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US-Bundesstaat

US-Bundesstaat

Ein US-Bundesstaat ist einer der (derzeit) 50 Bundesstaaten, die mit dem District of Columbia die Vereinigten Staaten von Amerika bilden. Auf der Flagge der USA repräsentieren die 50 Sterne die heutigen Staaten, während die 13 Streifen für die Gründerstaaten stehen. Es gibt eine klare Trennung der Machtbefugnisse zwischen den einzelnen US-Bundesstaaten und dem Bund: Entsprechend der Verfassung der USA besitzt der Bund nur jene gesetzgeberischen Kompetenzen, die ihm durch die Verfassung eindeutig übertragen wurden, der Rest fällt in die Zuständigkeit der Einzelstaaten. Vier dieser Staaten - Kentucky, Massachusetts, Pennsylvania, und Virginia - tragen die formelle Bezeichnung Commonwealth, ohne dass daraus weitere Rechte oder Pflichten entstünden - im Gegensatz zu den US-Commonwealth Territories Puerto Rico und den Nördlichen Marianen. Karte der USA mit Namen der US-Bundesstaaten

Geschichte

Mit der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung vom 4. Juli 1776 von England bestanden die USA zunächst aus 13 Staaten (in Klammer die jeweiligen Unterzeichner der Deklaration):
- New Hampshire, (Josiah Bartlett, William Whipple, Matthew Thornton)
- Massachusetts, (John Hancock, Samuel Adams, John Adams, Robert Treat Paine, Elbridge Gerry)
- Rhode Island, (Stephen Hopkins, William Ellery)
- Connecticut, (Roger Sherman, Samuel Huntington, William Williams, Oliver Wolcott)
- New York, (William Floyd, Philip Livingston, Francis Lewis, Lewis Morris)
- New Jersey, (Richard Stockton, John Witherspoon, Francis Hopkinson, John Hart, Abraham Clark)
- Pennsylvania, (Robert Morris, Benjamin Rush, Benjamin Franklin, John Morton, George Clymer, James Smith, George Taylor, James Wilson, George Ross)
- Delaware, (Caesar Rodney, George Read, Thomas McKean)
- Maryland, (Samuel Chase, William Paca, Thomas Stone, Charles Carroll of Carrollton)
- Virginia, (George Wythe, Richard Henry Lee, Thomas Jefferson, Benjamin Harrison, Thomas Nelson, Jr., Francis Lightfoot Lee, Carter Braxton)
- North Carolina, (William Hooper, Joseph Hewes, John Penn)
- South Carolina, (Edward Rutledge, Thomas Heyward, Jr., Thomas Lynch, Jr., Arthur Middleton)
- Georgia, (Button Gwinnett, Lyman Hall, George Walton) Die dreizehn Staaten bildeten zunächst nur einen lockeren Staatenbund, zusammengehalten durch die Konföderationsartikel. Ein Bundesstaat entstand erst mit Inkrafttreten der US-Verfassung am 4. März 1789. Mit diesem Jahr sind 12 der Gründungsstaaten in der Tabelle verzeichnet. Rhode Island ratifizierte die Verfassung erst 1790. Mit der Annahme der Verfassung traten die 13 Staaten die vorher unter ihnen aufgeteilten Landgewinne zwischen Appalachen und Mississippi an die Union ab, so dass dort nach und nach neue Staaten gebildet werden konnten. Schon 1791 wurde aus einem vorher zwischen New York, New Hampshire und Massachusetts strittigen Gebiet der vierzehnte Staat, nämlich Vermont, gebildet. 1792 wurde mit Kentucky der erste Staat westlich der Appalachen gebildet, also jenseits der in Kolonialzeiten gültigen Siedlungsgrenze für Weiße. Von 1796 bis 1819 wurden in den 1783 eroberten Gebieten die Staaten Tennessee, Ohio, Indiana, Mississippi, Illinois und Alabama gebildet. Louisiana wurde schon 1812 rund um die 1803 von Frankreich gekaufte Stadt New Orleans gebildet. Damit und mit der 1821 erfolgenden Gründung von Missouri, dem ersten Staat, der komplett westlich des Mississippi liegt, verschob sich das Gewicht zugunsten der sklavenhaltenden Staaten. Deshalb wurde 1820 aus der nordöstlichen Landreserve von Massachusetts der Bundesstaat Maine als freier Staat gebildet. Arkansas und Michigan als sklavenhaltender beziehungsweise freier Staat wurden kurz nacheinander aufgenommen. 1845 wurde das 1819 von Spanien gekaufte Florida Bundesstaat, ebenso Texas, das sich 1836 von Mexiko gelöst hatte (außer den 13 Gründungsstaaten der einzige, der nicht aus einem Territorium gebildet wurde, das vorher bereits den USA gehörte). Als Ausgleich für diese beiden Sklavenstaaten wurden 1846/48 Iowa und Wisconsin aufgenommen. Der Sieg über Mexiko in dem durch die Annexion Texas' ausgelösten Krieg drohte das Gleichgewicht aus der Waage zu bringen, wenn ganz Mexiko annektiert würde und auf seinem Territorium neue sklavenhaltende Staaten gebildet würden. Daher wurde „nur“ etwa die Hälfte des Landes annektiert. Nach den Goldfunden 1848 im neu erworbenen Kalifornien wuchs die Bevölkerung so schnell, dass es schon 1850 als erster Staat am Pazifik in die Union aufgenommen wurde. Mit Minnesota und Oregon wurden zwei weitere freie Staaten aufgenommen, Kansas wurde 1861 nach blutigen Kämpfen nur knapp als sklavenhaltender Staat Mitglied, einer der Auslöser für den Bürgerkrieg. 1861 traten elf Südstaaten aus der Union aus, was von Präsident Abraham Lincoln als nicht zulässig betrachtet wurde und zum Bürgerkrieg führte. Die Frage, ob individuelle Staaten ein Recht zur Sezession von der Union der Vereinigten Staaten hätten, wurde bis zum Ausbruch des Sezessionskrieges diskutiert. Der Gewinn des Krieges durch die unionstreuen Nordstaaten führte zur Überzeugung, dass sie dieses Recht nicht besitzen. 1863 wurde (nicht ganz verfassungskonform) aus dem in den Appalachen gelegenen Teil des abtrünnigen Virginia ein neuer Staat gebildet, West Virginia. Im Westen wurde der Mormonenstaat Nevada aufgenommen. Von 1867 bis 1890 wurde fast der ganze Westen in Staaten organisiert. Colorado wurde 1876, genau 100 Jahre nach Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung, ein eigener Bundesstaat und trägt daher den Spitznamen "Centennial State". Das Indianer-Territorium wurde 1907 als Oklahoma ebenfalls Staat, als letzte der 48 territorial zusammenhängenden Staaten wurden 1912 Arizona und New Mexico in die Union aufgenommen. 1959 wurden das 1867 von Russland gekaufte Alaska sowie das 1898 annektierte Hawaii (erster Staat außerhalb des Kontinents Amerika) als bisher letzte Staaten Mitglieder der Union. Nicht als Staat organisiert ist der District of Columbia, die Bundeshauptstadt Washington, D.C. Deren Einwohner nehmen nicht an den Wahlen zum Kongress teil, wählen aber den Präsidenten mit. Die nördlichen Marianen und Puerto Rico sind wie oben erwähnt Commonwealth-Territorien. Ihre Einwohner zählen als US-Bürger, sind aber zu den Bundesorganen nicht wahlberechtigt, solange sie nicht in einem der Staaten ihren Wohnsitz nehmen. Die Bevölkerung Puerto Ricos hat sich in Volksabstimmungen mehrfach gegen die Aufnahme in die Union als Staat ausgesprochen. US-Bundesstaaten in der Reihenfolge ihres Beitritts:

Die Adressierkürzel der amerikanischen Post

(United States Postal Service)
- Staaten: zweibuchstabige Kürzel (siehe die obige Tabelle)
- Bundesdistrikt: DC = District of Columbia
- Inselterritorien: AS = American Samoa, GU = Guam, MP = Northern Mariana Islands, PR = Puerto Rico, VI = U.S. Virgin Islands
- Freie assoziiierte Staaten: FM = Federated States of Micronesia, MH = Marshall Islands, PW = Palau
- Militärregionen: AE = Armed Forces Africa, AA = Armed Forces Americas (except Canada), AE = Armed Forces Canada, AE = Armed Forces Europe, AE = Armed Forces Middle East, AP = Armed Forces Pacific, APO = Army/Air Force Post Office, FPO = Fleet Post Office
- abgeschaffte Kürzel: CZ = Canal Zone, TT = Trust Territory of the Pacific Islands

Siehe auch


- Liste der US-Bundesstaaten, geordnet nach Einwohnerzahl
- Liste der US-Bundesstaaten, geordnet nach Fläche
- US-Bundesstaaten und der Postleitzahlen-Code ZIP Code

Weblinks


- [http://www.nationalatlas.gov/printable/images/pdf/outline/states_capitals.pdf Hochaufgelöste Karte der US-Bundesstaaten und der jeweiligen Hauptstädte. Quelle: nationalatlas.gov (PDF 1,1 MB)]
- [http://www.nationalatlas.gov/printable/images/pdf/territory/pagetacq3.pdf Hochaufgelöste Karte der historischen Entwicklung der USA. Quelle: nationalatlas.gov (PDF 1,9 MB)] Bundesstaat ! ja:アメリカ合衆国の地方行政区画 simple:List of U.S. states th:มลรัฐของสหรัฐอเมริกา

Bundesstaaten

Föderalismus bezeichnet grundsätzlich ein Organisationsprinzip, bei dem die einzelnen Glieder (seien es Länder, Provinzen oder auch nur Vereine) über eine gewisse Eigenständigkeit verfügen, aber zu einer übergreifenden Gesamtheit zusammen geschlossen sind. Im politischen Bereich ist damit speziell ein staatliches Organisationsprinzip gemeint, infolge dessen einzelne Gliedstaaten (Länder) einen Bundesstaat - der Begriff Bundesstaat kann dabei sowohl den Gesamtstaat als auch die Gliedstaaten meinen - oder (in wesentlich lockerer Form) einen Staatenbund bilden. Der Begriff leitet sich vom lat.: foedus, foedera (Bund, Bündnis, Vertrag) ab. Die Gliedstaaten (auch Länder, Bundesländer, Kantone oder Bundesstaaten genannt) geben dabei - allerdings nicht im Falle eines Staatenbundes - ihre staatliche Souveränität auf, behalten aber ihre Staatlichkeit als Gebietskörperschaft. Der Gesamtstaat, der Bund, entscheidet über alle Fragen von Einheit und Bestand des Ganzen (z.B. Sicherung der Bündnisgrenzen), die Länder haben Selbstbestimmungsrecht in ihren Kompetenzbereichen (in Deutschland z.B. Bildung, Polizei). Meist wird der Begriff Föderalismus auf souveräne Staaten bezogen, die mehreren geografisch eingegrenzten Teilgebieten ihres Staates eine gewisse politische Autonomie einräumen. Diese darf nicht ohne weiteres wieder entzogen werden und ist meist in der Verfassung festgelegt. Die so genannten Gliedstaaten besitzen eigene politische Organe und eigene Kompetenzen zur Regelung ihrer Angebote und leiten diese Rechte nicht vom Zentralstaat ab. Im Gegensatz zum Staatenbund besitzt der Gesamtstaat im Föderalismus auch eigene Kompetenzen, die er ohne die Zustimmung der Gliedstaaten regeln kann. Beispiel für institutionellen Föderalismus sind manche Parteien, die sich, zum Beispiel in Deutschland, in den Gliedstaaten bilden und Aufgaben und Kompetenzen der Organisation auf eine Dachorganisation übertragen, die in Teilgebieten eigenständig agieren kann, in anderen Teilen jedoch auf die Teilorganisation angewiesen sind. Der Föderalismus ist immer geprägt vom Spannungsfeld der Beziehungen zwischen Zentralstaat und den Gliedstaaten, sodass es durchaus zu Pendelbewegungen hin zu mehr Zentralisierung oder zu mehr Dezentralisierung kommen kann.

Entstehung

Bundesstaaten können auf zwei Arten entstehen:
- Ein Zusammenschluss bislang selbstständiger Staaten zu einem größeren Staatswesen (siehe Schweiz)
- Auflockerung und Zerteilung von bisherigen Zentralstaaten.

Kompetenzverteilung

Bei der Aufgabenverteilung wird unterschieden zwischen
- sachlicher Kompetenzverteilung, d.h. die staatlichen Zuständigkeiten werden zwischen Bund und Gliedstaat nach inhaltlichen Kriterien verteilt: Beispielsweise übernimmt der Bund die Außen- und Geldpolitik, während die Länder für Bildungswesen und Innere Sicherheit zuständig sind.
- funktionaler Kompetenzverteilung, d.h. die Zuständigkeiten zwischen Bund und Gliedstaaten unterscheiden sich nach Art der zu erbringenden Leistung: Der Bund erarbeitet z.B. Gesetze und die Gliedstaaten führen die Gesetze aus.

Abgrenzung zu Zentralstaaten und zum Staatenbund

Föderalismus grenzt sich zum einen vom Zentralismus, zum anderen vom Staatenbund ab. Betrachtet werden hierbei im Sinne des Völkerrechts souveräne Staaten, die ihre innerstaatlichen Angelegenheiten ohne Einmischung anderer Staaten regeln. Ausnahme kann die freiwillige Übertragung von Kompetenzen an überstaatliche Organisationen (beispielsweise die Europäische Union) sein. Ein zentralistischer Staat hat nur eine politische Entscheidungsebene, die zentral alle Angelegenheiten des Staates bestimmt oder diese lokalen politischen Behörden kommissarisch überträgt. Diese lokalen Behörden haben jedoch keine eigenen Rechte, die den Zentralstaat hindern diese Kompetenzen wieder zu entziehen oder die Behörde aufzulösen. Beispiel hierfür ist Frankreich. Ein Staatenbund hingegen entsteht durch Zusammenschluss mehrerer souveräner Staaten auf Basis von Verträgen. Hier können zwar gemeinsame Institutionen gebildet werden. Ein Staat kann jedoch jederzeit wieder aus alleiniger Entscheidung austreten. Ein Beispiel ist die UNO.

Eigenschaften föderaler Staaten

Föderale Staaten besitzen meist eine Verfassung, die nur durch die Mehrheit der Gliedstaaten und die Mehrheit der gesamtstaatlichen Legislative geändert werden kann. Diese legt Kompetenzen für Gliedstaaten und Gesamtstaat fest. In jedem Gliedstaat gibt es legislative, exekutive und judikative Organe. Dies erweitert die vertikale Gewaltenteilung um eine horizontale Gewaltenteilung, die eine hemmende Wirkung entfachen kann und damit die Stabilität des politischen Systems fördert. Gleichzeitig entlastet die Bearbeitung politischer Probleme durch die Gliedstaaten den Gesamtstaat. Die Bürger können sowohl ein gesamtstaatliches als auch ein gliedstaatliches Parlament wählen. Meist besitzt die gesamtstaatliche Ebene zwei Parlamentskammern. Die eine vertritt dabei auch gliedstaatliche Interessen.

Föderales Europa

Lange Zeit konnte man bei der EWG und EG von einem Staatenbund sprechen. Verträge wie die Montanunion hatten sogar ein Ablaufdatum. Heute besitzt die EU neben einer Verwaltung auch feste Kompetenzen, die auf Basis der EU-Verträge vom Europäischem Gerichtshof überprüft werden. Solange die EU noch keine eigene Verfassung besitzt, kann man zwar noch nicht von einem föderalen Staat sprechen; aber die EU ist auf dem Weg, zu einem Staat über Staaten zu werden, der mehr ist als ein Staatenbund. Manche bezeichnen die EU deshalb heute als Staatenverbund.

Liste föderal verfasster Staaten


- Argentinien, 23 Provinzen, 1 Bundesdistrikt, Verfassung von 1853/1994
- Äthiopien, 9 Regionen, 2 Gebiete mit Sonderstatus, Verfassung von 1995
- Australien, 6 Bundesstaaten, 2 Territorien, 3 Außengebiete, Verfassung von 1901
- Belgien, 3 Regionen, 3 Sprachgebiete, Verfassung von 1994
- Brasilien, 26 Bundesstaaten, 1 Bundesdistrikt, Verfassung von 1988
- Deutschland, 16 Länder, Grundgesetz von 1949
- Estland, 15 Landkreise, Verfassung von 1992
- Kanada, 10 Provinzen, 3 Territorien, Verfassung von 1867/1982
- Indien, 28 Staaten, 7 Territorien, Verfassung von 1950
- Komoren, 3 Territorien, Verfassung von 2001
- Malaysia, 13 Bundesstaaten, 3 Territorien, Verfassung von 1957
- Mexiko, 31 Bundesstaaten, 1 Territorium, Verfassung von 1917
- Mikronesien, 4 Teilstaaten, Verfassung von 1979
- Nigeria, 36 Bundesstaaten, 1 Territorium, Verfassung von 1979
- Österreich, 9 Bundesländer, Verfassung von 1929.
- Pakistan, 4 Provinzen, 2 Territorien, Verfassung von 1973
- Russland, 21 Republiken, 1 Autonomes Gebiet, 10 Autonome Kreise, 6 Regionen, 49 Gebiete und 2 Städte mit Subjektstatus, Verfassung von 1993
- Schweiz, 26 Kantone (bis 2000: 20 Kantone und 6 Halbkantone), Verfassung von 1848 (Totalrevisionen von 1874 und 1999)
- Spanien, 19 Autonome Regionen, Verfassung von 1978
- Südafrika, 9 Provinzen, Verfassung von 1996
- St. Kitts und Nevis
- Venezuela, 23 Bundesstaaten, 1 Bundesdistrikt, Verfassung von 1999
- Vereinigte Arabische Emirate, 7 Emirate, Verfassung von 1971
- Vereinigte Staaten von Amerika, 50 Bundesstaaten, 1 Bundesdistrikt, Verfassung von 1787

Nicht mehr existente Bundesstaaten


- Äthiopien
- Deutsches Reich (1871-1918)
- Jugoslawien
- Norddeutscher Bund (1867-1871)
- Tschechoslowakei

Siehe auch


- Bundestreue
- Subsidiarität
- Exekutivföderalismus
- Statistik der deutschen Länder von 1925 Einzelne Artikel für Staaten:
- Föderalismus in Deutschland
- Föderalismus in der Schweiz Kategorie:Politische Geographie Kategorie:Politischer Begriff Kategorie:Staatsphilosophie ja:連邦

District of Columbia

Der District of Columbia ist der Regierungsbezirk der USA, der aus der Hauptstadt Washington (D.C.) besteht. Der Name ist genau wie der Name Kolumbiens von Christoph Kolumbus abgeleitet. Der District wurde 1791 aus von Maryland und Virginia abgetretenem Land gebildet, beiderseits des Potomac gelegen und ursprünglich ein genaues Quadrat mit 10 Meilen (16,09 km) Seitenlänge. Da die Stadt nicht so schnell wuchs wie ursprünglich vermutet, wurde das links des Flusses gelegene Gebiet 1846 an Virginia zurückgegeben. Die Fläche von D.C. beträgt heute 174 km². Die Lage kam durch einen Handel von Thomas Jefferson mit Alexander Hamilton zu Stande: Jefferson (der aus Virginia stammte) unterstützte Hamiltons (seine Heimat New York war ursprünglich Regierungssitz) Pläne einer Nationalbank, dafür stimmte dieser einer in den Südstaaten gelegenen Hauptstadt zu. Präsident John Adams siedelte mit seiner Regierung im Juni 1800 nach Washinton D.C. um. Im November 1800 trat der Kongress zum ersten Mal in der neuen Hauptstadt zusammen. Der District of Columbia kam unter die direkte Verwaltung des Bundeskongresses, womit die Bundesorgane unabhängiger von den damals noch sehr mächtigen Einzelstaaten wurden. Da Wahlen damals von den Bundesstaaten organisiert wurden, hatten die Bewohner des District of Columbia zunächst kein Wahlrecht. Da es sich zum großen Teil um Beamte bzw. Regierungsangestellte handelte, entsprach dies in gewisser Weise auch dem Prinzip der Gewaltenteilung. Mit dem Wachsen der Stadt Washington und der Zunahme nicht bei der Regierung beschäftigter Einwohner wurde dies aber zusehends als undemokratischer Anachronismus gesehen. Die Stadt hat seit 1974 einen Stadtrat und wählt einen Bürgermeister. Erst seit dem 23. Verfassungszusatz, der 1961 in Kraft trat, dürfen die Einwohner des District of Columbia den Präsidenten mitwählen. Die Zahl der ihnen zustehenden Wahlmänner ist jedoch auf die des bevölkerungsärmsten Staates beschränkt. Dadurch stellt der District of Columbia drei Wahlmänner; allerdings wären es momentan auch ohne diese Klausel nicht mehr. Im US-Repräsentantenhaus ist der District aber nur mit einem nicht stimmberechtigten Beobachter vertreten, im US-Senat gar nicht. Dadurch ergibt sich die weltweit einmalige Besonderheit, dass die Bewohner der Hauptstadt eines demokratischen Staates ihr Parlament nicht mitwählen dürfen. Seit 1970 sitzt ein Abgeordneter des D.C. im Kongress. Er hat jedoch kein Stimmrecht. 1978 wurde ein Verfassungszusatz vom Kongress verabschiedet, der den Bürgern Washingtons die gleiche Vertretung im Kongress gestattet hätte, als wäre der District of Columbia ein Staat. Statt der erforderlichen Dreiviertelmehrheit von 38 Staaten wurde der Verfassungszusatz aber nur von 16 Staaten innerhalb der siebenjährigen Frist ratifiziert. Vorschläge, den District zu einem 51. Bundesstaat mit dem Namen New Columbia zu machen, werden immer wieder unternommen, haben aber zur Zeit keine Aussicht auf Erfolg. Durch den hohen Anteil an Afroamerikanern in der Bevölkerung wäre der neue Staat eine sichere Hochburg der Demokraten, daher haben die Republikaner kein Interesse an der Verwirklichung dieser Pläne. Etwas höhere Chancen hat die Idee, den District -- mit Ausnahme des unmittelbaren Geländes der Regierungsgebäude -- wieder zu einem Teil Marylands zu machen und die Bewohner somit als Bürger Marylands an Wahlen teilnehmen zu lassen. Dennoch hat dieses Vorhaben keinen Aussicht auf Erfolg - die Begründung liegt in der amerikanischen Verfassung. Das höchste politische Amt in einem Bundesstaat ist das des Gouverneurs. Gleichzeitig verbietet die Verfassung die Wahrnehmung der Position eines Gouverneurs und eines Präsidenten zur gleichen Zeit. Somit würde der höchste Mann im Staat, der Präsident, in zivilrechtlichen Fragen dem Gouverneur unterstehen obwohl er eigentlich über ihm steht. Bevor also Washington D.C. den Status eines Bundesstaates annehmen oder zu einem zugehörig sein könnte, müßte dieser entstehende Widerspruch gelöst werden. Dies ist auch der Grund, warum der Präsident der USA seinen Hauptwohnsitz im Weißen Haus in Washington D.C. haben muss. Kategorie:Washington D.C.

Flagge der USA

Die Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika (Sternenbanner) besteht aus insgesamt 13 abwechselnd roten und weißen Streifen (7 rote und 6 weiße Streifen), die für die 13 Gründungsstaaten stehen, und aus einem Flaggenfeld im linken oberen Eck. Jeder der heute im blauen Feld befindlichen 50 weißen Sterne symbolisiert einen Bundesstaat. Eine Regel besagt, dass eine neue Flagge erst am 4. Juli (Unabhängigkeitstag), der dem Beitritt eines Staates folgt, offiziell ausgefertigt wird. Die Farben rot, weiß und blau haben ihren Ursprung im Union Jack als Flagge der englischen Kolonien. Ihre Symbolik im Sternenbanner ist: weiß für Reinheit und Unschuld (purity and innocence), rot für Tapferkeit und Widerstandsfähigkeit (valor and hardiness) und blau für Wachsamkeit, Beharrlichkeit und Gerechtigkeit (vigilance, perseverance, justice). Die US-Nationalhymne heißt "The Star-Spangled Banner" und bezieht sich auf das Sternenbanner. Die Fahne selbst wird oftmals auch "Stars and Stripes" genannt. Der 14. Juni wird als der "Flag Day" gefeiert. Der "Flag Day" gilt in Pennsylvania und dem US-amerikanischen Teil Samoas (am 17. Juni) als staatlicher Feiertag.

Entstehung und Geschichte

Schon während der Unabhängigkeitsbewegungen und -unruhen in den 13 englischen Kolonien in Amerika, gab es als Symbol der Zusammengehörigkeit verschiedene Revolutionsflaggen. Die wichtigsten, die zugleich auch als Vorgänger der ersten Unionsflagge angesehen werden können, waren die Sons of Liberty Flag und die New England Flag (beide von 1775). Die Sons of Liberty Flag bestand aus 13 horizontalen Streifen, abwechselnd rot und weiß und wurde von den Sons of Liberty - Aktivisten in der Verteidigung der amerikanischen Rechte genutzt, um die Einheit der Kolonien darzustellen. Dagegen wurde die New England Flag auf Vorschlag, dass sämtliche amerikanische Schiffe unter der Massachusetts Navy Flagge, von George Washington's Sekretär, Col. Joseph Reed eingeführt. Sie enthielt zusätzlich zu den rot-weißen Streifen noch jeweils schwarze und in der linken oberen Ecke als regionales Symbol den New England Pine-Tree. Während den ersten Jahren der Revolution setzte sich allerdings immer mehr die Continental Flag oder auch Grand Union Flag durch. Sie vereinigte die Sons of Liberty Flag, mit ihren 13 rot-weißen Streifen und dem britischen Union Jack, in der linken oberen Ecke, der zugleich auch ein klares Bekenntnis zum englischen Mutterland war, ging es doch am Anfang weniger um die volle Unabhängigkeit, als um steuerliche Entlastungen und mehr Autonomie. Nach der Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 entwarf höchstwahrscheinlich der Kongressangehörige Francis Hopkinson, die erste offizielle Version (auch Francis Hopkinson Flag) der „Stars and Stripes“ der jungen Union. In seinem Entwurf waren die 13 weißen, häufig aber auch goldenen Sterne in Ringform auf blauem Hintergrund im linkeren oberen Eck angebildet. Die 13 Streifen wurden beibehalten. Mit dem Beschluss vom 14. Juni 1777 wurde sie die offizielle Flagge der USA, als George Washington (1732-1799) sie hisste, nachdem er die Bildung der Kontinentalarmee bekannt gegeben hatte. Der genaue Ursprung der Zeichnung des Sternenbanners von 1777 liegt im dunklen, erst später verbreiteten sich sentimentale und im allgemeinen falsche Erklärungen im Volk. Die beliebteste Saga erwähnt Elizabeth (Betsy) Ross (1752-1836), eine Flaggennäherin aus Philadelphia. Ihr Enkel William J. Canby griff auf eine alte Familientradition zurück, als er 1870 behauptete, ein Kongressausschuss (darunter Washington persönlich) habe sie im Juni 1776 beauftragt, die ersten Sterne und Streifen auf Vorlage aufzunähen. Aber keine Aufzeichnung lässt darauf schließen, das der Kongress je eine Entscheidung über eine eigene Flagge vor 1777 getroffen hätte. Obwohl ähnliche Beispiele wie dieses nicht unbekannt sind, scheint es doch unwahrscheinlich, dass man ein Symbol für die Unabhängigkeit so früh vor der Proklamation dieser Unabhängigkeit in Auftrag gibt. Eine andere - plausiblere - Behauptung stammt von Francis Hopkinson (1737-1791), einem der Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung, der dem Kongress für den Entwurf der Flagge 1780 eine Rechnung geschickt haben will. Zwar verweigerte der Kongress die Bezahlung seiner Rechnung mit der Begründung, viele hätten zum Entwurf beigetragen, wies aber seine Forderungen nicht völlig zurück. Zwischen 1795 und 1814 traten noch Vermont und Kentucky der Union bei, so dass die Flagge nun 15 Sternen und 15 Streifen zeigte. Sie wehte im Krieg von 1812 über Fort McHenry in Baltimore Harbor und inspirierte Francis Scott Key (1779-1843) in der Nacht des 13. September 1813 zu dem Lied "The Star-Spangled Banner", das 1931 per Kongressgesetz zur US-Nationalhymne wurde. 1818 beschloss daher der Kongress, die Zahl der Streifen auf 13 zu begrenzen, dagegen aber für jeden neu hinzugekommenen Bundesstaat am 4. Juli nach seinem Beitritt einen neuen Stern einzufügen. Über die Formation der Sterne, sowie deren Farbe (weiß oder wie besonders im Bürgerkrieg gold) wurde keine Regelung getroffen. Deshalb tauchten im Verlaufe des 19. Jahrhunderts, verschiedene Flaggen mit jeweils unterschiedlicher Anordnung der Sterne im linken oberen Eck auf, wie z. B. die Great Star Flag von 1837, bei der die Sterne in Form eines großen Sternes angeordnet waren oder die Fort Sumter Flag, die bei Beginn des Bürgerkrieges 1861 wehte und die Sterne in einer Diamantform zeigte. Das wohl auffälligste Muster enthielt der Entwurf der 38 Star Flag von 1877 bei dem ein zentraler Stern (für Colorado) von zwei Ringen aus Sternen umgeben war. Erst 1912 wurde die Zeichnung der mittlerweile 48 Sterne in Reihenform und ihre weiße Farbe zur offiziellen Norm. Am 4. Juli 1960 wurde die Flagge letztmalig geändert, nach dem Beitritt von Hawaii als 50. Bundesstaat der Vereinigten Staaten am 21. August 1959. 1942 verabschiedete der Kongress ein Gesetz, das einen festen Verhaltenskodex für den Umgang mit der Flagge vorschreibt - unter anderem die Geschwindigkeit, mit der sie gehisst und wieder eingeholt wird und wann sie während der Schulzeit an Schulen zu hissen ist. 1953 erlaubte eine Änderung dieses Kodexes, die UN-Flagge über dem Sternenbanner zu hissen. Siehe auch: Wappen der USA; Treueschwur der USA; Liste der Nationalflaggen

Weblinks


- [http://www.magazinusa.com/lv2/hist/i_hist_flag.asp Geschichte der amerikanischen Flagge]
- [http://www.usflag.org/uscode36.html#172 Regeln zum Gebrauch der US-Flagge (englisch)] Kategorie:USA USA ja:アメリカ合衆国の国旗 ko:미국의 국기 simple:Flag of the United States

Verfassung der USA

Die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika ist das oberste Gesetz der Vereinigten Staaten. Sie wurde von zwölf ehemaligen britischen Kolonien entworfen, die am Verfassungskonvent in Philadelphia teilnahmen. Rhode Island, die 13. Kolonie, hatte keine Delegation entsandt. Sie trat am 4. März 1789 in Kraft und hat als Modell für viele spätere Staatsverfassungen gedient. Die neue Verfassung löste die vorher bestehenden "Artikel der Konföderation" ab. Der vollständige Text der Verfassung kann in WikiSource gefunden werden: (Deutsch) (Englisch)

Geschichte

Ursprünglich lautete der Auftrag des Konvents, bestehende Mängel der Konföderationsartikel zu beheben. Die 55 Delegierten kamen aber zu dem Schluss, dass die Mängel so gravierend seien, dass eine völlig neue Verfassung geschaffen werden müsse. Sie überschritten damit ihr Mandat, was ihnen viel Widerspruch brachte, zumal die neue Verfassung erheblich ausgeweitete Kompetenzen für die Bundesregierung bedeutete (der zuvor bestehende Konföderationskongress beruhte unter anderem auf dem Prinzip der Einstimmigkeit, so dass die Souveränität der Kolonien gewährleistet war). Einige der Verfassungsväter sahen sich daraufhin veranlasst, den Entwurf in den so genannten Federalist Papers zu verteidigen, die den Ratifikationskonvent im Staat New York beeinflussen sollten, und heute als Standard-Kommentar zur Verfassung gelten.

Die US-Verfassung

New York Die Verfassung versteht sich selbst als "höchstes Recht im Land". Die Gerichte haben diesen Satz so interpretiert, dass Gesetze, die von den jeweiligen Bundesstaaten oder dem Kongress verabschiedet wurden, als verfassungswidrig gelten und wirkungslos sind, falls sie sich im Widerspruch mit der Bundesverfassung finden. Dies gilt auch für die Verfassungen der Bundesstaaten. Entscheidungen des Supreme Court über die letzten zwei Jahrzehnte haben diese Lehre der Verfassungsvorherrschaft wiederholt gefestigt. Endgültige politische und regierende Macht liegt nach der Verfassung beim amerikanischen Volk, das dieses Grundgesetz mittels Amendment jederzeit ändern oder im Extremfall durch eine neue ersetzen kann. Diese Macht wird natürlich nicht direkt ausgeübt. Stattdessen werden die alltäglichen Aufgaben des Regierens an gewählte oder ernannte Beamte delegiert. Einige dieser Posten, aber bei weitem nicht die Mehrheit, sind in der Verfassung direkt vorgesehen. Die Macht dieser Beamten ist begrenzt. Ihre offiziellen Handlungen müssen mit der Verfassung übereinstimmen und dürfen auch nicht anderes geltendes Recht brechen. Gewählte Vertreter können nur so lange bestehen, wie sie in regelmäßigen Intervallen wiedergewählt werden. Ernannte Beamte dienen gewöhnlich solange, wie die Person oder das Organ es wünscht, das sie ernannt hat. Die einzigen Ausnahmen sind die Höchsten Richter des Supreme Court und die Bundesrichter, die vom Präsidenten auf Lebenszeit ernannt werden. Auf diese Weise sollen sie von politischen Erwartungen und Einfluss geschützt sein.

Prinzipien des Regierungssystems

Auch wenn sich die Verfassung in vielerlei Weise seit ihrer Annahme geändert hat, die fundamentalen Prinzipien sind heute die gleichen wie 1789. Es gibt drei Säulen im Regierungssystem (Exekutive, Legislative, und Judikative), die getrennt und unterschiedlich agieren. Die Macht einer Säule wird dabei immer durch die Macht der beiden anderen ausgeglichen und kontrolliert. Damit dient jede Säule als ein Hindernis für etwaige Auswüchse der anderen - gemäß dem Prinzip der checks and balances. Die Vereinigten Staaten haben eine föderale Natur. Bestimmte, aufgelistete Aufgabenbereiche gehören gemäß der Verfassung der Bundesebene und alle anderen, nicht gelisteten, gehören den Bundesstaaten und deren Bevölkerung (siehe dazu 10. Verfassungszusatz). Die Verfassung, nach ihren Vorschriften erlassene Gesetzen und die Verträge, die vom Präsident vorgeschlagen und vom Senat ratifiziert wurden, stehen über allem anderen Recht und Gesetzen, Verordnungen oder Regulierungen. Beginnend mit dem Urteil in Marbury v. Madison hat die amerikanische Rechtsprechung mit der Verfassungskontrolle begonnen. Das bedeutet, dass Bundesgerichte korrekt erlassene Gesetze überprüfen und auf ihre Verfassungskonformität prüfen. Wenn die Gerichte diese als verfassungswidrig ansehen, gelten sie als aufgehoben. Sie überprüfen außerdem die öffentlichen Handlungen aller Staatsdiener inklusive des Präsidenten. Jeder ist gleich vor dem Recht und hat ebenwertig Anspruch auf seinen Schutz. Alle Bundsstaaten sind gleich und keiner kann offiziell von der Bundesregierung besser behandelt werden als ein anderer. Innerhalb der verfassungsrechtlichen Beschränkungen müssen sie das Recht der anderen anerkennen und respektieren. Die Regierungssysteme der Bundesstaaten müssen, genauso wie die Bundesebene, eine republikanische Form haben, in der die ultimativen Macht dem Volk gehört.

Präambel

Text (Deutsch) (Englisch) Die Präambel der Verfassung besteht aus einem einzigen Satz, der das Dokument und seinen Zweck vorstellt. Die Präambel verleiht selbst keine Macht und verbietet auch keine Handlungen. Sie erklärt nur den Hintergrund und Sinn der Verfassung. Ein Gottesbezug findet sich bewusst nicht, da die Verfassung ein rein säkulares Dokument ist. Die Präambel, insbesondere die ersten drei Wörter ("We the people" - "Wir das Volk"), ist einer der am häufigsten zitierten Abschnitte der Verfassung.

Artikel

Der Rest der Verfassung gliedert sich in sieben Artikel. Die Aufteilung spiegelt im Allgemeinen die Idee der Gewaltenteilung wieder.

Artikel I

Text (Deutsch) (Englisch) Der erste Artikel beschreibt die Legislative, den Kongress, der aus dem Repräsentantenhaus und dem Senat besteht. Der Artikel legt die Art und Weise der Wahlen und die Qualifikationen der Mitglieder beider Kammern fest. Zusätzlich beschreibt er das Gesetzgebungsverfahren und die Aufgabenbereiche des Kongresses. Schließlich etabliert er die Beschränkungen von Bundes- und bundesstaatlicher Gesetzgebungskraft. Artikel I ist der längste der sieben Artikel. Verfassungszusätze, die den ersten Artikel verändern wollen, unterliegen einigen wenigen Beschränkungen. Insbesondere durften vor 1808 keine Veränderungen am ersten und vierten Satz des neunten Abschnitts vorgenommen werden, in denen die Sklaverei in Bundesstaaten, die diese wünschen, und der Import von Sklaven erlaubt werden. Außerdem kann der Kongress mittels Verfassungszusatz einem Bundesstaat das Recht der gleichwertigen Vertretung im Senat nur mit dessen Zustimmung entziehen. Dies steht im Kontrast zum Rest der Verfassung, der nach Belieben verändert werden darf. Damit gibt es in der amerikanischen Verfassung ähnlich dem deutschen Grundgesetz einen festen Verfassungskern, welcher jedoch in diesem Fall keine Menschenrechtsklauseln umfasst.

Artikel II

Text (Deutsch) (Englisch) Der zweite Artikel beschreibt das Amt des Präsidenten (die Exekutive): die Macht des Amtes, Qualifikationen für das passive Wahlrecht und die Art und Weise der Präsidentenwahl. Es legt auch die Aufgabe des US-Vizepräsident fest, die hauptsächlich darin besteht, das Amt des Präsidenten zu übernehmen, wenn dieser unfähig wird, es selbst auszuüben oder er zurücktritt. Der Vizepräsident hat eine Doppelrolle als Präsident des Senats, kann aber nur im Falle eines Patts seine Stimme abgeben. Artikel II enthält auch die Bestimmungen zum Amtsenthebungsverfahren des Präsidenten und Vizepräsidenten (siehe auch Präsidialsystem).

Artikel III

Text (Deutsch) (Englisch) Der dritte Artikel beschreibt die Rechtsprechung (die Judikative) und den Supreme Court. Der Artikel verlangt, dass es ein Gericht gibt namens Supreme Court. Der Kongress kann dabei weitere Gerichte aufstellen, deren Entscheidungen aber zum Supreme Court berufen werden können. Artikel 3 legt auch fest, dass alle Strafprozesse mithilfe von Geschworenen durchgeführt werden müssen, was als Verrat gilt und welche Einschränkungen bei dessen Bestrafung zu beachten sind.

Artikel IV

Text (Deutsch) (Englisch) Dieser Artikel regelt die Beziehungen der Einzelstaaten untereinander; etwa die Pflicht zur Anerkennung von Rechtsakten, das Verbot selbstständig Verträge mit anderen Staaten abzuschließen, Auslieferung von Verbrechern, etc.

Artikel V

Text (Deutsch) (Englisch) Artikel V beschreibt die Prozedur der Verfassungsänderung: Jeweils zwei Drittel beider Häuser des Kongresses müssen zustimmen, danach drei Viertel der Parlamente der Einzelstaaten.

Artikel VI

Text (Deutsch) (Englisch)

Artikel VII

Text (Deutsch) (Englisch) Der siebte Artikel beinhaltet die Inkraftsetzung dieser Verfassung durch Vertreter von 12 der 13 Staaten. Nur Rhode Island entsandte keine Vertreter. Neun waren das Minimum zur Ratifizierung.

Möglichkeit der Verfassungsänderung

Änderungen im eigentlichen Verfassungstext finden bei der amerikanischen Verfassung nicht statt. Stattdessen wird sie bei Bedarf durch einen Verfassungszusatz (engl. Amendment) ergänzt, der an den Text angehängt wird. Die geschieht jedoch recht selten. Einen Verfassungszusatz (engl. Amendment) durchzubringen ist nämlich nicht sonderlich einfach: Es gibt - nach Artikel V der US-Verfassung - insgesamt vier Wege zu einer Verfassungsänderung, da es zwei Methoden des Vorschlages und zwei Methoden der Ratifizierung gibt: Die zwei Methoden, eine Verfassungsänderung vorzuschlagen, sind:
- Eine Zweidrittelmehrheit im US-Senat und im US-Repräsentantenhaus stimmt für die vorgeschlagene Änderung. Alle 27 Amendments sind auf diese Weise Zustande gekommen.
- Zwei Drittel der Parlamente der Bundesstaaten fordern den US-Kongress auf, eine National Amendment Convention zu berufen. Von vielen Politikern wird diese Möglichkeit beargwöhnt, da eine solche Convention sich anmaßen könnte, was sich auch die Philadelphia Convention angemaßt hat: Eine neue Verfassung auszuarbeiten, anstatt nur Änderungen vorzunehmen. (Diese Ansicht vertreten zumindest Sidlow und Hensch in 'America at Odds', 2001, S. 45) Die zwei Ratifizierungsmethoden, zwischen denen sich der Kongress entscheiden muß, sind:
- Eine Dreiviertelmehrheit der Parlamente der Einzelstaaten stimmt dem Amendment zu. Diese Methode kann als traditionell angesehen werden und wurde in 26 Fällen verwandt.
- Die Einzelstaaten rufen jeweils eine spezielle Convention zur Ratifikation zusammen. Stimmen Dreiviertel dieser Conventions dem Amendment zu, ist es angenommen. Diese Methode wurde bislang ein Mal erfolgreich verwandt: beim 21. Amendment. Infolge dieser Regelungen kann eine Verfassungänderung schon durch die 13 bevölkerungsärmsten Bundesstaaten verhindert werden, die etwa 2,5% der Gesamtbevölkerung repräsentieren. So wurden seit Ratifizierung der US-Verfassung zwar mehr als 11 000 Amendments beantragt, es existieren aber insgesamt nur 27; die ersten zehn wurden zusammen mit der US-Verfassung verabschiedet. Oft beantragen Politiker in den USA Amendments obwohl sie wissen, dass praktisch keine Chance besteht es durchzubringen, um Beliebtheit bei bestimmten Wählergruppen zu erlangen.

Verfassungszusätze


- Verfassungszusatz 1 bis 10 1791 - bilden die Bill of Rights, den Grundrechtekatalog.
- Verfassungszusatz 11 1795 - schränkt das Klagerecht von Bürgern gegen andere Bundesstaaten als den ein, in dem sie leben.
- Verfassungszusatz 12 1804 - regelt die Wahl von Präsident und Vizepräsident in getrennten Wahlgängen.
- Verfassungszusatz 13 1865 - Abschaffung der Sklaverei (siehe Emanzipations-Proklamation)
- Verfassungszusatz 14 1868 - Volle Bürgerrechte für ehemalige Sklaven und alle in den USA geborenen Menschen. auch die Einzelstaaten müssen die Grundrechte beachten.
- Verfassungszusatz 15 1870 - Verbot, das Wahlrecht ehemaligen Sklaven vorzuenthalten (wurde in der Praxis von etwa 1880 bis etwa 1970 ständig unterlaufen).
- Verfassungszusatz 16 1913 - Bundesweit einheitliche Einkommenssteuer erlaubt
- Verfassungszusatz 17 1913 - Direktwahl der Senatoren statt Wahl durch die Einzelstaatsparlamente
- Verfassungszusatz 18 1919 - Prohibition: Produktion, Verkauf, Transport, Import und Export alkoholischer Getränke verboten
- Verfassungszusatz 19 1920 - Frauenwahlrecht (Text an Zusatz 15 angelehnt)
- Verfassungszusatz 20 1933 - Details zur Präsidentenwahl, unter anderem Regelung für den Fall, dass ein gewählter Präsident vor dem Amtsantritt stirbt, Verkürzung der Frist zwischen Wahl und Amtsantritt
- Verfassungszusatz 21 1933 - Aufhebung von Zusatz 18 und damit der Prohibition; Einzelstaaten dürfen Alkoholhandel weiterhin einschränken
- Verfassungszusatz 22 1951 - Begrenzung der Wiederwahl von Präsidenten auf zwei Amtszeiten
- Verfassungszusatz 23 1961 - Einwohner des District of Columbia dürfen Präsidenten mitwählen (aber nicht Kongress)
- Verfassungszusatz 24 1964 - Verbot der Wahlrechtseinschränkung wegen Steuerrückständen (war in den meisten Südstaaten eingeführt worden, um Schwarze trotz Zusatz 15 am Wählen zu hindern)
- Verfassungszusatz 25 1967 - Nachfolge des Vizepräsidenten, Nachfolge des Präsidenten wenn beide zugleich sterben, zeitweise Amtsübernahme durch den Vizepräsidenten wenn der Präsident amtsunfähig ist
- Verfassungszusatz 26 1971 - aktives Wahlrecht wird auf 18 Jahre gesenkt
- Verfassungszusatz 27 1992 - Einschränkung der Diätenerhöhung: sie wird erst nach der nächsten Wahl gültig. Dieser Artikel war ursprünglich als Teil der "Bill of Rights" von 1791 vorgesehen, wurde aber erst nach über 200 Jahren schließlich von genügend vielen Einzelstaaten ratifiziert.

Wertung

In der Tradition des Common Law ist die Verfassung relativ kurz gehalten und beschreibt oft auch nur sehr allgemeine Grundsätze. Als Ergebnis kann die grundrechtliche Wirklichkeit in den Vereinigten Staaten nicht direkt aus der Verfassung erlesen werden, sondern muss immer im Hintergrund der Rechtsprechung des Supreme Court verstanden werden. Dies wird von vielen, die kodifiziertes Recht erwarten, als unbefriedigend erachtet. Andererseits sehen Befürworter dieses Ansatzes, dass die Verfassung dadurch flexibel wird und sich leichter an verändernde Rahmenbedingungen anpassen lässt, ohne durch den formalen Änderungsprozess gehen zu müssen.

Siehe auch


- Politisches System der USA
- Geschichte der amerikanischen Verfassung Kategorie:1789 ja:アメリカ合衆国憲法

Kentucky

Kentucky [] wird zu den Nordstaaten der USA gezählt und trat als 15. Bundesstaat der Union bei. Der Name des Staates Kentucky rührt vom indianischen Wort der Irokesen Ken-tah-ten, was sinngemäß "Land der Zukunft" bedeutet. Bekannt ist er als "Bluegrass State", womit die von März bis April blaugrün blühenden Grasweiden gemeint sind.

Einleitung

Kentucky und seine etwa 4 Millionen Einwohner sind am meisten bekannt für ihre Vollblutpferde, das berühmte Kentucky Derby und die hiesigen Whiskey-Brennereien. Die Bewohner wissen je nach Sachlage nicht genau, ob sie sich zu den Nord- oder Südstaaten zählen sollen. Und so wundert es nicht, dass zwei ihrer berühmtesten Söhne als Präsidenten während des Sezessionskriegs als politische Gegner auf verschiedenen Seiten standen: Abraham Lincoln als Präsident der Union und Jefferson Davis als der Präsident der Konföderation.

Geschichte

Allgemeines

Kentucky ist einer der vier Staaten, die sich selbst als Commonwealth bezeichnen. Ursprünglich war Kentucky ein County Virginias. Allein zehn der Verfassungskonvente fanden im Gerichtshaus von Danville, Kentucky, 1784-1792 statt.

Urgeschichte

Aus urgeschichtlicher Zeit des Tertiär und des Pleistozän stammen zahlreiche Knochenfunde von Mammuts oder Mastodons, die der französische Hauptmann Carles Lemoyne de Longueil als erster Europäer 1739 am "Big Bone Lick" im heutigen Boone County entdeckte. Im Umfeld einer Salz-Schwefel-Quelle waren offensichtlich hunderte von Großsäugern verendet und deren Knochen erhalten geblieben. Die dortigen Gewässer waren bis 1812 als Salinen geschätzt und zwischen 1815 bis 1830 sogar für ihre Kurwirkung bekannt. US-Präsident Thomas Jefferson schickte eigens eine Expedition an diesen Ort, um einige Knochen in seine Sammlung aufzunehmen.

Prähistorie

Expedition Seit etwa 20 Jahren wird die prähistorische Vergangenheit durch die Archäologie in sechs Unterabschnitte geteilt. Diese umfassen einen Zeitraum von 13.000 vor unserer Zeitrechnung bis 1650 n. Chr.: Die Paleo-Indianische Kultur, die Archaische Kultur, die "Woodland"-Kultur, die Adena-Kultur, die Mississippi-Kultur und die "Fort-Ancient"-Kultur. Von etwa 1650 bis zur Ankunft der ersten weißen Siedler kämpften unterschiedliche indianische Stammesgruppen um die Vorherrschaft über das Land der großen Weiden ("Great Meadow"). Die Stämme der Shawnee drangen vom Norden über den Ohio River in das Territorium, während die Cherokee und Chickasaw-Stämme vom Süden über den Cumberland River kamen. Aber auch Stämme der Delawaren und der Wyandot durchstreiften die Region, da dies auch der Weg der großen Büffelherden von den Salzsümpfen bis hin ins heutige Illinois war.

Neuzeit

18. Jahrhundert

Illinois Illinois Bezeichnenderweise betonen Politiker aus dem Raum Kentuckys stets, dass daher kein indianischer Stamm irgendeinen Besitzanspruch auf jene Landstriche ableiten könne. Sie vergessen offenbar, dass es bereits im Vokabular der meisten Indianersprachen zu diesem Zeitpunkt keine Begrifflichkeit von Landbesitz gab. Land bzw. Boden konnte man nicht "besitzen", dieser war lediglich geliehen. Christopher Gist und Thomas Walker leiteten die ersten Erkundungs-Expeditionen zwischen 1750/51, doch der Ausbruch des Krieges gegen Frankreich und die Indianer 1754 während des Siebenjährigen Krieges unterbrachen jeden Ansatz das heutige Staatsgebiet weiter zu erkunden. Jahrzehntelang hatte das Gebiet westlich der Allegheny Mountains für die amerikanischen Siedler nur als wildreiches Jagdgebiet gedient. Durch den mit den Indianern Handel treibenden John Finlay auf die Fruchtbarkeit jener Gegend aufmerksam gemacht, war es den Erkundungen Daniel Boones seit 1769 zu verdanken, der das Land mit mehreren "Jagdgesellschaften" bereiste und mit der Gründung von ersten Forts auch den Grundstein für spätere Städte legte, dass Kentucky für die Besiedlung erschlossen wurde. In der romantisch verklärten Tradition Kentuckys gilt daher Boone als der erste Kentuckier. Während des Unabhängigkeitskrieges orderte das britische Oberkommando von Detroit 1780 einen "Raid" tief ins Siedlungsgebiet des späteren Kentuckys hinein. Unter der Führung des Hauptmanns Henry Bird landeten 150-200 kanadische Ranger bei Falmouth im heutigen Pendleton County an. In ihrem Gefolge hatten sie 600-800 indianische Verbündete, die zu den Shawnee, Ottawa, Huronen, Anishinabe, Lenni Lenape und Mingo gehörten und als zum Teil ehemalige Bewohner dieser Regionen allen Grund zur Rache an den dortigen Siedlern hatten. In blutigen und erbitterten Kämpfen, die von den amerikanischen Historikern zu den schlimmsten Auseinandersetzungen mit indianischer Beteiligung gezählt wurden, bekämpften sie die Grenz-Forts des Staates. Ihr Weg wird heute noch als "Bird`s War Road" bezeichnet. Auf ihrem hastigen Rückzug verschleppten sie rund 460 Siedler aus den umliegenden Gegenden auf britisches Einflussgebiet. Die Gefangenen wurden dabei ohne Rücksicht auf den familiären Zusammenhalt aufgeteilt. Eine Minderheit deportierten die Engländer nach Detroit, die meisten starben in indianischer Gefangenschaft. 1790 akzeptierten die Deputierten Kentuckys die Bedingungen Virginias bezüglich des Austritts, so dass die Verfassung des Bundesstaats im April 1792 endlich ratifiziert werden konnte. Schließlich, am 1. Juni 1792, wurde Kentucky zum 15. Bundesstaat der Union und Isaac Shelby, ein Held des Unabhängigkeitskrieges, zum ersten Gouverneur des jungen Commonwealths. Schon 1798 erbauten findige Investoren nach britischen Vorbildern eine erste Pferderennbahn. Seit jener Zeit widmete man sich hier verstärkt der Zucht und dem Verkauf der berühmten Vollblüter.

19. Jahrhundert

Vollblüter Im Vorfeld der Bürgerkrieges hatte der Staat aufgrund seiner immensen offenen Grenze über 1126 km zum Süden hin eine bedeutende Rolle bei den Fluchthelferaktionen für schwarzafrikanische Sklaven der Anrainerstaaten. Zahlreiche unterirdische Verstecke der so genannten "Underground Railroad" sind bis heute erhalten. Am 20. Mai 1861 versuchte Kentucky durch eine Proklamation seine Neutralität im Sezessionskrieg zu wahren. Als jedoch am 3. September 1861 konföderierte Truppen in den Staat eindrangen und zahlreiche Städte brandschatzten, ergriff man Partei für die Union. Zur allgemeinen Propaganda gehörte auch das Bedrucken von Visitenkarten und der Post mit politischen Parolen. In einer auf einem Briefumschlag damals von Illinois aus verbreiteten Karikatur kniet der befrackte Wolf der Sezession vor Rotkäppchen, das ein Banner der Union schultert. Er bietet ihr an Kentucky aus der Union herauszuführen - oder jeden anderen Staat, dies wäre die entscheidende Frage. ("The Secession Wolf" offering to lead Kentucky, "Or any other State," out of the Union. "That's what's the matter.") Union Nach offizieller Sicht immer noch ein neutraler Bundesstaat sah die Realität anders aus: Oft kämpften nahe Verwandte auf beiden Seiten. So standen ca. 100.000 Kentuckier auf der Seite der Union, rund 40.000 Mann verfochten die Sache der Konföderation. Das strategische Potenzial Kentuckys hatten beide Armeen erkannt, sodass verschiedene blutige Scharmützel und zahlreiche Guerilla-Raids auf dem Staatsgebiet stattfanden. Die als heftigste Schlacht angesehene ereignete sich in der Nähe von Perryville, wo 7.600 Soldaten starben und 5.400 verwundet wurden, als es dem Nordstaaten-General Don Carlos Buell aufgrund eines "akustischen Schattens" nicht gelang, die zahlenmäßig unterlegenen Truppen Braxton Braggs zu stellen. Die Zivilbevölkerung Kentuckys sollte bis Ende des Krieges unter den Überfällen der Bushhawker-Banden aus dem Süden zu leiden haben. Dennoch stellte man sich später angesichts der aggressiven Unterdrückungspolitik der Nordstaaten während der Rekonstruktionsphase (1865-1877) demonstrativ auf die Seite des Südens. Insbesonder seit den 1880er-Jahren betrieb der Ku Klux Klan seine Einschüchterungspolitik gegenüber der farbigen und liberalen Bevölkerung. Nach dem Niedergang der Hanfindustrie, die zuvor die meisten Säcke in den Staaten produziert hatte, veränderte die Kultivierung des so genannten "Burley Tabaccos" die Agrarlandschaft Kentuckys entscheidend. Mit diesem hochwertigen Produkt konnten erfolgreich neue Absatzmärkte erschlossen werden. Burley Tabaccos Als die "Kentucky Railway Company" die Schienenstrecke im Powell County 1886 erschloss, expandierte gleichermaßer die Zedernholzindustrie des Landes. Die bereits sechs Jahre zuvor begründete "Red River Lumber Mills"-Gesellschaft galt als die größte dampfbetriebene Sägemühle des Staates. Um 1890 begann ein buchstäblicher "Run" auf Amerikas größte Zedern-Plantage in der Nähe von Clay City. Der Boom der Region nahm jedoch durch ein verheerendes Großfeuer der Mühlen und der Anpflanzungen 1906 ein unerwartetes Ende.

20. Jahrhundert

Im "Black Patch War" zwischen 1904 und 1909 drückte sich die Unzufriedenheit kleiner und mittelständischer Anbieter aus, die letztlich erfolgreich gegen das Tabakmonopol einiger weniger großer Anbieter ankämpften. Tabakmonopol Tabakmonopol Die größte Umwälzung Kentuckys vom 19. bis ins 20. Jahrhundert drückte sich im Wandel vom Agrar- in einen Industrie-Staat aus, der während des Zweiten Weltkriegs beinahe abgeschlossen war. Neben der Textilien produzierenden war es vor allem die Kohle fördernde und Tabak weiterverarbeitende Industrie, die den Weg für weitere Fertigungszweige vorebnete. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise 1930 waren viele Farmer und Minenarbeiter gezwungen, sich um Arbeit in den Städten zu bemühen. Es sollte allerdings bis 1970 dauern, dass mehr Arbeiter in den Städten als auf dem Land beschäftigt waren. 1936 richtete man den US-Staatsschatz mit seinen Goldreserven in Fort Knox ein. In den Wintern 1936/1937 kam es in vielen Teilen des Staates zu katastrophalen Überschwemmungen, bei denen Tausende evakuiert werden mussten. In Louisville und Mayfield wurden ganze Straßenzüge unter Wasser gesetzt, als der Ohio River über die Ufer trat. Auch die beiden Weltkriege warfen ihre Schatten ins weit entfernte Kentucky. Als Angehöriger eines Bundesstaates, der stolz auf seine kämpferische Grenzertradition war, fiel mancher Kentuckier in Europa während des Ersten Weltkrieges. Das Godman Field bei Fort Knox als erster Flugplatz auf dem Boden des Staates erinnert mehr indirekt an jene Epoche. Hier war zunächst die 29. Aero Squadron stationiert, die mit dem 31. Ballonkorps von 1918 bis 1921 an diesen Ort verblieb. Nach der Einstellung dieses Anachronismus blieb der Stützpunkt verwaist, bis 1937 das 12. Aufklärergeschwader untergebracht wurde. Während des Zweiten Weltkrieges beherbergte der Stützpunkt diverse Bombergeschwader, die alle mit dem zweimotorigen Martin B-26 "Marauder"-Modell ausgerüstet waren, die man vorwiegend in Italien und im Pazifikkrieg einsetzte. Stellvertretend für viele Kentuckier, die ihr Leben in diesem Krieg ließen, mag das Schicksal Robert H. Brooks stehen. Als erster Afroamerikaner trat er in die zuvor ausschließlich "weiße" Nationalgarde bereits vor Kriegsbeginn ein. Bei einem Bombardement der Japaner auf den Philippinen wurde er aus offizieller Sicht als erster bewaffneter Soldat der amerikanischen Streitkräfte am 8. Dezember 1941 nach der japanischen Kriegserklärung getötet. Ihm zu Ehren benannte man den Paradeplatz in Fort Knox schon zwei Wochen später in "Brooks Field" um. Dieses ambivalente Signal gegenüber der Emanzipation der Farbigen im Süden beschränkte sich jedoch zunächst ausschließlich auf die Armee, in der ein sozialer Aufstieg zwar durchaus möglich, aber weiterhin mit Hindernissen verbunden war. Ein weiteres Relikt des Krieges findet sich in Camp Breckinridge, im Union County bei Morganfield, wo von 1943-46 auf dem Gelände des ursprünglichen Ausbildungslagers für Rekruten in zusätzlichen Baracken ein Kriegsgefangenenlager für rund 3.000 Soldaten der deutschen Wehrmacht eingerichtet wurde. Wie überall in den Staaten waren die "PoWs" (Prisoners of war) als billige Arbeitskräfte in der Landwirtschaft und im Handwerk angesichts des Arbeitermangels bei rund 9.000 Gefallenen nach anfänglichem Misstrauen bald Bestandteil des Wirtschaftslebens, das auch ihnen in Anbetracht der Umstände ein erstaunlich gutes Auskommen sicherte. Zahlreiche Dokumente bezeugen das friedliche Nebeneinander von den Soldaten beider Nationen und den amerikanischen Zivilisten. Bereits fünf Jahre nach Kriegsende starben im Koreakrieg erneut Soldaten aus Kentucky, wobei der posthum hochdekorierte Feldkaplan Herman Felhoelter aufgrund seines selbstlosen Handelns sowohl für die katholische Kirche als auch für den Bundesstaat zum "Nationalhelden" erklärt wurde. Herman Felhoelter In den 1950er-Jahren änderte sich allmählich die Bildungslandschaft. Im Zuge der Integrationspolitik der Universität von Louisville gliederte man Teile des übrigen Campus als auch benachbarte Institutionen ein. Dadurch kam mit dem afroamerikanischen Professor Charles H. Parrish Jr. ein renommierter Soziologe und lebenlanger Verfechter der schwarzen Bürgerrechte vom Louisville Municipal College, wo zuvor ausschließlich Farbige immatrikuliert wurden, als erster scharzer Professor an eine "weiße" Hochschule des Südens. Dort saß er ab 1959 dem Lehrstuhl für Soziologie vor und pflegte offen seine Beziehungen zur Bürgerrechtsbewegung. Seit der "Rekonstruktionsphase" war Kentucky eine sichere Bank für die Demokraten, bis sich in den 1990er-Jahren das Blatt zugunsten der Republikaner wendete, da diese ein günstigeres Wirtschaftsklima versprachen. Im Verlauf dieser Dekade gelang es der Administration, die Steinkohleförderung zu drosseln, den Tourismus als bedeutenden Dienstleistungssektor durch die Einrichtung von Naturschutzparks zu etablieren, den Verlust von Arbeitsplätzen zu kompensieren und das Programm der sozialen Fürsorge zu erweitern. Gerade dieser "Punkt" wird allerdings in den letzten Jahren insbesondere durch Gouverneur Ernie Fletcher zurückgebaut, der dabei selbst vor dem Zusammenstreichen der Sozialversicherung der Regierungsangestellten nicht zurückschreckte. Bei den daraus resultierenden Demonstrationen der Angestellten protestierte der Bruder Fletchers als selbst davon betroffener Familienvater gegen die Einsparungspolitik.

Politik

Die Hauptstadt von Kentucky ist das eher ländliche Frankfort. Als Gouverneur amtiert zur Zeit Ernie Fletcher. Währenddessen wird Kentucky im Senat durch Jim Bunning und Mitch McConnell (beide Republikaner) vertreten. Die Administrationspolitik Bunnings kennzeichnet sich durch starke Kürzungen im Sozialhaushalt, die selbst vor den Regierungsangestellten nicht halt machte.

Geographie

Republikaner Republikaner Kentucky begrenzt den Mittleren Westen und den tiefen Süden der USA. Es liegt zwischen West Virginia, Tennessee, Missouri, Illinois, Indiana und Ohio. Im Norden wird es durch den Ohio River begrenzt. Es gibt fünf Hauptregionen zu verzeichnen: die Cumberland Mountains, das Cumberland Plateau im Südosten, im Norden die Bluegrass Region, im Süden und Westen das Pennyroyal Plateau, auch bezeichnet als Pennyrile, die Kohlereviere im Westen und das Jackson Purchase im äußersten Westen. Aus geographischer Sichtweise der US-Amerikaner sind manche der verschiedenartigsten Landschaftstypen innerhalb des Ostens der USA in Kentucky zu finden. Die "Eastern Coal Fields", eine raue, bergige Region, die stark bewaldet und von Flüssen durchschnitten wird, hat die höchsten Erhebungen aufzuzeichnen und liegt im sogenannten "River Valley". Der höchste Berg ist der "Black Mountain" im Harlan County mit 1292 m ü. d. M.. Der westliche Abschnitt der Region umfasst einen Großteil des Daniel Boone National Forest. Die "geschäftige" Zentrale Kentuckys, die "Bluegrass Region", liegt im Norden des Bundesstaates. Geologisch mit zum ältetsten Teil des Staates gehörend ist der kalkreiche Boden die perfekte Grundlage für einen wirkungsvollen Getreideanbau und Weideflächen. Davon nur durch eine Reihe von kleineren "Mittelgebirgshügeln", den "Knobs", getrennt, liegt das Mississippi Plateau. Die "Western Coal Fields", welche im Norden und Nordwesten vom Ohio River begrenzt werden, gehören bereits zum Illinois-Becken. Der südwestliche Teil des Staats ist eine tiefgelegene Ebene, die man das "Jackson Purchase" nennt. Hier liegt auch der tiefste Punkt Kentuckys im Fulton County im Verlauf des Mississippis, rund 78 m über dem Meeresspiegel. Benannt wurde es nach dem späteren US-Präsidenten, General Andrew Jackson, der 1818 den "Kauf" des Landes vom Stamme der Chickasaw als offiziell Bevöllmächtigter in die Wege geleitet hatte. Das hiesige Schwemmland bietet einen der ertragsreichsten Böden des Landes.

Städte

Die einwohnerstärksten Städte sind die Metropolen Lexington und Louisville, wobei letztere Stadt eine wesentlich größere innerstädtische Bevölkerung hat. Im nördlichen Kentucky gibt es eine größere Anzahl von Kleinstädten entlang des Ohios, die ebenfalls einen speziellen Ballungsraum ergeben. Größte Städte ¹ 2003 Zusammenschluss der Stadt Louisville mit dem County Jefferson
- Liste der Städte in Kentucky
- Liste der Countys in Kentucky

Flüsse und Seen

Große Flüsse wie der Ohio oder der Mississippi, die auch die Nachbarstaaten prägen, bestimmen das Landschaftsbild und die Grenzen Kentuckys. Weitere wichtige Flüsse sind der Red und Green River, der Tennessee River, der Cumberland und Rough River, der Big Sandy, der Licking und der Kentucky River. Alle größeren Seen des Staates schuf man zum Teil als Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen während Franklin D. Roosevelts New Deal-Politik mittels Staudämmen, wie z.B. den nach US-Vizepräsident Alben W. Barkley benannten Lake Barkley am Cumberland River oder dem Dewey Lake am Big Sandy. Der Red River verdankt seinen Namen angeblich der großen Menge an Menschenleben, die während der heftigen Indianerkämpfe zum Ende des 18. Jahrhunderts auf beiden Seiten zu beklagen waren.

Bevölkerung

Nach den Angaben der letzten Volkszählung im Jahre 2000 verzeichnete Kentucky eine Gesamtbevölkerung von 4.041.769 Einwohnern. Dies verteilten sich auf 89,3% Weiße, 7,3% Afro-Amerikaner, 1,5% Mittel- bzw. Lateinamerikaner, 0,7% Asiaten, und lediglich 0,2% Indianer. Die Bevölkerung ist mit 76 Prozent überwiegend protestantischen Glaubens. Dazu gehören 43 % Baptisten und 7 % Methodisten. 13 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Katholiken, 2 Prozent gehören einer freikirchlichen Gemeinschaft an und neun Prozent gehören keiner dieser Religionsgemeinschaften an bzw. bezeichnen sich selbst als "nicht religiös".

Klima

In Kentucky erlebt man den Vorteil eines gemäßigten Klimas mit kühlen Wintern und warmen Sommern. Das Jahresmittel liegt bei rund 14 °C in einem Großteil des Landes. Die protokollierten Temperaturextreme schwanken zwischen -36,7 °C in Cynthiana im Jahre 1963 und +45,6 °C in Greensburg im Sommer 1930. Dagegen sind im Winter Schneedecken von mehr als 60 cm in den Ausläufern der Appalachen häufig anzutreffen.

Fauna und Flora

Appalachen Appalachen Bis zur Ankunft der weißen Siedler waren die Ebenen und Wälder Kentuckys Heimat von umherziehenden Großsäugetieren wie dem Bison, dem Wapiti oder Elch, den Boone auf seinen Jagdreisen noch erleben konnte. Heute findet man in der Regel lediglich kleinere Säugetiere, also Bisamratten, Füchse, Hörnchen, Hirsche, Kaninchen, Murmeltiere, Opossums und Waschbären. Bei den Vogelarten ist jedoch eine deutlich größere Bandbreite vorzufinden: Vom Seeadler bis zum Zaunkönig ist fast alles vorhanden. Typische Vögel sind der Rotkardinal, der so genannte "Staatsvogel", die Spottdrossel, der Saftlecker, der Eisvogel und diverse Spechtarten. Vom Westen des Bundesstaates hin zum Ohio River und Mississippi zieht sich einer der wichtigsten Zugvogelwege des Landes. Die Cumberlandberge als westliche Ausläufer der Appalachen im Grenzland zu Virginia gehören zu den artenreichsten mesophytischen Wäldern auf der temperierten Zone der nördlichen Erdhalbkugel. Dabei kommen rund 30 Arten in den bis zu 35 m hohen Baumschichten vor. Selbst heute bedecken Wälder rund 40 % des Gebiets von Kentucky. Überwiegend sind es Laubbäume wie beispielsweise Ahorn, Birke, Eiche, Rosskastanie und Walnuss. Doch auch Nadelgehölze wie Hemlocktannen, Kiefern, Zedern oder Zypressen sind häufig vertreten. Charakteristische Pflanzen der Umgebung sind Rhododendren, Lorbeerrose, Heidelbeere, Tulpenbaum, Goldrute und Minze. Auch die unteren Baumschichten sind sehr artenreich. Derartige Wälder (Cove Forests) in humiden Senken auf Konkavhängen sind von hohem Wuchs und durch gerade Stämme gekennzeichnet. . Die Kernregionen der mesophytischen Wälder werden als erstgeschichtlich wichtiges genetisches Reservoir für die Verbreitung vieler Waldarten betrachtet.

Wirtschaft

Minze Das Bruttosozialprodukt pro Kopf lag im Jahre 2000 bei $ 24.294. Die Agrarwirtschaft ist für ihre Pferdezucht berühmt, erwirtschaftet aber auch so profane Dinge wie Rinder, Molkereiprodukte, Tabak, Schweine, Sojabohnen, Getreide und Whiskey. Die Industrie produziert Automobilteile, chemische Produkte, Elektroartikel, Maschinen, Tabakprodukte und Kohle. Welchen Stellenwert hingegen die Vollblüter und ihre 381 Gestüte im kollektiven Bewusstsein des Staates einnehmen, kann man daraus ersehen, dass bei der "Beisetzung" von "Man o'War", einem berühmten Rennpferd, in Lexington 1947 allein 2.000 Trauergäste sich die letzte Ehre gaben. Selbst in der heutigen Zeit wird der Hintergrund offizieller Homepages von Pferdemotiven beherrscht. Einem anderen berühmten Galopper, Seabiscuit, setzt man sowohl ein literarisches wie filmisches Denkmal. Dabei sollte man nicht übersehen, dass kein US-Bundesstaat in den letzten Jahren mehr Vieh bzw. Viehprodukte exportierte als Kentucky. Nicht umsonst ist der Staat schon von jeher "Fleischtopf" des bevölkerungsreichen Chicagos und seiner Schlachthöfe gewesen, doch diese Rolle scheint er nun auch für die umliegenden Staaten zu spielen. Als einziger Agrarzweig steht er in der Wirtschaftsbilanz des Staates unter den zehn umsatzstärksten Sparten.

Kentucky-Whiskey

Als das neben den Pferden wohl bekannteste Produkt Kentuckys gilt der hier gebrannte Whiskey. Alleine 85 Prozent des in der Welt konsumierten Bourbon-Whiskeys stammt aus diesem Staat. Das besondere Verfahren des so genannten "Toastens" bei dem die Innenseiten der Hickoryfässer rund 45 Sekunden der offenen Flamme ausgesetzt werden, begünstigt das spezielle Aroma des Alkohols. Denn durch die Oxidation wird dem Holz Zucker entzogen, der nun in der Kohleschicht enthalten ist. Bei den großen Temperaturunterschieden Kentuckys dringt der Whiskey im Lauf des vierjährigen Reifeprozesses mehrmals durch die karamelisierte Holzkohleschicht, reichert sich somit mit Zucker an und bekommt auch die charakteristische Farbgebung. Die Wurzeln einer der bedeutendsten Firmen, der Forman-Brown-Corporation, reichen bis 1872 zurück, als zunächst nur ein gewisser Mr. Brown in Louisville eine Brennerei gründete. Erst zwei Jahre später stieß sein Kompagnon Forman hinzu. Im Laufe der Jahre vergrößerte sich der Konzern stetig, um sich während der Prohibitionszeit geschickt als einer der wenigen lizenzierten Produzenten von medizinischem Alkohol "über Wasser" zu halten. Darüber hinaus musste die Firma zur Herstellung von "fachfremden" Produkten wie z.B. Schießpulver zurückgreifen. Der Erwerb der "Early Times"-Brennerei 1935 und des bekannten Labels "Jack Daniels" waren weitere Meilensteine in der Geschichte des Unternehmens, das seine Produktpalette in den 1970er-Jahren mit dem Erwerb der Marken "Canadian Mist" und "Southern Comfort" abrundete. Eine Zusammenarbeit mit "Bacardi" sollte die Distributionsmöglichkeiten verbessern. Mit einem Gesamtumsatz von 2,213 Milliarden US-Dollar für das Geschäftsjahr 2004 gehört die Firma zu den erfolgreichsten Herstellern hochprozentiger Getränke, wenn auch alleine 75 Prozent des Umsatzes in den Vereinigten Staaten erzielt wird. Vor diesem Hintergrund sind bereits langjährige Spekulationen zu sehen, nach denen Brown-Forman sich als Sponsor in der Formel 1 engagieren könnte. Ausgerechnet nach dem Verbot der Tabakwerbung in den meisten europäischen Staaten ziehen sich zum Ende der Formel-1-Saison 2005 immer mehr Tabakhersteller zurück, sodass ein Sponsoring des Formel-1-Rennstalls McLaren-Mercedes sicher ist.

"Liquor Laws" - Alkoholverkaufsgesetze

McLaren-Mercedes Obwohl der meiste Bourbonwhiskey der Welt in Kentucky produziert wird, ist der Kauf alkoholischer Produkte in 61 von 120 Counties des Staates verboten. Die nebenstehende Karte veranschaulicht diese Gesetzgebung, die sich nur auf den Verkauf und nicht auf die Produktion erstreckt. In manchen Gemeinden darf Alkohol innerhalb der Stadtgrenzen veräußert werden - nicht aber im Zuständigkeitsbereich des jeweiligen Counties. Im Widerspruch dazu erlauben andere Kommunen den Erwerb von Spirituosen im County, nicht aber innerhalb der eigentlichen Stadtgrenzen. In 12 Counties ist hingegen lediglich die Menge des Ausschanks bzw. Verkaufs beschränkt, acht Verwaltungsbezirke erlauben einen liberalisierten Gebrauch auf Golfplätzen, und sechs Counties nehmen Weine von der Regelung aus. Insgesamt ist dies ein Paradebeispiel für die sehr unterschiedliche Gesetzgebung in einem US-Bundesstaat und eine Haltung, die Außenstehende eventuell als Anachronismus aus der Prohibitionszeit empfinden.

Automobilindustrie

Am 4. August 2004 bekräftigte der deutsch-amerikanische Reifenproduzent Continental im Zuge seines Umsatzberichts, dass er durch Umstrukturierungsmaßnahmen trotz der günstigen Prognosen die Reifenfertigung im US-Werk Mayfield in Kentucky zum Jahresende für unbestimmte Zeit einzustellen gedenkt. Im November 2004 ließ die Firma verlauten, dass sie ihre führende Marktposition in den USA bei elektronischen Stabilitätskontrollsystemen (ESP) für Autos weiter ausbauen konnte. Nachdem die großen Herstellerfirmen aus Detroit angekündigt hatten, fast alle neuen Modelle serienmäßig mit dieser Sicherheitsausrüstung auszustatten, kann Continental die Auslieferungen von ESP-Systemen in den USA 2005 nach eigenen Angaben voraussichtlich verdoppeln.

Sonstige Unternehmen

Das erste Kentucky Fried Chicken-Restaurant wurde 1930 von Harland D. Sanders in einer kleinen Tankstelle in Corbin, Kentucky begründet. Heute gibt es über 12.300 Fastfood-Restaurants dieser Franchise-Systemgastronomie in über 80 Ländern. Der Firmensitz liegt in Louisville.

Transport

Die öffentlichen Verkehrsmittel kann man in Kentucky wie in vielen anderen US-Bundesstaaten nur als unzureichend bezeichnen. Der Staat ist erstaunlicherweise in Bezug auf den Personenverkehr nicht an das Schienennetz angeschlossen. Am 18. Dezember 1999, zwanzig Jahre nach Einstellung des letzten Reisezuges, gab es einen Versuch, mit dem Kentucky Cardinal von Louisville nach Chicago den Schienenpersonenverkehr in Kentucky neu zu beleben. Dieser Versuch scheiterte jedoch mit der Wiedereinstellung am 6. Juli 2003. Die Greyhound-Busse fahren zwar die Interstates im Süden der großen Metropolen an, aber viele Ortschaften werden von ihnen vernachlässigt. Die Vielzahl der Mautstellen auf den Highways erforderten über lange Jahre hinweg für den Autofahrer zudem das ständige Bereithalten von Kleingeld. Nun sind etliche "Turnpikes" (Mautstraßen) besonders im Westen des Staates seit 10 bis 15 Jahren abbezahlt und deshalb kostenfrei zu benutzen. Wer in diesem Staat mit dem Flugzeug reisen möchte, wählt meist die "Drehscheibe" im nahen Illinois: Chicago. Der nächste Flughafen, der direkt von Deutschland aus zu erreichen ist, ist der "Cincinnati-Northern Kentucky International" Flughafen, der eigentlich in Kentucky selber liegt (Covington, KY; und deshalb auch das Kürzel "CVG" hat). Cincinnati befindet sich aber nördlich des Flusses in Ohio.

Verkehrsregeln in Kentucky

Ohio Die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf mehrspurigen Interstate Highways außerhalb der Stadtgrenzen beträgt 65 Meilen in der Stunde (= 104 km/h). Auf den sonstigen Fern- und Landstraßen insbesondere der Naturschutzparks ("Parkways", ) gilt in der Regel eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 55 Meilen, also 88 Kilometer in der Stunde. Innerhalb der Städte gilt das Tempo von 25 oder 35 Meilen (40 oder 56 km/h) nicht zu überschreiten, da wie überall in den Staaten empfindliche Bußgelder drohen. In Kentucky existiert auch eine Ausnahmeregelung, die das Rechts- und sogar in einigen Ausnahmefällen das Linksabbiegen bei roten Ampeln erlaubt. Nur wo das Verkehrsschild "No Turn on Red" zu sehen ist, muss man in jedem Fall an einer Abzweigung bei Rot halten.

Bildungswesen

Verkehrsschild Um 1785 herum eröffneten Bürger in Kentucky die erste Privatschule. Erst 1838 richtete man ein regelrechtes staatliches Schulsystem ein. Wie alle vorwiegend agrarisch geprägten Regionen des 19. Jahrhunderts sah es mit der Durchsetzung des Schulunterrichts bzw. der späteren Schulpflicht dennoch etwas bescheiden aus: 1884 waren 22 Prozent der über zehnjährigen Weißen und rund 70 Prozent der afroamerikanischen Bevölkerung Analphabeten, da deren Eltern es bevorzugten, sie zur Erntearbeit anstatt in die Schule zu schicken. Heute kann Kentucky auf fast 60 höhere bzw. weiterführende Bildungseinrichtungen mit 650.000 "Studenten" an Colleges und Universitäten verweisen. Dazu gehören die Universität Kentucky und die Transylvania University (1780), mit Sitz in Lexington befinden; die Universität Louisville (1798); die Kentucky State University (1886) in Frankfort; die Eastern Kentucky University (1906) in Richmond sowie die Western Kentucky University (1906) in Bowling Green. Im allgemeinen Schulwesen verweist der Staat in seinen Regierungsberichten sehr stolz auf seine Schulreform von 1990 namens "KERA" (Kentucky Education Reform Act), die den Schulen weitgehende Selbstverwaltung bei gleichzeitig verstärkter staatlicher Unterstützung einräumte, sodass man seitdem in demographischen Vergleichen gegenüber anderen US-Bundesstaaten bessere Resultate erzielte.

Kultur

US-Bundesstaat US-Bundesstaat Wie in vielen anderen überwiegend ländlichen Regionen wird das kulturelle Leben von den "Traditionen" des amerikanischen Südens geprägt. Betrachtet man die Vielzahl der Countrymusiker und -Sängerinnen wie Billy Ray Cyrus oder Loretta Lynn, die in diesem Bundesstaat geboren worden sind, so muss man zumindest teilweise das Klischee revidieren, dass das benachbarte Tennessee die alleinige Wiege dieser Musikform sei. Aber auch einige renommierte Jazzmusiker wie Al Casey oder Lionel Hampton, stammen hierher und eine besondere Form, der um 1945 unter anderem von Earl Scruggs kreierte Bluegrass-Jazz ist sogar nach dem Spitznamen des Staates benannt worden. Manche bekannte Schauspieler stammen aus diesem Staat. Doch fanden sie hier nicht das eigentliche Sprungbrett für ihrer Karriere. Sie betrachteten die "kulturellen" Angebote der direkten Nachbarschaft als Anreiz, aus dem überwiegend ländlichen Umkreis auszubrechen. Bei George Clooney war es die überaus umtriebige Radiokultur Chicagos, in der sein Vater einer der "Platzhirsche" war, bei Irene Dunne hingegen die Showboat-Raddampfer des Mississippis und deren Attraktionen, die sie im Süden Kentuckys bei den Inspektionsreisen ihres Vaters vor Augen hatte. Das Kentucky Derby am ersten Samstag im Mai ist nicht nur ein sportliches und wirtschaftliches, sondern auch ein kulturelles Großereignis, das während der gesamten zwei Rennwochen sowohl auf der Ebene der Hochfinanz wie des einfachen Mannes seit jeher mit einem kulturellen Rahmenprogramm bis hin zu Oktoberfest-ähnlichen Umtrünken gefeiert wird. Während des 19. Jahrhunderts hatte Louisville sogar den Ruf, die kultivierteste Stadt nördlich von St. Louis zu sein, was sich gewissermaßen auch heute noch in der Konzentration der meisten kulturellen Einrichtungen ausdrückt, wie z.B. dem "J. B. Speed Art Museum", mit Exponaten aus der amerikanischen und europäischen Malerei sowie einer speziellen "Kentucky Collection", das neu formierte "Kentucky Museum of Natural History" und das "Kentucky Derby Museum" mit einer umfassenden Ausstellung zum Pferderennsport. Nach dem Ersten Weltkrieg gedachte man 1927 gleichsam eine kulturelle Gedenkstätte, das "War Memorial Auditorium" zum Gedenken an die Gefallenen der Stadt einzurichten, indem seither viele bedeutende Schriftsteller, Künstler und Musiker wie George Gershwin, Helen Hayes, Arthur Rubinstein, Michail Barischnikow oder gar die Peking Oper auftraten. Lexington beherbergt außerdem mit dem "Lexington Opera House" eine Opernspielstätte.

Sehenswürdigkeiten

Oper
- Kentucky Derby in Louisville;
- Cumberland Falls, ein Wasserfall, der unter Naturschutz steht;
- Mammoth Cave National Park (siehe Abb.), das weltweit größte Höhlensystem mit einer Gesamtlänge von über 300 km;
- Red River Gorge Geological Area, ein unter Naturschutz stehendes Canyon-System
- Besuch einer beliebigen Whiskey-Brennerei, wobei dort in der sogenannten "Dry Zone" bei Werksbesichtigungen kein Alkohol ausgeschenkt werden darf, sodass man nur Bourbon-Pralinen verteilt;
- Fort Knox, als Ort der Staatsreserven;
- Abraham Lincoln Birthplace National Historic Site in Hodgenville;
- Nationales Quiltmuseum in Paducah;
- J. B. Speed Art Museum in Louisville;
- War Memorial Auditorium.

Berühmte Persönlichkeiten

Nationales Quiltmuseum
- Muhammad Ali, Boxer, Olympiasieger und Schwergewichtsweltmeister, Louisville
- Alben W. Barkley, Vizepräsident, Graves County
- Thomas Best, Architekt
- John Cabell Breckinridge, US-General der Konföderation und Staatsmann, Lexington
- Daniel Boone, Erforscher Kentuckys, nicht in Kentucky geboren
- Marty Brown, Countrysänger, Maceo
- Tod Browning, Filmregisseur, Louisville
- Kit Carson, Scout und Pionier, Madison County
- Albert Aloysius 'Al' Casey, Jazzgitarist, Louisville
- George Clooney, Filmschauspieler, Lexington
- Rosemary Clooney, Sängerin, Maysville
- William Conrad, Schauspieler, Louisville
- Billy Ray Cyrus, Countrymusiker und Schauspieler, Flatwoods
- Jefferson Davis, Präsident der Konföderation, Fairview
- Skeeter Davis, Sängerin, Dry Ridge
- Johnny Depp, Filmschauspieler, Owensboro
- Irene Dunne, Schauspielerin, Louisville
- Larry Elmore, Rollenspielillustrator
- Herman Felhoelter, Franziskaner-Pater und hochdekorierter Militärkaplan, Louisville
- Clarence Gaines, College-Basketballtrainer, Paducah
- Tyson Gay, Leichtathlet, Lexington
- Rebecca Gayheart, Schauspielerin, Hazard
- Crystal Gayle, Countrysängerin, Paintsville
- David W. Griffith, Filmproduzent, Oldham County
- Tom T. Hall, Countrymusiker, Olive Hill
- Lionel Hampton, Jazzmusiker, Louisville
- John Bell Hood, US-General der Konföderation, Owingsville
- Abraham Lincoln, Präsident, Hodgenville
- Patty Loveless, Countrysängerin, Pikeville
- Loretta Lynn, Countrysängerin, Butcher Hollow (Johnson County)
- Bill Monroe, Country-Musiker, Rosine (Ohio County)
- Thomas Hunt Morgan, Nobelpreis für Medizin, Lexington
- John Michael Montgomery, Countrysänger, Danville
- Charles H. Parrish Jr., Soziologe und Bürgerrechtler, Louisville
- Charles H. Parrish Sr., Theologe und Bürgerrechtler, Lexington
- Gene Robinson, Bischof der Episcopal Church, Lexington
- Don Rosa, Comiczeichner und -Texter, Louisville
- Gus Van Sant, Filmregisseur, Louisville
- Harry Dean Stanton, Schauspieler, West Irvine
- Robert Penn Warren, Schriftsteller und Dichter, Guthrie, Todd County
- Dwight Yoakam, Countrysänger und Schauspieler, Pikeville
- Liste der Gouverneure von Kentucky