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World Organization of the Scout Movement
Die World Organization of the Scout Movement (WOSM) ist eine Weltpfadfinderorganisation, der momentan etwa 28 Millionen Pfadfinder in 153 Ländern angehören. Damit ist die WOSM die größte Kinder- und Jugendorganisation der Welt.
WOSM ging aus dem 1920 gegründeten Boy Scouts International Bureau hervor.
Die Weltbundlilie ist das gemeinsame Zeichen aller Pfadfinder, deren Verbände der WOSM angehören. Das sie umgebenden Seil mit dem Weberknoten symbolisiert den Zusammenhalt aller Pfadfinder rings um den Erdball.
Mitgliedsverbände im deutschsprachigen Raum sind:
- in Deutschland der Ring deutscher Pfadfinderverbände aus
: - Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder
: - Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg
: - Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder
- in Liechtenstein die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Liechtensteins
- im Großherzogtum Luxemburg die Luxembourg Boy Scout Association aus
: - Fédération Nationale des Eclaireurs et Eclaireuses du Luxembourg (FNEL)
: - Letzeburger Guiden a Scouten (LGS)
- in Österreich die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs
- in der Schweiz die Pfadibewegung Schweiz
- im Südtirol (Italien) die Federazione Italiana dello Scautismo aus
: - Associazione Guide e Scouts Cattolici Italiani mit der
:: - Südtiroler Pfadfinderschaft
: - Corpo Nazionale Giovani Esploratori ed Esploratrici Italiania
Siehe auch: World Association of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS)
Weblinks
- [http://www.scout.org scout.org - World Organization of the Scout Movement]
Kategorie:Pfadfinder
ja:世界スカウト機構
PfadfinderZur Pfadfinderbewegung gehören weltweit mehr als 38 Millionen Kinder und Jugendliche in zahlreichen nationalen und internationalen Jugendverbänden. Die Anzahl der ehemaligen Mitglieder, also der Menschen, die bisher der Pfadfinderbewegung angehört haben, wird heute auf etwa 300 Millionen geschätzt. Nur in 6 Staaten (Kuba, Andorra, Volksrepublik China (mit Ausnahme von Hongkong und Macao), Nordkorea, Laos, Myanmar) gibt es nach Angaben von WOSM keine Pfadfinderverbände.
Der Schutzpatron der Pfadfinder ist der Ritter St. Georg, der einen Drachen getötet haben soll. Nach seinem Vorbild sollen Pfadfinder ritterlich und ehrlich handeln, anderen Menschen Freund sein, Hilfsbedürftige und Schwache unterstützen und die Umwelt schützen. Das Symbol der männlichen Pfadfinder ist die Lilie, graphisch wird aber eigentlich eine Fleur-de-Lis verwendet, das der weiblichen ein Kleeblatt.
Trotz des christlichen Schutzpatrons stehen die Pfadfinderorganisationen Menschen aller Glaubensrichtungen offen.
Kleeblatt
Die Pfadfindermethode
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Die World Organization of the Scout Movement (WOSM) beschreibt in ihrer Ordnung die Pfadfinderbewegung als „eine freiwillige, nicht-politische Erziehungsbewegung für junge Menschen, die offen ist für alle, ohne Unterschiede von Herkunft, Rasse oder Glaubensbekenntnis, übereinstimmend mit dem Ziel, den Prinzipien und der Methode, die vom Gründer der Bewegung entwickelt wurden.“ (übersetzt aus: [http://www.scout.org/wsrc/ll/docs/constitution_E.pdf WOSM-Constitution] (pdf, 47 kB) – auch im Folgenden zitiert).
Ziel der Pfadfinderbewegung ist es, „zur Entwicklung junger Menschen beizutragen, damit sie ihre vollen körperlichen, intellektuellen, sozialen und geistigen Fähigkeiten als Persönlichkeiten, als verantwortungsbewusste Bürger und als Mitglieder ihrer örtlichen, nationalen und internationalen Gemeinschaft einsetzen können.“
Die Prinzipien der Pfadfinderbewegung beschreiben einen Verhaltenskodex, der für alle Mitglieder gleichermaßen gilt und damit die Bewegung charakterisiert. WOSM bezeichnet die drei Grundprinzipien als Verpflichtungen:
- die Pflicht gegenüber Gott,
- die Pflicht gegenüber Dritten und
- die Pflicht gegenüber sich selbst.
Anstelle von „Pflicht gegenüber Gott“ wird häufig auch von einer Verpflichtung gegenüber einer höheren Macht gesprochen, um nicht-monotheistische Religionen mit einzubeziehen. Auf keinen Fall ist in ihr eine Beschränkung auf den christlichen Gott zu sehen.
Die pfadfinderische Methode, mit deren Hilfe das Ziel der Pfadfinderbewegung erreicht und die oben genannten Prinzipien erfüllt werden sollen, ist ein System fortschreitender Selbsterziehung aus vier Elementen:
- Pfadfindergesetz und Pfadfinderversprechen,
- Learning by doing (Lernen durch Selbermachen),
- Bildung kleiner Gruppen,
- Fortschreitende und attraktive Programme verschiedenartiger Aktivitäten.
Die Pfadfindermethode umfasst die genannten vier Elemente als Ganzes, wenn einzelne Elemente weggelassen werden, wird keine Pfadfinderarbeit mehr geleistet.
Pfadfindergesetz (in einigen Verbänden: Pfadfinderregeln) und Pfadfinderversprechen dienen vor allem der Verpflichtung auf die gemeinsamen Werte der Pfadfinderbewegung, wobei das in allen Verbänden ähnliche Pfadfindergesetz den Wertekanon festlegt, während durch das persönlich abzulegende Versprechen die Selbstverpflichtung des Einzelnen auf diesen Kanon und die Bindung an die Pfadfinderbewegung verstärkt werden. Mit der Betonung des „Learning by doing“ (Lernen durch Selbermachen) wird das erfahrungs- und handlungsorientierte Lernen als zentrale Lernmethode der Pfadfinderbewegung festgelegt. Hauptziel der Bildung kleiner Gruppen wie beispielsweise der Sippen ist die frühzeitige Übernahme von Verantwortung und die Erziehung zu Selbständigkeit um zur Entwicklung des Charakters beizutragen. Damit werden die Anerkennung von Verantwortlichkeit, Selbstvertrauen, Zuverlässigkeit und Bereitschaft zur Zusammenarbeit und Führung gefördert. Die fortschreitenden und attraktiven Programme verschiedenartiger Aktivitäten bewirken dabei eine stufenweise Erweiterung des jeweiligen Horizonts sowie eine langfristige Bindung an die jeweilige Gruppe. Zu den Aktivitäten können Spiele, der Erwerb sinnvoller Fertigkeiten und der Dienst im Gemeinwesen gehören; sie finden weitgehend in engem Kontakt mit Natur und Umwelt statt. Dabei werden die Interessen der Teilnehmer berücksichtigt.
Obwohl die hier verwendeten Formulierungen von Ziel, Prinzipien und pfadfinderischer Methode von WOSM stammen, können sie zu großen Teilen auch auf die World Association of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS) und auf Pfadfinderverbände, die weder WAGGGS noch WOSM angehören, übertragen werden. Ein Vergleich der Formulierungen und Ansätze von WOSM und WAGGGS findet sich auf der [http://www.wagggs.org/newsroom/documents/pdf/WOSM/Fundamental%20Principles.pdf WAGGGS-Homepage] (pdf, 308 kB).
Diese allgemeinen Ausführungen zur Pfadfindermethode werden im Alltag der Gruppen in einer Vielfalt von einzelnen Elementen umgesetzt. Zu den häufigsten unter ihnen zählen:
- regelmäßige Gruppenstunden in festen Gruppen, Entwicklung gemeinsamer Rituale, gemeinsame Kleidung (Pfadfinderkluft)
- Zeltlager, Fahrten und internationale Begegnungen
- frühzeitige Übernahme von Verantwortung (beispielsweise als Gruppenleiter/Sippenführer) und gleichberechtigte Partizipation aller in Entscheidungsprozessen
- damit einhergehend: freiwillige Selbstverpflichtung durch das Pfadfinderversprechen
- Einübung von Pfadfindertechniken, Basteln und Werken
- musisch-kulturelle Aktivitäten wie gemeinsames Singen und Musizieren
- Naturerlebnis in Spielen und Erkundungen, Kennen Lernen von ökologischen Zusammenhängen
- gesellschaftliches Engagement (beispielsweise durch Hilfsaktionen oder Altpapiersammlungen).
Geschichte der Pfadfinderbewegung
Geschichte der Weltpfadfinderbewegung
ökologischen
Gründung und weltweite Ausbreitung
1899 veröffentlichte der englische General Baden-Powell für die britische Armee das Buch „Aids to Scouting“ (Anleitung zum Kundschafterdienst), das aufgrund des Heldenstatus, den er im Burenkrieg errungen hatte, bei den Jugendlichen in England großes Interesse auslöste. Als Baden-Powell nach seiner Rückkehr nach England feststellte, dass überall nach seinem Buch „Kundschafter“ gespielt wurde, versuchte er, aus diesem Spiel ein – heute würde man sagen erlebnispädagogisches – Konzept zur Jugenderziehung zu entwickeln. Zur Erprobung dieses Konzepts veranstaltete er 1907 (31. Juli - 09. August) ein erstes Lager auf Brownsea Island. Daran nahmen 20 Jungen aus verschiedenen sozialen Schichten teil. Sie trugen einheitliche Uniformen, um die sozialen Unterschiede zu verwischen. Aufbauend auf diesen Erfahrungen veröffentlichte Baden-Powell 1908 eine für Jugendliche überarbeitete Version von „Aids to Scouting“: Scouting for Boys.
Obwohl das in „Scouting for Boys“ Dargestellte eigentlich nur die Methodik der schon existierenden Jugendverbände ergänzen sollte, entstanden auch außerhalb dieser Verbände viele Pfadfindergruppen. Um diese Bewegung in England zusammenzufassen wurde noch 1908 die Boy Scout Association gegründet. Gleichzeitig entstanden in vielen anderen Ländern ebenfalls Pfadfindergruppen, so dass es schon vor dem Ersten Weltkrieg auf allen Kontinenten – mit Ausnahme der Antarktis – Pfadfindergruppen gab.
Für diesen großen Erfolg und die rasche Ausbreitung der Pfadfinderidee gibt es mehrere Gründe. Maßgeblich in Großbritannien, den Dominions und den britischen Kolonien waren die gezielten Pressekampagnen und die Lobbyarbeit, die Baden-Powell gemeinsam mit Arthur Pearson, dem Verleger von „Scouting for Boys“, betrieb. Schon vor der Publikation versandten beide zahlreiche Werbebriefe an Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Großbritannien, unter anderem auch an Angehörige des Königshauses. Gleichzeitig mit der Buchveröffentlichung wurde die wöchentlich erscheinende Jungenzeitschrift „Scouting“ gestartet, die schon zum Ende des Jahres 1908 eine Auflage von 110.000 Exemplaren erreichte. Daneben entstanden auch weitere Zeitschriften zu diesem Thema, die ähnliche Auflagen erzielten.
Die durch diese Kampagnen erzielte Begeisterung wurde natürlich auch außerhalb von Großbritannien und seinen Kolonien wahrgenommen und in Presseveröffentlichungen herausgestellt. Dieses Interesse führte in Verbindung mit dem so wahrgenommenen Erziehungsziel „guter Staatsbürger“, das bürgerliche Wertvorstellungen bediente, zur Gründung von Pfadfinderverbänden in anderen Ländern, meist durch Pädagogen oder an der Erziehung interessierten Menschen. Zum Export der Pfadfinderidee in andere Länder existieren daneben auch einige Anekdoten, so die von dem unbekannten Pfadfinder, der den späteren Gründer der Boy Scouts of America durch den Londoner Nebel führte und dafür keine Belohnung annahm mit der Begründung: „I’m a scout. (Ich bin Pfadfinder.)“
Nicht vernachlässigt werden darf auch, dass die Gründungszeit der Pfadfinderbewegung in einen Zeitraum fällt, in dem die Jugend als eigenständige Lebensphase entdeckt wurde und verschiedene pädagogische Konzepte zum Umgang mit dieser Altersstufe entstanden. Parallel zur Pfadfinderbewegung entstanden zahlreiche weitere Jugendverbände und -organisationen, wie beispielsweise der CVJM, der deutsche Wandervogel oder die Arbeiterjugendbewegung. In Deutschland fiel die Gründungsphase der Pfadfinderbewegung zeitlich ungefähr mit der ersten Phase der Reformpädagogik und ihren zahlreichen Schulgründungen zusammen.
Ausbau der Pfadfinderbewegung
Das erste große Pfadfindertreffen fand 1909 mit mehr als 11.000 Teilnehmern im Kristallpalast in London statt. Baden-Powell war sehr erstaunt, als er dort auch Mädchen traf, die ihm erklärten, dass sie Pfadfinderinnen seien. Für sie wurden 1910 die Girl Guides (Pfadfinderinnen; in den USA Girl Scouts) gegründet, die unter der Leitung von seiner Schwester Agnes Baden-Powell standen. 1912 übernahm Olave Baden-Powell, Baden-Powells Frau, diese Aufgabe.
Da auch die jüngeren Brüder bei den Pfadfindern mitmachen wollten, wurde 1914 die Wölflingsarbeit eingeführt. Bereits 1916 wurde diese Arbeitsform grundlegend überarbeitet. Für die älter werdenden Pfadfinder wurde 1919 als dritte Altersstufe die Roverarbeit entwickelt. Im gleichen Jahr wurde Baden-Powell der Gilwell Park geschenkt, den er als Zentrum für die Ausbildung von Pfadfinderführern nutzte. Bereits sechs Wochen nach der Übergabe fand dort der erste Woodbadgekurs statt.
1920 wurde in London für die männlichen Pfadfinder das Boy Scouts International Bureau gegründet, in dem die Pfadfinderverbände weltweit zusammenarbeiteten und das später seinen Namen in World Organization of the Scout Movement (WOSM) änderte. Für die internationale Zusammenarbeit zwischen den Pfadfinderinnen war bereits 1919 der International Council entstanden, aus dem 1928 die World Association of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS) hervorging. Olave Baden-Powell wurde 1932 von WAGGGS zur Chief Guide of the World gewählt.
1941 starb Baden-Powell mit fast 84 Jahren in Nyeri in Kenia. In seinem letzten Brief hinterließ er der Pfadfinderbewegung ihren bis heute wohl wichtigsten Satz: „Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt.“
1977 starb Olave Baden-Powell, Chief Guide of the World.
Veranstaltungen und Zentren
1977
Nur zwei Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs fand 1920 in London das erste Weltpfadfindertreffen statt. An diesem Jamboree nahmen etwa 8.000 Pfadfinder aus 27 Ländern teil. Sie ernannten Baden-Powell spontan zum Chief Scout of the World. Seitdem werden in der Regel im Vier-Jahres-Rhythmus Welt-Jamborees abgehalten. Weitere wichtige Jamborees waren das 1947 nach der durch den Zweiten Weltkrieg erzwungenen Pause abgehaltene Jamboree de la Paix in Frankreich und das Jubilee Jamboree 1957 in England zum fünfzigsten Jubiläum der Pfadfinderbewegung und hundertsten Geburtstag von Baden-Powell. 1979 fiel das Welt-Jamboree wegen der islamischen Revolution im Iran erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg aus. Stattdessen wurde ein World Jamboree Year durchgeführt. Beim Welt-Jamboree 1983 in Kanada durften erstmals Mädchen aus koedukativen WOSM-Mitgliedsverbänden teilnehmen.
1931 fand in Kandersteg das erste World Scout Moot für Rover statt, ein Treffen der älteren Pfadfinder. 1939 trafen sich in Ungarn 4.000 Pfadfinderinnen zum ersten Weltlager der Pfadfinderinnen Pax Ting. Seit den 1960er Jahren führt WAGGGS keine Weltlager mehr durch.
Neben die Jamborees und die World Scout Moots traten in der zweiten Hälfte zwei jährlich abgehaltene internationale Veranstaltungen, an denen Gruppen von ihrem Heimatort aus teilnehmen können: 1958 das Jamboree-on-the-Air, bei dem über Funk kommuniziert wird, und 1997 das Jamboree On The Internet.
Parallel zum Aufbau dieses Netzwerks von Veranstaltungen entstanden zahlreiche Pfadfinderzentren, von denen die wichtigsten von den Weltverbänden betrieben werden. Zu ihnen zählt auch der oben schon erwähnte Gilwell Park, obwohl er heute dem britischen Pfadfinderverband gehört. Im schweizerischen Kandersteg wurde 1923 das International Scout Chalet als Weltzentrum von WOSM gegründet (heute: Kandersteg International Scout Center). WAGGGS eröffnete 1932 mit Our Chalet in Adelboden in der Schweiz sein erstes Weltzentrum, 1939 folgte Our Ark in London (1963 in Olave House umbenannt, 1990 aufgegeben). Dazu kamen 1957 Our Cabaña in Morelos in Mexiko, 1966 Sangam in Pune in Indien und 1990 Pax Lodge in London (als Ersatz für Olave House).
Modernisierung und Abspaltungen
Bereits in der Gründungsphase der Pfadfinderbewegung entstanden in vielen Ländern verschiedene konkurrierende Pfadfinderverbände, die aber in der Regel keinen längeren Bestand hatten oder in Dachverbänden zusammengefasst wurden. Außerhalb Deutschlands kam es erst ab den 1960er Jahren zu einer erneuten und sich verstärkenden Aufsplitterung in verschiedene Pfadfinderverbände, die aber nur einen geringen Anteil an der Gesamtzahl aller Pfadfinder ausmachen. Hauptgrund für diese Entwicklung waren die Modernisierungsbestrebungen der großen Verbände, die von Einzelnen als Aufgabe des ursprünglichen Pfadfindertums nach Baden-Powell wahrgenommen wurden.
Aus diesen Gegenbewegungen entstanden zwei kleine internationale Dachverbände. 1978 wurde die Union Internationale des Guides et Scouts d’Europe gegründet, die insbesondere die religiöse Bindung und Ausrichtung der Pfadfindergruppen fördert. 1996 entstand die World Federation of Independent Scouts, deren Ziel es ist, Pfadfinderverbänden, die nicht Mitglied von WOSM oder WAGGGS sind, ein internationales Dach zu bieten.
Die Reaktionen auf diese Abspaltungen fallen sehr unterschiedlich aus, auf nationaler Ebene reichen sie vom Ignorieren der Gruppen über die Zusammenarbeit mit ihnen bis hin zu Gerichtsverfahren um den in einigen Ländern als Marke geschützten Begriff Pfadfinder. WOSM akzeptiert diese Gruppen in der Regel als Pfadfinder, bedauert aber ihre Nichtmitgliedschaft im Weltverband.
Pfadfinder in totalitären Staaten: Zwischen Verbot und Kollaboration
In der Vergangenheit wurden wiederholt in totalitären Staaten die Pfadfinderverbände verboten, in die staatlichen Jugendorganisationen eingegliedert oder unter staatliche Kontrolle gestellt. Da in den zwei letzten Fällen in der Regel die politische Unabhängigkeit des betroffenen Verbandes eingeschränkt wurde, suspendierten die Weltverbände die Mitgliedschaft der betroffenen Verbände oder schlossen sie ganz aus. Die Begründung für die Verbote oder die staatlichen Kontrollmaßnahmen fielen in Abhängigkeit vom politischen System des jeweiligen Staates sehr unterschiedlich aus. In sozialistischen Staaten wurde der Pfadfinderbewegung vorgeworfen, sie sei eine bürgerliche reaktionäre Bewegung, während in durch den Faschismus geprägten Staaten argumentiert wurde, durch ihre Internationalität sei die Pfadfinderbewegung sozialistisch geprägt.
Insbesondere die aus den sozialistischen Staaten geflüchteten Pfadfinder gründeten Exilverbände, die zum Teil noch heute existieren. Zum Teil sind diese Gruppen an die jeweiligen Nationalverbände angeschlossen worden, teilweise sind sie selbständig geblieben. Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wurde 1990 von WOSM ein Informationsbüro in Moskau gegründet. In allen ehemals sozialistischen Staaten entstanden daraufhin Pfadfindergruppen, die oft an die Traditionen aus der Zeit vor ihrem Verbot anknüpften. Häufig wurde dieser Neuaufbau von den Exilgruppen unterstützt.
Unter staatliche Kontrolle gestellt wurden kurz nach dem zweiten Weltkrieg beispielsweise die polnischen, ungarischen und jugoslawischen Verbände, die daraufhin ihr Erziehungssystem an staatlichen Vorgaben orientieren mussten. Sie wurden deshalb aus WOSM ausgeschlossen. In Polen und Ungarn entstanden im jetzt staatlichen Pfadfinderverband parallele Untergrundstrukturen, die weiterhin nach der ursprünglichen Pfadfindermethode arbeiteten.
Geschichte der Pfadfinderbewegung im deutschsprachigen Raum
siehe: Hauptartikel Deutschsprachige Pfadfindergeschichte
Die Pfadfinderbewegung erreichte bereits kurz nach ihrer Gründung in England im Jahre 1907 durch Baden-Powell den deutschsprachigen Raum. In fast allen deutschsprachigen Ländern entstanden noch vor dem Ersten Weltkrieg Pfadfindergruppen, die sich in unterschiedlichen, häufig nach Geschlechtern und Konfessionen getrennten Verbänden zusammenschlossen.
Während sich in fast allen Ländern die Pfadfinderverbände bis zum Zweiten Weltkrieg gleichmäßig auf der Grundlage von Scouting for Boys und eng an das englisch Ausbildungssystem angelehnt weiterentwickelten, schlug das deutsche Pfadfindertum (und in geringerem Umfang auch das österreichische) durch den Kontakt mit der Wandervogel-Bewegung einen Sonderweg ein: Die Pfadfinderbünde wurden Teil der Jugendbewegung, sie verschmolzen die Formen des englischen Scoutismus mit denen des Wandervogels. Dies hatte zur Folge, dass sich innerhalb der Bünde unterschiedliche Erneuerungsbewegungen entwickelten, die zur Abspaltung und Vereinigung verschiedenster kleinerer und größerer Bünde führten. Die so genannte Bündische Jugend mit einer Vielzahl von Pfadfinder-, Wandervogel- und Jungenschafts-Bünden entstand.
Nach der so genannten Machtergreifung wurden 1933 und 1934 in Deutschland die interkonfessionellen Pfadfinderverbände aufgelöst und ihre Mitglieder in die Hitler-Jugend überführt. Die konfessionellen Verbände konnten sich unter starker Einschränkung ihrer Arbeit etwas länger halten, wurden aber bis spätestens 1938 ebenfalls von der Gestapo verboten. Während des Zweiten Weltkriegs ereilte das gleiche Schicksal die Pfadfinderverbände in den vom Deutschen Reich besetzten Ländern.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden in allen Ländern die Pfadfinderverbände wieder aufgebaut. Nur in der Sowjetischen Besatzungszone bzw. später der DDR blieb die Pfadfinderarbeit weiterhin verboten, der einzige erlaubte Jugendverband war die FDJ, deren Kinderorganisation, die Pionierorganisation Ernst Thälmann, der Pfadfinderbewegung nachempfunden war.
Fast immer schlossen sich die Pfadfinderverbände zu Dachverbänden oder Gesamtorganisationen zusammen, um allen Pfadfinderinnen und Pfadfindern die Mitgliedschaft in den Weltverbänden WOSM und WAGGGS zu ermöglichen. Dennoch setzte in der Bundesrepublik Deutschland nach der erste Aufbauphase wieder eine zunehmende Zersplitterung der Pfadfinderbewegung ein, zuerst erneut am Konflikt scoutistisch - bündisch festzumachen, später verstärkt in der Auseinandersetzung zwischen traditionellen und progressiven Pfadfindern, da sich viele Verbände angeregt durch den gesellschaftlich Wertewandel gegen Ende der 1960er Jahre auch politisch engagieren.
Im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts öffneten sich die meisten Pfadfinderinnen- und Pfadfinderverbände für das jeweils andere Geschlecht oder fusionierten mit ähnlich ausgerichteten Gruppen zu koedukativen Verbänden.
Nach der politischen Wende in der DDR wurden dort ab 1990 auch Pfadfindergruppen aufgebaut. Zu großen Teilen wurden sie von den westdeutschen Verbänden angeregt oder orientierten sich an ihnen. Die meisten neuen Gruppen schlossen sich diesen auch sehr bald an, in einigen Gebieten entstanden aber auch eigenständige Verbände. Insgesamt ist die Anzahl und Größe der Pfadfindergruppen im Osten Deutschlands bis heute deutlich geringer als in vergleichbaren westdeutschen Gebieten.
Strukturen und Organisationen der Pfadfinderbewegung
Weltweite Strukturen
1990
Innerhalb der Weltpfadfinderbewegung gibt es zwei getrennte große Weltverbände: die World Organization of the Scout Movement (WOSM; etwa 28 Millionen Mitglieder in 153 Ländern), die ursprünglich nur die männlichen Pfadfinder aufnahm, sich seit etwa 1990 aber als koedukativer Verband versteht, und die World Association of Girl Guides and Girl Scouts (WAGGGS; etwa 10 Millionen Mitglieder in 144 Ländern) für die weiblichen Pfadfinderinnen, wobei in Einzelfällen auch Jungen und Männer aufgenommen werden. Beide Weltverbände nehmen jeweils nur ein nationales Mitglied auf; deshalb sind aus Staaten mit mehreren Pfadfinderverbänden häufig Dachverbände Mitglied bei WOSM und WAGGGS. Koedukative Verbände meldeten vor 1990 meist die männlichen Mitglieder bei WOSM und die weiblichen bei WAGGGS an, heute wird diese Verfahrensweise von WOSM nicht mehr akzeptiert, eine auf beide Organisationen aufgeteilte Mitgliedermeldung wird bei der Neuaufnahme von Mitgliedsverbänden abgelehnt.
WOSM und WAGGGS kooperieren in vielen Arbeitsfeldern, setzen aber wegen der Unterschiede bei den Mitgliedsorganisationen, insbesondere wegen der unterschiedlichen gesellschaftlichen Interessen ihrer Mitglieder unterschiedliche Schwerpunkte. Während WOSM sich als globale Erziehungsbewegung versteht, legt WAGGGS großes Gewicht auf die rechtliche und reale Gleichstellung von Frauen und Mädchen und sieht sich vor allem als Emanzipationsbewegung. Diese unterschiedlichen Ausrichtungen wirken sich auch auf die Arbeitsformen der Weltverbände aus. So führt WAGGGS beispielsweise keine Weltlager mehr durch, die internationale Arbeit konzentriert sich stärker auf Schulungen und Seminare in den vier Weltzentren und den Thinking Day.
Die zwei großen Weltverbände gliedern sich in Regionen, die meist den Kontinenten entsprechen. Diese führen eigene Veranstaltungen durch. Innerhalb von WOSM und WAGGGS gibt es Arbeitsgemeinschaften von Pfadfinderverbänden, die ähnliche gelagerte Arbeit leisten oder mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind. Ein Schwerpunkt dieser Kooperationen liegt im religiösen Bereich.
Neben den zwei großen Weltverbänden WOSM und WAGGGS existieren mit der World Federation of Independent Scouts (WFIS; etwa 35.000 Mitglieder in 40 Ländern) und der Union Internationale des Guides et Scouts d’Europe (UIGSE; etwa 70.000 Mitglieder in 20 Ländern) zwei kleine unabhängige Verbände, die ihren Mitgliedsverbänden die Teilhabe an der internationalen Gemeinschaft der Pfadfinder ermöglichen.
Nationale Pfadfinderverbände
Für die nationalen Zusammenschlüsse der Pfadfinder gibt es weltweit zwei Grundmodelle. Insbesondere im angelsächsischen Raum verbreitet ist der Typus des großen Pfadfinderverbandes, zu dem nahezu alle Pfadfindergruppen des Landes gehören. In diesen können die einzelnen Ortsgruppen dann entscheiden, ob sie sich schwerpunktmäßig auf Kinder und Jugendliche einer Religion konzentrieren oder ob sie offen für alle sind. In Kontinentaleuropa und den frankophonen Ländern orientieren sich dagegen Pfadfinderverbände häufig an den einzelnen Konfessionen und Religionen; in der Regel schließen sich diese konfessionellen Verbände dann wie in Deutschland und Frankreich zu nationalen Dachverbänden zusammen, über die die Mitgliedschaft bei WOSM und WAGGGS organisiert ist.
Altersstufen und Arbeitsformen
Um eine altersgerechte Arbeit zu gewährleisten, teilen nahezu alle Pfadfinderverbände ihre Mitglieder in verschiedene Altersstufen mit jeweils eigenen Schwerpunkten ein. Die Bezeichnungen für die Altersstufen variieren dabei von Verband zu Verband, oft werden auch nicht alle Stufen angeboten. Die Übergänge zwischen den einzelnen Stufen sind häufig fließend, sie hängen auch von der Reife des Betroffenen ab. Die gebräuchlichsten Bezeichnungen sind:
Details zur Einteilung der Alterstufen innerhalb eines Verbandes finden sich in der Regel im jeweiligen Artikel.
Weiterhin gibt es in einigen Verbänden noch eine Biberstufe, die vor den Wölflingen kommt. Während jedoch auch schon mit den Wölflingen pfadfinderisch gearbeitet wird, handelt es sich dabei jedoch um eine reine Spielgruppe.
Eigenständige Leiter- und Erwachsenen-Stufen finden sich nur bei einem kleinen Teil der Pfadfinderverbände, sehr häufig verlassen Erwachsene ohne Leitungsaufgabe die Verbände und schließen sich einer Altpfadfinder-Gilde an. Eine besondere Form der Erwachsenenarbeit ist die in Deutschland in einigen evangelischen Verbänden geübte Kreuzpfadfinderarbeit.
Neben den „klassischen“ Pfadfindergruppen gibt es in vielen Ländern besondere Arbeitsbereiche, wie beispielsweise Seepfadfinder oder Luftpfadfinder. Die Arbeitsform Pfadfinder Trotz Allem (PTA) (in Österreich: Pfadfinder wie Alle (PWA)) richtet sich an Menschen mit verschiedenen Behinderungsformen.
Pfadfinderverbände im deutschsprachigen Raum
Die unten aufgeführten Pfadfinderverbände im deutschsprachigen Raum gliedern sich unterhalb der nationalen Ebene in Abhängigkeit von der Verbands- und Landesgröße in überregionale und regionale Zusammenschlüsse (beispielsweise: Diözesanverbände, Landesmarken, Gaue, Bezirke, Regionen, Kantonalverbände), die sich aus den einzelnen Stämmen (Ortsgruppen; in Österreich und der Schweiz: Abteilungen) zusammensetzen. Diese wiederum umfassen meistens alle Meuten (Wölflingsgruppen), Sippen (in Österreich und der Schweiz: Patrouillen) und Roverrunden eines Ortes oder Stadtteils.
Deutschland
In Deutschland haben sich die vier größten Verbände zum Ring Deutscher Pfadfinderinnenverbände und zum Ring deutscher Pfadfinderverbände zusammengeschlossen. Beide Ringe umfassen je einen evangelischen, einen katholischen und einen interkonfessionellen Pfadfinderverband. Dem weiblichen Ring gehören die Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg (PSG), der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) und der Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder (BdP) an, dem männlichen Ring gehören die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt Georg (DPSG), der VCP und der BdP an. Der Ring deutscher Pfadfinderverbände ist seit 1950 Mitglied von WOSM, der Ring Deutscher Pfadfinderinnenverbände wurde im gleichen Jahr von WAGGGS aufgenommen. Trotz der traditionellen Unterteilung in "weibliche" und "männliche" Verbände hat das koedukative System (Mädchen und Jungs sind gemeinsam in Gruppen) in fast allen o.g. Verbänden durchgesetzt.
Neben den vier so genannten Ringverbänden gibt es mehr als 130 weitere Pfadfinderbünde in Deutschland. Zu den größten unter ihnen zählen der Deutsche Pfadfinderverband (DPV; ein Dachverband verschiedener interkonfessioneller Bünde), die Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands (CPD), die Christlichen Pfadfinder Royal Rangers (RR), die Christlichen Pfadfinder der Adventjugend (CPA) und der Deutsche Pfadfinderbund (DPB).
Kurzdarstellungen von momentan 136 deutschen Bünden (Stand 02/2005) bietet der [http://pfadfinder-treffpunkt.de Pfadfinder-Treffpunkt].
Die Mitgliederzahlen der großen deutschen Pfadfinderverbände liegen nach deren eigenen Angaben ungefähr bei den in der folgenden Tabelle dargestellten Werten. Diese Zahlen gelten innerhalb der deutschen Pfadfinderbewegung als sehr umstritten, da von den einzelnen Verbänden unterschiedliche Zählweisen und Mitgliedschaftskriterien angewendet werden.
Insgesamt gibt es mehr als 250.000 Pfadfinder in Deutschland, da in obiger Tabelle viele kleine Verbände fehlen. Das Größenspektrum reicht von den 100.000 der DPSG bis zu den so genannten VW-Bus-Bünden, die in besagten passen sollen.
Nahezu alle deutschen Pfadfindergruppen sind in den alten Bundesländern angesiedelt, der Anteil der ostdeutschen Pfadfinder an der Gesamtzahl macht weniger als 5% aus.
Liechtenstein
Die Pfadfinder und Pfadfinderinnen Liechtensteins (PPL) haben etwa 700 Mitglieder und sind der nationale Mitgliedsverband von WOSM und WAGGGS. Die PPL sind in zehn Abteilungen (Ortsgruppen) gegliedert.
Luxemburg
Die luxemburgische Pfadfinderbewegung wird durch zwei Dachverbände in den Weltorganisationen vertreten. WAGGGS-Mitglied ist das Bureau de Liaison des Associations Guides du Luxembourg, dem die laïzistische Association des Girl Guides Luxembourgeoises (AGGL) und die katholischen Lëtzebuerger Guiden a Scouten (LGS) angeschlossen sind. Die Luxembourg Boy Scout Association vertritt die laïzistische Fédération Nationale des Eclaireurs et Eclaireuses du Luxembourg (FNEL) und die katholischen LGS bei WOSM. Zusammengenommen haben alle drei Verbände etwa 7.500 Mitglieder.
Österreich
Der in Österreich von WAGGGS und WOSM anerkannte Verband heißt Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs (PPÖ). Er hat circa 85.000 Mitglieder (Stand 2004). Die PPÖ gliedern sich in verschiedene Landesverbände, diese wiederum in Bezirke, denen die einzelnen Gruppen angehören.
Neben den PPÖ existiert mit dem Österreichischen Pfadfinderbund (ÖPB) ein zweiter landesweiter Pfadfinderverband mit etwa 3.000 Mitgliedern. Der ÖPB und die PPÖ haben 1995 einen Kooperationsvertrag vereinbart.
Daneben gibt es noch kleinere Pfadfinderverbände, zu denen die „Katholische Pfadfinderschaft Europas-Österreich“, die „Royal Rangers“, die CPA und die „AP-Scouts“ gehören. Außerdem existiert noch die Pfadfindergilde, der die Altpfadfinder angehören.
Schweiz
Der Verband der Pfadfinder und Pfadfinderinnen in der Schweiz heißt Pfadibewegung Schweiz (PBS). Sie ist Mitglied von WOSM und WAGGGS. Die PBS gliedert sich in 23 Kantonalverbände. Diese sind jeweils wieder in Bezirke, Korps oder Regionen aufgeteilt, welche dann wiederum die rund 700 Abteilungen unter sich vereinen. Momentan hat die PBS rund 50.000 Mitglieder (Stand 2005) und ist somit die größte Jugendorganisation der Schweiz.
Neben der PBS gibt es noch einige kleinere Gruppierungen. Zu ihnen gehören die „Schweizerische Pfadfinderschaft Europas/Scoutisme Européen Suisse“, „Feuerkreis Niklaus von Flüe“ und weitere. Außerdem unterhalten einige ausländische Verbände wie die Boy Scouts of America und verschiedene skandinavische Verbände eigene Gruppen in der Schweiz.
Südtirol (Italien)
In Südtirol existiert mit der Südtiroler Pfadfinderschaft ein deutschsprachiger Pfadfinderverband mit einigen hundert Mitgliedern, der sich in seiner Arbeit an der DPSG orientiert. Er ist über die Associazione Guide e Scout Cattolici Italiani (AGESCI) Mitglied der Federazione Italiana dello Scautismo (FIS) und damit von WOSM und WAGGGS. Zusätzlich unterhalten auch AGESCI und der zweite Mitgliedsverband der FIS, das Corpo Nazionale Giovani Esploratori ed Esploratrici Italiani (CNGEI), eigene italienischsprachige Gruppen in Südtirol.
Besondere Einflüsse in Deutschland
DPSG
Zwischen 1918 und 1933 wurden die Pfadfinder in Deutschland stark von der Jugendbewegung und damit von den Ideen der Wandervogel-Bewegung und der Bündischen Jugend beeinflusst. Diese Einflüsse wirken heute in der deutschen Pfadfinderbewegung fort. Vor allem darin unterscheiden sich die heutigen deutschen Pfadfinder von den Pfadfinderverbänden anderer Länder. Aber auch innerhalb der deutschen Pfadfinderbewegung gibt es Unterschiede, wie stark und auf welche Weise die einzelnen Gruppen immer noch durch die Jugendbewegung beeinflusst sind.
Traditionen und Formen, die aus der internationalen Pfadfinderbewegung stammen, sind unter anderem:
- das Motto Allzeit bereit und der Pfadfindergruß Gut Pfad,
- das Pfadfindergesetz und das Pfadfinderversprechen,
- der Pfadfindergruß mit der linken Hand,
- die Pfadfinderkluft (oder auch Pfadfindertracht),
- das Truppprinzip, bei dem in einem Trupp nur Gruppen der gleichen Altersstufe zusammengeschlossen sind,
- die Leitung der Gruppen hauptsächlich durch Erwachsene, bei der Jugendliche lediglich Kleingruppen teilautonom führen können, die Verantwortung für die Gruppen aber immer bei erwachsenen Leitern liegt.
Aus der deutschen Jugendbewegung kommen zum Beispiel:
- die Verwendung von Kohten und Jurten,
- die Juja - Jungenschaftsjacke
- eine spezifische Singkultur mit einem charakteristischen Liedgut,
- das Auf-Fahrt-Gehen,
- das Stammesprinzip, bei dem Gruppen aller Alterstufen eines Ortes in einem Stamm (statt ursprünglich "Trupp") zusammengeschlossen sind,
- die Verstärkung des Prinzips „Jugend führt Jugend“ durch eine weitgehende Autonomie der Kleingruppe Sippe (statt ursprünglich "Patrouille"),
Insgesamt hat sich dadurch in der deutschen Pfadfinderbewegung ein stärkerer Bezug auf Arbeit in der Natur und Abenteuer als in anderen Ländern erhalten.
Literatur
- Robert Baden-Powell: Pfadfinder. Georgs-Verlag, Neuss 1996 ISBN 3-927349-41-0 -- Die Deutsche Übersetzung von Scouting for Boys
- Hans E. Gerr: Pfadfinden: Erziehungsziele, pädagogische Grundsätze und bedürfnisorientierte Arbeit in den Altersstufen. Deutscher Spurbuchverlag, Baunach 1998 ISBN 3-88778-222-4
- Hans E. Gerr: Pfadfindererziehung: Baden-Powells Entwurf einer Erziehung durch Scouting. Deutscher Spurbuchverlag, Baunach 1983 ISBN 3-88778-150-3
- Hans E. Gerr: Die Pfadfindermethode: zur Aktualität pfadfinderischer Erziehungsgrundsätze. Deutscher Spurbuchverlag, Baunach 2000 ISBN 3-88778-246-1
- Alexander Lion: Das Pfadfinderbuch. Reprint. Deutscher Spurbuchverlag, Baunach 1987 ISBN 3-88778-164-3
- Laszlo Nagy: 250 Millionen Pfadfinder – rund um die Welt. Panorama-Verlag, Altstätten (Schweiz) 1984 ISBN 3-907506-42-1
- Thomas Römer, Hubert Röser (Hrsg.): Pfadfinder-Lexikon. Georgs-Verlag, Neuss 1999 ISBN 3-927349-52-6
- World Organization of the Scout Movement (Hrsg.): Die Grundlagen der Pfadfinderbewegung. Georgs-Verlag, Neuss 1997 ISBN 3-927349-44-5
Weblinks
- [http://www.scout-o-wiki.de Scout-o-Wiki] – Wiki zu pfadfinderischen Themen
Weltpfadfinderbewegung
- [http://www.scout.org World Organization of the Scout Movement] (englisch)
- [http://www.wagggs.org World Association of Girl Guides and Girl Scouts] (englisch)
- [http://www.wfis.de World Federation of independent scouts] (englisch)
Pfadfindermethode
- [http://www.scoutnet.de/rdp/grundlagen Grundlagen der Pfadfinderbewegung]
Geschichte der Weltpfadfinderbewegung
- [http://www.scout.org/wsrc/fs/miles_e.shtml WOSM – Meilensteine der Pfadfinderbewegung] (englisch)
- [http://www.wagggs.org/about/quiz/history.html WAGGGS – Wie alles begann] (englisch)
- [http://www.pinetreeweb.com/home-german.htm Pinetreeweb] – Pfadfindergeschichte mit Schwerpunkt Baden-Powell; teilweise auf Deutsch
Pfadfinderportale und große Verbände im deutschsprachigen Raum
Deutschland
- [http://www.pfadfinder-treffpunkt.de Pfadfinder-Treffpunkt] – überverbandliches Pfadfinderportal mit sehr umfangreichem Verzeichnis deutscher und internationaler Verbände
- [http://www.scoutnet.de scoutnet.de] – Pfadfinderportal der Ringverbände (RdP/RDP)
Luxemburg
- [http://www.scout.lu Le scoutisme et guidisme au Luxembourg]
Österreich
- [http://www.ppoe.at Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs]
- [http://www.pfadfinderbund.at Österreichischer Pfadfinderbund]
Schweiz
- [http://www2.pbs.ch/de Pfadibewegung Schweiz]
- [http://www.scoutarea.com Das Schweizer Pfadi-Kommunikationsportal]
!Pfadfinder
ja:ボーイスカウト
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zh-min-nan:Scouting
1920
- 14. Juni: Die Reichspostdirektion Danzig gibt die ersten eigenständigen Danziger Briefmarken heraus
- 1. April: Der Staatsvertrag zur Gründung der Reichseisenbahnen unter der Hoheit des Deutschen Reiches tritt in Kraft.
Politik
- 1. Januar: Immense Preissteigerungen für Kohle treten in Kraft
- 13. bis 17. März: Putsch des Generallandschaftsdirektors Wolfgang Kapp, der mit seiner „Brigade Erhard“, einem ehemaligen Freikorps und einigen Truppenteilen der Reichswehr Berlin besetzte und die Regierung zur Flucht zwang
- 28. April: Einmarsch Russlands in Baku, Aserbaidschan
- 1. Mai: Schaffung des Landes Thüringen
- Erste Werbeplakate der NSDAP in München. Aufruf zur öffentlichen Parteiversammlung am 11. Mai 1920. Sprecher: Adolf Hitler
- 20. August: Beginn des zweiten polnischen Korfanty-Aufstandes in Oberschlesien
- 22. August: Gründung der Salzburger Festspiele
- 26. August: Frauen erhalten in den USA das Wahlrecht
- 1. Oktober: Das Groß-Berlin-Gesetz tritt in Kraft und macht Berlin zu einer Vier-Millionen-Stadt
Wissenschaft und Technik
Luftfahrt
- 1. Februar: August Euler erhält die erste amtliche vorgeschriebene, international gültige Pilotenprüfung mit dem Flugzeugführerpatent Deutschland Nr. 1
Kultur
- 21. Januar: Uraufführung der Oper Der Schatzgräber von Franz Schreker in Frankfurt am Main
- 23. Februar: Uraufführung der Oper Der Fremde von Hugo Kaun an der Staatsoper in Dresden
- 28. April: Uraufführung der heiteren Oper Schirin und Gertraude von Paul Graener in Dresden
- 28. Mai: Uraufführung der Operette Die blaue Mazur von Franz Lehár am Theater an der Wien in Wien
- 3. September: Uraufführung der Operette Wenn Liebe erwacht von Eduard Künneke am Theater am Nollendorfplatz in Berlin
- 4. Dezember: Uraufführung der Oper Die tote Stadt von Erich Wolfgang Korngold am Stadttheater Hamburg sowie am Stadttheater Köln
- 23. Dezember: Uraufführung der Operette Der Tanz ins Glück von Robert Stolz am Raimund Theater in Wien
Religion
- Karl Joseph Schulte wird Erzbischof von Köln
- 16. Mai: Papst Benedikt XV. spricht Jeanne d'Arc, die Jungfrau von Orleans, heilig
Katastrophen
- 14. Dezember: Cricklewood, Großbritannien. Ein Flugzeug verunglückt in dichtem Nebel. 4 Tote
- 16. Dezember: Ein Erdbeben der Stärke 8,6 erschüttert die Provinz Gansu in China, rund 200.000 Tote
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 23. April: Beginn der VII. Olympische Spiele in Antwerpen
- 1. Januar: Johnny Bruck, deutscher Zeichner und Photolithograph († 1995)
- 1. Januar: Alfred A. Tomatis, HNO-Arzt + Entwickler der Audio-Psycho-Phonologie (APP) († 2001)
- 1. Januar: Osvaldo Cavandoli, italienischer Cartoonist und Ehrenbürger von Mailand
- 1. Januar: Heinz Zemanek, österreichischer Computerpionier
- 2. Januar: Albert Tönjes, deutscher Politiker und MdB († 1980)
- 2. Januar: Isaac Asimov, US-amerikanischer Biochemiker und Science-Fiction-Schriftsteller († 1992)
- 3. Januar: Siegfried Buback, Jurist und Generalbundesanwalt am Bundesgerichtshof in Karlsruhe († 1977)
- 5. Januar: André Simon, Formel-1-Rennfahrer
- 5. Januar: Arturo Benedetti Michelangeli, italienischer Pianist († 1995)
- 6. Januar: John Maynard Smith, britischer Genetiker, Evolutionsbiologe († 2004)
- 6. Januar: San Myung Mun, Gründer und Oberhaupt der Vereinigungskirche
- 6. Januar: Henry Corden, kanadischer Schauspieler und Sprecher in Zeichentrickfilmen († 2005)
- 9. Januar: Clive Dunn, britischer Schauspieler
- 9. Januar: Curth Flatow, deutscher Dramatiker
- 10. Januar: Rut Brandt, Ehefrau von Bundeskanzler Willy Brandt
- 11. Januar: Ruth Bietenhard, Schweizer Journalistin, Autorin und Lehrerin
- 15. Januar: John Joseph O'Connor, Erzbischof von New York und Kardinal († 2000)
- 15. Januar: Gertrude Pritzi, österreichische Tischtennisspielerin († 1968)
- 15. Januar: Bob Davies, US-amerikanischer Basketballspieler († 1990)
- 15. Januar: Melvin Lasky, US-amerikanischer Publizist († 2004)
- 16. Januar: Stephanos II. Ghattas, Patriarch von Alexandria und Kardinal
- 17. Januar: Bohumil Váňa, tschechischer Tischtennisspieler († 1989)
- 19. Januar: Javier Pérez de Cuéllar, peruanischer Politiker, Generalsekretär der Vereinten Nationen (1982–1991)
- 20. Januar: Federico Fellini, italienischer Filmemacher und Regisseur († 1993)
- 20. Januar: DeForest Kelley, US-amerikanischer Schauspieler († 1999)
- 22. Januar: Chiara Lubich, Gründerin der Fokolar-Bewegung
- 23. Januar: Karl Delorme, ehemaliges MdB, Ehrenbürger der Stadt Mainz, Sozialdezernent der Stadt Mainz
- 23. Januar: Ray Abrams, Jazz-Tenorsaxophonist
- 23. Januar: Henry Eriksson, schwedischer Leichtathlet und Olympiasieger († 2000)
- 26. Januar: Heinz Keßler, deutscher Politiker, Minister für Nationale Verteidigung
- 27. Januar: Helmut Zacharias, deutscher Violinist († 2002)
- 28. Januar: Maria Becker, deutsche Schauspielerin
- 30. Januar: Delbert Mann, US-amerikanischer Regisseur
- 31. Januar: Benoîte Groult, französische Schriftstellerin und Journalistin
- 31. Januar: Stewart Lee Udall, US-amerikanischer Politiker
- 2. Februar: George Hardwick, englischer Fußballspieler und Trainer († 2004)
- 3. Februar: Stan Ockers, belgischer Radrennfahrer († 1956)
- 5. Februar: Hans Lipinsky-Gottersdorf, deutscher Schriftsteller († 1991)
- 6. Februar: Ruth Deutsch Lechuga, österreichische Ärztin, Anthropologin und Fotografin († 2004)
- 7. Februar: An Wang, US-amerikanischer Computerentwickler und Erfinder († 1990)
- 8. Februar: Karin Himboldt, deutsche Schauspielerin
- 8. Februar: Bob Bemer, US-amerikanischer Computerpionier († 2004)
- 9. Februar: Erich Konecki, lettischer Eishockeyspieler
- 11. Februar: Faruq, König von Ägypten († 1965)
- 11. Februar: Daniel F. Galouye, US-amerikanischer Journalist und Science Fiction-Schriftsteller († 1976)
- 14. Februar: Siegfried Bärsch, deutscher Politiker
- 14. Februar: Judith Holzmeister, österreichische Schauspielerin
- 14. Februar: Alois Brügger, Schweizer Arzt († 2001)
- 14. Februar: Jack Lesberg, US-amerikanischer Musiker († 2005)
- 15. Februar: Anne-Catharina Vestly, norwegische Schriftstellerin
- 16. Februar: Tony Crook, Rennfahrer, Unternehmer
- 18. Februar: Rolande Falcinelli, französische Komponistin und Organistin
- 18. Februar: Eddie Slovik, US-amerikanischer Soldat im 2. Weltkrieg, hingerichtet wegen Fahnenflucht († 1945)
- 19. Februar: Jürgen von Beckerath, deutscher Ägyptologe
- 19. Februar: Franz Joachim Behnisch, deutscher Schriftsteller († 1983)
- 19. Februar: Jaan Kross, estnischer Schriftsteller
- 20. Februar: Karl Albrecht, deutscher Unternehmer
- 20. Februar: Kathleen Kennedy-Cavendish, Schwester von John F. Kennedy († 1948)
- 20. Februar: Robert Richards, US-amerikanischer Leichtathlet und Pfarrer
- 21. Februar: Liselotte Rauner, deutsche Schriftstellerin († 2005)
- 21. Februar: Leo Scheffczyk, deutscher Kardinal und Theologe
- 21. Februar: Ishigaki Rin, zeitgenössische Dichterin in Japan († 2004)
- 22. Februar: Karl-Heinz Schwab, deutscher Jurist und emeritierter Professor für bürgerliches Recht und Zivilprozessrecht
- 23. Februar: Walter E. Lautenbacher, Fotograf († 2000)
- 26. Februar: Tony Randall, US-amerikanischer Schauspieler († 2004)
- 27. Februar: Julian Jaynes, US-amerikanischer Psychologe († 1997)
- 29. Dezember: Ratu Josefa Iloilo, amtierender Präsident von Fidschi
- 1. März: Simon Ignatius Pimenta, Erzbischof von Bombay
- 1. März: Krystyna Feldman, polnische Schauspielerin
- 3. März: James Doohan, kanadischer Schauspieler († 2005)
- 4. März: Jean Lecanuet, französischer Politiker († 1993)
- 6. März: Heinz-Herbert Karry, deutscher Politiker, hessischer stellvertretender Ministerpräsident († 1981)
- 10. März: Boris Vian, französischer Schriftsteller, Chansonnier, Schauspieler und Übersetzer († 1959)
- 10. März: Julio Bolbochan, Schachgroßmeister († 1996)
- 11. März: Nicolaas Bloembergen, US-amerikanischer Physiker
- 16. März: Traudl Junge, deutsche Privatsekretärin Adolf Hitlers, Zeitzeugin († 2002)
- 16. März: Dorothea Binz, Oberaufseherin im Konzentrationslager (KZ) Ravensbück († 1947)
- 17. März: José Sánchez, Erzbischof von Nueva Segovia und Kardinal
- 17. März: Mujibur Rahman, Gründer von Bangladesch († 1975)
- 18. März: Linda Dégh, in den USA lebende (und lehrende) Folkloristin ungarischer Herkunft
- 19. März: Albert Stief, Minister für Anleitung und Kontrolle der Bezirks- und Kreisräte der DDR
- 21. März: Eric Rohmer, französischer Film- und Theaterregisseur, Essayist, Filmkritiker und -theoretiker
- 22. März: Werner Klemperer, deutsch-amerikanischer Schauspieler und Musiker († 2000)
- 22. März: Ludvík Kundera, tschechischer Schriftsteller
- 23. März: Arthur Grundmann, deutscher Politiker († 1987)
- 24. März: Gene Nelson, US-amerikanischer Filmregisseur, Drehbuchautor und Filmproduzent († 1996)
- 25. März: Arthur Wint, jamaikanischer Leichtathlet und Olympiasieger († 1992)
- 27. März: Ivan Rabuzin, kroatischer Maler
- 31. März: Rolf Boysen, deutscher Schauspieler
- 1. April: H. E. Erwin Walther, deutscher Komponist und Musikpädagoge († 1995)
- 1. April: Toshiro Mifune, japanischer Schauspieler († 1997)
- 3. April: John Demjanjuk, zu Unrecht als Aufseher im KZ Treblinka Beschuldigter
- 5. April: Arthur Hailey, Autor, Romancier († 2004)
- 5. April: Chatichai Junhavan, zwischen 1988 und 1991 Premierminister von Thailand († 1998)
- 7. April: Walter Möller, deutscher Kommunalpolitiker der SPD († 1971)
- 7. April: Ravi Shankar, indischer Sitarspieler und Komponist
- 11. April: Marlen Haushofer, österreichische Schriftstellerin († 1970)
- 12. April: Armin Mohler, Schweizer Philosoph, Publizist, Schriftsteller und Journalist († 2003)
- 12. April: Raymond Mhlaba, südafrikanischer Politiker und Bürgerrechtler († 2005)
- 13. April: Roberto Calvi, italienischer Banker († 1982)
- 15. April: Richard von Weizsäcker, deutscher Politiker, 1984–1994 Bundespräsident der BRD
- 21. April: Edmund Adamkiewicz, deutscher Fußballspieler († 1991)
- 23. April: Friedrich Schadeberg, deutscher Unternehmer
- 27. April: Guido Cantelli, italienischer Dirigent († 1956)
- 30. April: Duncan Hamilton, Formel-1-Rennfahrer († 1994)
- 2. Mai: Jacob Gilboa, israelischer Komponist
- 2. Mai: Jean-Marie Auberson, Schweizer Dirigent und Geiger († 2004)
- 2. Mai: Guinn Smith, US-amerikanischer Leichtathlet (Stabhochsprung) († 2004)
- 3. Mai: John Lewis, US-amerikanischer Jazz-Musiker (Pianist und Komponist) († 2001)
- 4. Mai: Elizabeth Shaw, Irische Künstlerin († 1992)
- 9. Mai: Richard Adams, britischer Schriftsteller
- 9. Mai: Celia Sánchez, kubanische Revolutionärin und Politikerin († 1980)
- 11. Mai: Michele Sindona, italienischer Rechtsanwalt und Bankier
- 12. Mai: Hans Gottfried von Stockhausen, deutscher Glasmaler
- 12. Mai: Josef Schrudde, deutscher Kiefer- und Plastischer Chirurg († 2004)
- 12. Mai: Vilém Flusser, Kommunikations- und Medienphilosoph († 1991)
- 13. Mai: Alfons Bauer, deutscher Komponist volkstümlicher Musik und Zitherspieler († 1997)
- 15. Mai: Carlo Còccioli, italienischer Schriftsteller
- 15. Mai: Nasrallah Pierre Sfeir, Patriarch der Maroniten des Libanon und Kardinal
- 17. Mai: Aquiles Nazoa, venezolanischer Schriftsteller, Dichter und Journalist († 1976)
- 18. Mai: Johannes Paul II., Papst, Bischof von Rom, Staatsoberhaupt des Vatikans († 2005)
- 22. Mai: Thomas Gold, Astrophysiker († 2004)
- 23. Mai: Annette von Aretin, erste Fernsehansagerin des bayerischen Rundfunks
- 24. Mai: Friedrich Karl Klausing, Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944 († 1944)
- 25. Mai: Eugen Loderer, deutscher Gewerkschaftsfunktionär († 1995)
- 25. Mai: Werner Holtfort, deutscher Politiker († 1992)
- 25. Mai: Herman van Laer, niederländischer Sportfunktionär († 2005)
- 25. Mai: Rudolf Lenz, Schauspieler in Heimatfilmen († 1987)
- 26. Mai: Frank Bethwaite, Konstrukteur von Jollen und Skiffs
- 26. Mai: Peggy Lee, US-amerikanische Sängerin († 2002)
- 29. Mai: John Harsanyi, ungarisch-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler († 2000)
- 30. Mai: George London, Opernsänger († 1985)
- 30. Mai: Godfrey Binaisa, Präsident von Uganda
- 30. Mai: Franklin J. Schaffner, US-amerikanischer Filmregisseur († 1989)
- 2. Juni: Marcel Reich-Ranicki, deutscher Literaturkritiker
- 5. Juni: Kurt Edelhagen, führender deutscher Bigband Leader der 1950er Jahre († 1982)
- 8. Juni: Iwan Nikitowitsch Koschedub, sowjetischer Pilot, Marschall der Flieger und dreifacher Held der Sowjetunion († 1991)
- 9. Juni: Paul Mebus, deutscher Fußballspieler († 1993)
- 14. Juni: Will Rasner, deutscher Politiker († 1971)
- 15. Juni: Marion S. Kellogg, US-amerikanische Managerin und Unternehmensberaterin († 2004)
- 16. Juni: Georges Follman, belgischer Komponist und Dirigent
- 17. Juni: François Jacob, französischer Mediziner, Physiologe und Genetiker
- 17. Juni: Georges Marchais, französischer Politiker und Gewerkschafter († 1997)
- 23. Juni: Gerry Wolff, deutscher Schauspieler († 2005)
- 26. Juni: Stanislav Ledinek, Schauspieler und Synchronsprecher († 1969)
- 27. Juni: I. A. L. Diamond, US-amerikanischer Drehbuchautor († 1988)
- 29. Juni: Juan Blanco, kubanischer Komponist
- 30. Juni: Zeno Colò, italienischer Skirennläufer († 1993)
- 1. Juli: Harold Sakata, US-amerikanischer Schauspieler koreanischer Abstammung († 1982)
- 5. Juli: Ruth Neudeck, Aufseherin im KZ Ravensbrück († 1948)
- 5. Juli: Ruth Closius, deutsche Aufseherin der SS im Konzentrationslager (KZ) Ravensbrück († 1948)
- 7. Juli: Yul Brynner, US-amerikanischer Schauspieler und Sänger († 1985)
- 10. Juli: Owen Chamberlain, US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger
- 11. Juli: Sverri Djurhuus, färöischer Autor und färöischen Freiwilligen im Zweiten Weltkrieg der Waffen-SS
- 13. Juli: Hans Blumenberg, deutscher Philosoph († 1996)
- 13. Juli: Wilhelm Kümpel, Domorganist und Kirchenmusikdirektor († 2000)
- 14. Juli: Wolfgang Stammberger, deutscher Politiker († 1982)
- 17. Juli: Gordon Gould, US-amerikanischer Physiker, gilt als einer der Erfinder des Lasers († 2005)
- 17. Juli: Juan Antonio Samaranch, wurde 1966 Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees (IOC)
- 19. Juli: Otto Arndt, SED-Funktionär und Minister für Verkehrswesen der DDR († 1992)
- 20. Juli: Ray Harryhausen, US-amerikanischer Tricktechniker und Animator
- 21. Juli: Isaac Stern, Violinist († 2001)
- 22. Juli: Joachim Wolff, deutscher Schauspieler und Sprecher († 2000)
- 22. Juli: Paul Dissemond, katholischer Priester und Generalsekretär der Berliner Bischofskonferenz
- 25. Juli: Rosalind Franklin, britische Biochemikerin († 1958)
- 25. Juli: Jean Carmet, französischer Schauspieler († 1994)
- 25. Juli: Chushiro Hayashi, japanischer Astronom und Physiker
- 28. Juli: Franz Soronics, österreichischer Politiker
- 2. August: Werner Müller, deutscher Autor, Komponist, Dirigent, Arrangeur und Orchesterleiter († 1998)
- 4. August: Rudolf Rolfs, deutscher Satiriker und Theaterleiter († 2004)
- 6. August: Otto B. Roegele, deutscher Publizist und Kommunikationswissenschaftler († 2005)
- 8. August: Alfred Hause, deutscher Violinist, Dirigent und Kapellmeister († 2005)
- 9. August: Willi Heinrich, deutscher Schriftsteller († 2005)
- 9. August: Hans Brox, deutscher Zivilrechtswissenschaftler und Richter am Bundesverfassungsgericht
- 10. August: Red Holzman, US-amerikanischer Basketballtrainer († 1998)
- 12. August: Wilhelm Altvater, deutscher Politiker
- 12. August: Percy Mayfield, US-amerikanischer Blues-Musiker († 1984)
- 13. August: Jean Marcel Honoré, Erzbischof von Tours und Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 15. August: Konstantin Prinz von Bayern, deutscher Politiker, MdB († 1969)
- 16. August: Charles Bukowski, US-amerikanischer Dichter und Schriftsteller († 1994)
- 20. August: Vincentas Sladkevicius, Erzbischof von Kaunas und ein Kardinal († 2000)
- 20. August: Lisa Dräger, Lübecker Mäzenin
- 22. August: Wolfdietrich Schnurre, deutscher Schriftsteller († 1989)
- 22. August: Ray Bradbury, US-amerikanischer Science-Fiction-, Fantasy- und Horror-Autor
- 24. August: Herbert Kaufmann, deutscher Journalist und Schriftsteller († 1976)
- 26. August: Richard Wurbs, deutscher Politiker
- 26. August: Prem Tinsulanonda, Premierminister von Thailand (1980 bis 1988)
- 29. August: Charlie Parker, US-amerikanischer Jazz-Saxophonist (Alt-Sax) († 1955)
- 30. August: Harald Deilmann, deutscher Architekt und Autor
- 1. September: Richard Farnsworth, US-amerikanischer Schauspieler († 2000)
- 3. September: Paul Hamburger, österreichischer Pianist, Gründer des Mozart-Quartetts († 2004)
- 5. September: Heinz Bello, katholischer Märtyrer († 1944)
- 8. September: Ernst-Alfred Jauch, Journalist († 1991)
- 10. September: Fabio Taglioni, italienischer Motorrad-Konstrukteur († 2001)
- 14. September: Lawrence Klein, US-amerikanischer Wirtschaftswissenschafter
- 18. September: Jack Warden, US-amerikanischer Schauspieler
- 19. September: Jan Pixa, tschechischer Fernseh-Moderator und Dramaturg († 2004)
- 20. September: Hanns Cibulka, deutscher Schriftsteller († 2004)
- 20. September: Michael Holzinger, Schriftsteller in Banater Mundart († 1996)
- 21. September: Hans Günter Michelsen, deutscher Dramatiker († 1994)
- 21. September: Vico Torriani, Sänger, Schauspieler, Showmaster († 1998)
- 23. September: Alexander Arutjunjan, armenischer Komponist
- 23. September: Mickey Rooney, US-amerikanischer Schauspieler
- 27. September: Wolfgang Spier, deutscher Regisseur, Schauspieler, Synchronsorecher und Moderator
- 27. September: William Conrad, US-amerikanischer Schauspieler und Sprecher († 1994)
- 29. September: Peter Dennis Mitchell, britischer Chemiker, Nobelpreisträger († 1992)
- 1. Oktober: Walter Matthau, US-amerikanischer Schauspieler († 2000)
- 4. Oktober: Renate Riemeck, deutsche Historikerin und Friedensaktivistin († 2003)
- 5. Oktober: Gert Westphal, deutscher Schauspieler († 2002)
- 5. Oktober: Meliton Kantaria, sowjetischer Soldat der die Siegesfahne auf dem Reichstag hisste († 1993)
- 6. Oktober: Pietro Consagra, italienischer Bildhauer († 2005)
- 7. Oktober: Georg Leber, deutscher Politiker
- 8. Oktober: Maxi Herber, deutsche Eiskunstläuferin
- 8. Oktober: Maria Beig, deutsche Schriftstellerin
- 8. Oktober: Frank Herbert, US-amerikanischer Science-Fiction- und Fantasy-Autor († 1986)
- 11. Oktober: James Aloysius Hickey, emeritierter Erzbischof von Washington und Kardinal
- 17. Oktober: Miguel Delibes, spanischer Schriftsteller
- 22. Oktober: Timothy Leary, US-amerikanischer Psychologe und Autor († 1996)
- 23. Oktober: Gianni Rodari, italienischer Schriftsteller († 1980)
- 24. Oktober: Robert Coffy, Erzbischof von Marseille und Kardinal († 1995)
- 25. Oktober: Anatoli Grigorjewitsch Jegorow, russischer Philosoph
- 25. Oktober: Sultan Amet-Chan, sowjetischer Testpilot († 1971)
- 27. Oktober: Kocheril Raman Narayanan, indischer Politiker und Staatspräsident
- 29. Oktober: Ernst Majonica, deutscher Politiker († 1997)
- 29. Oktober: Václav Neumann, tschechischer Dirigent, Violine- und Viola-Spieler († 1995)
- 29. Oktober: Baruj Benacerraf, Venezolanisch/US-amerikanischer Mediziner, Nobelpreisträger für Medizin
- 31. Oktober: Helmut Newton, deutscher Fotograf († 2004)
- 31. Oktober: Fritz Walter, deutscher Fußballspieler († 2002)
- 31. Oktober: Eduard Adorno, deutscher Politiker
- 31. Oktober: Joseph Gelineau, französischer Komponist und Jesuit
- 5. November: Douglass North, Historiker und Ökonom; Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften 1993
- 8. November: Eugênio de Araújo Sales, brasilianischer Bischof, Kardinal und Theologe
- 9. November: Thomas Sebeok, US-amerikanischer Professoren für Semiotik († 2001)
- 11. November: Roy Jenkins, britischer Politiker und Autor († 2003)
- 11. November: Walter Scherf, deutscher Kinder- und Jugendliteratur- sowie Märchenforscher
- 12. November: Richard Quine, US-amerikanischer Schauspieler, Produzent und Filmregisseur († 1989)
- 13. November: Lieselotte Berger, deutsche Politikerin († 1989)
- 14. November: Cato Bontjes van Beek, deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus († 1943)
- 14. November: Hans Hansen, färöischer Maler († 1970)
- 17. November: Camillo Felgen, Sänger, Texter sowie Radio- und Fernsehmoderator († 2005)
- 18. November: Igor Sergejewitsch Narski, russischer Philosoph
- 19. November: Helmut Bazille, deutscher Politiker († 1973)
- 19. November: Bernhard Kempa, Handballspieler
- 23. November: Uwe Ronneburger, deutscher Politiker
- 23. November: Paul Celan, deutschsprachiger Lyriker († 1970)
- 25. November: Ricardo Montalban, mexikanischer Schauspieler
- 29. November: Virginia Mayo, US-amerikanische Schauspielerin († 2005)
- 1. Dezember: Pierre Poujade, französischer Politiker († 2003)
- 3. Dezember: Eduardo Francisco Pironio, Kardinal der römisch-katholischen Kirche († 1998)
- 5. Dezember: Paul Matzkowski, deutscher Fußballspieler († 2004)
- 6. Dezember: Dave Brubeck, US-amerikanischer Jazz-Pianist
- 7. Dezember: Walter Nowotny, Jagdflieger, der im 2.Weltkrieg in der deutschen Luftwaffe diente († 1944)
- 7. Dezember: Tatamkhulu Afrika, südafrikanischer Schriftsteller und Dichter († 2002)
- 9. Dezember: Carlo Azeglio Ciampi, 10. Präsident Italiens
- 10. Dezember: Alfred Dregger, deutscher Politiker († 2002)
- 10. Dezember: Clarice Lispector, Schriftstellerin († 1977)
- 10. Dezember: Reginald Rose, US-amerikanischer Schriftsteller († 2002)
- 13. Dezember: George P. Shultz, US-Diplomat und US-Außenminister
- 14. Dezember: Francis Lacassin, Mitbegründer des Pop Arts
- 15. Dezember: Vlastimil Brodský, tschechischer Film- und Fernsehstar († 2002)
- 15. Dezember: Albert Memmi, tunesischer Schriftsteller und Soziologe
- 16. Dezember: Fritz Balogh, deutscher Fußballspieler († 1951)
- 17. Dezember: Ewa Paradies, KZ-Aufseherin († 1946)
- 17. Dezember: Kenneth E. Iverson, Mathematiker († 2004)
- 18. Dezember: Rita Streich, deutsche Sopranistin
- 18. Dezember: Enrique Grau, kolumbianischer Maler und Bildhauer († 2004)
- 18. Dezember: Ingálvur av Reyni, färöischer Maler
- 20. Dezember: Gerhart Baumann, deutscher Germanist
- 24. Dezember: Harry de Groot, niederländischer Komponist († 2004)
- 27. Dezember: Robert Whittaker, US-amerikanischer Botaniker, Klimatologe und Universitätsprofessor († 1980)
- 29. Dezember: Ratu Josefa Iloilo, amtierender Präsident von Fidschi
- 6. Januar: Hieronymous Georg Zeuthen, dänischer Professor der Mathematik ( - 1839)
- 24. Januar: Amedeo Modigliani, italienischer Maler und Bildhauer ( - 1884)
- 29. Januar: Johann Desch, Mitbegründer der indu
Deutschland
Deutschland (die Langform der amtlichen Staatsbezeichnung lautet Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen.
Bundeshauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien befinden sich in der Bundesstadt Bonn, dem ehemaligen Regierungssitz. Das politische System ist föderal und als parlamentarische Demokratie organisiert: Nach Artikel 20 des Grundgesetzes versteht sich Deutschland als demokratischer und sozialer Bundesstaat und Rechtsstaat. Dieser Bundesstaat besteht aus 16 teilsouveränen Bundesländern. Deutschland ist mit über 82 Mio. Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Europas. Die Bundesrepublik Deutschland ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der NATO und der G8.
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Geografie
Lage
Deutschland liegt in Mitteleuropa zwischen 47°16′15″ und 55°05′33″ nördlicher Breite und 5°52′01″ und 15°02′37″ östlicher Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht von List auf Sylt (Schleswig-Holstein) bis Oberstdorf (Bayern) und beträgt 876 km; die West-Ost-Ausdehnung zwischen der Gemeinde Selfkant (NRW) und Deschka (Sachsen) beträgt 640 km.
Nachfolgend sind die an Deutschland angrenzenden Staaten und Meere im Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge (insgesamt 3.757 km lang) ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben.
Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (67 km), im Nordosten an Polen (442 km), im Osten an Tschechien (811 km), im Südosten an Österreich (815; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 km; mit Grenzen der Exklave Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448 km), im Westen an Luxemburg (135 km) und Belgien (156 km) und im Nordwesten an die Niederlande (567 km). Während im Nordwesten die Küsten der Nordsee und im Nordosten die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen bilden, hat Deutschland im Süden Anteil an den Alpen.
Exklaven
Eine Exklave Deutschlands ist das am Hochrhein gelegene Büsingen, das zum Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg gehört. Sie ist 7,62 km² groß und gänzlich von den drei Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich umgeben.
Daneben existiert eine zweite Exklave auf irischem Territorium, unweit von Dublin. Es handelt sich um einen Friedhof, auf dem während des Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten beerdigt wurden. Um nach dem Krieg eine kostspielige und aufwändige Überführung der Leichen zu vermeiden, wurde das Gebiet an die Bundesrepublik Deutschland übergeben.
Mittelpunkt Deutschlands
Der geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt laut dem Statistischen Jahrbuch Deutschland (Stand: 2000) in der Gemeinde Niederdorla im westlichen Thüringen auf der .
Großlandschaften
Die landschaftlichen Großräume unterscheiden sich vor allem in der Abfolge von Nord nach Süd, da das Gelände nach Süden hin tendenziell höher und steiler wird. Der nördliche Teil Deutschlands, die Norddeutsche Tiefebene, ist ein hauptsächlich von den Eiszeiten geformtes Tiefland, an das sich nach Süden die bewaldeten Mittelgebirge im Zentrum und in südlicheren Teilen des Landes anschließen. Insbesondere in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg, gehen diese Landschaften in das relativ hoch liegende Nördliche Alpenvorland und dies wiederum in das Hochgebirge der Alpen über.
Geologie
Deutschland ist geologisch vielgestaltig. Während die glazial geprägten Landschaften, die Flussniederungen und -becken erst ab dem Tertiär ihre Gestalt annahmen, sind die Mittelgebirge deutlich älteren Datums.
Die kristallinen Rumpfgebirge (z. B. der Schwarzwald) sind bereits im Erdaltertum entstanden und bestehen hauptsächlich aus metamorphem und Tiefengestein wie Gneisen und Granit. Ähnlich alt ist das Rheinische Schiefergebirge, dessen Entstehung auf Silur und Devon zu datieren ist. An dessen Nordrand finden sich auch Formationen aus dem Karbon, in denen die gewaltigen Steinkohlevorkommen im Ruhrgebiet eingelagert waren.
Die süddeutsche Landschaft ist größtenteils auf die Entwicklungen im Erdmittelalter zurück zu führen: Während die Pfalz, Thüringen, Teile Bayerns und Sachsens geologisch im | | |