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Wintersonnenwende

Wintersonnenwende

Die Wintersonnenwende ist die Umkehr der Deklinationbewegung der Sonne am 21. Dezember. Sie markiert den Winteranfang. Dies ist auf der nördlichen Erdhalbkugel der Tag im Jahr mit der kürzesten Helligkeits- und der längsten Dunkelheitsperiode. Winter Da ab diesem Zeitpunkt die Tage wieder länger werden, war die Wintersonnenwende in vielen antiken und frühmittelalterlichen Kulturen ein wichtiges Fest, das allerdings oft auch ein paar Tage vor bzw. nach dem Datum der tatsächlichen Sonnenwende gefeiert wurde. Die Germanen feierten zur Wintersonnenwende das Julfest. Bei den Römern war der 25. Dezember einer der höchsten Feiertage zu Ehren des Gottes der unbesiegten Sonne Sol invictus. Auch das Weihnachtsfest liegt zeitlich kurz nach der Wintersonnenwende. Siehe auch: Solstitium/Sonnenwende, Sommersonnenwende, Thomastag Kategorie:Astronomische Größe der Zeit ja:冬至 ko:동지 th:เหมายัน

Deklination (Astronomie)

Die Deklination wird in der Astronomie als eine Koordinate bei der Positionsangabe von Himmelsobjekten verwendet. Sie entspricht der Projektion der Breitenkreise der Erde auf eine (imaginäre) Himmelskugel. Die Deklination gibt somit den Winkelabstand eines Objektes vom Himmelsäquator an. Werte nördlich des Äquators sind positiv, Werte südlich davon negativ. Als Symbol wird in der Astronomie der Buchstabe δ benutzt. Die Deklination hängt eng mit der astronomischen Höhe zusammen, ist jedoch unabhängig von Beobachtungsort und -zeitpunkt. Am Nordpol ist die Deklination mit der maximalen Höhe identisch. Darstellung der Deklination auf einer Kugeloberfäche Siehe auch: Rektaszension, Sommersonnenwende, Wintersonnenwende Kategorie:Astronomisches Koordinatensystem ja:赤緯 th:เดคลิเนชัน

21. Dezember

Der 21. Dezember ist der 355. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 356. in Schaltjahren) - somit bleiben 10 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 69 - Vespasian zieht in Rom ein und wird vom Senat als neuer Römischer Kaiser anerkannt.
- 1140 – König Konrad III. erobert die Burg Weinsberg nach langer Belagerung. Die Frauen tragen ihre Männer aus der Burg und retten ihnen so das Leben. Die Frauen werden als Treue Weiber von Weinsberg, die Burg als Weibertreu bekannt.
- 1705 Vertreter der vier Stände Adel, Klerus, Bürger und Bauern versammeln sich zum „ Braunauer Parlament“ im Stadtquartier des Freiherrn von Paumgarten im Gasthof Breuninger in Braunau am Inn.
- 1913 - Das erste Kreuzworträtsel der Welt erscheint in der Wochenendbeilage der Zeitung New York World.
- 1945 - Irak und Ecuador werden Mitglieder bei den Vereinten Nationen
- 1972 - Unterzeichnung des Grundlagenvertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR
- 1973 - Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Ungarn und Bulgarien
- 1991 - Der GUS treten folgende Staaten bei: Aserbaidschan, Armenien, Kasachstan, Kirgisistan, Moldawien, Tadschikistan, Turkmenistan, und Usbekistan.
- 1995 - Kulturabkommen zwischen Deutschland und Armenien
- 1996 - Bulgarien. Rücktritt des Ministerpräsidenten Shan Videnov
- 1999 - Frau Chandrika Bandaranaike Kumaratunga wird als Staatsoberhaupt in Sri Lanka in ihrem Amt bestätigt.

Kultur


- 1652 - Uraufführung des Dramas Veremonda, l'amazzone di Aragona von Francesco Cavalli im Palazzo Reale in Neapel.
- 1836 - Uraufführung der Oper L'Ambassadrice (Die Botschafterin) von Daniel-François-Esprit Auber an der Opéra-Comique in Paris.
- 1854 - Uraufführung der komischen Oper Der Advokat von Ferdinand Hiller in Köln.
- 1935 - Uraufführung der Operette Dschainah, das Mädchen aus dem Tanzhaus von Paul Abraham in Wien.

Wissenschaft, Technik


- 1872 - Die Challenger-Expedition läuft zur Erforschung der Tiefsee aus.
- 1898 - Entdeckung des Radiums durch Marie and Pierre Curie.
- 1968 - Start von Apollo 8.

Religion


- 402 - Papst Innozenz I., tritt sein Amt als Nachfolger seines Vaters Anastasius I. an.

Katastrophen


- 1988 - Nach einer Bombenexplosion an Bord des Fluges Pan Am 103 stürzt eine Boeing 747 über Lockerbie in Schottland ab, wobei alle 259 Menschen an Bord sowie 11 Einwohner von Lockerbie ums Leben kommen. Am 16. August 2003 übernimmt Libyen schließlich doch die Verantwortung für diesen Terroranschlag und kündigt die Zahlung von 2,7 Milliarden Dollar an die Hinterbliebenen (und deren Anwälte) an.
- 1992 - Faro, Portugal. Eine in Amsterdam, Niederlande gestartete McDonnell Douglas DC-10 der Martinair verunglückt während der Landung im Unwetter. 56 Menschen sterben, 284 überleben.
- 1999 - Guatemala-Stadt, Guatemala. Eine McDonnell Douglas DC-10 der Cubana de Aviacon schießt über die Start- und Landebahn hinaus und stürzt in bewohntes Gebiet, wobei 26 Menschen sterben.

Sport


- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1891 - James Naismith präsentiert die von ihm entwickelte neue Sportart Basketball.

Geboren


- 1118 - Thomas Becket, englischer Kanzler und Erzbischof von Canterbury
- 1336 - Balthasar von Thüringen, Markgraf von Meißen, Landgraf von Thüringen
- 1401 - Masaccio, italienischer Maler der Frührenaissance
- 1537 - Johann III. (Schweden), König von Schweden von 1568 bis 1592
- 1540 - Thomas Schweicker, armloser Kunstschreiber
- 1672 - Benjamin Schmolck, Kirchenliederdichter
- 1696 - Johann Thomas von Quentel, Priester und Domherr in Köln
- 1728 - Hermann Friedrich Raupach, deutscher Komponist
- 1734 - Manuel do Nascimento, portugiesischer Lyriker und Ordensmann
- 1748 - Ludwig Christoph Heinrich Hölty, volkstümlicher Dichter im Umfeld des Göttinger Hainbunds
- 1751 - Konrad Wilhelm Ledderhose, deutscher Jurist
- 1764 - John Parker Boyd, US-amerikanischer Söldner und General
- 1767 - Christian Jakob Salice-Contessa, schlesischer Kommunalpolitiker und romantischer Schriftsteller
- 1773 - Robert Brown, schottischer Botaniker
- 1783 - Charles Murray Cathcart, 2. Earl Cathcart, britischer General
- 1795 - Leopold von Ranke, deutscher Historiker
- 1799 - David Don, ein britischer Botaniker
- 1804 - Benjamin Disraeli, Romanschriftsteller, britischer Premierminister
- 1810 - Johann Christian Konrad von Hofmann, deutscher protestantischer Theologe
- 1813 - Philipp Galen, deutscher Schriftsteller und Arzt
- 1815 - Christian Friedrich Budenberg, Unternehmer
- 1815 - Thomas Couture, französischer Maler
- 1823 - Jean-Henri Fabre, französischer Insektenkunde|Entomologe und Autor
- 1824 - Jenny Bürde-Ney, deutsche Sängerin
- 1833 - Walther Franz Georg Bronsart von Schellendorff, preußischer General und Kriegsminister
- 1834 - Adolf von Sonnenthal, österreichisch-ungarischer Schauspieler
- 1838 - Wilhelm Maurenbrecher, Reformationshistorikern des 19. Jahrhunderts
- 1850 - Francesco Ragonesi, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1850 - Zdeněk Fibich, tschechischer Komponist
- 1853 - Isolde Kurz, deutsche Schriftstellerin
- 1861 - Karl August Lingner, deutscher Unternehmer und Philantrop
- 1865 - Georg Deycke, deutscher Arzt
- 1866 - Maud Gonne, irische Revolutionärin
- 1866 - Rudolf von Tavel, Schweizer Journalist und Buchautor
- 1873 - Blagoje Bersa, kroatischer Komponist
- 1874 - Tadeusz Boy-Żeleński, polnischer Dichter und literarischer Übersetzer
- 1875 - Thomas Schneider (Autofahrer), Automobolist
- 1876 - Karl Mensing, Jurist
- 1878 - Jan Łukasiewicz, polnischer Philosoph, Mathematiker und Logiker
- 1879 - Josef Stalin, Diktator der Sowjetunion
- 1884 - Camillo Ugi, deutscher Fußballspieler
- 1885 - Hermann Heimerich, Politiker
- 1886 - Fritz Baumgarten (Fußballspieler), deutscher Fußballspieler
- 1886 - Hermann Kees, deutscher Ägyptologe
- 1889 - Sewall Wright, US-amerikanischer Biologe, Genetiker
- 1890 - Hermann Joseph Muller, US-amerikanischer Biologe und Genetiker, Nobelpreisträger
- 1890 - Nikolai Iljitsch Aladow weißrussischer Komponist
- 1891 - Philipp Etter, schweizerischer Politiker
- 1893 - Anton Dietzenschmidt, deutscher Dramatiker
- 1895 - Hermann Stopperich, deutscher Politiker
- 1896 - Konstantin Konstantinowitsch Rokossowski, sowjetischer und polnischer Marschall
- 1900 - Immanuel Baumann, Bessarabiendeutscher Geistlicher
- 1900 - Marinus van der Goes van Naters, niederländischer Politiker
- 1900 - Oda Schaefer, deutsche Schriftstellerin
- 1902 - Ewald Sprave, deutscher Politiker
- 1902 - Peetie Wheatstraw, US-amerikanischer Blues-Musiker
- 1902 - Ulrich Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld, deutscher Offizier und Widerstandskämpfer
- 1905 - Bernhard Ahrens, deutscher Politiker
- 1909 - Erich Arp, ehemaliger deutscher Politiker
- 1909 - George Ball, US-amerikanischer Jurist, Politiker und Diplomat
- 1909 - Hermann Heemsoth, deutscher Fernschachgrossmeister
- 1909 - Pi Scheffer, niederländischer Komponist und Dirigent
- 1911 - Paul Burkhard, Schweizer Komponist
- 1912 - Walter Henn, deutscher Architekt Bauingenieurund Hochschullehrer
- 1912 - Walter Krause, Politiker
- 1913 - Heinz Conrads, österreichischer Schauspieler
- 1917 - Heinrich Böll, deutscher Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger
- 1918 - Kurt Waldheim, österreichischer Bundespräsident
- 1919 - Ivan Blatný, tschechischer Dichter und Schriftsteller
- 1919 - Ove Sprogøe, dänischer Schauspieler, (Olsenbande / Egon Olsen)
- 1921 - Heinrich Adameck, Politiker der DDR
- 1921 - Paul Falk, Eiskunstläufer
- 1926 - Herbert Ehrenberg, deutscher Politiker
- 1930 - Kalevi Sorsa, finnischer Staatsmann und ehemaliger Premierminister
- 1930 - Wolfgang Pietzsch, deutscher Schach-Großmeister
- 1931 - Redha Malek, algerischer Politiker und Premierminister
- 1932 - Hinrich Lehmann-Grube, Von 1990 bis 1998 Oberbürgermeister der Stadt Leipzig
- 1933 - Freddie Hart, US-amerikanischer Musiker
- 1935 - John G. Avildsen, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1937 - David Levy, israelischer Politiker
- 1937 - Jane Fonda, US-amerikanische Filmschauspielerin
- 1938 - Felix Huby, deutscher Drehbuchautor
- 1940 - Frank Zappa, US-amerikanischer Komponist, Musiker und Kultfigur der Underground-Musik
- 1941 - Klaus-Jürgen Hedrich, deutscher Politiker und MdB
- 1942 - Carla Thomas, US-amerikanische Soul-Sängerin
- 1942 - Hu Jintao, Staatspräsident der Volksrepublik China
- 1942 - Manfred Such, deutscher Politiker
- 1942 - Peter Propping, deutscher Humangenetiker
- 1942 - Reinhard Mey, deutscher Liedermacher
- 1942 - Uwe Dick, Schriftsteller
- 1943 - Albert Lee, britischer Musiker und Sänger
- 1943 - Jack Nance, US-amerikanischer Schauspieler
- 1943 - Petra Pascal, deutsche Sängerin
- 1944 - Werner Busch, deutscher Kunsthistoriker
- 1946 - Carl Wilson, US-amerikanischer Musiker, Sänger und Songschreiber
- 1946 - Gwen McCrae, US-amerikanische Sängerin
- 1946 - Kevin Peek, australischer Musiker
- 1947 - Paco de Lucía, spanischer Gitarrist und Großmeister der Flamenco-Gitarre
- 1948 - Martin Belmont, britischer Musiker
- 1948 - Samuel L. Jackson, US-amerikanischer Schauspieler
- 1948 - Willi Resetarits, österreichischer Kabarettist und Menschenrechtsakivist
- 1949 - Gottfried Böttger, deutscher Pianist
- 1949 - Thomas Sankara, charismatischer, linksgerichteter Politiker in Burkina Faso
- 1950 - Jeffrey Katzenberg, US-amerikanischer Filmproduzent
- 1950 - Thomas Hürlimann, Schweizer Schriftsteller
- 1953 - András Schiff, ungarischer Pianist
- 1953 - Betty Wright, US-amerikanische Soul-Sängerin
- 1954 - Chris Evert, ehemalige US-amerikanische Tennisspielerin
- 1955 - Jane Kaczmarek, US-amerikanische Schauspielerin
- 1955 - Ute Christensen, deutsche Schauspielerin
- 1956 - Lee Roy Parnell, US-amerikanischer Country-Sänger und Songwriter
- 1957 - Alan Johnson, australischer Musiker
- 1957 - Tony Lewis, britischer Musiker und Sänger
- 1958 - Jürgen Domian, deutscher Moderator
- 1958 - Tamara Bykowa, russische Leichtathletin und Olympiamedaillengewinnerin
- 1959 - Florence Griffith Joyner, US-amerikanische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 1961 - Markus Anton Huber, Künstler
- 1963 - Patricia Lips, deutsche Politikerin
- 1965 - Anke Engelke, deutsche Komikerin und Schauspielerin
- 1965 - Cem Özdemir, deutscher Politiker
- 1966 - Kiefer Sutherland, kanadischer Schauspieler
- 1967 - Micheil Saakaschwili, georgischer Staatspräsident
- 1967 - Nicola Cowper, britische Schauspielerin
- 1969 - Julie Delpy, französische Schauspielerin
- 1970 - Stefan Lövgren, schwedischer Handballspieler
- 1971 - Harri Ylönen, deutscher Fußballspieler
- 1977 - Klodian Duro, Fußballspieler
- 1984 - Myvanwy Ella Penny, deutsch-britische Nachwuchs-Violinistin

Gestorben

Myvanwy Ella Penny
- 882 - Hinkmar von Reims, Kirchenfürst des Frankenreiches
- 1375 - Giovanni Boccaccio, italienischer Schriftsteller
- 1549 - Margarete von Angoulême, Königin von Navarra, Dichterin und Diplomatin
- 1597 - Petrus Canisius, deutscher Theologe und Kirchenlehrer, Gegenreformator
- 1777 - Anton Cajetan Adlgasser, deutscher Komponist
- 1824 - James Parkinson, britischer Mediziner
- 1839 - Andreas Dung-Lac, vietnamesischer katholischer Priester und Märtyrer
- 1871 - Louise Aston, deutsche Frauenrechtlerin und Schriftstellerin
- 1885 - Eduard Hölzel, österreichischer Verleger
- 1919 - Louis Diémer, französischer Pianist und Komponist
- 1922 - Emil Doepler, deutscher Maler
- 1935 - Kurt Tucholsky, deutscher Schriftsteller
- 1940 - F. Scott Fitzgerald, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1945 - George S. Patton, amerikanischer Vier-Sterne-General im Zweiten Weltkrieg
- 1950 - Konrad Graf von Preysing, Bischof von Eichstätt und Berlin
- 1958 - Lion Feuchtwanger, deutscher Schriftsteller (Jud Süß)
- 1966 - Walter Fisch, deutscher Politiker
- 1968 - Vittorio Pozzo, italienischer Fußballtrainer
- 1975 - Jean Bertin, französischer Ingenieur und Aeronautiker
- 1979 - Michl Lang, deutscher Schauspieler
- 1982 - John Hargrave, britischer Zeichner, Autor und Politiker
- 1983 - Paul de Man, belgischer Literaturtheoretiker
- 1988 - Nikolaas Tinbergen, britischer Zoologe und Nobelpreisträger
- 1990 - Anne-Marie Barat, französische Organistin
- 1992 - Albert King, US-amerikanischer Musiker
- 1994 - Dean Rusk, US-amerikanischer Politiker
- 1996 - Christine Brückner, deutsche Schriftstellerin
- 2002 - José Hierro, spanischer Lyriker
- 2003 - Alfonso Prinz zu Hohenlohe, deutscher Adliger
- 2004 - Lennart Bernadotte, schwedischer Adliger

Feier- und Gedenktage


- Kirchliche Gedenktage:
  - Hl. Thomas, Apostel (evangelisch, anglikanisch)
siehe auch Thomastag
  - Hl. Petrus Canisius, Kirchenlehrer (katholisch)
Im deutschen Sprachgebiet ist der Gedenktag verlegt auf den 27. April

Siehe auch


- 20. Dezember - 22. Dezember
- 21. November - 21. Januar
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 1221 ja:12月21日 ko:12월 21일 simple:December 21 th:21 ธันวาคม

Winter

Der Winter (v. althochdeusch: wintar = feucht; eigentl.: feuchte Jahreszeit) ist eine der vier Jahreszeiten der gemäßigten Zone der Erde. Je nachdem ob der er auf der Südhalbkugel oder der Nordhalbkugel herrscht, unterscheidet man zwischen Nordwinter und Südwinter. Aufgrund des wandernen Zenitstandes der Sonne zwischen südlichem und nördlichem Wendekreis, wiederholt sich der Winter in jeder Hemisphäre mit einem jährlichen Turnus. Es ist daher auch möglich aus einem Südwinter einen Nordsommer zu folgern und umgekehrt. Astronomisch beginnt er mit der Wintersonnenwende - der Zeitpunkt, zu dem die Sonne senkrecht über dem südlichen Wendekreis steht und die Tage am kürzesten sind:
- auf der Nordhemisphäre am 21. oder 22. Dezember bzw.
- auf der Südhemisphäre am 21. Juni. Danach werden die Tage wieder länger und die Nächte kürzer, und der Winter
- endet mit der Frühlings-Tagundnachtgleiche am 20. März oder in der Nacht zum 21. März auf der Nordhalbkugel,
- bzw. am 22. oder 23. September für die Südhalbkugel. Da die Umlaufbahn der Erde um die Sonne um 1,7 % von einer idealen Kreisbahn abweicht, sind die vier Jahreszeiten nicht ganz gleich lang. Außerdem sind die Nordwinter wegen der Sonnennähe (Perihel am 3. Januar) etwas kürzer und milder als die Südwinter. Phänologisch kann der Winterbeginn vom astronomischen erheblich abweichen und wird neben der Land-Meer-Verteilung (maritimes vs. kontinentales Klima) oft durch den Beginn einer dauerhaften Schneedecke markiert. Die Zu- oder Abnahme von Gletschern hängt aber weniger von der winterlichen Schneelage als vom ersten Neuschnee im Herbst ab, der die Ablation hemmt. In den Alpen ist Maria Lichtmess ein statistischer „Lostag“ für das Wetter des Spätwinters. Bekannt ist der Spruch „Wenn's zu Lichtmess stürmt und schneit, ist das Frühjahr nimmer weit.“ In Salzburg trifft auch oft (zum Beispiel 2004) das Gegenteil zu: „Sonnt der Dachs sich in der Lichtmesswoch', bleibt er noch 4 Wochen in sei'm Loch!“ Genähert teilt man dem Winter die Monate Dezember, Januar und Februar zu bzw. in der Südhemisphäre den Juni, Juli und August. An den geografischen Polen herrscht ein halbes Jahr die „Polarnacht“; nahe den Polarkreisen dauert sie einige Tage bis Wochen. Wie im Sommer gibt es auch im Winter alte Bräuche, die teilweise überlebt haben: zum Beispiel die Sonnenwende als Weihnachten, Karneval/Fastnacht/Fasching, Maskenball und Perchtenlauf. Der Begriff Winter wird aber auch in Bezeichnungen verwendet, die über ein halbes Jahr dauern, wie z.B. Winterhalbjahr, Winterfahrplan, Wintertarif, Winterschlaf (bei Tieren), Winterzeit o.a. Winterzeit

Siehe auch


- Olympische Winterspiele

Weblinks

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Germane

Als Germanen werden eine Anzahl von Völkern mit ähnlicher Sprache, Kultur, Abstammung und Lebensgewohnheiten bezeichnet, die seit dem 2. Jahrtausend vor Christus bis bald nach der Zeitenwende in Nord- und Mitteleuropa lebten. Die germanischen Völker selbst bezeichneten sich zunächst nicht als Germanen und hatten wahrscheinlich im dünn besiedelten Mitteleuropa während der längsten Zeit ihrer Geschichte auch kein nationales Zusammengehörigkeitsgefühl. Von den Römern wurden sie oft als große Menschen mit blondem oder rotem Haar bezeichnet.

Ursprünge

Mitteleuropa Die historischen Überlieferungen über die Germanen beginnen mit den Berichten antiker Schriftsteller im 2. und 1. Jahrhundert vor Christus.

Schrift und Sprache

:Hauptartikel: Germanische Sprachen Erste eigene schriftliche Überlieferungen der Germanen setzen um 200 nach Christus mit den ältesten urnordischen Runeninschriften ein. Für die Zeit davor geben nur Archäologie und die vergleichende Sprachwissenschaft, Auskunft über die germanischen Völker. Die Sprachwissenschaft konnte durch sorgfältigen Vergleich der germanischen Einzelsprachen untereinander (vor allem Gotisch, Althochdeutsch, Altenglisch und Altnordisch) und deren Vergleich mit anderen indoeuropäischen Sprachen die germanische Sprache (auch "Protogermanisch" oder "Gemeingermanisch") weitgehend rekonstruieren. Zu den wichtigsten Ergebnissen dieses doppelten Vergleichs gehört:
- In früheren Ansätzen der Sprachforschung wurde zwischen westlich-indoeuropäischen Kentum-Sprachen und östlich-indoeuropäischen Satem-Sprachen unterschieden. Im Rahmen dieser Unterscheidung wurde das Germanische mit dem Keltischen und dem Italischen zur Gruppe der Kentum-Sprachen geschlagen. Doch erwies sich der Ansatz einer älteren Sprachgemeinschaft (also einer gemeinsamen "Alteuropäischen Sprache") als nicht haltbar.
- Inzwischen werden Verzweigungsmodelle verwendet, die auch Einflüsse berücksichtigen, die sich durch räumliche Nähe und folgendem Kontakt von Sprechern minder verwandter Sprachen ergeben. Hierbei bildet das Protogermanische mit den Vorläufern der baltischen und slawischen Sprachen eine Dialektgruppe innerhalb der indoeuropäischen Sprachen.
- Das Protogermanische löst sich dann aus dieser Gruppe, wobei sich vermutlich starke Einflüsse einer uralischen Sprache - unter anderem gerundete Vokale (ä, ö, ü) - abzeichnen. Zudem weist das Protogermanische eine auffallend eigenwillige Verwendung (Slang) von Worten indoeuropäischen Ursprungs auf (Beispiel: sehen = [mit den Augen] folgen, vgl. Lateinisch sequi).
- Der protogermanische Wortschatz enthält viele Lehnworte nicht-indoeuropäischen Ursprungs, obwohl Schätzungen dieses Anteils von ehemals ein Drittel nach unten korrigiert wurden. Häufungen von Lehnworten gibt es besonders in den Bereichen sozialer Organisation sowie Navigation und Schifffahrt. Dies kann eine Entstehung als Substrat oder Einwanderersprache nahelegen.
- Nach der Herausbildung der protogermanischen Sprache bestanden Beziehungen insbesondere mit den keltischen Sprachen, was Lehnworte belegen. Auch das Finnische hat bereits früh mehrere germanische Worte entlehnt und in nahezu unveränderter Form bis heute bewahrt, so die Worte kuningas (König) - Germanisch: kuningaz - und rengas (Ring) - Germanisch: hrengaz; in beiden Worten steht z für stimmhaftes s.

Begriffsbildung

Finnische Die Verwendung des Begriffs "Germanen" ist erstmals vom griechischen Geschichtsschreiber Poseidonios um das Jahr 80 v. Chr. überliefert. Bedeutung und Herkunft des Wortes "Germane(n)" sind immer noch umstritten. Es bieten sich folgende Interpretationen an:
- Es handelt sich ursprünglich um den Namen eines einzelnen, nicht näher bekannten Stammes. So könnte der Name eines kleinen Volksstammes letztlich auf eine ganze Völkerfamilie übertragen worden sein.
- Historisch gesichert ist, dass Gaius Julius Caesar in seinem Buch De bello gallico („Der Gallische Krieg“, 51 v. Chr.) den Namen dokumentarisch festgeschrieben und damit auch weiter verbreitet hat. Damit wurde der Begriff auf alle rechtsrheinischen Völker angewendet. Bis dahin wurden die in Mitteleuropa ansässigen Völker durch die Griechen in Kelten (Westeuropa), und Skythen (Osteuropa) eingeteilt. Erst mit Caesar erkannten auch die Römer, dass es sich bei den Germanen nicht um einen Teil der Kelten handelte, sondern um eine eigene Völkerfamilie.
- Die Etymologie ger-mann - zu ger "Wurfspieß, Speer" - ist weit verbreitet, aber nicht haltbar.
- Eine mögliche gemeingermanische Wortbedeutung von "Ger" ist bisher weder überliefert noch erschlossen. Somit wäre unwahrscheinlich, dass der Begriff aus einer (germanischen) Selbstbezeichnung abgeleitet wurde. Der römischen Historiker Tacitus schreibt dagegen in seinem Buch De origine et situ Germanorum („Über den Ursprung und den Lebensraum der Germanen“, Jahr ca. 98; 2. Kapitel), dass der Name „Germanen“ noch relativ neu sei. Man habe den Namen zunächst für die Tungrer benutzt und anschließend auf alle germanischen Stämme übertragen; Tacitus zufolge seien alle rechtsrheinischen Stämme zuerst von den Galliern als Germanen im umfassenden Sinn bezeichnet worden, was auf eine keltische Herkunft des Wortes hindeutet. Diesen Namen hätten die Volksstämme später auch für sich selber verwendet. In seinem Buch findet sich auch die einzige detaillierte Beschreibung des Germaniens jener Zeit, wo die einzelnen Stämme und Völker zwischen Rhein und Weichsel sowie Donau und Nord- bzw. Ostsee aufgeführt sind. Gallier Neueste Theorien vermuten aufgrund der Namensgebung von Flüssen und Ortschaften, dass der Entstehungsort der germanischen Kultur im Raum nördlich der deutschen Mittelgebirge gelegen haben könnte. Die Mehrheit der Wissenschaftler teilt diese Theorie jedoch nicht. Von Germanen kann im archäologischen Sinne erst zu der Zeit ganz sicher gesprochen werden, in denen sie in den schriftlichen Quellen erscheinen. Ein "Rückrechnen" und die Suche nach sogenannten "Ur-Germanen" der Stein- und Bronzezeit war in der archäologischen Forschung früher lange Zeit üblich. Diese mit dem Namen von Gustaf Kossinna verbundene Methode wurde nach dem Zweiten Weltkrieg völlig verworfen.

Germanische Lautverschiebung

Gustaf Kossinna Jahrzehntelang wurde angenommen, die gemeinsame germanische Sprache (Urgermanisch, Protogermanisch), aus der später die einzelnen germanischen Sprachen entstanden, habe sich um 500 v. Chr. durch die germanische Lautverschiebung aus einem west-indogermanischen Dialekt gebildet. In dieser Lautverschiebung wandelte sich beispielsweise anlautendes k über ch (wie im Wort ach) zu h, ebenso p zu f und t zu th (gesprochen wie im Englischen). Ein anderes Merkmal, das alle germanischen Sprachen verbindet und sie von den italischen und keltischen Sprachen unterscheidet, ist die Veränderung des häufigen Kurzvokals o zu a und des Langvokals ā zu ō. Diese Veränderungen können nur stattgefunden haben, solange alle späteren Einzelstämme der Germanen noch in engem Austausch standen. In der neueren und neuesten Forschung wird diese Lautverschiebung jedoch deutlich später angesetzt, nämlich im ersten Jahrhundert vor Christus. Hauptbeleg dafür ist der Stammesname der Kimbern, die im späten 2. Jahrhundert zusammen mit den Teutonen das Römische Reich von Norden her bedrohten (siehe unten). Beide Völker stammen aus dem Gebiet des heutigen Dänemark. Da der Name Kimbern in lateinischen Texten durchgehend cimbri geschrieben wird, nie chimbri oder gar himbri, während in späteren lateinischen Texten sonst ebenso konsequent beispielsweise chatti (Chatten, daraus Hessen), chauci, cherusci usw. geschrieben wird, wird heute mehrheitlich angenommen, dass die germanische ("erste") Lautverschiebung im späten 2. Jahrhundert vor Christus noch nicht stattgefunden hat, zumindest aber noch nicht abgeschlossen war. Dieser Befund wird durch einige früh überlieferte Ortsnamen gestützt. Diese Einschätzung hat für die Historische Linguistik recht weitreichende Folgen, etwa für die Datierung des Vernerschen Gesetzes. Die bislang in der Literatur als "Germanisch" bzw. "Gemeingermanisch" bezeichnete Sprache (mit bereits durchgeführter erster Lautverschiebung) bezeichnet demnach nur den - in zügigem Umbruch befindlichen - Sprachzustand kurz vor dem Ende der germanischen Spracheinheit um bzw. kurz vor der Zeitenwende. In den Jahrhunderten davor wurde von den früheren Germanen dagegen ein dem Indoeuropäischen weit ähnlicheres Idiom gesprochen, das nicht überliefert ist, aber in seinen Grundzügen ebenfalls erschlossen werden kann.

Geschichte

Älteste historische Berichte über die Germanen stammen von Begegnungen mit den Griechen und dem Römischen Reich. Bereits der griechische Reisende Pytheas aus Marseille berichtete um 330 v. Chr. über die Länder um die Nordsee und die dort lebenden Völker. Die ostgermanischen Bastarnen drangen ab ca. 200 v. Chr. nach Südosten in das heutige Ostrumänien vor und wurden ab 179 v. Chr. in Kämpfe der Makedonen und anderer Völker auf dem Balkan verwickelt.

Der Marsch der Kimbern, Teutonen und Ambronen

Um 120 v. Chr. brachen Kimbern, Teutonen und Ambronen in Richtung Süden auf. Die Ursache ist nicht eindeutig geklärt: Die historischen Quellen berichten von einer Sturmflut in Jütland, aufgrund derer die Einwohner ihre Heimat verließen. Allerdings vermutet man heute, dass vielmehr Hungersnöte aufgrund klimatischer Veränderungen dafür verantwortlich waren. Um 113 v. Chr. trafen die Germanenstämme auf die Römer. Bei der folgenden Schlacht (auch als Schlacht von Noreia bezeichnet) entgingen die Römer der völligen Vernichtung ihrer Truppen nur durch ein plötzlich einsetzendes Gewitter, welches die Germanen als ein warnendes Omen (Grollen) ihres Wettergottes Donar interpretierten. Um 109 v. Chr., 107 v. Chr. und 105 v. Chr. kam es noch weitere Male zu Kämpfen zwischen den Römern und den Germanen, bei denen die Römer jedes Mal eine Niederlage erlitten. Erst nachdem sich die germanischen Stämme in zwei Gruppen aufgeteilt hatten, gelang es den Römern 102 v. Chr., die Teutonen und Ambronen zu besiegen, 101 v. Chr. die Kimbern. Ausführlicher Beschreibung siehe auch Artikel Kimbern Kimbern

Ariovist und Caesar

Der Durchbruch der Kimbern und Teutonen durch das damals noch keltische Mittelgebirge führte zur Erschütterung der keltischen Macht in Mittel- und Süddeutschland, so dass später auch andere Germanen, insbesondere Suebische Stämme, in Hessen und das Maingebiet eindringen konnten. Unter ihrem Führer Ariovist drangen sie u.a. in Gallien ein, wurden jedoch durch Gaius Julius Caesar 58 v. Chr. geschlagen und hinter den Rhein zurückgeworfen. Im 1. vorchristlichen Jahrhundert machte die römische Eroberung Galliens durch Caesar die Germanen zu direkten Nachbarn des Römischen Reiches. Dieser Kontakt führte in der darauffolgenden Zeit zu ständigen Konflikten: Immer wieder kam es zu Übergriffen der Germanen auf die Römer. Im Gegenzug führte Caesar in den Jahren 55 und 53 v. Chr. Strafexpeditionen gegen die Germanen durch. Allerdings erkannte Caesar den Rhein als Grenzlinie zwischen Germanen und Römern an.

Vorstoß des Augustus bis zur Elbe

Auch in der Folgezeit kam die Rheingrenze nicht zur Ruhe. Der römische Kaiser Augustus beschloß deshalb die Verlagerung von Truppen an den Rhein, die bisher in Gallien stationiert waren. Die Rheingrenze blieb dennoch unsicher, woraufhin Augustus seine Taktik änderte: Er beabsichtigte, das Römische Reich bis an die Elbe auszudehnen. Zwischen 12 und 9 v. Chr. führte Drusus, Stiefsohn von Augustus, mehrere Feldzüge gegen die Germanen durch und unterwarf die Friesen, Chauken, Brukterer, Marsen und Chatten. Trotz der Feldzüge des Drusus gerieten aber die wenigsten Germanenstämme wirklich in dauerhafte römische Abhängigkeit. Nachdem Drusus beim Rückzug bei einem Sturz von seinem Pferd gestorben war, setzte sein Bruder Tiberius 8 v. Chr. die Feldzüge fort. Im Jahre 4 n. Chr. gelang es ihm, die bis dahin aufständischen Cherusker zu unterwerfen. Nun galt Germanien bis zur Elbe als unterworfen, es wurden repräsentative römische Städte östlich des späteren Limes gegründet, beispielsweise im heutigen Waldgirmes in Hessen. Der lateinische Name dieser Siedlung ist sowenig bekannt wie etwa die lateinischen Namen der Kastelle in Haltern, Anreppen oder Marktbreit am Main. Ein letzter großer Feldzug im Jahre 6 n. Chr. sollte das Reich des Markomannenkönigs Marbod in Böhmen zerschlagen. Er war kein Gegner Roms, legte jedoch Wert auf seine Unabhängigkeit. Eine Zerschlagung seines Reiches wäre wahrscheinlich der Schlussstein der römischen Unterwerfung der Germanen gewesen. Von Mainz mainaufwärts und dem Raum Wien Richtung Nordwesten bewegten sich zwei große römische Marschsäulen. Doch die Operation musste wegen eines überraschenden, großen Aufstandes in Pannonien, dem heutigen Ungarn, abgebrochen werden. Dennoch galt Germanien bis zur Elbe weiterhin als römische Provinz.

Die Varusschlacht

Pannonien Nachdem der Widerstand der Germanen gebrochen schien, wurde Publius Quinctilius Varus damit beauftragt, in den Gebieten rechts des Rheins römisches Recht einzuführen und Steuern zu erheben. Als Statthalter war er gleichzeitig Oberbefehlshaber über die rheinischen Legionen. Varus, der sich zuvor in der römischen Provinz Syrien den Ruf eines brutalen und korrupten Verwaltungsfachmanns erworben hatte, brachte die Germanen bald gegen sich auf. Gegner der Besatzung ließ er mit aller Härte des römischen Rechts bestrafen. Die von ihm eingeführten Steuern wurden von den Germanen zudem als zutiefst ungerecht empfunden, da sie eine solche Abgabe nur für Unfreie kannten. Unter diesen Umständen gelang es dem Cheruskerfürst Arminius, der die römischen Bürgerrechte und Ritterwürden besaß, mehrere germanische Stämme zu einen. Arminius nutzte das Vertrauen, das ihm Varus entgegenbrachte aus und lockte diesen in einen Hinterhalt. In der darauffolgenden Schlacht ("Varusschlacht" oder "Schlacht im Teutoburger Wald" genannt) verloren die Römer drei Legionen (etwa 15.000 Soldaten). Laut den Überlieferungen des Sueton soll Augustus daraufhin ausgerufen haben: "Quinctili Varus, legiones redde!" ("Quintilius Varus, gib mir die Legionen zurück!"). Der römische Eroberungsversuch scheiterte damit im Jahre 9 n. Chr. Germanien blieb danach bis zur Völkerwanderung von der römischen Kultur wenig beeinflusst.

Die Römisch-Germanischen Beziehungen nach der Varusschlacht

Unter Germanicus unternahmen die Römer zwischen 14 und 16 n. Chr. weitere Vorstöße über die Rheingrenze hinweg. Ob es sich dabei um Strafexpeditionen oder die Fortsetzung der römischen Expansionspläne handelte, ist umstritten. In den Folgejahren kam es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Germanen und Römern: Im Jahr 29 schlugen die Römer einen Aufstand der bis dahin römerfreundlichen Friesen nieder. Im Jahr 69 mussten sogar Truppen aus Spanien und Britannien für Verstärkung herangezogen werden, um die Revolte der Bataver (Bataveraufstand) unter Führung des Iulius Civilis niederzuschlagen. Im Jahre 83 entschloss sich Kaiser Domitian, die römische Grenze zwischen Rhein und Donau weiter gegen Norden zu verschieben. Nach Beendigung der Chattenkriege begannen die Römer mit dem Bau des Limes, der im Süden durch die so genannte Sybillenspur, den Lautertal-Limes, mit dem Alblimes verbunden war, um die Grenzen zwischen Germanien und dem römischen Reich zu sichern. Im selben Zeitraum entstanden die Provinzen Germania Superior (Obergermanien) und Germania Inferior (Untergermanien). Neueste Forschungen (ab etwa 1995) deuten allerdings darauf hin, dass der Neckar-Odenwald-Limes nicht schon um 83/85 unter Domitian, sondern erst um das Jahr 98 unter Kaiser Trajan angelegt wurde. Vor allem fehlt bis heute auch nach über hundertjähriger Forschung ein zuverlässig datierter römischer Fund von der Neckar-Odenwald-Linie vor dem Jahre 98, sei es eine Inschrift, ein Militärdiplom oder ein dendrochronologisch datierbarer Holzfund. Außerdem passt der Neckar-Odenwald-Limes militärtechnisch zu anderen Anlagen aus der Zeit Kaiser Trajans, während für die Zeit Domitians ähnlich Parallelen fehlen. Um das Jahr 122 wurde die römisch-germanische Grenze unter Kaiser Hadrian zwischen dem mittleren Neckar und der Donau bei Eining um etwa 20 bis 40 Kilometer nach Norden verschoben. Die letzte römische Expansion in Germanien, die Verschiebung des Neckar-Odenwald-Limes um rund 25 Kilometer nach Osten unter Kaiser Antoninus Pius, ist inzwischen recht sicher auf das Jahr 159 datierbar.

Die Markomannenkriege

Im 2. Jahrhundert n. Chr. fanden zwei entscheidende Veränderungen rechts des Rheins statt: Zum einen schlossen sich die zerstrittenen germanischen Stämme zu Großstämmen zusammen, zum anderen drückten die Germanen immer stärker gegen die römischen Grenzen. 167 fielen die Markomannen, Quaden, Langobarden, Vandalen, Jazygen und weitere Stämme in die römische Provinz Pannonien ein und lösten damit die Markomannenkriege (167 bis 180) aus. In insgesamt vier Feldzügen schlug der römische Kaiser Marc Aurel die Germanen vernichtend. Man vermutet, dass die Römer planten, zwei neue Provinzen einzurichten. Nach dem Tod Marc Aurels 180 kehrte sein Sohn Commodus jedoch wieder zur Defensivpolitik zurück und schloss Friedensverträge mit den Germanen. Viele Historiker sehen die Markomannenkriege als die Vorboten der großen Völkerwanderung. Ausgelöst wurde der zunehmende Bevölkerungsdruck auf die römischen Grenzen durch die Wanderungen der Goten zum Schwarzen Meer und der Vandalen in Richtung Donau. Die Ursachen für diese aufkommende Wanderbewegung germanischer Stämme konnten bisher nicht geklärt werden, denkbar wären z.B. Hungersnöte.

Die germanischen Stämme

Versuche, die Germanenstämme, die zu dieser Zeit in Norddeutschland und Südskandinavien lebten, zu klassifizieren, führten zu Einteilungen in Nord-, West- und Ostgermanen oder auch Elb-, Wesergermanen.

Nordgermanen

Zu den Nordgermanen zählen die skandinavischen Stämme. Aus ihnen gingen später die Dänen, die Schweden, die Norweger und die Isländer hervor (siehe auch: Skandinavier). Archäologisch werden die Nordgermanen in die Ost- und Westnordische Gruppe aufgeteilt.

Westgermanen

Zu den Westgermanen zählen die:
- elbgermanischen Stämme (Sueben): Markomannen, Quaden, Hermunduren, Semnonen und Langobarden
- nordseegermanischen Stämme (bei Tacitus Ingaevonen): Chauken, Angeln, Warnen, Friesen, und Sachsen
- rheinwesergermanischen Stämme: Cherusker, Bataver, Brukterer, Chamaven, Chattuarier, Chatten, Ubier, Usipeter, Sigambrer, Angrivarier und Tenkterer (siehe auch Nordwestblock)

Ostgermanen

Zu den Ostgermanen südlich der Ostsee zählen ursprünglich die Goten, Vandalen, Burgunder, Heruler, Skiren, Bastarnen, Rugier, Gepiden und andere. Archäologisch werden die Ostgermanen in die folgenden Kulturgruppen eingeteilt: Przeworskkultur (im südlichen Polen), Wielbarkkultur (Willenbergkultur) oder Weichsel(mündungs)germanen(Weichselmündung) und die Odermündungsgruppe. Durch den Einfall der Hunnen aus den Steppen Asiens und die verstärkte Ausbreitung der slawischen Völker aus der osteuropäischen Tiefebene wurden die Ostgermanen zunehmend gen Süden und Westen gedrängt, wo sie in Konflikt mit den dort ansässigen Stämmen gerieten.

Die Goten

Nach ihrem Herkunftsmythos entstammen die Goten der Insel Scandza im nördlichen Eismeer. Um das Ende des zweiten vorchristlichen Jahrhunderts verließen die Goten ihre Heimat in Südschweden, in Vester- und Östergotland und auf der Insel Gotland. Sie zogen über das Meer und ließen sich auf dem Gebiet des heutigen Polen nieder. Später, man weiß heute nicht mehr genau wann, dehnten sie sich entlang Weichsel und Dnister bis zum Schwarzmeer aus und errichteten dort, unter der Königdynastie der Amaler, zwischen Donau und Don das mächtige Reich der Ostgoten, welches bis zur Ostsee reichte. Die staatliche Organisation der Goten gilt als straffer als die der übrigen Germanenstämme. Die Goten lagen häufig mit den Römern im Konflikt, wurden jedoch nie unterworfen und besiegten 252 n. Chr. sogar ein ganzes römisches Heer. Durch den Einfall der Hunnen aus den asiatischen Steppen um 375 n.Chr. wurde das Reich der Ostgoten zerstört bzw. fiel an die Hunnen. Die Ostgoten zogen nach Westen und siedelten im Raum des heutigen Ungarn. Fortan standen sie unter Waffengefolgschaft der Hunnen und zogen 451 n. Chr. bei der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern gegen die Westgoten (u.a. Burgunder) zu Felde, was auch im Nibelungenlied erzählt wird. 488 n.Chr. zog der ostgotische Kaiser Theoderich mit den Ostgoten nach Italien und besiegte den dortigen germanischen Herrscher Odoaker. Theoderich gründete daraufhin ein neues ostgotisches Reich in Italien. Die Gefolgschaft Theoderichs bezeichnete sich als "theodisce" oder, nach dem Lied der Nibelungen, als "diete lit", was möglicherweise der sprachliche Ursprung unseres heutigen "deutsche" ist.

Wirtschaft

Die Germanen waren hauptsächlich sesshafte Bauern und gingen, im Gegensatz zu einer weit verbreiteten Vorstellung, nur selten zur Jagd. Sie lebten hauptsächlich von der Eigenproduktion, aber neben der Landwirtschaft gab es auch Handwerker wie Schmiede, Töpfer und Tischler. Das Rad war bereits seit indoeuropäischer Zeit bekannt, es gab im Germanischen sogar zwei Worte dafür. Geld kannten die Germanen nicht, ihr Handel beschränkte sich auf reine Naturalienwirtschaft. Hauptwertgegenstand war wie bei den Römern das Vieh. Davon zeugt bis heute die Bedeutung des englischen Wortes fee = Gebühr (ursprünglich eben: Vieh!). Nach neusten Erkenntnissen soll sich in der Nähe des heutigen Berlins bereits eine Art Hütten"industrie" entwickelt haben. Der dort produzierte Stahl soll von hoher Qualität gewesen sein und soll vor allem in das Römische Reich exportiert worden sein. Gezüchtet wurden hauptsächlich Rinder, Schafe, Schweine und Ziegen sowie Pferde. Außerdem war den Germanen die Bienenzucht ebenso wie die Webkunst bekannt. Ebenfalls wussten die Germanen, wie Käse zubereitet wird. Die germanische Sprache kannte ein eigenes Wort für Weichkäse, das in den skandinavischen Sprachen im Wort "Ust" bzw. "Ost" (= Käse) fortlebt. Für Hartkäse entlehnten sie das lateinische Wort caseus (= Käse). Obwohl der Pflug bereits seit etwa Christi Geburt bekannt war, setze er sich bei den Germanen nur langsam durch. Für die Ernährung war besonders die Gerste von großer Bedeutung. Die Äcker ließen sie regelmäßig brach liegen und sie wussten um den Nutzen der Düngung. Getreide wurde hauptsächlich in Form von Brei gegessen, Brot konnte sich bis ins Mittelalter nur die Oberschicht leisten. Die Produktivität war wesentlich geringer als bei den Römern. Tacitus etwa berichtet: "Vieh gibt es reichlich, doch zumeist ist es unansehnlich. Selbst den Rindern fehlt die gewöhnliche Stattlichkeit und der Stirnschmuck" (Kapitel 5). Deshalb kam es oft zu Hungersnöten und viele Germanen litten an Unternährung, was zu einer deutlich verringerten Lebenserwartung führte. Es wird vermutet, dass dies eine der Hauptursachen der germanischen Wanderbewegungen ist (wie etwa der Zug der Kimbern und Teutonen), die schließlich mit der großen Völkerwanderung ihren Höhepunkt erreichte.

Mythologie

Siehe Artikel Germanische Mythologie.

Lebensweise der Germanen

Die Germanen wohnten in relativ kleinen Siedlungen. Aus den Bestattungsplätzen der Germanen schließen Archäologen, dass die Größe von Siedlungen bei etwa zweihundert Menschen lag. Die Siedlungen entwickelten sich selten planmäßig: Dort wo bereits ein Germane siedelte, kamen bald weitere hinzu. Ein Erbe dieser Siedlungsweise sind bis heute die so genannten Haufendörfer in Deutschland und anderen Ländern der germanischen Kulturkreises. Häufig wurden die Dörfer von einer Art Zaun, selten durch eine richtige Palisade umgeben. Nur in den Grenzregionen zum Römischen Reich wurden mit Beginn der Feindseligkeiten und gegenseitigen Übergriffe die Dörfer mit Wällen oder Palisaden geschützt und bewacht. Aus Ausgrabungen ist bekannt, dass die Germanen in Holzhäusern in Skelettbauweise wohnten. Da im Gegensatz zu Steinhäusern das Holz mit der Zeit verrottet, geben lediglich die archäologisch nachweisbaren Pfostenlöcher einen Aufschluss über den genauen Aufbau der Häuser. Die verbreitetste Art war das germanische Langhaus, das aufgrund seines Verhältnisses von Länge und Breite so bezeichnet wird. Unter seinem Dach beherbergte es sowohl die Familie als auch alle Halbfreien und Sklaven sowie die Tiere, die lediglich durch eine Wand getrennt waren. Dies hatte vor allem den Vorteil, dass die Tiere dazu beitrugen, das Haus in den kalten Wintermonaten mitzuheizen. Der Wohnraum besaß keine weiteren Trennwände, in seiner Mitte befand sich eine Feuerstelle. Der Rauch konnte über eine Öffnung im Dach abziehen. Fenster besaßen die germanischen Häuser nicht.

Staat und Gesellschaft

Die Germanen kannten kein Verwaltungsstaatswesen im römischen oder heutigen Sinne. Die Reiche der germanischen Stämme waren ähnlich dem Personenverbandsstaat organisiert. Die Staatsangehörigen schworen ihrem König Treue und waren damit an das Reich gebunden. Der Staat wurde nicht über eine räumliche Ausdehnung definiert, sondern über seine Menschen und deren Stellung zum Herrscher. Desshalb waren die Reiche stark mit dem jeweiligen König verbunden, und der Tod des Königs bedeutete oft auch den Untergang des Reiches. Das Reich war, laut römischer Schilderung, in Gaue (mehrere Siedlungen) untergliedert, denen die Gaufürsten vorstanden, wobei es auch losere Staatsgebilde ohne König gab, die von einer Versammlung der Gaufürsten regiert wurden. Zu bestimmten Terminen fanden die Versammlungen der freien Männer (Volksthing) statt, bei denen wichtige Entscheidungen besprochen und getroffen wurden, so z.B. die Wahl des Königs. König und Gaufürsten hatten beim Volksthing nur das Vorschlagsrecht. Die Gesellschaft war patriarchalisch organisiert und das Haus hatte eine besondere Stellung in ihr. Die Macht des Königs reichte nur bis zum Hausherrn, aber alle im Haus lebenden unterstanden diesem, wobei die Aufsicht der Sippe einen Schutz vor Willkür bot. Das Volk war in die Stände Freie, Halbfreie (Knechte) und rechtlose (Kriegsgefangene, Sklaven) gegliedert.

Darstellende Kunst

Schrift

Die Schrift wurde den Germanen erst relativ spät bekannt. Das einzig zusammenhängende schriftlich erhaltene Werk vor dem Ende der Völkerwanderung ist die Wulfilabibel aus dem 4. Jahrhundert. Da die Goten keine eigene Schrift besaßen, entwickelte Wulfila ein Alphabet, das sich aus griechischen, lateinischen und runischen Schriftzeichen zusammensetze. Die Runen, die ab dem 2. Jahrhundert aufkamen, wurden hauptsächlich als magische Zeichen benutzt. Längere Schriften sind selten, häufig wurden Runen in Waffen (Lanzenspitzen, Schwerter) oder Fibeln geritzt. Die schriftlichen Quellen über die Germanen gehen hauptsächlich auf römischen und griechischen Ursprung zurück, insbesondere auf Tacitus.

Mythen und Wahrheit

Tacitus Im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Germanen im deutschsprachigen Raum immer wieder als Übermenschen dargestellt und ihr idealisiertes Bild zu nationalistischen Zwecken missbraucht. Insbesondere der Nationalsozialismus bediente sich dieser Idealisierung der Germanen und erhob ihre Nachkommen zur arischen "Herrenrasse" (Arier). Die Darstellung der Germanen geht hauptsächlich auf antike Autoren wie Tacitus und Caesar zurück. Sie beschrieben die Germanen als blonde, blauäugige Riesen, die über fast übermenschliche Kräfte verfügten. Durch Skelett- und Moorfunde lässt sich belegen, dass die Germanen tatsächlich größer als die Römer waren. Allerdings übertrieben die antiken Quelle teilweise: So zeigen die gefundenen Skelette, dass die Germanen zwar größer als die Römer waren, diese aber durchschnittlich nur um ungefähr einen Kopf überragten. Auch kräftemäßig waren sie den Römern offenbar überlegen. Der Gesundheitszustand der Germanen war oft schlecht, Gelenkerkrankungen und Bandscheibenschäden waren verbreitet. Die antiken Autoren sind sich einig, dass sich die Germanen häufig dem Alkoholgenuss hingaben. Die verbreitetsten Getränke waren Met und Bier. Hohe Festtage begingen die Germanen häufig mit einem Gelage. Selbst die Götter, so glaubten sie, würden sich dem Alkoholgenuss hingeben. So bemerkt schon Tacitus in seiner Germania: :Als Getränk dient ein Saft aus Gerste oder Weizen, der durch Gärung eine gewisse Ähnlichkeit mit Wein erhält... und bezogen auf den hohen Alkoholkonsum: :Wollte man ihnen, ihrer Trunksucht nachgehend, verschaffen, soviel sie wollen, so könnte man sie leichter durch ihr Laster als mit Waffen besiegen.

Reichsgründungen

In der Zeit der Völkerwanderung gründeten unterschiedliche Germanenstämme Reiche in Nordafrika (Vandalenreich, wurde durch Byzanz vernichtet)Frankreich, Italien und Spanien und wanderten auch nach Britannien. Auf dem europäischen Festland ging aus diesen Reichen später das Frankenreich hervor. Aus diesem entstand das erste Reich auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands, das Ostfrankenreich und später das Heilige Römische Reich, dessen ostwärtige Expansion die Westbewegung der Völkerwanderungszeit umkehrte.

Literatur


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- Heinrich Beck/Dieter Geuenich/Heiko Steuer/Dietrich Hakelberg (Hrsg.): Zur Geschichte der Gleichung "germanisch-deutsch". Sprache und Namen, Geschichte und Institutionen. Ergänzungsbände zum Reallexikon der germanischen Altertumskunde 34, Berlin u.a., 2004. ISBN 3110175363. [http://www.degruyter.de/rs/bookSingle.cfm?id=IS-3110175363-1&l=D Inhaltsverzeichnis], Rezension von [http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2004-3-059 Gregor Hufenreuter in H-Soz-u-Kult, 22.07.2004].
- Hepp, Armin E.: Licht von Mitternacht - Auf den Spuren deutscher Vergangenheit"; Tübingen: Grabert; 1979
- Döbler, Hannsferdinand:
Die Germanen. Legende und Wirklichkeit von A–Z. Lexikon zur europäischen Frühgeschichte, München: Orbis, 2000. ISBN 3-572-01157-4 (Hierbei handelt es sich um eine Neuauflage des Buches von 1975. Das Buch entspricht in vielen Fällen nicht mehr dem aktuellen Forschungsstand.)
- Rudolf Simek:
Götter und Kulte der Germanen. Beck'sche Reihe 2335, München, 2004.
-
Frühe Völker Europas. Thraker, Illyrer, Kelten, Germanen, Etrusker, Italiker, Griechen, Stuttgart, 2003. ISBN 3806217580.
- Maureen Carroll-Spillecke:
Römer, Kelten und Germanen. Leben in den germanischen Provinzen Roms, Darmstadt, 2003. ISBN 3534174267.
- Uta von Freeden / Siegmar von Schnurbein (Hrsg.):
Spuren der Jahrtausende. Archäologie und Geschichte in Deutschland, Stuttgart, 2002. ISBN 3-8062-1337-2
- Wilfried Menghin / Dieter Planck (Hrsg.):
Menschen, Zeiten, Räume. Archäologie in Deutschland, Stuttgart, 2002. ISBN 3886094677.
- Walter Pohl:
Die Germanen. Enzyklopädie deutscher Geschichte Bd. 57, München: Oldenbourg, 2000. ISBN 348655705X. ([http://www.oeaw.ac.at/gema/pub_WP.htm weitere Arbeiten des Autors zu diesem Thema])
- Allan A. Lund:
Die ersten Germanen. Ethnizität und Ethnogenese, Heidelberg, 1998. ISBN 3825306852.
-
Germanen, Germania, germanische Altertumskunde. Studienausgabe des Artikels aus dem Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, Berlin/ New York, 1998. ISBN 3110163837.
- Krierer, Karl R.:
Antike Germanenbilder, Archäologische Forschungen 11, Denkschr. phil.-hist. Kl. 318, Wien: Österreichische Akademie der Wissenschaften, 2004. ISBN 3-7001-3239-5. [http://hw.oeaw.ac.at/3239-5]

Weblinks


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- [http://www.porta-praehistorica.de Porta praehistorica et antiqua] Diskussionsforum für Fragen zur Lebensweise, Kleidung, Ernährung und Kultur der Menschen in der Ur- und Frühgeschichte und der Antike.
- [http://weltderwunder.rtl2.de/archiv/2001/10/wdw/Mensch/Mythos/Germanen/index.html Germanen - Blonde Bestien oder nette Naturburschen?] Welt der Wunder Special zum Thema Germanen
- [http://www.novaesium.de/artikel/germanen.htm Germanen: Unterwegs zu höherer Zivilisation] von Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2001
- [http://kelten.piranho.at/pages/germanen.htm Umfangreiche Darstellung der Germanen]
- [http://www.planet-wissen.de/pw/Artikel,,,,,,,BADEC0D6C24A44CFE030DB95FBC306BC,,,,,,,,,,,,,,,.html Planet Wissen: Römer und Germanen Zusammenfassung der Sendung]
- [http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/5/0,1872,2006981,00.html ZDF Mediathek: Völkerwanderung - Sturm über Europa]
- http://www.oeaw.ac.at/gema/gb.htm - Germanen-Bibliographie
- [http://www.antikefan.de/kulturen/germanen.html Germanen - Die Erben Roms]
- [http://www.heidenmacht.de/php/include.php?path=content/articles.php&contentid=91 Die Germanen - eine Einführung] Umfangreicher, wissenschaftlich fundierter Artikel von heidenmacht.de

Siehe auch

Liste der germanischen Stämme, Germanische Religion, Thing Kategorie:Europäische Ethnie Kategorie:Deutsche Geschichte ja:ゲルマン人 ko:게르만족


Römisches Reich

Das Römische Reich (lateinisch: Imperium Romanum) war das von der Stadt Rom beherrschte Gebiet in der Zeit zwischen etwa dem 6. Jahrhundert v. Chr. und dem 5. bzw. 6. Jahrhundert n. Chr. Eine eindeutige Abgrenzung ist jedoch weder zur vorrömischen Epoche noch zum Byzantinischen Reich möglich. Zum Zeitpunkt seiner größten Ausdehnung, zu Zeiten Kaiser Trajans, erstreckte sich das Römische Reich über die Gebiete rund um das Mittelmeer, über Gallien und große Teile Britanniens und über die Gebiete rund um das Schwarze Meer (siehe auch Bosporanisches Reich). Das Römische Reich übte einen großen Einfluss auf die von ihm beherrschten Gebiete, aber auch auf die Gebiete jenseits seiner Grenzen aus. In der östlichen Reichshälfte mischte sich dieser Einfluss mit griechisch-hellenistischen und orientalischen Elementen, während der Westen latinisiert wurde. Latein, die Sprache Roms, wurde zur Amtssprache des Reiches, in Teilen des Reichs blieben aber auch andere Sprachen erhalten. Aus dem Lateinischen entstanden die modernen romanischen Sprachen Europas (Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch und Rumänisch, sowie Ladinisch und Rätoromanisch). Sehr viele Lehnwörter finden sich zudem in den germanischen und in den slawischen Sprachen. Vor allem das Rechts- und Staatswesen in Europa ist maßgeblich vom römischen Erbe geprägt.

Geschichtlicher Überblick

Die Geschichte des Römischen Reiches lässt sich grob in folgende sechs Phasen gliedern, die im Verlauf dieses Artikels genauer beschrieben werden; zu Details siehe die entsprechenden Verweise im Artikel (Beispiel: Prinzipat): # Königszeit (753 v. Chr.510 v. Chr.) # Die Zeit der Republik (509 v. Chr.133 v. Chr.) # Zeit der Bürgerkriege (ab 133 v. Chr.) # Prinzipat (Römische Kaiserzeit I, ab 27 v. Chr.) # Spätantike, in der älteren Forschung auch Dominat (Römische Kaiserzeit II, ab 284 n. Chr.) # Untergang des Reiches im Westen und Übergang zum Byzantinischen Reich im Osten (ab 395 n. Chr., noch zur Spätantike zu rechnen)

Römische Königszeit und frühe Republik

395 n. Chr.]] Der Stadtstaat Rom, der zuerst unter etruskischer Königsherrschaft stand (Königszeit), gewann in Italien zunehmend an Einfluss, nachdem er sich ca. 500 v. Chr. von der Herrschaft der Etrusker gelöst hatte. Zu dieser Zeit erfolgte ebenfalls die Umwandlung des ehemaligen Königreiches in die Römische Republik (Republik = res publika, die öffentliche Sache), während derer alljährlich zwei Konsuln die oberste Regierungsgewalt ausübten. Der letzte aller römischen resp. etruskischen Könige, Tarquinius Superbus (Tarquinius der Hochmütige), wurde vom römischen Volk unter der Führung von Lucius Iunius Brutus aus Rom vertrieben, weil er eine Römerin namens Lucretia geschändet hatte. Das Jahr 509 v. Chr. ist jedoch spätere Fiktion, die als Parallele zum Sturz der Peisistratiden in Athen um 510 v. Chr. gesehen werden kann. Wahrscheinlicher ist die Zeit um 475 v. Chr. Als ersten, einigermaßen festen Punkt in der römischen Geschichte kann man die Niederlegung des Zwölftafelgesetzes 451 v. Chr. sehen.
Über die römische Königszeit existieren verschiedene berühmte Legenden, die die römische Geschichte mit der Geschichte Trojas zu verknüpfen versuchen. Diese entstanden jedoch erst Jahrhunderte später. Rom begann mit einer gezielten Expansion in Mittelitalien (Eroberung von Veji 396 v. Chr.), musste dabei aber auch schwere Rückschläge verkraften (v.a. der Galliersturm von 387 v. Chr., der psychologisch seine Spuren hinterlassen sollte, sowie mehrere Niederlagen gegen italische Volksstämme). Es folgen die Samnitenkriege (1. 343-341 v. Chr.; 2. 327-304 v. Chr.; 3. 298-290 v. Chr.) und der Latinerkrieg (ca. 340-338 v. Chr.). Rom etabliert schließlich ein weitverzweigtes Bündnissystem. So wurden Kolonien an strategisch wichtigen Plätzen angelegt und Bündnisse mit mehreren italischen Stämmen geschlossen, die jedoch nicht das römische Bürgerrecht erhielten.

Der Aufstieg Roms - Expansion in Italien und im Mittelmeerraum

Im 3. Jahrhundert v. Chr. setzte sich Rom gegen die Samniten und andere italische Stämme durch. Nach und nach fiel die gesamte Halbinsel an Rom (außer Oberitalien, welches erst später annektiert wurde). Im Süden verleibte sich die Republik um 275 v. Chr. die dortigen griechischen Stadtstaaten ein, nachdem es gelungen war, den hellenistischen Condottiere Pyrrhos von Epiros abzuwehren. Mit dieser Expansion kam Rom allerdings in Konflikt mit der bisher Rom freundlich gesonnenen Handelsrepublik Karthago (im heutigen Tunesien), was zu den Punischen Kriegen führte. Im Ersten Punischen Krieg (264-241 v. Chr.) dehnte sich Rom nach vorherigen Spannungen auf Sizilien bis in karthagische Gebiete aus. Nachdem Karthago, solcherart provoziert, die Römer von See aus angegriffen und geschlagen hatte, baute Rom eine Flotte auf, um der Seemacht Karthago entgegentreten zu können. Nach mehreren Rückschlägen und wechselhaftem Kriegsglück gelang es Rom schließlich, besonders auf Sizilien Fuß zu fassen und die karthagische Flotte mehrmals zu schlagen. Karthago verlor fast alle seine sizilianischen Besitzungen und sann fortan auf Rache. Im Zweiten Punischen Krieg (218-201 v. Chr.) gelang es dem genialen Strategen Hannibal beinahe, Rom in die Knie zu zwingen. Besonders die Niederlage bei Cannae (216 v. Chr.) schmerzte, die schwerste Niederlage in der römischen Geschichte, doch gelang es Hannibal nicht, das Bündnissystem Roms in Italien zu zerstören. Der römische Feldherr Scipio setzte 204 v. Chr. nach Afrika über und besiegte Hannibal 202 v. Chr. bei Zama. Karthago verlor alle außerafrikanischen Besitzungen und seine Flotte. Es war als Machtfaktor endgültig ausgeschaltet, während Rom mit seiner neuen Provinz Hispanien zunehmend an Einfluss gewann. Der Sieg über Karthago im 1. und 2. Punischen Krieg sicherte Roms Vormachtstellung im westlichen Mittelmeer. In diese Zeit, genauer gesagt in die Zeit ab 200 v. Chr., fiel auch die Einmischung Roms in das Machtspiel der hellenistischen Großreiche. Dort waren die Großmächte nicht in der Lage gewesen, ein friedliches Zusammenleben zu erreichen. Es folgten Konflikte mit den Antigoniden, wobei Rom 200-197 v. Chr. in Griechenland intervenierte, um den makedonischen Einfluss zurück zu drängen. Auch gegen das hellenistische Seleukidenreich führte Rom Krieg. Auf ein Hilfegesuch hin kam es 192-188 v. Chr. zum Krieg gegen Antiochos III., in welchem Rom siegreich blieb. Antiochos musste auf einen Großteil seiner Besitzungen in Kleinasien verzichten. Rom wurde damit zur De-facto-Vormacht im östlichen Mittelmeerraum. Versuche Makedoniens, die alte Hegemonie wieder aufzurichten, führten zum Krieg. 168 v. Chr. wurden die Makedonen endgültig besiegt und ihr Königreich zerschlagen, 148 v. Chr. schließlich in eine römische Provinz umgewandelt. So erging es 146 v. Chr. auch Griechenland (ab 27 v. Chr. Provinz Achaea, vorher zu Makedonien) und der neuen römischen Provinz Africa nach der Zerstörung Karthagos, welches vor dem Dritten Punischen Krieg (150-146 v. Chr.) wieder an Macht gewonnen hatte. Pergamon wurde durch Erbvertrag 133 v. Chr. zur römischen Provinz. Gleichen Status erhielt 64/63 v. Chr. das Restreich der Seleukiden, das nicht mehr lebensfähig war und von Pompeius, der eine Neuordnung des Ostens vornahm, zur Provinz Syria gemacht wurde. Nur das schwächelnde Ägypten der Ptolemäer, welches zu einem römischen Protektorat wurde, behielt seine Unabhängigkeit, ehe es im Jahre 30 v. Chr. ebenfalls im Römischen Reich aufging. So glänzend auch die außenpolitischen Erfolge Roms gewesen waren – im Inneren erodierte allmählich die republikanische Ordnung.

Die Revolutionszeit und die Bürgerkriege

Die Republik geriet seit der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. in eine innenpolitische Krise, die schließlich in die Epoche der Bürgerkriege mündete und mit dem Untergang der bisherigen Staatsform enden sollte. Hintergrund war zunächst der Ruf nach Reformen, vor allem im Agrarbereich. So sollte die nach den Brüdern Tiberius Gracchus und Gaius Gracchus benannte Gracchische Reform die Grundbesitzverhältnisse reformieren und den ärmeren Schichten der Bevölkerung zu Land und Einkommen verhelfen. Die Reform scheiterte allerdings am Widerstand der konservativen Senatskreise, der zugrundeliegende Konflikt blieb weiter bestehen: die Popularen und Optimaten bekämpften sich gegenseitig, um ihre jeweilige Politik durchzusetzen. Auch machten sich innere Spannungen im Bündnissystem Roms bemerkbar, sodass es 91-89 v. Chr. zum so genannten Bundesgenossenkrieg kam. Am Ende wurde das römische Bürgerrecht auch den Bundesgenossen verliehen. Im Anschluss daran kam es 88 v. Chr. zur berüchtigten "Vesper von Ephesus": Nach der Ermordung Zehntausender römischer Siedler in Kleinasien zog Rom in den Krieg gegen Mithridates von Pontos und besiegte ihn nach mehrjährigen Kämpfen. Pontos Diesen Ereignissen folgte der Beginn des römischen Bürgerkriegs, in dem sich wieder Popularen und Optimaten gegenüber standen (Marius, Cinna, Sulla). Sulla blieb siegreich und errichtete die Diktatur, doch hatte diese Lösung keinen wirklichen Bestand, zumal Sulla bald zurücktrat und die alten Kräfte sich wieder bekämpften. Die Krise der Republik wurde durch das (erste) Triumvirat verdeutlicht: der ehrgeizige Gaius Iulius Caesar, der erfolgreiche Militär Gnaeus Pompeius Magnus und der reiche Crassus gingen ein informelles Bündnis ein, um sich in ihren jeweiligen Interessen zu unterstützen. Nach dem Tod des Crassus in einem Feldzug gegen die Parther rangen die einstigen Freunde Caesar und Pompeius um die Macht im Staat (49-46 v. Chr.), wobei sich Pompeius auf die Seite des Senats stellte. Caesar obsiegte. Nur durch seine Ermordung wurde verhindert, dass sich die Republik in eine Diktatur verwandeln konnte. Nach der Ermordung Caesars im Jahre 44 v. Chr. gelang es den Anhängern der Republik nicht, die alte republikanische Verfassung wiederherzustellen. In dem Bürgerkrieg, der nun wieder ausbrach, setzte sich schließlich Octavian, der spätere „Augustus“, gegen Marcus Antonius in der Schlacht bei Actium als Sieger durch (31 v. Chr.).

Die frühe und hohe Kaiserzeit (Prinzipat)

Prinzipat Octavian zielte wie Caesar auf eine Alleinherrschaft. Doch anders als Caesar versuchte Octavian dieses Ziel nicht durch das Mittel einer außerordentlichen Diktatur zu erreichen. Octavian ließ vielmehr die alte republikanische Verfassung formal in Kraft und sicherte seine Position durch die Übernahme verschiedener Ämter, vor allem durch die Übernahme eines mehrjährigen Kommandos über wichtige Legionen. Den alten senatorischen Adel konnte Octavian zu einer Anerkennung seiner Herrschaft bewegen. Der Senat sah in Octavian keinen König, sondern den "Ersten Bürger des Staates" (Princeps). Die von Octavian begründete Verfassung, die sich in wesentlichen Punkten von der alten republikanischen Verfassung unterscheidet, nennt man deshalb auch Prinzipat. Octavian selbst erhielt im Jahre 27 v. Chr. vom Senat den Titel „Augustus“ (der Erhabene). Das Imperium Romanum beherrschte zu diesem Zeitpunkt bereits den gesamten Mittelmeerraum. Auch der Westen und Süden Germaniens gehörte zum römischen Reich; die Expansion nach Nordosten, die unter Augustus eingeleitet worden war, wurde erst durch die Varusschlacht im Jahre 9 gestoppt. Augustus' Adoptivsohn und Nachfolger Tiberius beschränkte sich auf weitgehend defensive Maßnahmen zur Sicherung der Grenzen. Unter Claudius wurde einzig Britannien dem Reich hinzugefügt, später folgte noch Thrakien, das aber schon vorher ein von Rom abhängiger Klientelstaat gewesen war. Mit dem Tod des als unfähig und wahnsinnig geltenden Nero, der vor allem das Militär vernachlässigte, endete 68 das julisch-claudische Haus. Dessen Nachfolge traten nach den Wirren des Vierkaiserjahres die insgesamt erfolgreich regierenden Flavier an, wobei Vespasian im Jahre 70 einen Aufstand in Judäa durch seinen Sohn und späteren Nachfolger Titus niederschlagen ließ. Nach Titus´ nur kurzer Regierungszeit trat sein Bruder Domitian seine Nachfolge an. 96 brachte diesen eine Hofintrige zu Fall - es kam zu einer Krisenzeit, welche erst unter den so genannten Adoptivkaisern überwunden werden konnte. Die Zeit der Adoptivkaiser, die mit Nerva begann, wird allgemein als die Glanzzeit des Imperiums verstanden, sowohl kulturell als auch in Bezug auf die Machtstellung Roms. Seine größte Ausdehnung hatte das Römische Reich denn auch unter Kaiser Trajan im Jahre 117 erreicht, wobei Trajan, der als erster Kaiser aus den Provinzen stammte, als optimus princeps gefeiert wurde, als "bester Kaiser". Das Imperium erstreckte sich nun von Schottland bis Nubien in Nord-Süd-Richtung und von Portugal bis nach Mesopotamien in West-Ost-Ausrichtung. Unter dem gebildeten Hadrian, der die östlichen Eroberungen Trajans aufgab, kommt es nun zu einer inneren Konsolidierung des Reiches und zu einer zivilisatorischen, kulturellen und technischen Blüte, die die Ausbreitung des damals noch jungen, schon stark angewachsenen Christentums begünstigte. Christentum Um die Mitte des 2. Jahrhunderts schien das Imperium auf seinem Höhepunkt angelangt zu sein, doch traten unter Mark Aurel bereits die ersten Probleme auf (Kämpfe mit Germanen, besonders den Markomannen, und im Osten Kämpfe mit den Parthern). Das Reich kam in den folgenden Jahrzehnten nicht zur Ruhe. Von außen wurde es kriegerisch bedrängt, während im Inneren sich Zerfallserscheinungen bemerkbar machten. Nach dem Tod Marc Aurels, der gerade im Bereich der nördlichen Grenze nur vorläufige Erfolge verbuchen konnte, kam es zu einer Reihe von Krisenereignissen, zudem sein Sohn Commodus nicht in der Lage war, dem Reich Sicherheit zu geben. Zu Beginn des 3. Jahrhunderts konnten die Severer die Lage stabilisieren. Jetzt kam es vor allem an der Ostgrenze zu schweren Kämpfen mit dem Neupersischen Reich der Sassaniden, die sich Rom als gewachsen erwiesen und den römischen Heeren eine Reihe von Niederlagen bereiten sollten. Es folgte nach dem eher unrühmlichen Ende der Severer die Reichskrise des 3. Jahrhunderts, in welcher sich die Soldatenkaiser dem Ansturm der Germanen an Rhein und Donau (besonders der Alamannen und der Goten) und der Sassaniden im Osten ausgesetzt sahen. Es kam sogar zur Abspaltung einzelner Provinzen (besonders Galliens), die aber wieder rückgängig gemacht werden konnten. 272 wurde Palmyra unterworfen, das in der Krisenzeit des Imperiums Teile der östlichen Provinzen Roms erobert hatte.

Die späte Kaiserzeit und der Beginn der Spätantike

Mit Diokletian vollzog sich 284 der Übergang in die Spätantike, die von einer stärkeren Zentralisierung und Bürokratisierung sowie dem späteren Sieg des Christentums geprägt war und die keineswegs die reine Zerfallszeit war, wie noch die ältere Forschung weitgehend meinte. Diokletian reformierte die Verwaltung und schuf die so genannte Ordnung der Tetrarchie, wonach es zwei Senior-Kaiser (Augusti) und jeweils einen Junior-Kaiser (Caesar; pl.: Caesares) geben sollte. Denn für einen Kaiser alleine war das Imperium schon längst unregierbar geworden, besonders da der Druck auf die Grenzen ständig anwuchs. Die Idee der Teilung des Herrschaftsraumes war nicht völlig neu, doch wurde sie nun konsequenter umgesetzt. Allerdings wurde der Gedanke der Reichseinheit nicht aufgegeben. In dieser Zeit wurde die Hauptstadt von Rom nach Trier, an die nördlichen Grenzen verlegt. Die letzten Christenverfolgungen fanden unter Diokletian statt. Konstantin der Große, dessen Vater nach dem Rücktritt Diokletians und dessen Mitkaiser Maximian das Amt des "Senior-Augustus" im Westen übernahm, gab sich damit nicht zufrieden. Er beseitigte nach und nach seine Rivalen und etablierte 324 die Alleinherrschaft über das Imperium. Bedeutend wurde seine Regierungszeit vor allem aus zwei Gründen: 1) der Privilegierung des Christentums und 2) der Gründung von Konstantinopel. Der Blick des Reiches wandte sich mehr und mehr gegen Osten. Konstantins Dynastie überlebte ihn nicht lange. Es folgten zunächst Bruderkämpfe, bis Constantius II. die Alleinherrschaft erlangte. Nach seinem Tod kam es 361 unter seinem Nachfolger Julian Apostata zu einer "Renaissance" des Heidentums, die aber nicht von langer Dauer war. Mit Julian erlosch 363 die konstantinische Dynastie. Unter Valentinian I. wurde das Reich aus Verwaltungsgründen vorläufig und nach dem Tod Kaiser Theodosius I. endgültig geteilt. Theodosius war nach dem Tod des Valens von Valentinians Sohn Gratian als Kaiser im Osten eingesetzt worden. Es gelang ihm nach der Niederlage von Adrianopel, die eingedrungenen Goten durch Verträge wenigstens vorläufig zu binden. 394 wurde Theodosius schließlich Alleinherrscher, nachdem es im Westen zu einer Reihe von Usurpationen und Revolten gekommen war; er war der letzte Kaiser, der über das gesamte Imperium herrschen sollte. Nach seinem Tod 395 kam es unter seinen Söhnen Honorius (im Westen) und Arcadius (im Osten) zur Reichsteilung, die von da an endgültig sein sollte.

Untergang des Reiches im Westen und Behauptung im Osten

Arcadius</