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Englische Sprache
Die englische Sprache (Englisch) ist eine germanische Sprache. Sie gehört, wie auch das Deutsche und das Niederländische, dem westlichen Zweig der germanischen Sprachen an.
In einem eigenen Artikel gibt es mehr zur Geschichte der englischen Sprache.
Englisch ist heute die am weitesten verbreitete Sprache der Welt, während es sich bei Mandarin-Chinesisch um die meistgesprochene Sprache handelt.
Die englische Sprache wird in sehr vielen Ländern als erste Fremdsprache in den Schulen gelehrt (siehe Englisch (Schule)) und ist offizielle Sprache der meisten internationalen Organisationen. Viele dieser Organisationen haben daneben noch andere offizielle Sprachen. Englisch gilt als Weltsprache.
Heute wird Englisch weltweit von etwa 340 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, das heißt, etwa 340 Millionen Menschen sind anglophon. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 510 Millionen Sprecher.
Verbreitung
Amtssprache
Englisch ist Amtssprache in den folgenden Staaten, wobei die Zahlen die ungefähre Zahl der Muttersprachler angeben, soweit bekannt:
Englisch ist zudem Amtssprache bei der Europäischen Union, bei der Afrikanischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten und bei den Vereinten Nationen.
Sonstige Verwendung
Die englische Sprache dient zudem als Verkehrssprache in folgenden Ländern und Regionen:
- Gibraltar
- Hongkong
- Israel
- Malaysia
- St. Martin
- Somalia
- Zypern
Sprachwissenschaftliche Einordnung
Das Englische gehört zu den indogermanischen Sprachen, die ursprünglich sehr stark flektierende Merkmale aufwiesen.
Alle indogermanischen Sprachen weisen diese Charakteristik bis heute mehr oder minder auf.
Es besteht jedoch in allen diesen Sprachen eine Tendenz weg von flektierenden und hin zu isolierenden Formen.
Im Englischen ist diese Tendenz besonders ausgeprägt gewesen, so dass es sich im Laufe seiner Entwicklung im Wesen stark gewandelt hat.
Heute trägt die englische Sprache überwiegend isolierende Züge und ähnelt strukturell teilweise stärker isolierenden Sprachen wie dem Chinesischen als den genetisch eng verwandten Sprachen wie dem Deutschen.
Zudem hat sich die Sprache heute durch die weite Verbreitung in viele Dialekte aufgeteilt. Viele europäische Sprachen bilden auch völlig neue Begriffe auf Basis der englischen Sprache (Anglizismen). Auch in einigen Fachsprachen werden die Termini von Anglizismen geprägt, z.B. in den Bereichen Informatik und Wirtschaft.
Der Language Code ist en beziehungsweise eng (nach
ISO 639);
der Code für Altenglisch (etwa 450 bis 1100) ist ang
und der Code für Mittelenglisch (etwa 1100 bis 1500) ist enm.
Sprachvarianten der englischen Sprache
Durch die weltweite Verbreitung der englischen Sprache hat diese in verschiedenen Gegenden zahlreiche Varianten entwickelt.
Nach der bekanntesten und fremdartigsten Variante des Englischen spricht man oft auch von einer Pidginisierung, wenn eine Sprache sich durch ihre weite Verbreitung in mehrere Sprachen aufzuteilen beginnt, die untereinander kaum noch kompatibel sind.
Folgende Sprachvarianten werden unterschieden:
- Siehe auch: Internationale Klassifizierungen (Englische Sprache)
Eine Reihe von Pidginsprachen und Kreolsprachen haben sich auf englischem Substrat entwickelt.
Das Eindringen von Anglizismen in andere Sprachen wird manchmal mit abwertenden Namen wie "Denglisch" (Deutsch und Englisch) oder "Franglais" (Französisch und Englisch) versehen. Dabei handelt es sich nicht um Varianten des Englischen, sondern um Erscheinungen in anderen Sprachen.
- Siehe auch: Englische Sprache in anderen Sprachen
Der scherzhafte Begriff "Engrish" bezeichnet ebenfalls keine Variante der englischen Sprache, sondern bezieht sich auf das unbeholfene Englisch, das gelegentlich in asiatischen Ländern anzutreffen ist, hier insbesondere bei Japanern, die den Lateral "l", der im Japanischen nicht vorkommt, durch "r" ersetzen.
Ähnliche/Verwandte Wörter
Deutsch und Niederländisch
Überraschend sind die sehr zahlreichen englischen Wörter, bei denen die Verwandtschaft mit dem Deutschen und dem Niederländischen durch Bedeutungsverschiebung oder -verengung oft nicht ins Auge fällt.
Dänisch
Französisch
Textsammlungen
Beim Project Gutenberg stehen zahlreiche Texte frei zur Verfügung.
Siehe auch
- Englische Grammatik
- Ghoti
- Liste englischer Redensarten
- Englische Phonetik
- Englische Sprache in der Werbung
- Liste von Sprachen nach der Zahl ihrer Muttersprachler
- Chronologie englischsprachiger Medien
Literatur
- Wolfgang Viereck, Heinrich Ramisch, Karin Viereck: dtv Atlas Englische Sprache. dtv, 2002. ISBN 3423032391
- J. C. Wells: Accents of English. Volume I: An Introduction. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521297192
- J. C. Wells: Accents of English. Volume II: The British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285402
- J. C. Wells: Accents of English. Volume III: Beyond the British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285410
- Michael McCarthy, Felicity O'Dell: English Vocabulary in Use. upper-intermediate and advanced. Cambridge University Press, 1994
- Raymond Murphy: English Grammar in Use. Cambridge University Press, 1985
- Robert Phillipson: Linguistic Imperialism. Oxford University Press, 2000. ISBN 0194371468
Weblinks
- http://dict.leo.org/ – umfangreiches und ständig erweitertes Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Online-Wörterbuch
- http://www.odge.de/ - Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit über 420.000 Übersetzungen (auch ungewöhnliches)
- http://www.dict.cc/ – Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit mittlerweile über 400.000 Übersetzungen
- http://www.dict.org/ – greift auf mehrere Wörterbücher zu, die das dict-Protokoll benutzen
- http://www.EnglishTensesWithCartoons.com Englishe Zeiten
- http://www.phon.ucl.ac.uk/home/estuary/index.html - Estuary English
- http://www.wordorigins.org/ – Die Herkunft einiger hundert englischer Wörter
- http://www.etymonline.com/ – Online Etymology Dictionary, Erklärungen zur Herkunft einiger tausend englischer Wörter
- http://www.englisch-hilfen.de/ – kostenlose Nachhilfe mit Erklärungen und Übungen
- http://www.ego4u.de/ – Englische Grammatik Online
- http://www.sprachschule-lbt.de/index.php?sprachschulen=englischkurse-5-spaltensystem&englisch-lernen=lernhilfen – kostenloses Grammatiksystem der englischen Sprache zum Selbstlernen
- http://www.quickdic.de/ – Wörterbuch zum Herunterladen
- http://www.phrasen.com/ – Wörterbuch der englischen Redewendungen
- http://www.urbandictionary.com - Slang Dictionary
- http://www.woerterbuch.info/ – Deutsch-Englisch Wörterbuch mit 600.000 Übersetzungen und 125.000 Synonymen
- http://www.alt-usage-english.org/audio_archive.shtml - Sprachfiles für Indisch-, Britisch-, Austrailienenglish und noch vieles mehr
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Englische Sprache
Kategorie:Anglistik
als:Englische Sprache
ja:英語
ko:영어
ms:Bahasa Inggeris
simple:English language
th:ภาษาอังกฤษ
zh-min-nan:Eng-gí
Germanische SprachenDie germanischen Sprachen sind ein Zweig der indoeuropäischen bzw. indogermanischen Sprachfamilie.
Ein charakteristisches lautliches Phänomen bei der Entstehung der germanischen Sprachen sind Veränderungen im Konsonantismus (Lautverschiebungen).
In der folgenden Auflistung werden nur die Eigenarten der größten Sprachgruppen genannt, Dialekte findet man unter dem jeweiligen Extraartikel. Zum Beispiel werden viele niederdeutsche Dialekte nur unter Niederdeutsch bzw. Plattdeutsch im Artikel westgermanische Sprachen aufgeführt.
West- Ost- Nord-Gliederung
Die Sprachgrenze zwischen Nord- und Westgermanisch ist heute durch die deutsch-dänische Grenze markiert und lag früher etwas weiter südlich an der Eider. Innerhalb der beiden großen Sprachgruppen gibt es fließende Übergänge durch lokale Dialekte (fließende Sprachgrenzen).
Westgermanische Sprachen
Unter anderen: Deutsch, Englisch, Niedersächsisch, Niederfränkisch, Niederländisch, Friesisch, Jiddisch (weiteres siehe Westgermanische Sprachen).
Ostgermanische Sprachen
Alle ostgermanischen Sprachen sind ausgestorben (weiteres siehe Ostgermanische Sprachen).
Nordgermanische Sprachen
Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Färöisch und Isländisch (weiteres siehe Nordgermanische Sprachen).
Geschichte
Man geht von einer hypothetischen protogermanischen (vor- oder gemeingermanischen) Sprache als Ursprung aller germanischen Sprachen aus. Heute unterscheidet man die westgermanischen und die nordgermanischen Sprachen, die sich um das 1. Jahrhundert trennten. Schon vorher spaltete sich das ausgestorbene Ostgermanisch ab. Diese Sprachperiode nennt man auch gemeingermanisch.
Nordgermanische Sprachen stammen vom Altnordischen ab. Diese Vorform der heutigen skandinavischen Sprachen ist uns in Runendenkmälern sowie der reichen Literatur des mittelalterlichen Skandinaviens bezeugt. Bereits vor der frühesten Überlieferung der altnordischen Sprache teilte sich diese in Altwestnordisch und Altostnordisch. Aus dem ersten Zweig gingen das heutige Isländische und Färöische hervor, aus dem zweiten Zweig das heutige Dänische und Schwedische.
Aufgrund des jahrhundertelangen Einflusses der dänischen Herrscher auf das Königreich Norwegen gilt dessen heutige Amtssprache Bokmål ebenfalls als ostnordisch, während die Dialekte Westnorwegens, aus denen der Sprachforscher Ivar Aasen die zweite Amtssprache Norwegens, das Nynorsk, schuf, dem westnordischen Zweig angehören.
Siehe auch
- Germanen,
- Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch, Frühneuhochdeutsch, Neuhochdeutsch
- Germanische Dichtung
Literatur
Claus Jürgen Hutterer: Die germanischen Sprachen, 3. überarbeitete Auflage, Wiesbaden 1990, Drei Lilien Verlag, ISBN 3-922383-52-1
Weblinks
- [http://www.stefanjacob.de/Geschichte/Unterseiten/Sprache.php Germanisch-deutsche Sprachgeschichte]
- [http://www.linguasphere.net/secure/ip/pdf/zones/52.pdf "The Linguasphere Register", Zone 52- Germanische Sprachen]
Kategorie:Sprachfamilie
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Germanisch
ja:ゲルマン語派
ko:게르만어
Niederländische Sprache
Die Niederländische Sprache (Nederlandse taal), auch Niederländisch (ursprgl.: duits der nederen landen bzw. de duitse taal der nederen landen/ die deutsche Sprache der niederen Lande, auch: Nederduits/ Niederdeutsch), fälschlich Holländisch, nach der niederländischen Region Holland benannt, aus deren Dialekten sich die niederländische Schriftsprache (niederdeutsche Hochsprache) im Wesentlichen entwickelte, gehört wie das Hochdeutsche zum germanischen Zweig der indogermanischen Sprachen.
Herkunft
Das Niederländische ist eine westgermanische Sprache. Es leitet sich vom Niederfränkischen ab, einem Zweig des Niederdeutschen, der sich in den "niederen Landen des Frankenreichs" - nordwestlich der Benrather Linie - weiterentwickelt hat. Die indogermanische Sprachwissenschaft/Germanistik stellt das Niederländische als westlichen Zweig des Niederdeutschen neben den Niedersächsischen und den Ostniederdeutschen Zweig der deutschen Sprache. Wer niederdeutsche (plattdeutsche) Dialekte spricht oder versteht, kann in der Regel auch Niederländisch (größtenteils) verstehen. Ursprünglich und überwiegend wird Niederländisch in den Niederlanden, im flämischen Gebiet Belgiens, in Brüssel sowie in angrenzenden Regionen Frankreichs und Deutschlands gesprochen. An der Grenze zum Hochdeutschen gehen die Mundarten des Niederländischen beziehungsweise Niederfränkischen fließend ins Westmitteldeutsche über, das ebenfalls fränkischen Ursprungs ist.
Das Niederländische beruht auf der Niederdeutschen Schriftsprache des 17. Jahrhunderts, die allmählich aus Mundartausdrücken der Provinzen Brabant und Holland angereichert wurde. Eine ältere Version war die überregionale Sprache der Hanse, die insbesondere in Antwerpen, Brügge und kurz darauf auch in Holland Verbreitung als Handels- und Gelehrtensprache fand. Lehnwörter kommen aus dem Französischen und in neuerer Zeit überwiegend aus dem Englischen. Was den Wortschatz betrifft, so bewahrt das Niederländische mehr als das moderne (Hoch-)Deutsche den altdeutschen Wortbestand. Sprachliche Weiterentwicklungen und Neuformungen der heutigen Deutschen Sprache fanden nie Eingang in das Niederländische, im (Hoch-)Deutschen bereits verschwundene Begriffe leben im Niederländischen fort (z.B. Oorlog, lenen, kiezen, verbazen). Anders als im Hochdeutschen sind die Wörter lautlich unverschoben = "platt", haben die hochdeutsche Lautverschiebung also nicht mitgemacht. Beispiele sind:
genoot/Genosse, wetenschap/Wissenschaft, paard/Pferd, koopman/Kaufmann, verbeteren/verbessern, koninkrijk/Königreich.
Daneben finden sich im Niederländischen sehr viele niederfränkische Mundartausdrücke, die allerdings schon jahrhundertelang zum Standardvokabular gehören.
Die Sprachstruktur des Niederländischen geht insgesamt, trotz grammatischer Vereinfachungen, auf das Niederdeutsche der frühen Neuzeit zurück. Der Satzbau hat sich im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert.
Die alten niederfränkischen Dialekte sind in den Niederlanden mittlerweile stark zurückgedrängt worden. Nur das Limburgische genießt heute den Rang einer Regionalsprache. Die in den Niederlanden ebenfalls verbreiteten friesischen und niedersächsischen Mundarten werden noch stärker gepflegt. Sie beeinflussten die niederländische Standardsprache jedoch kaum.
Als "Niederfränkisch" bezeichnet man die Mehrzahl der in den Niederlanden gesprochenen niederdeutschen Dialekte. Sie sind fränkischen Ursprungs und substanziell eng mit mit den rheinischen und moselfränkischen Mundarten des deutschen Sprachraums verwandt. Gemeinsam mit dem Niedersächsischen (einschl. Westfälisch) bilden sie den westlichen (alten) Zweig des Niederdeutschen (das Ostmitteldeutsche entstand erst durch die Siedlungsbewegungen im 12./13. Jahrhundert). Das Niederfränkische geht auf die altfränkischen (salischen) Mundarten zurück, denen auch das Deutsche zugrunde liegt. Im Gefolge der Lautverschiebung entwickelten sie sich allmählich unter dem Einfluss anderer Stammesmundarten (Alemannisch, Bairisch) zum Althochdeutschen. Dessen Grundgepräge jedoch blieb fränkisch.
Früh schon durchdrang das Fränkische auch das Altsächsische (das heutige Niedersächsische) und machte es dadurch zu einer deutschen Mundart. Gerade durch diese innige Verwobenheit standen sich Niederfränkisch und Niedersächsisch schon im frühen Mittelalter morphologisch sehr nahe, ungeachtet der Tatsache, dass beide dem deutschen Sprachverband angehörten. So kann es nicht verwundern, dass im späten Mittelalter eine einheitliche Schriftsprache entstand (Mittelniederdeutsch), deren Verfestigung durch den regen Schriftverkehr innerhalb des Hansebundes nach und nach gefördert wurde.
Zudem fand zwischen dem Niederdeutschen und den hochdeutschen Kanzleisprachen ein ständiger Sprachaustausch statt; es gab einen gemeinsamen Wortschatz, sogar Sprichwörter und Redewendungen waren gleich. Trotz der lautlichen Besonderheiten war das Niederdeutsche stets Teil der deutschen Kultursprache. Dies erkennt man auch an den frappanten Übereinstimmungen des heutigen Niederländischen mit dem Frühneuhochdeutschen.
Der ganz überwiegende Teil des niederländischen Wortschatzes stammt aus dem Mittelniederdeutschen, einer schriftsprachlichen Version des Niedersächsischen, die bis ins 17./18. Jahrhundert im gesamten norddeutschen Raum verbindliche Verkehrssprache war. Das Niederdeutsche verfügte auch über einen mundartlich bedingten Sonderwortschatz, der heute vollständig im Niederländischen erscheint (siehe weiter unten). Auch die niederländische Grammatik beruht auf der mittelniederdeutschen, wurde jedoch im Laufe der Zeit erheblich vereinfacht (stark eingeschränkte Beugung von Substantiv und Adjektiv).
Das niederfränkische Element setzte sich, dem örtlichen Sprachgebrauch folgend, in der Aussprache durch (Phonetik).
Zum Wortschatz lässt sich folgendes sagen:
1) Die breite Masse der Wörter wird ähnlich oder gleich geschrieben wie im Deutschen (unter Berücksichtigung der Lautverschiebung) und hat weitgehend die gleiche Bedeutung
z.B.: recht, beledigen, gevaar, verwant, kaal, verbergen, ergernis (=Ärgernis), geduld, angst, brief, schuld, geld, jagen, kind, nacht, morgen, arbeid, aanvangen, begeleiden, burgemeester, handel, bericht, niemand, liefde (= Liebe), bescheiden, gerucht (Gerücht), bewegen, krijgsgevangen, verdrag, geheim, verraad, dienst ...
2) Einige Wörter werden ähnlich oder gleich geschrieben, haben jedoch eine im Deutschen veraltete Bedeutung:
z.B.: aandacht - Aufmerksamkeit; aanleiding - Anlass; beloven - versprechen (= geloben); vuilnis - Abfall, Müll ("Fäulnis"); openbaar - öffentlich;
3) Viele Wörter sind niederdeutschen Ursprungs und existieren sonst nur im Plattdeutschen:
z.B.: achter - hinter; maat - Kollege, Partner; dwars - quer; steunen - stützen; laag - niedrig; prettig - schön, angenehm; vaak - häufig, öfters; trekken - ziehen (auch mitteldeutsch); heel - ganz; klaar - fertig, bereit (deutsch halbmundartl. "startklar"); kwaad - schlimm, unangenehm, böse, spijten - bedauern; waarschuwen - warnen (norddt. "wahrschauen"); vergleiche auch krug = Gaststätte, Schenke (Dorfkrug)
4) Eine Anzahl von Wörtern ist im Deutschen weitgehend veraltet:
z.B.: minne - Liebe; verbazen - sich wundern, erstaunt sein; kiezen - (er)wählen; oorlog - Krieg, "Orlog"; lenen - leihen, entlehnen; eeuw - Jahrhundert (Ära); oogst - Ernte, Erntemonat (August); lente - Lenz, Frühling; aanbevelen - empfehlen, eisen - fordern, verlangen (heischen, auch "eischen"); gedraag - das Benehmen, Betragen
5) Das Niederländische hat zahlreiche Wörter aus anderen Sprachen entlehnt; besonders bedeutend sind die Wörter, die seit dem frühen 18. Jahrhundert aus dem Französischen übernommen wurden; die angestammten Wörter blieben daneben in aller Regel gleichberechtigt erhalten (wir haben sie in unserer Auswahl nach dem Schrägstrich aufgeführt):
kwestie / vraag - Frage; succes / (goed) gevolg - Erfolg; soelaas / troost - Trost, Linderung; kleur / verf - Farbe; vakantie / verlof - Urlaub (das Wort Urlaub leitet sich von "erlauben" ab; also der Erlaubnis, der Arbeit fernzubleiben und sich freizunehmen; eine ältere Variante von "Erlaubnis" ist das Wort "Verlaub", niederdt./niederländ. "verlof", vergl. veroorloven = erlauben)
6) Desweiteren wurde in neuerer Zeit, wie in den meisten anderen Sprachen auch, eine beachtliche Anzahl englischer Fremdwörter, insbesondere aus den Bereichen Technik, Wirtschaft, Computer und Kommunikation aufgenommen. Auch die Jugendsprache entlehnt fleißig aus dem Englischen; eine Aufzählung einzelner Begriffe wollen wir uns allerdings ersparen. Es sei nur darauf hingewiesen, dass das Niederländische bei der Schreibung häufig vom Original abweicht, da es sie flexibel an die Aussprache anpasst.
7) Nicht zuletzt findet sich im Niederländischen auch eine beachtliche Anzahl deutscher Entlehnungen. Angesichts der nahen Verwandtschaft beider Sprachen wurden oft ganze Phrasen ins Niederländische übertragen und an die lautlichen Gegebenheiten angepasst, z. B. aanstalten maken, tijdschrift (=Zeitschrift); bei der folgenden Auswahl beschränken wir uns auf direkt übernommene Wörter:
kelner, ober(kelner), kotsen, schwung, uberhaupt, sowieso, streber, schwalbe (Fußball!), sehnsucht, schnitzel, schnaps, krimi, kitsch, krach, bühne, quatsch, putsch, schminken, umlaut, schlager...
Die kleinen satztechnischen Funktionswörter sind ebenso niederdeutscher Herkunft: tot - (bis) zu; net - genau (wie); dus - also, doch; pas - erst, gerade; maar - aber; er - da, davon, dort / sehr, gar (steigernde Bedeutung)...es wird meist nicht übersetzt); Wörter wie golf (Welle) oder vastenavond (Karneval, "Fastenabend") sind rheinisch-niederfränkischen Ursprungs. Mittelhochdeutsche Wörter, die ins Mittelniederdeutsche gelangten, finden sich auch noch im heutigen Niederländischen. Außerdem verfügen Niederländisch und Niederdeutsch gegenüber dem Hochdeutschen über einige lautliche Eigenheiten, die meist, aber nicht ausschließlich mit der Lautverschiebung zusammenhängen:
p am Wortanfang entspricht hochdeutsch pf ("poot"/"Pfote"); pim Wortinneren erscheint als f bzw. ff ("slapen"/"schlafen"; "peper"/"Pfeffer"), pp im Wortinneren als pf ("appel"/"Apfel"), p am Wortende als f ("dorp"/"Dorf")
t am Wortanfang = z ("tellen"/"zählen"), t im Wortinneren und am Wortende = ss ("water"/"Wasser"), tt erscheint als tz ("zitten"/"sitzen"); nach Vokalen auch als z ("smart"/"Schmerz"; "barmhartig"/"barmherzig")
k im Wortinneren und am Wortende = ch ("steken"/"stechen"; "kerk"/"Kirche")
v und f im Wortinneren und am Wortende erscheinen im Hochdeutschen als b ("streven"/"streben"; "half"/"halb")
Ansonsten ist v meist gleichzusetzen mit deutsch f ("vangen"/"fangen"; "veld"/"Feld")
d bzw. dd erscheint nach oder zwischen Vokalen als t, tt oder dt ("raden"/"raten"; "bidden"/"bitten"; "stad"/"Stadt")
s am Wortende und ss zwischen zwei Vokalen erscheinen entweder als sch ("vis"/"Fisch"; "wassen"/"waschen") oder als chs ("wassen"/"wachsen" = doppeldeutiges Wort! ; "vlas"/"Flachs")
dw- bzw. tw- entsprechen hochdeutsch zw- ("dwingen"/"zwingen", "twijn"/"Zwirn")
- heid entspricht dem deutschen -heit oder dem daraus hervorgegangenen -keit ("mensheid"/"Menschheit"; "vriendelijkheid"/"Freundlichkeit")
ee entspricht eh ("eerlijk"/"ehrlich") oder ei ("een"/"ein")
-schap entspricht -schaft ("gemeenschap"/"Gemeinschaft")
cht erscheint im Hochdeutschen oft als ft ("kracht"/"Kraft"; "hechten"/"heften")
Hinweis: Der Auslaut -cht ist (auch im Deutschen) immer niederdeutschen Ursprungs; es handelt sich um ein altes fränkisches Partizip: Macht, Pracht (prangen, "Gepränge"), sacht bzw. zacht (hochdeutsch "sanft"), Gracht (hergeleitet von graven; "das Gegrabene") usw.
Niederländisch ou entspricht dem deutschen al ("houden"/"halten; "woud"/"Wald")
f taucht fast nur am Wortende (s. oben) und im Wortinneren auf, dort meist als ff ("straffen"/"strafen")
-kunft' entspricht -komst ("toekomst"/"Zukunft")
Deutsch emp- entwickelte sich aus ent- und findet seine Entsprechung in ont- ("ontvangst"/"Empfang"; "ontwikkelen"/"entwickeln")
-ing ist gleichbedeutend mit deutsch -ung ("behandeling"/"Behandlung")
Das deutsche z erscheint im Niederländischen als ts ("flits"/"Blitz"; "spits"/"Spitze"); im Niederländischen hat z noch den alten Lautwert s ("gezellig"/"gesellig"; "zon"/"Sonne")
Das alte Reflexiv-Präfix her- ist eine rückbezügliche Vorsilbe mit der Grundbedeutung "wieder, zurück". Es ist im Niederländischen noch recht häufig anzutreffen, im Deutschen jedoch selten geworden (wenn auch nicht selten im Gebrauch). Durch Reduktion entstand aus ihr im Hochdeutschen während der frühen Neuzeit die gleichbedeutende Vorsilbe er- (erlangen, erwarten etc.). Daneben blieb die alte Form in einigen Wörtern noch erhalten (Herkunft, herbei, herüber). Im Niederländischen ist die alte Form jedoch dominant: "herinnering"/"Erinnerung"; "herhalen"/"wiederholen". Durch den Sprachausgleich gelangten allerdings auch einige er- - Wörter ins heutige Niederländische: ervaren, erbarmen, erkennen.
Weitere Präfixe sind op- = auf-, af- = ab-, om- = um-, in- = ein-, uit- = aus-, ter- = zer-, bij- = bei-, terugg- = zurück- und die von der Lautverschiebung nicht betroffenen, trennbaren Vorsilben be-, ver- und ge-
Ein zentrales Ereignis in der niederländischen Sprachgeschichte war die Anfertigung der "Statenbijbel" (=Staatsbibel) zwischen 1618 und 1637. Ihr kommt eine ähnliche Bedeutung zu wie der deutschen Bibelübersetzung Martin Luthers. Die Übersetzung erfolgte auf Geheiß der Dordrechter Synode und orientierte sich an den authentischen griechischen Textquellen. Die Bibelübersetzung trug wesentlich zur Vereinheitlichung der Sprache bei.
Weitere bedeutsame Veröffentlichungen, die die Entstehung der Einheitssprache beeinflussten, waren die erste niederländische Grammatikfibel Twe-sprack vande Nederduitsche letterkunst, die Hendrik Laurenszoon Spieghel mit anderen Mitgliedern der angesehenen Amsterdamer "Rederijkerskamer" um das Jahr 1584 erarbeitete und das Grundlagenwerk Aanleidinghe ter Nederduitsche Dichtkunste, verfasst von Joost van den Vondel im Jahre 1650.
Als westgermanische Sprache ist das Niederländische ebenfalls mit dem Englischen (Angelsächsischen) und Friesischen verwandt. Die historisch jüngste westgermanische Sprache, das Afrikaans (früher "Kapholländisch"), das vor allem in Südafrika und Namibia gesprochen wird, ist ein unmittelbarer Spross des Niederländischen (siehe unten). Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hieß das heutige Niederländisch "Nederduitsch" (Niederdeutsch) oder ”duitse taal der nederen landen (die deutsche Sprache der niederen Lande). Erst danach setzte sich allmählich die Bezeichnung "Nederlands" durch.
Die Sprachgeschichte wird häufig in folgende Phasen unterteilt:
Als Altniederländisch (ca. 800-1100) bezeichnet man die im heutigen niederländischen Sprachgebiet beheimateten istwäonischen (altfränkischen) Dialekte. Sie sind nur spärlich belegt.
Unter Mittelniederländisch (ca. 1100-1500) versteht man die teils verschrifteten flämischen und brabantischen Mundarten des Niederfränkischen. Aus dieser Zeit sind bedeutende Werke der höfischen und ritterlichen Dichtung überliefert. Das Mittelniederländische wurde gemeinhin "Dietsch" oder "Dütsch" genannt.
Das Neuniederländische (ab dem 16. Jahrhundert) hingegen beruht auf der überregionalen Niederdeutschen Schriftsprache (Nederdytsch; Nederduitsch, "Mittelniederdeutsch"). Ab dem 17. Jahrhundert und besonders stark Mitte des 20. Jhrhd. wurde das Niederdeutsche in Norddeutschland allmählich durch das Hochdeutsche verdrängt (insbesondere in den Städten) und existiert nur noch in regionalen Dialektversionen. In Flandern, Brabant und Holland jedoch entwickelte sich das Niederdeutsche zur modernen niederländischen Schriftsprache.
Verbreitung
Afrikaans
Niederländisch ist heute Muttersprache von etwa 25 Millionen Menschen. Amtssprache ist es in folgenden Staaten (die Zahl gibt die ungefähre Zahl der Muttersprachler an):
- Niederlande: 16 Millionen
- Belgien: 6,2 Millionen (60% aller Belgier) (dort auch Flämisch genannt)
- Suriname: 0,4 Millionen
- Niederländische Antillen: 217.000. Ein "autonomer Staat" innerhalb des Königreichs der Niederlande. Die Niederländischen Antillen sind eine Inselgruppe in der Karibik und bestehen aus Bonaire, Curaçao (zusammen mit Aruba auch "ABC-Inseln" genannt), Saba, Sint Eustatius und Sint Maarten (der größere Teil von Sint Maarten heißt Saint-Martin und gehört zu Frankreich).
- Aruba: 95.000. Aruba trennte sich offiziell 1986 von den Niederländischen Antillen ab und wurde zu einem eigenen "autonomen Staat" innerhalb des Königreichs der Niederlande.
Der Language Code ist nl beziehungsweise dut oder
nla (nach ISO 639); dum ist der Code
für Mittelniederländisch (etwa 1050-1350).
Oft nennen auch Niederländer die niederländische Sprache Holländisch, obwohl der Holländische Dialekt eigentlich nur ein größerer Dialekt des Niederländischen ist. Das moderne Standard-Niederländische ist stark vom Dialekt des früher mächtigsten Bundesstaates Holland (heute die Provinzen Nord- und Südholland) geprägt. Von den Dialekten der anderen früheren Bundesstaaten, außer dem reichen und einflussreichen belgischen Brabant, findet man im modernen Niederländisch weniger wieder.
Es gibt viele Niederländer, die - wie in Norddeutschland - als "Muttersprache" zu Hause niedersächsische Dialekte sprechen (Plattduits), die unmittelbar von der altsächsischen Sprache abstammen. Sie lernen Niederländisch als Zweitsprache in der Schule und nennen es Holländisch, die Sprache der holländischen Provinzen.
Umgekehrt sind die ursprünglichen Mundarten des deutschen Niederrheins, des westlichen Ruhrgebiets, sowie Teile des Bergischen Landes niederfränkisch bzw. niederländisch (alle fränkischen Mundarten nördlich der Uerdinger Linie). Insbesondere die früher in Deutschland gesprochenen Kleverländischen Dialekte gelten unbestritten als niederländische Mundarten. In den meisten Schulen des heutigen bundesdeutschen Kreises Kleve war Niederländisch bzw. Kleverländisch bis ins 19. Jahrhundert Unterrichtssprache.
In Belgien sprechen die Flamen, also die Bewohner des im nördlichen Teil Belgiens gelegenen Landesteils Flandern, die flämischen Dialekte des Niederländischen. Als Amts- und Schriftsprache wird jedoch in Flandern ebenso wie in den Niederlanden die niederländische Standardsprache verwendet.
Die Niederlande und Belgien haben am 9. September 1980 die so genannte "Niederländische Sprachunion" (Nederlandse Taalunie) geschaffen.
Diese soll gewährleisten, dass eine gemeinsame Rechtschreibung und Grammatik fortbesteht und die Sprache gepflegt wird. Seit dem 12. Dezember 2003 ist auch Suriname Mitglied der Nederlandse Taalunie.
Selbstverständlich gibt es regionale Eigenarten zwischen der niederländischen und der belgisch-flämischen Variante der Standardsprache. Die flämischen Dialekte selbst werden untergliedert in Westflämisch, Ostflämisch und Seeländisch (Zeeuws).
In der Provinz Nord-Pas de Calais im äußersten Nordwestzipfel von Frankreich, im Grenzgebiet zu Belgien, leben noch einige zehntausend Menschen, die mit der westflämischen Variante des Niederländischen aufwachsen.
Ein Großteil der weißen Bevölkerung Südafrikas (die Buren) und ebenso zahlreiche südafrikanische Farbige sprechen mit Afrikaans eine aus dem Niederländischen entstammende Halbkreolsprache, neben Englisch und Zulu ist Afrikaans die meistverbreitete Sprache in der Republik Südafrika.
Darüber hinaus ist Niederländisch in Indonesien und Neuguinea eine verbreitete Zweitsprache (in der älteren Generation vor Englisch). Für Studenten der Rechtswissenschaft in Indonesien ist Niederländisch Teil des Curriculums. Die Niederlande waren dort zwischen 1602 und 1945 Kolonialmacht.
Sprachverwandtschaften mit anderen Sprachen
Mit dem Niederländischen eng verwandt sind außer Afrikaans, der Sprache der Buren und der Farbigen in Südafrika, auch die verschiedenen Kreolsprachen in Suriname, Guayana und auf den Westindischen Inseln so wie das Niederfränkische am Niederrhein.
Das Niederländische ist wie das Niederfränkische und das Niederdeutsche historisch mit dem Hochdeutschen verwandt. Allerdings bestehen zwischen dem Niederländischen und Niederdeutschen auf der einen Seite und den hochdeutschen Sprachformen auf der anderen Seite erhebliche phonologische, morphologische und lexikal-semantische Unterschiede, d.h. Unterschiede im Wortschatz, so heißt im Niederländischen verstopt versteckt, monster Probe und bellen klingeln. Das Niederländische machte die Entwicklung zur hochdeutschen Schriftsprache nicht mit und entwickelte sich aufgrund der Eigenständigkeit des Landes und der Entwicklung einer umfangreichen eigenen Literatur anders als etwa Bairisch oder Plattdeutsch zu einer eigenständigen Ausbausprache. Die politische Trennung führte überdies zu einer getrennten Sprachentwicklungskontinuität einschließlich einer unterschiedlichen Dynamik der äußeren Sprachbeeinflussung (Entlehnungen), im Niederländischen finden sich deutlich mehr aus dem Französischen übernommene Wörter als im Deutschen, z.B. pagina, douane, vel (von feuille), fier gegenüber Seite, Zoll, Blatt, stolz. Das Niederländische wird deshalb heute als eigene Sprache angesehen.
Hier eine kleine Auswahl niederdeutscher / niederländischer Wörter, die kein direktes Pendant im Hochdeutschen haben:
achter - hinter /
smeken - inständig bitten, flehen /
aarzelen - zögern, zaudern /
bezig - beschäftigt, geschäftig /
mooi - gut, toll, hübsch /
wet - Gesetz /
vaak - häufig, öfters /
praten - reden, plaudern /
plechtig - festlich, feierlich /
fokken - züchten, aufziehen /
buiten(=buten) - außen, außerhalb /
veen - Sumpf, Moor /
vandaag - heute /
elk, elkaar - jeder, einander /
jullie - Ihr (2. Person Mehrzahl) /
noden, uitnodigen - einladen (altdeutsch: "zum Besuch nötigen bzw. überreden")
Dialekte des Niederländischen, Entwicklung der Schriftsprache
Hier sind nur die niederfrankischen Dialekten wiedergegeben
- Holländischer Dialekt (Niederlande)
- Seeländisch (Seeland, Goeree-Overflakkee, diese Dialektgruppe wird manchmal beim Westflämischen eingeteilt)
- Westflämisch (West-Flandern, Frankreich)
- Ostflämisch (Ost-Flandern)
- Stadtfriesisch
- Brabantisch (Brabant, Limburg)
: - Niederfränkisch (Geldern, Kleve, Nordrhein-Westfalen)
: - Limburgisch-Bergisch (Limburg, Nordrhein-Westfalen; oft als Einzelsprache bezeichnet)
Schon vor Jahrhunderten bestand eine Kluft zwischen niederfränkischer "Volkssprache" (Holländisch, Brabantisch, Limburgisch, Vlaams) und Schriftsprache, die sich letztlich zur Standardsprache entwickelte ("Nederduitsch").
Diese Trennlinie markierte lange Zeit die Grenze zwischen Mundart und Hochsprache.
Heute sind die Mundarten weitgehend bedeutungslos (Ausnahme: Mundarten in Belgien, Limburgische Sprache) und zu umgangssprachlichen Ablegern der Standardsprache geworden.
Schon das Holländische des 19. Jahrhunderts war nur noch ein "Fassadendialekt". Durch das für damalige Zeiten hohe Bildungsniveau in der holländischen "Randstad" (Ballungszone) wurden die Mundarten ins bäuerliche Hinterland zurückgedrängt - in der Stadt sprach man die elegante "Nederduitsche Taal".
Man kann die niederländische Sprache durchaus als unmittelbaren Nachfolger der mittelniederdeutschen Schriftsprache betrachten. Die in Norddeutschland ansässigen niedersächsischen Mundarten ("Plattdeutsch") beruhen ebenfalls auf dem Mittelniederdeutschen. Sie verfügen allerdings, im Gegensatz zum Niederländischen, über keine verbindliche Schreibung und weisen zahlreiche regionale Abweichungen in der Aussprache auf, was wiederum die Erstellung einer einheitlichen Orthographie (Schreibweise) erschwert.
Diese Entwicklung ist dem Ansehensverlust geschuldet, den die Niederdeutsche Sprache gegenüber dem Hochdeutschen zu beklagen hat.
Zu beklagen ist auch, das sich vor allen die jüngeren Deutsche und Niederländer sich in Englisch unterhalten, statt in Niederfränkisch, Deutsch oder Niederländisch. Es besteht auch in den Schulen von Nordrheinwestfalen kaum die Möglichkeit, Niederländisch zu lernen. Deutsche, die Niederländisch verstehen, empfinden es als arrogant, wenn Niederländer in Englisch antworten.
Rechtschreibung und Aussprache
Während man die deutsche Rechtschreibung als eine historische auffassen muss (Beispiel: lehren - leeren), richtet sich die niederländische Schreibung einheimischer Worte weitestgehend nach der Aussprache, ist also in dieser Hinsicht regelmäßiger als das Deutsche.
Das Niederländische neigt auch dazu, Fremdworte so weit wie möglich der Aussprache anzugleichen : exclusief, fotografie, techniek, etnologie, muziek, recreatie.
Von grundlegender Bedeutung ist im Niederländischen die Unterscheidung zwischen offenen und geschlossenen Silben (open/gesloten lettergrepen):
#Offene Silben enden auf einen Vokal, wie beispielsweise die erste Silbe des Wortes geven (geben): ge-ven
#Geschlossene Silben enden auf einen Konsonanten, wie beispielsweise das einsilbige Wort School (Schule): school
Die langen Vokale werden in offenen Silben einfach, in geschlossenen Silben doppelt geschrieben:
- geven, lezen, geloven (geben, lesen, glauben), aber:
- gaan, loon, jaar (gehen, Lohn, Jahr).
Kurze Vokale kommen lediglich in geschlossenen Silben vor:
- snel, pen, dag, boffen, opletten (schnell, Schreibfeder, Tag, Glück haben, aufpassen).
Der Großteil der niederländischen Buchstaben werden wie im Deutschen ausgesprochen.
Besondere Beachtung erfordern allerdings die folgenden Buchstaben und Buchstabenkombinationen:
- au/ou - etwa wie deutsches "au".
- eu [] - etwa wie langes ö.
- ie [], [] - etwa wie ein geschlossenes kurzes "i", geschlossener als im Deutschen, lang vor "r".
- ei/ij - etwa wie "ei". (Nicht wie deutsches "ei", sondern e + i), z. B. klein, lijn. Das IJ nimmt dabei als Ligatur eine Sonderstellung ein.
- oe - etwa wie kurzes "u", aber lang vor "r".
- u - in geschlossenen Silben etwas geschlossener als in deutsch "Hölle", in offenen Silben etwa wie deutsch "ü" in "Übel".
- ui - etwa wie "ö" + "i".
- c [], [] - vor e, i und ij wie "z" in Zimmer oder wie im englisch: "city"; vor a, o, u und Konsonant wie "k" in Kasse.
- g [] - wie "ch" in ach.
- qu [], [] - wie deutsches "qu" oder wie "k".
- tie [] - wie "ßi" oder "zi".
- w [] - wie deutsches "w".
- v [] - anders als deutsches "w" ist dieser Laut ein echter Reibelaut, d.h. die Reibung muss deutlich zu hören sein. Es gibt also einen deutlichen Unterschied zwischen: wier (Tang), vier (vier) und fier (stolz).
- z [] - wie deutsches "s" in "sehen".
Die einzelnen Silben werden durchverbunden, so dass der Glottisschlag des Niederländischen, anders als in verschiedenen Varietäten des Standarddeutschen nicht durchgängig die Funktion als Grenzsignal vor Vokal im Anlaut betonter Silben übernimmt, sondern als Mittel der Emphase benutzt wird.
- Beispiel: ndl.:Dat doe ik [] - hochdeutsch: Das mache ich []
Die Konsonanten werden durchgehend assimiliert, und zwar sowohl progressiv als auch regressiv.
Grammatik
Die Grammatik des Niederländischen hat sich vor allem in den letzten 100 Jahren, einem sprachgeschichtlich sehr kurzen Abschnitt, sehr stark vereinfacht. Die Fälle werden bei den Substantiven und Adjektiven nicht mehr angewendet, sie sind nur noch in den Objektpronomen erkennbar und treten in einigen feststehenden Redewendungen auf.
Die niederländische Sprache schreibt allgemein wie im Englischen alle Wortarten klein, nur das erste Wort eines Satzes wird großgeschrieben. Ausgenommen von dieser Regel sind Namen verschiedener Art. Dies sind vor allem:
- Namen von Personen (z.B. Rembrandt van Rijn)
- Eigennamen aller Art
- geografische Bezeichnungen (z.B. Amsterdam, Nederland, Vlaanderen)
- Adjektive als Herkunftsbezeichnungen von Orten (z.B. Edammer (von Edam + -er, das extra M ist wegen der Aussprache eingefügt), Maasdammer)
- historische Bezeichnungen (z.B. het Duitse Rijk)
Das Niederländische kennt drei verschiedene Arten des grammatischen Geschlechts: das männliche, das weibliche und das sächliche Geschlecht.
Es existieren im Niederländischen zwei verschiedene bestimmte Artikel (het bepaald lidwoord): de und het. Im Singular steht de vor den männlichen und weiblichen Substantiven, het dagegen vor sächlichen. Im Plural gibt es für alle drei grammatische Geschlechter den gleichen Artikel: de. Eine Flexion des bestimmten Artikels findet in der Niederländischen Sprache nicht statt. Lediglich in einigen Redewendungen und Sprichworten tauchen einige alte gebeugte Formen der Artikel auf: de eenvoud des harten = die Schlichtheit ("Einfalt") des Herzens, heden ten dage = heutzutage, Koninkrijk der Nederlanden = Königreich der Niederlande etc.
Der unbestimmte Artikel (het onbepaald lidwoord) im Niederländischen lautet im Singular für alle Substantive een und hat keine Pluralform.
Maskulinum oder Femininum?
Obwohl das Niederländische nur eine Unterscheidung in de- und het-Wörter kennt, spielt bei den pronominalen Bezeichnungen (hij, zij, het - er, sie, es) die Bestimmung, welchem Geschlecht das Substantiv zuzuordnen ist, eine wichtige Rolle.
Während in den nördlichen Provinzen der Niederlande das Sprachgefühl für eine klare Unterscheidung fast vollständig verloren gegangen ist, hat sich dieses Gefühl im südniederländischen Sprachgebiet, insbesondere in Flandern erhalten.
So sind de boter ("die Butter"'), de waarheid ("die Wahrheit") und de hoogte ("die Höhe") weiblich, de stoel ("der Stuhl") und de tafel ("der Tisch") männlich.
Im Norden der Niederlände besteht jedoch die Tendenz, de-Wörter als maskulin einzustufen ("hij") oder ein anderes Pronomen (z. B. die, dt." diese(r)") zu benutzen.
Im Vergleich zum Deutschen entspricht die Gruppe der de-Wörter meist den deutschen männlichen und weiblichen Substantiven, und die het-Wörter sind im Deutschen ebenfalls meist sächlich. Ausnahmen: het begin - der Beginn, het genot - der Genuss, het loon - der Lohn, het kanon - die Kanone etc.
Das Adjektiv (het bijvoeglijk naamwoord) ist als Prädikat unveränderlich. Als Beifügung trägt es überwiegend die Endung -e. Kein Endungs-e erhalten Adjektive vor sächlichen Substantiven, wenn diese in der unbestimmten Form stehen.
de grote man (der große Mann)
de grote vrouw (die große Frau)
het grote huis (das große Haus)
aber:
een grote man (ein großer Mann)
een grote vrouw (eine große Frau)
een groot huis (ein großes Haus)
Das Verb im Niederländischen endet in der Infinitivform, von einigen Ausnahmen abgesehen, auf -en. Das Verb wird wie im Deutschen konjugiert, also der handelnden Person entsprechend durch Veränderung der Verbendung gebeugt.
Konjugation des Verbs im Präsens
Zur Konjugation im Präsens, der Gegenwartsform hat der Infinitiv also die Stammform eines jeden Verbs eine zentrale Bedeutung. Er bestimmt wie im Deutschen die Konjugation des Verbs. Der Infinitiv endet auf -(e)n. Fast alle Verben die im Niederländischen stark sind, sind es auch im Deutschen, und umgekehrt.
Hinsichtlich der Rechtschreibung müssen bei der Konjugation die Ausspracheregeln beachtet werden (z. B. Einfachschreibung der langen Vokale in offenen Silben, Doppelschreibung bei geschlossenen Silben):
Beispiele:
- kopen (kaufen)
- gaan (gehen)
Also:
- kopen (Einfachschreibung des langen Vokals in offener Silbe).
- ik koop = ich kaufe (Doppelschreibung des langen Vokals in geschlossener Silbe).
- gaan (Doppelschreibung des langen Vokals in geschlossener Silbe)
- ik ga = ich gehe (Einfachschreibung des langen Vokals in offener Silbe).
Für ik (ich) wird die Verbform durch den Wortstamm gebildet. Zu jij (du), hij (er), zij (sie), het (es) sowie für u als Höflichkeitsformen von Sie wird die Verbform durch den Stamm und der Endung -t gebildet. Bei wij (wir), jullie (ihr) und zij (sie) beugt man die Verbform, indem man den Infinitiv des Verbs nutzt.
Ist ein -t am Ende der Stammform (wie bei eten im unten stehenden Beispiel), wird das -t bei jij, hij, zij, het und u nicht noch einmal angefügt.
Beispiele:
- kopen (kaufen)
- lopen (laufen)
- eten (essen)
- gaan (gehen)
Konjugation der Hilfsverben hebben und zijn im Präsens
Wichtige unregelmäßige Verben im Niederländischen sind die Hilfsverben:
- hebben (haben)
- zijn (sein)
Weblinks
- [http://www.dbnl.org/ Riesige Auswahl an niederländischer Literatur aus allen Jahrhunderten; zeitgenössische, historische, belletristische und wissenschaftliche Texte sowie hochwertige Wörterbücher online!
- [http://en.wikibooks.org/wiki/Dutch Niederländisch für Englischsprechende] (von Wikibooks)
- http://www.taalunie.org/ (auf Niederländisch)
- [http://www.infos-fuer-alle.de/niederlaendisch/MinikursNiederlaendisch.html#MinikursNiederlaendisch MinikursNiederlaendisch]
- [http://www.uitmuntend.de/ uitmuntend.de - Deutsch <-> Niederländisch Wörterbuch mit über 155.000 Stichwörtern und Bildwörterbuch]
- [http://www.ned.univie.ac.at/non/welkom/ Online-Kurs mit Soundausgabe]
- [http://www.majstro.com/Web/Majstro/taleninfo/dut_de.php Niederländisch-Deutsch-Niederländisches Online-Wörterbuch]
- [http://www.vandale.nl/opzoeken/woordenboek/ Der gesamte niederländische Wortschatz mit Phrasen, Synonymen und Umschreibungen in niederländischer Sprache. Dank ausführlicher Wortdefinitionen auch für Deutschsprachige ohne Vorkenntnisse weitgehend nachvollziehbar]
- [http://www.snvt.hum.uva.nl/index.html?lang=de Deutschsprachige Infos der Universität von Amsterdam über Niederländischkurse an deutschen und niederländischen Universitäten]
- http://neon.niederlandistik.fu-berlin.de Neon ist ein Projekt der Niederlandistik der FU Berlin
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Niederlande
Kategorie:Belgien
ja:オランダ語
nb:Nederlandsk språk
Westgermanische SprachenDie westgemanischen Sprachen sind eine Untergruppe der germanischen Sprachen, die unter anderem Englisch, Friesisch, Niederländisch und Deutsch umfasst. Eine ausführliche Liste der Einzelsprachen findet sich am Ende dieses Artikels.
Frühe Zeugnisse der westgermanischen Sprachen
Die schriftlichen Zeugnisse der westgermanischen Sprachen setzen erst im 8. Jahrhundert ein. Seit dem 8. Jahrhunder sind Altenglisch und Althochdeutsch überliefert, seit dem 9. Jahrhundert Altsächsisch, die Vorgändersprache des Niederdeutschen, Altfriesisch ist seit dem 13. Jahrhundert belegt.
Untergliederung der westgermanischen Sprachen
Die allgemein akzeptierte Gliederung der westgermanischen Sprachen teilt diese in einen anglo-friesischen und einen kontinentalgermanischen Zweig. Letzterer enthält unter anderem Hochdeutsch, Niederdeutsch und Niederländisch. Die anglo-friesischen Sprachen werden weiter in anglische Sprachen (mit Englisch als Hauptvertreter) und friesische Sprachen unterteilt. Die Kontinentalgermanischen Sprachen teilen sich in Hochdeutsche Sprachen (mit den ober- und mitteldeutschen Dialekten) und niederdeutsche Sprachen.
Die Anglo-Friesischen Sprachen unterscheiden sich von den anderen westgermanischen Sprachen durch die anglo-friesische Palatalisierung (Beispiele: Deutsch Käse – Englisch cheese, Friesisch tsiis; Deutsch Kirche, Niederländisch kerk – Englisch church, Friesisch tsjerke) und durch den Wegfall von Nasalen vor Frikativen unter Ersatzdehnung (Beispiele: Deutsch fünf – Englisch five; Deutsch Mund – Englisch mouth).
Manche Autoren postulieren eine Ingaevonische Sprachgruppe (auch: ingväonische Sprachgruppe), die außer den anglo-friesischen Sprachen auch noch Niedersächsisch und (je nach Autor) Niederländisch umfassen soll. Diese Sprachgruppe gehe auf die bei Tacitus und Plinius dem Älteren erwähnten Ingwäonen zurück. Die Zurückprojektion heutiger Sprachzustände auf das 1. Jahrhundert wird allgemein als nicht zulässig verworfen. Zudem gibt es für die vorgeschlagene Sprachgruppe keine guten sprachwissenschaftlichen Abgrenzungskriterien.
Nichtdestotrotz hat sich der Begriff Ingväonismus für einzlene Eigenheiten des Niederdeutschen, die mutmaßlich anglo-friesischen oder nordgermanischen Urprunges sind, eingebürgert. Hierzu zählt etwa das Pronomen he (hochdeutsch: er) für die 3. Person Singular Maskulinum.
Gegliederte Liste der westgermanischen Sprachen
Folgende lebenden und ausgestorbene Sprachen (†) aus der Familie der germanischen Sprachen zählen zu den westgermanischen Sprachen:
- Anglo-Friesische Sprachen
- Angelsächsisch (Altenglisch), Mittelenglisch †
- Modernes Englisch (mit starken französisch-lateinischen Einflüssen)
- Scots
- Cayman-Inseln-Englisch (kein Kreol)
- Angloromani (mit starkem Einfluss des Romani)
- Friesisch
- Westfriesisch
- Ostfriesisch
- Nordfriesisch
- Kontinentalwestgermanische Sprachen
- Niederdeutsche Sprachen
- Altniederdeutsch (altsächsisch) †
- Mittelniederdeutsch †
- Niederfränkische Sprachen
- - Niederländisch
- - Kleverländisch
- - Limburgisch-Bergisch
- - Ostbergisch
- - Afrikaans (aus dem Niederländischen entstanden, mit vielen anderen Einflüssen)
- Niedersächsisch (Plattdeutsch)
- Ostniederdeutsch (Plattdeutsch)
- - Plautdietsch (Mennonitisch)
- Hochdeutsche Sprachen
- Deutsch (Hochdeutsch)
- Ostmitteldeutsch
- Westmitteldeutsch
- - Luxemburgisch
- - Pennsylvania Dutch (wird von verschiedenen Gruppen in Amerika gesprochen)
- Oberdeutsch
- - Ostfränkisch und Südfränkisch
- - Bairisch
- - Alemannisch
- - Hochalemannisch (u.a. Schweizerdeutsch)
- - Schwäbisch
- - Höchstalemannisch (Schweizerdeutsch)
- - Elsässisch
- - Niederalemannisch
- - Langobardisch †
- Jiddisch (mit lexikalischen Einflüssen aus dem Hebräischen, Romanischen und Slawischen, meistens geschrieben im hebräischer Schrift)
- Westjiddisch
- Ostjiddisch
- Kolonialjiddisch
Kategorie:Germanistik
Kategorie:Sprachfamilie
Geschichte der englischen SpracheDie Geschichte der englischen Sprache wird in vier Phasen unterteilt,
die sich wie folgt zeitlich einordnen lassen.
Ursprünglich ist die englische Sprache nach der 1. Lautverschiebung der westgermanischen Sprachen zusammen mit der Niederdeutschen Sprache entstanden. Die Niederdeutsche Sprache gliedert sich wiederum in die drei Gruppen der Niederfränkischen Sprache (später Niederländisch), der Niedersächsischen Sprache und der Ostniederdeutschen Sprache.
Altenglisch
Hauptartikel: Altenglische Sprache
Geschichte
Die Geschichte der englischen Sprache beginnt im Jahre
449, als die germanischen Volksstämme der Jüten, Angeln und Sachsen England erobern. Die Angeln lat. Angli) gaben dem Land den Namen; allerdings wurde zuerst die Bezeichnung Englisch geprägt und davon der Name England abgeleitet. Nach der Eroberung entstanden die sieben Königreiche Northumbria, Mercia, East Anglia, Kent, Essex, Sussex und Wessex, die zusammen die sogenannte angelsächsische Heptarchie bildeten. Die altenglische Sprache wird in vier Dialekte unterteilt:
- Anglisch mit den Unterdialekten
- Northumbrisch nördlich des Flusses Humber, bis nach Edinburgh (Schottland). Dieser Dialekt führt kulturell und in der Literatur bis zur Invasion der Wikinger im 8. Jahrhundert (s.u.).
- Southumbrisch/Mercisch (südlich des Flusses Humber, östlich von Wales)
- Sächsisch mit der Ausprägung West-Sächsisch an der Südküste Englands, bis nach Cornwall. Das Westsächsische übernahm später die kulturelle Führungsrolle („Standard Old English“). Die meisten erhaltenen Texte sind in diesem Dialekt abgefasst.
- Jütisch in seiner Ausprägung Kentisch um Canterbury, südlich von London und um die Isle of Wight
Alphabet
Das Alphabet weist einige besondere Buchstaben auf, die im modernen Englischen nicht mehr verwendet werden. Dazu zählen Þ (thorn), ð (eth) und die Ligatur æ (ash). Die Kombination sc wird wie das moderne sh ausgesprochen (z.B. AE scip - ModE ship). Außerdem gibt es Unterschiede bei den Vokalen (AE stān - ModE stone).
Grammatik
Die Grammatik ist dem heutigen Deutschen in
vielfacher Hinsicht ähnlicher als dem modernen Englisch. Im Laufe der
Geschichte lässt sich ein stetiger Rückgang der Flexion feststellen. Das Altenglische ist eine synthetische Sprache. Das Substantiv hat vier Fälle, während es im modernen Englisch nur einen Unterschied beim Genitiv gibt. Man unterscheidet zwischen einer starken (konsonantischen) und einer schwachen (vokalischen) Deklination. Auch beim Artikel wird entsprechend differenziert, während es heute nur noch eine Form gibt (the). Beim Personalpronomen blieben die meisten Endungen erhalten. Die Zahl der schwachen Verben war zu jeder Zeit höher als die der starken Verben, aber die zweite Gruppe war im Altenglischen deutlich umfangreicher als heute. Die starken Verben werden in sieben Klassen unterteilt.
Vokabular
Der Wortschatz des Altenglischen ist zum größten Teil germanisch. Durch fremde Einflüsse starben jedoch im weiteren Verlauf der Geschichte rund 85% des Wortschatzes aus, nur grundlegende Elemente überlebten. Das Altenglische zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Synonymen aus, z.B. bei der Beschreibung von Kriegern und Helden.
Im Gegensatz zu späteren Perioden werden neue Wörter vielfach aus eigenem
Material gebildet. Neue Verwendungen alter Wörter sind ebenso üblich wie die
Derivation mit Affixen (z.B. mōd, mōdig, mōdcræftig). Die gleiche Wurzel kann mit vielen verschiedenen Affixen kombiniert werden.
Das Altenglische wurde von drei anderen Sprachen beeinflusst.
Als die Germanen nach England kamen, trafen sie auf die einheimischen Kelten. Deren Sprache überlebte v.a. in Ortsnamen und geographischen Bezeichnungen (z.B. Themse). Ansonsten gibt es nur geringe Spuren, weil die Kelten das unterlegene Volk waren und sich der Kultur der Eroberer anpassen mussten.
Deutlich umfangreicher war der Einfluss des Lateinischen, da die römische Zivilisation ein hohes Ansehen genoß. Kaiser Claudius eroberte im Jahre 43 n.Chr. England, nachdem Caesar 55 v. Chr. einen entsprechenden Plan verworfen hatte. Die ersten Spuren waren Inschriften. Vom europäischen Festland wurden Begriffe aus den Bereichen Krieg, Handel und Alltagsleben auf die Insel gebracht. Einige Entlehnungen erfolgten indirekt durch das Keltische. Dazu zählt das vom lateinischen castra (Lager) abgeleitete Wort ceaster, das in Städtenamen wie Manchester überlebt hat. Der lateinische Anteil am Vokabular wurde erhöht, als Augustinus mit seinen Mönchen nach England kam, um dem heidnischen Volk den christlichen Glauben zu bringen. Die Christianisierung veränderte auch die Sprache. In erster Linie wurden natürlich Begriffe entlehnt, die im Zusammenhang mit der neuen Religion und ihrer kirchlichen Organisation stehen. Nach der Einführung der benediktinischen Regel im 10. Jahrhundert wurden auch viele Wörter aus dem Reich der Bildung übernommen. Der Zeitpunkt einer Entlehnung lässt sich durch die Verwendung in Texten und die phonetische Form des Worts bestimmen.
Aber das Altenglische beschrieb viele neue Konzepte auch mit einheimischem Vokabular. Wörter wie God (Gott) und heaven (Himmel) blieben erhalten. Die heilige Schrift wurde als gewritu (das Geschriebene) bezeichnet und für den heiligen Geist benutzte man den Ausdruck Hālig Gāst statt des lateinischen Spiritus Sanctus.
Der zweite fremdsprachliche Einfluss kam aus dem Norden. Zwischen dem 8. und 11. Jahrhundert fielen die Wikinger in England ein. Die Invasion begann 793 mit dem Überfall auf Lindisfarne. Nach mehreren Plünderungen wurde im Jahre 886 der Vertrag von Wedmore geschlossen. Den Skandinaviern wurde ein Gebiet namens Danelaw zugeteilt. Die Räuber wurden zu friedlichen Siedlern und die beiden Völker vermischten sich. Die Menschen brachten ihre Sprache mit in die neue Heimat.
Durch die enge Verwandtschaft der germanischen Sprachen gestaltete sich die
Entlehnung einfach. Die Einheimischen und die neuen Einwohner konnten sich
gegenständig relativ problemlos verständigen. Angesichts der Ähnlichkeit ist es in vielen Fällen schwierig zu entscheiden, ob ein Wort aus dem Altenglischen oder den skandinavischen Sprachen stammt. Einen Hinweis bietet die lautliche Form. So beginnen englische Wörter z.B. mit sh- (ship) und skandinavische mit sk- (sky). Da die beiden Völker eng zusammenlebten, gab es in allen Lebensbereichen Entlehnung aus der fremden Sprache. Der Einfluss zeigt sich auch bei Namen. In England gab es jetzt auch Nachnamen, die nach skandinavischem Vorbild auf -son enden (Jackson = Jacks Sohn). Viele altenglische wurden durch die entlehnten Wörter ersetzt, z.B. niman durch take, weorpan durch cast und snīðan durch cut. In anderen Fällen kam es zu einer Differenzierung bezüglich des Bedeutung, z.B. bei sick und ill. Der skandinavische Einfluss reichte sogar bis in die Grammatik. Funktionswörter, die eigentlich besonders resistent gegen Veränderungen sind, wurden auch ersetzt, so z.B. die Pronomen hīe / hiera / him durch they / their / them. Die Form syndon (deutsch: sind) wurde durch are ersetzt, das durch Analogie auf andere Personen ausgedehnt wurde.
Mittelenglisch
Hauptartikel: Mittelenglische Sprache
Französischer Einfluss
Diese Periode ist von einem enormen Einfluss der französischen Sprache geprägt. Die Geschichte beginnt mit der normannischen Eroberung (Norman Conquest) unter der Führung von Wilhelm dem Eroberer. Nach dem Tod von König Eduard dem Bekenner wurde Harald II. zu dessen Nachfolger gewählt, obwohl Wilhelm der Thron versprochen worden war. Der Eroberer fiel daraufhin in England ein und gewann nach der erfolgreichen Schlacht bei Hastings im Jahre 1066 die Macht. Da anschließend der englische Adel komplett durch Franzosen ersetzt wurde, entstand eine bilinguale Situation. Die Angehörigen der Oberschicht sprachen französisch, während das Englische nur noch geringes Prestige besaß und als unkultiviert galt. Die Kenntnis der englischen Sprache war nur für diejenigen nötig, die mit Angehörigen der unteren Schicht kommunizieren mussten, z.B. Kaufleute. Das Französische hatte nicht nur in England ein besonders hohes Ansehen. Frankreich galt als Vorbild der höfischen Gesellschaft.
Vokabular
Der französische Einfluss zeigte sich auch beim Vokabular. Zahlreiche Wörter
wurden aus der Sprache der Herrscher übernommen. Alle Bereiche des Lebens waren davon betroffen: Regierung, Kirche, Recht, Mode, Küche etc. In den letztgenannten Bereichen genießt Frankreich heute noch großes Ansehen. Wenn
englische und französische Wörter aufeinandertrafen, gab es ähnliche Konsequenzen wie beim skandinavischen Einfluss. Entweder wurde das
altenglische Wort ersetzt, z.B. æÞele durch noble oder ēam durch uncle, oder es kam es zu einer Bedeutungsdifferenzierung. Ein
interessantes Beispiel bieten die Begriffspaare ox - beef (Rind),
sheep - mutton (Schaf), swine - pork (Schwein) und calf
- veal (Kalb). Das erste Wort ist englischen Ursprungs und bezeichnet das Tier, das zweite Wort ist entlehnt und bezeichnet das Fleisch. Viele Wörter wurden in die Sprache integriert und mit einheimischen Elementen zu neuen Begriffen verbunden, z.B. gentleman. Im Vergleich mit dem heutigen Französischen lassen sich einige Unterschiede feststellen, da die moderne
Sprache auf dem Pariser Dialekt basiert, der höheres Prestige als die
normannische Variante besaß.
Patriotismus und Standardsprache
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts kam es zu einer bedeutenden Veränderung, die
auch Einfluss auf die Sprache hatte. Die Adligen verloren ihre Besitztümer in Frankreich und mussten sich ab sofort auf England konzentrieren. Durch diese Entwicklung gewann die englische Sprache wieder an Prestige. Außerdem wurde die englischsprechende Mittelschicht wirtschaftlich bedeutend, als die Pest zahlreiche arme Menschen tötete. Immer mehr Autoren schrieben in englischer Sprache. Außerdem wurde Englisch zur Sprache bei Gericht und in den Schulen unterrichtet.
Die Rückkehr der einheimischen Sprache wurde von der Entstehung eines englischen Patriotismus begleitet. Die Menschen betrachten Englisch nun als angemessene Sprache und widersetzten sich dem französischen Einfluss. Die Kenntnis der fremden Sprache nahm immer mehr ab. Die feindliche Einstellung gegenüber dem Französischen gipfelte schließlich im Hundertjährigen Krieg. Als die Franzosen König Eduard III. bei seinem Angriff auf Schottland störten, brach der Konflikt aus.
Der Aufstieg des Englischen wurde durch die Etablierung eines Standards ab Ende des 14. Jahrhunderts begünstigt. Bisher gab es vier Dialekte: Northern, East Midland, West Midland und Southern. Die neue Hochsprache basierte auf dem Dialekt, der in der Hauptstadt London gesprochen war und bildete somit einen Kompromiss zwischen dem konservativen Süden und dem radikalen Norden. Weitere wichtige Faktoren waren die große Bevölkerung, die Universitäten von Oxford und Cambridge sowie der Einfluss des Schriftstellers Geoffrey Chaucer.
Grammatik
In grammatischer Hinsicht ist die Periode vom Verfall der Flexion geprägt. Durch Analogie wurden Formen angeglichen. Viele starke Verben gingen verloren oder wurden zu schwachen Verben. Außerdem wurde das grammatische Geschlecht abgeschafft; entscheidend war nur das natürliche Geschlecht. Durch die fehlende Flexion konnte es zu Missverständnissen kommen. Um das zu verhindern, wurde eine strikte Wortstellung eingeführt. Seitdem steht das Subjekt vor und das Objekt hinter dem Verb (SVO).
Frühneuenglisch
Hauptartikel: Frühneuenglisch
Diese Zeit, die nicht in allen Darstellungen als eigene Periode aufgeführt wird, ist von veränderten äußeren Bedingungen geprägt. Der Buchdruck unterstützte die Entwicklung der Standardsprache. Die Alphabetisierung ermöglichte mehr Menschen den Zugang zum schriftlich fixierten Wissen, das durch die verbesserten Möglichkeiten der Kommunikation leichter vermittelt werden konnte. Außerdem beschäftigten die Menschen sich jetzt bewusst mit dem Phänomen Sprache.
Vokabular
Da der Zugang zum Wissen während der Renaissance zu einem wichtigen Allgemeingut wurde, wurden zahlreiche Wörter entlehnt und neu geschaffen, um den gestiegenen Anforderungen gerecht zu werden. Als wichtigste Quelle diente die lateinische Sprache. Manche Wörter wurde unverändert übernommen (climax), bei anderen wurde die lateinische Endung entfernt (consult-are) oder verändert (-tas wird zu -ty). In vielen Fällen wurde der lateinische Begriff indirekt über das Französische in die englische Sprache übernommen. Oft kann man den Weg der Entlehnung nicht nachvollziehen. Während fact vom lateinischen factum und nicht vom französischen fait abstammt, können consist und explore aus beiden Sprachen kommen.
Die Anzahl der neuen Wörter stieg immer mehr an. Shakespeare gilt als der Autor mit dem größten Vokabular. Da viele der neuen Begriffe als überflüssig angesehen wurden, entwickelte sich ein Streit. Die Puristen wehrten sich gegen die sogenannten inkhorn terms, die für die meisten Menschen ohne Lateinkenntnisse unverständlich seien.
Vereinheitlichung
Mit der Entwicklung der Standardsprache entstand auch der Wunsch nach einer Vereinheitlichung der Sprache. Bisher gab es kein allgemein akzeptiertes System. Außerdem war es durch die fremden Einflüsse zu einer deutlichen Diskrepanz zwischen Laut und Symbol gekommen. Die Wörter wurden nicht mehr so geschrieben, wie sie ausgesprochen wurden. George Bernard Shaw präsentierte deshalb sarkastisch ghoti als denkbare Schreibweise für das Wort fish: gh wie in cough (husten), o wie in women (Plural) und ti wie in nation). Tatsächlich wird z. B. der Laut [f] in der englischen Orthografie durch vier verschiedene Schreibweisen (f, ff, gh, ph) repräsentiert. Alle Bemühungen um eine durchgreifende Orthographie-Reform scheiterten jedoch
Der im 18. Jahrhundert entstehende wissenschaftliche Rationalismus verlangte eine geregelte Sprache. Vermeintliche Fehler sollten verbessert werden. Die bereinigte Sprache sollte in einer permanenten Form festgehalten werden, die immun gegen Veränderungen ist. Dass die menschliche Sprache ein lebendiges Phänomen ist, ignorierten die Menschen damals. Nach dem Vorbild der Académie française und der italienischen Accademia della Crusca sollte auch in England eine Institution für die Pflege der Sprache geschaffen werden. Die Pläne scheiterten jedoch. Dennoch betrachten sich die Grammatiker des 18. Jahrhunderts als entscheidende Instanzen, die Urteile über den „korrekten“ Gebrauch der Sprache fällen konnten. Samuel Johnson veröffentlichte 1755 ein Wörterbuch, das jedoch aus heutiger Sicht mangelhaft ist.
Grammatik
Die wichtigste Entwicklung vollzog sich in der Phonologie. Beim sogenannten Great Vowel Shift veränderte sich die Aussprache der Vokale. Die langen Vokale wurden angehoben und die höchsten zu Diphthongen. Außerdem wurden unbetonte Vokale zu einem ∂(Schwa) abgeschwächt.
Modernes Englisch
Hauptartikel: Englische Sprache
In der Neuzeit wurden die Möglichkeiten für die Reise und Kommunikation weiter verbessert. Die historische Entwicklung, v.a. die beiden Weltkriege und ihre Folgen, sorgte für viele neue Wörter. Durch den wissenschaftlichen Fortschritt besteht immer wieder Bedarf nach neuen Begriffen. Auch Laien kommen in Kontakt mit technischen Begriffen, z.B. in der Medizin oder bei der Computertechnik. In der Wissenschaft werden neue Begriffe häufig mit lateinischen oder griechischen Elementen gebildet, z.B. tele. Alte Ausdrücke erhalten eine neue Bedeutung (z.B. stand by). Durch intensive Benutzung verlieren Wörter ihre spezielle Bedeutung, z.B. drücken nice oder great nur noch allgemeine positive Einschätzungen aus. Es kommt auch zu Bedeutungsverengungen. So wurde doctor vom wissenschaftlichen Titel zur Bezeichnung für den Arzt. Ein typisches Phänomen der Neuzeit ist die Ableitung neuer Wörter von Eigennamen, z.B. Sandwich, Colt, Boycott oder Lynch.
Das wichtigste Werk der englischen Sprachgeschichte entstand vom Ende des 19. Jahrhunderts. Das Oxford English Dictionary (OED) sollte die unbrauchbaren Wörterbücher ablösen. Um ihrem Anspruch, jedes englische Wort mit seiner Geschichte zu dokumentieren, gerecht zu werden, sammelten die Verfasser enorme Textmengen. Das Werk umfasste schließlich rund 240.000 Einträge.
Wichtige grammatische Entwicklungen sind die Konversion, d.h. der Übergang von einer Wortart in die andere ohne formale Änderung, und die zahlreichen Wortverbindungen in festen Fügungen, die als „idioms“ bzw. „phrasal verbs“ von Nicht-Muttersprachlern gelernt werden müssen.
Englisch weltweit
Durch die Kolonialisierung und die Ausdehnung des Empire verbreitete sich die englische Sprache weltweit, u.a. in Indien, Australien, Afrika und Südostasien. Nach der Besiedlung Amerikas entstand in den USA eine eigene Variante der englischen Sprache, die sich bewusst vom Britischen Englisch absetzte. Auch in den anderen Regionen entwickelten sich eigene Dialekte. 28% der 125 Pidgin- und Kreolsprachen basieren auf der englischen Sprache.
Umgekehrt übernimmt das Englische auch Begriffe aus mehr als 50 Sprachen, darunter aus anderen europäische Sprachen wie Italienisch (volcano, violin), Spanisch (alligator, sombrero), Portugiesisch (fetish, tank), Deutsch (kindergarten, zeitgeist), Schweizerdeutsch (putsch, muesli), Russisch (samovar, troika), aber auch aus dem Arabischen (magazine, coffee), Persischen (naphtha, chess), Hindi (guru, chutney), dem Japanischen (sake, soy), Chinesischen (sampan, ginseng), aus Indianersprachen (coyote, wigwam) und australischen Sprachen (kangaroo, boomerang).
Grammatik
thou und ye
Die Grammatik der modernen englischen Sprache unterscheidet sich von der des Frühneuenglischen kaum noch, bis auf die Tatsache, dass das Pronomen you (ursprünglich "euch") die Pronomen thou ("du", heute nur noch poetisch und in Dialekten als "tha" genutzt), thee ("dich") und ye ("ihr") verdrängte. Der Grund für dieses Phänomen ist der, dass ye nach der normannischen Eroberung nach dem Vorbild von franz. vous auch für einzelne Personen verwendet wurde, um Respekt zu bekunden. Ab dem 15. Jahrhundert empfand man thou plötzlich als unangebracht intim und verwendete es nur noch in sehr engen Freundschaften und wenn man z.B. mit Kindern redete. Ein Ehemann redete Frau und Kinder demzufolge mit thou an, während sie mit ye antworteten. So engte sich der Gebrauch von thou immer mehr ein, bis es im 17. Jahrhundert nur noch als Beleidigung gesehen wurde und schließlich ausstarb.
Veränderungen in der Konjugation der Verben
In der 2. und 3. Person Singular gab es ein paar Veränderungen:
Literatur
- Albert C. Baugh & Thomas Cable, A History of the English Language, Prentice Hall, 2001, 5. Auflage, ISBN 0130151661
- Richard M. Hogg (Hg.), Cambridge History of the English Language (6 Bände), Cambridge (MA) Cambridge University Press, 1992-2001, ISBN 052126474X / ISBN 0521264758 / ISBN 0521264766 / ISBN 0521264774 / ISBN 0521264782 / ISBN 0521264790
- Manfred Scheler, Der englische Wortschatz, Berlin Schmidt, 1977
Kategorie:Historische Linguistik
Kategorie:Englische Sprache
ja:英語史
Chinesische Sprache
Chinesisch – chinesisch: 汉语 und 中文 Pīnyīn: Hànyǔ und Zhōngwén – ist eine Untergruppe der sino-tibetischen Sprachfamilie. Es ist keine Einzelsprache, sondern aufgegliedert in verschiedene einzelne "Dialekte", die sich voneinander ebenso stark wie die verschiedenen slawischen oder die verschiedenen romanischen Sprachen unterscheiden. Manche sprechen daher lieber von den "sinitischen Sprachen". Andererseits bezeichnet man mit "chinesisch" mehr und mehr das weit verbreitete Mandarin, also eine klar abgegrenzte Sprache.
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Die mündliche Kommunikation zwischen einem Sprecher des Mandarin und beispielsweise einem des Kantonesischen ist sehr schwierig bis unmöglich. Ermöglicht wird die Kommunikation aber über die Hochsprache Pǔtōnghuà und die chinesische Schrift, die in ganz China benutzt wird und die aufgrund ihres besonderen Charakters als logographischer Schrift unabhängig von der Aussprache verständlich ist, regional jedoch durch Einflüsse der "Dialekte" durchaus variieren kann.
Chinesisch in der einen oder anderen Variante wird heute von ca. 1,2 Milliarden Menschen gesprochen, von denen die meisten in der Volksrepublik China und Taiwan leben.
Die verschiedenen chinesischen Sprachen werden oft auch als Dialekte bezeichnet, obwohl sich, wie beschrieben, Sprecher verschiedener chinesischer Sprachen nicht verstehen können und diese Sprachen selbst wieder in Dialekte zerfallen. Dies wird mit der gemeinsamen Schrift und der Koexistenz in einem gemeinsamen Staat begründet. In der Linguistik wird aber in diesem Zusammenhang oft statt von Dialekten auch von verschiedenen chinesischen Sprachen gesprochen und das Chinesische als eine Gruppe von mindestens sechs verschiedenen Sprachen angesehen.
Die am weitesten verbreitete Variante ist Běifānghuà (北方话) (Mandarin, wörtl. "Sprache des Nordens"), welches die Muttersprache von ca. 850 Millionen Menschen ist. Weitere wichtige chinesische Sprachen sind Gan (20 Mio. Sprecher), Hakka (auf Mandarin: Kèjiā; 30 Mio. Sprecher), Jin (45 Mio. Sprecher), Min Bei (10 Mio. Sprecher), Min Nan (40 Mio. Sprecher), Wu (u.a. Shanghaiisch, 77 Mio. Sprecher), Xiang (36 Mio. Sprecher) und Yue (Kantonesisch, mehr als 80 Mio. Sprecher). [http://www.ethnologue.com/show_country.asp?name=China] [http://www.ethnologue.com/show_country.asp?name=Taiwan]
Der Language Code ist zh bzw. chi oder
zho (nach ISO 639). Für MIME e-mail und im HTTP-Protokoll wird optional eine genauere Unterscheidung mit einem angehängten Country Code (nach ISO 3166) vorgenommen, und damit zh-TW (Taiwan), zh-CN (VR China) und zh-SG (Singapur) unterschieden.
Die chinesischen Sprachen – am stärksten ausgeprägt das klassische Chinesisch der Antike – sind isolierende Sprachen, das heißt, die einzelnen Worte stehen als isolierte Einheiten nebeneinander und werden nicht verändert (z. B. durch Deklination oder Konjugation). Grammatische Merkmale wie Anzahl, Fall oder Zeit werden durch hinzugefügte kennzeichnende Worte ausgedrückt, wo es nötig ist. Ist der Gebrauch dagegen aus dem Kontext eindeutig, entfällt die Kennzeichnung gewöhnlich.
Im klassischen Chinesisch ist jede Silbe zugleich ein Morphem. Im modernen Chinesisch sind viele zwei- oder dreisilbige Wörter jedoch nur noch theoretisch in mehrere Morpheme zerlegbar, da sie durch langen, häufigen Gebrauch nicht mehr als zusammengesetzte Wörter empfunden werden.
Die chinesischen Sprachen sind auch Tonsprachen, das heißt, die Tonhöhe und ihr Verlauf, in der ein Wort gesprochen wird, ist bedeutungsunterscheidend. Die Anzahl der Töne variiert unter den verschiedenen Varianten. Mandarin hat 4 bzw. 5 Töne, der Shanghai-Dialekt (Wu) nur 2 ausgeprägte Töne, Kantonesisch (Yue, gesprochen in Guangdong und Hong Kong) hat 6 Töne, Min Nan hat sogar 8.
Neben der chinesischen Schrift gibt es mit dem Pīnyīn auch eine voll ausgebildete offizielle Romanisierung für das Mandarin-Chinesisch. Die anderen chinesischen Sprachen haben eigene Romanisierungs-Systeme.
Die chinesischen Sprachen haben andere, eigentlich nicht verwandte ostasiatische Sprachen sehr stark beeinflusst, vor allem Koreanisch, Japanisch und Vietnamesisch.
Literatur
- Bernhard Karlgren: Schrift und Sprache der Chinesen. 2. Aufl., Springer 2001, ISBN 3-540-42138-6.
- Li Dejin, Cheng Meizhen: Praktische chinesische Grammatik für Ausländer. Beijing, Sinolingua 1993, ISBN 7-8005-2218-0
- Zhang Wei, Xu Denan: Grammatik des modernen Chinesisch. Beijing, Verlag für Fremdsprachige Literatur 1985.
- Qian Wencai: Chinesisch-deutsche kontrastive Syntax. Hamburg, Helmut Buske 1985, ISBN 3-87118-623-6.
Lehrbücher
- Wei Chiao: Grundstudium Chinesisch 1. 2. Aufl., Dürr + Kessler 2004, ISBN 3-8018-0064-4.
- Ning-ning Loh-John: Langenscheidts Praktisches Lehrbuch Chinesisch. Ein Standardwerk für Anfänger, 5. Aufl., Langenscheidt 1999, ISBN 3-468-26090-3.
- Assimil: Chinesisch ohne Mühe Bd. 1, ISBN 2-7005-1093-3/ ISBN 2-7005-1350-9
- Assimil: Chinesisch ohne Mühe Bd. 2, ISBN 2-7005-1094-1/ ISBN 2-7005-1351-7
- Cremerius, Ruth: Chinesisch für Deutsche, ISBN 3-87548-384-7
Wörterbücher
- Das neue chinesisch-deutsche Wörterbuch. Beijing, Shangwu yinshuguan 1985, ISBN 7-100-00096-3 (Bis heute das beste chinesisch-deutsche Wörterbuch. Wortschatz etwas veraltet).
- Chinesisch-deutsches Wörterbuch. Akademie der Wissenschaften der DDR 1986, ISBN 3-05-000170-4, ISBN 3-05-000171-2. (Ein weiteres hervorragendes Werk, leider etwas unhandlich, da zweibändig. Die chinesischen Zeichen sind handschriftlich eingetragen, der deutsche Text und Pinyin sehen aus wie auf einer mechanischen Schreibmaschine geschrieben.)
- Wilfried Fuchsenberger: Chinesisch-deutsches Universalwörterbuch. Beijing, Verlag für Fremdsprachige Literatur 2001, ISBN 7-119-01864-7. (Das neueste Wörterbuch größeren Umfangs. Die Übersetzungen sind leider teilweise ungenau oder sogar irreführend, der Satz lässt zu wünschen übrig.)
Siehe auch
- Sprache
- Chinesische Familiennamen
- Chinesische Dialekte
- Deutsch-chinesisches Wort- und Satzlexikon auf Wikibooks
Weblinks
- [http://dehanci.vitadata.org Deutsch-chinesisches Wort- und Satzlexikon (Datenbank)]
- [http://www.chinese-tools.com/ Chinese-tools.com: Chinesisch-Kurse, Wörterbuch, Transkriptor und mehr] (engl.)
- http://vcdic.drgao.de/index.php?page=search.php Metasuchmaschine für Chinesisch
- http://www.xuexizhongwen.de/linksammlung.htm Linksammlung zu mehreren Online-Chinesisch/Mandarin-Kursen
- [http://www.uni-erfurt.de/sprachwissenschaft/personal/lehmann/CL_Lehr/Spr_Welt/SW_Chin.html Zur chinesischen Sprache]
- [http://www.xuexizhongwen.de/ Chinesische Sprache und Computer]
- [http://www.chinafokus.de/themen/themen.php?kaid=44 Themenseite chinesische Sprache bei Chinafokus]
- [http://www.zanhe.com/ Schanghaiisch (Wu Sprache): Introduction and Development] (engl.)
- http://www.zhongwen.com/
- http://www.hantrainerpro.de
Kategorie:Sprachgruppe
!Chinesische Sprache
ja:中国語
ko:중국어
th:ภาษาจีน
zh-cn:汉语
zh-min-nan:Hàn-gí
zh-tw:漢語
Fremdsprache
Eine Fremdsprache ist eine Sprache, die nicht die Muttersprache einer Person ist.
Eine solche fremde Sprache eignet sich eine Person nur durch bewusstes Lernen - sei es in der Schule oder durch Sprachkurse - oder spielerisch als im Ausland lebendes Kind an.
Die Beherrschung mindestens einer Fremdsprache gilt im Berufsleben in vielen Branchen der Wirtschaft inzwischen als Schlüsselqualifikation, z.B. im Hotelwesen.
Fremdsprachenerwerb an Schulen
Die häufigsten in Deutschland gelehrten Fremdsprachen an öffentlichen Schulen sind Englisch, meist als erste Fremdsprache, sowie Latein, Französisch, Spanisch, Italienisch und Russisch als zweite oder gar dritte Fremdsprache. In der DDR war der Erwerb der russischen Sprache an Oberschulen ab der 5. Klasse Pflicht, ab der 7. Klasse lernte man meist Englisch oder Französisch.
Im Schweizer Schulsystem wird meistens eine der anderen Landessprachen als erste Fremdsprache unterrichtet, d.h. Deutsch oder Italienisch für Kinder mit französischer Muttersprache, Deutsch oder Französisch für Kinder italienischer Muttersprache und Französisch bzw. Italienisch für deutschsprachige Kinder (de facto ist für Schweizerdeutsche Kinder das ab der ersten Klasse unterrichtete Hochdeutsch bereits die erste Fremdsprache, siehe Diglossie). Rätoromanische Kinder wachsen meistens bereits zweisprachig auf. In einigen Kantonen finden zur Zeit Versuche mit Frühenglisch statt.
Siehe auch
- Fremdsprachenwachstum
- Spracherwerb
- Sprachunterricht
- Deutsch als Fremdsprache
- Zweisprachigkeit
- Sprachkompetenznachweis
Literatur
- [http://stattweb.de/cgi-bin/baseportal.pl?htx=/stattweb.de/ArchivDetail&db=Archiv&Id=176 Anonym (sp): Staat, "Nation" und Sprache. Vierteilige Artikelreihe zur Sprachpolitik in Nationalstaaten und in der Europäischen Union. In: Stattzeitung für Südbaden, Ausgaben 56-59 (2004).]
Weblinks
- [http://europa.eu.int/comm/education/policies/lang/learn/ways_de.html Wie lernt man eine Fremsprache?]
- [http://www.vistawide.com/languages/language_software.htm Software: Fremdsprachen lernen] - Über 120 kostenlose Programme zum Erwerb von mehr als 20 verschiedenen Sprachen (engl.)
Kategorie:Sprache
Schule
Eine Schule ist eine Institution für Unterricht.
Herkunft des Namens
Eine Schule (von griech. scholé, Ursprungsbedeutung "Müßiggang, Nichtstun", aber auch "Muße", später "Studium, Vorlesung") ist ein Ort des gemeinsamen Lehrens und Lernens.
Auftrag
Der gesellschaftliche Auftrag der Schule ist die Vermittlung von Wissen und Bildung. Gleichzeitig soll sie die Entwicklung der Persönlichkeit der Schüler fördern. Insbesondere beim letzten Punkt wird aber seitens der deutschen Schulen immer wieder gerne die Verantwortung an die Eltern delegiert.
Allerdings ist der Auftrag der Persönlichkeitsbildung keine Entbindung der Eltern von ihren elterlichen Pflichten. Die Kritik von Seiten der Schulen richtet sich primär gegen die völlige Abwälzung jeglicher Erziehungsaufgaben von den Eltern an die Schule. Die Schule hat zweifelsohne gesellschaftliche Reproduktionsaufgaben, die Eltern jedoch ebenso.
Die Schule benutzt den Auftrag zur Vermittlung von Wissen und Bildung (s.o.) zugleich, um die lernenden Individuen in eine Leistungshierarchie einzuordnen, durch die ein abstrakter Vergleich der Wertigkeit der Schüler für die Gesellschaft bzw. die erste Messung für die unmittelbar folgende ökonomische Benutzbarkeit in der Berufskonkurrenz festgeschrieben wird (Selektion). Chancengleichheit und Gerechtigkeit entfalten in der schulischen Alltagssituation dafür ihre legitimatorische Suggestion. Die Persönlichkeit der Schüler wird in den Schulen vorwiegend darin gebildet, sich gegenüber gestellten Anforderungen und ihrer Bewältigung prinzipiell positiv einzustellen.
Schulpflicht
Der Besuch einer Schule ist in Deutschland durch die Schulpflicht vorgeschrieben. Üblicherweise gilt die Schulpflicht vom sechsten bis zum fünfzehnten oder sechzehnten Lebensjahr. Hausunterricht, bei dem Schüler von ihren Eltern oder Privatlehrern unterrichtet werden, ist – von wenigen Ausnahmen abgesehen – in Deutschland unzulässig.
Die Einschulung erfolgt auch heute noch immer nur einmal im Jahr. Dieses geht zurück auf das 17. Jahrhundert - damals waren andere Einschulungstermine auf Grund der landwirtschaftlichen Besonderheiten (Kinderarbeit) nicht möglich.
Kritik an der Schule
Während des zwanzigsten Jahrhunderts wurden traditionelle Schulen zum Gegenstand verbreiteter Kritik. Der französische Soziologe Pierre Bourdieu zeigte in seinem Buch Die feinen Unterschiede wie Schulen zum Erhalt von Klassenstrukturen beitragen.
Schulen wurden beschuldigt, das Lernen bei Kindern eher zu verhindern als zu fördern, vor allem indem die Unterrichtssituation Angst erzeugt. Leute wie Francisco Ferrer oder Alexander Sutherland Neill gründeten freiere Schulen (Summerhill), während andere wie John Holt im Home Schooling eine Alternative sahen (siehe auch: Deschooling).
Der amerikanische Psychologe Dr. David Keirsey zeigt in seinen kritischen [http://keirsey.com/kidsandschool.html Essays], dass vom Schulsystem nur bestimmte Temperamenttypen gefördert, andere hingegen gehemmt werden. Er spricht sich auch deutlich gegen verhaltensändernden Pharmazeutika aus, die besonders im amerikanschen Raum häufig eingesetzt werden.
Schule aus marxistischer Sicht
Damit Kapitalakkumulation stattfinden kann, müssen die Bedingungen der Produktion reproduziert werden. Dazu gehört auch die Reproduktion der Arbeitskraft. Die zukünftigen Träger müssen entsprechend vorbereitet werden. Es genügt nicht, dass sie entsprechend fachlich qualifiziert werden, die entsprechenden Prüfungen dienen der Qualitätssicherung der Ware Arbeitskraft, sie müssen auch ‚mit spielen’ lernen. Neben der Vermittlung von Kenntnissen dient die die Schule daher auch der „Reproduktion der Unterwerfung unter die herrschende Ideologie“ (Althusser) Mehr noch als durch die direkte Vermittlung der demokratischen Ideologie (Leugnung der Herrschaft der Bourgeoisie) und der Leistungsideologie nach der der schulische Erfolg (und der spätere soziale Status) vor allem von der eigenen Anstrengung abhängen, während er doch nachweislich vor allem vom Elternhaus bestimmt wird, wird die Reproduktion der Unterwerfung durch die Einübung in bestimmte Praktiken erzielt. Die Schüler lernen sich lange Zeit konzentriert mit Dingen zu beschäftigen, die sie nicht interessieren, um gute Noten zu erzielen, und werden so für entfremdete Lohnarbeit zum Zweck des Gelderwerbs präpariert („extrinsische Motivation“). In der modernen Schule lernen sie modern zu gehorchen, d.h. sich flexibel wechselnden Anforderungen anzupassen bzw. diese zu antizipieren und modern zu kommunizieren, d.h. ‚konstruktiv’ zu diskutieren, ohne grundsätzlich alles in Frage zu stellen, gleichzeitig zu kooperieren und sich in mehr oder weniger fairer Konkurrenz zu verhalten.
Die pädagogische Ideologie sorgte dafür, dass die Funktion ihre Tuns den Lehrern und Lehrerinnen nicht bewusst werden musste. Die Formulierung allerlei hehrer Bildungsziele wird dabei durch die formale Trennung von der Produktion begünstigt. Die immer offenere Ausrichtung auch der allgemein bildenden Schulen an den Erfordernissen des Standorts (Pisa-Debatte, Verkürzung der Schul- und Ausbildungszeiten etc.), d.h. an der Kapitalverwertung, erschwert diese Mystifikation.
Aufbau und Organisation
Die Organisation einer Schule besteht typischerweise aus:
- einem Schulleiter (oder Schuldirektor, -direktorin, Schulrektor oder -rektorin)
- dem Sekretariat
- dem Lehrpersonal in verschiedenen Laufbahnebenen
- der Schülervertretung
- der Elternvertretung
- dem Hausmeister (Hauswart, Schulwart)
- Sozialpädagoge, Schulpsychologe und/oder
- Schularzt können vertreten sein.
Schulentwicklung
Schulentwicklung bezeichnet die Weiterentwicklung von Schulen in personeller und organisatorischer Sicht. Ziel ist die inhaltliche Veränderung von Schule als Reaktion auf gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Dieses Konzept ergibt sich aus der internen Diskussion der an Schule beteiligten Institutionen.
Schulentwicklung bezieht sich auf folgende Felder:
- Leitbild und Schulprogramm
Das Kollegium sollte sich folgende Gedanken machen:
Wo wollen wir als Schule, als Kollegium hin?
Wer macht alles mit? Bremser haben eine wichtige Funktion!
Was wollen wir zuerst erreichen, was später?
Welche Mittel werden wir einsetzen, dieses Ziel zu erreichen?
Welche Kompetenzen brauchen wir, um die Schule zu entwickeln?
Fortbildung in eigene Hände nehmen!
- Entwicklung der Teams
Wo in der Schule sind Teams möglich?
Wie kommuniziert das Kollegium miteinander?
Ist Teamarbeit erwünscht?
Läßt sich das Kollegiums für Teamarbeit motivieren?
Können Beziehungen verbessert werden?
Arbeit in der Schule: Eine gemeinsame Aufgabe!
Schulleitung als klare und kooperative Führung!
- Entwicklung des Personals
Welche Möglichkeiten der Personalförderung gibt es?
Wo existieren fördernde und hemmende Verhaltensweisen an der Schule (Vorschriften)?
Gesprächsführung: Herausfinden von Interessen und Fähigkeiten der KollegInnen durch
Mitarbeitergespräch, Konfrontations- und Konfliktgespräch
- Management von Projekten
Impulse setzen an der Schule!
Techniken, Methoden und Instrumente der Projektplanung überlegen
Zeitplanung realistisch handhaben
Einzelschritte konkret planen
Überblick behalten
Evaluation und Feedback am Ende des Projekts
- Entwicklung des Unterrichts
Zustand der Unterrichtsentwicklung an der Schule untersuchen
Förderung der Methodenkompetenz bei Lehrern und Schülern
fachspezifische Unterrichtsentwicklung Deutsch, Mathematik, Sprachen, Sachfächern und im kreativen
Bereich
Einführung/Weiterentwicklung v | | |