach stand das Holz für das Leben und der Stein für den Tod. Sie argumentieren, dass Stonehenge Teil einer langen, rituellen Begräbnissprozession war, die im Osten bei Sonnenaufgang an den Woodhenge und Durrington Walls begann, weiter nach Avon und dann entlang der Avenue Stonehenge im Westen bei Sonnenuntergang erreichte. Die Reise vom Holz zum Stein über das Wasser stellte eine symbolische Reise vom Leben zum Tod dar. Es musste ein Volk mit großer Handelsmacht gewesen sein.Es gibt zwar keine zufriedenstellenden Belege für die Theorie, dass Stonehenges astronomische Ausrichtungen mehr als nur symbolisch waren. Gegenwärtige Deutungen bevorzugen jedoch eine rituelle Rolle für das Monument auf Grund der zahlreichen Gräber und seine Anwesenheit innerhalb einer breiteren Landschaft von Sakralbauten.
Techniken der Erbauung und Gestaltung
Viele Spekulationen gibt es auch über die Technik, die zur Erbauung von Stonehenge genutzt wurden. Angenommen, dass die Blausteine eigenhändig von Wales hierher gebracht und nicht von Gletschern hierher transportiert wurden, wie es Aubrey Burl vermutet, gibt es viele verschiedene Methoden, wie die riesigen Steine mit Seilen und Hölzern bewegt worden sein könnten.
Im Rahmen eines achäologischen Experiments wurde im Jahre 2001 versucht, einen größeren Stein entlang des vermuteten Land- und Seeweges vom Wales nach Stonehenge zu transportieren. Zahlreiche Freiwillige zogen ihn auf einem hölzernen Schlitten über Land, und verluden ihn danach auf den Nachbau eines historischen Bootes. Dieses versank aber bald mitsamt dem Stein bei rauher See im Bristol Kanal.
Es wurde vermutet, dass A-förmige Holzrahmen, ähnlich wie bei einer Dachkonstruktion, benutzt wurden, um die Steine erst aufzurichten und sie danach mit Seilen in eine senkrechte Position zu verschieben. Die Decksteine der Anordnung könnten zum Beispiel mit Hilfe von Holzplattformen angehoben und dann in der Höhe auf ihren Platz geschoben worden sein. Alternativ könnten sie auch über eine Rampe nach oben in Position geschoben oder gezogen worden sein. Die Zapfenverbindungen an den Steinen nach Zimmermannsart legen nahe, dass die beteiligten Personen bereits über vergleichbare Fertigkeiten bei der Holzbearbeitung verfügten. Entsprechende Kenntnisse dürften eine große Hilfe bei der Konzeption und Errichtung dieses Monuments gewesen sein.
Von Alexander Thom wurde die Meinung vertreten, dass die Erbauer von Stonehenge das Megalithische Yard (Megalith Yard) als Basis für die diversen Längen verwendet haben.
Die auf den Sarsensteinen eingravierten Darstellungen von Waffen sind in der Megalith-Kunst auf den britischen Inseln einzigartig. Andernorts wurden abstrakte Abbildungen bevorzugt. Ähnlich unüblich für diese Kultur ist die Hufeisenanordnung der Steine, da andernorts die Steine in Kreisen angeordnet wurden. Das vorgefundene Axtmotiv ist jedoch sehr wohl vergleichbar mit den Symbolen der Völker in der Bretagne in dieser Zeit. Es ist somit wahrscheinlich, dass mindestens zwei Bauphasen von Stonehenge unter maßgeblich kontinentalem Einfluss errichtet wurden. Daraus würde sich unter anderem die untypische Art des Monuments erklären.
Trotzdem bleibt Stonehenge ein äußerst ungewöhnliches Monument, auch im größeren Kontext der gesamten prähistorischen europäischen Kultur.
Es gibt Schätzungen zur menschlichen Arbeitskraft, die jeweils für die Errichtung der einzelnen Phasen von Stonehenge notwendig war. Die Summen übersteigen dabei mehrere Millionen Mannstunden. Stonehenge 1 hat vermutlich etwa 11.000 Stunden Arbeit benötigt, Stonehenge 2 etwa 360.000, und die verschiedenen Teile von Stonehenge 3 können bis zu 1,75 Millionen Arbeitstunden benötigt haben. Die Bearbeitung der Steine setzt man auf etwa 20 Millionen Arbeitstunden an, insbesondere in Anbetracht der in dieser Zeit mäßig leistungsfähigen Werkzeuge. Der allgemeine Wille zur Errichtung und Pflege dieses Bauwerks muss dementsprechend ausgesprochen stark gewesen sein und erforderte weiterhin eine stark ausgeprägte Sozialorganisation. Neben der höchst aufwändigen Organisation des Bauvorhabens (Planung, Transport, Bearbeitung und genaue Aufstellung der Steine) verlangt dieses zudem eine hohe jahrelange Überproduktion von Nahrungsmitteln, um die eigentlichen "Arbeiter" während ihrer Tätigkeit für das Vorhaben zu ernähren.
Ausgrabungen in Stonehenge
Die erste bekannte Ausgrabung bei Stonhenge wurde von William Cunnington und Richard Colt Hoare durchgeführt. Cunnington grub 1798 an dem gerade umgefallenen Trilithon. 1810 gruben beide Männer unter dem flachliegenden Altarstein und stellten fest, dass dieser einmal aufrecht gestanden hat. Weiterhin konnten sie auch eines der Aubrey-Löcher darunter ausgegraben. Kapitän Beamish grub 1839 um den Altarstein herum und wenig später wurde Charles Darwin die Erlaubnis von der Familie Antrobus, die damals Stonehenge besaß, für eine kleine Grabung erteilt.
An Silvester 1900 fiel ein weiterer Trilithon um und Sir Edmund Antrobus versprach, ihn wieder aufzustellen. Nach allgemeinem Druck und einem Brief an The Times von William Flinders Petrie stimmte er einer Aufrichtung des Steines unter archäologischer Überwachung zu. Dabei wurden noch einige Aufzeichnungen für die Bodenarchäologie gemacht.
Für die Durchführung dieser Arbeiten beauftragte Antrobus den Mineningenieur William Gowland. Obwohl dieser keinerlei archäologische Erfahrung hatte, fertigte er eine der besten und detailliertesten Aufzeichnungen über die Grabungen an, die je für dieses Denkmal gemacht wurden. Gowland stellte fest, dass Geweihe benutzt worden waren, um die Steinlöcher zu graben und dass die Steine bearbeitet worden waren.
Die größte Ausgrabung bei Stonehenge wurde von Oberst William Hawley und seinen Gehilfen Robert Newall vorgenommen, als das Monument in Staatsbesitz kam. Ihre Arbeit fing 1919 an und wurde durch das Office of Work finanziert; sie dauerte bis 1926. Die zwei Männer gruben die meisten Funde in Stonehenge aus und waren die ersten, die die Mehrphasen-Theorie vertraten.
Im Jahre 1950 beauftragte die Society of Antiquaries Richard Atkinson, Stuart Piggott und Stein Marcus mit weiteren Ausgrabungen. Sie fanden viele Feuerstellen und entwickelten die Einteilung der einzelnen Phasen weiter, so wie sie auch heute noch am meisten vertreten wird.
Mike Pitts führte in den Jahren 1979 und 1980 im Rahmen von Bauarbeiten, Verlegung von Kabeln, Abwasserrohren etc, weitere kleinere Untersuchungen durch.
Moderne Geschichte
Es heißt, dass viele Beschädigungen von Stonehenge auf das 19. Jahrhundert zurückzuführen seien, weil damals Hämmerchen an Touristen verkauft wurden, die sich damit Stückchen von den Steinen als Souvenir abschlagen konnten.
Stonehenge blieb ein Wallfahrtsort für Druiden und wurde zwischen 1972 und 1984 für Musikfestivals genutzt. 1985 wurde das Festival durch die britische Regierung untersagt, worauf es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und New Age-Pilgern kam. Diese sind auch bekannt als die Schlacht auf dem Beanfield.
Das Gelände wurde 1986 zum Teil des UNESCO-Weltkulturerbes erklärt.
Weil die Behörden eine Beschädigung der Steine durch die vielen Besucher befürchteten, ist die Anlage von Stonehenge nach wiederholtem Vandalismus heute eingezäunt und wird scharf bewacht. Insbesondere zu den hohen keltischen Feiertagen und den Tagundnachtgleichen sind zahlreiche Ordnungskräfte vor Ort. Die Steine selbst sind nicht mehr für das Publikum zugänglich - Besucher müssen sich damit begnügen, sie aus der Ferne zu betrachten. Einzig die britische Druids Society erhält während der Tagundnachtgleichen Zugang. Diese Vereinigung hält dann an diesem Ort Rituale ab, welche natürlich auch für die Touristen eine Attraktion darstellen.
In der jüngeren Vergangenheit wurde Stonehenge durch die unmittelbare Nähe einer stark befahrenen Straße (A 303) zwischen Amesbury und Winterbourne Stoke beeinflusst. Es gab immer wieder verschiedene Vorschläge, die Straße zu verlegen, oder Stonehenge zu untertunneln, aber diese wurden als zu teuer oder zu zerstörend abgelehnt. Erst im Frühjahr 2003 verkündete das Department for Transport, dass die A 303 ausgebaut werde, einschließlich des Baus des überfälligen Straßentunnels in Stonehenge. Die Pläne sind jedoch umstritten und die Regierung hat ihnen noch nicht zugestimmt. Um 2008 soll die neue Straße fertig sein und die alte geschlossen werden.
Weiterhin wurde angekündigt, im Jahr 2006 ein neues Besucherzentrum zu eröffnen. Die gegenwärtige Situation wird von vielen als „eine nationale Schande“ empfunden.
Sagen und Legenden
Department for Transport
Der Fersenstein war früher auch einmal als Friar’s Heel (engl. „Mönchsferse“) bekannt. Eine Sage, die frühestens auf das 17. Jahrhundert datiert werden kann, erzählt den Ursprung des Namens:
:"Der Teufel kaufte die Steine von einer Frau in Irland und brachte sie hier in die Salisburyebene. Einer der Steine fiel in den Avon, den Rest legte er in der Ebene hier ab. Der Teufel schrie laut heraus, „Niemand wird herausfinden, wie diese Steine hierherkamen.“, Ein Mönch antwortete ihm „Das glaubst aber nur du!“, worauf der Teufel einen der Steine nach ihm warf und ihn damit an der Ferse traf. Der Stein blieb bis heute so im Boden stecken und gab ihm so den Namen."
Einige glauben, dass sich der Name „Friar’s Heel“ von „Freya's He-ol“ oder „Freya Sul“ ableitet, benannt nach der germanischen Gottheit Freya und den (angeblichen) Waliser Wörtern für „Weg“ beziehungsweise „Sonntag“.
Stonehenge wird oft mit der Artussage in Verbindung gebracht. Geoffrey von Monmouth behauptet, dass Merlin die Umsiedlung Stonehenges von Irland geleitet hat, wo es ursprünglich auf dem Mount Killaraus von Giganten erbaut worden sei, die die Steine aus Afrika gebracht haben sollen.
Nach seinem Wiederaufbau bei Amesbury, beschreibt Geoffrey weiter, habe man erst Ambrosius Aurelianus, dann Uther Pendragon und später Konstantin III. im Inneren des Rings begraben. An vielen Stellen seiner Historia Regum Britanniae vermischt Geoffrey britische Legende mit der eigenen Fantasie. Bemerkenswert ist, dass er Ambrosius Aurelianus mit diesem prähistorischen Monument in Verbindung bringt, nur weil der Name Ambrosius dem des nahen Amesbury ähnelt.
Nachbildungen und abgeleitete Namen
Bei Maryhill im Staat Washington gibt es eine gleichgroße Kopie des originalen Stonehenge vor dem Verfall, errichtet von Sam Hill als Kriegsdenkmal. Es ist sogar nach dem Mittsommersonnenaufgang ausgerichtet. Dies geschah aber an einem virtuellen Horizont, anstelle der offensichtlichen Position der Sonne am tatsächlichen Landschaftshorizont.
Eine Replik von Stonehenge spielt im Film This is Spinal Tap eine Rolle.
Ein "Auto-Henge", das ausschließlich aus Autos besteht, wurde in Nebraska im Jahr 2000 von dem Künstler Jim Reynolds gebaut. Im Jahr 2003 wurde ein originalgroßes Strohhenge im bayrischen Kemnath in Deutschland aus 350 Ballen Stroh errichtet. Es gibt eine weitere Kopie, die Stonehenge II genannt wird, und westlich von Hunt, Texas, USA liegt. Die Koordinaten sind 30°04.428'N, 99°21.530'W.
America's Stonehenge ist eine ungewöhnliche und umstrittene Felsformation in den Vereinigten Staaten von Amerika, während Strohenge ein deutsches Musikfestival ist.
In Neuseeland wurde im Februar 2005 mit Stonehenge Aotearoa eine funktionelle Replik eingeweiht, die als Lehrmittel für astronomische Zusammenhänge und die Kultur der[Maori] verwendet wird.
Zitate über Stonehenge
- Vieles, was über Stonehenge geschrieben wurde, ist erfunden, zweitklassig oder einfach falsch. – Christopher Chippindale
- Every generation gets the Stonehenge it deserves - and desires. – Jacquetta Hawkes
- Stonehenge, neither for disposition nor ornament, has anything admirable. - Edmund Burke
- It is the source of us extraordinary human beings. This is the place where our tribe has been baken to life. - Quickwool Kress
Literatur
- Aubrey Burl: Prehistoric Stone Circles, Shire 2001
- Christopher Chippindale et al.: Who owns Stonehenge?, London 1990
- R. M. J. Cleal, K. E. Walker, R. Montague (Hrsg.): Stonehenge in its landscape, London 1995
- B. Cunliffe, C. Renfrew (Hrsg.): Science and Stonehenge, Oxford 1997
- Gibson, Alex M.: Stonehenge & timber circles, Stroud : Tempus 1998, 160 S., ISBN 0-7524-1402-x
- Bernd Mühldorfer (Hrsg.): Mykene - Nürnberg - Stonehenge. Handel und Austausch in der Bronzezeit, (=Abhandlungen der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg e.V. 43), Fürth 2000
- John North: Stonehenge: Ritual Origins and Astronomy, 1997
- Mike Pitts: Hengeworld, London 2001
- J. Richards: The Stonehenge Environs Project, London/Southampton 1990
- Wolfhard Schlosser, Jan Cierny: Sterne und Steine. Eine praktische Astronomie der Vorzeit, Darmstadt 1996 ISBN 3-534-11637-2 (ab Seite 82ff. ausführlich zu Stonehenge mit guten Grafiken und Tabellen)
Siehe auch
- Sieben Steinhäuser
- Callanish - Anlagen zwecks Berechnung des Mondlaufs?
- Die Himmelsscheibe von Nebra - die weltweit älteste bisher gefundene konkrete Abbildung des Sternenhimmels
- Die neu entdeckte Kreisgrabenanlage von Goseck
- [http://de.wikipedia.org/wiki/Fundplatz_Bilzingsleben#Gepflasterter_Bereich Fundplatz Bilzingsleben]
- Goloring
Weblinks
- [http://www.schaetze-der-welt.de/video.php?video=16&quality=45 Schätze der Welt: Stonehenge - ein 14-Minuten-Video]
- http://www.novae.ch/stonehenge/stonehenge.htm
- [http://www.english-heritage.org.uk/stonehenge English Heritage guide to Stonehenge]
- [http://www.aboutstonehenge.info/ About Stonehenge]
- [http://www.thestonehengeproject.org/ The Stonehenge Project]
- [http://www.stonepages.com/england/england.html Stones of England]
- [http://www.stonehenge.org.uk/ The Stonehenge Organization]
- [http://www.themodernantiquarian.com/site/458 Information and images of Stonehenge at the Modern Antiquarian website]
- [http://www.tivas.org.uk/stonehenge/stone_ast.html Supposed astronomical alignments at the monument]
- [http://www.stonehengelaserscan.org/ Stonehenge Laser Scans]
- [http://www.strohhenge.de/ Stonehenge Nachbildung aus Stroh (Kaibitz/Kemnath/Oberpfalz ab 2003)]
- [http://www.2stonehenge.com/stonehenge.html Stonehenge]
- [http://www.kaehmzow.de/html/sites/arthur-stonehenge.html Stonehenge als Apolloheiligtum]
- [http://www.evdaniken.com/d/megastones.htm Megastone Pavillon, Mystery Park, Schweiz]
- [http://www.britishtours.com/deutsch/stonehenge_sonnenaufgang.html Stonehenge bei Sonnenaufgang, Quicktime Virtual Reality]
Kategorie:Weltkulturerbe
Kategorie:Historische Sternwarten und Instrumente
Kategorie:Kultbau
Kategorie:Ruine
Kategorie:Archäologische Grabung
ja:ストーンヘンジ
ms:Stonehenge
simple:Stonehenge
Jungsteinzeit
Die Jungsteinzeit oder das Neolithikum (vom griech. νεο „neu, jung“ und λιθος „Stein“) ist eine Epoche der Menschheitsgeschichte. Ihr Beginn wird heute allgemein mit dem Übergang einiger Jäger- und Sammlerkulturen zu Hirten oder Ackerbauern festgesetzt, ihr Ende mit der lokalen Verwendung von Kupfer oder Zinnbronze durch die neolithischen Kulturen. Voraus ging die Mittelsteinzeit bzw. Altsteinzeit, es folgt die Bronzezeit.
Die Umstellung der Nahrungsbeschaffung vom Sammeln, Jagen und Fischen auf Viehhaltung und Pflanzenanbau markiert einen der fundamentalen Umbrüche in der Geschichte der Menschheit; ein Prozess, der von manchen Forschern „Neolithische Revolution“ genannt wird. Durch die Produktion von Nahrung schuf der Mensch die Voraussetzung für ein stetiges Bevölkerungswachstum. Statt umherzuziehen, schlossen sich die Menschen zu Dorfgemeinschaften zusammen. Statt kurzlebiger Behausungen konnte dazu übergegangen werden, solide Bauwerke aus Stein bis hin zu Monumentalbauten wie dem Tempel auf dem Göbekli Tepe zu errichten. Letztenendes ermöglichte der Ackerbau Anfänge einer arbeitsteiligen Gesellschaft, in der Spezialisten in der Lage waren, u. a. die Metallurgie zu entwickeln.
Definition
Der britische Anthropologe Sir John Lubbock definierte 1865 den Übergang in die Jungsteinzeit mit dem Auftreten von geschliffenen Steinartefakten (Axt, Beil). Später wurde das Auftreten von Keramik benannt. Seit der Mitte des letzten Jahrhunderts erkannte man aber regional auch das keramiklose Neolithikum. Heutzutage wird der Beginn der Jungsteinzeit, Vere Gordon Childe folgend, mit dem Beginn von Viehhaltung und Ackerbau gleichgesetzt (dem Übergang von der aneignenden zur produzierenden Wirtschaftsweise), auch wenn die Domestikationen nicht gleichzeitig erfolgten.
Wandel der Wirtschaftsweise
Vor der eigentlichen Revolution, dem Übergang zur produzierenden Wirtschaftsweise, war eine Reihe von Entwicklungen nötig, die als proto-neolithisch bezeichnet werden. So entstanden einige dauerhafte Siedlungen bereits vor Entwicklung der Landwirtschaft, etwa in Palästina und Japan. Die unmittelbare Umgebung dieser Siedlungen bot den Bewohnern aber zeitweise nur ungenügende Ressourcen (ob nun Fisch, Fleisch oder Pflanzen). Der Kultivierung und dem gezielten Anbau von Getreide ging eine jahrtausendelange Nutzung entsprechender Wildvorkommen voraus; in der Levante ist diese bis 21.000 v. Chr. nachweisbar. Ebenso ging der Züchtung von Nutztieren das Halten von deren wilden Vorfahren voraus; in der Levante die Herdenhaltung von Gazellen, später (nach deren Verschwinden) von Wildziegen und -schafen.
Entstehung der Landwirtschaft
Der Übergang zu einer bäuerlichen Lebensweise, also Wandlung vom Jagen und Sammeln wilder Tiere und Pflanzen hin zur Kultivierung dafür geeigneter Arten, vollzog sich in der Menschheitsgeschichte an mindestens drei, wahrscheinlich aber sogar fünf oder mehr Orten unabhängig voneinander.
- definitiv (und am frühesten): im Nahen Osten, in Südchina und in Mittelamerika
- wahrscheinlich: in Südamerika und in Westafrika
- möglicherweise: in Äthiopien, im Osten der heutigen USA und auf Neuguinea
Die Entstehung der Landwirtschaft fällt für die drei erstgenannten Gebiete in den gleichen Zeitraum, etwa 8000 bis 11000 v. Chr., was nicht zufällig mit dem Ende der letzten Eiszeit (Übergang Pleistozän/Holozän, etwa 11000 bis 8300 v. Chr.) übereinstimmt. Während der Eiszeit war das Klima für eine Jahrhunderte in Anspruch nehmende Entwicklung von Landwirtschaft zu großen Schwankungen unterworfen. Erst vor 11000 Jahren stabilisierte sich in dem Areal des Wildgetreides das Klima so weit, dass der Anbau in Flusstälern möglich wurde.
Dennoch war die Entstehung der Landwirtschaft zumindest in der Levante weniger eine „freiwillige“ Entwicklung als vielmehr eine aus der Veränderung der Umwelt resultierende Notwendigkeit zum Überleben. Die Großtierfauna (insbesondere die Gazelle) hatte diese Region schon sehr früh verlassen, weshalb in der Region zwischen Euphrat und Mittelmeer vermehrt wildes Getreide auf Reibsteinen (Handmühlen) verarbeitet wurde. Die bislang ältesten Spuren von möglicherweise domestiziertem Getreide (in diesem Fall Roggen) fand man in Abu Hureira am syrischen Euphrat; sie werden auf ein Alter von 13.000 Jahren geschätzt. In dieser Zeit, dem jüngeren Dryas-Stadial, ließ eine langanhaltende Dürre einen Großteil der wilden Getreidearten verschwinden, weshalb die Menschen gezielt die dürreresistentesten züchteten.
In den trockeneren Gebieten südlich davon (Judäa, Sinai) ging man nach dem Verschwinden der Gazellen dazu über, Wildziegen und -Schafe in Herden zu halten. Die Domestikation dieser Tiere lässt sich in Beidha bereits 11.000 v. Chr. ableiten und ab 8300 v. Chr. belegen, da zu diesem Zeitpunkt Caproviden und Boviden nach Zypern gelangten. Sie muss aber weitaus früher erfolgt sein. Anfangs wurden Schafe und Ziegen ausschließlich als Fleisch- und Felllieferanten gehalten; erst um 3500 v. Chr. lässt sich die Nutzung von Sekundärprodukten, in erster Linie Milch und Wolle archäologisch belegen. Genetisch (Untersuchung Peltonen) weist der Beginn des Abbaus der Laktoseintoleranz, die bei allen Menschen zunächst bei 100 % lag, auf einen viel früheren Genuss von Tiermilch. Der Einsatz von Rindern als Zugtier vor dem Pflug ermöglichte den Übergang vom jungsteinzeitlichen Hackbau zu einer höheren Ackerbaukultur. Siehe dazu auch Geschichte des Transportwesens im Altertum.
In China, im Seengebiet am Mittellauf des Jangtse, wurde in etwa zur gleichen Zeit wie in der Levante dazu übergegangen, den ursprünglich ausschließlich gesammelten wilden Reis nach und nach zu kultivieren. Weiter flussabwärts des Jangtse wird in einem Gebiet mit damals feuchtwarmem subtropischem Klima von der chinesischen Forschung das Zentrum der Nassreis-Kultivierung gesehen. Im deutlich kühleren und trockeneren Norden Chinas, nördlich und südlich des Huáng Hé, wurde einige Jahrtausende später (wahrscheinlich zwischen 5500 und 5300 v. Chr.) erstmals Hirse, vermutlich Kolbenhirse domestiziert.
Zur Fleischgewinnung wurden in China Schweine, Hunde und Bankivahühner domestiziert. Wo der Wasserbüffel ursprünglich domestiziert wurde ist unklar. Vermutlich fand dies aber ebenfalls in Süd-China um 4000 v. Chr. statt. Ebenso wie der Auerochse im Nahen Osten sollte er besonders als Zugtier von Bedeutung sein.
4000 v. Chr.
Der Beginn der Landwirtschaft in Mittelamerika hatte (anders als in der Levante und in China) praktische Gründe. So züchteten die Bewohner des Oaxacatals im Süden Mexikos bereits um 8000 v. Chr. Gartenkürbisse, um darin Wasser von den Flussläufen zu ihren bewohnten Höhlen in den Bergen zu transportieren. Ihre Nahrung dagegen beschafften sie sich weiterhin als Jäger und Sammler. Erst um 5100 v. Chr. begann im nahegelegenen Grijalvadelta die Kultivierung einer als Nahrungsmittel bestimmten Nutzpflanze: die Teosinte, die wilde Form des Mais. Knapp tausend Jahre später, 4200 v. Chr., wurde die kultivierte Teosinte auch im Oaxacatal angebaut. Im Laufe der Zeit kamen Paprika, Sonnenblumen und Gartenbohnen zu den Anbaupflanzen hinzu.
Da es in der amerikanische Fauna an entsprechenden Wildtieren fehlte, die eine biologische Disposition zur Domestikation hatten, wurden außer dem Lama, dem Hund und dem Truthahn keinerlei Tiere als Fleischlieferanten oder Arbeitstiere domestiziert.
Verbreitung der Landwirtschaft
Abgesehen von den wenigen Gebieten, die ebenfalls als deren Geburtsstätten in Frage kommen, wurde die Landwirtschaft nirgend sonst auf der Welt eigenständig entwickelt, sondern aus einer der Ursprungsregionen übernommen. In erster Linie liegt das am Fehlen geeigneter wilder Pflanzen- und Tierarten in den anderen Regionen. So kamen die Wildformen von heute weltweit verbreiteten Nutzpflanzen wie Weizen und Gerste ursprünglich nur in Anatolien und Syrien vor, weshalb sie nur dort domestiziert und erst anschließend verbreitet wurden.
Die Ackerbauern der Levante hatten sich um 8000 v. Chr. etwa im Gebiet des südlichen Anatoliens (inklusive Zyperns) bis zur persischen Golfküste ausgebreitet. Es begann eine konzentrische Expansion der Landwirtschaft, und zwar in erster Linie durch eine Migration der Bauern mit den von ihnen domestizierten Pflanzen und Tieren aus der Levante sowie dem Wissen um deren Pflege, Aufzucht und Vermehrung im Gepäck. So bewiesen Vergleiche der mitochondrialen DNA, dass die ersten indischen Bauern näher mit den Bauern der Levante verwandt waren als mit den Jägern und Sammlern in ihrer Nachbarschaft. Ähnliches gilt für Europa, welches die Ackerbauern vor etwa 9.000 Jahren über die noch existierende Landbrücke am Bosporus kultivierten. Von Südosteuropa verbreiteten sie sich zunächst entlang der Mittelmeerküste sowie entlang der großen Flussläufe nach Ost- und Mitteleuropa. In Ägypten ergänzten dagegen die örtlichen Jäger und Sammler ihren Speiseplan mit importierten Kulturpflanzen aus der Levante. Über den Nil flussaufwärts erreichten die gleichen Pflanzen das Hochland von Äthiopien.
Ebenso könnten die domestizierten Pflanzen und Tiere aus dem Nahen Osten die Initialzündung für die Landwirtschaft im tropischen Westafrika gegeben haben. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass in dieser Region etwa um 5000 v. Chr. eigenständig Sorghum, Perlhirse und Afrikanischer Reis sowie Perlhühner kultiviert wurden. Nichtsdestotrotz scheint eine Verbindung zwischen dieser und den anderen Ackerbau-Regionen in Eurasien bestanden zu haben, da bspw. Sorghum schon ab etwa 2000 v. Chr. auch in Indien angebaut wurde. Umgekehrt fanden Rinder und Ziegen den Weg nach Westafrika, von wo aus sie schließlich durch die Wanderung der Bantu ab 3000 v. Chr. den Weg ins südliche Afrika fanden.
In Äthiopien wurden nach (möglicherweise sogar vor) dem Eintreffen der vorderasiatischen Kulturpflanzen Teff und Kaffee domestiziert. Auf Zypern machte man Katzen und in Sumer und Ägypten Esel zu Haustieren und fügte die Erdmandel und die Maulbeerfeige zu den Anbaupflanzen hinzu. Die Bewohner des Industals domestizierten Sesam, die Osteuropäer dagegen Hafer und die Westeuropäer Mohn. Auf der arabischen Halbinsel wurde das Dromedar und in der heutigen Ukraine oder in Kasachstan das Pferd domestiziert.
Mit der um ebenfalls 3000 v. Chr. einsetzenden austronesischen Expansion verbreitete sich die Landwirtschaft mit den in Südchina kultivieren Pflanzen in Südostasien und dem Pazifischen Raum. Da ein weiteres Domestikationszentrum zwischen Indien und Südchina von der Forschung als unwahrscheinlich erachtet wird, ist China demnach auch Ursprungsort des indischen Reis. In Neuguinea dagegen waren unter Umständen bereits vor dem Eintreffen der südchinesischen Kulturpflanzen die einheimischen Jäger und Sammler dazu übergegangen, Bananen und Zuckerrohr zu nutzen. Von Nordchina aus, wo Reis ab 3000 v. Chr. angebaut wurde, verbreitete sich die Landwirtschaft binnen tausend Jahren nach Korea und schließlich sehr spät nach Japan.
Der mesoamerikanische Ackerbau breitete sich nordwärts aus, wo er jedoch in den Wüstengebieten des heutigen Texas ein Hindernis fand. Womöglich fand die Domestizierung von Sonnenblumen, Gänsefuß, Maygrass und Erdbirne im Osten der heutigen USA daher unbeeinflusst statt. Der Kürbis, so bewiesen Gentests, wurde in insgesamt sechs verschiedenen Regionen domestiziert. Ebenso wurden zahlreiche andere Pflanzenarten mehrfach in unterschiedlichen Regionen kultiviert. In den peruanischen Anden und dem angrenzenden Amazonas-Tiefland wurden daher vermutlich eigenständig Maniok und Kartoffeln domestiziert und erst später durch Mais ergänzt.
Ebenso wie in Mittelamerika mangelte es in Südamerika an geeigneten großen Säugetieren zur Domestikation. Einzig das Lama wurde für den Lastentransport genutzt. Zur Fleischversorgung diente Charque, getrocknetes, in Streifen geschnittenes Lamafleisch und es wurden Meerschweinchen gehalten.
In einigen Regionen der Erde hielt die Landwirtschaft – und damit die Jungsteinzeit – nie (d. h. mindestens bis zur europäischen Kolonialzeit) Einzug. Zum einen sind dies Wüsten- und Polar-Regionen, die sich grundsätzlich nicht zur landwirtschaftlichen Nutzung eignen. Zum anderen sind es Regionen, die erstens keine zur Domestikation geeigneten Arten in ihrer Flora und Fauna boten sowie zweitens durch Wüsten oder ähnliche unwegsame Gebiete von den Entwicklungszentren der Landwirtschaft getrennt waren und daher nicht in Besitz geeigneter kultivierter Pflanzen und Tiere kamen (wie Australien). Heute sind nur noch wenige Naturvölker auf einer Entwicklungsstufe vor der Jungsteinzeit.
Archäologische Kulturen
Innerhalb der Jungsteinzeit lassen sich (deutlicher als in der Altsteinzeit) „typische“ Kulturen erkennen, die jeweils nach mehrhundertjähriger Dauer abgelöst wurden, bzw. in eine neue Phase eintraten. Die archäologischen Funde und Fundsituationen weisen innerhalb von zeitlich und regional bestimmbaren Regionen Ähnlichkeiten auf und deuten die Grenzen der einheitlichen Kulturräume an.
Mitteleuropa
Die früheste gut erforschte neolithische Kultur Mitteleuropas ist die bandkeramische Kultur (vor 7.500 Jahren. Am Ende verbreitet von Moldawien bis in das Pariser Becken, im Norden bis zum Nordrand der Mittelgebirge). Parallel zu dieser vorwiegend die Löss-Landschaften besetzenden Kultur dürften sich in Enklaven, besonders aber an der Peripherie mesolithische Jäger- und Sammler gehalten haben. Die Bandkeramik wurde im Gebiet des heutigen Deutschland im westlichen Verbreitungsgebiet von der Rössener Kultur abgelöst, im Osten von der Stichbandkeramik, der Oberlauterbacher Gruppe und der Münchshöfener Kultur.
Weitere: La-Hoguette-Gruppe Trichterbecherkultur Michelsberger Kultur
Danubischer Raum, Südosteuropa
Im mittleren Donauraum setzte das Neolithikum mit dem Starcevo-Körös-Cris Komplex ein, in Griechenland mit der Sesklo-Kultur. Das Mittelneolithikum prägten auch die Alföld-Linearkeramik bzw. die Bükk-Kultur in Nordungarn und der Slowakei. Das Endneolithikum war in Serbien und im Banat durch die Vinča-Kultur, in Ungarn durch die Theiß-Kultur (Tisza-Kultur) bestimmt. Am Übergang zum Mittelneolithikum bricht auf dem Balkan und im danubischen Raum die Kontinuität der Tell-Siedlungen ab.
China
- Cishan-Peiligang-Kultur
- Hemudu-Kultur
Mittelamerika
- Olmeken
- Zapotec
Südamerika
- Valdivia-Kultur
- Aspero-Kultur
- Chinchoros-Kultur
- Chorrera-Kultur
- El Paraiso-Kultur
Varia
Der einzige bekannte Mensch aus der Endphase der Jungsteinzeit ist der Ötzi, der vor über 5.000 Jahren lebte. Seine Leiche blieb als gefriergetrocknete Mumie erhalten. Er hatte typische Gerätschaften der Jungsteinzeit wie Pfeil und Bogen bei sich und trug bereits ein Kupferbeil.
Wichtige archäologische Stätten der Mittel- und Endphase der Jungsteinzeit (vor 6.500 bis 4.800 Jahren) und Nachfolger der Tempel auf dem Göbekli Tepe (Türkei) vor 11.000 Jahren sind die Megalithanlagen und Menhire in Carnac (Frankreich), in Skara Brae (Schottland), sowie Maltas Tempel und Newgrange und Knowth in Irland.
Technologie und Entwicklung
Die meisten Werkzeuge aus Holz, Tierknochen oder Feuerstein waren denen aus der Alt- und Mittelsteinzeit sehr ähnlich. Neu waren Beile und Äxte, die durch Sägen und Schleifen geschärft und zur Schäftung durchbohrt wurden. Ebenfalls neu war das Auftreten gebrannter Tongefäße. In den meisten Regionen traten diese meist zur Bevorratung gebrauchten Gefäße mit oder unmittelbar nach dem Entwicklung des Ackerbaus auf, in Japan dagegen aber schon weit vorher.
Feuerstein
Mit der beginnenden Sesshaftigkeit entwickelte sich auch der Hausbau weiter. Im Gebiet der Alpen baute man Hütten auf meterhohen Stützen („Pfahlbauten“) an den Ufergebieten der Seen; eine Bauweise, die den periodischen Überflutungen der Seeufer angepasst war. Um die Dörfer baute man riesengroße Zäune (Palisaden)zum Schutz vor Wölfen oder anderen Feinden.Auch im Seengebiet des Jangtse und am Jangtse-Delta wurde auf diese Weise gebaut.
In Çatal Hüyük wurden meist rechteckige Häuser, aus Lehmziegeln und einem Holzgerippe, gebaut. Für eine sesshafte Kultur war Grundbesitz und dessen Verteidigung von großer Bedeutung; Oasenstädte wie Jericho wurden von meterhohen Mauern umgeben.
Die Entwicklung der Landwirtschaft und die daraus resultierende bessere Versorgungslage führte zu einem Anstieg der Bevölkerungszahl. Gleichzeitig spezialisierten sich Teile der Gruppe auf bestimmte Tätigkeiten. Es bildete sich eine geistige und politische Führungsschicht (Priester, Stammesoberhäupter, Fürsten).
Metalle
Während der Jungsteinzeit wurde auch die Metallbearbeitung entwickelt. Sie beschränkte sich aber auf gediegene (elementar vorkommende) Metalle wie Gold, Silber und Kupfer. Die ältesten Kupferfunde stammen aus Anatolien und dem Iran und sind über 9.000 Jahre alt. Aufgrund der Metallverarbeitung wird der letzte Abschnitt der Jungsteinzeit regional begrenzt als Kupfersteinzeit bezeichnet.
Religion und Kunst
Kupfersteinzeit
Durch die Entwicklung von Pflanzenbau und Tierzucht kam der Idee der Fruchtbarkeit in der Vorstellung des Menschen eine größere Bedeutung zu. Analog zum Vorgang Säen–Reifen–Ernten wurde die Abfolge Geburt–Leben–Tod in die Glaubenswelt übernommen. Die Bedeutung der Frau als „Lebensspenderin“ stieg, ebenso die Rolle weiblicher Fruchtbarkeitsgottheiten in der Religion. Das Matriarchat wurde vorherrschende Gesellschaftsordnung. Erst mit der Entstehung erster staatlich organisierter Gesellschaften (den ersten Stadtstaaten in Mesopotamien) wird es vom Patriarchat abgelöst, eine Entwicklung, die bspw. im Etana-Mythos ihre religiös-mythische Begründung erhält.
Wie noch heute in einigen Naturreligionen wurden heilige Kräfte in der umgebenden Tier- und Pflanzenwelt vermutet. Menschen-, tier- oder mischgestaltige Fabelwesen wurden Objekt der Verehrung, ebenso die Sonne als höchstes Wesen oder Lichtgottheit. In Ägypten entstand die Idee der Sonnenbarke. Die Tradition (aus der Mittelsteinzeit) der Wandmalerei in Höhlen wurde in einigen Regionen fortgesetzt (Skandinavien, Ostspanien), während im Nahen Osten nun die Wände von Kultgebäuden verziert wurden.
Die Beisetzungen der Toten erfolgte in der Regel außerhalb der Siedlungen in Flachgräbern. In Mitteleuropa wurden bedeutende Herrscher in Hügel- oder Großsteingräbern (Megalithgräbern) beerdigt, ebenso scheint ein Toten- und Ahnenkult betrieben worden zu sein. In Ägypten begann im 4. Jahrtausend v. Chr. die Tradition unterirdischer Grabanlagen, die im Alten Reich mit den monumentalen Pyramidenbauten ihren Höhepunkt fand.
Die vielfältige und abwechslungsreiche Formung und Ornamentierung von Töpferware (Keramik) lässt Archäologen einzelne Gefäße (und damit Fundplätze) einer bestimmten Kulturgruppe zuordnen. Die Art und Weise der Keramikbearbeitung wird nun auch maßgebend für die Namensgebung (durch Archäologen) für die einzelnen Kulturen (bspw. Bandkeramiker) und löst damit die Steinwerkzeuge in dieser Hinsicht ab.
Literatur
Bücher
- John Lubbock: Die vorgeschichtliche Zeit erläutert durch die Überreste des Alterthums und die Sitten und Gebräuche der jetzigen Wilden, Costenoble, Jena 1874.
- Vere Gordon Childe: Der Mensch schafft sich selbst, Verlag der Kunst, Dresden 1959.
- Jared Diamond: Arm und Reich. Die Schicksale menschlicher Gesellschaften, Fischer TB, Frankfurt/Main 1998. ISBN 3-596-14967-3
- Ernst Probst: Deutschland in der Steinzeit. Jäger, Fischer und Bauern zwischen Nordseeküste und Alpenraum, Bertelsmann, München 1991. ISBN 3-570-02669-8
- J. Müller: Die Impresso-Kultur und die Neolithisierung des Adriaraumes, Spiess Wissenschaftsverlag, Berlin 1994.
- Jürgen E. Walkowitz: Das Megalithsyndrom. Europäische Kultplätze der Steinzeit (in: Beitraege zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas, Bd. 36), Beier und Beran, Langenweissbach 2003. ISBN 3-930036-70-3
- Jeanette Werning: Früheste Scherben, frühester Reis, früheste Hirse. Zur Neolithisierung in China, in: Jörg Eckert (Hg.): Archäologische Perspektiven. Analysen und Interpretationen im Wandel, Leidorf, Rahden/Westfalen 2003, S. 103–129. ISBN 3-89646-400-0
- Daniel Zohary und Maria Hopf: Domestication of plants in the old world. The origin and spread of cultivated plants in West Asia, Europe and the Nile Valley, Oxford University Press, Oxford 32000. ISBN 0-19-850357-1
Artikel in Fachzeitschriften
- Bruce F. Benz: Archaeological evidence of teosinte domestication from Guilá Naquitz, Oaxaca, in: PNAS 98 (Februar 2001), S. 2104–2106. [http://www.pnas.org/cgi/content/abstract/98/4/2104 online]
- Daniel G. Bradley: Genetic evidence for Near-Eastern origins of European cattle, in: Nature 410 (April 2001), S. 1088–1091.
- Lounès Chikhi: Y genetic data support the Neolithic demic diffusion model, in: PNAS 99 (August 2002), S. 11008-11013. [http://www.pnas.org/cgi/content/full/99/17/11008 online]
- Richard Cordaux: Genetic Evidence for the Demic Diffusion of Agriculture to India, in: Science 304 (Mai 2004) S. 1125.
- Gordon Hillmann: New evidence of Lateglacial cereal cultivation at Abu Hureyra on the Euphrates, in: The Holocene 11/4 (Juli 2001), S. 383–393.
- Simcha Lev-Yadun: The Cradle of Agriculture, in: Science 288 (Juni 2000), S. 1602–1603
- Dani Nadel: Processing of wild cereal grains in the Upper Palaeolithic revealed by starch grain analysis, in: Nature 430 (August 2004), S. 670–673.
- Katharina Neumann: New Guinea. A Cradle of Agriculture, in: Science 301 (Juli 2003), S. 180–181.
- Dolores R. Piperno: Phylogenetic relationships among domesticated and wild species of Cucurbita (Cucurbitaceae) inferred from a mitochondrial gene, in: PNAS 99 (Januar 2002), S. 535–540. [http://www.pnas.org/cgi/content/full/99/1/535 online]
- Kevin O. Pope: Origin and Environmental Setting of Ancient Agriculture in the Lowlands of Mesoamerica, in: Science 292 (Mai 2001), S. 1370–1373.
- Bruce D. Smith: The Initial Domestication of Cucurbita pepo in the Americas 10,000 Years Ago, in: Science 276 (Mai 1997), S. 932–934.
- Melinda A. Zeder und Brian Hesse: The Initial Domestication of Goats (Capra hircus) in the Zagros Mountains 10,000 Years Ago, in: Science 287 (März 2000), S. 2254–2257.
Weblinks
- [http://www.kulturendersteinzeit.de.vu/ Kulturen der Steinzeit]
- [http://www.landschaftsmuseum.de/Seiten/Lexikon/Neolithikum.htm Zur Jungsteinzeit in Oberfranken (Landschaftsmuseum Obermain Kulmbach)]
- [http://www.rserv.de/ Bilder von Großsteingräbern und Menhiren in Deutschland]
Siehe auch
- Portal:Vor- und Frühgeschichte – Neolithische Revolution, Baalberger Kultur, Stonehenge, Woodhenge, Silbury Hill
Kategorie:Zeitalter
Kategorie:Steinzeit
ko:신석기 시대
AmesburyAmesbury ist eine Stadt in Wiltshire, England, ca. 13 km nördlich von Salisbury in der Nähe von Stonehenge. Gegründet wurde die Stadt Amesbury im Jahre 979 nach Christus. Besiedelt war der Ort jedoch schon früher, da an seiner Stelle bereits ein Kloster existierte.
Auf Kartenmaterial aus dem 17. Jahrhundert als "Ambersbury" bezeichnet, vermutet man heute, dass der Ort nach Ambrosius Aurelianus benannt wurde, dem Führer des römisch-britischen Widerstandes gegen die Invasion der Sachsen im 5. Jahrhundert. Auch mit der Artus-Legende wird Amesbury in Verbindung gebracht: Das Kloster, wohin sich Guinevere zurückzog, soll das in Amesbury gewesen sein.
Etwa eineinhalb Kilometer westlich der Stadt liegt eine Hügelfestung aus der Eisenzeit, die von Gebüsch überwuchert und verborgen ist. Diese ist in der Region als Vespasians Lager bekannt (benannt nach dem römischen General und späteren Kaiser, der in diesem Teil der Insel tätig gewesen sein soll). Es haben niemals Ausgrabungen dieser Stätte stattgefunden.
2002 wurde in Amesbury die prächtigste bronzezeitliche Begräbnisstätte der Britischen Inseln entdeckt. Die Überreste zweier Männer von offensichtlich hohem Stand waren zusammen mit über 100 Grabbeigaben wie Pfeilspitzen, Kupfermesser und Goldohrringen an zwei Stellen dort bestattet worden. Der Leichnam in dem üppiger ausgestatteten Grab von beiden wurde als "Amesbury Archer" (Bogenschütze von Amesbury) bekannt.
Lage
Amesbury liegt bei 51°10'00" nördlicher Breite und 01°47'00" westlicher Länge.
Kategorie:Ort in England
Wiltshire
Wiltshire (kurz: Wilts) ist eine große Grafschaft im Süden Englands.
Sie grenzt an die Counties Hampshire, Dorset, Somerset, Bath and North East Somerset, South Gloucestershire, Gloucestershire, Oxfordshire und Berkshire.
Wiltshire hat 616.907 Einwohner (2002) und ist 3.476 km2 groß.
Geschichte
Wiltshire wurde vor allem durch die umfangreichen vorrömischen archäologischen Funde bekannt. Die keltischen Stämme des Mesolith, Neolith und der Bronzezeit, die das südliche Britannien besetzten, errichteten auf den Anhöhen und Niederungen von Wiltshire ihre Siedlungen. Stonehenge und Avebury gehören wohl zu den bekanntesten neolithischen Kulturdenkmälern Großbritanniens.
Im 6. und 7. Jahrhundert bildete Wiltshire den westlichen Rand des sächsischen Britanniens und wurde von Cranborn Chase und den Somerset Levels im Westen begrenzt. Im Jahr 878 wurde das Land von den Dänen eingenommen. In Folge der normannischen Eroberung fielen große Landgebiete in die Hände der Krone und der Kirche.
Im englischen Bürgerkrieg im 17. Jahrhundert hielt sich Wiltshire weitestgehend zur parlamentarischen Seite.
Städte und Dörfer
- Alderbury, Amesbury, Avebury
- Bradford-on-Avon, Burbage
- Calne, Castle Combe, Chippenham, Chisbury, Corsham, Cricklade
- Devizes, Downton, Durrington
- Holt, Hungerford
- Lacock
- Malmesbury, Manton, Marlborough, Marston, Marston Meysey, Marten, Melksham, Mere
- Neston, North Tidworth
- Odstock
- Pewsey
- Salisbury
- Swindon
- Tiddleywink, Trowbridge
- Wilton
Sehenswürdigkeiten
- Barbury Castle
- Bentley Wood
- Bowood House
- Castle Combe
- Castle Hill, Mere
- Chisbury Chapel
- Cranborne Chase
- Crofton Pumping Station
- Great Chalfield Manor
- Iford Manor mit Gärten
- Kennet and Avon Canal
- Lacock Abbey
- Old Sarum
- Old Wardour Castle
- Salisbury Cathedral
- Silbury Hill
- Steinkreis von Avebury
- Stonehenge
- Swindon and Cricklade Railway, eine Museumseisenbahn
- The Thames Path
- West Kenneth Long Barrow
- Westwood Manor
- Woodhenge
- Wilton House
- Wilton Windmill
Web-Links
- [http://www.wiltshire.gov.uk Wiltshire County Council]
- [http://www.ibiblio.org/pub/docs/books/gutenberg/etext04/nhwil10.txt John Aubrey's The Natural History of Wiltshire]
- [http://www.wiltshire-web.co.uk/history/horse.htm White horses of Wiltshire]
- [http://www.bbc.co.uk/wiltshire/ BBC Wiltshire]
Kategorie:Englische Grafschaft
ja:ウィルトシャー
Salisbury (England)Salisbury [] (historischer Name Sarum) ist eine Stadt in der englischen Grafschaft Wiltshire. Sie liegt am Zusammenfluss der Flüsse Avon und Wiley und hat 39.000 Einwohner.
Wiley
Geschichte
Bereits in der Eisenzeit war die Gegend um Salisbury nachweislich besiedelt. Die Steinkreise von Stonehenge und Avebury aus der Zeit der Megalithkultur befinden sich unweit der Stadt und gelten als Beleg für die frühe Besiedlung. Im 4. Jahrhundert v. Chr. wurde die Siedlung Sarum (heute Old Sarum) gegründet. Diese wurde später von den Römern, den Sachsen und schließlich, ab dem 11. Jahrhundert, den Normannen als Festung genutzt. Unter normannischer Herrschaft wurde die Siedlung Bischofssitz. Im Jahr 1220 wurde dieser an die Stelle der heutigen Stadt Salisbury, etwa 3km entfernt, verlegt, anfangs unter dem Ortsnamen New Sarum. Bereits 7 Jahre später erhielt Salisbury den Stadtstatus. 1258 wurde die heutige Kathedrale nach 38 Jahren Bauzeit geweiht.
Im Mittelalter wurde Salisbury zu einem der bedeutendsten Standorte der Textilproduktion. Salisbury erhielt zudem ein College, das bald als eines der renommiertesten in Europa galt. Im 17. Jahrhundert wurde die Stadt Schauplatz mehrerer Schlachten während des Bürgerkrieges zwischen den königlichen und den republikanischen Truppen. Dies führte zu einem Niedergang der Stadt, die ihre Bedeutung als wichtiger Wirtschaftsstandort verlor. Die industrielle Revolution ging nahezu spurlos an Salisbury vorüber. Bis heute ist die Region von der Landwirtschaft geprägt und verfügt über keine nennenswerte Industrie. In der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich der Tourismus zur Haupteinnahmequelle der Stadt.
Seit dem 19. Jahrhundert wird die Salisbury Plain, eine Ebene, die sich nördlich und westlich der Stadt erstreckt, vom britischen Militär als Übungsgelände genutzt. Kommunalpolitiker kritisierten diese Nutzung mehrfach als schädlich für den Tourismus.
Sehenswürdigkeiten
19. Jahrhundert
Salisbury ist bekannt für seine Kathedrale. Die Kirche, die weitgehend aus dem 13. Jahrhundert (Beginn der Arbeiten 1220, Beendigung um 1258) stammt, ist bekannt für ihre kunstvoll verzierte Westfassade. In der Kathedrale befindet sich zudem eines von noch 4 erhalten Exemplaren der Magna Carta. Mit 123 Metern ist der Turm der Kathedrale der höchste Kirchturm Englands. Der Turm wurde 1315 nachträglich auf das Kirchenschiff aufgesetzt, wobei man versäumte die tragenden Pfeiler der bestehenden Kathedrale zu verstärken. Dies führt dazu, dass die Statik des Turms bereits mehrfach durch zusätzliche Stützen abgesichert werden musste.
In der Nähe der Stadt befinden sich die Steinringe von Stonehenge und Avebury. Sie gelten als beeindruckenste Zeugnisse der Megalithkultur. Eine Rarität bietet das nahegelegene Woodhenge, wo Archäologen eine ähnliche Konstruktion aus Holz entdeckten, die in die selbe Epoche datiert wurde. Die ursprüngliche Siedlung Old Sarum mit ihrer normannischen Festung ist heute ein beliebtes Ausflugsziel.
Verkehr
Von Salisbury bestehen direkte Bahnverbindungen nach London, Southampton und Exeter. Die Stadt liegt an mehreren gut ausgebauten Überlandstraßen und ist etwa 25km von der Autobahn M27 entfernt. Die nächsten Flughäfen sind in je 40km Entfernungen Bournemouth und Southampton sowie London-Heathrow, etwa 100km entfernt.
Söhne und Töchter der Stadt
- Robert Cecil, 1. Viscount Cecil of Chelwood, britischer Politiker und Diplomat, Friedensnobelpreisträger
- Anthony Daniels, Schauspieler
- Dave Dee, britischer Popsänger
- Joseph Fiennes, britischer Schauspieler
- Robin Merrill, englischer Sänger, Filmschauspieler, Fernsehmoderator, Conferencier und Orchesterleiter
Weblinks
- [http://www.salisbury.gov.uk Offizielle Website der Stadt Salisbury]
- [http://www.salisburycathedral.org.uk/ Salisbury Cathedral]
- [http://www.visitsalisburyuk.com Tourist Board]
Kategorie:Ort in England
Megalith
Als Megalithen (von griechisch mégas = groß und líthos = Stein) bezeichnet man große, oft unbehauene Steinblöcke, die als Einzelsteine aufgerichtet, aber auch als Bausteine von Grab- und Kultanlagen benutzt wurden. Die west- und nordeuropäischen Megalithbauten wurden in der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit errichtet.
In Europa sind mehrere Formen von Megalithbauweisen bekannt:
- Dolmen (bretonisch: toal - Tisch, men - Stein)
- Ganggrab
- Steinkiste
- Steinkreis (Cromlech)
- Steinreihe bzw. Steinallee (franz. Alignement)
- einzeln oder paarweise aufgestellte Megalithen als Menhire und Statuenmenhire.
Die Steine der nordeuropäischen Megalithen stammen von den Ablagerungen der Eiszeit (Granite, Gneise und andere Gesteine). Die verschiedenen Megalithbauwerke Europas lassen nicht zwingend auf eine gemeinsame zugrunde liegende Kultur schließen (siehe dazu Megalithkultur).
Die Schalensteine ("Teufelssteine") des Alpenraums zählen nicht zu den Megalithen, da sie weder transportiert noch artifiziell aufgerichtet wurden. Auch die großen skandinavischen Schiffssetzungen der Eisen- und Wikingerzeit gehören nicht zur Gattung der Megalithen, sondern sind eine eigene Kulturerscheinung.
Um die Megalithbauten ranken sich heute noch Geheimnisse. So weiß man weder, welchem Zweck sie genau dienten, noch wie sie errichtet oder die Steine transportiert wurden. Die Wissenschaft ist sich jedoch einig, dass es sich meist um heilige Stätten handelte. Der Bau mit Megalithen stellt die archaischste Form der Steinarchitektur dar und erfolgte in Europa kulturunabhängig etwa zwischen 4.500 (Bretagne) u. 500 v. Chr. (Sardinien). In Südamerika entstand eine nachchristliche Megalitharchitektur (Tiahuanaco).
Mit der Christianisierung wurden die Megalithen verteufelt und es entstanden Legenden über ihr Entstehen durch Teufels Hand. Einige Steine tragen den Teufel im Namen (Devils Arrows, Devils Circles etc.) und viele wurden im frühen Mittelalter besonders aber seit der Industrialisierung zerstört. Megalithstätten fielen Flurbereinigungen, landschaftlichen Projekten oder dem Kirchen- und Hafenbau zum Opfer. Es wird angenommen, dass etwa nur noch ca. fünf Prozent der ursprünglichen Objekte halbwegs erhalten sind.
Im 18. und 19. Jh. interessierte man sich wieder für die Megalithanlagen. Aus dieser Zeit stammt die Vermutung, dass die Bauwerke auf die Druiden der Kelten zurückzuführen seien. Heute weiß man, dass diese Steinsetzungen jungsteinzeitlich und damit deutlich älter sind.
Als anekdotische Anmerkung zur Entstehung des Begriffs "Hinkelstein": Die Größe der Steine
verleitete die Menschen früher dazu, an Hünen (Riesen) zu glauben, welche die Steine transportiert haben mussten. Durch einen Verständnisfehler kam es dann von "Hünenstein" zu "Hühnerstein", und da im südwestdeutschen Raum anstelle des Wortes Huhn das Dialektwort "Hinkel" gebraucht wird, kam es so zu dem Wort "Hinkelstein".
Vorkommen
Megalithen sind vor allem aus West- und Nordeuropa bekannt, das heißt von der Iberischen Halbinsel incl. der Balearen, über Frankreich die Westschweiz, Belgien, die Niederlande und die Britischen Inseln bis nach Skandinavien, Deutschland und Polen. Auch im Mittelmeerraum (Griechenland, Türkei, (in Thrakien bei Edirne), auf Malta, in Apulien, Sardinien, Sizilien und Korsika) gibt es Megalithen. Weitere finden sich in Südrussland, Georgien, Nordafrika, Madagaskar, Indien, Korea, Palästina, Indonesien und Indochina,USA (Ostküste - Dolmen in New Salem und New Hampshire) ohne dass eine genetische Verbindung besteht.
Zur Verbreitung siehe auch: Megalithkultur.
Vorkommen in Mitteleuropa
Über 900 Standorte von Megalithbauten liegen in Deutschland in den drei großen Küstenländern, sowie in Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Einige wenige im südlichen Baden-Württemberg. 53 Anlagen sind in den Niederlanden erhalten und ganz wenige in Belgien. Die Zahlen für Polen sind nicht verlässlich bzw. in den deutschen (Vorkriegs)zahlen enthalten. Dänemark hat noch über 2000 und Schweden mehr als 450. Größere Megalithenanlagen in der Schweiz finden sich in Bonvillars, Clendy, Falera, Lutry, Reignier und Sion. Menhire finden sich hier und in Deutschland zwischen dem Saarland und Thüringen.
Formen und Benennung
Menhire
Megalithkultur]
Megalithkultur
Als Menhir oder Hinkelstein werden von Menschen aufgestellte (stehende) Steine bezeichnet. Sie sind eine Erscheinung die in der Levante und in der Westhälfte Europas (zwischen Italien und Großbritannien) mit wenigen Exemplaren in Deutschland präsent ist. Ihre zeitliche Einordnung ist vage.
Die Menhire kommen auch als Reihen oder Paare vor (die Reste von Reihen sein können). Nennenswerte Steinreihen findet man in Deutschland nicht (Leistruper Wald, bei Detmold). Eine Reihe oder Doppelreihe von Menhiren heißt franz. Alignement (Steinallee).
Steinalleen bestehen aus bis zu 11 etwa parallelen Steinreihen. Die bekanntesten Steinalleen Europas befinden sich in Carnac (Bretagne, Frankreich) und bei Callanish (Isle of Lewis, Schottland). Schöne Exemplare sind auch in der Westschweiz oder auf Sardinien und Korsika zu finden.
Dolmen, Hünengräber
Schottland
Schottland
Schottland]
Als Dolmen, in Deutschland auch als Hünengräber, werden im Nordkreis Bauwerke bezeichnet, die aus drei oder mehr Tragsteinen und bis zu 100 t schweren Decksteinen gebaut sind. In der Regel sind die Decksteine 5 - 20 t schwer. Die Bezeichnung Dolmen, in Dänemark Dyssen und in Schweden Dösen, finden sich in der gesamten Westhälfte Europas. Von Großbritannien und Irland, über Frankreich, Spanien, Portugal, Italien und in Skandinavien, in der gesamten norddeutschen Tiefebene und der benachbarten Drenthe, (Niederlande) aber auch auf Mittelmeerinseln wie den Balearen, Korsika und Sardinien, aber nicht alle wurden aus Megalithen errichtet. So ist z.B. der Dolmen von Beauregard im Dep. Lot in Frankreich ein aus Platten geschichteter Tholos. Es wird vermutet, dass die Anlagen als Kultstätten dienten. In einigen wurden noch Skelettreste gefunden, die im Nordkreis regelmäßig nicht im ursprünglichen Verband lagen. Möglicherweise handelt es sich um "sekundäre Bestattung/Niederlegung", bei der die Knochen nach der Verwesung/Entfleischung beigesetzt wurden.
Die Anlagen haben eine recht komplexe Architektur z.B. unterschiedliche Zugänge. Bei den Steinkisten der Wartbergkultur und Dolmen in württenbergisch-schweizer Anlagen, gibt es ein so genanntes Seelenloch, durch das die sterblichen Überreste und die Beigaben eingebracht wurden. Seelenlöcher haben auch Steine, (die Reste von Anlagen darstellen), in Irland (Hole stone von Doagh Co. Antrim, Cloch-An-Phoill. Co. Carlow), in Portugal, Russland und Schweden.
Meist waren die Anlagen von einem Hügel bedeckt. Hügel aus Erde werden Tumulus genannt; steinerne Hügel nennt man Cairn. Die Erbauer der "Hünengräber" Nordeuropas waren die Leute der Trichterbecher-, der Kugelamphoren- und der Wartbergkultur.
Steinkreise
Als Steinkreis, Steinring, Steintanz, Stone Circle oder keltisch Cromlech werden runde oder ovale Formationen aus Menhiren genannt, die aber auch als Einfassung von Grabhügeln oder Dolmen vorkommen. Ihr Zweck ist weitgehend unbekannt. Es wird vermutet, dass sie als Tempel dienten, die gebietsweise astronomische Berechnungen ermöglichten. Anderen wird nachgesagt, dass sie Versammlungsorte zu den Jahreszeitenfesten waren, sie sind jedoch voreisenzeitlich.
In einigen Steinkreisen sind die Steine auf astronomische Ereignisse ausgerichtet. Die häufigste Ausrichtung sind der Sonnenauf- oder -untergang zur Winter- und Sommersonnenwende sowie zu den Tagundnachtgleichen als auch die südlichsten bzw. nördlichsten Mondauf- und -untergänge in der 18-jährigen Sarosperiode des Mondes. Mittels einiger Steinkreise ist sogar die Vorhersage von Mond- und Sonnenfinsternissen möglich.
Tagundnachtgleichen
Tagundnachtgleichen
Die ältesten heute bekannten Steinringe sind die Steinkreise von Beaghmore in der Nähe von Cookstown (Ulster, Nordirland). Sie bestehen aus Hunderten von manchmal nur kopfgroßen Steinen, sind also amegalitisch. Die bekanntesten Steinkreise sind Stonehenge (bei Salisbury, Wiltshire, England), Avebury (in Wiltshire östlich von Bath, England) und in Callanish (Isle of Lewis, Schottland). Weit verbreitet sind die Steinkreise am River Dee in Schottland und auf der irischen Insel, in Cornwall (z.B. Mên-an-Tol als möglicher Rest eines Steinkreises). In beschränkter Anzahl kommen sie auch in der Bretagne vor. Die Kreise am River Dee stellen eine eigene Gattung, die recumbent (liegenden) Steinkreise (Bild) dar. Ihre Besonderheit ist, dass der Kreis aufrechter Steine an einer Stelle durch eine Art Altarstein unterbrochen wird, der liegt und ganz eng von zwei Kreissteinen flankiert wird, die hornartig zugespitzt sind. Der Kreis von Cullerlie birgt im Inneren radial sieben kleinere Steinkreise in deren Zentrum ein achter von einer doppelten Steinreihe umgebener Kreis liegt.
Einer der bedeutenden Steinkreise in Deutschland ist der Boitiner Steintanz in Mecklenburg-Vorpommern. Daneben finden sich Steinkreise vom Mittelmeerraum bis nach Skandinavien, so auf Malta, in Schottland und auf den Orkneys.
Andere Bauwerke der Megalithkulturen
Cairns, Hügelgräber oder Feenhügel sind Konstruktionen aus Trockenstein, die über Dolmen oder Grabstätten aufgeschüttet bzw. gestapelt wurden. Im Gegensatz zum Tumulus haben die meisten Cairns einen Zugang. Schwedens Steincairns werden Röser (Rojr) genannt.
Imposante Megalithanlagen sind zweifellos die Komplexe von Barnenez, Gavrinis und La Roche aux Fees in der Bretagne, Newgrange und Knowth in Irland, die Anta Grande do Zambujeiro in Portugal, die Ggantija auf Malta und die Cueva de Menga in Spanien. Bei allen Anlagen ist aber umstritten, ob es sich lediglich um Grabstätten gehandelt hat.
Nichtmegalithische Traditionen in Mitteleuropa
Megalithanlagen konnten nur dort entstehen, wo Ackerbauern lebten und die Ressource Stein in irgend einer Form vorhanden war, die mit den Mitteln der jeweiligen Zeit zu gewinnen bzw. zu transportieren waren. Im Nordkreis der Trichterbecherkultur (TBK) waren das im wesentlichen die erratischen Blöcke der Eiszeit, die nur zu spalten oder zu transportieren waren. Wo diese nicht in ausreichender Menge und Größe vorhanden waren, entstanden andere Lösungen des Kultplatzproblems z.B. (Hünenbetten ohne Kammer). Als wichtigste andere Lösung waren das im Bereich der südlichen TBK die Totenhütten und Kammeranlagen in der Mittelgebirgszone (südlich des Mittellandkanals) in Deutschland, im wesentlichen zwischen Weser und Saale.
Literatur
- Fansa M.: Großsteingräber zwischen Weser und Ems 1992
- Freeden von J. Malta und die Baukunst seiner Tempel 1993
- Schmidt M.: Die alten Steine. 1998 ISBN 3-356-00796-3
- Walkowitz J.E.: Das Megalithsyndrom. Band 36 in Beitraege zur Ur- und Frühgeschichte Mitteleuropas, 2003. ISBN 3-930036-70-3
- Zylmann D.: Das Rätsel der Menhire. 2003. ISBN 3-936326-07-X
Weblinks
- [http://www.megalithic.co.uk/index.php The Megalithic Portal and Megalith Map]
- [http://www.eichfelder.de/kulte/megalit/menhire.html Menhire] auf Eichfelder.de
- [http://www.menhire-hinkelsteine.de Das Rätsel der Menhire von Detert Zylmann]
- [http://www.hgstump.de/index0.htm Steinkreise-Dolmen-Menhire]
- https://tspace.library.utoronto.ca/citd/holtorf/0.1.html
- [http://megalith.ru Megalithen und Dolmen in Russland]
- http://www.ollar.utvinternet.com/holestone.htm
- http://www.joe-boehe.de Megalithen, Asteroid-Theorie, Stonehenge und Carnac sind ganz anders zu sehen
- http://fietz-online.de/stonepages/db/stonepages.php?id=0
Kategorie:Kultbau
Kategorie:Archäologie
ja:巨石記念物
Hügelgrab]]
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, Bulgarien]]
Bulgarien
Ein Hügelgrab oder Grabhügel ist im allgemeinen eine Erdaufschüttung unter bzw. in der sich eine Grabstätte, oft auch Mehrfach-Bestattungen befinden. Unterhalb oder in Grabhügeln sind Körperbestattungen mit und ohne Baumsarg, Sarkophage, Steinkisten (aus zusammengestellten Steinplatten) oder hölzernen Kammern (Kammergräber), aber auch Urnengräber und loser Leichenbrand zu finden.
Formen
Die Hügel können niedrig (um 1 m) oder hoch (2 bis 4 m) und außen von kleinen Gräben oder Steinkreisen umgeben sein. Kreisförmige Einbauten aus Steinkreisen im Innern (Ausgrabung Uelzen, Stadthafen) oder Kreissegmenten (niedriger Größe) werden als bauliche Mittel zur Statikverbesserung der Hügel verstanden, könnten aber auch rituellen Bezug haben. Der Durchmesser der Aufschüttung kann von wenigen Metern bis zu mehr als 100 m reichen, z.B. der hallstattzeitliche Grabhügel Magdalenenberg bei Villingen-Schwenningen mit rd. 46.000 m³ Schüttungsmasse. Dort fand man – neben der zentralen Grabkammer – in der Aufschüttung 126 Nebengräber mit insgesamt 136 Bestattungen.
Die größten Grabhügel überhaupt sind wohl die Hügel über den Gräbern der frühen chinesischen Kaiser. Sie enthalten riesige verborgene Grabanlagen.
Grabhügel sind weder zeitlich noch kulturell oder regional einzugrenzen. Es gibt sie in der Steinzeit Europas ebenso wie in der Bronzezeit oder Eisenzeit. Griechen warfen in der Antike für ihre Helden ebenso Grabhügel auf. Wikinger in Skandinavien bestatteten Herrscher in Grabhügeln, die über einem Schiff aufgeworfen wurden (z.B. Schiffsgrab von Gokstad oder Osebjerg für die Königin Åse). Grabhügel gibt es auch aus römischer Zeit und aus der Merowingerzeit.
Archäologen haben mit der „Hügelgräberkultur (HGK)“ verschiedene lokale Kulturgruppen der Bronzezeit Europas vom Karpatenbecken bis zum Rheinland zusammengefasst, bei denen Grabhügel üblich waren.
Ein künstlicher Hügel, der weitgehend oder völlig aus Steinen besteht, wird englisch Cairn, auf schwedisch Rojr (Röser). Neben diesen Bezeichnungen sind in der Archäologie "Tumulus", "Barrow" und "Burial Mound" (englisch), "Tertre funéraire" (französischer Sprachraum) gebräuchlich. Steinhügel sind vielfach im selben Gebiet verbreitet in dem auch Megalithanlagen und Menhire vorkommen. Sie können mit den Steinhügeln; die der Orientierung im Gebirge dienen, oder Lesesteinhaufen verwechselt werden.
Wie weit Berge die Vorbilder für spätere Grabanlagen aus Stein waren, und ob die Pyramiden in Ägypten oder in Mittelamerika als als Götterberge zu verstehen sind, bleibt der weiteren Forschung vorgehalten.
Geschichte
Bereits im Mesolithikum finden sich Bestattungen in Muschelhaufen, die freilich nicht für diesen Zweck errichtet wurden.
Es gibt in Mitteleuropa seit dem ausgehenden Neolithikum irdene Grabhügel, echte Steinhügel kommen hier nicht vor. Die Totenhäuser (Kollektivgräber) der südlichen Trichterbecherkultur (Walternienburg-Bernburg) aus Holz oder Trockenmauerwerk und Holz waren vermutlich von einem kleinen Hügel bedeckt. Typisch ist die Bestattung unter einem Hügel für die Schnurkeramische Kultur oder Einzelgrabkultur bzw. Streitaxtkultur und viele Jahrhunderte später die Hügelgräberkultur der mittleren Bronzezeit. Auch in der frühen Eisenzeit (Hallstattzeit) gibt es Hügelgräber, wie das von Magdalenenberg bei Villingen-Schwenningen aus der Stufe Hallstatt D1, das dendrochronologisch an das Ende des 7. Jahrhundert v. Chr. datiert ist. Weiters wäre das Hügelgrab von Eichlehen im Frankfurter Stadtwald zu nennen, das in die Stufe Hallstatt C1-2 datiert wird. Das abgebildete Grab von Hochdorf an der Enz stammt ebenfalls aus der Hallstatt-Zeit (HaD).
Hügelgräber finden sich auch im Frühmittelalter, z. B. in Sutton Hoo.
Verbreitung
Hügelgräber finden sich in Eurasien in zahlreichen Ländern und Kulturen.
Westeuropa
In Großbritannien finden sich Hügelgräber (etwa 200) Long- und (etwa 40) Round-Barrows, aus der Jungsteinzeit. Vor allem in den Grafschaften Dorset, Hampshire, Yorkshire und Wiltshire, hier rund um die Ortschaft Avebury aber auch in Schottland gibt es diese Grabhügel mit ganz unterschiedlicher Detailgestaltung. Keine Hügelgräber sind Megalithanlagen, die zwar mit Erde bedeckt sind, wie der West Kennet Long Barrow, aber als Megalithic Tombs bezeichnet werden. Einige Long Barrows sind also keine Hügelgräber im eigentlichen Sinne. Auch der Silbury Hill, der noch nicht untersucht werden konnte, ist vermutlich kein Hügelgrab.
In Frankreich wo diese Grabhügel Tumuli heißen, finden sie zwei unterschiedliche Formen. Zum einen die spermienförmigen Langhügel (über 200 m) der mittelneolithischen Cerny Kultur im Pariser Becken, zum anderen die Tumuli in der Bretagne, darunter der Tumulus St. Michel in Carnac als größter Erdhügel auf dem Kontinent. Der Tumulus St.Michel ist für die Öffentlichkeit gesperrt und nur noch für wissenschaftliche Zwecke zugänglich.
Deutschland
- Pestruper Gräberfeld
- [http://www.bentheimer-landschaf.de/schutzgebiete.html Mansenberge]
- Magdalenenberg
- Grabhügelfeld von Bonstorf
- [http://www.city-gate.net/hohenfelde/huegelgraeber.htm Grabhügelfeld bei Hohenfelde (Bad Doberan)]
- [http://www.uni-marburg.de/botgart/freiland_grab.html/ Hügelgräber im Botanischen Garten in Marburg]
- [http://home.germany.net/100-108816/html/lahnberg.html/ Grabhügel auf den Lahnbergen in Marburg]
Nordeuropa
Die Hügelgräber in Skandinavien (dänisch: Gravhøj, schwedisch: Gravhög) wurden (wie die in der nordeutschen Tiefebene) ab dem Endneolithikum bis ins 11. Jahrhundert n. Chr. angelegt. Viele dänische sind besonders groß. Von den kleineren sind viele in der Zwischenzeit durch Pflügen zerstört worden. In Schweden gibt es große Steinhügelgräber (Röser) und kleine (2 - 3 m) runde Steingräber. Einige die wie zu kurzgeratene S | | |