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Wirtschaft

Wirtschaft

Der Begriff Wirtschaft (Wortbedeutung: "Wert schaffen") umschreibt alle Einrichtungen und Handlungen von Menschen mit dem Ziel, die in der Umwelt vorhandenen Ressourcen und die vom Menschen geschaffenen Ressourcen zu nutzen, um die Erhaltung und Sicherheit des Lebens der Menschen zu garantieren und zu fördern sowie ihre materiellen und immateriellen Bedürfnisse zu befriedigen. Die Bedürfnisse des Menschen können in drei Bereiche aufgeteilt werden, deren Reihenfolge eine Priorisierung bei der Zuteilung von Gütern ermöglicht:
- Existenzbedürfnisse umfassen unter anderem das Bedürfnis nach ausreichender Nahrung, Flüssigkeit, Wohnraum und Sicherheit;
- Grundbedürfnisse umfassen unter anderem das Bedürfnis nach Gesundheit, Umwelt und Kleidung und Ähnlichem.
- Luxusbedürfnisse können dagegen nicht generalisiert beschrieben werden. Sie hängen vom Stand der jeweiligen Gesellschaft ab. So kann in einer modernen westlichen Wirtschaft die internationale Mobilität bereits als Grundbedürfnis angesehen werden, in anderen Gesellschaften dagegen noch als Luxusbedürfnis. Siehe dazu auch Lebensstandard. Die Wirtschaft hat eine Verantwortung als eine der gestaltenden Kräfte in der Gesellschaft. Mit dieser Dimension der Gestaltung ist die Wirtschaftsethik befasst. Viele Unternehmensberater weisen auf die Gefahren hin, in die sich Unternehmen begeben, wenn sie offensichtlich egoistisch handeln und dadurch ihr Image bei potenziellen Kunden und Geschäftspartnern schädigen.

Entwicklung zur modernen Wirtschaft

Eine typologisierende Geschichte der Wirtschaft beginnt mit der Ausnutzung der in der Natur vorhandenen Güter, beispielsweise der Nahrung und der Rohstoffe. Diese Bereiche der Wirtschaft - Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Bergbau - bilden bis heute einen fundamentalen Bestandteil der Gesamtwirtschaft. Sie dienen der Bevölkerung primär zur Befriedigung ihrer elementaren Bedürfnisse, der sog. Existenzbedürfnisse. Darauf aufbauend wird eine Wirtschaft entwickelt, die bereits vorhandene Güter in andere Güter umwandelt. Dieser Bereich wird als "gewerbliche Wirtschaft" bezeichnet und umfasst Handwerk und Industrie. Produkte der gewerblichen Wirtschaft befriedigen üblicherweise andere Bedürfnisse als die, die mit den Ausgangsgütern befriedigt werden. Um die Befriedigung der Bedürfnisse einer Bevölkerung sicherzustellen, müssen die vorhandenen Güter jedoch auch an verschiedenen Orten verfügbar sein. Hierzu dienen die Wirtschaftsbereiche des Handels und die Verkehrswirtschaft. Schließlich reichen materielle Güter alleine nicht zur Befriedigung menschlicher Bedürfnisse aus. So umfasst der Bereich der Dienstleistungswirtschaft ein weites Spektrum an immateriellen Gütern. In der modernen Wirtschaft wird zudem oftmals die Informationswirtschaft als neuer, eigenständiger Bereich aufgeführt, der die Versorgung von Menschen mit den richtigen Informationen zur gewünschten Zeit sicherstellen soll.

Wirtschaftsformen

Mehr in einem typologischen als historischen Sinn kann die Selbstversorgung als ursprüngliche Wirtschaftsform angesehen werden, in der jeder Mensch oder kleine Gruppen von Menschen jeweils alle Aufgaben übernehmen, die zur Befriedigung der Bedürfnisse notwendig sind. Auf Basis größerer sozialer Gemeinschaften entwickelt sich das Prinzip der Tauschwirtschaft, in der einzelne Menschen die Rolle eines Spezialisten ausüben und sich auf die Produktion oder Umwandlung eines speziellen Gutes konzentrieren. Die Befriedigung der Bedürfnisse erfolgt dabei im gegenseitigen Austausch dieser Güter. Das Prinzip der Tauschwirtschaft ist die Grundlage für praktisch alle heutigen Wirtschaftsformen. Die meisten modernen Wirtschaftsformen lassen sich grundsätzlich weiter in die Bereiche Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft aufteilen. Die ursprüngliche Naturalwirtschaft ermöglicht den Austausch von Gütern nur zwischen Personen, die gegenseitig über Güter zur Befriedigung der Bedürfnisse des jeweils anderen verfügen. Die Geldwirtschaft führt das neutrale Tauschmittel Geld ein, das die Suche nach einem geeigneten Tauschpartner erleichtert. Die Realität zeigt heute in den meisten großen Wirtschaftsnationen einen überwiegenden Anteil an Geldwirtschaft. Dabei ist jedoch in den meisten Fällen auch ein oftmals nicht unbedeutender Teil an Naturalwirtschaft zu beobachten, der auf dem Austausch von gegenseitigen Leistungen basiert. Insbesondere in Vereinen, sozialen Organisationen, aber auch im Bereich der Schwarzarbeit lassen sich noch heute oftmals Tauschgeschäfte ohne Verwendung von Geld feststellen. Der Bereich der Geldwirtschaft kann zudem grob noch weiter unterteilt werden in die Formen der Marktwirtschaft und der Planwirtschaft. Dabei überlässt die Marktwirtschaft den Beteiligten das eigenverantwortliche Handeln in Form eines - mehr oder weniger freien - Marktes, der den Ausgleich zwischen Bedürfnissen und Gütern schaffen soll. Die Planwirtschaft hingegen ist darauf angelegt, mit Hilfe einer zentralen Steuerung die Bedürfnisse der Menschen zu ermitteln und die vorhandenen Ressourcen zu einer gerechten Verteilung der produzierten Güter einzusetzen. In der Realität lassen sich in den meisten Wirtschaftssystemen jedoch wiederum Elemente beider Ansätze finden. So sind auch in den westlichen Dienstleistungsnationen stets einzelne Wirtschaftsbereiche in Form der Planwirtschaft abgedeckt worden, beispielsweise das Postwesen. Auch gelten heute in praktisch allen modernen Wirtschaften die Güter "Sicherheit" und "öffentlicher Verkehr" als Aufgabe des Staates und werden zentral verwaltet. Um trotz des planwirtschaftlichen Ansatzes die Vorteile der Marktwirtschaft zur Optimierung des Mitteleinsatzes zu nutzen, wird vermehrt zur Form des regulierten Marktes gegriffen, in dem die Beteiligten weitgehende wirtschaftliche Freiheit genießen, jedoch einer gewissen staatlichen Kontrolle unterworfen sind, indem sie z.B. zur Erbringung gewisser Mindestleistungen zu festgelegten Preisen gezwungen sind. In Westeuropa ist hierbei oftmals von sozialer Marktwirtschaft die Rede. Dieser Begriff wurde weitgehend von Ludwig Erhard, dem ersten deutschen Bundeswirtschaftsminister nach dem Zweiten Weltkrieg und späteren Bundeskanzler, in den 1950er Jahren geprägt.

Wirtschaftswissenschaften

Zur Untersuchung wirtschaftlichen Handelns, der Gesetze der wirtschaftlichen Entwicklung und zur wissenschaftlichen Unterstützung staatlichen und betrieblichen Entscheidens haben sich die Wirtschaftswissenschaften (Ökonomik) entwickelt. Sie werden üblicherweise in zwei Bereiche aufgeteilt, die Volkswirtschaftslehre und die Betriebswirtschaftslehre. Die Volkswirtschaftslehre untersucht gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge in der Mikroökonomie als Resultat rationaler Entscheidungen individueller Akteure (Haushalte, Unternehmen) und in der Makroökonomie als Ergebnis des systematischen Zusammenspiels gesamtwirtschaftlicher Aggregate (gesamtwirtschaftliche Nachfrage, Investitionen, Preisniveau etc.). Die Betriebswirtschaft hingegen befasst sich mit dem Verhalten einer wirtschaftlichen Einheit, dem Unternehmen, im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten und Mittel. Als Begründer der modernen Wirtschaftswissenschaften wird zumeist der Schotte Adam Smith angesehen, der 1776 sein berühmtes Buch An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations veröffentlichte. In diesem Buch kritisierte Smith den bis dahin zumeist vorherrschenden Merkantilismus. Sein weit verbreitetes Werk fand in Großbritannien und den USA große Anerkennung und vermittelte erstmals die Idee einer neuen Wissenschaftsrichtung zur Untersuchung des wirtschaftlichen Handelns. Smith brachte insbesondere bereits existierende Ideen der Gewaltenteilung von Montesquieu und die Ideen des Historikers David Hume über menschliche Motive und Handlungsweisen zusammen. Die moderne Volkswirtschaftslehre beruht zum einen auf den Untersuchungen und Veröffentlichungen von John Maynard Keynes, der in seinem umstrittenen Werk The Economic Consequences of the Peace die Reparationszahlungen nach dem 1. Weltkrieg als Ruin für die Volkswirtschaft Deutschlands kritisierte. Vor allem seine Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes dominierte über mehrere Jahrzehnte die makroökonomische Diskussion. Neben dieser nachfrageorientierten (keynesianischen) Volkswirtschaftslehre hat in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zunehmend eine angebotsorientierte Orientierung (Monetarismus) Verbreitung und Anerkennung gefunden, die auf den Ökonomen Milton Friedman zurückgeht. Im wirtschaftspolitischen Bereich wurden diese angebotsorientierten Sichtweisen am deutlichsten in England von der Premierministerin Margaret Thatcher (Thatcherismus) und in den USA von dem Präsidenten Ronald Reagan (Reaganomics) umgesetzt. In den Wirtschaftswissenschaften wird heute meistens davon ausgegangen, dass die Bedürfnisse des Menschen theoretisch unbegrenzt sind. Da die Mittel zur Befriedigung dieser Bedürfnisse jedoch begrenzt sind, können zwangsläufig nicht alle Bedürfnisse befriedigt werden. Die Güter zur Befriedigung der Bedürfnisse sind also knapp (Prinzip der Güterknappheit), die Wirtschaft umschreibt in dieser Sicht die Aufgabe, die vorhandenen Güter optimal zu nutzen.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit: Die Christliche Soziallehre

Unter kritischer Abkehr von nachweislich falschen libertären Wirtschaftstheorien entwickelten die Kirchen gemeinsam mit sozialen Organisation ein alternatives, weniger marktfundamentalistisches Wirtschaftskonzept, welches, aufbauend auf die christlichen Grundüberzeugungen, das Leben der Menschen solidarischer und nachhaltiger gestalten helfen soll. Ökologie, Ökonomie - Dem Wohl und dem Überleben dienen Dieses Leitbild verbindet die ökologische Frage mit der sozialen und ökonomischen Frage und dem Thema des Überlebens der Menschheit. "Dauerhafte Entwicklung" bzw. "Nachhaltigkeit" vernetzt folgende Gesichtspunkte: -Gerechtigkeit und Frieden: ein weltweites Entwicklungskonzept für alle Menschen - besonders in den wirtschaftlich schwachen und armen Ländern - in ihrem staaten- und länderübergreifenden Zusammenleben -Ökologie: die Rückkopplung der weltweiten wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungsprozesse an die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen -Gegenwart: die Sicherung der Grundversorgung für alle heute lebenden Menschen und die Teilhabe aller Menschen an den Gütern der Erde -Zukunft und Vorsorge: die Sicherung der Existenzvoraussetzungen für ein menschenwürdiges Leben künftiger Genera- tionen, also der vorsorgliche Umgang mit Natur und Umwelt zugunsten der Lebensmöglichkeiten der Menschen in der Zukunft. Auf diese Weise schließt die Leitvorstellung der Nachhaltigkeit das Anliegen der ökologischen Vorsorge und der Prävention ein. Unter anderem leitet sie dazu an, die Ressourcen der Natur zu schonen sowie erneuerbare Energien (z.B. Sonnen- und Windenergie) zu nutzen, um einer Erwärmung der Erdatmosphäre vorzubeugen. Auch in Kirche und Theologie findet der Begriff der Nachhaltigkeit bzw. der ökologischen Vorsorge zunehmend Beachtung. Er ergänzt, vervollständigt und vernetzt die ethischen Werte und Prinzipien, die für Kirche und Theologie traditionell leitend sind, wie z.B. die Würde der Person, Gerechtigkeit, Solidarität, Gemeinwohl, Bewahrung der Schöpfung. In diesem Sinn betont das Wort "Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit", das der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Deutsche Bischofskonferenz 1997 zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland verabschiedet haben: "Die christliche Soziallehre muß künftig mehr als bisher das Bewußtsein von der Vernetzung der sozialen, ökonomischen und ökologischen Problematik wekken. Sie muß den Grundgedanken der Bewahrung der Schöpfung mit dem einer Weltgestaltung verbinden, welche der Einbindung aller gesellschaftlichen Prozesse in das - allem menschlichen Tun vorgegebene - umgreifende Netzwerk der Natur Rechnung trägt. Nur so können die Menschen ihrer Verantwortung für die nachfolgenden Generationen gerecht werden. Eben dies will der Leitbegriff einer nachhaltigen, d. h. dauerhaft umweltgerechten Entwicklung zum Ausdruck bringen" (Nr.125).

Siehe auch


- Wirtschaftsordnung
- Portal:Wirtschaft

Literatur


- Heinz-J. Bontrup: Arbeit, Kapital und Staat. - Plädoyer für eine demokratische Wirtschaft. PapyRossa-Verlag Köln. Zweite Auflage 2005. ISBN 3-89438-326-7
- Heinz-J. Bontrup: Volkswirtschaftslehre. Grundlagen der Mikro- und Makroökonomie. Oldenbourg Verlag. Zweite Auflage, München, Wien 2004. ISBN 3-486-57576-7
- Johannes M. Waidfeld: Wachstum, der Irrtum; Wohlstand, eine gesellschaftliche Betrachtung, Fischer & Fischer Medien AG, Frankfurt 2005, ISBN 3-89950-076-8

Weblinks


- [http://www.bdvb.de bdvb] - Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V.
- Telepolis special: [http://www.heise.de/tp/deutsch/special/eco/default.html Ökonomie]
- [http://www.wirtschaftswiki.de/index.php?title=Hauptseite] - Wirtschaftswiki des Handelsblatt
- [http://www.wertekommission.de Wertekommission] - Initiative 25-45jähriger Fach- und Führungskräfte zum Thema Werte in der Wirtschaft ! ja:経済学 ko:경제학 simple:Economics th:เศรษฐศาสตร์

Ressource

Als Ressourcen werden im Allgemeinen die Mittel bezeichnet, die benötigt werden, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen. Meist werden darunter Betriebsmittel, Geldmittel, Rohstoffe, Boden, Energie oder Personen verstanden. Ihre Zuteilung wird Ressourcenallokation genannt.

Ökonomische Bedeutung

In der Volkswirtschaftslehre werden als Ressourcen typischerweise Arbeit und Kapital als Produktionsfaktoren, je nach Analyseziel aber auch nach Land oder andere Produktivkräfte betrachtet, z. B. natürliche Produktionsfaktoren (Rohstoffe) oder auch gesellschaftliche, wie z. B. Ausbildung oder Forschung. In einem engeren Sinn bezeichnen die Ressourcen die auf der Erde vorhandenen Rohstoffe und Energieträger. Dabei wird zwischen Reserven und Ressourcen unterschieden. Die Reserven sind die bekannten, mit heutiger Technik wirtschaftlich abbaubaren Vorkommen. Die Ressourcen sind die mit zukünftiger Technik vermutlich abbaubaren Vorkommen, unabhängig von der Wirtschaftlichkeit.

Soziologische Bedeutung

Die Soziologie benennt neben den oben beschriebenen ökonomischen Ressourcen auch kulturelle Ressourcen, die den sozialen Status eines Akteurs in einer gegebenen Gesellschaft beeinflussen.

Ressourcen in der Informatik

Der Ressourcen-Begriff tritt auch in der Informatik in unterschiedlichen Bedeutungen auf:
- Man spricht von den Ressourcen eines Computers und meint damit verfügbare Betriebsmittel wie Prozessor oder Hauptspeicher.
- In der Komplexitätstheorie betrachtet man Betriebsmittel wie Rechenzeit und Speicherplatz in einer abstrakteren Weise als Ressource.
- Bestimmte, in Dateien aufbewahrte Programmbestandteile bezeichnet man auch als Ressourcen eines Computerprogrammes.

Siehe auch

Ressourcenorientierung, Produktivkräfte, Arbeitsmittel, Ölressourcen. Kategorie:Umwelt- und Naturschutz Kategorie:Wirtschaft ja:資源

Existenzbedürfnis

Existenzbedürfnisse sind menschliche Bedürfnisse die zuallererst gedeckt werden müssen, da sie zum (normalen) Leben benötigt werden. Darunter zählen z.B. Nahrung, Wohnung, Kleidung. Je mehr der Wohlstand steigt, desto mehr verschiebt sich die Nachfrage von den Existenzbedürfnissen zu Luxus- und Kulturbedürfnissen (Theater, teueres Auto, Weltreise, etc.). Zudem ändern sich die Existenzbedürfnisse auch im Laufe der Zeit bzw. wiederum durch den steigenden Wohlstand (z.B. Telefon).

Nahrung

Nahrung besteht aus ess- und trinkbaren Stoffen, die ein Lebewesen zur Ernährung braucht und zu sich nimmt, um den Organismus aufzubauen und gesund zu erhalten. Nahrung enthält in der Regel energiereiche organische Verbindungen. Die Lebensmittel werden mechanisch und chemisch zerlegt und die darin gespeicherte Energie genutzt. Nahrung dient als Energielieferant. Diese freiwerdende Energie nutzt der Organismus für die Lebensprozesse und eine konstante Körpertemperatur. Wasser und Salze gehören auch zur Nahrung, auch wenn sie nicht direkt im Energiestoffwechsel genutzt werden können. Zur Nahrung gehören Vitamine, d. h. essentielle Verbindungen, die von einigen Arten nicht selbst synthetisiert werden können. Bei Pflanzen spricht man eher von Nährstoffen, die aufgenommen werden. Der Mangel von Nahrung wird als Hunger bezeichnet und kann zum Tod eines Lebewesens führen (Hungertod). Hungertod

Arten von Nahrung


- tierische Nahrung
- pflanzliche (vegetarische) Nahrung
- flüssige Nahrung
- feste Nahrung

Nahrungsbestandteile


- Fett
- Eiweiß
- Kohlenhydrate
- Vitamine
- Salze = Elektrolyte
- Spurenelemente
- Wasser
- Ballaststoffe
- Aromen, Farbstoffe und Geschmacksstoffe

Gesunde Nahrung


- enthält alle notwendigen Vitamine und Spurenelemente
- enthält die richtige Menge an Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten (kaloriengerecht)
- ist ausgewogen (von allem etwas)
- enthält genügend Flüssigkeit (siehe Trinkkultur)
- hygienisch und frisch
- enthält keine über das unschädliche hinausgehende Menge an Keimen, Giften, etc.
- braucht nicht in einem möglichst ursprünglichen, nicht verarbeiteten Zustand (roh) sein
- braucht nicht umweltfreundlich erzeugt worden sein Dass sich Schadstoffe und Gifte von der Nahrungsproduktion im Menschen ansammeln, ist umstritten. Als wichtig wird auch noch empfunden, dass der Zeitpunkt, das Tempo und das Ambiente stimmen Nahrung kann in vier Gruppen unterteilt werden: 1. Nährstoffe, 2. Wasser, 3. Ballaststoffe, 4. Wirkstoffe 1. Die Nährstoffe teilen sich in weitere 2 Gruppen. Zum 1. In die Betriebsstoffe und zum 2. in die Baustoffe. Betriebsstoffe sind Kohlenhydrate und Fette, die im Betriebsstoffwechsel abgebaut werden und Energie liefern. Die Baustoffe (Proteine - Eiweiß) werden im Baustoffwechsel abgebaut und fördern den Aufbau von Haaren, Haut, Knochen und Muskeln (...) 2. Wasser Der Mensch besteht zu ca 70% aus Wasser. Ohne genügend Wasser (ca. 1,5 - 3 Liter täglich) und Nahrung können die Körpertemperatur und der Kreislauf nicht konstant gehalten werden. 3. Ballaststoffe Ballaststoffe sind wenig oder nicht verwertbare Nahrungsbestandteile. (z.B. in Getreide, Nudeln etc. enthalten) Ballaststoffe fördern die Verdauung und regen sie an. Desweiteren sorgen Ballaststoffe für den Sättigungseffekt. 4. Wirkstoffe 1. Vitamine 2. Mineralien 3. Spurenelemente Vitamine nennt man verschiedene organische Verbindungen, die von Wissenschaftlern als lebenswichtig eingestuft werden. Ein Vitamin ist entweder wasser- oder fettlöslich. Fettlöslich sind: Vitamin A, D, E, K Wasserlöslich: Alle Vitamin-B-Komplexe (z.B. B1, B2, B9, B12) und Vitamin C.

Ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten


- Der Gebissverfall, die Zahnkaries und die Parodontose
- Die Erkrankungen des Bewegungsapparates, die sogenannten rheumatischen Erkrankungen (Arthrose und Arthritis), die Wirbelsäulen- und Bandscheibenschäden.
- Alle Stoffwechselkrankheiten wie Fettsucht, Zuckerkrankheit, Leberschäden, Gallen- und Nierensteine, Gicht usw.
- Die meisten Erkrankungen der Verdauungsorgane wie Stuhlverstopfung, Leber-, Gallenblasen-, Bauchspeicheldrüsen- sowie Dünn- und Dickdarmerkrankungen, Verdauungs- und Ferment-Störungen.
- Gefäß-Erkrankungen wie Arteriosklerose, Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombosen.
- Mangelnde Infektabwehr, die sich in immer wiederkehrenden Katharren und Entzündungen der Luftwege (Erkältungen und Nasennebenhöhlen-Entzündungen) und in Nierenbecken- und Blasenentzündungen äußert.
- Allergien, Neurodermitis, Hautausschläge.
- Manche organische Erkrankungen des Nervensystems.

Literatur


- Helmut Wandmaker: Willst Du gesund sein? Vergiß den Kochtopf!, Verlag: Waldthausen, ISBN 3-926453-04-4
- Dr.med. M.O. Bruker: Unsere Nahrung - Unser Schicksal, Verlag: Emuverlag
- Guy-Claude Burger: Die Rohkosttherapie, Verlag: Heyne, ISBN 3-453-02730-2
- Franz Konz: Der Große Gesundheitskonz
- Claus Leitzmann: Welternährung zu Beginn des 21. Jahrhunderts: Die globale Ernährungssituation, in: Biologie in unserer Zeit 31(6), S. 408 - 416 (2001),
- Utz Thimm, Karl-Heinz Wellmann: In aller Munde. Ernährung heute, Suhrkamp Verlag (stw 3602), Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-518-45602-4
- Utz Thimm, Karl-Heinz Wellmann: Essen ist menschlich. Zur Nahrungskultur der Gegenwart, Suhrkamp Verlag (stw 3533), Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-45533-8
- Thomas Spengler: Gesundheit durch Vitalstoffe, Selbstverlag, 2004, ISBN 300012604X

Siehe auch

Weblinks


- [http://ernaehrungs.info Ernährungsinformationen und Nahrungsmitteldatenbank bei Ernährungs.info]
- [http://www.dietetics.de Die Nahrungsmitteldatenbank bei dietetics.de]
- [http://www.ernaehrung.de/index.htm Deutsches Ernährungsberatungs- und -informationsnetz (DEBInet)]
- Frankfurter Rundschau: [http://www.f-r.de/uebersicht/alle_dossiers/politik_inland/was_koennen_wir_noch_essen/ Dossier "Was können wir noch essen?"]
- [http://www.cma.de/wissen.php Ernährungsinformationen von der CMA]
- [http://www.hilifeev.com Ernährungsinformationen und nützliche Hinweise zum Gesünderen Leben]

Sicherheit

Sicherheit bezeichnet einen Zustand, der frei von unvertretbaren Risiken der Beeinträchtigung ist oder als gefahrenfrei angesehen wird. (Definition der DIN EN 61508 (technische Definition)) Mit dieser Definition ist Sicherheit sowohl auf ein einzelnes Individuum als auch auf andere Lebewesen, auf unbelebte reale Objekte oder Systeme wie auch auf abstrakte Gegenstände (z. B. eine Kapitalanlage) bezogen. Bei komplexen Systemen ist es unmöglich, Risiken völlig auszuschließen. Das vertretbare Risiko für jede mögliche Art der Beeinträchtigung hängt von vielen Faktoren ab und wird zudem subjektiv verschieden bewertet. Im allgemeinen werden höhrere Wahrscheinlichkeiten für Beeinträchtigungen mit steigendem Nutzen (z.B. Aktien-Spekulation, Teilnahme am Straßenverkehr) als vertretbar angesehen. Um den Zustand von Sicherheit zu erreichen, werden Sicherheitskonzepte erstellt und umgesetzt. Sicherheitsmaßnahmen sind erfolgreich, wenn sie dazu führen, dass mit ihnen sowohl erwartete als auch nicht erwartete Beeinträchtigungen abgewehrt bzw. hinreichend unwahrscheinlich gemacht werden. Allgemein wird Sicherheit jedoch nur als relativer Zustand der Gefahrenfreiheit angesehen, der stets nur für einen bestimmten Zeitraum, eine bestimmte Umgebung oder unter bestimmten Bedingungen gegeben ist. Im Extremfall können sämtliche Sicherheitsvorkehrungen zu Fall gebracht werden durch Ereignisse, die sich nicht beeinflussen oder voraussehen lassen (z. B. Meteoriteneinschlag). Sicherheit bedeutet daher nicht, dass Beeinträchtigungen vollständig ausgeschlossen sind, sondern nur, dass sie hinreichend (z.B. im Vergleich zum allgemeinen "natürlichen" Risiko einer schweren Erkrankung) unwahrscheinlich sind. Ein prägnantes Modell für die Relativität von Sicherheitsmaßnahmen ist das Kraftfahrzeugwesen, in dem es zahlreiche sicherheitstechnische Vorschriften und auch regelmäßige Überprüfungen gibt. Dennoch können weder Vorschriften noch Prüfungen verhindern, dass mit dem Kraftfahrzeug absichtlich, böswillig oder unabsichtlich gefährliche Zustände herbeigeführt werden oder dass Teile des Kraftfahrzeugs in gefährlicher Weise nicht mehr funktionieren. Leider wird im Deutschen nicht zwischen den beiden Themen "Security" und "Safety" unterschieden, beide Begriffe werden allgemein als Sicherheit bezeichnet. Während man "Safety" am ehesten mit dem Schutz von Leben und Gesundheit umreißen kann, beschäftigt sich "Security" mit Sachschutz. Das heisst, es reicht nicht, z.B. an einer Fluchttür Sicherheit zu fordern. Im Sicherheitskonzept sind die Anforderungen zu spezifizieren. Eine "Safety"-Anforderung wäre hier die Gewährleistung eines Flucht- und Rettungsweges für Betroffene bzw. hilfeleistende Kräfte, während Forderungen zur Vermeidung einer unberechtigten Nutzung der Tür im Normalbetrieb dem Bereich "Security" zuzuordnen sind.

Individuelle Sicherheit

Die Sicherheit einer Person kann in physische und wirtschaftliche Sicherheit unterschieden werden. Die physische Sicherheit beschreibt die unmittelbare körperliche Unversehrtheit und Bedrohungsfreiheit, die wirtschaftliche Sicherheit die dauerhafte Gewährleistung der existentiellen Basis, welche die Zukunft der Person absichern. Sicherheit für den Menschen bezeichnet nicht nur objektive Gefahren- oder Risikofreiheit wie z.B. eine geschützte Unterbringung mit einer gewährleisteten Versorgung aller Bedürfnisse, sondern auch die subjektive Empfindung der Geborgenheit, unabhängig davon, ob sie zutrifft. Dieses Gefühl kann einzelne Personen oder ganze Bevölkerungsgruppen einnehmen.

Öffentliche Sicherheit

Die öffentliche Sicherheit bezeichnet im Polizeirecht die Wahrung der objektiven Rechtsordnung, der Einrichtungen des Staates sowie der Rechtsgüter und Grundrechte des Einzelnen. Siehe auch: Innere Sicherheit

Kollektive Sicherheit

Die kollektive Sicherheit bedeutet in Konfliktsituationen, dass nicht die Sicherheit der einen Seite zu Lasten der anderen erhöht wird (etwa in dem sich der eine Waffen besorgt), sondern in dem man gemeinsam Maßnahmen entwickelt, die die Sicherheit für beide Seiten verbessert, etwa, in dem sich beide Seiten verpflichten, ihre Konflikte friedlich zu lösen und einen unbeteiligten Dritten als Schiedsrichter einschalten. Der Begriff kollektive Sicherheit stammt aus der Außenpolitik und wurde für eine kooperative Form Konfliktlösung verwendet, wie sie exemplarisch im Vertrag von Locarno zum Ausdruck kam.

Technische Sicherheit, Betriebssicherheit

Bei technischen Konstruktionen oder Objekten bezeichnet Sicherheit den Zustand der voraussichtlich störungsfreien und gefahrenfreien Funktion. Im technischen Bereich ist „Sicherheit“ oft davon abhängig, wie sie definiert ist oder welcher Grad von Unsicherheit für die Nutzung der technischen Funktion akzeptiert wird. Tritt bei einer möglichen Störung keine Gefährdung auf so spricht man einfach nur von Zuverlässigkeit. Primäre Grundlage für die Betriebssicherheit ist die Bauteilzuverlassigkeit, das heißt Bauteile dürfen nicht durch Überbelastung oder Materialversagen Ihre Funktionsfähigkeit verlieren. Häufig stehen jedoch kostenaufwendige Sicherheitsmaßnahmen für den Menschen den wirtschaftlichen Belangen zum Kapitalgewinn entgegen.

Sicherheitstechnik

Untersuchungen zu Problemen und Lösungen der Sicherheit in der Technik führt die Sicherheitstechnik durch. Die Maßnahmen, mit denen die Sicherheit von technischen Objekten, Anlagen oder Systemen erreicht werden soll, sind im Grunde Spezialfälle zur Gewährleistung entweder von individueller oder kollektiver Sicherheit der beteiligten Menschen, oder sie sind wirtschaftlich motiviert, um z. B. kostspielige Reparaturen oder Produktionsausfälle oder aber rechtlich begründete Sanktionen bei Schadensfällen zu vermeiden. Die Sicherheitstechnik unterteilt sich wie folgt:
- unmittelbare Sicherheit bezeichnet Lösungen bei denen die Gefahrenentstehung verhindert wird. Dabei gibt es den safe-life-Ansatz bei dem durch Klärung aller äußeren Einflüsse, sicherem Bemessen und weiterer Kontrolle ein Versagen ausgeschlossen wird. Der fail-safe-Ansatz bewirkt, dass bei einem beschränkten Versagen noch eine gefahrlose Außerbetriebnahme möglichn ist. Ein weiterer Ansatz ist die redundante Anordnung von Baugruppen, so daß bei einem Ausfall eines Teils dennoch die Gesamtfunktion weiterhin gewährleistet ist.
- mittelbare Sicherheit bezeichnet Lösungen mit denen zusätzliche Sicherheitseinrichtungen eine mögliche Gefährdung abweisen. So verhindern Maschinenverkleidungen bei Drehmaschinen eine Gefahr durch die bewegten Teile und verhindern gefährliche Eingriffe von außen. Andere Schutzsysteme arbeiten mit Sensoren, so wird Fahrstuhltür nicht geschlossen wenn Personen sich im Bereich der Tür befinden.
- hinweisende Sicherheit ist die schwächste Form von Sicherheitsmassnahmen, hier wird lediglich auf die Gefahren hingewiesen, etwa durch auffällige Warnhinweise bei elektrischen Anlagen oder Verkehrszeichen an Gefahrenpunkten. Des Weiteren gehören dazu auch Sicherheitshinweise in Bedienungsanleitungen von elektrischen Geräten sowie die Verwendung auffälliger Signalfarben oder Reflektoren an gefährdeten Objekten, z.B. Fußgängern bei Nacht.
- Verkehrssicherheit
- Fahrzeugsicherheit
- Flugsicherheit
- Datensicherheit
- Computersicherheit
- Netzwerksicherheit

Wirtschaftliche Sicherheit

Wirtschaftliche Sicherheit bezeichnet einen Zustand, bei dem das Vorhandensein der materiellen oder finanziellen Mittel für die Existenz oder für vorgesehene oder geplanten Abläufe und Vorhaben im vorgesehenen Zeitraum gewährleistet ist. Dies kann sowohl das einzelne Individuum betreffen als auch betriebswirtschaftliche Unternehmen oder ganze Staaten. Im Bereich Recht, Finanz- und Betriebswirtschaft und werden hinterlegte Pfänder oder Kautionen als Sicherheiten bezeichnet. Im Bankwesen dienen Wertpapiere und Hypotheken als Sicherheiten für Kredite. Sie sollen den Kreditgeber vor Verlusten schützen, wenn dem Kreditnehmer die Rückzahlung des Kredits mit Zinsen nicht möglich ist. Um gegen unabweisbare Gefahren gesichert zu sein, können Versicherungen abgeschlossen werden, zum Beispiel Unfallversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Versicherung erhöht zwar nicht objektiv die Sicherheit, wohl aber kann sie subjektiv zum Sicherheitsgefühl beitragen und im Eintrittsfall eine Behebung oder anderweitigen Ausgleich des Schadens ermöglichen.

Rechtssicherheit

Siehe Hauptartikel Rechtssicherheit.

Umgangssprachliche Bedeutung

Neben den oben angeführten Bedeutungen wird der Begriff Sicherheit umgangssprachlich dazu verwendet, die hohe Wahrscheinlichkeit des Zutreffens einer Aussage oder eines angekündigten Ereignisses zu markieren.

Siehe auch


- Gefahr
- Risiko
- Verwundbarkeit
- Sicherheitserziehung für Kinder
- Multilaterale Sicherheit Kategorie:Soziologie Kategorie:Technik ja:警備 simple:Save Kategorie:Technik

Grundbedürfnis

Grundbedürfnisse des Menschen sind wichtige Lebensvoraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um sich eines gesunden, zufriedenen und würdigen Lebens zu erfreuen. Es versteht sich, dass die Übereinstimmung z.B. der öffentlichen Meinung, was ein "Grundbedürfnis" sei, starkem Wertewandel unterliegt. Viele Wissenschaften versuchen, hier Klarheit zu schaffen, z.B. die Anthropologie, die Medizin und die Psychologie. Oft wird hier mit Axiomen gearbeitet, die dann das Erkenntnisfeld stark vorstrukturieren, z.B. in der Volkswirtschaftslehre. Gerne befassen sich normativ fundierte Wissenschaften damit, z.B. die Theologie oder die Rechtswissenschaft.

Übersicht

Häufig vorausgesetzte körperliche Grundbedürfnisse


- Gesundheit
- gesunde Nahrung
- gesunde natürliche Umwelt: Luft, Wasser, Sonne
- gesicherte geschaffene Umwelt:
  - Kleidung,
  - Unterkunft, bzw. Wohnung
  - Wärme,
  - Schutz vor Gefahren.
- körperliche Betätigung: Sport, Spiel, Arbeit, Sexualität
- Ruhe, Schlaf, Entspannung,
  - bei vorwiegend geistiger Arbeit

> körperlicher Ausgleich
  - bei vorwiegend körperlicher Arbeit

> geistiger Ausgleich
- ungefähre 3
- 8 Std. Regel:
  - 8 Std. Arbeit,
  - 8 Std. Freizeit, Essen, Erholung,
  - 8 Std. Schlaf
- keine extremen körperlichen und geistigen Überanstrengungen, keine extremen Überforderungen in Arbeit und Sport

Häufig vorausgesetzte psychische Grundbedürfnisse


- Sicherheit: Gefühl der Geborgenheit, des Gebrauchtwerdens, der Verbundenheit. Ähnlich wird auch vom Bedürfnis nach Bestimmtheit gesprochen. Sicherheit der politischen Verhältnisse und der wirtschaftlichen Lage. Aber auch
- Wechsel: Eine gewisse Spannung ist notwendig, sonst versinkt man in Lethargie. Offen sein für Neues, neue Menschen, neue Länder oder Gegenden, neue Arbeit, neue Freizeitbeschäftigungen.
- Erfolg und Anerkennung: Bestätigung, Arbeitsklima, Kritik und Lob aussprechen. Man kann auch von einem Bedürfnis nach Kompetenz sprechen.
- Freiheit und Kreativität
- Selbstwertgefühl: Selbstachtung, Selbstvertrauen, Stabilität, kein Selbstmitleid, Kenntnis seiner selbst, Fähigkeit zur Selbstkritik.
- Geliebt sein und Lieben können.
- Zerstreuung: die Notwendigkeit des Entspannungsprozesses als Gegenpol zu alltäglichen Abläufen zum Erhalt psychischer Belastbarkeit (Energie).
- Erlebnisse mit Erinnerungswert, z.B. in der Natur (Wanderungen, Radtouren usw.), menschliche Begegnungen dauerhafter und verlässlicher Art, Erfolge in der Arbeit, bestandene Schwierigkeiten.

Häufig vorausgesetzte transzendentale Grundbedürfnisse


- Erlösung
- Ewiges Leben
- Ewige Seligkeit Atheisten und Brights lehnen die Existenz transzendentaler Grundbedürfnisse meist ab.

Soziale Dimension

Aus sozialwissenschaftlicher Sicht sind auch die seelisch-geistigen Grundbedürfnisse wie z.B. Kreativität, Erfolg, Selbstachtung, die sich in bestimmten Erwartungshaltungen manifestieren, in starkem Maße gesellschaftlich geprägt. Es kann z.B. beobachtet werden, dass in Zeiten der existenziellen Krisen (Kriege, Hungersnöte u.a.m.) die seelisch-geistigen Bedürfnisse gegenüber der Befriedigung der physischen Grundbedürfnisse zurück treten oder scheinbar völlig verschwinden. Sie äußern sich aber doch in Anfälligkeiten z.B. für neue religiöse Angebote. Dagegen tritt die Erwartung, dass diese abgeleiteten oder "höheren" Bedürfnisse befriedigt werden, in Zeiten der existentiellen Sicherung sogar in den Vordergrund und kann eine ebenso große Dringlichkeit erreichen. In allen Belangen ist der Mensch zur Befriedigung seiner Grundbedürfnisse auf die Interaktion und auch Kooperation anderer Menschen angewiesen. Insofern besitzen diese auch immer eine soziale Dimension. Siehe auch: Grundrechte, Menschenrechte, Armut, Nachhaltige Entwicklung, Wirtschaft, Maslowsche Bedürfnispyramide, Bedürfnis, Residuum (Pareto) Kategorie:Motivation Kategorie:Soziologie

Gesundheit

Gesundheit ist mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert diese als Zustand des vollkommenen körperlichen, seelischen und sozialen Wohlbefindens (engl.: "well-being" = "Wohl-sein"). Einerseits hat diese Definition gewisse Vorteile, insbesondere die Betonung der seelischen und sozialen Komponenten der Gesundheit. Andererseits wird Gesundheit durch den Hinweis auf einen "vollkommenen Zustand" zu einem kaum erreichbaren Idealzustand, da davon auszugehen ist, dass in diesem Sinne kein Mensch Gesundheit besitzt und dadurch das extreme Ziel der WHO ("Gesundheit für alle") als illusorisch anzusehen ist.

Der Wert von Gesundheit

Gesundheit ist ein wichtiger persönlicher und gesellschaftlicher Wert. Ihre Bedeutung wird oft erst bei Krankheit oder mit zunehmendem Alter erkannt. Welche Einschränkungen mit dem Verlust von Gesundheit verbunden sind, wird meist erst dem alternden Menschen bewusst - durch eigene durchgestandene Krankheiten, gesundheitliche Probleme im Umfeld und das sich nähernde Lebensende. Jüngere Menschen leben unbeschwerter und risikofreudiger. Vorsorgeprogramme für jüngere Altersgruppen werden propagiert, laufen aber oft ins Leere. Im Allgemeinen sind Frauen gesundheitsbewusster als Männer. Dies kann man beispielsweise an der Beteiligung zur Darmkrebsvorsorge erkennen (Männer ca. 10 - 15 %, Frauen ca. 30 % Beteiligung). Die Förderung und Erhaltung der Gesundheit erfordert geringe finanzielle Mittel. Teuer ist dagegen der Versuch, Gesundheit wiederherzustellen, die sog. kurative Medizin. Das Gesundheitssystem ist neben der Renten- und Arbeitslosenversicherung eine der drei Säulen des Sozialsystems.

Faktoren für ein gesundes Leben


- gesunde Nahrung: Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Eier, Milch, Kartoffeln, Brot oder andere Getreideprodukte, Hülsenfrüchte etc.
- gesunde natürliche Umwelt: Luft, Wasser, Boden, Licht etc.
- gesicherte geschaffene Umwelt: Kleidung, Unterkunft, Wärme, Schutz vor Gefahren
- ausreichende körperliche Betätigung an frischer Luft (Sport, Spiel, Arbeit), keine extremen Überanstrengungen
- genug Schlaf, Zeiten der Ruhe, keine Hetze
- Entspannung und emotionale Ausgeglichenheit (siehe auch unten)
- ein erfüllendes Sexualleben, oder dessen gelungene Sublimation
- intakte soziale Beziehungen z. B. ein Freundeskreis und gute Beziehungen zu Arbeitskollegen
- der Gesundheit förderliche Arbeitsbedingungen, keine dauernde Überforderung.

Seelisch-geistige Faktoren der Gesundheit


- Geliebt sein und selbst Lieben können:
  - Lebenspartner, Kinder, Familie, Mitmenschen
  - Freundlichkeit, Kontaktfähigkeit, soziale Kompetenz
- sich wertvoll empfinden; Selbstachtung, Selbstvertrauen
  - Erfolg und Anerkennung: Bestätigung, Arbeitsklima, Kritik und Lob (Feedback).
- Sicherheit: Gefühl der Geborgenheit, Religion bzw. Lebenssinn
  - Mindest-Sicherheit betr. Nahrung, Kleidung, Wohnen
  - Sicherheit der politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse
  - doch gewisse Spannung ist notwendig, sonst versinkt man in Lethargie.
- Freiheit:
  - Gestaltungsmöglichkeiten, auch für das eigene Leben; lohnende Ziele
  - Möglichkeit zur Artikulation, Gedankenfreiheit, Redefreiheit
  - Berufs- und Partnerwahl
  - Kreativität: schöpferische Betätigung und Spiel.
- Verbundenheit:
  - zum Partner, zu Freunden und/oder zu anderen
  - Konfliktfähigkeit und Bereitschaft zur Versöhnung
  - Erlebnisse mit Erinnerungswert.

Zitate


- Es gibt Menschen, die auf alles Essbare, Trinkbare, Rauchbare verzichten, das ein irgend schlechtes Ansehen bekommen hat. Sie machen dieses Opfer für die Gesundheit. Und alles, was sie davon haben, ist Gesundheit. Wie merkwürdig. Es ist, wie wenn man ein Vermögen bezahlte für eine Kuh, die keine Milch mehr gibt. (Mark Twain)
- Gesundheit ist dasjenige Maß an Krankheit, das es mir noch erlaubt, meinen wesentlichen Beschäftigungen nachzugehen. (Friedrich Nietzsche)
- Gesundheit ist die Fähigkeit, lieben und arbeiten zu können. (Sigmund Freud)
- Die Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen. Der Besitz des bestmöglichen Gesundheitszustandes bildet eines der Grundrechte jedes menschlichen Wesens, ohne Unterschied der Rasse, der Religion, der politischen Anschauung und der wirtschaftlichen oder sozialen Stellung. Die Gesundheit aller Völker ist eine Grundbedingung für den Weltfrieden und die Sicherheit; sie hängt von der engsten Zusammenarbeit der Einzelnen und der Staaten ab. Die von jedem einzelnen Staate in der Verbesserung und dem Schutz der Gesundheit erzielten Ergebnisse sind wertvoll für alle. Ungleichheit zwischen den verschiedenen Ländern in der Verbesserung der Gesundheit und der Bekämpfung der Krankheiten, insbesondere der übertragbaren Krankheiten, bildet eine gemeinsame Gefahr für alle. Die gesunde Entwicklung des Kindes ist von grundlegender Bedeutung; die Fähigkeit, harmonisch in einer in voller Umwandlung begriffenen Umgebung zu leben, ist für diese Entwicklung besonders wichtig. Für die Erreichung des besten Gesundheitszustandes ist es von besonderer Bedeutung, dass die Erkenntnisse der medizinischen, psychologischen und verwandten Wissenschaften allen Völkern zugänglich sind. Eine aufgeklärte öffentliche Meinung und eine tätige Mitarbeit der Bevölkerung sind für die Verbesserung der Gesundheit der Menschen von höchster Wichtigkeit. Die Regierungen tragen die Verantwortung für die Gesundheit ihrer Völker; sie können diese nur auf sich nehmen, wenn sie die geeigneten hygienischen und sozialen Vorkehrungen treffen. (WHO)
- Was bringt den Doktor um sein Brot?
a) die Gesundheit, b) der Tod.
Drum hält der Arzt, auf daß er lebe,
uns zwischen beiden in der Schwebe.

(Dr. med. Eugen Roth)

Literatur


- Antonovsky, A. (1997). Salutogenese: zur Entmystifizierung der Gesundheit. Tübingen: DGVT-Verlag.
- Becker, P. (1982). Psychologie der seelischen Gesundheit. Göttingen: Hogrefe.
- Bengel, J., Strittmatter, R., & Willmann, H. (2001). Was erhält Menschen gesund? Antonovskys Modell der Salutogenese - Diskussionsstand und Stellenwert ; eine Expertise. Köln: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).
- Blech, J. (2003). Die Abschaffung der Gesundheit. Der Spiegel, 33, 116-126.
- Bertelsmann Verlag. (2000). Gesundheit und Krankheit zwischen Magie und Vernunft. In Bertelsmann Verlag (Ed.), Meilensteine des Lebens 1.
- Brundtland, G. H. (Ed.). (2000). Grundrecht Gesundheit. Vision: Mehr Lebensqualität für alle. Frankfurt: Campus.
- Lampert, T./Ziese, T. (2005): Armut, soziale Ungleichheit und Gesundheit. Expertise des Robert Koch-Instituts zum 2. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Schriftenreihe Lebenslagen in Deutschland. Bonn: BMGS. [http://www.bmgs.bund.de/download/broschueren/A349.pdf Download]
- Lemke, T. (2003). Gesunde Körper - kranke Gesellschaft? Medizin im Zeitalter der Biopolitik. Zeitschrift für Biopolitik, 2(2), 67-71.
- Lippke, S. (2002). Wellness. In R. Schwarzer, M. Jerusalem & H. Weber (Eds.), Gesundheitspsychologie von A bis Z (pp. 630-633). Göttingen: Hogrefe.
- Lutz, R., & Mark, N. (Eds.). (1995). Wie gesund sind Kranke? Zur seelischen Gesundheit psychisch Kranker. Göttingen: Hogrefe.
- Schiefenhövel, W., & Schiefenhövel-Barthel, S. (1999). Gesundheit und Krankheit. In D. Geiß & J. Weiß (Eds.), Der Mensch (Vol. 2, pp. 68-75). Leipzig: Brockhaus.
- van Spijk, P. (1991). Definitionen und Beschreibung der Gesundheit - ein medizinhistorischer Überblick. Zürich: Schweiz. Gesellschaft für Gesundheitspolitik SGGP. ---- Siehe auch: Krankheit, Medizin, Gesundheitserziehung, Gesundheitssystem, Heilverfahren, Massage, Wellness, Fitness, Lebensqualität, Behinderung, Healthism, Selbsthilfegruppe, Gesundheitsamt, Gesundheitshaus, Public health, Volksgesundheit

Weblinks


- [http://www.gbe-bund.de Informationssystem für Gesundheitsberichterstattung des Bundes] (Statistiken usw.)
- [http://www.dgfnr.com/Rehabilitation/ICF_deutscher_Entwurf.pdf Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) der Weltgesundheitsorganisation (WHO)] (PDF-Datei)
- [http://www.dimdi.de/de/klassi/ICF/ Offizielle ICF - Klassifikation der Bundesrepublik Deutschland - Deutsches Institut für medizinische Dokumentation und Information (DIMDI)]
- [http://www.novo-magazin.de/64/novo6428.htm Schlechte Angewohnheiten, sie leben hoch!] - Kommentar über „den Irrglauben, Gesundheit sei ein Lebenszweck“
- [http://www.dgk.de Deutsches Grünes Kreuz für Gesundheit e.V.]
- [http://web4health.info/de Gesundheitsportal zur psychischen Gesundheit]
- [http://www.lifeline.de lifeline.de] - Gesundheitsportal für Patienten und Angehörige
- [http://www.g-netz.de/Gesundheit_aktuell/gesundheit_aktuell.shtml G-Netz.de] - Portal zum Thema Gesundheit
- [http://www.medsana.ch MEDSANA] - Das Schweizer Gesundheitsportal
- [http://www.medhost.de Gesundheit - Krankheit] - Infoportal zu diesen Themen
- [http://www.info-gesundheit.de Info-Gesundheit.de] - Linkportal und Suchmaschine für Gesundheit und Medizin
- [http://www.scoop4life.de Scoop4life.de] - Das Jugendmagazin mit dem Themenschwerpunkt Gesundheit ! Kategorie:Wortexport

Umwelt

Die Umwelt eines Lebewesens ist die nähere oder weiter entfernte Umgebung, die einen direkten oder indirekten Einfluss auf dieses Lebewesen und seine Lebensbedingungen ausübt. In Bezug auf den Menschen unterscheidet man unter anderem die
- soziale Umwelt,
- die kulturelle Umwelt und
- die natürliche Umwelt.

Soziale und kulturelle Umwelt

Die soziale und kulturelle Umwelt eines Individuums besteht einerseits aus den Menschen, mit denen es unmittelbar in Beziehungen steht, andererseits auch aus dem weiteren kulturellen Umfeld, das Einflüsse ausübt. Dazu gehören beispielsweise das politische und wirtschaftliche System, in dem es sich befindet usw. Stichworte: soziale Umwelt, Familie, soziales Milieu, soziale Schicht, Sozialisation, Soziologische Systemtheorie

Natürliche Umwelt

Die Umwelt ist ein Netzwerk von Orten, das einen großen Komplex von körperlichen, emotionalen, intellektuellen und spirituellen Interaktionen unterstützt. Im weiteren Sinn ist "Umwelt" alles zwischen der Atmosphäre (manche schließen nahe Himmelskörper ein) und der oberen Erdkruste. Im engeren Sinne bezieht sich Umwelt vor allem auf die Natur und die Wechselbeziehungen zwischen Wirtschaft, Technik und Naturwissenschaften. Diese Wortverwendung tritt vor allem im Sprachgebrauch von "Umweltschützern" und der Politik seit etwa den 1970ern auf. Man sieht daher das Wort nun vorwiegend im Zusammenhang mit Umweltschutz, Umweltverschmutzung und Umwelt-Gipfel - obwohl "Umwelt" im weiteren Sinn (siehe oben) etwa 20 bis 50 mal so viele Fachgebiete umfasst. Im Unterschied zum bloßen Naturbegriff bezieht man neuerdings auch die "städtische Umwelt" mit ein. Damit werden Gebiete wie Verkehrs- und Bauwesen, Geotechnik oder Wasserwirtschaft am Rand oder zentral einbezogen, aber auch Themen wie Abfallwirtschaft, Lärmschutz, Elektrosmog und ähnliche Problemfelder. Im klassischen Naturschutz wurden sie bisher kaum (oder nur dem Namen nach) behandelt.

Umwelt im ökologischen Sinne

Umwelt in der Ökologie bezeichnet die Gesamtheit aller auf die Natur einwirkenden Einflüsse sowie die Gesamtheit aller ökologischen Faktoren, die auf eine Art einwirken. Oft wird der Begriff Umwelt umgangssprachlich mit Natur gleichgesetzt. Siehe auch: Recycling, Kyoto-Protokoll, Abgas, Ökosystem, Biotop, Umweltfaktor, Umweltzerstörung, Umweltschutz, Umweltschutzorganisation, Umweltverschmutzung, Umweltbewusstsein, Umweltbundesamt, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft
- Portal:Umweltschutz
- Umweltpolitik
- Umweltprobleme
- Schadstoffe
- Emissionen, Immission
- Jakob Johann von Uexküll
- Rudolf Bahro
- Ökologische Plattform

Weblinks


- [http://www.umweltbundesamt.de www.umweltbundesamt.de] - Offizielle Seite des Umweltbundesamtes
- [http://europa.eu.int/comm/dgs/environment/index_de.htm www.europa.eu.int] - Generaldirektion Umwelt in der Europäischen Kommission
- [http://www.upi-institut.de www.upi-institut.de] - UPI - Umwelt- und Prognose-Institut e.V.
- [http://www.dbu.de www.dbu.de] - Deutsche Bundesstiftung Umwelt
- [http://www.gein.de www.gein.de] - Umweltinformationsnetz Deutschland (German Environmental Information Network)
- [http://www.udk-gein.de www.udk-gein.de] - Umweltdatenkatalog Deutschland
- [http://www.umweltdatenkatalog.de www.umweltdatenkatalog.de] - Umweltdatenkatalog des Bundes und der Länder
- [http://www.umweltdatenbank.de www.umweltdatenbank.de] - Umfangreiche Datenbank zum Umweltschutz und Umweltmanagement
- [http://www.umweltberatungluzern.ch www.umweltberatungluzern.ch] - öko-forum Umweltberatung Luzern
- [http://www.ogee.de www.ogee.de] - Portal für Umwelt und Entwicklung
- [http://www.na.unep.net/OnePlanetManyPeople/AtlasDownload.php www.na.unep.net] - Globaler Umwelt-Atlas Kategorie:Soziologie Kategorie:Umwelt- und Naturschutz ja:環境 ko:환경 simple:Environment

Kleidung

Kleidung ist die Gesamtheit der Kleider. Der Begriff Kleidung ist zu unterscheiden vom Begriff Mode(siehe auch dort). Kleidung bildet eine Hülle um den (menschlichen) Körper. Sie begrenzt den engsten, intimsten Raum um den Körper. Diesen Raumhüllen-Charakter hat Kleidung mit Architektur gemein. Wenn bei Kleidung oft von der zweiten Haut die Rede ist, dann ist Architektur die dritte Haut um den Menschen. Architektur ist im Unterschied zu Kleidung die Hülle um den Raum, in dem sich der Mensch aufhält, sich bewegt, tätig wird und seine Dinge aufbewahrt. Im Gegensatz zur Architektur trägt der Mensch seine Kleidung mit sich herum. Die ursprüngliche Funktion der Kleidung ist der Schutz des menschlichen Körpers vor unerwünschten Einflüssen der Außenwelt wie Kälte, Nässe, Hitze etc. Weitere Schutzfunktionen: der Schutz vor Blicken, der Schutz vor Gewalt und Verletzung (Helm, Rüstung), der Schutz vor Bakterien (Hygiene), usw. (siehe auch Schutzkleidung). Neben der Schutzfunktion hat Kleidung häufig auch eine Markierungfunktion. In diesem Sinne kennzeichnet und spezifiziert Kleidung den Träger der Kleidung. Damit wird Kleidung zum Kommunikationsmittel, zum Zeichen. Die simpelste Form der Kennzeichnung ist Kennzeichnung als beachtenswertes Objekt. Ein Beispiel dafür sind die orange-farbenen Warnwesten von Straßenarbeitern. Häufig kennzeichnet Kleidung ihren Träger als Zugehörigen einer Gruppe. Im Sport kennzeichnet Kleidung beispielsweise die Angehörigen einer Mannschaft. Weitere Beispiele für diese Art von Kennzeichnung sind die Präsentation von Berufsrollen, Rangunterschieden oder Standesunterschieden und somit die Abgrenzung bzw. Zugehörigkeit von anderen gesellschaftlichen Gruppen bzw. Individuen. Weitere Markierungs-Funktionen der Kleidung sind ästhetischer Art: das sich Ausdrücken-Wollen oder das Schmücken des Trägers, des weiteren das ästhetische-ironische Spielen und Experimentieren mit etablierten Formen der Kennzeichnung, usw. Darüber hinaus hat Kleidung oft auch noch eine sinnliche Erlebnisfunktion. Darunter fällt der sinnliche Genuss an bestimmten Materilien, Formen und Farben und am Spielen und Experimentieren mit Formen, Farben, Materialien. Beispiele sind das Kuscheln in weichen Materialien und die erotisch-sexuell stimulierend wirkung bei Materialfetischismen (siehe auch Fetischismus), sowie der Genuss einer anmutigen Erscheinung.

Ähnliche aber nicht synonyme Begriffe

Wenn von Kleidung die Rede ist, werden oft auch andere Begriffe mit nicht identischer Bedeutung verwendet:
- Textilien: Der Begriff geht stärker von der bei Kleidung vorherrschenden aber nicht notwendigen Materialität aus. Nicht alle Textilien sind Kleidungsstücke.
- Outfit: Die Gesamtheit der bewussten Gestaltung der äußeren Erscheinung: Kleidung, Schuhe, Schmuck, Frisur etc.
- äußere Erscheinung: Schließt neben Outfit auch das Aussehen des Körpers selbst mit ein.
- Mode
- Bekleidung

Möglichkeiten der Unterteilung

Kleidung lässt sich unterscheiden durch:
- unterschiedliche Materialien (z. B. Leder, Pelz, Webstoff, künstlicher Faserstoff mit unterschiedlichem Design),
- Lage der Kleidung (Oberbekleidung und Unterbekleidung (Unterwäsche)
- unterschiedliche Formen (z. B. Jacke, Hose, Rock, Mantel, Kleid, Bluse, Schuhe etc.)
- unterschiedliches Beiwerk der Kleidung (Accessoires und Schmuck)
- Geschlecht der Träger: Branchenbezeichnung DOB (Damenoberbekleidung) und HAKA (Herren und Knaben)
- unterschiedliche Moden der einzelnen Epochen oder Jahrzehnte
- die gesellschaftlichen Gründe für die Ausprägung: Gesellschaftliche Distinktion

Zeichenhaftigkeit

Die Gründe der Abgrenzung durch Kleidung können gruppenspezifisch sein. So kann man anhand der Kleidung unterscheiden:
- den Volksstamm (stammesspezifische Kleidung),
- die Nation (Nationaltracht, z.B. Burnus, Tunika oder Toga)
- die Funktion als Amtsträger (Uniform, Amtstracht, Dienstkleidung)
- die Religion (religionsspezifische Kleidung) Kopftuch, Burka,
- den Beruf (Berufskleidung)
- die Vereinszugehörigkeit, (Tracht) etc., die jeweils bestimmte Gattungen und Ränge markiert. Kleidung kann geschlechtsspezifisch, altersspezifisch oder auch standes-/klassen-/kastenspezifisch sein. In den westlichen Industriestaaten begründen die verschiedenen Lebensstile die unterschiedlichen Ausprägungen von und Abgrenzungen durch Kleidung. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Kleidung erfolgt durch die volkskundliche Kleidungsforschung.

Kennzeichnung von Kleidung

Um die Auswahl und Pflege der Kleidung zu erleichtern werden im oder auf dem konfektionsmäßig hergestellten Kleidungsstück meist einige Angaben gemacht: Die Marke. Die Zusammensetzung der Materialien. Die unterschiedlichen Größen moderner Kleidung, in Konfektionsgrößen gegliedert. Textilpflegesymbole für die Orientierung, wie Kleidung gereinigt werden soll. Die Modellbezeichnung des einzelnen Kleidungsstrückes.

Siehe auch


- Altkleidersammlung
- Kleiderordnung
- Liste der Kleidungsstücke
- Liste der Uniformstücke
- Mode
- Statussymbol
- Nacktheit
- Parament ! Kategorie:Volkskunde ja:衣類 simple:Clothing

Gesellschaft

Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen einem Alltagsverständnis von Gesellschaft (beispielsweise 'eine Menge von Personen', oder spezieller: "in guter Gesellschaft sein", "gesellschaftlichen Anschluss suchen", "das ist mir eine feine Gesellschaft") und der Verwendung des Begriffs in der Soziologie bzw. den Sozialwissenschaften überhaupt und im Privatrecht. Biosoziologisch gesehen ist der Mensch 'von Natur in Gesellschaft', mit (bereits) Aristoteles' Worten also ein ζώον πολιτικόν (zóon politikón), ein auf 'Staaten-(Gemeinden-, Poleis-)Bildung angelegtes Wesen'. Die Herkunft des Begriffes "Gesellschaft" ist aus altertümlich gewordenen Worten wie "Geselle" erkennbar (vgl. Gleich und gleich gesellt sich gern). Eine oft implizite Bedeutung des Begriffs "Gesellschaft" ist, dass seine Mitglieder ein gegenseitiges Interesse oder ein Interesse an einer allgemeinen Zielsetzung teilen.

Gesellschaft (Soziologie)

Zum Begriff

In der Soziologie wird unter Gesellschaft allgemein das Zusammenleben von Menschen verstanden. Der Begriff wird auch für Gruppen von Menschen verwandt, beispielsweise für ein Volk, oder für einen strukturierten, räumlich abgegrenzten Zusammenhang zwischen Menschen (z.B. ("die schwedische Gesellschaft") oder für ein durch die Dichte und Multiplexität sozialer "Interaktionen" abgegrenztes Knäuel im Netzwerk der Menschheit. Die Bezeichnung "Gesellschaft" ist als zentraler Grundbegriff der Soziologie nicht unumstritten. Analytisch eingeführt wurde der Terminus durch den Soziologen Ferdinand Tönnies 1887 in seinem Werk "Gemeinschaft und Gesellschaft". Tönnies stellt dem Begriff Gemeinschaft, welche sich durch gegenseitiges Vertrauen, emotionale Anbindung und Homogenität auszeichnet, den Begriff Gesellschaft gegenüber, derer sich die Akteure mit jeweils individuellen Zielen bedienen. Dies führt zu einer nur losen Verknüpfung der Individuen in der Gesellschaft. Beide, Gemeinschaft und Gesellschaft, sind für ihn Gegenstände der Soziologie. Max Weber knüpfte mit dem Begriff Vergesellschaftung daran an.

Konkrete Anwendung des Begriffs

Für konkrete Anwendungen des Begriffs wird die Grenze der Gesellschaft wegen allzu schlecht bestimmbarer Allgemeinbegriffe meist da angesetzt, wo (vermeintlich) die Gemeinsamkeit endet, die mit der Verwendung des Begriffs angedeutet werden soll. Diese Gemeinsamkeiten werden nach verschiedenen Kriterien abgegrenzt. So werden einzelne Länder (Abgrenzungskriterium: Landesgrenzen) als Gesellschaften bezeichnet, ebenso wie Kulturen (Abgrenzungskriterium: Kulturgrenzen) und soziale Systeme. Wer Soziologie betreibt, wird immer fragen, wer erfolgreich eine "Gesellschaft" definiere. Dies ist schwieriger als beim Staat (auch der Nation) zu ermitteln, der durch völkerrechtlichen Vertrag oder erfolgreiche Proklamation entsteht, oder selbst beim Volk, das sich im Selbstverständnis durch symbolische, miteinander eng vernetzte Medien (Sprache, Liedgut, Abstammungs- und andere Mythen usw. als solches versteht, oft mit dichterischer Nachhilfe - vgl. Homer, Dante, Luther; Nationaldichter). Wer aber definiert z.B. die "polnische Gesellschaft", d.h. grenzt das oben angesprochene "Knäuel" im sozialen Netzwerk Ostmitteleuropa als das "polnische" ab? Vermutlich Soziolog/inn/en. Den politischen Eliten kann das kaum Recht sein. Die neoliberale Politikerin Margaret Thatcher stellte die Existenz von "Gesellschaft" überhaupt in Abrede.

Soziologische Schulen und ihr Zugriff zur "Gesellschaft"

Im (z.B.) Strukturfunktionalismus bildet sich aus Akteuren dann eine "Gesellschaft", wenn sie in der Lage ist, mittels bestimmter sozialer Funktionen die menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen (vgl. Talcott Parsons, aber auch: den Funktionalismus). Funktional darauf ausgerichtet bilden sich "Institutionen"; und ohne die Herausbildung von entsprechenden "Strukturen" ist eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung nicht möglich.
Auch ein Robinson Crusoe überlebt nur, weil er die Methoden zur Bewältigung der Welt (Normen, Werte, Fähigkeiten) verinnerlicht hat, weil er die Gesellschaft in sich trägt - z.B., wenn er auf seiner einsamen Insel 'fromm' wird. Akteur (oder, strittig, Individuum) und Gesellschaft stehen in einem wechselseitigem Abhängigkeitsverhältnis. Langfristig stabilisieren sich Gesellschaften nur, wenn sie sich über Sozialisation Strukturen und Wertvorstellungen reproduzieren. Ursprüngliche Instanz ist hier durch biologische Determination die Kernfamilie (sogar dies ist umstritten). "Gesellschaft" in systemtheoretischen Begriffen ist, mit Luhmann ausgedrückt, das umfassendste soziale System, die Einheit, die keine soziale Umwelt mehr hat und alle (anderen) sozialen Systeme, Verhältnisse und Tatbestände umfasst. Anders ausgedrückt ist Gesellschaft alles, was durch Kommunikation füreinander erreichbar ist. Für den 2002 verstorbenen französischen Soziologen Pierre Bourdieu ist "Gesellschaft" nicht völlig erklärbar. Es gebe aber zwei zu unterscheidende Ebenen: die Ebene der sozialen Praxis, in der sich das Leben nach Regelmäßigkeiten abspiele, deren Ablauf die Akteure zum großen Teil unbewusst inkorporiert haben, und die Ebene der "Theorie der Praxis", wo untersucht werden müsse, die unbewussten, in ihrer Gesamtheit kaum wahrgenommenen Machtverhältnisse der sozialen Praxis aufzudecken, und zwar dort, wo sie weitest gehend mit den Gewohnheiten des Handelns, des Wahrnehmens und Beurteilens bricht. Bourdieus sehr einflussreiches Werk enthält damit eine gesellschaftskritische Komponente. Auch in der heutigen (2005) Soziologie ist die Verwendung des Begriffes "Gesellschaft" nicht unumstritten. So fordert z.B. der britische Soziologie John Urry für eine Soziologie des 21. Jahrhunderts die Abkehr von der Analyse von "Gesellschaften" (Sociology Beyond Societies, London 2000).

"Weltgesellschaft"

Tönnies' und Luhmanns Ansätze erlauben - wie die vieler anderer soziologischer Makrotheoretiker - auch die Konzeption einer "Weltgesellschaft" (bei Karl Marx durch den durchdringenden Ausbeutungsmechanismus im Kapitalismus; bei Ludwig Gumplovicz durch den Krieg zwischen Gruppen; bei Ferdinand Tönnies durch den Fernhandel; bei Niklas Luhmann durch Anschluss von Kommunikationmedien wie etwa durch "Zahlungen" von "Geld"; usw.).

Marxismus

Die Gesellschaft wird hier nach dem geschichtlichen Entwicklungsstand der Produktionsverhältnisse beschrieben:
- Urgesellschaft
- Sklavenhaltergesellschaft
- Feudalismus
- Asiatische Produktionsweise
- Kapitalismus
- Sozialismus
- Kommunismus

Rechtsform

Das Wort Gesellschaft wird im juristischen Sprachgebrauch für Zusammenschlüsse natürlicher oder juristischer Personen gebraucht, siehe Rechtsform.

Verwandte Themen


- Gesellschaftsordnung, Sozialstruktur, Gemeinwesen, Unterscheidung von Staat und Gesellschaft, Gesellschaftsmodell, Nivellierte Mittelstandsgesellschaft
- Industriegesellschaft, Konsumgesellschaft, Dienstleistungsgesellschaft, Informationsgesellschaft, Erlebnisgesellschaft, Netzwerkgesellschaft, Risikogesellschaft ja:社会 ko:사회 nb:Samfunn simple:Society zh-min-nan:Siā-hōe Kategorie:Soziologie Kategorie:Gesellschaftsrecht Kategorie:Wortexport

Mobilität

Mobilität = Beweglichkeit ist von "mobil" (lat. mobilis, beweglich) abgeleitet. Je nach Zusammenhang hat Mobilität folgende Bedeutungen:
- Mobilität (Fortbewegung): Möglichkeit, räumliche Entfernungen zu überwinden..
- vertikale Soziale Mobilität: In der Soziologie Auf- und Abstieg von Personen(gruppen) zwischen verschiedenen sozialen Positionen bzw. Ständen
- horizontale Soziale Mobilität: In der Soziologie verwendeter Begriff für verschiedene Formen der Migration.
- geistige Mobilität: Fähigkeit, flexibel und in Alternativen zu denken (geistige Beweglichkeit)
- Mobilität im Sinne der Telematik: Im Gegensatz zur Portabilität die Möglichkeit zu Telekommunikation während der Bewegung
- mobile Arbeit siehe Immaterielle Arbeit
- Kommunikationslehre: Unterschiedliche Zeichen zeigen die gleiche Bedeutung auf (Beispiel: Regen wird durch Regenschirm, Wassertropfen, Regengeräusche angedeutet)
- elektrische Mobilität: Im elektrischen Transport bezeichnet die Mobilität \mu die Beweglichkeit der Ladungsträger in einem Leiter bei angelegtem elektrischen Feld.

Siehe auch


- Verkehrswesen
- Verkehrswissenschaften
- Mobility Kategorie: Eigenschaft

Lebensstandard

Der Lebensstandard beschreibt den materiellen Wohlstand von Personen, normalerweise im Verhältnis zu Vergleichspersonen. Auf gesellschaftlicher Ebene werden dabei oft das Bruttonationaleinkommen (früher Bruttosozialprodukt), das Pro-Kopf-Einkommen oder vergleichbare Indikatoren aus der Wirtschaftswissenschaft als Maßstab genommen. Auf individueller Ebene gelten normalerweise Güter wie z. B. ein modernes Auto, schöne Kleidung oder ein komfortabler Platz zum Wohnen als Ausdruck des Lebensstandards (Lebensstil). Auch die medizinische Versorgung und andere nützliche Einrichtungen stellen normalerweise Teil des Lebensstandards der Individuen einer Gesellschaft dar. Kritiker einer am Wirtschaftswachstum orientierten Gesellschaft argumentieren für einen Wandel vom Begriff Lebensstandard zum Begriff Lebensqualität. Aus ihrer Sicht führt Wirtschaftswachstum zu Problemen wie Ressourcenkonflikte, militärische Expansionsbestrebungen und Umweltverschmutzung. Sie bevorzugen daher Definitionen, die vom Wirtschaftswachstum unabhängig sind, wie z. B. das Vorhandensein von sozialen Einrichtungen, der Zugang zu Bildung, eine naturbelassene Umwelt, eine ausgefüllte Freizeit usw. Einige der Kriterien, die Vertreter dieser Position heranziehen, sind qualitativer und nicht quantitativer Art. Daher ist dieser Position die mangelnde Messbarkeit der Ergebnisse vorgehalten worden. Der Streit, ob die Abkehr vom Wirtschaftswachstum als Maß des Lebensstandard zu einer Beschränkung der individuellen Freiheit und zum Verlust an internationaler Wettbewerbsfähigkeit führt, ist unentschieden. Eine Möglichkeit, mehr als das Bruttonationaleinkommen in den Lebensstandard miteinzubeziehen und dennoch mess- und vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, ist der Human Development Index von der UNO. Dieser enthält auch Daten zur Lebenserwartung, Alphabetisierungsrate und Bildung. Kategorie:Politik Kategorie:Wirtschaft

Unternehmensberater

Unternehmensberater, auch Unternehmensberatungen, sind Unternehmen, die anderen Organisationen eine Beratung als Dienstleistung anbieten. Oft ist das Management der Kunden (bzw. Klienten) Gegenstand der Beratung, manchmal aber auch fachliche Entscheidungen und Veränderungen wie bei z.B. spezielle Ingenieurleistungen oder Personalfragen.

Begriff

Für die Unternehmensberatung gibt es unterschiedliche Bezeichnungen:
- Wirtschaftsberatung ist keine offizielle Berufsbezeichnung mit gesetzlicher Grundlage.
- Oft wird auch der Anglizismus consulting für die Beratung an sich und Consultant oder Consultancy für die Organisation oder Person des Beraters verwendet. Unternehmensberater erbringen ihre Dienstleistung mit und am Kunden, weshalb häufig vom "Mandat" oder "Engagement" gesprochen wird. Die Kunden der Unternehmensberatung werden häufig als "Klienten" oder "Mandanten" bezeichnet.

Berufsbild

Qualifikation

Die Tätigkeit des Unternehmensberaters unterliegt in Deutschland keinem Berufsschutz. Österreich bildet mit der Gewerbeordnung im europäischen Raum die einzige Ausnahme und definiert: Laut GewO § 29 sind für den Umfang der Gewerbeberechtigung insbesondere die für die Ausübung erforderlichen eigentümlichen Arbeitsvorgänge, die historische Entwicklung sowie die in den beteiligten gewerblichen Kreisen bestehenden Anschauungen und Vereinbarungen maßgebend.(Zitat WKO). Jeder in der Unternehmensberatung Tätige kann sich Unternehmensberater nennen. Dies führt in der Praxis insbesondere im Bereich der Wirtschaftsberatung zu ungewünschten Erscheinungen: Als Unternehmensberater getarnt werden Dienstleistungen (z.B. Versicherungen) ausgewählter Vertragspartner angeboten. Mit einem Beratungsprozess hat dies keine Ähnlichkeit. Die Qualifikation zur Unternehmensberatung erlangt aus akademischer Perspektive in der Regel derjenige, welcher nach einem wirtschaftswissenschaftlichen Universitätsstudium oder einem Universitätsstudium mit betriebswirtschaftlichem Zusatzstudium eine Berufserfahrung von mindestens drei Jahren vorweisen kann oder in diesem Zeitraum als Junior Consultant in einer Unternehmensberatung tätig war. Aber auch Quereinsteiger sind in der Unternehmensberatung tätig, wenn sie genügend Berufserfahrung vorweisen können. Als hauptberuflich beratend gilt nach Auffassung der Fachverbände, wer 150 Beratungstage jährlich nachweisen kann. Hinzu treten Fortbildungen, welche mindestens 30 Stunden im Jahr umfassen sollten.

Beratungsgrundsätze

Unternehmensberater unterwerfen sich häufig einem Berufs- und Ehrenkodex (engl.: Code of Ethics), z. B. der Association of Management Consulting Firms (AMCF), dem Bund deutscher Unternehmensberater e.V. (BDU) oder der Fachgruppe beratende Volks- und Betriebwirte im bdvb e.V.. Diese enthalten in der Regel folgende Elemente:
- Unabhängigkeit des Unternehmensberaters von Dritten, insbesondere, wenn Entscheidungen über Lieferanten oder andere Marktpartner des Klienten anstehen.
- Objektivität der Beratung unter Berücksichtigung aller Chancen und Risiken.
- Kompetenz: beraten wird nur in Feldern, in welchen der Unternehmensberater nachweislich Kompetenz erlangt hat.
- Vertraulichkeit: keine der im Beratungsprozess erworbenen Kenntnisse und Informationen gelangen an Dritte.

Ausbildung

Unternehmensberatungen stellen in der Regel herausragende Universitätsabsolventen aller Fachrichtungen an. Insbesondere in den großen Beratungen werden etwa nur zu 50% Absolventen der Betriebswirtschaftlehre angestellt. Daneben sind besonders die Studiengänge Physik, Mathematik und Medizin stark vertreten. Zu einem kleinen Anteil werden auch Leute mit Berufserfahrung angestellt. In der Universitätslandschaft gibt es einige Ausbildungsangebote, die eine fachliche Eignung zur Unternehmensberatung als explizites Ziel haben. Darunter finden sich: Der Diplom-Studiengang Business Consulting (BC) der Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven stellt ein Studienangebot für die Ausbildung von Unternehmens- und Organisationsberatern in Deutschland dar. Es hat zum Ziel betriebswirtschaftliche Kenntnisse mit sozialer Handlungskompetenz zu verzahnen. Aufbaustudiengänge mit Beratungsspezialisierungen wie beispielsweise Start-up Consulting werden auch von anderen Universitäten wie beispielsweise der Fernuniversität in Hagen angeboten.

Spezialisierungen

So vielfältig wie die Aufgaben und Unternehmen so verschieden sind auch die Beratungsbereiche und die Managementideen der Berater. Unter Unternehmensberater/Spezialisierungen läßt sich eine Unterteilung der Beratungsunternehmen finden.

Dienstleistung Beratung

Beratungsprozess

Der Beratungsprozess ist durch stets wiederkehrende Elemente gekennzeichnet. Einer Situationsanalyse (Bestandsaufnahme) schließt sich die Zielformulierung für das Beratungsprojekt an. Ab diesem Zeitpunkt ist eine Kalkulation des voraussichtlichen Beratungsaufwands möglich. Es folgen die Konzeptentwicklung, die Konzeptpräsentationen, ggf. die Mithilfe (Coaching) bei der Umsetzung (Implementation) sowie ein Maßnahmencontrolling. Der Beratungsprozess erfordert eine Mithilfe des Kunden (bzw. Klienten). Somit ist die Unternehmensberatung eine Dienstleistung unter Einbezug des externen Faktors.

Produkthaftung

Eine Art Produkthaftung besteht für Beratungsleistungen nur insofern, als nachweislich falsche Auskünfte zu Schäden führen. Da der Unternehmensberater in der Regel nicht oder nur partiell an der Umsetzung der erarbeiteten Lösungswege beteiligt ist, kann er für Ausführungsfehler in der Umsetzung ebensowenig haftbar gemacht werden wie für Ratschläge oder Konzeptionen, welche auf Fehl- oder Falschinformationen des Kunden (bzw. Klienten) basieren.

Beratungskonzepte

Es lassen sich im wesentlichen vier generische Beratungskonzepte unterscheiden:
- Managementberatung - Strategie - Organisation - Leadership - Marketing
- IT-Consulting - System-Integration - eBusiness / Internet - Netzwerke
- Personalberatung - Personal-Recruitment > Head Hunter - High Potential Development - Personal Konzepte - Training / Weiterbildung
- Tech. Consulting - Spezial-Branchen - Facility Management

Kritik

Gerade im Rahmen der Globalisierungskritik dient die Tätigkeit von Unternehmensberatern häufig als klassisches Beispiel für einen Mangel an nachhaltiger Entwicklung und wird dementsprechend kritisiert. Es wird bemängelt, dass die Unternehmensberatung nur ihren Beraterauftrag erfüllt, aber dabei implizit keine der potentiell negativen Folgen im betroffenen Unternehmen mit erleiden würden. Manche Mitarbeiter von beratenen Unternehmen würden außerdem sagen, dass die vom Unternehmensberater eingebrachte Expertise lediglich eine Zusammenfassung und Präsentation bereits vorhandener interner Änderungsvorschläge seien - was aber durchaus zum Auftrag der Unternehmensberatung gehören kann und daher auch so beabsichtigt ist. Andererseits steht dabei der Vorwurf im Raum, dass die Führung eines Unternehmens die Änderungsvorschläge einer Unternehmensberatung lediglich als Vorwand verwenden könnte, um unpopuläre Ideen umzusetzen und dabei von der eigenen Verantwortung wieder abzulenken. Da jeder Unternehmensberatung auch nur ein begrenzter Satz an Methoden zur Verfügung steht, die auch noch von verschiedenen Managementmoden geprägt werden, ist die Gefahr des "Clones", einer eins-zu-eins Übertragung eines einzelnen Konzeptes auf alle beratenen Kunden, groß. Dadurch können die Einzigartikeit (→ Alleinstellungsmerkmal) des beratenen Unternehmen zerstört werden. Dies wird verstärkt durch:
- das "Up or out - Konzept" der Beraterkarriere, die die Berater zwingen, finanziell erfolgreiche Projekte vorzuweisen. Tiefe Analysen, Denkpausen und kreative Arbeit können so verhindert werden.
- das Alumni-Netzwerk ehemaliger Mitarbeiter des Beratungsunternehmens, das bewußt gehalten wird, um alte Kunden zu binden und Neukunden zu finden.
- Die Einstellung von Absolventen ohne wirkliche Beruferfahrung, die auf das eigene Beratungskonzept eingeschworen werden.

Bekannte Unternehmensberatungen und -berater

Größere Unternehmensberatungen, die bereits einen Wikipedia eintrag haben, finden sich hier. Eine aktuelle Marktübersicht der größten Unternehmensberatungen erstellt alljährlich die Marktforschungsfirma Lünendonk, die dort sogenannten [http://www.luenendonk.de/listen.php Lünendonk-Listen].

Studentische Unternehmensberatungen

Neben den großen Beratungsunternehmen haben sich im Umfeld von Universitäten und Fachhochschulen zahlreiche studentische Unternehmensberatungen etabliert. Diese verfolgen neben der eigentlichen Beratungsleistung den primären Zweck, Studenten die praxisnahe Anwendung des erworbenen Wissens zu ermöglichen. Ein Großteil der oben aufgezählten Beratungsbereiche wird inzwischen auch von den studentischen Unternehmensberatungen abgedeckt, von denen in Deutschland die meisten in einem der beiden bundesweiten Dachverbände (JCNetwork e.V. und BDSU e.V.) organisiert sind. Durch die Dachverbände oder auch durch professionelle Beratungen holen sich viele studentische Unternehmensberatungen Unterstützung für ihre Arbeit.

Organisationen


- Vereinigung beratender Betriebs- und Volkswirte e.V. (VBV)
- JCNetwork e.V. - Junior Consultant Network
- BDSU e.V. - Bundesverbandes Deutscher Studentischer Unternehmensberatungen

Weblinks


- [http://www.bdu.de] Bundesverband Deutscher Unternehmensberater (BDU) Kategorie:Freie Berufe !

Typologie

Unter Typologie versteht man: # in der Linguistik die Wissenschaft der Klassifizierung von Sprachen nach grammatischen Merkmalen, vgl. Sprachtypologie # die Wissenschaft von den Gruppenzuordnungen oder konkreten Einteilungen in Gruppen. Die Typologie entspricht weitgehend der Klassifizierung von Objekten in Kategorien beziehungsweise einer daraus gewonnenen Systematik - mit dem Unterschied, dass die Gruppen in einer Typologie in der Regel nicht weiter unterteilt werden. Beispiele sind die Einteilung der Lebewesen nach bestimmten Merkmalen, die Einteilung von Werken nach Genres oder die soziologischen Konzepte von "Idealtyp" bzw. "Normaltyp" # die Inbezugsetzung alttestamentlicher Figuren und Ereignisse zu solchen des Neuen Testaments, siehe Typologie (Bibel)

Natur

Der Begriff Natur (lat.: natura, von nasci „entstehen, geboren werden“) wird in verschiedenen Gesellschaften und oft auch innerhalb einer Gesellschaft unterschiedlich und teilweise widersprüchlich verwendet.

Natur als Gegenbegriff zur Kultur

Unter Natur wird heute in westlichen Kulturkreisen im Allgemeinen das bezeichnet, was nicht vom Menschen geschaffen wurde. Natur ist bei dieser vorherrschenden Auffassung das Gegenteil von Kultur. Objekte der Natur sind nach dieser Auffassung z.B. Steine, Pflanzen, Tiere, Landschaft - ob der Mensch selbst zur Natur gehört oder nicht, ist bereits nicht mehr gesellschaftlicher Konsens. Man unterscheidet dabei zwischen belebter Natur (z.B. Tier, Pflanze) und unbelebter Natur (z.B. Steine). Naturereignisse, Naturerscheinungen sind unter anderem Regen oder Gewitter, das Klima insgesamt. Dass auch diese natürlichen Phänomene längst nicht mehr von der Kultur des Menschen unbeeinflusst sind, passt nicht zu dieser tradierten Auffassung. Der menschliche Umgang mit der Natur wird immer häufiger zum Gegenstand einer Kritik an der Kultur, an Gesellschaftssystemen oder Regierungen. Heute stellen sich in dieser Hinsicht mehr denn je ethische Fragen: Umweltverschmutzung und ökologische Probleme, dazu die Knappheit der Rohstoffe sind die Folgen einer jahrelangen Ignoranz gegenüber natürlichen Werten. Ereignisse, die der Mensch nicht in den Griff bekommt, wie Erdbeben, Vulkanausbrüche und ähnliches, sind im menschlichen Maßstab Naturkatastrophen. Die Forderung nach Eingriffen in das Naturgeschehen zum Schutz vor solchen Naturgefahren steht im Gegensatz zu der genannten Kulturkritik. Heute weiß man: Die Natur ist zerstörbar und kann sich aus eigener Kraft in manchen Bereichen nicht erneuern. In unserem Sprachgebrauch vorhandene Wendungen wie "natürlich" (selbstverständlich) oder "in der Natur der Sache" verweisen auf die elementare Bedeutung des Begriffs Natur. Bereits in der Romantik war ein grosses Interesse an der Natur - in Verbindung mit einer gesteigerten Hinwendung zu Innerlichkeit und Gefühlen - als Gegenbewegung zur Industrialisierung entstanden.

Natur als philosophischer Begriff

Der umgangssprachliche Gebrauch von "natürlich" oder "unnatürlich" und Ausdrücke wie "es liegt in der Natur der Sache" weisen auf eine erweiterte Bedeutung hin. Möglich sind hier Deutungen wie "von der Natur gegebenen", Bestimmung. Augustinus von Hippo unterscheidet zwischen einer "materialen" und einer "formalen" Definition der Natur. Für ihn ist Natur Wesen (essentia) und Substanz (substantia).

Probleme der Definition von "Natur"

Als philosophischer Begriff (vgl. Naturphilosophie) ist das, was natürlich (der Natur entstammend) und was nicht natürlich ist, vom Verhältnis der Menschen zu ihrer Umwelt geprägt. In diesem Zusammenhang steht "Umwelt" für das "Nicht-Ich", das außerhalb des Ego des Menschen ist. Der Begriff Natur ist nicht wertfrei, so wird auch von Naturkatastrophen, Naturgefahren oder Ähnlichem gesprochen. Natur wird zur menschlichen Existenz in Beziehung gesetzt. Dieses Verhältnis ist vor allem durch emotional, ästhetisch und religiös wertende, normative Einstellungen bestimmt (Oldemeyer 1983).

Natur als Nutzgegenstand

Nach bzw. neben dem anthropomorphen Naturverhältnis der Frühzeit, und dem biomorphen Verhältnis der Antike und des fernen Ostens, bildete sich durch die alttestamentliche Überlieferung im mittelalterlichen Europa das technomorphe Naturverhältnis. Es gab dem Menschen gleichzeitig Beherrschungs- und Bewahrungsauftrag. Die Natur außerhalb der Städte erzeugte eher Angst. In der Aufklärung wurde die Natur dann vollständig dem Menschen zu seinen Zwecken nutzbar untergeordnet. Diese technisch-utilitäre Einstellung wurde in der Romantik als Pervertierung des "Naturzustandes" aufgefasst und Natur sentimental gesehen, ohne jedoch die Trennung zwischen Mensch und "göttlicher Natur"(Hölderlin) zu überwinden. Es manifestierte sich ein Verständnis, das die "Natur als Gegenbegriff zur menschlichen Kultur und als einen sich selbst definierenden, untermenschlichen Gegenstand menschlicher Nutzung sah und teilweise noch sieht", und zwar als "Grundlage und Rechtfertigung für eine hemmungslose Ausbeutung ohne normative Beschränkungen" (Oldemeyer, 1983).

Integratives Naturverständnis

Erst gegen Ende des 19. Jh. wurde maßgeblich durch Ökologie und Kybernetik die Natur als selbst–regulatorisches System begriffen. Es entstand das "Wir-Welt-Verhältnis" (Oldemeyer, 1983). Mit der Popularisierung der Ökosystemforschung gewinnen seit den 80er Jahren des 20.Jh. mehr Menschen in den Industriestaaten die Einsicht, dass Natur nicht als Ganzes zu begreifen ist, sondern nur als ein offenes System, dessen Teil auch der Mensch mit seiner Kultur ist (integratives Verhältnis) (Oldemeyer, 1983). Dies wird z. B. auch in der Definition der Arbeit deutlich, die die Gesellschaft und die Natur im Systemzusammenhang nennt, wobei die Arbeitsprozesse vermittelnde Elemente und Abläufe sind, die die Menschen wegen ihrer divergierenden Ziele nur offen gestalten können. Abgeleitet davon wäre z.B. die Stadt, eine Kulturleistung des Menschen, als "zweite Natur" anzuerkennen. Die Stadt als Habitat (Lebensraum) des Menschen, die wir uns zunehmend lebensunwerter gestalten, erzeugt damit einen Bedarf nach einem diffusen Ideal von "wilder" oder "unberührter" Natur, nach Erholung. Dabei wird schlicht übersehen, dass auch vom Menschen stark überformte Bereiche (schützenswerte) Natur beinhalten. Diese integrative Naturauffassung schlägt sich aber in Fachkreisen, z.B. im Naturschutz, in der Ökologie, Stadtökologie etc., bereits nieder. Ludwig Klages bezeichnet als "zweite Natur" die rational durchformte bzw. geistdurchsetzte Landschaft.

Natur in der Wissenschaft

Als Natur im wissenschaftlichen Sinne bezeichnet man alles was existiert und sich der Beobachtung bzw. Wahrnehmung nicht entzieht.

Mundartliche und regionale Verwendung

Im Österreichischen wird Natur auch als Synonym für Sperma oder die Geschlechtsorgane verwendet.

Zitate

:
- Natur, adjective (formaliter) genommen, bedeutet den Zusammenhang der Bestimmungen eines Dinges nach einem innern Princip der Causalität. Dagegen versteht man unter Natur substantive (materialiter) den Inbegriff der Erscheinungen, so fern diese vermöge eines innern Princips der Causalität durchgängig zusammenhängen. Im ersteren Verstande spricht man von der Natur der flüssigen Materie, des Feuers etc. und bedient sich dieses Worts nur adjective; dagegen wenn man von den Dingen der Natur redet, so hat man ein bestehendes Ganzes in Gedanken. (Immanuel Kant) :
- Die Natur verhält sich seltsam. Sie lebt gefährlich. Aber sie tänzelt so geschickt herum, dass sie dem fatalen K.o.-Schlag eines logischen Paradoxons auszuweichen vermag. (Brian Greene) :
- Diese Gurke ist bitter. Nun so wirf sie weg. Hier sind Dornengesträuche am Weg. Weiche ihnen aus. Das ist alles. Frage nicht noch: Wozu gibt es solche Dinge in der Welt? Sonst würde dich ein Naturkundiger auslachen, gleichwie der Tischler und der Schuster dich auslachen würde, wenn du's ihnen zum Vorwurf machen wolltest, daß du in ihren Werkstätten Hobelspäne und Lederreste wahrnimmst. Und doch haben diese Leute noch einen Ort, wo sie dergleichen hinwerfen können. Die Allnatur aber hat außerhalb ihres eigenen Kreises nichts. Das ist gerade das Bewundernswerte an ihrer Kunstfertigkeit, daß sie in ihrer Selbstbegrenzung alles, was in ihr zu verderben, zu veralten und unbrauchbar zu werden droht, in ihr eigenes Wesen umwandelt und eben daraus wieder andere neue Gegenstände bildet. Sie bedarf zu dem Ende ebensowenig eines außer ihr befindlichen Stoffes, als sie eine Stätte nötig hat, um das Morsche dorthin zu werfen. Sie hat vielmehr an ihrem eigenen Raum, ihrem eigenen Stoff und an ihrer eigenen Kunstfertigkeit genug. (Marc Aurel) :
- Die Natur verbirgt ihr Geheimnis durch die Erhabenheit ihres Wesens, aber nicht durch List. (Albert Einstein)

Literatur


- Großklaus, Götz / Oldemeyer, Ernst (Hrsg.): Natur als Gegenwelt - Beiträge zur Kulturgeschichte der Natur. Loeper Verlag GmbH, Karlsruhe 1983.
- Wilson, Edward O.: Die Zukunft des Lebens. Berlin 2002 ISBN 3-88680-621-9
- Greene, Brian: Der Stoff, aus dem der Kosmos ist. München 2004 ISBN 388680738X

Weblinks


- http://www.madeasy.de/1/natur.htm Stoffsammlung zum Begriff Natur
- http://www.natur-lexikon.com Natur Lexikon Tiere / Pflanzen / Pilze / Mineralien
- [http://www.macro-photo.org Naturfotografie] Siehe auch: