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United States Air Force

United States Air Force

Die United States Air Force (USAF) ist die Luftwaffe der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Aufgabe der USAF ist die „Verteidigung der Vereinigten Staaten durch die Kontrolle und Ausnutzung von Luft und All“. Im Jahre 2004 waren der Air Force 377.000 Soldaten unterstellt, das ist rund ein Viertel der Gesamtstärke der US-Streitkräfte von 1,43 Millionen Menschen. Zum Inventar gehören rund 4.300 Flugzeuge, zuzüglich 1.700 Maschinen der Reservestreitkräfte. Die USAF unterhält weltweit 85 große Militärflugplätze (Air Force Base), davon 72 auf US-Gebiet und acht in Europa, dazu noch einmal 82 kleinere Stützpunkte und fast ebensoviele Basen der Reservestreitkräfte. Das Budget für das Haushaltsjahr 2005 umfasst 120 Milliarden US-Dollar, das entspricht 29 % des gesamten Verteidigungshaushalts der USA von 408 Milliarden Dollar. Größte Einzelposten sind die Beschaffung von C-17-Transport- und F/A-22-Kampfflugzeugen (jeweils rund 4,1 Milliarden Dollar) und die Entwicklung der F-35 (2,2 Milliarden Dollar).

Organisation

F-35 Die USAF ist die für den Luftraum und Weltraum zuständige Teilstreitkraft der US-Streitkräfte. An der Spitze ihrer militärischen Führung steht der Chief of Staff, USAF (CSAF, Stabschef), der gemeinsam mit den Befehlshabern der anderen Teilstreitkräfte zu den Joint Chiefs of Staff gehört, der militärischen Führungebene im US-Verteidigungsministerium (Department of Defense). Der Stabschef wird in der Regel für vier Jahre vom US-Präsidenten berufen und dient als Vermittler zwischen der Verwaltung und den Soldaten. Seit dem 2. September 2005 ist General T. Michael Moseley Stabschef der Luftwaffe. Daneben bildet das Department of the Air Force (Ministerium der Luftwaffe) als Teil des Verteidigungsministeriums die oberste zivile Verwaltungsebene der USAF mit dem Secretary of the Air Force (Luftwaffenminister) an der Spitze. Außerdem lässt sich unterscheiden zwischen:
- der eigentlichen Luftwaffe (Air Force)
- der Luftwaffe der Reserve (U.S. Air Force Reserve)
- und der Luft-Nationalgarde (Air National Guard)

Hauptkommandos

Die USAF ist in neun Hauptkommandos (major commands) unterteilt, die jeweils einen bestimmten Aufgabenbereich oder eine Region abdecken:
- Air Combat Command (ACC) – Angriff, Bombardierung, Aufklärung, Überwachung
- Air Education and Training Command (AETC) – Ausbildung und Übung
- Air Force Materiel Command (AFMC) – Forschung, Technologie, Wartung, USAF-Museum
- Air Force Reserve Command (AFRC) – Luftwaffe der Reserve
- Air Force Space Command (AFSPC)Raketen, Satelliten, GPS
- Air Force Special Operations Command (AFSOC) – Spezialeinsätze
- Air Mobility Command (AMC) – Lufttransport, Luftbetankung
- US Air Forces in Europe (USAFE) – Vertretung der USAF in Europa
- Pacific Air Forces (PACAF) – Vertretung der USAF im pazifischen Raum

Weitere Untergliederung

An der Spitze jedes Hauptkommandos steht ein Offizier im Generalsrang. Einem Kommando sind bis zu zwei nummerierte Luftwaffen (Numbered Air Forces) zugeordnet, von denen es 22 gibt. Diese bestehen wiederum aus mindestens zwei Wings. Eine Air Force Base der USAF ist typischerweise um eine solche Wing herum organisiert; größere Basen beherbergen entsprechend mehrere Wings oder eine Numbered Air Force. Die Wings setzen sich aus Gruppen (Groups) zusammen, denen jeweils ein bestimmter Flugzeugtyp zugewiesen wird. Flugzeuge und Personal einer Gruppe werden bei Einsätzen und Übungen in der Regel zusammen eingesetzt, also nicht auf verschiedene Missionen aufgeteilt. Unterhalb der Gruppe steht die Staffel (Squadron), die grundlegende Einheit der amerikanischen Luftwaffe. Als Beispiel für diese Hierarchie gehören neun Transporter vom Typ Lockheed C-141 zum 730th Airlift Squadron, 452th Air Mobility Wing, 4th Air Force, Air Force Reserve Command. Daneben existieren weitere organisatorische Unterteilungen.

Geschichte

Anfänge

Am 1. August 1907 stellte das US Army Signal Corps eine Abteilung für Luftfahrt auf. Seit dem Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs im Jahre 1865 bestand die Ausrüstung aus zehn Ballons. Das erste Flugzeug wurde am 20. August 1908 getestet, der erste tödliche Unfall der Militärluftfahrt geschah am 17. September des selben Jahres, als Lt. Thomas E. Selfridge abstürzte. Am 2. August 1909 stellte das Signal Corps das erste Flugzeug offiziell in Dienst, eine Wright Model A, genannt Airplane No. 1. Ende Oktober 1912 gehörten neun einsatzfähige Luftfahrzeuge zum Bestand – Airplane No. 1 war zu diesem Zeitpunkt bereits an das Smithsonian-Museum abgegeben worden.

Frühe Kampfflugzeuge

Die Wurzeln der USAF gehen auf um die zur Jahrhundertwende vom 19 zum 20. Jh. erfolgte Bemühungen zurück, neue Technologien zu bewerten. Im Januar 1905 erwog das Kriegsministerium ein Angebot, das es von zwei Erfindern aus Dayton, Ohio erhalten hatte, die der Regierung eine Flugmaschine liefern wollten, die schwerer als Luft war. Die Tatsache, dass damals viele bezweifelten, dass Wilbur und Orville Wright wirklich ein funktionsfähiges Flugzeug gebaut hatten, ist ein Teil der Luftfahrtgeschichte. Aber das Board of Ordnance and Fortifications, das Komitee, das den Vorschlag der Gebrüder Wright untersuchte, musste auch noch weitere Tatschen in Betracht ziehen. Außerhalb der Science Fiction war es damals durchaus nicht ganz klar, welche Rolle Luftschiffe, Segelflugzeuge und Flugzeuge in der Kriegsführung spielen würden. Nur Ballons hatten ihren praktischen Wert erwiesen. Das revolutionäre Frankreich hatte 1794 einen Ballon in der Schlacht von Fleurus eingesetzt. Auch im amerikanischen Bürgerkrieg waren Ballons eingesetzt worden, und das Signal Corps hatte die Aufgabe erhalten, diese zu erwerben und zu bedienen. Allerdings schuf das Signal Corps erst 1892 eine permanente Ballonabteilung, deren Einsatz im Krieg mit Spanien 1898 aber nicht sehr erfolgreich war. Im Jahre 1898 vergab das Signal Corps den Auftrag zum Bau eines Flugzeugs an Samuel P. Langley, doch dessen Erpobung endete am 8. Dezember 1903 mit einem spektakulären Sturz in den Potomac River, nur neun Tage vor dem ersten Flug der Gebrüder Wright. Das Kriegsministerium, das 1905 immer noch an diese peinliche Episode dachte, lehnte deshalb das neue Angebot ab. Aber der Fortschritt der Luftfahrt, die Erteilung eines Patents an die Gebrüder Wright im Jahre 1906, sowie das Interesse von Präsident Theodore Roosevelt brachten das Thema wieder zur Diskussion. 1907 wurde Captain Charles Chandler der Leiter deu neugegründeten aeronautischen Abteilung der Fernmeldetruppe, die alle Formen des Fliegens weiterentwickeln sollte. Im Jahre 1908 bestellte das Signal Corps bei Thomas Scott Baldwin einem amerikanischen Luftschiffpionier ein lenkbares Luftschiff und vergab an die Wrights ein Auftrag über die Lieferung eines Flugzeugs. Trotz eines Absturzes, bei dem das erste Modell zu Bruch ging, wurde das Wright-Flugzeug 1909 ausgeliefert. Die Erfinder begannen dann damit, einigen jungen, enthusiastischen Offizieren das Fliegen beizubringen. Quelle: Handbuch zu "Jane's USAF"

Erster Weltkrieg

Das erste Geschwader wurde am 3. März 1913 aufgestellt. Es bestand aus nur sechs Flugzeugen und repräsentierte bis in den Ersten Weltkrieg hinein die gesamte Luftwaffe der Vereinigten Staaten. Der Krieg zeigte schnell die Vorteile der Luftunterstützung; Ende 1915 standen 23 Flugzeuge bereit und als die USA im April 1917 in den Krieg eingriffen, hatte die Luftwaffe 24 Geschwader aufgestellt, die allerdings längst nicht alle komplett ausgerüstet waren. Im Mai 1918 wurde die Luftfahrt-Abteilung vom Signal Corps getrennt und als US Army Air Service neu organisiert. Schon 740 Luftfahrzeuge gehörten zum Kriegsende im November 1918 zur US-Luftwaffe, davon sind 289 Flugzeuge und 48 Ballons bei den Kämpfen verloren gegangen; 138 Tonnen Bomben wurden abgeworfen und 756 feindliche Flugzeuge sind zerstört worden. Nach dem Krieg reduzierte sich die Anzahl der Luftwaffen-Soldaten bis Mitte 1920 drastisch auf ein Zwanzigstel der Kriegsstärke, auch der Bedarf an Ausrüstung war nun entsprechend geringer. Im Jahre 1926 wurde der Air Service zum US Army Air Corps (USAAC), blieb also Teil der US Army. In dieser Zeit wurden auf vielen Gebieten technische Entwicklungen vorangetrieben, wie beispielsweise die Luftbetankung und die Erprobung neuer Bomber (Martin B-10) und Kampfflugzeuge. Die Zahl der Flugzeuge stieg von unter 1000 (1926) auf 1700 (Mitte 1932). Ab 1937 kam die B-17 Flying Fortress zum Einsatz.

Zweiter Weltkrieg

Schließlich beschloss die Regierung unter Präsident Franklin D. Roosevelt Anfang 1939, den Bestand auf 6.000 Maschinen aufzustocken. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs 1939 und seine Folgen ließ den Bedarf an Bombern, Jägern und Aufklärern in die Höhe schnellen: Bis 1945 stieg die Flugzeugstärke auf über 60.000 Stück; viele neue Stützpunkte wurden angelegt, um das Material und die Truppen unterbringen zu können. Das USAAC ging am 20. Juni 1941 in den US Army Air Forces (USAAF) auf, die ab 1943 als eigenständiger Teil der US Army den gleichen Rang wie selbige und die US Navy erhielten. Im Zweiten Weltkrieg flogen amerikanische Bomber viele Angriffe gegen Deutschland, hauptsächlich am Tage gegen industrielle Ziele von militärischer Bedeutung (siehe beispielsweise Operation Double Strike), aber auch gegen Städte wie Hamburg und Dresden. Ab 1944 erfolgten auch Einsätze gegen Japan, im August 1945 schließlich warfen B-29 Superfortress Atombomben über Hiroshima und Nagasaki ab. Nach dem Krieg wurden die Streitkräfte neu organisiert und am 21. März 1946 drei neue Luftwaffenkommandos gegründet: Zur Unterstützung der Bodentruppen das Tactical Air Command, für die Reservestreitkräfte und Heimatverteidigung das Air Defense Command und für die strategischen Bomber und Aufklärer das Strategic Air Command, das in den Folgejahren zum mächtigsten Militärverband der westlichen Welt aufstieg. Mit der Gründung der United States Air Force (USAF) durch den National Security Act am 26. Juli (effektiv 18. September) 1947 erreichte die Luftwaffe schließlich ihre volle Unabhängigkeit.

Kalter Krieg

Während der Berlin-Blockade 1948/49 versorgten „Rosinenbomber“ hauptsächlich der USAF und der britischen Royal Air Force die Stadt fast ein Jahr lang über eine Luftbrücke, mit 278.000 Flügen und 2,1 Millionen Tonnen befördertem Material die bis heute größte Lufttransport-Operation überhaupt. Dabei kamen Transportflugzeuge wie Douglas C-54 Skymaster und Lockheed C-121 Constellation zum Einsatz. (…)

Hierarchie

Anmerkungen

1. Die Mannschaften und Unteroffiziere der US Air Force werden als enlisted bezeichnet. Wobei ab der Soldstufe E5 (SSgt) die Dienstgradgruppe der Non-commissioned officer (NCO) beginnt, welche ab der Soldstufe E7 (MSgt) auch Staff oder Senior NCO (SNCO) genannt wird. 2. Der Rang First Sergeant, der mehrfach auftaucht, ist in der Air Force kein Rang sondern eine spezielle Dienstbezeichnung für den dienstältesten Unteroffizier einer Einheit, der direkt dem Einheitskommandeur untersteht. Ähnlich dem Kompaniefeldwebel der Bundeswehr. Dieser Posten kann von Soldaten in den Soldstufen E-7 bis E-9 wahrgenommen werden (Master Sergeant, Senior Master Sergeant und Chief Master Sergeant). Kennzeichnend für einen First Sergeant ist die sogenannte französische Raute auf dem Dienstgradabzeichen. Der First Sergeant ist verantwortlich für die Moral, das Wohlergehen und das Benehmen aller ihm unterstellten Soldaten. Er ist ebenso direkter Ansprechpartner des Staffelkommandanten / Kompaniechefs in Fragen, die die Unteroffiziere und Mannschaften betreffen. Normalerweise übernimmt ein Master Sergeant diesen Posten, während in größeren Einheiten ein Senior Master Sergeant oder Chief Master Sergeant als First Sergeant eingesetzt wird. 3.: Laut US Bundesgesetz haben nur ein Prozent der Unteroffiziere der Air Force Ränge in der Soldstufe E-9 (Chief Master Sergeant und Command Chief Master Sergeant). Der Posten des Command Chief Master Sergeant (CCMS) wurde im November 1998 geschaffen. Command Chief Master Sergeants oder Command Chiefs dienen als Senior Berater für die Kommandeure ihrer Einheit. Sie sind auf hohen Kommandoebenen zu finden. Wenn in einem gemischten militärischen Verband ein Air Force Mitglied der höchste Unteroffizier ist, wird dieser auch als Command Chief bezeichnet. 4.: Der Chief Master Sergeant of the Air Force ist der höchstrangige Unterofiziergrad der gesamten Air Force, vom Chief of Staff of the Air Force persönlich ernannt. 5.: In der US Air Force dienen keine Warrant Officers mehr. Die Air Force übernahm 1947 die Warrant Officer Ränge von der US Army, aber deren Platz in der Struktur der Air Force wurde nie richtig klar. Der letzte Warrant Officer im aktiven Dienst war Chief Warrant Officer (CWO) James H. Long, der 1980 in den Ruhestand ging. CWO Bob Barrow, der letzte Warrant Officer der Air Force Reserve, schied 1992 aus dem Dienst aus. Ab diesem Zeitpunkt verschwanden die Warrant Officer Ränge aus der Air Force. 6.: Der Rang General of the Air Force (GenAF) ist der höchste Rang der US Air Force, gleichbedeutend mit einem 5-Sterne General. Dieser Rang wurde nur von einer Person getragen: Henry H. Arnold. General of the Army ist der gleichbedeutende Rang in der US Army und die beiden Abzeichen waren ursprünglich dieselben. In den 1950ern wurde das Abzeichen für den GenAF leicht verändert, um es zur neuen blauen Dienstkleidung der Air Force zu tragen. GenAF wurde nie von einem Offizier im aktiven Dienst der modernen Air Force getragen. Arnold war General of the Army und ging in den Ruhestand, bevor die Air Force von der Army getrennt und somit eine eigenständige Teilstreitkraft wurde. Nach seiner Pensionierung wurde ihm der Rang GenAF verliehen. Der äquivalente Rang der US Navy ist Fleet Admiral.

Literatur


- USAF Almanac 2005. In: Air Force Association [http://www.afa.org/default.asp] (Hrsg.): Air Force Magazine Vol. 88, No. 5, Mai 2005, S. 44–93 ([http://www.afa.org/magazine/May2005/0505structure.pdf] PDF, 40 MB, englisch)

Weblinks


- [http://www.af.mil Webpräsenz der USAF]
- [http://www.wpafb.af.mil/museum/ USAF-Museum]
- [http://www.globalaircraft.org/ GlobalAircraft.org (.en)] ja:アメリカ空軍

Luftstreitkräfte

Luftstreitkräfte sind eine Teilstreitkraft moderner Armeen. Die Aufgaben von Luftstreitkräften liegen im Bereich der Luftaufklärung, des Angriffs aus der Luft sowie der Verteidigung des eigenen Luftraums. Dazu setzen Luftstreitkräfte bemannte und unbemannte Luftfahrzeuge sowie Flugabwehrsysteme ein und betreiben die dazu erforderliche Infrastruktur (z.B. Flugplätze), Sensoren, Kampfführungsanlagen und Fernmeldesysteme.

Luftstreitkräfte


- Luftwaffe der Deutschen Bundeswehr
- Luftstreitkräfte des österreichischen Bundesheeres
- Luftwaffe (Schweiz)
- Luftstreitkräfte der NVA
- United States Air Force
- Royal Air Force
- Armée de l'Air

Siehe auch


- Militärische Luftfahrt
- Luftkrieg
- Kampfjet
- Tankflugzeug
- Aufklärungsflugzeug
- Bomber

Weblinks


- Luftstreitkräfte Deutschland - [http://www.luftwaffe.de Luftwaffe]
- Luftstreitkräfte Österreich - [http://www.bmlv.gv.at/sk/lusk/index.shtml Die österreichischen Luftstreitkräfte]
- Luftstreitkräfte Schweiz - [http://www.vbs-ddps.ch/internet/luftwaffe/de/home.html Schweizer Luftwaffe/Swiss Air Force] Kategorie:Allgemeine Truppenkunde Kategorie:Militärische Luftfahrt ja:空軍

USA

Die Vereinigten Staaten von Amerika (engl.: United States of America, kurz: USA) sind eine Bundesrepublik in Nordamerika. Sie grenzen im Norden an Kanada und (über die 100 km breite Beringstraße mit dem Bundesstaat Alaska) an Russland, im Süden an Mexiko, im Osten an den Atlantik und im Westen an den Pazifik. Die Vereinigten Staaten entstanden 1776 mit der Unabhängigkeitserklärung der britischen Kolonien in Amerika und gewannen durch starke Industrialisierung und massive Immigration aus Europa im 19. Jahrhundert rasch an Einfluss. Am Ende des 20. Jahrhunderts waren sie nach der Überwindung des totalitären Faschismus (im 2. Weltkrieg) und Kommunismus (im Kalten Krieg), zu der sie wesentlich beitrugen, die einzige verbliebene Supermacht. Seit etwa der Mitte des 20. Jahrhunderts sind die USA weltweit die weltpolitisch, wissenschaftlich, wirtschaftlich, (populär)kulturell und militärisch führende Macht. In all diesen Gebieten prägen sie die Gegenwart in einem Maße wie kein anderes Land der Welt.

Geographie

Hauptartikel: Geographie der USA Das Kernland der USA besteht aus 48 Bundesstaaten und dem District of Columbia (D.C.), die innerhalb einer gemeinsamen Grenze liegen. Inklusive der beiden Bundesstaaten Alaska und Hawaii, die außerhalb dieses Kernlandes liegen, zählen die USA 50 Bundesstaaten. Das Landschaftsbild ist sehr vielfältig: es gibt Waldgebiete und Mittelgebirge an der Ostküste, Mangrovenwälder im subtropischen Florida, die Flusssysteme von Mississippi und Missouri, weite Ebenen im Zentrum des Landes, große Gebirgszüge wie die Rocky Mountains, trockene Wüsten im Südwesten, gemäßigte Regenwälder im Nordwesten und Küstengebirge an der Westküste der USA. Hinzu kommen die arktische Region der Tundra in Alaska und die tropischen Inseln von Hawaii mit dem 4.170 Meter hohen Vulkan Mauna Loa. Das Kernland der USA liegt zwischen dem 24. und 49. nördlichen Breitengrad und zwischen dem 68. und 125. westlichen Längengrad und ist in vier Zeitzonen eingeteilt. Alaska und Hawaii sowie die politisch an die USA angeschlossenen Außengebiete (beispielsweise Puerto Rico und Guam) liegen außerhalb dieser Zone. Im Norden grenzt das Kernland an Kanada, im Süden an Mexiko und an den Golf von Mexiko. Im Osten liegt der Atlantische Ozean und im Westen der Pazifische Ozean. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwa 2.500 km. Zwischen Atlantik und Pazifik liegen rund 4.500 km. Hawaii ist eine Inselkette im Pazifischen Ozean. Alaska liegt nordwestlich von Kanada und ist durch die Beringstraße von Russland getrennt.
- Grenze zu Kanada: 8.895 km (davon 2.477 km zwischen Alaska und Kanada)
- Grenze zu Mexiko: 3.326 km
- Küstenlinie: 19.924 km

Fläche

Die Vereinigten Staaten sind der flächenmäßig drittgrößte Staat der Erde nach Rußland und Kanada.
- Fläche der 50 Bundesstaaten (inkl. District of Columbia): 9.629.891 km²
- Landmasse: 9.158.453 km²
- Wasserfläche: 47.356 km² Siehe auch: Liste der US-amerikanischen Staaten nach Fläche sortiert

Bevölkerung

Bevölkerungsgruppen

Die USA gelten traditionell als Schmelztiegel (melting pot) der Völker. Die ersten kolonialen Einwanderer auf dem von Indianern besiedelten Kontinent waren Europäer; anfänglich vorrangig spanischer, französischer und englischer Herkunft. Ab Mitte des 18. und verstärkt zur Mitte des 19. Jahrhunderts folgten Europäer deutscher und irischer Herkunft. Später kamen Einwanderer aus anderen Regionen Europas, vor allem aus Italien, Skandinavien und Osteuropa. Die europäischstämmigen US-Amerikaner bilden heute 74 % der Bevölkerung der USA. deutscher Afro-Amerikaner, Nachfahren der afrikanischen Sklaven, stellen etwas mehr als 13 % Bevölkerungsanteil. Sie leben vor allem im Süden der USA und in den großen Industriestädten des Nordens, wie z. B. Detroit. Asiatische Einwanderer, z. B. aus China, Japan, Korea, Indien und den Philippinen bilden noch eine relativ kleine Gruppe (ca. 4 %). Die Einwanderungspolitik war Anfang des 20. Jahrhunderts gegenüber Asiaten besonders restriktiv. Heute zeigen sich weiterhin sozialstrukturell große Unterschiede zwischen weißer und schwarzer Bevölkerung: Schwarze haben im Durchschnitt ein geringeres Einkommen, eine kürzere Lebenserwartung, eine schlechtere Ausbildung und eine höhere Kriminalitätsrate. Die Ursachen dafür und mögliche Wege der Problembehebung sind innerhalb der USA heftig umstritten. Nicht nur in den Südstaaten sind Wohngegenden und nicht-öffentliche Einrichtungen - wie die sozial wichtigen Kirchen oder private Organisationen - oft faktisch noch nach Rassen getrennt, wenn auch die formale Trennung inzwischen ungesetzlich und verpönt ist. Vielfach liegt dies ebenfalls an den ökonomischen Unterschieden. Vor allem im Südwesten der USA und in Florida gibt es einen hohen Bevölkerungsanteil lateinamerikanischer (hispanischer) Herkunft. Sie werden in den Statistiken separat geführt, unabhängig von ihrer ethnischen Herkunft. Ihr Anteil wuchs in den letzten Jahrzehnten stetig (bis 2004 auf knapp 13 %), da viele Lateinamerikaner vor der wirtschaftlichen Not ihrer Heimatländer in den Norden fliehen. Sie leben oft als illegale Einwanderer und halten stark an ihrer Kultur und Sprache fest. Die Indianer ("Native Americans") (siehe auch Indianer Nordamerikas) bilden heute eine kleine, jedoch langsam wieder wachsende Minderheit; nur in Alaska erreichen sie eine zweistellige Prozentzahl der Bevölkerung. Ebenfalls relativ viele Indianer leben in South Dakota und Oklahoma.

Sprachen

Die am meisten gesprochene Sprache in den USA ist historisch bedingt amerikanisches Englisch. Daneben werden aber auch noch vereinzelt die vielen Sprachen der amerikanischen Ureinwohner und zunehmend die Sprachen anderer immigrierter Ethnien gesprochen, insbesondere Spanisch, aber auch Koreanisch, Chinesisch und Vietnamesisch. Französisch, Polnisch und Deutsch, die aufgrund früherer Migrationswellen in bestimmten Regionen einst eine wichtige Rolle spielten, werden heute fast nur noch als Fremdsprache gesprochen. Die USA als Ganzes haben keine Amtssprache, jedoch werden alle amtlichen Schriftstücke auf Englisch verfasst. In einigen Bundesstaaten ist Englisch Amtssprache, einzelne Staaten und Territorien definieren sich jedoch als zwei- oder dreisprachig. Siehe auch:

- Gesellschaft der USA
- Deutsche Sprache in den USA
- Deutsche in den USA
- Das amerikanische Spanisch der USA
- Französisch in Louisiana
- Französisch in Neuengland
- Liste US-amerikanischer Persönlichkeiten

Religion

Im Jahr 2004 bezeichneten sich 54 % der Bevölkerung als protestantisch, 25 % als römisch-katholisch, 10 % gaben keine religiöse Überzeugung an (aber nur 0,3 bis 0,5 % waren explizit Atheisten oder Agnostiker), 3 % waren Mitglied einer orthodoxen Kirche, 2 % waren Mormonen, 2 bis 3 % Juden und weniger als 2 % moslemisch. Kleinere Gruppen, je 0,3 bis 0,5 %, bezeichneten sich als Buddhist, Hindu oder hingen dem Unitarismus an. Die größte einzelne Konfession war die Römisch-Katholische Kirche, gefolgt von der Southern Baptist Convention, der United Methodist Church und den Mormonen. Die Zahl der praktizierenden Christen ist im Vergleich zu anderen westlichen Industrieländern sehr hoch. Allerdings hat auch hier der Bevölkerungsanteil, der sich zum Christentum bekennt in den Jahren von 1990 (86,2 %) bis 2004 (81 %) abgenommen

Geschichte

Hauptartikel Geschichte der USA Das Gebiet der heutigen USA wurde vor Jahrtausenden durch die Vorgänger der späteren Indianerstämme besiedelt. Die schriftliche Geschichtsschreibung beginnt jedoch erst mit der Ankunft der europäischen Siedler im 16. Jahrhundert. Die erste europäische Siedlung auf dem heutigen US-Gebiet war von den Spaniern in St. Augustine, Florida, im Jahr 1565. Die politische Geschichte der USA geht jedoch aus den 13 britischen Kolonien hervor, deren Besiedlung mit der Gründung von Jamestown, Virginia im Jahr 1609 anfing. Der Ankunft der Mayflower in Plymouth Colony (später mit Massachusetts Bay Colony zu Massachusetts zusammengefügt) 1620 ist ebenfalls für viele US-Amerikaner ein wichtiges symbolisches Datum. Schwedische Kolonien an der Delaware-Bucht und niederländische Siedlungen um New York (damals Nieuw Amsterdam) waren nicht von Dauer bzw. wurden von den englischen Siedlern assimiliert. Französische Siedlungen entlang der Mississippi- und St.-Lorenz-Flüsse fielen 1763 an Großbritannien oder (westlich des Mississippi) an Spanien, das auch eigene Kolonien im Südwesten und in Florida hatte. Die spanischen Gebiete nahmen an der Revolution, die durch die Unabhängigkeitserklärung am 4. Juli 1776 ausgelöst wurde, nicht teil. Nach dem Unabhängigkeitskrieg, der im Vertrag von Paris 1783 endete, wurden die USA durch Großbritannien als eigenständiger Staat anerkannt. Zur Zeit des Unabhängigkeitskrieges lebten etwa zwei Millionen Weiße und 500.000 versklavte Schwarze in den ursprünglichen 13 Kolonien. Jenseits der Appalachen erstreckte sich bis zum Mississippi-Fluss ein weiteres, großes Gebiet, das etwa zehn Millionen Ureinwohner („Indianer“) bewohnten. Diese Konstellation ergab zwei wichtige Themen für die kommende Entwicklung der Nation: Die weitere Landnahme Richtung Westen zu Lasten der Indianer sowie die Auseinandersetzung um die Sklaverei, die später den Kampf um die Bürgerrechte der Nachkommen der ehemaligen Sklaven bestimmte. Nördlich des Ohio-Flusses, im sogenannten Northwest Territory, aus der die späteren Bundesstaaten Ohio, Indiana, Michigan, Illinois, und Wisconsin hervorgingen, wurde die Sklaverei verboten. Ein Vermessungssystem von Quadraten ("Sections"), die eine Quadratmeile groß sind, wurde eingeführt, was noch heute für das Verkehrsnetz und die kommunalen Gemeindegrenzen dieses Gebiets prägend ist. Um die öffentlichen Schulsysteme zu finanzieren, wurde vereinbart, dass der Verkaufserlös von der 16. Section einer jeden Township (36 Sections) zugunsten der Schulen ging. Nachdem sich die 1777 verabschiedeten und 1781 ratifizierten Konföderationsartikel als zu schwach erwiesen hatten, um das Überleben des jungen Staatenbundes zu gewährleisten, wurde 1787 in Philadelphia eine Verfassung geschrieben, welche die modernste Verfassung der damaligen Zeit war, und die heute die älteste noch gültige geschriebene Staatsverfassung der Welt ist.

Indianerpolitik

Die US-Indianerpolitik wurde bis etwa 1820 von einer vorsichtigen Erweiterung der europäischen Siedlungen geprägt, die im wesentlichen die vormalige Politik der europäischen Mächte in den USA fortsetzte. Mit der Präsidentschaft Andrew Jacksons und dem Trail of Tears begann eine verstärkte Landnahme und Besiedlungspolitik, die zu kriegerischen Auseinandersetzungen führte. Die Indianer-Kriege zogen sich mit größeren Unterbrechungen bis zum Massaker von Wounded Knee in South Dakota 1890 hin. 1900 wurden nur noch 237.000 Indianer gezählt, wobei nicht nur Krieg, sondern auch Krankheiten, gegen die sich die Ureinwohner keine Immunität entwickelt hatten, und ethnische Vermischung mit den Neuankömmlingen zu diesem Rückgang geführt haben. Bis die Ureinwohner des Kontinents volle Bürgerrechte erhielten, dauerte es bis 1924.

Sklaverei und Rassentrennung

South Dakota]] Obwohl die Einfuhr von weiteren Sklaven aus Übersee 1808 verboten wurde, hatte sich die Zahl der Sklaven bis 1860 auf etwa vier Millionen erhöht. Die Sklavenfrage entzweite zunehmend die Süd- von den Nordstaaten, da in den Nordstaaten die Industrialisierung einsetzte, dagegen die Südstaaten mit ihren riesigen Baumwollplantagen auf die Sklaverei angewiesen zu sein glaubten. Im Norden gewannen Bewegungen wie die Abolitionists, die die Abschaffung der Sklaverei forderten, starken Zulauf, stand doch diese in deutlichem Widerspruch zur Verheißung der Unabhängigkeitserklärung "all men are created equal" (alle Menschen sind gleich geschaffen). Der Krieg gegen Mexiko (1846-48) verstärkte diese Spannungen, da viele im Nordosten des Landes in diesem Krieg eine ungerechtfertigte Landnahme zugunsten der Ausbreitung der Sklavenstaaten sahen. Nachdem 1860 Abraham Lincoln für die neu gegründeten Republikaner zum Präsidenten gewählt wurde, traten elf Südstaaten aus der Union aus. Dies bedeutete den Beginn des Sezessionsskrieges (1861–1865). Die Nordstaaten gingen als Sieger daraus hervor, und die Sklaverei wurde abgeschafft. Die Schwarzen erhielten mit dem Civil Rights Act von 1866 und dem 14th Amendment von 1868 formal das volle Bürgerrecht. Nach dem Ende der militärischen Besetzung der Südstaaten durch die Nordstaaten (Reconstruction) 1876 haben erstere schnell (Jim-Crow-)Gesetze erlassen, welche die Bürgerrechte der Schwarzen wieder einschränkten. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Bürgerrechtsbewegung konnten die letzten formellen Ungleichbehandlungen aufgehoben werden. Ein sehr wesentlicher Schritt dahin war die Aufhebung der Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen durch den Supreme Court 1954 (Brown v. Board of Education), das ein Urteil des gleichen Gerichts (Plessey vs. Ferguson) aus dem Jahr 1896 aufhob. Der Schulbesuch von Schwarzen in "weißen" Schulen musste teilweise mit Hilfe der Nationalgarde durchgesetzt werden; im öffentlichen Leben (insbesondere im Süden) herrschte bis in die 1960er Jahre hinein Rassentrennung. In Louisiana zum Beispiel war es nicht ungewöhnlich, dass Ku-Klux-Klan-Mitglieder ins Parlament gewählt wurden. Martin Luther King war die Galionsfigur der gewaltlosen Bürgerrechtsbewegung, und 1963 hielt er anlässlich eines Protestmarschs in Washington seine berühmte Rede „I have a Dream...“. 1968 wurde er in Memphis ermordet. Auch in den folgenden Jahrzehnten kam es gelegentlich zu Rassenunruhen. Dennoch wurde auf Ebene der Bundesgesetzgebung schon in dieser Zeit Antidiskriminierungsregelungen (Civil Rights Act, das Restaurants, Hotels und Verkehrsunternehmen die ethnische Diskriminierung verbot) erlassen, vierzig Jahre vor den analogen Regelungen in der EU. Auch das Bewusstsein für Konzepte wie "Diversity" und die gegenseitige Rücksichtnahme sind zwischenzeitlich weiterentwickelt als in Ländern, die weniger Erfahrungen mit multikulturellen Gesellschaften haben.

Industrialisierung

1890 wurde die frontier für geschlossen erklärt: die Gebiete im Osten und im Westen des Kontinents waren faktisch zusammengewachsen. Der "Wilde Westen" war somit Geschichte. Als Folge der nach dem Sezessionskrieg einsetzenden stürmischen Industrialisierung bildeten sich riesige Trusts (Kartelle), die in ihrer Machtentfaltung auch die Regierungsgewalt beeinflussten. Daher wurde 1890 der Antitrust Act verabschiedet, als dessen Folge viele Großkonzerne zerschlagen wurden. Prominentes Beispiel: Standard Oil von John D. Rockefeller. Populistische Bewegungen, die von Bauern unterstützt wurden, setzten auch eine Regulierung der Eisenbahntarife durch und forderten (erfolglos) einen Wechsel vom Goldstandard auf eine bimetallische (Gold und Silber) Währung. Ein prominenter Vertreter dieser Bewegung war der erfolglose Präsidentschaftskandidat aus Illinois, William Jennings Bryan. Zwischen 1880 und 1910 wurde die riesige Zahl von 18 Millionen Einwanderern in die USA aufgenommen, und die USA wurden zur größten Industrienation der Welt.

Börsenkrach und New Deal

Auf den New Yorker Börsenkrach im Oktober 1929 folgte die Weltwirtschaftskrise, welche die USA in die bisher größte innenpolitische Krise stürzte. 1932 waren etwa 15 Millionen US-Amerikaner arbeitslos. Präsident Franklin D. Roosevelt legte daraufhin das Sozial- und Investitionsprogramm New Deal auf, das den Social Security Act von 1935 sowie zahlreiche öffentliche Projekte wie Straßen, Brücken, Flughäfen oder zum Beispiel auch das Tennessee-Valley-Staudamm-Projekt enthielt. Dennoch dauerte es bis Ende der 1930er Jahre, bis die Krise überwunden war.

Zweiter Weltkrieg und Nachkriegszeit

Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor traten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein, und im August 1945 gingen sie siegreich aus dem Krieg hervor. Der sich kurz darauf abzeichnende Kalte Krieg führte dazu, dass viele US-Amerikaner den Kommunismus als Feindbild betrachteten. Eine innenpolitische Folge des Kalten Krieges nach 1945 war die "McCarthy-Ära". Der republikanische Senator Joseph McCarthy profilierte sich im Senatsausschuss für unamerikanische Aktivitäten (HUAC) dadurch, dass er eine paranoide Hexenjagd auf angebliche Kommunisten veranstaltete, die er besonders unter Filmschaffenden, Politikern und Militärs vermutete. Die zu diesem Zweck inszenierten Anhörungen wurden auch oft im Fernsehen übertragen. Wer die Aussage verweigerte, musste mit Berufsverbot rechnen. Als McCarthy sogar den Präsidenten Eisenhower verdächtigte, wurde er 1954 vom Senat entmachtet.

Gesellschaftlicher Umbruch: 1960er und 1970er

Die 1950er und 1960er Jahre waren geprägt von ökonomischer Prosperität sowie dem Auftreten der Bürgerrechtsbewegung der Afro-Amerikaner. Im Zuge eines gesamtgesellschaftlichen Umbruchs entwickelte sich in den 1960er Jahren auch eine starke Bewegung gegen den Vietnamkrieg und um 1970 auch eine starke Frauenrechtsbewegung und eine wachsende Schwulenbewegung, die (anders als in Europa) schnell gemeinsam von und für Schwule und Lesben gekämpft wurde. Durch diese Bewegungen modernisierten sich die gesellschaftlichen Werte der Vereinigten Staaten. Der Versuch einer Verfassungsänderung, welche die Gleichheit von Mann und Frau vorschreiben sollte, scheiterte jedoch. Sodomiegesetze, die bis 1962 die Praxis der männlichen Homosexualität in jedem Bundesstaat verboten hatten, wurden teilweise zurückgenommen, aber 1987 als der Supreme Court sie bestätigte, existierten sie noch in der Mehrheit der Bundesstaaten und wurden erst mit einer gegenteiligen Gerichtsentscheidung 2003 aufgehoben. Die Watergate-Affäre um einen Einbruch in den Watergate-Gebäudekomplex der Demokratischen Partei, von dem Präsident Richard Nixon wahrscheinlich gewusst hat, und bei dem er die FBI-Ermittlungen zu behindern versuchte, entwickelte sich zum größten Skandal der US-amerikanischen Nachkriegsgeschichte. Um der drohenden Amtsenthebung zu entgehen, trat Nixon 1974 zurück. Die Ölkrise 1974, die 200-Jahresfeier der Unabhängigkeit 1976 und die iranische Geiselkrise 1979 waren prägende Ereignisse für die 1970er Jahre.

1980er

In den 1970er und 1980er Jahren war ein Konjunkturabschwung und ein Verfall der Bausubstanz infolge von Kriminalität und Verwahrlosung zu verzeichnen. Zum Teil wurde auf die Kriminalität mit drakonischen Gesetzen wie dem kalifornischen „Three strikes and you are out“ geantwortet, das für das dritte Delikt (auch bei Bagatelldelikten) 25 Jahre Haft vorsieht. Die Haltung zur der in 38 der 50 Bundesstaaten gesetzlich vorgesehenen und von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung befürworteten Todesstrafe spielt bei der Volkswahl von Politikern, Richtern, Staatsanwälten und Sheriffs eine wichtige Rolle.

Politik

Hauptartikel: Politisches System der USA Die USA haben ein präsidiales Regierungssystem mit einem Präsidenten (seit 2001 George W. Bush, 2004 wiedergewählt, Sohn von George Herbert Walker Bush, Präsident von 1989-1993) an der Spitze der Exekutive. Die Legislative ist der Kongress. Er setzt sich aus gewählten Repräsentanten aller 50 Bundesstaaten zusammen. Laut Verfassung hat der aus zwei Kammern bestehende US-Kongress die Budgethoheit sowie das Recht zur Gesetzesinitiative. Der Kongress hat unter anderem infolge des ihm zustehenden Budgetrechts wesentlichen Einfluss auf die US-amerikanische Politik. Allein dem Kongress kommt das Recht zu, Bundesgesetze zu erlassen und Kriegserklärungen auszusprechen. Verträge mit fremden Ländern werden vom Exekutiv unterzeichnet, bedürfen aber der Ratifizierung durch die obere Kammer des Kongresses, den Senat. Bei wichtigen Ernennungen (z. B. zu Kabinettsposten oder Richterämtern des Bundes, insbesonders dem Obersten Gericht) muss der Senat den Vorschlag des Präsidenten ebenfalls bestätigen. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses werden für zwei Jahre gewählt. Jeder Repräsentant vertritt einen Wahlbezirk seines Bundesstaates. Die Anzahl der Wahlbezirke wird durch eine alle zehn Jahre durchgeführte Volkszählung festgelegt. Senatoren werden für sechs Jahre gewählt. Ihre Wahlen finden gestaffelt statt, das heißt alle zwei Jahre wird ein Drittel des Senats neu gewählt. Die Verfassung sieht vor, dass der Vizepräsident dem Senat vorsteht. Er hat dabei kein Stimmrecht, außer bei Stimmengleichheit. Für den Fall der Abwesenheit des Vizepräsidenten benennt der Senat einen "Pro-Tempore-Vorsitzenden", einen Vorsitzenden auf Zeit. Die Mitglieder des Repräsentantenhauses wählen ihren eigenen Vorsitzenden, den "Speaker of the House". Der Sprecher (das Amt wird derzeit von Dennis Hastert bekleidet) und der Pro-Tempore-Vorsitzende (zur Zeit Senator Ted Stevens) sind Mitglieder der jeweils stärksten Partei ihrer Kammer. Bevor eine Gesetzesvorlage zum Gesetz wird, muss sie sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat durchlaufen haben. Die Vorlage wird zunächst in einer der beiden Kammern vorgestellt, von einem oder mehreren Ausschüssen geprüft, abgeändert, im Ausschuss abgelehnt oder angenommen und danach in einer der beiden Kammern diskutiert. Sobald sie in dieser Kammer angenommen ist, wird sie an die andere Kammer weitergeleitet. Erst wenn beide Kammern die gleiche Version der Gesetzesvorlage angenommen haben, wird sie dem Präsidenten zur Zustimmung vorgelegt. An der Spitze der Judikative steht als oberster Gerichtshof der Supreme Court. Die 1787 in Kraft getretene Verfassung, deren Bestimmungen einklagbar sind, hat eine große Bedeutung im politischen System der USA. Es spricht für den Erfolg und die Stabilität dieser Verfassung, dass sie bislang nur 27 Änderungen (Amendments) erfahren hat. In den USA hat sich, durch das einfache Mehrheitswahlrecht begünstigt, ein Zweiparteiensystem gebildet. Diese Parteien sind die Demokraten und die Republikaner. Sie stellen bereits Koalitionen von unterschiedlichen Strömungen dar. Neue politische Strömungen versuchen eher, Einfluss auf die Abgeordneten beider Großparteien zu nehmen, als selbstständige Parteien zu gründen. Ein Beispiel hierfür sind die American Civil Liberties Union (Demokraten) oder die fundamental-christliche Moral Majority (Republikaner). Kleinere Parteien wie die Grünen oder die Libertäre Partei sind unbedeutend, wenn auch bei Präsidentschaftswahlen mitunter die für den Kandidaten der Grünen abgegebenen Stimmen als – womöglich entscheidender – Nachteil für den demokratischen Kandidaten wahrgenommen werden. Einer der Hauptexponenten der Grünen Partei der USA ist Ralph Nader, der im In- und Ausland einen hohen Bekanntheitsgrad genießt. Siehe auch: Gesellschaft der USA, US-Präsidentschaftswahlen 2004, Gerichtsorganisation in den USA

Innenpolitik

In den 1990er Jahren erlebten die USA unter dem demokratischen Präsidenten Bill Clinton (19932001) einen länger anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung ("New Economy"). Die weitere Verwahrlosung der Städte wurde aufgehalten - so erwachten die New Yorker Stadtteile Bronx und Harlem zu neuem Leben. Einen wesentlichen Eingriff in die Sozialgesetzgebung gab es 1996, als der Bezug von Sozialhilfe auf zwei Jahre in Folge und insgesamt fünf Jahre verkürzt wurde. So kam es zu einem beträchtlichen Rückgang der Anzahl der Sozialhilfe-Empfänger. Wichtige innenpolitische Themen sind auch in den USA der Strukturwandel der Wirtschaft und der Umbau der Sozialsysteme insbesondere der Gesundheitsfürsorge. Zudem spielen überwiegend moralisch-ethische Fragen wie das Recht auf Abtreibung, die Berechtigung der Todesstrafe, die politische Anerkennung von Homosexualität oder die Frage welche Rolle christliche Werte im öffentlichen Leben spielen sollen, eine wichtige Rolle. Seit 1913 übernimmt das Federal Reserve System (Fed) die Aufgaben einer staatlichen Notenbank. Vorsitzender des Fed ist zur Zeit Alan Greenspan.

Gesundheitssystem

Das Gesundheitssystem der USA ist teilweise Weltspitze, in anderen Teilen aber in einem desolaten Zustand. Es werden jährlich etwa 1,8 Billionen US-Dollar für Gesundheit aufgewendet. Das ist im Vergleich zu Deutschland nahezu das Doppelte pro Kopf. Die Versorgungslage ist aber unzureichend: über 41 Millionen der ca. 293 Millionen US-Amerikaner sind nicht krankenversichert. Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer an illegalen Einwanderern, die ebenfalls keine Krankenversicherung haben. Viele derjenigen, die versichert sind, müssen bei sämtlichen ärztlichen Leistungen zuzahlen, andere, die in einer HMO sind, müssen bürokratische Papierkriege und lange Wartezeiten bei einer Einschränkung der Arztauswahl erdulden. 1993 scheiterte Präsident Bill Clinton mit dem Versuch der Einführung einer gesetzlichen Krankenkasse.

Außenpolitik

Die Außenpolitik der USA ist von drei großen Traditionen geprägt, die wechselnd an Einfluss gewinnen: Dem Isolationismus, der Überzeugung, ein Vorreiter für Demokratie und Menschenrechte zu sein und diese auf der Welt zu verbreiten, sowie einer seit dem Zweiten Weltkrieg offenen Betonung der Rolle als Supermacht im Sinne des politischen Realismus.

Früher Isolationismus

Die frühe US-amerikanische Außenpolitik wurde von der 1823 verkündeten Monroe-Doktrin des Präsidenten James Monroe geprägt, die verkürzt auf den Nenner „Amerika den Amerikanern“ gebracht wurde. Sie postulierte, dass sich die europäischen Mächte aus dem amerikanischen Kontinent heraushalten sollten, bei gleichzeitiger Nicht-Einmischung der USA in die Angelegenheiten anderer Staaten. Ende des 19. Jahrhunderts waren die USA jedoch zur Großmacht aufgestiegen und die frontier, das heißt die Grenze zum "unzivilisierten" Westen, war 1890 für geschlossen erklärt worden.

Frühes 20. Jahrhundert

Der erste Schritt in Richtung einer imperialistischen Außenpolitik war der spanisch-amerikanische Krieg von 1898, der den USA die Philippinen, Puerto Rico, Hawaii und Kuba einbrachte. Eine offen interventionistische Politik betrieb Präsident Theodore Roosevelt (1901–1909), der das Recht der USA beanspruchte, sich in den lateinamerikanischen Staaten als „internationaler Polizist“ zu betätigen. Diese big stick policy äußerte sich zum Beispiel darin, dass die USA 1903 Panama aus Kolumbien herauslösten, um sich von dem neu gebildeten Staat die Souveränität über die Panama-Kanal-Zone abtreten zu lassen. Während der Zeit der Weltkriege betrieben die USA die längste Zeit eine isolationistische Politik und traten erst nach der Verkündung des uneingeschränkten deutschen U-Boot-Krieges (1917) in den Ersten Weltkrieg ein. Das industrielle Gewicht der USA entschied den Krieg. Präsident Woodrow Wilson (1913–1921) reiste nach Europa, um dort eine Nachkriegsordnung zu etablieren. Sein 14-Punkte-Programm sah unter anderem die Beachtung des Selbstbestimmungsrechts der Völker sowie die Bildung eines Völkerbunds vor. Wilson konnte sich mit seinen Ideen bei Engländern und Franzosen aber nicht durchsetzen und der US-Senat verweigerte sogar den Beitritt zum Völkerbund.

1920 bis zur Nachkriegszeit

Während der nächsten zwei Jahrzehnte betrieben die USA wieder eine isolationistische Politik. Auch bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs blieben die USA zuerst neutral, jedoch wurde die formale Neutralität von Präsident F. D. Roosevelt schon ab März 1941 unterlaufen, da im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes (lend-lease bill) England massiv mit Waffenlieferungen unterstützt wurde. Am 7. Dezember 1941 traten die USA nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor in den Krieg ein. Kurz darauf erklärte das mit Italien und Japan verbündete Hitler-Deutschland den USA den Krieg. Wie schon im Ersten Weltkrieg brachte das industrielle Potenzial der USA die Entscheidung. Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 beendeten den Zweiten Weltkrieg. Bis heute heftig umstritten ist die Frage, ob die Atombomben-Abwürfe tatsächlich notwendig waren zur Erzwingung der japanischen Kapitulation. Japan hatte zu diesem Zeitpunkt den USA militärisch nichts mehr entgegenzusetzen, jedoch hätte eine US-amerikanische Invasion der japanischen Hauptinseln noch zu schweren Verlusten führen können. Die USA waren maßgeblich an der Gründung der UNO am 26. Juni 1945 in San Francisco beteiligt, die noch im Einvernehmen mit der Sowjetunion stattfand. Bald jedoch zeichnete sich eine Konfrontation mit Stalin ab, die schließlich in den Kalten Krieg mündete. Durch den Präsidenten Harry S. Truman wurde eine Politik des „roll back“, das heißt der Zurückdrängung des Kommunismus verkündet, die in der „Truman-Doktrin“ ihren Ausdruck fand. Die sagte allen Ländern zur Bewahrung ihrer Unabhängigkeit Militär- und Wirtschaftshilfe zu. Dies war eine klare Abkehr von der isolationistischen Monroe-Doktrin und fand seinen Ausdruck in der Unterstützung von Griechenland und der Türkei, sowie dem Marshall-Plan, der Westeuropa wirtschaftlich auf die Beine helfen sollte. Der Kalte Krieg erreichte einen ersten Höhepunkt mit der sowjetischen Berlin-Blockade 1948/49, auf die die USA mit der Berliner Luftbrücke antworteten. 1949 wurde die NATO als Militärbündnis zwischen den USA, Kanada und Westeuropa gegründet.

Kalter Krieg

Es kam in den folgenden Jahrzehnten zu einem atomaren Wettrüsten zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt, das beiden Seiten ab den 1960er Jahren eine mehrfache „Overkill-Kapazität“ verschaffte. Gefährliche Konfrontationen des Kalten Krieges waren der Korea-Krieg (1950-53) und die Kuba-Krise (1962), bei der die Welt nur knapp einem Dritten Weltkrieg entging. Durch den Kernwaffen-Sperrvertrag (1968) und die SALT-Verhandlungen (1969) wurde versucht, die gefährliche Situation zu entschärfen. Der Vietnam-Krieg, in den die USA 1964 (Tongking-Zwischenfall) offen eingriffen, nachdem sie zuvor schon Militärberater entsandt hatten, entwickelte sich zu einem militärischen und moralischen Fiasko, und die Niederlage wurde mit dem Abzug der US-Truppen 1973 besiegelt. Der beherrschenden Maxime der US-Außenpolitik, den kommunistischen Machtbereich einzudämmen, wurde in den 1960er und 1970er Jahren oft die Glaubwürdigkeit als Verbreiter demokratischer Werte geopfert. Es wurden Militärdiktatoren und Kleptokraten wie Somoza in Nicaragua, Pinochet in Chile, Marcos auf den Philippinen oder Mobutu in Zaire unterstützt, so lange sie nur antikommunistisch waren. Nach dem Vietnam-Krieg zeigte sich eine Desorientierung und Ratlosigkeit der US-Außenpolitik, die im Schwanken zwischen einer Abkehr von Interventionismus und Demonstration militärischer Stärke (Carter-Administration) und dessen Gegenteil (nach der sowjetischen Invasion in Afghanistan) ihren Ausdruck fand. Unter der Reagan-Administration (1981-89) wurde (wie vor dem Vietnam-Krieg) wenig Rücksicht darauf genommen, ob die strategischen Verbündeten die Menschenrechte respektierten. Auch stellt sich die Frage nach einem hinreichenden Verständnis fremder Kulturkreise durch die US-Außenpolitik. Deren mangelnde Voraussicht zeigte sich auch darin, dass die US-Unterstützung oft den aus heutiger Sicht falschen Leuten zugute kam: So wurde nach dem Ausbruch des ersten Golfkriegs zwischen Iran und Irak (1980–88) aus Angst vor den Mullahs in Teheran der irakische Diktator Saddam Hussein (hauptsächlich durch Satelliten-Aufklärung) unterstützt, was sich später als schwerer Fehler erweisen sollte. In diesen Zusammenhang gehört auch ein Vorgang, der sich zum größten Skandal der Reagan-Ära entwickelte, die Iran-Contra-Affäre: 1986 verkauften die USA nach Vermittlung durch Sicherheitsberater Robert McFarlane und Oberst Oliver North Waffen (hauptsächlich Panzerabwehrraketen) auch an den Iran. Das daraus erlöste Geld wurde zur Unterstützung der Gegner der Sandinisten in Nicaragua, der so genannten Contras verwendet. Auch die Geld- und Waffenlieferungen an die Mujaheddin in Afghanistan erwiesen sich als zweischneidig: Das Ziel, die Sowjetunion in die Knie zu zwingen, wurde zwar erreicht, aber so auch radikal-islamische Gruppen gestärkt. Unter Präsident Ronald Reagan (1981–89) strebte die ideologische Auseinandersetzung mit der Sowjetunion dem Finale zu. Reagan bezeichnete die Sowjetunion wiederholt in Anlehnung an religiöse Terminologie als „Reich des Bösen“ (evil empire), das es zu Tode zu rüsten gelte. Die Rüstungsausgaben wurden erhöht und ein so genanntes „Star-Wars-Programm“ (SDI-Projekt, Krieg der Sterne) aufgelegt. 1985 und 1986 traf er sich jedoch auch mit seinem sowjetischen Amtskollegen Gorbatschow zu Abrüstungsverhandlungen unter der Bezeichnung START (Strategic Arms Reduction Talks). Letztlich war diese Politik erfolgreich, denn mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion (1991) war der Kalte Krieg beendet. Die USA sind seither die einzige Supermacht und nach eigener Auffassung Ordnungsmacht der Welt.

Die Außenpolitik der Regierung Clintons

Präsident Clinton zeichnete verantwortlich für die US-Außenpolitik zwischen dem Ende des Kalten Krieges und dem Regierungsantritt von George W. Bush, und zwar mit der Hilfe von Außenminister Warren Christopher (erste Amtszeit) und Madeleine Albright (zweite Amtszeit), der ersten Außenministerin in der Geschichte der USA. Beobachter haben von der Außenpolitik Clintons behauptet, er habe wohl das Ziel "die Sozialarbeit der Welt" zu übernehmen, da viele der Aktivitäten sich auf Werteänderungen in eher ärmere, strategisch nebensächlichen Ländern konzentrierten, darunter auch Somalia, Haiti, und Bosnien. Das Engagement in Somalia, unter George Bush sen. begonnen, hatte als Ziel die Entmachtung der Warlords, besonders Mohammed Aidids. Nachdem US-Fernsehsender Bilder übertrugen, die den Leichnam eines US-Soldaten zeigten, der durch die Straßen von Mogadischu geschleppt wurde, überließen die Sondereinsatztruppen das Land seinem Schicksal. Mit der Invasion Haitis 1994 wurde der demokratisch gewählte Jean-Bertrand Aristide an die Macht gebracht und der Militärdiktator Raoul Cedras abgesetzt; die weiteren Probleme des Landes, das 1915 bis 1934 unter US-Besatzung gelebt hatte und unter Cedras von einem Embargo der USA betroffen war, wurden nicht gelöst. Nachdem sich die europäischen Staaten als unfähig erwiesen hatten, nach dem Zerfall Jugoslawiens den Balkan zu befrieden, griffen US-Truppen 1995 und 1999 im Rahmen der Nato in Bosnien und Serbien ein, was den Sturz des Diktators Milosevic zur Folge hatte. Versuche, im Nahen Osten einen Frieden zwischen Israel und Palästina zu erreichen, erlitten mit dem Attentat auf Jitzhak Rabin einen großen Rückschritt und waren letztlich erfolglos. Clinton reagierte auf Provokationen des irakischen Diktators Saddam Hussein mit sporadischen Luftschlägen, sowie Vergeltungsschlägen gegen Einrichtungen im Sudan und Afghanistan nach Terroranschlägen auf die US-Botschaft in Nairobi und ein US-Kriegsschiff im Jemen, die man dem damals schon bekannten Al-Qaida-Netzwerk des Osama bin Laden zur Last legte. Diese Einzelaktionen, die zumeist im Kontext von UNO- oder NATO-Resolutionen stattfanden und bei den westeuropäischen Verbündeten zu keinen oder nur geringen diplomatischen Differenzen führten, wurden nicht vor der Öffentlichkeit als Teil eines dauernden Kriegszustands gerechtfertigt, wie es später mit George W. Bushs Krieg gegen den Terrorismus der Fall war.

Die Außenpolitik der Regierung George W. Bush und die Terroranschläge am 11. September 2001

Schon bald nach Amtsantritt von Präsident George W. Bush am 20. Januar 2001 zeigte sich dessen Neigung zum Unilateralismus, die im Misstrauen gegenüber multinationalen und multilateralen Institutionen ihren Ausdruck findet. Bush ist kritisch gegenüber der UNO eingestellt, der er die Unterstellung von US-Soldaten verweigert. Außerdem glaubt Bush, durch verbindliche Verpflichtung zur Einhaltung von multinationalen Verträgen die außenpolitische Handlungsfähigkeit der USA aufs Spiel zu setzen (Beispiel: Kyoto-Protokoll). Anklänge an diese neue republikanische Außenpolitik fanden sich schon Mitte der 1990er Jahre in Reden und Anträgen von Newt Gingrich und Jesse Helms. Weder bei "traditionelleren" Republikanern, wie Bob Dole, John McCain, oder Richard Lugar, noch bei den Demokraten fand diese Politik Zustimmung. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York sowie das Pentagon in Washington, die von radikalen Islamisten durchgeführt wurden, verkündete George W. Bush einen weltweiten Krieg gegen den Terrorismus, was zunächst auch in weiten Teilen der Bevölkerung Zustimmung fand. Bush erfand in Anlehnung an Ronald Reagan die Formel von einer "Achse des Bösen" (axis of evil), der er so genannte Schurkenstaaten (rogue states) zurechnet. Zu diesen zählt er den Iran, den Irak, Kuba und Nord-Korea. Im Oktober 2001 wurde durch einen Feldzug in Afghanistan das radikal-islamische Taliban-Regime verjagt, das den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge, Osama bin Laden, beherbergt hatte. Ebenfalls im Namen des Krieges gegen den Terrorismus begann im März 2003 der Krieg (sog. Dritter Golfkrieg) gegen den Irak mit dem Ziel, den Diktator Saddam Hussein zu stürzen. Die USA warfen dem Irak u. a. vor, Massenvernichtungswaffen zu besitzen und Kontakte zu Bin Laden zu unterhalten, wodurch der Irak eine Bedrohung für die Welt gewesen sei. Insbesondere der Krieg gegen den Irak ist völkerrechtlich umstritten, da er ohne ein explizites UNO-Mandat erfolgte und einige der Kriegsbegründungen (insbesondere der Verdacht auf den Besitz von Massenvernichtungswaffen und Kontakte zu Bin Laden) sich im Nachhinein als unzutreffend herausstellten, womit sich die Frage nach einer bewussten Täuschung der Weltöffentlichkeit durch die Bush-Administration erhebt. Dem US-amerikanischen Militär gelang es schnell, den Irak militärisch zu besiegen und das Regime Saddam Husseins zu stürzen. Dennoch konnte der Irak bislang nicht befriedet werden. Zahlreiche zum Teil von Selbstmordattentätern durchgeführte Sprengstoffanschläge forderten auf Seiten der US-Truppen inzwischen mehr Todesopfer als die eigentlichen Kampfhandlungen bis Mai 2003, was dazu führte, dass sich einige Staaten der Koalition der Willigen bereits im Frühling 2004 wieder aus dem Irak zurückzogen. Im Juni 2004 wurde die Regierungsgewalt an eine irakische Übergangsregierung übergeben. George W. Bushs Hinwendung zu einem strategischen Konzept der Präemption kann als Abkehr von der bisherigen US-amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik gewertet werden, die auf Abschreckung, Eindämmung sowie der Einwirkung der so genannten soft power (d. h. der Attraktivität ökonomischer und kultureller Einflussnahme) basiert hatte. Unter George W. Bush beträgt der Verteidigungsetat etwa 400 Milliarden US-Dollar, was bedeutet, dass das US-Militär-Budget so hoch ist wie das der in der Liste nachfolgenden neun Staaten zusammen. Der Haushaltsansatz für Entwicklungshilfe betrug im Haushaltsjahr 2003/04 fast 20 Milliarden US-Dollar, ohne die Aufbauhilfe für Irak, die wiederum ebenfalls so groß ist. Als Anteil am Bruttosozialprodukt ist diese Summe relativ gering im Vergleich zu anderen Industrienationen, als absolute Summe jedoch das größte einer Nation auf der Welt. Von den 20 Milliarden US-Dollar gehen etwa die Hälfte an Israel und Ägypten (seit den Camp-David-Verträgen 1979). Andere Schwerpunkte sind Kolumbien, Bolivien, Peru, Afghanistan, Pakistan, Indonesien, die Türkei und Jordanien, unter anderem wegen des "Kriegs gegen den Drogenanbau" und des Kriegs gegen den Terrorismus. Siehe auch: Außenpolitisches System der USA | :Kategorie:US-Außenpolitik | US-Interventionen im Ausland Literatur:
- Christian Hacke: Zur Weltmacht verdammt, die amerikanische Außenpolitik von J.F. Kennedy bis G.W. Bush, Ullstein ISBN 3-548-36722-4
- Michael R. Beschloss / Strobe Talbott:
Auf höchster Ebene, das Ende des Kalten Krieges und die Geheimdiplomatie der Supermächte 1989-91, ECON, ISBN 3-612-26166-5
- [http://usinfo.state.gov/usa/infousa/trade/files/98-916.pdf Congressional Research Service, Bericht an den Kongress zum Thema Entwicklungshilfe, 2004]

Gliederung

US-Interventionen im Ausland Im Jahr 2002 gab es laut Zensus- und Volkszählungsbüro 87.900 lokale Regierungseinheiten in den Vereinigten Staaten, einschließlich Ortschaften, Kreise, Siedlungen, Schul- und andere Bezirke. Mehr als drei Viertel der Bürger der Vereinigten Staaten leben in großen Städten oder deren Vorstädten (Liste der Städte in den USA). Liste der Städte in den USA Ein County ist eine Untereinheit der meisten Bundesstaaten. In Louisiana heißen sie "Parishes" und in Alaska gibt es sie nicht, sondern lediglich statistische Unterteilungen. In Virginia und Missouri gibt es zudem Städte, die keinem County zuzuordnen sind. Bei Großstädten (z. B. Philadelphia) kommt es vor, dass die Grenzen von Stadt und County gleich sind; die Stadt New York nimmt sogar 5 Counties ein, die jeweils ein Borough sind. Es ist nicht selten, dass Städte und sogar Dörfer eine County-Grenze überschreiten. Die Regierungsformen der Counties und auch deren Befugnisse sind von Staat zu Staat sehr unterschiedlich, manchmal sogar innerhalb eines Staates, wenn der Landtag verschiedene Formen zur Auswahl vorgegeben hat. Manche erlassen Steuern, fast alle nehmen Kredite auf und treiben Steuern ein. Sie haben Angestellte, sind sehr oft für die Beaufsichtigung von Wahlen zuständig und bauen und unterhalten Straßen und Brücken (manchmal im Auftrag des Bundes oder Landes). Sozialhilfeprogramme werden teilweise von ihnen durchgeführt, aber teilweise von den Townships, die, insbesonders im Mittleren Westen nicht deckungsgleich mit den Kommunen sind, sondern aus 36 Quadratmeilen, die in der Landesvermessung aus dem 18. Jahrhundert bestimmt worden sind, bestehen. Ein besonderer Aspekt bei manchen kleineren Städten, der selten und überwiegend in den Neuenglandstaaten vorkommt, ist das "town meeting". Einmal im Jahr – bei Bedarf auch häufiger – kommen alle registrierten Wähler einer Stadt zu einer öffentlichen Versa


US-Streitkräfte

Die Streitkräfte der USA sind die nach Mannstärke zweitgrössten der Welt. Sie sind ein hierarchisch aufgebautes Militär. Im Groben reicht die Befehlskette vom Offizierskorps (Officers) über die Unteroffiziere (Non-commissioned officers) zu den Mannschaftsgraden (Enlisted ranks). Im Gegensatz zu anderen Ländern entscheiden keine anderen Faktoren als Fähigkeiten und erbrachte Leistungen über die Aufnahme in das Offizierskorps. Es können bei der jährlichen Beförderungsrunde jedoch Schwerpunkte auf bestimmte Bereiche gelegt werden. Es gibt eine große Anzahl an militärischen Auszeichnungen, die die Leistungen und Qualifikationen des militärischen Personals würdigen und langfristig die Moral der Truppe stärken sollen. Am 26. Juli 1948 unterzeichnete der damalige Präsident der Vereinigten Staaten Harry S. Truman die Executive Order 9981, die die Rassentrennung im US-Militär formal aufhob. Bekennenden Homosexuellen wird der Dienst an der Waffe weiterhin untersagt. (siehe Don't ask, don't tell.) Frauen stehen die Streitkräfte grundsätzlich offen, sie dürfen per Gesetz jedoch nicht ins Kampfgeschehen eingreifen, was sich jedoch aufgrund der momentan deklarierten asymmetrischen Kriegsführung manchmal nur schwer verhindern lässt. In den letzten Jahren hat es im US-Militär die weitreichende Tendenz gegeben, Frauen immer mehr Einsatzfelder zu öffnen. (Für eine exemplarische Auflistung der den Frauen offenstehenden Einheiten und Tätigkeiten siehe [http://www.goarmy.com/JobDetail.do?id=47]). Die US-Streitkräfte werden unterteilt in:
- United States Army (Heer)
- United States Navy (Marine)
- United States Marine Corps (Marineinfanterie)
- United States Air Force (Luftwaffe)
- United States Coast Guard (Küstenwache) Letztere wird in Friedenszeiten vom "Department of Homeland Security" verwaltet, im Verteidigungsfall vom "Department of the Navy". Department of the Navy] Die Streitkräfte bestehen aus etwa 1,4 Millionen Soldaten. Mit allen Abteilungen der Reserve ergibt ihre Stärke knapp 2 Millionen Mann. Oberbefehlshaber ist der US-Präsident. Seit 1973 setzen sich die US-Streitkräfte aus männlichen und weiblichen Freiwilligen zusammen, dennoch werden im "Selective Service System" alle männlichen Staatsbürger über 18 Jahren registriert. Die jährlichen Ausgaben für die Unterhaltung der Streitkräfte belaufen sich auf ungefähr 399 Milliarden US-Dollar (329 Milliarden EUR). Die USA sind die einzige Nation in der Welt, die ihre militärische Ausgaben seit dem Kalten Krieg kaum reduziert haben. Im internationalen Vergleich liegen die USA damit auf dem ersten Platz, gefolgt von Japan (46,9 Mrd. USD) und Großbritannien (37,1 Mrd. USD) [http://www.mod.uk/aboutus/keyfacts/budget.htm#1]. Der US-Anteil an den weltweiten Militärausgaben beträgt 40 Prozent.

Stärke

Großbritannien-Kampfpanzer.]] Kampfpanzer beherrschen die Weltmeere.]] Kampfpanzer kostet über 2 Mrd. $ pro Stück.]] Das Militär der Vereinigten Staaten ist hinsichtlich der Kampfkraft, die sie weltweit in einer sehr hohen Geschwindigkeit aufbauen, und wenn notwendig, langfristig aufrechterhalten kann, einzigartig. Auch wenn es amerikanischen Partnern innerhalb der NATO möglich ist, militärische Übersee-Expeditionen zu unternehmen, so sind die Vereinigten Staaten als einzige Nation in der Lage, einen größeren regionalen Krieg außerhalb der Heimat auf einem anderen Kontinent zu führen. Entsprechend wird daraus ein doktrinaler Anspruch abgeleitet. Die USA sind darüber hinaus eine der wenigen Nationen, die eine gewisse Anzahl an Atomwaffen unterhalten und als einzige zu einem offensiven Einsatz dieser bereit sind. Um weltweit einsetzbar zu sein, investieren die USA einen beträchtlichen Teil ihres Militärbudgets in logistische und Transportkapazitäten, was den Aufbau an Kampfkraft je nach Bedarf garantiert. Die Luftwaffe unterhält eine große Flotte von C-5 Galaxy-, C-17 Globemaster III- und C-130 Hercules-Transportflugzeugen. Die Marineinfanterie der Vereinigten Staaten, das United States Marine Corps, verfügt über sieben sogenannte Marine Expeditionary Units (MEU, Marineexpeditionseinheiten, jeweils etwa 6 000 Mann stark) zur See, die die Atlantik- und die Pazifikflotte der Navy (Marine) zum Transport nutzen. Die Flotte der USA mit ihren dreizehn Flugzeugträgern und entsprechenden Begleitverbänden ermöglichen zusammen mit einer Doktrin der Konzentration der Kampfkraft, eine angemessende Reaktion auf Gefahren. Das Heer der Vereinigten Staaten, United States Army genannt, ist nicht so mobil wie das Marine Corps. Im Hinblick auf die zu erwartenden Aufgaben der Army im 21. Jahrhundert hat der kommandierende Offizier der Army, General Peter J. Schoomaker eine Umstrukturierung der Army von gegenwärtig 37 auf 48 Brigaden mit einer stärkeren Betonung der Möglichkeit, die Kampfkraft zu konzentrieren und umzulenken, angekündigt. Dennoch bleiben die Aufgaben von Army und Marine Corps (zum Teil höchst) unterschiedlich.

Organisation

Gemäß der Verfassung der Vereinigten Staaten ist der Präsident der Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte. An der Schnittstelle militärischer Aktionen mit der amerikanischen Diplomatie berät der Nationale Sicherheitsrat den Präsidenten. Der Präsident wird in der Führung der US-Streitkräfte durch den Verteidigungsminister unterstützt. Diesem obliegt die Umsetzung der Anordnungen des Präsidenten und die Führung des US-Verteidungsministeriums. Sowohl der Präsident als auch der Verteidigungsminister werden in Fragen der Verteidigung und der Nationalen Sicherheit vom Vereinigten Generalstab (Joint Chiefs o of Staff) beraten. In Übereinstimmung mit dem Goldwater-Nichols Act, der 1986 erlassen wurde und die Organisationsstruktur der gesamten Streitkräfte und des Verteidigungsministeriums nachhaltig veränderte, bilden die vier Befehlshaber der einzelnen Teilstreitkräfte zusammen mit seinem Vorsitzenden und dessen Stellvertreter den Vereinigten Generalstab. Die Befehlskette hingegen verläuft vom Präsidenten über den Verteidigungsminster zu den einzelnen Kommandeuren der Unified Combatant Commands. Gegenwärtig bestehen insgesamt neun derartige Combatant Commands: Fünf haben regionale, vier funktionale Aufgabenbereiche. Jede Teilstreitkraft ist dafür verantwortlich, den Befehlshabern dieser Kommandos ausreichend Truppen für den Einsatz zur Verfügung zu stellen.

Kommandostruktur der USA / National Command organizational chart

-------------------Präsident-------------- | | | | | | | | | Verteidigungsminister --| | | | | | | | Vorsitzender des Nationaler | | V.-Generalstabs Sicherheitsrat | | | Regionalkommandeur Vereinigter Generalstab oder Kommandeur eines Funktionskommandos | | | Kommandeure der unterstellten Teilstreitkräfte

Der Generalstab

Hauptartikel: Vereinigter Generalstab der USA
Die vier Stabschefs der Teilstreitkräfte, der Vorsitzende sowie sein Stellvertreter bilden den Vereinigten Generalstab der Streitkräfte der USA.

Regionale Kommandos

Hauptartikel: Unified Combatant Command Unified Combatant Command Um dem Anspruch aller amerikanischen Teilstreitkräfte gerecht zu werden, an "jedem Ort der Erde in jedem erdenklichen Gelände" so schnell wie möglich, maximal jedoch "innerhalb von 24 Stunden einsatzfähig" zu sein, der sich aus ihrer herausragenden militärischen Stärke entwickelte, existiert eine geografische Einteilung in fünf Regionalkommandos, sog. Unified Combatant Commands, die überall auf der Welt in ihrem Zuständigeitsbereich agieren und von denen die meisten in Übersee stationiert sind. Ihnen sind die Regionalkommandos der einzelnen Teilstreitkräfte untergeordet, die sich immer am selben Standort befinden. Beispiel: Dem U.S. Central Command (USCENTCOM) sind ARCENT (Army Forces Central Command), CENTAF (Central Command Air Forces), MARCENT (Marine Forces Central Command), NAVCENT (Naval Forces Central Command) und SOCCENT (Special Operations Command Central) unterstellt. Anmerkung zu USCENTCOM: Eine vorgeschobene Kommandobasis wurde nach dem 11. September 2001 in der Nähe von Doha, Katar, eingerichtet. Die Namensgebung kann für Außenstehende allerdings irreführend sein, denn die hinter den Akronymen zu vermutende befohlene Region ist alles andere als nach geographischen Begriffen genau angegeben. So ist das European Command für mehr als zwei Drittel des afrikanischen Kontinents wie auch für die Arktis zuständig und hinter USCENTCOM verbirgt sich nicht etwa die allen anderen übergeordnete "zentrale" Kommandozentrale, sondern das Kommando, das für die aus Sicht eines westlichen Menschen auf der Weltkarte mittig gelegene Südwestasien und den den Nahen Osten. Es ist im Übrigen auch das einzige nicht im Befehlsgebiet stationierte Regionalkommando der amerikanischen Streitkräfte. Diese Einteilung wurde allerdings stark nach Verfügbarkeit von Truppen für einen Krisenfall und nach Logistik gewählt.

Funktionale Kommandos

Neben den regional definierten Kommandos gibt es vier Kommandos mit funktional definierten Aufgabenbereichen, die ebenfalls als
Unified Combatant Commands bezeichnet werden:
- U.S. Special Operations Command (USSOCOM): Kommando für Spezialoperationen (Einsatz von Spezialeinheiten)
- U.S. Transportation Command (USTRANSCOM): Kommando für den Transport der Streitkräfte
- U.S. Strategic Command (USSTRATCOM): Kommando für Raumfahrt und Atomstreitkräfte
- U.S. Joint Forces Command (USJFCOM): Kommando für Streikräftetransformation Alle regionalen und funktionalen Kommandos werden miteinander und mit dem Pentagon durch ein globales Nervensystem verbunden: Global Information Grid.

Siehe auch


- Pentagon
- Atomstreitkräfte
- Posse Comitatus Act

Weblinks


- [http://www.army.mil/ US Army]
- [http://www.af.mil/ US Air Force]
- [http://www.navy.mil/ US Navy]
- [http://www.usmc.mil/ US Marines]
- [http://www.globalsecurity.org/ Global Security Umfangreiches Militär Infosystem] ja:アメリカ軍 ko:미국의 군사


Budget

Ein Budget (feste Budgets werden auch Etat genannt) ist ein in wertmäßigen Größen (Geldbeträgen) formulierter Plan von Einnahmen und Ausgaben. Der Begriff bezeichnet
- in der mikroökonomischen Haushaltstheorie das zum Konsum verfügbare Einkommen eines Privathaushalts, siehe Haushaltsoptimum,
- in der Finanzwissenschaft die Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben öffentlich-rechtlicher Gebietskörperschaften, siehe Haushaltsplan,
- in der Betriebswirtschaftslehre einen meist kurzfristigen Plan, der die Allokation von Ressourcen steuert, siehe Budgetierung,
- im Gesundheitswesen eine staatliche Maßnahme zur Ausgabenbegrenzung der gesetzlichen Krankenkassen, siehe Budgetierung (Gesundheitswesen). Andere Verwendung:
- Budget Autovermietungsgesellschaft, siehe Budget Rent A Car. ja:予算

C-17

Die C-17 Globemaster III ist ein von McDonnell Douglas entwickeltes und seit dessen Übernahme unter dem Namen Boeing produziertes militärisches Transportflugzeug für große Fracht oder Truppen. Die C-17 wird seit 1993 von der US Air Force und der Royal Air Force eingesetzt.

Entwicklungsgeschichte

Royal Air Force Ende der 1970er erkannte die US-Militärführung einen erhöhten Bedarf an flexiblen Transportflugzeugen zur Ergänzung der älteren Lockheed C-141 Starlifter und der großen Lockheed C-5 Galaxy. Es sollte möglich sein, jegliche Ausrüstung von der Heimatbasis direkt bis in die Kampfzone zu transportieren. Folgende Anforderungen mussten dafür erfüllt werden:
- interkontinentale Reichweite (einschließlich Luftbetankung)
- kurze Starts und Landungen (STOL) auf provisorischen Flugfeldern
- Absetzen von Fracht und Fallschirmtruppen im Flug
- hohe Zuverlässigkeit und Wartungsfreundlichkeit

Produktion

Im August 1981 erhielt McDonnell Douglas den Auftrag zum Bau des neuen Modells, genannt C-17. Der Konzern konnte dabei auf eine eigene Studie für ein fortschrittliches Transportflugzeug McDonnell Douglas YC-15 aus den 1970ern zurückgreifen. Zunächst war die Beschaffung von 210 Exemplaren vorgesehen. Durch firmeninterne und technische Probleme dauerte es zehn Jahre, bis der Erstflug schließlich am 15. September 1991 stattfinden konnte. Wegen der Schwierigkeiten wurden zunächst nur 40 Maschinen fest bestellt. Mitte 1993 folgte die Indienststellung beim Air Mobility Command (AMC) der USAF. Seit Mitte der 1990er wurde der prognostizierte Bedarf an C-17 immer wieder erhöht: 2002 meldete die US-Luftwaffe einen Bedarf an 220 Exemplaren, genehmigt ist der Bau von 180 Maschinen bis ins Jahr 2008, wovon bis September 2005 rund 140 ausgeliefert worden sind. Mit der 138. gebauten C-17 erhielt am 9. August 2005 erstmals eine Reserveeinheit diesen Flugzeugtyp. Die 452. Air Mobility Wing des Air Force Reserve Command auf der March Air Reserve Base in Kalifornien ersetzt dadurch ihre bereits ausgemusterten Lockheed C-141. Die 1997 von Boeing übernommenen McDonnell Douglas-Werke lieferten im Herbst 2001 auch vier Maschinen an die Royal Air Force Großbritanniens, die in den kommenden Jahren weitere Maschinen erhalten soll.

Konstruktion

Royal Air Force Die C-17 ist – wie ihre kleine und große Schwester auch – ein Schulterdecker mit vier Strahltriebwerken und Heckleitwerk in T-Form. Sie hat fast die gleiche Länge und Spannweite wie die C-141, aber einen größeren Rumpfdurchmesser und ein höheres Startgewicht. So kann sie auch große und schwere Ausrüstungsteile wie Panzer befördern, was bisher der C-5 vorbehalten war. Der Laderaum ist über eine Heckklappe mit Rampe zugänglich und hat eine Länge von 26 m, eine Breite von 5,5 m und eine Höhe von 4 m. Die maximale Zuladung liegt bei 77,5 t gegenüber 42,5 t bei der C-141 und 131 t bei der C-5 Galaxy. Alternativ können 102 Fallschirmspringer mit Ausrüstung transportiert werden. Mit 72 t Fracht kann die Globemaster III auf einer Strecke von 3.000 ft (914 m) landen. Die Besatzung ist mit zwei Piloten und einem Lademeister vergleichsweise klein (Galaxy: 6 Mann). Die C-17 ist der dritte Typ mit Beinamen Globemaster in der USAF: Die erste Globemaster war die Douglas C-74, die als „Rosinenbomber“ an der Berliner Luftbrücke beteiligt war. Als Globemaster II wurde die Douglas C-124 bezeichnet, die von 1950 bis 1974 bei der USAF im Einsatz war.

Technische Daten

Douglas C-124]

Siehe auch


- Liste von Flugzeugtypen

Weblinks


- [http://www.boeing.com/defense-space/military/c17/index.htm Die C-17 auf der Boeing-Website]
- [http://raf-aircrafts.royalmagazine.net/index.htm Fotos von Militärflugzeugen der Royal Air Force] Kategorie:Militärischer Flugzeugtyp ja:C-17 (輸送機)

F/A-22

Die F/A-22 Raptor ist ein Kampfflugzeug, das von den US-amerikanischen Herstellern Lockheed Martin und Boeing gebaut wird und Ende 2004 ausgeliefert werden sollte.

Entwicklung

2004 2004 Die F/A-22 Raptor, als modernster Luftüberlegenheitsjäger der US Air Force, ersetzt in den nächsten Jahren die seit 1976 im Einsatz befindliche McDonnell Douglas F-15 Eagle. Das Flugzeug vereint Tarneigenschaften mit hoher Wendigkeit, Supercruisefähigkeiten und neueste Avionik mit aktiver elektronischer Strahlschwenkung, mangelt aber bei der Waffentragfähigkeit. Die als Elevons ausgeführten Höhenruder sowie die 2D-Schubvektorsteuerung der Triebwerke ermöglichen kontrollierbare Anstellwinkel von über 60°. Das Programm zur Entwicklung eines Advanced Tactical Fighter ("fortschrittlicher taktischer Jäger") wurde Anfang der 1980er Jahre gestartet, wobei sich Lockheed Martin gemeinsam mit Boeing gegen den YF-23-Entwurf von Northrop Grumman durchsetzte. Die im August 1991 beauftragte Entwicklung der F-22 zeichnet sich bisher durch erhebliche Verzögerungen und Kostenüberschreitungen aus. Der Erstflug des Prototyps fand am 7. September 1997 statt. Im September 2002 wurde die offizielle Bezeichnung des Modells von F-22 in F/A-22 geändert. Das zusätzliche A (für Attack, Angriff) soll die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten der Maschine widerspiegeln, insbesondere die Bekämpfung von stark verteidigten oder mobilen Bodenzielen. Die ersten Serienmodelle der F/A-22 wurden am 14. Januar 2003 an die Nellis Air Force Base in Nevada geliefert. Vor allem die Elektronik machte zunächst Probleme, so dass erst im Frühjahr 2004 mit den Truppenversuchen in Nellis AFB begonnen werden konnte. Als erster Einsatzverband erhält die 1st Fighter Wing des Air Combat Command in Langley AFB seit Ende 2004 die ersten Raptoren; bis Ende 2005 soll das erste Geschwader einsatzbereit sein. Die US-Luftwaffe hat 2003 einen Bedarf von 381 Exemplaren angemeldet, ausreichend, um zehn Geschwader mit je 24 einsatzfähigen Flugzeugen auszustatten und daneben über genügend Maschinen für Training, Tests und Wartung zu verfügen. Genehmigt wurde zunächst die Beschaffung von 276 der neuerdings auch als „Schnellbomber“ mit zwei JDAMs oder acht Small Diameter Bombs angepriesenen F/A-22. Im Dezember 2004 reduzierte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld im Rahmen von Kürzungen im Verteidigungshaushalt die Stückzahl überraschend auf vorläufig 180 Flugzeuge, was auf ein Ende der Produktion im Jahre 2008 hinausliefe.

Avionik

Bei allen anderen Flugzeugen sind separate Rechner für jede Funktion vorgesehen: Flugkontrolle, Waffen, Sensoren, Triebwerke usw. Dadurch ist keine zentralisierte Datenverarbeitung und -Fusion möglich. Der Pilot muss selbst alle diese Informationen sammeln und verarbeiten um sich ein kohärentes, umfassendes, integriertes Bild vom Flugzeug und seiner Umgebung zu schaffen. Das kostet sehr viel Energie und Zeit und der Pilot kann sich nicht auf seine eigentliche Mission konzentrieren. Dieses Flugzeug aber hat ein einziges, sehr leistungsfähiges „Gehirn“. Alle Systeme werden durch Lichtleiter mit einem zentralen Rechner verbunden, der alle Funktionen des Flugzeuges ständig überwacht und kontrolliert. Der Raytheon VLSI ist der erste vollintegrierte Bordcomputer für Kampfflugzeuge. Die maximale allgemeine Rechengeschwindigkeit des CIP liegt bei 700 MIPS , während die Signalverarbeitungsgeschwindigkeit bei 20 Gigaflops liegt, was zum Zeitpunkt der Entwicklung schon der Leistung eines Supercomputers entspricht. Es besteht aus bis zu 66 Signal- und Datenverarbeitungsmodulen. Jeder der CIP ist ungefähr so groß wie eine Brotbox. Es befinden sich zwei dieser Rechner in jedem F-22 und es wurde Platz für einen Dritten geschaffen. Die CIP sind reprogrammierbar. Wenn beispielsweise ein CIP, der sich um die Radiofunktionen kümmert, ausfällt, wird der andere die Radiopprogramme laden und die Funktion automatisch übernehmen. Dadurch wird das Flugzeug im Notfall sehr überlebensfähig. Die Avionik beihnaltet auch den AN/APG-77 aktiv phasengesteuerten AESA-Radar. Durch die lange Entwicklungszeit des Flugzeugs wurde die F-22 vom technischen Fortschritt in der Mikroprozessortechnik überholt: Ende der 1980er Jahre hatte der für die Bordcomputer zuständige Hersteller Hughes bei BiiN, einem Jointventure von Intel und Siemens, Prozessoren des damals noch in der Entwicklung befindlichen Typs 960MX lizenziert. Nach dem Ausstieg von Siemens aus dem BiiN-Projekt kam die 960MX zu Intel. Bis Mitte der 1990er Jahre wurden abgespeckte Varianten der CPU auch an nicht-militärische Kunden als Mikrocontroller vermarktet. Nachdem die Produktion der "zivilen" i960-Varianten auslief, kam Intel in die Situation, auf unbestimmte Zeit speziell für das auf der Stelle tretende F-22-Projekt eine völlig veraltete Produktionslinie vorhalten zu müssen. 2003 teilte Intel der Air Force mit, dass man nicht mehr bereit sei, diese immensen Kosten weiterhin zu tragen, und die Produktion der i960MX endgültig im Januar 2004 einstellen werde. Die Air Force reagierte mit einem aus heutiger Sicht völlig unsinnigen Hamsterkauf und nahm zum Schluss noch einmal 820 Stück ab. Die Stückzahl hätte ausgereicht, um 155 F-22 mit CPUs zu bestücken - also viel zu wenig. Erst danach fiel die Entscheidung, die teuer eingekauften i960MX und die dafür entwickelte Software der F-22 zu entsorgen und mit einer komplett neuen Hardwareplattform auf Basis von PowerPC-Prozessoren neu zu beginnen. Diese Prozessoren eignen sich durch ihre AltiVec-Vektoreinheit besonders zur digitalen Signalverarbeitung. Die Umstellungskosten werden auf 300 Millionen Dollar geschätzt. Stealthtechnologie, Supercruise und Schubvektorsteuerung sollen die F/A-22 Raptor zum leistungsfähigsten Luftüberlegenheitsjäger der Welt machen. Als Nachteil wird der Raptor allerdings die geringe interne Waffenlast ausgelegt, welche für die Stealthanforderungen notwendig war. Um die geringe Waffenlast zu erhöhen, kann die Raptor auch extern Waffen mitführen. Das hat allerdings negative Auswirkungen auf die Kampftauglichkeit, da sowohl die Aerodynamik, als auch Tarnfähigkeit, die fast völlig verlorengeht, stark beeinflusst werden. In simulierten Luftkämpfen war die F-22 im vollbeladen Zustand nicht mehr in der Lage, gegen die russische Su-27, Su-37 (Prototyp) und dem Eurofighter zu bestehen. Auch Probleme mit der Avionik haben dazu geführt, dass sich die Auslieferung verzögert und Bestellungen des US-Militärs gekürzt oder ganz zurückgenommen wurden. Derzeit wird überlegt noch einmal eine kostengünstigere Version der Raptor zu entwickeln.

Modell FB-22 (JaBo)

Seit 2002 ist auch eine Bombervariante – die FB-22 – im Gespräch, um ab 2015 die technologische Lücke zwischen der heutigen Bomberflotte (B-1, B-2 und B-52) und dem noch nicht näher bestimmten Bomber der nächsten Generation bis 2030 zu schließen. Hierfür erhielte die FB-22 unter anderem vergrößerte Deltatragflächen, verbesserte Tarneigenschaften und einen zweiten Platz im Cockpit.

Technische Daten

Siehe auch


- Boeing, Liste von Flugzeugtypen

Weblinks


- [http://www.waffenhq.de/flugzeuge/f22-raptor.html Eine Informationsseite zur F/A-22] Kategorie:Militärischer Flugzeugtyp ja:F/A-22 (戦闘機) ms:F/A-22 Raptor

F-35

Der F-35 Joint Strike Fighter (JSF) ist ein gegenwärtig in der Entwicklung befindliches Kampfflugzeug von Lockheed Martin.

Geschichte

Die Anforderungen für den JSF entstanden im Joint Advanced Strike Technology-Programm (JAST). Im Rahmen des Programms bauten zwei Firmen