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Vibration

Vibration

Beim Reggae wird der Begriff Vibration (auch Vibes) als Qualitätsmerkmal benutzt ("Good Vibrations") ---- Vibrationen sind in der Mechanik periodische, meist mittel- bis höherfrequente und niederamplitudige Schwingungen von Stoffen und Körpern, die entweder selber elastisch sind oder aus elastisch verbundenen Einzelteilen bzw. Bausteinen bestehen. Nicht-elastische Körper können schwingfähig gemacht werden, indem sie mechanisch gespannt werden. Im Gegensatz zum Begriff "Schwingung" suggeriert "Vibration" die unmittelbar Hörbarkeit oder Fühlbarkeit des Vorgangs. Viele Organismen besitzen Rezeptoren, die nicht auf einfach Berührung, hingegen aber auf periodische mechanische Reize reagieren. Der Übergang vom "Fühlen" zum "Hören" ist dabei eher graduell. In der Bauphysik spielt Vibrationsarmut von Gebäuden eine wichtige Rolle, da Vibrationen sich durch Resonanz zur Resonanzkatastrophe hochschaukeln können. Die richtigen Dämpfungselemente sind somit elementarer Bestandteil von vibrationsanfälligen Bauten, wie beispielsweise Brücken. Auch bei Musikinstrumenten versteht man unter Vibrationen zunächst das unerwünschte Mitschwingen von Bauteilen, die dauerhafte Störgeräusche produzieren. Auch hier dienen u. a. Filz- oder Lederpolster zur Eliminierung von Vibrationen. In der Sinnesphysiologie versteht man unter Vibrationen leichte Erschütterungen, die über spezielle Rezeptoren (Vater-Pacini-Körperchen) registriert werden. Die Vibrationswahrnehmung ist Teil der Haptischen Wahrnehmung und wird der Feinwahrnehmung ("epikritische Sensibilität") zugeordnet.

Siehe auch

Rauschen

Reggae

Reggae // ist eine jamaikanische Musikform.

Geschichte

Reggae entstand Ende der 1960er Jahre unter dem Einfluss US-amerikanischer Musikrichtungen wie Soul, R&B, Country und Jazz, die in Jamaika über das Radio empfangen wurden, aus seinen unmittelbaren Vorläufern Mento, Ska und Rocksteady. Er entwickelte sich seitdem zu einer der bedeutendsten Richtungen populärer Musik. Die ursprüngliche Bedeutung des Wortes "Reggae" ist unklar - sie könnte einerseits aus der Bezeichnung "ragged man" (einfacher, oder auch zerlumpter Mann), oder auch direkt vom Songtitel "Do the Reggay" (1968) von Toots and the Maytals stammen. Der typische Grundrhytmus des Reggae entstand, als bei ersten Eigenproduktionen des Ska US-amerikanische R&B-Stücke gecovert und mit einer starken Betonung des zweiten und vierten Taktteils unterlegt wurden. Im Übergang von Ska zu Rocksteady und dann zu Reggae wurde dieser minimalistische Grundrhytmus jeweils verlangsamt. Reggae und seine Vorläufer entstanden vornehmlich als Tanzmusik, deren Verbreitung hauptsächlich durch sogenannte "Sound-Systems", mobile Diskotheken, vorangetrieben wurden. Betreiber dieser Soundsystems wie beispielsweise Clement "Sir Coxsone" Dodd, Arthur "Duke" Reid oder Cecil "Prince Buster" Campbell gehörten zu den ersten Produzenten eigenständiger jamaikanischer Tanzmusik. Als erster internationaler Erfolg gilt das 1968 von Desmond Dekker eingespielte "The Israelites", mit Nr.1-Platzierungen u. a. in Deutschland und England der erste Welthit des Reggae. Durch den hohen Anteil jamaikanischer Immigranten in England und befördert von Weltstars wie den Rolling Stones oder Eric Clapton wurde die neue Musik ab dem Anfang der 70er Jahre schnell populär und erschloss sich den internationalen Markt. Eric Clapton in Zürich, Schweiz, am 30. Mai 1980]] Angeregt durch den bedeutendsten Reggaemusiker und jamaikanischen Nationalhelden Bob Marley verknüpften zahlreiche Musiker die Musik mit der zu dieser Zeit zwar bereits existierenden, wenngleich noch nicht überaus weit verbreiteten Religion der Rastafari. Der klassische Reggae der 1970er Jahre wird heutzutage oft als "Roots-Reggae" bezeichnet. Er ist aus dem "Early Reggae" entstanden (auch "Skinhead-Reggae" genannt), einer schnelleren Musikform, in der die Philosophie der Rastas noch keine solch tragende Rolle innehatte. Parallel dazu entwickelte sich in Großbritannien eine eigene Form des Reggae, die Einflüsse aus anderen Musikformen wie Punk, New Wave oder Pop integrierte und säkulärer war als der jamaikanische Stil. Die neben dem Roots-Reggae bedeutendste Form ist jedoch der Dub-Reggae, eine minimalistische Variante, die sich durch starken Gebrauch von Studioeffekten und fast völligem Verzicht auf Gesang auszeichnet. Stattdessen wird dort ein Sprechgesang, das sogenannte Toasting, gepflegt, das als ein Vorläufer des Rap gilt. Der Dub hat sich heute zum Ragga bzw. Dancehall weiterentwickelt, einer sehr harten und schnellen Variante, die musikalisch dem Hip Hop näher steht als dem Roots-Reggae.

Texte

Auch textlich unterscheiden sich Roots-Reggae und Dancehall sowie Ragga stark voneinander. Bei Roots sind die Texte meistens geprägt von Religiösität (Jah), Liebe, der sozialen Situation und Herkunft der jamaikanischen Bevölkerung, sowie dem in der Rastafarigesellschaft ritualisierten Konsum von Cannabis. Viele Roots-Reggaetexte sind gesellschaftskritisch. Bei Ragga (oder Raggamuffin) geht es eher um den jamaikanischen Alltag, Gewaltkriminalität, Party und Sex. Die starke Homophobie der jamaikanischen Gesellschaft spiegelt sich in vielen Dancehall-Texten wider, z.B. bei den Songs "Boom Bye Bye" von Buju Banton (der damit 1992 vehemente Proteste von Schwulenorganisationen auslöste) oder "Log On" von Elephant Man. Schwule werden dort als Chi Chi Men oder Batty Boys diffamiert, und nicht selten ist auch ein Mordaufruf enthalten ("Full dem up with copper shot", "Burn chi chi man", "Batty boy get up and run"). Gesungen wird im jamaikanischen Reggae meist im so genannten Patois (eigentlich: Jamaika-Kreolisch), einer auf dem Englischen basierenden Kreolsprache mit zahlreichen Wortneuschöpfungen. So entsteht auch eine sehr flexible Art zu reimen: Falls sich dem Text entsprechend gerade kein passender Reim findet, so wird oft ein neues Wort erfunden.

Musik

Charakteristisch für den Reggae ist die Offbeat-Phrasierung, bei der entweder die Gitarre oder das Keyboard, hin und wieder auch die Bläser, auf der in den meisten anderen Musikrichtungen unbetonten zweiten und vierten Taktzeit spielen. Im Gegensatz zum Ska, wo statt der 2/4-Betonung eher Offbeats eingesetzt werden, die die "und"-Zählzeiten betonen, ist der Reggae in der Regel langsamer und weniger durch Bläser dominiert. Besonders wichtig im Klangbild eines Reggaesongs ist stets der Basslauf, der das Gegengewicht zu den Offbeats bildet und oft das eigentliche Thema des Stückes beschreibt. Das Schlagzeug betont fast immer die dritte Taktzeit mit Snare und Bassdrum gleichzeitig und wird oft von einem Perkussionisten unterstützt. Die Instrumentierung der meisten (klassischen) Reggaebands besteht aus Drumset, E-Bass, E-Gitarre, Keyboard und Gesang. Oft kommen Blechbläser und Perkussion hinzu. Bei den neueren Stilrichtungen des Reggae (Dancehall, Ragga) kommt häufiger die Elektronik in Form von Computern und Samplern zum Einsatz. Dabei ist das Schlagzeug meist stark betont, synthetisch erzeugt und mehr am Rock- und Diskosound orientiert.

Reggae in Deutschland

Seit einiger Zeit gibt es eine immer größer werdende Gemeinde deutscher Reggae-Künstler, die teilweise auch auf Deutsch texten. Die derzeit erfolgreichsten deutschen Künstler sind Seeed (Dancehall/Hip-Hop) und Gentleman (Roots), wobei letzterer seine Texte durchgängig auf jamaikanisch englisch (Patois) gestaltet.

Bedeutende Künstler

Early- und Skinhead-Reggae

Dave Barker - Derrick Morgan - The Upsetters - Justin Hinds - Jimmy Cliff - Desmond Dekker - Dennis Brown - Dandy Livingstone - Johnny Nash - Lloyd Charmers - Toots & The Maytals - Peter Tosh - Max Romeo - Prince Buster - The Pyramids - The Ethiopians - The Heptones - The Melodians - The Viceroys - Ernest Ranglin - The Pioneers - Laurel Aitken

Roots-Reggae

Abyssinians - Alpha Blondy - Beres Hammond - Bob Marley - Black Uhuru - Bunny Wailer - Burning Spear - Chuck Fender - Damian Marley - Delroy Wilson - Don Carlos - Garnett Silk - Gladiators - Gregory Isaacs - Groundation - Israel Vibration - Iqulah - I-Wayne - Ijahman Levi - Jah Cure - Jamaica Papa Curvin - Jimmy Cliff - John Holt - Johnny Nash - Junior Kelly - Junior Delgado - L.M.S. - Luciano - Ken Boothe - Max Romeo - Michael Prophet - Misty In Roots - Mikey Dread - Morgan Heritage - Mykal Rose - Peter Tosh - Prezident Brown - Richie Spice - Sugar_Minott - Tony Rebel - Third World - Toots & The Maytals - Bushman - Warrior King - Wayne Jarrett - Ziggy Marley

Britischer Reggae

Aswad - Linton Kwesi Johnson - UB40 - Steel Pulse - Capital Letters - Macka B

Dub

siehe unter Dub (Musik)

Dub Poetry

Linton Kwesi Johnson - Mutabaruka

Ragga / Dancehall

Anthony B. - Assassin - Barrington Levy - Beenie Man - Bounty Killer - Buju Banton - Burro Banton - Capleton - Ce´cile - Chaka Demus - Chuck Fender - Cobra - Cutty Ranks - Dillinger - Elephant Man - Kiprich - Lady G - Lady Saw - Lexxus - Mr. Vegas - Ms. Thing - Natural Black - Nicodemus - Ninja Man - Pliers - Red Rat - Richie Spice - Sean Paul - Shabba Ranks - Shaggy - Sizzla - Sly Dunbar- Super Cat - Tanto Metro & Devonte - Tanya Stephens - Tenor Saw - Tony Rebel - T.O.K. - Turbulence - Vybz Kartel - Ward 21 - Wayne Marshall - Wayne Wonder - Yellowman

Afrikanische Künstler

Alpha Blondy (Elfenbeinküste) - Free At Last (Südafrikanische Gruppe) - Lucky Dube (Rep. Südafrika) - Sonny Okusun (Nigeria) - Richard Siluma (Rep. Südafrika) - Tiken Jah Fakoly (Elfenbeinküste)

Französische Künstler

Tonton David - Yaniss Odua - Azrock - Tryo

Deutsche Künstler

Jan Delay - Ganjaman - Gentleman - P.R. Kantate - Nattyflo - Nosliw - Patrice - Seeed - Benjie - Silly Walks Movement - Sam Ragga Band - Mono & Nikitaman - Mellow Mark - Jahcoustix - Martin Jondo - Dr Ring Ding - D-Flame - Pow Pow Movement - Headcornerstone - Lazy Youth

Bekannte Reggae-Festivals

International

Sting (Jamaika) - Rototom (Italien) - Uppsala Reggae Festival (Schweden) - Reggae Sundance (Eindhoven) (Holland)

Im deutschsprachigen Raum

Chiemsee Reggae Summer - Summerjam - Africa Festival - Reggae Jam - Reeds (Schweiz) -
- Splash

Literatur


- Steve Barrow: The Rough Guide to Reggae. 2. Auflage, Rough Guides Limited 2001, ISBN 1-85828-558-5
- René Wynands: Do The Reggae. Reggae von Pocomania bis Ragga und der Mythos Bob Marley. Pieper Verlag und Schott, 1995 ISBN 3-492-18409-X (Pieper), ISBN 3-7957-8409-3 (Schott).
PDF-Version frei herunterladbar unter [http://www.oktober.de/reggae/ www.oktober.de/reggae]
- Rainer Bratfisch: Das große Reggae-Lexikon; Rastas, Riddims, Roots und Reggae: Vom Ska bis zum Dancehall - Die Musik, die aus Jamaika kam. Verlag Schwarzkopf + Schwarzkopf, Berlin 2003 ISBN 3-89602-516-3
- Lloyd Bradley: Bass Culture - Der Siegeszug des Reggae. Verlagsgruppe Koch/Hannibal, Höfen 2000, ISBN 3-85445-209-8
- Colin Larkin (Hrsg.): The Guinness Who´s Who Of Reggae. Guinness Publishing, Enfield, Middx 1994, ISBN 0-85112-734-7
- Wolfgang Kunz: Reggae - Kult, Kritik und Kommerz. Breitkopf & Härtel, Wiesbaden 1986, ISBN 3-7651-0218-0

Weblinks


- [http://www.reggaenode.de/ reggaenode.de] - großes deutsches Reggaeportal
- [http://www.riddim.de/ riddim.de] - größte deutsche Zeitschrift zum Thema; mit Forum
- [http://www.dancehallmusic.de/ dancehallmusic.de] - sehr aktive deutsche Site mit großer Online-Community
- [http://www.niceup.com/ niceup.com] - ältestes Reggaeportal, englisch
- [http://www.raggakings.net/ raggakings.net] - großes europäisches Reggae-Radio
- [http://www.dancehallreggae.com/ dancehallreggae.com/] - Reggae/Dancehall-Forum - USA
- [http://www.reggae.ch/ reggae.ch] - swissreggaeunity Kategorie:Reggae als:Reggae ja:レゲエ

Good Vibrations

Good Vibrations ist ein Musikstück, das im November 1966 von der US-amerikanischen Popgruppe The Beach Boys auf einer Single gemeinsam mit dem Instrumentaltitel Let's go away for a while vom Album Pet Sounds veröffentlicht wurde. Es handelte sich nach I get around und Help me Rhonda um den dritten Nummer-1-Hit der Band, der 1966 sowohl die amerikanischen Billboard-Charts als auch die britische Hitliste anführte. Viele sehen in "Good Vibrations" den Höhepunkt (oder auch das Ende) des musikalischen Werdegangs Wilsons und der Beach Boys. Das Lied erreichte bereits zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung weitläufige Anerkennung als Meilenstein und wird nach seinem großen Erfolg noch heute von vielen als eine der wichtigsten und einflussreichsten Pop-Singles überhaupt angesehen. Fraglos kann man von einer der technisch aufwändigsten und der teuersten amerikanischen Single-Produktion seiner Zeit reden.

Komposition und Produktion

Brian Wilson, damaliger Komponist und Produzent der Beach Boys, beschrieb Good Vibrations als eine "Hosentaschensymphonie". In der Tat weist das Stück in seiner Struktur symphonischen Charakter auf. Dazu tragen die Unterteilung in Sätze, die mehrschichtige Instrumentation und nicht zuletzt die Verwendung ungewöhnlicher Instrumente wie Cello und Theremingerät bei. "Good Vibrations" baut auf einem vielschichtigen Produktionsansatz auf, den Wilson bereits zur Anfertigung von Pet Sounds gewählt hatte, und stellt damit in Stil und Form erneut einen deutlichen Kontrastpunkt zu den simpel gestrickten Popsongs dar, welche die Band in den Vorjahren bevorzugt hatte. Wilson widmete der Arbeit an diesem Einzelstück mehrere Monate, in denen er unter anderem neue Studiotechniken und Aufnahmemethoden entwickelte, um die Musik so festhalten zu können, wie sie sich in seinem Kopf abspielte. Die Produktion des Stücks soll siebzehn Aufnahmesitzungen in vier verschiedenen Tonstudios umfasst haben, mit einem Ertrag von neunzig Stunden Tonmaterial und einem Gesamtbudget von $50.000. Wilson wird ein erheblicher Beitrag zur Etablierung des Tonstudios als eigenständiges Musikinstrumentarium zugerechnet: Gemeinsam mit den übrigen Beach Boys und dutzenden hochkarätigen Studiomusikern, darunter Mitglieder der Wrecking Crew, wurden unzählige Musikschnipsel eingespielt, die es zu schneiden, bearbeiten und zu einem knapp vierminütigen Pop-Kleinod anzurühren galt. Begeistert vom Erfolg des Stücks und der positiven Reaktionen auf Pet Sounds, außerdem angespornt von der Konkurrenz durch die jüngste Beatles-Veröffentlichung Revolver, wandte sich Wilson einem neuen Projekt namens Smile zu, das als komplettes Album im Stil der Kompositions- und Produktionstechnik von "Good Vibrations" geplant war. Als Texter holte er sich Van Dyke Parks in seine Mannschaft. Das ambitionierte Projekt scheiterte an Wilsons zunehmendem Hang zu Paranoia und Depressionen; einige Tracks wurden mit Hilfe der übrigen Mitglieder neu eingespielt und schafften es in stark beschnittenen Versionen auf das folgende Album Smiley Smile, darunter die erste Album-Version von "Good Vibrations". Im Jahr 2004 präsentierten Brian Wilson und Van Dyke Parks mit den Wondermints als Begleitband ein gänzlich aufpoliertes Smile.

Der Text

Den Text zur Single-Version von 1966 hat Beach Boy Mike Love geschrieben, der bei Live-Darbietungen außerdem das Theremin bediente. Auf einigen früheren Aufnahmen sind andere Lyrics zu hören, die der Pet Sounds-Texter Tony Asher verfasst hatte. Im Zuge der Kreativarbeiten an Smile bat Wilson Parks, den Text ein weiteres Mal neu zu gestalten, dieser riet ihm jedoch von dieser Idee ab. Auf der 2004er-Veröffentlichung Smile ist wieder der ursprüngliche Text von Asher zu hören.

Preise und Auszeichnungen

"Good Vibrations" brachte den Beach Boys eine Grammy-Nominierung für die beste Performance einer Gesangsgruppe des Jahres 1966 ein. Die Aufnahme des Stückes in die Grammy-Hall-of-Fame erfolgte 1994. In vielen Top-100-aller-Zeiten-Hitlisten findet es Erwähnung auf den oberen Plätzen, z. B. in den Mojo Top 100 Records of All Time von 1997. Das Stück ist außerdem Teil des Soundtracks zum Film Vanilla Sky.

Weblinks


- [http://www.surfermoon.com/ Cabin Essence: Web Page for Brian Wilson] Kategorie:Popmusik Kategorie:1966 Kategorie:Lied

Periodisch

Periodisch ist das Adjektiv zu Periode (v. griech.: 'περίοδος [períodos]' das Herumgehen) und bezeichnet ein sich regelmäßig wiederholendes Ereignis. Siehe eingehender den Artikel Periodizität und die mathematischen und physikalischen Definitionen unter Periode (Mathematik) und Periode (Physik).

Amplitude

Die Amplitude ist die physikalische Bezeichnung für die maximale Auslenkung einer Schwingung bzw. einer Welle aus der Mittellage. ::Harmonische Schwingung Beispiele:
- Ein Pendel schwingt von rechts nach links und zurück.
- Bei einer Schallwelle wird die Amplitude als Lautstärke (Lautheit) wahrgenommen oder sie bewegt als Schalldruckamplitude das Trommelfell oder die Mikrofonmembran und wird vom Mikrofon in die Spannungsamplitude umgewandelt. Siehe Schallfeldgröße.
- Bei Licht-Wellen ist die Amplitude normalerweise nicht direkt messbar, stattdessen wird die Intensität gemessen. Auch die Wahrnehmung der Helligkeit durch das Auge ist intensitätsabhängig. Siehe Energiegröße. Kategorie:Theoretische Elektrotechnik Kategorie:Wellenlehre

Stoff

Das Wort Stoff (aus altfranzösisch estoffe: Gewebe) bezeichnet
- ein aus Textilfasern gewebtes, gewirktes, gestricktes, in Bahnen gerolltes Erzeugnis, das zu Kleidung, Wäsche und Textilien verarbeitet wird, siehe Gewebe (Textil) und Tuch
- eine in chemisch einheitlicher Form vorliegende, durch bestimmte physikalische und chemische Eigenschaften gekennzeichnete Substanz, siehe Stoff (Chemie)
  - davon angeleitet umgangssprachlich eine Droge
- in der Philosophie und Physik die Materie
- die thematische Grundlage von sprachlichen Äußerungen, vor allem von künstlerischer oder wissenschaftlicher Darstellung, siehe Stoff (Literatur) ja:布

Elastisch

Elastizität ist:
- Ein Begriff aus der Mechanik, der die Eigenschaft von Werkstoffen beschreibt auf einwirkende Kraft zu reagieren, siehe Elastizität (Mechanik).
- In der Elektronik enstspricht sie einem Blindwiderstand, der in einem Ersatzschaltbild durch eine Induktivität bzw. durch eine Kapazität ersetzt werden kann.
- Einen Begriff aus den Wirtschaftswissenschaften, als Maß für die Reagibilität der Angebots- oder Nachfragemenge auf eine der Einflussgrößen, siehe Elastizität (Wirtschaft). Kategorie: Eigenschaft ja:弾性

Akustische Wahrnehmung

Als auditive oder akustische Wahrnehmung (auch Gehörsinn oder einfach Hörsinn) bezeichnet man eine Sinneswahrnehmung von Lebewesen, mit der Schall wahrgenommen werden kann.

Säugetiere

Das Gehör von Tieren besteht aus den Ohren, dem Hörnerv und dem Hörzentrum im Gehirn. Das Gehör eines Säugetiers ist das Sinnesorgan mit der höchsten spektralen Auflösung, da es in der Gehörschnecke einzelne Sinneszellen für sehr viele verschiedene Frequenzen des Schalls enthält. Ein solches Gehör, bestehend aus einem Gehörgang, einer Schallmembran und einer flüssigkeitsgefüllten Schnecke, ist bereits bei frühen Wirbeltieren vorhanden und in der Regel mit dem Gleichgewichtsorgan verknüpft. Entstanden ist sowohl das Gleichgewichtsorgan, als auch das Hörorgan aus dem Seitenlinienorgan der Fische. Im Laufe der Evolution wurde es vor allem durch den Einbau der Gehörknöchelchen (Teile des primären Kiefers) modifiziert. So findet sich der Steigbügel bereits bei den Amphibien, Hammer und Amboss kommen erst bei den ersten Säugetieren hinzu. Entwicklungsgeschichtlich ist jedoch das gesamte Gehör der Säuger verschieden von dem der anderen Wirbeltiere. Dies ist unter anderem ein Indiz dafür, dass die letzten gemeinsamen Vorfahren von Säugern und beispielsweise den Reptilien Fische waren. Das bisher älteste Fossil mit allen drei Gehörknöchelchen ist Hadrocodium wui. Das menschliche Gehör kann akustische Ereignisse nur innerhalb eines bestimmten Frequenz- und Schalldruckpegelbereichs wahrnehmen. Zwischen der Hörschwelle und der Schmerzschwelle liegt die Hörfläche. Siehe auch das Thema "Gehörrichtige Lautstärke" und "Universalien der Musikwahrnehmung". Das Audiogramm beschreibt das subjektive Hörvermögen eines Menschen.

Insekten

Neben den Wirbeltieren verfügen jedoch eine Reihe weiterer Tiergruppen über ein Gehör. So haben alle Insekten, die Laute zur Kommunikation erzeugen, Hörorgane, die unterschiedlich aufgebaut sein können. Hierzu gehören etwa die Langfühlerschrecken, die Kurzfühlerschrecken und die Zikaden. siehe auch: Gehör, Amusie Kategorie:Verhaltensbiologie Kategorie:Ohr Kategorie:Physiologie Kategorie:Psychoakustik Kategorie:Wahrnehmung

Rezeptor

Als Rezeptor wird in der Biologie auf zellulärer Ebene eine spezialisierte Zelle bezeichnet, die bestimmte äußere und innere chemische oder physikalische Reize in eine für das Nervensystem verständliche Form bringt, oder auf molekularer Ebene ein Protein oder einen Proteinkomplex, das bzw. der aus der Oberfläche einer Biomembran herausragt und für die Bindung verschiedener Partikel sorgt, welche in die Zelle importiert werden oder im Inneren der Zelle biochemische Signalprozesse auslösen.

Sinneszellen

Sinneszellen als Rezeptoren kann man grob mit einem biologischen Sensor vergleichen. Der Rezeptor ist das erste Glied unserer Sinne. Jeder Rezeptor ist auf einen speziellen Reiz ausgelegt - und zwar nur auf diesen - und wandelt diesen Reiz proportional zu der Reizstärke in ein Rezeptorpotenzial, das ab einer gewissen Reizschwelle als Aktionspotenzial an das ZNS weiter geleitet wird. So wandelt die Netzhaut des Auges Lichtimpulse um, reagiert aber auch auf Druck, allerdings so, dass auch hier visuelle Eindrücke an das ZNS vermittelt werden. Der Grund hierfür ist die sog. Reiz-oder Empfindungsspezifität. Der Rezeptor gibt lediglich elektrische Signale in Form von Aktionspotenzialen variabler Frequenz an das ZNS weiter. Dort werden sie gemäß der Gehirnregion, in welcher sie ankommen, interpretiert. Kommt eine Folge von AP also im visuellen Cortex an, wird sie als Seheindruck interpretiert, unabhängig davon, ob sie durch Licht oder durch Druck ausgelöst wurde. Hinsichtlich des Auftretens von Aktionspotenzialen unterscheidet man zwei Arten von Sinneszellen: # primäre Sinneszellen: Sie sind Neurone, die selbst Aktionspotenziale ausbilden. Dazu gehören z.B. Nozizeptoren als freie Nervenendigungen, die u.a. Hitzereize, starke mechanische Reize oder "Schärfe" über den allgemeinen chemischen Sinn vermitteln. Auch Mechanorezeptoren sind primäre Sinneszellen. Das sind spezialisierte Rezeptorenden von Nervenfasern, die durch mechanische Reize wie Dehnung und Druck erregt werden. Dazu gehören die Berührungsrezeptoren der Haut (vgl. Tastsinn), aber auch die Propriozeptoren von Muskeln, Bändern, Sehnen. Die Riechzellen in der Nasenschleimheit sind auch primäre Sinneszellen. # sekundäre Sinneszellen: Sie generieren nicht selbst Aktionspotenziale, sondern haben mit dem ersten afferenten Neuron, das die Aktionspotenziale weiterleitet, eine Synapse. Zu den sekundären Sinneszellen gehören die Geschmacksrezeptoren, die in sog. Geschmacksknospen zusammenliegen. Auch die Photorezeptoren der Netzhaut sowie die Haarzellen im Innenohr und Sinneszellen im Gleichgewichtsorgan sind sekundäre Sinneszellen. Alle Rezeptoren mit Ausnahme der Photorezeptoren werden bei Erregung depolarisiert. Die Photorezeptoren werden hyperpolarisiert. Rezeptoren sind spezifisch für eine Sinnesempfindung.

Membranrezeptoren

Membranrezeptoren befinden sich an der Oberfläche von Biomembranen und bestehen aus Proteinen, die häufig mit zusätzlichen Modifikationen versehen sind (z.B. Kohlehydratketten). Sie besitzen eine bestimmte Passform für kleine Moleküle, die sog. Liganden, oder Teile größerer Moleküle, die nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip an die Rezeptorstruktur andocken. Sie dienen der Signalübertragung (z.B. von Zelle zu Zelle, siehe auch Signaltransduktion) oder dem Import von Substanzen in die Zelle, können aber auch von Viren genutzt werden, um in eine Wirtszelle einzudringen.

Rezeptoren des Cytoplasmas und des Zellkerns

Ferner existieren ligandenbindende Rezeptoren, die nicht in der Membran, sondern im Cytoplasma oder Zellkern einer Zelle lokalisiert sind. Sie binden zum Beispiel hydrophobe Hormone wie den Cholesterinabkömmling Cortison oder das Schilddrüsenhormon Thyroxin. Dabei entsteht ein aktiver Transkriptionsfaktor, welcher die Expression der Gene im Zellkern steuert. Die signalübertragenden Rezeptoren unterteilt man in ionotrope und metabotrope Rezeptoren.

Siehe auch

Transmembranrezeptor - Adrenozeptor - Barorezeptor - Osmorezeptor- Thermorezeptor - Effektor - Reizfilterung Kategorie:Zellbiologie Kategorie:Biophysik Kategorie:Kybernetik Kategorie:Wahrnehmung Kategorie:Rezeptoren ja:受容体 th:รีเซพเตอร์

Bauphysik

Die Bauphysik ist eine Anwendung der Physik auf Bauwerke und beschäftigt sich mit den physikalischen Phänomenen bei diesen. Im Hauptsächlichen sind dies
- Wärme: Wärmeleitung / Wärmestrahlung / Wärmedämmung / Wärmeschutz
- Feuchtigkeit: Wasserdampfgehalt / Feuchtetransport / Kondensation von Wasser / Schimmel in Wohnungen
- Akustik: Sowohl Bauakustik, d. h. Schallübertragung / Schalldämmung innerhalb von Gebäuden als auch Raumakustik und Schallimmissionsschutz, d. h. Schallübertragungen im Freien und Schutz gegenüber Verkehrs-, Gewerbe- und Freizeitlärm
- Brandschutz
- Tageslicht Der Materialbeschaffenheit von Baustoffen, wie z. B. Beton, Bitumen, Steinen, Stahl, Glas wird in den Disziplinen Baustoffkunde und Bauchemie behandelt. Mechanische Phänomene wie die Kräftezerlegung werden in den Disziplinen Tragwerkslehre / Statik untersucht. In den letzten Jahren haben in den Medien und im Internet zum Teil heftige Kontroversen zur Bauphysik stattgefunden. Ein Beispiel ist die so genannte Ziegelphysik. Der Ausdruck wurde durch den Chemiker Dr. rer. nat. Rolf Güldenpfennig in seinem Artikel Ziegelphysik - Eine neue Bauphysik? (Fachzeitschrift Das Stuckgewerbe, 1983) geprägt, um Theorien zu widerlegen, nach denen ältere, nicht wärmegedämmte Gebäude mit großem Wärmedurchgangskoeffizient einen geringeren Heizenergieverbrauch hätten als neuere, wärmegedämmte Gebäude. Der Einsatz von Außendämmung trägt stark zur Einsparung von Heizenergie bei. In Deutschland hat die Energieeinsparverordnung und die vorausgehende Wärmeschutzverordnung dazu geführt, dass Neubauten mit Ziegelaußenwänden heute praktisch ausschließlich mit Wärmedämmung realisiert werden. Ziegelphysik charakterisiert einen "Standpunkt", der, auch wenn er häufig von Baufachleuten stammt, den Aussagen und experimentellen Befunden der Bauphysik widerspricht und auf fehlende oder falsche Kenntnisse der Physik zurückzuführen ist.

Siehe auch


- atmende Wand
- Bau, Baukonstruktion
- Portal:Architektur und Bauwesen

Literatur


- Fachzeitschrift [http://www.architektur-bauphysik.de architektur + Bauphysik]

Weblinks


- [http://www.lernnetz-bauphysik.de/ Lernnetz Bauphysik], gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung
- [http://www.bauphysik.com www.bauphysik.com] - Bauphysik-Webportal mit Foren
- [http://www.tagderbauphysik.uni-stuttgart.de Tag der Bauphysik], veranstaltet der Uni Stuttgart und vom [http://www.ibp.fhg.de Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP)]
- [http://www.fht-stuttgart.de/ Homepage des Fachbereichs Bauphysik der Hochschule für Technik in Stuttgart], die einen Studiengang "Bauphysik" mit Abschluss als "Dipl.-Ing. (FH) Bauphysik" anbietet
- [http://www.wiley-vch.de/ernstsohn/zeitschriften/bauphysik/bauphysik_info.html/ Homepage der Zeitschrift "Bauphysik ], der wichtigsten Fachzeitschrift zum Thema Bauphysik
- [http://www.ziegelphysik.de/ physikalische Argumente gegen die "Ziegelphysiker"] !

Gebäude

Ein Gebäude - umgangssprachlich auch oft als Haus bezeichnet - ist ein Bauwerk, das von Menschen betreten werden kann und geeignet oder bestimmt ist, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Objekten zu dienen (so oder ähnlich werden Gebäude in den Bauordnungen der deutschen Bundesländer definiert). Ein Gebäude besitzt nicht zwingend Wände oder einen Keller, jedoch immer ein Dach. Ansonsten treffen die Eigenschaften eines Bauwerks auch auf ein Gebäude zu.

Differenzierung

Wie bei dem Begriff Bauwerk gibt es auch hier keine einheitliche oder verbindliche, allgemein anerkannte Kategorisierung. Man kann nach verschiedenen Aspekten differenzieren:

nach Konstruktion und Material

Zum Beispiel:
- Massivbau, Schottenbauweise oder Skelett-bauweise
- Mauerwerksbau, Lehmbau oder Holzbau siehe dazu auch: :Kategorie:Baukonstruktion

nach Funktion

auch bei der Unterscheidung nach Funktionen gibt es keine einheitliche oder verbindliche Kategorisierung. Einige Funktionen sind:
- Wohnen: Wohngebäude, Wohnhaus
- Arbeiten: z.B. Bürogebäude, Fabrik, Werkstatt
- Handel, Lagerung, Warenumschlag: Speicher, Kaufhaus
- Gesellschaftliches Leben: z.B. Öffentliche Gebäude wie Rathäuser, Regierungsgebäude
- Gesundheit und Fürsorge: z.B. Krankenhäuser, Heime, Strafvollzugsanstalten
- Kultur: z.B. Versammlungsgebäude, Bibliotheken, Konzerthäuser, Opernhäuser
- Religion: z.B. Sakralgebäude wie Tempel, Kirchengebäude
- Freizeit: z.B. Sporthallen, Schwimmbäder
- Verkehr: z.B. Parkhäuser, Bahnhöfe, Busbahnhöfe, Fluggastabfertigungsgebäude, siehe dazu auch: :Kategorie:Gebäude

nach Gestalt

Es existieren freistehende Gebäude (Einzelhaus) genauso wie Doppelhäuser und Reihenhäuser. Auch zusammenhängende Gebäudeeinheiten können als einzelne Gebäude gelten, wenn sie jeweils ein eigenes Erschließungssystem (eigener Eingang und eigenes Treppenhaus), ein eigenes Ver- und Entsorgungssystem besitzen und einzeln nutzbar sind. Auch Ensembles verschiedenartig genutzer Gebäude können eine gestaltliche Einheit darstellen, z.B. Dreiseithof oder Vierseithof. siehe dazu auch: :Kategorie:Bauform und :Kategorie:Gebäudeensemble

nach Energiestandard

Es gibt Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser bis hin zu sogenannten Plusenergiehäusern. Das sind verschiedene Energiestandards, die eine Aussage über den Energiebedarf des Gebäudes treffen. siehe dazu auch: :Kategorie:Energiestandard (Gebäude)

Siehe auch


- Portal:Architektur und Bauwesen
- Architektur, Bauingenieurwesen
- Liste von Gebäuden

Weblinks

!Gebäude Kategorie:Stadtbaugeschichte ja:建築物

Resonanzkatastrophe

Die Resonanzkatastrophe bezeichnet in der Mechanik und Konstruktion die Zerstörung eines Bauwerkes oder technischen Einrichtung durch angeregte Schwingungen. Ursache dafür ist die Resonanz (Physik): Die Energie wird bei periodischer Anregung optimal übertragen und im System gespeichert. Durch die Speicherung und weitere Energiezufuhr schwingt das System immer stärker bis die Belastungsgrenze überschritten ist. Zum Schutz der Konstruktion werden Schwingungsdämpfer verbaut, die im Bereich der Resonanzfrequenz stark dämpfen und somit den Energieeintrag abführen (z.B. beim höchsten Bauwerk 2005, dem Taipei 101, durch ein massives Pendel über mehrere Stockwerke). Ferner wird die Konstruktion auf eine Eigenfrequenz ausgelegt, die typischerweise nicht im Betrieb auftritt. In Erdbebengebieten richtet man sich dabei an die lokal typischen Schwingungsfrequenzen der Erderschütterungen. Die Vermeidung von Resonanzkatastrophen ist Gegenstand jeder Bau-, Flug-, und Trägerkonstruktion. Häufig wird das folgende Beispiel für eine Resonanzkatastrophe angeführt: Im Jahr 1850 marschierten 730 französische Soldaten im Gleichschritt über die Hängebrücke von Angers. Die Brücke geriet in heftige Schwingungen und stürzte ein. 226 Soldaten fanden dabei den Tod. Es ist daher vielfach untersagt, im Gleichschritt über eine Brücke zu marschieren. Dies betrifft vor allem Soldaten, die gewöhnlich in dieser Gangart marschieren. Für diese heißt es dann "Ohne Tritt, marsch!", wenn sie eine Brücke überqueren.

Literatur

American Journal of Physics, Februar 1991 Kategorie:Physik Kategorie:Wellenlehre

Brücke

Eine Brücke ist ein Bauwerk zum Führen von Verkehrswegen (Straße, Eisenbahn, Kanal) oder baulichen Anlagen über natürliche (z.B. Gewässer, Schluchten) oder künstliche (z.B. Autobahnen) Hindernisse. Hindernis Hindernis

Geschichte des Brückenbaus

Hindernis Bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren Stein und Holz die wichtigsten Baustoffe für Brücken. So wurden im 6. Jahrhundert v. Chr. Brücken aus Zypressen- und Zedernholz über den Euphrat gebaut. Den Bau von Bogenbrücken aus Natursteinen oder Beton beherrschten schon die Römer, wie das Pont du Gard heute noch eindrucksvoll belegt. Mit der Industrialisierung entstand 1779 mit dem neuen Baustoff Gusseisens die erste Eisenbrücke der Welt, die Ironbridge, eine Bogenbrücke von 30 m Spannweite über den Fluss Severn bei Coalbrookdale, die A. Darby erbaute. Die weitere Entwicklung des neuen Baustoffes zu zähem und zugfestem Schmiedeeisen ermöglichte den Bau von langen Kettenhängebrücken. Eine der ersten bedeutenden war die Menai-Brücke in Wales mit einer Hauptspannweite von 177 m, bei einer Gesamtlänge von 521 m, von Thomas Telford zwischen 1818 und 1826 erbaut. Die industrielle Herstellung von Walzträgern förderte den Bau von Fachwerkbalkenbrücken, wie der Britanniabrücke in Wales von Robert Stephenson aus dem Jahr 1860, mit Spannweiten von 146 m Länge. Der zweite moderne Baustoff Beton wurde ab 1860 als Stampfbeton bei Bogenbrücken eingesetzt, die erste Eisenbetonbalkenbrücke wurde 1875 von Joseph Monier auf einem Landsitz bei Chazelet über einen Bach erbaut. Eisenbetonbrücken mit großen Spannweiten wurden Anfang des 20. Jahrhunderts insbesondere als Bogenbrücken ausgeführt, wie zum Beispiel 1930 bei dem Salginatobelbrücke mit 90 m Spannweite. Mit der Entwicklung des Spannbetons nach dem 2. Weltkrieg wurde schließlich die schlanke vorgespannt Balkenbrücke aus Beton möglich. So quert zum Beispiel die Rheinbrücke Bendorf von 1956 den Strom mit einer Spannweite von 205 m. Parallel zu den Spannbetonbrücken wurde im Stahlbau die neue Konstruktionsform der weitgespannten Schrägseilbrücke entwickelt. Die erste große Brücke diesen Typs war in Deutschland die 1957 eröffnete Theodor-Heuss-Brücke (Düsseldorf) mit einer Spannweite von 260 m und einer Gesamtlänge von 914 m. siehe auch Geschichte des Brückenbaus

Einteilung

Die Einteilung von Brücken kann nach unterschiedlichen Kriterien erfolgen. Die beste Variante ist die Typologie nach Form und Konstruktion.

Form und Konstruktion


- Balkenbrücken Das äußere Kennzeichen der Balkenbrücke ist die sichtbare Trennung der Überbaus (Brückenträger) vom Unterbau (Stützen, Widerlager) durch das Vorhandensein von Lagern. Die Lager übertragen die Überbaulasten auf den Unterbau und geben dem Brückenträger die notwendige Stabilität und Bewegungsmöglichkeit. Die Querschnittsform in Längsrichtung entspricht äußerlich einem Balken, meist ist die Trägerhöhe konstant. Die Balkenbrücke ist vor allem wegen der vergleichsweisen einfachen Fertigung häufig bei Brücken anzutreffen. Der Balken nutzt die Biegesteifigkeit des Querschnittes und Werkstoffes optimal aus und wird bei üblichen Brücken mit kleinen bis mittleren Spannweiten (ca. 80 m) als Tragsystem verwendet. Die Berechnung der Balkenbrücken erfolgt mit der Balkenstatik. Balkenbrücken können in Querrichtung mit verschiedenen Querschnittsgeometrien ausgeführt werden. So zum Beispiel als:
  - Plattenbalken Balkenstatik Der Plattenbalken ist eine Verbindung von den positiven Eigenschaften einer Platte und denen des Balkens. Da bei Brücken mit großer Länge eine Platte sehr dick werden würde, werden unter die Platte ein oder mehrere Träger angeordnet. Dadurch leitet die Platte die Belastungen nur in Querrichtung über die kurze Strecke zu den Längsträgern (anders als alleine, die weite Strecke zum Auflager). Damit kann die Platte wiederum dünner ausgeführt werden. Die Träger leiten dann die Kräfte zu den Auflagern.
  - Hohlkasten Plattenbalken Ergänzt man den Plattenbalken mit einer unteren Platte, so hat man einen geschlossenen Querschnitt, den Hohlkasten. Insbesondere bei Balkenbrücken mit mittleren und größeren Spannweiten oder bei gekrümmter Linienführung werden Hohlkastenquerschnitte eingesetzt. Diese zeichnen sich durch eine große Biege- und Torsionssteifigkeit aus, wodurch große Schlankheiten und rationelle Bauverfahren, wie das Taktschiebeverfahren, möglich sind.
- Rahmenbrücke Taktschiebeverfahren Rahmenbrücken entstehen aus Balkenbrücken durch die biegesteife Verbindung des Überbaus (Brückenträger) mit dem Unterbau (Widerlagerwände und/oder Stützen). Dadurch werden die Biegemomente der Brückenträger vermindert und somit lässt sich dessen Bauhöhe reduzieren. Außerdem entfallen Lager, was den Unterhalt und die Wartung der Brücke vereinfacht. Brücken die gar keine Fugen und Lager besitzen, d.h. in die Widerlagerwände und etwaige Stützen eingespannt sind, bezeichnet man auch als integrale Brücken.
- Plattenbrücke Die Platte ist vom statischem System her ähnlich dem Balken. Der Vorteil gegenüber dem Balken ist jedoch, dass eine zweidimensionale Tragwirkung vorhanden ist, welche größere Schlankheiten (Verhältnis Spannweite/Trägerhöhe) ermöglicht, sowie die einfache Querschnittsgeometrie. Dieser Brückentyp ist in bezug auf die Herstellung sehr einfach. Er eignet sich vor allem für Überführungen, insbesondere schiefe, mit beschränkter Bauhöhe und bis maximal 30 m Spannweite.
- Fachwerkbrücke Fachwerke sind aufgelöste Tragwerksstrukturen. Diese weisen den Vorteil auf, dass sie einen geringeren Materialverbrauch haben, als vergleichbare vollwandige Tragwerke wie Balken und ein dementsprechend geringeres Eigengewicht. Dabei werden die Stäbe des Fachwerks vorwiegend auf Zug und Druck belastet. Von Nachteil ist die meist größere Bauhöhe der Konstruktion. Fachwerkbrücken werden vor allem mit Stahl, aber auch mit Holz ausgeführt. Aufgrund der hohen Verkehrslasten werden sie oft bei Eisenbahnüberführungen gebaut, finden aber auch ihre Anwendung bei Strassenbrücken mit größeren Spannweiten, insbesondere in den USA. Fachwerke verbergen sich in der Regel auch unter der Verkleidung von gedeckten Holzbrücken. Es gibt viele Arten von Fachwerken (auf den Brückenbau bezogen), so unter anderem: Ein berühmtes deutsches Beispiel einer großen Fachwerkbrücke, die zudem ohne Strompfeiler auskommt, ist das 1893 fertiggestellte Blaue Wunder in Dresden.
- Bogenbrücke Der Bogen ist für Massivbaustoffe, wie Stein oder Beton, mit ihrer hohen Druckfestigkeit die geeignetste Tragwerksart, da er bei richtiger Geometrie nur durch Druckkräfte belastet wird. Allerdings muss der Baugrund ausreichend fest sein, um den Bogenschub aufnehmen zu können. Deshalb ist diese Art der Konstruktion bei vielen alten Brücken zu sehen. Heute werden Bogenbrücken mit oben liegender Fahrbahn bei tiefen Tälern oder Einschnitten gebaut. Mit einem Stahlbogen sind Spannweiten von bis zu 500 m möglich, bei einem Massivbogen 300 m. Bogenbrücken mit unten liegender Fahrbahn kommem aufgrund der kleinen Bauhöhe der Fahrbahntafel, vor allem im Flachland bei der Überwindung von Gewässern vor. Eine Bogenbrücke besteht aus einem Bogen, der Fahrbahn und den Hängern bzw. Stehern. Es gibt mehrere Konstruktionsformen von Bogenbrücken:
- Schrägseilbrücke Die Schrägseilbrücke oder auch Schrägkabelbrücke hat sich zur Überbrückung breiterer Gewässer oder Flächen mit Spannweiten zwischen 200 m und 1000 m als technisch besonders geeignet und auch als wirtschaftlich erwiesen. Die Brücke wird meist im Freivorbau errichtet. Der Bauzustand mit der weit auskragenden Brücke ist aufgrund der seitlichen Windbeanspruchung maßgebend für die technisch möglichen Spannweiten. Aufgrund ihrer hohen Steifigkeit kann sie auch für den Eisenbahnverkehr verwendt werden. Eine Schrägseilbrücke besteht aus den Pylonen, der Fahrbahn und den Seilen. Alle lotrechten Kräfte der Brücke werden über die Seile in den Pylon eingebracht, der diese dann senkrecht als reine Druckkräfte in den Untergrund einbringt. Die Schrägseilbrücke entspricht einer Auslegerbrücke, die Fahrbahntafel bildet den druckbeanspruchten Untergurt, die Seile sind Auslegerzuggurte, welche die vertikalen Lasten an die Pylone abtragen und in der Fahrbahntafel rückverankert sind. Ein bekanntes Beispiel dieser Brückenform ist die Hamburger Köhlbrandbrücke.
- Hängebrücke Die Hängebrücke wird überwiegend bei der Überbrückung breiterer schiffbarer Gewässer mit Spannweiten oberhalb von 800 m gebaut. Wegen der Tendenz zu größeren Verformungen wird sie im Regelfall nicht als Eisenbahnbrücke verwendet. Sie ist statisch ähnlich der Bogenbrücke mit untenliegender Fahrbahn. Bei der Hängebrücke wird zwischen Pylonen ein Tragseil aufgehängt. An diesem Tragseil werden Hänger befestigt, senkrechte Seile, welche die Fahrbahn tragen. Sie sind jedoch bei weiten Spannweiten sehr gegen Windschwingungen anfällig, wie es der Einsturz der Tacoma-Narrows-Brücke in den USA am 1. Juli 1940 gezeigt hat. Berühmtes Beispiel einer Hängebrücke ist die Golden Gate Bridge in San Francisco, USA.
- Spannbandbrücke USA] Die Spannbandbrücke findet vor allem ihre Anwendung als Fußgängerbrücke. Das tragende Element einer Spannbandbrücke sind mehrere Spannbänder, die eine Fahrbahn tragen und an den Auflagern auf Zug befestigt sind. Charakteristisch ist das konkave Durchhängen, denn je größer der Krümmungsradius ist, desto stärker wird die Zugspannung aufgrund des (Eigen-) Gewichts. Zur Begrenzung der Durchhängetiefe können Zwischenpfeiler eingefügt werden, wobei dann die Spannbandbrücke ein schlangenlinienförmiges Höhenprofil einnimmt. Ein bekannter Vertreter dieser Brückengattung ist die Holzbrücke bei Essing über den Rhein-Main-Donau-Kanal, die neben der ungewöhnlichen Verwendung von verleimten Holzlatten als Spannband mit 193 m zugleich die längste Holzbrücke Europas ist.
- bewegliche Brücke Bewegliche Brücken werden gebaut, wenn sich aus den örtlichen Gegebenheiten ergibt, dass eine feste Brücke nicht wirtschaftlich oder konstruktiv möglich ist. Dies kann sein, wenn zum Beispiel im Flachland eine Anrampung zu teuer wäre und ohne Anrampung eine zu geringe Durchfahrtshöhe für die unten liegende Verkehrslinie bliebe. Dieser Brückentyp hat den Nachteil, dass die Kreuzung des Verkehrs nicht von einander unabhänig stattfinden kann, sondern immer einer der Verkehrswege gesperrt ist. Die Brücken werden durch die Art der Konstruktion genauer beschrieben. So gibt es die Zugbrücke oder Ziehbrücke, bei der die Fahrbahn mit Zugseilen hoch geklappt wird, die Klappbrücke, deren Mechanismus keine Zugseile hat (das berühmteste Beispiel ist die Tower_Bridge in London), und als besondere Variante die Dreifeldzugklappbrücke, wie die Hörnbrücke in Kiel. Weitere bewegliche Brückentypen, die Schifffahrtsstraßen kreuzen und größere Durchfahrtsbreiten ermöglichen, sind die Drehbrücke, die komplett um ihre vertikale Achse gedreht werden kann (z.B. die Drehbrücke Malchow (Mecklenburg)) und die Hubbrücke, die komplett hoch gehoben wird (z.B. die Kattwybrücke über die Hamburger Süderelbe). Kattwybrücke
- Schwimmbrücken Bei diesem Brückentyp wird eine Straße oder Eisenbahn über Pontons geführt, die sehr eng beieinander liegen und durch kleine "Brücken" verbunden sind. Die Funktionsfähigkeit derartiger Brücken wird insbesondere vom Wasserstand und der Wasserströmmung stark beeinflusst. Häufig werden Schwimmbrücken auch am Ufer abgespannt, da sie nur eine geringe Quersteifigkeit besitzen. Pontons sind Schwimmkörper, z.B. Schiffe, Schlauchboote oder Hohlplatten. Schwimmbrücken werden üblicherweise nur im Notfall eingesetzt, um zerstörte Infrastruktur bis zur Wiederherstellung befelfsmäßig zu ersetzen. Eine typische Anwendung liegt im militärischen Bereich, wobei es einerseits darum geht zerstörte Infrastruktur temporär wiederherzustellen, andererseits aber auch darum durch Flexibilität Vorteile gegenüber einem Feind zu erlangen.

Material


- Holzbrücke Ponton Holz ist in Form eines Baumstammes über eine Schlucht oder ein Gewässer das älteste Brückenbaumaterial. Es wird meist bei Fachwerkbrücken verwendet. Im 18. Jahrhundert erreichte der Holzbrückenbau mit der Rheinbrücke Schaffhausens von Johann Ulrich Grubenmann einen ersten Höhepunkt. Diese war 120 m lang und hatte nur einen Zwischenpfeiler. Die Weiterentwicklung erfolgte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Nordamerika beim Bau der Eisenbahnstrecken durch den Kontinent, unter anderem mit den hölzernen Trestlebrücken, bestehend aus einfachen Balkenbrücken mit einer feinmaschigen Anordnung von Rundhölzern . Heute verwendet man Holz bei insbesondere bei Fußgängerbrücken bzw. Stegen oder anderen untergeordneten Brücken wie Güterwegbrücken oder Hauszufahrten. Von Vorteil ist dabei insbesondere das niedrige Eigengewicht des Holzes. Eher selten wird Holz heute für größere Brücken verwendet, wie zum Beispiel in der Nähe des finnischen Mäntyharju. Dort wurde 1999 mit mit 168 m längste (maximale Spannweite 42 m) für den Straßenverkehr zugelassene Holzbrücke der Welt gebaut. [http://www.rantakokko-co.com/Vihantasalmen_bridge.htm]
- Steinbrücke 1999 1999 Ebenfalls schon früh wurde Stein als Brückenbaumaterial eingesetzt und zwar in Form von Naturbrücken (Steinbögen) oder auch später in bearbeiteter Form (Bogenbrücken). Die Halbkreisbogenbrücken der Römer hatten Spannweiten bis ungefähr 25 Meter. Maximal 40 Meter Spannweite sind bei dieser Geometrieform mit Steinbrücken möglich. Mit dem im Mittelalter eingeführten Flachbogen, der statisch wesentlich günstiger ist, konnten dann mit Steinrücken auch Öffnungen bis rund 60 Meter überbrückt werden. Heute hat Stein beim Brückenbau nur noch eine untergeordnete Bedeutung in Form von Verkleidungen.
- Seilbrücke Auch die Seilbrücke gehört zu den älteren Brückentypen. Dabei gibt es mehrere Arten der Konstruktionsformen.
- Die 1-Seilbrücke ist die einfachste Variante und besteht aus einem schrägen gespannten Seil, das man an einer Rolle hängend benutzen kann.
- Die 2-Seilbrücke besteht aus einem Tragseil (unten) und einem Halteseil (oben). Dies ist eine sehr wackelige Angelegenheit, weil sich Trag- und Halteseil horizontal zueinander verschieben können.
- Eine Verbesserung der 2-Seilbrücke durch ein weiteres Halteseil und Verbindungen zwischen Halteseilen und Tragseil ist die 3-Seilbrücke. Dadurch erreicht man eine höhere Stabilität und das Benutzen der Brücke wird sicherer.
- Die 4-Seilbrücke ist gegenüber der 3-Seilbrücke durch ein weiteres Tragseil ergänzt. Dabei wird zwischen den beiden Tragseilen ein Belag (meistens aus Holz) befestigt. Dies erhöht den Komfort bei Benutzung.
Reine Seilbrücken findet man noch in Afrika, Asien, Südamerika und Mikronesien. Das Seil besteht oft aus Naturfasern, manchmal auch aus Stahl.
- Gusseisenbrücke Gusseisen ist eine Eisen-Legierung mit niedrigerem Schmelzpunkt als Stahl und daher leichter verarbeitbar. Auf Grund der geringeren Stabilität hat Gusseisen bei Konstruktionsbauten keine Bedeutung mehr und wurde durch Stahl ersetzt. Viele Brücken wurden früher aus Gusseisen gebaut, zum Beispiel die Gusseisenbrücke über den Severn. Die meisten der Gusseisenbrücken waren der steigenden Belastung nicht gewachsen und wurden daher durch Stahlbrücken ersetzt.
- Stahlbrücke Stahl weist er eine sehr hohe Festigkeit gegenüber Druck- sowie Zugkräften auf. Stahl wird im Brückenbau vor allem in Form von Seilen, Profilen oder Blechen verwendet. Heute werden in vermehrtem Umfang auch Teile aus Stahlguss eingesetzt. Ein entscheidender Nachteil ist jedoch das Rosten (Korrosion), was üblicherweise Korrosionsschutzbeschichtungen erforderlich macht und zu einem hohen Unterhaltungsaufwand führt. Stahl wird beim Überbau vor allem von Stabbogenbrücken, Deckbrücken, Fachwerkbrücken und Hängebrücken eingesetzt.
- Betonbrücke Korrosion Korrosion Korrosion Beton ist ein Gemisch aus Zement, Gesteinskörnung (Sand und Kies) und Wasser. Er kann außerdem Betonzusatzstoffe und Zusatzmittel enthalten. Dieses Baumaterial eignet sich hervorragend, um Brücken zu bauen, weil es sich flüssig in jede Form (Schalung) gießen lässt und nach Aushärtung einen gut auf Druck beanspruchbaren künstlichen Stein ergibt. Beton ist (wie auch Stein) nur in der Lage große Druckkräfte und geringe Zugkräfte aufzunehmen, weshalb er vor allem bei den Bogenbrücken verwendet wurde.
- Stahlbetonbrücke bzw. Spannbetonbrücke Stahlbeton vereint die Vorteile von Beton und Stahl. Dabei umschließt der Beton den Stahl und schützt diesen so vor Korrosion. Der Stahl bringt seine Zugfestigkeit in diese Verbindung mit ein, die nur möglich ist, weil beide Stoffe einen sehr ähnlichen Wärmeausdehnungskoeffizient haben. Es gibt mehrere Arten von Stahlbeton:
- Stahlbeton: In eine Schalung wird die Bewehrung eingebaut und diese dann mit Beton ausgegossen. Dies wird auch als schlaff-bewehrt bezeichnet.
- Spannbeton: Die Verwendung von Spannbetonbrücken ist ab. Spannweiten von mehr als ungefähr 10 m der Regelfall. Hierbei wird ein Teil der Bewehrung, der Spannstahl, vorbelastet (gespannt). Dadurch ergibt sich eine Druckspannung im Beton, welche eine Rissbildung des Betons und somit größere Durchbiegungen verhindert. Dies ermöglicht niedrigere Bauhöhen der Brückenträger.
Bezüglich der Lage des Spannstahles im Brückenquerschnitt unterscheidet man zwischen interner Vorspannung und externer Vorspannung. Bei der internen Vorspannung sind die Spannkabel im Betonquerschnitt angeordnet und vollständig vom Beton umhüllt. Bei der externen Vorspannung liegen die Spannglieder außerhalb des Betonquerschnittes und sind auswechselbar. Die Spannkräfte werden nur an Umlenksätteln oder Konsolen in den Betonquerschnitt eingeleitet. Die externe Vorspannung wird meist bei Hohkastenquerschnitten in Kombination mit der internen verwendet.

- Verbundbrücke Tragwerke des Verbundbaus haben räumlich getrennte Querschnitte, die aus zwei oder mehreren Baustoffen bestehen. Anders als z.B. beim Stahlbeton wird der Verbund untereinander durch besondere Verbindungsmittel hergestellt. Zum Beispiel liegt bei einer Stahlverbundbrücke auf dem stählernen Brückenträger die Fahrbahnplatte, die aus Stahlbeton besteht. Der Verbund zwischen beiden Baustoffen wird über Kopfbolzendübel sichergestellt. Dadurch kommt es zu einer kraftschlüssigen Verbindung und beide Querschnitte wirken zusammen als ein Querschnitt. Bei Kopplung von Spannbeton- und Stahlverbundkonstruktionsteilen spricht man auch von einer hybriden Brücke.

Funktion

Stahlverbundbrücke um 1900]] Eine weitere Möglichkeit der Einteilung von Brücken ist ihre Funktion. Danach kann man unter anderem unterscheiden zwischen Straßenbrücke, Fußgängerbrücke, Eisenbahnbrücke, Kanalbrücke (Trogbrücke) und Wildbrücke (Grünbrücke). Oft hat aber eine Brücke mehrere Bestimmungszwecke. Weitere Brückentypen mit Funktionsnamen sind unter anderem die Förderbandbrücke (z.B. im Bergbau), die Leitungsbrücke (z.B. im Chemiewerk) aber auch die Pionierbrücke oder die Behelfsbrücke.

Lage

Die topologische Lage ist auch ein mögliches Kriterium für die Zuordnung von Brücken. So kann man unter anderem unterscheiden zwischen Talbrücken, Hangbrücken, Stadtbrücken und Flussbrücken.

Grundrissgeometrie

Pionier Der Kreuzungswinkel zwischen beispielsweise einer Landstraße und einer Autobahn muss nicht rechtwinklig sein. Bei der zugehörigen Brücke spricht man dann von einer schiefen Brücke, anderenfalls wäre es eine gerade Brücke. Es ist auch möglich, dass sich zum Beispiel die Straße in einer Kurve befindet, dann man spricht dann von einer gekrümmten Brücke.

Viadukt und Durchlass


- Viadukt Als Viadukt bezeichnt man heute mehr oder minder hohe und lange Brücken einer Straße oder Eisenbahn, die steigungsarm ein Tal oder eine Senke mit Pfeilern und meist Bögen überspannen. Ähnliche Konstruktionen, die Aquädukte, wurden von den Römern zur Trinkwasserversorgung benutzt. Viadukte wurden später im Eisenbahnbau häufig errichtet.
- Durchlass Als Durchlass gilt ein kleines Brückenbauwerk mit einer lichten Weite von weniger als zwei Meter. Er wird dann gebaut, wenn ein Fußweg oder kleiner Bach durch einen Straßen- oder Eisenbahndamm zu führen ist. Durchlässe werden meist als Stahlbetonrahmenkonstruktion oder mit Wellstahlrohren ausgeführt.

Bauelemente

Einzelne Bauelemente einer Brücke werden beispielhaft anhand einer Straßenbrücke aufgezählt. Andere Brückenarten haben manche Teile nicht, dafür wiederrum zusätzlich andere (vergleiche feste und bewegliche Brücken). Auch besitzt nicht jede Straßenbrücke alle Bauelemente, sondern werden für jede Brücke nach den Erfordernissen vom Planer ausgewählt.

Überbau

Der Überbau besteht aus der Fahrbahnplatte, den Hauptträgern (oder Kastenträger) sowie etwaigen Querträgern. Der Überbau trägt die Lasten zum Unterbau. Eisenbahn

Unterbau

Als Unterbau einer Brücke bezeichnet man die Widerlager und etwaige Mittelunterstützungen. Der Unterbau nimmt die über die Brückenlager zentrierten Auflagerkräfte (sofern Lager vorhanden) auf und leitet diese in die Gründung ab.
- Widerlager Widerlager befinden sich am Brückenanfang und –ende und bilden den Übergang vom Damm zum Brückenüberbau. Sie übertragen die Überbaulasten auf die Gründung und nehmen den Erddruck durch die Widerlagerwand in Richtung der Brücke sowie durch Flügelwände in Querrichtung auf.
- Mittelunterstützung Die Mittelunterstützungen verringern die Stützweite des Überbaus zwischen den Widerlagern und ermöglichen damit eine geringere Bauhöhe. Sie leiten entsprechend den Stützweiten Teile der Überbaulasten in den Baugrund. Die Mittelunterstützungen werden meist als Einzelpfeiler oder Pfeilerscheiben ausgeführt. Bei Schrägseil- oder Hängebrücken wird die Mittelunterstützung durch ein Hochhängen der Brückenlasten beansprucht. In diesem Fall spricht man von einem Pylon.

Gründung

Die Gründung der Widerlager und Mittelunterstützungen und Abtragung der Brückenlasten erfolgt mit Flachgründungen (Streifenfundamente, Fundamentplatten) oder Tiefgründungen (Bohrpfähle oder Brunnen).
- Kämpfer Kämpfer ist eine besondere Bezeichnung eines Widerlagers bei einer Bogenbrücke. Siehe auch: Gründung_(Bauwesen)

Lager und Fahrbahnübergänge

Die Lager einer Brücke sind die Kontaktpunkte zwischen Über- und Unterbau. Sie müssen so beschaffen sein, dass sie die erforderlichen Dreh- und Kippbewegungen sowie Verschiebungen ermöglichen und eine zwängungsarme Übertragung der Auflagerkräfte ermöglichen.
- Lager aus Stahl Lager Stahllager gibt es als feste Linienkipplager oder als bewegliche Linienlager (Rollenlager). Da in der Vergangenheit zahlreiche Schäden aufgetreten sind, werden diese heute bei Brückenneubauten in Deutschland nicht mehr eingesetzt. Rollenlager bestehen aus Stahlzylindern, die seitlich gehalten werden und Lagerplatten, ebenfalls aus Stahl. Sie können große Bewegungen der Brücke ausgleichen.
- Elastomerlager Elastomerlager sind Verformungslager, d.h. sie übertragen die Kräfte über die Verformung des Elastomers. Sie bestehen aus einem flexiblen alterungsbeständigen Kunststoff, in den bei bewehrten Lagern Stahlplatten eingearbeitet sind, welche die Druckfestigkeit und Inkompressibilität erhöhen. Die Verformungslager sind allseits beweglich und erlauben die Aufnahme horizontaler und vertikaler Lasten bei gleichzeitiger Verdrehung um drei Achsen und bei gleichzeitiger Verschieblichkeit in zwei Richtungen. Die Verschieblichkeit in horizontaler Richtung kann durch die Anordnung von Festhaltekonstruktionen aus Stahl verhindert werden. Das Elastomerlager kann nicht so große Bewegungen wie ein Rollenlager aufnehmen, ist jedoch wartungsärmer, weil die Stahlbleche nicht mit Luft und Feuchtigkeit in Berührung kommen und deshalb korrosionsgeschützt sind und weil keine beweglichen Teile vorhanden sind. Bei größeren Verformungen benutzt man das Verformungsgleitlager, bei welchem das Elastomerlager mit einer zusätzlichen Gleitschicht versehen ist.
- Fahrbahnübergang Der Überbau einer Brücke verformt sich in Längsrichtung infolge Temperaturwechsel und Längskräfte aus Bremsen des Fahrzeugsverkehrs sowie bei Spannbetonbrücken zusätzlich durch die Vorspannung und das Kriechen und Schwinden des Betons. Diese Verformungen treten am Widerlager nicht auf und müssen daher durch eine Übergangskonstruktion ausgeglichen werden. Außerdem sollen die Fahrbahnübergänge ein sicheres Überqueren auch bei hohen Geschwindigkeiten ermöglichen.

Kappen

Die Stahlbetonkappen werden nachträglich erst nach dem Ausschalen der Fahrbahnplatte und nach Herstellung der Abdichtung zusammmen mit dem Gesims aufbetoniert. So können Maßungenauigkeiten im Kragarm des Überbaus verdeckt werden. Die Kappen sind mit dem Überbau durch eine am Kragarm horizontal heraussstehende Anschlußbewehrung und in Sonderfällen durch Telleranker kraftschlüssig verbunden. Auf den Kappen werden Geländer sowie je nach Bedarf Schutzplanken und Lärmschutzwände befestigt. Die Kappen dienen auch der mechanischen Sicherung des Verkehrsraumes. Im innerstädtischen Bereich sind die Kappen meist gleichzeitig Geh- und/oder Fahrradweg und sichern diese durch einen 15 cm hohen Schrammbord vor einem abirrenden Kraftfahrzeug. Im Normalfall sind die Kappen gegenüber der Fahrbahn nur um 5 cm erhöht und sichern durch darauf angeordnete Distanzschutzplanken den Verkehrsraum.

Fahrbahnbelag und Brückenentwässerung


- Fahrbahnbelag Der Fahrbahnbelag hat heutzutage in Deutschland einen dreiteiligen Aufbau aus Abdichtung, Schutzschicht und Deckschicht. Die ca. 1 cm starke Dichtungsschicht besteht aus Bitumenschweißbahnen und soll den Brückenüberbau gegen das Eindringen von Oberflächenwasser, Frost und Tausalz und somit Korrosion schützen. Die ungefähr 3,5 cm starke Schutzschicht besteht aus Gussasphalt oder Asphaltbeton und dient dem Schutz der Abdichtung vor mechanischer Beanspruchung aus dem Verkehr und vor Witterungseinflüssen. Auf die Schutzschicht wird zur unmittelbaren Abtragung der Fahrbahnlasten eine ungefähr 3,5 cm starke Deckschicht aus Asphaltbeton aufgebracht. Auf untergeordneten privaten Wegen, wie Forstwegen oder Hauszufahrten, werden Fahrbahnbeläge auch aus Holz verwendet, bei alten Brücken (z.B. Römerbrücken) wurde Naturstein.
- Entwässerung Die Entwässerung soll das anfallende Oberflächenwasser rasch und vollständig ableiten und zwar nicht nur aus Gründen der Verkehrssicherheit, sondern auch damit der Belag möglichst rasch austrocknen kann. Im Regelfall wird das Wasser über ein Entwässerungssystem in Regenüberlaufbecken abgeleitet.

Ausrüstung


- Geländer Brückengeländer dienen als Absturzsicherung für Fußgänger oder Radfahrer. Die Geländer sind aus Stahl oder Aluminium und haben bei Absturzhöhen von weniger als 12 Metern eine Mindesthöhe von 1,0 Meter, bei größeren Absturzhöhen betragt die Mindesthöhe 1,1 Meter. Neben Radwegen ist in Deutschland eine Geländerhöhe von mindestens 1,2 Meter vorgeschrieben. Bei Straßenbrücken mit mehr als 20 m Länge enthält der der dann zweiteilige Handlauf zusätzlich ein Drahtseil.
- Distanzschutzplanken Leitplanken oder Distanzschutzplanken dienen als Absturzsicherung für Kraftfahrzeuge oder zur Sicherung der Gegenfahrbahn gegen ein Ausbrechen von Fahrzeugen.

Sonstige Begriffe

Wichtige Begriffe einer Brücke sind u.a.: : Spannweite: die Strecke zwischen den Auflagerpunkten : lichte Weite: die Strecke zwischen den Widerlagern (kann senkrecht zur Achse eines Fließgewässers oder in Fahrbahnachse gemessen werden) : lichte Höhe: die Strecke zwischen Untergrund und Tragwerksunterkante

Gestaltung

Herstellung

Betonbrücken mit geringer Höhe über Gelände können kostengünstig mit einem Lehrgerüst hergestellt werden. Bei mehrfeldrigen Brücken wird der Überbau meist abschnittsweise betoniert, wozu ein Lehrgerüst oder bei hohen Brücken ein Vorschubgerüst verwendet werden kann. Vorschubgerüste sind Gerüste, die sich selbständig von einem Brückenfeld zum nächsten verschieben. Anwendung finden diese Art von Gerüsten vor allem bei Brücken mit wechselnden Kurvenradien, unterschiedlichen Steigungen, wechselnden Spannweiten und Eisenbahnbrücken, die aus einer Kette von Einfeldträgern bestehen. Sonst werden längere Spannbetonbrücken, Durchlaufträger mit regelmäßigen Stützenabstände, oft mit dem weit verbreiteten wirtschaftlichen Taktschiebeverfahren hergestellt (Taktschiebebrücken). Bei großen Spannweiten findet man auch Freivorbaubrücken, insbesondere zum Überbauen von breiten Gewässern. Dabei wird am frei auskragenden Ende der jeweils folgende Bauabschnitt angefügt.
Insbesondere bei Stahlbrücken oder Verbundbrücken kann der Überbau auch oft durch Autokran oder Winden eingehoben werden. Daneben gibt es im Spannbetonbau auch noch die Möglichkeit eine Brücke mit Fertigteilen zu bauen. Dies geschieht in Deutschland vor allem bei Autobahnüberführungen, bei denen die Brückenträger vorfabriziert werden und die Fahrbahnplatte nur noch darauf betoniert werden muss. Dagegen ist außerhalb von Deutschland auch der Brückbau mit Fertigteilquerschnittssegmenten sehr weit verbreitet. Dabei wird die Brücke durch das Aneinanderfügen und Verspannen von einzelnen vorfabrizierten Querschnittselementen hergestellt.

Brückeneinstürze

Immer wieder gab es aus den verschiedensten Gründen Brückeneinstürze. Ursachen waren entweder Naturkatastrophen, Schiffskollisionen, Materialfehler oder Sabotageakte.

Gesetzliche Definition

Deutschland

"Als Brücken gelten alle Überführungen eines Verkehrsweges über einen anderen Verkehrsweg, über ein Gewässer oder über tieferliegendes Gelände, wenn ihre lichte Weite zwischen den Widerlagern 2,00 m oder mehr beträgt. (...)" (Definition nach DIN1076 aus Verkehrsblatt-Dokument Nr. B 5276 Vers. 07/97)

Österreich

Wird in der RVS Kapitel 4 Kunstbauten definiert.

Zitate


- Von allem, was der Mensch baut und aufbaut, gibt es nichts Besseres und Wertvolleres als Brücken. (Ivo Andrić, Jugoslawischer Nobelpreisträger, 1892 - 1975)

Bilder

Bild:vach-bruecke-v-s.jpg|Korbbogenbrücke in Vach bild:Rendsburgerhochbruecke.jpg|Rendsburger Hochbrücke Bild:075 jpg.jpg|Akashi-Kaikyo-Brücke, von der Insel Awaji aus gesehen Bild:Budapest_Kettenbrücke_gr.jpg|Kettenbrücke in Budapest bei Nacht Bild:Erasmusbrücke.jpg|Erasmusbrücke in Rotterdam Bild:Müngstener01.jpg|Das Innere der Müngstener Brücke Bild:BrueckeMaxau.jpg|Schrägseilbrücke und Fachwerkbrücke bei Wörth am Rhein Bild:Hubbrücke.jpg|Hubbrücke in Magdeburg Image:Bridge_in_Edmonton.jpg|Brücke in Edmonton

Literatur


- Lucien F. Trueb: Betonbrücken - Symbiose von Ingenieurwissenschaft und Kunst. Naturwissenschaftliche Rundschau 57 (10), S. 537 - 543 (2004), ISSN 0028 - 1050
- Richard R. Dietrich: Faszination Brücken. Baukunst - Geschichte - Technik (1998)

Siehe auch:


- Liste der Brücken
- Bauingenieurwesen
- Portal:Architektur und Bauwesen
- Soda-Brücke

Weblinks


- http://www.deutsche-bruecken.de/ - „Ingenieur Bau Kunst in Deutschland“
- http://www.bernd-nebel.de/bruecken/
- http://www.brueckenbau-links.de/ – Brückendatenbank
- http://www.brueckenweb.de
- http://www.karl-gotsch.de/
- http://www.structurae.de/ – Internationale Galerie und Datenbank des Ingenieurbaus mit über 10 000 Brücken
- http://www.bridgebuilder-game.com/ - Computerspiel, das den Brückenbau simuliert ! ja:橋 ko:다리 ms:Jambatan simple:Bridge

Musikinstrumente

Ein Musikinstrument ist ein Gegenstand, der mit dem Ziel konstruiert oder verändert wurde, Musik zu erzeugen. Im Prinzip kann jeder Gegenstand, der Töne oder auch nur Geräusche hervorbringt, als Musikinstrument dienen, jedoch wird der Ausdruck normalerweise nur für solche Gegenstände verwendet, die zu diesem Zweck hergestellt oder verändert wurden.

Klassifikation

Es gibt viele verschiedene Versuche, die Vielfalt der Musikinstrumente in Gruppen einzuteilen. Bei praktisch allen Klassifikationssystemen zeigen sich Vor- und Nachteile sowie mehr oder weniger zahlreiche Ausnahmen.

Klassifikation nach Art der Tonerzeugung


- Chordophone (Saiteninstrumente / Tonerzeugung durch Saiten)
  - Streichinstrumente wie die Geige
  - Zupfinstrumente wie die Gitarre
- Aerophone ("Luftklinger" / Tonerzeugung durch Luftstrom)
  - Blasinstrumente
    - Blechblasinstrumente
    - Holzblasinstrumente
  - Tasten-Aerophone:
    - Orgel
    - Harmonium,
    - Handzuginstrumente (Akkordeon und verwandte Instrumente)
- Membranophone ("Fellklinger" / Tonerzeugung durch schwingendes Fell)
- Idiophone ("Selbstklinger" / Tonerzeugung durch Klingen des gesamten Instruments)
- Elektrophone (Elektronische Instrumente) Innerhalb dieses Schemas sind Mischformen möglich. Im 1914 veröffentlichten Klassifikationsschema von Curt Sachs und Erich von Hornbostel werden die Instrumente ähnlich unterteilt.

Klassifikation nach Benutzung durch den Spieler


- Blasinstrumente
- Streichinstrumente
- Zupfinstrumente
- Schlaginstrumente
- Tasteninstrumente

weitere Klassifikationen


- nach geographisch-kultureller Herkunft
- nach Bestimmung (Konzert-, Übe-, Kinder-, Spielzeuginstrumente, Harmonieinstrument, Lärm-, Rhythmus- oder Effektinstrument)
- nach Musikrichtung (klassische, Popmusik-, Volksmusikinstrumente) Siehe auch Liste der Musikinstrumente ! ja:楽器 ko:악기 simple:Musical instrument

Filz

Filz ist ein Vliesstoff aus Wolle. Die gereinigte, gekämmte und eventuell gefärbte Rohwolle wird durch eine meist mechanische Bearbeitung in einen festen Stoff gebracht. Die einzelnen Fasern sind dabei miteinander ungeordnet verschlungen.

Herstellungsmethoden

Nassfilzen oder Walken des ungebundenen Vlies mit warmem Wasser und Seife ist die traditionelle, handwerkliche Verarbeitung der Wolle. In Kombination mit warmen Wasser und Seife stellt sich die oberste Schuppenschicht (Cuticula) der Haare auf. Gleichzeitig durchgeführtes Walken bewirkt ein gegenseitiges durchdringen der einzelnen Fasern. Die aufgestellten Schuppen verkeilen sich so stark ineinander, dass sie nicht mehr zu lösen sind. Das Werkstück schrumpft dabei stark und es ergibt sich ein fester Stoff. Die endgültige Form kann dabei nahtlos aus einem Stück herausgearbeitet werden. Filzwalken wird in Europa aufgrund seines hohen Zeitaufwandes nur noch kunsthandwerklich, im Hobby- oder Pädagogikbereich durchgeführt, ebenso wie das Trockenfilzen dabei wird die trockene Wolle wird mit Hilfe spezieller Nadeln in eine Form gebracht. Diese Methode ist der Vorläufer des Vernadelns mit einem Nadelbalken. Industrieller Filz (Nadelfilz) wird mechanisch mit zahlreichen Nadeln mit Widerhaken hergestellt. Durch wiederholtes einstechen werden die Fasern miteinander verschlungen und eventuell anschließend chemisch oder mit Wasserdampf nachbehandelt. Solche Nadelvliesstoffe lassen sich nicht nur aus Wolle, sondern auch aus praktisch allen anderen Fasern herstellen. Nadelfilz ist der heute übliche industriell hergestellte Filz. Außerdem ist noch das Verhaken mit einem gepulsten Wasserstrahl oder mit einem Bindemittel möglich.Faser Loden (Walkstoff) wird zunächst gewebt und erst anschließend verfilzt. Loden spielt insbesondere in bayrischen und österreichischen Trachten eine wichtige Rolle. Das Wort Loden ist im 10. Jhdt. als lodo (gewalktes Wollgewebe) belegt, kann aber auch vom mittelhochdeutschen lodi (Mantel) oder altnordischen lodi (zottiger Mantel) stammen. Die kunsthandwerkliche Tradition des Filzens wird in jüngerer Zeit von vielen Menschen und Klein-Betrieben wieder entdeckt. Dabei entsteht eine Gebrauchskunst, die vor allem robuste, wärmende und schöne Kleidungsstücke (z.B. Schals, Jacken, Westen, Hüte, Hausschuhe und Pantoffel) umfasst, aber zunehmend auch figürliche Arbeiten einschließt. Dieses kunshandwerkliche Filzen wird zunehmend auch als Freizeithobby entdeckt. Filzkurse und Filzbücher zeigen, wie es geht.

Anwendungsgebiete


- Kleidungstücke
  - Filzhut
  - Lodenmantel
  - Pantoffel
- Technik
  - Geräuschdämmung
  - Gleitschicht
- Zeitgenössische Kunst, etwa Joseph Beuys

Weblink


- [http://www.burg-fuersteneck.de/kultur/002006/index.htm/ Kulturgeschichtliche Handwerkstechniken auf BURG FÜRSTENECK] Kategorie:Textilindustrie ja:フェルト

Sinnesphysiologie

Die Sinnesphysiologie untersucht Fragestellungen am Schnittpunkt zwischen Neurowissenschaften und Physiologie. Sie beschäftigt sich mit: # dem visuellen System (Sehen) # dem auditiven System (Hören) # dem taktilen System (Taktile Wahrnehmung) # dem vestibulären System (Vestibuläre Wahrnehmung) # dem kinästhetischen System (Kinästhetische Wahrnehmung)

Literatur


- Schmidt, Robert F.; Schaible, Hans-Georg (Hrsg.): Neuro- und Sinnesphysiologie. Berlin: Springer, 2006 (5. Aufl.) ISBN 3-540-25700-4

Siehe auch


- Wahrnehmung
- Sinneswahrnehmung
- Wahrnehmungspsychologie
- Wahrnehmungsphysiologie
- Objektive Sinnesphysiologie von Verhaltensreaktionen Kategorie:Physiologie Kategorie:Wahrnehmung

Vater-Pacini-Körperchen

Vater-Pacini-Körperchen sind rasch adaptierende Mechanorezeptoren der Haut, die besonders gut Vibrationsempfindungen vermitteln. Sie sind benannt nach dem deutschen Anatom Abraham Vater (1684-1751) und dem italienischen Anatomen Filippo Pacini (1812-1883). Filippo Pacini

Vorkommen

Die Vater-Pacini-Körperchen finden sich in der Subkutis (Unterhaut) sowie an den großen Sehnenplatten, im Retroperitonealraum und im Gewebe um die Harnblase.

Aufbau

Der Rezeptor wird von dem marklosen Ende einer markhaltigen Nervenfaser gebildet, die von 40-60 zwiebelschalenartigen Lamellen aus abgeplatteten Perineuralzellen und einer Bindegewebskapsel umgeben ist. Die Lamelllenkörperchen erreichen eine Größe von bis zu 2 mm. Bindegewebskapsel Das marklose Ende des Neurons stellt den Sensor dar. Durch mechanisch aktivierbare Ionenkanäle löst eine mechanische Verformung der Lamellen ein Sensorpotenzial aus, das elektrotonisch weitergeleitet wird. Diese Umwandlung des mechanischen Reizes in eine elektrische Potenzialänderung bezeichnet man als Transduktion. Am ersten Schnürring der Markscheide wird das Rezeptorpotenzial beim Überschreiten einer Schwelle durch die Öffnung potenzialabhängiger Natriumkanäle in ein Aktionspotenzial umgewandelt (Transformation). Das Vater-Pacini-Körperchen gehört zu den schnell adaptierenden Rezeptoren. Es reagiert auf (positive und negative) Beschleunigungen und ist damit als Vibrationsdetektor geeignet. Die höchste Empfindlichkeit liegt bei einer Vibration um 300 Hz, bei der eine Verformung von wenigen Mikrometern genügen, um die Rezeptoren zu erregen.

Neuronale Verschaltung

Das Aktionspotenzial wird ohne Umschaltung bis in den Lemniscus medialis im Hirnstamm weitergeleitet. Die Bahn kreuzt im weiteren Verlauf zur Gegenseite und erreicht die Thalamuskerne. Nach erneuter Umschaltung erreicht die Information dann die Großhirnrinde.

Literatur


- Schmidt, Schaible (Hrsg): Neuro- und Sinnesphysiologie, Springer,2000, ISBN. 3-540-41347-2
- Kandel et al. (Hrsg): Neurowissenschaften, Spektrum 1995, ISBN 3-86025-391-3 Kategorie:Haut Kategorie:Histologie Kategorie:Sinnesorgan

Pallästhesie

Als Pallästhesie bezeichnet man in der Sinnesphysiologie das Vibrationsempfinden. Die Wahrnehmung von Vibrationen ist eine Komponente der haptischen Wahrnehmung, genauer der Feinwahrnehmung („epikritische Sensibilität“). Die Rezeption von Vibrationsreizen erfolgt in speziellen Rezeptororganen, den Vater-Pacini-Körperchen. Zur Prüfung des Vibrationsempfindens wird eine schwingende Stimmgabel auf die Haut gesetzt.

Störungen

Den Ausfall des Vibrationsempfindens bezeichnet man Pallanästhesie, ein reduziertes Vibrationsempfinden bezeichnet man als Pallhypästhesie. Pallhyp- oder Pallanästhesien können bei Schädigungen der diese Sinnesqualität leitenden Nervenbahnen oder des Zentralnervensystems aufreten. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel Polyneuropathien (z. B. infolge Diabetes mellitus), Schädigung des Rückenmarks (z. B. Querschnittslähmung, Bandscheibenvorfall) bzw. des lemniskalen Systems oder Schädigungen des sensorischen Cortex im Parietallappen des Großhirns (z. B. durch Schlaganfall). Kategorie:Neurologie

Haptische Wahrnehmung

Als haptische Wahrnehmung (griech.: haptikos = greifbar, umgangssprachlich auch Tastsinn) bezeichnet man eine Sinneswahrnehmung von Lebewesen, mit der bestimmte mechanische Reize wahrgenommen werden können. Die Gesamtheit der haptischen Wahrnehmungen erlaubt es dem Gehirn, Berührungen, Druck und Temperaturen zu lokalisieren und zu bewerten. Es wird unterschieden zwischen
- taktiler Wahrnehmung (Oberflächensensibilität) und
- kinästhetischer Wahrnehmung (Tiefensensibilität). Die Lehre von der haptischen Wahrnehmung wird als Haptik bezeichnet.

Säugetiere

Der Tastsinn der Säugetiere beschreibt die Wahrnehmung mechanischer Umwelteinflüsse über verschiedene Mechanorezeptoren der Haut oder besondere Tasthaare. Die mit den haptischen Wahrnehmungen verbundenen Informationen ermöglichen es dem Gehirn, Berührungen, Drücke und Temperaturen zu lokalisieren und zu bewerten. Die Aufnahmekapazität (beim Menschen) beträgt pro Sekunde etwa 1 Million Bit. Die Weiterleitung der verschiedenen Reize geschieht über unterschiedlich schnelle Nervenzellen. Durch Verschaltungen wird eine Adaption ermöglicht, die es gestattet, überflüssige Informationen (b