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Wologda

Wologda

Die Stadt Wologda (russisch Вологда) ist eine Gebietsstadt und liegt rund 500 km nordöstlich von Moskau, Russland. Sie hat 290.474 Einwohner (Stand: 2004). Die geographische Lage ist: 59,22° Nord, 39,90° Ost. Die Region Wologda grenzt an die Regionen Kostroma, Jaroslawl, Twer, Nowgorod, St. Petersburg, Archangelsk, Kirow und an Karelien.

Geografie und Klima

Die Oblast zählt zur nördlichen Verwaltungsregion Russlands und besteht vor allem aus flachem Land mit lehmigen Böden. 70 Prozent des Gebietes sind von Wäldern bedeckt, weitere 12 Prozent sind Sümpfe und Moorlandschaften. Nur 11 Prozent können landwirtschaftlich genutzt werden. Das Klima ist kühlgemäßigt kontinental, die Durchschnittstemperaturen liegen bei -13 °C im Januar und +17° C im Juli. Der Jahresniederschlag beträgt 561 mm. Wologda liegt 118 m über dem Meeresspiegel. Der größte Fluss des Gebiets ist die Suchona, ein weiterer, wichtigerer Wasserweg ist der Wolga-Onega-Kanal, der dem Verlauf der Seksna im Westen des Gebiets folgt und bei Tscherepowez im Rybinsker Stausee endet. Dieser Wolgastausee (4580 km²) und der Onegasee im Nordwesten (9610 km²) sind die größten Seen des Gebiets.

Geschichte

Die Gegend wurde vermutlich bereits vor der letzten Eiszeit besiedelt, nämlich um 25000 vor unserer Zeit. Archäologen fanden Zeugnisse aus der älteren Steinzeit. Vor etwa 2000 Jahren wanderten finnische Stämme in das Gebiet ein, heute leben allerdings nur noch wenige vom Volk der Wepsen im Nordwesten des Gebietes und in den angrenzenden Verwaltungseinheiten, insgesamt sind es noch etwa 10000. Im 5. Jahrhundert setzte die slawische Besiedlung des Gebietes ein und im 8. Jahrhundert entstanden vermutlich die ersten Städte, nämlich Belosersk, Wologda und Weliki Ustjug. Belosersk (Weißensee) als älteste nachgewiesene Stadt wurde 862 erstmals erwähnt, nur wenig später als Nowgorod. Im 11. und 12. Jahrhundert erreichte das Christentum die Gegend, nachdem es bereits seit 988 in Kiew Staatsreligion war. Die Stadt Wologda wurde im Jahre 1147 zum ersten Mal in einer Chronik erwähnt. Ab dem 13. Jahrhundert setzte eine rege missionarische Tätigkeit in Wologda ein. Viele Klöster wurden damals vor allem in Russlands Norden erbaut (unter anderem das Kirillo-Beloserski-Kloster, das größte in Russland), man hoffte, damit auch die nicht-slawische Bevölkerung zum Christentum zu bekehren. Das Gebiet stand damals noch nicht unter der Herrschaft Wologdas, vielmehr war Belosersk (damals noch Belo Osero) das Zentrum des gleichnamigen Fürstentums in der nördlichen russischen Grenzmark. Während des Mittelalters und auch danach hielt Wologda, wie auch Belosersk, Totma und Kirillow, regen Handelskontakt zur Hanse. Zeugnis dieser Zeit ist die Lübecker Glocke von 1687, welche sich im Glockenturm des Wologder Kreml befindet. In der Mitte des 15. Jahrhunderts muss Fürst Wassili II. (der Vater von Iwan III.) nach Wologda fliehen. Hier baut er sein Heer neu auf und eroberte Moskau zurück. Unter Iwan dem Schrecklichen gab es Pläne, Wologda zur Hauptstadt zu machen. Infolge dieser Überlegungen erlebte die Stadt einen Aufschwung und wurde großzügig ausgebaut. Iwan schätzte die Ruhe der Stadt und ihre günstige Lage auf dem Wege zum neu gegründeten Archangelsk. Während seiner Herrschaft erhielten Engländer, Holländer und Dänen Konzessionen für Erz- und Salzförderung. Die europäischen Kaufleute residierten vor allem in Weliki Ustjug. Der günstigen Lage im Norden hat es Wologda zu verdanken, dass es in nahezu keinem Krieg (abgesehen vom Bürgerkrieg) Schäden davontrug und heute eine der am besten erhaltenen Städte Russlands ist.

Wirtschaft

Die wichtigsten Pfeiler der Wirtschaft sind heute Maschinenbau, Metallverarbeitung, Schwarzmetallurgie, chemische Industrie, die Holzverarbeitungs- und Papierindustrie Die Stadt verfügt über mehrere Theater, Bibliotheken und Musseen, sowie über ein breites Angebot von Hochschulen.

In der Stadt vorhandene weiterführende Bildungseinrichtungen


- Fakultät der Staatlichen Juristischen Akademie Moskau
- Filiale des A.-S.-Gribojedow-Instituts für internationales Recht und Ökonomie
- Filiale des Hauptstädtischen Geisteswissenschaftlichen Instituts
- Staatliche Milchwirtschaftliche N.-W.-Wereschtschagin-Akademie Wologda
- Staatliche Pädagogische Universität Wologda
- Staatliche Technische Universität Wologda Die jüngste Historie belegt die beachtliche Öffnung der aufstrebenden Stadt Wologda nach Westen sowie das Interesse der westlichen Staaten an Russland:
- 9. Januar 2004 - Der Gouverneur des Gebietes Wologda Wjatschaslaw Posgaljow nimmt am 16. Januar an der festlichen Eröffnung der Messe Grüne Woche in Berlin teil, wo seine Region selbst Aussteller ist.
- 13. Januar 2004 - Eröffnung der Ausstellung Tragödie der Gefangenschaft im Museum in Wologda
- 20. Januar 2004 - Beginn des Besuches einer Delegation der Regierung der Region Wologda unter der Leitung des Vizegouverneurs A. Plechanow in Österreich.
- 18. Februar 2004 - Eine Delegation des Regionalbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in St. Petersburg trifft zu einem zweitägigen Besuch in Wologda ein.
- 21. März 2004 - 2. internationaler Wettbewerb für junge Musiker aus USA, Niederlande, Deutschland, Schweden, Türkei und Russland wird in Wologda eröffnet.
- 22. März 2004 - Carlo Krieger, Botschafter des Großherzogtums Luxemburg, besucht die offizielle Vertretung der Region Wologda
- 2. Juni 2004 - Treffen des Gouverneurs des Gebietes Wologda, Wjatschaslaw Posgaljow, mit den Delegationen der finnischen Unternehmer
- 29. Juni 2004 - Beginn der Konferenz Internationale Beziehungen der Regionen Russlands in Wologda.

Weblinks


- http://wobla.ru - Wologda im Internet
- http://alenos.piranho.de/regionen/vologda.htm – Wologda und die Region
- http://www.vologda.ru/vologda/ (russ.)
- http://www.vologda-oblast.ru (russ.)
- http://www.vologda.ru Kategorie:Ort in Russland ko:볼로그다

Russische Sprache

Die russische Sprache (früher auch Großrussisch genannt) ist die slawische Sprache mit den meisten Sprechern. Sie bildet zusammen mit dem Ukrainischen (früher auch als Kleinrussisch bezeichnet), dem Weißrussischen und dem Russinischen die Gruppe der ostslawischen Sprachen. Die russische Standardsprache beruht auf den mittelrussischen Mundarten der Gegend um Moskau. Russisch wird von etwa 180 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen etwa 130 Millionen in Russland leben. Es ist Amtssprache in Russland, Weißrussland (zusammen mit Weißrussisch), Kasachstan (zusammen mit Kasachisch) und der zur Ukraine gehörenden Autonomen Republik Krim (zusammen mit Ukrainisch). In diesen und weiteren Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion ist es sowohl Muttersprache eines Teiles der Bevölkerung als auch Sprache eines großen Teiles des öffentlichen Lebens. Die russische Sprache ist ebenso eine verbreitete Sprache für Wissenschaft, Kunst und Technik. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 300 Millionen Sprecher.

Alphabet

Russisch wird mit dem russischen Alphabet geschrieben (rus.: русский алфавит od. русская азбука), das dem kyrillischen Alphabet (rus.: кириллический алфавит od. кириллица) entstammt. Seit der letzten Rechtschreibreform im Jahre 1918 besteht das russische Alphabet aus 33 Buchstaben. Davon dienen 10 Buchstaben zur Wiedergabe der Vokale, und zwar: а, е, ё, и, о, у, ы, э, ю und я. Die übrigen 22 Buchstaben werden zur Wiedergabe von Konsonanten verwendet, wobei die Buchstaben ъ und ь nicht zur Nachbildung bestimmter, eingenständiger Laute, sondern als Indikatoren für die Härte oder Weichheit vorangehender Konsonanten dienen [mehr dazu siehe unter: Russische Phonetik]. Siehe auch: Russische Rechtschreibreform von 1918

Aussprache

Die Aussprache der russischen Sprache bezeichnet die Phonetik und die Phonologie der russischen Standardsprache. Im weiteren Sinne kann darunter auch die Aussprache in verschiedenen Varietäten (Dialekten und Mundarten) der russischen Sprache verstanden werden.

Tonalität

Russisch ist eine nicht-tonale Sprache, d.h. die Tonhöhe der Vokale hat keinen Einfluss auf die Bedeutung eines Wortes. Auch wie im Deutschen wird im Russischen innerhalb oder am Ende eines Satzes unterschiedliche Stimmhöhe benutzt, um z.B. einen Aussagesatz von einem Frage- oder Ausrufesatz kenntlich zu machen. Die Stimmhebung oder -senkung dient hier aber dazu, um die Bedeutung eines Satzes zu ändern oder dessen bestimmte Teile klanglich hervorzuheben. In tonalen Sprachen hingegen ändert der Ton die Bedeutung einzelner Wörter.

Wortbetonung

Die Betonung eines Wortes (der Wortakzent) hat im Russischen eine wichtige und häufig eine sinnunterscheidende Bedeutung. Falsch betonte Wörter können zu Verständnisschwierigkeiten führen, insbesondere dann, wenn sie aus dem sprachlichen Kontext isoliert oder einzeln ausgesprochen werden. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird die russische Wortbetonung u.a. als frei und beweglich bezeichnet. So werden z.B. durch die Verlagerung der Betonung innerhalb einiger russischen Wörter ihre unterschiedlichen Flexionsformen gebildet. Für eine ausführliche Darstellung siehe: Wortbetonung in der russischen Sprache

Phonetik

Die phonetische Struktur der modernen russischen Standardsprache zählt 42 bedeutungsunterscheidende Einzellaute (Phoneme), die sich wiederum in 6 Vokal- und 36 Konsonantenlaute aufteilen lassen. Das umfangreiche Phoneminventar des Russischen erklärt sich durch eine für slawische Sprachen typische Besonderheit der Aussprache, und zwar werden die meisten russischen Konsonanten sowohl hart als auch weich (palatalisiert) ausgesprochen. Hierbei handelt es sich aber nicht um so genannte Phone, sondern um einzelne Phoneme, denn jede dieser Aussprachevarianten ist bedeutungsunterscheidend. Einige russische Dialekte haben einen spezifischen Phonembestand, in dem einige Konsonanten vorwiegend hart bzw. palatalisiert oder etwas anders (z.B. guttural) ausgesprochen werden. Die Aussprache russischer Vokale und Konsonanten variiert in Abhängigkeit davon, welche Position sie in einem Wort einnehmen. Dabei unterscheidet man bei Vokalen zwischen einer betonten und einer unbetonten Position. So wird beispielsweise das "o" als [o] in betonter und als [a] oder ] in unbetonter Position ausgesprochen. Die Aussprache vieler russischen Konsonanten wird wiederum durch andere, ihm nachfolgende Konsonanten bestimmt. So werden u.a. alle stimmhaften Konsonanten nicht nur am Wortende stimmlos ausgesprochen, sondern auch dann, wenn sie einem anderen stimmlosen Konsonanten vorangehen. Im Unterschied zum Deutschen ist die Länge der Vokale im Russischen weder bedeutungsunterscheidend (wie z.B. in Stielstill) noch für die richtige Aussprache eines Wortes ausschlaggebend. Die betonten Vokale werden in der Regel halblang ausgesprochen. Die unbetonten Vokale sind dagegen kurz und unterscheiden sich häufig von den entsprechenden betonten Vokalen auch qualitativ. Im Russischen gibt es keine Diphthonge. Sowohl Doppelvokale als auch zwei unterschiedliche, aufeinander folgende Vokale werden stets als einzelne Laute ausgesprochen (wie z.B. in Kooperation, aktuell, Museum, geimpft). Für eine ausführliche Darstellung der russischen Phonetik siehe: Russische Phonetik

Grammatik

Wie die meisten slawischen Sprachen ist auch das Russische stark flektierend. In einer flektierenden Sprache ändert sich die Gestalt eines Wortes innerhalb diverser grammatischen Kategorien, und zwar einerseits durch Hinzufügung von Affixen (schwache od. äußere Flexion) oder durch Veränderung des Wortstammes (starke od. innere Flexion). Für das Russische sind die beiden Flexionsarten charakteristisch. Im Falle der starken Flexion verändert sich der Stamm vieler russischen Wörter bei deren Beugung (Deklination, Konjugation, Komparation), und zwar durch Ablaut (z.B.: мыть - мою, жевать - жуёт), Konsonantenverschiebung (z.B.: возить - вожу) oder Hinzufügung bzw. Wegfall der Stammvokale (z.B.: брать - беру, один - одна). Dabei können die Attribute der schwachen und der starken Flexion jeweils einzeln oder in Kombination miteinander auftreten (z.B.: жечь - жёг - жгу). Wortarten und deren grammatische Kategorien:
Auch wie im Deutschen werden im Russischen Substantive, Adjektive und Pronomen nach Kasus, Genus und Numerus gebeugt und Adverbien nur gesteigert. Russische Verben werden hingegen nicht nur nach Tempus und Numerus, sondern in der Vergangenheitsform auch nach Genus gebeugt. Anders als im Deutschen werden im Russischen auch Eigennamen (Personen-, Städte-, Ländernamen u.ä.) und Zahlwörter gebeugt. Außerdem kennt das Russische weder bestimmte noch unbestimmte Artikel. Für die Anzeige von Kasus, Genus und Numerus treten stattdessen zahlreiche Suffixe auf. Bei einer kleinen Gruppe russischer Wörter können grammatische Kategorien durch Verlagerung der Wortbetonung von einer auf die andere Silbe gebildet werden (mehr dazu siehe unter: Wortbetonung in der russischen Sprache). Weitere Wortarten im Russischen sind Präpositionen, Konjunktionen, Fragewörter, Interjektionen, Frage- und Modalpartikeln sowie die Verbpartikel «бы». In einem Satz bleiben sie immer ungebeugt. Substantive:
Das Russische kennt drei grammatische Geschlechter und sechs grammatische Fälle (Kasus). Bei der Deklination wird innerhalb der grammatischen Geschlechter weiterhin nach belebten (d.h. Lebewesen) und unbelebten (d.h. Sachen) Substantiven unterschieden. Verben:
Eine Besonderheit der meisten russischen Verben besteht darin, dass sie zwei unterschiedliche Formen haben, um eine Handlung im Zeitgeschehen als vollendet oder unvollendet zu spezifizieren. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird diese verbale Kategorie als Aspekt bezeichnet (mehr dazu siehe unter: Der Aspekt in der russischen Sprache). Tempus:
Im Unterschied zum Deutschen gibt es in der russischen Standardsprache nur eine Vergangenheitsform, die häufig als Präteritum bezeichnet wird. Diese Bezeichnung beschreibt aber lediglich die Art und Weise, wie die Vergangenheitsform russischer Verben gebildet wird. Diese erfolgt ausschließlich durch Änderung der Gestalt eines Verbs, wie etwa durch Anhängen spezifischer Suffixe, und nicht durch zusätzliche Nutzung von Hilfsverben, wie etwa von Verben „haben“ oder „sein“ im Deutschen. Syntax (Satzbildung):
Da das Russische stark flektierend ist, sind die gebeugten Formen vieler russischen Wörter oft einzigartig und entsprechen jeweils nur einer bestimmten grammatischen Kategorie. Deshalb ist die Verknüpfung einzelner Satzglieder im Russischen nicht so streng wie im Deutschen geregelt. So muss das Subjekt nicht notwendigerweise unmittelbar vor oder nach dem Prädikat gesetzt werden, ein Aussagesazt kann mit dem Prädikat anfangen oder enden. Innerhalb kurzer Sätze oder einzelner, geschlossener Satzteile kann die Wortfolge oft stark dennoch nicht willkürlich variieren, ohne dabei die Satzsemantik zu verändern. Insbesondere in der Poesie wird dieses besondere Merkmal der russischen Syntax häufig verwendet, indem Sätze zuweilen durch eine unübliche Umstellung der Wörter gebildet werden und somit die Reimfindung erleichtern. Einige Unterschiede zwischen den Satzbildungsregeln im Deutschen und im Russischen können durch folgende Beispiele veranschaulicht werden:

- Im deutschen Satz „Maria fragt Jan.“ wird die Satzsemantik durch die Reihenfolge [Subjekt] → [Prädikat] → [Akkusativobjekt] bestimmt. Die Substantive, in diesem Fall die Eigennamen „Maria“ und „Jan“, weisen keine grammatischen Merkmale auf, die sie als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen lassen. Deshalb, sobald man die beiden Substantive miteinander vertauscht, ändert sich die Bedeutung des Satzes im Deutschen: „Jan fragt Maria.“. Im Russischen lassen sich die beiden Substantive durch ihre Flexionsformen eindeutig als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen. Die Bedeutung des Satzes „Мария спрашивает Яна.“ („Maria fragt Jan.“) wird im Russischen also nicht durch die Reihenfolge der Satzglieder, sondern durch deren Flexionsformen bestimmt. Deshalb ändert sich die Satzsemantik durch die Umstellung der Satzglieder nicht. Im russischen Satz wird es immer Maria sein, die Jan fragt und nicht umgekehrt: „Мария спрашивает Яна.“ oder „Мария Яна спрашивает.“ oder „Яна Мария спрашивает.“ oder „Яна спрашивает Мария.“. Will man im Russischen sagen, dass Jan Maria fragt, muss man die Flexionsformen der beiden Substantive ändern: „Ян спрашивает Марию.“.
- Im deutschen Satz „Ich liebe dich.“ muss das Prädikat immer an der zweiten Stelle stehen. Im Russischen Satz kann es entweder an der zweiten oder an der letzten Stelle sein: „Я люблю тебя.“ bzw. „Я тебя люблю.“. Wird das Prädikat an die erste Stelle im Satz gesetzt, so leitet es im Russischen nicht eine Frage ein, sondern hebt lediglich die Handlung hervor und weist in diesem Fall auf die Gefühlsstärke des Sprechenden: „Люблю я тебя.“ („Ich liebe dich so sehr.“).
Für eine ausführliche Darstellung der russischen Grammatik siehe: Russische Grammatik

Dialekte

Man unterscheidet im europäischen Teil Russlands drei sprachlich unterschiedliche Gebiete: Nord-, Mittel- und Südrussland. Die Gebiete unterteilen sich ferner in einzelne Dialekte.

Nordrussisch

Nord-östlich einer Linie vom Ladogasee über Nowgorod und Jaroslawl bis Joschkar-Ola. Diese Mundart kennzeichnet sich durch ein klar ausgesprochens unbetontes "o" (оканье - Okanje), ein gutturales "g" und ein hartes "t".
- Mundartengruppe von Ladoga und Tichwin
- Mundartengruppe von Kostroma
- Mundartengruppe von Wologda
- Mundartengruppe von Onega
- Mundarten von Beloozersk

Mittelrussisch

Die Nördliche Grenze verläuft von Sankt-Petersburg über Nowgorod und Iwanowo bis Nischni Nowgorod und Tscheboksary, die südliche von Welikije Luki über Moskau bis Pensa. Dieses Gebiet zeigt sowohl nördliche als auch südliche Sprachzüge. Im Westen ist das unbetonte "o" ein "o", im Osten ein "a" (аканье - Akanje).
- Westmittelrussisch von Pskow
- Westmittelrussisch von Nowgorod
- Ostmittelrussisch von Moskau und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Jegorewsk und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Temnikow und Umgebung
- Ostmittelrussisch vom Wolga-Wladimir Gebiet

Südrussisch

Im Bereich südlich von Welikije Luki über Rjasan bis Tambow. Hier spricht man das unbetonte "o" als "a", ein frikatives "g" und ein weiches "t".
- Mundart von Rjasan
- Mundartengruppe vom Dnjepr
- Mundart von Oskol

Mischsprachen

Es gab und gibt einige natürlich entstandene Mischsprachen mit dem Russischen. Bekannteste Vertreter sind die Mischungen mit den nah verwandten Ukrainisch (Surschyk) und Weißrussisch (Trasjanka). Innerhalb der Sowjetunion vermischte es sich einst auch mit den isolierten Sprachen sibirischer und asiatischer Völker Russlands. An dessen Arktis-Grenzen zu Norwegen wurde vor 100 Jahren noch eifrig Russenorsk gesprochen. Im Fernen Osten wiederum brachte der Kontakt mit Chinesen Kjachta-Russisch hervor. Nationalismus hat auch diese Mischsprachen heute vernichtet. Allein das durch den sowjetischen Einfluss auf Kuba entstandene Rusinol lebt. In Deutschland entsteht zur Zeit unter den russischen Einwanderern eine deutsch-russische Mischsprache.

Lehnwörter

Das Russische hat sich eine ganze Reihe von Wörtern aus dem Deutschen entlehnt (siehe: Liste deutscher Wörter im Russischen). Darüber hinaus sind auch einige russische Wörter in die deutsche Sprache eingegangen (siehe: DDR-Sprache).
- Datsche - дача
- Perestroika - перестройка
- Pogrom - погром
- Sputnik - спутник
- Steppe - степь
- Subbotnik - субботник
- Troika - тройка
- Wodka - водка
- Zobel - соболь

Weitere verwandte Aktikel


- Russische Rechtschreibreform von 1918
- Wortbetonung in der russischen Sprache
- Russische Phonetik
- Russische Grammatik
- Russische Literatur
- Deutschrussisch
- Russischer Mat

Weblinks


- http://www.russian-online.net – Russisch lernen und verstehen – kostenloser Online-Sprachkurs und Sprachführer, für Einsteiger
- http://learning-russian.gramota.ru – Online-Sprachkurs, für Fortgeschrittene
- [http://www.rambler.ru/dict/scripts/go.cgi?btnG=%CD%E0%E9%F2%E8%21&query=&where=deru&start=0&count=15 http://www.rambler.ru/dict/] – Deutsch-Russisches Wörterbuch
- [http://www.dict.russian-german.net http://www.dict.russian-german.net] – freies Deutsch-Russisches Wörterbuch mit Lern-Modus
- [http://www.sz.euv-frankfurt-o.de/Homepages/Lektorate/Russisch/LRLinksOnlineWB.html Liste von Online-Wörterbüchern und Nachschlagewerken]
- [http://www.russlandjournal.de RusslandJournal.de] - Alphabet, Grammatik, viele praktische Sprachübungen und Tests der russischen Sprachlernsoftware und -bücher Kategorie:Einzelsprache Kategorie:Indogermanisch Kategorie:Russische Sprache ja:ロシア語 ko:러시아어 ms:Bahasa Russia simple:Russian language th:ภาษารัสเซีย

Russland

Russland (russisch Россия), bzw. Russische Föderation (russisch Российская Федерация, ) - beide Bezeichnungen sind gleichwertig - ist ein Staat in Osteuropa und Nordasien und der flächenmäßig größte Staat der Erde.

Geografie

Bild:Rs-map.png

Nachbarländer und Meere

Im Folgenden sind die an Russland angrenzenden Nachbarländer und Meere entgegen dem Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben. Das russische Kernland grenzt an die skandinavischen Staaten Norwegen (196 km) und Finnland (1340 km), gefolgt von einem kurzen Küstenstreifen zur Ostsee. Danach teilt sich Russland eine Grenze mit den baltischen Ländern Estland (294 km) und Lettland (217 km), weiter südlich gefolgt von Weißrussland (959 km) und der Ukraine (1576 km). Das Schwarze Meer trennt die europäischen Grenzen Russlands von denen zu Kleinasien. Im Kaukasus grenzen Georgien (723 km) und Aserbaidschan (284 km) an. Es folgt ein Küstenstreifen am Kaspischen Meer und eine lange gemeinsame Grenze mit der zentralasiatischen Republik Kasachstan (6846 km). In Ostasien grenzt Russland erstmals an die Volksrepublik China (etwa 40 km) und dann an die Mongolei (3485 km). Danach trifft das russische Hoheitsgebiet zum zweiten Mal mit der VR China zusammen (3605 km). Mit Nordkorea (19 km) besteht die letzte Landverbindung zu einem anderen Staat. Danach folgen die Küstenlinien zum Japanischen, dem Ochotskischen Meer, zum Pazifischen Ozean und schließlich zur Beringsee. Über die nur etwa 85 km schmale und 30 m bis 50 m tiefe Beringstraße ist Russland im äußersten Osten von seiner ehemaligen Kolonie Alaska (die 1867 an die USA verkauft wurde und seit 1959 offizieller Staat der USA ist) getrennt. Der gesamte nördliche Teil des Landes grenzt an den Arktischen Ozean. Dort befinden sich auch einige große und viele kleine Inseln, die ebenfalls zum russischen Staatsgebiet gehören. Die Gesamtlänge der Landesgrenzen beträgt 20.017 km, die Küstenlinie umfasst 37.653 km. Neben dem Kernland besitzt Russland noch zwei Exklaven:

Exklaven

Exklave Die größte russische Exklave ist der nördliche Teil des ehemaligen Ostpreußen, die heutige Oblast Kaliningrad (dt.: Königsberg). Die Exklave grenzt an Litauen (227 km) und Polen (206 km) und ist wie das Mutterland Ostsee-Anrainer. Sie beherbergt die gleichnamige Stadt Kaliningrad. Die zweite Exklave befindet sich in der Schweiz: das 1899 von Russland mit schweizer Genehmigung errichtete Suworow-Denkmal in der innerschweizerischen Schöllenenschlucht zählt zum russischen Hoheitsgebiet. Vermutlich wurde das nur 563 m² große Territorium an Russland übergeben, damit die Neutralitätsgesetze der Schweiz nicht verletzt werden. Der Exklavenstatus ist umstritten.

Strittige Gebiete

Südlich der russischen Halbinsel Kamtschatka liegt die Inselgruppe der Kurilen. Die Kette von etwa 30 Inseln erstreckt sich bis 4km vor die Küste Japans. Die Inseln standen seit 1875 unter japanischer Hoheit, als das sowjetische Russland sie 1945 im Zweiten Weltkrieg eroberte. Die südlichen Kurilen werden bis heute von Japan beansprucht. Seit 2004 laufen wieder Verhandlungen zwischen den beiden Staaten, die den Gebietsstreit beenden sollen. siehe auch: Kurilenkonflikt In der russischen Teilrepublik Tschetschenien versuchen islamische Unabhängigkeitsbewegungen, einen souveränen Staat zu errichten. De facto herrscht in der kaukasischen Republik seit 1994 permanenter Kriegszustand, wobei beide Seiten die Auseinandersetzung mit äußerster Härte austragen. Im Zusammenhang mit dem Konflikt stehen unter anderem die Geiselnahme in einem Theater in Moskau 2002 sowie die Geiselnahme von Beslan, bei der 2004 insgesamt 368 Menschen ums Leben kamen. Der Tschetschenienkonflikt stellt die gegenwärtig schwerste Krise Russlands dar und seine Lösung ist wahrscheinlich die größte Herausforderung der russischen Regierung. An dem Fluss Amur, der die Grenze Russlands zur VR China bildet, kam es v.a. während der Sowjetzeit zu diversen Auseinandersetzungen, die auch zu Grenzgefechten führten. Auch in der heutigen Zeit gibt es vereinzelt Gefechte zwischen russischen und chinesischen Grenzsoldaten. Da aber keine Seite offiziell Anspruch auf Gebiete jenseits des Flusses erhebt, werden diese Streitigkeiten nicht als ein schwerwiegender Konflikt betrachtet.

Großlandschaften

VR China Hauptartikel: Russische Großlandschaften Russland gliedert sich geografisch betrachtet hauptsächlich in die folgenden Großlandschaften (etwa in West-Ost-Richtung):
- Osteuropäische Ebene - westlich des Uralgebirges
- Westsibirisches Tiefland - östlich des Uralgebirges
- Nordsibirisches Tiefland - südlich des Arktischen Ozean
- Mittelsibirisches Bergland - zwischen Jenissei und Lena
- Südsibirische Gebirge - Gebirge im Süden Russlands (bzw. Sibiriens)
- Mitteljakutische Niederung - in der Fluss-Niederung der Lena
- Ostsibirisches Bergland - Gebirge östlich der Lena
- Ostsibirisches Tiefland - südlich der Ostsibirischen See

Flüsse und Ströme

Ostsibirischen See]] Sieben der zehn längsten europäischen Flüsse verlaufen durch russisches Staatsgebiet. An deren Spitze steht die Wolga. Sie ist der längste Fluss Europas und verläuft ausschließlich in Russland. Nach 3.531 km mündet sie schließlich ins Kaspische Meer. Als Wasserweg erfährt die Wolga besondere Bedeutung, da sie Nordeuropa mit Zentralasien verbindet. Mit 2.428 km Länge folgt der Ural. Er entspringt im gleichnamigen Gebirge und verläuft in Richtung Süden nach Kasachstan. Da er erst jenseits der kasachischen Grenze schiffbar wird, hat er für Russland nur geringe wirtschaftliche Bedeutung. Jedoch wird er allgemein als Innereurasische Grenze angesehen. Eine sehr große Bedeutung für die slawischen Staaten besitzt dagegen der Dnepr (auch Dnjepr genannt). Der Strom entsteht westlich von Moskau und fließt anschließend durch Weißrussland und die Ukraine, wo er ins Schwarze Meer mündet. Über den Dnepr-Bug-Kanal ist er mit dem polnischen Fluss Bug und mit Weichsel und Memel verbunden, was den Dnepr zu einer äußerst wichtigen Wasserstraße macht. In Asien verläuft der 2.824 km lange Amur. Er bildet seit 1689 die Grenze zwischen Russland und der Volksrepublik China. Weitere wichtige Flüsse und Ströme sind (alphabetisch sortiert); die bedeutsamsten Flüsse sind kursiv gedruckt): Angara, Bureja, Chor, Don, Düna, Indigirka, Irtysch, Jenissei, Kama, Kolyma, Kuban, Lena, Memel, Moskwa, Newa, Ob, Oka, Petschora, Pregel, Seja, Selenga, Tobol, Tschulym, Steinige und Untere Tunguska, Ussuri, Wjatka, Wolchow.

Gebirge und Berge

Die bedeutendsten Gebirge in Russland sind (alphabetisch sortiert): Altai, Baikalgebirge, Chibinen, Kaukasus, Kolymagebirge, Putoranagebirge, Sajangebirge, Stanowojgebirge, Stanowojhochland, Tannu-ola-Gebirge, Tscherskigebirge, Ural, Werchojansker Gebirge. Der höchste Berg in Russland ist der Elbrus (5.642 m) im Kaukasus.

Städte

Die größten Städte Russlands sind Moskau (10,10 Mio.), Sankt Petersburg (4,66 Mio), Nowosibirsk (1,42 Mio), Nischni Nowgorod (1,35 Mio), Jekaterinburg (1,26 Mio), Samara (1,16 Mio), Omsk (1,15 Mio) und Wolgograd (1,2 Mio). Siehe auch: Liste der Städte in Russland

Klima

Große Teile des Landes sind vom Kontinentalklima mit heißen Sommern und sehr kalten Wintern geprägt. Die vier Klimastationen Moskau, Jekaterinburg, Nowosibirsk und Bomnak liegen alle etwa auf 55° nördlicher Breite von West nach Ost. An ihnen lässt sich die zunehmende Kontinentalität mit immer ausgeprägteren Differenzen zwischen dem wärmsten und kältesten Monat des Jahres gut erkennen. Im Nordosten Sibiriens - beim Ort Oimjakon - liegt der Kältepol der Nordhalbkugel. Bild:Klima_moskau.png|Klimadiagramm Moskau Bild:Klima_jekaterinburg.png|Klimadiagramm Jekaterinburg Bild:Klima_novosibirsk.png|Klimadiagramm Nowosibirsk Bild:Klima_bomnak.png|Klimadiagramm Bomnak Die Klima- und Vegetationszonen verlaufen in Russland weitgehend breitenkreisparallel, so dass stark schematisiert folgende Nord-Süd-Abfolge entsteht:

Bevölkerung

breitenkreis] Russland ist ein Vielvölkerstaat. So leben neben den Russen, die mit 80,0 % die Mehrheit der Bevölkerung stellen, noch fast 100 andere Völker auf dem Gebiet des Landes. Größere Minderheiten sind die Tataren (4,0 %), die Ukrainer (2,2 %), die Tschuwaschen (1,5 %), die Baschkiren (1,4 %), die Wolgadeutschen (0,8%) und andere. Zu den kleineren Minderheiten zählen beispielsweise die Mescheten und die Juden. Sie sprechen meistens Sprachen aus dem Kreis der Uralische Sprachen (Samojedische Sprachen), Altaiische Sprachen und Paläosibirische Sprachen. Siehe: Indigene Völker des russischen Nordens, Sibiriens und des russischen Fernen Ostens Für viele nicht-russische Völker wurden Republiken mit weitgehender Autonomie errichtet. In den letzten Jahren erlebt Russland einen deutlichen Bevölkerungsrückgang von etwa 750.000 Einwohnern pro Jahr. Dennoch ist Russland das zweitwichtigste Einwanderungsland der Welt. Herkunftsländer sind hierbei vor allem die ärmeren, südlichen ehemaligen Sowjetrepubliken Zentralasiens und des Kaukasus, aber in zunehmender Zahl auch Afrika und Südostasien. Die Mehrheit der Einwanderer stellen bisher jedoch die Russen, die während der Sowjetzeit in anderen Teilrepubliken angesiedelt wurden und nun mit ihren Familien nach Russland zurückkehren. Russisch ist die einzige überall geltende Amtssprache, parallel dazu wird in den einzelnen autonomen Republiken oftmals die jeweilige Volkssprache als zweite Amtssprache verwendet. Das kyrillische Alphabet ist die einzige offizielle Schrift und es besteht die Richtlinie, dass alle jeweiligen Sprachen in Kyrillisch zu schreiben sind. Gegen diese Regelung erhob sich in den vergangenen Jahren mehrmals Widerstand, z. B. von Seiten der Tataren. Die russisch-orthodoxe Kirche bildet die vorherrschende christliche Gruppe in der Föderation der über 60 % der Bevölkerung angehört. Allerdings ist die Zahl der Konfessionslosen mit über 25 % sehr hoch; zu anderen Religionen zählen der Islam (knapp 12 %) und in kleinerem Maße verschiedene protestantische Richtungen (1 Millionen Menschen) (darunter die ELKRAS), die katholische Kirche (ebenfalls rund 1 Millionen Menschen), der Buddhismus (über 1 Millionen) und der Judentum (800000). 73 % der Russen leben in Städten.

Bevölkerungswachstum

Russland verliert ca. 365.000 Einwohner im Jahr (ca. 1.000 Einwohner am Tag). Die Bevölkerungsdichte war 2004 8,46 Einwohner/km², im Jahr 2005 ist diese noch 8,40 Einwohner/km².

Geschichte

Judentum Judentum Judentum Judentum Hauptartikel: Geschichte Russlands

Etymologie

Der alte ostslawische Name für das Gebiet des von Slawen bewohnten Teils des europäischen Russlands, Weißrusslands und der Ukraine war Rus (siehe Kiewer Rus), der davon abgeleitete mittelalterliche lateinische Name war Ruthenia, in latinisierter slawischer Version Russia (ab dem frühen 18. Jahrhundert Rossija). Wörtlich übersetzt bedeutet Rossijskaja Federazija ‚Russländische Föderation‘ (von Rossija ‚Russland‘). Man hat bewusst nicht Russkaja Federazija (‚Russische Föderation‘) als Staatsbezeichnung gewählt, um auch die nicht-russischen Ethnien einzubeziehen. Ist von dem russischen Volk oder der russischsprachigen Kultur die Rede, spricht man daher im Russischen von russkij (‚russisch‘). Ist dagegen von den Staat Russland betreffenden Sachverhalten die Rede, verwendet man das Adjektiv rossijskij (‚russländisch‘).

Entstehung

Die früheste Geschichte des eigentlichen, europäischen Russlands (für die Geschichte des asiatischen Teils, siehe Geschichte Sibiriens) ist im Norden geprägt von finno-ugrischen Völkern und Balten, und im Süden von den indogermanischen Steppenvölkern des Kurganvolks, der Kimmerier, Skythen, Sarmaten und Alanen; später kamen hier noch Griechen, Goten, Hunnen und Awaren hinzu. In der Mitte, zwischen Dnjepr und Bug, fand die Ethnogenese der slawischen Völker statt, die sich ab dem 6. Jahrhundert auch nach Norden und Osten auszudehnen begannen. Ab dem 8. Jahrhundert befuhren schwedische Wikinger die osteuropäischen Flüsse, gründeten Städte und Siedlungen und vermischten sich mit der slawischen Vorbevölkerung. Diese auch Waräger oder Rus genannten Kriegerkaufleute waren maßgeblich an der Gründung des ersten ostslawischen Staates, der "Kiewer Rus" mit Zentren in Kiew und Nowgorod, beteiligt. Im südlichen Steppengebiet und an der Wolga waren hingegen Reiche der aus Asien eingeströmten Turkvölker der Chasaren und Wolgabulgaren entstanden, mit denen die Rus Handel trieben, aber auch mehrfach Kriege führten. Intensive Kontakte mit dem Byzantinischen Reich führten schließlich 988 zur orthodoxen Christianisierung der Kiewer Rus. Aufgrund des ungünstigen Senioratsprinzips bei der Regelung der Erbfolge begann die Kiewer Rus im 12. Jahrhundert zu zerfallen, was es den ab 1223 einfallenden Mongolen erleichterte, die zerstrittenen russischen Fürstentümer zu unterwerfen. Die Goldene Horde beherrschte nun für zwei Jahrhunderte einen großen Teil der Rus, ein anderer Teil wurde dem Großfürstentum Litauen und später Polen-Litauen eingegliedert. Das Großfürstentum Moskau konnte sich schließlich von der mongolischen Fremdherrschaft befreien, und Großfürst Iwan IV. ließ sich 1547 zum ersten "Zar der ganzen Rus" krönen. Unter seiner Herrschaft begann auch die Eroberung Sibiriens, die russische Kosaken erstmals im 17. Jahrhundert bis an den Pazifik brachte.

Öffnung Russlands unter Peter dem Großen

An der Wende zum 18. Jahrhundert öffnete Zar Peter der Große das teilweise in mittelalterlichen Strukturen erstarrte russische Reich westeuropäischen Einflüssen und förderte Wissenschaft und Kultur. 1703 gründet er die Stadt Sankt Petersburg, die das Symbol für den russischen Fortschritt werden sollte. Mit dem Sieg gegen Schweden im über 20 Jahre währenden Großen Nordischen Krieg und der damit erlangten Vormachtstellung im Ostseeraum, machte er Russland zu einer gesamteuropäischen Großmacht. Zarin Katharina die Große ging Peters Weg weiter und betrieb konsequent Expansionspolitik, im Laufe derer sie die Schwarzmeerküste vom Osmanischen Reich eroberte (Neurussland) und sich an den Teilungen Polens beteiligte. 1812 fielen Napoleons Truppen in Russland ein und eroberten Moskau, wurden schließlich jedoch vernichtend geschlagen. Bald darauf zog Zar Alexander I. als "Retter Europas" in Paris ein. Russland war nun die führende Macht in Europa und erlebte ein goldenes Zeitalter. Ab 1825 gab es im unzufriedenen Volk, in den annektierten Gebieten (Polen,Litauen etc.) und bei der Intelligenzija immer wieder Aufstände, Unruhen und Attentate (siehe Dekabristen), und in den 1860er Jahren kam es zur Aufhebung der Leibeigenschaft. Trotz erheblicher Industrieproduktion (Stahl, Kohle, Öl, Militärbedarf) geriet Russland immer mehr ins Hintertreffen gegenüber den westeuropäischen Großmächten. Der Grund hierfür war die Ineffizienz des staatlich kontrollierten Aufbaus der Industrie, der nur in den städtische Ballungszentren vorangetrieben wurde. Während in den großen Städten wie Moskau und St. Petersburg aufgrund der Landflucht ein Industrieproletariat entstand, verharrte das übrige Land in Armut und der Rechts- und Sozialordnung der Feudalgesellschaft. Die Industrialisierung drang nicht in die ländlichen Provinzen des Riesenreichs vor, sondern beschränkte sich hauptsächlich auf Moskau, Sankt Petersburg, Warschau und Lodz. Mangelnde Infrastruktur, die Armut der Arbeiter und Bauern und die fehlende Demokratisierung bereiteten große Probleme, wie das Zarenreich erstmals im Krimkrieg und schließlich 1905 bei der Niederlage gegen Japan schmerzlichst erfahren musste. Allerdings war Zar Nikolaus II. nicht bereit, grundlegende Reformen einzuleiten. So ließ er ein weitgehend funktionsloses Parlament, die Duma, das er notgedrungen genehmigt hatte, nur kurze Zeit später wieder auflösen.

Der Russische Bürgerkrieg

Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, erfasste das Land neuerlich eine patriotische Welle. Die anfänglichen Erfolge, vor allem gegen Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich, wurden jedoch bald abgelöst von einem zermürbenden Stellungskrieg, bis schließlich 1917 die Moral der russischen Soldaten nachgab und die Front zusammenbrach. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung und die desolate Versorgungslage waren die Ursachen, und der Zar wurde zum Abdanken gezwungen. Eine bürgerliche Regierung unter Alexander Kerenski kam an die Macht. Seiner Herrschaft machte kurz darauf die von Lenin und den Bolschewiki initiierte Oktoberrevolution ein Ende. Aus dem darauf folgenden Bürgerkrieg zwischen "roten" kommunistischen und "weißen" monarchisten Kräften, der Millionen Menschen das Leben kostete, gingen die Kommunisten als Sieger hervor. Im Laufe des polnisch-russischen Kriegs und des Bürgerkriegs verlor Russland 1920 Teile Weißrusslands und der Ukraine ("Ostpolen") an Polen. 1921 wurde dann die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR) ausgerufen, die den wichtigsten Teil der späteren Sowjetunion darstellte.

Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken

Am 30. Dezember 1922 wurde der Zusammenschluss aller Sowjetischen Sozialistischen Republiken zur UdSSR beschlossen und eine staatlich kontrollierte Wirtschaftspolitik ausgerufen. Die Sowjets wurden als Eigentümer von Boden und Produktionsmitteln erklärt. Lenins Tod am 21. Januar 1924 führte zu einem erbitterten Nachfolgekampf, in dem sich Josef Stalin gegen Leo Trotzki durchsetzte. Stalin festigte seine Macht durch gezielten Terror gegen seine Widersacher von "rechts" (u. a. Bucharin) und "links" (Leo Trotzki, später Sinowjew und Kamenew) sowie jeden, der im Verdacht stand, mit ihnen zu sympathisieren. Seit 1928 wurde die staatliche Wirtschaft Fünfjahresplänen unterworfen, die Industrialisierung und Infrastruktur, speziell im asiatischen Teil des Landes, vorangetrieben und die Landwirtschaft kollektiviert.

Der Zweite Weltkrieg

Im August 1939 unterschrieb Stalin einen geheimen Nichtangriffspakt mit Hitler und sicherte sich die Eingliederung der ostpolnischen Gebiete, des Baltikums und Bessarabiens. Nach dem Überfall Deutschlands auf Russland am 22. Juni 1941 trat Russland an der Seite der Alliierten in den Zweiten Weltkrieg (in Russland Großer Vaterländischer Krieg genannt) ein. In den ersten Kriegsmonaten verlor die Rote Armee drei Millionen Soldaten, große Teile der westlichen Landesteile wurden verwüstet, später bei der Belagerung Leningrads verhungerten über eine Million Zivilisten. Bei Moskau (Winter 1941), Stalingrad (Winter 1942/43) und Kursk (Sommer 1943) fügte die Rote Armee den deutschen Truppen schwere Niederlagen zu und eroberte schließlich im Mai 1945 Berlin. Gegen Ende des Krieges eroberten und besetzten sowjetische Truppen schließlich japanisches Gebiet im Fernen Osten (Mandschurei, Karafuto, Korea und die Kurilen). 1945 bekam die RSFSR nach dem Potsdamer Abkommen das nördliche Ostpreußen, die heutige Oblast Kaliningrad, daneben gewann sie das südliche Sachalin und die Kurilen von Japan.

Der Kalte Krieg

Nach Ende des Krieges, aus dem die UdSSR als Siegermacht hervorging, traten die Spannungen zwischen Stalin und den Alliierten zunehmend hervor. Im Laufe der Friedensverhandlungen sicherte sich die UdSSR großen Einfluss auf die angrenzenden Länder Polen, Tschechoslowakei, Ungarn und Rumänien sowie auf Bulgarien und die DDR, zeitweise auch auf Albanien. In diesen Ländern blieben Hunderttausende sowjetische Soldaten stationiert. Der Kalte Krieg dominierte bis 1989 die Weltpolitik. 1954 schenkte Nikita Chruschtschow die bis dahin russische Halbinsel Krim der Ukraine.

Zerfall der Sowjetunion

Russland hat im Jahr 1991 als größte ehemalige Sowjetrepublik die Rechtsnachfolge der Sowjetunion angetreten. Siehe hierzu auch Auflösung der UdSSR. 1996 zählte Russland zu den Gründungsmitgliedern der Shanghai Five, der heutigen Shanghai Cooperation Organization (SCO).

Das moderne Russland

Unter Boris Jelzin wurden in Russland Teile der Wirtschaft privatisiert und demokratische Reformen durchgeführt. Beide verfehlten jedoch ihr Ziel und führten zum Zusammenbruch der Wirtschaft, hohen Inflation und politischen Destabilisierung. Nach dem Amtsantritt Wladimir Putins 2000 stabilisierte sich die politische und wirtschaftliche Lage. Ein international beachteter Konfliktherd bleibt jedoch die Situation in der abtrünnigen Republik Tschetschenien, in welchem Kreise um den Feldkommandeur Schamil Bassajew und Aslan Maschadow (8. März 2005 von den russischen Kräften getötet) eine Abspaltung Tschetscheniens unter islamistischen Vorzeichen anstreben. Die gegen die Terroristen vorgehenden russischen Militärs halten häufig die Menschenrechte der Zivilbevölkerung nicht ein. Aufgrund der Geiselnahme in einer Schule im nordossetischen Beslan, die nach den Präsidentschaftswahlen in Tschetschenien von tschetschenischen Terroristen verübt wurde und wo hunderte Schüler ums Leben kamen, wurden von Präsident Putin Maßnahmen zur Stärkung der Terrorabwehr eingeleitet, die demokratische Mechanismen erheblich einschränken.

Politik

Umbruch nach der Auflösung der Sowjetunion

Russland war die mit Abstand größte Teilrepublik der Sowjetunion: es hatte 76% der Fläche und 52% der Bevölkerung (knapp 150 Millionen), zu denen noch manche Rückwanderer kamen. Seit Auflösung der Sowjetunion im Dezember 1991 ist Russland ein unabhängiger Staat und wurde mit Zustimmung der übrigen ehemaligen Sowjetrepubliken Rechtsnachfolger der UdSSR, die es politisch seit jeher dominiert hatte. Die derzeit gültige Verfassung der Russischen Föderation wurde 1993 vom Parlament, der Duma angenommen. Außenpolitisch stand die russische Führung nach Auflösung der Sowjetunion vor der Aufgabe, das Verhältnis Russlands gegenüber den übrigen früheren Sowjetrepubliken neu zu gestalten. Dies erfolgte u.a. durch Gründung der GUS (nächster Abschnitt) und einiger Verträge zu vertiefter Kooperation, vor allem mit Weißrussland, Ukraine und Kasachstan. Im Inneren stand und steht die Regierung vor der Herausforderung, die Grundlagen der politischen und wirtschaftlichen Ordnung Russlands neu zu bestimmen. Russland war vor der Auflösung des Sowjetunion ein von der Kommunistischen Partei beherrschter Staat mit einer zentral verwalteten Planwirtschaft, die kein Privateigentum an Produktionsmitteln kannte. Die Wahl von Boris Jelzin zum Staatspräsidenten bedeutete das Ende der KP-Herrschaft in Russland. Privateigentum an Unternehmen wurde zugelassen, die zentrale Planung der Wirtschaft aufgegeben. Dieser Umbruch brachte für die Bürger Russlands zweifellos mehr persönliche politische Freiheit. Die Entwicklung des politischen Systems unter Jelzin wurde von vielen jedoch eher als Auflösung einer gesicherten und berechenbaren staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung empfunden. Die politische Entscheidungsfindung im Geflecht des Familienclans Jelzins und seiner Hintermänner aus dem Kreis der Oligarchen, die durch die Privatisierungspraktiken der Regierung Jelzin innerhalb weniger Jahren zu immensen Vermögen gekommen waren, blieb intransparent, der Einfluss des Parlaments eng begrenzt.

Politische Kooperation der Nachfolgestaaten

Die Auflösung der Sowjetunion stellte Russland vor die Aufgabe, das Verhältnis zu deren Nachfolgestaaten neu zu gestalten. Im Ergebnis ist Russland jetzt im Vergleich zum engen Verbund in der Sowjetunion nur noch locker mit einigen früheren Sowjetrepubliken verbunden. Die bekannteste gemeinsame Organisation ist die GUS (Gemeinschaft unabhängiger Staaten), russisch СНГ (Содружество Независимых Государств). Diesem 1991/1992 vereinbarten Zusammenschluss gehören 11 der 15 Nachfolgestaaten an; nur die 3 baltischen Staaten und Turkmenistan traten nicht bei. Mit Weißrussland hat sich Russland in der Russisch-Weißrussischen Union zusammengeschlossen, auf die sich Jelzin mit Aljaksandr Lukaschenka (beloruss.Präsident seit 1994) verständigte. Sie wird jedoch von Kritikern als "kaum funktionierend und halb-illegal" bezeichnet. Von ihr wurde lediglich die Verteidigungs- und vorübergehend die Zollunion umgesetzt.
Als nach Jelzin 1999 Wladimir Putin russischer Präsident wurde, kühlte sich das Verhältnis zu Weißrussland ab, dem Putin aber später den Beitritt in die Russische Föderation vorschlug. Lukaschenko lehnte dies ab, doch vereinbarte man 2004/05 eine Währungsunion. Sie soll zwar Anfang 2006 in Kraft treten, allerdings sind derzeit (Nov.2005) noch grundlegende Fragen offen. Insgesamt ist die Integration Weißrusslands mit Russland von schwankendem Interesse geprägt und hat an Dynamik verloren. Ein Bericht der WZ vom 9.11.2005 trug daher den sprechenden Titel "[http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3857&Alias=wzo&cob=206384 Minsk–Moskau: Integration mit zahlreichen Hindernissen]". Etwas beständiger ist demgegenüber das militärische Verteidigungsbündnis Russlands mit Weißrussland, Armenien, Kasachstan, Kirgisistan und Tadschikistan, der sogenannte Rat für kollektive Sicherheit. Ein neues Bündnis in Asien deutet sich mit der Shanghai Cooperation Organization an, zu dem auch China gehört. Russland hat bereits im August 2005 ein gemeinsames [http://www.dw-world.de/dw/article/0,1564,1682588,00.html Manöver mit den chinesischen Streitkräften] durchgeführt.

„Gelenkte Demokratie“ Putins

Hauptartikel: Innenpolitik Russlands unter Präsident Putin Innenpolitik Russlands unter Präsident Putin Wladimir Putin, den Jelzin selbst als seinen Nachfolger nominiert hatte, gewann die Präsidentschaftswahlen im März 2000 mit 52,9 Prozent der Stimmen. Staatspräsident Putin ist es seither gelungen, für mehr politische und wirtschaftliche Stabilität zu sorgen, allerdings nach Meinung vieler westlicher Beobachter auf Kosten der Meinungs- und Pressefreiheit und einer sehr weitreichenden Konzentration der Macht in seinem Amt. Offenbar verfolgt er – zumindest vorerst - nicht das Ziel, Russland zu einer pluralistischen westlichen Demokratie mit starken politischen Parteien, unabhängigen Verbänden, freien Medien und einer in allen Bereichen marktwirtschaftlich geordneten Wirtschaft zu entwickeln. Sein Leitbild scheint vielmehr ein politisches System zu sein, das der russische Publizist Sergej Markow als "gelenkte Demokratie" bezeichnete. Von einigen Politologen wird Russlands politisches System auch als defekte Demokratie bezeichnet. Der russische Staatspräsident besitzt schon aufgrund der Verfassung weitreichende Befugnisse. Putin hat diese Machtposition ausgebaut indem er:
- die verbliebenen Vertreter der Jelzin-Familie allmählich entmachtete,
- die Macht der Gouverneure der Regionen drastisch beschränkte,
- die Pressefreiheit einschränkte
- den Einfluss der "Oligarchen" auf Medien und Politik beschnitt. Bei den Parlaments- und Präsidentenwahlen gewann Putin deutliche Mehrheiten. Bereits seit Januar 2002 werden die Mitglieder des Oberhauses des russischen Parlaments, des sogenannten Föderationsrats, nicht mehr durch die Gouverneure und die regionalen Parlamentspräsidenten gestellt, sondern nur noch durch vom jeweiligen Gouverneur oder Regionalparlament entsandte Vertreter. Die seit 1996 praktizierte direkte Wahl der Gouverneure in den Regionen der russischen Republik schaffte Putin Ende 2004 wieder ab. Seither schlägt der Staatspräsident den Kandidaten für ein Gouverneursamt vor, den die Regionalparlamente bestätigen müssen, wenn dieser sein Amt eintreten soll. Zur Festigung seiner Machtposition verstärkte Putin die staatlichen Eingriffe in die Arbeit von Fernsehen, Rundfunk und Zeitungen. In westlichen Medien und von internationalen Bürgerrechtsorganisationen werden immer wieder Einschränkungen der Pressefreiheit in Russland kritisiert. Verwiesen wird zum Beispiel auf mehrjährige Gefängnisstrafen von Kritikern wie Grigori Pasko und Igor Sutjagin. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland berichtet in seinen Länder-Informationen zu Russland zu den Einschränkungen der Pressefreiheit: Am deutlichsten ist die staatliche Einflussnahme im Bereich des Fernsehens. Alle drei landesweit sendenden TV-Stationen sind entweder direkt in staatlichem Besitz oder unter staatlicher Kontrolle. Im Radiobereich ist die Situation ähnlich. Im Bereich der gedruckten Medien herrscht nach wie vor eine recht große Meinungsvielfalt. In vielen Redaktionen hat sich aber ein feines Gespür dafür durchgesetzt, was erlaubt ist und was nicht. Siehe auch: Medien in Russland Gegenüber den „Oligarchen“ verfolgt Putin eine Doppelstrategie: Während er gegen politisch ambitionierte Oligarchen wie Boris Beresowski und Wladimir Gusinski, die über Massenmedien Einfluss ausübten, scharf vorging, bezieht er die Mehrheit der „kremltreuen“ Unternehmer in einen fortgesetzten Dialog ein. Das Strafverfahren gegen Michail Chodorkowski, der an der Spitze des Mineralölkonzerns Jukos stand, zeigte erneut, dass Putin eine politische Rolle der Oligarchen nicht duldet. Chodorkowski hatte eine Reihe von Parteien und Abgeordneten großzügig unterstützt. Die Presse sagte ihm nach, er habe Ambitionen für eine Präsidentschaftskandidatur. Außerdem verhandelte er über einen Verkauf eines Kontrollpakets von 25 Prozent plus einer Aktie des Jukos-Kapitals an die US-Ölkonzerne Exxon-Mobil oder Chevron. Ende Mai 2005 wurde Chodorkowski zu 9 Jahren Haft, insbesondere wegen Steuerhinterziehung, verurteilt. Bei den Wählern fand die Politik Putins viel Zustimmung. Bei den Wahlen zum russischen Unterhaus, der Duma, im Dezember 2003 erreichte die dem Präsidenten nahestehende Partei "Einiges Russland" mit 307 von 450 Sitzen eine Zweidrittelmehrheit. Von den Wahlbeobachtern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) wurden die Wahlen allerdings als "zwar frei, aber nicht fair" kritisiert. Bei den Präsidentenwahlen am 14. März 2004 wurde Putin mit 71,3 Prozent im ersten Wahlgang wiedergewählt. Dieses Ergebnis kann zwar als deutliches Vertrauensvotum der Bevölkerung für seine Politik gelten. Von internationalen Wahlbeobachtern wurde allerdings mangelnde Chancengleichheit unter den Kandidaten kritisiert.

Ungelöster Tschetschenien-Konflikt

Ein ungelöstes Problem für Putin bleibt der Konflikt mit der Unabhängigkeitsbewegung in der zur Russländischen Föderation gehörenden Teilrepublik Tschetschenien. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland berichtete dazu im Februar 2005 in seinen Länder-Informationen zu Russland: "Es wird weiterhin über Menschenrechtsverletzungen durch die russischen und lokalen Sicherheitskräfte, aber auch von Verbrechen und Vergehen der tschetschenischen Rebellen berichtet. Es kam nicht nur innerhalb Tschetscheniens, sondern auch in anderen Gebieten der Russischen Föderation zu Selbstmordanschlägen, bewaffneten Zusammenstößen zwischen Rebellen und Sicherheitskräften und Terrorakten." Tragischer Höhepunkt war die Geiselnahme in einer Schule von Beslan, bei der Anfang September 2004 330 Menschen getötet wurden. Der tschetschenische Präsident Achmad Kadyrow wurde am 9. Mai 2004 getötet. Sein Nachfolger wurde der vormalige Innenminister Alu Alchanow, der bei den Präsidentschaftswahlen vom 29. August 2004 nach offiziellen Angaben 74 % der Stimmen erhielt. Die EU und andere internationale Organisationen äußerten allerdings große Sorge hinsichtlich der Bedingungen, unter denen die Wahlen stattfanden. Kritisiert wurde insbesondere der Mangel an echtem Pluralismus bei den Kandidaturen für das Präsidentenamt und das Fehlen unabhängiger Medien.

Militär

Hauptartikel: Russische Streitkräfte Russland besitzt noch immer den zu Zeiten der Sowjetunion 1949 erlangten Status als Atommacht und verfügt heute über die größte Zahl an Atomsprengköpfen. In Russland gilt eine allgemeine Wehrpflicht von 18 bis 24 Monaten für wehrfähige Männer ab 18 Jahren. Da die wehrpflichtigen Soldaten auch in Krisengebieten wie Tschetschenien eingesetzt werden können, wird in der Bevölkerung (besonders von Seiten der Mütter) immer wieder Kritik an der Wehrpflicht laut. Die Stärke der Streitkräfte betrug 2001 1.183.000 Mann, davon 321.000 Landstreitkräfte, 171.500 Marine, 184.600 Luftstreitkräfte, 149.600 Atomstreitkräfte. 40.000 dienen in Staaten der GUS als Friedenstruppen und 316.900 werden als "sonstige Militärs" geführt. Dazu kommen noch diverse paramilitärische Einheiten, wie 410.000 Soldaten des Innenministeriums, des Grenzschutzes oder Notstandstruppen. Allein bei den Eisenbahntruppen dienen 48.000 Mann. Russland gibt heute ca. 15,4 % seines BSP für das Militär aus. Jedoch liegen die Militärausgaben in absoluten Zahlen weit unter denen der USA.

Verwaltung

Die höchste Ebene der Verwaltung sind sieben Föderationskreise. Diese teilen sich wiederum auf in 89 Subjekte der Verwaltung mit unterschiedlicher Autonomie: 21 autonome Republiken, 6 Regionen (Krajs), 49 Oblaste, 2 Städte mit Subjektstatus, 1 autonomer Oblast und 10 autonome Kreise. Details siehe Verwaltungsgliederung Russlands

Infrastruktur

Verwaltungsgliederung Russlands]] Ein Problem des russischen Verkehrsnetzes ist der zunehmende marode Zustand, da Erhaltungsmaßnahmen wegen der angespannten Haushaltslage oft unterbleiben.

Eisenbahn

Der mit Abstand wichtigste Verkehrsträger in Russland ist die Eisenbahn, die berühmteste Verkehrsachse ist die Transsibirische Eisenbahn (rote Linie in der Grafik) von Moskau nach Wladiwostok. Parallel dazu wurde Ende des 20. Jahrhunderts zur Erschließung des fernen Ostens Sibiriens die sogenannte Baikal-Amur-Magistrale (BAM, grüne Linie in der Graphik) vom Baikalsee zum Fluss Amur gebaut. Durch diese beiden und die abzweigenden Strecken wird das Land in west-östlicher Richtung erschlossen. Insgesamt umfasst das Eisenbahnnetz (1524 mm Spurbreite) rund 87000 km, davon ist knapp die Hälfte (40000 km) elektrifiziert. Auf der Insel Sachalin exisiteren fast 1000 km in 1067 mm Breite. Daneben gibt es zusätzlich 30000 km nicht öffentlicher Industriebahnen (alle Angaben 2004). Im Bereich der Städte sind von den Kommunen betriebene Strecken und Verkehrseinrichtungen (Elektritschkas oder Elektritschnajas/Vorortzüge) von Bedeutung für den regionalen Verkehr, wie unter anderem die Moskauer Ringbahn. Ergänzt wird das System von U-Bahnen in größeren Städten.

Straßennetz

Der Straßenverkehr hat vor allem im europäischen Teil Russlands Bedeutung für den Regionalverkehr innerhalb der Föderationssubjekte. Das Fernstraßennetz umfasst etwa 540000 km (2001), davon sind zwei Drittel befestigt. Erst seit kurzem (2003) existiert eine durchgehende Straßenverbindung von der Ostsee zum Pazifik.

Wasserstraßen

72000 km Wasserwege verbinden im europäischen Teil Russlands die Ostsee, das Schwarze Meer, die Binnenseen und das Weiße Meer miteinanderander. Wichtige Wasserstraßen dabei sind die Wolga, die Kama, die Nischni Nowgoroder Oka, die Wjatka, der Don und die Kanäle, die diese Flüsse miteinander verbinden. Weitere 24000 km sind in Sibirien schiffbar. Für den Verkehr zwischen dem russischen Kernland und der Exklave Kaliningrad ist der Fährverkehr sowie die Korridor-Eisenbahnverbindung durch Litauen und Weißrussland von Bedeutung.

Flugverkehr

In Russland und der Sowjetunion kam der Luftfahrt schon immer eine große Bedeutung zu. Besonders wichtig ist sie in entlegenen Gebieten, in denen weder Straßen noch Schienen existieren. Mehrere internationale Fluggesellschaften fliegen außer Moskau auch andere russische Städte direkt an. Neben der Aeroflot fliegen als größere Gesellschaften noch Pulkowo, Siberia Airlines oder KMV. ca. 2500 Flughäfen und Flugplätze gibt es in der Russischen Föderation, davon 55 davon mit einer befestigten Piste über 3000 m Länge. Der größte und wichtigste Flughafen ist Scheremetjewo-2 bei Moskau. Siehe auch: Kfz-Kennzeichen (Russland), Wikipedia:WikiProjekt Russische Luftfahrt

Wirtschaft

Der Wert des russischen Bruttoinlandsprodukts von 16.752 Mrd. Rubel (2004) entspricht 468 Mrd. Euro. Bei Berücksichtigung der Kaufkraftparität beträgt der Wert des russischen Bruttoinlandproduktes 1408 Milliarden Dollar. Laut Cia Factbook ist die russische Volkswirtschaft damit die zwölftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Nach Angaben der russischen Statistikbehörde Rosstat steuerte der Handels- und Dienstleistungssektor knapp 60 % zum Bruttoinlandsprodukt bei. Auf die Industrie entfielen rund 30 %, auf die Bauwirtschaft und die Landwirtschaft jeweils rund 6 %. Nach Einschätzung der Weltbank dürfte die amtliche Statistik den Anteil der rohstofffördernden Industrien (2004: 7,7 %) jedoch zu niedrig und den Anteil des Handels (2004: 21,3 %) zu hoch ausweisen, da die russischen Rohstoffkonzerne durch Anwendung interner Verrechnungspreise Wertschöpfung aus dem Rohstoffbereich auf den Handelsbereich verlagern – insbesondere um Steuern zu sparen. Die Weltbank schätzt, dass tatsächlich rund ein Viertel der gesamtwirtschaftlichen Produktion vom Rohstoffsektor gestellt wird. Energie und Rohstoffe haben deswegen für die russische Wirtschaft herausragende Bedeutung, insbesondere Erdöl und Erdgas. Russland verfügt aber auch über bedeutende Vorkommen an Metallen (Nickel, Platin, Gold unter anderem) sowie Kohle, Uran, Kobalt und Diamanten. Mit der kräftigen Erholung der Erdölförderung und der Zunahme der Ölexporte bei steigenden Ölpreisen ist die Bedeutung der Energiewirtschaft seit Ende der 1990er Jahre weiter gewachsen. Der Export von Energieträgern und Elektrizität erreichte nach Angaben der russischen Zollbehörde 2004 am Gesamtvolumen der russischen Ausfuhren über die Grenzen der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS), hinaus erneut einen Anteil von rund 58 %. 2004 nahm die Produktion von Brennstoffen um insgesamt 7,1 % zu (Erdöl und Gaskondensat: +8,9 % auf 459 Mio. t; Erdgas: +1,9 % auf 632 Mrd. m³; Kohle: +1,3 %). Die Stromproduktion wächs

Oblast Wologda

Die Oblast Wologda (russisch Вологодская область, Wologodskaja oblast) ist eine Oblast im Föderationskreis Nordwestrussland. Sie wurde am 23. September 1937 gegründet.

Geschichte

In den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung bestand die indigene Bevölkerung aus den finno-ugrischen Stämmen der Wepsen, die am Weißen See lebten und der Sawolotschskaja-Tschuden, deren Siedlungsgebiete sich westlich des Kubenskoje-Sees befanden. Erst im 5.6. Jahrhundert begannen die Ostslawen das Gebiet zu erschließen. Die Kolonisierung des russischen Nordens verlief sowohl von Westen (Slowenen) als auch von Süden (Kriwitschen) her. Im Jahre 862 wird Beloosero (heute Belosjorsk) als erste Siedlung urkundlich erwähnt. Es folgten im 12. Jahrhundert Städte wie Wologda und Weliki Ustjug gegründet. In dieser Zeit befanden sich die westlichen Teile der heutigen Wologodskaja oblast unter dem Einfluss des Fürstentums Weliki Nowgorod, während die zentralen und östlichen Gebiete unter der Herrschaft des Fürstentums Rostow-Susdal standen. Susdal 1238 bildete sich aus diesem Territorium das von Rostow-Susdal unabhängige Fürstentum Beloosero heraus, das jedoch im 14. Jahrhundert in das Moskauer Reich eingegliedert wurde. Die meisten Städte der heutigen Wologodskaja oblast erhielten die Stadtrechte erst während der Reformen unter Katharina II.. 1780 wurde das Namestnitschestwo Wologda gegründet, das 1796 in das Gouvernement Wologda umgewandelt wurd und aus sieben Ujesdi bestand. 1918 wurde Wologda für fünf Monate "diplomatische Hauptstadt Russlands", hier befanden sich elf Botschaften der größten Länder der Welt.

Geographie, Klima und Natur

Die Oblast grenzt im Norden an die Archangelskaja oblast, im Osten an die Kirowskaja oblast, im Süden an die Kostromskaja und die Jaroslawskaja oblast, im Südwesten an die Twerskaja und die Nowgorodskaja oblast, im Westen an die Leningradskaja oblast und im Nordwesten an die Republik Karelien. Die Oblast Wologda liegt im Nordosten der Osteuropäischen Ebene, das Relief ist hügelig, es wechseln sich Tiefebenen (Prioneschskaja, Mologo-Scheksninskaja), Landrücken (Andogskaja-, Beloserskaja-, Kirillowskaja Grjada) und Höhenzüge (Andomskoje-, Wepsowskoje, Wologodskoje-, Galitschskoje-, Werchnewaschskoje-Höhen, Sewernyje Uwaly) ab. Bodenschätze gibt es kaum – Vorkommen von Torf, Baumaterialien und Mineralwasser. Das Klima ist kontinental-gemäßigt mit kalten Wintern (Mitteltemperatur im Januar -14°) und warmen Sommern (Mitteltemperatur im Juli +18°). Die Niederschlagsmenge ist vergleichsweise groß, 500 mm pro Jahr, bei schwacher Verdunstung, weshalb die Oblast reich an Flüssen, Seen und Sümpfen ist. Hier fließen große Flüsse: Suchona mit Zuflüssen Wologda und Dwiniza, Jug mit Lusa, Mologa mit Tschagodoschtscha, Scheksna, Andoma, Oberlauf von Unscha. Im Südwesten liegt der große Rybinsker Stausee, im Westen Belojesee, Kubenskojesee und Woschesee. Onegasee im Norden wird mit Wolga durch Wolga-Ostsee-Kanal verbunden. Pflanzenwelt ist typisch für die mittlere und südliche Taiga. Wälder, größtenteils Kieferwälder bedecken etwa 2/3 des Territoriums der Oblast. Die Tierwelt ist auch typisch für Taiga: Elch, Braunbär, Vielfraß, Schneehase, Steinmarder, Dachs, Wolf, Fuchs; Vögel: Rebhuhn, Birkhuhn, Haselhuhn. In Flüssen und Seen gibt es Lachs, Brachsen, Zander, Barsch, Hecht und andere. Die Natur wird im Nationalpark Russki Sewer und im Naturschutzgebiet Darwinski beschützt.

Soziale Lage


- Vorteile gegenüber anderen Subjekten Russlands: Auf Export spezialisierte Industrie sichert größere Einnahmen ins Budget der Oblast und größeres Einkommen der Bevölkerung des Industriezentrums der Oblast – Tscherepowez; ausgeglichene Unterschiede der Einkommen in verschiedenen Branchen; niedrigere Armutsgrenze; niedrigere Arbeitslosenquote; Bevölkerung hat leichteren Zugang zu Dienstleistungen des Gesundheitswesens, Kinderbetreuung und Schulbildung.
- Soziale Probleme: Wirtschaft hängt von einem einzigen Betrieb ab; Konzentration der Bevölkerung, Wirtschaftsaktivität und Einkommen in zwei großen Städten und ihrer Umgebung bei wirtschaftlicher und sozialer Degradierung der breiten Peripherie; niedrigere Lebensqualität, Lebensdauer und Bildungsniveau.

Bevölkerung

Die Einwohner der Oblast nennt man Woloscháne. Die Bevölkerung umfasst neben Russen (96,56 %) auch Ukrainer (0,97 %), Weißrussen (0,39 %) und andere Ethnien. So leben hier auch 426 Wepsen, gefährdete Volksgruppe, Nachkommen der Urbevölkerung. Bei der durchschnittlichen Bevölkerungsdichte von 8,7 Einwohner pro km² ist sie in den nördlichen und östlichen Teilen nicht größer aus 4 Einwohner pro km², was der Bevölkerungsdichte Sibiriens entspricht. Der urbanisierte südliche Teil (vorstädtische Rajons Tscherepowez und Wologda sowie angrenzende Rajons Scheksna, Grjasowez und Sokol) ist dichter bevölkert (10 bis 70 Einwohner pro km²). Im Vergleich zu den meisten Subjekten Zentral- und Nordwestrusslands ist die Oblast Wologda weniger urbanisiert (nur 69 % der Bevölkerung wohnen in den Städten) und hat nur wenige große Siedlungen. Rajonszentren der Hälfte der Rajons sind Dörfer oder Siedlungen städtischen Typs. Von 15 Städten sind 11 Kleinstädte mit 5–16 Tausend Einwohnern. Die Oblast hat nur zwei Mittelstädte – Weliki Ustjug und Sokol, jede mit etwas mehr als 40.000 Einwohnern. Von den zwei größten Städten übertrifft die Industriestadt Tscherepowez (311.000 Einwohner) die Hauptstadt der Oblast Wologda (291.000 Einwohner) an Bevölkerungszahl. In den letzten Jahren nimmt die Bevölkerungsanzahl kontinuierlich ab. Städte (Einwohner 1. Januar 2004)
- Tscherepowez (Череповец) - 310.800
- Wologda (Вологда) - 290.500
- Sokol (Сокол) - 42.300
- Weliki Ustjug (Великий Устюг) - 33.100
- Scheksna (Шексна) - 21.600 (städtische Siedlung)
- Grjasowez (Грязовец) - 16.000
- Babajewo (Бабаево) - 12.500
- Charowsk (Харовск) - 11.300
- Wytegra (Вытегра) - 11.300
- Belosjorsk (Белозёрск) - 10.600
- Totma (Тотьма) - 10.500
- Ustjushna (Устюжна) - 10.300
- Nikolsk (Никольск) - 8.600
- Kirillow (Кириллов) - 8.200
- Krassawino (Красавино) - 8.100
- Kadnikow (Кадников) - 5.200

Verwaltung

Gouverneur der Oblast und von ihm gebildete Verwaltungsorgane verkörpern die Exekutive der Oblast Wologda. Er vertritt die Oblast in den Beziehungen mit der Regierung und Kommunalverwaltungen anderer Subjekte des Staates. Exekutive ist die Regierung der Oblast Wologda, seit 1996 wird sie vom Gouverneur Wjatscheslaw Posgalew geleitet. Legislative ist die Gesetzgebende Versammlung (Duma) aus 34 Deputierten. Sitzungen werden von dem Vorsitzenden geleitet, der in einer geheimen Abstimmung von den Deputierten gewählt wird.

Wirtschaft

Die Oblast belegt in Russland den zweiten Platz im Verhältnis der Industrieproduktion zur Einwohnerzahl. In Jahre 2004 wurden in der Oblast 16 % Stahl, 11 % Mineraldünger, 14,5 Kugellager, 7 % Bauholz, 11,4 % Leinenstoff hergestellt. 1.5 % des Exports aus Russland werden in der Oblast Wologda hergestellt. Die Oblast Wologda ist stark in die Weltwirtschaft integriert. Außenhandelsumsatz betrug 2004 3,082 Milliarden US-Dollar. Waren im Wert von 2,741 US-Dollar wurden exportiert. In Bezug auf Verhältnis des Exports zur Einwohneranzahl belegt die Oblast den sechsten Platz in Russland und den zweiten Platz in Nordwestrussland. Exportprodukte sind in erster Linie Produktion der Giganten der Stahlindustrie: Sewerstal AG, Tscherepowez-Stahlwerk, Ammofos AG, Asot AG, Wologdaer Kugellagerbetrieb. Wirtschaftswachstum wird in erster Linie durch Stahlindustrie gesichert. Diese Bindung stellt Wirtschaft und die soziale Sphäre der Oblast in starke Abhängigkeit von der finanziell-wirtschaftlichen Lage der Betriebe des Sewerstal-Holdings, die sich auf dem Territorium der Oblast befinden. Bedeutung des Sewerstal belegt die Tatsache, dass es mehr als 80 % der Steuereinnahmen ins Haushalt der Oblast sichert. Landwirtschaft, wie auch in anderen Gebieten Russlands ohne Schwarzboden, bleibt ein kritischer Sektor der Wirtschaft. In den Jahren 1990–2003 wurde der Viehbestand 2,9-mal kleiner. Die Oblast ist auf Produktion von Milch spezialisiert, Produktionsvolumen wachsen aber nur in Vorstädten des mehr besiedelten und verkehrstechnisch erschlossenen Südens, also nahe der Absatzmärkte. Vier Rajons aus 26 (Wologda, Tscherepowez, Grjasowez, Scheksna) erzeugen 55 % der Milch der gesamten Oblast. Stabiles Wachstum in den anderen Bereichen der Landwirtschaft verzeichnen nur große Geflügelfarmen. Sie befinden sich in der Nähe von Wologda und Tscherepowez oder dazwischen (Rajon Scheksna). Als Resultat konzentriert sich die Landwirtschaft auch weiter in einigen vorstädtischen Rajons, gleichzeitig degradiert Agrarsektor in der Peripherie der Oblast, nur durch Holzgewinnung bleibt er bestehen. Trotzdem exportiert die Oblast beträchtliche Mengen an Nahrungsmitteln: Milch, Geflügel, Fleisch, berühmte Wologda-Butter. Einige Arten des traditionellen Kunsthandwerkes sind bis heute erhalten geblieben: Wologdaer Spitze, das größte Zentrum der Spitzenherstellung in Russland ist Wologdaer Unternehmen Sneschinka; einzigartige Gewerbe von Weliki UstjugSchemogoder Schnitzen der Birkenrinde und Silberschwärzung.

Verkehr

Die Entfernung zwischen Wologda und Moskau beträgt 497 km.

Kraftverkehr

Föderationsautobahn — M8 „Cholmogory“ (Moskau — Jaroslawl — Wologda — Archangelsk) Föderationsstraße — A114 (Wologda — Nowaja LadogaM18) Wichtige Autostraßen: Suchoner Straße (TotmaNjuksenizaWeliki Ustjug) R5 (Wologda — KirillowWytegra) R6 (TscherepowezBeloserskLipin Bor) R7 (Tschekschino — Totma — Nikolsk)

Eisenbahn

Wologda Bahnhof ist ein großer Eisenbahnknoten, es gibt drei wichtige Verkehrsrichtungen: nach Norden (Archangelsk, Murmansk), nach Westen (Sankt Petersburg) und nach Südosten (Zentralrussland, Ural und Sibirien).

Luftverkehr

Flughafen in Wologda (Flüge nach Moskau, Weliki Ustjug, Kitschmenski Gorodok, Wytegra) Flughafen in Tscherepowez (Flüge nach Moskau, Sankt-Petersburg, Petrosawodsk)

Binnenschifffahrt

Binnenhafen in Tscherepowez ist einer der größten auf dem Wolga-Ostsee-Kanal. An der mehr als 900 Meter langen Kaimauer können Schiffe be- und entladen werden. Der Hafen besitzt motorisierte und antriebslose Frachtschiffe mit einer Tonnage von über 61.000 t, Schlepper, Spezialschiffe und Hafenkräne mit einer Hebefähigkeit von 5 bis 40 t, Passagierschiffe, offene und bedeckte Lagerräume.

Telekommunikation


- Festnetz: Monopol hat Telekom Nordwest AG.
- Mobilfunk: zum Anfang 2005 bieten auf dem Territorium der Oblast drei Telekommunikationsunternehmen ihre Dienste an: Megafon (etwa 70 % des Marktes), MTS, Bilain. Verbindung über Mobilfunk ist in 19 Rajons möglich (Erfassung des Territoriums ist ungleichmäßig – Dienste des Mobilfunks werden in den östlichen Gebieten, abgesehen von Totma und Weliki Ustjug, nicht angeboten). Gesamtanzahl der Benutzer beträgt 600.000.

Medien

Es gibt nur einige wenige Massenmedien, die in der Regel von der Regierung der Oblast kontrolliert werden. Die größte Regionalzeitung ist Krasny Sewer (seit 1917). Andere Regionalzeitungen sind Russki Sewer, Nasch Region, Premjer, Chronometr. Regionalfernsehen wird von der Filiale der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt „Fernsehen Wologda“ vertreten. Radiosender: Transmit, Premjer, Wologodskoje Radio. Nachrichtenagenturen: Wologdaer Informationszentrum Nachrichten der Oblast Wologda, Sewer-Inform.

Verwaltungsgliederung

Die Oblast Wologda besteht aus 28 Gemeinden, das sind die Städte Wologda und Tscherepowez sowie 26 Rajony. Auf dem Territorium der Oblast befinden sich 8108 Siedlungen und 384 Kommunalverwaltungen. Unabhängige Städte:
- Wologda
- Tscherepowez Rajony:
- Rajon Babajewo
- Rajon Babuschkino
- Rajon Belosjorsk
- Rajon Charowsk
- Rajon Grjasowez
- Rajon Kadui
- Rajon Kirillow
- Rajon Kitschmenski Gorodok
- Rajon Meschduretschenski
- Rajon Nikolsk
- Rajon Njukseniza
- Rajon Scheksna
- Rajon Sjamscha
- Rajon Sokol
- Rajon Tarnoga
- Rajon Totma
- Rajon Tschagoda
- Rajon Tscherepowez
- Rajon Ustje-Kubenskoje
- Rajon Ustjuschna
- Rajon Waschki
- Rajon Weliki Ustjug
- Rajon Werchowaschje
- Rajon Woschega
- Rajon Wologda
- Rajon Wytegra

Städte


- Babajewo
- Belosersk
- Charowsk
- Grjasowez
- Kadnikow
- Kirillow
- Krassawino
- Nikolsk
- Sokol
- Totma
- Tscherepowez
- Ustjuschna
- Weliki Ústjug
- Wologda
- Wytegra

Andere große Siedlungen


- Babuschkino
- Kadui
- Kitschmenski Gorodok
- Lipin Bor
- Njukseniza
- Scheksna
- Schuiskoje
- Sjamscha
- Tarnoga
- Tschagoda
- Ustje-Kubenskoje
- Werchowaschje
- Woschega

Kultur, Tourismus

Eine Reihe von Städten und Siedlungen der Oblast - z. B. Belosjorsk, Weliki Ustjug, Wologda, Ustjuschna und Totma - besitzen den Status einer "Historischen Stadt Russlands" und sind unter Schutz gestellt. Weliki Ustjug ist seit 1999 offizielle Heimat von Väterchen Frost (Дед oder Дедушка Мороз), dem russischen Weihnachtsmann. Führende Museen sind die Geschichtlich-architektonische und kunstgeschichtliche Museumsreservate (Историко-архитектурный и художественный музей-заповедник) in Wologda, Kirillow und Weliki-Ustjug sowie das Heimatmuseum in Totma (Тотемский краеведческий музей) und der Museumsbund in Tscherepowez (Череповецкое музейное объединение). In Semenkowo bei Wologda befindet sich das Architektonisch-ethnographische Museum der Oblast ( Архитектурно-этнографический музей Вологодской области). Von besonderem Interesse sind Denkmale des Sakralbaus, darunter das Erlöser-Priluzki-Dmitri-Kloster (Спасо-Прилуцкий Дмитрьев монастырь) in Wologda, das Kirill-Belosjorski-Kloster (Кирилло-Белозёрский монастырь) in Kirillow und viele andere. Wegen seiner bedeutenden Wand- und Deckenmalereien, die