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US Marine
Das United States Marine Corps (USMC), oft als Marines oder US Marines bezeichnet, bildet einen Teil der United States Armed Forces und hat eine Stärke von 172.000 aktiven Soldaten und 40.000 Reservisten (2005).
Das USMC ist traditionell Teil der Seestreitkräfte, geht aber über den klassischen Begriff der Marineinfanterie hinaus und bildet eine der vier Teilstreitkräfte der USA. Obwohl sie vollkommen autark organisiert sind, unterstehen sowohl die US Navy als auch das USMC (gerade wegen ihrer traditionell engen Zusammenarbeit) dem Department of the Navy, welches heute eine Abteilung des Department of Defense darstellt.
Mit seegestützten Operationen greift das USMC weltweit zur Wahrung amerikanischer Interessen ein. Das Selbstverständnis als "Elite-Einheit" hängt mit der Rolle als "verlängerter Arm der amerikanischen Außenpolitik" zusammen.
Auf den Schiffen der US Navy versehen Marines eine Art Polizeidienst. Weiterhin werden sie in sensiblen US-Einrichtungen auch im Ausland als Wach- und Kontrollpersonal eingesetzt. Sie handeln auf direkte Weisung des Präsidenten der USA.
Einsatzgebiete des Marine Corps
Die US-amerikanische Marineinfanterie wird im strategischen Kontext der US Navy eingesetzt, deren Hauptmerkmal ist die globale Mobilität und schnelle Reaktionsfähigkeit in Krisenherden weltweit. Die Bodentruppen sind gut ausgebildete und modern bewaffnete Verbände, die sowohl aus schwer gepanzerten (z. B. M1 Abrams) als auch aus leicht gepanzerten Fahrzeugen (z. B. LAV25) bestehen. Das USMC hat weitreichende Mittel der Kampfunterstützung bis hin zu eigenen Kampfflugzeugen (z. B. Harrier, F/A-18 Hornet). Flugzeugstaffeln des USMC werden rotierend auch auf Flugzeugträgern und amphibischen Hubschrauberträgern der US Navy eingeschifft. Der Sanitätsdienst, die Militärseelsorge und alle anderen Flottendienste werden komplett von der US Navy getragen.
Neben den USA unterhalten z. B. Großbritannien, die Niederlande, Frankreich, die Türkei, Russland, Südkorea, Taiwan, China und Italien eigene Marineinfanterieeinheiten.
Entstehung und Geschichte des Marines Corps
Die Gründung und ihre Umstände
Das Marine Corps, zunächst als "Continental Marines" während des amerikanischen Unabhängigkeitskrieges geschaffen, wurden per Parlamentsbeschluss des Continental Congress am 10. November 1775 aus der Taufe gehoben. Zu Beginn rekrutierten sie Mitglieder in der Tun Tavern in Philadelphia, Pennsylvania. Sie dienten als Landungstruppen der erst kurz zuvor geschaffenen Continental Navy. Die Continental Marines wurden am Ende des Krieges im April des Jahres 1783 aufgelöst, aber am 11. Juli 1798 neu aufgestellt. Trotz dieser Lücke feiern die Marines den Geburtstag des Corps jedes Jahr am 10. November.
Amerikanisch-Tripolitanischer Krieg 1801-1805
Das USMC hat weltweite Berühmtheit in mehreren Kriegen erlangt, wie auch an der ersten Zeile in der Hymne des Marine Corps zu erkennen ist: "From the halls of Montezuma to the shores of Tripoli". Im frühen 19. Jahrhundert führte First Lieutenant Presley O'Bannon eine Gruppe von sieben Marines und mehreren hundert berittenen ägyptischen Mamelukkenkriegern an, um sich des herrschenden Diktators Jussef Karamanli in Tripolis zu entledigen. Zur gleichen Zeit sollte ein Spezialkommando die gekenterte US-Fregatte „Philadelphia“, die in den Händen von Karamanli war, zerstören. O'Bannons symbolischer, aber sehr zentraler Beitrag hat maßgeblich zum elitären Ethos des USMC beigetragen.
Mexikanisch-Amerikanischer Krieg
Außerdem nahmen die Marines am mexikanischen Krieg von 1846 bis 1848 teil, in dem sie das Castillo de Chapultepec stürmten, das Mexiko-Stadt überragte. Ähnlich wie beim Weißen Haus wurde ihnen der Wachdienst über den mexikanischen Präsidentenpalast zugeteilt. ("The Halls of Montezuma.")
Die Bananenkriege
Nach diesen Einsätzen im frühen 19. Jahrhundert wurde den Marines eine wesentlich kleinere Rolle in den US-Streitkräfte zuteil. Ihre Rolle im amerikanischen Bürgerkrieg war eher unbedeutend, was sich jedoch schnell in den folgenden Kleinkriegen, in die die USA verstrickt waren, ändern sollte. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sahen sich die Marines mit Einsätzen in Korea, Kuba, auf den Philippinen und im Kaiserreich China. In der Zeit vor und nach dem 1. Weltkrieg wuchs ihre Berühmtheit in den so genannten Bananenkriegen, die in Ländern wie Haiti oder Nicaragua stattfanden, aufgrund ihrer Fähigkeit, diese rasch zu beenden, an. Die in diesen Kriegen erworbenen Kenntnisse, besonders auf dem Gebiet des Guerillakriegs und der Infiltration, sollten sich für die Truppe als äußerst wertvoll erweisen. Sie wurden zudem im Small Wars manual verschriftlicht.
Erster Weltkrieg
Im 1. Weltkrieg waren die nun äußerst kampferfahrenen Marines eine wichtige Stütze der amerikanischen Kriegsanstrengungen. In der Schlacht um Belleau, als sie an vorderster Front kämpften, brachte ihnen den Ruf als "First to fight!" (Erste im Kampf) ein. Dieser Ruf besteht bis heute fort. Laut der amerikanischen Kriegsberichtserstattung nannten die deutschen Soldaten die Marines nach der endgültigen Vertreibung der deutschen Kräfte aus dem Gebiet nur noch "Teufelshunde", und die Übersetzung Devil Dogs behielten sie stolz bei; da die Bezeichnung in keiner deutschen Quelle nachweisbar und auch widersprüchlich überliefert ist, muss jedoch die Frage offenbleiben, von wem sie tatsächlich ersonnen wurde. In dieser Schlacht entstand auch der berühmte Kampfschrei "Come on, you sons of bitches, do you want to live forever?" durch Gunnery Sergeant Dan Daly.
Zweiter Weltkrieg
Im 2. Weltkrieg spielten die Marines eine große Rolle im Pazifikkrieg, was eine Aufstockung der Landstreitmacht von zwei Brigaden auf zwei Korps mit insgesamt sechs Divisionen sowie der Marineflieger auf fünf Luftverbände mit 132 Geschwader erforderlich machte.
Geschwader
Ihre Kämpfe um Guadalcanal, Tarawa, Iwo Jima und Okinawa mit ihren Gegenstücken, den japanisch imperialen Marineinfanteristen waren besonders blutig und forderten tausende Menschenleben auf beiden Seiten. Der heute legendäre Navajo-Code, der zur Wahrung der US-amerikanischen Funkgeheimnisse entwickelt worden war, trug maßgeblich zu ihrem Erfolg bei.
Während der Schlacht um die Insel Iwo Jima entstand die berühmte - wenn auch gestellte - Aufnahme von fünf Marines und einem Sanitäter der Navy, die auf Mount Suribachi die US-amerikanische Flagge hissten. Diese Szenerie wurde zur Vorlage für das bekannte US Marine Corps War Memorial.
Aktionen wie diese, von der manche auch geplant oder deren Durchführung den Marines vorbehalten blieb, ergänzten das positive Ansehen der ohnehin schon sehr beliebten Marines in der US-amerikanischen Bevölkerung, und so entstand 1954 das USMC War Memorial in Arlington.
Koreakrieg
Im Koreakrieg landeten die Marines bei Incheon und drangen im gemeinsamen Verband mit der US Army bis nach Nordkorea vor, wo sie den Fluss Yalu erreichten. Hier begann die um ihren Einfluss bangende Volksrepublik China, eine große Anzahl an Truppen über den Yalu zu schicken, die die US-amerikanischen Einheiten noch in Korea aufhalten sollten, und sie sogar zurückdrängten.
Bei der Schlacht um das Chosin-Reservoir bekämpfte die erfahrene 1. Marine Division die zahlenmäßig mehrmals überlegenen, aber mangelhaft ausgerüsteten und schlecht ausgebildeten chinesischen Truppen. Während dieser äußerst blutigen Schlacht sammelten die Marines das von der US Army, die bereits den geordneten Rückzug angetreten hatte, hinterlassene Material auf, sammelten sich, und stürmten die chinesischen Stellungen, um dann selbst den Rückzug zur Küste antreten zu können.
Vietnam
Auch im Vietnamkrieg kämpften Marines in vielen der großen Schlachten mit, wie bei Da Nang, Hue oder Khe Sanh. Sie befanden sich unter anderem sowohl unter den als ersten in Vietnam eingesetzten Truppen, als auch unter denen, die die amerikanische Botschaft in Saigon evakuierten.
Nach dem Vietnamkrieg dienten Marines in allen militärischen Konflikten, an denen die USA sich beteiligten. 1983 wurden ihre Einrichtungen in Beirut im Libanon von einem Selbstmordattentäter in einem voll mit Sprengstoff beladenen Lkw bombardiert. 241 Marines starben infolgedessen, was bis heute die höchste Anzahl an Todesopfern an einem einzelnen Tag unter dieser Truppe in Friedenszeiten bedeutet und den Rückzug der USA aus dem Libanon zur Folge hatte.
Kalten Krieg während der Operation Phantom Fury), November 2004]]
Den Marines oblag 1991 die Befreiung Kuwaits. (Die Army marschierte ohne Umschweife in den Irak ein.)
1995 retteten Marines Captain Scott O'Grady, einen über Bosnien abgestürzten Jagdflugzeug-Piloten der Air Force, in einer sogenannten TRAP (Tactical Recovery of Aircraft and Personnel)-Mission.
Derzeit versehen Marines auch Dienst als Teil der sogenannten Koalition der Willigen und sind am Wiederaufbau des Irak beteiligt. Auch bei der vorangegangenen Invasion des Irak waren sie beteiligt.
Ausbildung
Die Ausbildung der Marines ist eine der härtesten und anspruchsvollsten unter den regulären Streitkräften. Im Gegensatz zu den anderen amerikanischen Teilstreitkräften und den meisten Armeen der Welt werden für das Marine Corps nur Personen mit einem High School-Abschluss rekrutiert. Die Ausbildung findet für alle westlich des Mississippi (inklusive des pazifischen Raums) angeworbenen männlichen Rekruten in San Diego, Kalifornien (Camp Pendleton), und für alle östlich davon angeworbenen männlichen und für alle weiblichen Rekruten auf dem berühmten Stützpunkt Parris Island, South Carolina, statt. Der physische Anspruch im Vergleich zu den anderen amerikanischen Teilstreitkräften ist durchweg höher und ist für Männer wie Frauen gleich. Auch bei sämtlichen anderen Fähigkeiten, vor allem bei der Zielgenauigkeit im Umgang mit Waffen, werden höhere Maßstäbe angelegt. Dies belegt auch eine besondere Ausbildungsdoktrin des Marine Corps: Every Marine is a rifle man first. (Jeder Marine ist vor allem ein Schütze.).
Am Ende der sechswöchigen Ausbildung, die in zwei Phasen unterteilt ist und für Frauen eine Woche länger dauert, steht ein letzter großer Belastungstest, ehrfürchtig The Crucible (dt.: Die Feuerprobe) genannt, an. Dabei muss der Zug innerhalb von 54 Stunden bei geringer Nahrungsaufnahme (insgesamt drei Nahrungsrationen) und mit vier Stunden Schlaf pro Nacht eine Strecke von 40 Meilen überwinden. Dabei sind 29 Hindernisse zu überwinden, hinzu kommen Patrouillendienst und Gefechtssituationen. Nicht nur, aber besonders in diesem Teil der Ausbildung kommt es häufig zu Unfällen mit oft tödlichem Ausgang, weswegen die Ausbildung in der amerikanischen Öffentlichkeit immer wieder in die Kritik gerät.
Besonders verstörend war ein Vorfall am Ribbon Creek auf Parris Island: In der Nacht vom 8. auf den 9. April 1956 ließ der 31-jährige Ausbilder Staff Sergeant Matthew McKeon seinen Ausbildungszug durch den sumpfigen Ribbon Creek waten, da er mit der Leistung sowie der Disziplin des Zuges nicht zufrieden war. Der Zug sprang ihm in den kalten Fluss hinterher, doch hatte McKeon weder die Strömung oder die Flut noch die große Erschöpfung und Unterkühlung einiger seiner Rekruten bedacht. Nach einiger Zeit ließ er seinen Zug wieder auf festen Boden treten, bemerkte jedoch erst später, dass einige seiner Männer fehlten. Als er schließlich zurückkehrte, waren 6 Marines im Fluss mit ihrer Ausrüstung ertrunken. McKeon wurde vor ein Kriegsgericht gestellt, und ihm wurden übertriebene Härte und schwere Versäumnisse zur Last gelegt, abgesehen davon, dass ihm Trunkenheit nachgewiesen werden konnte. So hatte er die Vollständigkeit des Zuges nicht überprüft und den Drill selbst in Gefahr nicht unterbrochen.
Gerade ihre Ausbildung hat die Marines genauso legendär gemacht wie angebliches Mobbing, Rassismus oder sadistische Ausbilder und ist immer wieder Stoff von glorifizierenden Filmen aus Hollywood, aber auch Anlass für Kritik.
Hierarchie
- Dieser Dienstgrad wird gerade ausgemustert.
Anmerkungen
1. Die Mannschaften und Unteroffiziere des US Marine Corps werden als enlisted bezeichnet. Wobei ab der Soldstufe E4 (Cpl) die Dienstgradgruppe der Non-commissioned officer (NCO) beginnt, welche ab der Soldstufe E6 (SSgt) auch Staff oder Senior NCO (SNCO) genannt wird.
2. Die Soldstufen E-8 and E-9 beinhalten jeweils zwei Ränge mit jeweils unterschiedlichen Verantwortungsbereichen. Gunnery Sergeants geben bei der jährlichen Auswahlrunde, fitness reports oder einfach fitreps genannt, die bevorzugte Laufbahnalternative an: Master Sergeant oder First Sergeant. Die Ränge First Sergeant und Sergeant Major richten sich an künftige Kommandeure, was in aller Konsequenz bedeutet, dass Marines dieser Ränge, die als höchste Mannschaftsgrade in einer Einheit dienen, für die Überwachung und ggf. für die Beihilfe der Stärkung der Disziplin durch den Kommandeur zuständig sind und sich auch im Übrigen um das Wohlergehen der Einheit dadurch kümmern, dass sie sich um Verwaltung, Administration und Moral sorgen. Master Sergeants und Master Gunnery Sergeants sorgen für möglichst hohe Kompetenz und Fortschritt auf ihrem Spezialgebiet (Military Occupational Specialty), für das sie ausgebildet wurden. First Sergeants dienen meist als die höchstrangigsten Mannschaftsgrade in einer Kompanie, Batterie oder einer ähnlichen Einheit dieser Größenordnung, während Sergeant Majors in derselben Rolle in einem Bataillon, einer Squadron (Flugstaffel) oder einer größeren Einheit eingesetzt sind.
3: Der Oberbefehlshaber des USMC, dessen Amtsbezeichnung traditionell "Commandant" lautet, hat normalerweise den entsprechenden Rang des Oberbefehlshabers der US Navy und ist diesem als Mitglied der vereinigten US-Generalstabschefs (Joint Chiefs of Staff) gleichgestellt. Er untersteht aber ebenfalls dem Secretary of the Navy.
4: Der Sergeant Major of the Marine Corps ist der höchstrangige Mannschaftsgrad des gesamten Marine Corps, vom Commandant persönlich ernannt.
Einige Mannschaftsgrade werden häufig mit Spitznamen umschrieben , obwohl sie keineswegs offiziell oder gar angebracht sind. So wird z.B. ein Master Sergeant häufig Top genannt, ein Gunnery Sergeant meist Gunny und weniger häufig Guns", ein Master Gunnery Sergeant dementsprechend "Master Guns".
In Anlehnung an diese respektvoll vergebenen Spitznamen werden Lance Corporals spöttisch Lance Coolies, Lances, als Lance Criminals, und das, obwohl sie wegen ihres Status als nicht kategorisierbar ansonsten selten wegen ihres Ranges verballhornt werden.
Im Gegensatz zur US Army wird kein Mannschaftsgrad mit Sarge angesprochen, und die meisten Unteroffiziere würden sich von einer Bezeichnung als solcher angegriffen fühlen.
Ebenso werden alle Ränge, die das Wort Sergeant in sich tragen, nie zu Sergeant verkürzt.
5: Chief Warrant Officer (CWO2-CWO5), die im MOS (Military Occupational Specialty) 0306 Infantry Weapons Officer dienen, bekommen einen Sonderrang verliehen, der Marine Gunner heißt. Ein Marine Gunner ersetzt die Chief Warrant -Abzeichen am rechten Kragen mit einer explodierenden Bombe als Abzeichen. Auch andere Chief Warrants werden manchmal als Gunner bezeichnet, aber diese Bezeichnung ist sachlich falsch.
6: Es hat so weit noch keinen O-11 "Fünfsternegeneral" im Marine Corps gegeben, obwohl ein solcher Rang theoretisch jederzeit vom Kongress geschaffen werden könnte.
7: Das Marine Corps hat in ihren Reihen, wie die Navy und die Army auch, Warrant Officer.
Diese Soldaten sind am ehesten mit Offizieren des militärfachlichen Dienstes in der Bundeswehr zu vergleichen. Sie sind auf ihrem Gebiet eingesetzte Spezialisten mit ähnlichen Befugnissen wie ein regulärer Offizier, jedoch nur in ihrer Fachverwendung. Im normalen Dienstalltag können sie, mit Ausnahme von Mannschaftsgraden, mit "Gunner" angesprochen werden.
Uniformen
Bundeswehr
Bundeswehr
Die Uniformen der Angehörigen des USMC werden oft mit denen der United States Army verwechselt, obwohl folgende Besonderheiten bestehen:
- Marines tragen keine Baretts.
- Marines tragen ihre Kampfstiefel nur zusammen mit dem Kampfanzug.
- Wegen ihrer Marinezugehörigkeit salutieren sie nur, wenn sie Kopfbedeckung tragen.
Seit 2004 verwendet das USMC einen neuen Kampfanzug. Dieser hat ein neuartiges Tarnmuster, namens MARPAT (Verkürzung von Marine pattern). Dieser digitale Tarndruck soll dazu dienen, die Soldaten im Feld noch besser zu tarnen, indem der Fokus der Augen abgelenkt wird.
Struktur
Zur Zeit (2005) besteht das Marine Corps aus vier Divisionen:
- die US 1st Marine Division in Camp Pendleton, Kalifornien;
- die US 2nd Marine Division in Camp Lejeune, North Carolina;
- die US 3rd Marine Division in Camp Smedley Butler in Okinawa, Japan; und
- die US 4th Marine Division ist eine Reserve Einheit mit dem Hauptquartier in New Orleans.
Im Zweiten Weltkrieg, wurden zwei weitere Marine Divisionen gebildet: die US 5th Marine Division und die US 6th Marine Division, beide wurden gegen die Japaner eingesetzt. Diese Divisionen wurden nach dem
Krieg wieder aufgelöst.
Die Luftbeweglichen Einheiten des USMC sind in vier Marine Aircraft Wings aufgeteilt:
(Typische Flugeinheiten sind squadron, group und wing)
- der US 1st Marine Aircraft Wing in Okinawa, Japan;
- der US 2nd Marine Aircraft Wing in Marine Corps Air Station Cherry Point, North Carolina;
- der US 3rd Marine Aircraft Wing in Marine Corps Air Station Miramar, Kalifornien; und
- der US 4th Marine Aircraft Wing, eine Reserveeinheit.
Die dritte Einteilung des USMC umfasst vier Marine Logistics Groups
- die US 1st Marine Logistics Group in Camp Pendleton, Kalifornien;
- die US 2nd Marine Logistics Group in Camp Lejeune, North Carolina;
- die US 3rd Marine Logistics Group in Okinawa, Japan;
- die US 4th Marine Logistics Group in New Orleans.
Das USMC hat sich lange gesträubt, Marines dauerhaft für Spezialoperationen zum US Special Operations Command abzukommandieren. Dieser Standpunkt wurde 2003 aufgegeben. Seitdem befindet sich eine Spezialeinheit, die am Anfang 2.600 Marines umfassen soll, im Aufbau:
- das Marine Corps Special Operations Command
Das Marine Air-Ground Task Force Konzept
Die Einheiten des USMC können, je nach Auftragslage, in verschieden großer Form zu einer Task Force gruppiert werden. Dabei liegt immer das Konzept der Marine Air-Ground Task Force (MAGTF) zugrunde.
Einsatzgruppierungen nach dem MAGTF Konzept beinhalten grundsätzlich vier Grundkomponenten: Stabskomponente (Command Element), Bodenkampfkomponente (Ground Combat Element), Luftkampfkomponente (Aviation Combat Element) und eine Versorgungskomponente (Combat Service Support Element).
Die Stabskomponente stellt das Hauptquartier dar und kommandiert die anderen Kompnenten. Die Bodenkampfkomponente besteht im Hauptteil aus Infanterieeinheiten und wird durch gepanzerte Einheiten und Artillerie unterstützt. Zu ihr gehören auch Spezialkräfte, wie Fernspäher (Force Reconnaissance), Scharfschützen und vorgelagerte Luftkommandoeinheiten. Die Luftkampfkomponente sichert die total Luftüberlegenheitder MAGTF. Sie beinhaltet Jagdflugzeuge genauso wie Hubschrauber, deren Piloten und ihre Instandsetzungseinheiten. Als letzte im Bunde sind in der Versorgungskomponente alle Kampfunterstützungseinheiten untergebracht. Sie beinhaltet Spezialisten wie Fernmelder, Instandsetzungsingenieure, Transport- und Logistikeinheiten, sowie medizinische Versorgungseinheiten.
Das MAGTF Konzept wird vom USMC in drei, dem Auftrag angepassten, Größenordnungen eingesetzt.
MEU, MEB und MEF
Marine Corps Special Operations Command
Der kleinste dieser Verbände ist die Marine Expeditionary Unit (MEU). MEUs sind die kleinsten unabhängig operierenden Verbände, ausgebildet um autark oder in einem größeren Verband zu agieren. Jede MEU ist befähigt Spezialoperationen zu übernehmen (Special Operations Capable - SOC).
Die Stabskomponente bildet das Hauptquartier und wird in der Regel von einem Colonel kommandiert. Die Bodenkampfkomponente bildet ein Battalion Landing Team (BLT), bestehend aus einem Infanteriebataillon, welches mit Panzern, Artillerie, Ingenieuren, Amphibischen Fahrzeugen und leicht gepanzerten Fahrzeugen verstärkt wird. Die Luftkampfkomponente bildet eine zusammengesetzte Staffel auf Jagdflugzeugen und Hubschraubern. Die Versorgungskomponente besteht aus einer MEU Service Support Group, welche alle logistischen und administrativen Aufgaben des Verbandes übernimmt. Die genaue Zusammenstellung einer MEU kann dem Auftrag angepasst werden, so ist es möglich, mehr Artillerie, gepanzerte Einheiten oder mehr Luftunterstützung einzubinden.
Generell sind immer drei MEUs jeweils der Atlantik- und der Pazifikflotte der US Navy zugeordnet und eine weiteres ist in Okinawa stationiert. Denn während eine MEU im Einsatz abkommandiert ist, wird die zweite zur Aus- und Weiterbildung eingesetzt und die dritte gewährt den Marines eine Einsatzpause.
Der nächstgrößere Verband ist die Marine Expeditionary Brigade (MEB). Statt einem BLT bildet ein ganzes Regiment die Grundlage und ist mit größeren Luftkampfkontingenten und höherer Versorgungskapazität ausgestattet.
Die größten Verbände, nach dem MAGTF Konzept sind die Marine Expeditionary Forces (MEF). Sie bestehen aus einer gesamten Division, mit einem Artillerieregiment, mehreren Panzerbataillonen, mehren leichtgepanzerten Bataillonen und einem Marine Air Wing.
Die drei Marine Expeditionary Forces bilden die Fleet Marine Force, eine weltweit eingesetzte Krisenreaktionskraft, welche von den fünf Einsatzflotten der US Navy agiert. Dabei sind die I. und III. MEF im Pazifikraum und die II. MEF im Atlantikraum eingesetzt.
I. Marine Expedionary Force, Hauptquartier
- US 1st Marine Division (Camp Pendleton, Kalifornien)
- US 3rd Marine Air Wing (Camp Pendleton, Kalifornien)
- US 1st Force Service Support Group (Camp Pendleton, Kalifornien)
- US 1st Marine Expedionary Brigade
- US 11th Marine Expedionary Unit
- US 13th Marine Expedionary Unit
- US 15th Marine Expedionary Unit
- Air Contingency MAGTF (ACM)
II. Marine Expedionary Force, Ausbildungsgruppe für Spezialoperationen
- US 2nd MEB
- US 4th MEB
- US 22nd Marine Expedionary Unit
- US 24th Marine Expedionary Unit
- US 26th Marine Expedionary Unit
- Air Contingency MAGTF (ACM)
III. Marine Expedionary Force
- US 3rd Marine Division
- US 1st Marine Air Wing
- US 3rd Force Service Support Group
- US 31st Marine Expedionary Unit (Okinawa, Japan)
- Air Contingency MAGTF (ACM)
Stützpunkte
Hauptartikel: Liste der Stützpunkte des United States Marine Corps
Ausrüstung und Waffen
Das Marine Corps benutzt größtenteils Waffen der Army wie M16 Sturmgewehre und die M1 Abrams Panzer, hat aber auch Eigenentwicklungen wie die Landungsfahrzeuge AAV7A1.
- Fahrzeuge:
- M1 Abrams Kampfpanzer
- LAV-25, in verschiedenen Versionen (25 mm MK, AT TOW, AD Luftabwehr mit 8 FIM-92 Stinger und 25 mm Kanone, C2 Kommando, Bergefahrzeug)
- AAV7A1, amphibisches Landungsfahrzeug
- Heavy Expandable Multipurpose Tactical Truck (HEMTT)
- Hummer oder Humvee (HMMWV: High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle)
- IFAV, Mercedes Benz MB 290 GD, Wolf (IFAV: Interim Fast Attack Vehicles)
- Hubschrauber und Flugzeuge:
- Boeing CH-46
- Sikorsky CH-53
- Bell AH-1Z Super Cobra
- Bell UH-1 Huey
- UH-60 Black Hawk, nur für den Präsidententransport in VIP Version
- EA-6 Prowler
- AV-8B Harrier II
- Northrop F/A-18
- KC-130 Hercules
zukünftig:
- Bell V-22
- F-35 Joint Strike Fighter
Ethos, Mentalität und Traditionen
Das Symbol der Marines setzt sich aus einem Globus, der die weltweite Reichweite und Einsatzbereitschaft des Marine Corps symbolisieren soll, einem Anker als Andenken an den Ursprung der Truppe und die Verbundenheit mit der US Navy als "Mutterstreitkraft" sowie einem über dem Globus fliegenden Adler zusammen.
Marines nennen sich selbst Jarheads (eine bildliche Umschreibung ihrer oftmals an den Seiten kahlrasierten Köpfe, die an Henkeltöpfe erinnern), Leathernecks (Ledernacken) oder Devil Dogs (Teufelshunde). Ihre herausragende Rolle als Expeditions- und Interventionsstreitmacht haben das Bild eines Eliteverbandes entstehen lassen, was sie im Grunde auch sind.
Berühmt sind die Marines auch für ihre Marschgesänge, cadences genannt. Diese werden beim allmorgendlichen Trainingslauf -offiziell als physical training bezeichnet (bei der Truppe pragmatisch die Entfernung angebend Five miles genannt)- gesungen. Das Besondere hieran ist, dass sie durch einen bestimmten Rhythmus und ein besonderes Versmaß zum Atemrhythmus passen und so von der Anstrengung ablenken sollen. Ein dazu eingeteiltes Mitglied des Zuges singt beim Laufen einen Vers vor, und der Rest des Zuges wiederholt. Die cadences erzählen von der harten Ausbildung der Marines und dem Beweis den Eltern der Rekruten gegenüber, dass man Disziplin und Härte erworben hat, beinhalten jedoch auch Frauen und den anderen Teilstreitkräften gegenüber chauvinistische Zeilen. Auch beinhalten sie Spott für alle bisher bekämpften Gegner, gerade für die, gegen die man Niederlagen erfuhr.
Der große Korpsgeist in der Truppe spiegelt sich auch in den Zeremonien und Ritualen der Marines wieder. Die Mentalität der Marines schwankt zwischen hohem Pflichtbewusstsein und einer leicht anarchisch geprägten Melancholie, die von einer Die da oben-Haltung zeugt. Marines neigen dazu, sich von Kommandeuren und Politik ausgenutzt zu sehen, während sie vor Außenstehenden, die ebenfalls diese Meinung vertreten, damit kokettieren. So wird z.B. in dem schon immer niedrigsten Etat aller Teilstreitkräfte einerseits eine Vernachlässigung und mangelnde Wertschätzung den Marines gegenüber gesehen, aus dessen Zuteilung die Marines nach eigener Ansicht aber Jahr um Jahr als Musterbeispiel sowohl für Effizienz als auch für Effektivität herausgehen. Tatsächlich ist das Budget der Marines proportional zu sehen, und Mängel mussten sie nur selten erfahren. Hinzu kommt, dass sich die Opposition, gleich welche Partei, die Belange des Marine Corps gern zu eigen macht. Insgesamt ist seine Haltung aber ebenso ausgewogen wie seine Vertretung in der Politik, weswegen bisher nur wenige Versuche gemacht wurden, diese Mentalität zu lenken.
Bemerkenswert ist, dass für aus dem Dienst ausgeschiedene Angehörige des USMC inoffiziell die Bezeichnung "Former Marine" verwendet wird und niemals Ex-Marine. Man bringt damit zum Ausdruck, die Person versehe zwar keinen aktiven Dienst mehr, sei aber immer noch Teil der Gemeinschaft.
Gebet der Marines
Nach dem Angriff auf Pearl Harbor dichtete Major General William Rupertus folgendes Gebet, das er schlicht My Rifle - A Warrior's Creed (dt.: Mein Gewehr - ein Kriegerschwur) nannte:
:This is my rifle.
:There are many like it, but this one is mine.
:My rifle is my best friend. It is my life.
:I must master it as I must master my life.
:My rifle, without me, is useless.
:Without my rifle, I am useless.
:I must fire my rifle true.
:I must shoot straighter than my enemy who is trying to kill me.
:I must shoot him before he shoots me. I will...
:My rifle and myself know that what counts in this war
:is not the rounds we fire, the noise of our burst, nor the smoke we make.
:We know that it is the hits that count. We will hit...
:My rifle is human, even as I, because it is my life.
:Thus, I will learn it as a brother.
:I will learn its weaknesses, its strength, its parts, its accessories, its sights and its barrel.
:I will ever guard it against the ravages of weather
:and damage as I will ever guard my legs, my arms, my eyes and my heart against damage.
:I will keep my rifle clean and ready. We will become part of each other. We will...
:Before God, I swear this creed.
:My rifle and myself are the defenders of my country.
:We are the masters of our enemy. We are the saviors of life.
:So be it, until victory is America's and there is no enemy, but peace!
Es wurden vereinzelte Versuche gemacht, dieses Gebet tatsächlich anerkennen zu lassen, was jedoch trotz des beinhalteten Wunsches nach Frieden scheiterte, da es in der Praxis nur von einem ganzen Zug in martialischem Ton gesprochen wird.
Dies wurde recht eindrucksvoll im Film Full Metal Jacket dargestellt.
Hymne des Marine Corps
:From the Halls of Montezuma
:To the Shores of Tripoli,
:We fight our country's battles
:In the air, on land, and sea.
:First to fight for right and freedom,
:And to keep our honor clean,
:We are proud to claim the title
:Of United States Marines.
:Our flag's unfurled to every breeze
:From dawn to setting sun;
:We have fought in every clime and place
:Where we could take a gun.
:In the snow of far-off northern lands
:And in sunny tropic scenes,
:You will find us always on the job
:The United States Marines.
:Here's health to you and to our Corps
:Which we are proud to serve;
:In many a strife we've fought for life
:And never lost our nerve.
:If the Army and the Navy
:Ever look on Heaven's scenes,
:They will find the streets are guarded
:By United States Marines.
Diese Hymne stellt die offizielle Hymne des USMC dar. Es ist die älteste offizielle Hymne aller amerikanischen Teilstreitkräfte. Die Melodie stammt aus der Oper Genevieve de Brabant von Jacques Offenbach, die 1859 in Paris uraufgeführt wurde. Der Text stammt aus dem 19. Jahrhundert, wobei der Urheber unbekannt ist. Am 19. August 1919 sicherte sich das Marine Corps die Urheberrechte, die aber mittlerweile abgelaufen sind.
Mottos
- „Marines - The Few. The Proud.“ („Marines - Die Wenigen [i.S.v. die Auserwählten]. Die Stolzen.“)
- Semper Fi! (Kurzform von lat. semper fidelis: Immer treu!)
Es gibt einen weiteren Marsch des USMC, der ebenfalls den Titel Semper Fidelis trägt und darüber hinaus oft mit der USMC Hymn verwechselt wird.
Zitate
Verschiedene Zitate versinnbildlichen die Rolle in der amerikanischen Außenpolitik, z.B. First to fight (Als Erste im Kampf) oder First to go, last to know.(Leicht bitter: Die ersten die man schickt, die letzten denen man sagt wohin)
- Ein beliebtes Klischee besagt, dass alle Präsidenten im Kriegsfall den Satz Send the Marines! (Schickt die Marines!) benutzen.
- Gator Navy (Die Alligatorenmarine)
- "Retreat hell! We just got here!" (Captain Lloyd Williams im Schützengraben im 1. Weltkrieg)
- "Come on, you sons of bitches, do you want to live forever?" (dt.:"Los, ihr Hurensöhne! Wollt ihr ewig leben?") (Gunnery Sergeant Dan Daly, zweimaliger Träger der Ehrenmedaille, ebenfalls im Gefecht)
- Marines never die, they just go to hell to regroup. (dt. Marines sterben nicht, sie fahren nur zur Hölle, um sich neu zu gruppieren.)(bekanntes Marines-Zitat)
- "swift, silent, deadly" ("schnell, leise, tödlich" Marine-Corps-Werbeplakat)
Wichtige Marines
- Commandant Michael Hagee ist höchster General der Marines (seit Januar 2003).
- Sergeant Major of the Marine Corps ist John L. Estrada (seit 26. Juni 2003).
Details und Besonderheiten
- Angehörige des USMC bewachen die wichtigsten Nuklearwaffenanlagen der US Navy.
- Sie bewachen Diplomatische Vertretungen der USA und stehen Wache vor dem Weißen Haus.
- Der Hubschrauber des Präsidenten ist die Marine One und wird vom HMX-1 in Quantico, Virginia geflogen.
- Marines haben keine eigenen Sanitäter und Geistlichen; Diese Funktionen werden von Angehörigen der Navy erfüllt.
- Die Strafverfolgung übernimmt für das Marine Corps, wie für die Navy, neben der Standortmilitärpolizei der Naval Criminal Investigative Service (NCIS).
Literatur
- Tom Clancy: US Marines - Die legendäre Elitetruppe, Heyne, München 1998, ISBN 3-453-17266-3
- Paolo E. Coletta: United States Navy and Marine Corps bases, Greenwood, Westport, Conn., 1985
- 1. - Domestic,
- 2. - Overseas, ISBN 0-313-24504-5
- Allan R. Millett: Semper fidelis. The history of the United States Marine Corps, The Free Pr., New York, 1991, ISBN 0-02-921595-1
Weblinks
-
- [http://www.usmc.mil/ Website des United States Marine Corps (engl.)]
- [http://www.dod.mil/ Website des United States Department of Defense (engl.)]
- [http://www.libyen-news.de/der_amerikanisch-tripolitanische_krieg.htm Seite zum Amerikanisch-Tripolitanischen Krieg]
- [http://www.venus.net/~jsouth/history.html Geschichte des United States Marine Corps (engl.)]
- [http://www.dod.gov/odam/omp/pubs/GuideBook/Pdf/DoD.PDF Struktur der amerikanischen Streitkräfte, 2000, PDF]
- [http://www.usmcpress.com/ Erbe und Traditionen der Marines]
- [http://www.instantknowledgenews.com/usmchymn.wav WAV-Kurzfassung der Marines-Hymne zum Download]
- [http://www.instantknowledgenews.com/Semper_Fidelis.mp3 Der Semper Fidelis-Marsch als MP3, ca. 2,4 MB]
- [http://www.angelfire.com/ca4/gunnyg/jackwebb.html Der Vorfall am Ribbon Creek (engl.)]
Marine Corps
Kategorie:Spezialeinheit
ja:アメリカ海兵隊
US-Streitkräfte
Die Streitkräfte der USA sind die nach Mannstärke zweitgrössten der Welt. Sie sind ein hierarchisch aufgebautes Militär. Im Groben reicht die Befehlskette vom Offizierskorps (Officers) über die Unteroffiziere (Non-commissioned officers) zu den Mannschaftsgraden (Enlisted ranks). Im Gegensatz zu anderen Ländern entscheiden keine anderen Faktoren als Fähigkeiten und erbrachte Leistungen über die Aufnahme in das Offizierskorps. Es können bei der jährlichen Beförderungsrunde jedoch Schwerpunkte auf bestimmte Bereiche gelegt werden.
Es gibt eine große Anzahl an militärischen Auszeichnungen, die die Leistungen und Qualifikationen des militärischen Personals würdigen und langfristig die Moral der Truppe stärken sollen.
Am 26. Juli 1948 unterzeichnete der damalige Präsident der Vereinigten Staaten Harry S. Truman die Executive Order 9981, die die Rassentrennung im US-Militär formal aufhob. Bekennenden Homosexuellen wird der Dienst an der Waffe weiterhin untersagt. (siehe Don't ask, don't tell.) Frauen stehen die Streitkräfte grundsätzlich offen, sie dürfen per Gesetz jedoch nicht ins Kampfgeschehen eingreifen, was sich jedoch aufgrund der momentan deklarierten asymmetrischen Kriegsführung manchmal nur schwer verhindern lässt. In den letzten Jahren hat es im US-Militär die weitreichende Tendenz gegeben, Frauen immer mehr Einsatzfelder zu öffnen.
(Für eine exemplarische Auflistung der den Frauen offenstehenden Einheiten und Tätigkeiten siehe [http://www.goarmy.com/JobDetail.do?id=47]).
Die US-Streitkräfte werden unterteilt in:
- United States Army (Heer)
- United States Navy (Marine)
- United States Marine Corps (Marineinfanterie)
- United States Air Force (Luftwaffe)
- United States Coast Guard (Küstenwache)
Letztere wird in Friedenszeiten vom "Department of Homeland Security" verwaltet, im Verteidigungsfall vom "Department of the Navy".
Department of the Navy]
Die Streitkräfte bestehen aus etwa 1,4 Millionen Soldaten. Mit allen Abteilungen der Reserve ergibt ihre Stärke knapp 2 Millionen Mann. Oberbefehlshaber ist der US-Präsident.
Seit 1973 setzen sich die US-Streitkräfte aus männlichen und weiblichen Freiwilligen zusammen, dennoch werden im "Selective Service System" alle männlichen Staatsbürger über 18 Jahren registriert.
Die jährlichen Ausgaben für die Unterhaltung der Streitkräfte belaufen sich auf ungefähr 399 Milliarden US-Dollar (329 Milliarden EUR). Die USA sind die einzige Nation in der Welt, die ihre militärische Ausgaben seit dem Kalten Krieg kaum reduziert haben.
Im internationalen Vergleich liegen die USA damit auf dem ersten Platz, gefolgt von Japan (46,9 Mrd. USD) und Großbritannien (37,1 Mrd. USD) [http://www.mod.uk/aboutus/keyfacts/budget.htm#1].
Der US-Anteil an den weltweiten Militärausgaben beträgt 40 Prozent.
Stärke
Großbritannien-Kampfpanzer.]]
Kampfpanzer beherrschen die Weltmeere.]]
Kampfpanzer kostet über 2 Mrd. $ pro Stück.]]
Das Militär der Vereinigten Staaten ist hinsichtlich der Kampfkraft, die sie weltweit in einer sehr hohen Geschwindigkeit aufbauen, und wenn notwendig, langfristig aufrechterhalten kann, einzigartig. Auch wenn es amerikanischen Partnern innerhalb der NATO möglich ist, militärische Übersee-Expeditionen zu unternehmen, so sind die Vereinigten Staaten als einzige Nation in der Lage, einen größeren regionalen Krieg außerhalb der Heimat auf einem anderen Kontinent zu führen. Entsprechend wird daraus ein doktrinaler Anspruch abgeleitet. Die USA sind darüber hinaus eine der wenigen Nationen, die eine gewisse Anzahl an Atomwaffen unterhalten und als einzige zu einem offensiven Einsatz dieser bereit sind.
Um weltweit einsetzbar zu sein, investieren die USA einen beträchtlichen Teil ihres Militärbudgets in logistische und Transportkapazitäten, was den Aufbau an Kampfkraft je nach Bedarf garantiert. Die Luftwaffe unterhält eine große Flotte von C-5 Galaxy-, C-17 Globemaster III- und C-130 Hercules-Transportflugzeugen. Die Marineinfanterie der Vereinigten Staaten, das United States Marine Corps, verfügt über sieben sogenannte Marine Expeditionary Units (MEU, Marineexpeditionseinheiten, jeweils etwa 6 000 Mann stark) zur See, die die Atlantik- und die Pazifikflotte der Navy (Marine) zum Transport nutzen. Die Flotte der USA mit ihren dreizehn Flugzeugträgern und entsprechenden Begleitverbänden ermöglichen zusammen mit einer Doktrin der Konzentration der Kampfkraft, eine angemessende Reaktion auf Gefahren.
Das Heer der Vereinigten Staaten, United States Army genannt, ist nicht so mobil wie das Marine Corps. Im Hinblick auf die zu erwartenden Aufgaben der Army im 21. Jahrhundert hat der kommandierende Offizier der Army, General Peter J. Schoomaker eine Umstrukturierung der Army von gegenwärtig 37 auf 48 Brigaden mit einer stärkeren Betonung der Möglichkeit, die Kampfkraft zu konzentrieren und umzulenken, angekündigt. Dennoch bleiben die Aufgaben von Army und Marine Corps (zum Teil höchst) unterschiedlich.
Organisation
Gemäß der Verfassung der Vereinigten Staaten ist der Präsident der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte.
An der Schnittstelle militärischer Aktionen mit der amerikanischen Diplomatie berät der Nationale Sicherheitsrat den Präsidenten.
Der Präsident wird in der Führung der US-Streitkräfte durch den Verteidigungsminister unterstützt. Diesem obliegt die Umsetzung der Anordnungen des Präsidenten und die Führung des US-Verteidungsministeriums.
Sowohl der Präsident als auch der Verteidigungsminister werden in Fragen der Verteidigung und der Nationalen Sicherheit vom Vereinigten Generalstab (Joint Chiefs o of Staff) beraten.
In Übereinstimmung mit dem Goldwater-Nichols Act, der 1986 erlassen wurde und die Organisationsstruktur der gesamten Streitkräfte und des Verteidigungsministeriums nachhaltig veränderte, bilden die vier Befehlshaber der einzelnen Teilstreitkräfte zusammen mit seinem Vorsitzenden und dessen Stellvertreter den Vereinigten Generalstab. Die Befehlskette hingegen verläuft vom Präsidenten über den Verteidigungsminster zu den einzelnen Kommandeuren der Unified Combatant Commands.
Gegenwärtig bestehen insgesamt neun derartige Combatant Commands: Fünf haben regionale, vier funktionale Aufgabenbereiche. Jede Teilstreitkraft ist dafür verantwortlich, den Befehlshabern dieser Kommandos ausreichend Truppen für den Einsatz zur Verfügung zu stellen.
Kommandostruktur der USA / National Command organizational chart
-------------------Präsident--------------
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| Verteidigungsminister --| |
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| | Vorsitzender des Nationaler
| | V.-Generalstabs Sicherheitsrat
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Regionalkommandeur Vereinigter Generalstab
oder Kommandeur eines
Funktionskommandos
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Kommandeure der unterstellten Teilstreitkräfte
Der Generalstab
Hauptartikel: Vereinigter Generalstab der USA Die vier Stabschefs der Teilstreitkräfte, der Vorsitzende sowie sein Stellvertreter bilden den Vereinigten Generalstab der Streitkräfte der USA.
Regionale Kommandos
Hauptartikel: Unified Combatant Command
Unified Combatant Command
Um dem Anspruch aller amerikanischen Teilstreitkräfte gerecht zu werden, an "jedem Ort der Erde in jedem erdenklichen Gelände" so schnell wie möglich, maximal jedoch "innerhalb von 24 Stunden einsatzfähig" zu sein, der sich aus ihrer herausragenden militärischen Stärke entwickelte, existiert eine geografische Einteilung in fünf Regionalkommandos, sog. Unified Combatant Commands, die überall auf der Welt in ihrem Zuständigeitsbereich agieren und von denen die meisten in Übersee stationiert sind. Ihnen sind die Regionalkommandos der einzelnen Teilstreitkräfte untergeordet, die sich immer am selben Standort befinden.
Beispiel: Dem U.S. Central Command (USCENTCOM) sind ARCENT (Army Forces Central Command), CENTAF (Central Command Air Forces), MARCENT (Marine Forces Central Command), NAVCENT (Naval Forces Central Command) und SOCCENT (Special Operations Command Central) unterstellt.
Anmerkung zu USCENTCOM: Eine vorgeschobene Kommandobasis wurde nach dem 11. September 2001 in der Nähe von Doha, Katar, eingerichtet.
Die Namensgebung kann für Außenstehende allerdings irreführend sein, denn die hinter den Akronymen zu vermutende befohlene Region ist alles andere als nach geographischen Begriffen genau angegeben. So ist das European Command für mehr als zwei Drittel des afrikanischen Kontinents wie auch für die Arktis zuständig und hinter USCENTCOM verbirgt sich nicht etwa die allen anderen übergeordnete "zentrale" Kommandozentrale, sondern das Kommando, das für die aus Sicht eines westlichen Menschen auf der Weltkarte mittig gelegene Südwestasien und den den Nahen Osten. Es ist im Übrigen auch das einzige nicht im Befehlsgebiet stationierte Regionalkommando der amerikanischen Streitkräfte.
Diese Einteilung wurde allerdings stark nach Verfügbarkeit von Truppen für einen Krisenfall und nach Logistik gewählt.
Funktionale Kommandos
Neben den regional definierten Kommandos gibt es vier Kommandos mit funktional definierten Aufgabenbereichen, die ebenfalls als Unified Combatant Commands bezeichnet werden:
- U.S. Special Operations Command (USSOCOM): Kommando für Spezialoperationen (Einsatz von Spezialeinheiten)
- U.S. Transportation Command (USTRANSCOM): Kommando für den Transport der Streitkräfte
- U.S. Strategic Command (USSTRATCOM): Kommando für Raumfahrt und Atomstreitkräfte
- U.S. Joint Forces Command (USJFCOM): Kommando für Streikräftetransformation
Alle regionalen und funktionalen Kommandos werden miteinander und mit dem Pentagon durch ein globales Nervensystem verbunden: Global Information Grid.
Siehe auch
- Pentagon
- Atomstreitkräfte
- Posse Comitatus Act
Weblinks
- [http://www.army.mil/ US Army]
- [http://www.af.mil/ US Air Force]
- [http://www.navy.mil/ US Navy]
- [http://www.usmc.mil/ US Marines]
- [http://www.globalsecurity.org/ Global Security Umfangreiches Militär Infosystem]
ja:アメリカ軍
ko:미국의 군사
MarineinfanterieDie Marineinfanterie ist eine für amphibische Operationen, wie Seelandungen und andere infanteristische Aufgaben, in Zusammenarbeit mit Seestreitkräften spezialisierte Truppe. Die Marineinfanterie kann ein Teil der Seestreitkräfte sein, in manchen Ländern ist sie auch Teil des Heeres.
Marines (von lat. marinus - zum Meer gehörend) ist die englische Bezeichnung für Marineinfanteristen, in Deutschland war früher die Bezeichnung Seesoldat üblich.
Neben den USA mit dem United States Marine Corps (USMC) als größter Marineinfanterietruppe der Welt unterhalten viele andere Staaten eine Marineinfanterie. Dazu gehören die britischen Royal Marines und Truppen der Niederlande, Südkoreas, Taiwans, Russlands, Frankreichs und Italiens . In der Deutschen Marine gibt es nur eine sehr kleine marineinfanteristische Komponente.
Geschichte
Preußen besaß bereits im 19. Jahrhundert ein Marinekorps, aus dem im Jahre 1852 ein Seebataillon gebildet wurde. Sie wurden an Land und an Bord eingesetzt und nahmen unter anderem am Gefecht von Tres Forcas in Marokko am 7. August 1856 teil. Das Seebataillon bestand nur aus wenigen Kompanien und wurde erst 1889 vergrößert und in zwei Bataillone geteilt, die in Kiel und Wilhelmshaven stationiert wurden. 1897 entstand ein drittes Bataillon in Tsing-tau (Gouvernement Kiau-tschou). Diese Marineinfanterie der Kaiserlichen Marine diente hauptsächlich der Verteidigung der Reichskriegshäfen, wurde jedoch im 19. Jahrhundert aus Mangel an seemännischem Personal auch an Bord von Panzerschiffen eingesetzt. Die "Seesoldaten" wurden meist zum Wachdienst und als Geschützbedienung herangezogen.
Das in China errichtete III. Seebataillon nahm an der Niederwerfung des Boxeraufstandes teil und leistete Dienst als Kolonialtruppe. Die in Deutschland stationierten Seebataillone unterstanden der Inspektion der Marine (Sitz in Kiel) unter einem Oberst oder Oberstleutnant. Diese wiederum unterstand der Marinestation der Ostsee, Kiau-tschou dem Reichsmarineamt.
Im Ersten Weltkrieg wuchs die Marineinfanterie erheblich auf. Das am 15. November 1914 aufgestellte Marine-Korps, das aus Marineinfanterie und Marine-Artillerie bestand, wurde vor allem in Flandern eingesetzt, wo sie die Küsten gegen britische Angriffe sicherte. Die Stärke dieses Korps betrug 60.000-70.000 Mann, von denen etwa 10.000 gefallen sind. Kommandierender Admiral des Marine-Korps war Admiral Ludwig von Schröder, genannt der "Löwe von Flandern".
Siehe auch
Landungsboot, Marineartillerie, Seekrieg
Kategorie:Truppengattung
Kategorie:Marine
ja:海兵隊
TeilstreitkräfteTeilstreitkräfte (TSK) ist ein Begriff für die Unterteilung der Armee eines Volkes. Sie hat sich historisch entwickelt, da nicht zu jeder Zeit eine Teilstreitkraft aus technischen Gründen "zur Verfügung" stand.
Die modernen Armeen bestehen heute aus den folgenden drei Teilstreitkräften:
# Heer
# Luftwaffe
# Marine
Je nach geographischer "Lage" eines Landes verfügt eine Armee überhaupt nicht über die Teilstreitkraft Marine bzw. variiert die Größe dieser Teilstreitkraft erheblich im Verhältnis zum Heer und zur Luftwaffe.
Als letzte Teilstreitkraft hat sich Anfang des 20. Jahrhunderts - bedingt durch den technischen Fortschritt - die Luftwaffe etabliert, die zuvor noch dem Heer untergeordnet war.
In Deutschland ist traditionell das Heer die größte Streitkraft, gefolgt von der Luftwaffe und der Marine.
Organisationsbereiche
Im Zuge der derzeitigen Bundeswehrreform sind in Deutschland außerdem zwei weitere selbstständige militärische Organisationsbereiche geschaffen bzw. erweitert worden, die Streitkräftebasis (SKB) und der Zentrale Sanitätsdienst. Diese beiden "querschnittlichen" Organisationsbereiche sind unabhängig von den Teilstreitkräften, werden aber aufgrund ihrer "lediglich" unterstützenden und nicht kämpfenden Aufgabe per Definition nicht als eigene Teilstreitkraft geführt. Die ihnen zugehörigen Soldaten werden laufbahntechnisch im wesentlichen auch weiterhin durch ihre eigene Teilstreitkraft bestimmt. So erhalten beispielsweise auch die der SKB unterstellten Heeresoffiziere weiterhin ihre nicht-fachbezogene Offizierausbildung an der Offizierschule des Heeres in Dresden.
Für die Soldaten die einem der beiden Organisationsbereiche unterstellt sind, gibt es auch keine eigene Uniform, getragen wird die Uniform der Teilstreitkraft, aus der ihre Einheit oder ihr Verband ausgegliedert wurden. Als militärische "Heimat" gilt weiterhin ihre eigentliche Teilstreitkraft, auch für militärsiche Laufbahn ist maßgeblich die Teilstreitkraft maßgebend. Da es sich bei diesen Soldaten aber während der Zeit der Unterstellung unter einen der beiden Organisationsbereiche strengenommen nicht mehr um "Heeres-, Luftwaffen- oder Marinesoldaten handelt, wurde die Bezeichnung "Uniformträger Heer/Luftwaffe/Marine" neu geschaffen.
Zusätzlich zu den bereits oben genannten Teilstreitkräften gibt es in Italien die Carabinieri, in Frankreich die Gendarmerie und in den USA das US Marine Corps sowie die Coast Guard.
siehe auch
- Bundeswehr
- Österreichisches Bundesheer
Kategorie:Truppengattung
Kategorie:Bundeswehr
Kategorie:Bundesheer
US-VerteidigungsministeriumDas US-Verteidigungsministerium (amtl. United States Department of Defense, DoD) wurde durch die Verabschiedung des National Security Act durch US-Präsident Harry Truman am 26. Juli 1947 ins Leben gerufen. Es wurde aus bisher selbstständigen Ministerien und Einheiten der Streitkräfte gebildet; als direkter Vorläufer kann das US-Kriegsministerium angesehen werden. Es hat seinen Sitz im Pentagon und untersteht derzeit Verteidigungsminister Donald Rumsfeld.
Unter US-Präsident George W. Bush wurde der jährliche Verteidigungsetat der USA auf den Rekordwert von etwa $425 Milliarden US-Dollar angehoben. Damit ist das US-Militär-Budget so hoch wie das der in der Liste nachfolgenden neun Staaten zusammen.
Liste der US-Verteidigungsminister
Weblinks
- [http://www.defenselink.mil/ Homepage des Verteidigungsministeriums] (engl.)
Verteidigungsministerium
Ministerium1
ja:アメリカ国防総省
ko:미국 국방부
InfanterieAls Infanterie bezeichnet man zu Fuß kämpfende Verbände von Soldaten. Die Infanterie wurde in ihrer Geschichte verschieden eingesetzt, bildet jedoch heutzutage bei den meisten Armeen die große Basis der Streitkräfte. Sie trägt die Hauptlast im Gefecht, und ist aber trotzdem vielseitig einsetzbar. Wurden früher vor allem eine große Anzahl Fußsoldaten als Infanterie bezeichnet, steht der Begriff heutzutage für eine bestimmte Gattung von Soldaten in einem Heer, für welche Mobilität und Schlagkraft von großer Bedeutung sind. Innerhalb dieser Truppengattung stellt die militärische Ausbildung eine äußerst große physische und psychische Herausforderung dar, da sehr viel Wert auf Vielfältigkeit gesetzt wird. Eine veraltete Bezeichnung für die Infanterie ist auch Fußvolk, dieser Begriff wird heutzutage häufig mit einer spöttischen Konotation verwandt.
Einsatzaufstellung
Im 17. bis zum 19. Jahrhundert wurden Infanteriearmeen vor allem als große Massen von Fußsoldaten in den Kampf geschickt.
Die Weiterentwicklung der Feuerwaffen und das Ziel, ein Höchstmaß an Feuerwirkung zu erzielen, führten im 17. Jahrhundert zur Linientaktik als Hauptkampfform der Infanterie. Aufgrund höherer Feuergeschwindigkeit, größerer Reichweiten und besserer Treffgenauigkeit der neuen Handwaffengeneration entwickelte sich diese neue Taktik bis zum Jahre 1792 zu der so genannten Tirailleur- oder Kolonnentaktik weiter, die bis zum deutsch-französischen Krieg 1870/71 als Gefechtsform das Bild zahlloser Schlachten dieser Zeit prägt. Mit dem Aufkommen von Mehrladern wurde nun das Schützengefecht in Form von Schützenlinie und Schützenschwarm die Hauptkampfform der Infanterie. Die Infanterie operiert meist in achtköpfigen Gruppen.
Ausbildung und Bewaffnung
Jeder Infanterist ist in Häuserkampf, Nahkampf und Territorialkampf geschult.
Die Waffen der modernen Infanterie sind sehr vielfältig:
- Sturmgewehr
- Scharfschützengewehr
- Handgranate
- Panzerfaust
- Minen
- Pistole
- Maschinengewehr
- Messer und Bajonett
zusätzlich verfügen die meisten Infanterieverbände noch über schwere Waffen wie Mörser (Geschütz) oder Panzerabwehrlenkwaffen.
Einsatzspektrum der Infanterie
Da die Stärke der modernen Infanterie in der Beweglichkeit und Geschwindigkeit liegt, eignet sie sich nicht für große Angriffe in Bataillonsstärke. Sie wird daher für Aufgaben wie verdeckte Operationen, Aufbau und Halten von Verteidigungslinien oder Zerstören von blockierten Gegnern eingesetzt. In Friedenszeiten leistet die Infanterie Dienst im Objektschutz.
Einsatzschwierigkeiten
Infanteristische Einsätze sind immer nur von möglichst kurzer Dauer. Infanteristen haben keine Möglichkeiten, sich vor Angriffen, wie Chemiewaffeneinsatz, Luftangriffen oder Artilleriebeschuss über längere Zeit zu schützen. In vielen Ländern wird darum geforscht, wie man Schutzmechanismen und andere Hilfsmittel verbessern kann, um die Soldaten längere Zeit im Einsatz zu halten. In Deutschland läuft dazu das Programm Infanterist der Zukunft. In den USA wird eine tragbare Waffe entwickelt, die Sturmgewehr, Granatwerfer, Zielfernrohr und Laserzielmarkierung miteinander vereint. Der Vorteil liegt hier im reduzierten Platzbedarf und Gewicht. Die Bundeswehr ist bereits jetzt mittels des Gewehres "G 36" in der Lage, eine Waffe als Sturmgewehr, als Präzisionswaffe und als Granatwerfer einzusetzen und ist somit den amerikanischen Entwicklungen in diesem Punkt teilweise voraus.
Geschichte der Infanterie
17.-18. Jahrhundert
Historisch geht die Bezeichnung Infanterie auf die Infantin Isabella Clara Eugenia, Tochter des Königs Philipp II. von Spanien zu Beginn des 17. Jahrhunderts zurück. Das auf ihren Befehl geworbene Fußvolk wurde auf eine neue Art bewaffnet und geübt und der Infantin zu Ehren "infanteria" genannt. Diese neue Truppe unterschied sich weiter je nach Bewaffnung und Verwendung in die schwere und die leichte Infanterie.
Im deutschsprachigen Raum taucht der Infanteriebegriff erstmals im Jahre 1616 als allgemeine Bezeichnung von Fußtruppen auf. Bis dato waren für eben diese die Bezeichnungen "Fußvolck", "Kriegsvolck zu Fuß", die "Fußknecht", "die Hauffen zu Fuß" und "die Landsknechte" üblich. Die Verwendung und der Wert dieser Fußtruppen sind in der Kriegsgeschichte von unterschiedlicher Bedeutung gewesen. Schon im Altertum trugen sie oft die Hauptlast des Kampfes. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, kamen der Reiterei allgemein nur unterstützende Aufgaben zu. Während des Mittelalters war jedoch der Ritter Hauptträger des Kampfes, es bildeten sich ganze Ritterheere.
Erst die Schweizer bewirkten 1386 durch die Schlacht bei Sempach eine Wende. Mit Spießen und Streitäxten gut gerüstet, straff organisiert und ausgebildet, zeigten sich Fußtruppen den Rittern überlegen. Diese Gliederungsform der Infanterie wurde Gewalthaufen genannt. Die Wirkung des Gewalthaufens beruhte auf der Stoßkraft der sich geschlossen vorwärts bewegenden Masse. Die Entscheidung wurde im Angriff gesucht. In dieser Weise führten die Spanier 1485 ihr Fußvolk erfolgreich gegen die Mauren. Sie wurden Vorbild für andere europäische Heere. Die Infanterie entwickelte sich zur "Krone aller Waffen".
Als Schöpfer der deutschen Infanterie werden Kaiser Maximilian I. und Georg von Frundsberg angesehen. Sie waren die bedeutendsten Führer und Organisatoren der Landsknechtheere. Mit ihnen begann das neuzeitliche Kriegswesen. Mit zunehmender Wiederentstehung einer bedeutenden Reiterwaffe und Einführung von Schusswaffen entstand bei den Fußtruppen die Form des Gevierthaufens als Defensivaufstellung. Arkebusiere, Füsiliere und Musketiere waren die ersten Feuerwaffenträger der Infanterie.
19. Jahrhundert
1825 unternahm Zar Nikolaus I. als erster den Versuch, Kavallerie und Infanterie in einer Waffengattung zu vereinigen. Es entstand das Dragonerkorps. Der Versuch scheiterte, weil das Korps die infanteristischen Aufgaben vernachlässigte. Etwa 1885 nahm England diesen Versuch wieder auf und stellte in einzelnen seiner Kolonien und Schutzstaaten berittene Infanterie auf. So kann die gesamte Streitmacht der Buren im Kampf gegen England als berittene Infanterie charakterisiert werden.
Im 19. Jahrhundert unterschieden verschiedene Armeen ihre infanteristischen Soldaten in etwa folgende Truppenteile:
- Preußen: Grenadiere, Musketiere, Füsiliere, Jäger
- Österreich: Linieninfanterie und Feldjäger (zusätzlich die Tiroler Kaiserjäger)
- Frankreich: Linieninfanterie und Zouaven- und Turkosregimenter (als leichte Infanterie), auch die Fremdenlegion kann zur seinerzeitigen Infanterie gezählt werden
- Russland: Garde- und Linieninfanterie und Schützen
- Italien: Linieninfanterie, Bersaglieri (Jäger) und Alpini (Gebirgsjäger)
20. Jahrhundert
Im 20. Jahrhundert entwickelt sich die Infanterie immer mehr zur Hauptwaffe des Kampfes. So ist unter anderem im Reglement für die deutsche Infanterie von 1906, das noch während des gesamten 1. Weltkriegs Gültigkeit hatte, der damalige Stellenwert dieser Truppengattung wiederzufinden: "Die Infanterie ist die Hauptwaffe. Im Verein mit der Artillerie kämpft sie durch ihr Feuer den Gegner nieder. Sie allein bricht seinen letzten Widerstand. Sie trägt die Hauptlast des Kampfes und bringt die größten Opfer. Dafür winkt ihr auch der höchste Ruhm."
Dieser Stellenwert als Schlachten entscheidende Waffe behielt auch im 2. Weltkrieg weiter seine Gültigkeit. Allerdings war die Infanterie im neuen Zeitalter der Panzer und der Flugzeuge nicht mehr die Hauptwaffe und die Königin des Schlachtfeldes, wohl aber noch die Königin auf ihrem Gefechtsfeld. Nach diesem Krieg erfolgte innerhalb der Wiederbewaffnung Deutschlands die Abkehr von der so genannten "Einheitsinfanterie" hin zur "besonders befähigten Infanterie".
Infanterie in Deutschland nach 1950
So ist die Infanterie der Bundeswehr heute nicht mehr in die bisher üblichen Truppengattungen der Jäger, der Fallschirmjäger, der Gebirgsjäger und der Grenadiere differenzierbar. Sie stellt heutzutage einen Truppengattungsverbund dar, welcher sich aus den bisherigen besonderen Befähigungen und Spezialisierungen der Jäger, Gebirgsjäger und Fallschirmjäger zusammensetzt. Sie ist nicht mehr mit den herkömmlichen leichten Infanterieeinheiten zu vergleichen, diese werden gegenwärtig typischerweise von den Panzergrenadieren der Bundeswehr gebildet.
Die deutsche Infanterie der Bundeswehr ist somit eine sehr stark spezialisierte Truppengattung des deutschen Heeres, deren Soldaten über ein enorm hohes Anforderungspotential und mit dem System Infanterist der Zukunft über die weltweit beste infanteristische Ausrüstung verfügen. Im Rahmen ihrer Auftragserfüllung und ihres Einsatzspektrums arbeiten sie so auch eng mit dem Kommando Spezialkräfte (KSK) zusammen.
Aufgrund dieser besonderen Befähigungen sowie ihrer hohen Beweglichkeit, ihrem exzellenten Ausbildungsstand, ihrer hochwertigen Ausrüstung, ihren neuen Fahrzeugen und Handwaffen stellt sie im gesamten Aufgabenspektrum vor allem die Kräfte der ersten Stunde ("Eingreifkräfte") sowie Mittlere Kräfte für Einsätze bei kleinen und mittleren Operationen ("Stabilisierungskräfte") im Rahmen des internationalen Krisenmanagements bereit. Dabei bildet die Beherrschung der Aufgaben des Allgemeinen Infanteriekampfes weiterhin die gemeinsame Grundbefähigung der gesamten Infanterie.
- Mit den Fallschirmjägern als Kern der Spezialisierten Kräfte des Heeres in der Division Spezielle Operationen (DSO);
- dem Aufbau eines neuen luftbeweglichen Jäger-/Infanterieregimentes bis 2007, welches taktisch der zweiten Spezialdivision, der Division Luftbewegliche Operationen (DLO) zugehörig ist;
- und der Gebirgsjägerbrigade 23, welche weiterhin vorrangig für Einsätze unter extremen Gelände- und Witterungsbedingungen eingesetzt wird,
wird ein Beitrag zur Verbesserung der Reaktionsfähigkeit im gesamten Aufgabenspektrum geleistet.
siehe auch
- Fußsoldaten im Mittelalter, Infanteriedivision, General der Infanterie
Weblinks
Deutschland:
- [http://www.deutschesheer.de/C1256B6C002D670C/CurrentBaseLink/N25CSBAU714SWINDE Das deutsche Heer, Truppengattungsprofil der Infanterie]
- [http://www.jaegerseiten.de Jägerseiten - Die deutsche Infanterie: ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, ihre Waffen, Fahrzeuge und Ausrüstung]
- [http://www.infanterie-bund.de/ Bund der deutschen Infanterie]
International:
- [http://www.benning.army.mil/Infantry/index.asp US Infantry School, Fort Benning]
- [http://www.army.mod.uk/infantry/index.htm British School of Infantry]
- [http://www.bundesheer.gv.at/waffengattung/wafgt_jager.shtml Österreichs Jägertruppe]
Kategorie:Truppengattung
ja:歩兵
LAV25Das Light Armored Vehicle-25 (kurz LAV-25) ist ein vierachsiger (zwei davon gelenkt) amphibischer Radpanzer des United States Marine Corps, der mit einer Schnellfeuerkanone und einem Raketenwerfer bewaffnet ist. Er ist darauf ausgelegt, zu den ersten Einheiten zu gehören, die bei einer Landungsoperation an Land gehen. Er dient dem Aussetzen von Truppen und dem Aufspüren von Infantrie und leichten feindlichen Vehikeln.
Die Fahrzeuge werden von General Dynamics Land Systems, Kanada hergestellt und waren ursprünglich eine Lizenzproduktion des schweizerischen Piranha-Radschützenpanzers, welcher von der Firma MOWAG in Kreuzlingen entworfen und gebaut wurde. MOWAG wurde mittlerweile von General Dynamics übernommen und in die General Dynamics European Land Combat Systems (ELCS) integriert.
Die US Army verwendete mehrere Varianten des LAV/Piranha III unter der Bezeichnung
'Stryker' innerhalb der neu gebildeten Stryker-Brigaden.
Weblinks
- [http://www.fas.org/man/dod-101/sys/land/lav-25.htm LAV-25 auf www.fas.org]
Kategorie:Radpanzer
Kategorie:Militär (USA)
Kategorie:Transportpanzer
Hawker Siddeley Harrier
Bei dem Flugzeug Hawker Siddeley Harrier handelt es sich um ein senkrechtstartendes Kampfflugzeug.
Entwicklung
Die Maschine wurde in Großbritannien von Hawker Siddeley unter Leitung von Sidney Camm im Regierungsauftrag entwickelt. Der Erstflug erfolgte 1966 in Großbritannien. Der Harrier verfügt über ein Düsentriebwerk im Rumpf, dessen Abgasstrahl durch drehbare Schubdüsen nach unten bzw. nach hinten geleitet wird. In der Regel erfolgt der Start nicht senkrecht, sondern mit einer kurzen Anlaufstrecke (STOVL) oder auf Flugzeugträgern über eine Rampe, jedoch ohne Katapulthilfe - so kann erheblich mehr zugeladen werden. Die Landung (mit dann in der Regel nur noch halbem Startgewicht) kann dagegen wieder senkrecht erfolgen.
Als Einsatzrolle war ursprünglich Bodenunterstützung und Jagdbomber vorgesehen. Erstkunde war die Royal Air Force, die 2 der 3 Einsatzstaffeln der RAF Germany unterstellte. Während des Falkland-Krieges erwies sich der Harrier den reinen Jagdflugzeugen wie der von den argentinischen Streitkräften eingesetzten Mirage III im Luftkampf als ebenbürtig, für seinen ursprünglichen Verwendungszweck zur Luftnahunterstützung ist er jedoch zu schwach gepanzert.
Die 1. Generation der Harrier (GR.1/T.2/GR.3/T.4/T.8), zu der auch die Sea Harrier (FRS.1, FA.2) zählen, wird nur noch von der britischen, thailändischen und der indischen Marine geflogen. Alle übrigen Nutzer fliegen die modernisierte, von der US-Firma McDonnell Douglas weiterentwickelte Version AV-8B.
siehe unten
Technische Daten BAe Harrier GR.Mk 3
AV-8B Harrier II
McDonnell Douglas
Durch Aktualisierung der Avionik, des Triebwerks und der Waffensysteme konnte die Leistungsfähigkeit erheblich gesteigert werden und der Harrier soll in seiner neuesten Version bis weit nach 2010 im Einsatz bleiben. Danach wird die F 35B den Harrier in den USA und Großbritannien ersetzen.
Der Harrier wird zur Zeit in der aus dem Jahre 1985 stammenden Version AV-8B Harrier II bzw. Sea Harrier vom US Marine Corps, der Royal Air Force, der Royal Navy sowie auf den Flugzeugträgern Spaniens und Italiens eingesetzt. Diese Version wird in Großbritannien als Harrier GR.5/GR.7/GR.9/T.10 bezeichnet. Sie wurde hergestellt von BAE Systems und McDonnell Douglas (später Boeing). Die wesentlichsten Neuerungen sind ein modernes "Glas-Cockpit", neue Avionik, neues stärkeres Triebwerk, eine größere Abflugmasse und eine größere Anzahl von verfügbaren Waffen.
Die AV-8B Harrier II Plus sind mit Raytheon APG-65 Radar und Northrop Grumman Litening II "targeting and reconnaissance pod" ausgestattet. Damit ist auch der Einsatz von Langstrecken Luft-Luft-Lenkwaffen und lasergelenkten Bomben möglich. Es wurden alle AV-8B der USA, Italiens und Spaniens umgerüstet.
Technische Daten AV-8B Harrier II
- Gesamtlänge : 14,12 m
- Höhe : 3,55 m
- Spannweite : 9,25 m
- Flügelfläche : 21,37 m²
- Max. Startgewicht : 14.061 kg (STO) bzw 8.505 kg (VTO)
- Leergewicht : 6.343 kg
- Max. Nutzmasse : 7.717 kg
- Vmax: 1.041 km/h mit Waffen und 1.065 km/h ohne Waffen
- Reichweite: 1.780 km
- Max. Flughöhe: 15.240 m
- Bewaffnung:
- AIM-9 Sidewinder- und AGM-65 Maverick-Raketen
- zwei MK 30mm Gatling-Bordkanonen
Siehe auch Liste von Flugzeugtypen
Weblinks
- http://www.free-definition.com/AV-8-Harrier-II.html
- http://www.luftfahrtmuseum.com/htmd/dtf/hhar2.htm
Kategorie:VTOL-Flugzeug
Kategorie:Militärischer Flugzeugtyp
ja:ハリアー
F/A-18 HornetDie F/A-18 Hornet ist ein zweistrahliger, allwetterfähiger trägergestützter Jagdbomber.
Jagdbomber
Jagdbomber
Jagdbomber
Sie wurde in den 1970er Jahren für die United States Navy entwickelt und erfüllt ein breites Aufgabenspektrum von Begleitschutz, Flottenluftverteidigung über SEAD, Unterbindung, Luftnahunterstützung bis hin zu Aufklärung und Forward Air Control. Seit 1986 werden Hornets auch von der Navy-Kunstflugstaffel Blue Angels geflogen. Ihre Vielseitigkeit machte sie zu einem wertvollen Bestandteil der Luftkomponente einer Flugzeugträgergruppe. Einer ihrer wenigen Nachteile ist die recht beschränkte Reichweite.
Alle F/A-18 können schnell für die Rolle des Jägers oder für Bodenangriffe oder beides konfiguriert werden, indem entsprechendes außen angebrachtes Equipment für die spezifische Mission ausgewählt wird. Dies gibt dem verantwortlichen Kommandeur mehr Flexibilität beim Einsatz taktischer Kampfflugzeuge in einem sich schnell verändernden Kampfszenario.
Geschichte
Blue Angels
Ab Anfang der 1970er Jahre war es erstmals möglich, Kampfflugzeuge mit einem Schub-Gewichts-Verhältnis größer 1:1 zu bauen. Hierbei entstand weltweit eine neue Generation extrem leichter und hoch agiler Jets für den Luftkampf. Die Air Force hatte dazu 1972 das Lightweight Fighter Program initiiert, das die Entwicklung entsprechender Flugzeuge für Air Force und Navy zum Ziel hatte. Aus den am Programm teilnehmenden Herstellern wurden Northrop und General Dynamics ausgewählt, um Prototypen zu bauen. General Dynamics' Flugzeug erhielt die Bezeichnung YF-16, der Northrop-Entwurf YF-17 Cobra. Beide Flugzeuge bewährten sich während der Erprobung so gut, dass sie beide in Serie gebaut werden sollten. Die Air Force wählte die YF-16 aus, und bestellte das Flugzeug mit nur unwesentlichen Änderungen als F-16 Falcon. Der Navy wurde freigestellt, entweder modifizierte F-16 zu kaufen, oder die YF-17 weiterzuentwickeln. Mit beiden Optionen war man bei der Navy nicht so recht glücklich, da man zu dem Zeitpunkt (1975) eigentlich keinen reinen Fighter, sondern einen Ersatz für die McDonnell Douglas F-4 und die Vought A-7 suchte. Der YF-17-Entwurf erwies sich glücklicherweise als flexibel genug, dass man das Flugzeug auch als Angriffsflugzeug nutzen konnte. Ein maßgeblicher Befürworter dieses "Strike Fighter"-Konzepts war der Vizeadmiral Kent Lee, der als Marineflieger im 2. Weltkrieg gute Erfahrungen mit Jagdflugzeugen gemacht hatte, die man provisorisch mit Bombengestellen ausgestattet hatte. Nachdem diese Flugzeuge ihre Ladung abgeworfen hatten, konnten sie für ihren Schutz selbst sorgen.
Nach einem großen Redesign war aus der YF-17 bis 1983 die F/A-18 geworden, die die Erwartungen der Navy sogar übererfüllte. Für die Weiterentwicklung der YF-17 hatte sich Northrop mit McDonnell Douglas zusammengetan, da MDD über mehr Erfahrung im Bau trägergestützter Flugzeuge verfügte. Die F/A-18 war bis auf das grundlegende, von Northrop übernommene Konzept "Doppelleitwerk und zwei Triebwerke" eine MDD-Eigenentwicklung. Northrop fungierte in der Produktion nur noch als Subunternehmer. Nachdem MDD 1997 mit Boeing fusioniert wurde, kam das Hornet-Programm zum Boeing-Geschäftsbereich Integrated Defense Systems (IDS).
1978 fanden die ersten Testflüge mit F/A-18 A und B statt. Die Einführung in die Flotte erfolgte ab 1983. Ihren ersten Kampfeinsatz hatte die Hornet 1986 während der Libyen-Krise, als sie von der USS Coral Sea aus die libysche Flugabwehr niederhielten. Nach 371 gelieferten F/A-18A wurde die Produktion im September 1987 auf die verbesserten Modelle F/A-18C und D umgestellt. Sie können die neuesten Raketenversionen einsetzen und verfügen über verbesserte Gegenmaßnahmen zum Schutz vor feindlichen Bedrohungen. Seit 1989 wurden die Cockpits für bessere Nachtangriffsfähigkeiten umgebaut.
Die Schweizer Luftwaffe betreibt 33 F/A-18 C und D. Diese unterscheiden sich von den übrigen F/A-18c und F/A-18D durch einen Seitlichen Suchscheinwerfer auf der Linken Seite vor dem Cokpit (wie die Kanadischen F/A-18A und F/A-18B). Ausserdem sind einige Strukturbauteile aus Titan gefertigt um den vielen Landungen und Starts und der kurzen Reiseflugdauer in der Schweiz gerecht zu werden. Um die Lebenserwartung dieser verstärkten F/A-18 C&D Version zu ermittel betreibt die RUAG Aerospace in Emmen einen "Iron Bird" eine F/A-18D zu Ermüdigkeitstests.
Für den Einsatz der aus einerFlugzeugkaverne waren keine änderungen an den F/A-18 nötig.
Flugzeugkaverne
Während der Operation Wüstensturm 1991 demonstrierte die F/A-18 ihre Fähigkeiten und Vielseitigkeit, als mit dem selben Flugzeug während der selben Mission erst feindliche Flugzeuge abgeschossen und anschließend feindliche Ziele bombardiert wurden, und dabei alle Rekorde taktischer Flugzeuge in Sachen Verfügbarkeit, Verlässlichkeit und Wartbarkeit gebrochen wurden. Die Überlebensfähigkeit des Jets wurde durch Hornets bewiesen, die direkte Treffer von Boden-Luft-Raketen einstecken mussten, aber dennoch vom Einsatz zurückkehren konnten, schnell repariert wurden und am nächsten Tag bereits wieder in der Luft waren.
F/A-18E/F Super Hornet
1991
Anfang der 1990er Jahre war absehbar, dass bald gleich drei Typen trägergestützter Flugzeuge außer Dienst gehen mussten - das Jagdflugzeug F-14 Tomcat, das Angriffsflugzeug A-6 Intruder und dessen Variante für elektronische Kriegsführung EA-6B Prowler. Für keines dieser Flugzeuge stand ein direkter Ersatz bereit. Die Grumman A-6 sollte zwar ursprünglich durch ein neues Stealth-Flugzeug A-12 Avenger II abgelöst werden, das Programm war aber 1991 wegen explodierender Kosten abgebrochen worden. Da der Bedarf an einem A-6-Ersatz dennoch vordringlich war, bot McDonnell Douglas eine vergrößerte Hornet an. Der Kongress wollte nicht noch einmal Mittel für die Entwicklung eines "neuen" Flugzeugs bewilligen, den MDD-Vorschlag konnte man aber als "Upgrade" deklarieren; im Dezember 1992 wurde der 3,8 Mrd. $ umfassende Entwicklungsvertrag unterzeichnet. Die einsitzige F/A-18E Super Hornet und ihre zweisitzige Version F lassen den Namen und das Designkonzept der ursprünglichen F/A-18 weiterleben, sind aber tatsächlich unterschiedliche Flugzeuge mit einem neuen, 30% größeren Rumpf. Außer an der Größe lassen sich die beiden Flugzeuge einfach an den Lufteinlässen der Triebwerke unterscheiden; die Super Hornet hat eckige Lufteinlasskästen, wohingegen diejenigen der "alten" Hornets rund sind. Das F414-Triebwerk von General Electric ist eine leistungsfähigere Weiterentwicklung (35% mehr Trockenschub) der ursprünglichen F404-Turbine der F/A-18. Die Avionik-Ausrüstung wurde auf den neuesten Stand gebracht, ist aber noch zu 90% identisch mit der F/A-18C/D.
Das erste der neuen Flugzeuge hatte seinen Roll-Out am 17. September 1995, gegenwärtig werden 48 Stück pro Jahr gebaut. Mit der Super Hornet soll nicht nur die seit 1997 ausgemusterte A-6E Intruder ersetzt werden, sondern auch die Grumman F-14 in der Rolle des Luftüberlegenheitsjägers. Die nur von der Tomcat einsetzbare AIM-54 Phoenix-Rakete mit sehr hoher Reichweite soll durch eine reichweitengesteigerte Version der AIM-120 AMRAAM ersetzt werden. Die Superhornet kann mit einem Tankerbehälter auch andere Flugzeuge mit Treibstoff versorgen und so die S-3 Viking in dieser Aufgabe entlasten. Des Weiteren wird eine Variante EA-18G Growler mit Störsendern beschafft werden, die die Aufgaben der EA-6B Prowler übernimmt.
Außer der US Navy, dem US Marine Corps und der NASA fliegen auch Australien, Kuwait, die Schweiz, Finnland, Malaysia, Kanada und Spanien die Hornet.
Technik
Die gute Manövrierfähigkeit der Hornet rührt von ihrem hohen Schub/Gewichtsverhältnis, ihrem digitalen Fly-by-Wire-System und ihren Leading Edge Extensions (LEX) her. Diese annähernd dreieckigen Übergangsflächen, die unterhalb des Cockpitfensters beginnen und in die Flügel münden, machen die Hornet auch bei hohem Anstellwinkel noch steuerbar, da sie starke Verwirbelungen über den Flügeln erzeugen, durch die ein Strömungsabriss verhindert oder zumindest hinausgezögert werden kann.
Die Hornet gehörte zu den ersten Flugzeugen, die intensiv Gebrauch von Multifunktionsdisplays im Cockpit machte. Der Pilot kann auf Knopfdruck zwischen der Rolle als Jäger oder Bomber umschalten. Erstmals in einem Navy-Flugzeug wurde ein digitaler Avionik-Bus vorgesehen, durch den die Fähigkeiten des Flugzeugs einfach erweitert werden können. Besonderes Augenmerk wurde auf gute Wartbarkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit gelegt. Die General Electric F404-GE-402-Turbine ist erheblich resistenter gegen Strömungsabrisse als ihre Vorgänger. Die F/A-18 benötigt nur noch halb so viel Zeit in der Wartung wie die Flugzeuge, die sie ersetzte. Zum Beispiel geht ein Austausch eines kompletten Triebwerks schnell von der Hand, da der Motor gut zugänglich ist und es nur drei Aufhängungspunkte gibt. Bei der A-4 Skyhawk musste dagegen noch das komplette Heck des Flugzeugs demontiert werden, um an das Triebwerk zu gelangen.
A+/C/D
A-4 Skyhawk
Die F/A-18A und C sind einsitzige Flugzeuge. F/A-18B und D haben zwei Sitze, wobei die Rumpflänge gleichbleibt und Platz für das hintere Cockpit durch Umziehen von Avionik und Verkleinerung des Tankvolumens um 6% geschaffen wurde. Ansonsten entsprechen die Zweisitzer-Hornets den Varianten A und C und sind genauso kampffähig. Das hintere Cockpit der hauptsächlich zum Training verwendeten F/A-18B ist als Pilotencockpit konfiguriert, wohingegen die F/A-18D hinten ein Cockpit für einen Waffensystemoffizier hat. Die meisten F/A-18D werden vom Marine Corps für Nachtangriffe und Fast Forward Air Controller-Aufgaben verwendet.
Die F/A-18C und D sind das Ergebnis eines Kampfwertsteigerungsprogramms von 1987. Sie haben verbessertes Radar, Avionik und die Möglichkeit zum Mitführen der neuen Raketen AIM-120 AMRAAM, AGM-65 Maverick und AGM-84 Harpoon. Weiterhin gehören ein Martin-Baker NACES-Schleudersitz und ein Selbstschutzstörsender zur Ausrüstung. Ein neues Synthetic Aperture Radar lässt den Piloten Bodenziele auch bei schlechter Sicht finden. Die seit 1989 gelieferten Hornets verfügten über verbesserte Nachtangriffsfähigkeit durch das Hughes AN/AAR-50 Wärmebild-Navigationsgerät, das Loral AN/AAS-38 Nite Hawk FLIR, Nachtsichtgeräte, zwei neue Farbmultifunktionsdisplays und eine digitale Farblandkarte.
Ab 1991 wurden die Flugzeuge mit dem F404-GE-402 Triebwerk ausgerüstet, das 20% mehr Schub bot. 1992 wurde das alte AN/APG-65-Radar durch das schnellere AN/APG-73 ersetzt. F/A-18A mit dem neuen Radar heißen seitdem A+. Seit 1993 gehört zum Nite-Hawk-Gerät auch ein Zielbezeichnungslaser, mit dem die Hornets das Ziel für lasergelenkte Bomben beleuchten können.
48 Hornets der D-Version sind als Aufklärer konfiguriert und firmieren als F/A-18D (RC). Anstelle des M61A2-Geschützes tragen sie ein Sensorpaket.
Technische Daten
F/A-18 A-D Hornet
1993
- Hauptfunktion: Mehrzweckangriffs- und Jagdflugzeug
- Hersteller: McDonnell Douglas (Hauptvertragsnehmer), Northrop
- Kosten pro Stück: 24 Mio. US-$
- Triebwerke: Zwei F404-GE-402 Turbofantriebwerke
- Schub: 17.700 Pfund (8.027 kg) Trockenschub pro Triebwerk
- Länge über alles: 16,8 m
- Höhe über alles: 4,6 m
- Maximales Startgewicht: 23.537 kg
- Spannweite: 13,5 m
- Reichweite (mit Außentanks):
- Jäger: 1.379 Nautische Meilen (1.586 Meilen/2.537 km);
- Angriff: 1.333 Nautische Meilen (1.533 Meilen/2.453 km)
- Dienstgipfelhöhe: 15 Km und mehr
- Höchstgeschwindigkeit: Mach 1,7+
- Besatzung:
- A- und C-Modell: Pilot
- B- und D-Modell: Pilot, Waffensystemoffizier
- Bewaffnung:
- Eine M61A1/A2 Vulcan 20 mm-Maschinenkanone
- Außenlasten: AIM-9 Sidewinder, AIM-7 Sparrow, AIM-120 AMRAAM, AGM-84 Harpoon, AGM-88 HARM, AGM-45 Shrike, SLAM, SLAM-ER, Walleye, AGM-65 Maverick-Raketen; Joint Stand-Off Weapon (JSOW); Joint Direct Attack Munition (JDAM); verschiedene Typen gelenkter und ungelenkter Bomben, Minen und Raketen
- Radar:Hughes AN/APG-65
- Im Einsatz seit:
- Erstflug - November 1978
- Einsatzbereit - Oktober 1983 (A/B-Modell); September 1987 (C/D-Modell)
F/A-18 E/F Super Hornet
- Hauptfunktion: Mehrzweckangriffs- und Jagdflugzeug
- Hersteller: McDonnell Douglas
- Kosten pro Stück: 35 Mio. US-$
- Triebwerke: Zwei F414-GE-400 Turbofantriebwerke
- Schub: 22.000 Pfund (9.977 kg) Trockenschub pro Triebwerk
- Länge über alles: 18,5 m
- Höhe über alles: 4,87 m
- Maximales Startgewicht: 29.932 kg
- Spannweite: 13,68 m
- Dienstgipfelhöhe: 15 Km und mehr
- Höchstgeschwindigkeit: Mach 1,8+
- Besatzung:
- Modell E: Pilot
- Modell F: Pilot, Waffensystemoffizier
- Bewaffnung:
- Ein M61A1/A2 Vulcan 20 mm Gatlinggeschütz
- Außenlasten: AIM-9 Sidewinder, AIM-7 Sparrow, AIM-120 AMRAAM, AGM-84 Harpoon, AGM-88 HARM, AGM-45 Shrike, SLAM, SLAM-ER, AGM-62 Walleye, AGM-65 Maverick-Raketen; Joint Stand-Off Weapon (JSOW); Joint Direct Attack Munition (JDAM); verschiedene Typen gelenkter und ungelenkter Bomben, Minen und Raketen
- Radar: AN/APG-79 (Active Electronically Scanned Array)
- Erstflug: Dezember 1995
Siehe auch
- Liste von Flugzeugtypen
Weblinks
- [http://www.boeing.com/defense-space/military/fa18/fa18.htm Boeing.com - F/A-18 Hornet] - [http://www.boeing.com/defense-space/military/fa18ef/index.htm Boeing.com - F/A-18E/F Super Hornet]
- [http://www.fas.org/man/dod-101/sys/ac/f-18.htm FAS.org F/A-18 Hornet]
- [http://home.pages.at/godi/ Tom´s F/A-18 Site]
- [http://beqiraj.com/wallpaper/f18/index.asp U.S. Navy - F/A-18 Hornet - Wallpaper]
- [http://beqiraj.com/wallpaper/cf18/index.asp Canada's Air Force - CF-18 Hornet Wallpaper]
Kategorie:Militärischer Flugzeugtyp
ja:F/A-18 (戦闘攻撃機)
SanitätsdienstSanitätsdienst ist die Bezeichnung für medizinische Dienste mit mehreren Bedeutungen bzw. Zuordnungen:
- Sanitätsdienst der Bundeswehr: ein Organisationsbereich bei der deutschen Bundeswehr
- Sanitätsdienst im Katastrophenschutz: ein Fachdienst zur Bewältigung großer Schadensereignisse mit einem Massenanfall von Verletzten oder im Katastrophenfall
- Betrieblicher Sanitätsdienst: organisierte Erste Hilfe und z.T. auch arbeitsmedizinischer Dienst in Betrieben
- Sanitätswachdienst: geplante medizinische Versorgung für Teilnehmer und Besucher bei Veranstaltungen
- Schulsanitätsdienst: Erste Hilfe an Schulen.
Großbritannien und Nordirland
Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland (engl. United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland - meist verkürzt zu United Kingdom oder UK) ist eine konstitutionelle Monarchie im Nordwesten Europas. Der größte Inselstaat Europas besteht aus den Landesteilen England, Wales und Schottland auf der Insel Großbritannien und Nordirland auf der Insel Irland.
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Im deutschen Sprachraum wird der Name oft auf Vereinigtes Königreich, entsprechend den amtlichen Kurzformen verkürzt. Die Bezeichnung Großbritannien wird ugs. oft als Synonym verwendet, bezeichnet aber nur Teile der britischen Inseln, nämlich nur die Insel, auf der England, Wales und Schottland liegen, und nicht noch das benachbarte Nordirland. Die Bezeichnung England schränkt das Vereinigte Königreich noch mehr ein. Zwar ist England der größte und nach wie vor beherrschende Landesteil, aber eben nur ein Teil des Landes und der Insel. So würde sich ein Schotte oder Nordire selbst nicht als Engländer bezeichnen.
Woher das „Groß“ in „Großbritannien“ stammt, wird im Französischen klar: „Großbritannien“ ist die „Grande-Bretagne“, im Unterschied zu der auch im Deutschen so genannten „Bretagne“. Die Bezeichnung Britannia hingegen stammt aus der Spätantike, nämlich aus dem Wortschatz der Urengländer, dem keltischen Brith, was buntfarbig oder gefleckt bedeutet. Offenbar war es dort einst Sitte, sich zu bemalen.
Geographie
Bretagne
Der größte Teil Englands besteht aus flachen Ebenen. Eine imaginäre Linie zwischen den Flüssen Tees (bei Middlesbrough) und Exe (bei Exeter) unterteilt England in einen sehr flachen und in einen eher hügeligen Teil. Die wichtigsten Hügelzüge (Gebirgsketten) von Nord nach Süd sind die Cumbrian Mountains, die Pennines, der Peak District, die Cotswolds und die Chilterns. Die wichtigsten Flüsse sind Themse, Severn, Trent, Great Ouse und Humber. Die größten Städte sind London, Birmingham, Manchester, Sheffield, Liverpool, Leeds, Bristol und Newcastle-upon-Tyne.
Wales ist abgesehen von einer flachen Ebene im Süden äußerst hügelig. Der höchste Ber | | |