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Synonym

Synonym

Synonymie (aus dem Griechischen συνώνυμος synónymos für gleichnamig) ist eine Beziehung zwischen lexikalischen Zeichen. Ein Synonym ist ein lexikalisches Zeichen, das die gleiche Bedeutung hat wie ein anderes lexikalisches Zeichen. Das Synonym für das Synonym ist das Ersatzwort. Eine etwas davon abweichende Bedeutung von Synonym findet man bei Aristoteles (vgl. Kategorienschrift 1): Zwei Dinge sind synonym, wenn sie
- dieselbe Bezeichnung und
- dieselbe Definition aufweisen.

Formen der Synonymie

Man unterscheidet strikte oder partielle Synonymie (Bedeutungsähnlichkeit).

Strikte Synonymie

Strikte Synonymie setzt nicht nur voraus, dass zwei lexikalische Zeichen die gleiche denotative Bedeutung haben, sondern auch, dass sie in allen Kontexten austauschbar sind und in allen Kontexten die gleiche Wirkung haben. Beispiele für strikte Synonymenpaare im Deutschen sind nach allgemeiner Anschauung: Orange – Apfelsine; Streichholz – Zündholz. Allerdings ist hier bereits einzuwenden, dass diese Art von Synonymie beim Paar Orange - Apfelsine nur für die Nordhälfte des deutschen Sprachgebiets gilt. In der Deutschschweiz etwa und in Österreich ist Apfelsine klar als Teutonismus markiert. Das Vorkommen dieses Ausdrucks in einem Text würde diesen klar als in Norddeutschland handelnd situieren, in Texten, die in der Schweiz oder Österreich spielen, würde das Wort befremdlich klingen. Auch dieses Beispiel kann demnach nur als Bedeutungsähnlichkeit gewertet werden. Auch in Bayern würde der Gebrauch des Wortes Apfelsine einen "Zugereisten" oder Urlauber kennzeichnen.

Partielle Synonymie

Ein Beispiel für ein nicht-striktes Synonymenpaar ist durcheinander – wirr, wie an den folgenden Beispielen deutlich wird: :1. Er wirkt heute etwas durcheinander = Er wirkt heute etwas wirr. :2. Seine Rede heute war etwas wirr ≠ Seine Rede heute war etwas durcheinander. Partielle Synonyme werden auch Homoionyme genannt. Folgende Aspekte der konnotativen Bedeutung bewirken, dass zwei lexikalische Zeichen bei gleicher denotativer Bedeutung nicht den strengen Anforderungen strikter Synonymie genügen:
- Regionale Differenzierung: Metzger – Fleischer; Brötchen – Schrippe
- Natives Wort vs. Fremdwort: Fahrstuhl/Aufzug – Lift
- Fachwort vs. Laienwort: Rechner – Computer
- Lateinischer Ursprung vs. germanischer Ursprung: vertikal – senkrecht In den meisten alltäglichen Verwendungssituationen genügt das weniger strikte Kriterium der Ersetzbarkeit salva veritate in typischen Kontexten, um ein Paar lexikalischer Zeichen als Synonyme zu identifizieren: :3. (a) Er sitzt schon wieder am Computer <

> (b) Er sitzt schon wieder am Rechner. Aus dem in Satz 3a beschriebenen Sachverhalt folgt notwendigerweise der in Satz 3b beschriebene Sachverhalt und umgekehrt.

Synonymie zwischen sprachlichen Zeichen verschiedenen Typs

Synonymie besteht nicht nur zwischen lexikalischen Zeichen des gleichen Typs:
- Ein einwortiges lexikalisches Zeichen kann mit einem mehrwortigen lexikalischen Zeichen synonym sein (störendazwischenfunkenin die Quere kommen)
- Ein Wortbildungsmittel kann mit einem einwortigen oder mehrwortigen lexikalischen Zeichen synonym sein (Online-im Netz)
- Eigennamen, vor allem Produktnamen, können sich zu generischen Termen und damit zu Synonymen für die Produktbezeichung entwickeln, zum Beispiel Tempo für Papiertaschentuch. Derartige Synonyme nennt man auch Begriffsmonopol. Es gibt synonymische und nichtsynonymische Kontexte. In synonymischen Kontexten können Wörter einer Synonymgruppe trotz inhaltlicher und stilistischer Nuancen gegeneinander ausgetauscht werden, zum Beispiel "lachen" gegen "wiehern" oder "fotografieren" gegen "aufnehmen/knipsen". In synonymischen Kontexten werden die inhaltlichen Unterschiede nicht aktualisiert, sodass die Grundlage für eine Austauschbarkeit gegeben ist. Nur die Gemeinsamkeiten des Inhalts werden angesprochen. Aus den Spezialsemen (= besonderen Bedeutungsmerkmalen) ergibt sich eine Ähnlichkeit, die sowohl Gleichheit wie Unterschiedlichkeit einschließt. Zu bemerken ist, dass die konnotative (= die Nebenbedeutung, Begleitbedeutung betreffende) Differenz die Synonymitätsstiftung nicht beeinflussen kann, sofern sie die denotative Ähnlichkeit nicht überdeckt. In nichtsynonymischen Kontexten sind die gleichen Wörter jedoch nicht austauschbar, weil ihre speziellen Inhalte aktualisiert, hervorgehoben werden. Man könnte sogar von "Augenblicksantonymen" sprechen, weil in diesem Kontext die unterscheidenden Merkmale Dominanzseme (Sem = Bedeutungsmerkmal)werden, sodass die eigentlichen Synonyme nicht austauschbar sind, sondern in Opposition stehen, zum Beispiel: Dann knipse ich mal. Sonst fotografiere ich ja/Das ist kein Kamm, das ist eine rostige Läuseharke/Ich habe keinen Laden, ich habe einen Salon.

Synonymwörterbücher

Synonymwörterbücher gehören zu den Wörterbüchern mit eingeschränktem Informationsprogramm. Zum jeweiligen Stichwort werden die sinn- und sachverwandten Wörter angegeben. Da absolute Synonymie selten ist, geben die meisten Wörterbücher dieses Typs eher bedeutungsähnliche Wörter an. Benutzer dieser Wörterbücher müssen deshalb über einen hohen Grad von Sprachkompetenz verfügen, um für einen bestimmten Kontext das passende Synonym auswählen zu können. Man unterscheidet zwei Arten von Synonymwörterbüchern:
- distinktive Synonymiken spezifizieren die Lesarten von polysemen Lexemen und ordnen die bedeutungsähnlichen Wörter der jeweiligen Lesart zu (Bsp.: durcheinander (Person) - verwirrt; durcheinander (Sachen) - chaotisch, vermischt, wie Kraut und Rüben); eine distinktive Synonymik des Deutschen ist Schülerduden. Die richtige Wortwahl.
- kumulative Synonymiken ordnen die einem Lexem ähnlichen lexikalischen Zeichen ohne Unterscheidung der Lesarten diesem Lexem zu; eine kumulative Synonymik ist Duden Band 8. Die sinn- und sachverwandten Wörter. Synonymenwörterbücher werden häufig verwendet, um in einem Text zu häufige Wiederholungen eines Wortes zu vermeiden. Sie können auch für die systematische Wortschatzarbeit im Zweitsprachunterricht herangezogen werden. Das Gegenteil der Synonymie ist die Antonymie.

Literatur


- D. Alan Cruse: Lexical Semantics. Cambridge:CUP 1987
- Bulitta, Erich und Hildegard: Das große Lexikon der Synonyme. Taschenbuch. Frankfurt. Fischer Verlag, 2005
- Bulitta, Erich und Hildegard: Wörterbuch der Synonyme und Antonyme. Taschenbuch. Frankfurt. Fischer Verlag, 2003
- Bußmann, Hadumod: Lexikon der Sprachwissenschaft. Stuttgart. Alfred Kröner Verlag, 2002
- Kurz, Michael: Das neue Wörterbuch der Synonyme. Taschenbuch. München. Econ-Ullstein-List-Verlag, 2001
- John Lyons: Linguistic Semantics. An Introduction. Cambridge:CUP 1995
- Der Große Duden. Band 8: Vergleichendes Synonymwörterbuch.Bearbeitet von Paul Grebe, Wolfgang Müller und weiteren Mitarbeitern der Dudenredaktion, 1964
- Schülerduden. Die richtige Wortwahl. Hg. von Wolfgang Müller. Mannheim:Dudenverlag, 1977
- Duden. Die sinn- und sachverwandten Wörter. Synonymwörterbuch der deutschen Sprache. Hg. von Wolfgang Müller. Mannheim:Dudenverlag 1997grgqe

Weblinks


- [http://wortschatz.uni-leipzig.de/ wortschatz.uni-leipzig.de/ - Datenbank mit Synonymen der Universität Leipzig]
- [http://www.woerterbuch.info/ www.woerterbuch.info - Deutsch-Englisch Wörterbuch mit 500.000 Übersetzungen und über 125.000 Synonymen]
- [http://dict.leo.org/?lang=de&lp=ende/ http://dict.leo.org - Deutsch-Englisch Wörterbuch]
- [http://www.xipolis.net/ www.xipolis.net - Brockhaus Duden Neue Medien GmbH - Online Bibliothek des Wissens]
- [http://www.duden.de/ www.duden.de - Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG]
- [http://www.ditext.com/quine/quine.html Willard Van Orman Quine, "Two Dogmas of Empiricism" (1951)] Kategorie:Semantik Kategorie:Rhetorischer Begriff ja:類義語 simple:Synonym

Griechische Sprache

Griechisch (griechisch ελληνικά) ist eine indogermanische Sprache, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt. Eine nähere Verwandtschaft scheint nur zur antiken makedonischen Sprache bestanden zu haben. Griechisch wird von ca. 16 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 10,5 Millionen in Griechenland leben, wo es Amtssprache ist. Die anderen Muttersprachler sind auf 35 andere Staaten verteilt. Auf Zypern ist Griechisch ebenfalls Amtssprache, offiziell neben dem Türkischen. Außerdem ist in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige der griechischen Minderheit leben, das Griechische als lokale Amts- und Schulsprache zugelassen. Siehe: Griko in Italien Eine Vielzahl von altgriechischen Wörtern werden darüber hinaus auch in diversen Fachsprachen verwendet und haben Eingang in viele moderne Sprachen gefunden. Die Sprachcodes nach ISO 639 für Neugriechisch (ab 1453) sind el bzw. ell oder gre und für Altgriechisch (bis 1453) grc.

Geschichte

1453 Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie begegnen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. - also in mykenischer Zeit - als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhundert v. Chr.. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jh. ging die Linearschrift B und damit die Schriftlichkeit der ägäischen Welt nach herrschender Meinung verloren. Zumindest gibt es bisher keine Schriftfunde aus der Zeit der dunklen Jahrhunderte. Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte, vermutlich um 800 v.Chr., übernehmen die Griechen das phönizische Schriftsystem, das sie im Grunde auch heute noch benutzen. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, das Aeolische und das Arkadisch-Kyprische. Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Worte aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit äolischer Prägung ist. Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koiné, griechisch κοινή, die Gemeinsame oder Allgemeine), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein Amtssprache, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Der Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte führte immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch. Eine solche bereinigte Form des Altgriechischen wurde nach der Teilung des Römischen Reiches (395) zur Amts- und Literatursprache des oströmischen Reiches, das nach der Abschaffung der lateinischen Amtssprache um 630 endgültig vom römischen zum byzantinischen Reich wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versiegt die Produktion literarischer Werke auf Altgriechisch; die Sprache des byzantinischen Reiches weist da schon deutliche Unterschiede in Grammatik und Aussprache auf. Nach der arabischen Eroberung Syriens und Ägyptens blieb Griechisch dort zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verliert. Während der Besetzung Griechenlands durch das osmanische Reich war der Unterricht in griechischer Sprache offiziell verboten. Jedoch lebte sie im Alltag der Griechen (und vielfach von Priestern heimlich gelehrt) fort, veränderte sich aber aufgrund geringer Schriftkenntnis und mangelnder Gelehrsamkeit relativ stark. Nach der modernen Staatsgründung wurde die so genannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, Reinsprache; die Grundlagen wurden von Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine „künstlich“ geschaffene Standardsprache, die den Wortschatz der am klassischen Attisch orientierten Koiné abermals künstlich konservierte, jedoch innerhalb weitgehend neugriechisch geprägter Aussprache- und Grammatikstrukturen. Erst 1976 wurde die Volkssprache (Dimotikí, griechisch δημοτική) endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft; allerdings sind viele Katharévousa-Worte im Laufe der Zeit wieder in die Dimotikí zurück übernommen worden. Im Verlauf der Jahrtausende hat sich die griechische Sprache vielfach in der Aussprache geändert, die Orthographie blieb jedoch dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente und Symbole für Hauchlaute wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden der Akzent Gravis, der Akzent Zirkumflex sowie die Hauchzeichen Spiritus asper und Spiritus lenis abgeschafft. Es gibt seitdem in der griechischen Schriftsprache nur noch den Akzent Akut, der die betonte Silbe anzeigt. Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt. Die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453, war eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus (siehe hierzu auch: Philhellenismus). Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt. Das Neue Testament wurde ursprünglich in hellenistischem Griechisch geschrieben und das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.

Grammatik

Altgriechisch

Die ersten Grammatiken des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samotrake schrieb eine tékhne grammatiké des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die tékhne grammatiké des Dionysios Thrax (2. Jh. v.Ch.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jh. n.Ch.). Angeblich im Jahre 169/8 "importierten" die Römer die griechische Grammatik und adaptierten sie. Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige grammatische Phänomene (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind die bestimmten Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen. Im Westen und auch in diesem Artikel werden gewöhnlich lateinische Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person … ) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute die griechischen Originalbegriffe aus der tékhne grammatiké des Dionysios Thrax verwendet.

Nominale Wörter

Hierzu zählen die Wortarten Substantiv, Adjektiv und Pronomen, die alle dekliniert werden. Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten aber als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Hinsichtlich der Deklination ist folgendes zu benennen:
Numeri

- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Genera

- (allgemeine) Regeln:
  - Maskulinum: bei Bezeichnungen für männliche Wesen, Winde, Flüsse und Monate
  - Femininum: bei Bezeichnungen für weibliche Wesen, Länder, Inseln und Städte
  - Neutrum: dient unter anderem zur Verkleinerung oder Verächtlichmachung von Wörtern männlichen und weiblichen Geschlechts.
- Für den sonstigen Gebrauch lassen sich keine eindeutigen Regeln aufstellen.
- Besonderheit des Neutrums: Bei Neutrum-Subjekten steht das Verb, auch wenn das Subjekt im Plural steht, in der 3. Person Singular. Diese Besonderheit besteht deswegen, weil das Griechische im Fall des Neutrums einen echten Plural nicht gebildet hat. Der Plural des Neutrums ist eigentlich ein aus dem Indogermanischen ererbter "kollektiver Singular", d.h. ein Sammelbegriff, der formal ein Singular ist, von der Funktion her aber einem Plural entspricht (wie im Deutschen: der Busch, das Gebüsch). Ferner haben im Neutrum – wie in allen indogermanischen Sprachen – Akkusativ und Nominativ identische Formen. Im Griechischen tritt noch die Form des Vokativs den beiden anderen Kasus als identisch hinzu.
Kasussystem
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Die Funktionen der nicht erhaltenen Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen auf den Dativ und den Genitiv verteilt. Die Aufteilung ähnelt der der deutschen Sprache. Grundfunktionen der Kasus:
- Akkusativ
  - echter Akkusativ (direktes Objekt)
  - adverbial: Lativ (Richtung, Ausdehnung, Dauer)
- Genitiv
  - echter Genitiv (Bereich)
  - Separativ (Herkunft)
- Dativ
  - echter Dativ (indirektes Objekt)
  - Soziativ (Gemeinschaft)
  - Instrumental (Mittel)
  - Lokativ (Ort, Zeit)

Verben

Tempussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Tempusstämme: Präsensstamm, Aoriststamm, Perfektstamm, Futurstamm; wovon die ersten drei ein System bilden. Das Altgriechische besitzt aber kein ausgebildetes Tempussystem. Die Tempusstämme drücken Aspekte aus; – die subjektive Betrachtungsweise, das heißt die Art, wie der Sprechende den Verbalinhalt auffasst. Deswegen ist der Begriff Tempusstamm genaugenommen nicht richtig; besser zu sagen wäre Aspektstamm. Der Aspekt des Präsensstamms ist durativ (linear, iterativ oder konativ). Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt. Beispiele:
- νοσειν = (krank sein = ) krank darniederliegen
- (απο)θνησκειν = sterben ( = im Sterben liegen) Der Aspekt des Aoriststamms ist punktuell. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (effektiv) oder der Beginn (ingressiv) einer Handlung. Beispiele:
- ingressiv: νοσησαι = krank werden oder erkranken
- effektiv: (απο)θανειν = sterben (als Moment des Dahinscheidens) Der Aspekt des Perfektstamms ist resultativ. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt. Beispiele:
- τεθνηκεναι (τεθναναι) = (gestorben und nun) tot sein
- πεποιθεναι = vertrauen Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende aber die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten nun generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur. siehe unten). Die Vergangenheit wird mit Hilfe der Nebentempora, die nur im Indikativ auftauchen, gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.) Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung. Übersicht über die Tempusformen im Indikativ:
Modussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden. Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zu Ausdruck. Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real) erscheint. In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt gilt. Der Imperativ drückt einen Befehl aus. Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus. (Er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt). Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus.
Genera Verbi (eigentlich und für das Griechische besser: Diathese)
Von den drei Genera Verbi sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung. Das Aktiv drückt einfach eine Tätigkeit aus. Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt ist, oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium soll in etwa ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich, noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn: Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang, oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.) Beispiele: Aktiv: er löst (etwas) transitives Medium: er löst (etwas) für sich intransitives Medium: er löst sich, er lässt sich lösen Passiv: er wird gelöst (von jdm.)
Numeri

- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Personen
Erste Person (ich / wir), zweite Person (du / ihr), dritte Person (er, sie, es, Substantiv im Singular / sie, Substantiv im Plural). Die Personalpronomen des Nominativ werden wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren.

Neugriechisch (Dimotiki)

Die neugriechische Sprache hat einen Großteil der altgriechischen Grammatik vereinfacht, ist aber immer noch eine stark flektierende Sprache. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische (also nicht mit Hilfsverben konstruierte) Diathese behalten hat. Der Dativ ist bis auf wenige Formen wie εν τάξει (en táxei //) ("in Ordnung") verloren gegangen und wird meist durch die Konstruktion eis (eigentl. in... hinein) + Akkusativ ersetzt. Andere wichtige Änderungen der Grammatik sind der Verlust des Optativs (wird durch den Konjunktiv ersetzt), des Infinitivs (wird durch Nebensätze ersetzt "Ich will kaufen" -> "Ich will, dass ich kaufe") und des Duals (wird durch den Plural ersetzt), die Verkleinerung der Anzahl von Deklinationen und der verschiedenen Formen in jeder Deklinaton, der neue Modalpartikel θα (aus θέλω να ("ich will, dass...") > θε' να > θα) für das Futur und Konditional, die Einführung von Hilfsverben, die Reduzierung der Partizipien auf zwei, ein aktives und ein passives, die Erweiterung des Futurs auf die Aspektunterscheidung zwischen Präsens/Imperfekt und Aorist, der Verlust der dritten Person Imperativ, außer in Archaismen wie ζήτω! ('Lang lebe!'); neue Pronomen für die 2. Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung akustisch nicht mehr von denen der 1. Person Plural zu unterscheiden waren; und der Vereinfachung des Systems der Präfixe, wie bei der Augmentation und Reduplikation. Das Phonemsystem der neugriechischen Sprache: Vokale geschlossen halbgeschlossen offen Alle Vokale werden kurz ausgesprochen. laut IPA Konsonanten p t k b d g v δ z γ f θ s χ m n l r

Siehe auch


- Griechisches Alphabet
- Liste griechischer Präfixe
- Liste griechischer Suffixe
- griechische Präpositionen
- Liste griechischer Magischer Quadrate
- Namenforschung
- Griechische Zahlen
- griechische Zahlwörter
- Griechische Phrasen und Redewendungen

Literatur


- Geschichte:
  - Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen/Basel 2002
  - Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999
- etymologische Wörterbücher (altgriechisch):
  - Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque : histoire des mots. 4 Bände. Paris 1968-80 (Neuauflage 1999)
  - Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch. 3 Bände. Heidelberg 1973
  - Alois Vanicek: Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch. Leipzig 1877 (Nachdruck 1972)
- Wörterbücher (altgriechisch):
  - Wilhelm Gemoll: Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch bei Oldenburg Schulbuchverlag. ISBN 3-486-13401-9
  - Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache in 4 Bänden. Braunschweig 1842 ff. (3. Aufl. 1880; Nachdruck 1954)
- Grammatiken (altgriechisch):
  - Eduard Bornemann (u. Mitw. v. Ernst Risch): Griechische Grammatik. Frankfurt a.M. 1978
  - Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Berlin 1884 (seither ständig nachgedruckt), ISBN 3-615-70100-3
- Historische Grammatik:
  - Helmut Rix: Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre. Darmstadt 1992

Weblinks


- [http://www.geocities.com/kurogr/ Wörterbuch Mykenisches Griechisch - klassisches Altgriechisch - Englisch (PDF)]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html griechische Texte in der Bibliotheca Augustana]
- [http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/pdf/Hajnal/Griech.Dial.pdf Die Vorgeschichte der griechischen Dialekte] - Ein Aufsatz über Entstehen und Geschichte der altgriechischen Dialekte.
- [http://kypros.org/LearnGreek/ Online-Kurs vom zypriotischen Rundfunk CyBC, 105 Lektionen à 30 Min., engl., Real Audio]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.chairete.de/ Materialen zum Altgriechischen, Autoren]
- [http://www.altesprachen.de/heureka/heureka.htm Altesprachen.de]
- [http://www.geocities.com/Athens/Agora/6594/inhalt.html Altgriechisch] (Ziemlich umfangreicher Einstiegskurs)
- [http://www.combib.de/infoseiten/griechisch/griechisch.html Aussprachehilfe zum neutestamentlichen Griechisch] (Deutsche Schulaussprache, nicht Originalaussprache!)
- [http://www.gottwein.de/grueb/gr000.htm Altgriechischer Online-Sprachkurs]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi] (exzellente Seite rund um die Klassische Philologie mit sehr vielen Unterrichtsmaterialien)
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie - Griechisch]
-
Kategorie:Indogermanisch Kategorie:Einzelsprache als:Griechische Sprache ja:ギリシア語 ko:그리스어 ms:Bahasa Greek simple:Greek language th:ภาษากรีก

Lexik

Als Wortschatz (auch Vokabular oder Lexik(on)) bezeichnet man # die Gesamtheit aller Wörter einer Sprache zu einem bestimmten Zeitpunkt. # die Gesamtheit aller Wörter einer Sprache, die ein einzelner Sprecher kennt oder verwendet. Man unterscheidet in dieser Bedeutung zwischen passivem und aktivem (präziser: produktivem) Wortschatz. :
- Der passive Wortschatz wird vom Sinn her verstanden, wird jedoch nicht aktiv verwendet. :
- Der aktive Wortschatz wird auch beim Sprechen benutzt, seine Einsatzmöglichkeiten sind so weit bekannt, dass sinnvolle verständliche Sätze damit geformt werden können. Der Wortschatz der deutschen Standardsprache umfasst ca. 75.000 Wörter, die Gesamtgröße des deutschen Wortschatzes wird je nach Quelle und Zählweise auf 300.000 bis 500.000 Wörter bzw. Lexeme geschätzt. Ein durchschnittlicher Sprecher verfügt dagegen über einen aktiven Wortschatz von nur etwa 8.000 bis 10.000 Wörtern. Zum Vergleich: In einem gewöhnlichen Kaufhaus findet man schon etwa 60.000 unterschiedliche Markennamen. Im Allgemeinen reichen für Alltagsgespräche 400 bis 800 Wörter aus. Um anspruchsvollere Texte zu verstehen (Zeitschriften, Zeitungen, Klassiker) benötigt man 4.000 bis 5.000 Wörter, in Ausnahmefällen wie bei Goethe (ca. 80.000) oder Joyce (ca. 100.000) auch bedeutend mehr. In letzter Zeit wird beobachtet, dass sich neue Kommunikationsbereiche (Chat, SMS, ...) bilden, in denen ein Wortschatz von nur noch 100 bis 200 Worte benutzt werden. Zum Vergleich: Der Duden enthält ca. 120.000 Stichwörter. Durch Flexion kann in flektierenden Sprachen aus vielen dieser relativ wenigen Grundformen ein mehrfaches an Wortformen entstehen, im Deutschen (ca. Faktor 10) zum Beispiel erheblich mehr als in dem die Flexion langsam verlierenden Englischen (ca. Faktor 4). Die Häufigkeitsverteilung von Wörtern lässt sich mit dem Zipfschen Gesetz beschreiben. Ein Problem bei dem Messen des Umfangreichtums eines Wortschatzes kann beispielsweise die Frage darstellen, ob zusammengesetzte Wörter mitgezählt werden (z.B. Blumenstrauß — ein neues Wort, oder zwei Wörter?) In etwa gilt: Je höher der Bildungsstand eines Menschen ist, desto größer ist sein Wortschatz. Ein größerer Wortschatz hilft beim differenzierteren Informationsaustausch. Einfache Boulevardzeitungen nutzen einen Wortschatz von etwa 400 Wörtern, intellektuelle Tageszeitungen dagegen einen Wortschatz von etwa 5.000 Wörtern. Ähnlich kann man Fernsehsendungen kategorisieren. Ein Wortschatz einer Person ist abhängig vom Interessensgebiet dieser Person (u.a. Fachterminologie).

Literatur


- Franz Dornseiff: Der deutsche Wortschatz nach Sachgruppen, Berlin, 1934 (div. Neuauflagen)
- Duden: Das große Wörterbuch der deutschen Sprache, Mannheim, 2000
- Ulrike Haß-Zumkehr: Deutsche Wörterbücher, Berlin, 2001 (bes. Kap. 17: Umfang des Wortschatzes)

Siehe auch


- Lexikologie
- Korpuslinguistik
- Terminologie
- Wörterbuch
- Basiswortschatz
- Basic English
- Kommunikative Kompetenz

Weblinks


- [http://wortschatz.uni-leipzig.de wortschatz.uni-leipzig.de: Automatische Relationsanalyse des Deutschen Wortschatzes mit 9 Mio. Einträgen] Kategorie:Sprache Kategorie:Wort ja:語彙 simple:Vocabulary

Zeichen

Ein Zeichen ist das Grundelement zum Aufbau von Sprachen.

Der Zeichenbegriff der strukturalistischen Sprachwissenschaft

Nach Ferdinand de Saussure ist ein Zeichen die Beziehung (Verbindung) zwischen Bezeichnetem ('Signifié') und Bezeichnung (= 'Signifiant', Bezeichnendes). Das Bezeichnete entspricht einer Vorstellung oder einem Konzept, das Bezeichnende ist ein Lautbild. Das Lautbild ist auch etwas Gedachtes (also ein 'psychischer Eindruck' und nicht die physikalische Schallwelle), da man für sich selber eine Lautfolge gedanklich "aussprechen" kann, ohne die Lippen zu bewegen. Der Zusammenhang zwischen Bezeichnetem und Bezeichnendem ist beliebig (arbiträr). Beliebig bedeutet hier nicht, dass jede Person frei einen Signifikanten für ein Signifikat aussuchen kann, sondern dass die ursprüngliche Festlegung eines Zeichens unmotiviert ist. Zeichen für die Kommunikation zwischen Menschen bedürfen der "Verabredung", einer Konvention. Ist das Zeichen erst einmal zur Konvention geworden, bleibt es fest zugeordnet. Betrachtungsprinzipien:Synchronie und Diachronie und ihre Unterscheidung, Bilateralität des Zeichens, Arbitrarität, Linearität, Konstanz (über individuell), Primat der gesprochenen Sprache

Der Zeichenbegriff des Pragmatismus

Für den Logiker und Semiotiker Charles Peirce ist ein Zeichen "etwas, das für jemanden in gewisser Hinsicht für etwas steht". Umberto Eco schlägt vor, alles Zeichen zu nennen, was aufgrund einer vorher vereinbarten sozialen Konvention als etwas aufgefasst werden kann, das für etwas anderes steht. Er übernimmt damit weitgehend die Definition von Charles W. Morris (1938). Charles S. Peirce unterteilt die Zeichen in drei Zeichen-Trichotomien, so dass sich neun Subzeichenklassen und, durch deren Kombination untereinander, zehn Hauptzeichenklassen ergeben. Unter den Subzeichenklassen sind die wohl bekanntesten: Ikon, Index und Symbol. Sie gehören zur zweiten Trichotomie, in der die Objektrelation des Zeichens thematisiert wird. Ein Ikon ist ein Zeichen, das eine Ähnlichkeit zu seinem Gegenstand aufweist (ein Abbildverhältnis), wie z.B. bei dem lautmalerischen "Wau" für das Kläffen eines Hundes. Ein Index ist ein Zeichen, das die Folge oder Wirkung seines Objektes ist, so ist z.B. Rauch ein Zeichen für Feuer. Ein Symbol ist für Peirce schließlich ein Zeichen, das auf Konventionalität beruht, also auf einer arbitären Vereinbarung. Dies trifft auf einen Großteil der menschlichen Sprache zu, insbeondere auf Eigennamen. Die chinesische Schrift ist der Prototyp einer ikonischen Schrift. Gerade das Beispiel zeigt, dass auch diese konventioneller Festlegungen bedürfen um Missverständnissen entgegenzuwirken. Wörter in einer Alphabetschrift bestehen aus Buchstabensequenzen. Erst das ganze einzelne Wort ist im linguistischen Sinn ein Zeichen und zwar ein symbolisches. Nicht zu verwechseln mit dem Begriff des Zeichens ist der Begriff des Schriftzeichens. Letzterer muss nicht einer Bedeutung (Bezeichnetem) zugeordnet sein, sondern ist bei Alphabet- und Silbenschriften einer bestimmten Lautung oder Funktion innerhalb des Schriftsystems zugeordnet. (Im Deutschen ist diese Unterscheidung etwas verwirrend, im Englischen z.B. ist sie eindeutiger: sign vs. character.)

Literatur


- Ferdinand de Saussure, Grundfragen der Allgemeinen Sprachwissenschaft; Erster Teil, Kapitel I, Die Natur des sprachlichen Zeichens, 1915.
- Umberto Eco, Semiotik. Entwurf einer Theorie der Zeichen, Wilhelm Fink Verlag, 1987.

Weblinks


- http://www.lichtensteiger.de/zeichen_card.html
- http://www.lichtensteiger.de/saussure.html Siehe auch: Deixis, Semiotik, Wahrzeichen, Name, Begriff, Benennung, Zahl, Symbol, Syntax, Information, Daten, Signographie, Piktogramm ! Kategorie:Semiotik ja:記号

Aristoteles

Aristoteles (griechisch Αριστοτέλης Aristotelēs,
- 384 v. Chr. in Stageira / Makedonien, † 322 v. Chr. in Chalkis / Euböa) war ein griechischer Philosoph, Naturforscher und einer der einflussreichsten Denker der abendländischen Geistesgeschichte, der zahlreiche Disziplinen entweder selbst begründete oder entscheidend beeinflusste. Nach seiner Herkunft wurde Aristoteles auch Der Stagirit genannt.

Leben

384 v. Chr. wird Aristoteles in Stageira als Sohn des Leibarztes Nikomachos am Hof von König Amyntas von Makedonien geboren. Früh versterben seine Eltern, sodass er bei Pflegeeltern aufwächst. 367 v. Chr., mit 17 Jahren, tritt Aristoteles in Platons Akademie in Athen ein. 347 v. Chr. stirbt Platon, die Leitung der Akademie übernimmt aber nicht der offenbar weitaus begabtere und talentiertere Aristoteles, sondern Speusippos, ein Neffe Platons. Aristoteles geht wohl auch wegen der anti-makedonischen Stimmung in Athen an den Hof des Hermias, des Herrschers von Atarneus in Kleinasien, wo er dessen Adoptivtochter Phytias heiratet. Von 342 v. Chr. bis 336 v. Chr. unterrichtet Aristoteles Alexander den Großen in Philosophie, Kunst und Mathematik. 335 v. Chr. kehrt Aristoteles nach Athen zurück und gründet dort seine eigene Schule, das Lykeion (später auch Peripatos genannt), die bis etwa 40 v. Chr. besteht und aus der die philosophische Richtung der Peripatetiker hervorgeht. 323 v. Chr. verlässt Aristoteles Athen, da - nach Alexanders Tod - dort die antimakedonische Partei die Oberhand gewinnt, und geht nach Chalkis, dem Geburtsort seiner Mutter, wo er im folgenden Jahr stirbt.

Lehre und Schriften

Was ist von Aristoteles überliefert?

Bei den überlieferten Schriften des Aristoteles - dem Corpus Aristotelicum - handelt es sich nicht um die von ihm selbst veröffentlichten so genannten exoterischen Schriften, die vielmehr bis auf (z.T. umfangreiche) Zitate bei späteren Schriftstellern verloren sind. Vollständig erhalten sind hingegen die seit dem 19. Jhd. so genannten esoterischen Schriften oder Pragmatien, die als Notizen, Vorlesungsskripte oder Materialsammlungen zunächst nur zum internen Gebrauch bestimmt waren und erst im ersten Jahrhundert v.Chr. durch die Ausgabe des Andronikos von Rhodos (s.u.) einem breiteren Publikum zugänglich gemacht wurden. Diese Schriften sind daher in Stil und Aufbau oft schwer zugänglich. Von den von Aristoteles' zu Lebzeiten veröffentlichten Werken (den exoterischen Schriften), die z.T. als Dialoge im Stil Platons verfasst waren, ist sehr wenig überliefert. Ein Bild dieser Schriften liefert am ehesten noch der Protreptikos, eine auf Öffentlichkeitswirkung angelegte Werbeschrift für die Philosophie.

Aristoteles' Einteilung von Wissensgebieten

Aristoteles befasste sich mit zahlreichen Wissensgebieten, die allerdings in den meisten Fällen nicht deckungsgleich mit den heutigen Gebieten gleichen Namens sind. Beispielsweise ist Ethik für Aristoteles nicht in erster Linie eine Theorie der Moral und in vielen Punkten auch nicht getrennt von der Politik, die er beide auch unter dem Begriff der politischen Wissenschaften häufig gemeinsam nennt. Am wichtigsten ist die Unterscheidung in drei große Arten von Bereichen des Wissen: den theoretischen, praktischen und poietischen (hervorbringenden).
- (1) Die theoretische Wissenschaft betrachtet das, was unabhängig vom Menschen ist und keinen äußeren Zweck außer der Erkenntnis selbst besitzt. In sie fällt vor allem die Physik und die Metaphysik.
- (2) Die praktische Wissenschaft thematisiert das, was im Bereich der menschlichen Handlungen liegt, was aber nichts außer der Handlung selbst hervorbringt. Hierein fällt vor allem Aristoteles' Ethik und die Politik.
- (3) Die poietische Wissenschaft untersucht das, was im Bereich der menschlichen Tätigkeiten liegt und hierbei ein Objekt hervorbringt. Die Schrift Poetik des Corpus Aristotelicum thematisiert dabei (fast) ausschließlich die Dichtung.
- Ein weiterer wichtiger Teil der überlieferten aristotelischen Schriften sind gewissermaßen Metawissenschaften, die neben dieser Dreiereinteilung der Wissenschaften liegen und vor allem die Logik betreffen.

Zentrale methodologische Elemente der Philosophie Aristoteles'

Im Gegensatz zu Platon - der Philosophie als eine alle Bereiche menschlichen Wissens umfassende Einheitswissenschaft auffasst - geht Aristoteles von einem Konzept von Einzelwissenschaften als eigenständigen Disziplinen aus. Hierbei stützt er sich auch auf empirische Forschung (im weitesten Sinne) und setzt sich in der Ausarbeitung seiner Theorien mit dem gesunden Menschenverstand sowie mit den Lehren seiner Vorgänger und der Meinung der Allgemeinheit (Doxographie) auseinander. Die "Erste Philosophie", d.h. die Metaphysik ist als Grundlagenwissenschaft vom Seienden als Seienden den anderen Wissenschaften jedoch vorgeordnet.

Die Substanzlehre als zentrales Element der Philosophie Aristoteles'

Grundlegend für Aristoteles' Philosophie insgesamt ist die Frage: Worin besteht die Grundlage allen Seins? Hierbei ist der Begriff der ousía (griechisch ουσία) zentral, der in der späteren Tradition mit Substanz übersetzt wurde. Was ist nun die ousía einer Sache? Ousia ist, was diese Sache ihrem Sein nach ist, unabhängig von kurzfristig zukommenden und zufälligen Eigenschaften. Die ousía ist dabei dasjenige, was selbst unabhängig von diesen Eigenschaften ist und wovon diese abhängig sind. Grammatisch oder kategorial ausgedrückt, heißt dies, dass die Substanz dasjenige ist, dem die Eigenschaften zugeschrieben werden oder wovon überhaupt etwas ausgesagt wird; das, was von den Substanzen ausgesagt wird, sind deren Prädikate. Aristoteles' Antwort auf die Frage, was denn nun das bleibende Wesentliche sei, ist schließlich, dass die ousía eine bestimmende Form - das eidos - ist, die Ursache allen Seins ist. So ist z.B. das eidos von Sokrates das, was seine Menschengestalt, sein Menschsein bestimmt; der Grundidee nach kann dieser Hylemorphismus - die Lehre, dass ein Gegenstand aus zu bestimmender Materie (hylê) und bestimmender Form (morphê ist ein anderer Ausdruck für eidos) besteht und die Form das organisierende Prinzip der Materie ist - als allgemeiner Vorläufer der Theorie des genetischen Codes verstanden werden. Die Theorie der ousía arbeitet Aristoteles in der sog. ersten Philosophie aus, in einigen unter dem Titel Metaphysik überlieferten Abhandlungen. Sie spielt allerdings auch in vielen anderen Bereichen seines Denkens eine ausgezeichnete Rolle, u.a. in De Anima, der Untersuchung dessen, was spezifisch und determinierend für alles Lebendige ist.

Nachwirkung der Philosophie des Aristoteles

Rezeption in der Antike

Im Peripatos wurde nach dem Tod des Aristoteles zunehmend spezielle Forschung im Bereich der Einzelwissenschaften betrieben. Wie sehr Aristoteles' Schriften hier rezipiert wurden, ist unklar. Klar ist, dass eine Ausgabe dieser Schriften erst Jahrhunderte nach seinem Tod von Andronikos von Rhodos angefertigt wurde. In der Spätantike war Aristoteles nicht ohne Einfluss (siehe Themistios oder den großen Aristoteleskommentar des Simplikios), dennoch ist wenigstens bis ins 5. Jh. eine Präferenz des Neuplatonismus festzustellen, die auch in Byzanz weiter wirkte. [http://12koerbe.de/pan/met12-2.htm Aristoteles' Lehre von der noesis noeseos (dem sich selbst durchdenkenden Denken) und vom unbewegten Bewegenden] wurde dabei in das Prinzip des platonischen [http://12koerbe.de/pan/platon6.htm agathon (d.h. des Guten bzw. Vollkommenen)] so integriert, dass die aristotelische Formursache (to eidos) und die [http://12koerbe.de/pan/met12-2.htm "Seinsheiten" (ousiai, Wesen, Substanzen)] mit den [http://12koerbe.de/pan/platon6.htm vom agathon wie von einer Sonne ausstrahlenden Ideen (s. Sonnengleichnis)] gleichgesetzt werden konnten. Erst im 11. Jh. kam es zu einer Renaissance der aristotelischen Philosophie (Kommentierung mehrerer Schriften des Organon durch Johannes Italos).

Rezeption im Mittelalter

Im islamischen Raum waren die Werke Aristoteles' in Übersetzung größten Teils bekannt (ab 10. Jh.), wobei mehrere bedeutende Kommentare entstanden (siehe Averroes, Avicenna). Im lateinischen Mittelalter war zunächst bis in 12. Jh. von den Schriften des Aristoteles nur eine Auswahl der logischen Schriften verbreitet. Zudem war Aristoteles in einigen Punkten für die christliche Lehre ein unbequemer Denker, so dass seine Schriften in einigen Universitäten verboten waren. Mit Albertus Magnus und Thomas von Aquin setzte dann eine Aristotelesrenaissance ein. Seit der Mitte des 13. Jhs. war aristotelische Philosophie Pflichtprogramm an den Universitäten. Infolgedessen galt in Form des Thomismus Aristoteles bis über das 15. Jh. hinaus (Ende des Mittelalters) als unumstrittene Autorität. In dieser Tradition wurde Aristoteles oft nur Der Philosoph genannt.

Rezeption in der Neuzeit

Im 19. Jh. gab es in der Nachfolge der deutschen Klassik eine starke Rezeption der antiken Klassiker. Für Hegel war Aristoteles eine der wichtigsten Anregungen. Immanuel Bekker edierte in den 1830er-Jahren die erste moderne, textkritische Gesamtausgabe der aristotelischen Schriften. Zu dieser Zeit begann man, Aristoteles als Denker in seinem eigenen historischen Kontext und unabhängig von der scholastischen Tradition zu interpretieren. Anfang des 20. Jhs. befreite Werner Jaeger Aristoteles endgültig von den scholastisch geprägten Konnotationen. Für viele andere Philosophen waren und sind Aristoteles' Schriften bis heute eine wichtige Quelle zum eigenen systematischen Philosophieren. Zudem hat die Aristoteles-Forschung seit Anfang des 20. Jhs. große Fortschritte gemacht. Für den Neuthomismus, den philosophischen Unterbau der heutigen Lehre der katholischen Kirche, ist die Philosophie Aristoteles' der wichtigste Bezugspunkt. Als Pseudo-Aristoteles werden unbekannte Verfasser bezeichnet, deren Schriften zunächst Aristoteles selbst zugeordnet wurden, dessen Urheberschaft heute aber zweifelhaft ist.

Werke (Auswahl)


- Organon (nacharistotelische Zusammenstellung), bestehend aus:
  - Kategorien
  - De Interpretatione
  - Analytica Priora
  - Analytica Posteriora
  - Topik
  - Sophistische Widerlegungen
- Physik
- De Caelo
- De Anima
- Metaphysik
- Nikomachische Ethik
- Eudemische Ethik
- Politik
- Der Staat der Athener
- Rhetorik
- Poetik – Als Webausgabe frei zugänglich bei [http://www.digbib.org/Aristoteles_384vChr/De_Poetik DigBib.Org]
- Protreptikos

Literatur

Primärtexte


- Übersetzungen:
  - Grumach, Ernst (Begr.), Flashar, Hellmut (Hrsg.): Aristoteles. Werke in deutscher Übersetzung, 19 Bde., Akademie Verlag, Berlin 1965 ff. (Mit in der Regel sehr guten Kommentarteilen)
  - Barnes, Jonathan (Hrsg.): The Complete Works of Aristotle, 2 Bde., Princeton 1995 (Sammlung der maßgeblichen englischen Übersetzungen)
  - Rapp, Christof/ Wagner, Tim: Aristoteles, Topik. Übersetzung, Einleitung und Kommentar, Stuttgart 2004 (Reclam)
- Griechische Textausgaben:
  - div. Hgg. in der Reihe: Oxford Classical Texts (OCT) bei Oxford University Press ediert.
  - div. Hgg. und Übersetzer in der Reihe: Loeb Classical Texts (LCT) bei Harvard University Press ediert (Griechischer Text mit englischer Übersetzung)

Sekundärliteratur (hervorgehobenes besonders für Einsteiger)


- Einführungen:
  - Buchheim, Thomas: Aristoteles, Freiburg i.Br. 1996
  - Code, Alan D.: Aristotle, OUP 2005 (Einführung des vermutlich besten Kenners der aristotelischen Metaphysik)
  - Detel, Wolfgang: Aristoteles, Leipzig 2005. (Problemorientierte Einführung)
  - Höffe, Otfried: Aristoteles, Beck´sche Reihe Denker, 2. überarbeitete Aufl., München 1999. (Hervorragende Einführung, welche die praktische Philosophie des Aristoteles und die Rezeptionsgeschichte näher beleuchtet.)
  - Rapp, Christof: Aristoteles zur Einführung, Hamburg 2004 ISBN 3885063980. (die beste deutschsprachige Einführung zu Aristoteles mit sehr guter thematisch gegliederter Bibliografie für Einsteiger)
  - Ross, W.D.: Aristotle, Routledge 2004 (Einführung/Darstellung aus der Feder des wichtigsten Aristoteles-Forscher des 20.Jh.)
- thematische Kompendien:
  - Barnes, Jonathan (Hg.): The Cambridge Companion to Aristotle CUP 1995 (Sehr gute Einführung zu Aristoteles mit thematisch geordneten Beiträgen einiger der namhaftesten Aristotelesforscher und einer aktuellen, thematisch gegliederten 80 Seiten-Bibliografie.)
  - Buchheim, Thomas/Flashar, Hellmut (Hgg.): Kann man heute noch etwas anfangen mit Aristoteles, Hamburg 2003 (Beiträge namhafter Aristotelesforscher in Hinblick auf Aristoteles und moderne Philosophie)
- Philosophiegeschichte & Doxographie:
  - Flashar, Hellmut (Hg.): Grundriss der Geschichte der Philosophie. Die Philosophie der Antike Band 3: Ältere Akademie. Aristoteles. Peripatos 2., durchgesehene und erweiterte Auflage, von Hellmut Flashar, Hans Krämer, †Fritz Wehrli, Georg Wöhrle, Basel 2004. (Die ausführlichste philosophiegeschichtliche Darstellung der Philosophie des Aristoteles und seiner Wirkungsgeschichte.)
- Lexika:
  - Höffe, Otfried (Hg.): Aristoteles-Lexikon, Stuttgart 2005 ISBN 3520459019
  - Horn, Christoph / Rapp, Christof (Hgg.): Wörterbuch der antiken Philosophie, München 2002 (mit zahlreichen Einträgen zu für Aristoteles zentralen Termini) ISBN 3406476236
- Aufsatzsammlungen:
  - Rapp, Christof (Hg.): Aristoteles. Metaphysik. Die Substanzbücher (Ζ, E, Θ), Berlin 1996. (Artikel zu den wichtigsten Textabschnitten zu der aristotelischen Substanzlehre)
  - Code, Alan D.: Collected Papers on Aristotle's Metaphysics, Princeton UP 2005
- Weitere Monographien:
  - Jaeger, Werner: Aristoteles, Berlin 1923 (wichtig innerhalb der Forschungsgeschichte, aber als Einführung ungeeignet)
  - Patzig, Günther: Die aristotelische Syllogistik. Logisch-philologische Untersuchung über das Buch A der "Ersten Analytik", 3. Aufl., Göttingen 1969.
  - Richard Sorabji (Hg.): Aristotle Transformed. The Ancient Commentators and Their Influence, Ithaca/New York 1990.

Kunst

Aristoteles in der Kunst bild:Aristotelesrp.jpg|Aristoteles Image:Aristotelesarp.jpg|Ausschnittsvergrößerung aus einem Wandgemälde Image:Aristotle by Raphael.jpg|Aristoteles, seine Ethik haltend. Detail aus dem Fresko Schule von Athen von Raphael im Vatikan.

Siehe auch


- Subjekt
- zentrale Termini wichtiger Philosophen und Epochen
- Akt-Potenz
- Alexander von Aphrodisias
- Apophansis
- Liste der Philosophen
- Philosophie der Antike
- Portal:Philosophie
- Portal:Antike
- Aristotelische Naturphilosophie
- Gesellschaft für antike Philosophie
- Contra principia negantem disputari non potest, Sprichwort, das auf Aristoteles zurückgehen soll

Weblinks


-
- [http://plato.stanford.edu/contents.html#a Einträge] in der Stanford Encyclopedia of Philosophy
- [http://www.philo.de/Philosophie-Seiten/personen/aristoteles.shtml Aristoteles als Philosoph]
- [http://gutenberg.spiegel.de/autoren/aristote.htm Texte bei Projekt Gutenberg]
- [http://www.litlinks.it/ax/aristoteles.htm Texte und Sekundäres] bei litlinks.it
- [http://www.perseus.tufts.edu/cgi-bin/vor?lookup=aristotle;collection=Perseus%3Acollection%3AGreco-Roman;group=fieldcat;target=en%2C0;alts=1;extern=1;doctype=Text;detail=Creator#Creator Texte (griechisch/englisch)] im Perseus Project
- [http://classics.mit.edu/Browse/browse-Aristotle.html Texte von Aristoteles (englisch)] Kategorie:Mann Kategorie:Grieche Kategorie:Philosoph (Antike) Kategorie:Moralphilosoph Erkenntnistheoretiker Kategorie:Physiker Kategorie:Logiker Kategorie:Universalgelehrter Kategorie:Griechische Philosophie Kategorie:Geschichte der Naturwissenschaft Kategorie:4. Jahrhundert v. Chr. ja:アリストテレス ko:아리스토텔레스 ms:Aristotle simple:Aristotle th:อริสโตเติล

Deutschschweiz

Mit dem Begriff Deutschschweiz sind die Regionen der deutschsprachigen Schweiz gemeint. Etwa 65 % der Schweiz (Nordwestschweiz, Ostschweiz, Mittelland, Zentralschweiz sowie große Teile der Schweizer Alpen) gehören der Deutschschweiz an. In 17 der 26 Kantone ist Deutsch die alleinige Amtssprache. In drei weiteren Kantonen ist Deutsch offizielle Sprache neben Französisch: Im Kanton Bern ist Deutsch die Sprache der Mehrheit; in den Kantonen Freiburg und Wallis ist es in einer Minderheitenposition. In Graubünden ist das von mehr als der Hälfte der Bevölkerung gesprochene Deutsch neben Rätoromanisch und Italienisch Amtssprache. Allerdings führt die gemeinsame deutsche Sprache nicht oder nur wenig zu einem Zusammengehörigkeitsgefühl mit den deutschsprachigen Bewohnern in den Gebieten jenseits der Schweizer Grenze (Baden-Württemberger, Voralberger, Liechtensteiner). Dies hat vor allem historische Gründe, denn die Bewohner der Deutschschweiz sind bereits seit Jahrhunderten (offiziell seit dem westfälischen Frieden) vom übrigen deutschen Sprachraum staatlich getrennt. Obwohl auch in der Deutschschweiz die hochdeutsche Schriftsprache als Amts- und Informationssprache gilt, sprechen die Menschen in der Deutschschweiz im Alltag fast ausschließlich die Schwiizerdüütschen (Schweizerdeutschen) Dialekte, d. h. alemannische Dialekte, miteinander, weit mehr als in den deutschsprachigen Nachbarländern, wo die alemannischen und auch sonst fast alle Dialekte durch das Hochdeutsche stark bedrängt werden. Neben den deutschschweizer Regionen gibt es frankophone (französische) Regionen, die ugs. als Welschland oder Romandie bezeichnet und die italienischsprachigen Regionen, die meistens Italienische Schweiz bzw. Italienischsprachige Schweiz genannt, umgangssprachlich aber, ohne Rücksicht auf die Südtäler Graubündens, alleinig vom Tessin gesprochen wird. Die Menschen in den ländlichen und östlichen Gebiete der Deutschschweiz sind politisch eher zurückhaltend und konservativ eingestellt, d.h. zum Beispiel gegen einen EU-Beitritt der Schweiz und gegen staatlichen Interventionismus. Diese Einstellung steht im Gegensatz zur Bevölkerung der EU-interessierten Westschweiz. Da Basel in Abstimmungen oft ähnliche Ergebnisse wie die Westschweiz aufweist, wird es mitunter auch "der deutschsprachige Teil der Romandie" genannt.

Siehe auch


- Röstigraben
- Schweiz, Abschnitt Sprachen
- Helvetismus Kategorie:Geographie (Schweiz) !Deutschschweiz

Teutonismus (Sprache)

Als Teutonismus bezeichnet man in der Germanistik ein Merkmal der deutschen Standardsprache, das nur in Deutschland oder Teilen davon verwendet wird. In den anderen deutschsprachigen Ländern (v.a. Deutschschweiz und Österreich) sind diese Elemente entweder
- völlig unbekannt oder
- signifikant seltener als in Deutschland oder
- sie werden zwar verstanden, aber nicht aktiv gebraucht (und wenn, dann höchstens, um einer Aussage oder einem Text absichtlich ein bundesdeutsches Gepräge zu geben). Zur passiven Bekanntheit vieler Teutonismen (v.a. des Wortschatzes) auch über deren ursprüngliches Verbreitungsgebiet hinaus haben die modernen Massenmedien viel beigetragen.

Forschungssituation

Der Begriff "Teutonismus" ist in letzter Zeit in Analogie zu den Begriffen "Austriazismus" bzw. "Helvetismus" gebildet worden. Diese bezeichnen Merkmale der deutschen Standardsprache, die nur in Österreich bzw. nur in der deutschen Schweiz verwendet werden. Bisweilen werden auch die Begriffe Binnendeutsch und Reichsdeutsch als Synonym für Teutonismus verwendet. Diese drei Begriffe - Helvetismus, Austriazismus und jetzt auch Teutonismus - sind Zeichen dafür, dass die deutsche Sprache (ebenso wie auch das Englische und Spanische) heute als plurizentrische Sprache angesehen wird. Da für viele Sprecher des Deutschen das in Deutschland gesprochene und geschriebene Deutsch lange Zeit als die deutsche Sprache schlechthin galt, bestand die Tendenz, Helvetismen und Austriazismen als Abweichung von der Norm zu betrachten. Die Norm allein nach der Sprecherzahl zu definieren ist jedoch kein sprachwissenschaftlich anerkanntes Verfahren. Die erwähnte mangelnde Sensibilität hat auch Auswirkungen auf den Stand der Forschung: Es existiert bislang keine eigenständige, wissenschaftlich verlässliche Sammlung von Teutonismen. In einem ersten Schritt ist man neuerdings dabei, Materialien, die in Österreich und der Deutschschweiz nicht zur aktiv verwendeten Standardsprache gehören, zu sammeln. Dies sind die in diesem Artikel aufgelisteten Teutonismen. Aufschluss über die national und regional verschiedene Verwendung deutscher Wörter gibt das 2004 erschienene Variantenwörterbuch des Deutschen.

Regionale Beschränkung vieler Teutonismen

Noch wenig untersucht ist jedoch die nur regionale Ausbreitung vieler dieser deutschen Eigenheiten. Allein schon aufgrund der Größe Deutschlands und wegen des relativ starken Regionalbewusstseins sind natürlich viele Teutonismen nur in Teilen Deutschlands bekannt. Andererseits ist zu bedenken, dass der seit 1871 bestehende deutsche Nationalstaat mit der immer weiter gehenden Vereinheitlichung des öffentlichen Lebens auch sprachlich vereinheitlichend gegen innen, gegen außen aber abgrenzend gewirkt hat. Dies betrifft nicht bloß den spezifischen Wortschatz der öffentlichen Verwaltung im engeren Sinne (Statalismen), sondern auch andere, zunehmend zentral gelenkte Teile des Lebens, so zum Beispiel alle Bereiche der Ausbildung und den öffentlichen Verkehr, neuerdings auch die Freizeit. Teutonismen kommen in allen Teilen des Sprachsystems vor; am auffälligsten sind sie im Wortschatz.

Teutonismen im Wortschatz

Küche


- Abendbrot (Abendessen, CH: Nachtessen)
- Apfelsine (Orange)
- deftig (währschaft)
- Eierkuchen (Pfannkuchen, A: Palatschinke, CH: Omlette)
- Hähnchen, Hühnchen (Huhn, A: Hendl, Henderl, CH: Poulet)
- Hörnchen (Croissant; A: Kipferl; CH: Gipfel(i))
- Kloß (Knödel)
- Karamelle (CH: Caramel)
- kross (knusprig)
- Maronen (Marroni, Esskastanien)
- Mohrrübe (Möhre, Karotte, CH: Rüebli)
- Napfkuchen (Gugelhupf)
- Negerkuss (Mohrenkopf; A: Schwedenbombe)
- O-Saft ugs. (Orangensaft)
- Pampelmuse (Grapefruit)
- pellen (schälen)
- Pellkartoffeln (CH: Geschwellte)
- Plätzchen (A: Kekse; CH: Guetsli, Güetz(l)i)
- Pomeranze (Zitrusfrucht, Orange)
- Pommes ugs. (Pommes-frites)
- rote Bete (A: rote Rübe; CH: Rande)
- Rotkohl (Blaukraut, Rotkraut)
- Sahne (Rahm, A: Obers)
- Sprudelwasser (Mineralwasser)
- Weißkohl (A: Weißkraut)

Haus, Haushalt


- bohnern (polieren mit Wachs, CH: blochern)
- Bohnerwachs (CH: Bodenwachs)
- Diele (Hausflur)
- Mülleimer (A: Müllkübel, Mistkübel CH: Abfallkübel, Kehrichteimer)
- Nudelholz (A: Nudelwalker; CH: Wallholz)
- Reinemachen (Saubermachen)
- Teppichboden (A, CH: Spannteppich)
- Tüte (A, CH: Sack; A: Sackerl)

Staatsverwaltung


- Bundestag (A,CH: Nationalrat)
- Ministerpräsident (Regierungschef eines Bundeslandes)
- Oberbürgermeister (CH: Gemeindeammann, Gemeindepräsident)
- Personenstandsregister (CH: Zivilstandsregister)

Rechtswesen


- einsitzen (inhaftiert sein)
- Knöllchen ugs. (Strafzettel, CH: Busszettel)

Ausbildung


- Abitur (A, CH: Matura; CH: Matur)
- Abiturient (CH: Maturand; A,CH: Maturant)
- Auszubildender (Azubi, A: Lehrling)
- Bafög (A, CH: nicht vorhanden)
- die Eins (A, CH: der Einser)
- die Grundschule (A: Volksschule; CH: Primarschule)
- Zensuren (Leistungsbeurteilung)

Armee


- Feldwebel (CH: Feldweibel)

Kirche


- Küster (Mesner; CH [z. T.] Sigrist)
- Traufe ugs. (gleichzeitig durchgeführte Trauung und Taufe eines Kindes der Getrauten)

Verkehr


- blitzen (jemanden, ein Auto)
- Bahnsteig (CH: Perron)
- Bürgersteig (Gehweg, Gehsteig, Trottoir)
- Gully (Kanaldeckel, CH: Dolendeckel)
- Oberleitungsbus (A:O-Bus; CH: Trolleybus)
- Omnibus (A/CH: Autobus)
- Vorfahrt (A: Vorrang; CH: Vortritt)

Handel, Gewerbe


- Friseur (CH: Coiffeur)
- Geldautomat (A: Bankomat, CH: Bancomat)
- Gewerkschaftler (neben Gewerkschafter)
- Schreibwarengeschäft (CH: Papeterie)
- tariflich

Sitten, Gebräuche


- anmahnen
- abmahnen
- abstrafen (bestrafen)
- Biergarten (in CH: Gartenwirtschaft; A: Gastgarten)
- Sonnabend (nur in Nord- und Ostdeutschland: Samstag)

Freizeit


- Freizeit (Gruppenunternehmung über mehrere Tage; A, CH: Lager)

Verschiedenes


- gerade mal (nur)
- hoch gehen (A: hinaufgehen, nach oben gehen)
- kucken/gucken (umgangssprachlich, v.a. Norddeutschland; schauen)
- Mensch! (als Ausruf) Kategorie:Sprache Kategorie:Österreich

Tempo (Marke)

Tempo ist eine Marke für Papiertaschentücher. Tempo die erste deutsche Papiertaschentuchmarke. Der Markenname hat sich inzwischen verselbstständigt und ist somit zum Begriffsmonopol geworden. In Deutschland bezeichnet man umgangssprachlich Papiertaschentücher als Tempo, und zwar auch, wenn es sich bei dem Papiertaschentuch nicht um die Marke Tempo handelt. In den USA hat die Marke Kleenex eine ähnliche Bedeutung. Kleenex

Unternehmen und Marke

Am 29. Januar 1929 ließen die Vereinigten Papierwerke Nürnberg das Warenzeichen Tempo beim Reichspatentamt in Berlin anmelden. Die Eintragung des Warenzeichens erfolgte am 18. September 1929 und die Veröffentlichung im Warenzeichenblatt am 15. Oktober 1929. Die Patentnummer lautet 407752. Die Produktidee schreibt man dem damaligen Mitinhaber der Vereinigten Papierwerke Oskar Rosenfelder zu. Die Ursprünge des Markennamens Tempo sind dagegen unbekannt. Das Stammwerk der Vereinigten Papierwerke befand sich in Heroldsberg bei Nürnberg, wo bereits vor 1929 Hygieneartikel hergestellt wurden. In den Jahren bis 1933 übernahmen erst Heimarbeiter und später Wohlfahrtswerkstätten in Nürnberg das Falten der Taschentücher. Mit dem durchgängigen Einsatz von Verarbeitungsmaschinen konnte das Produktionsvolumen auf 150 Millionen Stück im Jahr 1935 gesteigert werden. Im selben Jahr erwarb der Fürther Unternehmer Gustav Schickedanz (1895-1977) die Vereinigten Papierwerke. Zugleich sicherte er sich damit die Markenrechte an Tempo. Die steigende Nachfrage führte zum Kauf der Papierwerke in Forchheim, die ebenfalls in der Nähe Nürnbergs angesiedelt waren. Im Jahr des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges betrug das Produktionsvolumen bereits 400 Millionen Stück. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Produktion zuerst stark eingeschränkt und später vollkommen eingestellt, weil das Tempo-Taschentuch keine Berücksichtigung in der Liste kriegswichtiger Güter erfuhr. Erst im Dezember 1947 konnte die Produktion in Heroldsberg und Forchheim wieder aufgenommen werden. Auch nach dem Krieg wuchs der Verkauf und damit das Fertigungsvolumen weiter an. 1955 verkauften die Vereinigten Papierwerke erstmals mehr als 1 Milliarde Taschentücher. Die starke Nachfrage führte zur Errichtung weiterer Produktionsstandorte in Glückstadt (1958), Neuss (1962) und Gelsenkirchen (1972). Die Erweiterung der Produktionsanlagen ließ 1977 die Produktion von mehr als zehn Milliarden Taschentüchern zu. Zwischen 1985 und 1987 wird die gesamte Produktion nach Neuss verlagert. Die Gesellschaftsform der Vereinigten Papierwerke wechselt von einer Kommanditgesellschaft zur Aktiengesellschaft im Jahr 1986. Ab April 1989 tritt die Firma unter der Firmierung VP-Schickedanz AG auf, die 1994 vom US-amerikanische Konzern Procter & Gamble aufgekauft wurde. Das Produktionsvolumen stieg nach der Übernahme auf mehr als 20 Milliarden Taschentücher im Jahr 2004 an.

Produktentwicklung

1929 bis 1949

Von 1929 bis 1939 wurden jeweils 18 Papiertaschentücher in blau, rot und grün bedruckten Pergamin-Packungen verkauft. 1939 wurde die Produktion von rot und grün bedruckten Packungen eingestellt und der Packungsinhalt auf 20 Taschentücher erhöht.

1950 bis 1959

In den 1950er Jahren kam es zu einer mehrfachen Überarbeitung der Tempo-Verpackung. 1950 wurden Tempo-Packungen mit einer abnehmbaren Schmalseite entwickelt, die gleichzeitig als Vorratsbehälter dienten. 1953 wird die sogenannte „Brechpackung“ eingeführt. Dabei handelte es sich um eine einfach teilbare Packung mit zwei mal zehn Taschentüchern.

1960 bis 1969

Die Einführung des „Tempo-Griffs“ im Jahr 1963 sollte der praktischeren Entfaltung des Taschentuchs dienen. Ein Jahr später wurden erstmals Mehrfachverpackungen im Handel angeboten. Die erste Mehrfachverpackung war der 6er-Pack. Neben dem Verkauf von Taschentüchern wurden ab 1967 auch Tischservietten in zwei Größen und mehreren Farben und Kosmetiktücher verkauft. Ab 1969 bereicherten Küchenrollen die Tempo-Produkfamilie.

1970 bis 1979

In den 1970er Jahren kamen weitere Mahrfachverpackungen in den Handel: 1970 der 10er-Pack, 1971 10er-Pack mit Menthol und der Superpack mit 18 Taschentuchpäckchen, 1978 die Vorratspackung mit 42 Päckchen Inhalt. Ab 1973 wurden neben weißen auch gelbe, rote und orange Taschentücher angeboten. Die sogenannte Z-Faltung der Taschentücher wurde 1975 eingeführt, die eine noch leichtere Entfaltung ermöglichen sollte. Ein grundlegende Veränderung im Erscheinungsbild der Verpackungen ergab sich mit dem Wechsel zu Folienweichpackungen im Jahr 1978.

1980 bis 1989

Ab 1988 waren die Folienpackungen wiederverschließbar.

1990 bis 1999

Seit 1990 wird ausschließlich sauerstoffgebleichter Zellstoff für die Produktion der Taschentücher eingesetzt. Im Jahr 1995 werden zwei neue Tempo-Produkte eingeführt: Tempo Plus mit Aloe Vera und Tempo Menthol mit „Atemfrei Gefühl”. Ein Jahr später wird das kleinere Format Tempo Compact auf den Markt gebracht. Die Tempo-Box wird im Jahr 1999 eingeführt, die als Zupfbox 100 Taschentücher enthält. Im selben Jahr wurden erstmals Tempo-Päckchen mit Cartoons verkauft. Die ersten Päckchen wurden von Uli Stein (
- 1946) gestaltet.

2000 bis heute

Die gegenwärtige Produktpalette umfasst:
- Tempo Regulär
- Tempo Plus
- Tempo Menthol
- Tempo Aromathera Duft
- Tempo Kids
- Tempo Cleans
- Tempo Box
- Tempo Sondereditionen

Verkauf und Werbung

Das erste Inserat für Tempo-Taschentücher erschien am 29. Dezember 1929 in der Berliner Illustrirten. Man platzierte das Papiertaschentuch, indem man in der Werbung die Hygiene durch die Einmalbenutzung - im Gegensatz zum Stofftaschentuch - und die Reißfestigkeit betonte.
- Seidenweich! Saugfähig! Hygienisch! Kein Waschen mehr! - erster Aufdruck auf den Packungen 1929
- Auf Schnupfen-Nächten liegt ein Fluch! Da hilft das TEMPO-Taschentuch. (1950er Jahre)
- Die Liebe kann in Schnupfenfällen / am feuchten Taschentuch zerschellen, / er sollte drum zum Naseputzen / ein Tempo-Taschentuch benutzen.
- Bazillen fahren Straßenbahn, / ich schaff mir Tempo-Taschentücher an. Kategorie:Markenname Zum 50. Geburtstag der Marke Tempo wurde der Tempo-Song komponiert. Tempo muß man haben, mit Tempo kannst du's wagen. Tempo, das ist wichtig, mit Tempo liegst du richtig. Tempo ruft dir jeder zu, Tempo, Tempo brauchst auch du - gestern, immer, heute und auch morgen. Zeit ist Tempo, Zeit ist jung, Tempo-Zeit bringt dich in Schwung, im Büro, zu Haus und auf Reisen - Hast du's? Hast du's? Tempo muß man haben, mit Tempo kannst du's wagen! Tempo, Tempo, Tempo brauchst auch du! Tempo ist der Ausdruck uns'rer Zeit, nicht nur ein Begriff für Schnelligkeit, ist die Zeit der Zeiten , sieh's von allen Seiten, Tempo ist in dir und hast auch du. Und schaust du in die Vergangenheit, war auch Tempo schon der Ruf der Zeit, schneller, immer schneller, dreht es sich im Kreis, Tempo ist gefragt um jeden Preis. (1979)

Literatur


- Eugen Roth: Das kleine Buch vom Taschentuch. Nürnberg 1954
- VP-Schickedanz AG (Hrsg.): Tempo, 50 Jahre, Dokumentation eines immer jungen Markenartikels. Nürnberg 1979.
- VP-Schickedanz AG (Hrsg.): Tempo, 60 Jahre, Die Geschichte einer bahnbrechenden Idee. Nürnberg 1989.

Weblinks


- [http://www.tempo-web.de Internetpräsenz der Marke Tempo]
- [http://www.procterundgamble.de Deutsche Internetpräsenz von Procter & Gamble]
- [http://www.pg.com Englischsprachige Internetpräsenz von Procter & Gamble]

Wörterbuch

Ein Wörterbuch (auch Sprachwörterbuch) im engeren Sinne ist ein Nachschlagewerk, in dem lexikalische Einheiten (Wörter, Phrasen, Morpheme) beschrieben werden. Die Informationen in einem Wörterbuch sind sprachbezogen. Dies unterscheidet Wörterbücher von Lexika oder Sachwörterbüchern, die überwiegend Informationen über die durch die verzeichneten Wörter bezeichneten Dinge und Sachverhalte enthalten. Zu den Lexika gehören auch die Enzyklopädien. In einem umfassenderen Sinn wird "Wörterbuch" auch als übergeordnete Sammelbezeichnung für die Gruppe der Sprachwörterbücher und der Sachwörterbücher verwendet. Die Praxis der Erstellung von Wörterbüchern bezeichnet man als Lexikografie, die darauf bezogene wissenschaftliche Lehre als Metalexikografie oder Wörterbuchforschung. Lange Zeit war das einzige verwendete Medium für die Publikation von Wörterbüchern das Papier (Printwörterbücher). Mit der weiten Verbreitung von Personal Computern wurden Wörterbücher zunehmend auch auf Diskette oder CD-ROM verbreitet (elektronische Wörterbücher). Als jüngstes Medium für die Publikation von Wörterbüchern ist das WWW als Hypertext-Schnittstelle des Internet hinzugekommen (Internetwörterbücher).

Wörterbuchtypen

Ausgehend von dem allgemeinsprachlichen Gesamtwörterbuch, das ein umfassendes Informationsprogramm für den Kern der Allgemeinsprache bietet (Beispiel: DUDEN Universalwörterbuch), kann man eine Reihe von Wörterbuchtypen unterscheiden, die im Verhältnis zu diesem Wörterbuchtyp entweder in der Lemmaauswahl oder im Informationsprogramm beschränkt sind:
- Lemmatyporientierte Spezialwörterbücher verzeichnen nur einen ausgewählten Teil der Lexik :
- Wörterbücher mit pragmatisch beschränkter Lemmaauswahl verzeichnen Teile des Wortschatzes, die pragmatisch markiert sind. Hierunter fallen u.a. Umgangssprachenwörterbücher, Neologismenwörterbücher, Fremdwörterbücher, Schimpfwörterbücher. :
- Wörterbücher mit wortgeschichtlich beschränkter Lemmaauswahl. Hierunter fallen die Lehnwörterbücher, die Erbwörterbücher und die Wörterbücher untergegangener Wörterbücher. Kriterium für die Lemmaauswahl ist eine auffällige Wortgeschichte. :
- Wörterbücher mit semantisch beschränkter Lemmaauswahl. Hierunter fallen Namenwörterbücher und Wörterbücher, die sich bestimmten semantischen Feldern widmen :
- Wörterbücher mit formal beschränkter Lemmaauswahl. Die Form des Lemmazeichens ist hier das ausschlaggebende Auswahlkriterium. Hierunter fallen u.a. Morphemwörterbücher und Abkürzungswörterbücher.
- Informationstyporientierte Wörterbücher zeichnen sich nicht durch Einschränkungen der Lemmaauswahl aus, sondern durch ein eingeschränktes Informationsprogramm :
- Syntagmatische Wörterbücher beschreiben die syntaktischen Eigenschaften lexikalischer Zeichen. Hierunter fallen u.a. die Valenzwörterbücher, Konstruktionswörterbücher und Kollokationswörterbücher. :
- Inhaltsparadigmatische Wörterbücher informieren hauptsächlich über die lexikalisch-semantischen Relationen, in denen die beschriebenen lexikalischen Einheiten zueinander stehen. Hierunter fallen die Synonymenwörterbücher, Antonymenwörterbücher, linguistischen Thesauri, Analogiewörterbücher und Bildwörterbücher. :
- Ausdrucksparadigmatisch orientierte Wörterbücher informieren über Formaspekte sprachlichen Ausdrücke. Hierunter fallen rückläufige Wörterbücher, phonologische Wörterbücher, Kreuzworträtselwörterbücher und Reimwörterbücher :
- Weitere informationstyporientierte Wörterbuchtypen sind das etymologische Wörterbuch, das Frequenzwörterbuch, das Aussprachewörterbuch und das Rechtschreibwörterbuch.
- Benutzergruppenorientierte Wörterbücher sind Wörterbücher deren Lemmaauswahl und Informationsprogramm auf einen bestimmten Typ von Benutzer zugeschnitten sind. Hierunter fallen die Lernerwörterbücher, die Grundschulwörterbücher und die Kinderwörterbücher.
- Sprachvarietätenorientierte Wörterbücher beschränken ebenfalls ihre Lemmaauswahl allerdings mit dem Anspruch, innerhalb der erfassten Varietät(en) umfassend zu sein. Hierzugehören Sondersprachenwörterbücher verschiedener Gruppen, Dialektwörterbücher und Fachwörterbücher.
- Schließlich gibt es einige Typen textbezogener Wörterbücher. Der Beschreibungsgegenstand fällt hier mit der Wörterbuchbasis zusammen. Zu diesem Wörterbuchtypen gehören die Autorenwörterbücher und die Belegstellenwörterbücher. Einen ähnlich umfassenden Anspruch wie das allgemeinsprachliche Gesamtwörterbuch haben auch die enzyklopädischen Wörterbücher und die historischen Wörterbücher. Erstere erweitern das Informationsprogramm und enzyklopädische Aspekte der Bedeutungsbeschreibung und enzyklopädierelevante Lemmata, letztere beschreiben vergangene Stadien einer Sprache. Nicht immer treten die hier beschriebenen Wörterbuchtypen in reiner Form auf. So weisen Rechtschreibwörterbücher im Deutschen meistens einen weit umfassenderes Informationsprogramm auf und unterscheiden sich in dieser Hinsicht kaum von den (kleineren) Gesamtwörterbüchern. Die Wörterbuchlandschaft verschiedener Sprachen ist recht unterschiedlich gestaltet. Einige Wörterbuchtypen dominieren den Wörterbuchmarkt, andere sind nur marginal oder gar nicht vertreten. So kennt das Englische kein Fremdwörterbuch, dessen Funktion wird teilweise von Schwierigkeitenwörterbüchern abgedeckt. Der reichhaltigen Auswahl von Lernerwörterbüchern für die englische und die französische Sprache hatte der deutsche Wörterbuchmarkt lange Zeit nicht entgegenzusetzen. Auch Neologismenwörterbücher, die im angelsächsischen Raum sehr beliebt sind, sind im deutschen Sprachraum praktisch nicht existent.

Wörterbuchbenutzung

Wörterbücher sollen dem Nutzer helfen, lexikalische Wissenslücken zu schließen. Sie müssen deshalb so strukturiert sein, dass Informationen schnell und gezielt aus ihnen entnommen werden können. Bei kommunikationsbezogenen Nachschlagehandlungen sollen punktuell Probleme gelöst werden, die für den Benutzer in einer Kommunikationssituation entstehen können. Kommunikationsbezogene Probleme können bei der Rezeption oder Produktion von Texten oder in Gesprächen auftreten. Sie können sich auf die Muttersprache oder eine erlernte Zweitsprache beziehen. Bei wissensbezogenen Funktionen soll das Wissen des Benutzers systematisch in Bezug auf ein bestimmtes Thema erweitert werden, z.B. bei der Wortschatzarbeit im Zweitsprachenunterricht. Damit ein Wörterbuch erfolgreich benutzt werden kann, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein: # der Benutzer muss das Kommunikationsproblem erkennen bzw. sich einer lexikalischen Lücke bewusst werden; # er muss beschließen, zur Behebung des Problems ein Wörterbuch zu konsultieren # er muss das relevante Lexem identifizieren (dies wird zum Problem, wenn sich der Benutzer nicht im Klaren darüber ist, ob seine Verständnislücke sich auf ein einzelnes Wort oder auf eine Redewendung bezieht), # er muss ein passendes Wörterbuch auswählen, # er muss in diesem Wörterbuch den Eintrag zum passenden Lemma finden, # er muss die Angabe im Wörterbuchartikel finden, die seine Frage beantwortet, # er muss die Informationen, die er gefunden hat, korrekt anwenden. Die Wörterbuchbenutzungsforschung beschäftigt sich mit Benutzererwartungen an Wörterbücher (welche Fragen werden in welchem Wörterbuch beantwortet) und untersucht die Bedingungen erfolgreicher Wörterbuchbenutzung. Die Erkenntnisse der Wörterbuchbenutzungsforschung fließen in das Design neuer Wörterbücher (oder existierender Wörterbücher, die in andere Medien übertragen werden) ein. Die Wörterbuchdidaktik entwickelt Methoden, durch die Lernende zu kundigen und erfolgreichen Wörterbuchbenutzern erzogen werden können.

Bedeutende Wörterbücher

Die Erstellung von Wörterbüchern und deren Produkte, die Wörterbücher selber, haben eine lange Geschichte. Im Folgenden sollen einige Meilensteine lexikografischen Schaffens erwähnt werden.

Wichtige ältere Wörterbücher zur deutschen Sprache


- Der "Adelung", Erstauflage 1781. Erstes großes allgemeinsprachliches Gesamtwörterbuch der deutschen Sprache.
- Das Deutsche Wörterbuch 1838- 1961, begonnen von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm ("Grimmsches Wörterbuch" oder DWB), das umfassendste deutsche Wörterbuch, entwickelt nach historischen Prinzipien [http://dwb.bbaw.de Neubearbeitung] 1983ff.
- Technologisches Wörterbuch von Beil, 1853, ein frühes Fachwörterbuch.
- Wörterbuch der deutschen Sprache von Daniel Hendel Sanders, 1860 - 1865
- Das Rechtschreibwörterbuch von Konrad Duden, Erstauflage 1880 von Konrad Duden. Heute wird im Deutschen der Duden als Bezeichnung für das Wörterbuch schlechthin verwendet. Gemeint ist damit fast immer das Rechtschreibwörterbuch, das mittlerweile (2004) in der 23. Auflage erschienen ist.
- Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache von Friedrich Kluge, 1883
- Deutsches Wörterbuch von Moritz Heyne, 1890 - 1895

Wichtige aktuelle Wörterbücher zur deutschen Sprache


- Großes Wörterbuch der deutschen Sprache, 10 Bände, herausgegeben vom Dudenverlag.
- Duden Universalwörterbuch, ein einbändiges allgemeinsprachliches Gesamtwörterbuch. Mittlerweile (2004) in der vierten Auflage erschienen.
- Deutsches Wörterbuch, ursprünglich herausgegeben von Wahrig, mittlerweile von Bertelsmann
- Der Dudenverlag verlegt eine mittlerweile zwölfbändige Reihe von Spezialwörterbücher. Hierzu gehören: Rechtschreibwörterbuch, Aussprachewörterbuch, Stilwörterbuch, Wörterbuch der Sprachschwierigkeiten, Bildwörterbuch, Bedeutungswörterbuch, Wörterbuch bedeutungsverwandter Wörter, Wörterbuch der Redewendungen.
- Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache [http://www.dwds.de/wdg WDG], Publikationsende 1977, herausgegeben von der Akademie der Wissenschaften der DDR. Hiervon abgeleitet wurde das von Kempcke bearbeitete Handwörterbuch der deutschen Gegenwartssprache in zwei Bänden.
- Langenscheidts Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache und das von Kempcke herausgegebene, bei de Gruyter erschienene Wörterbuch Deutsch als Fremdsprache. Mit diesen beiden Wörterbüchern konnte die Gattung des Lernerwörterbuchs auch auch für die deutsche Sprache etabliert werden.
- Das 2004 erschienene Variantenwörterbuch des Deutschen beschreibt erstmals alle Varietäten der deutschen Standardsprache.
- Wörterbuch der Sozialpolitik (auch online), ein Fachwörterbuch.
- Wörterbuch der deutschen Umgangssprache von Heinz Küpper 1987, ein Spezialwörterbuch für einen pragmatisch markierten Wortschatzausschnitt.
- Österreichisches Wörterbuch

Wichtige Wörterbücher zur älteren deutschen Sprache


- Das erste deutsche Wörterbuch war der Abrogans, ein handgeschriebenes lateinisch-althochdeutsches Wörterbuch (oder auch Glossar) aus dem 8. Jahrhundert, es gilt bisher auch als das erste deutsche Buch überhaupt. Es wurde mehrmals kopiert, jedoch ist nur noch ein Original bis heute erhalten geblieben.
- Mittelhochdeutsches Wörterbuch. Mit Benutzung d. Nachl. von Georg Friedrich Benecke ausgearb. von Wilhelm Müller und Friedrich Zarncke. Hirzel, Leipzig 1854 - 1863
- Lexer, Matthias: Mittelhochdeutsches Handwörterbuch. Zugleich als Supplement und alphabetischer Index zum Mittelhochdeutschen Wörterbuche von Benecke-Müller-Zarncke. Hirzel, 1872 - 1878
- Jelinek, Franz: Mittelhochdeutsches Wörterbuch zu den deutschen Sprachdenkmälern Böhmens und der mährischen Städte Brünn, Iglau und Olmütz. (XIII. bis XVI. Jahrhundert). Winter, Heidelberg 1911 (Germanische Bibliothek Abt. 1, Reihe 4, Bd. 3)
- Mittelniederdeutsches Handwörterbuch

Wichtige Dialektwörterbücher aus dem deutschen Sprachgebiet


- Badisches Wörterbuch (1925ff.)
- Bayerisches Wörterbuch (1995ff.)
- Brandenburg-Berlinisches Wörterbuch (1968 - 2001)
- Frankfurter Wörterbuch (1971 - 1985)
- Hamburgisches Wörterbuch
- Helgoländer Wörterbuch
- Hessen-Nassauisches Wörterbuch
- Luxemburger Wörterbuch (1954 - 1975)
- Mecklenburgisches Wörterbuch (1937 - 1992)
- Mittelelbisches Wörterbuch (2002ff.)
- Niedersächsisches Wörterbuch
- Nordfriesisches Wörterbuch
- Nordsiebenbürgisch-sächsisches Wörterbuch
- Oberharzer Wörterbuch
- Ostfränkisches Wörterbuch
- Pfälzisches Wörterbuch (1965 - 1998)
- Pommersches Wörterbuch (PWB)
- Preußisches Wörterbuch (1981 - 2005)
- Rheinisches Wörterbuch (1928 - 1971)
- Saterfriesisches Wörterbuch (1980)
- Schlesisches Wörterbuch (1963 - 1965)
- Schleswig-Holsteinisches Wörterbuch (1927 - 1935)
- Schwäbisches Wörterbuch (1904 - 1936)
- Siebenbürgisch-sächsisches Wörterbuch
- Sudetendeutsches Wörterbuch
- Südhessisches Wörterbuch
- Thüringisches Wörterbuch
- Vorarlbergisches Wörterbuch (1960 - 1965)
- Westfälisches Wörterbuch
- Wörterbuch der bairischen Mundarten in Österreich (WBÖ) (1963ff.)
- Wörterbuch der deutschen Mundarten im rumänischen Banat
- Wörterbuch der deutsch-lothringischen Mundarten (1909)
- Wörterbuch der elsässischen Mundarten (1899 - 1907)
- Wörterbuch der obersächsischen Mundarten (1978 - 2003)
- Wörterbuch der schweizerdeutschen Sprache (1881ff.)

Wichtige Fachwörterbücher in der deutschen Sprache


- Wörterbuch der Sozialpolitik (auch online)
- Deutsches Rechtswörterbuch
- Wörterbuch der deutschen Winzersprache

Wichtige ältere Wörterbücher in anderen Sprachen


- Französisch : Dictionnaire de la Langue Française von Paul-Émile Littré, erschienen 1863 - 1873
- Französisch : Dictionnaire universel contenant tous les mots français tant vieux que modernes et les termes des sciences et des arts von Antoine Furetière erschienen 1690

Wichtige aktuelle Wörterbücher in anderen Sprachen


- Englisch: Oxford English Dictionary, OED, zwanzigbändig, auch als CD- und als Onlineversion
- Englisch: Webster's Third New International Dictionary erschienen 1961 in den USA
- Französisch : Trésor de la Langue Française, Dictionnaire de la Langue du 19e et du 20e siècle, TLS, erschienen 1971-1994 in 16 Bänden, auch online
- Schwedisch: Svenska Akademiens ordbok (SAOB), 33 Bände (1893-2002)
- Schwedisch: Svenska Akademiens ordlista (SAOL), 1 Band (12. Aufl. 1998)
- Schwedisch: Nationalencyclopedins ordbok, dreibändig, (1995-1996)
- Spanisch: Diccionario de las lengulas espanola y alemana, zweibändig (4. Auflage, 1994)

Wichtige Fachwörterbücher in anderen Sprachen


- Englisch: Academic Press Dictionary of Science and Technology Herausgeber: Christopher Morris erschienen 1992 San Diego, CA (1 Band zweispaltig 2432 Seiten! 124000 Stichwörter)

Siehe auch


- Lexikon, Enzyklopädie, Fremdwort, Lehnwort, Glossar (Worterklärungsliste), Idiotikon (Mundartwörterbuch), Liste von Sprachen, Wiktionary (Wörterbuch in Wikiform)
- Weitere Wörterbücher unter Nachschlagewerke im Internet
- Wikipedia:Wikipedia ist kein Wörterbuch

Literatur


- Henning Bergenholtz / Sven Tarp: Die moderne lexikographische Funktionslehre. Diskussionsbeitrag zu neuen und alten Paradigmen, die Wörterbücher als Gebrauchsgegenstände verstehen. In: Lexikographica. Internationales Jahrbuch für Lexikographie 18/2002, 253-263.
- Stefan Engelberg / Lothar Lemnitzer: Lexikographie und Wörterbuchbenutzung. Tübingen:Stauffenburg 2001
- Csaba Földes: Was gilt als Großwörterbuch? Zur Problematik der Größenklassen von Sprachlexika. In: Korhonen, Jarmo (Hrsg.): Von der mono- zur bilingualen Lexikografie für das Deutsche. Frankfurt a.M./Berlin/Bern/Bruxelles/New York/Oxford/Wien: Lang 2001 (Finnische Beiträge zur Germanistik; 6), 31-42.
- Csaba Földes / Pál Uzonyi: Großwörterbücher mit Deutsch als Ausgangs- bzw. Zielsprache: Zur Problemlage in der Relation Deutsch-Ungarisch und Ungarisch-Deutsch. In: Deutsche Sprache 27 (1999) 4, 336-355.
- Burkhard Schaeder: Germanistische Lexikographie. Tübingen:Niemeyer 1987 (Lesenswert zur Geschichte von Lexikografie und Wörterbüchern)
- Herbert Ernst Wiegand: Wörterbuchforschung : Untersuchungen zur Wörterbuchbenutzung, zur Theorie, Geschichte, Kritik und Automatisierung der Lexikographie. Berlin/New York:de Gruyter, 2000.

Weblinks


- Linkliste von Nachschlagewerken (Zweisprachig, Mehrsprachig, Portale, Wörterbücher zur Offline-Benutzung)
- http://www.vein.hu/german/grosswoerterbuch.html — Lexikographische Überlegungen zu Großwörterbüchern
- [http://www.vistawide.com/books/testing_a_dictionary.htm Zweisprachige Wörterbücher] Kriterien zur Auswahl der besten zweisprachichen Wörterbücher [englisch] Kategorie:Linguistik Kategorie:Lexikografie KAtegorie:Wörterbuch ja:辞典 ko:사전