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Portal:Norwegen/Verzeichnis Weitere Themen

Portal:Norwegen/Verzeichnis Weitere Themen


- Denkmäler: Bryggen - Fram - Modum Blaufarbenwerk - Nidarosdom - Røros - Stabkirche - Struve-Bogen - Telemarkkanal
- Flora und Fauna: Borealer Wald - Elch - Fjordpferd - Lemminge - Moltebeere - Norwegische Waldkatze - Polarfuchs - Ren - Schnee-Eule
- Nationalparks: Nationalparks in Norwegen - Dovrefjell-Sunndalsfjella Nationalpark - Folgefonna - Gressgåmoen Nationalpark - Hardangervidda - Jostedalsbreen Nationalpark - Jotunheimen Nationalpark - Rondane Nationalpark - Øvre Dividal Nationalpark

Bryggen

Bryggen (norwegisch, der Kai, die Anlegestelle) oder Tyskebryggen (der Deutsche Kai/ die Deutschen Brücken) waren die Kontore der Hanse-Kaufleute in Bergen/Norwegen. Das ehemalige Hansekontor nimmt die ganze Ostseite der Bucht Vågen ein. Nachdem im Jahre 1070 die Stadt Bergen gegründet und zunehmend wichtiger Umschlagsplatz für Fisch aus dem Norden des Landes und Getreide aus dem Süden wurde, errichtete die Hanse dort im Jahr 1343 eine erste Handelsniederlassung. Da Kontore keine selbstständigen Mitglieder der Hanse sein konnten, wurde die Niederlassung der Hansestadt Lübeck untergeordnet. 1365 wurde Tyskebryggen dem Hansetag unterstellt. Das Hansekontor, zusammengesetzt aus über zwanzig nebeneinanderliegenden Höfen, wurde schnell zu einem kompletten Wohn- und Handelsviertel. Zur Blütezeit machten die deutschen Kaufleute und Handwerker ein Viertel der Stadtbevölkerung Bergens aus. Beim großen Brand im Jahre 1702 wurden fast alle Gebäude, die größtenteils aus Holz gebaut waren, vernichtet. Es folgte jedoch ein Wiederaufbau im alten Stil. Seit dem Zweiten Weltkrieg, in dessen Folge alles Deutsche in Norwegen recht unbeliebt war, wird Tyskebryggen im Allgemeinen nur noch Bryggen genannt. Heute steht das Hanseviertel Bryggen mit seinen etwa 280 Holzhäusern auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO und gilt als bedeutendste historische Sehenswürdigkeit Bergens. Im alten Bryggen-Kontor Finnegården befindet sich das Hanseatische Museum, das im Stil des Mittelalters eingerichtet einen Einblick in das Leben der Hanse-Kaufleute jener Zeit gibt.

Literatur


- Richard Carstensen, BERGEN - Entwicklungsbild einer norwegischen Hafenstadt, besonders im Hinblick auf Bergens Beziehungen zur Hanse, in: Mitteilungen der Geographischen Gesellschaft in Lübeck, Heft 53, Lübeck 1973;
- Ingvild Øye (Hrsg.), Bergen und die deutsche Hanse, Bergen 1996, ISBN 82-90289-65-0 Museum thumb Kategorie:Hanse Kategorie:Weltkulturerbe Kategorie:Norwegen ja:ブリュッゲン

FRAM

Als FRAM bezeichnet man # einen elektronischen Speichertyp auf der Basis von Kristallen mit ferroelektrischen Eigenschaften, siehe Ferroelectric Random Access Memory # ein speziell für den Einsatz in Polargebieten konstuiertes Schiff (norwegisch für "vorwärts"), siehe Fram.

Modum Blaufarbenwerk

Das Modum Blaufarbenwerk (Modums Blaafarveværk oder Blaafarveværket) wurde 1773 in Norwegen errichtet und war der erste große Chemiebetrieb Skandinaviens. Das kobalthaltige Erz wurde von den Gruben zum Werk transportiert und die kobaltblaue Farbe hier gewonnen. Das Werk verschickte sein Kobaltblau in die ganze Welt, u. a. schon 1788 nach China und Japan. Der Direktor des Blaufarbenwerks war Benjamin Wegner, ein gebürtiger Ostpreusse. Zusammen mit Baron Wilhelm Christian Benecke v. Gröditzberg, Berlin, besaß und leitete er das Blaufarbenwerk. Heute ist das Blaufarbenwerk ein Touristenmagnet. Im sozialhistorischen Museum wird das Leben der Werksarbeiter gezeigt, im Herrenhof Nyfossum ist Interieur und Kunst zu sehen. Auch die Kobaltgruben in der schönen norwegischen Natur können besichtigt werden. Dem Maler Theodor Kittelsen (18571914) ist ein Museum gewidmet. Nicht umsonst heißt die Gegend »Kunstnerdalen«, da sie viele romantische Künstler angezogen hat.

Verweise


- http://www.blaa.no – Das Blaufarbenwerk (norwegisch, deutsch, englisch)

Literatur


- Tone Sinding Steinsvik: Die Kobaltgruben und das Königsblau aus Norwegen – ein Teil der großen Welt, Modum/Norwegen, 2000, ISBN 82-90734-23-9 Kategorie:Museum in Norwegen Kategorie:Industrie

Røros

Røros ist eine Gemeinde im Verwaltungsbezirk Sør-Trøndelag in Norwegen nahe der Grenze zu Schweden. Die Bergbaustadt Røros hat (2004) etwa 5600 Einwohner und eine Fläche von 1956 km². Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts bis in die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde in Røros Kupfererz abgebaut, was das Aussehen der Stadt sehr geprägt hat. Die verhältnismäßig große Kirche (1779-84), die bis zu 250 Jahre alten Holzhäuser der Bergleute, der Schlackenberg und die Bergbaumuseen sind Zeugen dieser Zeit. Wohl auch deshalb steht Røros auf der World Heritage List der UNESCO. In der 3. Woche im Februar findet der Røros Martnan, ein großer Markt statt.

Weblinks


- [http://www.roros.kommune.no roros.kommune.no] Kategorie:Norwegen Kategorie:Ort in Norwegen Kategorie:Weltkulturerbe

Struve-Bogen

Beim Struve-Bogen (nach Friedrich Georg Wilhelm von Struve (1793 - 1864)) handelt es sich um ein langgestrecktes Netz geodätischer Vermessungspunkte. Er wurde von 1816 bis 1852 unter der Aufsicht Struves und dem russischen Offizier Carl F. Tenner (1783 - 1859) errichtet. Seitdem diente und dient er mittels der Triangulation der genauen Bestimmung der Größe und Form der Erde (Erdmessung). Er wird federführend durch die Internationale Vereinigung der Vermessungsingenieure (FIG) betreut.

Verlauf

Der Struve-Bogen reicht von Fuglenes (70°40'11"N, 23°38'48"O, bei Hammerfest am Nordkap) bis Staro-Nekrassowka (45°20'48"N, 28°55'48" O, bei Izmajil am schwarzen Meer) und kreuzt dabei von Norden nach Süden: Norwegen, Schweden, Finnland, Russland, Estland, Lettland, Litauen, Weißrussland, Moldawien und die Ukraine. Er erstreckt sich damit in Nord-Südrichtung über insgesamt 2821,833 km (= 25°20'08"). Der Struve-Bogen besteht aus insgesamt 265 Vermessungspunkten die 258 Hauptdreiecke bilden. Hinzu kommen über 60 Nebenvermessungspunkte. Lediglich zwei Messpunkte befinden sich in Gebäuden:
- Das Tartu Observatorium [http://www.obs.ee/index_eng.html] in Estland dient als Ursprung der Triangulation. Nach einer Restaurierung soll hier ein Struve-Museum eingerichtet werden (Stand: Oktober 2005).
- Die Alatornio Kirche in Finnland blieb seit der Entstehung des Struve-Bogens praktisch unverändert. Als Messpunkt dient ein Punkt innerhalb des Kirchturmes.

UNESCO Weltkulturerbe

Der Struve-Bogen ist neben seiner Bedeutung für die Geodäsie auch ein frühes Beispiel für die internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit. Repräsentiert durch 34 seiner Messpunkte wurde er daher vom World Heritage Committee der UNESCO am 15. Juli 2005 in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen und ist damit das erste "wissenschaftliche Instrument" in dieser Liste. Die folgenden Messpunkte, die Teil des Weltkulturerbes sind, wurden entsprechend ihrer Bedeutung ausgewählt. Sie sind gleichmässig über den kompletten Bogen verteilt, repräsentieren alle beteiligten Länder, entsprechen der ursprünglich verwendeten Punkten, sind nur in geringer Weise gefährdet und können durch lokale Institutionen unterhalten werden.
- Norwegen: Fuglenes (Hammerfest), Raipas (Alta), Luvdiidcohkka (Kautokeino), Baelljasvarri (Kautokeino)
- Schweden: Pajtas-vaara (Kiruna), Kerrojupukka (Pajala), Pullinki (Övertorneå), Perra-vaara (Haparanda)
- Finnland: Stuor-Oivi (Enontekis), Avasaksa (Ylitornio), Alatornio Kirche (Tornio), Oravivuori (Korpilax), Tornikallio (Lappträsk), Mustaviiri (Pyttis)
- Russland: Mäki-päälys (Kingisepp), Hogland, Z (Kingisepp)
- Estland: Woibifer (Avanduse), Katko (Avanduse), Tartu Observatorium (Tartu)
- Lettland: Sestu-Kalns (Sausneja), Jacobstadt (Jekabpils)
- Litauen: Karischki (Panemunelis), Meschkanzi (Nemencine), Beresnäki (Nemežis)
- Weißrussland: Tupischki (Oshmyany), Lopati (Zelva), Ossownitza (Iwanowo), Tchekutsk (Iwanowo), Leskowitschi (Iwanowo)
- Moldawien: Rudi (Rudi (Moldawien))
- Ukraine: Felschtin (Hvardiiske), Baranowka (Baranivka), Staro-Nekrassowka (Nekrasivka)

Weblinks


- [http://whc.unesco.org/en/list/1187 Beschreibung der UNESCO] (englisch)
- [http://www.unesco-heute.de/0705/welterbestaetten.htm Neue Erben der UNESCO]
- [http://www.fig.net/news/news_2005/struve/struve_flyer.pdf Flyer] (PDF, englisch)
- [http://www.fig.net/hsm/struve.htm Informationen bei der International Federation of Surveyors] (englisch)
- [http://www.fig.net/hsm/struve/struve_arc_smith_2005.pdf The Struve Geodetic Arc von J.R. Smith] (englisch) Kategorie:Geodäsie Kategorie:Weltkulturerbe kategorie:Norwegen kategorie:Schweden kategorie:Finnland kategorie:Russland kategorie:Estland kategorie:Lettland kategorie:Litauen kategorie:Weißrussland kategorie:Moldawien kategorie:Ukraine

Telemarkkanal

Der Telemarkkanal ist ein Kanal in der norwegischen Region Telemark zwischen der Schärenküste am Skagerrak und der Hardangervidda. Er verbindet die Orte Skien und Dalen.

Übersicht

Dalen Der Telemarkkanal ist eines der bedeutendsten touristischen Ziele Norwegens. Zu seiner Zeit wurde er als achtes Weltwunder bezeichnet. Er wurde am 20. September 1892 fertiggestellt, nachdem ihn 500 Arbeiter fünf Jahre lang ohne Maschinen dem norwegischen Fels abgetrotzt haben. Diese Schifffahrtsstraße ist 105 Kilometer lang und der einzige norwegische Kanal, der im Meer (der Nordsee) endet. Ein System von 18 Schleusenstufen bewältigt auf der Strecke einen Höhenunterschied von 72 Metern. Über weite Strecken führt er durch bereits vorhandene Seen und verbindet sie miteinander. Der Telemarkkanal ergänzt den Nordsee-Skien-Kanal, der von 1854 bis 1861 gegraben wurde.

Schleusen

1861

Maximale Schiffsabmessungen

Flößerei

1861 Seine wirtschaftliche Bedeutung hat der Telemarkkanal durch die Flößerei, und er ermöglichte so wesentlich die Industrialisierung der Provinz Telemark mit ihrem Zentrum Skien. Die Flößerei wird heute nur noch im südlichen Abschnitt zwischen Norsjø und Skien betrieben. Im nördlichen Teil wurde sie 1980 eingestellt. Bereits ab dem 15. Jahrhundert war diese Region der bedeutendste Holzproduzent und -Exporteur Norwegens. Der Kanal erleichterte den Transport der Stämme aus dem Herzen der seenreichen Telemark zum Handelshafen Skien. Ein Großteil des Waldes ist seit dem Bau des Kanals wieder nachgewachsen. Der Telemarkkanal ist heute der einzige Kanal in Europa, auf dem noch geflößt wird. Die Priorität der Flößerei spiegelt sich in dem Umstand wider, dass der Kanal nur von Mitte Juni bis Mitte August für Privatboote geöffnet ist. Das wird damit erklärt, dass in der Zeit die Papiermühle in Skien Sommerferien hat.

Tourismus

Charakteristisch für den Telemarkkanal sind seine historischen, originalgetreu erhaltenen und handbetriebenen Schleusen. Er wird im Sommer (während der Flößerei-Pause) sowohl von Linienschiffen als auch von Sportbooten (beliebtes Kanurevier) befahren. Auf der gesamten Länge lädt ein 115 km langer Fahrradweg zum Radwandern ein [http://www.telemarkreiser.no/no/sykkel.asp]. Der Kanal führt durch eine landschaftlich reizvolle Gegend, wo sich Städte und Dörfer mit Weiden, Kiefernwäldern und schroffen Felsen am Ufer abwechseln. Fahrradweg Bei den Linienschiffen handelt es sich um vier nostalgische Schiffe: Die M/S Victoria ist die „Königin des Kanals“ und wurde 1882 gebaut. Die M/S Henrik Ibsen stammt von 1907 und war ursprünglich in Schweden im Einsatz. Sie ist nach Henrik Ibsen benannt, der in Skien seine Heimat hatte. Seit 2002 ist hier nach langer Renovierungszeit die M/S Skarsfos von 1909 im Einsatz. Daneben verkehrt noch die neuere M/S Telemarken von 1951 [http://www.telemarksbaatene.no/pages/mstel.htm]. Die Kreuzfahrt mit dem Liniendampfer von Skien nach Dalen dauert 11 Stunden und die Rückfahrt findet erst am nächsten Tag statt. Die einfache Fahrt kostet 2004 für Erwachsene 40 Euro. Für die Rückfahrt gibt es 50 % Rabatt. Kinderwagen, Fahrräder und Kanus an Bord müssen extra bezahlt werden. [http://www.telemarkreiser.no/no/kanalen_rutebaatene.asp] Wer mit dem eigenen (oder vor Ort geliehenen) Boot fährt, sollte eine Woche für den Törn nach Dalen veranschlagen und muss mit 100 Euro Schleusengebühren rechnen (siehe Weblinks - Tipps für den Törn). Kanus zahlen die Hälfte.

Siehe auch


- Tourismus in Norwegen, Übersicht Tourismus
- Portal:Schifffahrt, Binnenschifffahrt, Liste der Kanäle

Literatur


- Martin Wlecke: Telemark-Kanal. (OutdoorHandbuch Band 112), Conrad Stein Verlag, Welver 2002, ISBN 3-89392-512-0 [http://outdoor.tng.de/progdisp.php3?cat=1#3893925120]

Weblinks


- [http://www.telemarkreiser.no/tysk/kanalen.asp Homepage des Kanals] (u.a. auf deutsch)
- [http://www.telemarksbaatene.no Homepage der M/S Telemark] (u.a. eine Seite auf deutsch)
- [http://www.bujack.de/berichte/reise/nf_telemark.htm Ausführlicher Reisebericht: "Reise zum Telemarkkanal"]
- [http://www.welt.de/data/2003/04/26/78815.html Welt.de - Segeln auf norwegisch] (Reisebeschreibung von 2003)
- [http://www.welt.de/data/2003/04/26/78816.html Welt.de - Tipps für den Törn] (wichtig für Sportbootskipper)
- [http://www.geo.de/GEO/reisen_laender/europa/2003_11_saison_norwegen_special_kanal/?linkref=geode_teaser_veryshort Geo.de - Nostalgie pur: Der Telemarkskanal] (zwei Seiten des GEO Special Norwegen von 2003) Kategorie:Kanal Kategorie:Norwegen

Borealer Wald

Boreale Wälder liegen vorwiegend in kalt-ozeanischen und kalt-kontinentalen Klimaten der Nordhalbkugel, bilden aber auch in gemäßigten Klimaten azonale oder extrazonale Waldgesellschaften. Die boreale Zone beginnt dort, wo das Klima für Hartholz-Laubbäume zu ungünstig ist, d.h. wo die Sommer zu kurz und die Winter zu lang werden: die Anzahl der Tage mit Tagesmitteltemperaturen über 10 °C ist unter 120, und die kalte Jahreszeit dauert länger als 6 Monate. Die nördliche Grenze der borealen Zone liegt dort, wo es nur noch ca. 30 Tage mit einem Temperaturmittel von 10 °C gibt und die kalte Jahreszeit 8 Monate dauert. Auf der Südhalbkugel gibt es kaum boreale Wälder, da dort in den entsprechenden Breitengraden fast nur Meere liegen; nur Südchile hat einige kleine Bestände. Je nach Ausprägung der kalten Klimate (sehr kalt mit Permafrostböden bis kühl sowie trocken-kontinental bis ozeanisch) lassen sich Subzonobiome des borealen Waldes unterscheiden. Er besteht überwiegend aus Nadelhölzern (Variationen von Fichte, Kiefer, Lärche, Tanne), geht aber auch in mäßig kalten Klimaten in Mischwald (Fichte, Kiefer, Moor- und Weißbirke, Stieleiche, Erle, Espe) und in sehr kalten Bereichen in Tundra (Moorbirke, Weißbirke, Zwergkiefer, Erle) sowie in Waldhochmoore (Hochmoor) über. In gemäßigten Klimaten können boreale Wälder in Höhenlagen der Gebirge vorkommen, die ähnliche klimatische Bedingungen bereitstellen. Im mitteleuropäischen Klima kommen sie im feucht-gemäßigten subozeanischen Bereich in einer Höhenlage ab ca. 1000 bis 1500 m (montan bis hochmontan) vor und steigen bis zur Baumgrenze. Im subkontinentalen bis kontinentalen Bereich kommen sie bereits ab ca. 600 bis 800 m natürlicher Weise vor. Viele Nadelforste in Deutschland sind keine borealen Wälder, sondern im Zuge der Wiederaufforstung Ende des 18. Jh. angepflanzt worden. Siehe auch:
- Geschichte des Waldes in Mitteleuropa
- Nadelwald
- Mischwald
- Waldgesellschaften
- Boreale Zone, Borealer Nadelwaldgürtel

Weblinks

http://www.payer.de/cifor/cif0210.htm#3. Kategorie:Biotop Kategorie:Forstwirtschaft Kategorie:Wald ja:タイガ

Elch

Der Elch (Alces alces) ist ein in Eurasien und Nordamerika beheimateter Hirsch. Er ist der größte heute vorkommende Vertreter seiner Familie.

Aussehen

Der Elch hat eine Kopfrumpflänge von bis zu 3 m, einen nur 10 cm langen Schwanz, eine maximale Schulterhöhe von 2,30 m und ein Gewicht von bis zu 800 kg. Seine Körpergröße und Gewicht variieren allerdings je nach Unterart, Lebensraum und -bedingungen. Das Fell variiert in Farben zwischen Rotbraun und Schwarzbraun. Im Winter nimmt es eine gräuliche Farbe an. Die männlichen Tiere zeichnen sich durch ein breites Geweih mit flächigen Schaufeln aus, die eine maximale Spannweite von 2 m erreichen können; weibliche Tiere besitzen kein Geweih und sind etwa 20 % kleiner. Kennzeichnend für den Elch sind auch die breite, überhängende Oberlippe und ein Hautsack an der Kehle des Männchens.

Verbreitung und Lebensraum

Geweih Der Elch kommt in Europa, Asien und Nordamerika vor. Dort ist er Bewohner des nördlichen borealen Waldes und der Taigagebiete. In den gemäßigten Regionen Europas und Nordamerikas kam er einst vor, ist hier aber weitgehend ausgerottet. Er ist im mit Seen und Sümpfen durchsetzten Habitat zu Hause. Die Gebirge sind dagegen, schon aufgrund der Körpergröße des Elchs, kein geeigneter Lebensraum.

Lebensweise

Wasserpflanzen (z. B. Seerosen) sind eine wichtige Nahrungsquelle; der Aufenthalt im Wasser bietet gleichzeitig Schutz vor Insekten wie Mücken und Bremsen. Daneben stellen Gräser sowie Zweige und Blätter von Laubgehölzen einen wesentlichen Teil der Nahrung des Elchs dar. Der Elch ist ein Wiederkäuer. Elche sind tagaktive Einzelgänger. Im Winter finden sie sich manchmal zu losen Gemeinschaften zusammen, in der Paarungszeit aber dulden sowohl Männchen als auch Weibchen keine Geschlechtsgenossen um sich. Um eine Elchkuh kann es zwischen rivalisierenden Männchen zu heftigen Kämpfen kommen; oft genügen allerdings Drohgebärden mit dem mächtigen Geweih, um einen schwächeren Konkurrenten zu vertreiben. Wiederkäuer Die Paarung findet im Herbst statt. Die anschließende Tragzeit beträgt etwa neun Monate. Meistens wird ein einziges Junges geboren, aber Zwillinge sind keine Seltenheit. Im Gegensatz zu vielen anderen jungen Hirschen sind neugeborene Elche ungefleckt. Das Jungtier bleibt wenigstens ein Jahr bei seiner Mutter und wird vertrieben, sobald eine neue Geburt ansteht. Die maximale Lebensdauer liegt bei 27 Jahren, in Freiheit dürften aber selten 15 Jahre überschritten werden. Natürliche Feinde des Elches sind, je nach Vorkommen, Braunbären und Wölfe (in Europa, Asien und Nordamerika) sowie Schwarzbären und Pumas (nur in Nordamerika).

Menschen und Elche

Dass Elche seit der Steinzeit von Menschen gejagt werden, schließt man aus entsprechenden Darstellungen in Höhlenzeichnungen. Die früheste Beschreibung eines Elches findet sich in De Bello Gallico von Gaius Iulius Caesar. Diese Beschreibung ist allerdings ein frühes Beispiel für Jägerlatein, denn sie enthält zahlreiche kuriose und unwahre Details. So wird behauptet, dass Elche keine Kniegelenke hätten und deshalb, wenn sie einmal gestürzt seien, nicht mehr aufstehen könnten; ferner, dass germanische Jäger Bäume ansägten, damit diese umfielen, sobald sich ein Elch gegen sie lehnte, und der nicht mehr zum Aufstehen befähigte Elch mühelos erlegt werden könnte. Jägerlatein Auch Plinius der Ältere beschrieb in seiner Naturalis historia den Elch und bereicherte die Darstellungen um weitere Falschbehauptungen. Wegen seiner großen Oberlippe, steht bei ihm zu lesen, könnte der Elch nur rückwärts gehend grasen. Bis heute werden Elche gejagt, teils wegen ihres Fleisches, teils als Sport. Durch die Jagd wurde der noch im Mittelalter in Deutschland weit verbreitete Elch hier ganz ausgerottet. Nur alle paar Jahre wandern Elche aus Polen nach Deutschland ein. In Polen waren Elche zwischenzeitlich auch fast ausgestorben und hatten nur in Białowieża überlebt; inzwischen umfasst der landesweite Bestand wieder 4000 Tiere. Eine kontrollierte Wiedereinführung in Deutschland ist wegen erwarteter Konflikte mit der Forst- und Landwirtschaft nicht geplant. Momentan läuft ein Auswilderungsprojekt im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft; die Elche sollen helfen, die Heide vor dem Zuwachsen zu bewahren; eine dauerhafte Wiederansiedlung soll dies jedoch nicht sein. Heide Es gibt heute 1 Million Elche in Europa und etwa die gleiche Anzahl in Nordamerika. Damit gilt der Elch global nicht als bedroht. Auf der Insel Neufundland wurden Elche durch den Menschen eingeführt und sind nun dort heimisch geworden. Auch in Neuseeland setzte man Elche aus, die nun dort aber offensichtlich ausgestorben sind. Elche sind in Ontario Kanada eine der Hauptursachen für Verkehrsunfälle in ländlichen Gebieten. Die Elche haben zum einen die Angewohnheit, von Frühling bis Spätsommer in den Morgen- und Abendstunden mitten auf der Straße zu stehen, da sie dort weniger von Mücken, Pferdefliegen, Hirschfliegen (Deer Flies) und Blackflies gepiesackt werden, zum anderen findet sich im frühen Frühjahr am Straßenrand sehr viel streusalzhaltiges Tauwasser, welches von den Tieren gierig getrunken wird. Später im Jahr decken die Elche ihren Salzbedarf durch den Verzehr salzhaltiger Wasserlilien. Nordamerikanische Elche werden in den Schutzgebieten nicht bejagt und sind insbesondere im Algonquin Provincial Park erstaunlich zahm und ignorieren Menschen und Fahrzeuge nahezu völlig. Gerade am Highway 60 kann man sich den Tieren problemlos bis auf 2-3 Meter Abstand nähern, ohne dass diese nur den Kopf heben. Algonquin Provincial Park

Elche und Weißwedelhirsche

Weißwedelhirsche übertragen über ihren Kot einen Parasiten welcher für Elche tödlich ist. Die Weißwedelhirsche werden von dem Parasiten nur merklich beeinträchtigt, wenn sie alt, erkrankt oder anderweitig geschwächt sind. Dies ist so lange für den Elch nicht bedenklich wie sich sein Lebensraum nicht oder nur wenig mit dem vieler Weißwedelhirsche überschneidet. Weißwedelhirsche leben meist südlich des Verbreitungsgebietes der Elche und bevorzugen junge Wälder mit viel Unterholz als energiereiche Nahrung. Der Hirsch braucht vor allem im kalten Winter viel energiereiche Jungpflanzen, um seinen Kalorienbedarf zu decken. Die Wege zu diesen dürfen nicht zu lang sein, da er sonst mehr Energie für die Nahrungssuche aufwendet als die Nahrung ihm liefert. Der Hirsch würde verhungern. Elche sind besser an die Kälte und energiearme Nahrung angepasst und leben weiter nördlich in älteren Wäldern mit wenig Unterholz.
Durch die großflächige Abholzung in Ontario in den 1930er und 1940er Jahren und der folgen Aufforstung der Nachkriegszeit wurde der dortige Waldbestand stark verjüngt. Zusammen mit vielen milden Wintern bis in die 1960er Jahre hinein führte dies bei den Weißwedelhirschen zu einer starken Bestandsvergrößerung. Durch die vielen Hirsche erkrankten und starben sehr viele Elche und wurden in diesen Gebieten selten. In den Schutzgebieten wurde kein Holz mehr geschlagen und der Wald wurde wieder älter. Zusammen mit kälterem Wetter in den letzten 30 Jahren hat dies die Hirschbestände stark dezimiert. Der Bestand an Elchen nahm im gleichen Zeitraum stark zu.

Unterarten

1960er] Man unterscheidet die folgenden Unterarten:
- Europäischer Elch (Alces alces alces), Skandinavien, Polen, baltische Staaten, Nordrussland westlich des Ural
- Jakutischer Elch (Alces alces pfizenmayeri), westliches Sibirien
- Kamtschatka-Elch (Alces alces buturlini), östliches Sibirien
- Amur-Elch (Alces alces cameloides), Amur-Region, Mongolei, Mandschurei
- Yellowstone-Elch (Alces alces shirasi), nordwestliche USA, südliches Alberta
- Ostkanadischer Elch (Alces alces americanus), östliches Kanada und Maine
- Westkanadischer Elch (Alces alces andersoni), westliches Kanada und Minnesota
- Alaska-Elch (Alces alces gigas), Alaska, Yukon Eine weitere Unterart, der Kaukasus-Elch (Alces alces caucasicus), ist im frühen 19. Jahrhundert ausgerottet worden. Wie bei den meisten Tierarten gibt es über die genaue Zahl der Unterarten keine Einigkeit unter Zoologen. So gibt es beispielsweise Auffassungen, nach denen alle nordamerikanischen Elche in Wirklichkeit zu einer einzigen Unterart zusammengefasst werden müssten.

Abstammung

Der Elch ist eine relativ junge Art, wahrscheinlich nicht älter als 2 Millionen Jahre. Die ausgestorbene nordamerikanische Gattung Cervalces gilt als ein naher Verwandter. Bekannt ist auch der ausgestorbene Riesenelch (Alces latifrons) des Pleistozäns mit über zwei Meter breitem Geweih. Zumal gibt es eine Art von Elchen die nur über das Internet anzutreffen ist man spricht von den Elchus-Metallus-Icqus

Sonstiges

Elchus-Metallus-Icqus Elche bevorzugen eine langsame Fortbewegung, können aber bei Gefahr Laufgeschwindigkeiten von 56 km/h erreichen. Die englische Bezeichnung des Elches ist elk in Europa, aber moose in Nordamerika, wo mit elk ein anderer Hirsch benannt wird, nämlich der Wapiti. Das Wort moose ist vom Algonkin-Wort musee abgeleitet. In Deutschland waren lange zwei Begriffe für dieses Tier verbreitet: "Elch" und "Elen"; letzterer ist heute kaum noch gebräuchlich. Beide Wörter sind germanischen Ursprungs; auch die Römer entlehnten ihre Bezeichnung alces einer germanischen Sprache.

Benennung

Der weibliche Elch heißt Elchtier und der männliche wird Schaufler genannt. Jungtiere nennt man (Elch-)Kalb.

Literatur


- Hans Kramer: Elchwald. Der Elchwald als Quell und Hort ostpreußischer Jagd (3. Teil der so genannten "Ostpreußen-Trilogie".) Jagd- und Kulturverlag, Sulzberg im Allgäu 1985 (2., verbesserte Auflage), ISBN 3-925456-00-7

Weblinks


- [http://www.alces-alces.com www.alces-alces.com]
- [http://www.natur-lexikon.com/Texte/MZ/001/00034-Elch/MZ00034-Elch.html Elch im Natur-Lexikon] Kategorie: wild Kategorie:Paarhufer simple:Moose

Lemminge

Die Lemminge (Lemmini) gehören zu den Nagetieren und sind eine Gattungsgruppe der Wühlmäuse (Arvicolinae) mit den drei Gattungen der Echten Lemminge, Moorlemminge und dem Waldlemming, die insgesamt 6 Arten umfasst.

Vorkommen

Ihr Verbreitungsgebiet umfasst Nordeuropa, Nordamerika und Nordasien, also klimatisch recht kalte Zonen. Ihre Größe schwankt zwischen 7 und 15 Zentimeter. Den Winter verbringen sie unterirdisch unter der Schneedecke, sie halten keinen Winterschlaf. Die Lemminge sind vor allem bekannt für ihre regelmäßig wiederkehrende Massenvermehrung und ihre Wanderungen (Lemmingzüge), bei denen sie oft auch an der Meeresküste nicht Halt machen. Sogar schwimmend vermögen sie geographische Hindernisse zu überwinden.

Legende vom Massenselbstmord

Zu einem kollektiven (gemeinschaftlichen) Massenselbstmord, wie immer wieder behauptet wird, kommt es nach wissenschaftlichen Erkenntnissen bei ihnen aber nicht. Entsprechende Filmaufnahmen, insbesondere aus einem Disney-Film von 1958 (White Wilderness) sind gestellt. Die Tiere wurden in den Abgrund gestoßen, sie sprangen keineswegs freiwillig in den sicheren Tod.

Vermehrung

Nicht eindeutig geklärt ist, wie es zu der regelmäßig alle 3 bis 5 Jahre stattfindenden explosionsartigen Massenvermehrung kommt. Nach den Untersuchungen des 1991 verstorbenen Ökologen Charles Elton betätigen sich die Lemminge als "flinke, fleißige Mähmaschinen", die die in der pflanzenarmen Tundra nur spärlich zur Verfügung stehenden Moose, Gräser und Wurzeln heißhungrig abgrasen. Jedoch taugt nur rund ein Drittel des von ihnen aufgenommenen Pflanzenmaterials zur Energiegewinnung, der Rest verlässt ungenutzt den Verdauungstrakt, was zu einer stattlichen Kotschicht im Lemmingland führt. Das begrenzte Nahrungsangebot stellt wohl einen Regulator der geheimnisvollen Populationszyklen dar. Der mit dem Populationswachstum verbundene Futtermangel bremst ein weiteres Wachstum, es kommt zu einer vermehrten Konkurrenz um die spärliche Nahrung und zu Stress und aggressivem Verhalten unter den Tieren, was sich negativ auf den Hormonhaushalt und die Fortpflanzungsrate auswirkt; die Würfe werden kleiner. Stress schwächt zudem während eines Dichtegipfels das Immunsystem der Tiere und sie werden anfälliger für Infektionen und Parasiten. Etliche Tiere verhungern im Extremfall. Bei geringerer Populationsdichte erholt sich die Vegetation wieder, was dann allerdings auch wieder die Zahl der Lemminge anwachsen lässt. So kommt es zu ständigen periodischen Populationsschwankungen.

Populationswachstum

Einen gewissen Einfluss auf die Dichte der Lemmingpopulation mögen auch die im Gebiet lebenden Beutegreifer haben: Hermelin, Schnee-Eule, Polarfuchs und Falken-Raubmöwe. Wegen der Massenvermehrung ihrer Beute können sie sich ebenfalls gut vermehren und beenden dann das immense Populationswachstum der Wühlmäuse, zerstören aber gleichzeitig ihre eigene Nahrungsgrundlage. Wenn viele Räuber verhungern, werden wieder weniger Lemminge erbeutet und es kommt wieder zu einem Anstieg der Wühlmauspopulation. Im Winter scheint nach jüngeren Studien der Einfluss des Hermelins recht groß zu sein. Der Einfluss der Futterpflanzen auf die Lemmingpopulation dürfte aber, über das ganze Jahr betrachtet, wesentlich größer sein als die der Räuber-Beute-Beziehung. Um die periodische Massenvermehrung der Lemminge abzuwehren, hat das Gras, von dem sich die Lemminge ernähren, eine besondere Waffe entwickelt. Alle paar Jahre wird über große Flächen alles Gras giftig. Die Lemminge finden in diesen Jahren plötzlich zu wenig Futter und versuchen deshalb aus diesen Gebieten in Nachbargebiete abzuwandern. Es kommt zu den bekannten Wanderungsbewegungen in alle möglichen Richtungen.

Systematik

Der Tribus der Lemminge umfasst nach heutiger Ansicht drei Gattungen:
- Echte Lemminge (Lemmus)
- Waldlemminge (Myopus)
- Moorlemminge oder Lemmingmäuse (Synaptomys) Diese drei Gattungen bilden eine monophyletische Gruppe, die wahrscheinlich einen frühen Zweig der Wühlmäuse repräsentieren. Darüber hinaus wurden auch nicht verwandte Gattungen und Arten gelegentlich als Lemminge bezeichnet, wenn sie die typischen Merkmale eines gedrungenen Körpers, eines stummelartigen Schwanzes und kleiner Ohren aufwiesen. So heißen Halsbandlemminge, Steppenlemminge und Mull-Lemminge dem Namen nach "Lemminge", gehören aber anderen Tribus der Wühlmäuse an. Siehe auch: Lemmings (Computer-Spiel)

Weblinks


- [http://www.geo.de/GEO/wissenschaft_natur/tiere/2003_01_GEO_lemminge/index.html Artikel auf GEO.de]
- [http://www.zeit.de/stimmts/1997/1997_38_stimmts Stimmt's? - Tierquäler Disney (zum angeblich filmisch dokumentierten Massenselbstmord)]
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/231601.html Vier Raubtiere bestimmen den Vier-Jahres-Zyklus der Lemminge] Kategorie:Nagetiere

Norwegische Waldkatze

Die Norwegische Waldkatze (Norsk Skogkatt) ist eine den Wildkatzen sehr nahe stehende Katzenrasse und wird daher den "natürlichen Rassen" zugerechnet. Sie wird manchmal auch kurz als Norweger bezeichnet. Die Norwegische Waldkatze ist groß, robust und hat halblanges Haar mit einem ausgeprägten buschigen Schwanz und einer deutlichen Halskrause. Und dass wichtigste ist das man weiß dass diese katzen sehr griffig sind!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Geschichte

Verschiedene Abbildungen der "Norsk Skogkatt" findet man bereits auf alten Wikinger-Münzen: In der altnordischen Mythologie zogen zwei Waldkatzen nach dem Glauben der Wikinger den Himmelswagen der Sonnengöttin Freya, welche die Gattin des mächtigen Wodan (Odin) war. In norwegischen Märchen findet man oft den Hinweis auf koboldhaft wirkende Zauber- oder Trollkatzen (norw. Trolldom = Zauber) mit langen buschigen Schwänzen. Abgesehen von ihrem wirklich zauberhaften Wesen muss man annehmen, dass aus Mitteleuropa eingewanderte Kurzhaarkatzen sich im Laufe der Jahre dem rauen Klima Skandinaviens anpassten und dieser Evolutionsprozess durch die isolierte Lage der norwegischen Wald- und Fjordbauernhöfe noch gefördert wurde. Aufgrund des Klimas in Norwegen war diese Anpassung an schroffe Gebirge, tiefe Wälder, unzählige Fjorde und ein Land mit riesigen Eisfeldern nördlich des Polarkreises auch dringend erforderlich. Daher entwickelte diese Trollkatze eine dichte Unterwolle zum Schutz gegen eisige Kälte und ein glattes, leicht fettiges und dadurch wasserabstoßendes Deckhaar, um Regen und Schnee abzuhalten. Relatv große Tatzen mit Haarbüscheln zwischen den Ballen ermöglichen dieser Katze das Laufen über Schneedecken. In Norwegen wurde die Norwegische Waldkatze 1930 als Rasse anerkannt und 1938 zum ersten Mal ausgestellt. Erst in den 1970er Jahren erfolgte die Zucht auch in anderen Ländern und 1977 dann die Anerkennung durch die FIFe.

Beschreibung

FIFe Die Norwegische Waldkatze zählt zu den Halblanghaarkatzen und ist neben der Maine-Coon- und der Ragdoll-Katze eine der größten Katzenrassen. Ihre Erscheinung verdankt sie dem extremen Klima in ihrer Heimat Skandinavien. Sie ist lang, sehr robust, kräftig und muskulös gebaut und besitzt ein doppellagiges Fell aus stark wasserabweisendem Deckhaar und dichter Unterwolle sowie einen buschigen langen Schwanz. Da Norweger nicht künstlich gezüchtet sind, sondern sich natürlich entwickelten, haben sie keine bei anderen Rassen oftmals auftretenden Probleme, wie zum Beispiel Augenprobleme oder Atemstörungen durch einen Knick zwischen Nase und Stirn, wie man sie bei den Perserkatzen findet, oder Erkältungen aufgrund des weggezüchteten Fells, wie bei haarlosen Katzen, zum Beispiel den Sphynx. Zu den erstaunlichsten Eigenschaften dieser Katzenrasse gehört es, dass sie in einer Spirallinie mit dem Kopf voraus von Bäumen herunterklettern kann.

Verhalten

Sphynx Norwegische Waldkatzen sind im Allgemeinen sehr lebhaft, neugierig und wachsam. Sie benötigen einen großen Spielradius, was jedoch nicht bedeutet, dass sie unbedingt freien Auslauf haben müssen. Ihr Spiel ist oftmals sehr rasant - im Rabaukenalter sollte dies berücksichtigt werden. Ansonsten bewegen sie sich aber sehr elegant und werfen in der Regel nichts um. Norweger sind intelligent und gelehrig, aber auch sehr dickköpfig, wenn sie sich etwas vorgenommen haben. Es sind nicht unbedingt Schoßkatzen, sie suchen jedoch die Nähe zum Menschen. Waldkatzen sind oft etwas spröde und wollen zunächst gewonnen werden, bevor sie eine enge Bindung eingehen. Nach einiger Zeit setzen sie jedoch vollstes Vertrauen in ihre Menschen und beweisen eindrucksvoll ihre Zuneigung. Anderen Katzen gegenüber sind Norweger sehr aufgeschlossen. Sie akzeptieren problemlos andere Rassekatzen oder Hauskatzen. Eine Gemeinschaft mit einer anderen Katze beugt ihrer Langeweile vor.

Rassestandard

Zum Rassestandard gehören u. a. die folgenden Merkmale:
- Kopf: dreieckige Form, alle Seiten gleich lang, hohes Profil, Stirn leicht gerundet, langes gerades Profil ohne Unterbrechung (Stop)
- Kinn: kräftig
- Ohren: Form groß, an der Basis breit, spitz zulaufend, luchsartige Haarpinsel (Haarspitzen an den Ohrenenden) und lange Haarbüschel in den Ohren
- Augen: groß und oval, gut geöffnet, leicht schräg gestellt, alle Farben erlaubt unabhängig von der Fellfarbe
- Ausdruck: wachsam
- Körper: lange Struktur, kräftiger Knochenbau
- Beine: kräftig, hochbeinig, Hinterbeine höher als Vorderbeine Rassestandard
- Pfoten: groß, rund
- Schwanz: lang und buschig, reicht mindestens bis zu den Schulterblättern, besser bis zum Nacken
- Fell: halblange Struktur, wolliges Unterfell wird auf dem Rücken und an den Flanken von wasserabstoßendem Deckhaar überdeckt, Deckhaar aus langen groben und (gelegentlich schwach bläulich) glänzenden Grannenhaaren
- Farbe: Alle Farben sind zugelassen, inklusive aller Farben mit Weiß, mit Ausnahme von Pointed-Abzeichen, Chocolate und Lilac, Cinnamon und Fawn. Jede Menge an Weiß ist erlaubt, zum Beispiel eine weiße Flamme, ein weißes Medaillon, Weiß an der Brust, Weiß an den Pfoten, etc. Eine voll im Fell stehende Katze besitzt eine Hemdbrust, eine volle Halskrause und Knickerbocker. Bei der FIFe und bei vielen freien Verbänden werden die Norweger seit dem 1. Januar 2005 auch in den neuen Farbbezeichnungen amber und amber-light anerkannt. Diese Farbbezeichnung gibt es bisher nur bei der Norwegischen Waldkatze. Bild:black.jpg|(Norwegische Waldkatze)

Weblinks


- [http://www.kkoe.net/de/navigation/breeds/norwegianforest.htm Norwegische Waldkatze]
- [http://www.hallo-norweger.de/web/geschichte.htm Geschichte der Norwegischen Waldkatze] Kategorie:Katzenrasse

Polarfuchs

Der Polarfuchs oder Eisfuchs (Alopex lagopus) ist ein arktischer Wildhund.

Merkmale

Die Gestalt des Polarfuchses ist typisch fuchsartig, allerdings ist er hochbeiniger als beispielsweise ein Rotfuchs. Er ist knapp 60 Zentimeter lang (Kopfrumpf), hinzu kommen 35 Zentimeter Schwanz. Bis zur Schulter steht er 30 Zentimeter hoch, sein Gewicht beträgt etwa 5 Kilogramm. Es gibt zwei Farbvarianten des Polarfuchses, die im Sommerfell einander ähneln, im Winterfell aber vollkommen unterschiedlich aussehen. Man nennt diese Farbschläge "Weißfuchs" und "Blaufuchs". Blaufüchse sind im Sommerfell grau mit bläulichem Schimmer; im Winter sind sie meistens hellgrau, manchmal aber auch schwarz oder stahlblau. Dagegen ist der Weißfuchs im Sommerfell hellbraun, im Winterfell aber rein weiß. Die blaue Morphe scheint dominant zu sein. Trotzdem setzen sich unter extremen Bedingungen die Weißfüchse durch; dies geschieht wahrscheinlich durch Auslese, weil die Blaufüchse in Schneelandschaften häufiger Raubtieren zum Opfer fallen.

Verbreitungsgebiet

Das Verbreitungsgebiet des Polarfuchses liegt nördlich des Polarkreises und ist zirkumpolar. Er kommt in Skandinavien, Island, Spitzbergen, Sibirien, Kanada, Alaska und Grönland vor. Sein Habitat ist vor allem die Tundra. Einige Polarfüchse leben aber selbst auf dem Treibeis des Nordpolarmeers. Nordpolarmeer

Lebensweise

In seinem kargen Lebensraum kann es sich der Polarfuchs nicht leisten, bei der Ernährung wählerisch zu sein. Am liebsten fressen Polarfüchse Nagetiere wie Mäuse und Lemminge. Der Berglemming (Lemmus lemmus), der Halsbandlemming (Dicrostonyx torquatus), der Sibirische Lemming (Lemmus sibiricus), die Sumpfmaus (Microtus oeconomus) und die Graurötelmaus (Myodes rufocanus) stellen den Hauptanteil der Beutetiere dar. Ihre Nester kann der Polarfuchs mit Hilfe seines sehr guten Geruchssinnes auch noch durch eine dicke Schneedecke hindurch aufspüren, was für die Art im Winter überlebensnotwendig ist. Des Weiteren stellen Vögel, die in der Arktis brüten sowie deren Eier und Küken einen wichtigen Nahrungsbestandteil der Polarfüchse dar. Es gibt aber kaum einen tierlichen oder pflanzlichen Stoff, den ein Polarfuchs in der Not verschmähen würde. So frisst er auch Insekten, Beeren und Aas. Die an der Küste lebenden Polarfüchse suchen die Strände nach angeschwemmten Kadavern ab. Wenn es Eisbären in der Nähe gibt, folgen Polarfüchse diesen manchmal in sicherem Abstand und machen sich über die Reste ihrer Mahlzeiten her. Ist die Not besonders groß, fressen sie sogar den Kot anderer Tiere. Eisbär Polarfüchse legen einen Bau in einem Lehm- oder Sandhügel an. Ist dies wegen Dauerfrost nicht möglich, begnügen sie sich mit einer Felsspalte. Große Fuchsbaue haben bis zu acht Eingänge und werden seit Generationen genutzt. Bewohnt werden sie von einem losen Familienverband: einem Männchen, zwei Weibchen und den Jungen. Eines der Weibchen entstammt dem Wurf des Vorjahrs und hilft bei der Jungenaufzucht, ohne selbst zu werfen. Polarfüchse sind monogam und bleiben ein Leben lang als Paar zusammen.

Siehe auch


- Fellwechsel

Schutz

Weil sein Pelz sehr begehrt ist, wurde und wird der Polarfuchs stark bejagt. Diese Jagd hat ihn in Skandinavien und Island sehr selten gemacht, während die Bestände in Nordamerika, Sibirien und Grönland nicht im geringsten bedroht sind.

Weblinks

Literatur


- Norbert ROSING: Polarbären, Tecklenborg Verlag, Steinfurt 1994 (mit Kapitel über Eisfüchse) Kategorie:Hunde

Schnee-Eule

Die Schnee-Eule (Nyctea scandiaca) ist eine Vogelart aus der Familie der Eigentlichen Eulen (Strigidae), die zu den charakteristischen Vögeln der arktischen Tundra zählt. Sie galt lange Zeit als die einzige Art der Gattung Nyctea, und wurde daher taxonomisch entsprechend isoliert von den anderen Eulenarten betrachtet. Molekularbiologische Erkenntnisse haben jedoch gezeigt, dass sie zu den Uhus (Bubo) gehört und nahe mit dem Virginia-Uhu (B. virginianus) und dem Magellanuhu (B. magellanicus) verwandt ist. Die äußeren Unterschiede zu den Uhus, etwa die weiße Gefiederfarbe und die dicht befiederten Füße und Zehen, können als Anpassung an den arktischen Lebensraum erklärt werden.

Aussehen

Die Schnee-Eule erreicht fast die Größe des Uhus (Bubo bubo). Die Körperlänge ausgewachsener Vögel beträgt etwa 55 bis 66 cm. Die Männchen sind dabei wie bei vielen anderen Eulenarten etwas kleiner als die Weibchen. Sie erreichen im Durchschnitt eine Länge von 58 cm, Weibchen werden dagegen durchschnittlich 63 cm groß. Ähnliches gilt für das Körpergewicht. Ausgewachsene Schnee-Eulen wiegen zwischen 1,6 und 2,5 Kilogramm. Die Männchen wiegen dabei durchschnittlich 1.700, die Weibchen dagegen 2.100 Gramm. Die Flügelspannweite beträgt 145 bis 157 cm. gramm Das Federkleid ausgewachsener Männchen wird mit zunehmendem Alter fast völlig weiß. Weibchen und jüngere Vögel haben dagegen dunkle Flecken und Bänder oder Querlinien auf ihrem weißen Gefieder. Die Jungvögel haben ein anthrazitgraues Federkleid, welches durch die Verlängerung der Federn immer heller wird. Der Kopf der Schnee-Eule ist rund. Auffällig ist, dass der schwarze Schnabel überwiegend von so genannten "Vibrissen" bedeckt ist. Dies sind dichte, feine weiße Federn. Die Augen sind goldgelb gefärbt und häufig nur einen schmalen Spalt geöffnet. Ähnlich wie der Uhu verfügt auch die Schnee-Eule über Federohren; diese sind jedoch deutlich weniger ausgeprägt und werden nur selten aufgerichtet. Die Füße und Zehen sind dicht befiedert – diese dichte, schneeschuhartige Befiederung verhindert, dass die Eule im Schnee einsinkt.

Stimme

Schnee-Eulen sind außerhalb der Brutzeit sehr schweigsam. Während der Balzzeit dagegen gibt das Männchen am Brutplatz ein lautes, raues Krächzen und ein tiefes bellendes "hu" von sich, was dem Anlocken von Weibchen und der Revierabgrenzung dient. Diese Rufe sind in der Tundra über mehrere Kilometer hinweg zu hören. Das Weibchen lässt während dieser Zeit gelegentlich ein helleres Krächzen hören, dass jedoch deutlich leiser ist. Die Vögel haben noch weitere Laute im Repertoire. Dazu gehörende zischende Laute, mit denen die Jungeulen die Elternvögel um Futter anbetteln, gackernde "ka.ka.ka"-Rufe als Warnrufe und möwenschrei-ähnliche "Kjaa"-Rufe, wenn sie während der Brut gestört werden.

Verbreitung

Revier Die Schnee-Eule hat eine zirkumpolare Verbreitung und kommt in Tundrengebieten in Island, Nordeuropa, Sibirien, Alaska, Kanada und Grönland vor. Die südlichsten Vorkommen, etwa in Norwegen, finden sich in Gebirgen. Von 1967 bis 1975 brüteten sogar auf den Shetland-Inseln Schnee-Eulen. Die Schnee-Eule ist innerhalb ihres Verbreitungsgebietes ein so genannter "Überlebenswanderer", d.h. sie passt sich dem jeweiligen Nahrungsangebot an. Ihr Vorkommen ist dabei vollkommen von den Bestandsschwankungen der Lemminge, ihrer Hauptbeute, abhängig. In sehr kalten, schneereichen Wintern oder nach einem Zusammenbruch der Population der Lemminge weichen Schnee-Eulen nach Süden bis nach Mittelrussland, Zentralasien, in die Mandschurei und die nördlichen USA aus. Sie kommen dann gelegentlich auch bis ins nördliche Mitteleuropa.

Lebensraum

Die Schnee-Eule lebt nördlich bzw. oberhalb der Waldgrenze in übersichtlichem Gelände, etwa in Moor- und Heidegebieten. In der Arktis überwintern sie in windgefegten, schneearmen Bereichen der Tundra, in Skandinavien vor allem in den Fjälls. Die Brutgebiete liegen meistens erhöht in Gebieten, die früh schneefrei sind. Wenn sie weiter im Süden überwintern, halten sie sich auf landwirtschaftlich genutzten Flächen auf.

Nahrung und Nahrungserwerb

Fjäll Schnee-Eulen jagen anders als die meisten übrigen Eulen auch tagsüber, meist von bodennahen Ansitzwarten wie Felsbrocken, Baumstämme und ähnlichem aus. Mit ihrem geradlinigen und Gleitphasen enthaltenden Flug überwinden sie in geringer Höhe kurze Distanzen. Verfehlen sie ihre Beute im Flug, laufen sie ihr nach und springen dabei flatternd auf. Da die Schnee-Eule beim Laufen die Zehen spreizt, wirkt die dichte Befiederung an den Läufen wie schneeschuh-artig und befähigt sie, auch im Schnee ihre Beute einzuholen. Bei sehr lockerem Schnee verhindert sie ein Einsinken zusätzlich auch durch ein Spreizen von Schwanz und Flügeln. Schnee-Eulen suchen während ihrer Jagd auch gezielt Verstecke ab oder versuchen sogar, die Beute aus ihrem Bau zu treiben. Ähnlich wie der Uhu ist auch die Schnee-Eule ein opportunistischer Jäger, der als Beutetier alles annimmt, was er schlagen kann. Die Beute besteht meist aus kleinen Säugetieren wie Mäusen, vor allem aber aus Lemmingen. Dabei können sie durchaus Tiere bis zur Größe von Schneehasen und Enten erbeuten. In Küstengebieten ist auch schon die Jagd auf Fische und sogar Seevögel beobachtet worden. Die Vögel schlagen sie im Flug, das Fischfangverhalten ist bislang noch weitestgehend unerforscht. Bei sehr ungünstigen Nahrungsbedingungen jagen sie auch Eisfüchsen oder Rohrweihen die Beute ab (Klepto-Parasitismus) oder fressen Aas wie an der Küste angespülte Fische.

Verhalten

Klepto-Parasitismus Spezifische Aktivitätsphasen lassen sich bei der Schnee-Eule nicht festlegen. Sie jagt bevorzugt während der Dämmerung, allerdings kann der Beutefang vor allem während der Jungenaufzucht auch zu jeder anderen Tageszeit beobachtet werden. Die maximale Aktivität richtet sich offensichtlich nach den Aktivitätszeiten der Hauptbeutetiere, die bei den Lemmingen in der Nacht und bei Schneehühnern am Tag liegt. Schnee-Eulen suchen als Bewohner der Tundra keine Deckung sondern sitzen meistens ziemlich exponiert auf Hügeln, Steinen oder Baumstämmen. Dabei ruhen Schnee-Eulen oft stundenlang ohne eine Bewegung aufrecht sitzend oder leicht vornüber gebeugt, wobei die Füße und Flügel von lockerem Körpergefieder umhüllt sind. Die Eulen suchen nur bei starker Sonnenbestrahlung einen Unterstand auf, bei Regen und Schneefall bleiben sie sitzen. Sehr viel Zeit wird für die Gefiederpflege genutzt, bei der das Körpergefieder mit offenem Schnabel geglättet wird. Nach der Jagd säubern die Tiere den Schnabel und die ihn umstehenden Vibrissen durch Reiben am Boden. Hinzu kommen regelmäßige Bäder im Wasser. Außerhalb der Brutzeit führen die Eulen ein einzelgängerisches Leben und verteidigen ihre Jagdgebiete gegen Artgenossen. Nur in extrem schweren Wintern kommt es zu einer lockeren Schwarmbildung. Man geht davon aus, dass die Anpaarung bereits außerhalb der Brutsaison erfolgt, da der arktische Sommer extrem kurz ist. Während der Brutzeit sind die Eulen extrem aggressiv gegen Artgenossen und Raubtiere, bei der Revierverteidigung kommt es dabei zu heftigen Kämpfen der Männchen in der Luft und auf dem Boden bis die Reviergrenzen festgelegt sind. Gegenüber Feinden ist die Schnee-Eule eher scheu und weicht ihnen lieber aus statt sich zu verstecken. Durch ihre Position auf Erhöhungen kann sie nahende Gefahren sehr schnell ausmachen und entsprechend reagieren. Ob die weiße Färbung zusätzliche Tarnfunktion hat ist umstritten, da die Tiere besonders während der Brutsaison in der schneefreien Jahreszeit durch das weiße Gefieder besonders auffällig sind. Bei der Verteidigung des Nestes besitzen die Eulen ein großes Repertoire von Drohgebärden, die von einem einfachen Aufreißen des Schnabels und Sträuben des Gefieders bis zu einer Angriffsstellung mit erhobenen Flügeln und fauchenden Warnrufen reicht. Bei weitergehender Bedrohung erfolgt ein Angriff mit Krallen und Schnabel sowie in Form von Angriffsflügen auf den potentiellen Feind.

Fortpflanzung

Balz und Paarung

Vibrisse Schnee-Eulen werden erst Ende des zweiten Lebensjahres fortpflanzungsfähig. Sie führen eine Saisonehe und sind während dieser Zeit weitgehend monogam. Die Balzzeit beginnt bereits mitten im Winter. Nähert sich ein Weibchen beginnt das am Boden sitzende Männchen mit Lockrufen und angedeuteten Nestscharr-Bewegungen. Danach führt das Männchen Balzflüge aus, bei denen es mitunter so langsam fliegt, bis es nach unten durchsackt. Erst kurz bevor es den Boden berührt, wuchtet es sich mit kraftvollen Flügelschlägen wieder nach oben. Während des Balzfluges trägt das Männchen in der Regel einen toten Lemming im Schnabel, den es nach Ende des Balzfluges dem Weibchen vorlegt. Es folgen Gesangsduette beider Partner und das Männchen zeigt dem Weibchen potentielle Brutplätze, indem es sich in einer "Engelstellung" mit gehobenen aber nicht geöffneten Flügeln darüber stellt und das Beutegeschenk ablegt. Ohne die Übergabe eines solchen Futtergeschenks kommt es nicht zur Verpaarung. Bei Paarungsbereitschaft sucht das Weibchen Körperkontakt und nimmt danach eine vorgebeugte Paarungsstellung ein. Die Verpaarung erfolgt, indem sich das Männchen auf den Rücken des Weibchens stellt und seitlich leicht abrutscht um den Kloakenkontakt zu ermöglichen, dabei stützt es sich mit dem Flügeln am Boden ab.

Brut

Anschließend an die Balz beginnt im Mai die Brut. Als Brutplatz bevorzugt die Schnee-Eule Gebiete mit zahlreichen Felsrücken, Vorsprüngen und kleinen Hügeln. Das Weibchen scharrt auf einer erhöhten, schneefreien Stelle eine Erdmulde aus und legt je nach Nahrungsangebot 3-11 Eier, jeweils im Abstand von zwei Tagen. Nach etwa einem Monat schlüpfen die Jungvögel wiederum im 2-Tages-Abstand, sodass innerhalb einer Brut große Altersdifferenzen auftreten können. Wenn nicht genügend Futter für alle Küken vorhanden ist, sterben jüngere und kleinere Küken zuerst. Während das Weibchen die Eier bebrütet, wird es vom Männchen mit Nahrung versorgt. Nach weiteren 6-7 Wochen sind dann die Jungvögel flügge. Der Bruterfolg schwankt von Jahr zu Jahr stark. Er hängt vor allem vom Bestand der Lemminge ab. Bei einer hohen Dichte von Lemmingen kommt ein Paar mit einer Reviergröße von zwei Quadratkilometern aus. Der kurze arktische Sommer lässt den gerade selbständig gewordenen Jungvögeln nur wenig Zeit, notwendige Jagderfahrung zu sammeln. Daher ist die Mortalität unter den Jungvögeln sehr hoch.

Natürliche Feinde, Gefährdung

Abgesehen von Raubmöwen und Polarfüchsen, die unbewachte Nester plündern, besitzen die Schnee-Eulen kaum natürliche Feinde. Früher wurden in Kanada zahlreiche Eulen in ihren südlichen Winterquartieren abgeschossen. Heute kommen hier aber nur mehr selten illegale Abschüsse vor. Durch LKW-Verkehr gibt es vor allem in Alaska und Kanada relativ hohe Unfallverluste, die jedoch den Gesamtbestand nicht sehr belasten. In Skandinavien wird ein leicht abnehmender Trend der Bestandszahlen registriert, der wahrscheinlich mit der Klimaerwärmung sowie den zunehmenden Störungen durch menschliche Aktivitäten im Zusammenhang steht.

Trivia

Die Schnee-Eule ist der offizielle Vogel der kanadischen Provinz Québec. Harry Potter, eine populäre Romanfigur der Autorin Joanne K. Rowling, besitzt eine Schnee-Eule namens Hedwig.

Literatur


- Jürgen Nicolai: Greifvögel und Eulen, Kompaß Naturführer, Gräfe und Unzer Verlag, München 1987, ISBN 3774238057
- Theodor Mebs, Wolfgang Scherzinger; Die Eulen Europas - Biologie, Kennzeichen, Bestände, Kosmos Verlag, Stuttgart 2.000, ISBN 3-440-07069-7 :: Das Buch von Mebs und Scherzinger gibt die Lebensweise der dreizehn in Europa vertretenen Eulen wieder. Auf insgesamt 396 Seiten wird kein Lebensaspekt der Eulen ausgelassen.
- John A. Burton (Hrsg); Eulen der Welt - Entwicklung - Körperbau - Lebensweise, Neumann-Neudamm Verlag Melsungen, 1986, ISBN 3-7888-0495-5
- Wolfgang Epple; Eulen - Die geheimnisvollen Vögel der Nacht, Gräfe und Unzer Verlag, 1994, ISBN 3-7742-1790-4 :: Verglichen mit dem Buch von Mebs und Scherzinger ist dies eher das Buch für "Euleneinsteiger" - es ist so einfach geschrieben, dass es auch für Kinder und Jugendliche geeignet ist.

Weblinks


- http://www.tierenzyklopaedie.de/tiere/schneeeule.html
- http://www.natur-lexikon.com/Texte/HWG/001/00010/HWG00010.html
- http://www.owlpages.com/species/nyctea/scandiaca/Default.htm Kategorie:Eulen

Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark

Der Dovrefjell-Sunndalsfjella-Nationalpark wurde am 1. Juni 2002 gegründet. Er ersetzte den Dovre National Park, der 1974 gegründet wurde. Der Nationalpark ist 1693 km² groß. Der Nationalpark wird durch die E6 in zwei Teile zerschnitten. Die Attraktion des Nationalparks sind die Moschusochsen die vor 70 Jahren aus Grönland eingeführt worden sind und sich innerhalb des Parks frei bewegen. Wenn man durch den Park wandert, muss man darauf achten, dass man den Moschusochsen nicht zu nahe kommt.

Siehe auch

Nationalparks in Norwegen

Weblink


- [http://www.dirnat.no/wbch3.exe?p=3011 Nationalparkinfo]
- [http://www.visitnorway.com/templates/NTRarticle.aspx?id=28828 Info des Tourismusbüros]
- [http://www.dovrefjellradet.no Dovrefjellrådet] Kategorie:Norwegen Kategorie:Geographie (Norwegen) Kategorie:Nationalpark in Norwegen

Gressgåmoen Nationalpark

Der Gressgåmoen Nationalpark wurde 1970 auf dem Gebiet der Gemeinde Snåsa in Nord-Trøndelag eingerichtet um einen Fichtenwald mit Urwaldcharakter, welcher typisch für diese Gegend Norwegens ist, zu schützen. Der Name des 181.5 km² großen Nationalparks stammt von einem alten Bergbauernhof der heute knapp außerhalb der Nationalparkgrenze steht. Topographisch ist der Nationalpark dreigeteilt:
- Im Norden liegt das Lurudal, welches sich in west-östlicher Richtung durch den Park zieht. Am Ende dieses Tals ragt der Gipfel des Gamstuguhaugane 992 m hoch in den Himmel. Der höchste Punkt des Nationalparkes ist der im Norden gelegene 1009 m hohe Bugvassfjellt.
- Nach Süden und Westen erheben sich die Fjells Nordre und Søre Gauptjørnaksla.
- Im Südosten fällt die Landschaft zu einer ausgedehnte Senke mit zahlreichen Gewässern ab, welche alle nach Osten in Richtung Schweden entwässern. Der dominierende Waldtyp im Nationalpark ist Nadelwald. Dieser bedeckt circa eine Fläche von 13 km². In den tiefergelegenen Bereichen sind Moore das bestimmende Landschaftselement. Im Nationalpark gibt es weder markierte Wege noch Unterkunftsmöglichkeiten. Siehe auch: Nationalparks in Norwegen Kategorie:Nationalpark in Norwegen

Hardangervidda

Die Hardangervidda in Norwegen ist die größte Hochebene Europas. Sie ist mit einer Fläche von ca. 8.000 km² Norwegens größtes Fjell und im Mittel zwischen 1.200–1.400 m hoch. Seit 1981 sind 3.422 km² der Hardangervidda als Nationalpark weitestgehend vor menschlichen Einflüssen geschützt. Die Hochebene ist der Rest einer Gebirgslandschaft, die in den Eiszeiten durch Gletscher abgeschliffen wurde. Die Gletscher gaben dem Plateau seine heutige Form mit weiten Ebenen, flachen Seen und wenigen, sanft ansteigenden Gipfeln. Nur im höheren westlichen Teil, wo die Ebene zum Sørfjord und zum Eidfjord hin abfällt, gibt es schroffere Abschnitte. Der Hardangerjøkulen ist mit 73 km² Fläche heute der größte Gletscher auf der Hardangervidda. Er entstand allerdings erst vor ca. 2000-3000 Jahren und ist damit kein Überbleibsel der Gletscher, welche die Hardangervidda formten. Der niederschlagsreiche westliche Teil der Hardangervidda bietet einen großen Pflanzenreichtum, während der östliche Teil weiter im Landesinneren eher karg ist. Auf der Hardangervidda lebt die größte wilde Rentierherde Norwegens mit ca. 10.000 Tieren. Die Rentiere wandern im Frühling von den Winterweiden im Osten der Hochebene auf die höheren, nahrungsreicheren Sommerweiden der westlichen Hardangervidda. Die Hardangervidda ist außerdem für das reiche Vorkommen der Moltebeere bekannt. Der Mensch hat das Hochplateau nach der letzten Eiszeit ab ca. 6000 v. Chr. besiedelt. Er folgte wahrscheinlich den Rentieren, die mit dem zurückweichenden Eis auf die fruchtbare Ebene vordrangen. Heute ist der Tourismus in der Hardangervidda ein bedeutender Wirtschaftsfaktor.

Siehe auch


- Nationalparks in Norwegen

Weblinks


- [http://www.hardangervidda-senter.no Hardangervidda Nasjonalparksenter Møsvatn] (norwegisch, englisch, deutsch)
- [http://www.hardangervidda.org Hardangervidda Natur- u. Kulturzentrum, Eidfjord (Museum)] Kategorie:Norwegen Kategorie:Geographie (Norwegen) Kategorie:Nationalpark in Norwegen

Jostedalsbreen-Nationalpark

Der Jostedalsbreen-Nationalpark wurde am 1991 gegründet und liegt in Norwegen. Der Nationalpark ist 1310 km² groß. In dem Nationalpark liegt der Jostedalsbreen. Er ist der größte Gletscher des europäischen Festlandes.

Siehe auch

Nationalparks in Norwegen

Weblink


- [http://www.dirnat.no/wbch3.exe?p=3003 Nationalparkinfo]
- [http://www.jostedal.com/ Jostedal Glacier National Park] Kategorie:Norwegen Kategorie:Geographie (Norwegen) Kategorie:Nationalpark in Norwegen

Rondane Nationalpark

Rondane ist eine Gebirgsregion in Norwegen. Der Rondane Nationalpark (norwegisch: Rondane nasjonalpark) ist der älteste Nationalpark Norwegens. Der höchste Berggipfel des Rondane Nationalparks ist der Rondslottet mit 2.178 m. Der Nationalpark ist ein wichtiger Lebensraum für Herden wilder Rene. Er liegt in der Nähe der Stadt Otta und wurde am 21. Dezember 1962 gegründet und 2003 um 383 km² auf eine Fläche von 963 km² erweitert.

Geographie

Rondane liegt östlich des Gudbrandsdalen auf den Kommunen Dovre, Sel, Nord-Fron, Sør-Fron, und Ringebu in der Fylke Oppland sowie Folldal und Stor-Elvdal in der Fylke Hedmark. In der Nähe befinden sich zwei weitere Nationalparks, der Jotunheimen Nationalpark und der Dovrefjell-Sunndalsfjella Nationalpark. Rondane ist ein typisches Hochgebirge mit ausgedehnten Hochebenen und 10 Gipfeln über 2.000 m. Im zentralen und nördlichen Teil finden sich die höchsten Berge. Die höchsten Gipfel bilden der Rondslottet (Rondaner Schloss) mit 2.178 m, der Storronden mit 2.138 m und der Høgronden mit 2.118 m Höhe. Der niedrigste Punkt liegt unterhalb der Waldgrenze, die hier mit 1.000 bis 1.100 m Höhe für Nordeuropa sehr hoch liegt, was an dem milden, aber auch sehr trockenen (500 mm Niederschlag pro Jahr) Klima liegt. Im Süden des Parks befinden sich flachere Hochebenen. Die Landschaft wird durch Berge und Täler deutlich geteilt. Das tiefste Tal trennt die große Storronden-Rondslottet-Gruppe von dem Smiubelgen (Schmiede). Zwischen den steil abfallenden Hängen dieses Tals liegt der schmale See Rondvatnet, der auch die Mitte des Parks bildet. Von ihm aus können alle über 2.000 m hohen Gipfel in weniger als einem Tag zu Fuß erreicht werden. In Rondane fallen nicht genug Niederschläge, um dauerhafte Gletscher wie im Jotunheimen Nationalpark bilden zu können. An manchen geschützten Talhängen finden sich aber feste Schneehaufen. Weit verbreitet finden sich Toteislöcher als Überbleibsel der Eiszeitgletscher. Weiterhin prägen eigenartige kleine Hügel die Landschaft. Diese Esker wurden in den abschmelzenden Gletschern durch die Grundmoräne gebildet. Esker

Geologie

Das Grundgestein in Rondane entstand vor 500 bis 600 Millionen Jahren als Ablagerungen auf einem flachen Meeresboden. Durch Gebirgsauffaltungen wurde das heutige fossilienlose metamorphe Gestein gebildet. Die gegenwärtige Landschaft wurde zumeist durch die letzte Eiszeit, vor neun- bis zehntausend Jahren, geformt. Dabei wurden große Eismengen gebildet und es wird angenommen, dass Eisschmelzen und Eisansammlungen sich zyklisch abwechselten. Das Eis schmolz gegen Ende sehr schnell ab, wie tief ausgegrabene Flusstäler bezeugen. Rondane enthält einige kleine Schluchten (die bekanntesten sind Jutulhogget und Vesle-Ula), die durch Schmelzwasser eingeschnitten wurden.

Fauna und Flora

metamorphe Gestein Rondane ist einer der wenigen Plätze in Skandinavien, an denen wilde Rentiere (nicht die domestizierten Rene der Sámi) gefunden werden. Die norwegische Naturschutzbehörde sieht Rondane als "besonders wichtig als Lebensraum des einheimischen Rens" an. Es wird geschätzt, dass ungefähr 2.000 bis 4.000 Rene in Rondane und im nahe gelegenen Dovre Naturpark leben. Um die Renpopulation in ihrem Kerngebiet zu schützen, wurden in den 1990er Jahren Wanderwege versetzt. 2003 wurde der Park vergrößert, um das Ren noch besser schützen zu können. Anderes großes Wild, darunter Rehe und Elche, kommen gewöhnlich in den Randzonen des Parks vor. Gelegentlich sind auch Moschusochsen zu sehen, die als Herde in dem nahegelegenen Dovre Nationalpark leben. Vielfraße und eine kleine Population an Braunbären leben in dem Park, Wölfe sind dagegen selten. Abgesehen von den Moorbirken in den niedrigen Lagen werden die trockenen und nährstoffarmen Böden und die Felsen durch Heidekraut, robuste Gräser und Flechten bedeckt. Die höchsten Berge sind fast völlig öde; über 1.500 m wachsen fast nur noch die robusten Flechten auf den bloßen Steinen. Eine der gut angepassten Blütenpflanzen ist der Gletscher-Hahnenfuß, der bis in 1.700 Meter Höhe gedeiht. Das Ren ist in hohem Maße auf Flechten (vor allem die Rentierflechte) angewiesen. Die Flechten dienen damit als Nahrung für das Ren, welches dann den Boden düngt. Dadurch können auch weniger anspruchslose Pflanzen gedeihen, die ihrerseits Nahrung für Mäuse und Lemminge liefern.

Geschichte

Lemminge

Vorgeschichte

Erst nach Ende der Vergletscherung der letzten Eiszeit konnte der Park wieder durch Pflanzen und Tiere besiedelt werden. Größere Klimaänderungen erlaubten es dem Ren, sich weit über Skandinavien zu verbreiten. Doch nur einige hundert Jahre später wurden sie wieder verdrängt und konnten nur in wesentlich kleineren Gebieten, darunter Rondane, überleben. Archäologen fanden, dass der Wald schnell nach der Wiederbewaldung auch in großen Höhen wuchs: in 1.030 m Höhe wuchsen vor 8.500 Jahren Birken. Auf den Hochebenen lebten offenbar nomadische Jäger und Sammler vom Ren. Die großen zum Renfang benutzten Fallen können bei Gravhø und bei Bløyvangen besichtigt werden und sind auch im Park verbreitet. Diese steinernen Fallen bilden Öffnungen oder große umzäunte Bereiche, in die Rentiere durch Täuschung gelockt oder geführt werden konnten. In Verbindung mit diesen großen Fallen gibt es auch kleine gewölbte Steinwände, von denen man annimmt, dass sie als Versteck für die auf Beute wartenden Bogenschützen dienten. Verschiedene Datierungsmethoden legen nahe, dass die ältesten Fallen etwa 3.500 Jahre alt sein könnten. Die meisten Funde, darunter Häuserreste, stammen dagegen aus den Jahren 500 bis 700 n. Chr. Es kann als sicher angenommen werden, dass die großen Fallen und die Steinwände vom 6. Jahrhundert bis zur Entvölkerung durch den Schwarzen Tod im 14. Jahrhundert benutzt wurden.

Einrichtung des Nationalparks

14. Jahrhundert Nach einer fast zehnjährigen Planungsphase wurde am 21. Dezember 1962 Rondane als erster norwegischer Nationalpark, zunächst als Naturschutzgebiet, ausgewiesen. Als Hauptgründe für die Einrichtung werden "der Schutz der natürlichen Umgebung mit seinem einheimischen Pflanzen- und Tierleben und dem kulturellen Erbe sowie die Sicherung des Umfelds als Erholungsraum für zukünftige Generationen" genannt. Gesetzliche Bemühungen, die Natur im Norwegen zu schützen, begannen 1954 mit der Verabschiedung des Naturschutzgesetzes. 1955 wurden Sitzungen in den Kommunen um Rondane abgehalten und eine Kommission gegründet, deren Präsident Norman Heitkøtter war. Durch einen königlichen Beschluss wurde die Einrichtung des damals 580 km² umfassenden Rondane Nationalparks ermöglicht. Nach diesem ersten Nationalpark folgten viele weitere, die alle vom Direktoratet for naturforvaltning gepflegt werden.

Erweiterung

Als besondere Maßnahme für den Schutz des wilden Rens wurde der Park 2003 erheblich um 383 km² auf 963 km² erweitert, hauptsächlich nach Nordwesten, in geringerem Maße nach Osten und Süden. Zusätzlich wurden Bereiche geringeren Schutzes (Landschaftsschutz- sowie Naturschutzbereiche) in Verbindung mit dem Park benannt. Durch den ebenfalls neu eingerichteten Dovre Nationalpark zwischen Rondane und dem Dovrefjell-Sunndalsfjella Nationalpark liegt jetzt ein großer, fast zusammenhängender Streifen geschützter Bergregionen vor. Lediglich ein schmaler Streifen um eine Straße und Ortschaften herum trennt den Dovre Nationalpark von Rondane ab.

Tourismus

Dovrefjell-Sunndalsfjella Nationalpark Besuchern des Rondane Nationalparks ist in fast allen Gebieten erlaubt, frei zu wandern und zu zelten, außer in der unmittelbaren Umgebung der Berghütten. Außer dem Verbot motorisierten Verkehrs gibt es kaum weitere Einschränkungen. Auch Fischen und Jagen sind mit Lizenz möglich. Der norwegische Bergwanderverein (DNT) besitzt und führt ein Netz an Berghütten als Service für die Wanderer. In Rondane gibt es die zentrale Hütte Rondvassbu am südlichen Ende des Sees Rondvatnet. Die Berghütten Dørålseter und Bjørnhollia liegen am nördlichen beziehungsweise östlichen Rand des Parks. Diese drei Hütten sind bewohnt und bieten Verpflegung und (nach Voranmeldung) Unterkunft für die Wanderer. Es gibt auch unbewohnte Hütten wie Eldåbu, für die ein Schlüssel erforderlich ist. Der DNT kennzeichnet auch die Wanderpfade im Park mit roten Ts, die einfach auf Steine aufgemalt werden. Diese markierten Wege verbinden die Hütten miteinander und führen zu ein paar Gipfeln in der Nähe von Rondvassbu. Einige der Wanderwege sind mittlerweile verlegt worden, um die wilden Rene weniger zu stören. Die Hütten sind auch im Winter geöffnet, bieten jedoch außerhalb der Saison nur Selbstbedienung an. Ski-Pfade werden entweder vom DNT oder von einigen Hotels der Ski-Erholungsorte nahe des Parks markiert und manchmal auch präpariert.

Rondane in der Literatur

Die Landschaft von Rondane hat viele norwegische Schriftsteller inspiriert. Vermutlich am weitesten bekannt ist Henrik Ibsens 1867 geschriebenes Gedicht Peer Gynt, das teilweise (2. Akt, 4. Szene: Im Rondegebirge.) in Rondane spielt. Mit diesem Werk schrieb Ibsen eins der besten Dramen des 19. Jahrhunderts und machte Rondane zu einem Symbol der Naturschönheit Norwegens. Der Schriftsteller und Sammler norwegischer Volkssagen des mittleren 19. Jahrhunderts, Peter Christian Asbjørnsen, sammelte viele Geschichten rund um Rondane. Darunter war auch die Sage um Peer Gynt, die als Anregung für Ibsens Drama diente. Ein dritter Schriftsteller Aasmund Olavsson Vinje ließ ebenfalls sein berühmtes Werk No ser eg atter slike Fjell og Dalar in Rondane spielen.

Weblinks


- [http://www.etojm.com/Tysk/Wandern/DovreRomsdalTrondelag/Rondane.shtml Umfangreiche weiterführende Seite, besonders Gebietsinformation, Wanderwege und Bilder]
- [http://www.reuber-norwegen.de/FramesRondane.html Weitere Beschreibung, Bilder und Literatur]
- [http://english.dirnat.no/archive/images/01/65/NPmap041.jpg Karte von Rondane der norwegischen Umweltbehörde]
- [http://www.rondvassbu.com/ Hütte Rondvassbu auf Englisch oder Norwegisch, mit Bildern]
- [http://www3.dirnat.no/nasjonalparker/engelsk/psmaler/park.asp?thisId=951914962 Information des Nationalparks auf Englisch] Kategorie:Norwegen Kategorie:Geographie (Norwegen) Kategorie:Nationalpark in Norwegen

Negus

Negus bedeutet in der amharischen Sprache "König" und ist einer ältesten Feudaltitel des Kaiserreiches Äthiopien. Die Geschichte des Titels reicht bis in die Zeit des Reiches von Aksum zurück. Den Titel "Negus Negest" verlieh angeblich schon Salomo seinem Sohn, dem Äthiopier Menelik I.. Der Negus war ein selbstständiger Herrscher und unterstand lediglich, und das auch nur formal, dem Kaiser von Äthiopien. Der äthiopische Kaiser selbst führte den Titel Neguse Negest (auch als als Negusa Nagast transkribiert ), was König der Könige bedeutet. Während der Regentschaft von Kaiser Beyde Maryam von 1468 bis 1478 stand dieser Titel nur dem Herrscher von Gen zu. Die Bedeutung des Negus sank bei starker und stieg bei schwacher kaiserlicher Zentralgewalt. In späterer Zeit konnten die Kaiser den Titel Negus auch an die Herrscher von Shewa, Gonder, Tigray und Gojam verleihen. Als letzter Negus wurde 1928 Ras Tafari Makonen von Kaiserin Zauditu zum Negus (ohne Provinzangabe) gekrönt. Ras Tafari wurde 1930 als Haile Selassie I. selbst Kaiser von Äthiopien. Während seiner Regentschaft fand keine Krönung eines Negus mehr statt. Aufgrund der komplizierten Umschrift aus dem Amharischen kann die Schreibweise äthiopischer Eigennamen in verschiedenen Publikationen unterschiedlich sein. Siehe auch: Liste der Kaiser von Äthiopien Kategorie:Geschichte (Äthiopien)

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