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Wüste

Wüste

Als Wüste bezeichnet man ein Gebiet, in dem auf Grund seiner extremen Trockenheit oder Kälte keine oder nur wenig hochspezialisierte Vegetation existieren kann und welches dadurch zur Anökumene zählt. Die Araber bezeichnen die Wüste auch als Meer ohne Wasser.

Wüstenarten

Trockenwüsten

Trockenwüsten verhindern durch ihren Wassermangel das pflanzliche Wachstum. Einige Arten von Trockenwüsten sind:
- Die Sandwüste - eine Wüste, deren Oberfläche großteils aus Sand besteht. Sie entstehen durch Erosion von Kieswüsten, wenn das Gestein hauptsächlich aus Quarz besteht. Ein wesentliches Merkmal sind die Dünen, die vielfach auch Wanderdünen sind. Von allen Wüsten sind die Lebensbedingungen in Sandwüsten am härtesten. Die weltweit größte solcher Wüsten ist die Rub al-Chali in Arabien.
- Kieswüsten - sie entstehen durch Erosion von Stein- oder Felswüsten (Akkumulation von gröberen Korngrößen durch Ausblasung der feineren Korngrößen), oder durch die Ablagerung von Kiesen im Vorfeld von Gletschern.
- Stein- und Salzwüsten (Salztonebenen) - sie entstehen meist in ariden, abflusslosen Sedimentbecken durch starke Verdunstung. Viele Wüsten dieses Typs liegen in Persien und Mittelasien.
- Die Halbwüste stellt eine Vegetationszone dar, die geringfügig feuchter als die echte Wüste, aber immer noch trockener als die Dornsavanne ist. Sie befindet sich meist am Rand (in der Übergangszone) einer solchen "Vollwüste" - siehe auch Sahelzone.
- Relif- oder Binnenwüsten - sie befinden sich im Inneren der Kontinente oder hinter hohen Gebirgsketten befinden sich ebenfalls ausgedehnte Wüstengebiete. Dort fällt nur geringer Niederschlag, weil sie in zu großer Meeresferne oder in Regenschatten von Randgebirgen liegen. Die feuchten Luftmassen sind vor den Gebirgen zum aufsteigen gezwungen. Oben auf der Gebirgskette ist die Luft zu kühl. Kalte Luft kann nicht so viel Wasser speichern deshalb sind die feuchten, kalten Luftmassen dazu gezwungen abzuregnen. Auf der anderen Seite der Gebirgskette wird die Luft erwärmt und die warmen, trockenen Luftmassen sinken. Dort wo die Luftmassen gesunken sind bilden sich aufgrund der Wärme und Trockenheit die Relif- oder Binnenwüsten. Die berümtesten solcher Wüsten ist die Wüste Gobi und Takla Makan. Die 'Subtropischen Trockenwüsten, liegen bei einer geografischen Breite bis zu etwa 30° beidseits des Erdäquators. Sowohl auf der nördlichen als auch auf der südlichen Halbkugel werden die Luftmassen vom Urpassat kommend gezwungen abzusteigen. Dies bewirkt eine zunehmende Erwärmung der Luftmassen, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit abnimmt und es zu trockenen, wolkenlosen Klimaverhältnissen kommt. Beispiele für solche Wüsten sind die größten Teile der Sahara, die Gobi und die Kalahari. Darüber hinaus gibt es die Küstenwüsten, die durch spezielle Meeresströmungen entstehen. Das kalte aufsteigende Wasser des Meeres führt zur Kondensation der in der Luft enthaltenen Feuchtigkeit an der Meeresoberfläche. Dadurch nimmt die relative Luftfeuchtigkeit ab und eine Wolkenbildung und folglich auch Niederschlag wird verhindert." So nah am Wasser und doch so arm an Wasser", hatte der berühmte Forscher Alexander von Humbold einmal die Küstenwüste der Atacama beschrieben. Die bekanntesten küstennahen Wüsten sind die Atacama, die Namib und die Nullarbor-Wüste. Aber auch meeresnahe Teile der Sahara stehen unter dem Einfluss kühler Meeresströme. Weiterhin gibt es Nebelwüsten in den Subtropen.

Vegetation und Regen

In der Wüste ist Vegetationsarmut bzw. Vegetationslosigkeit, es sind nur 1/4 aller Wüstenflächen bewachsen. Auch herrscht in der Wüste Wasserarmut.Es gib nur wenig Regenschauer in der Wüste doch wenn es einmal Regnet dann oft sehr heftig. Nach den Regenschauern
blüt die Wüste auf. Es Wachsen bunte Wüstenpflanzen die aber wegen des fehlenden Wassers nicht lange überleben. Wenn Regen fällt, dann ca. 250mm pro Quadratmeter, durch die Hitze, Tagsüber verdunstet das Wasser schon bevor es den Boden berührt.

Weitere Trockenwüsten und der Mars

Weitere Trockenwüsten liegen in isolierten Gebirgsbecken wie das Great Basin oder die
Schattenwüsten an den windabgewandten Abhängen (d.h. im Lee, dem Regenschatten) von Gebirgen wie die Wüste Juda. Die Böden der Trockenwüste zählen zu den Aridosolen. Auch am Planeten Mars herrscht eine Art Wüstenklima, weil die äußerst dünne CO2-Atmosphäre kaum Wasserdampf enthält und freies Wasser sofort verdunsten würde. Trotzdem fegen oft langandauernde Winde über weite Gebiete, weil der Mars ähnliche Jahreszeiten wie die Erde und auch merkliche Temperaturgradienten aufweist. Sie erodieren den braunen und grauen Marsboden und rufen oft globale Sandstürme hervor. Dies hat auch dazu geführt, dass die 1877 entdeckten "Canali" (Marskanäle) jahrzehnelang als natürliche oder künstliche Wasserrinnen gedeutet wurden, die der Sand zeitweilig bedeckt, danach aber der vermutete Bewuchs wieder ein Ergrünen bewirkt hätte.

Edaphische Wüsten

In edaphischen (bodenbedingten) Wüsten werden zugeführte Niederschläge im stark wasserdurchlässigen Boden sehr schnell abgeführt. Wasser kann nicht oder nur sehr schlecht im Boden gespeichert werden, steht für pflanzliches Wachstum also nicht zur Verfügung. So bilden die riesigen Schotterflure im Isländischen Hochland trotz erheblicher Niederschlags- und Schmelzwassermengen eine Wüstenlandschaft. Isländischen Hochland

Kältewüsten

Kältewüsten sind Wüsten in polaren Gebieten (
Eiswüsten) und im Hochgebirge, deren extrem niedrige Temperaturen die Ausbreitung von Vegetation verhindern. Zum Beispiel: Wright Valley in der Antarktis.

Kulturgeschichte

In kulturhistorischer Hinsicht spielte die Wüste seit der Antike eine wichtige Rolle in der europäischen Historiographie und Literatur. Einerseits symbolisierte die Wüste seit Herodot das Fremde und Andersartige, das sich dem europäischen Zugriff entzog. Andererseits bot die Wüste aber auch Rückzugsmöglichkeiten, die es sonst nirgendwo gab. Insbesondere durch die Bibel (Exodus der Israeliten, Versuchungen Christi) und die spätere hagiographische Literatur (Eremiten) wurde ein Bild der Wüste nach Europa transportiert, das im Kern bis heute fortwirkt. Durch die Domestizierung des Dromedar gelang es dem Menschen, tiefer in die großen Wüsten vorzudringen oder sie zu durchqueren. Dadurch konnte die Wüste zum Lebensraum des Menschen werden. Die UN Organisation UNCCD kämpft gegen die weitere Ausbreitung der Wüsten.

Die größten Wüsten

# 8.700.000 km² - Sahara (Afrika) # 1.560.000 km² - Australische Wüsten (Australien) # 1.300.000 km² - Arabische Wüsten (Asien) # 1.040.000 km² - Gobi (Asien) #  715.000 km² - Kalahari (Afrika) #  330.000 km² - Takla Makan (Asien) #  312.000 km² - Sonora (Nordamerika) #  273.000 km² - Karakum (Asien) #  273.000 km² - Tharr und Cholistan (Asien) Alle Wüsten bedecken ein Siebtel der ganzen Erdfläche.

Tägliche Temperaturschwankung in Wüsten

In Sand- und Felswüsten existiert nur wenig Wasser - weder in der Luft noch im Boden. Wasser kann etwa sechs mal soviel Energie speichern wie Sand. Da es in Wüsten weitgehend fehlt, können diese keine größeren Wärmemengen speichern. Außerdem isoliert sandiger Boden sehr gut. Sand besteht in der Hauptsache aus Quarz, einem schlechten Wärmeleiter. Die einzelnen Sandkörner sind überwiegend locker geschichtet (siehe auch Wanderdünen), in den Zwickeln befindet sich Luft, die ebenfalls gut isoliert. Das hat zur Folge, dass der Boden die Hitze des Tages nicht sehr tief in sich aufnehmen kann und nur oberflächlich erhitzt. Daher kann er nur geringe Wärmemengen speichern. Hinzu kommt die geringe Wolkenbildung. Wolken wirken als Isolierungsschicht sowohl vom Weltall zur Erde als auch umgekehrt. Durch das Fehlen dieser Isolierschicht dringt tagsüber Wärmestrahlung ungedämpft zu Boden und erhitzt diesen sehr stark (bis zu etwa 70°). Nachts hingegen strahlt die wenige gespeicherte Wärme ungehindert ins Weltall ab, was Temperaturunterschiede von 50° und mehr hervorrufen kann. Dieser Effekt ermöglicht allerdings auch in den trockensten Wüsten bescheidenes Leben, weil ein niedriger Taupunkt die starke Abkühlung ermöglicht, wobei bodennah der Taupunkt erreicht werden kann. Pflanzen oder Insekten leben dann von den gebildeten Tautropfen. Die starken Temperatureffekte machen übrigens auch den Unterschied zwischendem Kontinentalklima und einem maritimen Seeklima aus. Am Meer oder in der Nähe von Ozeanen wirkt die Wärmespeicherung des Wassers und macht das Klima sehr viel ausgeglichener als im Inneren der Kontinente. Man denke nur an den klimatischen Unterschied etwa zwischen Moskau - heiße Sommer und bitterkalte Winter - und Kopenhagen, welches etwa am selben geografischen Breitengrad liegt. In Europa werden diese Unterschiede noch durch den Golfstrom verstärkt.

Wüsten-Glossar


- Arroyo (Südamerika und US-Westen). Identisch mit > Wadi.
- Barchan ist eine bewegliche Sicheldüne
- Chott (Schott)(arab.) Weitgespannte Senken mit Salzwüsten; auch Salzsee, Salzpfanne, Salzsumpf
- Churd (a) (arab.) Grosse Wanderdüne
- Djebel (Dschebel) (arab. = Berg)
- Draa (arab. = Arm ) Langgestrecktes Dünengebiet
- Enneri (arab.) Trockenfluss, trockenes Bachbett
- Erg (arab. = Ader) Riesige Dünengebiete; aber auch allgem. für Staubwüste
- Fata Morgana (arab. Bacher-el-Alfrid = Wasser des Satans). Luftspiegelungen als Folge von Reflexionen von Lichtstrahlen an der Grenzfläche zwischen Luftschichten von unterschiedlicher Temperatur und unterschiedlicher optischer Dichte.
- Fulgurit (lat.
fulgur Blitz) Blitzröhre: Durch Blitzschlag gebildete Röhren aus zu Kieselglas verschmolzenem feinkörnigem Sediment
- Hammada (arab.) Stein-Geröllwüste
- Harra (arab.) Lava-Wüste
- Kavir (persisch); identisch mit > Chott
- Sahara (arab. = von gelber Farbe ; syn. für Wüste)
- Sebhka (Sebkra) (arab.) Salztonpfannen, in welchen Salz und Gips an der Oberfläche über Tonablagerungen kristallisieren.
- Seif(s) (arabisch = Schwert) sind Längsdünen, welche besonders schmal und scharfgratig sind.
- Serir (berb.) Kieswüste
- Oase (arab. - berberisch uau) Stellen an denen Grundwasser zutage tritt
- Reg (arab.) Kies-Kieselwüste
- Wadi (arabisch Oued = syn. für Trockenbett, Rinne). Bei Abtragung bis zur Schuttsedimentierung eines Gebirges werden die Reste erodiert. Ruckartig einsetzender Regen fliesst an der Oberfläche ab, wobei er Fliessrinnen in den Wüstenboden schneidet. (spanisch: Arroyo)
- Wüstenglas, ein diaplektisches Glas, wahrscheinlich vor 20 Mio. Jahren durch einen Meteoriten-Impakt in der libyschen Wüste gebildet
- Wüstenlack Infolge starker Verdunstung gebildeter Überzug aus Eisen- seltener Manganverbindungen, auch der durch Windschliff hervorgerufene matte Firnisglanz auf Steinen und anderen Oberflächen
- Yardang durch Windschliff hervorgerufene Erosionsform

Literatur


- Uwe Lindemann:
Die Wüste. Terra incognita - Erlebnis - Symbol. Eine Genealogie der abendländischen Wüstenvorstellungen in der Literatur von der Antike bis zur Gegenwart. Heidelberg 2000
- [http://www.michael-martin.de Michael Martin]:
Die Wüsten der Erde. - Dieses Buch bietet einen Überblick über sämtliche Wüsten der Erde

Siehe auch


- Desertifikation

Weblinks

Kategorie:Klimazonen und Vegetation ja:砂漠 ko:사막

Pflanzen

Die Pflanzen bilden ein eigenes Reich innerhalb der Domäne der Eukaryoten. Mit ihnen befasst sich wissenschaftlich die Disziplin der Botanik. Pflanzen leben - im Gegensatz zu den heterotrophen Tieren und Pilzen - fast ausschließlich photoautotroph, das heißt, sie stellen die zum Wachsen und Leben notwendigen organischen Stoffe mit Hilfe des Sonnenlichts durch Photosynthese selbst her (Phototrophie), wobei sie als Kohlenstoffquelle ausschließlich Kohlenstoffdioxid nutzen (Autotrophie). Ausnahmen sind einige parasitische Pflanzen, die ihre Nahrung von anderen Pflanzen beziehen und im Laufe der Evolution ihr Chlorophyll (Blattgrün) verloren haben. Historisch hat sich die Definition des Begriffs Pflanze gewandelt. So werden heute Photosynthese betreibende Prokaryonten wie beispielsweise die Cyanobakterien (Cyanobacteria) nicht mehr zu den Pflanzen gezählt. Dies gilt auch für eine ganze Reihe von Protisten-Arten, beispielsweise die Rotalgen oder Braunalgen. Auch die Pilze wurden ursprünglich mit zu den Pflanzen gezählt, obwohl man heute weiß, dass sie näher mit den Tieren verwandt sind. Sie werden hier in ihr eigenes Reich gestellt. Heute folgt man in der Biologie fast ausschließlich dem phylogenetischen System, das die Pflanzen anhand ihrer Abstammung systematisch gruppiert. Demnach gelten nur die Grünalgen (Chlorophyta) neben den Landpflanzen (Embryophyta) als echte Pflanzen. All diese Organismen enthalten Chlorophyll a und Chlorophyll b und speichern die photosynthetisch produzierten Zucker in Form von Stärke in den Chloroplasten. Die Zellwände dieser Organismen bestehen aus Zellulose. Pflanzen treten oft in charakteristischen Gruppen, den so genannten Pflanzengesellschaften auf. Pflanzen können durch Abgabe allelopathischer Stoffe auf andere Pflanzen einwirken.

Systematik

Es ist zu beachten, dass die Unterteilung in Klassen, Abteilungen, etc. nicht nur einem ständigen Wandel unterworfen ist, sondern durch die damit etablierten Ränge heute auch als umstritten gilt. Vielerorts wird heute an einer ranglosen Taxonomie gearbeitet. Die Wikipedia folgt allerdings hier der klassischen Systematik. Grünalgen (Chlorophyta)
- Prasinophyta
- Pedinophyta
- Chlorophycota Landpflanzen (Embryophyta)
- Moose (Bryophyta)
  - Marchantiopsida
  - Jungermanniopsida
  - Laubmoose (Bryopsida)
  - Hornmoose (Anthocerotopsida)
- Gefäßpflanzen
  - Gefäßsporenpflanzen (Pteridophyta)
    - Urfarne (Psilophyta)
    - Bärlapppflanzen (Lycopsida)
    - Schachtelhalme (Equisetopsida)
    - Farne (Filicopsida)
  - Samenpflanzen (Spermatophyta)
    - Nadelholzgewächse (Coniferophyta)
    - Palmfarne (Cycadophyta)
    - Ginkgopflanzen (Ginkgophyta)
    - Gnetophyta
    - Blütenpflanzen (Magnoliophyta)

Bedeutung für den Menschen

In ihrer Bedeutung für den Menschen unterscheidet man zwischen wildwachsenden Pflanzen, darunter auch die willkürlich so genannten Unkräuter, und Kulturpflanzen. Zu den teils wild, teils kultiviert wachsenden Nutzpflanzen zählt man die Heilpflanzen (siehe auch Liste der Heilpflanzen) und die Küchenkräuter (siehe auch Kräuter). Bei Gewürzen handelt es sich meist um getrocknete Küchenkräuter (siehe auch Liste der Küchenkräuter und Gewürze). Kräuter für Aufgüsse und Tees werden sowohl frisch als auch getrocknet eingesetzt. Sehr häufig werden aromatische Pflanzen auch nur ihres Duftes wegen angepflanzt, wie es bei duftenden Blumen - insbesondere den Rosen - der Fall ist. Substanziell genutzt werden auch die in der Regel rauscherzeugenden Drogenpflanzen, die oft zu den Giftpflanzen zählen. Zierpflanzen werden dagegen aus ästhetischen Gründen angepflanzt; die meisten Zimmerpflanzen gehören in diese Kategorie, vernachlässigt man in geschlossenen Räumen angebaute Kräuter. Siehe auch: Systematik des Pflanzenreiches

Weblinks


- [http://www.pflanzenbestimmung.de/ Online Pflanzenbestimmung]
- [http://www.pflanzenbuch.de/pflanzendatenbank.php Pflanzendatenbank]
- [http://www.pflanzen-portal.com Pflanzen-Portal] !Kategorie:Botanik zh-min-nan:Si̍t-bu̍t ja:植物 ko:식물 ms:Tumbuhan simple:Plant th:พืช


Wachstum

Als Wachstum bezeichnet man den zeitlichen Anstieg einer bestimmten Messgröße. Es kann daher als mathematische Ableitung einer Funktion aufgefasst werden, die zu jedem Zeitpunkt einen bestimmten Wert der Messgröße zuordnet. Das Gegenteil von Wachstum ist die Abnahme beziehungsweise der Zerfall. In diesem Zusammenhang fällt oft der von der mathematischen Modellierung abgeleitete und umgangssprachlich missverstandene Begriff Negativwachstum. Unter Wachstum versteht man auch das Größerwerden eines Gegenstandes oder Lebewesens. Das Gegenteil hiervon ist das Schrumpfen.

Beispiele für wachsende Systeme

Wachstum in den Raumdimensionen

;Strecken: Wachstum des Schienenstreckennetzes ;Flächen: Wachstum der versiegelten Flächen ;Volumen: Wachstum eines Luftballons

somatisches Wachstum

Wachstum eines Individuums als Ganzes oder seiner Teile Beispiel: Längenwachstum des Menschen, siehe auch Wachstumshormon

Wachstum in der Anzahl

Zunahme der absoluten Menge oder des Prozentsatzes; ein Beispiel dafür ist das Wachstum durch Vermehrung: Bevölkerungswachstum, Bakterienkultur, Geldwachstum

Infekt-Modell

Das Infektmodell ist eine Rückkopplungsfunktion, die Ausbreitungsvorgänge (Krankheiten, Gerüchte, Witze ...) in geschlossenen Populationen beschreibt (s. Bild begrenztes Wachstum). Siehe auch Feigenbaumdiagramm.

Diffusionsbegrenztes Wachstum

Dieses Wachstum kommt durch die zufällige Anlagerung von Teilchen zu Stande. Grundlage dafür ist die Brownsche Molekularbewegung. Das diffusionsbegrenzte Wachstum wurde u.A. Mitte der 1980er von Leonard M. Sander beschrieben (siehe auch DLA, Diffusion Limited Aggregation). Beispiele dazu: ;Anlagerung von Rußteilchen: Teilchen lagern sich an den Wänden eines Kamins an und bewirken ein Zuwachsen des Rohres ;Bildung der Fellzeichnungen bei Zebra, Tiger, Leopard, Tapir ;Fraktales Wachstum: Die zufällige Anlagerung bewirkt stark verästelte Strukturen, die an fraktale Strukturen erinnern: Schneeflocke, siehe auch Schneeflockenkurve

Wachstum eines Indizes

Bruttosozialprodukt

Wachstum der Komplexität

Internet, Gehirn

Mathematische Beschreibung

Wachstum ist das zeitliche Verhalten einer System-Größe. Zunächst wird zu einem bestimmten Zeitpunkt t_1 der Wert dieser Größe bestimmt. Zu einem späteren Zeitpunkt t_2 wird der Wert dieser Größe wieder bestimmt. Ist dieser zweite Wert W(t_2) größer als der erste W(t_1), dann spricht man von positivem Wachstum. Dieser Fall entspricht dem allgemeinen Sprachgebrauch. Ist W(t_2) kleiner als W(t_1), ist also die Differenz W(t_2)-W(t_1) < 0, spricht man von negativem Wachstum. Im Falle W(t2) = W(t1) spricht man von Nullwachstum.

Darstellung von Wachstumskurven

Bei zahlreichen Messpunkten werden diese zur Veranschaulichung zu einem geschlossenen Kurvenzug verbunden. Es sollte aber dabei nicht vergessen werden, dass das tatsächliche Verhalten des Systems zwischen den Messpunkten nicht bekannt ist und höchstens durch ein mehr oder weniger genaues Modell beschreibbar ist. Bei bestimmten Wachstumsarten können auch mathematische Modelle (Funktionen) zur Beschreibung des Verhaltens Verwendung finden.

Wachstumsarten

Funktionen-Kurve)]] a) begrenzt oder unbegrenzt: Alle realen Wachstumsvorgänge sind letztlich begrenztes Wachstum, da die Ressourcen, aus welchen sich das Wachstum, speist, nicht unbegrenzt vorliegen. Unbegrenztes Wachstum ist damit ein mathematisches Artefakt; die Annahme, dass in der Realität etwas unbegrenzt wachsen könne (z.B. langfristig echt positives Wirtschaftswachstum), ist daher nicht haltbar. b) linear (konstant) oder exponentiell (beschleunigt oder verzögert = negativ beschleunigt) Der Radioaktive Zerfall ist ein Beispiel für exponentielles, verzögertes, negatives Wachstum. Radioaktive Zerfall Radioaktive Zerfall c) (scheinbar) kontinuierlich oder diskontinuierlich. (Beispiel: Die Längenzunahme des Menschen während der Wachstumsperiode erfolgt in Schüben.)

Wachstumsschwankungen

Die gemessenen Größen bestimmter Systeme schwanken zwischen mehreren Grenzwerten hin und her:
- Periodische Schwankungen (beispielsweise bei Systemen mit Rückkopplung) können ungedämpft, gedämpft oder aufschaukelnd sein.
- Aperiodische Schwankungen (Fluktuationen) können zufallsbedingt oder chaotisch sein.

Wirtschaftswachstum

Wirtschaftswachstum beschreibt das Wachstum einer Volkswirtschaft. Siehe dazu den Hauptartikel Wirtschaftswachstum

Weblinks


- [http://www.uni-leipzig.de/~vetana/growth.htm Analyse von Wachstumsvorgängen]
- [http://www.wachstumsstudien.de Institut für Wachstumsstudien] Kategorie:Makroökonomie Kategorie:Dynamik Kategorie:Leben ja:成長

Sand

] National Monument in Neu-Mexiko (USA) auf]] Sand ist ein natürlich vorkommendes Sediment mit einer Korngröße von 0,063 - 2 mm, das aus zerkleinertem Gestein besteht.

Geologie des Sandes

Sand kann von Wind und Wasserbewegung zu Sandstränden, Dünen u.ä. aufgehäuft werden. In diesem Fall spricht man von einem Lockersediment oder, im geologischen Sinn, von einem Lockergestein. Ist das Material über längere Zeit erhöhtem Druck und erhöhter Temperatur ausgesetzt, verdichtet es sich im Laufe der Diagenese zu einem Sandstein. In der Bodenkunde ist der Sandboden die grobkörnigste der vier Hauptbodenarten. Die mineralische Zusammensetzung von Sand kann je nach Ort sehr stark variieren. Zum Beispiel besteht der feine, weiße Sand am Strand von Koralleninseln aus zermahlenen Korallenskeletten, und damit überwiegend aus Kalziumkarbonat (CaCO3). Der Großteil der Sandvorkommen besteht allerdings aus Quarz (Siliziumdioxid SiO2), denn er ist nicht nur häufig, sondern auch mit einer Härte von 7 auf der 10-stufigen Mohs'schen Härteskala besonders verwitterungsbeständig. Bekannt ist auch der grüne Sand von den Stränden Hawaiis der seine Farbe durch das vulkanogene Olivin erhält. Feinkörnig verwitterter Basalt sorgt für schwarze Strände.
Durch Wind bewegter Sand und andere feinkörnige Sedimente können nach dem Prinzip des Sandstrahlgebläses an Gesteinsformationen Korrasion (Windschliff, Winderosion) bewirken und charakteristische, mitunter bizarre Erosionsformen, beispielsweise Windkanter, herausbilden.

Einteilung nach Korngröße

Windkanter Nach der im deutschsprachigen Raum bevorzugten Einteilung nach DIN 4022 (1955) werden folgende Korngrößenbereiche unterschieden: Kornklasseneinteilung auf Grundlage des Äquivalentdurchmessers In der Praxis findet man jedoch auch geringfügig andere Klassengrenzen. Grobschluff und Sand werden der Einteilung nach von Engelhardt (1953) folgend als Psammite bezeichnet.

Sand als Lebensraum

Psammit Sandlandschaften sind nicht gleichbedeutend mit toten und kahlen Landschaften, wie z.B. die "klassische" Wüste. Sandlandschaften bieten vielen Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Siehe dazu Sandachse Franken. Am Boden von Gewässern besiedeln Kleinstlebewesen das Sandlückensystem.

Verwendung

Weiterhin ist Sand für folgende Bereiche von wirtschaftlicher Bedeutung:
- Als Grundstoff für die Glasherstellung
- Als Fugenfüller bei Pflastersteinen und Gehwegplatten
- Als Gestaltungselement in der Landschaftsplanung, Gartenbau, Sportbereich und Kinderspielplätze (Sandkasten)
- Als Schleif-, Scheuer- und Poliermittel
- Sand ist ein wesentlicher Zuschlagsstoff bei Baustoffen wie Beton und Kalkmörtel
- Quarzreicher Sand ist ein Rohstoff für die Zementherstellung
- Siliziumreicher Sand dient als Grundstoff für die Herstellung von Halbleitern
- Da Sand ein verhältnismäßig großes Porenvolumen hat, haben unterirdische Sand- und Sandsteinvorkommen Bedeutung als Speichermedium für Trinkwasser, Erdöl und Erdgas
- In der Entwässerungstechnik ist Sand bedeutend als Filtermaterial in der Abwasserreinigung, zum Beispiel bei Retentionsbodenfiltern
- Für den Fremdenverkehr ist Sand eine besondere Attraktion, wenn es oberflächliche Sandvorkommen in Form von Sandstränden und Dünen an der Küste gibt
- Stuck ist eine sandhaltige, gut formbare Masse, die als Werkstoff für die Innen- und Fassadenverzierung von Gebäuden verwendet wird
- Quarzsand wird als Strahlmittel beim Kugelstrahlen (Sandstrahlen) verwendet. Als Ersatzmittel wird feinkörniger Korund eingesetzt, da der Silikatstaub eine Silikose (Staublunge) hervorrufen kann
- gewisse Sandarten können als Baustoff für Sandskulpturen dienen

"Sand" als Metapher

Auffällig viele Redensarten benutzen den "Sand" als Metapher:
- Jemandem Sand in die Augen streuen für "ihn verblenden"
- etwas in den Sand setzen für ein "Missgeschick"
- Sand im Getriebe für "Störung"
- Wie Sand am Meer für "sehr große Anzahl" (Keine echte Metapher, eher ein Vergleich)
- Kopf in den Sand stecken für "eine Gefahr nicht sehen wollen"

Siehe auch

Sandrose, Sandbank, Sander, Treibsand, Sandsturm, Sandburg, Sanduhr, Sandsack, Sandfang, Haftreibung, Reibungswinkel, Sandmann Kategorie:Bodenkunde Kategorie:Geologie Kategorie:Petrologie ja:砂 ko:모래

Gestein

Als Gestein bezeichnet man eine feste, natürlich auftretende, in der Regel mikroskopisch heterogene Vereinigung von Mineralen, Gesteinsbruchstücken, Gläsern oder Rückständen von Organismen mit weitgehend konstantem Mischungsverhältnis dieser Bestandteile zueinander. Der geologische Gesteinsbegriff ist weiter gefasst als der umgangssprachliche und bezieht auch natürlich auftretende Metall-Legierungen, vulkanisches Glas, Eis oder Kohle ein. Die Lehre von den Gesteinen, die Petrologie, ist ein Teilgebiet der Geowissenschaften. Beispiele für verschiedene Gesteinsarten sind in der Liste der Gesteine zu finden. Die Erde und die inneren Planeten des Sonnensystems bauen sich aus Gesteinen auf, die oft sehr große räumlich zusammenhängende Massen bilden. Insbesondere bauen sich aus ihnen die an der Oberfläche der Erdkruste sichtbaren Gesteinsformationen, die Gebirge, auf, die durch die tektonischen Vorgänge der Gebirgsbildung entstehen. Gesteine bilden sich hauptsächlich
- durch Erkalten flüssigen Magmas (Magmatite),
- durch Ablagerung von Feststoffen (Sedimentite), zum Beispiel von Sanden, Tonen oder Rückständen abgestorbener Lebewesen, sowie durch Abscheidung aus Lösungen (Salzgesteine),
- durch Umwandlung (Metamorphose) aus anderen Gesteinen, verursacht durch erhöhten Druck und/oder erhöhte Temperatur (Metamorphite). Eine kleine Anzahl irdischer Gesteine geht auf Meteoriten zurück.

Zusammensetzung und Gefüge

Gesteine bestehen in erster Linie aus Mineralen, von denen aber nur etwa dreißig einen bedeutenden Anteil an der Gesteinsbildung haben. Vor allem sind dies die Silikate wie Olivine, Glimmer, Amphibole, Feldspäte oder Quarz, aber auch Karbonate wie Dolomit oder Kalzit sind wichtige Bestandteile von Gesteinen. Neben diesen Hauptgemengteilen enthalten die meisten Gesteine noch so genannte Nebengemengteile oder Akzessorien. Als Gefüge eines Gesteins bezeichnet man seine Struktur, die sich aus den Eigenschaften und dem Verhältnis der gesteinsbildenden Minerale zueinander ergibt. Insbesondere die Größe und Form der enthaltenen Kristalle, sowie ihre räumliche Lage und Verteilung im Gestein, machen das Gefüge aus.

Klassifikation

Gesteine können auf verschiedene Weise klassifiziert werden; sehr verbreitet ist die Einteilung nach Entstehung und Herkunft. Demnach unterscheidet man vier Gruppen, magmatische Gesteine (Magmatite), metamorphe Gesteine (Metamorphite), Sedimentgesteine (Sedimentite) und als Sonderfall Meteoriten. In der Geotechnik und zahlreichen verwandten Wissenschaften wie der Bodenkunde unterscheidet man Gesteine grundsätzlich in zwei Gruppen, die Festgesteine und die Lockergesteine.

Magmatische Gesteine

Magmatische Gesteine Magmatische Gesteine entstehen durch das Erkalten heißen geschmolzenen Materials aus dem Erdinneren, des so genannten Magmas. Findet das Erkalten unterirdisch statt, spricht man von Plutoniten oder Intrusivgesteinen. Durch die verhältnismäßig gute Wärmeisolation der aufliegenden Gesteine kühlt sich die Magmaschmelze nur langsam ab, so dass große Mineralkristalle entstehen können. Beispiele für plutonische Gesteine sind Granit oder Gabbro. Das Magma kann riesige Gesteinsmassen, die so genannten Plutone bilden, die oft mehrere Tausend Kubikkilometer Gestein umfassen. Magma kann jedoch auch in flüssigem Zustand zu Tage treten. An der Erdoberfläche im Kontakt mit Luft erkaltet es schnell und bildet dann die so genannten vulkanischen oder Extrusivgesteine. Durch die rasche Abkühlung kommt es nur zur Bildung sehr kleiner Kristalle wie etwa beim Basalt oder Andesit; oft existiert sogar überhaupt keine kristalline Ordnung, und es entsteht vulkanisches Glas wie beispielsweise Obsidian.

Metamorphe Gesteine

Metamorphe Gesteine entstehen aus älteren Gesteinen beliebigen Typs durch Metamorphose, das heißt durch Umwandlung unter hohem Druck beziehungsweise hoher Temperatur. Bei der Umwandlung ändert sich die Mineralzusammensetzung des Gesteins, weil neue Minerale und Mineralaggregate gebildet werden; der Gesteinschemismus bleibt aber weitgehend gleich. Daneben wird auch das Gesteinsgefüge transformiert. Beispielsweise entsteht aus Quarzsanden durch Rekristallation und die Ausbildung eines feinen Zements zwischen den Kristallkörnern das metamorphe Gestein Quarzit. Weiträumige Metamorphose von Gesteinen findet meist in großer Tiefe statt, lokale Transformationen können aber auch nahe der Erdoberfläche auftreten, meist in Zusammenhang mit Vulkanismus oder seichten Granitintrusionen. Auch Meteoriteneinschläge führen zu Gesteinsmetamorphosen.
- Regionalmetamorphose steht in Zusammenhang mit Gebirgsbildungen und ist häufig druckbetont. Die damit verbundene Faltung von Gesteinen durch Kompression führt zu Rekristallisation und Einregelung von Mineralen und der Ausbildung einer Schieferung. Ein Beispiel ist die Umwandlung von tonigen Sedimenten in Schiefer.
- Kontaktmetamorphose bezeichnet die Gesteinsumwandlung durch Wärmeeinwirkung aus dem umgebenden Gestein heraus, entweder in lokalem Maßstab durch Aufheizen des Gesteins um kleinere magmatische Gänge herum bis hin zu großen Transformationszonen, sogenannten Aureolen, die sich um große, tiefsitzende plutonische Granit-Intrusionen herum bilden.

Sedimentgesteine

Sedimentgesteine Sedimentgesteine entstehen durch Verwitterung und Erosion von Gesteinen durch Wind (zum Beispiel Löss), Wasser (zum Beispiel Sandstein) oder Eis (zum Beispiel Tillit), die Lösung, den Transport und die nachfolgende Ablagerung ihrer Bestandteile, daneben auch durch biochemisch induzierten Niederschlag (zum Beispiel Kreide) oder durch Verdampfung (zum Beispiel Evaporit). Einzelne Mineralkörner oder Gesteinsfragmente bilden mit der Zeit lose Sedimente. So werden je nach Art der Genese klastische, chemische oder organogene Ablagerunsgesteine unterschieden. Werden diese durch Sedimentation weiteren Materials bedeckt, verdichten sie sich unter zunehmendem Wasserverlust immer mehr, bis durch Neukristallisation und Kompaktifikation aus dem weichen Sediment das harte, spröde Sedimentgestein entstanden ist. Darin werden die einzelnen Mineralkristalle durch eine feinkörnige Grundmasse, die Matrix, zusammengehalten. Diese Veränderungen nach der primären Sedimentation bezeichnet man als Diagenese. Sedimentationsprozesse finden auf der Erdoberfläche seit Milliarden von Jahren statt. Sedimente lagern sich meist kumulativ in einer Abfolge horizontaler Schichten ab; durch die Reihenfolge der Ablagerung sind von Ausnahmefällen abgesehen höherliegende Schichten jünger als tieferliegende, eine Erkenntnis, die als Superpositionsprinzip oder Lagerungsgesetz auf den dänischen Arzt und Geologen Nicolaus Steno zurückgeht. Nach ihrer Entstehung können Sedimentgesteine starken Kräften unterliegen, infolge derer die ehemals flachen Schichten gefaltet und gekippt werden, so dass die Lage des Gesteins im Raum so stark verändert sein kann, dass die ursprüngliche Schichtfolge lokal umgekehrt ist. Sedimente lassen sich grob in die terrestrischen Land- und die marinen Meeressedimente unterteilen. Zu ersteren zählt man auch die Ablagerungen in Süßwasserseen oder Flüssen, die aus Sand oder Schlamm entstanden sind, sowie die organischen Pflanzenreste, aus denen die Kohle hervorgegangen ist. Auch Wüstensedimente sowie Ablagerungen von Gletschern werden dieser Gruppe zugeteilt. Meeressedimente können durch Ablagerung von Erosionsmaterial anderer Gesteine auf dem Meeresgrund, durch von biochemischen Vorgängen verursachte Ausfällung zum Beispiel von Karbonaten und durch Ablagerung anorganischer Skelette von Mikroorganismen wie Kammerlingen (Foraminifa), Coccolithophoriden (Haptophyta), Strahlentierchen (Radiolaria) oder Kieselalgen (Bacillariophyta) entstehen.

Meteorite

Meteorite Einen Sonderfall unter den Gesteinen bilden die Meteorite, Gesteinskörper aus dem Weltraum. Meteorite sind Überreste der ursprünglichen Materie des Sonnensystems und enthalten zahlreiche Minerale, die sich nicht in anderen Gesteinen irdischen Ursprungs finden lassen. Sie lassen sich nach ihrem Mineralgehalt einteilen in Steinmeteorite, die in erster Linie aus Silikaten wie Olivin oder Pyroxen bestehen, Eisenmeteorite, die sich häufig aus den Eisen-Nickel-Mineralen Kamazit und Taenit zusammensetzen und Stein-Eisen-Meteorite, die einen Mischtyp darstellen. Die Größe von Meteoriten liegt zwischen der von Mikrometeoriten und riesigen, tonnenschweren Gesteinskörpern. Aus Schweden sind mehrere hundert Millionen Jahre alte fossile Meteoriten bekannt. Irdischen Ursprungs, aber durch Meteoriteneinschläge gebildet sind die Tektite, zentimetergroße Glasobjekte, die durch einschlagbedingtes Schmelzen irdischen Gesteins und darauf folgendes schnelles Abkühlen an der Luft entstehen, und die Impaktite, die durch die starken mechanischen und thermischen Einwirkungen bei einem Meteoriten-Einschlag aus den am Einschlagsort vorhandenen Gesteinen entstehen wie etwa Suevit.

Gesteinskreislauf

Hauptartikel: Kreislauf der Gesteine Magmatische, metamorphe und Sedimentgesteine werden durch geodynamische Prozesse wie Erosion, Gesteinsmetamorphose oder Sedimentation ineinander umgewandelt. So unterliegen durch Erosion des Deckgesteins freigelegte metamorphe und magmatische Intrusivgesteine ebenso wie die an der Oberfläche gebildeten Sediment- und magmatischen Extrusivgesteine der Verwitterung und Erosion. In erster Linie durch wind- oder wasserbedingten Transport lagern sich die Verwitterungsbestandteile als Sedimente ab und bilden durch Verdichtung schließlich Sedimentgesteine. Diese wandeln sich wie auch magmatische Intrusivgesteine in großer Tiefe unter hohem Druck und hoher Temperatur in metamorphe Gesteine um. Der Kreislauf schließt sich, wenn diese entweder wieder an die Oberfläche gelangen oder durch weitere Absenkung ins Erdinnere aufgeschmolzen werden und damit das Rohmaterial für die Entstehung magmatischer Gesteine bilden. Das folgende Diagramm zeigt diese Prozesse in der Übersicht: center

Bedeutung

Gesteine dienten in der Menschheitsgeschichte als erster Werkstoff zur Herstellung von Werkzeug, den Steingeräten, und sind somit auch der Namensgeber für die älteste kulturhistorische Erdepoche, die Steinzeit. Archäologische Funde aus jener Zeit sind meist Steinartefakte. Steine bilden das älteste feste Baumaterial der menschlichen Kultur und die älteste bekannte überlieferte Schreibunterlage menschlicher Schriftkultur. Sie sind Grundlage bildlicher Darstellungen in der Kunst, besonders in der Lithografie und als Ausgangsmaterial der Bildhauerei. Schmucksteine, Edelsteine und Halbedelsteine sind als Schmuck beliebt. Lesesteinhaufen und Trockensteinmauern dienten früher als Markierung von Äckern und sind heute wertvolle Biotope. Ein Grenzstein wird zur Abgrenzung von Gebieten verwendet. Fossilien in Form von Versteinerungen zeugen von Lebewesen früherer Äonen, Epochen und Perioden und spielen eine große Rolle für das Studium vergangener Lebensformen, der Evolutionsgeschichte sowie für die Datierung von Gesteinsschichten. Siehe auch: Liste der Gesteine, Liste der Gesteine nach Genese

Literatur

Vinx, Roland: Gesteinsbestimmung im Gelände. 2005, 452 S., 7 s/w Abb., 364 farb. Abb., 14 s/w Tab. Spektrum Akademischer Verlag. ISBN 3-8274-1513-6

Weblinks


- [http://www.lgd.de/projekt/gesteine/gesteine/index.html Gesteine - Baumaterial unserer Erde]
- Real Video: [http://www.br-online.de/cgi-bin/ravi?v=alpha/centauri/v/&g2=1&f=040107.rm Woher weiß man das Alter von Gesteinen?] (Aus der Fernsehsendung Alpha Centauri) Kategorie:Petrologie ! Kategorie:Bergbau ja:岩石 ms:Batu th:หิน

Dänen

Die Dänen sprechen Dänisch, eine nordgermanische Sprache. Die Mehrzahl der 5,5 bis 6 Mio. Dänen lebt in Dänemark; daneben gibt es Minderheiten in Südschleswig (Bundesland Schleswig-Holstein), Grönland, den Färöer, sowie in den Einwanderungsländern USA und Kanada. Zwischen 200 und 500 n. Chr. wanderten die skandinavischen Vorfahren der Dänen aus Norwegen und Schweden in das heutige Dänemark ein. Bis in das 9. Jahrhundert kam es zu Eroberungszügen und Besiedelung von Teilen Englands durch dänische Wikinger. 960 lässt sich der Dänische König Harald Blauzahn taufen. Die Dänen werden Christen. 1536 werden die Dänen evangelisch-lutherisch. Die 50.000 Dänen in Südschleswig sind wie Sorben, Friesen und Sinti und Roma als nationale Minderheit in der Bundesrepublik Deutschland anerkannt. Siehe auch: Geschichte Dänemarks, Südschleswigscher Wählerverband, Dänische Sprache Kategorie:Europäische Ethnie Kategorie:Germanischer Stamm Kategorie:Dänemark

Wanderdüne

Dune (deutscher Titel Der Wüstenplanet) ist der Titel der ersten Folge einer Reihe von Science-Fiction-Romanen von Frank Herbert, und zugleich einer der Namen des Planeten Arrakis, auf dem die Handlung spielt. Dune gewann 1965 als erster Roman den Nebula Award. Ein Jahr später folgte der Hugo Award in der selben Kategorie. Bis heute verkaufte das Buch sich über zwölf Millionen mal. Der ursprüngliche Wüstenplanet-Zyklus von Frank Herbert wurde nach dessen Tode um bislang zwei zeitlich früher angesiedelte Romanserien erweitert: Die Frühen Chroniken, die einen direkten Vorspann bilden, sowie die weiter in der Vergangenheit angesiedelten Legenden. Autoren dieser neuen Serien sind Frank Herberts Sohn Brian Herbert und Kevin J. Anderson.

Zum Inhalt

Erster Zyklus

Die ersten drei Romane (erster Zyklus) stellen eine von Beginn an als Gesamtwerk konzipierte Einheit dar. Die Welt der Wüstenplanet-Romane ist in eine ferne Zukunft gesetzt (beim ersten Buch ca. 26391 n. Chr. [Das Jahr 10191 beschreibt das Jahr nach Gründung der Raumgilde, die ca. 16200 n. Chr. gegründet wurde.]), in der die Menschheit in einem feudalen Imperium unter einem Kaiser (Padishah-Imperator) und lokalen (d.h. planetarischen) Fürsten auf einer Vielzahl von Planeten lebt. Die Navigatoren der Raumfahrergilde stellen die schnelle und einzige Verbindung zwischen den Welten des Imperiums sicher. Daneben stellen die Techniker vom Planeten IX (sprich: i-x) und der ausschließlich von Frauen gebildete Orden der Bene Gesserit wichtige Machtgruppen. Denkende Maschinen (Computer, Cyborgs) wurden vor langer Zeit in einem Krieg vernichtet (Butlers Dschihad) und dürfen nicht benutzt werden. Stattdessen wurden Menschen zu mathematischen Höchstleistungen konditioniert (so genannte Mentaten). Die Dune-Saga entfaltet sich in dem Konflikt zweier Fürstenhäuser, Atreides (gesprochen: A-tre-ides, nach dem legendären Ahnherrn Atreus) und Harkonnen, um den Wüstenplaneten (Arrakis, von den Fremen Dune genannt). Der Wüstenplanet ist aufgrund der nur dort gefundenen Droge „Melange“ (Gewürz) von herausragender Bedeutung: Nur die „Melange“ ermöglicht den Navigatoren der Raumschiffe, die Verbindung zwischen den weit entfernten Welten herzustellen. Ohne „Melange“ würde das Imperium auseinanderfallen. Daneben hat „Melange“ bewusstseinsverändernde und das Altern verlangsamende Eigenschaften. Aus diesem Grund ist die Herrschaft über den Wüstenplaneten stark begehrt, aber auch umkämpft. Der Romanzyklus beginnt mit der Übergabe des Wüstenplaneten als Lehen durch den Kaiser vom Haus Harkonnen an das Haus Atreides. Zentrale Figur des ersten Romans ist der junge Paul Atreides, der Sohn des Herzogs Leto Atreides und seiner Konkubine Jessica, einer Bene Gesserit (ein Frauenorden mit zusätzlichen mentalen Fähigkeiten). Er wird auf seine Rolle als zukünftiger Herzog vorbereitet, und erlebt, wie der Kaiser und das Haus Harkonnen seinen Vater durch Verrat ermorden und ihn und seine Mutter in die Verbannung treiben. Die beiden flüchten in die Wüste und treffen dort auf Sandwürmer und auf die Fremen, das Volk der Wüste. Mit Hilfe der Fremen organisiert Paul den Widerstand. Bei den Fremen kommt er verstärkt in Kontakt mit einer anderen von Melange abgeleiteten Droge („Das Wasser des Lebens“) und erhält hellseherische Fähigkeiten. Paul wird zum geheimen Anführer der Fremen und führt sie als „Messias“ Paul Muad'dib in den Krieg gegen die Harkonnen und den Kaiser. Der zweite Roman sieht eine Stagnation und das Scheitern der Vision des zum Kaiser gekrönten Paul Muad'Dib. Paul konnte den „Weltenumspannenden Krieg“, den er vorhergesehen hatte, nicht verhindern und Milliarden Menschen starben in einem Krieg, der in seinem Namen geführt wurde. Zentrales Thema dieses Romans ist die Unmöglichkeit einer Theokratie, die auf einem absoluten Vorherwissen, wie es Paul durch seine Visionen gegeben ist, basiert. Eine Verschwörung versucht den Sturz Pauls herbeizuführen; dieser nutzt die Ereignisse, abzudanken, und die Regierung in die Hände seiner Schwester Alia zu legen, bis seine Zwillingskinder, Leto und Ghanima, alt genug sind. Er selbst geht erblindet in die Wüste. Der dritte Roman kehrt zum Thema der Zukunftsvision in erweiterter Form zurück. Pauls Kinder, mit seinen Fähigkeiten ausgestattet, treten auch sein visionäres Erbe an. Weite Teile des Romans drehen sich darum, dass Leto die Fehler seines Vaters vermeiden will. Gleichzeitig ist auch dieser Roman in eine Verschwörung eingebettet, in der die ehemaligen Machtgruppen das Kaiserhaus der Atreides zu stürzen suchen. Leto kann das Scheitern seines Vaters Paul allerdings nur umgehen, indem er eine Symbiose mit dem Sandwurm eingeht und dabei sein Menschsein aufgibt.

Gottkaiser

Der vierte Roman der Serie spielt 3500 Jahre nach der Regierungsübernahme Letos. Der Leser erfährt, dass Leto die Symbiose mit dem Sandwurm eingegangen ist, da nach seiner Vision die Menschheit sonst untergegangen wäre. Ein wichtiges Motiv dieses Romans ist die Bedeutung der Religion. Leto erscheint gottgleich und wird von einer fanatischen Kirche verehrt. Ohne dass es den Beteiligten klar wird, plant Leto seinen eigenen Tod, um die von ihm in Fesseln gelegte Menschheit wieder freizusetzen. Dieses Motiv eines sich für die Menschheit opfernden Gottes ist aus verschiedenen Religionen bekannt. Der Roman endet, als Menschen, die genetisch bedingt außerhalb der Vision Letos stehen, in die unbesiedelten Weiten des Universums aufbrechen, und die Menschheit in die „Unendlichkeit“ verstreuen. Letos Plan, die Menschheit zu bewahren, gelingt.

Zweiter Zyklus

Der fünfte und sechste Roman bilden wiederum eine Einheit. Den geplanten Abschlußband konnte Frank Herbert nicht mehr vollenden. Die Romane sind weiter um einige 1000 Jahre in die Zukunft gesetzt. Die Menschheit hat technische, biologische und psychologische Fortschritte gemacht, doch die zentrale Frage der vorigen Romane, das Überleben der Menschheit und die Frage, was es ausmacht, Mensch zu sein, kehren wieder. Das Universum wird nicht mehr von einem Kaiser regiert; unabhängige Gruppen (Bene Gesserit, Bene Tleilax, IX) ringen um die Vormacht, als die Rückkehr anderer Machtgruppen aus der Verstreuung das Gleichgewicht stört. Die Übermacht dieser Gruppen droht das Ende der Menschheit, einschließlich der Rückkehrer, einzuleiten. Beide Romane verfolgen die Anstrengungen der Bene Gesserit, in deren Rängen viele Nachkommen der Atreides sind, den Untergang abzuwenden.

Stil

Über weite Strecken sind die Romane von mystischen und philosophischen Reflexionen in Form von Dialogen oder inneren Monologen der Hauptfiguren geprägt. Der Stoff galt deshalb lange Zeit als unverfilmbar. Zwar wird David Lynchs Erstverfilmung immer noch als beste, aber dem Anspruch des Romans auch nicht gerecht werdende Version angesehen, zumal aus kommerziellen Erwägungen der Produzenten große Teile des ursprünglichen Materials dem Schnitt zum Opfer fielen. Auffallend in den Romanen ist der häufige Gebrauch von Worten aus dem arabischen Sprachraum und Beschreibungen von religiösen Tendenzen, die eher dem Islam als dem Christentum zuzuordnen sind.

Bezüge zum übrigen Werk

Motive der Dune-Romane finden sich in einigen im gleichen Zeitraum entstandenen kürzeren Romanen und Erzählungen Frank Herberts. Hier sind insbesondere Der Drache in der See (The Dragon in the Sea), Die Augen Heisenbergs (The Eyes of Heisenberg), Die Leute von Santaroga (The Santaroga Barrier) und Die Riten der Götter (The Godmakers) zu nennen. Wiederkehrende Themen sind bewußtseinsverändernde Drogen (Die Leute von Santaroga) oder Fähigkeiten (Die Riten der Götter), die Frage nach einer stabilen Regierungsform (Die Augen Heisenbergs), genetische Manipulation oder die Züchtung von Übermenschen (Die Riten der Götter, Die Augen Heisenbergs) sowie eine von Frauen geleitete Geheimgesellschaft, die die Regierungsübernahme anstrebt (Die Riten der Götter). Jene Romane lassen sich als literarische Versuche deuten, in denen Frank Herbert seine Ideen entwickelte, bevor sie in sein Hauptwerk einflossen.

Rezeption

Dune gilt seit seinem Erscheinen als einer der besten SF-Romane und genießt seitdem einen Kultstatus. Das hat mehrere Gründe. Herbert durchbrach das damals übliche Schema des Genres, das sich auf aktionsreiche Abenteuer, gespickt mit mehr oder weniger fantasievollen Schilderungen naturwissenschaftlich begründeter Phänomene, stützte. Stattdessen beschrieb er ein ganzes zivilisatorisches Universum bis in kleinste Details des täglichen Lebens, indem er globale Ereignisse und Entwicklungen seiner Zeit in eine ferne Zukunft extrapolierte. Vor dem Hintergrund des Widerspruchs zwischen Ökonomie und Ökologie als Leitmotiv entwarf er das Modell einer posttechnologischen Feudalgesellschaft mit stark mystifizierenden Elementen. Die gesellschaftlich relevanten Themen seiner Zeit spiegeln sich direkt oder als Metaphern im Roman wider: Die schnelle wissenschaftlich-technische Entwicklung, besonders der elektronischen Rechentechnik, rief irrationale Ängste vor der Machtübernahme durch Maschinen und Computer hervor. Damit einher gingen die umfassende Verschiebung und das Wegbrechen traditioneller Werte und religiöser Grundlagen. Vor dem Hintergrund der permanenten Drohung einer globalen Vernichtung durch die Atomwaffen des Kalten Krieges suchte die Jugendkultur Alternativen in östlichen Philosophien und Heilslehren, begleitet vom Konsum psychogener Drogen. Man begann, die ökologischen Auswirkungen der raschen und extensiven Industrialisierung zu hinterfragen. Feminismus, Gleichberechtigung und die neu zu definierende Rolle der Frau wurden zu heftig diskutierten Themen. Nicht zuletzt finden die tiefgreifenden philosophischen Grundsatzfragen, die der Quantentheorie innewohnen, ihren Widerhall. Es ist leicht nachvollziehbar, dass ein mit solchen Zutaten gespickter Zukunftsroman schnell zum Kultbuch der revoltierenden Jugend in den späten Sechzigern avancierte. Frank Herbert war vor dem Verfassen der ersten drei Dune-Bücher an Fragen der Wüstenbildung und Ökologie interessiert, und versuchte gleichzeitig, die Abhängigkeit der Menschheit vom Erdöl literarisch (in Form von Melange) zu fassen. Die Vermischung ökonomischer und religiöser Faktoren auf dem Wüstenplaneten hat viele Parallelen mit der Situation im Nahen Osten. Selbstmordattentate gelten den Fremen als akzeptable Methode der Kriegsführung.

Die Wüstenplanet-Serie

Die chronologische Reihenfolge der Romane ist # Der Wüstenplanet – Die Legenden # Der Wüstenplanet – Die Frühen Chroniken # Der Wüstenplanet (Original-Zyklus von Frank Herbert)

Ursprünglicher Dune-Zyklus von Frank Herbert


- 1965 Dune (dt. Der Wüstenplanet)
- 1969 Dune Messiah (dt. Der Herr des Wüstenplaneten)
- 1976 Children of Dune (dt. Die Kinder des Wüstenplaneten)
- 1981 God Emperor of Dune (dt. Der Gottkaiser des Wüstenplaneten)
- 1984 Heretics of Dune (dt. Die Ketzer des Wüstenplaneten)
- 1985 Chapterhouse Dune (dt. Die Ordensburg des Wüstenplaneten) Die ersten drei Bände hängen zeitlich und in den Hauptpersonen eng zusammen. Der vierte Band ist einige Tausend Jahre in die Zukunft gesetzt, und die beiden letzten Bände bilden wiederum ein eng aufeinander abgestimmtes Paar. Ein siebter Band sollte die mit Heretics und Chapterhouse begonnene zweite Trilogie abschließen, wurde aber aufgrund Herberts Tod nicht vollendet. Kevin J. Anderson und Herberts Sohn Brian Herbert haben angekündigt, zwei neue Bücher ("Hunters of Dune" und "Sandworms of Dune") zu veröffentlichen. Diese sollen auf Frank Herberts Notizen zum siebten Buch basieren und die Wüstenplaneten-Saga damit abschließen.

"Die Chroniken" und "Legenden des Wüstenplaneten"


- 1999: Prelude to Dune: House Atreides (dt. Der Wüstenplanet – Die frühen Chroniken 1: Das Haus Atreides)
- 2000: Prelude to Dune: House Harkonnen (dt. Der Wüstenplanet – Die frühen Chroniken 2: Das Haus Harkonnen)
- 2001: Prelude to Dune: House Corrino (dt. Der Wüstenplanet – Die frühen Chroniken 3: Das Haus Corrino)
- 2002: Legends of Dune: The Butlerian Jihad (dt. Der Wüstenplanet – Die Legenden 1: Butlers Djihad)
- 2003: Legends of Dune: The Machine Crusade (dt. Der Wüstenplanet – Die Legenden 2: Der Kreuzzug)
- 2004: Legends of Dune: The Battle of Corrin (dt. Der Wüstenplanet - Die Legenden 3: Die Schlacht von Corrin) Die frühen Chroniken von Brian Herbert und Kevin J. Anderson bilden zusammen einen Handlungsbogen und erzählen die unmittelbare Vorgeschichte zum ersten Roman "Der Wüstenplanet". Die Legenden gehen zu den Anfängen des Dune-Universums zurück, und versuchen, die Macht- und Gesellschaftsstrukturen zu begründen.

Verarbeitungen

Verfilmungen

Die Romane wurden bereits mehrfach fürs Kino und Fernsehen adaptiert. Bereits 1975 versuchte der Regisseur Alejandro Jodorowsky den ersten Roman zu verfilmen. Er engagierte den Künstler Chris Foss, der Gestaltungsvorlagen schuf, veröffentlicht im Buch "21st Century Foss", ISBN 9063325711. Das Projekt scheiterte jedoch.

David Lynchs Kinofilm

Der erste Roman der Buchreihe wurde dann 1984 von David Lynch verfilmt, in den Hauptrollen u.a. Kyle MacLachlan als Paul Atreides, Jürgen Prochnow als Herzog Leto, Sting als Feyd-Rautha Harkonnen sowie Patrick Stewart als Gurney Halleck.
- Siehe Hauptartikel Der Wüstenplanet (Film)

Die Dune-Miniserie

Eine zweite, enger an das Buch angelehnte dreiteilige TV-Verfilmung unter dem Originaltitel Frank Herbert's Dune von 2000 wurde in Deutschland erstmals vom 22. bis 24. April 2001 auf ProSieben ausgestrahlt.
- Siehe Hauptartikel Dune – Der Wüstenplanet (Miniserie)

Children of Dune

Die Bände 2 und 3 wurden am 16. März 2003 unter dem Titel Children of Dune im US-Fernsehen ausgestrahlt; in Deutschland lief die ebenfalls dreiteilige Miniserie zum ersten Mal am 3., 4. und 6. November auf RTL. Es existiert davon auch ein Zusammenschnitt als 90-minütiger Spielfilm.
- Siehe Hauptartikel Children of Dune (Miniserie)

Hörspiel

Ein deutsches Hörspiel ist nicht bekannt. Im Englischen wurde der komplette Original-Zyklus von Frank Herbert verarbeitet. Es gibt zwar kein Hörspiel, jedoch gibt es das Buch in einer Kurzfassung vorgelesen.

Parodie: "Der wüste Planet"

Das englische Original, "National Lampoon's Doon" wurde 1984 veröffentlicht. "Franz und Herbert – Der wüste Planet – Die Parodie von Ellis Weiner" erschien 1985 in Deutschland.

Spiele

Computerspiele

Es sind mehrere Dune-Computerspiele erschienen:
- Dune – Ein Adventure von Cryo Interactive Entertainment
- Dune II – Kampf um Arrakis – Eines der ersten Echtzeit-Strategiespiele (Westwood Studios)
- Dune 2000 – Eine Neuauflage von Dune II (Westwood Studios)
- Emperor - Schlacht um DuneWestwood Studios
- Frank Herbert's Dune – Ein 3D-Actionspiel basierend auf der dreiteiligen TV-Miniserie (Cryo Interactive Entertainment) Dune Generations, eine Verbindung aus Massive Multiplayer Online Roleplaying Game und Echtzeit-Strategiespiel wurde nicht fertiggestellt, da die Firma Cryo Interactive Entertainment geschlossen wurde.

Brettspiele

Es gab zwei strategische Brettspiele zu Dune. Das Brettspiel von Parker basiert auf dem Film von David Lynch.

Kartenspiel

Es erschien ein englisches Sammelkartenspiel zu Dune.

Weblinks


- (Kinofilm)
- (Fernsehserie)
- (Fernsehserie)
- [http://www.fictionfantasy.de/article-1596-flat-1-.html-1 Übersichtsseite zu den Büchern und den Filmen mit Rezensionen]
- [http://s10.invisionfree.com/Arrakeen/ Arrakee: Diskussions-Forum zum Duninversum (englisch)]
- [http://www.dunenovels.com Offizielle Dune-Website]
- [http://www.dunepedia.net DunePedia (deutsch/englisch)] Wüstenplanet Kategorie:Literatur (20. Jh.) Kategorie:Literatur (Englisch) Kategorie:Romanzyklus Kategorie:SF-Literatur

Rub al-Chali

Die Rub al-Chali, eigentlich ar-Rub' al-Chali, (arabisch الربع الخالي für: Leeres Viertel), auch Rub al-Khali, ist die größte Sandwüste der Erde. Die fast menschenleere Wüste bedeckt das südliche Drittel der arabischen Halbinsel. Sie ist ähnlich der Sahara durch den Passatwind bedingt eine Wendekreiswüste. Die erste Expeditions-Durchquerung der Rub al-Chali gelangen den Briten Bertram Thomas (1931) und John Philby (1932).

Geographie

Sie erstreckt sich mit einer Fläche von rund 780.000 Quadratkilometern von Nadschd im Norden, wo sich die Wüste Nefud anschließt, bis nach Hadramaut im Jemen im Süden und bis in die Vereinigten Arabischen Emirate im Nordosten. Im Süden wird die Rub al-Chali durch die Gebiete, die wie die Region Dhofar (Oman) unter dem Einfluss des Monsun stehen, klimatisch begrenzt. Die Wüste besteht weitestgehend aus Sanddünen, die bis zu 300 Meter hoch sein können. Sie erstrecken sich über eine Fläche von über 500.000 km². Viele der auf der arabischen Halbinsel entstehenden Trockenflüsse (Wadis) versickern in der trockenen Rub al-Chali.

Klima und Vegetation

Die Niederschlagsmengen sind weniger als 50 mm pro Jahr, die Wüste wird als hyperarid klassifiziert. Die Temperaturen der Wendekreiswüste können vom Gefrierpunkt in der Nacht bis zu 60 °C tagsüber schwanken. Trotz der harten Bedingungen stellt die Sandwüste ein eigenes Ökosystem dar. So können in der gesamten Wüste Spinnen, Nagetiere und einige, wenn auch wenige, Pflanzenarten angetroffen werden.

Menschen

Die Rub al-Chali ist größtenteils unerforscht, von der Betrachtung aus dem Weltraum abgesehen. Sie ist bis heute eines der unzugänglichsten Gebiete der Erde. Auch die Beduinen meiden die Wüste und betreiben nur an den Wüstenrändern ihre Weidewirtschaft mit Kamelen. Bis 300 nach Christus zogen Weihrauch-Karawanen durch die Wüste. Die Desertifikation nahm in den letzten Jahrtausenden fortschreitend zu, machten diese Handlungsreisen unmöglich und ließen auch die reiche Handelsstadt Ubar im Sand versinken.

Literatur


- Wilfred Thesiger: Die Brunnen der Wüste. Malik, o.O., März 2002, ISBN 3890292259
- Bruce Kirkby, Maurus Pascher: Im leeren Viertel. Piper, o.O., April 2003, ISBN 3492238653 Kategorie:Geographie (Saudi-Arabien) Kategorie:Wüste in Asien ja:ルブアルハリ砂漠

Serir

Eine Serir ist eine Kieswüste in der Sahara. Serire sind Flächen in der zentralen Sahara, meist im Umkreis von Gebirgen als leicht gewellte Ebene, die mit gleichmäßigen Kieselsteinen (Quarz oder Quarzit) bedeckt sind. Nach der Größe der Steine werden Serire in Grob- (6-60 mm) oder Feinserir (2-6 mm) unterschieden. Serire entstehen, wenn z.B. die konglomeratische Gesteinsdecke verwittert, das Feinmaterial abtransportiert wird und so die Kiesel liegen bleiben. Dabei können sie durch Wasser umgelagert und/oder durch Wind angegriffen werden, was zur Formung (Rundung) und Glättung führt. Serir ist ein Begriff aus der Berbersprache und bedeutet flache Senke. Die Serir Wüste hat einen 10%igen Anteil an der Sahara Kategorie:Geographie (Afrika) Kategorie:Wüste in Afrika

Korngröße

Der Begriff Korngröße beschreibt die Größe von Partikeln, den Körnern. Sie spielt in vielen technischen und wissenschaftlichen Bereichen eine wichtige Rolle, in der Regel angewandt auf Korn- oder Partikelgemische (Schüttgut). Beispiele sind Baumaterialien wie Sand, Zement, Beton und Schotter, Produktionsprozesse mit pulverförmigen Materialien wie Mehl, Plastikgranulat, Pigmente und Keramik sowie verschiedene geowissenschaftliche Disziplinen, insbesondere Sedimentologie und Bodenkunde. Die Methoden zur Ermittlung, Beschreibung und Interpretation der Größe und anderer Korneigenschaften wie Kornform, Kornrundung, Kornart und Kornoberfläche, sind derart vielfältig und komplex, dass sich hierfür mit der Granulometrie eine eigene Disziplin entwickelt hat.

Korngröße unregelmäßig geformter Körper

Wären Körner bzw. Partikel perfekte Kugeln, könnte man den Kugeldurchmesser als Maß für die Korn-/Partikelgröße heranziehen. Dem ist in der Praxis leider nicht so, denn bei natürlich gebildeten oder technisch hergestellten Körnern/Partikel handelt es sich in der Regel um unterschiedlichst geformte Körper. Für die Beschreibung deren Größe bedient man sich des Äquivalentdurchmessers, das heißt man bestimmt eine ganz andere messbare Eigenschaft und bezieht die Messwerte auf die gleichgroßer Kugeln. Ein einfaches Beispiel für einen Äquivalentdurchmesser ist der Siebdurchmesser. Durch das quadratische Loch eines Siebes mit beispielsweise 1 mm Kantenlänge passt sowohl eine Kugel mit 1 mm Durchmesser als auch ein längliches Korn in Form eines Bleistifts mit 1 mm Durchmesser. Über die Diagonale des Sieblochs gilt dies auch für ein flaches Korn in Form einer Münze mit deutlich mehr als 1 mm Durchmesser. Alle drei Körner erhalten denselben Äquivalentdurchmesser von 1 mm. Andere Beispiele für Äquivalentdurchmesser sind hydrodynamischer Durchmesser (gleiche Fallgeschwindigkeit in einer Wassersäule wie eine Kugel) oder aerodynamischer Durchmesser (gleiche Fallgeschwindigkeit in Luft wie eine Kugel).

Korngrößenanalyse

Es gibt eine Vielfalt von Methoden zur Bestimmung von Korngrößen, bei denen letztlich immer ein Äquivalentdurchmesser bestimmt wird. Die geeignete Methode hängt vom Korngrößenbereich, der Fragestellung oder von Vorschriften ab. Sehr große Partikel (ca. > 1 m) werden einzeln von Hand vermessen oder es wird die Größe aus Fotos ermittelt. Bei Partikeln im Bereich 10 µm bis Kopfgröße kann die Größe durch Siebung ermittelt werden. Hierbei wird ein Satz mit nach unten immer feiner werdenden Sieben aufeinander gesetzt. Die zu analysierende Probe wird in das oberste Sieb eingefüllt. Der Siebsatz wird in eine Siebmaschine fest eingespannt und die Siebe mechanisch bewegt (z. B. gerüttelt, Vibration). Bei sehr feinen Partikeln (< 10 µm) kommen Methoden zum Einsatz, bei denen man die Partikel sich einer Wassersäule absetzen lässt (grobe fallen schneller als feine) und regelmäßig die Dichte der Suspension bestimmt (Atterberg-Methode) oder die Masse der abgesetzten Partikel bestimmt (Sedimentwaage). Moderne Methoden arbeiten mit der Streuung von Laserlicht an den Partikeln, die in Abhängigkeit von der Partikelgröße variiert.

Korngrößenverteilung

Hauptartikel: Dispersitätsanalyse Das Ergebnis einer Korngrößenanalyse ist die Korngrößenverteilung, die letztlich nichts anderes als eine Häufigkeitsverteilung in Form eines Balkendiagramms ist. Gegen den klassierten Äquivalentdurchmesser (Abszisse) wird der prozentuale Anteil (Gewichtsprozent) der Körner aufgetragen. Die Korngrößenverteilung wird auch gerne als Summenkurve dargestellt. Die üblichen statistischen Parameter, wie Mittelwert, Median, Perzentilwerte, Streuung oder Schiefe der Verteilung, lassen sich berechnen und damit die Probe bezüglich ihrer Korngröße charakterisieren. In Produktionsprozessen, bei denen es bei den Rohstoffen oder beim Produkt auf definierte Korn-/Partikelgrößen ankommt, sind Korngrößenanalyse und Korngrößenverteilung ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätskontrolle. In der Sedimentologie und Bodenkunde ist die Korngrößenverteilung ein sehr wichtiges Merkmal zur Charakterisierung von Böden und Sedimenten. Sie dient deren Klassifikation und ist eigenschaftsbestimmend, beispielsweise bei Wasserhaushalt, Verdichtungspotential oder Hangstabilität.

Korngröße in Sedimentologie und Bodenkunde

In Sedimentologie und Bodenkunde ist die Korngrößenanalyse eine fundamentale Untersuchungsmethode von Sedimenten, Sedimentgesteinen und Böden. Die Korngrößenverteilung dient der Klassifikation und Nomenklatur sowie der Ableitung und Interpretation von Eigenschaften. Prinzipiell wird das breite Spektrum in der Geosphäre vorkommender Korngrößen von weit unter einem Mikrometer bis hin zu mehreren Metern logarithmisch in Klassen eingeteilt. Im Detail variiert die Einteilung innerhalb der verschiedenen geowissenschaftlichen Disziplinen, von Autor zu Autor oder zwischen verschiedenen Ländern. Im deutschsprachigen Raum besitzt die Klassifikation nach DIN 4022 (1955) die größte Verbreitung.

Korngrößenklassifikation

Angelehnt an DIN 4022

Von Engelhardt hat 1953 die Begriffe Pelit (< 0,063 mm), Psamit (0,063 - 2 mm) und Psephit (> 2 mm) eingeführt. Den Grenzbereich zwischen Grobsand und Feinkies bezeichnet man nach ihm auch als Grand und den Grenzbereich zwischen Grobton und Feinsand als Silt. Klastische Karbonatgesteine klassifiziert man nach R. L. Folk mit zunehmender Größe als Mikrit, Lutit, Siltit, Arenit und Rudit. Siehe auch: Erosion, Mergel, Tonmineral

Weblinks


- [http://www-public.tu-bs.de:8080/~pbuch/Mingest5baa.html Abbildungen und ausführliche Erläuterung ]
- [http://nibis.ni.schule.de/~trianet/soil/boden5.htm Korngrößendreieck] Kategorie:Geologie Kategorie:Bodenkunde Kategorie:Petrologie ja:粒径

Kies

Der Begriff Kies (von mittelhochdeutsch kis = grobkörniger steiniger Sand) bezeichnet: #eine Ansammlung von in Flüssen und Bächen rundgeschliffenen kleinen Steinen, den Kieselsteinen. Größere Steine werden Gerölle genannt. Da Kies im Gegensatz zum Humus keine für Pflanzen nahrhaften Stoffe enthält und Wasser durch ihn hindurch gut abläuft, wird er nur spärlich bewachsen. Aufgrund der letzten Eigenschaft wird Kies häufig für die Drainage von feuchtem Untergrund verwendet. Die wichtigste wirtschaftliche Nutzung von Kies ist aber die in der Bauwirtschaft, z.B. als Füllmaterial für Dämme, auf denen Eisenbahnen oder Straßen verlaufen, oder als Rohstoff für die Herstellung von Beton. #in der Fachsprache schwefel- und arsenhaltiges hartes und schwer zu spaltendes Erz in hellen Farben mit starkem Metallglanz; z.B. Kupfer- und Schwefelkies #in der Umgangssprache Geld Geld Kies wird in Geologie und Geotechnik nach Größenklassen bzw. Korngrößen unterschieden und vor Verwendung im Bauwesen meist auch danach sortiert (Wasch- und Aufbereitungsanlagen von Schottergruben), wie es in dieser [http://berufenet.arbeitsamt.de/bnet2/A/B0910103aufgaben_t.html Beschreibung des Aufgabenbereichs eines Aufbereitungsmechanikers] beschrieben wird. Die Namen der Korngröße gehen nach halben Zehnerschritten: Fein- bis Grobkies, 2 mm - 6 mm - 2 cm - 63 mm - 20 cm, doch für Spezialzwecke erfolgt das Sieben auch genauer. Unter 2 mm spricht man von Sand verschiedener Feinheit. Die Förderung des Baustoffes Kies geschieht im Tagebau (Kiesgrube). Nach der Förderung verbleiben große Löcher im Erdreich, die gelegentlich mit Wasser geflutet werden und als künstliche Seen (Baggerseen) genutzt werden. siehe: Kiesgewinnung und -aufbereitung Kategorie:Geologie Kategorie:Bodenkunde Kategorie:Baustoff ja:礫

Salztonebene

Salztonebenen, auch Sebcha genannt, sind in den Wüstengebieten der Erde eine weitverbreitete Erscheinung, weshalb man sie oft auch als Salzwüsten bezeichnet.

Entstehung von Salztonebenen

Sie bilden sich im Inneren geräumiger abflussloser Becken wie Salzseen. Wird von periodischen (wiederkehrenden) oder episodischen (vereinzelt auftretenden) Zuflüssen feinstes Material eingeschwemmt, bleibt beim Verdunsten des Wassers salzreicher Ton zurück. Die jeweils nur geringen Ablagerungen addieren sich im Laufe der Zeit zu mächtigen Schichten. Zur Regenzeit sind die Salztonebenen mit flachen Salzseen oder völlig ungangbaren Salzsümpfen bedeckt. Während der Trockenzeit bilden sich auf der brettebenen Fläche Trockenrisse.

Die Salztonebenen der Erde

Je nach Vorkommen haben Salztonebenen unterschiedliche Namen:
- in Utah (USA): Salt Flats
- in Mexiko: Playa
- in Südamerika: Salar oder Salina
- im Turkmenistan: Takyr
- in Innerasien: Schala oder Bajir
- im Iran: Kawir oder Kewir
- in Nordafrika: Schott oder Sebcha Ihre großflächige absolute Ebenheit machte die Salt Flats in Utah zum Austragungsort für Geschwindigkeitsrekorde. Kategorie:Ökosystem Kategorie:Klimazonen und Vegetation Kategorie:Salz

Sedimentbecken

Als Sedimentbecken wird in der Geologie eine Beckenlandschaft bezeichnet, die aus einer Absenkung entstanden ist und sich während oder nach dem Absinkvorgang mit Sedimenten aufgefüllt hat.

Tertiäre Tektonik

Die meisten Sedimentbecken Europas sind tektonischen Ursprungs und haben sich während des Erdzeitalters Tertiär gebildet, welches vor etwa 65 bis 2 Millionen Jahren (Ma) angesetzt wird (die Zeit danach, das "Quartär", ist die Epoche der Eiszeiten).

Bedeutung des Tertiär für die Gegenwart

Der Name "Tertiär" wurde zu Beginn der wissenschaftlichen Geologie geprägt und im vermuteten Ablauf der Erdgeschichte als ihre Dritte Epoche dem Meso- und Paläozoikum zur Seite gestellt. Zwar haben die damaligen Geologen - vor etwa 200 Jahren - die Dauer dieses Zeitabschnitt wegen der mächtigen Sediment-Schichten stark überschätzt, doch ist seine Bedeutung für die Gegenwart unserer Erde (und besonders für die Menschheit) tatsächlich größer als die vorangehenden 3-5mal so langen Epochen.

Mächtige Beckensedimente des Neogen und Paläogen

Da etwa 90 Prozent der Menschheit im Flach- und Hügelland von terziären bzw. Becken-Landschaften leben und auch zahlreiche Bodenschätze aus dieser Epoche stammen, hat man diese aufs Genaueste untersucht. Seit langem wird sie in 5 Unterepochen und - je nach Region - in bis zu 20 Formationen unterteilt.
Die wichtigste Gliederung hat man bei etwa 24 vorgenommen: in das Neogen (Jungtertiär, obere Schichten) und Paläogen (ältere = tiefere Schichten). Der Großteil der Sedimente stammt aus dem Neogen, vor allem dem Zeitabschnitt Miozän. Es gibt jedoch Abgrenzungsprobleme zwischen ihnen sowie zum Quartär (Pliozän) und zum Mesozoikum. Daher möchten zahlreiche Geowissenschafter der Gegenwart den Begriff "Tertiär" durch Neo- und Paläogen ersetzen. An dieser Stelle ist der Überbegriff jedoch passender, weil er allein den Großteil der Sedimentbecken einschließt.

Alpine Gebirgsbildung und Senken

Im Tertiär war die Hauptphase der alpine Gebirgsbildung, die weite Teile aller Kontinente betraf. In Eurasien wurde vor etwa 50-30 Ma neben den Alpen nicht nur die benachbarten Gebirge der Pyrenäen und Karpaten aufgefaltet, sondern eine fast 15.000 km lange „Zone junger Faltengebirge“ über das Balkangebirge, Pontus und Taurus und den persischen Zagros bis zu Hindukusch, Karakorum, Himalaya und die Hochgebirge von Zentralasien und Hinterindien. Dieses riesige Areal mit „Ketten von Gebirgsketten“ - welche sich auf ähnliche Art auch in Afrika und Amerika (Felsengebirge, Anden) finden - ist immer wieder von Schwächezonen der Erdkruste durchzogen, entlang derer die Plattentektonik und andere Kräfte die Berge gegeneinander verschieben (um einige Millimeter pro Jahr). Auch ausgeprägte Störungslinien sind darunter, an denen ganze Gebirge langsam versinken können. Solche Zonen sind der Oberrheingraben (siehe auch Afrikanisches Grabensystem) oder - nach den vielen Thermalquellen benannt - die Thermenlinie am Rand des Wiener Beckens.

Sinkende Gebirge werden Sedimentbecken

An solchen Musterbeispielen kann in allen Details verfolgt werden, wie das langsame Absinken von "soeben" aufgefalteten Bergsystemen mit der gleichzeitigen Ablagerung von Sedimenten - also durch Erosion zerlegte und kleingeriebene Gebirgsreste - einhergeht. Der Rheingraben ist inzwischen über 10 km tief mit Schotter, Sanden etc. "aufgefüllt" und stellt sich als breite Ebene zwischen den Vogesen und dem Schwarzwald dar. Schwarzwald Noch typischer ist das Wiener Becken und große Teile von Pannonien (Pannonische Tiefebene). Sie sind zwar "nur" 5-8 km tief, doch dort unten am "prätertiären Beckengrund" können die Methoden der Geophysiker noch viele der Berge orten, die einst eine um 10 km höhere Lage hatten. Beispielsweise liegt einige km unter der Ebene nordöstlich Wiens ein riesiger, prismatischer Gebirgszug (siehe dunkles Bild) mit einem 45 Grad steilen und 7 km langen Hang, der an der Oberfläche um einiges mächtiger wäre als das berühmte Matterhorn.
Im pannonischen Ungarn wiederum geht es - knapp 100 km nördlich des Plattensees - um bis zu 8,5 km "in die Tiefe" (siehe helles Bild). In einem vergleichbaren Gebiet Ostungarns (etwa bei Kecskemet) befinden sich dutzende Vulkane knapp unter der Oberfläche. Sie sind vor etwa 30-10 Millionen Jahren langsam - samt der umgebenden Landschaft - um mehr als 5 km in die Tiefe gesunken und gleichzeitig mit Donauschottern zugedeckt worden. Donauschotter

Sedimente, Erdöl und Erdgas

Da es im Tertiär zeitweise ein recht warmes Klima und eine wuchernde Vegetation gab, sammelten sich Milliarden Tonnen von Resten abgestorbener Pflanzen im Senkungsgebiet und wurden sukkzessive von Schotter, Sand und Tonschichten bedeckt. Wo dies unter Luftabschluss geschah, konnte sich daraus Erdöl und Erdgas bilden - denn die "Inkohlung" wurde durch das weitere Absinken der Ebene und die dadurch steigende Temperatur des Untergrundes gefördert. So befinden sich im Südosten Tschechiens und im Osten Österreichs reiche Lager an Kohlenwasserstoffen, die immer noch - trotz enormer Ausbeutung während der russischen Besatzung - etwa ein Fünftel des Bedarfs liefern. Auch andere große Sedimentbecken haben aus ähnlichen Gründen solche Lagerstätten. Größte Bedeutung hat(te) beispielsweise das breite Kohleflöz in Norddeutschland. Es erstreckt sich vom Ruhrgebiet bis weit in die Norddeutsche Tiefebene hinaus, liegt dort allerdings in zunehmender Tiefe. Deshalb wird sich in ferner Zukunft der Abbau nur bei steigenden Kohlepreisen lohnen, was angeblich zu erwarten ist. Außerdem finden sich unter dem norddeutschen Flach- und Hügelland zahlreiche Salzstöcke, weil das verdunstende Meer der Vorzeit breite Schichten von Kochsalz hinterließ. Dieses Material kann sich unter dem Druck der darüber abgelagerten Sedimente (das "Liegende") merklich verformen und durch seine geringere Dichte langsam naoch oben diffundieren.

Eiszeitliche Landformen des Quartärs

Die gesamte Region Norddeutschlands lag zeitweilig - während der Höhepunkte der vier Eiszeiten der vergangenen Jahrmillion - unter einem dicken Eispanzer. Als er (zuletzt vor 10.000 Jahren) abschmolz, hinterließ er zahlreiche Gruben und Höcker. So entstand zum Beispiel die Mecklenburgische Seenplatte. Andere Überformungen entstanden durch die gewaltigen Eisströme aus jedem der großen Alpentäler. Der Salzachgletscher hobelte den Boden des Chiemsees aus, und ähnlich entstanden die Seen bei München und im Salzkammergut. Über den großen, teilweise als Becken (siehe oben) entstandenen Ebenen wurden große Mengen an Geschiebe aus den "jungen", noch heftig erodierenden Alpen abgelagert. Außer den Hügeln und der Molasse-Ebene des Alpenvorlandes bildeten sich auch Flussterrasse (etwa bei Passau, Wien und Pressburg), und eiszeitliche Stürme lagerten in ganz Europa und Asien große Lößmengen ab. Diese Geländestufen sind nun eine ideale Basis für den Weinbau.

Resümee und EU

Die großen Ebenen  - von denen ein Gutteil aus einsinkenden Becken entstand  - sind nicht nur ein guter Boden zur Besiedlung, für die Landwirtschaft und die Industrie, sondern haben auch viele Bodenschätze aufzuweisen.
Die diesbezügliche Kooperation zwischen dem kohlereichen Deutschland und dem mit Erz gesegneten Frankreich gab den Anstoß zur Gründung der Montan-Union und letztlich zur EG bzw. nun EU. Doch sind unsere fruchtbaren Ebenen - aber auch die Gebirge - erheblichen Gefahren ausgesetzt. Eine davon ist die Verschmutzung des Grundwassers. Die Sediment-Gesteine in geringer Tiefe haben eine Unzahl kleiner Poren, in denen langsam Regen- zu Grundwasser wird. Doch von oben dringt auch eine Menge an Giften ein, und anhaltende Überdüngung würde die Ackerböden und die umliegenden Gewässer kaputt machen. So ist der Reichtum der Sedimentbecken gleichzeitig ein Segen und eine Herausforderung, ihn nicht zum Fluch werden zu lassen. Wegen der in den stark besiedelten Beckenlagen festgestellten dicken Sedimentschichten und wegen der alpidischen Gebirgsbildung unterteilt man das Tertiär sehr vielfältig:
- Paläogen mit (und jeweils weitere Unterteilungen nach regional-stratigrafischen Aspekten)
- Neogen ("neu entstanden") mit dem Miozän (vor allem Baden, Sarmat, Pannon) und dem Pliozän, sowie dem Pleistozän und dem Holozän aus dem Quartär (alle Zeitstufen weiter unterteilt).

Siehe auch


- Quartär: Holozän (geologische Gegenwart) und Pleistozän (4 große Eiszeiten und 3 Zwischeneiszeiten)
- Tertiär: Paläozän, Eozän, Oligozän; Miozän, Pliozän.
  - Wichtige Miozän-Formationen: Karpat, Badenien, Pannon
- Wichtige Sedimente: Schotter (Kies) und Geröll, Silt, Sand, Tongesteine
- Typischer Beckenuntergrund: Kristallin (Urgebirge), Kalkstein (meist Mesozoikum) sowie Sandstein
- geologische Zeitskala, Leitfossil, Datierung, Paläomagnetik, Sedimentologie, Statigrafie Kategorie:Geologie <