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Toronto
Die Stadt Toronto ist die größte Stadt Kanadas und Hauptstadt der Provinz Ontario, jedoch nicht die Hauptstadt des Landes (Ottawa). Toronto liegt im Golden Horseshoe (Goldenes Hufeisen) genannten Großraum mit 5,2 Millionen Einwohnern (2004) im Südosten des Landes. Rund ein Drittel der Bevölkerungszunahme des ganzen Landes entfiel in den letzten Jahren auf den Grossraum Toronto. Die Einwohnerzahl stieg vom Jahr 1992 von 4,1 Mio. auf über 5,2 Mio. im Jahre 2004. Die Stadt wird im Süden durch den 19.011 km² großen Lake Ontario begrenzt und bildet einen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt.
Geschichte
Die Wyandot nannten den Ort Tarantua, was soviel bedeutet wie Treffpunkt, an dem sie Zusammenkünfte abhielten.
Im 17. Jahrhundert waren es die Pelzjäger, die den Treffpunkt recht erfolgreich für ihre Geschäfte nutzten, bis der britische Gouverneur Simcoe aus dem wirtschaftlichen Umschlagplatz ein Fort bauen ließ. Das war der Anfang von Toronto.
Die damals noch York benannte Siedlung entwickelte sich nur langsam, auch als der Regierungssitz von Oberkanada hierher verlegt wurde. Doch dann kamen die Loyalisten, mit ihnen die Wasser- und Gasversorgung, und in den Fünfzigern wurde das in Toronto umbenannte York durch die Eisenbahn mit den Märkten in den USA verbunden.
Heute ist Toronto sauber und sicher, ein New York wie von Schweizern geführt, bemerkte Sir Peter Ustinov einmal treffend.
Sehenswürdigkeiten
Sir Peter Ustinov]
Sir Peter Ustinov
- Yonge Street:
:Die Straße ist heute wie damals die Schlagader von Toronto, gedacht war sie als Nachschubslinie, spielt sich heute das wirtschaftliche und kulturelle Leben hauptsächlich entlang dieser Straße ab. Sie beginnt mehr als 1800 km im Hinterland und endet am Ontario Lake und ist damit eine der längsten Straßen Nordamerikas.
- CN Tower
:Er ist 553 m hoch und wurde 1976 fertiggestellt. Zunächst sollte er nur ein Funkturm sein, doch er wurde das höchste freistehende Gebäude der Welt, und die Top-Attraktion von Toronto. In den vier Kabinen an seiner Außenwand kann man mit 365 m pro Minute zum Drehrestaurant auf 346 m Höhe hinauffahren, wo man unter anderem durch einen Glasboden schauen kann. Die zweite Aussichtsebene, das Sky Pod, liegt in 447 m Höhe.
- Casa Loma ([http://www.trimpe.org/casaloma/ Weblink])
:Die Casa Loma, ein Schloss nach europäischem Stil von Sir Henry anfangs 1900 gebaut, ist heute ein interessantes Museum mit 98 Zimmern, Geheimgängen, antikem Schwimmbad, botanischem Wintergarten usw.
- SkyDome
:Der 1989 eröffnete SkyDome liegt zu Füßen des CN Tower. Die 54.000 Plätze fassende Arena ist die Heimat der BlueJays (Baseball) und der Argonauts (Canadian Football) und verfügt als erste Sportarena der Welt über ein komplett zurückfahrbares Dach und über die größte Videotafel der Welt. Eingebaut wurde auch das SkyDome Hotel, welches 70 zweigeschossige Suiten mit Sicht aufs Spielfeld anbieten. Des weiteren befindet sich im Gebäude eines der legendären Hard Rock Cafés, mit Ausblick auf das Spielfeld.
- Toronto Islands
:Diese vier Inseln liegen im Ontariosee direkt vor Toronto. Man gelangt mit der Fähre in etwa zehn Minuten auf diese autofreien Inseln, wo man sich beim Boot fahren, spazieren, sonnen oder im kleinen Vergnügungspark amüsieren kann.
Ontariosee
- Eaton Centre
:Das Eaton Centre ist ein vierstöckiges Kaufhaus, in das bis zu eine Million Menschen passen. Es wurde nach dem irischen Einwanderer Timothy Eaton benannt, der 1869 an dieser Stelle einen Gemischtwarenladen eröffnete.
- Royal Ontario Museum
:Das meist nur ROM genannte Royal Ontario Museum ist eines der Hauptsehenswürdigkeiten von Toronto und das größte Museum Kanadas. Es verfügt über eine umfangreiche Sammlung zu Naturwissenschaft, Archäologie sowie Kunst- und Kulturgeschichte. Durch seine Kunstsammlung aus Fernost erlangte es Weltberühmtheit. Aus vier Jahrtausenden sind hier Kunstwerke der Shang-Dynastie (um 1500 v. Chr.), der Tang-Dynastie (7. - 10. Jahrhundert n. Chr.), der Ming-Dynastie (14. - 17. Jahrhundert) bis zu den Mandschu-Kaisern des 20. Jahrhunderts zu sehen. Keramikfiguren, prächtige Vasen und diverse Meisterwerke der Tempelkunst stellen nur eine Auswahl dar. Die naturwissenschaftliche Abteilung beherbergt Saurierskelette und aufwändig hergestellte Schaukästen, welche die Biotope der Säugetiere nachbildet. Kinder haben die Möglichkeit in der Discovery Gallery kleine Experimente durchzuführen. Im zweiten Obergeschoss erhält man einen Einblick in die Kunst- und Kulturgeschichte des Mittelmeerraums. Unter anderem bekommt man hier ägyptische Mumien zu sehen.
- Hockey Hall of Fame
:Die internationale Hockey Hall of Fame (HHOF) ist ein Gebäude in Toronto und wurde gegründet, um die besten Eishockeyspieler zu ehren. Es ist mit einem Eishockeymuseum kombiniert. Darüber hinaus nennt sich das Eishockeymuseum in Augsburg "Hall of Fame Deutschland".
- Greektown
:Downtown Toronto östlich des Don Valley Parkway befindet sich Greektown. In dem Viertel mit seinen zweisprachigen Straßenschildern auf Englisch und Griechisch entlang der Danforth Avenue Ecke Pape lebt mit ca. 125.000 Griechen eine der größten griechischen Gemeinschaften außerhalb Griechenlands. Die mit griechischen und kanadischen Flaggen gesäumte Danforth Avenue mit zahlreichen griechischen Restaurants und Cafés mit typischer Küche und Musik lädt zum Flanieren ein.
Außerhalb der Stadt, aber in der Umgebung finden sich folgende Sehenswürdigkeiten:
- Niagarafälle
:Niagara bedeutet auf indianisch donnernde Wasser. Die Fälle liegen etwa 100 km von Toronto entfernt und sind ein großes Touristenspektakel. 3000 m³ Wasser in der Sekunde fließen über die 55 m hohen Klippen, welche 800 Meter breit sind. Man spricht von den Fällen, weil es die American Falls und die kanadischen Horseshoe Falls gibt.
- Algonquin Park
:Der 1893 eröffnete 7600 Quadratkilometer große Park liegt einige hundert Kilometer nördlich von Toronto und ist Kanada wie es im Bilderbuch steht. Bäume und Wasser soweit das Auge reicht und natürlich auch Bären, Elche, Biber und andere Wildtiere.
:Man kann den Park nur zu Fuß und mit dem Kanu durchqueren. Es führt nur ein einziger Highway durch den Südrand des Parks. Es gibt Zeltplätze rund um die verschiedenen Seen verteilt, auf welchen man zwei bis drei Zelte aufstellen kann. Manchmal muss man auch das Kanu und das Gepäck einige hundert Meter tragen, da nicht alle Seen miteinander verbunden sind.
Sport
Algonquin Park
- Toronto Maple Leafs (Eishockey; NHL)
- Toronto Raptors (Basketball; NBA)
- Toronto Blue Jays (Baseball; MLB)
- Toronto Argonauts (Canadian Football; CFL)
- Toronto Rock (Lacrosse;NLL)
Ökologie
Toronto hat mit dem DLWC-Projekt ein neues umweltfreundliches Verfahren für die Klimatisierung von Bürogebäuden entwickelt.
Partnerstädte
Eine Partnerstadt ist Frankfurt am Main (Hessen / Deutschland) sowie Sagamhara in Japan.
Weltjugendtag
Im Jahr 2002 fand in Toronto der XVII. Weltjugendtag mit rund 800.000 Teilnehmern aus aller Welt statt.
Söhne und Töchter der Stadt
- Maude Barlow, kanadische Schriftstellerin und Aktivistin
- Rachel Blanchard, kanadische Schauspielerin
- Nicole de Boer, kanadische Schauspielerin
- Morley Callaghan, kanadischer Schriftsteller
- John Candy, kanadischer Komiker und Schauspieler
- Kellie Casey, kanadische Skirennläuferin
- Enrico Colantoni, kanadischer Schauspieler
- John Colicos, kanadischer Schauspieler
- Myrtle Cook, kanadische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- David Cronenberg, kanadischer Regisseur
- Dick Decloe, kanadischer Eishockeyspieler
- Cory Doctorow, Science-Fiction-Autor
- Lexa Doig, kanadische Schauspielerin
- Allan Dwan, US-amerikanischer Regisseur, Produzent, Drehbuchautor
- David James Elliott, US-amerikanischer Schauspieler
- Steven Erikson, Autor aus Kanada
- Gil Evans, kanadischer Jazzmusiker
- Percy Faith, US-amerikanischer Orchesterleiter
- Timothy Findley, Schriftsteller und einer der Klassiker der kanadischen Literatur
- Rainbow Sun Francks, kanadischer Schauspieler
- Frank Gehry, kanadisch-US-amerikanischer Architekt und Designer
- Glenn Gould, bedeutender Pianist des 20. Jahrhunderts, Komponist, Musikautor
- Ed Greenwood, kanadischer Schriftsteller und Spieleautor
- Jeff Healey, kanadischer Rockgitarrist, Trompeter und Sänger
- Walter Huston, kanadischer Schauspieler
- Graham Jarvis, kanadischer Schauspieler
- Peter Jennings, US-amerikanischer Journalist
- Norman Jewison, kanadischer Filmregisseur
- Leila Josefowicz, kanadische Ausnahmegeigerin
- Brian W. Kernighan, Informatiker, der als Koautor von "Programmieren in C" bekannt wurde
- Geddy Lee, kanadischer Musiker
- Howard Lee McBain, US-amerikanischer Politologe
- Anne Michaels, kanadische Schriftstellerin
- Alannah Myles, kanadische Sängerin
- Peaches, kanadische Electroclash-Sängerin
- Lauren Phoenix, anglokanadisches Starlet der US-amerikanischen Pornoindustrie
- Mary Pickford, Schauspielerin der Stumm- und frühen Tonfilmzeit
- Christopher Plummer, kanadischer Schauspieler
- Ed Podivinsky, kanadischer Skirennläufer
- Sarah Polley, kanadische Schauspielerin
- James Randi, Bühnenzauberer, Skeptiker, und Gegner von Pseudowissenschaften
- Robbie Robertson, kanadischer Rockmusiker
- Howard Shore, kanadischer Komponist und Dirigent
- Kenneth Thomson, Unternehmer
- Linda Thorson, kanadische Schauspielerin
- Pat Travers, Blues-Rock Gitarrist
- Neil Young, kanadischer Rockmusiker
- Rubin Hurricane Carter,amerikanischer Boxer
- Tara Strong, Synchronsprecherin und Schauspielerin
Weblinks
- [http://www.city.toronto.on.ca Offizielle Website der Stadt Toronto]
- [http://www.utoronto.ca Universität von Toronto]
Kategorie:Ort in Ontario
Kategorie:Ort mit Seehafen
ja:トロント
ko:토론토
simple:Toronto, Ontario
zh-min-nan:Toronto
Kanada
Kanada (engl./frz.: Canada) ist ein Staat in Nordamerika. Der einzige unabhängige Nachbarstaat sind die USA, mit denen Kanada rege Wirtschaftsbeziehungen pflegt. Ferner grenzt Kanada an das zu Dänemark gehörende Grönland und an das zu Frankreich gehörende St. Pierre und Miquelon. Kanada ist ein Flächenstaat, dessen Bevölkerung zum Großteil auf wenige städtische Zentren konzentriert ist. Um die ethnische, sprachliche und kulturelle Vielfalt der einzelnen Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten, ist Kanada politisch als Föderation organisiert; ein Mosaik der Kulturen ist (im Gegensatz zum Modell des Schmelztiegels) politisch gewollt. Die Unabhängigkeitsbestrebungen Québecs, die Rechte der französischsprachigen Bevölkerungsgruppe und die Rechte der indianischen Völker prägen zentrale Konfliktlinien innerhalb der kanadischen Gesellschaft.
Geographie
Québec
Kanada ist mit einer Fläche von 9.984.670 Quadratkilometern nach Russland das zweitgrößte Land der Erde. Davon sind 9.093.507 km² Landmasse und 891.163 km² Wasserfläche. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung über Landfläche beträgt 4.634 Kilometer von Kap Columbia auf den Ellesmere-Inseln, Nunavut nach Mittelinsel auf dem Eriesee in Ontario, die größte Ost-West-Entfernung beträgt 5.514 Kilometer von Kap Spear in Neufundland und Labrador bis zur Grenze des Yukon-Territoriums mit Alaska.
Die Gesamtlänge der Grenze zwischen Kanada und den USA beträgt 8.890 Kilometer. Kanada hat mit 202.080 Kilometern die längste Küstenlinie der Welt.
Es grenzt an die USA (im Süden und im Westen (Alaska)), den Pazifischen Ozean, das Nordpolarmeer, Grönland (Seegrenze) und den Atlantischen Ozean. Die größte Insel ist die Baffininsel. Der Osten des Landes wird vom Sankt-Lorenz-Strom dominiert, der Norden von der Hudson Bay. In Mittelkanada schließen sich – als nördliche Fortsetzung des US-amerikanischen „Mittleren Westen“ – weitläufige Ebenen an. Westlich davon liegen die Rocky Mountains und die Pazifikküste. Die größte Stadt ist Toronto, gefolgt von Montréal, Vancouver und Calgary.
Der Nordteil wird vom kanadisch-arktischen Archipel geprägt. Die nördlichste Halbinsel ist Boothia.
Klima
Kanada umfasst unterschiedliche Klimazonen (vom Polarklima bis zum gemäßigten Klima). Hauptsächlich bestimmt jedoch das Boreale Klima mit langen kalten Wintern (bis zu –35 °C) und kurzen heißen Sommern (bis zu 35 °C) den überwiegenden Teil Kanadas. Aufgrund der Größe des Landes ist das Klima in den einzelnen Bundesstaaten sehr unterschiedlich. So wurden z.B. im Winter 2004 / 2005 Temperaturen von -58 °C in Burwash Landing / Yukon Territory gemessen.
An der Westküste findet man angenehmes Seeklima mit hohen Niederschlägen, da sich die feuchte vom Ozean kommende Luft am Westrand des Küstengebirges abregnet. Die Jahreszeiten sind in den Provinzen Quebec und Ontario am deutlichsten zu entdecken. Hier gibt es kalte Winter, angenehme Frühjahre und Herbstmonate und von Juli bis September den oft sehr schwül-heißen Sommer mit Durchschnittstemperaturen um 25 °C.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Kanadas beträgt geschätzte 32 Millionen. Der letzte Census-Report von 2001 gibt die kanadische Bevölkerung mit 30.007.094 an. Das ergibt eine Bevölkerungsdichte von ca. 3,2 Einwohner/km², welche damit eine der geringsten der Welt ist.
Der Großteil der Bevölkerung lebt in den Provinzen Québec und Ontario entlang des Sankt-Lorenz-Stromes, d. h. rund um Toronto, Montréal, Québec, Ottawa, London und Hamilton.
11,4 Millionen leben in Ontario, 7,2 Millionen in Québec, 3,9 Millionen in British Columbia und 3 Millionen in Alberta. Die restlichen Provinzen und Territorien haben jeweils weniger als 1 Million Einwohner, wobei Nunavut mit knapp 27.000 Einwohnern das bevölkerungsärmste Territorium Kanadas ist.
Sprachen
Landessprachen sind Englisch und Französisch. In Nunavut ist auch Inuktitut Amtssprache.
Alle Provinzen mit Ausnahme von Québec (frz.) und Neubraunschweig (bilingual engl./frz.) sind englischsprachig, im Volksmund auch genannt English Canada. Alle Regionen haben nicht-englischsprachige Minderheiten, in der Hauptsache Nachkommen der ursprünglichen Bewohner, Inuit (im Norden) und Indianervölker (siehe auch Indianer Nordamerikas). In Neuschottland gibt es eine Minderheit, die Schottisches Gälisch spricht.
Demographische Struktur und Entwicklung
Schottisches Gälisch
Kanada ist ein klassisches Einwandererland. Große Einwanderergruppen kamen in der Vergangenheit aus dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Deutschland, der Ukraine, Polen und aus den USA. Heutzutage wächst die Bedeutung der Einwanderer aus Fernost, vor allem aus der Volksrepublik China.
Die Geburtenrate betrug 2003 10,99 Geburten pro 1000 Einwohner, die Sterberate 7,61 Todesfälle pro 1000 Einwohner. Das Bevölkerungswachstum betrug 0,94 %.
Die durchschnittliche Lebenserwartung in Kanada liegt bei 73,6 Jahren. 26 % der Kanadier sind 19 Jahre oder jünger, 13 % 65 Jahre oder älter. Das mittlere Alter der erwerbsfähigen Bevölkerung liegt bei 42 Jahren, die Schätzung für 2011 bei 43,7.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Kanadas
Der erste Versuch einer europäischen Besiedlung erfolgte durch die Wikinger unter Leif Eriksson um 1000. Die Siedlung hatte jedoch nicht lange Bestand. Die erste dauerhafte Siedlung gründeten, mit Québec, die Franzosen 1608. Nach mehreren Kriegen zwischen Frankreich und England fielen alle nordamerikanischen Kolonien 1763 an die englische Krone.
1812 bis 1814 kam es zwischen den unabhängigen USA und Großbritanniens verbliebenen Kolonien in Kanada zu einem Krieg. 1867 erhielten die britischen Kolonien eine Verfassung und eine gewisse Eigenständigkeit gegenüber Großbritannien.
Formal erhielt Kanada erst 1982 die vollständige Unabhängigkeit.
Politik
Kanada ist eine Föderation mit zehn Provinzen und drei von der Regierung verwalteten Territorien.
Kanada ist eine repräsentative parlamentarische Demokratie mit einer symbolischen konstitutionellen Monarchie innerhalb des Britischen Commonwealth of Nations.
Das symbolische Staatsoberhaupt ist die britische Königin Elizabeth II., sie wird durch einen Generalgouverneur vertreten.
Der Premierminister ist der liberale Paul Martin.
Das Parlament besteht aus dem demokratisch gewählten Unterhaus und dem Senat, dessen Mitglieder ernannt werden. Die Legislaturperiode dauert fünf Jahre, aber der Premierminister kann das Unterhaus vorzeitig auflösen und Neuwahlen ausrufen.
Außenpolitik
Militär
Hauptartikel: Kanadische Streitkräfte
Provinzen und Territorien
Kanadische Streitkräfte
Hauptartikel: Provinzen und Territorien Kanadas
Kanada ist in 10 Provinzen und 3 Territorien gegliedert. Das sind von West nach Ost:
- Yukon-Territorium (Whitehorse), Territorium
- Nordwest-Territorien (engl. Northwest Territories, fr. Territoires du Nord-Ouest, Yellowknife), Territorium
- Nunavut (Iqaluit), Territorium
- Britisch-Kolumbien (engl. British Columbia, fr. Colombie-Britannique, Victoria)
- Alberta (Edmonton)
- Saskatchewan (Regina)
- Manitoba (Winnipeg)
- Ontario (Toronto)
- Québec (Québec)
- Neubraunschweig (engl. New Brunswick, fr. Nouveau-Brunswick, Fredericton)
- Prinz-Eduard-Insel (engl. Prince Edward Island, fr. Île-du-Prince-Édouard, Charlottetown)
- Neuschottland (engl. Nova Scotia, fr. Nouvelle-Écosse, Halifax)
- Neufundland und Labrador (engl. Newfoundland and Labrador, fr. Terre-Neuve-et-Labrador, Saint John's)
Der Unterschied zwischen kanadischen Provinzen und Territorien besteht darin, dass die Bundesregierung eine direktere Macht auf die Territorien ausübt, während die Provinzen durch eigene Provinzregierungen verwaltet werden.
Wirtschaft
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2003 preisbereinigt 756,25 Mrd. Euro gegenüber 727,42 Mrd. Euro im Jahr 2002. Damit ist Kanada gemessen am BIP pro Kopf mit 23.909 Euro an achter Stelle in der Welt. Real wuchs das BIP im Jahr 2003 um 2,2 %, ein Jahr zuvor waren es noch 3,4 %. Die Inflationsrate betrug 2003 2,6 %.
Kanada ist Mitglied im NAFTA (North-American Free Trade Agreement) zwischen Kanada, den USA und Mexiko.
Kultur
Das heutige Kanada wird überwiegend durch die europäischen Einflüsse der Pioniere, Forscher, Händler und Fischer aus Großbritannien, Frankreich und Irland geprägt, die ab 1497 den nördlichen Teil des Kontinents erforscht und bald besiedelt haben. Viele ihrer Traditionen bleiben weiterhin Teil von Kanada, etwa ihre Nahrung, Sprache, Erzählungen, Geschichte, Feiertage und Sport. Viele Kanadier können ihre Wurzeln zurück zu diesen Ländern verfolgen und sind stolz auf ihre Herkunft.
Kanada und Großbritannien teilen eine gemeinsame Geschichte und arbeiten durch viele Organisationen wie den Commonwealth, die G-8 und die NATO zusammen. Die beiden Länder teilen das gleiche Staatsoberhaupt und zählen zu den ältesten parlamentarischen Demokratien in der Welt. Großbritannien ist Kanadas drittgrößter Handelspartner und nach den USA auf Platz zwei der ausländischen Touristen, die Kanada besuchen.
Vielfältig sind die kulturellen Überlieferungen der kanadischen Indianer oder der first nations, wie sie sich selbst nennen. Jedes Volk hat seine eigene Kultur, Sprache und Geschichte. Ihre Kultur wurde ausschließlich mündlich übertragen. Verschiedene Stämme schufen einzigartige Kunstwerke wie geflochtene Körbe, gemalte Abbildungen und geschnitzte Tier-Skulpturen. Eine besondere Rolle spielen die Inuit (auch Eskimos genannt) im Norden des Landes. Ihre Kultur ist in besonderem Maße von der Anpassung an die widrigen Klimaverhältnisse geprägt.
Viel dieses kulturellen Vermächtnis wird bis heute in Kanada gefeiert. Das Emblem der Olympischen Winterspiele 2010 in Vancouver ist ein inukshuk (Steinmand'l) aus aufeinander gestapelten Steinen in menschlicher Form, als Symbol für die Inuitkultur.
Seit den 1990er Jahren sind in Kanada viele Asiaten, vorwiegend aus Hongkong, China und Korea, eingewandert. Insbesondere in Vancouver und Toronto bilden sie eine starke nationale Minderheit.
Kanada hat viele namhafte Künstler der Rock- und Popmusik hervorgebracht, z.B. Joni Mitchell, Bryan Adams, Michael Bublé, Leonard Cohen, Céline Dion, Shania Twain, Nelly Furtado, Avril Lavigne, Alanis Morissette, Nickelback, NoMeansNo, Rush, Simple Plan, Skye Sweetnam, Smashing Pumpkins, Sum 41 und Neil Young. Populäre Jazzmusiker sind u. a. Oscar Peterson und Diana Krall.
Zu den bekannten kanadischen Schauspielern gehören Keanu Reeves, Carrie-Anne Moss, Pamela Anderson, Jim Carrey, Michael J. Fox, William Shatner und Mike Myers.
Auf dem Gebiet der klassischen Musik ist der bekannteste Kanadier sicherlich Glenn Gould (1932–1982), der einer breiteren Öffentlichkeit als begnadeter Interpret vor allem der Werke Bachs bekannt ist. Berühmtheit erlangte der damals 22-Jährige im Jahr 1955 mit einer aufsehenerregenden Einspielung der Goldberg-Variationen.
Kanada verfügt über eine reiche, wenn auch junge literarische Tradition. Insbesondere seit den 1960er Jahren genießen Autoren wie Leonard Cohen, Margaret Atwood und Michael Ondaatje auch außerhalb ihrer Landesgrenzen erhebliche Bekanntheit.
Der eigentliche Nationalsport ist Lacrosse, jedoch ist in Kanada auch Eishockey sehr beliebt, was nicht nur den US-amerikanischen Mannschaften in der NHL beim Kampf um den begehrten Stanley Cup bestens bekannt sein dürfte, sondern auch weit über die Grenzen Kanadas hinaus. Außerdem erfreut sich auch Curling großer Beliebtheit.
Siehe auch: Kanadische Literatur, Liste kanadischer Schriftsteller
Umwelt
Der Kohlenstoffdioxidausstoß pro Kopf des Landes gehört zum weltweit höchsten, was an der wirtschaftlichen Ausrichtung und der Größe des Landes liegt. Zum einen wird dort viel geflogen, zum anderen baut die Wirtschaft vor allem auf Holzhandel und Fischfang auf.
Ein großes Problem stellt der Lachsfang auf dem Yukon River dar. In der Vergangenheit waren immer genügend große Lachsbestände vorhanden, mittlerweile musste jedoch der Lachsfang zum Teil schon saisonell verboten werden (Saison 2002). Schuld für das Fehlen der Fischzüge zu den Quellen des Yukon sind US-amerikanische Fischtrawler, welche vor der Mündung des Yukon River großzügig alles abfischen und somit die Rückwanderung und das Ablaichen der Lachse erschweren. Ein Einspruch der Kanadischen Regierung ist nicht zu erwarten, da gefürchtet wird, dass sonst die amerikanischen Kreuzfahrtschiffe auf dem Weg nach Alaska nicht mehr an der kanadischen Küste halt machen. Der Tourismus würde somit in den betroffenen Regionen stark geschädigt.
Ein noch nicht gelöster Konflikt zwischen Interessenvertretern von Naturschutz und Industrie ist die teilweise recht rabiate Tötung von Robben zur Fell- und Fleischgewinnung. Hier gerät Kanada einerseits unter den moralischen Druck der Weltöffentlichkeit, andererseits unter den Druck der neufundländischen Bevölkerung, für welche die Robbenjagd einen notwendigen Nebenverdienst darstellt.
In Kanada gibt es eine Reihe bekannter Nationalparks und Provinzparks (Provicial Parks, z. B. Algonquin Park, Ontario). Siehe Nationalparks in Kanada
Nach einer Studie der Simon Fraser Universität, die auf Betreiben der David Suzuki Foundation durchgeführt wurde, gehört Kanada zu jenen Industrienationen mit der schlechtesten Umweltschutz-Bilanz. So liegt Kanada auf dem 28. Platz von 30 untersuchten Staaten auf dem Gebiet der Ökonomischen Zusammenarbeit und Entwicklung. Auch teilt sich das Land den 30. Rang bei der Produktion von Atommüll und der Kohlenmonoxidemission. Außerdem nimmt man beim Wasserverbrauch den 29. Platz ein. Europäische Staaten wie Schweden, die Schweiz, Dänemark und Deutschland rangieren an der Spitze dieser Umweltbilanz, während Kanada, Belgien und die USA an derem unteren Ende stehen. „The ability of other high-income countries, such as Sweden, to achieve much lower levels of pollution shows it can be done,“ teilte einer der Wissenschaftler in einer Stellungsnahme dazu mit. „There's no excuse - all it requires is a strong commitment from government.“
Portal Kanada
In unserem Portal Kanada findet man weitere Artikel zu Kanada nach Themen sortiert. Auch aktuelle Nachrichten aus Kanada sowie Hinweise, wie man sich an der Arbeit im Wikipedia-Bereich Kanada engagieren kann, sind vorhanden.
Weblinks
- [http://www.canada.ca Offizielle Homepage von Kanada]
- [http://www.kanada.de Die Kanadische Botschaft in Deutschland]
- [http://www.travel-images.com/canada.html Kanada-Bilder]
- [http://www.kanada-studien.de/ Gesellschaft für Kanada-Studien]
- [http://www.weltkarte.com/nordamerika/landkarte-kanada.htm Landkarten und Stadtpläne von Kanada]
Kategorie:Staat
Kategorie:Monarchie
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als:Kanada
ja:カナダ
ko:캐나다
ms:Kanada
simple:Canada
th:ประเทศแคนาดา
zh-min-nan:Canada
Provinzen und Territorien KanadasKanada besteht aus 10 Provinzen und 3 Territorien.
Übersichtstabelle
1: Quelle: http://www.statcan.ca
2: Landfläche ohne Binnengewässer, Quelle: http://www.statcan.ca
3: Stand: 1. Juli 2003, Quelle: http://www.statcan.ca
Rechtsstellung
Die Provinzen sind die Gliedstaaten des kanadischen Bundesstaates. Sie haben ein hohes Maß an Selbständigkeit gegenüber der kanadischen Bundesregierung. Neue Provinzen können nur durch ein verfassungsänderndes Gesetz geschaffen werden.
Die Territorien umfassen denjenigen Teil des kanadischen Territoriums, der zu keiner der Provinzen gehört. Sie haben weniger eigene Kompetenzen als die Provinzen. Neue Territorien können durch normales Bundesgesetz geschaffen werden.
Institutionen
Jede Provinz und jedes Territorium verfügt über ein Einkammerparlament und eine diesem verantwortliche Regierung unter Leitung eines Premierministers. In den meisten Provinzen und in den Territorien wird das Parlament als Gesetzgebende Versammlung (Legislative Assembly) bezeichnet, in Québec als Nationalversammlung (Assemblée nationale) und in Neufundland und Labrador als House of Assembly.
Als Repräsentant der Krone fungiert in den Provinzen jeweils ein Lieutenant governor, in den Territorien ein Commissioner.
Geschichte
Zum Zeitpunkt ihrer Gründung im Jahre 1867 bestand die kanadische Föderation aus den 4 Provinzen Ontario, Québec, Neubraunschweig und Neuschottland. Danach kamen folgende Provinzen hinzu:
- 1870 Manitoba (vorher Teil der Nordwest-Territorien)
- 1871 Britisch-Kolumbien (vorher eigenständige britische Kolonie)
- 1873 Prinz-Eduard-Insel (vorher eigenständige britische Kolonie)
- 1905 Saskatchewan (vorher Teil der Nordwest-Territorien)
- 1905 Alberta (vorher Teil der Nordwest-Territorien)
- 1949 Neufundland und Labrador (vorher eigenständige britische Kolonie)
Außerdem wurden folgende Territorien Teil der Föderation:
- 1870 Nordwest-Territorien
- 1898 Yukon (vorher Teil der Nordwest-Territorien)
- 1999 Nunavut (vorher Teil der Nordwest-Territorien)
Karte
Nunavut
Kategorie:Kanada
Kanada, Provinzen
ja:カナダの州
ko:캐나다의 행정 구역
simple:List of Canadian provinces and territories
zh-min-nan:Canada ê séng kap léng-thó·
Ontario
Ontario ist eine kanadische Provinz. Mit 39% lebt hier der größte Bevölkerungsanteil des Landes. Ottawa, die Hauptstadt von Kanada, liegt ebenfalls in Ontario. Der Name Ontario ist ein irokesiches Wort und bedeutet "schöner See" oder "schönes Wasser".
Geographie
Ontario grenzt im Norden an die Hudson Bay und die Jamesbai, im Osten an Quebec, südlich an die US-amerikanischen Bundesstaaten Minnesota, Michigan, Ohio, Pennsylvania und New York und westlich an die Provinz Manitoba. Die südliche Grenze zu den USA besteht hauptsächlich aus Flüssen und Seen, beginnend mit dem Lake of the Woods. Sie verläuft weiter am Sankt-Lorenz-Strom in der Nähe von Cornwall und den Große Seen.
Es gibt ungefähr 250.000 Seen in der Provinz und zusammen über 100.000 km Flüsse.
Die Hauptstadt der Provinz und zugleich größte Stadt Toronto ist ein wichtiges Gebiet im Ballungsraum um den Ontariosee. Die kanadische Hauptstadt Ottawa liegt weiter im Osten der Provinz am Ottawa-Fluss, welcher auch die Grenze zur Nachbarprovinz Quebec bildet.
Die Provinz besteht geographisch aus drei Hauptregionen:
- das Kanadische Schild nordwestlich und zentral gelegen. Das Land dort ist hauptsächlich unfruchtbar, aber reich an Mineralien. Zudem ist es überzogen mit Flüssen und Seen.
- die sumpfigen und bewaldeten Hudson Bay Lowlands nordöstlich gelegen, und
- das fruchtbare Great Lakes-Saint Lawrence Valley im Süden mit vielen Industrieanlagen und landwirtschaftlich genutzten Gebieten.
Siehe auch: Liste der Gemeinden in Ontario
Geschichte
Bevor die Europäer die Region erreichten, bewohnten Algonkin (Anishinabe, Cree und Algonkin) und Irokesen-Stämme (Irokesen, Wyandot) das Land. Der franzöische Entdecker Étienne Brûlé besuchte das Gebiet in den Jahren 1610 bis 1612. Im Jahr 1611 segelte der Engländer Henry Hudson in die später nach ihm benannte Hudson Bay und erklärte es zum britischen Gebiet.
Samuel de Champlain erreichte 1615 den Huronsee. Zu dieser Zeit begannen französische Missionare kleine Vorposten entlang der Großen Seen zu errichten. Die Irokesen, die eine Allianz mit den Engländern eingegangen waren, gefährdeten aber diese französischen Siedlungen.
Die Engländer errichteten im späten 17. Jahrhundert Handelsposten an der Hudson Bay, mussten aber um ihre Dominanz in Ontario fürchten. Der Pariser Frieden von 1763, welcher den Siebenjährigen Krieg in Europa beendete, führte aber dazu, dass fast alle französischen Gebiete (Neufrankreich) an die Engländer fielen.
1840 wird das anglophone Ontario (Upper Canada) mit dem frankophonen Québec (Lower Canada) zum sich selbst regierenden Kanada vereinigt. Am 1. Juli 1867 wird "Kanada" (die heutigen Provinzen Ontario und Québec) zusammen mit Neuschottland und Neu-Braunschweig zum Dominion of Canada (kanadische Föderation) erhoben.
Siehe auch: Franzosen- und Indianerkrieg
Bevölkerungsaufbau
Die Gesamtbevölkerung der Provinz Ontario verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Altersgruppen (Stand: 1. Juli 2003):
Größte Städte
Berühmte Persönlichkeiten aus Ontario
- Politik: Paul Martin
- Musik: Avril Lavigne; Alanis Morissette; Skye Sweetnam; Shania Twain
- Film: James Cameron
- Sport: Wayne Gretzky; Paul Coffey; Adam Oates; Eric Lindros; Adam Copeland
Söhne und Töchter der Stadt
- Gerald Bull, kanadischer Artilleriewissenschaftler
- John Kenneth Galbraith, Ökonom, Sozialkritiker, Präsidentenberater, Romancier und Diplomat
- Mina Benson Hubbard, kanadische Forschungsreisende
Weblinks
- [http://www.gov.on.ca/ Regierung von Ontario] (engl. oder frz.)
- [http://www.itcwebdesigns.com/indexont.htm Webseite über Ontario]
Kategorie:Kanada
Kategorie:Kanadische Provinzen und Territorien
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ja:オンタリオ州
ko:온타리오 주
simple:Ontario
zh-min-nan:Ontario
Ottawa
Ottawa ist die Hauptstadt Kanadas. Sie liegt im östlichen Teil der Provinz Ontario am Fluss Ottawa, unmittelbar an der Grenze zur Provinz Québec. Ottawa zählt als Grossraum Ottawa-Gatineau 1'142'700 Einwohner (Census 2004). Bürgermeister (2005) ist Bob Chiarelli.
Die Bevölkerung der Stadt ist je zur Hälfte englisch- und französischsprachig.
französisch
Geschichte
Gegründet wurde Ottawa im Jahre 1827 und hieß bis 1854 zunächst Bytown, benannt nach Colonel John By, welcher den Bau des Verbindungskanals zwischen dem Ottawa River und dem Rideau River leitete.
Am 31. Dezember 1857 wurde Königin Victoria aufgefordert eine Hauptstadt für Kanada auszuwählen, und die Königin wählte Ottawa. Es ranken sich mehrere Legenden um die Auswahl. So wird überliefert, dass die Königin ihre Hutnadel auf einer Landkarte etwa zur Hälfte zwischen die Städte Toronto und Montréal gesteckt habe; der nächste Ort sei Ottawa gewesen. Dies soll jedoch nur Legende sein.
Tatsächlich dürfte die Wahl auf die zuvor unbedeutende Stadt gefallen sein, weil Ottawa zum einen an der Sprachgrenze lag und damit für beide Bevölkerungsteile akzeptabel schien, andererseits eine Kleinstadt möglicherweise in Kriegszeiten von Angriffen weniger bedroht war.
Geografie
Ottawa liegt am südlichen Ufer des Ottawa River an der Mündung vom Rideau Canal, Rideau River und Gatineau River. Die ältesten Teile der Stadt Lower Town befinden sich im Bereich zwischen Rideau Canal und Rideau River. Am gegenüberliegenden Ufer des Kanals findet man Centre Town, das finanzielle und kommerzielle Zentrum der Stadt. Zwischen dem Stadtzentrum und dem Ottawa River liegt Parliament Hill, das Regierungsviertel der amerikanischen Regierung.
Das Stadtgebiet von Ottawa umfasst eine Fläche von 2.778,64 km² (Statistics Canada).
Am anderen Ufer des Ottawa River, welcher hier die Grenze zwischen den Provinzen Ontario und Québec bildet, liegt die Stadt Gatineau. Beide Städte bilden Canada's Capital Region.
Verkehr
- Eisenbahn: Ottawa ist an das Netz von VIA Rail Canada angeschlossen
- Flughafen: Ottawa Macdonald-Cartier International Airport
- Busverbindungen: Langstreckenbusverbindungen mehrerer Gesellschaften
- Nahverkehr: Buslinien werden von OC Transpo unterhalten. Außerdem existiert als Pilotprojekt der O-Train.
Sehenswürdigkeiten
Sehenswert sind das Regierungsviertel, dessen Gebäude in Anlehnung an die Regierungsbauten in London entworfen wurden. Jährlich findet in Ottawa die Tulpenparade statt, die an die Geburt der niederländischen Prinzessin Margriet während des Exils der Königsfamilie im Zweiten Weltkrieg in Ottawa erinnert. Teil dieses Festes ist eine große Bootsparade auf dem Rideau Canal, der hier in den Ottawa mündet. In den Wintermonaten wird der Kanal zur längsten Schlittschuhlaufbahn der Welt (etwa 8 km).
Sport
Ottawa Senators (Eishockey; NHL)
Ottawa Renegades (Canadian Football; CFL)
Söhne und Töchter der Stadt
- Frank Ahearn, Eigentümer der Ottawa Senators
- Paul Anka, kanadischer Sänger
- Margaret Atwood, kanadische Schriftstellerin
- Dan Aykroyd, kanadischer Filmschauspieler
- Patrick Biggs, kanadischer Skirennläufer
- Mike Bullard, kanadischer Eishockeyspieler und -trainer
- Sarah Chalke, kanadische Schauspielerin
- Margriet von Oranien-Nassau, Prinzessin der Niederlande, Prinzessin von Oranien-Nassau, Prinzessin von Lippe-Biesterfeld
- Lorne Greene, kanadischer Schauspieler
- Nancy Greene, kanadische Skirennläuferin
- Rich Little, kanadischer Komiker
- Alanis Morissette, kanadische Sängerin und Musikerin
- Kelly Rowan, kanadische Filmschauspielerin
- Sascha Sokolow, russischer Schriftsteller
- Roger Spottiswoode, amerikanischer Filmregisseur
- Gordon Thomson, kanadischer Schauspieler
Siehe auch
- Hochhäuser in Ottawa
- Stadien in Ottawa
Weblinks
- http://www.ottawa.com/
- http://ottawa.ca
Kategorie:Ort in Ontario
Kategorie:Ottawa
Kategorie:Hauptstadt in Nordamerika
ja:オタワ
ko:오타와
simple:Ottawa, Ontario
zh-min-nan:Ottawa
Ontariosee
Der Ontariosee (auch Ontario-See, engl. Lake Ontario) ist der kleinste der fünf Großen Seen Nordamerikas (Oberer See, Michigan-, Huron-, Erie- und Ontariosee) welche sämtlich miteinander durch Flussläufe verbunden sind.
Durch ihn läuft die Grenze der USA zu Kanada. Er liegt auf 75 m über NN, seine Fläche beträgt 18.960 km² und geht auf 244 m Wassertiefe. Der Hauptzufluss erfolgt über die Niagarafälle aus dem Eriesee und der Abfluss über den Sankt-Lorenz-Strom. Andere Flüsse wie der Trent River, der Genesee River, der Oswego River und der Salmon River fließen in den See.
Das Wasser aus diesem See wird auch für die Trinkwasserversorgung und zur Kühlung von Bürogebäuden in der Stadt Toronto verwendet (siehe DLWC).
Wie bei den anderen Großen Seen Nordamerikas sind auch beim Ontariosee die Gezeiten - anders als bei allen übrigen Süßwassergewässern - bemerkbar.
Gezeiten
Kategorie:See in Kanada
Kategorie:See in den USA
Kategorie:Geographie (USA)
Kategorie:Geographie (Kanada)
ja:オンタリオ湖
WyandotDie Wyandot (Eigenbezeichnung), auch Huronen genannt, sind ein ehemals mächtiges Indianervolk Nordamerikas.
Sie siedelten am Huronsee und bildeten eine Konföderation aus vier großen und mehreren kleinen Stämmen. Sie sollen tüchtige Ackerbauern gewesen sein.
Der Name Huronen geht auf eine französische Bezeichnung zurück (Mittelkamm des Wildschweinschädels "La Hure").
Geschichte
Ursprünglich gehörten sie zu den Irokesen, trennten sich aber von diesen und verbündeten sich mit Algonkin-Völkern. Wie die Irokesen lebten sie in Langhaeusern und trieben Landwirtschaft. Bei Ankunft der Franzosen erlangten sie eine beherrschende Stellung im Fellhandel, was zum Konflikt mit den mit England verbuendeten Irokesen führte.
Im 17. Jahrhundert (1648 bis 1649) wurden sie durch Kämpfe mit den westlichen Irokesen, v.a. Mohawk, und durch Seuchen, fast aufgerieben.
Eine Gruppe siedelte sich um 1650 bei Québec an, wo sie noch heute die autonome Nation Wendake bilden. Eine Wyandot-Reservation besteht in Oklahoma.
Bedeutung der Wyandot
Die Wyandot sind durch die Lederstrumpf-Erzählungen von James Fenimore Cooper in die Literatur eingegangen. Dort werden sie als Furcht verbreitende, talentierte Krieger geschildert. Jedoch spielen diese Erzählungen im 18. Jahrhundert, während die Bedeutung der Wyandot schon im 17. Jahrhundert endete. Maßgeblich für Cooper war wohl, dass die Wyandot als Fidele de France, also als frankreichfreundlich galten.
Tourismus
Heute verwenden die Kanadier gerne zu touristischen Zwecken den Begriff Huronia für das ehemalige Siedlungsgebiet der Wyandot.
Sehenswert ist die wiederaufgebaute jesuitische Missionsstation Sainte Marie aux pays des Hurons die von 1639 bis 1649 existierte. Im Reservat Wendake bei Québec ist eine nachgebaute historische Siedlung zu besichtigen.
Weblinks
- http://www.tolatsga.org/hur.html
- http://www.huron-wendat.qc.ca
- http://www.wyandot.org
Siehe auch
Indianer, Liste nordamerikanischer Indianerstämme
Kategorie:Nordamerikanische Ethnie
OberkanadaOberkanada (englisch Upper Canada) ist ein früherer Name für das Land am Oberlauf des Sankt-Lorenz-Stromes.
Als Oberkanada wurde das Gebiet zwischen dem Nipissingsee im Norden und dem Sankt-Lorenz-Strom, dem Ontariosee und dem Eriesee im Süden und der Georgsbucht im Osten bezeichnet, dazu die Küstenlinie des Oberen Sees. Durch das Verfassungsgesetz von 1791 wurde die Provinz Québec in die Regionen Oberkanada und Niederkanada (Lower Canada) aufgeteilt.
Ziel der Aufteilung war es, die königstreuen amerikanischen Siedler in Oberkanada der britischen Gesetzgebung zu unterstellen.
Die Region Oberkanada ist der südliche Teil der heutigen kanadischen Provinz Ontario.
Am 1. Februar 1796 wurde die Hauptstadt von Oberkanada von Newark (dem heutigen Niagara-on-the-Lake) nach York verlegt, dem heutigen Toronto.
Im Jahr 1840 wurden Oberkanada und Niederkanada zur Provinz Kanada vereinigt und wurde 1867 in der Kanadischen Konföderation zu der selbständigen Provinz die heute den Namen Ontario trägt.
Kategorie:Kanadische Geschichte
Loyalisten (Amerikanische Unabhängigkeit)Loyalisten waren nordamerikanische Kolonisten aus dem Königreich Großbritannien, die während des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges loyale Untertanen der britischen Krone blieben. Man nannte sie auch Tories oder King's Men (Männer des Königs). Die auf dem Gebiet des heutigen Kanada siedelnden Loyalisten wurden oft United Empire Loyalists (Loyalisten des Vereinigten Reiches) genannt. Ihre kolonialen Gegner, die die Amerikanische Unabhängigkeit unterstützten, nannte man Patrioten, Whigs oder einfach Amerikaner. Aus der Perspektive der USA waren die Loyalisten Verräter, die sich gegen ihre eigenen Leute wandten und mit der tyrannischen britischen Regierung kollaborierten. Aus kanadischer und britischer Perspektive waren die Loyalisten ehrenhafte Personen, die zu ihrem König standen, während die amerikanischen Rebellen die Verräter waren.
Die Loyalisten waren locker mit dem Anglikanismus verbunden, auf die selbe Art, in der die Patrioten mit dem Presbyterianismus verbunden waren. Sie genossen außerdem den Ruf, wohlhabender und besser gebildet zu sein, als ihre patriotischen Gegner. Es gab aber auch viele Loyalisten aus ärmeren Verhältnissen, insbesondere in New Yorks Mohawk-Tal und in den Grenzgebieten von Georgia und South Carolina.
Historiker schätzen, dass etwa 15-20% der erwachsenen weißen männlichen Population der Dreizehn Kolonien Loyalisten waren. Eine oft zitierte Äußerung John Adams', in der er zu sagen schien, dass mehr als ein Drittel des Volkes Loyalisten waren, ist aus dem Zusammenhang gerissen und bezieht sich nicht auf die Meinung der Kolonisten.
Die Mehrzahl der Loyalisten war in dem Gebiet des heutigen Bundesstaates New York zu finden, wo die Hauptstadt von September 1776 bis zur Evakuierung 1783 in der Hand der Briten war. Sie stellten auch die Mehrheit in Pennsylvania und den südlichen Kolonien South Carolina und Georgia. In allen anderen Staaten repräsentierten sie nur eine verschwindende Minderheit der gesellschaftlichen Oberschichten.
Während des Krieges stellten die Loyalisten über 50 militärische Einheiten. Viele der Loyalisten hatten ihr Land oder ihren Besitz verpfändet. Es wird geschätzt, dass 30-35.000 über die Zeit verteilt in regulär organisierten Korps gedient haben, ohne die einzurechnen, die am Guerillakrieg in South Carolina und anderswo teilnahmen. Eine große Zahl Loyalistenfamilien flüchteten nach New York und Long Island. Andere Loyalisten stellten in der Provinz Georgia wieder eine pro-britische koloniale Regierung her.
Die Loyalisten begannen gleich zu Beginn des Krieges die Kolonien zu verlassen, wenn eine Transportmöglichkeit vorhanden war. Ungefähr 70.000 Loyalisten verließen die Dreizehn Kolonien, das sind mehr als 3% der Gesamtbevölkerung. In Gebieten, die unter Kontrolle der Patrioten waren, waren die Loyalisten Opfer von Eigentumskonfiskationen, Teeren und Federn oder schlimmerem. Sie wurden dafür eingesperrt, das sie loyal zu den Briten standen, einige wurden um Geld erpresst, verprügelt, bedroht, beschimpft und von revolutionärem Mob angegriffen.
Nach dem Ende des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges und der Unterzeichnung des Vertrages von Paris 1783 wurden loyalistische Soldaten und Zivilisten aus New York evakuiert und in anderen Kolonien des British Empire neu angesiedelt. In das Gebiet des heutigen Kanada zogen loyalistische Flüchtlinge nach Neuschottland (25.000, einschließlich des heutigen New Brunswick) und die Provinz Québec (10.000, einschließlich der Eastern Townships und des heutigen Ontario). Dieser Teil der Flüchtlinge wurden oft als United Empire Loyalists bezeichnet. Tatsächlich wurden die neuen britischen nordamerikanischen Provinzen Oberkanada (der Vorläufer von Ontario) und New Brunswick als Zufluchtsorte für die United Empire Loyalists gegründet.
Andere, die die Dreizehn Kolonien verließen und in das Königreich Großbritannien zurückkehrten, wurden auch als Loyalisten bezeichnet. Wieder andere, insbesondere Südloyalisten, gingen auf die Bahamas, speziell die Abacos.
Auch viele Indianer verließen die Dreizehn Kolonien in Richtung Kanada. Die Nachkommen einer dieser Gruppen der Irokesen unter der Führung von Joseph Brant siedelten in Sechs Nationen des Grand River, der größten Indianerreservationen der Ersten Nationen von Kanada. Ein Gruppe schwarzer Loyalisten verließ Neuschottland und siedelte in Sierra Leone.
Viele der Loyalisten wurden gezwungen erhebliche Teile ihres Eigentums aufzugeben und eine Zurückgabe oder Kompensation dieses Eigentums war ein Hauptpunkt während der Verhandlungen des Jay-Vertrages 1795. Mehr als zwei Jahrhunderte später fordern Nachkommen der Loyalisten immer noch das Eigentum ihrer Vorfahren in den USA zurück.
Siehe auch: Martin v. Hunter's Lessee, United Empire Loyalists
Weblinks
- [http://www.uelac.org/loyalist.pdf „Who were the Loyalists“ by Ann Mackenzie] (5 S. PDF, englisch)
- [http://collections.ic.gc.ca/blackloyalists/wireframe.htm „Black Loyalists: Our History, Our People“ (englisch)]
- [http://museum.gov.ns.ca/blackloyalists/index.htm „Remembering Black Loyalists, Black Communities in Nova Scotia“ (englisch)]
Literatur
- Calhoon, Robert M. "Loyalism and neutrality" in Jack P. Greene and J.R. Pole, eds., The Blackwell Encyclopedia of the American Revolution. Cambridge, Massachusetts, 1991.
Dieser Artikel beruht auf einer Übersetzung des Artikels Loyalist aus der englischen Wikipedia in der Version vom [http://en.wikipedia.org/w/index.php?title=Loyalist_%28American_Revolution%29&oldid=11354785 17. Februar 2005]
Kategorie:Amerikanische Unabhängigkeit
Kategorie:Kanadische Geschichte
Peter UstinovSir Peter Alexander Ustinov ( - 16. April 1921 in Swiss Cottage, Camden, London; † 28. März 2004 in Genolier (Kanton Waadt/CH)) war 1. ein Schriftsteller, 2. ein Schauspieler und Regisseur, 3. ein politischer Mensch (in dieser Reihenfolge laut seiner eigenen Darstellung). Er nannte sich einmal einen "praktizierenden Europäer", dabei war er das Musterbeispiel für einen Weltbürger.
Biografie
Sir Peter Ustinov entstammte einer internationalen Familie und wuchs viersprachig auf. Seine Mutter (Nadja [Nadezhda] Leontievna Benois) war eine französische Bühnenbildnerin und Kostümzeichnerin russischer Herkunft, sein Großvater der Architekt Louis Benois. Sein Vater (Jona Ustinov) war Offizier in der zaristischen russischen Armee, aber deutscher Staatsbürger, später Presseattaché der deutschen Botschaft in London und während des 2. Weltkrieges (nach dem Zerwürfnis mit Ribbentrop) britischer Spion. Zu seiner Herkunft sagte Peter Ustinov immer, er sei "in St. Petersburg gezeugt, in London geboren und in Schwäbisch Gmünd getauft".
Ustinov verließ die ihm verhasste Eliteschule Westminster mit 16 Jahren und absolvierte am London Theatre Studio eine schauspielerische Ausbildung. Mit 17 Jahren trat er in seiner ersten Theaterrolle auf. Doch er beschränkte sich bereits zu dieser Zeit nicht auf die Schauspielerei, sondern schrieb eigene Bühnenstücke. Bereits 1939 wurde sein erstes Werk The Bishop of Limpopoland uraufgeführt. Mit 19 Jahren heiratete er 1940 die Schauspieler-Kollegin Isolde Denham. Im gleichen Jahr folgte eine erste kleine Filmrolle, eine beachtete größere dann 1942 in The Goose Steps Out. Nachdem er von 1942 bis 1945 Soldat war, führte er 1946 bei dem Film School for Secrets zum ersten Mal Regie.
1950 wurde er von Isolde Denham geschieden; 1954 heiratete er die Schauspielerin Suzanne Cloutier, die Mutter seiner Kinder Pavla Ustinov, Igor Ustinov und Andrea Ustinov. Nach der Scheidung 1971 heiratete er die Schriftstellerin Hélène du Lau d'Allemans, mit der er schließlich 31 Jahre lang im eigenen Haus in Bursins am Genfersee zusammenlebte.
Er wurde einem breiten Publikum durch seine Charakterrollen in Quo Vadis, Wir sind keine Engel und Spartacus bekannt. Erfolgreich waren auch die Agatha-Christie-Verfilmungen, in denen er den belgischen Meisterdetektiv Hercule Poirot verkörperte. Zuletzt war er im Oktober 2003 im Film Luther als Friedrich der Weise zu bewundern. Ustinov hatte keine Berührungsängste, für das Fernsehen Rollen zu übernehmen. Ihm persönlich wichtiger war seine Kreativität als Schriftsteller und Drehbuchautor. Er brachte es auf neun Drehbücher, mehr als elf Romane und Erzählbände sowie über 20 Theaterstücke, am bekanntesten "Beethovens Zehnte". Als großer Kenner klassischer Musik inszenierte er Opern in Berlin, Salzburg, London, Paris und Moskau.
Für seine Rolle als sarkastischer Sklavenhändler in Spartacus und für die des Arthur Simpson in der Gauner-Komödie Topkapi erhielt er je einen Oscar als bester Nebendarsteller. Viele weitere Auszeichnungen folgten. 1989 wurde er, als einer von insgesamt 15 Ausländern, in die französische Académie des Beaux Arts (Akademie der schönen Künste) aufgenommen. 1990 wurde er von der britischen Königin Elizabeth II. geadelt. Zuletzt erhielt er Anfang 2004 den Bremer Hansepreis für Völkerverständigung.
Ustinov war als hervorragender Erzähler beliebt. Er verstand es, seine Auftritte, Conférencen und Interviews mit viel Humor und zahlreichen Geschichten zu würzen. Doch neben dem Künstler Ustinov stand stets auch der engagierte Mensch Ustinov. Seit 1968 war er Botschafter der UN-Kinderhilfsorganisation UNICEF. Schon zuvor, Anfang der 1950er Jahre, trat Ustinov den Weltföderalisten bei und amtierte von 1991 bis zu seinem Tod 2004 als Präsident ihrer internationalen Organisation, dem World Federalist Movement. Laut sagte er seine Meinung zu politischen Fragen, zuletzt im März 2004 als Mitaufrufer zum Ostermarsch der Friedensbewegung im deutschen Ramstein, das einen US-amerikanischen Militärstützpunkt mit vielen "taktischen" atomaren Sprengköpfen beherbergt.
Seit dem Jahr 2000 entstanden auf seine Initiative hin in Budapest und im britischen Durham Institute für Vorurteilsforschung. Gemeinsam mit der Universität und der Stadt Wien gründete er am 11. August 2003 das entsprechende deutschsprachige Sir Peter Ustinov Institut, und hielt dort auch Vorträge. Die Stiftungsprofessur wurde im Sommersemester 2004 erstmals besetzt, und zwar mit Professor Dr. med. Dr. phil. Horst-Eberhard Richter.
Von 1992 bis zu seinem Tode war Peter Ustinov Kanzler der University of Durham wo auch ein College nach ihm benannt wurde.
Ustinov, der seit Jahren an Diabetes und Ischias litt, war zuletzt auf den Rollstuhl angewiesen. Das hinderte ihn keineswegs, wie der Reporter der FAZ berichtete, sehr agil und beweglich seinen "Auftritt" vor dem Medienvertreter zu inszenieren. Er starb am 28. März 2004, im Alter von 82 Jahren, in einer Privatklinik in Genolier bei Genf an Herzversagen.
Aus Nachrufen
Die Münchener Boulevardzeitung "tz" meinte im Nachruf: Am stärksten wird uns das Lächeln im Gedächtnis bleiben. Dieser kleine, listige Gesichtsausdruck, bei dem die Augen immer ein bisschen mehr zu wissen schienen, als der Mund grade sagte. Es war wohl dieser leise, niemals polternde Humor, den die Menschen so geliebt haben am großen Sir Peter Ustinov. Nur nichts allzu ernst nehmen, strahlte er aus... Hat die Zuneigung, die ihm überall entgegenschlug, in Hilfe für andere umgemünzt.
Die FAZ schrieb am 30. März 2004: Er... war einer der raren Allrounder mit europäischer Basis und Hollywood-Überbau: ein an Leibes- und Pointen- und Witzumfang stets zunehmendes Multi-Talent...
Filmografie
- 1940 Hullo fame (Darsteller)
- 1941 One of our Aircraft is missing (Darsteller)
- 1942 The Goose Steps Out (Darsteller)
- 1944 Der Weg nach oben (Darsteller, Drehbuch)
- 1946 School for Secrets (Produzent, Regie, Drehbuch)
- 1951 Quo vadis (Darsteller)
- 1954 Sinuhe der Ägypter (Darsteller)
- 1955 Lola Montez (Darsteller)
- 1955 Wir sind keine Engel (Darsteller)
- 1955 Beau Brummel - Rebell und Verführer (Darsteller)
- 1957 Der Hund, der Herr Bozzi hieß (Darsteller)
- 1960 Spartacus (Kubrick) (Darsteller)
- 1960 Der endlose Horizont (Darsteller)
- 1961 Romanoff und Julia (Produzent, Darsteller, Regie, Drehbuch)
- 1961 Die Verdammten der Meere (Produzent, Darsteller, Regie, Drehbuch)
- 1964 Topkapi (Darsteller)
- 1964 Eine zuviel im Harem (Darsteller)
- 1965 Ladie L. (Regie, Drehbuch)
- 1967 Käptn Blackbeards Spukkaschemme (Darsteller)
- 1967 Die Stunde der Komödianten (Darsteller)
- 1969 Viva Max (Darsteller)
- 1972 Hammersmith is out (Darsteller, Regie)
- 1973 Robin Hood (Sprecher von Prinz John)
- 1975 Wer hat unseren Dinosaurier geklaut (Darsteller)
- 1976 Flucht ins 23. Jahrhundert (Darsteller)
- 1976 Der Goldschatz der Matecumbe (Darsteller)
- 1977 Tod auf dem Nil (Darsteller), mit Jane Birkin, Mia Farrow
- 1977 Drei Fremdenlegionäre (Darsteller)
- 1977 Vom Blitz getroffen (Darsteller)
- 1977 Jesus von Nazareth (Film) (Darsteller)
- 1978 Ashanti (Darsteller)
- 1978 Tod auf dem Nil (Darsteller)
- 1980 Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin (Darsteller)
- 1982 Das Böse unter der Sonne (Darsteller)
- 1985 Mord a la Carte (Thirteen at Dinner), mit Faye Dunaway, Bill Nighy
- 1987 Rendezvous mit einer Leiche (Darsteller)
- 1987 Memed, mein Falke (Darsteller, Regie, nach dem Roman von Yasar Kemal)
- 1989 In 80 Tagen um die Welt (Darsteller)
- 1990 Spatzi, Fratzi & Co. (Darsteller)
- 1992 Lorenzos Öl (Darsteller), mit Nick Nolte, Susan Sarandon
- 1995 Weltmacht Vatikan (Moderator in TV-Dokumentation)
- 1999 Der Junggeselle (Darsteller), mit Chris O'Donnell, Renée Zellweger, Hal Holbrook, Mariah Carey, Brooke Shields
- 2003 Luther (Darsteller), mit Joseph Fiennes, Uwe Ochsenknecht
- 2003 Wintersonne (Darsteller), mit Geraldine Chaplin, Ralf Bauer
Dokumentationen
- [http://www.wdr.de/tv/dokumentation/geheimnis_der_ustinovs.html Das Geheimnis der Ustinovs], WDR, Erstausstrahlung: 6. Juli 2005, 45 Min.
TV-Serie
- 1989 Der fließende Fels (Hauptrolle in allen sechs Episoden)
Bibliografie (Auswahl)
Romane
- Krumnagel (1971)
- Der alte Mann und Mr. Smith satirischer Roman (320 S. Tb. 2000)
- Monsieur Réné schwarz-humoriger Roman (349 S. Tb. September 2000)
Sachbücher
- Mein Russland historische Studie (1984)
- Ustinovs Rußland (OT: Ustinov in Russia). Econ, Düsseldorf, Wien und New York 1988, ISBN 3-430-19275-7
Erzählungen und Essays
- Die Heirat und andere Komödien drei Neuinterpretationen (186 S. August 2000)
- Gott und die Staatlichen Eisenbahnen Kurzgeschichten-Sammlung (258 S. Tb. 2001)
- Karneval der Tiere humorige Satiren (109 S. geb. Mai 2001)
- Was ich von der Liebe weiß Aphorismen, Dialoge (222 S. Tb. Juli 2001)
- Achtung! Vorurteile (Dezember 2003)
Bühnenstücke und Drehbücher
- Die Liebe der vier Obersten (aufgeführt 1951)
- Romanoff und Juliet (1956, verfilmt 1961)
- Halb auf dem Baum (1967)
- Der unbekannte Soldat und seine Ehefrau (1967, aufgeführt 1973 New London Theatre)
- Hot Millions (1969 Oscar Nominierung für sein Drehbuch)
- Belauscht (1981)
- Beethovens Zehnte (1983, er selbst in der gefeierten Hauptrolle)
Autobiographisches
- Ach du meine Güte: Unordentliche Memoiren (1977)
- Ich und ich Erinnerungen (2001)
Literatur
- Christopher Warwick: Peter Ustinov. Schlitzohr und Gentleman (OT: The Universal Ustinov). Heyne, München 1992, ISBN 3-453-05761-9
- Nadia Benois Ustinov: O diese Ustinovs! (OT: Klop and the Ustinov Family). DVA, Stuttgart 1975, ISBN 3-421-01705-0
- Tony Thomas: Ustinov in Focus. Zwemmer & Barnes, London und New York 1971, ISBN 0-498-07859-0
- "Der Terrorismus ist ein Krieg der Armen gegen die Reichen. Der Krieg ist ein Terrorismus der Reichen gegen die Armen."
- Frage: "Was soll einmal auf Ihrem Grabstein stehen?" Antwort von Peter Ustinov: "Bitte den Rasen nicht betreten."
- Ich bin ein unbelehrbarer und militanter Optimist. Um kein Trottel zu sein, muss ein Optimist jedoch wissen, was für ein trauriger Ort die Welt sein kann. Nur ein Pessimist findet das Tag für Tag aufs neue raus. Kann sich denn ein vernünftiger Mensch überhaupt leisten, Pessimist zu sein? Das war doch ein Luxus für weniger komplizierte Zeiten.
- Schon sehr früh hatte ich mich als Stimmenimitator bewährt, eine Kunst, der ich mich auf instinktiv unkonventionelle Art näherte. Schließlich hatte ich damit begonnen, einen Papagei zu imitieren, was ungewöhnlich ist, da ein Papagei gewöhnlich Menschen imitieren soll. Wenn man die Initiative ergreift, bleibt dem Papagei nichts anderes übrig, als er selbst zu sein, was wieder einmal beweist, dass Angriff die beste Verteidigung ist.
- In meiner allerersten Kritik aus einer größeren Zeitung stand, dass "Peter Ustinov die Rolle des Pedrosa mit angemessen düsterer Zurückhaltung" spielte. Das war ein großer Augenblick für mich; rückblickend sogar größer, als ich mir damals hätte träumen lassen. Nie wieder hat mich jemand düster oder zurückhaltend genannt.
- Im Laufe des Nachmittags traf der Oberst meines Bataillons ein. Er sprach selten lauter als im Flüsterton, und sein Kopf ragte in einem solch merkwürdigen Winkel aus seiner Uniform, dass man von der Seite den Namen seines Schneiders in der Jacke lesen konnte. Er hatte das seltsam prähistorische Aussehen einer verwirrten Schildkröte, und ich konnte mich des Gefühls nicht erwehren, dass dieser Gentleman, falls wir je in seiner Anwesenheit in Kämpfe verwickelt würden, bei Schwierigkeiten einfach in seiner Uniform verschwinden würde, bis der Sturm sich gelegt hatte.
- Am schönsten ist der Erfolg, der nicht so willig kommt wie eine zahme Hauskatze, sondern den man zwingen und beherrschen lernen muss wie ein wildes Pferd.
- Eine Dame, die in diesem Haus viele offenbar bittere Erfahrungen gesammelt und mich unter ihre geräumigen Fittiche genommen hatte, wies mich immer wieder in die Gepflogenheiten dieser Institution ein: Ich sollte brüllen, drohen und toben. Ich konnte ihren Anweisungen allerdings nicht Folge leisten, da mich Wut von meinem Naturell her so selten überkommt, dass ich sie nie taktisch einsetzen kann.
- Alte, weise Männer haben es in langen Kämpfen geschafft, sich selbst trotz Versuchungen wiederzuentdecken, und so ist es kein Wunder, dass sie gern mit Kindern Freundschaft schließen. Sie haben eines gemeinsam: sich selbst. Die einen haben sich noch nicht verloren, die anderen haben sich wieder gefunden.
Weblinks
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- [http://www.ustinov-foundation.org/ Peter-Ustinov-Stiftung (internationales Kinderhilfswerk)]
- [http://www.wfm.org/ World Federalist Movement]
- [http://www.ustinov.at/institut.htm Sir Peter Ustinov Institut zur Erforschung und Bekämpfung von Vorurteilen ]
- [http://www.peterhof.org/museums/benois Familie Benois-Ustinov]
- [http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/17081/1.html Sir Peter Ustinov: Avantgardist für eine bessere Weltordnung (in Telepolis)]
- [http://www.gilthserano.de/bio/weltbürger/ustinov.html Gut geschriebene und bebilderte webjournalistische Kurzbiografie]
- [http://www.wdr.de/themen/kultur/personen/peter_ustinov/galerie.jhtml Ein Leben in 18 eindrucksvollen Bildern]
- [http://www.sir-peter-ustinov.gedenkbuch.info/ Sir Peter Ustinov Gedenkbuch]
- [http://www.sol.de/news/stars/fernsehen/art4429,1351708.html?fCMS=c47b7481fca7521c03c008762948e596 «Das Geheimnis der Ustinovs» - Sir Peters Vater], Saarbrücker Zeitung, 5. Juli 2005
- [http://www.prisma-online.de/tv/person.html?pid=peter_ustinov Biografie und Filme] sowie die jeweils aktuellen Fernsehsendungen mit Ustinov
Ustinov, Peter
Ustinov, Peter
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Ustinov, Peter
Yonge StreetYonge Street (ausgesprochen wie engl.: "young") ist eine Straße in der kanadischen Provinz Ontario. Sie beginnt als eine der Hauptadern der größten kanadischen Stadt Toronto und endet nach mehr als 2000 Kilometern als Provinzstraße im Norden Ontarios. Ihre Länge hat der Yonge Street einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde gebracht.
Verlauf
Die Yonge Street beginnt direkt am Ufer des Ontariosees in Toronto. Von dort aus verläuft sie nordwärts zur Stadt Cochrane (der Kreuzung der Ontario Northland- und der Polar Bear Express-Eisenbahnlinien) und von dort aus allmählich nach Westen, auf Thunder Bay am Oberen See zu. Anschließend verläuft sie in Richtung der Stadt Rainy River wo sie an der Grenze des US-Bundesstaates Minnesota endet.
Als "Highway 11" erstreckt sich die Yonge Street offziell über 1896 km, allerdings führten einige Wechsel in der Zuständigkeit für die Straße in den 90er-Jahren dazu, dass die eigentliche Yonge Street nun kommunal finanziert wird und der "Highway 11" der Verwaltung der Provinz Ontario untersteht. Daher endet die Yonge Street nun in Barrie, mit einer Ausnahme in Bradford, wo die Straße als "Bridge Street" geführt wird. Dies alles hat zu Streitigkeiten über den Titel der "längsten Straße in der Welt" geführt, da die Yonge Street offiziell "nur" noch etwa 99 km lang ist. Die Länge des "Highway 11" beträgt derzeit 1784 km. Außerdem wurde von diesem ein großer Teil (etwa 250 km) nördlich von Barrie zu einer Schnellstraße mit leicht verändertem Verlauf ausgebaut.
Südlich der Lawrence Avenue ist die Yonge Street eine vierspurige Hauptschlagader Torontos, die durch Wohn- und Geschäftsgegenden mit großem Fußgängerverkehr verläuft. Nördlich der Lawrence Avenue verläuft sie durch weniger dicht besiedeltes Gebiet. Zwischen den Autobahnen 401 und 407 ist die Yonge Street sogar zu einer sechsspurigen Straße ausgebaut.
Geschichte
Die Geschichte der Yonge Street begann als Wanderweg der Huron-Indianer. Dieser wurde in der Folge von zahlreichen europäischen Entdeckern wie von Samuel de Champlain 1615 genutzt und entwickelte sich danach zu einer militärischen Route. Den Namen Yonge Street erhielt sie 1793, nach George Yonge, dem damaligen britischen Kriegsminister. Die Namensgebung vollzog John Graves Simcoe, der Gouverneur von Oberkanada, dem heutigen Ontario. 1920 übernahm das Straßenvekehrsministerium von Ontario die Yonge Street und wies sie dem "Highway 11" zu.
Sehenswürdigkeiten
Die Yonge Street verläuft an zahlreichen Sehenswürdigkeiten in Toronto vorbei: Dazu gehören zahlreiche Aufführungen von Straßenkünstlern, das Einkaufszentrum "Eaton Centre", der Dundas Square, die Hockey Hall of Fame, und ganz am Anfang der Straße das Verlagsgebäude der Zeitung Toronto Star. Die Yonge-Linie der U-Bahn Torontos verläuft zwischen den Stationen King Street und Finch Avenue unterhalb der Yonge Street.
Weblinks
- [http://www.city.toronto.on.ca/toronto_history/history_yongest.htm Geschichte der Straße (en.)]
- [http://www.boldts.net/Tor7.shtml Private Webseite über die Straße (en.)]
Kategorie:Bekannte Straße
Kategorie:Ontario
Funkturm
Ein Funkturm ist eine freistehende Konstruktion, die dem Zweck der drahtlosen Nachrichtenübermittlung dient. Es gibt Funktürme, bei denen die ganze Konstruktion als Antenne wirkt (selbststrahlender Sendemast). Solche Konstruktionen sind meist gegen Erde isoliert. Sie werden hauptsächlich für Längst-, Lang- und Mittelwellen errichtet. Funktürme, die nur für die Ausstrahlung von Frequenzen über 30 MHz dienen, sind reine Antennenträger und stets geerdet.
Manche Funktürme, wie der Berliner Funkturm oder der Stuttgarter Fernsehturm besitzen einen für den Publikumsverkehr mit Hilfe eines Aufzuges zugänglichen Besucherbereich mit mindestens einer Aussichtsplattform und meist mindestens einem Restaurant, von dem man ebenfalls die Welt aus höherer Perspektive betrachten kann.
Als Baumaterialien für Funktürme kommen Stahl und Stahlbeton (letzterer nur für geerdete Konstruktionen) zum Einsatz. Früher wurden Funktürme auch aus Holz gebaut. Solche Türme sind heute – mit Ausnahme des 118 Meter hohen Turmes des Senders im polnischen Gleiwitz – vollständig verschwunden.
Siehe auch: Fernsehturm, Sendeturm
Kategorie:Sendeturm
Kategorie:Rundfunk
SkyDome
Der SkyDome (seit 2004 "Rogers Centre") ist eine multifunktionale Sportarena und befindet sich im Herzen des Entertainment District von Torontos Stadtzentrum, direkt neben dem CN Tower. Das im Juni 1989 eröffnete Stadion ist die Antwort auf das Olympiastadion des Erzrivalen Montréal. Grundsteinlegung war am 3. Oktober 1986. Das Stadion wurde von Rod Robbie und Michael Allan entworfen und von Ellis-Don Construction, Toronto erbaut. Die Baukosten betrugen knapp 600 Millionen Kanadische Dollar.
Kanadische Dollar
Der SkyDome ist das erste Sportstadion, welches gänzlich überdachbar ist. Das 3.000 t schwere Kuppeldach kann bei günstigen Wetterverhältnissen innerhalb 20 min komplett geöffnet werden. Die 54.000 Zuschauerplätze werden sowohl für Sportveranstaltungen genutzt, wie für spektakuläre Rock- und Popkonzerte. Die Videoanzeige soll die größte der Welt sein. Der SkyDome ist das Heimatstadion der Toronto Blue Jays (Baseball) und der Toronto Argonauts (Canadian Football). Neben drei Restaurants beherrbergt das Stadion auch ein Hotel mit 70 Suiten, mit Blick auf das Spielfeld. Der SkyDome kann im Rahmen von Führungen besucht werden.
Am 24. Oktober 2000 fand die größte öffentliche Buchlesung von der Harry Potter Autorin Joanne K. Rowling statt.
Weblinks
Kategorie:Stadion
Kategorie:Ontario
ja:ロジャース・センター
CN Tower]
Der CN Tower [], kurz für Canadian National Tower, ist der mit Antenne 553,33 Meter hohe Fernsehturm von Toronto (Kanada), der auch Kanadas Weltwunder genannt wird. Der Turm steht in der Nähe des Ontariosees etwas außerhalb des von Hochhäusern dominierten Stadtinneren. Der Turm ist touristischer Anziehungspunkt und verzeichnet jährlich über 2 Millionen Besucher.
Der Turm wurde nach dreijähriger Bauzeit 1976 fertiggestellt und ist im Gegensatz zu den meisten anderen Fernsehtürmen nicht rund, sondern besteht aus einer hexagonalen Röhre (Y-förmiger Querschnitt), die von drei "Rippen" gestützt wird. Dieser Querschnitt ist zwar architektonisch interessant, aber aus Sicht eines Ingenieurs in vieler Hinsicht problematisch. Der größte Nachteil ist, dass die Konstruktion dadurch ein großer Windfänger ist und führt zu einer drei- bis viermal größeren Windlast als bei einem runden Schaft. Die Spitze des CN Tower schlägt bei starken Winden bis zu 3 m aus.
Der runde Turmkorb ist wohlproportioniert und misst im größten Durchmesser 36,5 m. Der untere Teil davon ist ein wulstartiger teflonbeschichteter Ring aus glasfaserverstärktem Kunststoff, hinter welchem sich die Antennen des Turms befinden. Der obere Teil des Korbs besteht aus einer Edelstahlverkleidung und glänzt bei Sonnenschein.
Der CN Tower steht auf einem ca. 6 m dicken Spannbetonfundament und sein umschreibender Kreis hat einen Durchmesser von 70 m. Zum Bau des Fundaments wurden 62.000 Tonnen Erde und Tonschiefer ausgehoben, das Gesamtgewicht des Turms beträgt über 130.000 Tonnen.
Zum Bau des CN Tower
Die Bezeichnung CN leitet sich von "Canadian National Railways" ab, der kanadischen Eisenbahngesellschaft, die den Turm zusammen mit der Canadian Broadcasting Company (CBC) zur Verbesserung des Fernsehempfangs durch ihre Tochtergesellschaft "CN Tower Limited" errichten ließ. Der Spatenstich erfolgte am 6. Februar 1973. Die Kosten beliefen sich auf 63 Millionen Dollar. Außerdem zusätzliche Kosten von 26 Millionen Dollar zur Renovierung bzw. Erweiterung.
Der aus Beton bestehende Schaft des Turms wurde mittels hydraulischer Pressen in die Höhe geschoben. Dabei wuchs der Turm um bis zu sechs Meter am Tag. Enorme Anstrengungen mussten unternommen werden, damit durch diese Bauart der Turm keine Schlagseite bekommt. Dafür hängte man einen über 100 kg schweren Stahlzylinder an einem Draht im sechseckigen hohlen Kern des Schaftes auf. Mit optischen Instrumenten wurden alle zwei Stunden Messungen durchgeführt, um dabei die Senkrechte zu wahren. Das Ergebnis ist beeindruckend: der 553,33 m hohe Turm weicht nur 2,7 cm von der perfekten Senkrechten ab.
Der aus Stahl bestehende Sendemast wurde aus 39 Einzelteilen zusammengefügt und mit einem Transporthubschrauber des Typs Sikorsky S-64E auf die Spitze des Space-Deck befördert. Damit verkürzte man die Bauzeit für die Antenne auf dreieinhalb Wochen. Mit konventionellen Methoden hätte die Errichtung der Antenne ein halbes Jahr in Anspruch genommen. Das letzte Teilstück wurde am 2. April 1975 montiert.
An einigen Stellen wurden Heizdrähte verlegt, um Vereisungen und die damit einhergehende Gefahr von herabfallenden Eisbrocken zu verhindern. An anderen Stellen überzog man die Oberfläche mit glattem, glasfaserverstärktem Kunststoff, um so das Festsetzen von Eis unmöglich zu machen.
Einrichtungen für den Publikumsverkehr
Vereisung]
In den vier Aufzug-Kabinen an seiner Außenwand kann man mit 365,75 Meter pro Minute zu den einzelnen Ebenen fahren. Durch eine Glaswand hat man während der Auffahrt den Blick nach draußen. Der Turm beherbergt auf ca. 350 Meter Höhe ein Restaurant, zwei Aussichtsdecks und sogar einen Nachtclub. Dieser siebengeschossige Turmkorb trägt den Namen "Skypod".
Auf 447 Meter Höhe befindet sich das "Space-Deck", das höchste Aussichtsdeck der Welt. Bei klarem Wetter kann man von hier aus bis zu 120 km weit sehen, manchmal sogar die Gischt der Niagarafälle. Zu den Aussichtsdecks kann man auch zu Fuß gelangen. Insgesamt 2570 Stufen hat das Treppenhaus.
Das bekannteste Aussichtsdeck ist hierbei der gläserne Boden. Ursprünglich war der gesamte freistehende Teil des untersten Aussichtsdeckes komplett mit 6,35 cm dicken Panzerglasplatten bedeckt, die insgesamt 38 Tonnen Gewicht tragen können. Da sich die Besucher aber nicht über diesen "Bodenbelag" trauten, wurde ein großer Teil einfach mit Teppich belegt. Vom Boden aus kann man den Glasboden noch erkennen.
Am Fuße des Turmes gibt es ein interaktives Multimedia-Zentrum sowie eine Ausstellung über den Bau des CN Tower.
- Der CN-Tower war bis 2003 das höchste freistehende Bauwerk der Welt, wird seitdem vom 577 m hohen Moskauer Fernsehturm übertroffen.
Weitere Bilder:
[http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Cntower2.jpg CN Tower] | [http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Toronto-Canada-skyline-day.jpg CN Tower am Tag] | [http://en.wikipedia.org/wiki/Image:Toronto-Canada-skyline-night.jpg CN Tower nachts]
Weblinks
- [http://www.cntower.ca/ Homepage] (englisch)
- [http://www.xs4all.nl/~hnetten/tallest.html What is the tallest building in the world?] (englisch)
Siehe auch: Liste hoher Gebäude der Welt, SkyDome
Kategorie:Sendeturm
Kategorie:Aussichtsturm
Kategorie:Wahrzeichen
Kategorie:Ontario
ja:CNタワー
Baseball]]
Baseball ist eine Ball- und Mannschaftssportart US-amerikanischer Herkunft.
Sie gilt dort als die traditionsreichste Sportart. Baseball wird in über 100 Ländern betrieben, darunter auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Spielprinzip und grundsätzliche Regeln
Hier ist nur eine Zusammenfassung des Spielprinzips und die wichtigsten Regeln. Mehr Details findet man im Artikel Baseballregeln.
Das deutsche Brennball ist eine stark vereinfachte Variante von Baseball und kann als Ausgangspunkt für das Verständnis des Baseballs dienen.
Baseball wird von zwei Teams zu je neun Spielern gespielt. Das Ziel des Spiels ist es, mehr Runs (Punkte) zu erzielen als der Gegner. Mehrfach abwechselnd hat ein Team das Schlagrecht (Offense), während das andere das Feld verteidigen muss (Defense). Ein Run wird erzielt, wenn ein Spieler der Offense den Ball mit einem Schläger trifft und alle vier Bases reihum ablaufen kann. Die Defense versucht dies zu verhindern, indem sie dem Schlagmann nur schwer zu schlagende Bälle serviert und den geschlagenen Ball unter Kontrolle bringt.
Spielfeld
Brennball
Das Spielfeld besteht aus zwei Teilen und wird in der Regel durch eine Umzäunung begrenzt.
Das so genannte Fair Territory hat normalerweise etwa die Form eines Viertelkreises, dessen gerade Kanten als Seitenauslinien (Foullines) zwischen 90 und 120 Meter lang sind. Die Amerikaner nennen das Feld wegen der Form des Fair Territory auch gerne Diamond. Der Bereich außerhalb der Foullines wird als Foul Territory bezeichnet (in der nebenstehenden Zeichnung blau dargestellt).
Die meisten Aktionen finden im Infield statt (in der Zeichnung braun), einem Quadrat in der Spitze des Viertelkreises von 90 Fuß (etwa 27 m) Kantenlänge, dessen Ecken durch die drei Bases und die Home Plate markiert sind. Der Rest des Fair Territories heißt Outfield (in der Zeichnung grün dargestellt).
Innings und Spieldauer
Ein Spielabschnitt heißt Inning; er besteht aus zwei Half Innings. Dabei ist die Auswärtsmannschaft immer zuerst Offense. Im zweiten Halbinning ist dann die Heimmannschaft am Schlag. Beide Mannschaften dürfen dabei in ihrem offensiven Halbinning jeweils so lange schlagen bis drei ihrer Spieler 'out' sind. So kann es vorkommen, dass die Batting Order nochmals angefangen wird, wenn nämlich viele Runs erzielt werden und deshalb die Spieler, die ihren Run vollendet haben, neuerlich an den Schlag kommen können.
Ein Spiel besteht im Regelfall aus neun solcher Innings. Führt die Heimmannschaft am Ende des achten Innings, und erzielen die Gäste in ihrem Teil des neunten keinen Run mehr, so wird auf das zweite Halbinning verzichtet und das Spiel ist entschieden.
In deutschen Ligen werden teilweise auch Double Header gespielt, also zwei Spiele hintereinander (2×5, 2×7, 1×7 und 1×9 Innings sind in Deutschland üblich). Dadurch soll die Zahl der Spiele pro Saison erhöht werden.
Ein Unentschieden gibt es nicht. Steht es nach der festgelegten Zahl von Innings unentschieden, so wird jeweils so lange um ein weiteres Inning verlängert (Extra Inning) bis eine Mannschaft gewinnt.
Duell Pitcher gegen Batter
Im Mittelpunkt des Spiels steht das Duell zwischen einem Batter der Offense und dem Pitcher der Feldmannschaft.
Die Spieler der Offense treten in einer vorher festgelegten Reihenfolge (Batting Order oder auch Lineup genannt) einzeln gegen den Pitcher an. Dieser versucht, den Ball so durch die Strike Zone zu seinem Catcher zu werfen, dass der Batter ihn mit seinem Schläger nicht oder nur schwach schlagen kann. Die Strike Zone ist der Bereich über der rund 40 cm breiten Home Plate, der oben und unten durch Brust- und Kniehöhe des Batters begrenzt ist. Gelingt es dem Pitcher, dreimal in die Strike Zone zu werfen, ohne dass der Batter den Ball trifft, ist der Batter out (Strike Out "three strikes, you´re out").
Für einen Strike muss der Ball allerdings nicht völlig verfehlt werden. Wenn der Batter den Ball gerade noch eben – meist von unten – leicht trifft und dieser dann weit nach hinten ins Foul Territory (in die Tribüne) wegspringt, so ist auch dies ein Strike. So kann jedoch kein Strikeout erzielt werden. Der dritte Strike muss immer ein Verfehlen des Balls durch den Batter sein.
Trifft der Pitcher nicht in die Strike Zone, so ist dies ein Ball (englische Aussprache). Hat allerdings der Batter nach einem solchen ball geschlagen und diesen nicht getroffen, so geht das als Strike zu seinem Nachteil, obwohl die Strike Zone verfehlt war. Sieht der Batter jedoch noch rechtzeitig, dass der Ball zu hoch oder sonst kein strike sein wird, und hält mit dem Schwung ein (Checked Swing), so bleibt der Wurf ein Ball.
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