Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Thüringisch-Obersächsische Dialektgruppe

Thüringisch-Obersächsische Dialektgruppe

Thüringisch-Obersächsisch ist eine Dialektgruppe des Mitteldeutschen, deren Dialekte ursprünglich nur Thüringisch genannt wurden und heute umgangssprachlich - aber sprachwissenschaftlich falsch - als Sächsisch bekannt sind. Thüringisch-Obersächsisch wird überwiegend in den Bundesländern Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen gesprochen.

Besonderheiten

Es gibt im thüringisch-obersächsischen Sprachraum starke regionale Unterschiede, die auf die Ausgleichssprache (Kolonialdialekt) der im Mittelalter eingewanderten Franken und Sachsen (Nieder-Sachsen) zurückgehen, deren Ostkolonisation etwa um 1100 begann. Sprachformen des "Meißner Kanzleideutsch" und reichlich mittelhochdeutsches Wortgut war die Schriftsprache von Martin Luther, die als wesentliche Grundlage der hochdeutschen Sprache gilt. Gekennzeichnet ist das Thüringisch-Obersächsische durch eine Entrundung der Vokale, Lenisierung der Konsonanten "p", "t" und "k", eine stark differenzierte Aussprache des G-Lautes (vor allem in den sachsen-anhaltischen und nordthüringischen Gebieten) und eine regional sehr unterschiedlich ausgeprägte melodische Betonung im Satz. Die zweite deutsche Lautverschiebung kam in diesem Raum in sehr von einander abweichenden Positionen im Hinblick auf einzelne Elemente zum Stehen. Basilekte werden kaum noch gesprochen. Die fließend erscheinenden Übergangsstufen zwischen Dialekt und Standarddeutschem, also Formen des Mesolektes, können sich auf bis zu fünf oder sieben belaufen.
- Zum G-Laut: Man sagt, die Magdeburger sprechen das G auf 5 verschiedene Arten, aber G ist nicht dabei!
Diese 5 Arten kommen zum Beispiel vor in der Wortgruppe "Vogelgesang in Magdeburg".
(Sprich: Voreljesank in Machteburch. Das r wird nicht "gerollt" sondern gerieben (Frikativ, vgl. Niederländisch), das erste ch ist am weichen Gaumen, das zweite "vorn" (am harten Gaumen) zu sprechen: []

Thüringisch-Obersächsische Dialekte

Das "Linguasphere Register" (Ausgabe 1999/2000, Seite 431-432) führt zwölf thüringisch-obersächsische Dialekte auf:
- Eichsfeldisch (Thüringen: Heilbad Heiligenstadt-Leinefelde-Worbis-Mühlhausen, Hessen: Eschwege-Bad Sooden-Allendorf-Witzenhausen)
- Nordthüringisch (Thüringen: Nordhausen-Bad Frankenhausen-Sondershausen, Sachsen-Anhalt: Sangerhausen-Harzgerode-Stolberg (Harz), Niedersachsen: Bad Lauterberg-Bad Sachsa)
- Westthüringisch (Thüringen: Eisenach-Bad Liebenstein-Bad Salzungen-Ruhla)
- Zentralthüringisch (Thüringen: Erfurt-Sömmerda-Bad Langensalza-Gotha-Friedrichroda-Ilmenau)
- Nordostthüringisch (Thüringen: Artern, Sachsen-Anhalt: Halle-Merseburg-Bernburg)
  - Mansfeldisch (Sachsen-Anhalt: Hettstedt-Mansfeld-Eisleben)
- Ilmthüringisch (Thüringen: Königsee-Bad Blankenburg-Rudolstadt-Weimar-Jena-Apolda, Sachsen-Anhalt: Bad Bibra)
- Ostthüringisch (Thüringen: Eisenberg-Altenburg, Sachsen-Anhalt: Zeitz-Naumburg-Hohenmölsen)
- Südostthüringisch (Thüringen: Saalfeld-Gera-Greiz-Neustadt-Bad Lobenstein, Sachsen: Mühltroff-Elsterberg, Bayern: Ludwigsstadt-Teuschnitz)
- Anhaltisch (Sachsen-Anhalt: Magdeburg-Burg-Zerbst-Dessau-Köthen-Bernburg-Staßfurt-Aschersleben)
- Osterländisch (Sachsen: Leipzig-Eilenburg-Torgau, Sachsen-Anhalt: Wittenberg-Bitterfeld-Wolfen-Jessen, Brandenburg: Herzberg-Bad Liebenwerda-Elsterwerda): Der osterländische Dialekt hat sich unter dem Einfluss der niederdeutschen Besiedlung Sachsens zwischen dem 11. und 13 Jahrhundert herausgebildet.
- Meißenisch (Sachsen): Der meißnische Dialekt hat sich unter dem Einfluss der mitteldeutschen Besiedlung Sachsens zwischen dem 11. und 13 Jahrhundert herausgebildet.
  - Nordmeißenisch (Grimma-Döbeln-Riesa)
  - Nordostmeißenisch (Lommatzsch-Großenhain)
  - Westmeißenisch (Mittweida-Rochlitz-Borna)
  - Südmeißenisch (Oederan-Frankenberg-Hainichen-Freiberg)
  - Südostmeißenisch (Dippoldiswalde-Freiberg-Meißen-Radeburg-Pirna-Bad Schandau)
- Nordböhmisch (bis 1945 im Norden des heutigen Tschechien: innerhalb dessen im Raum um Tetschen-Aussig-Teplitz) Das sich im östlichen Kursachsen und in der Lausitz vermischende Meißenische und Ostmitteldeutsche nahmen auch die im Land verbliebenden Slawen an; lediglich in der Lausitz wird noch eine westslawische Sprache, das Sorbische, bis in unsere Zeit gesprochen. Andererseits wanderte slawisches Wortgut ins Deutsche (zum Beispiel Grenze), so dass auch das Sorbische seinen Anteil an der Ausbildung des Thüringisch-Obersächsischen hat. Meißenisch und Osterländisch (nicht Sächsisch, da sächsisch/niedersächsisch die Sprache des Stammes der Sachsen ist) findet gelegentlich Anwendung im Kabarett sowie bei Comedians. Es wird eingesetzt, um Personen aus der DDR darzustellen oder um die nicht wenigen kulturell-mentalen, meist politisch-historisch bedingten Differenzen zwischen dem ehemaligen Preußen (Berlin und Brandenburg) und Kursachsen (mit den kulturellen Zentren Dresden, Leipzig und Chemnitz) sketchhaft zu skizzieren. Nicht selten sind die Sprecher jedoch keine gebürtigen Kursachsen und imitieren das Meißenische oder Osterländische in unterschiedlicher Qualität, somit wird dadurch ein falsches Bild dieses Sprachgebietes auf der Bühne und in den Medien gezeigt. Dabei galt das Thüringisch-Obersächsische - insbesondere das Anhaltische, Nordthüringische und Eichsfeldische - in den vergangenen Jahrhunderten lange Zeit als vorbildlich für die hochdeutsche Aussprache.

Weblinks


- [http://www.personal.uni-jena.de/~x8wisu/woerterbuch/index.php Homepage der Arbeitsstelle Thüringisches Wörterbuch, Jena] (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
- [http://www.personal.uni-jena.de/~x8wisu/woerterbuch/dialektgebiete/index.html Thüringer Dialektgebiete] (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
- [http://www.personal.uni-jena.de/~x8wisu/woerterbuch/materialien/sprachaufnahmen/index.html Sprachaufnahmen aus Thüringen] (Friedrich-Schiller-Universität Jena)
- [http://www.staff.uni-marburg.de/~naeser/dial-aud.htm Dialektproben]
- [http://www.uni-marburg.de/dsa Deutscher Sprachatlas]

Siehe auch

Geschichte Sachsens, Geschichte Sachsen-Anhalts, Geschichte Thüringens, Geschichte Preußens, Deutsche Sprache, Germanische Sprachen Kategorie:Dialekt

Mitteldeutsch

Das Mitteldeutsche (gelegentlich auch Zentraldeutsch) zählt zur Sprachfamilie des Hochdeutschen. Im Mitteldeutschen, das im Gebiet zwischen der Benrather Linie im Norden und der Mainlinie im Süden gesprochen wird, erfolgte die Zweite Lautverschiebung teilweise, im Oberdeutschen dagegen vollständig, im Niederdeutschen überhaupt nicht. Zum Mitteldeutschen zählen die westmitteldeutsche und die ostmitteldeutsche Sprache mit folgenden Dialektgruppen:
- Westmitteldeutsch
  - Mittelfränkisch
    - Ripuarisch, auch Ripuarisch-Fränkisch (Nordrhein-Westfalen, Ostbelgien; u.a. Kölsch, Eischwiele Platt)
    - Moselfränkisch (Nordrhein-Westfalen (Siegerland), Rheinland-Pfalz und nordwestliches Saarland)
      - Letzebuergesch, auch Luxemburgisch (Luxemburg, Belgien (Areler Land) und Frankreich)
  - Rheinfränkisch
    - Lothringisch (Frankreich (Département Moselle))
    - Pfälzisch
      - Westpfälzisch (Rheinland-Pfalz (Westpfalz) und südöstliches Saarland)
      - Vorderpfälzisch (Vorderpfalz und Frankreich (nördliches Elsass))
      - Kurpfälzisch (Baden-Württemberg (Kurpfalz) und Südhessen)
  - Hessisch
    - Hessisch-Nassauisch (Hessen, Rheinland-Pfalz (Rheinhessen) und Bayern (Unterfranken))
    - Niederhessisch (Hessen (um Kassel, Fulda, Bad Hersfeld) und westliches Thüringen)
- Ostmitteldeutsche Sprache
  - Thüringisch (Thüringen, Sachsen, südwestliches Sachsen-Anhalt, Hessen und Niedersachsen (Eichsfeld))
  - Südmärkisch (Berlin und Brandenburg)
  - Obersächsisch, umgangssprachlich Sächsisch (Sachsen, Brandenburg, südliches Sachsen-Anhalt, ehemals Schlesien (Schlesisch) und Sudetenland (Nordböhmisch etc.))
    - Lausitzisch (Sachsen (Oberlausitz) und Brandenburg (Niederlausitz))
- Übergangsbereich zwischen dem oberdeutschen und mitteldeutschen Sprachraum (Sprachwissenschaftler ordnen Ost- und Südfränkisch häufig dem Oberdeutschen zu.)
  - Ostfränkisch (Bayern (Ober-, Mittel- und Unterfranken), Baden-Württemberg (Region Heilbronn-Franken), Thüringen südlich des Rennsteigs, Sachsen (Erzgebirge und Vogtland) und ehemals westliches Sudetenland (Tschechien))
    - Mainfränkisch (umgangssprachlich auch als Fränkisch bekannt)
  - Südfränkisch, auch Nordbadisch oder Süd-Rheinfränkisch (Baden-Württemberg um Karlsruhe, Heilbronn, Pforzheim)

Siehe auch


- Niederdeutsche Sprache
- Oberdeutsch
- Fränkische Sprache
- Rheinischer Fächer
- Thüringisch-Obersächsische Dialektgruppe

Weblinks


- [http://www.uni-marburg.de/dsa Deutscher Sprachatlas]
- [http://www.koelsch-akademie.de Kölsch-Akademie] Kategorie:Dialekt

Dialekt

Der Ausdruck Dialekt (von griech. dialegomai: miteinander reden) kann auf zweierlei Weise definiert werden: # Als jedwede regionale Varietät (Linguistik) (z.B. Standardsprache, Standarddialekt, Nationalvarietät, ein regionaler Dialekt). # Als diejenigen regionalen Varietäten, die nicht die Kriterien einer Ausbausprache erfüllen (bzw. Standardsprache oder Hochsprache). Dialekte (nach beiden Definitionen) können sich auf allen linguistischen Ebenen unterscheiden. Im Folgenden wird "Dialekt" im Sinne der zweiten Definition aufgefasst. Vom Begriff Dialekt ist der Begriff Akzent abzugrenzen. Akzent bezieht sich lediglich auf die phonologischen Charakteristiken der Aussprache. So kann ein Bayer Hochdeutsch mit einem bairischen Akzent sprechen, aber nicht mit einem "bairischen Dialekt". Derjenige Teil der Sprachwissenschaft, der sich mit der traditionellen Beschreibung der Dialekte befasst, heißt Dialektologie. In der neueren Linguistik befasst sich auch die Soziolinguistik mit Dialekten. Der Begriff Dialekt wurde von Philipp von Zesen durch den Ausdruck Mundart eingedeutscht.

Abgrenzung Sprache – Dialekt

Es gibt keine eindeutigen Kriterien zur Unterscheidung von Dialekt und Sprache. Da die eigene Sprache zur eigenen Identität gehört, ist die Unterscheidung zwischen Dialekt und Sprache auch für viele Nichtlinguisten eine wichtige Frage und wird oft sehr emotional diskutiert. Dies liegt daran, dass in der Bezeichnung Dialekt für viele eine gewisse Minderwertigkeit mitklingt im Gegensatz zu einer "richtigen" Sprache. Überdies kann die Unterscheidung von Dialekt und Sprache von der politischen Situation abhängen (z. B. Serbokroatisch). Aus diesen Gründen ist sie häufig sehr umstritten und wird nach verschiedenen, sich teilweise widersprechenden Überlegungen durchgeführt. In der historisch ausgerichteten deutschen Dialektologie war die Unterscheidung von Dialekt und Sprache vergleichsweise unproblematisch, da die Dialekte auf die alten deutschen Stammessprachen zurückgeführt wurden. Die neuere Linguistik versucht, sich nach Möglichkeit aus der emotionalen Kontroverse zwischen Dialekt und Sprache herauszuhalten. Zur Vermeidung des oft negativ konnotierten Begriffs des Dialekts ist der Begriff der Varietät geschaffen worden.

Gegenseitige Verständlichkeit

Oft wird die gegenseitige Verständlichkeit als Kriterium zur Abgrenzung von Dialekt und Sprache genannt. Die genaue Bestimmung der gegenseitigen Verständlichkeit ist jedoch auch in der Linguistik umstritten. Die gegenseitige Verständlichkeit ist nur ein graduelles Kriterium, da es zwischen vollständiger gegenseitiger Verständlichkeit und Unverständlichkeit eine große Bandbreite von teilweiser Verständlichkeit gibt. Auch hängt sie nicht nur von persönlichem Hintergrund (z. B. Fremdsprachenkenntnisse oder Ferienaufenthalte) und Begabung einzelner Sprecher ab, sondern auch von der Bereitschaft, einander verstehen zu wollen. Oft ist es auch so, dass keine Gegenseitigkeit gewährleistet ist. Beispielsweise versteht ein Sprecher des Walliserdeutschen ein standarddeutsches Gespräch viel besser als umgekehrt ein Sprecher des Standarddeutschen ein walliserdeutsches.

Ausbausprache, Abstandsprache

Der Soziolinguist Heinz Kloss hat die Termini Ausbausprache und Abstandsprache eingeführt, um besser beschreiben zu können, welche Varietäten als eigenständige Sprache gelten. Eine Varietät ist dann eine Ausbausprache, wenn sie als standardisierte schriftliche Form verwendet wird, und zwar nicht nur in der Belletristik, sondern auch z.B. in der wissenschaftlichen Fachliteratur. Ausbausprachen sind beispielsweise das Standarddeutsche oder das Niederländische. Keine Ausbausprachen sind beispielsweise das Bairische, das Meißenische oder das Schweizerdeutsche. Problematisch ist, dass eine gewisse minimale Verschiedenheit gegeben sein muss. So gilt z. B. das Schweizer Hochdeutsch nicht als eigene Ausbausprache, das Luxemburgische hingegen schon. Eine Varietät ist dann eine Abstandsprache, wenn sie linguistisch sehr deutlich von einer anderen abweicht. Als typisches Beispiel gilt das Baskische, das ganz klar eine Abstandsprache des spanischen ist. Nach ebendiesem Kriterium gilt auch das Sorbische als eine Abstandsprache des Deutschen. Problematisch ist die Bestimmung der deutlichen linguistischen Abweichung. Auch das Begriffpaar Ausbausprache - Abstandsprache kann die geläufige Unterscheidung von Dialekt und Sprache nicht in allen Fällen begründen. So gilt das Niedersächsische weder als eigene Abstandsprache noch — im Gegensatz zum Mittelniederdeutschen — als Ausbausprache, obwohl es in der EU-Charta der Minderheitssprachen als eigenständige Regionalsprache anerkannt worden ist.

Zitate

Beim Dialekt fängt die gesprochene Sprache an. (Johann Wolfgang von Goethe) Jede Region liebt ihren Dialekt, sei er doch eigentlich das Element, in welchem diese Seele ihren Atem schöpfe. (Johann Wolfgang von Goethe) Die politische Seite der Abgrenzung Dialekt – Sprache wird deutlich in einem Linguistenwitz in dem Artikel von Max Weinreich Der yivo un di problemen fun undzer tsayt (Der Yivo und die Probleme unserer Zeit): Eine Sprache ist ein Dialekt mit einer Armee und einer Marine (A shprakh iz a diyalekt mit an armey un a flot. in Yivo-bleter, 1945, vol. 25, Nr. 1, S. 13). (Die ursprüngliche Quelle ist aber unklar.)

Siehe auch:


- Soziolekt, Basilekt, Mesolekt, Akrolekt, Register, Dialektgruppe, Dialektkontinuum
- Substandard
- Germanische Sprachen
- Sprachgebrauch in Österreich, Österreichisches Wörterbuch
- Kolonialdialekt
- Deutschsprachiger Raum, Deutsche Mundarten
- »BRD-Sprache« und »DDR-Sprache«

Weblinks


- [http://members.tripod.com/~radde/Mundarten.html Deutsche Mundarten der Gegenwart]
- [http://ka.stadtwiki.net/Mundartlexikon Mundartlexikon im Karlsruher Stadtwiki]
- [http://woerterbuch.saarlaendisch.de/ http://woerterbuch.saarlaendisch.de Saarländisches Mundartwörterbuch]
- [http://www.linguasphere.net/secure/ip/pdf/zones/52.pdf "The Linguasphere Register", Zone 52- Germanische Sprachen]
- [http://www.diwa.info 'Digitaler Wenker-Atlas': Karten zu Dialektphänomenen]. Nur mit Login-Anmeldung
- [http://library.uwsp.edu/aschmetz/German_Resources/WAFLT2000/German_dialects.htm Viele Links, auch zu Hörbeispielen]
- [http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/dial-aud.htm Hörbeispiele zu deutschen Dialekten als Real-Audio-Dateien]
- [http://www.genealogienetz.de/misc/dialect_gross.html Dialektkarte - Die deutschen Mundarten um 1965]
- [http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/ma-spr.htm Diskussion Dialekt vs. Sprache]
- [http://grimm.adw-goettingen.gwdg.de/wbuecher/ Dialektwörterbücher]
- [http://www.sprachatlas.de/ Forschungsinstitut für deutsche Sprache]
- [http://psb1.uibk.ac.at/retti/oewb/ Österreichisches Wörterbuch]
- [http://teaching.schule.at/cybercollege/lernplattform/dialekt/ Pinzgauer Dialektlexikon]
- [http://members.aol.com/lorenzgunar/Oertel/ErzgebirgischeMundart Die erzgebirgische Mundart oder de arzgebirgsche Sproch]
- [http://www.abc.krieewelsch.de/ Krieevelsch Wörterbuch online]
- [http://www.plautdietsch-freunde.de Plautdietsch - Plattdeutsch der Russland-Mennoniten]
- [http://homepages.compuserve.de/balesmanfred1/buch.htm Moselfränkisches Wörterbuch]
- [http://www.arl.lvr.de/FachDez/Kultur/Landeskunde/Alltagskultur/kompetenz/Sprache/ Dialekt- und Sprachforschung am Amt für rheinische Landeskunde] mit vielen Karten und Hörbeispielen
- [http://www.wiebel.de/arbeiten.php Varietäten im Wandel], Diachrone Darstellung deutscher Dialekttheorien des 20. Jh.
- [http://staff-www.uni-marburg.de/~naeser/ld00.htm "Lautdenkmal reichsdeutscher Mundarten" (1936/37)] ! Kategorie:Soziolinguistik Dialekte als:Dialekt ja:方言 ko:방언

Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt ist ein Bundesland in Deutschland. Die Landeshauptstadt ist Magdeburg, angrenzende Bundesländer sind Niedersachsen, Brandenburg, Sachsen und Thüringen. Die Einwohner werden „Sachsen-Anhalter“ und fälschlicherweise auch „Sachsen-Anhaltiner“ genannt. Das Eigenschaftswort lautet entweder „sachsen-anhaltisch“ oder „sächsisch-anhaltisch“.

Geografie

Mittelgebirge und Berge

Das größte Mittelgebirge ist der Harz in dem auch die höchste Erhebung von Sachsen-Anhalt und von Norddeutschland liegt: Dies ist mit 1.141,1 m ü. NN der Brocken. Für weitere Berge siehe: Liste der Berge und Erhebungen in Sachsen-Anhalt

Gewässer

Flüsse

Die nachfolgenden Flüsse und/oder Ströme durchfließen Sachsen-Anhalt ganz oder nur teilweise; bekannte Fließgewässer (mit jeweiliger Gesamtlänge) sind:

Seen

Talsperren

Landesstruktur

Die Gegend des heutigen Sachsen-Anhalt war im frühen Mittelalter einer der kulturellen Schwerpunkte im deutschsprachigen Raum, die heutige Landeshauptstadt Magdeburg war schon damals eines der wichtigsten politischen Zentren im Heiligen Römischen Reich. Von der früheren Bedeutung der gesamten Region zeugen heute die für das Land typischen, gut erhaltenen Baudenkmäler aus der Zeit der Romanik und der Gotik (Siehe auch: Straße der Romanik) wie die Dome von Magdeburg und Halberstadt, die Quedlinburger Altstadt, viele Burgen und alte Kirchen. Sachsen-Anhalt ist laut Landesmarketinggesellschaft das Bundesland mit der höchsten Dichte an UNESCO-Weltkulturerben in Deutschland: Hierzu zählen das Bauhaus in Dessau, die Lutherstädte Wittenberg und Eisleben, die Altstadt von Quedlinburg und der Schlosspark von Wörlitz. Prägend für die hiesigen Ortschaften und Städte sind neben verwinkelten Fachwerkaltstädten und eng bebauten Dörfern - ebenfalls oft mit Fachwerkarchitektur und sehenswerten alten Dorfkirchen - auch Gebäude aus der Zeit der preußischen Provinz Sachsen, die als reichste Provinz des Landes galt. Im Norden wird die sachsen-anhaltische Landschaft von Flachland geprägt. Hier in der Altmark befinden sich alte Hansestädte wie Salzwedel, Stendal und Tangermünde. Den Übergang von der Altmark zur fruchtbaren, waldarmen Magdeburger Börde bilden die Colbitz-Letzlinger Heide und der Drömling. Wichtige Städte in der Magdeburger Börde sind Haldensleben, Oschersleben (Bode), Wanzleben, Schönebeck (Elbe) und Aschersleben sowie die Landeshauptstadt Magdeburg, von der die Region ihren Namen ableitet. Im Südwesten liegt der Unterharz mit dem Harzvorland und Städten wie Wernigerode, Quedlinburg oder Halberstadt. An der Grenze zum Freistaat Sachsen befindet sich der Ballungsraum Halle (Saale)-Merseburg-Bitterfeld (auch „Chemiedreieck“ genannt), der bis ins sächsische Leipzig reicht. In der Vergangenheit war hier die Chemieindustrie mit ihrem wirtschaftliche Schwerpunkt in Leuna ansässig. An der Saale und der Unstrut, wo sich ein Weinanbaugebiet befindet, liegen Naumburg (Saale), Zeitz und Freyburg (Unstrut). Schließlich gehört zu Sachsen-Anhalt noch die im Osten gelegene drittgrößte Stadt des Landes, die alte anhaltische Residenzstadt Dessau und ein Teil des Flämings.

Bevölkerung

Die Bevölkerung setzt sich ursprünglich aus Niedersachsen (Ostfalen), Brandenburgern und Thüringern zusammen. Hinzu kommen jedoch viele Zugezogene aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands und ihre Nachkommen, geschichtlich bedingt hauptsächlich aus der ehemaligen DDR, sowie viele Aussiedler aus Russland, Kasachstan und der Ukraine. Vergleichsweise klein ist der Anteil an Bürgern ausländischer Herkunft.

Religion

Bedingt durch die atheistische Ausrichtung der DDR gehören nur 36% (rund 950.000) der Einwohner einer Konfession an, davon sind rund 650.000 evangelisch (uniert) (Kirchenprovinz Sachsen, Evangelische Landeskirche Anhalts) und 100.000 römisch-katholisch (Bistum Magdeburg). 80.000 gehören anderen Kirchen an und 45.000 anderen Religionen (Judentum, Islam, Mandäismus). Seit 2004 erholt sich in Sachsen-Anhalt die evangelisch-lutherische und die evangelisch-reformierte Kirche, was durch einen langsamen Zustrom gezeigt wird. Offiziell bezeichnen sich 57% als gläubig, auch wenn sie konfessionslos sind. Im Vergleich zu vielen anderen Bundesländern ist der Anteil islamischer Bürger sehr gering.

Wirtschaft und Verkehr

Wirtschaft

Die Region um Halle (Saale) bildet zusammen mit dem in Sachsen liegenden Leipzig eine wirtschaftliche Schwerpunktregion. Hier laufen verschiedene Verkehrsströme zusammen. Traditionell befindet sich in der Gegend ein Schwerpunkt von Chemie- und Erdölindustrie („Chemiedreieck“, Leuna). In Leuna wurden in den letzten Jahren die größten Auslandsinvestitionen von ganz Ostdeutschland getätigt. Ein weiterer wirtschaftlicher Schwerpunkt ist die günstig zwischen Hannover und Berlin gelegene Landeshauptstadt Magdeburg. Insgesamt hat Sachsen-Anhalt große Schwierigkeiten bei der Umstrukturierung der Industrie. So kam es zu vielen Firmenschließungen (Waggonbau Halle-Ammendorf), was eine hohe Arbeitslosigkeit (zeitweise die höchste in der Bundesrepublik Deutschland) zur Folge hat.
- Siehe auch Tourismus in Sachsen-Anhalt

Wasserstraßen

Durch Sachsen-Anhalt verlaufen mit der Elbe, dem Mittellandkanal und dem Elbe-Havel-Kanal wichtige Wasserstraßen, die sich bei der Landeshauptstadt Magdeburg am Wasserstraßenkreuz treffen.

Schienenverkehr

Durch das Land verläuft in Ost-West-Richtung die Fernverbindung (Ruhrgebiet-) Hannover - Magdeburg - Berlin (-Warschau), durch Halle und Dessau verläuft ein Zweig der Verbindung Erfurt-Berlin. Daneben bestehen noch Hauptstrecken, die Magdeburg mit Halle und Dessau verbinden. Hinzu kommt ein Netz von Nebenstrecken, u. a. das Netz der Harzer Schmalspurbahnen. In den Großräumen Magdeburg und Halle existieren S-Bahnen (S-Bahn Magdeburg, S-Bahn Leipzig-Halle).

Flugverkehr

Im Unterschied zu anderen deutschen Bundesländern hat Sachsen-Anhalt keinen Verkehrsflughafen. Zwischen Halle und Leipzig befindet sich auf sächsischem Gebiet der Flughafen Leipzig-Halle. Bei Magdeburg liegt der Flugplatz Magdeburg. In der Nähe der Stadt Aschersleben gibt es den Flughafen Cochstedt, der seit Jahren eher durch finanzielle Probleme im Gespräch und momentan nicht in Betrieb ist.

Straßennetz

In Ost-West-Richtung verläuft die A 2 Hannover - Berlin durch das Land. Ergänzt wird das Fernstraßennetz durch die Nord-Süd-Autobahn 14 von Magdeburg über Halle nach Dresden. Geplant ist eine Verlängerung dieser Autobahn nach Norden über Stendal, Osterburg (Altmark) und Wittenberge (Brandenburg) zum Dreieck Schwerin (Altmark-Autobahn). Durch Sachsen-Anhalt verläuft die Ferienstraße der Romanik, die wegen des großen romanischen Erbes dieser Landschaft eingerichtet wurde.

Geschichte

Zur Geschichte des Gebietes vor 1944 siehe unter Provinz Sachsen und Anhalt, Hauptartikel siehe unter Geschichte Sachsen-Anhalts Im Juli 1944 wurde die vormalige preußische Provinz Sachsen, bestehend aus den Regierungsbezirken Magdeburg, Merseburg und Erfurt aufgeteilt: Es entstanden die Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg, der Regierungsbezirk Erfurt wurde dem Reichsstatthalter Thüringen unterstellt. 1945 wurden die beiden Provinzen, ferner der Freistaat Anhalt (um Dessau), die braunschweigische Enklave Calvörde und der östliche Teil des Kreises Blankenburg im Harz, auch vorher dem Freistaat Braunschweig zugehörig, sowie die thüringische Enklave Allstedt von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) zur neuen Provinz Sachsen vereinigt. Der Name wurde im gleichen Jahr noch in Provinz Sachsen-Anhalt geändert. 1947 erfolgte nach der Auflösung von Preußen die Umbenennung in Land Sachsen-Anhalt. Landeshauptstadt wurde Halle, da Magdeburg zu dieser Zeit wegen der starken Kriegszerstörungen die Haupststadtfunktion nicht wahrnehmen konnte. Das Land hatte eine Größe von 24.576 km². 1952 wurde im Rahmen der Verwaltungsreform in der DDR das Land de facto aufgelöst (de jure bestand es noch einige Jahre weiter) und in die zwei Bezirke Halle und Magdeburg aufgeteilt. Dabei geschahen Grenzbereinigungen, bei denen einzelne Städte und Gemeinden von den Nachbarkreisen eingegeliedert oder ausgegliedert wurden, wodurch sich die Bezirksgrenzen gegenüber den ehemaligen Landesgrenzen verschoben. 1990 erfolgte die Neubildung des Landes Sachsen-Anhalt mit den ehemaligen Bezirksterritorien Halle, ohne den Kreis Artern, und Magdeburg sowie den Kreis Jessen. Landeshauptstadt wurde Magdeburg.

Politik

Sachsen-Anhalt hatte in der ersten Zeit nach seiner (Wieder-)Gründung 1990 auf Grund von Korruptions- oder Stasivorwürfen unter häufigen Regierungswechseln zu leiden. Weitere Probleme entstanden durch die schlechte wirtschaftliche Lage des ehemaligen Schwerpunktgebietes chemischer Industrie in der DDR. Von 1994 bis 2002 wurde das Land von Reinhard Höppner (SPD) regiert. Die FDP erreichte 1990 mit 13,4 % der Stimmen ihr bestes Ergebnis in Ostdeutschland. Bündnis90/Die Grünen blieben hinter solchen Ergebnissen stets zurück. Erst mit der Landtagswahl 2002 fiel die vorher regierende SPD mit zweistelligen Verlusten hinter die CDU und PDS zurück und wurde nur drittstärkste Partei im Landtag. Bei der Landtagswahl 1998 errang die als rechtsextrem geltende DVU aus dem Stand 12,9 %, was von vielen Menschen mit Besorgnis aufgenommen wurde. Die DVU ist mittlerweile durch interne Streitigkeiten zerbrochen und nicht mehr im Landtag vertreten. Bei der Landtagswahl 2002 erreichte die FDP ein Ergebnis von 13,2 %. Diese großen Schwankungen zeigen ein ausgeprägtes Wechselwählerverhalten der Bevölkerung. Am 23. Januar 2005 fand im Land ein Volksentscheid zur Kita-Betreuung statt. Dieser scheiterte an niedriger Wahlbeteiligung sowie an mangelnder Zustimmung zu den Änderungsvorschlägen des das Begehren betreibenden Bündnisses. Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt:
- 21.07.1947 - 13.08.1949: Erhard Hübener LPD
- 13.08.1949 - 23.07.1952: Werner Bruschke SED Zwischen 1952 und 1990 war das Land Sachsen-Anhalt aufgelöst.
- 28.10.1990 - 04.07.1991: Dr. Gerd Gies, CDU
- 04.07.1991 - 28.11.1993: Professor Dr. Werner Münch, CDU
- 02.12.1993 - 21.07.1994: Dr. Christoph Bergner, CDU
- 21.07.1994 - 16.05.2002: Dr. Reinhard Höppner, SPD
- seit dem 16.05. 2002: Professor Dr. Wolfgang Böhmer, CDU Bisherige Landesregierungen:
- 2002 - heute: Koalition CDU/FDP
- 1998 - 2002: SPD (Minderheitsregierung, toleriert durch PDS)
- 1994 - 1998: Koalition SPD/Grüne (Minderheitsregierung, toleriert durch PDS)
- 1990 - 1994: Koalition CDU/FDP

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 1995 Stichtag 31. Dezember):
- 1990 - 2.890.474
-
- 1995 - 2.738.928
- 2000 - 2.615.375
- 2001 - 2.580.626
- 2002 - 2.548.911
- 2003 - 2.522.941
- 2004 - 2.494.437
- 3. Oktober Der zahlenmäßige Bevölkerungsrückgang in Sachsen-Anhalt setzt sich fort und ist in erster Linie auf die sehr geringe Anzahl Lebendgeborener zurückzuführen. Trotz eines seit 1994 zu verzeichnenden leichten Anstieges der Geborenenzahlen erreichte die Reproduktionsquote nur etwa 50 Prozent. Die 3. Regionalisierte Bevölkerungprognose für Sachsen−Anhalt bis 2020 des Statistischen Landesamtes Sachsen−Anhalt berechnet folgende Einwohnerzahlenentwicklung:
- 2008 - 2.371.775
- 2012 - 2.271.098
- 2016 - 2.169.511
- 2020 - 2.055.585

Verwaltungsgliederung

Ehemalige Regierungsbezirke

Sachsen-Anhalt bestand bis 2003 aus den drei Regierungsbezirken:
- Dessau
- Halle und
- Magdeburg Zum 1. Januar 2004 wurden die Regierungsbezirke aufgelöst. Die Arbeit der Regierungspräsidien übernahm das für das gesamte Bundesland eingerichtete Landesverwaltungsamt mit Sitz in Halle (Saale).

Landkreise

Bei der ersten Kreisgebietsreform am 1. Juli 1994 wurden aus vormals 37 Landkreisen und 3 kreisfreien Städten 21 neue Landkreise gebildet. Drei Städte haben den Status einer kreisfreien Stadt behalten. Im Frühjahr 2005 hat die Landesregierung eine Neuordnung und Vergrößerung der Landkreise initiiert um die Zahl der Landkreise auf ca. 10 zu reduzieren. Derzeit unterteilt Sachsen-Anhalt sich in 21 Landkreise ([http://www.sachsen-anhalt.net/rcs/LSA/pub/Ch1/fldr9sdusd9av/hiddenfld00ncowwa9c/pgnxr0w1c6sf/index.jsp 1])

Kreisfreie Städte

und drei kreisfreie Städte:
- Dessau (DE)
- Halle (Saale) (HAL)
- Magdeburg (MD)

Kreisreform

Am 1. Juli 2007 soll eine erneute Kreisreform erfolgen, bei der aus den bisherigen 21 Landkreisen 11 neue Landkreise entstehen. Die neuen Kreisnamen und Sitze der Kreisverwaltungen wurden bereits festgelegt. Fraglich ist jedoch noch, ob im Falle eines möglichen Regierungswechsels nach der Landtagswahl im März 2006 von der dann neuen Regierung Veränderungen vorgenommen werden, z. B. bei den neuen Landkreisen Anhalt-Jerichow und Anhalt-Wittenberg. Landkreise:
- Burgenlandkreis: Landkreis Weißenfels + Burgenlandkreis, Kreisstadt: Naumburg
- Saalekreis: Landkreis Merseburg-Querfurt + Saalkreis, Kreisstadt: Merseburg
- Landkreis Mansfeld-Südharz: Landkreis Mansfelder Land + Landkreis Sangerhausen, Kreisstadt: Sangerhausen
- Harzkreis: Landkreis Halberstadt + Landkreis Quedlinburg + Landkreis Wernigerode, Kreisstadt: Halberstadt
- Salzlandkreis: Landkreis Aschersleben-Staßfurt + Landkreis Bernburg + Landkreis Schönebeck, Kreisstadt: Bernburg
- Landkreis Anhalt-Bitterfeld: Landkreis Bitterfeld + Landkreis Köthen, Kreisstadt: Köthen
- Landkreis Anhalt-Wittenberg: Landkreis Wittenberg + Landkreis Anhalt-Zerbst (südöstlicher Teil), Kreisstadt: Wittenberg
- Landkreis Anhalt-Jerichow: Landkreis Jerichower Land + Landkreis Anhalt-Zerbst (nordwestlicher Teil), Kreisstadt: Burg bei Magdeburg
- Bördekreis: Ohrekreis + Bördekreis, Kreisstadt: Haldensleben Der Altmarkkreis Salzwedel und der Landkreis Stendal bleiben in ihrem bisherigen Zuschnitt bestehen. kreisfreie Städte:
- Dessau-Roßlau (neuer Name der Stadt Dessau nach der Eingemeindung der Stadt Roßlau (Elbe))
- Halle (Saale)
- Magdeburg

Städte und Gemeinden

Siehe auch: Liste der Orte in Sachsen-Anhalt

Regionen


- Altmark
- Anhalt
- Colbitz-Letzlinger Heide
- Drömling
- Dübener Heide
- Fiener Bruch
- Fläming
- Goldene Aue
- Großes Bruch
- Harz
- Huy
- Magdeburger Börde
- Ostfalen
- Saale-Unstrut-Region
- Wische

Sprache

In Sachsen-Anhalt wird heute ein stark vom Thüringisch-Obersächsischen geprägtes Hochdeutsch mit spezifischen Wendungen aus dem Mark-Brandenburgischen gesprochen. In der Altmark trifft man sehr selten bei älteren Sprechern noch auf die Ostniederdeutsche Sprache, ansonsten wird hier der Mark-Brandenburgische Dialekt gesprochen. Siehe auch: Dialekte in Sachsen-Anhalt

Küche

Siehe unter: Sachsen-Anhaltische Küche

Sonstiges


- Lied für Sachsen-Anhalt (Regionalhymne)
- Liste der Berge und Erhebungen in Sachsen-Anhalt Siehe auch Portal:Sachsen-Anhalt

Weblinks


- [http://www.sachsen-anhalt.de/ Landesportal Sachsen-Anhalt]
- [http://www.stadtplandienst.de/sachsenanhalt.asp Sachsen-Anhalt im Deutschen Stadtplandienst]
- [http://www.stala.sachsen-anhalt.de/gk/fms/fms2b.htm Wahlergebnisse (Landeswahlleiter)]
-
als:Sachsen-Anhalt ja:ザクセン=アンハルト州 ko:작센안할트 주 simple:Saxony-Anhalt

Thüringen

Thüringen ist ein Bundesland und zugleich einer von drei Freistaaten in Deutschland. Angrenzend sind die Bundesländer Sachsen im Osten und Südosten, Sachsen-Anhalt im Norden und Nordosten, Niedersachsen im Nordwesten, Hessen im Westen sowie Bayern im Süden.

Geografie

Thüringen liegt in der Mitte Deutschlands und grenzt an die Länder Hessen (270 km), Bayern (381 km), Sachsen (265 km), Sachsen-Anhalt (296 km) und Niedersachsen (112 km). Der Freistaat Thüringen gehört zusammen mit Sachsen-Anhalt und Sachsen zu Mitteldeutschland. Wegen seines Waldreichtums wird Thüringen auch das „Grüne Herz Deutschlands“ genannt. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung Thüringens beträgt 160 km, die maximale West-Ost-Ausdehnung 198 km. Thüringen wird von den Autobahnen 4, 9, 38, sowie 71 und 73 durchzogen. An der A 4 liegen wie an einer Perlenkette aufgereiht von West nach Ost die Städte Eisenach, Gotha, Erfurt, Weimar, Jena und Gera. Der Süden des Landes wird dominiert vom Thüringer Wald, der sich von Eisenach bis Sonneberg durch das Land zieht. Nördlich davon liegt das Thüringer Becken. Nach Osten schließt sich an den Thüringer Wald das Thüringer Schiefergebirge an. Im Norden reicht der Freistaat bis an den Harz. Weitere Gebirge und Höhenzüge sind die Rhön, der Dün, der Kyffhäuser und der Hainich. Die wichtigsten Flüsse Thüringens sind die Saale, die Ilm, die Werra, die Unstrut und die Weiße Elster. Der höchste Berg Thüringens ist mit 982,9 m der Große Beerberg (weitere Berge siehe Liste der Berge in Thüringen), die tiefste Stelle liegt mit 114 m am Unstrutflutgraben bei Wiehe.

Staatsaufbau

Allgemein

Der gesamte Staatsaufbau Thüringens basiert auf der Verfassung des Freistaates Thüringen von 1993. Laut der Verfassung ist Thüringen ein Land der Bundesrepublik Deutschland. Es ist ein demokratischer, sozialer und dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen des Menschen verpflichteter Rechtsstaat (Art. 44). Artikel 45 besagt, dass alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht und dass das Volk seinen Willen durch Wahlen, Volksbegehren und Volksentscheid verwirklicht.

Legislative

Die Legislative steht dem Thüringer Landtag zu. Im Weiteren besteht die Möglichkeit der aktiven Teilnahme an der Legislative des Volks durch Volksentscheid. Der Landtag wird alle fünf Jahre nach dem Personalisierten Verhältniswahlrecht neu gewählt. Momentan haben 88 Abgeordnete einen Sitz im Landtag. Siehe auch: Wahlergebnisse und Landesregierungen in Thüringen seit 1990.

Exekutive

Die Exekutive besteht aus dem Ministerpräsidenten und den Ministern. Der Ministerpräsident wird vom Landtag mit der Mehrheit seiner Mitglieder ohne Aussprache in geheimer Abstimmung für die gesamte Legislaturperiode gewählt. Der Ministerpräsident ernennt und entlässt die Minister. Er bestimmt außerdem einen Minister zu seinem Stellvertreter. Der Landtag kann den Ministerpräsidenten nur durch ein konstruktives Misstrauensvotum absetzen. Seit 1999 ist in Thüringen eine Alleinregierung der CDU im Amt, die bei der Landtagswahl 2004 ihre absolute Mehrheit knapp verteidigen konnte. Die derzeitigen Regierungsmitglieder sind:
- Thüringer Ministerpräsident: Dieter Althaus
- Thüringer Finanzministerin und Stellvertretende Ministerpräsidentin: Birgit Diezel
- Thüringer Innenminister: Dr. Karl Heinz Gasser
- Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt: Dr. Volker Sklenar
- Thüringer Kultusminister: Prof. Dr. Jens Goebel
- Thüringer Justizminister: Harald Schliemann
- Thüringer Minister für Soziales, Familie und Gesundheit: Dr. Klaus Zeh
- Thüringer Minister für Wirtschaft und Arbeit: Jürgen Reinholz
- Thüringer Minister für Bau und Verkehr: Andreas Trautvetter
- Thüringer Minister für Bundes- und Europaangelegenheiten in der Staatskanzlei: Gerold Wucherpfennig Die derzeitigen Staatssekretäre sind:
- Thüringer Finanzministerium: Dr. Rainer Spaeth (bis 31. Juli 2005 Michael Schneider)
- Thüringer Innenministerium: Stefan Baldus
- Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt:Christian Juckenack
- Thüringer Kultusministerium: Prof. Dr Walter Bauer-Wabnegg und Kjell Eberhardt
- Thüringer Justizministerium: Manfred Scherer
- Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit: Stephan Illert
- Thüringer Ministerium für Wirtschaft und Arbeit: Dr. Jürgen Aretz
- Thüringer Ministerium für Bau und Verkehr: Roland Richwien

Judikative

Die Judikative wird vom Verfassungsgerichtshof und von den weiteren Gerichten des Landes ausgeübt. Der Verfassungsgerichtshof besteht aus einem Präsidenten und acht weiteren Mitgliedern. Die ordentliche Gerichtsbarkeit gliedert sich in das Thüringer Oberlandesgericht in Jena, die Landgerichte in Erfurt,Gera, Mühlhausen und Meiningen sowie die nachgeordneten Amtsgerichte.

Geschichte

Die Geschichte Thüringens wird im Hauptartikel Geschichte Thüringens dargestellt.

Chronologie


- bis 531: Die Besiedlung Thüringens erfolgt zunächst durch die Kelten, später dann durch verschiedene Germanenstämme (z.B die Hermunduren). Es bildet sich ein Königreich Thüringen heraus, mit einer Ausdehnung von der Elbe bis zur Donau, wobei enge Verbindungen bestehen mit dem Ostgotenreich Theodorichs.
- 531: kommt es nach der verlorenen Schlacht an der Unstrut (vermutlich bei Burgscheidungen) zur Unterwerfung durch die Franken, östlich der Saale siedeln sich Sorben (Slawen) an, somit fällt der Teil Thüringens aus der Frankischen Herrschaft heraus.
- nach 650: Die Franken beginnen Thüringen zu einer Grenzmark mit Grafschaftsverfassung auszubauen. Nicht ganz geklärt ist, ob Thüringen zwischenzeitlich ein Herzogtum war. Gleichzeitig beginnt um 700 die planmäßige Christianisierung Thüringens durch die Franken, wobei hier besonders der heilige Bonifatius hervorstach.
- nach 800: Wiederholt kommt es zu Einfällen der Sorben, die dadurch benötigten Befugnisse der thüringischen Herrscher zur Verteidigung ermöglicht eine Weiterentwicklung zum Markherzogtum (Herscher z.B.: Thakulf bis 873, Ratolf bis ?, Poppo bis 892, und Burchard bis um 910). In Friedenszeiten tritt Erfurt als Handelspunkt hervor.
- um 900: Thüringen gerät unter die Oberhoheit Sachsens durch Heinrich, Herzog von Sachsen und späteren König Heinrich den I.
- um 1000: Mehrere Grafengeschlechter konkurrieren um die Vorherrschaft in Thüringen, keines kann sich durchsetzen (Grafen von: Weimar-Orlemünde, Tonna-Gleichen, Käfernburg-Schwarzburg). Einzig von Bedeutung ist hier das Geschlecht der Ludowinger, dessen Begründer Ludwig der Bärtige um 1074? die Schauenburg bei Friedrichroda bauen lässt.
- 1067: Ludwig der Springer, Sohn von Ludwig dem Bärtigen, verlegt seinen Stammsitz auf die Wartburg und beginnt selbige auf den Status auszubauen, der heute noch zu sehen ist. Später gilt die Wartburg als die Hauptburg der Ludowinger.
- 1131: Der Sohn Ludwigs des Springers, Ludwig I., erhält die Landgrafenwürde auf dem Reichstag zu Goslar durch Kaiser Lothar III. Die nun folgende Zeit der Ludowinger als Landgrafen ist eine der bekanntesten in der Geschichte des Landes (Sängerkrieg auf der Wartburg. In diese Zeit fällt auch das Wirken der heiligen Elisabeth).
- 1247: Mit Heinrich Raspe stirbt der letzte Ludowinger. Thüringen fällt an die Wettiner.
- 1485: Mit der Leipziger Teilung der wettinischen Gebiete fällt Thüringen an die Linie der Ernestiner.
- 1521/22: Aufenthalt Martin Luthers auf der Wartburg, wo er als "Junker Jörg" unter dem Schutz der Weimarer Fürsten vor der Verfolgung des Papstes das Neue Testament übersetzte und damit die Grundlage einer einheitlichen deutschen Schriftsprache schuf.
- 1525: Thüringen ist ein Zentrum des Deutschen Bauernkrieges.
- 1546/47: Schmalkaldischer Krieg
- ab 1572: Mehrere Jahrhunderte währende Erbteilungen des Landes führen zu einer Vielzahl von entstandenen und wieder aufgelösten Fürstentümern.
- 1794-1805: Zeit der Weimarer Klassik als Blütezeit der deutschen Literatur
- 1806: Schlacht bei Jena und Auerstedt
- 1817: Wartburgfest der Burschenschaften
- 1. Mai 1920: Das Land Thüringen entsteht aus dem Zusammenschluss der sieben Volks- beziehungsweise Freistaaten der ehemaligen Großherzog- beziehungsweise Fürstentümer Sachsen-Weimar-Eisenach, Sachsen-Gotha (ohne Coburg, dieses schloss sich Bayern an), Sachsen-Altenburg, Sachsen-Meiningen, beiden Fürstentümern Reuß j.L. und Reuß ä.L., die sich 1919 zum Volksstaat Reuß vorab vereinigt hatten, Schwarzburg-Rudolstadt und Schwarzburg-Sondershausen. Zum Freistaat Preußen gehörten weiterhin dessen Regierungsbezirk Erfurt mit diversen Exklaven wie Schleusingen und Ziegenrück, sowie der Kreis Herrschaft Schmalkalden der preußischen Provinz Hessen-Nassau.
- 23. Januar 1930: Erste völkisch-nationalsozialistische Regierung in Deutschland (Baum-Frick-Regierung)
- 1932-1945: Regierung der NSDAP in Thüringen
- 1. Juli 1944: Unterstellung der Regierungsbezirks Erfurt der aufgelösten Provinz Sachsen unter die Verwaltung des Reichsstatthalters für Thüringen in Weimar.
- 1945-1952: Bildung des Landes Thüringen innerhalb der Sowjetischen Besatzungszone beziehungsweise der DDR, bestehend aus dem Land Thüringen von 1920, jedoch ohne die Exklaven Allstedt und Ostheim, ferner aus dem Gebiet des früheren preußischen Regierungsbezirkes Erfurt und der Herrschaft Schmalkalden.
- 1952-1990: Aufteilung Thüringens in die Bezirke Erfurt, Gera und Suhl.
- 1990: Neubildung des Freistaates Thüringen, bestehend aus den Bezirken Erfurt, Gera und Suhl sowie unter Einbeziehung der Kreise Altenburg, Artern und Schmölln, mit Josef Duchač als erstem Ministerpräsidenten.

Die Regierungschefs von Thüringen

Vorsitzenden des Staatsministeriums von 1920 bis 1933:
- 1920 - 1921: Dr. Arnold Rudolf Paulssen, DDP
- 1921 - 1924: August Frölich, SPD
- 1924 - 1928: Dr. Richard Leutheußer, DVP
- 1928 - 1930: Dr. Arnold Rudolf Paulssen, DDP
- 1930 - 1932: Erwin Baum, ThLB
- 1932 - 1933: Fritz Sauckel, NSDAP Ministerpräsident von 1933 bis 1945:
- 1933 - 1945: Willy Marschler, NSDAP Reichsstatthalter von 1933 bis 1945:
- 1933 - 1945: Fritz Sauckel, NSDAP Regierungspräsidenten von 1945 bis 1952:
- 1945: Hermann Brill
- 1945 - 1947: Rudolf Paul, SPD/SED
- 1947 - 1952: Werner Eggerath, SED Ministerpräsidenten von 1990 bis heute:
- 1990 - 1992: Josef Duchač, CDU
- 1992 - 2003: Dr. Bernhard Vogel, CDU
- 5. Juni 2003 - heute: Dieter Althaus, CDU

Wirtschaft

In Thüringen werden vor allem Glas, Keramik, Spielwaren, Holz und Textilien und viele Produkte aus der Metallverarbeitung hergestellt. Die meisten Arbeiter sind in Eisenach und Walthershausen im Maschinen- und Fahrzeugbau beschäftigt, aber auch in der Kleineisen- und Werkzeugproduktion. Von Bedeutung sind auch Elektrotechnik und Gerätebau in Erfurt, Eisenach, Ruhla, Suhl und Meiningen. Der Sitz des Unternehmens Jenoptik (früher Carl Zeiss Jena) in Jena macht die Stadt weltweit für seinen Präzisionsgerätebau bekannt. Im Thüringer Becken, in der Orlasenke und im Gebiet südlich von Altenburg wird viel Ackerbau betrieben. Angebaut werden vor allem Weizen, Gerste und Zuckerrüben, im Untereichsfeld und im Werragebiet vielfach sogar Tabak. In den Flusstälern wachsen Obst und Gemüse und in Erfurt waren Blumenzucht und Gemüseanbau die Grundlage für die deutschlandweit bekannte Erfurter Saatzucht. Der Tourismus ist aber ein genauso wichtiger Wirtschaftszweig für das Bundesland. Die Erholungsgebiete befinden sich hauptsächlich im Thüringer Wald und im Thüringer Schiefergebirge. Zahlreiche Wanderwege erschließen diese Gebirge. Der etwa 160 km lange Fernwanderweg „Rennsteig“, der auf dem Kamm des gesamten Thüringer Waldes und des Thüringer Schiefergebirges entlangführt, bietet sehr gute Fernsichten. Ein bekanntes Wintersportzentrum ist Oberhof, welches ca. 10 km nördlich von Suhl liegt. Die soziale Marktwirtschaft hat mit der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion und dem Beitritt zur Bundesrepublik 1990 die sozialistische Zentralverwaltungswirtschaft in Thüringen abgelöst. Dieser tief greifende Umstrukturierungsprozess löste in verschiedenen Branchen Krisen aus und führte zu hohen Arbeitslosenraten. Zwei Drittel der alten Arbeitplätze Thüringens fielen zwischen 1989 und 1995 der politischen und wirtschaftlichen Wende zum Opfer.

Verwaltungsgliederung

Die Geschichte der Verwaltungsgliederung Thüringens wird im entsprechenden Zusatzartikel dargestellt. Seit der Kreisreform vom 1. Juli 1994 ist der Freistaat Thüringen in 17 Landkreise unterteilt. Es gibt außerdem sechs kreisfreie Städte.

Landkreise

:in Klammern: Kreisstadt (sofern anderslautend als Landkreis) und Kfz-Kennzeichen kreisfreie Städte # Altenburger Land (Altenburg) (ABG) # Eichsfeld (Heilbad Heiligenstadt) (EIC) # Gotha (GTH) # Greiz (GRZ) # Hildburghausen (HBN) # Ilm-Kreis (Arnstadt) (IK) # Kyffhäuserkreis (Sondershausen) (KYF) # Nordhausen (NDH) # Saale-Holzland-Kreis (Eisenberg) (SHK) # Saale-Orla-Kreis (Schleiz) (SOK) # Saalfeld-Rudolstadt (Saalfeld/Saale) (SLF) # Schmalkalden-Meiningen (Meiningen) (SM) # Sömmerda (SÖM) # Sonneberg (SON) # Unstrut-Hainich-Kreis (Mühlhausen) (UH) # Wartburgkreis (Bad Salzungen) (WAK) # Weimarer Land (Apolda) (AP)

Kreisfreie Städte

Städte und Gemeinden

Es gibt in Thüringen 998 selbstständige Städte und Gemeinden. Zum großen Teil sind diese jedoch Mitglieder von Verwaltungsgemeinschaften.

Größte Städte

¹ Bildung der Gemeinde am 16. März 2004

Regionen

Sprache

Es gibt keinen einheitlichen thüringischen Dialekt, vielmehr ist das Gebiet des heutigen Bundeslands Thüringen, auch auf Grund seiner Geschichte, in sprachlicher Hinsicht stark differenziert. Thüringisch wird nördlich des Rennsteigs gesprochen. Südlich dieses als Sprachscheide fungierenden Mittelgebirgszugs herrscht fränkisch geprägte Mundart vor. Auch im Südosten Thüringens, entlang der Grenze zu Bayern befindet sich ein streifenförmiges fränkisch beeinflusstes Mundartgebiet, welches erst weiter nördlich ins Thüringische übergeht. Weitere kleinräumige Dialektgebiete in Thüringen befinden sich im Südwesten, im Gebiet um Vacha, wo in einigen Orten hessischer Dialekt gesprochen wird. Im Norden Thüringens, nördlich von Worbis und südlich von Duderstadt (Niedersachsen) wird in einer Anzahl von Orten, die sich nördlich der ik-ich- Linie befinden, niederdeutscher Dialekt, genauer Ostfälisch, gesprochen. [http://www.personal.uni-jena.de/~x8wisu/woerterbuch/materialien/karten/index.html Hier] findet man Abbildungen, welche die sprachlichen Verhältnisse in Thüringen illustrieren. Nähere Informationen zu den sprachlichen Gegebenheiten in Thüringen liefern die [http://www.uni-jena.de/thwb Webseiten der Arbeitsstelle Thüringisches Wörterbuch, Jena]

Kultur

Kulinarische Spezialitäten

Thüringisch Die als deftig geltende Thüringer Küche ist vor allem für Thüringer Klöße, die Thüringer Rostbratwurst und das Thüringer Rostbrätl bekannt. Regionale Spezialitäten sind der Mutzbraten und der Schmandkuchen.

Besondere Sehenswürdigkeiten


- Weimar, die Stadt der deutschen Klassik
- Wartburg
- Rennsteig im Thüringer Wald
- Saalfelder Feengrotten
- Deutsches Spielzeugmuseum
- Naturpark Obere Saale
- Kyffhäuserdenkmal
- Barbarossahöhle
- Oberweißbacher Bergbahn
- Mon plaisir – Puppenmuseum in Arnstadt
- Blick vom Emberg zum Thüringer Wald [http://www.fotocommunity.de/pc/pc/mypics/468966/display/1701904]
- Erlebnisbergwerke in Sondershausen (mit Kahnfahren, Kegeln oder Moutainbikefahren unter Tage in ca. 700 m Tiefe) und Merkers (mit dem größten untertägigen Schaufelradbagger der Welt und Kristallgrotte)
- Possen bei Sondershausen mit dem Possenturm, dem höchstem Fachwerkturm Deutschlands
- Nationalpark Hainich
- Erfurter Dom
- Bunkermuseum in Frauenwald
- Ruine Brandenburg/Werratal

Religion

Auf dem Gebiet des heutigen Thüringens ist der christliche Glauben durch die Missionierung des Heiligen Bonifazius eingezogen. Nach der Reformation sind fast alle Gebiete evangelisch geworden. Nur das Eichsfeld und Erfurt blieben katholische Hochburgen. 8,2 % der Bevölkerung gehören der Römisch-katholischen Kirche an (Stand: 2003).

Siehe auch


- Portal:Thüringen
- Geschichte Thüringens
- Liste der Orte in Thüringen
- Liste bedeutender Thüringer
- Thüringische Staaten

Weblinks


-
- [http://www.thueringen.de Freistaat Thüringen]
- [http://www.thueringen.info Urlaub im Freistaat Thüringen]
- [http://www.tls.thueringen.de Thüringer Landesamt für Statistik]
- [http://www.wahlen.thueringen.de/WahlSeite.asp Wahlergebnisse (Landeswahlleiter)]
ja:テューリンゲン州 ko:튀링겐 주 simple:Thuringia

Franken (Volk)

Zu den Franken (wörtlich: die Freien) im ethnologischen Sinn zählt man gewöhnlich die westgermanischen Stämme der
- Salfranken (seit 420) (ungleich Salier)
- Ripuarier (bzw. Rheinfranken),
- Chamaven,
- Chattuarier,
- Sigambrer (bzw. Sugambrer),
- Brukterer,
- Usipiter,
- Ampsivarier
- später auch die Chatten (heute Hessen)

Geschichtlicher Abriss

Seit etwa 200 n. Chr. begannen sich einige der kleinen westgermanischen Stämme entlang der römischen Grenze, etwa die Usipiter, Tenkterer, Sugambrer und Brukterer, zu einem größeren Stammesverband zusammenzuschließen, der sich selbst als "die Franken" (= die Freien, Kühnen) bezeichnete. Die Franken wurden erstmals um 250 n. Chr. als Francii von römischen Quellen erwähnt, anlässlich eines ihrer vielen Raubzüge über die Grenze in die römische Provinz Gallien hinein. Während der Völkerwanderung drangen diese Stämme in Gebiete ein, die heute dem fränkischen Sprachraum zugeordnet werden (Region Franken in Nord-Bayern und Nord-Württemberg, Süd-Thüringen, Hessen, Nord-Baden, Rheinland-Pfalz, das nördliche Elsass, Lothringen, Saarland, Luxemburg, das Rheinland, die deutschsprachigen Gebiete Ostbelgiens, der Niederrhein, Limburg, Holland, Seeland, Brabant sowie Flandern). Siehe dazu auch Spätantike. Zu Beginn des 5. Jahrhunderts befand sich das Zentrum der Frankensiedlungen in und um Köln. Im Jahr 420 überschritt (nach viel späteren und unzuverlässigen Quellen) Herzog Pharamond mit seinen Anhängern den Rhein Richtung Westen und begründete damit die, in den folgenden Jahrhunderten noch bedeutsame, Teilung der Franken in die westlichen Salfranken und die östlichen Rheinfranken. Die archäologischen Quellen weisen dagegen auf eine zunächst friedliche, allmähliche Aufnahme ins römische Gallien, wo sie als laeti bzw. foederati angesiedelt wurden. Der Zug der Franken nach Südwesten wurde vermutlich auch durch die Wanderung der Angelsachsen nach England um 450 über die heutige niederländische Küste und entsprechende Konflikte mit den fränkischen Bewohnern ausgelöst. Zur Großmacht wurden die Franken durch die Eroberungen des Merowingers Chlodwig I., der nacheinander das nordgallische Reich des Syagrius, die Alamannen und die Westgoten besiegte und somit die Grenze des Frankenreichs bis zu den Pyrenäen vorschob. Entscheidend war auch der Übertritt Chlodwigs, und mit ihm weiter Teile seines Volkes, zum katholischen Christentum. Seine Söhne setzten seine Eroberungen fort, indem sie Burgund und das Thüringerreich dem Frankenreich angliederten, sodass ihr Reich im wesentlichen die Gebiete des heutigen westlichen Deutschlands, der Beneluxstaaten und Frankreichs umfasste. Chlothar I. vereinigte noch einmal das Frankenreich, unter seinen Söhnen kam es dann zur Bildung der fränkischen Teilreiche Austrasien und Neustrien, was die spätere Teilung im (Vertrag von Verdun 843) vorwegnahm, der zur Entstehung der Staaten Frankreich und Deutschland (deutscher Sprachraum) führte, wobei die politischen Grenzen bis in die Neuzeit zumeist keine Mundartgrenzen (Sprachgrenzen) waren.

heutiger Abriss

In großen Teilen Frankreichs und dem eher romanisch-keltisch geprägten Südteil Belgiens (Wallonien) ging die fränkische Sprache verloren, das Altfranzösische setzte sich durch; der Name Frankreich (France) blieb als einziges Relikt des Frankenreiches erhalten. Von der fränkischen Kultur blieb nur noch wenig übrig, unter anderem das Fränkische Gehöft. Als Franken werden heute nur noch Leute bezeichnet, die fränkische Mundarten innerhalb des deutschstämmigen Sprachraums sprechen.

Literatur


- Erich Zöllner: Geschichte der Franken bis zur Mitte des 6. Jahrhunderts, auf der Grundlage des Werkes von Ludwig Schmidt unter Mitwirkung von Joachim Werner neu bearbeitet, München 1970. Standardwerk.
- Die Franken. Wegbereiter Europas. 5. bis 8. Jahrhundert. Mainz, 1997. - 2. durchges. und erg. Aufl.

Verwandte Artikel


- Fränkisches Reich
- Geschichte Frankreichs
- Herzogtum Franken
- Franken (Region)
- Fränkische Sprache
- Niederfränkisch
- Moselfränkische Dialektgruppe
- Ostfränkische Dialektgruppe
  - Mainfränkische Dialekte
- Ripuarische Franken

Weblinks


- [http://www.franken-im-mittelalter.de/ Edel und Frei. Franken im Mittelalter] (Website zur Landesausstellung 2004 in Forchheim) ! Kategorie:Germanischer Stamm als:Franken (Volk) ja:フランク人

Sachsen (Volk)

Die Sachsen sind die Angehörigen eines westgermanischen Stammesverbands, der seit dem 2. und 3. Jahrhundert den Nordwesten der heutigen Bundesrepublik Deutschland und den Osten der heutigen Niederlande bewohnt. Genauer gesagt waren die germanischen Stämme der Sachsen (sh. niedersächsischer Sprachraum), im niederdeutschen Gebiet zwischen Zuiderzee (heute IJsselmeer) und Pommern zuhause. Zur Klarstellung sei gesagt, dass der heutige Freistaat Sachsen (historisch auch Kursachsen bzw. Obersachsen) mit dem Volk der Sachsen nichts gemein hat und den sächsischen Namen nur aufgrund historischer Namensverschiebungen trägt; seine Bewohner, die sich fälschlicherweise umgangssprachlich als Sachsen bezeichnen, gehören zum mittelhochdeutschen Dialektraum. In den darauffolgenden Jahrhunderten eroberten sächsischen Stämme weite Teile Niederdeutschlands (heute Nordwestdeutshland und östliche Niederlande) und gliederten die dort lebenden germanischen Stämme ihrem Stammesverband ein, zuletzt im 6. und 7. Jahrhundert das Hamaland (heutiges Westmünsterland), das Land der Brukterer (heutiges Münsterland und nördliches Ruhrgebiet). Später unterschied man drei Teilstämme bzw. Stammesgruppen. Die Herkunft der Stammesbezeichnung ist nicht gänzlich geklärt. Es wird aber angenommen, dass die antiken Autoren, die den Begriff aufbrachten – die Eigenbezeichnung des Volkes war möglicherweise eine ganz andere – den Namen von dem typischen Hiebmesser der Sachsen, dem Sax abgeleitet haben. Neuerdings wird aber auch vermutet, die Sachsen könnten neben Wodan ab dem 4. Jahrhundert verstärkt auch einen Saxnoth genannten Gott verehrt haben. Das Siedlungsgebiet umfasst grob die östlichen Niederlande, das heutige Westfalen, Niedersachsen mit Ausnahme des von Friesen bewohnten Landesteils, Holstein, Mecklenburg und den Norden von Sachsen-Anhalt (vom Ijsselmeer bis Pommern). Sachsen, Angeln und Jüten wanderten im 3. bis 5. Jahrhundert in den südlichen Teil der britischen Hauptinsel ein (s. auch ->Hengist und ->Horsa) – das heutige Großbritannien (Angelsachsen) – und wurden dort zu den dominierenden Kulturen. So wurde im keltischen und irischen Sprachgebrauch der Stammesname (irisch Sasana 'England', Sasanach 'Engländer, gaelisch Sasunn 'England', Sasunnach 'englisch') für die heutigen Engländer verwendet. Das heutige England lässt sich allerdings klar von den Angeln ableiten. Von der Völkerwanderung kaum berührt, bewahrten die Sachsen bis zur Unterwerfung durch Karl den Großen die alte germanische Stammesverfassung ohne König, mit der Versammlung der Freien in Marklo, dem Thing, zur Regelung aller politischen Angelegenheiten. Herzöge übernahmen nur in Kriegszeiten Führungsrollen.

Die sächsischen Teilstämme

In der historischen Literatur kommen immer wieder die 4 Bezeichnungen sächsischer Teilstämme vor. Ob es sich dabei nicht auch um die fränkische Einteilung in Verwaltungsprovinzen handelt, ist noch nicht geklärt. Auf jeden Fall ist der Begriff "Ostfalen" erst im 12. Jh. aufgekommen.

Westfalen

Die Westfalen lebten hauptsächlich zwischen Weser und Rhein, ihr Name hat die Bedeutung "Westmänner" oder "Westsachsen"

Ostfalen, eigentlich Saxoniae Orientalis

Die Ostfalen ("Ostmänner") lebten zwischen Weser und Elbe. Dieses Gebiet wurde erst im 7.-10. Jh. besiedelt.

Engern

Die Engern nahmen in Sachsen offenbar eine zentrale Stellung ein. Sie lebten an der Weser, zwischen Ost- und Westfalen. In ihrem Gebiet liegt die Stätte der jährlichen Versammlung von Marklo an der Weser. Der Name der Engern (lateinisch Angarii) scheint die verkürzte Form des Namens der Angrivarier zu sein, die demnach einen wichtigen Teilstamm der Sachsen bildeten.

Nordalbingier

Wie der Name (lateinisch albis Elbe) schon zeigt, lebten die Nordalbingier nördlich der Elbe und im Lande Hadeln. Der östliche Teil dieses Gebietes ging im 9. Jh. größtenteils an die von Osten einwandernden Slawen verloren.

Geschichte


- 200 bis 400 Die Sachsen breiten sich von Holstein kommend nach Süden aus und erreichen über das Elbe-Weser-Dreieck (siehe: Geschichte Hadelns) Westfalen und Ostfalen.
- 300 bis 500 Sachsen segeln gemeinsam mit Angeln und Jüten nach Britannien und verschmelzen dort zu den Angelsachsen.
- Um 450 werden von den Briten weitere Sachsen zum Schutz gegen die schottischen Pikten angeworben.
- 477 Gründung des Königreiches Sussex (= Süd-Sachsen).
- Um 500 wird das Königreich Essex gegründet (= Ost-Sachsen).
- Um 530 erreichen die Sachsen den Rhein.
- 531 zerschlagen festländische Sachsen und Franken gemeinsam das Königreich Thüringen in der Schlacht bei Burgscheidungen. Der Norden nördlich des Harzes wird sächsisch, der Süden fränkisch. Diese These ist allerdings sehr umstritten und ist wahrscheinlich einer Fehlinterpretation mittelalterlicher Chroniken geschuldet. Vielmehr scheinen die Sachsen infolge der Zerschlagung des Thüringer Königreiches mit in eine lose Abhängigkeit des Frankenreiches gelangt zu sein.
- 568 24.000 Sachsen ziehen mit den Langobarden nach Italien, kehren aber schon bald wieder zurück, worauf es zum Streit mit den in die ehemals sächsischen Wohnsitze angesiedelten Sueben kommt.
- Ab 596 werden die britischen Sachsen zum Christentum bekehrt. Die Festlands-Sachsen bleiben bei ihrem alten Glauben.
- Vermutlich im 6. Jahrhundert Gründung des Königreiches Wessex (= West-Sachsen).
- Im 7. Jahrhundert beginnen die Sachsen, Herzöge zu wählen, angeblich zunächst nur in Kriegszeiten. Diese Verwaltungshierarchie könnte aber durchaus auch auf eine fränkische Oberherrschaft hindeuten, da die Bezeichnungen der Herzöge ausschließlich in fränkischen Quellen überliefert sind. Die wahrscheinlich fränkischen Herzöge versuchen immer mehr Autonomie zu erlangen und stellten sich an die Spitze des Widerstandes gegen die unter den Pippiniden ausgerufene Christianisierung aller Landesteile, so auch der der Sachsen.
- 738: erster Versuch der festeren Unterwerfung unter die fränkische Krone durch Pippin der Jüngere
- 772 bis 804: Der Versuch der Einführung des Christentums in die größtenteils schon abhängigen Gebiete, führte zu einem mehr als dreißig Jahre dauernden Krieg Sachsenkriege Karls des Großen
- 772 Eroberung der sächsischen Eresburg und Zerstörung des wichtigsten religiösen Zentrums der sächsischen Religion, der Irminsul. Der alte Glaube wird von den christlichen Okkupatoren als Heidentum betrachtet.
- 775 Zweiter Feldzug der Franken. Eroberung der strategisch wichtigen sächsischen Sigiburg hoch über der Ruhr.
- 777 beruft Karl eine erste fränkische Reichsversammlung in Paderborn ein, mitten im Land der vermeintlich besiegten Sachsen. Doch das gescheiterte Engagement Karls in Spanien lässt die Sachsen ihren Unabhängigkeitskampf unter der Führung Herzog Widukinds wiederaufnehmen.
- 785: Die Taufe des sächsischen Herzog Widukind leitet die Christianisierung der Sachsen ein.
- 794 Entscheidende Schlacht auf dem Sindfeld.
- 799 findet erneut eine Reichsversammlung in Paderborn als Machtdemonstration statt. Die Sachsen sind endgültig besiegt. Ab 804: Eingliederung der Sachsen in das Reich Karls des Großen als Herzogtum Sachsen, bestehend aus den Teilen Engern, Westfalen, Ostfalen und Nordalbingien. Mit Heinrich I. wurde 919 ein Sächsischer Herzog deutscher König. Ihm folgten die ersten deutschen Kaiser Otto der Große, Otto II. und Otto III. Die Epoche der Kaiser aus dem Hause der Liudolfinger endete mit dem Tod Heinrichs II. 1024. Während dieses Jahrhunderts lag der politische und kulturelle Schwerpunkt des Reichs im Gebiet der Sachsen. Nach der Achtserklärung Heinrichs des Löwen 1180, wegen dessen Weigerung dem Kaiser Friedrich Barbarossa Heerfolge nach Italien zu leisten, zerschlug der Kaiser das alte Herzogtum Sachsen. Westfalen wurde in kirchlichen Besitz übergeben, Heinrich dem Löwen blieben Braunschweig und Lüneburg, die Fürsten und Bischöfe wurden für reichsunmittelbar erklärt, der Name Herzogtum Sachsen haftete nur noch einem kleinen Landesteil an der Elbe an. Am 6. Januar 1423 wurde dieser Teil dem Markgrafen von Meißen, Friedrich dem Streitbaren verliehen. Da der Herzogtitel die höhere Würde besaß, führte dieser von nun an den Titel "Herzog von Sachsen", wodurch der heutige Freistaat Sachsen seine Bezeichnung bekam. Deren Bewohner gehören ursprünglich zum germanischen Volksstamm der Thüringer. Dieses neue Herzogtum Sachsen wurde danach lange als Obersachsen bezeichnet, das Land mit dem Volksstamm der Sachsen als Niedersachsen. Diese Bezeichnung wurde bei der Auflösung Preußens nach dem Zweiten Weltkrieg als Name des heutigen Bundeslandes wiederbelebt. Auch die Westfalen sind Niedersachsen.

Sprachen

#Die niedersächsischen Sachsen sprachen Altsächsisch, das zu den altniederdeutschen Sprachen gehört, siehe auch Niedersächsische Sprache. Ihre Sprache bildete als Angelsächsisch die Grundlage des Englischen und stand in seinen früheren Entwicklungsstufen dem Altenglischen teilweise näher als dem Althochdeutschen. Davon kann nach den massiven Veränderungen, die das Altenglische/Angelsächsische besonders nach dem Einfall der Normannen in England durchmachte, allerdings keine Rede mehr sein. #Dementsprechend wird auch heute in Schleswig-Holstein und den nördlichen Teilen des Bundeslandes Niedersachsen (neben Hochdeutsch) nordniedersächsisch gesprochen. In Westfalen (Westfälisch), den südlichen Gebieten Niedersachsens (Ostfälisch), Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und im Norden von Sachsen-Anhalt werden ähnliche Dialekte gesprochen, die insgesamt zur Niedersächsischen Sprache zusammengefasst