Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Wolfgang Grams

Wolfgang Grams

Wolfgang Grams (
- 6. März 1953 in Wiesbaden; † 27. Juni 1993 in Bad Kleinen) war Mitglied der Roten Armee Fraktion (RAF). Grams Eltern, Werner und Ruth Grams, sind Flüchtlinge aus dem Osten. Werner Grams hatte sich bei der Waffen-SS als Kriegsfreiwilliger beworben. Wolfgang Grams hat noch einen Bruder Rainer Grams. In jungen Jahren nimmt Wolfgang Grams Geigenunterricht und man bescheinigt ihm ein absolutes Gehör. Er spielt Gitarre und ist Statist am Wiesbadener Theater. Als Berufswunsch gibt er mal Förster, mal Pastor an. Die Familie wohnt nahe beim Flughafen Wiesbaden/Erbenheim. Die Demonstrationen während des Vietnamkrieges prägen Grams. Er wird deshalb zum bekennenden Kriegsdienstverweigerer. In seiner Wohngemeinschaft bekommt er den Spitznamen Gaks. Nach der Verhaftung von Andreas Baader und Gudrun Ensslin fängt er an, die "politischen Gefangenen" in der Haft zu besuchen. Er hält die Haftbedingungen (Einzelhaft) für unmenschlich. Seine damalige Freundin war Roswitha Beith. Wolfgang Grams wird für 152 Tage unschuldig inhaftiert und bekommt dafür 1980 eine Haftentschädigung zugesprochen. Grams lernt Birgit Hogefeld kennen, sie wird seine neue Freundin und beide ziehen zusammen in eine Wohnung. Am 15. Februar 1987 gibt es in der Tagesschau der ARD einen Suchaufruf für Grams und Hogefeld. Fortan lebt er mit Hogefeld im Untergrund. Nur im Herbst 1990 kommt es noch einmal zu einem heimlichen Treffen mit seinen Eltern im Taunus. Jahre später wird verlautbart, dass molekulargenetische Spuren auf einem am Tatort gefundenen Handtuch auf eine Beteiligung Grams an der Ermordung von Detlev Karsten Rohwedder - dem damaligen Leiter der Treuhandanstalt - im Jahr 1991 hindeuten sollen. Auch an den Mordanschlägen auf den Deutsche Bank-Chef Alfred Herrhausen (1989), den deutschen Diplomaten Gerold von Braunmühl (1986), den Siemens-Manager Karl Heinz Beckurts und seinen Fahrer (1986) und den Industriellen Ernst Zimmermann (1985) war Grams möglicherweise beteiligt.

Bad Kleinen

Am 27. Juni 1993 sollte ein Kommando der GSG 9 Grams und Hogefeld auf dem Bahnhof von Bad Kleinen festnehmen. Dabei kam es zu einem Schusswechsel, bei dem der 26-jährige GSG-9-Beamte Michael Newrzella und Grams starben. Birgit Hogefeld wurde festgenommen. Den Ermittlungen der zuständigen Staatsanwaltschaft Schwerin zufolge hatte sich Grams selbst erschossen, um der Verhaftung zu entgehen. Eine Zivilklage der Eltern vor dem Landgericht Bonn (auf Erstattung von Beerdigungskosten) wiederum führte trotz einer Ablehnung der Klage zu dem Ergebnis, dass weder für die Selbsttötung noch die Fremdtäterschaft hinreichende Beweise vorliegen. Den ermittelnden Behörden wurde andererseits vorgeworfen, auf Druck der Bundesregierung hin nicht gründlich genug ermittelt und belastende Zeugenaussagen nicht hinreichend stark gewichtet oder sogar Vernichtung oder Fälschung von Beweismitteln veranlasst bzw. geduldet zu haben. Kritiker monieren, dass eine gegensätzliche Aussage einer auf dem Bahnsteig einen Süßwarenkiosk betreibenden Zeugin nicht hinreichend gewürdigt wurde. Sie sagte anfangs aus, dass Grams beim Überqueren der Gleise hingefallen war und dann eine nachfolgende vermummte Person einen Gegenstand auf den liegenden Grams gerichtet habe. Ein Schuss sei erst dann gefallen. Eine abschließende und widerspruchsfreie Rekonstruktion der Geschehnisse ist bis heute nicht möglich.

Filme

Grams wurde postum zusammen mit dem Deutsche-Bank-Vorstandssprecher Alfred Herrhausen im Dokumentarfilm „Black Box BRD“ portraitiert. Der Film stellt die beiden Lebenswege von Herrhausen und Grams vor und enthält zahlreiche Interviews mit Verwandten und Freunden der beiden. Eine literarische Verarbeitung des Themas erschien 2005 in Form des Romans "In seiner frühen Kindheit ein Garten" von Christoph Hein.

Weblinks


-
- http://www.nadir.org/nadir/archiv/Repression/bad_kleinen/ (Widerspricht der offiziellen Version)
- http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/kino/7714/1.html (Zur Biografie "Black Box BRD") Grams, Wolfgang Grams, Wolfgang Grams, Wolfgang Grams, Wolfgang Grams, Wolfgang

6. März

Der 6. März ist der 65. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 66. in Schaltjahren) - somit bleiben 300 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1521 - Ferdinand Magellan entdeckt Guam.
- 1714 - Mit dem Frieden von Rastatt endet der Spanische Erbfolgekrieg und erkennt Kaiser Karl VI. den Bourbonen Philipp V. als König von Spanien an.
- 1820 - Der Missouri-Kompromiss wird durch US-Präsident James Monroe unterzeichnet und ermöglicht dem Sklavenstaat Missouri die Aufnahme in die Union.
- 1836 - In der Schlacht von Alamo wird Fort Alamo nach 13tägiger Belagerung von den Mexikanern eingenommen.
- 1869 - Dmitri Iwanowitsch Mendelejew stellt sein Periodensystem der Elemente vor.
- 1898 - Die chinesische Bucht Kiautschou wird nach deutschen Zwangsmaßnahmen von China für 99 Jahre an Deutschland verpachtet.
- 1900 - In Bremen wird Wilhelm II. bei einem Attentat durch den Arbeiter Dietrich Weiland schwer am Kopf verletzt.
- 1954 - 1. Staatsbesuch des Bundeskanzlers Konrad Adenauer in den USA
- 1957 - Ghana wird als erstes Land der afrikanischen Tropen von Großbritannien unabhängig.
- 1960 - Der Kanton Genf führt als 3. Kanton der Schweiz nach Neuenburg und Waadt das Frauenstimmrecht ein.
- 1975 - Irak und Iran schließen das Abkommen von Algier.
- 1981 - Marianne Bachmeier erschießt den Mörder ihrer Tochter Anna im Gerichtssaal.
- 1983 - Die Grünen schaffen bei Wahlen zum Deutschen Bundestag mit 5,6 % zum ersten Mal die 5%-Hürde.
- 1992 - In Mostar kommt es zum ersten bewaffneten Konflikt zwischen Serben, Kroaten und Moslems.
- 1992 - Die Ostseeanrainerstaaten gründen den Ostseerat
- 1999 - In Kambodscha wird mit Ta Mok der letzte hochrangige Rote Khmer festgenommen.

Wirtschaft


- 1899 - Die Firma Bayer AG lässt sich Aspirin als Markenzeichen eintragen.

Wissenschaft und Technik

Kultur


- 1831 - Uraufführung der Oper La sonnambula (Die Schlafwandlerin) von Vincenzo Bellini am Teatro Carcano in Mailand.
- 1838 - Das Lustspiel "Weh dem, der lügt!" von Franz Grillparzer wird ohne großen Erfolg am Wiener Burgtheater uraufgeführt.
- 1841 - Uraufführung der Oper Les Diamants de la couronne (Die Krondiamanten) von Daniel-François-Esprit Auber an der Opéra-Comique in Paris.
- 1852 - Uraufführung der Oper The Sicilian Bride von Michael William Balfe im Drury Lane Theatre in London.
- 1853 - Giuseppe Verdis Oper La Traviata wird in Venedig uraufgeführt

Religion


- 1447 - Nikolaus V. wird als Nachfolger von Eugen IV. zum Papst gewählt.

Katastrophen


- 1987 - Das Fährschiff "Herold of Free Enterprise" (Großbritannien) kentert vor dem Hafen von Zeebrugge, wobei 188 Menschen sterben.
- 2001 - In der chinesischen Provinz Jiangxi fordert die Explosion in einer Schule gelagerter Feuerwerkskörper 41 Todesopfer, davon 37 Kinder.
- 2003 - Tamanrasset, Algerien. Eine Boeing 737 der Air Algerie verfehlt die Landebahn und stürzt ab. Alle 103 Menschen an Bord sterben.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 1459 - Jakob Fugger der Reiche, deutscher Kaufmann
- 1475 - Michelangelo Buonarotti, italienisches Universalgenie
- 1486 - Francysk Skaryna, weißrussischer Erstdrucker
- 1619 - Cyrano von Bergerac, französischer Schriftsteller
- 1663 - Franz Atterbury, englischer Bischof von Rochester
- 1701 - La Chalotais, französischer Jurist
- 1701 - Louis-René de Caradeuc de La Chalotais, französischer Jurist
- 1755 - Jean-Pierre Claris de Florian, französischer Dichter
- 1779 - Yagyu Jubei, japanischer Schwertkämpfer
- 1779 - Antoine-Henri Jomini, Militärtheoretiker
- 1781 - Ignaz Franz Castelli, österreichischer Dichter und Dramatiker Ignaz Franz Castelli
- 1787 - Joseph von Fraunhofer, deutscher Optiker und Physiker
- 1793 - Bernhard Klein, deutscher Komponist
- 1812 - Aaron Lufkin Dennison, US-amerikanischer Unternehmer
- 1823 - Karl I., württembergischer König
- 1827 - Wilhelm Carl Heraeus, Gründer der Firma Heraeus
- 1831 - Friedrich von Bodelschwingh der Ältere, Pastor und Theologe in Deutschland
- 1850 - Victoria Benedictsson, schwedische Schriftstellerin
- 1858 - Gustav Wied, dänischer Schriftsteller
- 1866 - Hans Christiansen, deutscher Maler und Kunsthandwerker
- 1870 - Oscar Straus, österreichischer Komponist
- 1872 - Johan Bojer, norwegischer Schriftsteller
- 1872 - Paul Juon, russischer Komponist
- 1874 - Nikolai Alexandrowitsch Berdjajew, russischer Philosoph
- 1883 - Franz Atterbury, englischer Bischof von Rochester
- 1890 - Albrecht Graf von Bernstorff, deutscher Diplomat und Widerstandskämpfer
- 1893 - Walter Lewis, US-amerikanischer Musiker
- 1894 - Elisabeth Castonier, deutsche Schriftstellerin
- 1895 - Anneliese Umlauf-Lamatsch, österreichische Schriftstellerin
- 1898 - Therese Giehse, deutsche Schauspielerin
- 1905 - Bob Wills, US-amerikanischer Musiker
- 1906 - Lou Costello, US-amerikanischer Schauspieler, Produzent und Komiker
- 1909 - Stanislaw Jerzy Lec, polnischer Aphoristiker
- 1909 - Fritz Leese, Puppenspieler
- 1916 - Hermann Axen, SED-Funktionär und Mitglied des Politbüros des ZK der SED
- 1920 - Heinz-Herbert Karry, deutscher Politiker, hessischer Wirtschaftsminster
- 1923 - Jürgen von Manger, deutscher Schauspieler und Komiker
- 1924 - Oskar Marczy, deutscher Politiker und Sport- und Vertriebenenfunktionär
- 1925 - Claus Hinrich Casdorff, deutscher Rundfunk- und Fernsehjournalist
- 1925 - Wes Montgomery, US-amerikanischer Jazz-Gitarrist
- 1926 - Alan Greenspan, US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler
- 1926 - Andrzej Wajda, polnischer Regisseur
- 1927 - Gordon Cooper, US-amerikanischer Astronaut
- 1928 - Gabriel García Márquez, kolumbianischer Schriftsteller
- 1928 - Georg Eder, ehemaliger Erzbischof von Salzburg
- 1929 - Günter Kunert, deutscher Schriftsteller
- 1929 - Nicolas Bouvier, französischer Schriftsteller, Reiseautor und Journalist
- 1930 - Lorin Maazel, US-amerikanischer Dirigent
- 1932 - Bronisław Geremek, polnischer Historiker und Politiker
- 1935 - Eva Rühmkorf, deutsche Politikerin
- 1936 - Sylvia Robinson, US-amerikanische Sängerin
- 1937 - Doug Dillard, US-amerikanischer Country-Musiker und Komponist
- 1937 - Walentina Wladimirowna Tereschkowa, sowjetische Kosmonautin, erste Frau im All
- 1939 - Peter Glotz, deutscher Politiker
- 1941 - Peter Brötzmann, deutscher Jazzmusiker
- 1942 - Robin Kenyatta, US-amerikanischer Saxofonist
- 1944 - Kiri Te Kanawa, neuseeländische Opernsängerin
- 1944 - Mary Wilson, US-amerikanische Sängerin
- 1944 - Mickey Jupp, britischer Musiker
- 1944 - Peter Dietrich, deutscher Fußballspieler
- 1945 - Hugh Grundy, britischer Musiker
- 1946 - David Gilmour, britischer Gitarrist, Sänger, Komponist und Texter der Rockgruppe Pink Floyd
- 1946 - Tony Klatka, US-amerikanischer Musiker
- 1947 - Kiki Dee, britische Sängerin
- 1947 - Kiri te Kanawa, neuseeländische Sopranistin
- 1947 - Rob Reiner, US-amerikanischer Filmregisseur, Produzent und Schauspieler
- 1950 - Felix Genn, Bischof von Essen
- 1951 - Gerrie Knetemann, niederländischer Straßen-Radweltmeister
- 1953 - Wolfgang Grams, Mitglied der Rote Armee Fraktion (RAF)
- 1954 - Harald Schumacher, deutscher Fußballspieler
- 1955 - Friedbert Pflüger, deutscher Politiker
- 1956 - Hans-Peter Kirchberg, deutscher Dirigent
- 1962 - Erika Hess, schweizerische Skirennläuferin
- 1963 - Kathy Kelly, US-amerikanische Musikerin
- 1968 - Smudo, deutscher Rapper
- 1969 - Amy Pietz, US-amerikanische Schauspielerin
- 1969 - Andrea Elson, US-amerikanische Schauspielerin
- 1972 - Shaquille O'Neal, US-amerikanischer Basketballer
- 1977 - Giorgos Karagounis, griechischer Fußballspieler
- 1987 - Hannah Taylor-Gordon, britische Filmschauspielerin

Gestorben

Hannah Taylor-Gordon
- 1218 - Otto I. von Oldenburg, Bischof von Münster
- 1238 - Al-Kamil, vierter Sultan der Ayyubiden in Ägypten (1218-1238)
- 1252 - Rosa von Viterbo, katholische Mystikerin
- 1282 - Agnes von Böhmen, böhmische Prinzessin
- 1550 - Herzog Wilhelm IV. von Bayern
- 1577 - Rémy Belleau, in Paris; französischer Dichter
- 1583 - Nicolaus Kistner, deutscher Humanist, Jurist
- 1583 - Zacharias Ursinus, reformierter Theologe
- 1616 - Francis Beaumont, englischer Dramatiker und Dichter
- 1683 - Guarino Guarini, italienischer Baumeister und Philosoph
- 1731 - Johann Melchior Dinglinger, Hofgoldschmied
- 1754 - Henry Pelham, britischer Premierminister
- 1836 - Davy Crockett, US-amerikanischer Politiker und Kriegsheld
- 1836 - James Bowie, nordamerikanischer Pionier und Trapper
- 1842 - Constanze Mozart, Ehefrau von Wolfgang Amadeus Mozart
- 1866 - Ignaz Paul Vitalis Troxler, Arzt, Politiker und Philosoph
- 1867 - Peter von Cornelius, deutscher Maler
- 1872 - Johann Jacoby, preußischer Politiker
- 1888 - Louisa May Alcott, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1900 - Carl Bechstein, deutscher Klavierbauer
- 1900 - Gottlieb Daimler, deutscher Ingenieur und Erfinder
- 1902 - Moritz Kaposi, Bedeutender Mediziner
- 1909 - August Mau, deutscher Archäologe
- 1912 - Heinrich Kämpchen, deutscher Schriftsteller
- 1920 - Max Fürbringer, Anatom, Ornithologe und Mediziner
- 1920 - Heinrich von Salisch, deutscher Forstmann
- 1921 - Karl Adolf Laiblin, deutscher Papierfabrikant und Kommerzienrat
- 1925 - Georgi Jewgenjewitsch Lwow, russischer Politiker
- 1930 - Alfred von Tirpitz, deutscher Großadmiral
- 1932 - John Philip Sousa, US-amerikanischer Komponist
- 1937 - Rudolf Otto, deutscher Theologe
- 1939 - Ferdinand von Lindemann, deutscher Mathematiker
- 1941 - John Gutzon de la Mothe Borglum, US-amerikanischer Bildhauer
- 1945 - Rudolf Karel, tschechischer Komponist
- 1945 - Wjatscheslaw Jakowlewitsch Schischkow, russisch-sowjetischer Schriftsteller.
- 1950 - Wladimir Petrowitsch Wettschinkin, sowjetischer Aerodynamiker
- 1954 - Carl Eduard (Sachsen-Coburg-Gotha), letzter regierender Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha
- 1954 - Massimo Massimi, Kardinal
- 1961 - Marcello Mimmi, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1964 - Paul I., König von Griechenland (von 1947 bis 1964)
- 1965 - Alexander von Bernus, deutscher Schriftsteller
- 1965 - Margaret Dumont, US-amerikanische Schauspielerin
- 1967 - Zoltán Kodály, ungarischer Komponist und Musikethnologe
- 1967 - Oscar Shaw, US-amerikanischer Schauspieler
- 1973 - Pearl S. Buck, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1978 - Paul Markowski, Funktionär der SED in der DDR
- 1978 - Werner Lamberz, Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED in der DDR
- 1982 - Ayn Rand, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1984 - Martin Niemöller, deutscher Theologe und NS-Widerstandskämpfer
- 1986 - Georgia O'Keeffe, US-amerikanische Malerin
- 1989 - Wolfgang Haußmann, deutscher Politiker
- 1992 - Maria Elena Vieira da Silva, portugiesisch-französische Malerin
- 1994 - Melina Mercouri, griechische Schauspielerin, Sängerin und Kulturministerin
- 1994 - Tengis Abuladse, georgischer Filmregisseur
- 1995 - Barbara Lass, Filmschauspielerin
- 1998 - Adem Jashari, Mitbegründer und Anführer der UCK
- 1999 - Klaus Gysi, DDR-Minister für Kultur und Staatssekretär für Kirchenfragen
- 2001 - Mario Covas, brasilianischer Politiker
- 2003 - Luděk Pachman, tschechischer Schachspieler
- 2005 - Hans Bethe, deutsch-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger für Physik (1967)
- 2005 - Jean Löring, deutscher Mäzen

Feier- und Gedenktage


- Kirchliche Gedenktage:
  - Hl. Fridolin von Säckingen, Glaubensbote am Oberrhein (katholisch, orthodox)
  - Hl. Agnes von Böhmen, Äbtissin (katholisch)

Siehe auch


- 5. März - 7. März
- 6. Februar - 6. April
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0306 ja:3月6日 ko:3월 6일 simple:March 6 th:6 มีนาคม

Wiesbaden

Wiesbaden ist die Landeshauptstadt Hessens und nach Frankfurt am Main zweitgrößte Stadt des Landes. Die Stadt ist eines der ältesten Kurbäder Europas mit 26 heißen und einer kalten Thermalquelle. Wiesbaden bildet eines der neun Oberzentren des Landes Hessen und zählt ebenso wie Frankfurt am Main, Mainz, Darmstadt, Offenbach am Main und Hanau zu den Kernstädten des Rhein-Main-Gebiets. Die Einwohnerzahl der Stadt Wiesbaden überschritt im Jahr 1906 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Geographie

Großstadt

Allgemeines

Wiesbaden, die größte Stadt des Rheingaus, liegt am rechten Ufer des Rheins gegenüber der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz, mit der es ein Doppelzentrum bildet, in einer Gebirgsmulde des Main-Taunus-Vorlandes. Die Mulde wird begrenzt vom Neroberg im Norden, der Bierstadter Warte im Osten, dem Biebricher Wald im Westen und dem Hainer Berg im Süd-Osten. Ihre geographische Lage ist 50° 05' nördlicher Breite und 08° 15' östlicher Länge. Die Höhenlage der Innenstadt beträgt 115 Meter am Schloßplatz, der höchste Punkt der Stadt befindet sich mit 608 Metern am Rheinhöhenweg, der niedrigste Punkt an der Hafeneinfahrt Schierstein mit 83 Metern. Das Stadtgebiet hat eine Größe von 204 Quadratkilometern, misst von Nord nach Süd 17,6 Kilometer und von West nach Ost 19,7 Kilometer. Im Norden wird es von ausgedehnten Waldgebieten (27,4% des Stadtgebietes), im Westen von Weinbergen und im Osten von landwirtschaftlich genutzten Flächen (31,1%) umgeben. Von der 79 Kilometer langen Stadtgrenze bildet der Rhein 10,3 Kilometer. Östlich, aber auch westlich und auf dem Stadtgebiet, erstreckt sich der Rheingau. Wiesbaden wird deswegen auch als Tor zum Rheingau bezeichnet.

Klima

Ihre geschützte Lage am Südfuß des Taunus verleiht Wiesbaden ein mildes Klima: Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 9,5 Grad Celsius, die jährliche Niederschlagsmenge 622 Liter pro Quadratmeter, und die durchschnittliche Sonnenscheindauer im Jahr liegt bei 1.565 Stunden. Wiesbaden zählt damit zu den wärmsten deutschen Städten. Durch die Lage in einer Talmulde und ungünstig platzierte Hochhäuser ist der Luftaustausch in der Innenstadt eingeschränkt.

Nachbargemeinden

Sonnenschein Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Landeshauptstadt Wiesbaden oder liegen in ihrer unmittelbaren Nähe, sie werden im Uhrzeigersinn beginnend im Norden genannt:

Stadtgliederung

Uhrzeigersinn Das Stadtgebiet von Wiesbaden ist in 26 Stadt- beziehungsweise Ortsbezirke aufgeteilt. Jeder Ortsbezirk hat einen Ortsbeirat mit Ortsvorsteher, welcher Vorsitzender des Ortsbeirats ist. Zu den einzelnen Ortsbezirken gehören teilweise auch Wohnplätze mit eigenem Namen. Die Stadtbezirke Mainz-Amöneburg, Mainz-Kastel und Mainz-Kostheim gehörten bis 1945 zu Mainz, wurden dann aber durch die Militärverwaltung Frankreichs und der USA, welche den Rhein als Grenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz festlegten, der Stadt Wiesbaden zugeordnet. Sie behielten aber ihre vorherigen Bezeichnungen mit dem Präfix „Mainz-“. Diese Verwaltung sollte ursprünglich nur temporär sein. Sie besteht jedoch bis heute. Siehe auch Liste der Stadtbezirke von Wiesbaden.

Stadtbild

Grundsätzliches

Liste der Stadtbezirke von Wiesbaden Liste der Stadtbezirke von Wiesbaden um das Jahr 1900]] Das heutige Stadtbild von Wiesbaden wurde maßgeblich durch drei Punkte geprägt: Zum Einen ist die überwiegende Mehrzahl der Gebäude der Innenstadt in einer Zeitspanne von nur circa 60 Jahren entstanden (ungefähr zwischen 1850 und dem Beginn des 1. Weltkrieges 1914). Für die Stadtplanung waren im Wesentlichen zwei Baumeister verantwortlich: Christian Zais am Beginn des 19. Jahrhunderts und Felix August Helfgott Genzmer zu dessen Ende. Zweitens zog Wiesbaden in dieser Zeit neben dem kaiserlichen Hofstaat zahlreiche betuchte Gäste an, die ihrem Repräsentationsbedürfnis in der Stadt Rechnung trugen. Drittens schließlich ist die Wiesbadener Innenstadt während des 2. Weltkriegs weit weniger zerstört worden als die anderer Städte. Der Zerstörungsgrad lag bei ca. 30 %. Dies führte dazu, dass die Wiesbadener Innenstadt heute ein sehr einheitliches Stadtbild bietet, dessen Gebäude fast alle dem Klassizismus, Historismus und Jugendstil zuzurechnen sind. Ende des 19. Jahrhunderts wurden großzügige Wohngebiete mit prächtigen Fassaden und Alleen angelegt (wie zum Beispiel das Rheingauviertel und das Feldherrnviertel, das Dichterviertel und das Gebiet um die Wiesbadener Ringstraße). Durch ihren Ruf als Weltkurstadt entstanden in der Innenstadt zudem viele repräsentative öffentliche Gebäude wie das Kurhaus Wiesbaden inklusive Kurpark, das Hessische Staatstheater, die Marktkirche, welche 1853 bis 1862 von Carl Boos als Nassauer Landesdom errichtet wurde, sowie ausgedehnte Parkanlagen wie der Warme Damm, die Reisinger-Anlagen und das Bowling Green. Heute gilt Wiesbaden deshalb als Musterbeispiel des Historismus. Je weiter man sich von der Innenstadt entfernt, desto mehr wird das Bild der Altbauten durch Häuser der Nachkriegszeit verdrängt. Beispiel dafür ist das Wiesbadener Sauerland, in dem in den 1990er Jahren auf ehemaligem Ackerland mehr als zwanzig Plattenbauten errichtet wurden.

Städtebauliche Gliederung der Innenstadt

Plattenbau]] Das Stadtbild lässt sich in mehrere Bereiche gliedern: die geschlossene Bebauung breitet sich weitgehend auf dem Grund der Talmulde am südlichen Fuß der Taunushänge aus. Sie lässt sich wiederum folgendermaßen einteilen: Im Bereich des Historischen Fünfecks ist das alte Zentrum der Stadt zu finden. Hier lässt sich noch der unregelmäßige Grundriss der Straßen erkennen. Mittelpunkte sind hier der Schloßplatz (siehe Sehenswürdigkeiten) sowie der Mauritiusplatz. Das enge Bergkirchenviertel im Nordwesten des Historischen Fünfecks liegt auf einer Anhöhe. Der Bereich um das Historische Fünfeck bis zur Ringstraße (1. Stadtring) wurde als schachbrettartige Anlage der umliegenden Straßen und Plätze vom Stadtbaumeister Christian Zais geplant. Dies betrifft neben den Stadtteilen im Westen (Westend, auch Feldherrnviertel) und der südlichen Innenstadt auch den Kurbezirk im Nordosten. Herausragende städtebauliche Elemente sind hier neben dem Ensemble um das Bowling Green die Wilhelmstraße, die Rheinstraße, die Bahnhofsstraße, die Adolfsallee und der Luisenplatz. Die Ringstraße und Bereiche außerhalb dieser sind als geschwungene Straßenzüge vorwiegend als Alleen angelegt und lassen die Handschrift des Stadtbaumeisters Felix August Helfgott Genzmer erkennen. Hier finden sich Beispiele prachtvoller Bürgerhäuser des Historismus (siehe auch Rheingauviertel, Feldherrnviertel, Dichterviertel, sowie Ringstraße). Hervorzuheben sind hier der Sedanplatz, der Blücherplatz mit der Blücherschule, der Gutenbergplatz mit der Gutenbergschule sowie die Ringkirche, Lutherkirche und Dreifaltigkeitskirche. Außerhalb dieser geschlossenen Bebauung schließen sich an den Hängen der Talmulde ausgedehnte Villengebiete an, die ebenfalls im ausgehenden 19. Jahrhundert entstanden. Dies betrifft das Nerotal und seine Umgebung, den Philippsberg nördlich der Emser Straße, den Stadtteil Sonnenberg und das so genannte Villengebiet Ost, östlich von Wilhelmstraße und Friedrich-Ebert-Allee. Im Südosten der Innenstadt (um Gustav-Stresemann-Ring und Berliner Straße) entstanden seit den 1950er Jahren moderne Verwaltungsgebäude.

Außenbezirke

1950er ]] Außerhalb der Innenstadt finden sich ehemals selbständige Städte und Gemeinden, die zum Teil mittlerweile mit der Kernstadt verwachsen sind (Dotzheim, Schierstein, Rambach). Die Stadtteile Biebrich und Bierstadt haben dabei städtischen Charakter. Die Vororte im Osten dagegen haben ihr dörfliches Bild weitgehend behalten (Naurod, Auringen, Breckenheim, Hessloch, Igstadt, Nordenstadt, Erbenheim, Delkenheim). Frauenstein ist neben Dotzheim der einzige Vorort im Westen. Bemerkenswert ist, dass sich im eigentlichen Innenstadtgebiet von Wiesbaden so gut wie keine Industrie oder ausgedehnte Gewerbegebiete befinden. Eine Ausnahme bildet lediglich der Bereich um die Mainzer Straße, welche mit dem Hochhaus Mainzer 75, dem Mercedes-Benz-Händler Taunus-Auto, ehemaligen Fabriken und Restaurants von Fast-Food-Ketten sowie Elektronikmärkten eines der wenigen Gewerbegebiete in der Nähe der Wiesbadener Innenstadt darstellt. Die Haupt-Industriegebiete befinden sich in den südlichen Stadtteilen am Rhein, wie in dem ehemaligen Rheinufer- und Hafenorten Schierstein und Biebrich sowie den ehemaligen Mainzer Vororten Amöneburg, Kastel und Kostheim. Kleinere Industriegebiete finden sich in den östlichen Vororten Erbenheim und Nordenstadt, deren wirtschaftlicher Vorteil die direkt an den Stadtteilen vorbeilaufende Bundesautobahn 66 ist. Mehrere Gebiete der innenstadtnahen Außenbezirke werden bzw. wurden als US-Militärstützpunkt genutzt. Als Wohngebiete für die amerikanischen Streitkräfte der Air-Base Wiesbaden-Erbenheim dienen auch heute noch die nordöstliche gelegenen US-amerikanischen Housings Aukamm, Crestview und Hainerberg Village. Aus dem Camp Pieri in Dotzheim und dem Camp Lindsey (heute: Europaviertel) in der westlichen Innenstadt sind die Amerikaner 1993 abgezogen. Diese ehemaligen Kasernen werden seitdem zivil genutzt und wurden in den 1990ern mit einer Vielzahl moderner Eigentumswohnungen bebaut. Auf dem ehemaligen Camp Lindsey befinden sich heute eines der drei Wiesbadener Standorte des Bundeskriminalamts, die Volkshochschule sowie mehrere städtische Behörden, zum Beispiel das Einwohnermeldeamt. Siehe auch Liste Wiesbadener Straßennamen.

Geschichte

Überblick

Liste Wiesbadener Straßennamen-Denkmal (Luisenplatz)]] Liste Wiesbadener Straßennamen Siehe dazu auch Hauptartikel Geschichte von Wiesbaden. Schon den Römern waren die heißen Quellen Wiesbadens bekannt. Sie ließen in ihrer Nähe um 6 bis 15 nach Christus eine Befestigung errichten. Die Quellen wurden erstmals 77 nach Christus im Werk Naturalis historia von Plinius dem Älteren beschrieben. Es entstand eine römische Siedlung mit dem Namen Aquae Mattiacorum (lateinisch: den Wassern der Mattiaker [geweiht]), der auf den Namen des chattischen Stamms der Mattiaker anspielte. Im Jahre 828/830 erwähnte Einhard, der Biograf Karls des Großen, erstmals den Namen Wisibada (das Bad in den Wiesen). Um 1170 erwarben Nassauer Grafen Reichsbesitz in und um das heutige Wiesbadener Stadtgebiet. 1232 wurde Wiesbaden vermutlich Reichsstadt. Dies könnte ein Grund für den Befehl zur Zerstörung der Stadt Wiesbaden 1242 durch den Mainzer Erzbischof gewesen sein. 1296 stiftete der römisch-deutsche König Adolf von Nassau das Kloster Klarenthal. Im selben Jahr fand eine vergebliche Belagerung der Stadt durch die Truppen von König Ludwig dem Bayern statt. Plünderungen und Verwüstungen erfassten das Kloster Klarenthal und das Umland. Während des Bauernkrieges erhoben sich 1525 auch die Wiesbadener und verloren nach ihrer Niederschlagung alle erteilten Privilegien, welche sie erst 1566 zurück erhielten. Mit der Ernennung von Wolf Denthener zum evangelisch-lutherischen Pfarrer wurde 1543 die Reformation in Wiesbaden durchgeführt. Von 1609 bis 1610 wurde das alte Rathaus erbaut, das älteste noch heute existierende Gebäude in Wiesbaden. Die meisten älteren Gebäude sind zwei Bränden in den Jahren 1547 und 1561 zum Opfer gefallen. 1744 wurde das Schloss Biebrich Hauptresidenz des Hauses Nassau, 1806 wurde Wiesbaden Regierungssitz und Hauptstadt des Herzogtums Nassau, unter dessen Herrschaft Wiesbadener Männer in den Napoleonischen Kriegen kämpfen mussten. In Wiesbaden steht heute am Luisenplatz ein Denkmal für die nassauischen Gefallenen der Schlacht bei Waterloo im Jahre 1815. Im 19. Jahrhundert begann Wiesbadens glanzvolle Zeit und ihr Aufstieg zur Weltkurstadt. Sie wurde als Kurbad, Kongressstadt und Verwaltungssitz weiter ausgebaut und erlebte einen großen Aufschwung. Das Nizza des Nordens wurde regelmäßig von Kaiser Wilhelm II. zur Sommerfrische besucht und bald als Kaiserstadt bezeichnet. Im Gefolge des kaiserlichen Hofstaats kamen zahlreiche Adlige, Künstler und wohlhabende Unternehmer in die Stadt und ließen sich dort nieder. Zahlreiche repräsentative Bauten entstanden, darunter das Kurhaus Wiesbaden mit seiner Spielbank und das Hessische Staatstheater an der Wilhelmstraße. Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums in der Zeit der Industrialisierung bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs die Stadt rasch. Die Einwohnerzahl stieg zwischen 1840 (rund 11.650) und 1910 (rund 109.000) um nahezu das Zehnfache. Umfangreiche Stadterweiterungen wurden notwendig, es entstanden zahlreiche neue Stadtgebiete mit repräsentativen Gebäuden im Stil des Historismus, Klassizismus und Jugendstils. Wiesbaden wurde in dieser Zeit durch Millionärsfamilien und Großfirmen, die sich ansiedelten, zur Stadt mit den meisten Millionären Deutschlands. Millionären Mit Ende des Ersten Weltkriegs endete Wiesbadens Zeit als populäre Kurstadt. 1918 wurde sie von der französischen Armee besetzt, 1921 wurde das Wiesbadener Abkommen über die deutschen Reparationszahlungen an Frankreich geschlossen. 1925 wurde Wiesbaden Hauptquartier der britischen Rheinarmee und blieb es bis zum Abzug der Besatzungsmächte aus dem Rheinland 1930. Im Zweiten Weltkrieg blieb Wiesbaden von den alliierten Bombenangriffen weitgehend verschont, Der schwere Bombenangriff in der Nacht vom 2.auf 3. Februar 1945 verfehlte aufgrund der schlechten Wetterlage die geplante Wirkung. Am 28. März 1945 wurde Wiesbaden von US-amerikanischen Truppen besetzt. Die rechtsrheinischen Mainzer Vororte Amöneburg, Kastel und Kostheim wurden durch Anordnung der Militärregierung dem Stadtkreis Wiesbaden zugeordnet. General Dwight D. Eisenhower gründete das Land Groß-Hessen, Wiesbaden wurde dessen Hauptstadt. Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 wurde Wiesbaden Landeshauptstadt des neuen Bundeslandes Hessen und Sitz zweier Bundesbehörden: 1953 wurde mit dem Bundeskriminalamt die erste Bundesbehörde in Wiesbaden gegründet. 1956 wurde das Statistische Bundesamt in einem Hochhausgebäude in der Nähe des Wiesbadener Hauptbahnhofes fertig gestellt. Es wurde nach Plänen von Paul Schaeffer-Heyrothsberge errichtet. Ab dem Jahre 1948 gehörte das Army Airfield in der Nähe von Wiesbaden-Erbenheim zu den acht Versorgungsflughäfen, die über eine Luftbrücke nach West-Berlin in der Zeit der sowjetischen Blockade vom 24. Juni 1948 bis 12. Mai 1949 mit Lebensmitteln versorgten. 1949 Im Jahr 1957 wurden die Rhein-Main-Hallen als Messezentrum eröffnet und in den 1960er Jahren erstanden erste Hochhaussiedlungen am Gräselberg, in Klarenthal und am Schelmengraben. Nach dem sich das ZDF 1961 für Mainz als Hauptsitz entschieden hatte, dort aber noch Räumlichkeiten fehlten, wurde Wiesbaden provisorischer Verwaltungssitz des neuen Fernsehsenders. Von 1969 bis 1974 wurde die Wiesbadener Fußgängerzone geschaffen. Das erste Teilstück wurde an der Faulbrunnenstraße angelegt, mit der Fertigstellung wurde am 14. September 1974 zum ersten Mal das Schlossplatzfest gefeiert. Am 2. April 1970 eröffnete die Deutsche Klinik für Diagnostik in der Nähe der Aukamm Housings. Am 1. Januar 1977 wurden die Orte Auringen, Breckenheim, Delkenheim, Medenbach, Naurod und Nordenstadt als östliche Vorstädte nach Wiesbaden eingemeindet. Die Bevölkerungszahl stieg um mehr als 20.000 Einwohner. Im Jahr 2003 entbrannte ein Streit zwischen Politikern und Bürgerinitiativen um den Umzug des Bundeskriminalamtes nach Berlin, der bis heute nicht beigelegt ist. 2004 begannen erste Umbauarbeiten an der Fußgängerzone, welche durch ein offeneres Erscheinungsbild modernisiert werden soll. Ebenfalls modernisiert werden soll der Hessische Landtag, an dem die Umbauarbeiten im Februar 2005 starteten und voraussichtlich 2006 beendet werden sollen.

Religion

2006] Das Gebiet der heutigen Stadt Wiesbaden gehörte ursprünglich zum Bistum Mainz. 1543 wurde durch das damalige nassauische Herrscherhaus die Reformation eingeführt. Vorherrschend war das lutherische Bekenntnis, doch gab es seit dem 18. Jahrhundert auch reformierte Gemeindeglieder. 1817 wurde in Herzogtum Nassau die Union zwischen lutherischen und reformierten Gemeinden durchgeführt. Sie gehörten somit zur Evangelischen Landeskirche in Nassau, die 1934 beziehungsweise 1945/46 mit der Evangelischen Landeskirche in Hessen (Darmstadt) zusammengeschlossen wurde. Innerhalb dieser Landeskirche gehören die Gemeindeglieder - soweit sie keiner Freikirche angehörten - zum Dekanat Wiesbaden der Propstei Süd-Nassau. Seit dem 18. Jahrhundert gab es auch vereinzelt wieder katholische Gemeindeglieder in Wiesbaden, die anfangs der Kirche in Frauenstein eingepfarrt waren. Seit 1791 konnten sie auch in Wiesbaden wieder öffentlich Gottesdienst feiern und 1801 erhielten sie ihr eigenes Bethaus. Später bauten sie sich wieder eigene Kirchen. Sie gehören zur Diözese Limburg, die 1827 für das damalige Herzogtum Nassau neu gegründet wurde. Innerhalb des Bistums Limburg gehören die Pfarrgemeinden der Stadt Wiesbaden (mit Ausnahme der ehemals zur Stadt Mainz gehörigen Gemeinden, welche zum Bistum Mainz gehören) zur gleichnamigen Region Wiesbaden.

Einwohnerentwicklung

Die Tabelle zählt die Einwohnerzahlen je nach dem Gebietsstand des Zählungsjahres auf. Die Daten beruhen auf Volkszählungsergebnissen oder amtlichen Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter oder der Stadtverwaltung selbst. Der Verlauf der Einwohnerentwicklung zeigt, dass ein Großteil des Bevölkerungwachstums in der Zeit von der Industrialisierung bis zum Ende des zweiten Weltkrieges stattfand. Von 1800 bis 1939 wuchs die Bevölkerung von 2.239 Einwohnern auf 191.955 Einwohner. Dies war durch die wirtschaftlich günstige Lage am Rhein und der Nähe zum Ruhrgebiet begünstigt. Nach dem zweiten Weltkrieg wuchs Wiesbadens Bevölkerung vor allem durch die Eingemeindung östlicher Vorstädte und Zuwanderung von Gastarbeitern und Ausländern. Heute (2002) beträgt der Anteil der Einwohner ohne deutschen Pass 17,5% und liegt damit deutlich niedriger als die jeweiligen Anteile in Frankfurt (26,4%) und in Offenbach (31,2%). Allerdings ist der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Wiesbaden seit 1980 (11,3%) um etwa 55% gestiegen. 1939 ¹ Volkszählungsergebnis

Eingemeindungen

¹ diese Stadtbezirke gehörten bis 1945 zu Mainz. Die Militärverwaltungen der Besatzungsmächte Frankreich und USA legten jedoch den mitten durchs bisherige Mainzer Stadtgebiet verlaufenden Rhein als Grenze zwischen ihren Besatzungszonen und folglich auch der neugegründeten Länder Hessen und Rheinland-Pfalz fest. Drei der sechs rechtsrheinischen Stadtteile von Mainz wurden deshalb „temporär“ der Stadt Wiesbaden zugeordnet. Sie behielten jedoch ihre bisherige Bezeichnungen „Mainz-“.

Politik

Funktion als Landeshauptstadt des Bundeslandes Hessen

Rheinland-Pfalz Seit 1949 ist Wiesbaden Landeshauptstadt des Bundeslandes Hessen; hier sind alle Organe der Hessischen Landesregierung angesiedelt. Dazu gehören der Landtag, die Staatskanzlei als Sitz des Hessischen Ministerpräsidenten sowie alle Landesbehörden.

Verwaltung der Stadt Wiesbaden

An der Spitze der Stadt Wiesbaden standen über viele Jahrhunderte der Schultheiß und die Schöffen des Stadtgerichts. Ihnen standen zwei Bürgermeister zur Seite, welche das eigentliche Organ der Selbstverwaltung darstellten. Seit dem 15. Jahrhundert traten die Bürgermeister oftmals als eigentliche Stadtvorstände in Erscheinung, wurden dann aber wieder vom Schultheiß abgelöst. 1775 erhielt das Stadtgericht durch Fürst Karl Wilhelm von Nassau den Ehrentitel Stadtrat. Dieser stellte später jedoch die staatliche Polizeidirektion dar. Neben dem Gericht gab es seit dem 15. Jahrhundert auch einen Rat. Die Bürgermeister erhielten in preußischer Zeit den Titel Oberbürgermeister. Heute wird der Oberbürgermeister direkt vom Volk gewählt. Die ebenfalls vom Volk zu wählende Stadtverordnetenversammlung umfasst seit der letzten Kommunalwahl 81 Sitze, die sich wie folgt verteilen:

Stadtrat

Oberbürgermeister der Stadt Wiesbaden

Stadtverordnetenvorsteherin ist Angelika Thiels (CDU).

Wappen

Angelika Thiels Das Wappen der Stadt Wiesbaden zeigt in Blau drei (Oben zwei, unten eine) goldene Lilien, auch Fleur-de-Lis genannt. Die Stadtflagge ebenso wie das Wappen ein blaues Tuch mit den drei goldenen Lilien, welche im 16. Jahrhundert erstmals in den Stadtsiegeln auftauchten und französischer Herkunft sein sollen. Die Stadtfarben Blau/Gelb stammen noch aus der Zeit des Herzogtums Nassau, deren Residenz Wiesbaden lange Zeit war. Die heutige Form des Wappens wurde 1906 amtlich festgelegt.

Städtepartnerschaften

Wiesbaden unterhält mit folgenden Städten Städtepartnerschaften:
- Klagenfurt / Österreich (seit 1930)
- Montreux / Schweiz (seit 1953)
- Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg / Berlin (Berlin-Kreuzberg seit 1964)
- Gent / Belgien (seit 1969)
- Fondettes / Frankreich (seit 1975)
- Ljubljana / Slowenien (seit 1977)
- Kfar Saba / Israel (seit 1981)
- San Sebastián / Spanien (seit 1981)
- Breslau (Wroclaw) / Polen (seit 1987)
- Tunbridge Wells / Großbritannien (seit 1989)
- Görlitz / Sachsen (seit 1990)
- Ocotal / Nicaragua (seit 1990)
- Patenstadt der heimatvertriebenen Karlsbader (seit 1953)

Wirtschaft und Infrastruktur

Allgemeines

Wiesbaden als Teil des Rhein-Main-Gebietes ist in erster Linie eine Dienstleistungsstadt, auch aufgrund des hohen Verwaltungsanteils als Landeshauptstadt. Der Anteil der verarbeitenden Industrie ist in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zurückgegangen, er macht mittlerweile etwas weniger als ein Drittel der Wiesbadener Wirtschaftsleistung aus. Neben den üblichen Landesverwaltungen und Ministerien haben auch das Bundeskriminalamt, das Landeskriminalamt Hessen, das Statistische Bundesamt und die Deutsche Klinik für Diagnostik ihren Sitz in Wiesbaden. Des Weiteren ist Wiesbaden Sitz zahlreicher anderer Organisationen, wie des Karl-Bräuer-Instituts des Bundes der Steuerzahler, der Gesellschaft für deutsche Sprache und der International Federation of Football History & Statistics. Der Tourismus, vor allem im Kurbereich und im Kongressbereich, hat einen nicht unerheblichen Anteil am wirtschaftlichen Leben, ist jedoch kein bestimmendes Element. Insgesamt haben etwa 12.000 Unternehmen vom Handwerksbetrieb bis zu größeren Konzernen ihren Sitz in Wiesbaden, darunter auch so bekannte Firmen wie Abbott, CSC Ploenzke AG, Dyckerhoff oder die Linde AG. Im Stadtteil Amöneburg liegt die Fossilienfundstätte Mosbacher Sande mit rund 500.000 Jahre alten Fossilien aus dem Eiszeitalter.

Kurbetrieb und Thermalquellen

Wiesbaden ist unter anderem berühmt für seine vielen natriumchloridhaltigen Thermalquellen, die für vielfältige Kuren genutzt werden. In erster Linie werden sie bei rheumatischen Erkrankungen und Katarren der Atmungsorgane eingesetzt. Die Anwendung erfolgt in erster Linie durch Badekuren und Bewegungstherapie sowie durch Trinkkuren und Schwimmen im Thermalwasser. In der Innenstadt gibt es 26 heiße Quellen mit Temperaturen zwischen 46 und 66°C. Mit einer Ergiebigkeit von etwa 2 Millionen Litern täglich ist Wiesbaden damit das bei weitem ergiebigste deutsche Heilbad (zum Vergleich: an zweiter Stelle steht Baden-Baden mit 800.000 Litern täglich). Schon seit der Zeit der Römer sind in der Stadt Bäder in Betrieb und bis heute sind einige Quellen öffentlich zugänglich, wie zum Beispiel der Kochbrunnen (66°C), der mit alleine fast 500.000 Litern täglich die ergiebigste Quelle ist. Das römisch-irische Kaiser-Friedrich-Bad wird durch die Adlerquelle (64,4°C, 167 l pro Minute) versorgt. Ebenso wird das städtische Thermalbad im Aukammtal aus natürlichen Quellen gespeist. Daneben gibt es private Badehäuser, heute in der Regel Hotels, die Thermalbäder betreiben (Badehaus Rose, Schwarzer Bock, Goldenes Ross, Bären und Nassauer Hof). Neben dem Kochbrunnen gibt es noch einige weitere öffentliche Trinkhallen wie den Bäckerbrunnen (49°C, 65 l pro Minute) und Wiesbadens 27. Quelle, den Faulbrunnen (14°C, 27 l pro Minute), der seinen Namen Schwefelverbindungen mit ihrem typischen Geruch verdankt, aber wegen seiner geringen Temperatur nicht als Therme bezeichnet wird. Besucher wie Johann Wolfgang von Goethe, Fjodor Dostojewski, Richard Wagner, Alexej von Jawlensky oder Johannes Brahms haben wegen der Quellen in Wiesbaden Station gemacht. Nach dem Ersten Weltkrieg, als Wiesbaden seinen Ruf als Weltkurstadt verlor, wurde der bis dahin vorherrschende Kurbetrieb als Amüsementbetrieb auf die klinifizierte Kur umgestellt. Heute gibt es zahlreiche Kur- und Spezialkliniken. Die bekannteste ist die Deutsche Klinik für Diagnostik (DKD).

Wein und Sekt

Weltkurstadt] Wiesbaden liegt in der Weinanbauregion Rheingau, was sich am deutlichsten während der Rheingauer Weinwoche widerspiegelt, wenn der Schloßplatz am alten Rathaus für ein paar Tage zur "größten Weintheke der Welt" wird, wie der dazugehörige Slogan lautet. Auch das städtische Weingut am Neroberg, die vielen mittelständischen Winzer oder Sektkellereien wie Henkell, Söhnlein oder Fürst von Metternich zeigen dies. Das kulturelle und vor allem das gastronomische Leben in Wiesbaden wird von Wein und Sekt mitgeprägt, was die Stadt in dieser Hinsicht von anderen Großstädten abhebt.

Verkehr

Fürst von Metternich Die Stadt Wiesbaden ist gut an das deutsche Verkehrsnetz angeschlossen. Durch das südliche Stadtgebiet führt in West-Ost-Richtung die Bundesautobahn A 66 in Richtung Frankfurt am Main. Von ihr zweigen in Richtung Süden die A 643 nach Mainz und in Richtung Südosten die A 671 nach Rüsselsheim ab. Im Osten führt die A 3 von Frankfurt in Richtung Köln vorbei. Folgende Bundesstraßen führen durch das Stadtgebiet: B 54, B 262, B 263, B 417 und B 455. B 455Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen Busse der ESWE Verkehrsgesellschaft mbH sowie andere Unternehmen. Wiesbaden ist an das S-Bahn-Netz Rhein-Main angeschlossen. Der Hauptbahnhof ist Endhaltestelle der S-Bahn-Linien S 1, S 8 und S 9 aus Richtung Frankfurt am Main. Außerdem führt von Wiesbaden aus die rechte Rheinstrecke über Rüdesheim am Rhein bis nach Koblenz sowie die Ländchesbahn über die Vororte Erbenheim, Igstadt und Auringen/Medenbach nach Niedernhausen und von dort aus weiter nach Limburg an der Lahn. An Sonn- und Feiertagen verkehren auf der 1983 stillgelegten Aartalbahn nach Bad Schwalbach und Hohenstein die Museumszüge der Nassauischen Touristikbahn. Weiterhin ist Wiesbaden seit der Fertigstellung der Neubaustrecke Frankfurt/Rhein-Main - Köln an das ICE-Netz angeschlossen und damit seit 2002 wieder ein Fernbahnhof. Alle Linien im Wiesbadener und Mainzer Stadtgebiet sind zu einheitlichen Preisen innerhalb des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) zu benutzen. Für Verbindungen aus dem und in das Gebiet des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbunds (RNN) kann auch dieser Tarif bis Wiesbaden angewendet werden. Vor einigen Jahren wurde eine Wiesbadener Stadtbahn als Ergänzung zum Busliniennetz als Idee eingebracht. Dieses Projekt fand sowohl Befürworter als auch Gegner. Einige Parteien sprachen sich in der Stadtpolitik für dieses Projekt aus. Die Firma ESWE plante, die Stadtbahn bis zum Ende des Jahrzehnts zu verwirklichen. Momentan wird das Projekt von der Mehrheit im Stadtrat abgelehnt.

Film und Medien

In Wiesbaden haben zahlreiche Medienunternehmen ihren Sitz. Beispielhaft sei hier der Standort Unter den Eichen genannt, von wo aus das ZDF von 1964 bis 1984 gesendet hat. Heute ist hier noch die Taunusfilm GmbH angesiedelt, in der zahlreiche Fernsehproduktionen durchgeführt werden, sowie der Fachbereich 9 der Fachhochschule Wiesbaden, an der man den Studiengang Medienwirtschaft absolvieren kann. Seit 2002 befindet sich dort auch der nichtkommerzielle Lokalsender Radio Rheinwelle 92,5. Direkt im Wiesbadener Landtag unterhält der Hessische Rundfunk ein Fernseh- und Hörfunkstudio. Außerdem ist dort die Redaktion des TV-Politmagazins "de facto" untergebracht. Nicht weit vom Landtag entfernt betreibt der private Radiosender FFH sein Landtagsstudio. Daneben sind zahlreiche Verlage in der Stadt ansässig (unter anderem Deutscher Genossenschafs-Verlag, Verlag Dr. Th. Gabler, Westdeutscher Verlag und Vieweg) In Wiesbaden erscheinen die Tageszeitungen "Wiesbadener Kurier" und "Wiesbadener Tagblatt".

Bildung

In Wiesbaden ist eine Fachhochschule, die Fachhochschule Wiesbaden, beheimatet. Diese wurde 1971 durch Zusammenschluss von Ingenieurschulen in Geisenheim, Idstein und Rüsselsheim sowie der Werkkunstschule Wiesbaden gegründet und ist eine Fachhochschule des Landes Hessen. Von den insgesamt circa 9.000 Studierenden der FH fallen etwa 5.500 dem Standort Wiesbaden zu. In Wiesbaden findet sich keine Universität. Damit ist Wiesbaden die einzige Landeshauptstadt in der Bundesrepublik Deutschland ohne eine solche Bildungseinrichtung. An der direkt am Hauptcampus der FH angesiedelten Verwaltungsfachhochschule gibt es weitere 770 Studierende. Es gibt Überlegungen der privaten European Business School, von Oestrich-Winkel nach Wiesbaden umzuziehen. Als Sitz ist die Söhnlein-Villa am Warmen Damm im Gespräch. Außerdem möchte sie das Fächerangebot ausweiten und sich als Universität anerkennen lassen. Neben den Universitäten in Frankfurt, Mainz und Darmstadt ist in Idstein die Europa Fachhochschule Fresenius angesiedelt. Die Größe des Bildungsangebotes zeigt sich in den über hundert staatlichen und privaten Schulen. Neben 40 Grundschulen gibt es 23 Berufsbildenden Schulen, 12 Gymnasien, 7 Realschulen, 7 Hauptschulen, 9 Sonderschulen und 7 Gesamtschulen).

Sehenswürdigkeiten und Tourismus

Wiesbaden und seine Umgebung bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Siehe hierzu auch Liste der Sehenswürdigkeiten von Wiesbaden. Der Tourismus, verbunden mit der Funktion als Kur-, Kongress- und Landeshauptstadt, bietet einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor. Die Übernachtungszahlen liegen bei 962.000 Übernachtungen jährlich. Zum Vergleich: Berlin: 11,33 Millionen. Frankfurt am Main: 3,93 Millionen. Bremen: 1,04 Millionen. Heidelberg: 0,83 Millionen. Es stehen in 67 Hotels und Pensionen circa 6.200 Betten zur Verfügung. Die Jugendherberge am Elsässer Platz ist eine der größten in Deutschland und hat 220 Betten. Hinzu kommen noch drei Campingplätze mit 6.400 Gästen beziehungsweise 11.800 Übernachtungen jährlich.

Schloßplatz

Camping Als Mittelpunkt der historischen Altstadt innerhalb des Historischen Fünfecks bildet der Schloßplatz die Keimzelle des mittelalterlichen Wiesbaden und ein Ensemble von historischen Gebäuden. Hier stehen das älteste Gebäude der Stadt, das Alte Rathaus, erbaut 1608 bis 1610, das heute als Standesamt dient, sowie das von Hauberrisser erbaute Neue Rathaus (1884 bis 87). Die Nordseite des Platzes dominiert das ehemalige Stadtschloss der Nassauischen Herzöge, dessen erhaltene historische Innenräume im Kontrast zu seinem schlichten Äußeren stehen (1837 bis 42). Während Wiesbadens Zeit als Weltkurstadt nutzte Kaiser Wilhelm II. das Stadtschloss bei seinen zahlreichen Aufenthalten als Wohnsitz. Heute ist hier der Hessische Landtag untergebracht. Der Plenarsaal befindet sich im Innenhof. Die 1853 bis 1862 von Carl Boos erbaute evangelische Marktkirche mit ihren 5 Türmen, von denen der 98 m hohe Hauptturm das höchste Gebäude der Stadt ist, wurde als Naussauer Landesdom nach dem Vorbild von Schinkels Fiedrichswerderscher Kirche in Berlin als größter Backsteinbau Nassaus erbaut. Den östlichen rechtwinkligen Abschluss des Schloßplatzes bildete die 1898 bis 1901 von Felix Genzmer erbaute Höhere Töchterschule. Sie wurde im 2. Weltkrieg zerstört, ebenso wie der Hauptgiebel des Neuen Rathauses. Südlich von Neuem Rathaus und Marktkirche befindet sich der historische Marktkeller, der von der Marktsäule gekrönt wird.

Wilhelmstraße und Kureck

Am östlichen Rand des Historischen Fünfecks verläuft die elegante Wilhelmstraße. Neben noblen Geschäften und Cafés stehen hier das Landesmuseum, das Erbprinzenpalais von 1813 bis 17 (heute Industrie- und Handelskammer) und die Villa Clementine, die 1888 Schauplatz des Wiesbadener Prinzenraubs wurde und die später Kulisse für die Verfilmung von Thomas Manns Buddenbrooks war. Das jährlich Anfang Juni ausgerichtete Wilhelmstraßenfest (Theatrium) gilt als größtes Straßenfest Deutschlands. An der Ostseite der Wilhelmstraße wurde 1860 der Landschaftspark Warmer Damm angelegt. An der östlich von ihm verlaufenden Paulinenstraße steht die Söhnlein-Villa, die wegen ihres Washingtoner Vorbilds auch Weißes Haus genannt wird. Washingtoner Am Nördlichen Ende der Wilhelmstraße befindet sich das so genannte Kureck. Mittelpunkt ist das Bowling Green, eine rechteckige Grünfläche mit zwei imposanten Brunnen, die von einem Hufeisenförmigen Gebäudeensemble umschlossen wird: Den Höhepunkt im Osten bildet das 1905 bis 07 von Friedrich von Thiersch erbaute Kurhaus, in dem u. a. die Spielbank untergebracht ist. Hinter dem Kurhaus erstreckt sich der circa 6,5 Hektar große, nach Vorbild englischer Gärten angelegte Kurpark. Im Norden des Bowling Green stehen die Kurhauskolonnaden, mit 129 m Länge die längste Säulenhalle Europas. Ihr gegenüber die Theaterkolonnaden mit dem 1894 eröffneten Hessischen Staatstheater. Auf der anderen Seite der Wilhelmstraße, gegenüber des Bowling Green, befindet sich ein Denkmal für Kaiser Friedrich III. sowie das Nobelhotel Nassauer Hof. Ganz in der Nähe des Bowling Greens breitet sich der Kranzplatz mit dem Kochbrunnentempel aus. Der Kochbrunnen ist mit einer Förderleistung von ca. 500.000 Liter/Tag und einer Temperatur von 67°C die ergiebigste Wiesbadener Thermalquelle. In der ehemaligen Trinkhalle am Westrand des Platzes befindet sich heute ein Restaurant. Um den Platz gruppierten sich einige der Wiesbadener Grandhotels: so des älteste Hotel Deutschlands, der Schwarze Bock, das ehemalige Palasthotel – es war das erste überhaupt mit Zimmertelefon – sowie das Hotel Rose, in dem seit September 2004 die Hessische Staatskanzlei residiert.

Sonstige Innenstadt

Hessische Staatskanzlei] Unweit des Kranzplatzes steht das historische Kaiser-Friedrich-Bad - ein römisch-irisches Bad, das von den Thermalquellen mit Wasser beliefert wird, sowie das Römertor, an dem Reste der römischen Heidenmauer erhalten sind. Die Adolfsallee / Adolfsstraße führt zum klassizistischen Luisenplatz. An seinem Ende steht die katholische St. Bonifatius-Kirche in neogotischem Stil mit ihren beiden 68 m hohen Türmen. Sie wurde von 1844 bis 1849 erbaut. Der klassizistische Platz wurde 1994 mit einer Tiefgarage versehen und nach historischem Vorbild wieder angelegt. Der Waterloo-Obelisk erinnert an die in den Befreiungskriegen 1815 gegen Napoleon gefallenen Nassauer. Am Südrand des Luisenplatzes verläuft die Rheinstraße nach Westen auf die 1892 bis 1894 von Johannes Otzen erbaute Ringkirche mit ihrem 65 m hohem Zwillingsturm zu. An der Rheinstraße steht auch die Hessische Landesbibliothek mit 600.000 Bänden und historischem Lesesaal sowie die Hauptverwaltung der Nassauischen Sparkasse. Die Bahnhofstraße verbindet das Neue Rathaus und die Marktkirche am Schlossplatz mit dem Hauptbahnhof. Der Kopfbahnhof mit 10 Gleisen und seinem 40 m hohen Uhrturm in rotem Sandstein entstand 1904 bis 1906 im Stil des Neobarock. Am Hauptbahnhof beginnt die Ringstraße. An der Ecke zur Moritzstraße steht das Ereignisse

Jahreswidmungen


- 1993 ist „Internationales Jahr der Indigenen Völker
- Der Flussregenpfeifer (Charadrius dubius) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Der Speierling (Sorbus domestica) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Die Wildkatze (Felis silvestris) ist Wildtier des Jahres (Schutzgemeinschaft Deutsches Wild)
- Das Helm-Knabenkraut (Orchis militaris) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)

Januar bis Dezember


- 26. Februar: Bei einem Bombenanschlag auf das World Trade Center in New York werden 6 Menschen getötet und über 1000 verletzt
- 29. Mai: In Solingen sterben fünf türkische Frauen und Mädchen bei einem von Neonazis verübten Brandanschlag
- 27. Juni: In Bad Kleinen bei Schwerin missglückt eine Festnahme der RAF-Mitglieder Wolfgang Grams und Birgit Hogefeld. Ein Polizist und Grams sterben bei dem Einsatz der GSG 9
- 1. Juli: In Deutschland werden fünfstellige Postleitzahlen eingeführt
- 2. Juli: Bei einem Angriff von Islamisten auf ein alevitisches Kulturfestival in Sivas (Türkei) sterben 37 Künstler. Aziz Nesin, dem der Brandanschlag galt, entkommt leichtverletzt
- UN Weltkonferenz über Menschenrechte in Wien

Politik


- 1. Januar: Adolf Ogi wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Entstehung der Staaten Tschechien und Slowakei durch Auflösung der Tschechoslowakei
- 1. Januar: Abkommen zwischen Neuseeland und Australien über engere Zusammenarbeit
- 7. Januar: Jerry Rawlings wird Staatspräsident von Ghana
- 15. Januar: Slowenien wird Mitglied im IMF (Internationaler Währungsfonds) und der Weltbank
- 19. Januar: Slowakei wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 20. Januar: Bill Clinton wird als Nachfolger von George H. W. Bush (Senior) US-amerikanischer Präsident
- 25. Januar: Offizieller Besuch von Bundeskanzler Helmut Kohl in den Niederlanden
- 28. Januar: Kasachstan nimmt neue Verfassung an
- 1. Februar: Finnland, Schweden und Österreich. Beginn der Beitrittsverhandlungen zur EU
- 9. Februar: Slowakei wird Mitglied in der UNESCO
- 15. Februar: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Ukraine
- 22. Februar: Tschechien wird Mitglied in der UNESCO
- 23. Februar: Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Mexiko
- 25. Februar: Slowenien wird Mitglied in der IBRD (Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung)
- 6. April: Tadschikistan wird Mitglied in der UNESCO
- 8. April: Mazedonien wird Mitglied der Vereinten Nationen
- 20. April: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Lettland
- 21. April: Mazedonien wird Mitglied im IWF (Internationaler Währungsfond)
- 27. April: Erste demokratische und geheime Wahlen im Jemen
- 28. April: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Usbekistan. In Kraft seit dem 20. Februar 2002
- 29. April: Abkommen über kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Estland
- 29. April: Unterzeichnung des Grundlagenvertrags zwischen Deutschland und Estland
- 3. Mai: Mazedonien wird Mitglied der WHO (Weltgesundheitsorganisation)
- 4. Mai: Mazedonien wird Mitglied in der ITU (internationale Fernmeldeunion)
- 5. Mai: Kirgisistan gibt sich eine neue Verfassung
- 10. Mai: Juan Carlos Wasmosy wird demokratisch gewählter Staatspräsident in Paraguay
- 11. Mai: Litauen wird in den Europarat aufgenommen
- 12. Mai: Kirgisistan führt eine neue nationale Währung ein: den Som
- 14. Mai: Estland und Slowenien werden Mitglied im Europarat
- 15. Mai: Ermordung des stellvertretenden Präsidenten des senegalesischen Verfassungsgerichts in Senegal
- 23. Mai: In Kambodscha finden unter UN-Aufsicht die ersten freien Wahlen seit mehr als 20 Jahren statt
- 24. Mai: Unabhängigkeit von Eritrea
- 25. Mai: In Den Haag wird das UN-Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien gegründet
- 28. Mai: Monaco wird real unabhängig durch die Aufnahme als 183. Staat in die UNO
- 28. Mai: Monaco und Eritrea werden Mitglieder der Vereinten Nationen
- 28. Mai: Mazedonien wird Mitglied in der IRU (Internationale Arbeitsorganisation)
- 1. Juni: Burundi. Präsidentschaftswahlen
- 2. Juni: Bosnien-Herzegowina wird Mitglied in der UNESCO
- 12. Juni: Präsidentschaftswahlen in Nigeria
- 14. Juni: Malawi. Entscheidung für ein Mehrparteiensystem
- 16. Juni: Parlamentswahlen in Madagaskar
- 18. Juni: Die Seychellen geben sich eine neue Verfassung
- 18. Juni: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Slowenien. In Kraft seit dem 28. Juni 1994
- 23. Juni: Bilaterales Kulturabkommen zwischen Deutschland und Paraguay. In Kraft seit dem 19. August 1994
- 25. Juni: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Georgien
- 28. Juni: Mazedonien wird Mitglied in der UNESCO
- 29. Juni: Burundi. Parlamentswahlen
- 1. Juli: Bildung einer Übergangsregierung in Kambodscha
- 7. Juli: Lettland. Guntis Ulmanis wird Staatspräsident
- 9. Juli: Offizielle Inbetriebnahme der HGÜ-Kurzkupplung Etzenricht
- 10. Juli: Burundi. Melchior Ndadaye wird Staatspräsident
- 12. Juli: Mazedonien wird Mitglied im UPU (Weltpostverein)
- 19. Juli: Das Kulturabkommen zwischen Deutschland und der Ukraine ist in Kraft
- 20. Juli: France Albert René wird als Staatspräsident auf den Seychellen in seinem Amt bestätigt
- 21. Juli: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Litauen
- 28. Juli: Andorra wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 6. August: Bolivien. Gonzalo Sánchez de Lozada wird Präsident
- 11. August: Vertrag zwischen Paraguay und Deutschland über die Förderung und den gegenseitigen Schutz von Kapitalanlagen
- 17. August: Turkmenistan wird Mitglied in der UNESCO
- 18. August: Ägypten. Attentat auf Innenminister Al-Alfi
- 23. August: In Bischkek, Kirgisistan wird das Kulturabkommen zwischen Kirgisistan und Deutschland unterzeichnet. In Kraft seit dem 22. Juli 2002
- 2. September: Eritrea wird Mitglied in der UNESCO
- 7. September: Salomonen wird Mitglied in der UNESCO
- 12. September: Christian Ude wird Oberbürgermeister von München
- 24. September: Aserbaidschan. Beitritt zur GUS
- 24. September: Norodom Sihanouk wird König von Kambodscha
- 24. September: Verkündung der Verfassung als Königreich Kambodscha
- 27. September: Mazedonien wird Mitglied der IAEO (Internationale Atomenergiebehörde)
- 30. September: Niederlage Georgiens gegen Abchasien
- 3. Oktober: Aserbaidschan. Heydär Äliyev wird Präsident
- 3. Oktober: Somalia. Operation Irene (bekannt als Black Hawk Down)
- 3. Oktober: Russland. Bewaffnete Revolte
- 4. Oktober: Mazedonien wird Mitglied der Interpol
- 4. Oktober: Slowenien wird Mitglied WTO (Welthandelsorganisation)
- 5. Oktober: Die UNAMIR-Mission der Vereinten Nationen wird nach Ruanda gesandt
- 8. Oktober: Georgien stellt Antrag auf Aufnahme in die