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Wald-Kiefer

Wald-Kiefer

Die Gemeine Kiefer, Waldkiefer oder Rotföhre (Pinus sylvestris) ist ein Nadelbaum in der Gattung der Kiefern aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Sie ist eine der meist verbreiteten Baumarten in Deutschland.

Vorkommen

Die Waldkiefer bevorzugt lockere, sandig-lehmige Böden in der nördlichen gemäßigten Zone. Es gibt aber auch einige Arten als Gebirgsbäume am nördlichen Rand der Tropen.

Beschreibung

Die Waldkiefer ist eine sehr anspruchslose Baumart. Sie besitzt ein Pfahlwurzelsystem, mit dem sie auch in tiefer liegende Wasserschichten vordringen kann. Sie stellt geringe Ansprüche an Boden und Wasserbedarf; auf Sandboden kommt sie gut zurecht. Ihre durchschnittliche Höhe beträgt 25-35 m, sie kann aber in Einzelfällen durchaus größer werden. Ältere Bäume haben eine halbkugelige Krone und einen langen Stamm, bei dem die unteren Äste abgestorben sind. Die Rinde ist in der Jugend glatt graugelb, dann leuchtend rotgelb. Später bildet sich von unten nach oben eine graue und rissige Borke heraus, die in kleinen Platten angeordnet ist. Die graugrünen Nadeln sind paarweise, gedreht in einer Nadelscheide (Kurztrieb)zusammengefasst und können bis zu 8 cm lang werden. Die anfangs grünen dann dunkelgraubraunen, eikegelförmigen Zapfen können ebenfalls bis zu 8 cm lang werden und sitzen zu zweit oder in Gruppen an gekrümmten Stielen.

Abgrenzung von ähnlichen Arten

Bei der Bestimmung der Wald-Kiefer kann es bei oberflächlicher Betrachtung zu Verwechslung mit der Schwarzkiefer kommen. Die Arten unterscheiden sich im Habitus. Da beide Baumarten eine unterschiedliche Drehung der Nadeln besitzen, ist es relativ einfach, sie daran zu unterscheiden. Denn bei der Wald-Kiefer lassen sich die beiden Nadeln am Kurztrieb nicht zu „einer Nadel“ zusammenfassen. Wohingegen dies bei der Schwarzkiefer problemlos möglich ist. Die Schwarz-Kiefer bildet im oberen Stammbereich keine Spiegelrinde aus, die Farbe der Rinde ist verschieden. Die Zapfen sind farblich und in der Größe stark verschieden. Die Nadeln sind unterschiedlich groß.

Schädlinge

Zu den häufigsten Schädlingen zählen
- Blauer Kiefernprachtkäfer (Phaenops cyanea)
- Großer und Kleiner Waldgärtner (Tomicus piniperda und Tomicus minor)
- Kiefernkultur-Gespinstblattwespe, wobei trotz des häufigen Vorkommens dieses Schädlings die durch ihn verursachten Schäden gering sind.
- Kiefernrüsselkäfer (Pissodes sp.)
- Sechszähniger Kiefernborkenkäfer (Ips acuminatus)

Nutzung

In der Europa wurden Waldkiefern häufig als Monokultur angepflanzt. Sie sollte den großen Bedarf an Bauholz decken. Auch wurden sie zur Baumharzgewinnung (Pecherei) eingesetzt. In der Forstwirtschaft wird sie nach einer Umtriebszeit von 80-120 Jahren geerntet. Waldkiefern sind wichtige Forstbäume und werden genutzt als Konstruktionsholz im Innen- und Außenbereich (Konstruktionsvollholz (KVH) und Bauholz), als Gartenholz (meist kesseldruckimprägniert (chromfrei)), für Möbel, Massivholzdielen und Hobeldielen, Profilholz, Leisten und Leimholz. Aus den Ästen und Nadeln der Gemeinen Kiefer wird das Kiefernadelöl gewonnen, das schleimlösend, durchblutungsfördernd und antiseptisch ist. Es wird innerlich und äußerlich bei katarrhalischen Erkrankungen der Luftwege eingesetzt, sowie äußerlich gegen neruralgische und rheumatische Beschwerden eingesetzt.

Sonstiges

Auf einer Schildmauer der Ruine von Schloss Auerbach wächst eine Waldkiefer. Sie wurzelt in luftiger Höhe allein auf dem Bauwerk. Trotz der sehr kargen Lebensbedingungen hat sie ein Alter von mehr als 300 Jahren und eine Höhe von 7 Metern erreicht. Ein weiterer Beleg für die ausgeprägte Anspruchslosigkeit der Pflanze. Bild:ScotsPine shoot.jpg|Nadeln, Blütenstand, junger und reifer Zapfen der Gemeinen Kiefer Bild:Holz_Kiefer1.jpg|Holz der Gemeinen Kiefer Bild:Totholz4.JPG|Sämling auf Totholz Bild:PinusSylvestrisBole.jpg|Rinde der Gemeinen Kiefer Image:Skov-Fyr3.JPG|Kiefernforst in Dänemark Bild:Kiefernzweig.jpg|Nadeln der Gemeinen Kiefer

Weblinks

Kategorie:Nacktsamer Kategorie:Baum ja:マツ

Nadelbaum

Die Nadelholzgewächse (Pinophyta) oder auch Koniferen genannt, von lateinisch conifera = "Zapfenträger", bilden eine monophyletische Abteilung von Samenpflanzen (Spermatophyta). Sie wurden früher zusammen mit den Palmfarnen (Cycadophyta), den Ginkgopflanzen (Ginkgophyta) und den Gnetophyta zu den Nacktsamigen Pflanzen gezählt, und sind von den Bedecktsamigen Blütenpflanzen (Magnoliophyta), deren Samenanlagen besser geschützt sind, deutlich abgegrenzt.

Verbreitung

Nadelholzgewächse gibt es fast überall auf der Welt. In ihren Habitaten sind sie oft die dominierenden Pflanzen, zum Beispiel in der Taiga, dem borealen Nadelwaldgürtel.

Beschreibung

Die heute lebenden Pinophyta sind mehrjährige holzige Pflanzen, die meisten Arten sind Bäume. Die Mehrzahl der Taxa hat einen monopodialen Wuchs, also einen Hauptstamm mit Seitenzweigen. Die Wuchshöhe von ausgewachsenen Koniferen reicht von weniger als einem Meter bis über einhundert Meter. Die am höchsten wachsende Art ist der Küstenmammutbaum (Sequoia sempervirens), mit einer maximalen Höhe von 112,34 Metern. Das größte Volumen hat ein Riesenmammutbaum (Sequoiadendron giganteum), mit 1486,9 Kubikmetern. Der dickste Nadelbaum ist die Montezuma-Zypresse (Taxodium mucronatum), mit einem Durchmesser von 11,42 Metern. Der älteste Baum ist eine Grannen-Kiefer (Pinus longaeva), sie ist 4700 Jahre alt.

Blätter

Grannen-Kiefer (Pseudotsuga menziesii)]] Grannen-Kiefer (Chamaecyparis pisifera)]] Die Blätter der meisten Nadelbäume sind lang, dünn und nadelförmig. Aber es gibt auch Taxa mit anderen Blattformen, dazu gehören die meisten Zypressengewächse (Cupressaceae) und einige der Steineibengewächse (Podocarpaceae), sie haben flache Blätter. Einige Taxa, besonders die Kauri Agathis innerhalb der Araukariengewächse (Araucariaceae) und Nageia innerhalb der Podocarpaceae, haben breite flache Blätter . Bei der Mehrzahl der Nadelholzgewächse sind die Blätter spiralig um die Zweige angeordnet, Ausnahmen hierbei sind die Cupressaceae und eine bei Podocarpaceae, bei denen sie in gegenständigen Paaren oder in zu drei bis vier in Wirteln angeordnet sind. Es gibt Blattgrößen von 2 mm bis zu 400 mm Länge (sehr lange Nadeln hat zum Beispiel Pinus engelmannii). Die Stomata sind in Linien oder Haufen auf den Blättern angeordnet. Sie können bei kalter oder sehr trockener Witterung geschlossen werden. Bei der Mehrzahl der Gattungen sind die Blätter immergrün und bleiben an den Pflanzen für mehrere (2 bis 40) Jahre bis sie abfallen. Aber drei Gattungen: Lärchen (Larix), Sumpfzypressen (Taxodium) und Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) sind laubabwerfend, sie verlieren ihr Laub im Herbst und sind während des Winters blattlos. Die Keimlinge der meisten Nadelgehölze, dazu gehören die meisten Cupressaceae, und die Kiefern (Pinus), haben Jugendblätter die stark verschieden sind zu den Blättern älterer Pflanzen. Kiefern

Samen und Zapfen

Die meisten Nadelbäume sind monözisch, einige sind diözisch. Alle Pinophyta sind windbestäubt (anemophil). Die Koniferen-Samen entwickeln sich in einem sie schützenden Zapfen. Die Zapfen brauchen bis zur Reife vier Monate bis drei Jahre. Sie werden 2 mm bis 600 mm lang. Bei den Pinaceae, Araucariaceae, Sciadopityaceae und den meisten Cupressaceae, sind die Zapfen holzig. Wenn die Zapfen reif sind öffnen sich normalerweise die Schuppen und ermöglichen, dass die Samen herausfallen können um vom Wind verbreitet zu werden. Windn, Beispiel Eibe (Taxus baccata), in unterschiedlichen Reifestadien.]] Bei den Familien der Podocarpaceae, Cephalotaxaceae, Taxaceae und der Gattung Wacholder (Juniperus) der Cupressaceae sind die Schuppen weich, fleischig, süß und leuchtend gefärbt. Sie werden von Vögeln gefressen, die Samen werden unbeschädigt wieder ausgeschieden. Diese fleischigen Schuppen werden Arillus genannt (außer bei Juniperus).

Systematik

In der Abteilung Nadelholzgewächse (Pinophyta) gibt es nur die eine Ordnung Pinales mit nur der einen Klasse Pinopsida: darin gibt es insgesamt sieben Familien mit über 600 Arten: Familien
- Zypressengewächse (Cupressaceae)
- Kopfeibengewächse (Cephalotaxaceae)
- Eibengewächse (Taxaceae)
- Schirmtannengewächse (Sciadopityaceae)
- Steineibengewächse (Podocarpaceae)
- Araukariengewächse (Araucariaceae)
- Kieferngewächse (Pinaceae) Kieferngewächse

Weblinks


- [http://www.markuswelz.de/pflanzen/index.html Koniferen in Deutschland] - Übersicht über die in Deutschland heimischen und eingeführten Nadelholzgewächse mit vielen detailreichen Bildern.
- [http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Coniferophyta Fossile Coniferophyta im Mineralienatlas WiKi]
- [http://www.conifers.org/taxa.htm Pinophyta: viele Infos zur Systematik.]
- [http://tolweb.org/tree?group=Conifers&contgroup=Spermatopsida Pinophyta: Infos zur Systematik.] (engl.) Kategorie:Nacktsamer ja:針葉樹

Gattung (Biologie)

Die Gattung ist eine hierarchische Stufe der biologischen Systematik. Eine Gattung enthält eine oder mehrere Arten. Ein Beispiel einer Gattung ist die Abies (Tanne). Alle Arten innerhalb einer Gattung haben immer einen zweiteiligen (binominalen) Namen, der neben der Gattungsbezeichnung noch ein Art-Epipheton enthält. Abies alba (die Weißtanne) ist eine Art in der Gattung Abies (Tanne). Diese durchgehend binominale Benennung geht auf Carl von Linné zurück, der sie in seinem Werk Systema Naturae einführte. Wenn eine Gattung nur eine Art enthält, nennt man die Gattung monotypisch. Gattungen selbst werden in Familien zusammengefasst.

Strukturierung einer Gattung

Wenn eine Gattung viele Arten enthält, die nach unterschiedlichen Kriterien geordnet werden können, stehen die folgenden hierarchischen Ränge zur Verfügung:
- Untergattung
- Sektion
- Untersektion
- Serie
- Unterserie Dabei ist es im Ermessen des Biologen, welcher der Ränge angemessen erscheint. Bedeutende Unterschiede werden in der Regel durch Untergattungen ausgedrückt; bei unscheinbaren Variationen wird eher die Sektion benutzt. Es gibt also keine Vorschrift, dass bestimmte Ränge bevorzugt zu benutzen sind. Allerdings wird die Untersektion (bzw. Unterserie) nur gebraucht, wenn auch die Sektion (bzw. Serie) benutzt wird. Kategorie:Taxonomie als:Gattung (Biologie) ms:Genus th:สกุล (ชีววิทยา)

Kiefern

(P. mugo, Mitte) und der Pinie (P. pinea, rechts).]] Die Kiefern oder Föhren (Pinus) bilden eine Gattung von Nadelholzgewächsen (Pinophyta) in der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae).

Verbreitung

Kiefern sind vor allem auf der Nordhalbkugel heimisch. Nur Pinus merkusii überschreitet den Äquator nach Süden. Verbreitungsschwerpunkt sind kühl-humide Klimabereiche, es werden aber auch subtropische, tropische und semiaride Bereiche besiedelt. Angebaut werde Kiefern aber inzwischen weltweit.

Beschreibung

Kiefern sind immergrüne Pflanzen, die meist als Bäume wachsen. Es treten aber auch strauchförmige Formen auf, vor allem an der Waldgrenze. Kiefern bilden an Sämlingen Primärnadeln, die ein bis zwei Jahre alt werden. Später erscheinen mehrjährige Nadeln, die zu zweit bis zu fünft an gestauchten Kurztrieben stehen. Die Kurztriebbasis ist von 8 - 12häutigen Schuppenblättern umgeben. Kiefern sind einhäusig und werden vom Wind bestäubt. Die weiblichen Blüten stehen einzeln oder zu wenigen an den Spitzen diesjähriger Langtriebe. Die männlichen Blüten sitzen gehäuft an der Triebbasis. Die Pollen besitzen Luftsäcke. Es werden verholzte Zapfen gebildet.

Nutzung

Kiefern sind weltweit gesehen die wichtigsten Baumarten der Forstwirtschaft. Meist anspruchslos und gutwüchsig werden sie oft anstatt der einheimischen Baumarten für Wiederaufforstungen nach Waldzerstörung und Rodung verwendet. Arten wie Pinus radiata oder Pinus patula werden in den Tropen und Subtropen in Holzplantagen angebaut. Auch im Mittelmeergebiet finden sich große Flächen mit Kieferplantagen, vor allem mit der Strand-Kiefer (Pinus pinaster) und in Mitteleuropa wurden große Waldflächen weit über ihr natürliches Vorkommen mit der Waldkiefer (Pinus sylvestris) aufgeforstet. Diese Reinbestände sind zwar einfach zu begründen und zu ernten, weisen aber auch Gefahren auf: Waldbrände, Insekten- und Pilzkalamitäten, Auslaugung der Böden, Artenverarmung. Die großen Kiefernwälder in der Taiga von Asien, Nordamerika und Skandinavien sind dagegen meist die natürliche Vegetation. Das Holz der Kiefern ist meist leicht und harzreich. Es kann als Bauholz, zum Innenausbau, als Möbelholz und zur Papierherstellung verwendet werden. Kiefern werden zur Harzgewinnung genutzt, so die Strand-Kiefer (Pinus pinaster), die Schwarzkiefer (Pinus nigra) und die Waldkiefer (Pinus sylvestris). Die Samen einzelner Kiefern-Arten sind so groß, dass sie als Nahrungsmittel verwendet werden: Pinienkerne (Pinus pinea), Zirbelnüsse (Pinus cembra) und die Samen der Nuss-Kiefer (Pinus sabiniana).

Systematik

Die Gattung Kiefern (Pinus) wird in drei en unterteilt:
- Ducampopinus
- Haploxylon mit meist 5 Nadeln pro Kurztrieb und nur 1 Leitbündel im Zentralstrang.
- Diploxylon mit meist 2 bis 3 Nadeln pro Kurztrieb und 2 Leitbündeln im Zentralstrang. Man unterscheidet circa 115 Arten in der Gattung Pinus (Auswahl):
- Subgenus Ducampopinus
  - P. krempfii
- Subgenus Haploxylon
  - Grannenkiefer (P. aristata)
  - Pinus armandii
  - P.ayacahuite
  - Fuchsschwanzkiefer (P. balfouriana)
  - Zirbelkiefer, Zirbe, Arve (P. cembra)
    - Sibirische Zirbelkiefer (P. cembra ssp. sibirica)
  - Nevada-Zirbelkiefer (P. flexilis)
  - Korea-Kiefer (P. koraiensis)
  - Langlebige Kiefer (P. longaeva), früher für identisch mit P. aristata gehalten und deshalb auch noch immer Grannenkiefer genannt.
  - Westliche Weymouthskiefer (P. monticola)
  - P. morrisonicola
  - Mädchen-Kiefer (P. parviflora)
  - Mazedonische Kiefer, Rumelische Kiefer, Balkan-Kiefer (P. peuce)
  - Japanische Zwergkiefer (P. pumila)
  - P. strobiformis
  - Weymouthskiefer (P. strobus)
  - Tränen-Kiefer, Himalaya-Kiefer (P. wallichiana)
- Subgenus Diploxylon
  - Küstenkiefer (P. contorta)
    - Drehkiefer (P. contorta subsp. latifolia)
  - Coulter-Kiefer (P. coulteri)
  - Aleppokiefer, See-Kiefer (P. halepensis)
  - Panzer-Kiefer (P. heldreichii)
  - Zucker-Kiefer (P. lambertiana)
  - Schlangenhaut-Kiefer, Panzer-Kiefer (P.leucodermis)
  - Bergkiefer, Latsche (P. mugo)
    - Latsche, Legföhre (P. mugo ssp. mugo)
    - Spirke, Aufrechte Berg-Föhre (P. mugo ssp. uncinata)
  - Schwarzkiefer (P. nigra)
  - Sumpfkiefer (P. palustris)
  - Strand-Kiefer, auch Stern-Kiefer oder selten Seestrand-Kiefer genannt, (P. pinaster)
  - Pinie, Italienische Steinkiefer (P. pinea)
  - Gelb-Kiefer (P. ponderosa)
  - Torrey-Kiefer (P. torreyana)
  - Montereykiefer (P. radiata)
  - Pechkiefer, Steife Kiefer (P. rigida)
  - Nuss-Kiefer (P. sabiniana)
  - Wald-Kiefer, Gemeine Kiefer, Föhre (P. sylvestris)
  - Chinesische Kiefer (P. tabuliformis)
  - Weihrauch-Kiefer (P. taeda)
  - Japanische Schwarzkiefer (P. thunbergii)
  - Virginia-Kiefer (P. virginiana) Eine nach Vorkommen geordnete Aufzählung findet sich in der Liste der Kiefernarten.

Krankheiten


- Bläue (verschiedene Erreger wie zum Beispiel Ceratocystis und Ophiostoma piliferum): Hierbei handelt es sich um eine Verfärbung des Holzes.
- Kiefernrindenblasenrost (Cronartium flaccidum oder Endocronartium pini): Ein Rostpilz, der zur Bildung des Kienzopfes führt.
- Strobenrost (Cronartium ribicola): Befällt fünfnadlige Kiefern.
- Weißer Schneeschimmel (Phacidium infestans): Befällt die Zirbelkiefer.
- Schwarzer Schneeschimmel (Herpotrichia coulteri): Befällt die Bergkiefer. Image:Pinus ponderosa cones.jpg|Gelb-Kiefer (P. ponderosa) Bild:Pitch pine.jpg|Pechkiefer (P. rigida) Image:Pinus brutia(02).jpg|P. brutia Image:Crw 1691-web.jpg|P. coulteri Bild:Bristlecones.jpg|Langlebige Kiefer (P. longaeva), gehört zu den langlebigsten Bäumen überhaupt. Es gibt Exemplare, die 4900 Jahre alt sind. Habitat: Great Basin National Park. Bild:Schirmföhre.jpg|Typische Schirmföhre im Wienerwald (bei Mödling.)

Siehe auch


- Pecherei

Weblinks


- [http://www.conifers.org/pi/pin/index.htm Informationen zur Gattung Pinus.] (engl.)
- [http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/Pinus Fossile Kiefern im Mineralienatlas WiKi] Kategorie:Baum Kategorie:Forstwirtschaft Kategorie:Nacktsamer ja:マツ

Familie (Biologie)

Die Familie (lateinisch: Familia) ist eine hierarchische Stufe der biologischen Systematik. Sie steht zwischen den Hauptrangstufen Ordnung und Gattung. Direkt über der Familie kann die Überfamilie stehen, unter ihr die Unterfamilie (lateinisch:Subfamilia). In der Zoologie besteht die Konvention, dass der wissenschaftliche Familienname auf -idae endet (z. B. Laufkäfer: Carabidae). In der Botanik dagegen endet die Familienbezeichnung meist auf -aceae (zum Beispiel Korbblütengewächse: Asteraceae). Vielfach leiten sich ihre Bezeichner von besonders bekannten Gattungen der Familie ab (zum Beispiel bei den Liliengewächsen Liliaceae), aber auch morphologische Besonderheiten der Familie können namensgebend sein (so bei den Lippenblütengewächsen Labiatae). Kategorie:Taxonomie als:Familie (Biologie) ms:Famili

Kieferngewächse

Die Kieferngewächse (Pinaceae) bilden eine Familie der Nadelholzgewächse (Pinophyta). Ab der Kreide gibt es Fossilfunde von Pinaceae.

Beschreibung

Die Pflanzen sind mit Ausnahme der Lärchen und der Goldlärche immergrüne Bäume. Die nadelförmigen Blätter sind spiralig oder büschelig angeordnet. Sie bilden Zapfen, in denen auch die Samen reifen.

Systematik

Die Familie der Kieferngewächse (Pinaceae) wird in vier Unterfamilien unterteilt und umfasst elf Gattungen und etwa 230 Arten.
- Unterfamilie Abietoideae
  - Tannen (Abies): Mit 51 Arten.
  - Zedern (Cedrus): Mit vier Arten.
  - Keteleeria: Mit drei Arten.
  - Nothotsuga: Ist eine monotypische Gattung.
  - Hemlocktannen (Tsuga), auch Schierlingstannen genannt: Mit acht Arten.
  - Goldlärche (Pseudolarix): Ist eine monotypische Gattung.
- Unterfamilie Piceoideae
  - Fichten (Picea): Mit 33 Arten.
- Unterfamilie Pineoideae
  - Kiefern (Pinus): Mit 112 Arten.
- Unterfamilie Laricoideae
  - Lärchen (Larix): Mit etwa elf Arten.
  - Taubenbaum (Cathaya): Ist eine monotypische Gattung.
  - Douglasien (Pseudotsuga): Mit etwa 22 Arten.

Weblinks


- [http://pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de/systematik/5_famili/pinaceae.htm Familienbeschreibung]
- [http://www.conifers.org/pi/index.htm Familienbeschreibung] (engl.) Kategorie:Nacktsamer

Rinde

Die Rinde (lat. Cortex) bildet den äußeren Teil der Stängel und Wurzeln von krautartigen Pflanzen und Holzgewächsen. Sie besteht aus einem parenchymatischen Grundgewebe und liegt zwischen der Epidermis und dem System der Fibrovasalstränge. Bei Holzgewächsen ist sie jedenfalls an den ein- und wenigjährigen Organen vorhanden, wird aber beim Erstarken der Stämme vielfach durch andere Gewebe ersetzt, die man im gewöhnlichen Sprachgebrauch auch als Rinde bezeichnet, indem man darunter das gesamte das Holz umgebende Gewebe, also auch den Weichbast und bei älteren Stämmen die Borke versteht (Periderm und Kork). Rinden finden vielfache Nutzung: Ihr Reichtum an Gerbsäure macht sie zu den wichtigsten Gerbmaterialien. Zur Gewinnung der Gerbrinden werden die betreffenden Gehölze (Eichen und Akazien) in Schälwaldungen gezogen. Man läßt die Schößlinge nur das Alter erreichen, in welchem sie die beste Rinde liefern. Die Korkeiche liefert den Kork, viele andere Rinden und Rindenteile, so die Chinarinde oder der Zimt werden arzneilich oder als Gewürz benutzt. Rinde fällt in allen Betrieben an, die Holzstämme entrinden. Rinde wird für die Erzeugung von Mulchrinde und Rindenkompost, als Torfersatz und für die Erzeugung von Energie verwandt. Mulchrinde und Rindenkompost werden durch Zerkleinerung, Siebung und gegebenenfalls Kompostierung von Baumrinde erzeugt. Sie wird lose oder in Säcken an den Endverbraucher geliefert. Rinde kann auch in Energiepellets eingemischt werden. pellets

Quelle


- Meyers Konversationslexikon, 1888
- http://www.brenner.lu/produkte.phtml (Mit ausdrücklicher Genehmigung von Klaus Brenner) Kategorie:Pflanzenmorphologie Kategorie:Forstwirtschaft Kategorie:schutz

Borke

Borke nennt man die verholzten Bastzellen an der Außenseite eines Baumes. Borke und Bast bilden zusammen die Rinde. Die Borke schützt die darunterliegenden Schichten des Baumstamms. Da die Borke nicht mehr mit dem Baum mitwächst, platzt sie durch dessen Wachstum auf und wird zum Teil abgeworfen. Die Borke der Korkeiche wird geschält und wirtschaftlich verwendet und zu Flaschenverschlüssen beziehungsweise Bodenbelägen verarbeitet. Der größte forstwirtschaftliche Schaden an der Borke wird durch den Borkenkäfer verursacht. Kategorie:Pflanzenmorphologie Kategorie:Forstwirtschaft

Schwarzkiefer

Die Schwarzkiefer (Pinus nigra) oder Schwarzföhre gehört zur der Kieferngewächse (Pinaceae).

Beschreibung

Es ist ein großer Nadelbaum mit kegelförmiger und im Alter schirmförmiger Krone. Sie ist in ihrem Habitus der Wald-Kiefer nicht sehr ähnlich. Im Unterschied zur Waldkiefer sind ihre Nadeln länger und nicht so stark gedreht. Auch ist der Zapfen wesentlich größer als bei der Waldkiefer und die Borke ist anders gefärbt. Sie kann bei guten Bedingungen eine Höhe von 45 Metern und ein Alter von 500 bis 600 Jahren erreichen. Am besten gedeiht sie auf Kalkböden im Halbschatten. Das Holz ist sehr harzreich mit einen rötlichbraunen Kern.

Verbreitung

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Schwarzkiefer liegt im Süden von Europa, speziell von Spanien bis zur Türkei. Auch auf Zypern und im Atlas-Gebirge existiert die Schwarzkiefer natürlich. Meistens ist sie in Höhenlagen von 250 bis zu 1600 Metern anzutreffen. Als Forstbaum findet man sie in den Alpen und Mittelgebirgen, über Kalkgestein. In Deutschland ist sie zum Beispiel auf Muschelkalk rund um Jena zu angepflanzt. P. nigra hat in Österreich eine starke Verbreitung, zum Beispiel gibt es auch viele Bäume im Wienerwald, wo sie Schwarzföhre genannt wird.

Systematik und Areale

Von Pinus nigra gibt zwei Unterarten mit jeweils drei Varietäten, sie haben unterschiedliche Verbreitungsgebiete:
- P. n. subsp. nigra: Berge des nordöstlichen Mittelmeerraumes,
  - P. n. subsp. n. var. nigra: Österreich, Rumänien, Slowenien, Kroatien, Jugoslawien, Mazedonien, Albanien und Bulgarien, in niedrigen Höhenlagen zwischen 200 und 1200 m NN, mit südosteuropäischem, kontinentalem Klima mit etwas Sommerregen.
  - P. n. subsp. n. var. caramanica: Griechenland, Türkei und Zypern, in Höhenlagen von 800 bis 2000 m NN, im Mittelmeerklima ohne Sommerregen.
  - P. n. subsp. n. var. pallasiana: An der Schwarzmeerküste, zwischen 200 und 1200 m NN, in Gebieten mit etwas Sommerregen.
- P. n. subsp. salzmannii: Berge des westlichen Mittelmeerraumes, bei 500 bis 1600 m NN.
  - P. n. subsp. s. var. salzmannii: Spanien bis Südfrankreich.
  - P. n. subsp. s. var. corsicana: Korsika und Mittelitalien.
  - P. n. subsp. s. var. mauretanica: Zerstreute Gebiete in Algerien und Marokko (auch ein Vorkommen in Südspanien soll es geben). Bild:Schwarzkiefer.jpg|Schwarzföhre im Wienerwald. Image:Pine cone crop bgiu.jpg|Junge männliche Zapfen. Bild:Schwarzkieferzapfen.jpg.jpeg|Reifer Zapfen. siehe auch: Pecherei

Weblinks

Kategorie:Nacktsamer Kategorie:Baum

Habitus (Biologie)

Habitus (Verhalten, Erscheinungsform) bedeutet in der Biologie das äußere Wesen eines Organismus, d. h. die Gesamtheit aller wesentlichen und typischen sichtbaren Eigenarten eines Tieres oder einer Pflanze sowie ihrer Relationen und Proportionen, die einem eine Bestimmung der Familien-, Gattungs- oder sogar Artzugehörigkeit ohne Verwendung eines detaillierten Bestimmungsschlüssels ermöglichen („Bestimmung nach Habitus“). Als Beispiel mag der Löwenzahn dienen, dessen Zugehörigkeit zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) durch die typischen Merkmale der vielen, im runden Blütenstand zusammengefassten, von Strahlenblüten umkränzten Röhrenblüten und der gelben Blütenfarbe angedeutet wird. Siehe auch: Habitus Kategorie:Pflanzenmorphologie

Kiefernkultur-Gespinstblattwespe

Die Kiefernkultur-Gespinstblattwespe (Acantholyda hieroglyphica) ist eine Art aus der Familie der Gespinstblattwespen. Der Hautflügler hat eine Körperlänge von zwölf bis siebzehn Millimeter. Kopf und Brust sind schwarz gefärbt und tragen eine wenig auffallend gelbe Zeichnung. Der Hinterleib ist am ersten Segment sowie am Ende schwarz gefärbt, ansonsten ist der Hinterleib von rotgelber Farbe. Auf dem zweiten Segment befindet sich ein kleines, schwarzes Dreieck. Die Flügel sind von gelblicher Farbe und spannen sich 22 bis 30 Millimeter weit. Die Kiefernkultur-Gespinstblattwespe ist ein Hautflüger Zentral- und Nordeuropas. Sie kommt von Lappland bis zu den Alpen vor. Bevorzugte Fresspflanze ist die Waldkiefer (Pinus silvestris) und die Kiefernkultur-Gespinstblattwespe zählt daher zu den Forstschädlingen. Im Vergleich zur Gemeinen Fichtengespinstblattwespe richtet sie jedoch wesentlich geringere Schäden an. Kiefernkultur-Gespinstblattwesepne legen ihre spindelförmigen Eier einzeln in die Spitzen junger Kieferntriebe. Seitentriebe werden dabei nur selten besiedelt, besiedelt wird vor allem der Haupttrieb. Die grünlich gefärbten Larven, die aus den Eiern schlüpfen, umspinnen am obersten Knospenquirl des Triebes die zartfirschen Nadeln und beginnen dort auch mit dem Fraß. Mit zunehmenden Alter wandern die Larve auf der Suche nach neuer Nahrung allmählich den Trieb hinab, wobei sich die Gespinströhre vergrößert. Wenn die Larven im Laufe des Augusts voll ausgewachsen sind, so dass sie sich auf den Boden zurückziehen, haben diese Gespinströhren in der Regel eine Länge von sechs bis acht Zentimeter erreicht. Die Larven verbleiben im Boden und verpuppen sich im darauffolgenden Frühjahr. Kategorie:Hautflügler

Monokultur

Monokultur (von v. griech.: monos Eins und lat.: cultura Landwirtschaft) ist eine Form der Bodenbewirtschaftung. Bei dieser wird auf einer land- oder forstwirtschaftlich genutzten Fläche z.B. einer Plantage nur eine bestimmte Art von Nutzpflanzen angebaut. Im Ackerbau spricht man von Monokultur, wenn kein Fruchtwechsel stattfindet und auf der gleichen Ackerfläche Jahr für Jahr die gleiche Frucht angebaut wird (z. B. Mais nach Mais nach Mais ...). Nur wenige Nutzpflanzen sind selbstverträglich und benötigen keinen Fruchtwechsel (z. B. Roggen).

Vorteile

Kurzfristig ist der Anbau einer einzigen Kulturpflanze in großem Umfang aus wirtschaftlicher Sicht zunächst billiger (Skaleneffekt).
- wenige spezielle, sehr effektive Maschinen mit hoher Kapazität statt eines relativ teurer Maschinenpark mit vielen, auf die unterschiedlichen Anbaufrüchte abzustimmende kleineren Maschinen
- effektiverer Maschineneinsatz durch geringere Rüstzeiten
- günstigere Einkaufspreise für Saatgut, Dünger, Pflanzenschutzmittel etc. (Mengenrabatt)
- große einheitliche Partien - bessere Vermarktung, bessere Verkaufspreise
- geringerer Verwaltungsaufwand
- bessere Anbaumethoden durch Gewinn an Erfahrung und Spezialwissen

Nachteile

Längerfristig birgt die Nutzung des Bodens in Form der Monokultur einige Nachteile :
- Monokulturen begünstigen die Ausbreitung spezialisierter Schädlinge (Insekten) und Krankheitserreger (Keime, Pilze), was zu Mißernten führen kann und deren Bekämfung höhere Kosten für Pestizide (z. B. Insektizide, Fungizide) verursacht.
- der höherer Pflanzenschutzverbrauch führt zu Risiken wie Resistenz- und Rückstandsbildung. Selbstverträgliche Pflanzen wie Roggen können an geeigneten Standorten über Jahre ohne Ertragsverluste und Verlust an Bodenqualität angebaut werden.

Beispiele

Risiken
- Monokulturen werden überwiegend im Kaffee-, Tee- und Reisanbau vorgenommen
- In der Forstwirtschaft werden Wälder in Monokultur betrieben, um die Holzverarbeitende und Papierindustrie mit dem Rohstoff Holz zu beliefern.
- Die Great Plains in den USA sind für ihre riesigen Weizenfelder bekannt. In den 1930er Jahren führte hier die Monokultur zu katastrophalen Staubstürmen.
- Im übertragenen Sinne wird auch außerhalb der Landwirtschaft von Monokultur gesprochen, etwa wenn die Tatsache, dass 90% aller Computer mit demselben Betriebssystem arbeiten, dazu führt, dass sich Computerviren sehr schnell ausbreiten.
- Der Begriff Monokultur wird im Tourismus verwendet, wenn ganze Länder oder Landstriche abhängig von dieser Wirtschaftsform sind.

Antonym

Das Gegenteil von Monokultur ist Mischkultur oder - im Ackerbau weit verbreitet - der Fruchtwechsel (im jährlichen Wechsel werden auf der gleichen Ackerfläche unterschiedliche Feldfrüchte angebaut - z. B. in der Fruchtfolge Zuckerrüben - Weizen - Gerste). Siehe auch: grüne Revolution

Weitere Formen der Bodenbewirtschaftung (Anbaumodelle und Anbausysteme)

Fruchtfolge (= Zwei-, Drei- und Vierfelderwirtschaft), Anbaufolgen der Pflanzen, Wechsel von Pflanzenanbau und Brache, Wechselbeziehung mit Tätigkeiten der Tierproduktion, Mischkultur, Zwischenfruchtanbau, Intensiv- und Extensivkultur, Organischer Landbau, ökologischer Landbau, alternative Landwirtschaft, Brachesysteme, Weidesysteme, Agrar-Forstwirtschaft, einschl. Agrar-Waldbausysteme (Forstpflanzen in Verbindung mit landwirtschaftlichen Pflanzen). Wald-Weidesysteme (Forstpflanzen in Verbindung mit Weidehaltung) oder Agrar-Waldweidesysteme (Kombination der Forstwirtschaft mit Pflanzenanbau und Weide), Landwirtschaft in Trockengebieten: Wüsten, aride Zonen

Weblinks


- [http://archiv.greenpeace.de/GP_DOK_3P/HINTERGR/C13HI27.HTM Ökologische Waldnutzung]
- [http://www.kleinbauern.ch/Themen/Gentechnik.htm Mehr Pestizide durch Gentechnik]
- [http://www.golem.de/0309/27609.html Software als Monokultur] Kategorie:Land- & Forstwirtschaft Kategorie:Naturschutz Kategorie:Ökologie

Pecherei

Pecherei ist der im südlichen Niederösterreich gebräuchliche Ausdruck für die Harzgewinnung aus Schwarzföhren. Die Pecherei diente der Gewinnung von Baumharz (auch „Pech“ genannt) das in weiterer Folge zu einer Reihe chemischer Produkte verarbeitet wurde. Denjenigen, der die Pecherei ausübt, bezeichnet man als „Pecher“. Der wichtigste Nutzungsbaum für die Pecherei war die Kiefer oder Schwarzföhre (Pinus nigra), die von allen europäischen Nadelhölzern der harzreichste Baum ist und schon von den Römern zur Harzgewinnung verwendet wurde. Mit 90 bis 120 Jahren befand sich eine Föhre im günstigsten Alter zur Harzgewinnung. In Niederösterreich ist die österreichische Schwarzföhre (Pinus nigra subsp. nigra) der vorherrschende Baum, dessen Harz besonders hochwertig war und das österreichische Pech zum Besten der Welt machte.

Geschichte

Im südlichen Niederösterreich (Industrieviertel, Wienerwald) wurde die Pecherei vermutlich seit dem 17. Jahrhundert betrieben. Eine Urkunde aus dem Jahr 1830 beschreibt dies so: :Die Einwohner treiben den Feldbau und besitzen unweit des Dorfes im Gebirge ihre Waldungen, woraus sie Holz und Pech verkaufen. Ein literarisches Denkmal für dieses Handwerk setzte Adalbert Stifter mit seiner Erzählung Granit. Für die bäuerlichen Familien in diesem Landstrich bildete die Harzgewinnung eine wichtige Einnahmequelle. Ab den 1960er Jahren kam dieses Gewerbe jedoch langsam zum Erliegen. Grund dafür waren vor allem Billigimporte aus den ehemaligen Ostblockländern sowie aus der Türkei, aus Griechenland und aus Portugal. Hinzu kamen noch Fortschritte in der technischen Chemie, die das Harz als Rohstoff in vielen Bereichen überflüssig machten.

Rohstoffe und Verarbeitung

Das Rohharz

Rohharz ist hellgelb, reich an organischen Kohlenwasserstoffen, arm an Sauerstoff und stickstofffrei. Es besteht aus einem Gemisch von vorwiegend aromatischen Stoffen mit Säureeigenschaften. Seinen aromatisch-würzigen Geruch verdankt das Pech den in ihm reichlich enthaltenen ätherischen Ölen. Der Harzfluss ist je nach Jahreszeit und Witterung unterschiedlich, Wärme und Feuchtigkeit wirken sich günstig aus. Pro Stamm und Jahr konnten drei bis vier kg Pech gewonnen werden. Damit ein Pecher mit seiner Familie bescheiden leben konnte, musste er 2500 bis 3000 Bäume harzen. Sein Arbeitstag begann meist schon vor Sonnenaufgang mit dem Marsch zum Arbeitsplatz in den Föhrenwald und dauerte oft zehn bis zwölf Stunden.

Verarbeitung und Verwendung

Die aus dem Harzbalsam im Dampfdestillationsverfahren hergestellten Produkte, das Terpentinöl und Kolophonium, wurden vorwiegend in der Papier-, Lack-, Seifen-, Kabel- und Schuhcremeindustrie verwendet.

Die Jahresarbeit des Pechers

Das Arbeitsjahr des Pechers mit unterschiedlichen Schwerpunkttätigkeiten gliedert sich in Anlehnung an die Jahreszeiten. Wichtigste Arbeiten im Winter waren das Vorbereiten der Geräte und das Anfertigen der Pechscharten mit dem Schartenhobel. Besonders aufwändig waren die Arbeiten im Frühjahr. Je nach verwendeter Methode unterschieden sich dabei die einzelnen Arbeitsschritte:

Grandl- oder Schrottmethode

Zu Beginn der Pecherei sammelte man das Harz am unteren Stammende in einfachen, mit Lehm ausgeschmierten Erdgruben. Wegen der dadurch verursachten Verschmutzung des Harzes entwickelte man die Grandl- oder Schrottmethode. Dazu arbeitete der Pecher für die Harzaufnahme in Bodennähe mit der Hacke eine Ausnehmung aus dem Holz heraus (das „Grandl“ oder „Schrott“). Da der neue Harzbehälter glatt und sauber sein musste, wurde das Grandl mit einer schmaleren Hacke mit abgerundeter Schneide, dem Mond- oder Schrotthackl (3), geglättet. Mit einem zugespitzten Holzstück, dem Rowisch (1), wurden die Holzspäne aus dem Inneren entfernt. Gleichzeitig diente der Rowisch als Zählstab: Nach jedem neu angefertigten Schrott schnitt der Pecher eine Kerbe in den Rowisch. So kannte er immer die Anzahl der fertigen Bäume. Mit dem Dexel, der später auch das Zunftzeichen der Pecherei wurde, und der Hacke (7) entfernte der Pecher anschließend die Rinde vom Baumstamm. Um nun den Harzfluss in den Sammelbehälter leiten zu können, mussten Pechscharten quer über den Stamm angelegt werden. In regelmäßigen Abständen (etwa drei Mal in zwei Wochen) folgte vom Frühjahr bis zum Frühherbst das Plätzen als älteste Arbeitsmethode. Dabei schlug der Pecher mit dem Plätzdexel (11) stückweise die Rinde bis zum Stamm herunter, sodass die Lachte immer größer wurde und der Harzfluss aufrecht blieb. Ein Grandl oder Schrott nahm je nach Größe zwischen 0,25 und 0,35 kg Pech auf. Ein auf diese Weise bearbeiteter Baum konnte 12 bis 18 Jahre lang Pech liefern.

Zeschen und Plätzen

In der Zwischenkriegszeit begann die Umstellung von der Grandl- auf die Zapfbechermethode, bei der Pechhäferl verwendet wurden. Dazu mussten neue Pechbäume, die „Heurigen“ vom Boden weg mit der Hacke abgerichtet werden. Bei diesem Vorgang, dem Zeschen, wurde zuerst mit der Anzeschhacke (4) und dann mit dem Rintler (5) die Rinde von etwa einem Drittel des Stammumfanges entfernt, sodass eine V-förmige Abgrenzung entstand. Anschließend musste der Pecher mit dem Fürhackdexel (6) oder mit der Anzeschhacke jeweils an der rechten Seite des Baumstamms eine Nut zur Aufnahme der Pechscharten, die Laß, hacken und die Pechscharten einziehen. Knapp unterhalb der engsten Stelle wurde mit dem Fürhackdexel ein Schnabel zur Aufnahme des Pechhäferls herausgehackt, eine Pechnagellänge darunter ein Pechnagel (9) eingeschlagen und zum Schluss das Pechhäferl mit dem Deckel aufgesetzt. Damit war der Baum zur Harzgewinnung fertig vorbereitet und musste, wie oben beschrieben, in regelmäßigen Abständen geplätzt werden. Die bereits mehrere Jahre gepechten Bäume wurden auf ähnliche Weise bearbeitet. Beim „Fürhacken“ nahm der Pecher seine Arbeitsgeräte, die Pechscharten, den Pechnagel und die Pechhäferl beim Hinaufklettern auf die Leiter mit. Nach dem Entfernen der Rinde mit dem Rintler (5), dem Aufhacken (entfernen des verkernten Teils an den Lachterändern), dem Laßhacken und dem Einsetzen der Pechscharten folgte statt des Schlagens des Schnabels mit dem Fürhackdexel das Anschlagen mit dem Anschlageisen (10) und -hammer (11).

Ritzen

Wie bei allen Bearbeitungsmethoden musste beim Rillenschnitt, dem Ritzen, vorher mit dem Rintler (5) der obere Teil der Baumrinde entfernt werden. Anschließend nahm der Pecher mit dem Ritzer eine mehrere Millimeter dicke Rindenschicht ab. Wichtig war dabei eine genaue Schnittführung. Bei diesem Hobelverfahren entstanden keine zusammenhängende Flächen, sondern v-förmige Rillen im Stamm. Dadurch ersparte sich der Pecher das Einsetzen der Pechscharten, da das Harz durch die Rillen ins Pechhäferl fließen konnte. Obwohl bei der Ritzmethode durch den Wegfall des Fürhackens eine Arbeits- und Zeitersparnis entstand, wurde sie im südlichen Niederösterreich nur vereinzelt angewendet, da der Ertrag bis zu 50 % geringer war, als bei den beiden anderen Harzgewinnungsverfahren, dem Plätzen und Hobeln. Das Hauptproblem beim Ritzverfahren lag aber in der Verstopfung der Rillen mit Harz. Deshalb kehrten die meisten Pecher wieder zum Hobelschnitt zurück. Der Rillenschnitt wurde vorwiegend bei der Harznutzung der Weißkiefer angewendet.

Zeschen und Hobeln

Da das Plätzen sehr anstrengend war, entwickelten die Pecher die neue Arbeitsmethode des Hobelns. Das war nicht nur weniger anstrengend, sondern erforderte auch einen geringeren Zeitaufwand. Das Arbeitsverfahren für neue und bereits mehrere Jahre bearbeitete Pechbäume blieb wie bereits oben beschrieben gleich, nur wurde anstelle des Plätzens eben das Hobeln angewendet. Mit dem Hobel (12) schnitt der Pecher mit einem einzigen Schnitt einen breiten, flachen Span vom Stamm. Beim Plätzen konnte dies erst mit vielen Schlägen des Dexels erreicht werden. Auf diese Weise brauchte er nur etwa ein Sechstel der Zeit, die er für das Dexeln benötigt hatte. Nicht nur bei neu angelegten Pechbäumen (Heurigen), sondern auch bei bereits seit mehreren Jahren bearbeiteten Föhren wurde das Hobeln praktiziert und zwar wie beim Plätzen insgesamt drei Mal innerhalb von zwei Wochen, wobei der Pecher meist in der ersten Woche ein Mal und in der zweiten Woche zwei Mal aufhobelte. Das wiederholte sich solange, bis das Häferl voll war (etwa sechs bis acht Mal) und begann anschließend wieder von vorne.

Die Harzernte

Bei der Harzernte, dem „Ausfassen“ (je nach Witterung drei- bis viermal jährlich von Frühjahr bis Herbst), helfen meist die Familie und Verwandte mit. Dabei wurde der Inhalt des Pechhäferls (rund 0,75 bis 1 kg mit dem Pechlöffel in das Pechpittel (es fasste zwischen 25 und 30 Pechhäferl Harz) geleert und dieses wiederum in das Pechfass gegeben. Das so genannte "Pechscherrn" bildete im Herbst die letzte Arbeit des Pechers. Dabei musste mit dem Pechscherreisen (15) das festgewordene Harz von der Lachte entfernt werden. Mit dem Pechkrickel kratzte der Pecher das starre Harz am Schartenrand und an der Laß ab und nahm die Pechscharten heraus (diese konnten bis zu zehn Jahre lang verwendet werden). Das in einem Schurz, dem Scherrpechpfiata, aufgefangene Harz leerte er in das nach oben offene Scherrpechfass und trat es mit den Füßen fest. Dieses Scherrpech war von schlechterer Qualität als das Häferlpech und erzielte deshalb auch nur einen geringeren Preis.

Weitere Werkzeuge und Einrichtungen

Die Leiter

Ein unentbehrliches Hilfsmittel für die Bearbeitung von bereits mehrere Jahre gepechten Bäumen war die Leiter. Sie wurde aus zwei dünnen, langen Föhrenbäumchen, die als Holme dienten, und zähem Hartriegelholz für die Sprossen angefertigt. Bis zu 22 Leitersprossen, das entspricht einer Höhe von 6 m, ist ein Berufspecher mehrere hundert Male am Tag hinauf gestiegen, hat den Stamm bearbeitet und ist dann mit den an den Oberschenkeln und Knien befestigten Rutschflecken aus Leder hinuntergerutscht.

Die Pecherhütte

Nach alter Gepflogenheit wurde mitten im Wald eine Pecherhütte aus Holz errichtet. Sie war ähnlich einer Holzhackerhütte und diente vor allem als Schutz und Zuflucht bei Schlechtwetter. Innen stand meist ein grob gezimmerter Tisch und eine Bank. Hier nahm der Pecher auch gelegentlich sein Essen ein. Ab und zu war auch ein Ofen aufgestellt. Fast immer ging der Pecher täglich nach Hause, nur in Ausnahmefällen nächtigte er in der Hütte. Damit die zur Bearbeitung der verschieden hohen Bäume benötigten Leitern nicht immer nach Hause mitgenommen werden mussten, wurde ein Leiterplatz errichtet.

Pechfässer

Für die Harzernte, das Ausfassen, wurden (Rinn-)Pechfässer aus Hartholz (später Eisen- und zuletzt Plastikfässer) im Waldboden bis zur Hälfte eingegraben und blieben bis zum Abtransport in den Pechverarbeitungsbetrieb im Wald. Ein volles Holzfass wog zwischen 130 und 160 kg, ein Eisenfass zwischen 180 und 200 kg.

Die Wassergrube

Um die mitgebrachte Jause besonders im Sommer kühl zu halten, baute der Pecher an einem schattigen Platz eine Wassergrube. Dazu hob er das Erdreich ab, stellte Seitenwände mit Steinen auf, setzte ebenfalls aus einem Stein einen Deckel auf und bestreute zum Abschluss die kleine Grube mit Reisig.

Auswirkungen auf den Baum

Im Gegensatz zum in den Anfängen praktizierten Pechen durch Abbrennen der Rinde über den gesamten Stammumfang der Föhre, bei dem der Baum abstarb, beeinträchtigt die modernere Form, bei der die Rinde nur von rund einem Drittel des Stammumfanges entfernt wird, die Lebensfähigkeit des Baumes nicht. Zwar ist der Stamm im Bereich des frei gelegten Holzes anfälliger für Witterungseinflüsse und Schädlinge, doch wird die Baumwunde durch das austretende Harz auch konserviert und geschützt. Es ist daher möglich, eine Föhre ein zweites Mal - auf der gegenüberliegenden Seite - zu Pechen. Die Versorgung der Krone mit Wasser und Nährstoffen wird dann durch zwei schmale, einander gegenüberliegende Rindenstreifen (dem „Leben“) gewährleistet, sodass der Baum auch in diesem Fall noch weiter wachsen kann. Derartige Bäume wurden „Lebenszuleiter“ genannt. Das Holz von gepechten Bäumen ist allerdings von geringerer Qualität als das ungepechter und wird daher lediglich als Brennholz verwendet.

Literatur


- Helene Grimm: Die Pecher. Manutiuspresse Wulf Stratowa Verlag, Wien-München 1960 (vergriffen, allenfalls antiquarisch erhältlich)
- Heinz Cibulka - Wieland Schmied: Im Pechwald. Edition Hentrich Berlin, Wien-Berlin 1986, ISBN 3-926175-13-3

Weblinks


- [http://www.wienerzeitung.at/podium/texte/101kraus.htm Erzählung zur Pecherei]
- [http://195.58.166.60/noemuseen/ansicht_detail.asp?nr=355 Pecherlehrpfad und -schauraum Hölles], Österreich
- http://home.eduhi.at/member/voeslau/heimat/seiten/pecher.htm
- [http://www.ofd.bayern.de/ofdnuernberg/bundesvermoegen/forst/informationen-dateien/harzen/harzen1.htm Kiefernharz - Früher heiß begehrt - heute verschmäht] - zur Variante der Harzgewinnung in der DDR

Siehe auch


- Kolophonium
- Terpentinöl

Konstruktion

Der Begriff Konstruktion (von lat.: con zusammen struere bauen) bezeichnet allgemein einen Aufbau, auch eine Berechnung oder Erfindung. Das Adjektiv konstruktiv steht für aufbauend und unterstützend, wird aber auch im Sinne von ordnend und förderlich verwendet. Siehe im Einzelnen:
- in der Mathematik und Geometrie die exakte zeichnerische Darstellung eines Körpers (Figur) aus gegebenen Größen, siehe Konstruktion (Mathematik)
- in der Technik alle Ideen, Überlegungen, Prinzipien, Berechnungen und Verfahren, welche die Funktion eines technischen Produkts (einer Maschine oder eines Bauwerks) gewährleisten, siehe Konstruktionsprozess
- in der Technik ein komplexes starres oder elastisches Gebilde zur Übertragung von Kräften und Momenten als Ergebnis eines Konstruktionsprozesses, siehe Konstruktion (Technik)
- in der Philosophie das Entwerfen eines Gedankensystems, das die Fülle der Gegebenheiten ordnen soll oder aus dem sich die Fülle der jeweiligen Gegebenheiten ableiten lässt, siehe Konstruktivismus (Philosophie).
- in der Soziologie das Schaffen von Realitäten durch gesellschaftliche Prozesse, siehe soziale Konstruktion
- eine erfundene, gebaute, konstruierte Realität, die einem bestimmten Zweck dienen soll, beispielsweise ein Feindbild, das konstruiert wird, siehe Konstruierte Realität
- in der Grammatik eine symbolische Einheit, die einer bestimmten sprachlichen, in der Regel komplexen syntaktischen Form eine bestimmte Bedeutung zuweist, siehe Konstruktionsgrammatik Siehe auch: Konstruktivismus

Antisepsis

Mit Antisepsis (gr. wörtlich "gegen Fäulnis"), bezeichnet man alle Maßnahmen zur Verminderung von infektiösen Keimen und damit zur Verhinderung einer Infektion. Antiseptische Maßnahmen sind die Desinfektion von Oberflächen, Materialien und Gegenständen. Auch die Desinfektion von Wunden dient diesem Ziel. Abzugrenzen ist der Begriff von der Asepsis, die auf eine vollkommende Keimfreiheit abzielt. Diese ist auf Körperoberflächen jedoch nie zu erreichen, da die Haut oder Schleimhaut nicht sterilisiert werden kann.

Geschichte

Der Begründer der Asepsis war Ignaz Semmelweis, der als "Retter der Frauen" in die Geschichte der Medizin eingegangen ist. Obwohl zu seiner Zeit die Mikroskopie schon lange betrieben wurde und die Existenz von winzigen, nur mit dem Mikroskop sichtbaren Wesen bekannt war. Anton van Leuwenhoek, 1623 - 1723, hatte schon "die kleinen Biesterkes" beschrieben. Einzug in die Medizin hatte die Erkenntnis dieser Wesen aber noch lange nicht gehalten. Die Krankheitsauffassung dieser Zeit besagte, daß eine schlechte Konstitution zu einer Erkrankung führte, eine Infektion wurde nicht als Ursache angesehen. Dieser Auffassung war auch noch Max von Pettenkofer, der die Infektiosität einer Typhus- Kultur abstritt, sich damit ein Brötchen bestrich und prompt an der Erkrankung starb. Ob von Pettenkofer nun Selbstmord beging, wie es in den entsprechende Monographien heißt, oder ob das eher ein "Betriebsunfall" eines engagierten Forscherlebens war, sei dahingestellt. Kategorie:Hygiene

Totholz

Totholz (Moderholz; Biotopholz) wird insbesondere im Biotop- und Artenschutz als Sammelbegriff für abgestorbene Bäume oder deren Teile verwendet. Grob unterteilt wird dabei zwischen stehendem Totholz, also noch nicht umgefallenen abgestorbenen Bäumen oder deren Teilen und liegendem Totholz, das bereits auf dem Erdboden liegt. Stehendes Totholz ist seltener, bietet aber meist eine größere Vielfalt an Standortfaktoren und ist daher ökologisch besonders wertvoll. Der Begriff „Totholz“ wird hier in einem erweiterten Sinne gebraucht, er schließt hier auch (kleinräumig) geschädigte, kranke oder absterbende Bäume, Sträucher und deren Teile ein.

Vorkommen, Entstehung, Formen von Totholz

In Urwäldern entsteht großvolumiges Totholz ständig durch den Alterstod der Bäume, Katastrophenereignisse (Waldbrand, Windwurf, Blitzschlag), durch massenhaftes Auftreten von Insekten und andere Umwelteinflüsse (schwankende Grundwasserstände etc.) (vgl.: Mosaik-Zyklus-Konzept und Sukzession). Kleinvolumiges Totholz entsteht in Ur- wie auch in Wirtschaftswäldern vor allem durch Konkurrenzdruck in Jungbeständen. Dieser führt zum Absterben konkurrenzschwacher Bäume sowie zum Absterben von Ästen, die durch das Hochwachsen der Bäume nicht mehr ausreichend Sonnenlicht erhalten. Je nach Waldgesellschaft liegt der Anteil von Totholz an der gesamten Holzbiomasse in einem Urwald in Mitteleuropa bei 10–30 %, in Wirtschaftswäldern ist dieser Anteil vernachlässigbar. Im Durchschnitt finden sich in deutschen Wäldern nur 11,5 m³ Totholz je ha (entspricht ca. 3 % der gesamten Holzmasse).

Lebensraum Totholz

Totholz wird durch eine Vielzahl von Organismen genutzt, die sich im Laufe der Evolution an diesen Lebensraum angepasst haben. Je nach Holzart und Stand des Verfallsprozesses sind etwa 600 Großpilzarten und rund 1350 Käferarten an der vollständigen Remineralisierung eines Holzkörpers beteiligt. Zwischen Pilzen und Insekten bestehen unterschiedlichste Abhängigkeiten. Insekten übertragen Pilzsporen auf den Holzkörper, die Pilze können wiederum Nahrungsquelle und Teillebensraum für Insekten sein. Dies führt dazu, dass jeder Totholztyp (ob liegend oder stehend, Stamm- Kronenholz oder Holzart), mit seiner eigenen Flora und Fauna assoziiert ist. Es entstehen Lebensgemeinschaften in der Rinde, im Holz, im Baummulm, in Baumhöhlen und in Sonderstrukturen wie Saftflüssen, Ameisennestern oder Brandstellen. Viele Tiere und Pflanzen, die auf Totholz angewiesen sind, stehen auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten. Diese Arten sind in ihrer Lebensweise hochgradig auf bestimmte Zerfalls- und Zersetzungsphasen von Holz angewiesen. Pilze, Flechten, Moose, Farne und viele Insektenarten, wie z. B. Ameisen, Hautflügler und Schmetterlinge finden hier ihre Habitatnische. Der überwiegende Teil unserer 1000 Wespen- und Bienenarten ist auf Alt- und Totholz angewiesen.

Auswahl von Käfern im Totholz

Die Bedeutung des Totholzes für den Artenschutz ist besonders gut bei den Käfern zu belegen. So leben rund 25 Prozent aller in der Bundesrepublik Deutschland vorkommenden Käferarten am Holz verschiedener Zerfallsstadien. Die Gruppe der xylobionten Käfer weist in Deutschland einen sehr hohen Anteil bedrohter Arten auf. Viele dieser Arten zeigen spezielle Ansprüche hinsichtlich ihres Habitates. Spezialisierungen gibt es unter anderem bezüglich Baumart, bevorzugter Struktur (Rinde, Bast, Kernholz), Holzvolumen, Zersetzungsgrad, Lichtexposition, Feuchte sowie Pilz- und Insektenbefall. Vorwiegend Laubgehölze bevorzugt etwa der Hirschkäfer (Lucanus cervus). Seine Larven leben an morschen Wurzeln alter Eichen, Ulmen und Obstbäumen, seltener an Weichhölzern. Auch ein Großteil der Bockkäferarten (Cerambycidae) wie der Große Eichenbock (Cerambyx cerdo) und der Mulmbock (Ergates faber) sind von Laubhölzern abhängig. Die Feuerkäfer (Pyrochroidae) finden sich unter der Rinde von trockenem Totholz, die Larven dieser Tiere jagen Borkenkäfer im Holz. In Weichhölzern wie den Weiden leben unter anderem die Larven des Moschusbockes (Aromia moschata). In Nadelhölzern sind verschiedene Prachtkäfer- (Buprestidae) und Runzelkäferlarven (Rhysodidae) zu finden. Der Hausbock (Hylotrupes bajulus) hat in trockenem Fichtenholz seinen natürlichen Lebensraum, die Larve des Fichtenbocks (auch Gemeiner Fichtensplintbock, Tetropium castaneum L.) bevorzugt das Kambium von Fichten und Kiefern und verpuppt sich später im Innern des Stammes. Viele Käfertaxa sind allerdings auch weniger spezialisiert. Die Scheinbockkäfer (Oedemeridae) und ihre Larven sind in terrestrischem Totholz, aber auch in Treibgut und in verholzenden Teilen krautiger Pflanzen zu finden. Die Larven des Nashornkäfers (Oryctes nasicornis) entwickeln sich auch in Holzabfällen, hierzulande findet man sie vornehmlich in Komposthaufen. Ebenfalls an Holz und an anderen Substraten finden sich Buntkäfer (Cleridae). Aus der Familie der Moosschimmelkäfer (Lathridiidae oder Dasycaridae) bevorzugt vor allem Larthridius lardarius schimmelndes Holz, er ernährt sich von Schimmelpilzen. Für eine Reihe von Käfern stellt Totholz auch ein Winterquartier dar, etwa für viele Marienkäfer (Coccinellidae).

Auswahl von weiteren Insekten im Totholz

Staubläuse ernähren sich etwa von Pilzgewebe, Sporen, Flechten, Grünalgen und sind unter Rinden, an Baumstämmen und Totholz zu finden. Unter den Zweiflüglern (Diptera) sind es vor allem Vertreter der Dungmücken, Haarmücken und Gnitzen, deren Larvalentwicklung in modrigem Totholz stattfindet. Auch die Larven der Tummelfliegen leben im Totholz und ernähren sich von Baumpilzen. Holzfliegen jagen Larven und Würmer. Die Mauerbienen bauen ihre Nester auch in Ritzen im Totholz und verlassenen Fraßgängen anderer Insekten. Die Holzbiene legt Brutzellen in trockenem, sonnenexponiertem und leicht morschem Totholz an und überwintert im Totholz. Die Echten Wespen (Vespidae) benötigen Holz zum Nestbau und hängen ihre Bauwerke auch in trockene Hohlräume alter Bäume. Viele weitere Wildbienen, Hummeln, und Hornissen leben in abgestorbenen Holzstämmen, meist in aufrecht stehenden Baumstümpfen.

Reptilien, Vögel und Säugetiere im Totholz

Größeren Tieren bietet Totholz zum einen die Möglichkeit, ihre Bauten und Nester anzulegen, zum anderen sind sie Lebensraum der Nahrung von Vögeln und anderen Wirbeltieren. Von den Insektenlarven im Holz ernähren sich die Spechte und andere heimische Vögel. Spechte zimmern ihre Bruthöhlen in morsches Holz. Diese Baumhöhlen werden, wenn die Spechte sie verlassen haben, von vielen andere Tieren als Nistplatz genutzt, so zum Beispiel von den Eulenarten Rauhfußkauz, Sperlingskauz und Waldkauz sowie von Hohltaube oder Kleinsäugern wie Siebenschläfer und Eichhörnchen. Auch Baummarder nutzen die Höhlen. Verlassene Spechthöhlen dienen außerdem einer Reihe von Fledermausarten wie dem Großen Abendsegler, der Bechstein-Fledermaus, dem Braunen Langohr, der Fransenfledermaus und der Wasserfledermaus (in der Nähe von Gewässern, Altarme, Auwald) als Sommer- und Winterquartier. Verschiedene Amphibien und Reptilien suchen liegendes Totholz als Tagesversteck (Sonnenbad) oder zum Überwintern auf. Darunter fallen etwa die Erdkröte und die Waldeidechse, sowie die Europäische Sumpfschildkröte, die Totholz in Gewässernähe braucht. Blindschleichen und Kreuzottern suchen Baumhöhlen in Bodennähe zum Überwintern und als Nistplatz auf. Die Blindschleiche nutzt alte Baumstämme tagsüber zum Sonnenbad; die Kreuzotter versteckt sich in oder unter Totholz tagsüber bei großer Hitze.

Pilze im Totholz

Totholz wird über Jahre hinweg von Bakterien, Käfern und Baumpilzen wie dem Zunderschwamm, dem Hallimasch und vielen weiteren so genannten klignicolen Pilzen zersetzt (siehe Baumpilze). Der entstehende Humus ist Nährboden für unzählige Pflanzen. Totholz bildet also auch ein Keimbett für viele junge Bäume; seine Masse und Verteilung bestimmen in hohem Maße die nach dem natürlichen Zerfall neu entstehenden Bestands- und Waldstrukturen.

Mikroklimatische Besonderheiten von Totholz

Am Boden liegendes Totholz wirkt ausgleichend auf das Mikroklima. Einerseits führen die dunkle Oberfläche sowie die geringe Wärmeleitfähigkeit von Holz dazu, dass Totholz gegenüber der Umgebung zu bestimmten Zeiten eine erhöhte Temperatur aufweist. Andererseits kann Totholz seine unmittelbare Umgebung auch vor Überhitzung schützen, da es infolge des erhöhten Wassergehaltes Temperaturschwankungen auszugleichen vermag. Letzteres ist auch der Grund dafür, dass in der Nähe von liegendem Totholz der Boden weniger rasch austrocknet als an anderen Orten.

Totholz in limnischen und semiterrestrischen Ökosystemen

Nicht nur in Gehölzbiotopen und terrestrischen (Land-) Ökosystemen erfüllt Totholz eine wichtige Funktion, sondern auch in süßwasserbeeinflussten Ökosystemen (limnische Ökosysteme) und semiterrestrischen Ökosystemen wie Mooren und in Bruchwäldern.

Wirkung von Totholz in Fließgewässern

In naturbelassenen Gewässern Mitteleuropas würde durch den Bewuchs stets ein hoher Anteil von Totholz in unterschiedlichen Erscheinungsformen vorkommen und das Erscheinungsbild stark beeinflussen. In Altarmen von Fließgewässern, an Flüssen und Bächen wird die natürliche Fließgewässerdynamik durch Gehölze und durch Totholz maßgeblich mitgeprägt: Durch Uferfestlegung, Erosionsminderung, Schwemmgut und Akkumulation, durch Schaffung von Bereichen unterschiedlicher Strömungsgeschwindigkeit oder von Verlandungszonen. An Stämmen und kleinerem Treibgut staut sich das Wasser und senkt die Fließgeschwindigkeit, was zur Ablagerung von Sedimenten führt. Die abgelagerten Sedimente verringern ein Eingraben des Fließgewässers (siehe:Geschiebehunger); Totholz trägt auch zur Regulierung des Grundwasserstandes bei. Durch die aufstauende Wirkung kann es zu einer Veränderung des Stromstriches und zu einer seitlichen Verlagerung kommen, das Mäandrieren des Gewässers wird unterstützt. Es bilden sich aber auch Abschnitte mit höherer Strömungsgeschwindigkeit (Entstehung von Kolken), Steilufern und Abbruchkanten. Strukturvielfalt (Gewässerstrukturgüte) und Wasserqualität werden durch Sauerstoffanreicherung (Selbstreinigungskraft) verbessert.

Einfluss auf die Biozönose in Fließgewässern

SelbstreinigungskraftAn naturbelassenen Gewässern würde das Aufkommen von Totholz beträchtlich sein. Auch kleinste Strukturunterschiede, wie Stamm, Geäst, Krone; Quantität von Totholz und das Verhältnis von unter Wasser liegendem und über Wasser liegendem Totholz sind Qualitätsmerkmale. In Versuchen wurde die positive Entwicklung der Fisch-Populationen nachgewiesen. In fischökologischen Untersuchungen [http://www.hydra-institute.com/ifah/totholz.htm] stieg die Regenbogenforellen-Population bereits im ersten Jahr nach dem künstlichen Eintrag von Totholz an strukturarmen, kanalisierten Fließgewässern von 180 auf rund 500, im zweiten Jahr auf bis zu 1100 Individuen auf 150 m Gewässerabschnitt. Der größte Zuwachs wurde im Kronenbereich eingebrachter toter Bäume festgestellt, wo die Regenbogenforelle laichen konnte. Auch stromunter- wie stromoberseitig der angereicherten Gewässerabschnitte stieg die Zahl der Individuen. Die Artenvielfalt der Fischzönosen hat in diesem Fall durch andere Umweltschäden (Passierbarkeit, Gewässergüte) nicht zugenommen. Trotzdem kann angenommen werden, dass auch Fische anderer Größenordnungen sowie Krebse, Muscheln, sessile und viele andere Arten von Totholz in Fließgewässern profitieren. Im Wasser liegendes Totholz stellt an sich schon einen Lebensraum dar – so nutzen etwa 60 heimische Käferarten nur solches Totholz zur Eiablage, das schon einmal im Wasser lag. Vögel benutzen aus dem Wasser ragendes Holz als Ansitz. Die Brückenspinne (eine Kreuzspinnen-Art) hat sich auf den Netzbau an Totholz und anderen Gegenständen über Gewässern spezialisiert. In naturbelassenen Auen der Fließgewässer stellt Totholz das prägende Element dar. Besonders viel großvolumiges Totholz fällt in Auwäldern an. Bei ausbleibender Bewirtschaftung ist hier, vor allem durch die periodische Überflutung, die Zerfallsphase der Wälder verbreitet. Hartholz- und Weichholzauen sind häufig durch absterbende, einzelne sonnenexponierte Bäume gekennzeichnet; sie bieten zusammen mit liegendem Totholz einen sehr artenreichen Lebensraum. In Altarmen fördert Totholz durch Nährstoffeintrag die Verlandung und sorgt so für Stabilität und Fließgleichgewicht eines Stromes.

Wirkung von Totholz in Mooren und Bruchwäldern

Auch in Bruch- und Sumpfwäldern ist die Zerfallsphase durch das beschleunigte Absterben verbreitet. In semiterrestrischen Ökosystemen (Hoch- und Niedermoor) trägt Totholz entscheidend zur Herausbildung der typischen Standortfaktoren bei. In Altarmen und Mooren sorgen vornehmlich schwankende Grundwasserstände und Klimaeinflüsse auch auf natürliche Weise für das Entstehen von Totholz. In geringerem Maße ist Totholz auch an der Moorbildung beteiligt.

Rückgang, Gefährdung, Schutz

Insbesondere großvolumige Totholzbiotope sind selten geworden. In Deutschland sind sie nach den Landesnaturschutzgesetzen nur in Sachsen explizit geschützt („höhlenreiche Einzelbäume“ und „totholzreiche Altholzinseln“). In allen anderen Bundesländern fallen Totholzbiotope als Kleinstrukturen nicht unter besonders geschützte Biotope. Ein Schutzstatus ist in Deutschland nur indirekt abzuleiten (z.B. Streuobstwiese, Wallhecken, Hecken und Flurgehölze, Bruchwälder, Lebensräume bedrohter Arten nach FFH-Richtlinie) oder nach Einzelanordnung oder -ausweisung zu erreichen. Da die meisten Wälder Deutschlands bewirtschaftet werden, wird versucht, die Interessen von Naturschutz und Forstwirtschaft in Forstrahmenplänen oder Landschaftsplänen miteinander in Einklang zu bringen.

Natur als schönes Idyll

Landschaftsplänen Förstern, Wald- und Gartenbesitzern, die Totholz nicht entfernen, wird oft Unverständnis entgegengebracht. Es werden Vorwürfe laut, der Wald (der Garten, die Grünanlage) sei vernachlässigt und unordentlich. Das Bild des gepflegten, aufgeräumten Waldes stammt noch aus der Zeit, als das Holz als Brenn- und Baumaterial benötigt wurde, teilweise aus der Idee des Waldes als (aufgeräumte) „Natur“-Idylle, in die Begriffe wie Tod und Vergehen nicht passen. Das Liegenlassen von Ästen oder von umgestürzten Bäumen wird daher auch heute noch als Verschwendung von Rohstoffen aufgefasst oder als „ungepflegt“ angesehen. Dass die Räumung eines Windwurfes aber mehr Kosten verursacht als der Erlös des beschädigten oder unreifen Holzes einbringt, wird oft nicht bedacht. Übertriebene Ordnungsliebe, eine emotional wertende Einstellung zur „fremden“ Natur, die Vorstellung von einem so genannten „schönen“ Waldbild sorgen auch heute noch dafür, dass Gärten, Parks und ganze stadtnahe Wälder leergeräumt werden und vielen Lebewesen die Lebensgrundlage entzogen wird.

Forstwirtschaft

Der heute wichtigste Grund für die Seltenheit von großvolumigem Totholz, und damit Hauptursache für die Gefährdung der darauf angewiesenen Arten, ist die wirtschaftliche Nutzung faktisch der gesamten Waldfläche in Deutschland. Unabhängig von der Bewirtschaftungsform (Altersklassenwald, Plenterwald) werden die Bäume gefällt, lange bevor sie ihr biologisches Alter erreichen und damit den Alterstod sterben können. Damit fallen die für einen Urwald typischen Alters- und Zerfallsphasen komplett aus. Alters- und Zerfallsphase Durch die systematische Entfernung von absterbenden und toten Bäumen, der umgehenden Aufarbeitung von Wind- oder Schneebrüchen, zur Vermeidung von Gradationen so genannter Forstschädlinge und von Waldbränden, verschärft sich die Gefährdung. Die Aufforstung von Lichtungen vermindert die Sonneneinstrahlung und damit die Vielfalt der Standortfaktoren von Totholz. Mit zunehmendem Druck aus den Reihen des Naturschutzes und vor dem Hintergrund fallender Holzpreise (Importe aus Urwäldern, Regenwäldern und aus Ländern mit vorwiegend maschineller Ernte), wird der naturnahe Waldbau angestrebt. Größere Forstbetriebe überlassen den Wald in „Nullparzellen“ oder „Naturwaldzellen“ der natürlichen Entwicklung. Kleinstbetriebe hingegen überlassen die Waldflächen aus mangelndem ökonomischen Interesse nicht selten völlig den natürlichen Prozessen und weisen hohe Totholzanteile auf. Zum Erhalt aller in Deutschland natürlich vorkommenden Waldgesellschaften ist auf repräsentativen Flächen ein Bewirtschaftungsverzicht erforderlich. Dieser wird selbst innerhalb der bestehenden Nationalparke nur teilweise verwirklicht.

Baumpflege in öffentlichen und privaten Grünflächen

In öffentlichen Grünanlagen, vor allem an Straßen, und in privaten Gärten wird Totholz meist entfernt, weil es als „hässlich“ angesehen wird, oder die „Verkehrssicherungspflicht“ es vorschreibt. Gerichte erkennen durch herabfallende Äste Geschädigten meistens einen Schadensersatzanspruch gegen den Besitzer eines Baumes zu. Von der legalen Möglichkeit, sich von dieser Pflicht auf Erholungsflächen zu befreien (durch entsprechende Schilder: „Betreten/Befahren auf eigene Gefahr“), machen Gartenämter und Privatleute meist keinen Gebrauch, um mögliche Rechtsstreits zu vermeiden. Eine solche „formularmäßige Freizeichnung“ ist nicht möglich, wenn ein Baum oder Äste auf einen Verkehrsweg stürzen. Gerichte erkennen eine „formularmäßige Freizeichnung“ von der Haftung durch solche Schilder nicht an. Gefahrenbereiche können nur dadurch entschärft werden, indem die Gefährdung beseitigt wird oder der Bereich für den öffentlichen Verkehr wirksam gesperrt wird. § 58 BNatSchG beschränkt diese Haftungspflicht der Eigentümer gegenüber Erholungssuchenden „auf Wegen der offenen Flur und ungenutzten Grundstücken“: Die Erholungsnutzung geschieht hier auf eigene Gefahr. Ebenso zeichnet sich ab, dass Astausbrüche oder Baumsturz im Bestandswald als „waldtypische“ Gefahren anzusehen sind, für die der Verkehrsträger nicht haftet (ähnlich dem Fall „Steinschlag auf Hochgebirgspfaden“).

Totholz-Ersatzhabitate

Bewusst geschaffene Nisthilfen wie Lochziegel und Brutkästen, Holzscheite auf dem Balkon und im Garten können einigen Arten einen Ersatzlebensraum bieten. Eine Besiedelung im Sinne eines Ökosystems mit Säugetieren und Vögeln, oder gar mit spezialisierten Käfern, lässt sich damit nicht erreichen. Wirkungsvoller sind Maßnahmen in Wäldern, Grünanlagen und Gärten. Baumschnitt sollte nicht entfernt oder geschreddert werden. Aus ihm lassen sich im Garten totholzreiche Hecken, ähnlich der Benjeshecke, als Sichtschutz und Gestaltungselement herstellen. Abgesägte Stämme können angelehnt oder eingegraben das wichtige stehende Totholz darstellen.

Literatur


- Zahradnik, Jiri: Käfer Mittel- und Westeuropas. Paul Parey, Berlin, 1985. ISBN 3-490-27118-1
- Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie – Radebeul: Besonders geschützte Biotope in Sachsen. Dresden, 1995.

Weblinks


- [http://www.sihlwald.unizh.ch/works/publicat/kschiegg/totholz/ChZeit.html Umfangreicher Artikel zum Thema Totholz von der Biologin Karin Schiegg ]
- [http://www.natur-gladbeck.de/Totholz_ist_Leben/totholz_ist_leben.htm NABU Gladbeck zum Thema Totholz.]
- [http://www.wsl.ch/forest/wus/entomo/DeadWood/introwood-de.ehtml Totholz lebt! – Informationen zu Insekten, Pilzen und anderen Lebewesen, die auf Totholz in dessen verschiedenen Abbauphasen angewiesen sind.]
- [http://www.hydra-institute.com/ifah/totholz.htm Großversuch Totholz]
- [http://www.totholz.de/ Totholz]
- [http://www.wald-online-bw.de/4erlebnis/3angebotewalderlebnis/lehrpfade/lotharpfad.htm Lehrpfad mit viel Totholz: Der Lotharpfad im Schwarzwald]
- [http://www.dbu.de/stipendien/stipendiat06000/722.html Einfluss von Totholz auf die Morphologie großer Fließgewässer und dessen Einsatzmöglichkeiten bei Renaturierungsvorhaben]
- [http://www.dbu.de/pro/projekt65.html Renaturierung von Fließgewässern mit Totholz] Kategorie:Biotop Kategorie:Forstwirtschaft

Kategorie:Baum

Baumarten Siehe auch: Wikipedia:Leitlinien Biologie Kategorie:Lebewesen - sonstige Kategorien ja:Category:木

Algimia de Alfara

Algimia de la Baronia és un municipi del País Valencià que es troba a la comarca del Camp de Morvedre.

Enllaços externs


- [http://www.valencia.edu/~fjglez/pais/inici.htm País Valencià, poble a poble, comarca a comarca], de Paco González Ramírez, d'on se n'ha tret informació amb el seu consentiment.
- [http://diariparlem.com/modules.php?name=Content&pa=showpage&pid=5 Secció "Poble a poble" del Diari Parlem], d'on s'ha extret informació amb consentiment de l'autor.
- [http://www.ive.es/pegv/start.jsp Institut Valencià d'Estadística].
- [http://www.just.gva.es/civis/va/index_menu.htm Portal de la Direcció General d'Administració Local de la Generalitat]. Categoria:Camp de Morvedre

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