Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Fliegen

Fliegen

Die Fliegen (Brachycera) bilden eine Unterordnung der Zweiflügler (Diptera), zu der zahlreiche Familien gezählt werden. Nach der Art, wie die Fliegen aus ihren Puppen schlüpfen, gliedert man sie in die Untergruppen der Spaltschlüpfer (Orthorrhapha) und Deckelschlüpfer (Cyclorrhapa). Die Spaltschlüpfer schlüpfen durch einen Längsspalt oder T-förmigen Spalt aus ihren Mumienpuppen. Die Deckelschlüpfer sprengen mit ihrer Stirnblase den Deckel ihrer Tönnchenpuppe ab.

Lebensweise

Die Lebensdauer einer Fliege beträgt maximal ca. 3-6 Wochen, im Normalfall jedoch nur wenige Tage. Ihre Hauptaktivität entfaltet sie in unseren Breiten von Mai bis Oktober. Den Winter können die Images in geschützten Spalten und Ritzen sowohl im Außen- wie im Innenbereich von Gebäuden überstehen.

Ernährung

Fliegen ernähren sich vor allem mit im Zerfall befindlichen organischen Stoffen, besonders verwesende Nahrungsreste in Mülltonnen und Dung oder Mist aus der Tierhaltung.

Vermehrung

Fliegen sind äußerst vermehrungsfreudig. So können sich zum Beispiel in 1 kg Nährsubstrat bis zu 10.000 Fliegen entwickeln.

Aufenthaltsmöglichkeiten

Fliegen sind in der Lage festen Halt auch auf glatten Oberflächen zu finden. Hierzu nutzen sie, wie beispielsweise auch Spinnen und Geckos, sogenannte Van-der-Waals-Kräfte, also Anziehungskräfte, die zwischen den Molekülen der Oberfläche und denen ihrer Beine entstehen. Fliegen verstärken diese Klebewirkung noch durch eine Strategie, die bisher nur bei ihnen beobachtet wurde: die feinen Härchen, die sogenannten Setae, mit denen ihre Beine bedeckt sind, münden in winzige ovale Läppchen. Diese sondern einen dünnen Flüssigkeitsfilm ab, der sich zwischen der glatten Oberfläche und dem Fliegenbein befindet. Auf diese Weise entfalten sich Kapillarkräfte, die eine zusätzliche Haftwirkung vermitteln.

Schadwirkung

Bei einer Massenvermehrung können Fliegen äußerst lästig werden und in der Landwirtschaft sogar verminderte Fleisch- u. Milchleistung bei der Viehhaltung bewirken.

Fliegen als Krankheitsüberträger

Sehr wenige Fliegenarten, von diesen jedoch häufig viele Individuen, können sich auch an Orten (Kot und Unrat) aufhalten, die nicht nur aus menschlicher Sicht als unhygenisch angesehen werden müssen. Dort ist es möglich, dass sie pathogene Keime aufnehmen, diese als Vektoren transportieren und auf Mensch und Tier übertragen. Besonders diverse Arten der Familien Schmeißfliegen (Calliphoridae), Fleischfliegen (Sarcophagidae) und Echte Fliegen (Muscidae, z.B. die weit verbreitete Stubenfliege) haben eine Bedeutung als Lästlinge und Krankheitsüberträger. Ihre Maden sind Abfallverwerter und leben vorwiegend von toten pflanzlichen und tierischen Substanzen. Sie leben aber auch gerne in lebendem Gewebe und lösen dort als Krankheitserreger eine Myasis aus (meint im engeren Sinne das durch parasitären Hautmadenfraß, u.a. Larva migrans, verursachte Krankheitsbild). [http://www.fh-eberswalde.de/Waldschutz/pdf/Studienmaterial_Diptera.pdf].

Systematik

Man teilt die Fliegen in die zwei Teilordnungen Spaltschlüpfer (Orthorrapha) und Deckelschlüpfer (Cyclorrhapha), deren Vertreter sich vor allem in der Art unterscheiden, wie die adulte Fliege aus dem Kokon schlüpft. Unter Systematik der Zweiflügler findet sich eine systematische Darstellung der Tiere, die sich vor allem auf mitteleuropäische Arten konzentriert. Bild:Fliege.JPG|An einer glatten Fensterscheibe Bild:Fliege-2005-06-21.jpg|Fliege am Fensterbrett Image:Fliege auf Brombeere.jpg|Fliege auf einer vertrockneten Brombeere Image:Fliege_Dach.jpg|Fliege auf einem Holzdach

Dipterensammlungen

Systematik der Zweiflügler Stift Admont: Die Dipteren-Sammlung von Pater Gabriel Strobl (1846-1925) im Naturhistorischen Museum des Stiftes Admont (Steiermark, Österreich) zählt mit ihren etwa 80.000 aufbewahrten Exemplaren und ca. 7.500 verschiedenen Artnamen zu den drei bedeutendsten Fliegen-Kollektionen in Europa.

Siehe auch

Steiermark Sich reinigende Fleischfliege (4:05 Minuten Film - XviD in ogg container). Der Film zeigt eine Fleischfliege in Portugal, die mit Hilfe ihrer Vorder- und Hinterbeine ihre Flügel und ihren Kopf reinigt. Um die sehr schnellen Bewegungen der Fliege besser sehen zu können wird der Film mit halber Geschwindigkeit wiedergegeben.
- Fliegenkopf
- Apfelfruchtfliege

Literatur


- Joachim Haupt und Hiroko Haupt: Fliegen und Mücken. Beobachtung - Lebensweise. Weltbild, Augsburg 1998, ISBN 3-89440-278-4

Weblinks


- [http://www.ento.csiro.au/biology/fly/fly.html Anatomical Atlas of Flies (engl.)] Hervorragende Seite zum Verständnis der Fliegenanatomie (großer Daten-download notwendig)
- [http://wetterchronik.de/mm/tiere/fliege7.htm Großaufnahme] einer Stubenfliege von unten
- http://www.stiftadmont.at Dipterensammlung Naturhistorisches Museum Stift Admont (1866-1910) Kategorie:Zweiflügler ja:ハエ

Wikipedia:Taxoboxen

ACHTUNG: Die Taxobox-Vorlage hat sich geändert! Bitte hilf mit, alte Taxoboxen durch diese neue zu ersetzen. Bitte keine Taxoboxen nach der alten Vorlage mehr anlegen! ---- Eine Taxobox ist in einem Artikel über ein Taxon (= eine systematisch erfasste und benannte Tier- oder Pflanzengruppe bzw. Tier- oder Pflanzenart) eine Tabelle mit Informationen zur systematischen Einordnung und Unterteilung. Taxoboxen sollten nur für rezente, nicht aber für ausgestorbene Arten angelegt werden. (Arten, die erst in historischer Zeit ausgestorben sind, bilden eine Ausnahme von dieser Regel). Wenn Du mehr über die Gestaltung eines Tier- oder Pflanzenartikels wissen möchtest, solltest Du auch Wikipedia:WikiProjekt Lebewesen und Wikipedia:Leitlinien Biologie lesen. Eine Möglichkeit, Taxoboxen zu erzeugen, ist der [http://vs.aka-online.de/taxoboxomat/ Taxoboxomat].

Übergeordnete Taxa

Es sollen stets die fünf übergeordneten Taxa genannt werden. Bei einer Art könnten dies also die Gattung, die Tribus, die Unterfamilie, die Familie und die Überfamilie sein. Wenn eines dieser Taxa fehlt, rückt statt dessen ein anderes nach. Wenn also zum Beispiel die Tribus fehlt, wird zusätzlich noch die Unterordnung genannt.

Untergeordnete Taxa

Untergeordnete Taxa können, müssen aber nicht in der Taxobox stehen. Wenn sie genannt werden, müssen alle untergeordneten Taxa erwähnt sein und nicht bloß eine Auswahl. Sind es mehr als zehn untergeordnete Taxa, werden sie nicht in der Taxobox, sondern nur im Fließtext genannt. Allgemein ersetzt die Aufführung in der Taxobox nicht die Erwähnung im Fließtext.

Schreibweise der Taxa

Wissenschaftliche Taxonnamen werden nur für Gattung und Art kursiv dargestellt. Der Name einer Gattung wird immer großgeschrieben, der Artname besteht immer aus zwei Bestandteilen: Dem Gattungsnamen, der auch durch (großgeschriebene) Initiale abgekürzt werden kann und dem Artepithet, das immer kleingeschrieben wird.

Wissenschaftlicher Name

Jede Taxobox hat einen Abschnitt "Wissenschaftlicher Name". Hier wird neben dem gültigen Namen der Autor (Erstbeschreiber) und das Jahr der Erstbeschreibung angegeben. Bei Pflanzen, Pilzen und Algen entfällt das Jahr der Erstbeschreibung. Nähere Informationen hierzu findet man in den Leitlinien Biologie.

Keine Kommentare in der Taxobox

Alle Unklarheiten die Einordnung und Unterteilung betreffend sollen im Text stehen. Die Taxobox soll von Kommentaren freibleiben. Sie soll auch keine Synonyme, Basionyme und andere alternative Schreibweisen des wissenschaftlichen Namens enthalten.

Bild

Steht ein Bild zur Verfügung, wird es in die Taxobox integriert. In einer Taxobox steht nur ein Bild. Weitere Bilder können außerhalb der Taxobox in den Artikel eingebracht werden. Unter dem Bild wird die Art mit eventuellen Besonderheiten (Weibchen, Winterfell, weiße Morphe etc.) genannt.

Weitere Informationen in der Taxobox

In der Taxobox unterbleiben alle Angaben, die nicht die Systematik betreffen. Angaben zu Größe, Gewicht, Verbreitung, Lebensweise, Bedrohungs- und Schutzstatus, Blütezeit etc. gehören in den Text und nicht in die Taxobox.

Schablone für Copy and Paste

Bitte ersetze alle in Großbuchstaben geschriebenen Wörter durch die Entsprechungen. Noch einfacher ist es, wenn Du die Tabelle aus einem Artikel rauskopierst, in der sie bereits halbwegs ähnlich vorhanden ist.



Taxon-Kategorien im MediaWiki-Namensraum

Dies ist eine Auflistung aller im MediaWiki-Namensraum angelegten Elemente zu den Taxoboxen sowie ihrer Entsprechungen. Diese Kürzel sollen in den Taxoboxen statt des Platzhalters "EINHEIT" eingesetzt werden. Für die Kategorien „Klassifikation“, „Domäne“ sowie „Stammgruppe“ gibt es noch kein besonderes Element, hierfür wird bisher einfach Klassifikation, Domäne bzw. Stammgruppe in die Taxobox eingesetzt.

Beispielhaftes Aussehen einer Taxobox

Beispiel für eine Pflanzenart


Beispiel für eine Tierfamilie


Beispiel für einen Speisepilz


Siehe auch: Portal:Lebewesen/Artikel ohne Taxobox, Portal:Lebewesen/Artikel mit alter Taxobox Taxoboxen Taxoboxen Kategorie:WikiProjekt Lebewesen

Zweiflügler

Die Zweiflügler (Diptera) bilden eine Ordnung der Insekten innerhalb der Neuflügler (Neoptera). Zu den Zweiflüglern gehören etwa 118.000 Arten aus fast 200 Familien, wobei in Mitteleuropa etwa 8000 Arten zu finden sind. Sie erreichen eine Körpergröße zwischen 0,8 und 23 Millimeter, wobei die Art Mydas heros mit beinah 60 Millimeter Körperlänge und einer Flügelspannweite von maximal 100 Millimeter die größte Art darstellt.

Bau der Zweiflügler

Allgemeine Merkmale

Zweiflügler zeichnen sich dadurch aus, dass nur die Vorderflügel häutig ausgebildet sind und als Tragflächen sowie zum Vortrieb benutzt werden. Die Hinterflügel sind zu so genannten Schwingkölbchen (Halteren) umgebildet. Diese sind erheblich kürzer als die Vorderflügel und bestehen aus einem Stiel und einer endständigen, mehr oder weniger kugelförmigen Verdickung. Die Schwingkölbchen bewegen sich beim Fliegen und dienen der Stabilisierung des Fluges. Die Gestalt der Zweiflügler kann sehr unterschiedlich sein, hier werden klassisch die sehr filigran gebauten Mücken (Nematocera) den eher kompakt gebauten Fliegen (Brachycera) gegenüber gestellt.

Kopf: Augen und Mundwerkzeuge

Die Facettenaugen der Zweiflügler sind meistens gut ausgebildet und liegen beidseitig des Kopfes, wobei sie sich häufig oberseits auch berühren. Zwischen diesen können sich im Stirnbereich drei Punktaugen (Ocellen) befinden. Bei den Schizophora befindet sich hier außerdem eine sehr auffällige, hufeisenförmige Naht, die als Ptilinalnaht bekannt ist. An dieser Stelle bildet sich bei den aus der Puppe schlüpfenden Fliegen eine große Kopfblase zum Absprengen der Puppennaht, die später wieder verschwindet. Weitere Kopfteile können benfalls bei einzelnen Gruppen besonders betont sein, so etwa eine halbmondförmige Lunula oberhalb der Antennen bei den Deckelschlüpfern (Cyclorrapha) oder ein auffälliges Ocellendreieck. Die Antennen besitzen zwei Grundglieder und tragen bei den Mücken eine lange Geißel während diese bei den Fliegen in einen gegliederten Geißelrest umgebildet ist. Für die Bestimmung und systematische Zuordnung der Tiere ist außerdem die Beborstung des Kopfes (wie auch anderer Körperteile) wichtig. Hier sind es vor allem die vom Scheitel abstehenden Postvertikalborsten, die Borsten an den Augen (Orbitalborsten und Ocellarborsten) sowie die am Mund stehenden Vibrissen oder Knebelborsten. Die Mundwerkzeuge sind entweder leckend-saugend, wie bei vielen Fliegen-, oder stechend-saugend bei vielen Mückenarten. Bei einer Reihe von Arten sind sie allerdings auch vollständig zurück gebildet, so dass eine Nahrungsaufnahme als Imago nicht möglich ist. Der leckend-saugende "Leckrüssel" der Fliegen besteht aus den kissenartig vergrößerten Labialtastern, die eine geschlossene Rinne bilden, durch die Flüssigkeiten aufgesaugt werden. Besonders die Mandibeln und die Maxillen sind bei vielen Mückenarten zu Stechborsten umgestaltet, hier bildet sich ausserdem ein Speichelkanal und ein Saugrohr zur Nahrungsaufnahme.

Brust und Gliedmaßen

Der Brustabschnitt (Thorax) trägt die Beine sowie die Flügel und Halteren des Tieres. Oberseits ist eine große Rückenplatte, das Mesonotum, erkennbar, der sich ein kleineres Schildchen (Scutellum) anschließt. Auf dem Mesonotum kann eine auffällige Quernaht oder, wie bei den Schnaken (Tipulidae), eine V-förmige Naht verlaufen. An den Seiten des Thorax sind vor allem die vorn liegenden Humeri gut erkennbar, die wie "Schulterstücke" wirken. An diese schließen sich fünf Seitenplatten an, die als Noto-, Meso-, Sterno-, Ptero- und Hypopleuron bezeichnet werden. Zwei Öffnungen des Tracheensystems (Stigmen) münden am Thorax, eine vor dm Mesopleurum und eine weitere direkt vor den Halteren im Hypopleurum. Wie beim Kopf geben auch hier neben der Form der Pleuren verschiedene Borstengruppen Aufschluß zur Artzugehörigkeit und zur Systematik. Die Beine sind wie alle Insektenbeine aus einem Hüftbereich (Coxa), einem Schenkelring (Trochanter), einem Femur, einer Tibia und einem mehrgliedrigen Tarsus aufgebaut. An den letzten Gliedern des Tarsus befinden sich vor allem bei den Fliegen so genannte Pulvillen und Empodien. Dabei handelt es sich um Strukturen, die es den Tieren ermöglichen, an glatten Strukturen Halt zu finden. Das Empodium entspringt zwischen den beiden Krallen und kann sowohl ebenfalls krallen- aber auch kissenartig aufgebaut sein. Die Pulvillen sind Haftlappen unterhalb der Krallen. Die Haftung wird durch ein ausgeschiedenes Sekret und sehr feine Haare ermöglicht, die an den Pulvillen entspringen, bei den Schmeißfliegen sind dies etwa 5000 Haare. Die Flügel der Zweiflügler sind in der Regel glasklar und besitzen eine sehr deutlich sichtbare Flügeladerung. Wie bei allen geflügelten Insekten stellt die Anordnung dieser Adern und die Felderbildung ein sehr wichtiges Merkmal zur Bestimmung und Einordnung dar. Bei sehr wenigen Arten können die Flügel auch fehlen, so etwa bei den Lausfliegen.

Abdomen

Der Hinterleib, Abdomen genannt, besteht bei den ursprünglichen Arten aus zehn Segmenten, die sich bei einigen Artengruppen auf fünf bis sechs reduziert haben. Die Segmente bestehen aus gut erkennbaren Rücken- und Bauchplatten (Tergite und Sternite) mit nur schwer erkennbaren Seitenplatten (Pleurite)und Intersegmentalhäuten. Bei den meisten Arten befindet sich in jedem Abdomensegment ein Stigmenpaar des Tracheensystems seitlich auf den Rändern der Tergite oder zwischen Tergit und Sternit. Das hintere Ende des Abdomens trägt die Geschlechtsorgane, die bei einigen Arten sehr gut ausgebildet sein können. So findet sich bei vielen Männchen ein Hypopyg, welches unter das Abomen eingeklappt wird. Die Weibchen können eine Legeröhre (Ovipositor) besitzen.

Fortpflanzung und Entwicklung

Geschlechterfindung und Paarung

Zweiflügler sind, mit Ausnahme der zwittrigen Vertreter der Gattung Termitoxenia, zweigeschlechtlich. Bei der Geschlechterfindung spielen vor allem optische und olfaktorische, manchmal aber auch akustische Signale eine Rolle. Termitoxenia Bei vielen Arten kommt es zu einer räumlichen oder zeitlichen Koordination, die eine Auffindung der Geschlechtspartner erleichtert. So warten die Männchen vieler koprophager Arten im Bereich der Eiablageaorte an Dunghaufen auf die Weibchen. Rachenbremsen sammeln sich an speziifschen Landmarken, meistens über Bergkuppen und die nahe verwandten Magenbremsen treffen sich an Felswänden. Die Trauermücken bilden bereits als Larven eine Wanderkette von mehreren Metern Länge, die als Heerwurm bekannt ist und zum Auffinden geeigneter Verpuppungsorte dient, an denen sich nach dem Schlupf auch die Geschlechter wieder finden können. Eine zeitliche Koordination findet man etwa bei den meereslebenden Zuckmücken der Gattung Clunio, die in den Abendstunden nur zum Vollmond und zum Neumond schwärmen. Bei sehr vielen Mückenarten und auch bei Tanzfliegen bilden sich große Schwärme von Männchen, die für Weibchen optisch weit sichtbar sind und auf die diese zusteuern können. Innerhalb dieser Schwärme werden die Weibchen von den Männchen erkannt und zur Paarung ergriffen. Ebenfalls optisch erkennbar ist das Balzverhalten der Stelzfliegenmännchen, die mit ihren Beinen rhythmische Bewegungen ausführen oder das Spreizen der Flügel bei einigen Langbeinfliegen. Werbungsflüge kommen ebenfalls bei vielen Fliegenarten vor. Langbeinfliegen Bei den Stechmücken werden die Weibchen durch das Fluggeräusch der Männchen angelockt, ähnliches kommt auch bei Büschelmücken und Zuckmücken vor. Chemische Lockstoffe, so genannte Pheromone, wurden vor allem bei Schmetterlingsmücken und bei Fruchtfliegen nachgewiesen. Die Paarung erfolgt artspezifisch unterschiedlich und kann weniger Minuten bis mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Sie erfolgt teilweise im Flug, meistens jedoch auf dem Boden, in der Vegetation oder an anderen geeigneten Strukturen. Der Spermienaustausch geschieht dabei immer durch eine Kopulation, bei der die männlichen Paarungsorgane an die weibliche Geschlechtsöffnung geführt werden und in diese eindringen.

Larvalentwicklung

Die Eiablage erfolgt meistens kurz nach der Begattung in ein für die Larvalentwicklung geeignetes Substrat. Bei den Nasendasseln entwickeln sich die Eier bereits im Körper des Weibchens bis zum Schlupf und werden erst kurz davor unter Druck in die Nasenlöcher geeigneter Wirte "geschossen". Die Dauer bis zum Svchlüpfen der Larven ist abhängig von der Art und kann zwischen wenige Stunden und mehrere Wochen betragen. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die als beinlose Larven ohne Kopfkapsel (Maden) bei den Fliegen oder als Larve mit Kopf und Stummelbeinen bei den Mücken ausgebildet sind. Echte Gliederbeine kommen bei den Larven der Zweiflügler nicht vor. Bei vielen Mücken sind die Larven an das Leben im Wasser angepasst und verfügen über äußere Mundwerkzeuge, die reusenartig ausgebildet sind sowie über Atemrohre. Ansonsten haben sowohl die Larven wie auch die erwachsenen Tiere beinah jeden Lebensraum besiedelt und es gibt unter ihnen alle Formen der Lebensweise, von den Blütenbesuchern über die Jäger bis hin zu rein parasitisch lebenden Tieren. Zweiflügler gehören zu den Insekten mit vollständiger Verwandlung, sind also holometabol. Nach dem letzten der drei bis vier Larvenstadien verpuppen sich sie sich. Gerade in den gemäßigten Breiten kann eine Überwinterung als Larve oder auch als Puppe stattfinden. Aus der Puppe schlüpft das fertige Insekt, der Imago.

Parthenogenese

Bei einigen Arten der Zweiflügler kommt eine Form der ungeschlechtlichen Vermehrung vor, die als Parthenogenese bezeichnet wird. Auch die Paedogenese, bei der eine ungeschlechtliche Vermehrung bereits in ein Larvenstadium verlegt ist, kommt vor. So bringen die Larven verschiedener Gallmücken der Gattungen Miastor und Heteropeza jeweils neue Generationen von Gallmücken hervor, die wie sie ebenfalls unter Rinden leben. Die geflügelten Imagines entstehen nur bei ungünstigen Lebensbedingen wie etwa einer Austrocknung des Habitats. Die pilzbewohnende Gallmücke Henria psalliotae bildet Nachfolgegenerationen in der Puppe, auch hier werden keine Imagines entwickelt.

Bedeutung in der Human- und Tierhygiene

In der Human und Tierhygiene kommt einigen Zweiflüglern eine besondere Bedeutung als Lästlinge, Parasiten und Krankheitsüberträger zu.

Systematik der Zweiflügler

Die Zweiflügler stellen eine sehr große Tiergruppe dar, entsprechend umfangreich ist die Systematik dieser Tiere. Da die Tiere außerdem relativ arm an Merkmalen zur Unterscheidung und damit auch zur Rekonstruktion der natürlichen Verwandtschaftsverhältnisse sind, ist die systematische Darstellung ständigen Wechseln unterworfen. Gemeinhin werden die Zweiflügler in die beiden Unterordnungen Mücken (Nematocera) und Fliegen (Brachycera) aufgeteilt. Die Mücken stellen allerdings mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keine natürliche Gruppe dar (Monophylum), sondern sind vielmehr eine Zusammenfassung mehrerer Entwicklungslinien mit ähnlichem Habitus. Die Darstellung unter Systematik der Zweiflügler gibt die wichtigsten Familien wieder, in die vor allem die Zweiflügler Mitteleuropas eingeordnet werden.

Weblinks


- [http://www.ak-diptera.de/ Arbeitskreis Diptera]
- [http://www.sel.barc.usda.gov/Diptera/ The Diptera Site - Information about the World's flies (engl.)] Kategorie:Zweiflügler ko:파리류

Spinne

Als Spinne werden Vertreter verschiedener Ordnungen innerhalb der Kieferklauenträger (Chelicerata) bezeichnet. Als gemeinsames Merkmal teilen diese einen Körper, der aus nur zwei Körperabschnitten besteht (Prosoma und Opisthosoma) sowie vier Laufbeinpaare. Eine nähere Verwandtschaft unter den Gruppen besteht nicht. In den meisten Fällen sind mit dem Ausdruck aber die Webspinnen gemeint. Als Spinnen bezeichnet man:
- Webspinnen
- Asselspinnen
- Geißelspinnen
- Walzenspinnen
- Kapuzenspinnen Die Stellung in der Systematik wird im Artikel Spinnentiere beschrieben. Spinnen gehören nicht, wie oft falscher Weise angenommen, zu den Insekten. Bild:Spinne_mit_Beute.jpg|Spinne mit Beute Bild:Spinne Schnake.jpg|Spinne beim Fressen einer Schnake Bild:Spinnennest_vor_dem_Schlüpfen.JPG|Spinnen beim Schlüpfen Bild:Spinnennest.jpg|Ein Spinnennest

Siehe auch

In Anlehnung an diese Tiere und die von ihnen erzeugten Netze, werden im Alltag viele Dinge als "Spinne" bezeichnet. Beispielsweise die Autobahnspinne, die Gepäckspinne, die Wäschespinne oder die Wegspinne. Siehe auch: Die Spinne in der Yucca-Palme

Weblinks


- [http://user.blue-cable.de/spinnennetz Das Spinnennetz]
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/254022.html www.wissenschaft.de: Wie Spinnenmännchen ihr erstes Mal überleben] Die Tiere schützen sich vor weiblicher Fresslust, indem sie ihren Hinterleib abschnüren
- [http://www.macro-photo.org/species-checklist-arthropods-insects-birds-avians/spiders-araneae-macro-photo-images-gallery.htm Makrofotografie - Die Fotografien der Spinnen]
- [http://www.araneae.unibe.ch/Homepage/Einleitung/Einleitung_Ganz.htm Anleitung um Spinnen zu bestimmen] Kategorie:Kieferklauenträger als:Webspinne ja:クモ

Gecko

Der Begriff Gecko bezeichnet:
- ein Tier aus der Eidechsenfamilie der Geckos (Geckonidae)
- eine Rendering Engine des Mozilla-Projekts, die nach diesem Tier benannt wurde, siehe Gecko (Rendering Engine)

Van-der-Waals-Kräfte

Die Van-der-Waals-Bindung basiert auf der Van-der-Waals-Kraft, welche eine intermolekulare, elektrostatische Anziehung bewirkt. Die Van-der-Waals-Kraft, benannt nach dem Physiker Johannes Diderik van der Waals, ist eine im Vergleich zur Atombindung und Ionenbindung schwache Kraft. Sie tritt grundsätzlich immer auf, macht sich allerdings nur bei Abwesenheit der letztgenannten Kräfte bemerkbar. Die Bindungsenergie kann durch das Lennard-Jones-Potenzial näherungsweise berechnet werden.

Ursache der Van-der-Waals-Kraft

Diese Kraft tritt im Allgemeinen zwischen Molekülen auf und führt zu einer schwachen Kopplung dieser Moleküle. Die freien Elektronen (negativ geladen) in einem Molekül können sich frei bewegen und zu einer ungleichmäßigen Ladungsverteilung im Molekül führen (temporärer Dipol). Grob beziehungsweise in erster Näherung kann ein Molekül mit Ladungsverschiebung als ein elektrischer Dipol (Zweipol) betrachtet werden. Diese Dipole richten sich aus und gehen eine elektrostatische Verbindung ein, das heißt der Pluspol eines Dipols induziert beim Nachbarmolekül einen Minuspol. So entsteht dort ein induzierter Dipol. Auch bei einzelnen Atomen (beispielsweise von Edelgasen) kann es zu einer Ladungsverschiebung kommen: Durch die Elektronenbewegung in der Atomhülle kommt es temporär zu asymmetrischen Ladungsverteilungen im Atom. Das bedeutet einfach ausgedrückt, dass sich zu einem bestimmten Zeitpunkt wesentlich mehr Elektronen (und damit negative Ladung) auf der einen Seite des Atoms befinden als auf der gegenüberliegenden Seite. Dadurch wird das Atom zu einem temporären Dipol mit einer positiven beziehungsweise negativen Partialladung. Die Van-der-Waals-Kraft ist nun die elektrische Anziehungskraft zwischen zwei temporären Dipolen. Kommen sich zwei Atome beziehungsweise Moleküle nahe genug, so kann eine der folgenden Situationen eintreten.
- Ein temporärer Dipol trifft auf ein Atom, das ebenfalls eine temporäre Ladungsverschiebung aufweist: die Atome ziehen sich an.
- Ein temporärer Dipol trifft auf ein Atom ohne Partialladung: der Dipol induziert in den Nicht-Dipol ein dem seinen entgegengesetztes Dipolmoment, wodurch ebenfalls wieder eine Anziehungskraft zwischen beiden Atomen besteht.

Van-der-Waals-Bindung

Da die besagten Dipolmomente sehr klein sind, ist die resultierende elektrische Anziehung sehr schwach und hat nur eine äußerst geringe Reichweite. Damit die Van-der-Waals-Bindung überhaupt zustande kommen kann, müssen sich zwei Atome beziehungsweise Moleküle also sehr nahe kommen. Diese Annährung ist umso „schwieriger“ (statistisch unwahrscheinlicher), je mehr kinetische Energie die Moleküle haben, also je höher die Temperatur ist. Mit steigender Temperatur reißt die Van-der-Waals-Bindung auf. Dies stellt oft den Übergang vom flüssigen zum gasförmigen Zustand dar. Auch ein Festkörper kann ausschließlich durch die Van-der-Waals-Bindung zusammengehalten werden. Die nur bei sehr tiefen Temperaturen vorkommenden Edelgaskristalle sind ein Beispiel dafür. Grundsätzlich nimmt die Van-der-Waals-Kraft (beziehungsweise der Einfluss der Van-der-Waals-Bindung auf die Wechselwirkung von Molekülen) mit steigender molarer Masse und Oberfläche des Moleküls zu. Besonders wirksam und damit relevant für den Aggregatzustand bei gegebener Temperatur werden die Van-der-Waals-Kräfte bei langkettigen organischen Verbindungen, weil diese Verbindungen zugleich eine große Oberfläche und molare Masse besitzen.
Anschaulich lässt sich der Einfluss der Van-der-Waals-Kräfte am Beispiel der Alkane nachvollziehen. Hier nimmt der Siedepunkt zunächst mit zunehmender molarer Masse zu (der Schmelzpunkt leider nicht, da an dieser Stelle weitere Einflüsse hinzu kommen). Bei Isomeren steigt der Siedepunkt mit zunehmender Ketten- bzw. abnehmender Kugelform, da die Kugel bei gegebenem Volumen die kleinste Oberfläche hat. Dieses Phänomen findet sich zum Beispiel bei folgenden Isomeren (alle C5H12): 2,2-Dimethylpropan (Sdp. 9,5°C), 2-Methylbutan (Sdp. 28°C) und Pentan (Sdp. 36,1°C). Siehe auch: Van-der-Waals-Gleichung, Van-der-Waals-Radius, Wasserstoffbrückenbindung, London-Kraft

Anschauliche Auswirkung der Van-der-Waals-Kräfte

Eine besondere Reptilien Art, die Geckos, nutzt die Van-der-Waals-Kräfte, um ohne Klebstoff oder Saugnäpfe senkrechte Flächen erklimmen zu können. Deren Haft-Ballen unter ihren Füssen sind voller feinster Härchen. Dadurch entsteht auf kleinstem Raum eine so große Oberfläche, dass zwischen den Tieren und dem Untergrund feine Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Molekülen entstehen, die ausreichen, um die Tiere auch an senkrechten Flächen haften zu lassen.

Weblinks


- [http://www.uni-essen.de/chemiedidaktik/S+WM/Definitionen/Vander.htm Knappe Erläuterung, mit Bildern veranschaulicht] Kategorie:Chemische Bindung Kategorie:Weiche Materie ja:ファンデルワールス力

Molekül

Ein Molekül (älter auch: Molekel) ist ein Teilchen, das aus mindestens zwei zusammenhängenden Atomen besteht, welche durch kovalente Bindungen verbunden sind. Moleküle stellen die kleinsten Teilchen dar, die die Eigenschaften des zugrundeliegenden Stoffes haben. Es gibt Moleküle, die aus einem einzigen Element aufgebaut sind (O2, N2, P4 u.v.m), die meisten Moleküle sind aber Verbindungen aus Nichtmetallen mit einem (oder mehr) weiteren Nichtmetallen oder Halbmetallen. Einen etwas größeren Verbund von gleichartigen Atomen nennt man Cluster.

Bindungsart in Molekülen

In Molekülen halten die verbundenen Atome über gemeinsame Elektronenpaare zusammen. Man nennt solche Bindungen auch Atombindung, Elektronenpaarbindung oder kovalente Bindung. Wenn auch die einzelnen Atome keine vollen Elementarladungen haben, also nicht als Ionen vorliegen, kann es durch unsymmetrisch verteilte Bindungselektronenpaare zu Teilladungen kommen. Man unterteilt deshalb die Atombindungen in:
- kovalente Bindung / unpolare Atombindung - Differenz der Elektronegativität der Bindungspartner ist 0. Diese Art der Bindung kommt genau genommen nur bei Elementmolekülen, d.h. bei Molekülen, die nur aus einer Atomart zusammen gesetzt sind, vor. Man fasst im weiteren Sinne allerdings auch Bindungen zwischen Atomen (z.B. zwischen C und H) als kovalente Bindungen auf, deren Differenz der Elektronegativität größer 0 und kleiner 0,4 ist.
- polare Bindung - Differenz der Elektronegativität der Bindungspartner ist größer 0,4 und kleiner 1,8.

Zwischenmolekulare Kräfte (sortiert nach abnehmender Stärke)

Zwischen den Molekülen können verschiedene Kräfte wirken, die sich zum Beispiel auf die Siede- und Schmelztemperatur und die Löslichkeitseigenschaften auswirken können.
- Wasserstoffbrückenbindung
- Dipol-Dipol-Kräfte
- van-der-Waals-Kräfte

Darstellung

Der Aufbau eines Moleküls kann auf verschiedene Arten beschrieben werden. Die Summenformel eignet sich für einfache Moleküle, insbesondere anorganische Moleküle, z.B. H2O für Wasser oder NH3 für Ammoniak. Sie enthält die Atomsymbole der im Molekül enthaltenen Elementsorten, deren Anzahl über einen Index (die tiefgestellte Zahl) angegeben ist. Die Wirkung von Intermolekularen Kräften ist auch bei kleineren Molekülen von der räumlichen Struktur der Moleküle abhängig. Zur Beschreibung dieser Struktur dient die VSEPR-Theorie. Bei komplexeren Molekülen, wie sie vor allem in der organischen Chemie vorkommen, liefert eine Summenformel oft keine ausreichende Beschreibung, da es verschiedene Moleküle mit der gleichen Summenformel (Isomere) geben kann. Deshalb wird dazu die Strukturformel verwendet, die den Aufbau graphisch darstellt. In einigen Fällen, spiegelbildlich gebauten Molekülen, den Enantiomeren, gibt auch die Strukturformel nicht ausreichend Aufschluss über die nach außen wirksame Struktur. Hier werden Fischer- und Haworth-Projektion verwendet. Bei hochkomplexen Molekülen wie Proteinen oder polymeren Kohlenhydraten spielt die räumliche Darstellung eine noch größere Rolle. Man versucht, räumliche Darstellungen über Farbgebung zu erreichen (Bsp.: Hämoglobin). Man spricht dann - je nach Ebene - von der Primärstruktur (bei Proteinen durch die Abfolge der Aminosäuren definiert), der Sekundärstruktur (Auffaltung zu einer Helix oder einem Faltblatt), der Tertiärstruktur (Auffaltung der Sekundärstruktur zu Kugeln oder Fasern ) und der Quartärstruktur. (siehe hierzu: Protein)

Siehe auch:


- Chemische Bindung
- Atombindung
- Ionenbindung
- Molekularphysik
- Molekülbaukasten
- Ölfleckversuch Kategorie:Chemie Kategorie:Genetik Kategorie:Atomphysik als:Molekül ja:分子 ko:분자 simple:Molecule th:โมเลกุล Kategorie:Chemie

Kapillarität

Der Begriff Kapillarität oder Kapillareffekt ist lateinisch für Haarröhrchenwirkung. Sie hängt mit der Oberflächenspannung zusammen. Der Kapillareffekt ist eine Erscheinung, bei der eine Flüssigkeit in eine mit ihr in Verbindung stehende dünne Röhre (Kapillare) entweder hineingezogen oder aus ihr verdrängt wird. So genannte benetzende Flüssigkeiten (Flüssigkeiten mit einer geringen Oberflächenspannung) wie z. B. Wasser steigen in einem Röhrchen etwas auf und haben eine nach unten gekrümmte (konkave) Oberfläche. Diese Wirkung nennt man Kapillaraszension. Die Kapillardepression dagegen tritt bei Flüssigkeiten auf, die nicht benetzend sind (Flüssigkeiten mit einer hohen Oberflächenspannung) - sie perlen ab. Solche Flüssigkeiten haben in einem Röhrchen einen niedrigeren Pegel als in der Umgebung und sind nach oben gekrümmt, also konvex. Ein Beispiel für eine solche Flüssigkeit ist Quecksilber. Die Oberfläche der Flüssigkeit strebt immer von ihrem Mittelpunkt weg, da die benetzenden Flüssigkeiten versuchen, die Wand zu benetzen. Durch diese Wechselwirkung der Kapillarwand mit der Flüssigkeit steigt diese in begrenztem Maße. An einem bestimmten Punkt heben sich Schwerkraft und Kapillarkräfte auf. Die Höhe der Flüssigkeitssäule verhält sich dabei zum Röhrchendurchmesser umgekehrt proportional. Das heißt: bei halbem Durchmesser steigt die Flüssigkeit doppelt so hoch. Der Effekt zeigt sich also besonders ausgeprägt in dünnen Glasröhren (Kapillaren).

Pathogen

Pathogen (griechisch pathos = Krankheit, genein = entstehen) bezeichnet die Eigenschaft eines belebten Objekts, als Krankheitserreger zu fungieren. Den Menschen betreffende Krankheitserreger werden als humanpathogen bezeichnet. Darunter fallen beispielsweise bestimmte Viren wie das HIV (AIDS) oder verschiedene Influenza-Viren (Grippe), Bakterien wie beispielsweise Borrelia burgdorferi (Borreliose) oder das Cholerabakterium (Vibrio cholerae). Die Idee der Pathogenität von Mikroorganismen entstand zum Ende des 18. Jahrhunderts hin. In dieser Zeit wurde der Streit zwischen Kontagionisten, also Vertretern der Idee der ansteckenden Krankheiten, und Antikontagionisten zugunsten ersterer entschieden. Die Übertragbarkeit von Krankheiten durch pathogene Organismen wird schulwissenschaftlich nicht angezweifelt. Seltener findet der Begriff Psychopathogenität als Eigenschaft inhumaner Inhalte und Dogmen verschiedener Religionen und Ideologien Verwendung. In Analogie zur Pathogenität ist es ihre Eigenschaft, "krankheitserregend" dem Geist gegenüber zu wirken.

Siehe auch

Desinfektion, Händedesinfektion Kategorie:Hygiene Kategorie:Infektionskrankheit Kategorie:Mikrobiologie

Schmeißfliege

Die Schmeißfliegen (Calliphoridae) sind eine Familie der Zweiflügler (Diptera) und zählen zu den Fliegen (Brachycera). Weltweit sind etwa 1.000 Arten von Schmeißfliegen bekannt, davon etwa 45 in Deutschland. Die Größe der Tiere variiert stark und kann bis zu achtzehn Millimeter bei der Totenfliege (Cynomyia mortuorum) betragen. Der Name "Schmeißfliege" hängt mit der Vorliebe dieser Tiere für geruchsintensive organische Stoffe zusammen (siehe unten). Das Wort "schmeißen" bedeutet in der Jägersprache ursprünglich "Kot auswerfen". Der kompakte Körper dieser Fliegen ist meist metallisch blau oder grün bis goldgrün glänzend gefärbt. Augen und Flügel sind sehr gut ausgebildet, die Mundwerkzeuge als Leckrüssel.

Lebensweise der Schmeißfliegen

Mundwerkzeuge Die Schmeißfliegen sind vor allem an Blüten, meistens an Blütendolden, zu finden. Dabei können sie in beinahe allen Biotopen vorkommen. Sie ernähren sich von Nektar und Pollen und auch von Honigtau, wobei die Geschmacksorgane wie bei vielen Fliegen an den Fußgliedern zu finden sind. Zur Aufnahme von Säften suchen die Fliegen häufig zerfallene organische Stoffe auf und fliegen entsprechend auch nach Aas riechende Blüten (etwa den Aronstab) oder Pilze (wie die Stinkmorchel (Phallus impudicus)) an. Der Anlockung dient bei der Stinkmorchel der Duftstoff Phenylacetaldehyd. Die Fliegen fressen hier den Schleim des Pilzes, der auch dessen unverdauliche Sporen enthält, und sorgen damit auch für die Verbreitung der Pilze. Die Erkennung der Partnerin erfolgt bei einigen Arten (etwa bei Protophormia terraenovae) dadurch, dass die Männchen die Weibchen mit den Füßen ertasten und wahrscheinlich anhand der Geruchssensoren erkennen. Ist das Weibchen nicht paarungswillig, so wehrt es das Männchen durch Vibrieren der Flügel ab.

Larvalentwicklung

Die Larven der Schmeißfliegen werden bei einer Reihe von Arten lebend geboren. Wie die Eier bei anderen Arten werden sie auf organischen Stoffen abgesetzt. Die Anlockung erfolgt dabei durch Geruchsstoffe, die bei der Verwesung und dem bakteriellen Abbau von Eiweiß entstehen, etwa Ethylmercaptan, Indol, Skatol, Ammoniumcarbonat und verschiedene Amine. Die Wahrnehmung dieser Stoffe erfolgt durch spezifische Geruchssinnesorgane an den Antennen der Fliegen, wobei verschiedene Arten durch verschiedene Gerüche angelockt werden. So wirkt das Ethylmercaptan sehr stark auf Arten der Gattung Lucilia, dagegen kaum auf Calliphora-Arten. Ebenfalls wichtig ist die richtige Mischung der Geruchsstoffe, wobei einzelne Geruchsfaktoren je nach Konzentration anlockend, ein anderes Mal wiederum abstoßend wirken können. Aus diesem Grunde treffen unterschiedliche Arten der Schmeißfliegen aber auch anderer Fliegentaxa wie die Käsefliegen zu unterschiedlichen Zeitpunkten an verwesenden Körpern ein und legen ihre Eier ab. Dieses Verhalten nutzt man etwa in der entomologischen Forensik um den Todeszeitpunkt und die Liegedauer von Leichen zu bestimmen. Die Larven atmen in den ersten Stadien über die Haut, ab dem dritten Stadium öffnen sich die vordersten und hintersten Stigmen des Tracheensystems. Sie stellen in der Körperform die klassischen kopflosen Maden dar. Schmeißfliegenmaden leben in und an pflanzlichen und tierischen Stoffen, die sich in Zersetzung befinden. Dazu gehören auch Leichen (Nekrophagie) und Exkremente (Koprophagie). Bei einigen Arten findet die Verdauung der Nahrung wahrscheinlich außerhalb des Körpers statt, indem sie diese mit Speichel beträufeln und den angedauten Nahrungsbrei danach aufnehmen. Unter den Schmeißfliegen finden sich neben diesen Arten auch solche, welche als Außen- oder Innenparasiten bei verschiedenen Wirbeltieren, auch beim Menschen, vorkommen. Diese leben entweder in offenen Wunden oder unter der Haut (Myiasis) der Wirte. In diese Gruppe gehören Vertreter der Gattungen Cordylobia (z.B. die Tumbufliege), Lucilia und Phormia, wobei die Larven von Lucilia sericata (Goldfliegenart) als Mittel der Wundheilung genutzt wird, da sie sehr spezifisch nekrotisches Gewebe fressen und auf diese Weise die Wunde sauber halten. Außerdem geben die Maden große Mengen von Allantoin ab, dessen gewebsdesinfizierende Wirkung den Heilungsprozess weiter fördert. Diese Behandlungsform (Madentherapie) wurde mit der Entdeckung des Penicillin zurückgedrängt. Seit einigen Jahren ist diese Behandlungsmethode wieder in die medizinische Praxis zurückgekehrt. Dies ist auf deren guten Behandlungserfolge und auf immer weiter verbreitete Antibiotika-Resistenzen zurückzuführen. Die Verpuppung der Schmeißfliegen findet meist am oder im Boden statt, man findet die Puppen einiger Arten jedoch auch in den Nestern der Wirtstiere oder im gestorbenen Wirt.

Schadwirkung

Die Stoffwechselprodukte der Schmeißfliegenlarven sind für den menschlichen Organismus nicht gesund und von ihnen einmal befallenes Fleisch ist nicht mehr für den menschlichen Verzehr geeignet. Bei ihren Besuchen auf den Lebensmitteln übertragen sie auch Mikroorganismen, die Eiweiß, Kohlehydrate und Fette zersetzen. Diese Vektorleistung macht sie für den Menschen zu gefährlichen Schädlingen an Fleisch, Fisch und Milchprodukten.

Schmeißfliegen als Krankheitsüberträger

Genau wie einige andere Fliegen auch sind Schmeißfliegen potentielle Träger auch von pathogenen Keimen und können somit Krankheiten auf Tier und Menschen übertragen.

Vertreter der Schmeißfliegen (Auswahl)

Blaue Schmeißfliegen - Gattung Calliphora

Die Arten dieser Gattung sind die in Deutschland bekanntesten Vertreter der Schmeißfliegen. Hier kommen aus dieser Gattung fünf Arten vor, darunter C. vomitoria und C. vicina. Sie erreichen Körpergrößen von 11 bis 14 mm. Die Eiablage erfolgt häufig in Kadavern, aber auch in vielen anderen Substraten. Gelegentlich treten sie auch an Wunden bei Tieren und Menschen auf.

Vogelblutfliegen - Gattung Protocalliphora

Von den Vogelblutfliegen leben in Deutschland drei Arten, etwa P. falcozi. Die Larven dieser Fliegen leben in Vogelnestern und zapfen vor allem an den Jungvögeln Blut ab, die Larven einiger Arten leben unter der Haut der Wirtstiere, für die der Befall manchmal tödlich sein kann.

Goldfliegen - Gattung Lucilia

Kadaver In Deutschland leben neun Arten dieser metallisch goldgrün bis -blau glänzenden Fliegen. Sie sind häufig auf Blüten, auf faulenden Stoffen und an Stinkmorcheln zu finden. Die Eier werden an faulenden Stoffen abgelegt, manchmal auch auf die Haut von Wirbeltieren oder an Wunden. So legt etwa die Krötenfliege (Lucilia bufonivora) ihre Eier an die Haut von lebenden Amphibien, vor allem auf die von Kröten. Die Larven wandern über die Nasenlöcher ein und beginnen dann, erst die Weichteile des Kopfes und später den ganzen Körper ihres Wirtes zu zerfressen. Die Art Lucilia sericata legt ihre Eier regional an Schafe, vor allem im Bereich des Afters. Die Larven dringen hier in die Haut ein und wandern fressend durch das Bindegewebe, gelegentlich leben sie auch in Wunden anderer Wirbeltiere, auch des Menschen.

Gattung Melinda

Bei diesen Fliegen, etwa M. caerulea, werden die Eier einzeln oder in maximal Dreiergruppen in die Mantelhöhle verschiedener Schnecken abgelegt. Die Larven sind Parasitoide in den Schnecken, das heißt, sie fressen die Schnecken aus und wachsen dabei heran. Kurz vor der Verpuppung stirbt der Wirt.

Literatur


- Haupt, J./Haupt, H.: Fliegen und Mücken - Beobachtung, Lebensweise, Augsburg 1998
- Honomichl, K./Bellmann, H.: Biologie und Ökologie der Insekten; CD-Rom, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart 1994 Kategorie:Zweiflügler

Fleischfliegen

Die Fleischfliegen (Sarcophagidae) sind eine Familie der Zweiflügler (Diptera) und gehören hier zu den Fliegen (Brachycera). Weltweit sind etwa 2.500 Arten der Fleischfliegen bekannt, davon etwa zehn in Deutschland. Die Fliegen sind grau oder schwarz und haben häufig eine schachbrettartige Zeichnung auf dem Hinterleib. Der Brustbereich (Thorax) besitzt eine dunkle Längsstreifung. Sie können Körpergrößen von bis zu 15 Millimetern erreichen. Ihre Mundwerkzeuge sind zum Auflecken von Flüssigkeiten gestaltet. Die Fliegen ernähren sich von verschiedenen Säften, etwa von Honigtau, Nektar, Baumsäften und den Säften beschädigter Früchte. Nektar

Larvalentwicklung

Die Larven sind madenartig und besitzen entsprechend keine Kopfkapsel. Sie atmen in den ersten Stadien über die Haut, ab dem dritten Stadium öffnen sich die vordersten und hintersten Stigmen des Tracheensystems. Sie leben in unterschiedlichen, meist tierischen Substraten, wobei die ursprünglichsten Arten sich von Aas ernähren (Nekrophagie). Eine Reihe weiterer Arten sind Parasitoide die an oder in wirbellosen Wirten leben. Zum Wirtspektrum gehören dabei Regenwürmer, Schnecken, Skorpione, Schaben, Käfer und Zikaden. Sehr selten ist die Aufnahme pflanzlicher Nahrung.

Vertreter der Fleischfliegen (Auswahl)

Echte Fleischfliegen - Gattung Sarcophaga

Die Larven der Sarcophaga-Arten leben meist in Aas oder in Kot (Koprophagie). Sehr häufig ist dabei in Deutschland die Graue Fleischfliege (Sarcophaga carnaria), die Körperlängen von 13 bis 15 Millimetern erreichen. Die Graue Fleichschfliege wird auch Aasfliege genannt. Die Weibchen legen ihre sehr reifen Eier, aus denen bald danach eine Larve schlüpft, in die Eingänge von Regenwurmlöchern oder auch in Kothaufen von Regenwürmern. Die geschlüpften Junglarven suchen dann, wahrscheinlich über den Geruch geleitet, aktiv die Regenwürmer auf und dringen in diese ein, häufig im Bereich des Gürtels (Clitellum). Die Entwicklung dauert nur einige Tage, der Regenwurm geht danach zugrunde. Im Jahr haben diese Fliegen mehrere Generationen, eine Überwinterung erfolgt als Larve oder Puppe.

Trabantenfliegen - Gattung Senotaina

Die Trabantenfliegen lauern an den Nestern von Grabwespen, die betäubte Beutetiere für ihre Larven eintragen. Sie folgen diesen und legen dann ein Ei auf die Beute, in der sich die Made dann entwickelt. Zu den Trabantenfliegen gehören etwa S. albifrons und S. conica. Auf ähnliche Weise wie die Trabantenfliegen leben auch die Larven der Gattung Miltogramma, diese jedoch in den Nestern solitärer Bienen und Wespen von den Vorräten ihrer "Hausherren", in diesem Fall neben betäubten Insekten auch von Honig und Pollen. Die Larven von Blesoxipha laticornis sind Innenparasiten bei Feldheuschrecken und die von Agria mamillata Außenparasiten bei verschiedenen Insekten.

Film

Feldheuschrecken Sich reinigende Fleischfliege (4:05 Minuten Film - 8MB XviD in ogg container). Der Film zeigt eine Fleischfliege in Portugal, die mit Hilfe ihrer Vorder- und Hinterbeine ihre Flügel und ihren Kopf reinigt. Um die sehr schnellen Bewegungen der Fliege besser sehen zu können wird der Film mit halber Geschwindigkeit wiedergegeben.

Literatur


- Haupt J, Haupt H (1998): Fliegen und Mücken - Beobachtung, Lebensweise, Augsburg
- Honomichl K, Bellmann H (1994): Biologie und Ökologie der Insekten; CD-Rom, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart. Kategorie:Zweiflügler ja:ニクバエ

Sarcophagidae

Die Fleischfliegen (Sarcophagidae) sind eine Familie der Zweiflügler (Diptera) und gehören hier zu den Fliegen (Brachycera). Weltweit sind etwa 2.500 Arten der Fleischfliegen bekannt, davon etwa zehn in Deutschland. Die Fliegen sind grau oder schwarz und haben häufig eine schachbrettartige Zeichnung auf dem Hinterleib. Der Brustbereich (Thorax) besitzt eine dunkle Längsstreifung. Sie können Körpergrößen von bis zu 15 Millimetern erreichen. Ihre Mundwerkzeuge sind zum Auflecken von Flüssigkeiten gestaltet. Die Fliegen ernähren sich von verschiedenen Säften, etwa von Honigtau, Nektar, Baumsäften und den Säften beschädigter Früchte. Nektar

Larvalentwicklung

Die Larven sind madenartig und besitzen entsprechend keine Kopfkapsel. Sie atmen in den ersten Stadien über die Haut, ab dem dritten Stadium öffnen sich die vordersten und hintersten Stigmen des Tracheensystems. Sie leben in unterschiedlichen, meist tierischen Substraten, wobei die ursprünglichsten Arten sich von Aas ernähren (Nekrophagie). Eine Reihe weiterer Arten sind Parasitoide die an oder in wirbellosen Wirten leben. Zum Wirtspektrum gehören dabei Regenwürmer, Schnecken, Skorpione, Schaben, Käfer und Zikaden. Sehr selten ist die Aufnahme pflanzlicher Nahrung.

Vertreter der Fleischfliegen (Auswahl)

Echte Fleischfliegen - Gattung Sarcophaga

Die Larven der Sarcophaga-Arten leben meist in Aas oder in Kot (Koprophagie). Sehr häufig ist dabei in Deutschland die Graue Fleischfliege (Sarcophaga carnaria), die Körperlängen von 13 bis 15 Millimetern erreichen. Die Graue Fleichschfliege wird auch Aasfliege genannt. Die Weibchen legen ihre sehr reifen Eier, aus denen bald danach eine Larve schlüpft, in die Eingänge von Regenwurmlöchern oder auch in Kothaufen von Regenwürmern. Die geschlüpften Junglarven suchen dann, wahrscheinlich über den Geruch geleitet, aktiv die Regenwürmer auf und dringen in diese ein, häufig im Bereich des Gürtels (Clitellum). Die Entwicklung dauert nur einige Tage, der Regenwurm geht danach zugrunde. Im Jahr haben diese Fliegen mehrere Generationen, eine Überwinterung erfolgt als Larve oder Puppe.

Trabantenfliegen - Gattung Senotaina

Die Trabantenfliegen lauern an den Nestern von Grabwespen, die betäubte Beutetiere für ihre Larven eintragen. Sie folgen diesen und legen dann ein Ei auf die Beute, in der sich die Made dann entwickelt. Zu den Trabantenfliegen gehören etwa S. albifrons und S. conica. Auf ähnliche Weise wie die Trabantenfliegen leben auch die Larven der Gattung Miltogramma, diese jedoch in den Nestern solitärer Bienen und Wespen von den Vorräten ihrer "Hausherren", in diesem Fall neben betäubten Insekten auch von Honig und Pollen. Die Larven von Blesoxipha laticornis sind Innenparasiten bei Feldheuschrecken und die von Agria mamillata Außenparasiten bei verschiedenen Insekten.

Film

Feldheuschrecken Sich reinigende Fleischfliege (4:05 Minuten Film - 8MB XviD in ogg container). Der Film zeigt eine Fleischfliege in Portugal, die mit Hilfe ihrer Vorder- und Hinterbeine ihre Flügel und ihren Kopf reinigt. Um die sehr schnellen Bewegungen der Fliege besser sehen zu können wird der Film mit halber Geschwindigkeit wiedergegeben.

Literatur


- Haupt J, Haupt H (1998): Fliegen und Mücken - Beobachtung, Lebensweise, Augsburg
- Honomichl K, Bellmann H (1994): Biologie und Ökologie der Insekten; CD-Rom, Gustav Fischer Verlag, Stuttgart. Kategorie:Zweiflügler ja:ニクバエ

Spaltschlüpfer

Nach der Art, wie Fliegen aus ihren Puppen schlüpfen, gliedert man sie in die Untergruppen der Spaltschlüpfer (Orthorrhapha) und Deckelschlüpfer (Cyclorrhapa). Die Spaltschlüpfer schlüpfen durch einen Längsspalt oder T-förmigen Spalt aus ihren Mumienpuppen. Die Deckelschlüpfer sprengen mit ihrer Stirnblase den Deckel ihrer Tönnchenpuppe ab. Kategorie:Zweiflügler

Deckelschlüpfer

Nach der Art, wie Fliegen aus ihren Puppen schlüpfen, gliedert man sie in die Untergruppen der Spaltschlüpfer (Orthorrhapha) und Deckelschlüpfer (Cyclorrhapa). Die Spaltschlüpfer schlüpfen durch einen Längsspalt oder T-förmigen Spalt aus ihren Mumienpuppen. Die Deckelschlüpfer sprengen mit ihrer Stirnblase den Deckel ihrer Tönnchenpuppe ab. Kategorie:Zweiflügler

Systematik der Zweiflügler

Die folgende Systematik der Zweiflügler zeigt die Zugehörigkeit der unterschiedlichen Taxa der Mücken und Fliegen in das System der Zweiflügler (Diptera). Die dargestellte Liste ist unvollständig und konzentriert sich primär auf die Gruppen mit europäischen Vertretern. Die Zweiflügler stellen eine sehr große Tiergruppe dar, entsprechend umfangreich ist die Systematik dieser Tiere. Da sie außerdem relativ arm an Merkmalen zur Unterscheidung und damit auch zur Rekonstruktion der natürlichen Vewandtschaftsverhältnisse sind, ist die systematische Darstellung ständigen Wechseln unterworfen. Gemeinhin werden die Zweiflügler in die beiden Unterordnungen Mücken (Nematocera) und Fliegen (Brachycera) aufgeteilt. Die Mücken stellen allerdings mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keine natürliche Gruppe dar (Monophylum), sondern sind vielmehr eine Zusammenfassung mehrerer Entwicklungslinien mit ähnlichem Habitus. Habitus Habitus
- Zweiflügler - Diptera
  - Mücken - Nematocera
    - Wintermücken - Trichoceridae
    - Schnaken - Tipulidae
    - Stelzmücken - Limoniidae
    - Lidmücken - Blephariceridae
    - Bergmücken - Deuterophlebiidae
    - Moosmücken - Cylindrotomidae
    - Faltenmücken - Ptychopteridae
    - Schmetterlingsmücken - Psychodidae
    - Tastermücken - Dixidae
    - Büschelmücken - Chaoboridae
    - Stechmücken - Culicidae
    - Dunkelmücken - Thaumaleidae
    - Kriebelmücken - Simuliidae
    - Gnitzen - Ceratopogonidae
    - Zuckmücken - Chironomidae
    - Fenstermücken - Anisopodidae
    - Hesperinidae
    - Haarmücken - Bibionidae
    - Dungmücken - Scatopsidae
    - Langhornmücken - Macroceridae
    - Synneuridae
    - Gallmücken - Cecidomyiidae
    - Pilzmücken - Mycetophilidae
    - Trauermücken - Sciaridae
  - Fliegen - Brachycera
    - Orthorrapha
      - Stinkfliegen - Coenomyidae
      - Holzfliegen - Xylophagidae
      - Xylomyidae
      - Waffenfliegen - Stratiomyidae
      - Bremsen - Tabanidae
      - Schnepfenfliegen - Athericidae
      - Schnepfenfliegen - Rhagionidae
      - Wurmlöwen - Vermileonidae
      - Kugelfliegen - Acoceridae
      - Nemestrinidae
      - Hummelschweber - Bombyliidae
      - Fensterfliegen - Scenopinidae
      - Luchs- oder Stilettfliegen - Therevidae
      - Raubfliegen - Asilidae
      - Mydidae
      - Apioceridae
      - Tanzfliegen - Empididae
      - Kleine Tanzfliegen - Microphoridae
      - Buckeltanzfliegen - Hybotidae
      - Langbeinfliegen - Dolichopodidae
    - Cyclorrhapha
      - Aschiza
      -
- Lanzenfliegen - Lonchopteridae
      -
- Buckelfliegen - Phoridae
      -
- Tummelfliegen - Platypezidae
      -
- Augenfliegen - Pipunculidae
      -
- Schwebfliegen - Syrphidae
      - Schizophora
      -
- Dickkopffliegen - Conopidae
      -
- Breitkopffliegen - Eurychoromyidae
      -
- Stelzenfliegen - Micropezidae
      -
- Stielaugenfliegen - Diopsidae
      -
- Zartfliegen - Tanypezidae
      -
- Nacktfliegen - Psilidae
      -
- Borkenfliegen - Megamerinidae
      -
- Pyrgotidae
      -
- Bohrfliegen - Tephritidae
      -
- Breitmundfliegen - Platystomatidae
      -
- Schmuckfliegen - Ulidiidae
      -
- Schmuckfliegen - Otitidae
      -
- Netzfliegen - Sciomyzidae
      -
- Tangfliegen - Coelopidae
      -
- Baumfliegen - Dryomyzidae
      -
- Algenfliegen - Helcomyzidae
      -
- Schwingfliegen - Sepsidae
      -
- Polierfliegen - Lauxaniidae
      -
- Blattlausfliegen - Chamaemyiidae
      -
- Lanzenfliegen - Lonchaeidae
      -
- Zitterfliegen - Pallopteridae
      -
- Nestfliegen - Neottiophilidae
      -
- Käsefliegen - Piophilidae
      -
- Thyreophoridae
      -
- Saftfliegen - Periscelididae
      -
- Baumsaftfliegen - Aulacigastridae
      -
- Feinfliegen - Asteriidae
      -
- Stenomicridae
      -
- Acartophthalmidae
      -
- Clusiidae
      -
- Gelbfliegen - Chyromyidae
      -
- Acartophthalmidae
      -
- Grasfliegen - Opomyzidae
      -
- Sumpffliegen - Anthomyzidae
      -
- Odiniidae
      -
- Minierfliegen - Agromyzidae
      -
- Nistfliegen - Milichiidae
      -
- Tangfliegen - Coelopidae
      -
- Halmfliegen - Chloropidae
      -
- Pyrgotidae
      -
- Baumfliegen - Dryomyzidae
      -
- Diastatidae
      -
- Sumpffliegen - Ephydridae
      -
- Schenkelfliegen - Megamerinidae
      -
- Camillidae
      -
- Curtonotidae
      -
- Taufliegen - Drosophilidae
      -
- Scheufliegen - Heleomyzidae
      -
- Trixoscelidae
      -
- Canacidae
      -
- Tethinidae
      -
- Rhinophoridae
      -
- Cryptochetidae
      -
- Dungfliegen - Sphaeroceridae
      -
- Bienenläuse - Braulidae
      -
- Dungfliegen - Scatophagidae
      -
- Blumenfliegen - Anthomyiidae
      -
- „Echte“ Fliegen - Muscidae
      -
- Fanniidae
      -
- Lanzenfliegen - Lonchaeidae
      -
- Schmeißfliegen - Calliphoridae
      -
- Fleischfliegen - Sarcophagidae
      -
- Raupenfliegen, Schmarotzerfliegen - Tachinidae
      -
- Magendasseln - Gasterophilidae
      -
- Dasselfliegen, Rachenbremsen - Oestridae
      -
- Gefiederfliegen - Carnidae
      -
- Meisensauger - (Neottiophilidae)
      -
- Lausfliegen - Hippoboscidae
      -
- Fledermausfliegen - Nycteribiidae
      -
- Fledermausfliegen - Streblidae (nur in Subtropen und Tropen) Zweiflügler ! Kategorie:Liste (Biologie) Kategorie:Systematik (Biologie)

Stift Admont

Das Benediktinerstift Admont liegt in der Marktgemeinde Admont in Österreich. Es wurde im Jahre 1074 von Erzbischof Gebhard von Salzburg gegründet und ist damit das älteste bestehende Kloster in der Steiermark. Steiermark Steiermark Das Benediktinerstift Admont liegt am Zugang zum Nationalpark Gesäuse in einer imposanten Naturlandschaft. Die Benediktiner von Admont bemühen sich, nach der Regel des heiligen Benedikt „Hausordnung“ für eine klösterliche Gemeinschaft zu leben, die infolge ihrer Weite und Tiefe über viele Jahrhunderte Bedeutsames bewirken konnte und gewiss auch für die Zukunft Orientierung bietet. Ihr Lebensrhythmus ist geprägt durch das Gebet, die Erfüllung vielfältiger Aufgaben in Seelsorge, Schule, Kultur sowie im sozialen Bereich und durch die persönliche Vertiefung des Lebens. Im Mittelpunkt steht dabei immer Gott. Dies drückt sich besonders in der Lebensform der Admonter Benediktiner aus, wobei sich die Kirche als Zentrum des Klosters erweist. Im gesamten Areal des Stiftes soll die Nähe Gottes und der das Leben der Mönche prägende Glaube erfahren werden können. Dies gilt für die Bibliothek und das Museum ebenso wie auch für die Gartenanlagen im Bereich unseres Hauses. Die größte Klosterbibliothek der Welt und das neue Großmuseum Stift Admont faszinieren in ihrem Zusammenspiel von Traditionellem und Innovativem. Barocke und aktuelle Baukunst, Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart, ein „historisches“ Naturhistorisches Museum, Multimedia, Handschriften und Frühdrucke, Sonderausstellungen und weitere vielfältige Angebote werden hier zu einem überraschenden und unvergleichlichen Gesamterlebnis.

Stift Admont - Geschichte

Frühdrucke Mit den Besitzungen der hl. Hemma von Gurk gründete Erzbischof Gebhard von Salzburg im Jahr 1074 das Benediktinerstift Admont. Seit Jahrhunderten ist das Kloster nicht nur religiöser Mittelpunkt der Obersteiermark, sondern auch ein Zentrum von Kunst und Wissenschaft. Ein im 12. Jhdt. gegründetes Skriptorium hat einzigartige Handschriften hinterlassen. Abt Engelbert von Admont (reg. 1297-1327) war einer der universalsten Gelehrten seiner Zeit. Sein wissenschaftliches Werk umfasst mehr als 40 größere und kleinere Abhandlungen. Nach einem Niedergang bedingt durch Türkenkriege und Reformen, brachte die Gegenreformation der Abtei neuen Aufschwung. Im 17. und 18. Jhdt. erreichte die künstlerische Tätigkeit mit den Arbeiten des Kunststickers Frater Benno Haan (1631-1720) und des Bildhauers Josef Stammel (1695-1765) einen Höhepunkt. Verheerende Folgen hatte der Brand im Jahr 1865, der außer der Bibliothek fast das ganze Kloster zerstörte. Der Wiederaufbau begann ein Jahr später. Die Weltwirtschaftskrise 1930 zwang das Stift zum Verkauf von Kunstschätzen. Während der NS-Zeit wurde das Kloster aufgehoben und der Besitz beschlagnahmt. Nach Kriegsende kehrte der Konvent zurück. Stift Admont ist heute bekannt durch seine vielfältigen geistigen, religiösen und kulturellen Aktivitäten.

Die Admonter Benediktiner

kulturell kulturell „Ora et labora – bete und arbeite“. Mit diesen Worten lässt sich die Ordensregel des hl. Benedikt von Nursia zusammenfassen. Der Mönchsvater schrieb sie um 529 in Montecassino in Italien für seine Gemeinschaft. Seit der Gründung ihrer Abtei leben und wirken die Admonter Benediktiner nunmehr seit über 900 Jahren nach dieser Ordnung. Die über 30 Mönche stehen unter der Leitung des frei gewählten Vorstehers, derzeit Abt Bruno Hubl. Mehrmals am Tag treffen sie sich, um das gemeinsame Chorgebet und die hl. Messe zu feiern. Stellvertretend für alle Christen tun sie dies in besonderer Weise in den Anliegen und Nöten der Zeit. Neben den Gottesdiensten ist der Dienst am Mitmenschen eine besondere Verpflichtung der Ordensleute. Das Stift Admont betreut derzeit 27 Pfarren, betreibt ein Stiftsgymnasium mit etwa 750 SchülerInnen und ein Seniorenpflegeheim in Frauenberg. In 16 Wirtschaftsbetrieben sind etwa 500 Mitarbeiter beschäftigt. Das stete Engagement des Stiftes für Wissenschaft und Kunst spiegelt sich im neuen Museum wider. Über den vielfältigen Aufgabengebieten steht immer der Grundsatz des hl. Benedikt: „Ut in omnibus glorificetur Deus! - Damit in allem Gott verherrlicht werde!“

Stiftskirche

Mönch Nach dem Brand von 1865 wurde die Kirche vom Architekten Wilhelm Bücher zum Teil über romanisch-gotischen Fundamenten 1866–1869 neu errichtet. Dem Regensburger Dom nachempfunden, ist das Admonter Münster der erste neugotische Sakralbau Österreichs. Die romanischen Seitenportale stammen aus dem 12. Jahrhundert. Die beiden Westtürme sind knapp 76 m hoch; die Fassade zeigt Figuren des hl. Benedikt und der hl. Scholastika. Ein Spitzgiebel mit der Figur des Stiftspatrons, des hl. Blasius, bekrönt das Portal. Der Innenraum gliedert sich in ein dreischiffiges Langhaus mit je fünf Seitenkapellen und je sechs Altären. Das Bild des Marienaltars, Maria Immaculata, von Martino Altomonte (1657-1745) wird umrahmt von 15 geschnitzten Medaillons mit den Rosenkranzgeheimnissen des Bildhauers Josef Stammel. Beide 1726 entstandenen Kunstwerke blieben beim Brand verschont. In einer Seitenkapelle befindet sich die berühmte Weihnachtskrippe von Stammel. Sie ist vom 25. Dezember bis 2. Februar geöffnet. Das gotische Kruzifix unter dem Triumphbogen aus dem Jahre 1518 wird Andreas Lackner zugeschrieben. Den Hochaltar aus weißem Carrara-Marmor bekrönt eine Statue des hl. Blasius. Den Chorraum schmücken große, im frühen 18. Jhdt. von Frater Benno Haan geschaffene Wandteppiche. In der Benediktuskapelle befindet sich ein barocker Corpus Christi aus der Werkstatt Johann Meinrad Guggenbichlers.

Bibliothek und Museum

Johann Meinrad Guggenbichler Johann Meinrad Guggenbichler Die spätbarocke (siehe auch Barock) Stiftsbibliothek, ein Kulturgut von Weltrang, ist das zeitlose Faszinosum des Benediktinerstiftes Admont. Seit 2003 steht ihr das neue Großmuseum als weiteres Highlight zur Seite. Es erstreckt sich in zwei Trakten über vier Geschosse. In den museumsarchitektonisch modernst gestalteten Räumen entfaltet sich ein variationsreiches Museums- und Ausstellungskonzept: Mittelalterliche Handschriften und Frühdrucke, Kunst vom Mittelalter bis zur Gegenwart, eine naturhistorische Sammlung, eine multimediale Stiftspräsentation, Sonderausstellungen, eine Panoramastiege, ein Klosterladen u.v.m. werden zum unvergleichlichen Erlebnis. Das Museum versteht sich als lebendiger Ort der Überlieferung, des Fortschrittes und des Gespräches. Es ist Stätte der Vielfalt, Teil des Klosters, Fixpunkt innerhalb der österreichischen Museumslandschaft und Tourismusmagnet mit riesigem Überraschungspotential. Bibliotheks- und Museumstrakt sind in die großzügige Klosteranlage mit ihrer Gartenarchitektur eingebettet. Sie eröffnen Ausblicke auf die beeindruckende Kulisse der Gesäuse-Landschaft und auf den nahen Nationalpark. Bibliothek und Museum des Stiftes Admont verzeichnen dank ihres einmaligen Angebotes jährlich rund 60-70.000 Besucher.

Stiftsbibliothek

Gesäuse siehe auch Hauptartikel Stiftsbibliothek Admont Die im Jahr 1776 fertig gestellte Stiftsbibliothek wurde in der Vergangenheit als „Achtes Weltwunder“ bezeichnet. Mit 70 m Länge, 14 m Breite und rund 13 m Höhe ist es der weltweit größte klösterliche Büchersaal. Er umfasst ca. 70.000, der gesamte Bücherbestand des Stiftes 200.000 Bände. Der Architekt Josef Hueber entwarf eine geniale Dreigliederung des Raumes, von sieben Kuppeln überwölbt. 48 Fenster schaffen in Verbindung mit den weiß-goldenen Bücherschränken für eine besondere Helligkeit. Dieses Konzept stand im Zeichen der Aufklärung: Licht wurde mit Erkenntnis gleichgesetzt und sollte die Klosterbibliothek durchströmen. Die Deckenfresken von Bartolomeo Altomonte (1694-1783) zeigen die verschiedenen Stufen der menschlichen Erkenntnis bis zur göttlichen Offenbarung in der Mittelkuppel. Darunter stehen in den Regalen Ausgaben der Bibel und der Kirchenväter; im nördlichen Saalteil befindet sich die theologische Literatur, im südlichen Trakt sind Bücher der profanen Wissenschaften aufgestellt. Der Skulpturenschmuck stammt vom Bildhauer Josef Stammel. Die „Vier letzten Dinge“ im Mittelraum stehen als ein Höhepunkt seines Werkes im Kontrast zum aufklärerischen Konzept des Architekten und des Malers. Jahre früher entstanden, sind diese Schnitzwerke noch unbeeinflusst von der Aufklärung.

Handschriften und Inkunabeln

Aufklärung Die Admonter Stiftsbibliothek umfasst über 1.400 wertvolle Handschriften, darunter mehr als die Hälfte aus dem Mittelalter. Die Anzahl der Inkunabeln (bis zum Jahr 1500 gedruckte Bücher) und Frühdrucke (Druckwerke aus dem Zeitraum 1501–1520) beläuft sich auf über 930. Den ältesten Bestand haben die ersten Mönche aus ihrem Mutterkloster St. Peter in Salzburg mitgebracht und vom Klostergründer, Erzbischof Gebhard, geschenkt bekommen. Während des 12. Jahrhunderts verfügte Stift Admont über ein sehr produktives Skriptorium (Schreibstube), wo für den eigenen Gebrauch und für auswärtige Klöster Handschriften hergestellt wurden. Durch die große Zahl der künstlerisch ausgestatteten Handschriften und Inkunabeln (Ornamente, Miniaturen, Holzschnitte) stellt der Bestand eine beachtliche Kunstsammlung dar. In wissenschaftlicher Hinsicht bietet die Admonter Handschriften- und Inkunabel-Sammlung eine Fülle wertvollen Quellenmaterials für zahlreiche Forschungsgebiete. Seit dem Jahr 2000 befindet sich diese Sammlung in einem eigens dafür geschaffenen Sicherheitsarchiv. In jährlich wechselnden Ausstellungen zu einem bestimmten Thema wird ein Teil dieser wertvollen Bücher und Handschriften in einem eigenen Raum im Museum ausgestellt.

Naturhistorisches Museum

Holzschnitt Seit der Barock-Zeit gab es im Stift Admont ein sogenanntes „Musaeum“ mit Naturobjekten und allerlei Raritäten. Abt Gotthard Kuglmayr gründete 1809 ein „Naturalien-Cabinet“. Dieser Vorgänger des Naturhistorischen Museums wurde während des Brandes 1865 vernichtet. Ab 1866 ging Pater Gabriel Strobl seinem Auftrag zur Wiedererrichtung des zerstörten Museums nach. In den folgenden 44 Jahren widmete sich der fleißige Pater dieser Arbeit. War er in seinem ersten Schaffen Botaniker, so gab er sich später der Insektenforschung hin und wurde zu einem der wichtigsten Forscher seiner Zeit. Das Naturhistorische Museum birgt insgesamt etwa 252.000 Insekten-Exemplare und ist vor allem durch seine Fliegensammlung berühmt: Mit etwa 80.000 Präparaten zählt diese Dipteren-Kollektion zu den drei wichtigsten in Europa. Im Zuge der Neugestaltung und -eröffnung des Museums wurde ein Teil im original historischen Zustand belassen: Im sog. „Löwenzimmer“ und „Südost-Pavillon“ sind Exponate der heimischen und exotischen Tierwelt sowie eine Sammlung von Gesteinen und Mineralien zu sehen. Ein anderer Teil der Sammlungen ist im modernen Ambiente und in teils neuen Vitrinen präsentiert: So die Insekten und Reptilien; ebenso die Wachsobst-Sammlung von P. Constantin Keller.

Kunsthistorisches Museum

Reptilien Das Kunsthistorische Museum wurde 1959 von P. Adalbert Krause ins Leben gerufen. Seit 1980 wurde es wesentlich erweitert, in den Räumen der alten Prälatur untergebracht und schrittweise neu konzipiert. In seiner heutigen Form existiert dieses Museum seit 2003. Es beinhaltet bedeutende Exponate von der Romanik bis zum Rokoko, Gemälde, Skulpturen und Objekte aus der kirchlichen Schatzkammer. Eindrucksvolll in Großvitrinen präsentiert sich eine jährlich wechselnde Auswahl aus der Paramenten-Sammlung (liturgische Textilien). Darunter befinden sich die Gebhardsmitra (Ende 14. Jhdt.), Glasmalereien des 15. Jahrhunderts und die Prachtornate aus der Stickereiwerkstatt von Frater Benno Haan (1631–1720), aus der Textilkunstwerke von Weltrang hervorgegangen sind. Zu den wichtigsten Exponaten zählen: ein Tragaltar (1375), der Gebhardsstab mit Elfenbeinschnecke (12./13. Jhdt.), ein Abtsstab mit Narwalzahn (um 1680), sowie Leinwandbilder von Martin Johann Schmidt, genannt Kremserschmidt (1718–1801), Martino (1657–1745) und Bartolomeo Altomonte (1694–1783). Dem Stiftsbildhauer Josef Stammel (1695–1765) ist ein eigener Raum gewidmet. Der letzte, hinter der Gemäldegalerie gelegene Raum steht GegenwartskünstlerInnen für Rauminstallationen zur Verfügung.

Museum für Gegenwartskunst

Martin Johann Schmidt Seit 1997 baut das Stift Admont kontinuierlich eine Gegenwartskunst-Sammlung auf. Sie beinhaltet derzeit Werke von über 100 meist österreichischen Künstlerinnen und Künstlern der jüngeren und mittleren Generation. Diese ständig wachsende Sammlung setzt sich aus zwei Teilen zusammen: aus Ankäufen sowie aus Auftragskunst. Im Zuge des „MADE FOR ADMONT“-Programmes werden kontinuierlich Kunstschaffende in das Stift eingeladen. Auf Basis von Gesprächen mit den Mönchen und der Kulturabteilung, sowie des Lebens im Kloster entwickeln sich Ideen für ortsspezifische Kunstwerke, die zumeist auch realisiert, angekauft und ausgestellt werden. Die so entstehenden Kunstwerke verleihen der Sammlung des Stiftes Admont ihren ganz spezifischen Charakter. Eine Reihe von KünstlerInnen (Rudi Molacek, Lois Renner, Erwin Wurm) hat in den letzten Jahren auf Einladung für das Stift Admont vor allem auf dem Gebiet der Fotokunst bedeutende Serien geschaffen. Die Sammlung beinhaltet ebenso größere Werkgruppen ausgewählter KünstlerInnen, wie etwa von Alfred Klinkan (1950–1994) oder die Schenkung von Hannes Schwarz (
- 1926). In den dafür vorgesehenen Ausstellungsräumen bietet sich für in der Sammlung befindliche Künstlerinnen und Künstlern auch die Möglichkeit für Personalausstellungen.

Kunstwerke bitte berühren!

Hannes Schwarz Besondere Stationen bilden grundsätzlich für Blinde konzipierte Kunstwerke. Diese multimedialen Skulpturen vereinen Kunst und Information. Gleichermaßen für Blinde und Sehgestörte wie für Sehende erdacht, schaffen sie außerhalb der visuellen Erfahrungswelt liegende sinnliche Begreifbarkeitsebenen. Ein Sehender sieht eine solche Station - zugleich auch immer ein sichtbares Kunstwerk - ganz anders, als sie ein Blinder wahrnimmt. Für den einen kann der optische Charakter des Objektes dominieren, während für den anderen die haptischen oder akustischen Qualitäten im Vordergrund stehen. Aus den Kunst-Begegnungen kann sich eine neuer Zugang zur Kunst entwickeln. Hauptsinn und Aufgabe des Museums im Stift Admont soll vor allem sein, sehgeschädigten Menschen einen Zugang zur aktuellen Kunst zu ermöglichen. In Sehenden wiederum soll das Bewusstsein über die so ganz andere Welt der Nichtsehenden sensibilisiert werden. Wichtig ist dem Kloster die Kooperation von Vertretern der Kunst und Kultur, Bildung, Wissenschaft, Medizin sowie von Blinden und Sehgestörten auf nationaler und internationaler Ebene. Für diesen spezifischen Sammlungsteil entstehen im Rahmen des „MADE FOR ADMONT“-Programmes jährlich neue Werke. Kunstwerke bitte berühren!

Museales Rahmenprogramm

Medizin Medizin Medizin
- Die Multimediale Stiftspräsentation des Linzers Peter Hans Felzmann hinterlässt bei den meisten BesucherInnen einen besonders starken Eindruck. Großzügig werden in drei gesonderten Räumen mit modernster Technik und raffinierten Tricks Hintergrundinformationen zum Leben und Werk des hl. Benedikt sowie zum Stift Admont erfahrbar.
- Von der dreigeschossigen Panoramastiege eröffnen sich herrliche Weitblicke über das östliche Klosterareal mit dem Gartenpavillon (fertig gestellt 1661) im Konventgarten, den Admonter Kräutergarten und den barocken Löschteich bis hin zum Nationalpark-Gebiet mit seinen Gesäuse-Bergen sowie den imposanten Haller Mauern im Norden.
- Spezifische „MADE FOR ADMONT“-Produkte und „Dveri-Pax“-Weine aus den stiftischen Weingütern in Slowenien können im Klosterladen und im Blumenhaus erworben werden.
- Die in eigenen Räumlichkeiten untergebrachte Admonter Museumswerkstatt bietet ein ständig wechselndes Programm für Kinder und Jugendliche an.
- Ein Besuch im 1996 neu eröffneten Stiftskeller bildet den kulinarischen Abschluss der Admonter Kulturreise. Modern in die historische Bauhülle integriert, bietet er Platz für 400 Personen und verfügt über zwei Panorama-Terrassen.

Information Kultur & Tourismus:

Benediktinerstift Admont, Bibliothek und Museum, A-8911 Admont 1 Museum des Stiftes Admont – Eröffnung: Mai 2003 – Ausstellungsfläche: 3.600 m² – Nutzungsfläche: 7.600 m² – Architekt: Manfred Wehdorn, Wien – Besucherfrequenz: ca. 70.000 jährlich – Öffnungszeiten: April bis Oktober täglich von 10-17 Uhr Künstlerischer Leiter: Michael Braunsteiner, Wirtschaftlicher Leiter: Christian Gombotz, Leiter Naturhistorisches Museum: Gerald Unterberger Tourismus

Weblinks


- http://www.stiftadmont.at Stift Admont
- http://ezines.onb.ac.at:8080/ejournal/pub/admont/
- http://ezines.onb.ac.at:8080/ejournal/pub/Vol1-97/Essay/cradm2.html
- http://www.dveri-pax.com/ Admont Admont Kategorie:Kirchengebäude in Österreich Kategorie:Museum in Österreich Kategorie:Steiermark Kategorie:Bibliothek Kategorie:Barock

Steiermark

Der österreichische Teil der Steiermark (slowenisch: Štajerska) ist flächenmäßig das zweitgrößte der neun österreichischen Länder. Er grenzt an Slowenien sowie an die Bundesländer Oberösterreich, Niederösterreich, Salzburg, Burgenland und Kärnten. Die Steiermark wird auch die „Grüne Mark“ genannt, rund die Hälfte ihrer Bodenfläche ist bewaldet, ein weiteres Viertel wird von Wiesen, Weiden sowie Obst- und Weingärten eingenommen. Als Hauptfluss ist die Mur zu nennen. Bekannt ist die Steiermark nicht nur für ihren Wein, wie z. B. den Schilcher, der aus der Wildbacher Traube gekeltert wird, und für das steirische „Kernöl“, welches aus Kürbiskernen hergestellt wird und aufgrund seiner ungesättigten Fettsäuren als das gesündeste Speiseöl gilt. Ein Erlebnis ist auch der Besuch einer Steirischen Buschenschänke mit Jause und Most. Das Ennstal mit seinen schroffen Felsen, vom Dachstein bis zum Nationalpark Gesäuse, machen die Grüne Mark auch als alpines Bundesland bekannt. Die Obersteiermark und die oststeirische Thermenregion sind wichtige Tourismusgebiete.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Steiermark
- 1180 wurde die Steiermark zum Herzogtum erhoben (gleichzeitig wurden die lehensrechtlichen Bindungen an das Herzogtum Bayern und das Herzogtum Kärnten gelöst).
- Mit der Georgenberger Handfeste 1186, die 1192 in Kraft trat, wurden die Herzöge von Österreich, zuerst die Babenberger und ab 1282 die Habsburger, auch Herzöge der Steiermark.
- Im Zuge der Habsburgischen Erbteilungen wurde sie der zentrale Teil Innerösterreichs (mit der Residenz Graz).
- Nach dem Ersten Weltkrieg fiel der südliche Teil der Steiermark, der Untersteiermark genannt wurde, an Jugoslawien und ist heute ein bedeutender Teil von Slowenien.
- 1938 nach dem Anschluss Österreichs wurde das Ausseerland nach Oberösterreich („Oberdonau“) ausgegliedert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde diese Region wieder der Steiermark angegliedert.

Verwaltung

Die Steiermark ist in 16 politische Bezirke und eine Statutarstadt (Graz) gegliedert.

Bezirke


- Bruck an der Mur
- Deutschlandsberg
- Feldbach
- Fürstenfeld
- Graz-Umgebung
- Hartberg
- Judenburg
- Knittelfeld
- Leibnitz
- Leoben
- Liezen mit den Politischen Exposituren Gröbming und Bad Aussee
- Mürzzuschlag
- Murau
- Radkersburg
- Voitsberg
- Weiz Siehe auch: Gemeinden in der Steiermark

Politik

Landesregierung

Die 9 Sitze in der Landesregierung werden nach Proporz besetzt.
- Sitzverteilung: 5 SPÖ, 4 ÖVP.
  - Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ)
  - Erster Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer (ÖVP)
  - Zweiter Landeshauptmann-Stellvertreter Kurt Flecker (SPÖ)
  - Landesrätin Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP)
  - Landesrat Johann Seitinger (ÖVP)
  - Landesrätin Bettina Vollath (SPÖ)
  - Landesrat Manfred Wegscheider (SPÖ)
  - Landesrat Helmut Hirt (SPÖ)
  - Landesrat Christian Buchmann (ÖVP)

Landtag

Der steirische Landtag besteht aus 56 Mitgliedern. Neben den beiden Regierungsparteien sind seit der Landtagswahl am 2. Oktober 2005 auch die Kommunistische Partei Österreichs mit 4 Mandaten und die Grünen mit 3 Mandaten vertretenen. Die KPÖ sitzt im neuen Landtag wieder zum ersten Mal seit 1970. Die Partei, die sonst weder in einem anderen österreichischen Landtag noch im Parlament über Mandate verfügt, verdankt den größten steirischen Erfolg der Parteigeschichte vor allem ihrem Spitzenkandidaten Ernest Kaltenegger, der sich in Graz als Wohnbaustadtrat einen Namen gemacht hat.

Wirtschaft

Mit einem Wirtschaftswachstum von 3,8 % erreichte die Steiermark 2004 das höchste Wachstum aller österreichischen Bundesländer, besonders der schnell wachsende Ballungsraum Graz ist hierfür verantwortlich.

Bevölkerung

Minderheiten

Die Volkszählung von 2001 ergab 4.250 slowenische Steirer. Sie sind laut Staatsvertrag (regelt maßgeblich die Minderheitenrechte der Slowenen und Kroaten in Österreich) erst seit 2004 als autochthone Minderheit anerkannt und haben daher im Volksgruppenbeirat Sitz und Stimmrecht.

Sonstiges


- Steirische Landeshymne: Hoch vom Dachstein an Bekannte Produkte der Steiermark sind u. a. Kürbisprodukte wie Kürbiskernöl, Käferbohnen, Schilcher

Siehe auch


- Peter Rosegger

Weblinks


- [http://www.verwaltung.steiermark.at/ Verwaltung des Landes Steiermark]
- [http://www.meinereise.at/rioliste.cfm?bundesland=8 Gemeinden in der Steiermark] Detailinformationen zu allen Gemeinden Kategorie:Österreich ! Kategorie:Bundesland in Österreich als:Steiermark

XviD

XviD ist ein Open-Source-MPEG-4-Video-Codec, der ursprünglich auf dem OpenDivX-Quellcode basierte. Der zugrunde liegende Quellcode von OpenDivX stammte wiederum aus der MPEG-4-Referenzimplementierung des EU-Projekts MoMuSys. Das XviD-Projekt wurde von mehreren freiwilligen Programmierern gestartet, nachdem der Quellcode von OpenDivX geschlossen wurde. Auch der Name des Projekts ist eine Anspielung darauf (XviD ist DivX rückwärts). Durch den unverschlüsselt veröffentlichten Quelltext von OpenDivX bekamen die Programmierer nun die Möglichkeit, den Codec in den grundlegenden Eigenschaften zu verändern und zu optimieren. Zusammen mit DivX und HDX4 ist dieser Codec der bekannteste MPEG-4-Encoder. Wegen patentrechtlicher Schwierigkeiten werden keine offiziellen kompilierten Versionen des Quelltextes vom XviD-Team bereitgestellt. Ein kommerzieller Vertrieb von XviD ist kostenlos, solange man sich an die GPL-Lizenzbedingungen hält. In einigen Staaten wie USA oder Japan fallen zusätzlich Gebühren für die o. a. Patente an. Die momentane stabile Version ist 1.0.3 vom 20. Dezember 2004 und unterstützt das MPEG-4 Advanced Profile. Das heißt, XviD unterstützt nun Advanced Simple Profile Features wie B-Frames, Quarter Pixel Motion Compensation, Global Motion Compensation, Lumi Masking, Trellis Quantization und Custom Quant Matrizen.

Geschichte

Im Januar 200