:: wikimiki.org ::
| Fotografisch |
FotografischAls Fotografie (ältere Schreibweise: Photographie; aus altgr. φως,φωτoς "Licht [der Himmelskörper]", "Helligkeit" und γραφειν, "malen", "schreiben") bezeichnet man:
# ein technisches Verfahren, bei dem mit Hilfe von optischen Verfahren ein Lichtbild auf ein lichtempfindliches Medium projiziert und dort direkt dauerhaft gespeichert wird (analoges Verfahren) bzw. in elektronische Daten gewandelt und dann gespeichert wird (digitales Verfahren);
# das dauerhafte Lichtbild (umgangssprachlich kurz Foto genannt, auch Abzug, Vergrößerung oder Ausbelichtung), das durch fotografische Verfahren hergestellt wird; dabei kann es sich entweder um ein Positiv oder ein Negativ handeln.
Definition
Die Fotografie ist ein Medium, das in sehr verschiedenen Zusammenhängen eingesetzt wird. Fotografische Abbildungen können beispielsweise Gegenstände mit primär künstlerischem (Künstlerische Fotografie) oder primär kommerziellem Charakter sein (Industriefotografie-, Werbe- und Modefotografie). Die Fotografie kann unter künstlerischen, technischen (Fototechnik), ökonomischen (Fotowirtschaft) und gesellschaftlich-sozialen (Amateur-, Arbeiter- und Dokumentarfotografie) Aspekten betrachtet werden. Des Weiteren werden Fotografien auch im Journalismus, in der Medizin und in der Freizeit verwendet.
Die Fotografie ist teilweise ein Gegenstand der Forschung und Lehre in der Kunstgeschichte und der emergierenden Bildwissenschaft; der Kunstcharakter der Fotografie war jedoch lange Zeit umstritten, wird jedoch seit einigen Jahren zunehmend anerkannt. Einige Forschungsrichtungen ordnen die Fotografie der Medien- oder Kommunikationswissenschaft zu (zum Beispiel Werner Faulstich), jedoch ist auch diese Zuordnung umstritten.
Fotografie kann als Ausbildungsberuf (Fotograf), aber auch an Kunstakademien und Fachhochschulen oder autodidaktisch (Fotodesigner) erlernt werden (siehe Fotografische Organisationen). Die Fotografie unterliegt dem komplexen und vielschichtigen Fotorecht; bei der Nutzung von vorhandenen Fotografien sind die Bildrechte zu beachten.
:Die Photographie ist eine wunderbare Entdeckung, eine Wissenschaft, welche die größten Geister angezogen, eine Kunst, welche die klügsten Denker angeregt – und doch von jedem Dummkopf betrieben werden kann (Nadar, 1856).
Fototechnik
Prinzipiell wird mit Hilfe eines optischen Systems, des Objektivs, das von einem Objekt ausgesendete oder reflektierte Licht auf ein lichtempfindliches Medium, beispielsweise die lichtempfindliche Schicht eines Films, projiziert und als (latentes) Abbild darauf fixiert.
Fotoapparat
Film
Der fotografischen Aufnahme dient ein Fotoapparat bzw. eine Fotokamera. Durch Manipulation des optischen Systems (Einstellung der Blende, Scharfstellung, Farbfilterung, die Wahl der Belichtungszeit und der Beleuchtung) stehen dem Fotografen zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten offen. Als höchstentwickelte Fotoapparatbauform hat sich sowohl im Analog- als auch Digitalbereich die Spiegelreflexkamera durchgesetzt
Lichtempfindliche Schicht
Bei der herkömmlichen Fotografie (Analogfotografie, Silber-Fotografie) ist die lichtempfindliche Schicht auf der Bildebene eine Dispersion (im allgemeinen Sprachgebrauch Emulsion). Sie besteht aus einem Gel, in dem gleichmäßig kleine Körnchen eines Silberhalogenids (zum Beispiel Silberbromid) verteilt sind. Je kleiner diese Körnchen sind, umso weniger lichtempfindlich ist die Schicht (siehe ISO 5800), umso besser ist allerdings die Auflösung ("Korn"). Dieser lichtempfindlichen Schicht wird durch einen Träger Stabilität verliehen. Trägermaterialien: Zelluloseacetat, früher Zellulosenitrat (Zelluloid), Kunststofffolien, Metallplatten, Textilien (siehe Film).
Bei der Digitalfotografie besteht das Äquivalent der lichtempfindlichen Schicht aus Chips wie CCD- oder CMOS-Sensoren.
Entwicklung und Fixierung
Durch das Entwickeln wird auf chemischem Wege das latente Bild sichtbar gemacht. Beim Fixieren werden die nicht belichteten Silberhalogenid-Körnchen herausgewaschen, so dass ein Bild auch bei Tageslicht betrachtet werden kann, ohne dass es nachdunkelt.
Ein weiteres älteres Verfahren ist das Staubverfahren, mit dem sich einbrennbare Bilder auf Glas und Porzellan herstellen lassen.
Ein digitales Bild muss nicht entwickelt werden; es wird elektronisch gespeichert und kann anschließend mit der elektronischen Bildbearbeitung am Computer bearbeitet und bei Bedarf ausgedruckt werden.
Geschichte der Fotografie
Siehe: Geschichte und Entwicklung der Fotografie
18. Jahrhundert: Vorläufer und Vorgeschichte
Vorläufer der Fotografie ist die Camera obscura („Dunkle Kammer“), von deren Namen sich auch das Wort Kamera ableitet. Anstelle einer Linse weist diese Kamera nur ein kleines Loch auf, durch das die Lichtstrahlen auf eine Projektionsfläche fallen, von der das (auf dem Kopf stehende) Bild abgezeichnet wurde. In Edinburgh und Greenwich bei London ist eine begehbare, raumgroße Camera obscura eine Touristenattraktion. Siehe auch Laterna magica, Panorama und Diorama. Chemiker wie Humphry Davy begannen bereits, lichtempfindliche Stoffe zu untersuchen und nach Fixiermitteln zu suchen. Ein Durchbruch ist 1550 die Erfindung der Linse, mit der schärfere Bilder erzeugt werden können. 1685: Ablenkspiegel, ein Abbild kann so auf Papier gezeichnet werden.
Humphry Davy
19. Jahrhundert: Die frühen Verfahren
Die erste Fotografie wurde 1826 durch Joseph Nicéphore Niépce hergestellt. 1837 benutzte Louis Jacques Mandé Daguerre ein besseres Verfahren, das auf der Entwicklung der Fotos mit Hilfe von Quecksilber-Dämpfen und anschließender Fixierung in einer heißen Kochsalzlösung oder einer normal temperierten Natriumthiosulfatlösung beruhte. Die auf diese Weise hergestellten Bilder, allesamt Unikate auf versilberten Kupferplatten, nannte man Daguerreotypien. Bereits 1835 erfand der Engländer William Fox Talbot das Negativ-Positiv-Verfahren.
20. Jahrhundert: Einführung der Kleinbildfotografie
Leica führte 1925 den 35-mm-Film ein (siehe Film). Oskar Barnack verwendete dazu herkömmlichen 35-mm-Kinofilm und konstruierte eine Kamera um den Film herum. Anfangs belächelt, ermöglichte erst die 35-mm-Kamera eine mobile, schnelle Fotografie. Dies begründete die moderne Reportagefotografie.
Ende des 20. Jahrhunderts: Einführung der Digitalfotografie
Reportagefotografie
1986 stellte Canon mit der RC-701 die erste kommerziell erhältliche Still-Video-Kamera mit magnetischer Aufzeichnung der Bilddaten vor, Minolta präsentierte den Still Video Back SVB-90 für die Minolta 9000; durch Austausch der Rückwand der Kleinbild-Spiegelreflexkamera wurde aus der Minolta 9000 eine digitale Spiegelreflexkamera; gespeichert wurden die Bilddaten auf 2"-Disketten.
1987 folgten weitere Modelle der RC-Serie von Canon sowie digitale Kameras von Fujifilm (ES-1), Konica (KC-400) und Sony (MVC-A7AF); auch Chinon stellte mit dem CP9-AF eine Rückwand für die digitale Bildaufzeichnung vor. 1988 folgte Nikon mit der QV-1000C und 1990/1991|91 Kodak mit dem DCS-System (Digital Camera System) sowie Rollei mit dem Digital Scan Pack. Ab Anfang der 90er Jahre kann die Digitalfotografie im kommerziellen Bildproduktionsbereich als eingeführt betrachtet werden.
Die Technik der Digitalen Fotografie revolutionierte auch die Möglichkeiten der Digitalen Kunst, insbesondere durch die Technik der Fotomanipulation.
Siehe auch: Chronologie der Fotografie, Geschichte der Fotografie, Liste bedeutender Erfindungen
Differenzierungsbereiche
Die Fotografie lässt sich in verschiedene Stilrichtungen und nach technischen Unterschieden aufteilen. Einteilungen sind beispielsweise möglich nach
- dem verwendeten Gerät (Lochkamera, Sucherkamera, Spiegelreflexkamera, Sofortbildkamera, Digitalkamera, Fachkamera auf optischer Bank oder Laufbodenkamera etc.: Kleinbildfotografie, Mittelformatfotografie, Großformatfotografie, Digitalfotografie usw.
- der Farbwiedergabe der Abbildung: Schwarzweißfotografie und Farbfotografie;
- der Art der Motivwahl und Motivation (Familienfotografie, Stillleben, Reportagefotografie, Portraitfotografie, Aktfotografie, Kriegsfotografie, Werbefotografie, Architekturfotografie, Naturfotografie, Kinderfotografie, Reisefotografie, Partyfotografie usw.)
- dem technisch-gestalterischen Grundkonzepts, wie zum Beispiel Lowkey-Fotografie, Highkey-Fotografie, abstrakte Fotografie, Lomografie,
- dem verwendeten Film- oder Negativformat (Kleinstbildformat, Kleinbildformat, Mittelformat, Großformat),
- der Art der Nachbehandlung (Virage).
Fotografie als Kunst
Der Kunstcharakter der Fotografie war lange Zeit umstritten; zugespitzt formuliert D. Pawek: „Der Fotograf bringt kein neues Sein in die Welt, es macht das Vorhandene nur sichtbar. Der Künstler erschafft die Wirklichkeit, der Fotograf sieht sie.“
Auch der Fotograf Henri Cartier-Bresson, selber als Maler ausgebildet, sah die Fotografie nicht als Kunstform, sondern als Handwerk: „Die Fotografie ist ein Handwerk. Viele wollen daraus eine Kunst machen, aber wir sind einfach Handwerker, die ihre Arbeit gut machen müssen.“ Gleichzeitig wurden gerade Cartier-Bressons Fotografien sehr früh in Museen und Kunstausstellungen gezeigt, so z.B. in der MoMa-Retrospektive (1947) und der Louvre-Ausstellung (1955).
Fotografie wurde bereits früh als Kunst betrieben (Julia Margaret Cameron, Lewis Carroll und Oscar Gustave Rejlander in den 1860ern). Erstmals trat die Fotografie in Deutschland in der Werkbund-Ausstellung 1929 in Stuttgart in beachtenswertem Umfang an die Öffentlichkeit, auch schon mit internationalen Künstlern wie Edward Weston, Imogen Cunningham und Man Ray; spätestens seit den MoMa-Ausstellungen von Edward Steichen (The Family of Man, 1955) und John Szarkowski (1960er) ist Fotografie als Kunst allgemein anerkannt.
Heute ist Fotografie als vollwertige Kunstform akzeptiert: Indikatoren dafür sind die wachsende Anzahl von Museen, Sammlungen und Forschungseinrichtungen für Fotografie, die Zunahme der Professuren für Fotografie sowie nicht zuletzt der gestiegene Wert von Fotografien in Kunstauktionen und Sammlerkreisen. Zahlreiche Gebiete haben sich entwickelt, so die Landschafts-, Akt-, Industrie-, Theaterfotografie u. a. m., die innerhalb der Fotografie eigene Wirkungsfelder entfaltet haben.
Fotografinnen und Fotografen
1960er
Die Fotografie als Objekt der Kunstwissenschaft wurde geprägt durch herausragende Fotografinnen und Fotografen wie beispielsweise - ohne Wertung quer durch die Zeit- und Stilgeschichte der Fotografie - W. H. Talbot, E. S. Curtis, Henri Cartier-Bresson, Ansel Adams, August Sander vor dem 2. Weltkrieg, Otto Steinert, Richard Avedon, Diane Arbus und unzählige andere bis hin zu "Modernen" wie Helmut Newton, Thomas Ruff, Jeff Wall und Wim Wenders. Mit jedem dieser berühmten Fotografen ist eine bestimmte Zeit, eine bestimmte Auffassung von Fotografie, ein persönlicher Stil - möglicherweise innerhalb eines bestimmten Fachgebietes der Fotografie - und eine eigene Thematik verbunden.
Einige Fotografen organisierten sich in Künstlergruppen wie f/64 um Edward Weston in den USA in der ersten Hälfte des 20. Jh. oder arbeiteten zusammen in Foto- oder Bildagenturen wie Magnum Photos oder Bilderberg, andere arbeiten dagegen bevorzugt alleine.
Oft sind künstlerisch bekannte Fotografen in ihrem "Brotberuf" eher unauffällig und durchschnittliche "Handwerker", erst in ihren freien Arbeiten treten sie mit Ausstellungen oder durch Preisverleihungen in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Als Beispiel seien nur der Modefotograf Helmut Newton, der Werbefotograf Reinhart Wolf und der Landschafts- und Architekturfotograf Robert Häusser genannt: sie wurden mit völlig anderen Sujets als denen ihrer täglichen Arbeit bekannt, nämlich Aktfotografie, Food- und Architekturfotografie und mit künstlerischer eigenwilliger Schwarzweiß-Fotografie.
Die Fotografie ist jedoch keine exklusive Kunstform, sondern wird auch von zahllosen Amateurfotografen betrieben; die Amateurfotografie ist der Motor der Fotowirtschaft und Motivation für die Produktion der allermeisten Bilder, deren Zahl weltweit monatlich in die Milliarden geht.
Siehe auch: Liste bedeutender Fotografen
Theorie und Praxis
Die Fotografie wird in zahlreichen Einzeltheorien diskutiert, eine einheitliche und umfassende Theorie der Fotografie existiert jedoch bisher nicht. Die Fotopraxis ist gekennzeichnet durch die gestalterische Gratwanderung zwischen der fotografischen Technik und der gewünschten Bildaussage; sie hat sich in den vergangenen rund sechzig Jahren ausdifferenziert und umfasst zahllose Bereiche von Schnappschussfotografie und Urlaubsfotografie über Luftbildfotografie und wissenschaftliche Fotografie bis hin zu Studiofotografie, spiritistischer Fotografie und digitaler Kunst.
Besondere Bereiche der Fotografie
Es gibt einige Bereiche der Fotografie, in denen zum Teil mit besonderen Gerätschaften oder besonderen Filmen gearbeitet wird oder in denen Probleme auftreten, mit denen der "normale" Fotograf nicht konfrontiert wird. Hierzu zählen u.a. die:
- Astrofotografie
- Aktfotografie
- Luftbildfotografie
- Unterwasserfotografie
- Hochgeschwindigkeitsfotografie
- Holografie
- Infrarotfotografie
- Falschfarbenfotografie
- UV-Fotografie
- Röntgenfotografie
- Kernspuraufnahmen
- Kontaktradiografie
- Kirlianfotografie
- Lomografie
- Naturfotografie
- Schlierenfotografie
Siehe auch
- Fotoagentur
- Portal:Fotografie
- Fotoglossar
- Bildfunktion
- Kunst
- Medienwissenschaft
- Bildgebendes Verfahren
- Filmkunst
- Video
Literatur
Bücher
- Ansel Adams, Die Kamera, Christian 2002 - ISBN 388-472-070-8
- Ansel Adams, Das Negativ, Christian 1998 - ISBN 388-472-071-6
- Ansel Adams, Das Positiv, Christian 1998 - ISBN 388-472-072-4
- Roland Barthes, Die helle Kammer. Bemerkung zur Photographie, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1994
- Pierre Bourdieu, Eine illegitime Kunst: die sozialen Gebrauchsweisen der Photographie, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1983
- Bernd Busch, Belichtete Welt: eine Wahrnehmungsgeschichte der Fotografie, München: Hanser 1989
- Gisèle Freund, Photographie und Gesellschaft, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1993
- Judith Freyer Davidov, Women's Camera Work: Self/Body/Other in American Visual Culture, Duke University Press 1998
- Stefan Hartwig, Gestaltung und Wahrnehmung von Public Relations-Bildern. Lehren aus der Wissenschaft. In: [http://www.gpra.de]
- Wolfgang Kemp (Hrg.), Theorie der Fotografie, 3 Bände
- Hans-Michael Koetzle, Das Lexikon der Fotografen: 1900 bis heute, München: Knaur 2002
- Therese Mulligan, David Wooters, Geschichte der Photographie von 1839 bis heute, Taschen Verlag 2000
- Beaumont Newhall, Geschichte der Photographie, Schirmer, Mosel, München 1998
- Sigrid Schneider und Stefanie Grebe, Wirklich wahr!: Realitätsversprechen von Fotografien, Ostfildern-Ruit : Hatje Cantz], 2004
- Susan Sontag, Über Fotografie, Wien: Hanser 2002
- Susan Sontag, Das Leiden anderer betrachten , Frankfurt am Main: Fischer 2005
- Tom! Striewisch, Der große Humboldt Fotolehrgang, Humboldt-Verlag 2005 - ISBN 389-994-017-2
Zeitschriften
- Fotogeschichte
- EIKON. Internationale Zeitschrift für Photographie und Medienkunst
Weblinks
- [http://www.uni-duesseldorf.de/WWW/ulb/kun.html#bild Düsseldorfer Virtuelle Bibliothek Bildarchive] - Linksammlung
- [http://www.virtuelleallgemeinbibliothek.de/00315ANF.HTM Virtuelle Allgemeinbibliothek Fotoausstellung online] - Linksammlung
- [http://www.photolinks.ch photolinks.ch] - Linksammlung, handverlesen, Deutsch und Englisch
- [http://www.photolink.de Photolink.de]
- [http://www.fotolinx.de/nachrichten Foto Nachrichten] - Fotografie Nachrichten
- [http://www.striewisch-fotodesign.de/lehrgang/ Foto-Lehrgang]
- [http://www.deviantphoto.de/ Fotografie Community deviantphoto.de]
- [http://www.flickr.com flickr.com] - Photo Sharing
!
ja:写真
th:การถ่ายภาพ
Bild (Fotografie)Das fotografische Bild entsteht durch Anwendung optischer Gesetzmäßigkeiten und Apparaturen in Verbindung mit einem lichtempfindlichen Medium, dessen Zustand sich unter Einwirkung von Photonen entweder chemisch oder elektrisch ändert.
Es kann unterschieden werden zwischen
- Positiv und Negativ sowie dem
- analogen und dem digitalen Bild.
Das Positiv entsteht bei Positiv- und Direktpositiv-Verfahren; das Negativ entsteht bei Positiv-Negativ- bzw. Negativ-Verfahren.
Beim analogen Bild wird die fotografische Abbildung als Unikat auf Film oder einer Platte dauerhaft gespeichert; vom Unikat können bei Positiv-Negativ-Verfahren Abzüge oder Vergrößerungen angefertigt werden.
Beim digitalen Bild durchläuft die fotografische Abbildung eine Bildwandlung und wird als entsprechend modifiziertes "Original" auf einem elektronischen Speichermedium gespeichert; das digitale Bild kann verlustfrei dupliziert werden. Beim Anfertigen einer Ausbelichtung entsteht wiederum ein analoges Bild; vgl. Digitalfotografie.
Siehe auch: Positiv, Reproduktion, Grafische Datenverarbeitung, Urheberrecht, Bilddatei, Multimedia, Multimediadatei, Projektion
Kategorie:Fotografie
ko:사진
Abzug (Fotografie)Als Abzug bezeichnet man in der Fotografie nur das Ergebnis einer Kontaktkopie, nicht eine Vergrößerung, oder einer Ausbelichtung; dabei entsteht in der Regel ein Papierbild.
Abzüge als Kontaktkopie haben dieselbe Größe wie die Abmessungen des Aufnahmeformats; wird eine Vergrößerung vom Negativ oder Positiv angefertigt, beträgt die Größe des entstehenden Bildes ein Vielfaches der Größe der Vorlage, dabei wird jedoch in der Regel das Seitenverhältnis beibehalten, das bei der klassischen Fotografie bei 1,5 bzw. 3:2 oder in USA 4:5 liegt.
Eine Ausnahme davon stellt die Ausschnittsvergößerung dar, deren Seitenverhältnis in der Bühne eines Vergrößerers beliebig festgelegt werden; allerdings wird auch die Ausschnittsvergrößerung in der Regel auf ein Papierformat mit bestimmten Abmessungen belichtet.
Bei der Ausbelichtung einer digitalen Vorlage entstehen in der Regel Papierbilder (sogenannte Hardcopies) mit abweichendem Seitenverhältnis von 1,33 bzw. 4:3; dabei wird entweder ein abweichendes Papierformat verwendet, oder der Bildinhalt beschnitten, oder an den Rändern Leerbereiche belichtet.
Der Abzug war früher die mit Abstand beliebteste Präsentationsform der Amateurfotografie; heute sind es meistens Vergrösserungen statt Abzügen, die in speziellen Kassetten oder Alben gesammelt werden. Bei der Präsentationsform der Diaprojektion arbeitet man in der Regel mit dem Original-Diapositiv, also einem Unikat, während es sich bei Abzügen immer um Kopien handelt, die man - wenn auch bei Amateuren unüblich - als Papierpositive bezeichnen kann.
Kategorie:Fototechnik
Kategorie:Fotopraxis
Vergrößerung (Fotografie)Als Vergrößerung bezeichnet man in der Fotografie den Prozess oder das Ergebnis einer optischen Vergrößerung.
Der Prozess der Vergrößerung findet in der Dunkelkammer oder in einem industriellen Fotolabor statt; dabei wird mit Hilfe eines Vergrößerers von der Vorlage ein positives Papierbild erzeugt. Als Vorlage kann entweder ein Negativ verwendet werden, oder ein Diapositiv, das im Farbumkehrverfahren verarbeitet wird.
Das Ergebnis der optischen Vergrößerung ist das Papierbild bzw. der fotografische Abzug; dieser ist i.d.R. ein Positiv, das nach einem Negativ angefertigt wurde und um vieles größer ist als die Vorlage.
Auch bei der Ausbelichtung kann von einer Vergrößerung gesprochen werden.
Kategorie:Fototechnik
AusbelichtungAls Ausbelichten bezeichnet man in der Fotografie den Vorgang der Anfertigung von dauerhaften Abzügen auf Fotopapier. Das Ausgangsmaterial für die Ausbelichtung kann sowohl chemisch-mechanisch (Negativ- oder Positivfilm) als auch digital vorliegen; in der Verarbeitung gibt es auch hybride Prozesse wie Agfa Digiprint, bei dem ein Diapositiv nicht optisch ausbelichtet, sondern zunächst digitalisiert wird.
Formate
Ausbelichtungen aus dem Consumer-Fotolabor werden grundsätzlich in Standardformaten angefertigt; das Seitenverhältnis liegt dabei beim Kleinbildformat (Negativgröße von 24 × 36 mm, bei gerahmten Dias etwa 34 × 22 mm) sowie bei digitalen Spiegelreflexkameras in der Regel bei 2:3, während die meisten Digitalkameras einen Sensor mit dem Seitenverhältnis 4:3 besitzen.
Folgende Abmessungen bzw. Papierformate sind bei Ausbelichtungen üblich:
Standardformate:
- 9 × 13 cm (9 × 12 cm)
- 10 × 15 cm (10 × 13 cm)
- 13 × 18 cm (13 × 17 cm)
- 18 × 24 cm
Posterformate:
- 20 × 30 cm (20 × 28 cm), etwa DIN A4
- 30 × 40 cm, etwa DIN A3
- 40 × 60 cm
- 50 × 70 cm
- 60 × 80 cm
Professionelle Labors liefern Ausbelichtungen in jedem technisch machbaren Format.
Digitales Ausgangsmaterial
Bei digitalem Ausgangsmaterial wird die sinnvoll erreichbare Größe des ausbelichteten Abzugs unter anderem durch die Auflösung des CCD- bzw. CMOS-Sensors bestimmt, die in Megapixeln (Kurzform für Millionen Pixel) oder dpi (Dots per inch) angegeben werden kann.
Orientierungshilfen
Folgende Werte können als erste Orientierungen verwendet werden:
Weitere Einflussfaktoren
Die Megapixel-Auflösung ist zwar für eine erste Orientierung hilfreich, jedoch spielen auch andere Faktoren eine Rolle:
- Die Bedeutung der optischen Leistung des Objektivs sowie der kamerainternen Bildverarbeitungselektronik und -algorithmen nimmt insbesondere bei Kameras höherer Leistungsklassen (ab etwa 5 Megapixel) zu; eine hochwertige Optik oder eine rauscharme Bildverarbeitung kann bei einer vergleichsweise niedrigen Auflösung zu höherwertigen Ausbelichtungen führen als eine schlechte Optik mit verrauschender Bildverarbeitung aber hoher Auflösung. Insbesondere bei digitalen Kompaktkameras, deren sehr kleine Sensoren seit etwa 2004 Auflösungen mit 5 MegaPixeln anbieten und Ende 2005 bereits 10 Megapixel erreicht haben, ist die Verwendbarkeit für große Ausbelichtungen wegen des sehr hohen Rauschpegels stark eingeschränkt.
- Die Kompression und Schärfungsverfahren bei Formaten wie JPEG sollte behutsam eingesetzt werden; zu hohe Kompressionsraten führen u.a. zu unnatürlichen Hauttönen, treppigen Farbverläufen und anderen Artefakten, übertriebene Schärfung zu Artefakten besonders an scharfen Konturen.
- Unproblematisch sind in der Regel die Farbräume sRGB und Adobe RGB; andere können, müssen aber nicht zu brauchbaren Ergebnissen führen.
Bestimmung der Mindest-Auflösung
Zur präziseren Bestimmung der Mindest-Pixelzahl kann die Faustregel verwendet werden, mindestens 60, besser 100 Pixel pro Zentimeter Bildseite, d. h. 3600 bis 10.000 Pixel pro Quadratzentimeter, zu kalkulieren. Daraus ergibt sich für einen Abzug im Format 10 × 13 cm eine Mindestauflösung von 1,3 Megapixeln bzw. 1000 × 1300 Pixel).
Betrachtungsabstand
Entscheidend für die subjektiv wahrgenommene Bildqualität ist der Betrachtungsabstand in Verbindung mit der Auflösung des menschlichen Auges, die in Winkelminuten angegeben wird und je nach medizinischer Quelle zwischen ein und zwei Winkelminuten liegt. Eine Winkelminute bedeutet, dass das Auge Details unterscheiden kann, die etwa 0,017° voneinander entfernt liegen; ein entsprechend Scharfsichtiger kann mit dieser Sehleistung noch einen Krümel von 0,3 mm Durchmesser auf einen Meter Abstand erkennen (tan 0,017° mal 1 Meter).
Als Orientierung kann man beispielsweise bei Ausbelichtungen in Postergrößen eine Sehleistung von einer Winkelminute bzw. bei der Projektion eine Sehleistung von zwei Winkelminuten ansetzen; dies entspricht bei der Projektion einer Mindestauflösung von 1,5 Megapixeln, durch Verdopplung in beiden Raumrichtungen sind dies bei einem Poster dann bereits sechs Megapixel. Ein aus einem Abstand von einem Meter betrachtetes Poster im Format 50 × 70 cm muss also mindestens in 500/0,3 × 700/0,3, also 1666 × 2333 Pixel bzw. 3.886.778 oder rund 4 Megapixel zerlegt werden, um uneingeschränkt scharf zu wirken.
Ausbelichtungs-Einheit
Letztlich beeinflusst auch die Auflösung der Ausbelichtungs-Einheit das Ergebnis; gebräuchlich sind Maschinen mit 150, 300 und 400 dpi bzw. ppi; Zeitschriften werden meist mit einer Druckauflösung von 150 ppi produziert, während die besten Fotobelichter eine Auflösung von 400 ppi erreichen. Die Auflösungen der Fotobelichter werden oft formatabhängig eingestellt: Kleinere Bilder werden z. B. mit 300 dpi belichtet, größere mit 150 dpi. Geht man von einer 1:1 Zuordnung Pixel-zu-Dot aus, dann kann man bei einer 4-MPixel Kamera bei 300 dpi bis 18 cm (lange Achse des fertigen Bilds) mit einer guten Bildqualität rechnen, bei 150 dpi mit 36 cm.
Diese Werte dürfen nicht verwechselt werden mit den Angaben von Consumer-Fotodruckern, die nach dem Tintenstrahldruckerprinzip arbeiten; hier werden die Bildpixel zur Halbtonbildung aus bis zu 16 Dots gebildet, eine Auflösungsangabe von 2440 dpi aus der Werbung entspricht dann also effektiv rund 150 dpi bei einem Fotobelichter.
Analoges Ausgangsmaterial
Die Schärfeleistung und Körnung eines fotografischen Films bestimmen bei analogem Ausgangsmaterial die mögliche Bildqualität; diese Parameter werden wiederum vor allem von der Filmempfindlichkeit beeinflusst: Hochempfindliche Filme (800 bis 1600 ASA) haben prinzipiell eine geringere Schärfe als niedrigempfindliche Filme (25 bis 50 ASA); die gebräuchlichen Alltagsfilme mit 100/21° ISO genügen jedoch sowohl in Bezug auf Schärfe als auch auf die Körnung allen normalen Anforderungen.
Diafilme bieten eine enorme Auflösung von bis zu 10.000 dpi; entsprechend einem Digitalbild liegt die Auflösung eines Diafilms also etwa bei 14.250 × 9.500 Pixeln = 135 Megapixeln, was einer unkomprimierten Dateigröße von rund 387 Megabytes entspräche. Der qualitativ begrenzende Faktor in der Analogfotografie ist jedoch die Optik der Kamera: Je nach Güte schwankt dieses zwischen 1500 und etwa 2600 dpi, dies entspricht etwa drei bis neun Megapixeln unter praktischen Bedingungen.
Siehe auch
- Digitalkamera
- Digitaler Bilderdienst
- Elektronische Bildverarbeitung
- Bildgebendes Verfahren
Literatur
- Carsten Meyer und Peter Walz: Bilderfabriken. Mehr aus Digitalfotos machen: Aus Pixeln werden echte Bilder. In: c't 15/04, S. 180
Weblinks
- [http://www.kefk.net/Fotografie/Kameras/Digital/Leistungsklassen/Auflösung/index.asp Leistungsklassen von Digitalkameras nach Auflösung des Sensors]
Kategorie:Fotopraxis
Positiv (Fotografie)Ein Positiv (Fotografie) ist zumeist das Endprodukt der Fotografie mittels Film (Fotografie).
Der Prozess der Herstellung eines Bildes umfaßt dabei grundsätzlich zwei Schritten:
# Die Belichtung des Filmes und Entwicklung mit dem Ergebnis eines Negativs (Negativ-Verfahren).
# Die Belichtung des Fotopapiers (oder eines Films) mit dem Negativ zur Herstellung des Positivs (Positiv-Verfahren).
Das Positiv stellt dann die Farben und Grauwerte wieder entsprechend der Helligkeit des Motivs der Aufnahme dar. Von einem Negativ können beliebig viele Positive hergestellt werden. Der Begriff Abzug leitet sich in der Fotografie von dieser Eigenschaft des Prozesses ab und ist somit ein Synonym für das Positiv.
Bei einem Diafilm hingegen ergibt nach der Entwicklung direkt ein Diapositiv.
Kategorie: Fototechnik
Kategorie: Fotopraxis
NegativfilmAls Negativfilm bezeichnet man einen fotografischen Film, dessen Farben oder Grauwerte in den umgekehrten Abstufungen aufgezeichnet und entwickelt werden. Durch die erneute Farbumkehr bei der Entwicklung der Abzüge ergibt sich ein farb- und tonwertrichtiges Bild. Negativfilme gibt es in allen Aufnahmeformaten.
Das Gegenteil ist der so genannte Diafilm (Postivfilm, Umkehrfilm), der direkt zu einem
farb- und helligkeitsgetreuen Bild entwickelt wird.
Praxis
Die meisten in der Amateurfotografie genutzen Filme sind heute Negativmaterialien, ebenso sind fast alle Schwarzweißfilme Negativfilme (Ausnahme: Agfa Scala, ein SW-Farbumkehrfilm).
Farbnegativfilme sind heute als Mehrschichtfilme aufgebaut, die nach einem chromogenen Verfahren verarbeitet werden, und besitzen Farbmasken. Eine Ausnahme bildet der Kodak Kodachrome-Film, der vielen Amateurfotografen nur als Umkehrfilm bekannt ist, jedoch auch als Negativfilm erhältlich ist und ohne Farbkuppler in der Emulsion auskommt.
Vor- und Nachteile
Die praktischen Vorteile der Negativfilme liegen vor allem im größeren Belichtungsspielraum des Filmmaterials (bis zu +/- drei Blendenstufen) sowie in der großen Verbreitung der Entwicklungslabore; nahezu alle Negativfilme werden heute im standardisierten Entwicklungsprozess C-41 verarbeitet.
Professionelle Fotografen und anspruchsvolle Amateure arbeiten jedoch aufgrund der höheren Präzision bevorzugt mit Umkehrfilmen.
Fotowirtschaft
Nach Branchenschätzungen werden weltweit pro Jahr rund 2,7 Milliarden Farbnegativfilme belichtet; bei angenommenen 24 Bildern, die pro Film ausbelichtet werden, wären dies 65 Milliarden Papierbilder.
Siehe auch
- Filmempfindlichkeit
- Filmpatrone
- Farbfotografie
- Internegativfilm
Marken
- Agfa Agfacolor
- Fuji Fujicolor
- Kodak Kodacolor
Weblinks
- http://www.fotoline.ch/FOTOintern/98-08/farbnega.htm - Alle Farbnegativfilme des Weltmarktes (FOTO-intern)
Kategorie:Fototechnik
Künstlerische FotografieAls künstlerische Fotografie werden Anwendungen fotografischer Mittel bezeichnet, deren Anliegen inhaltlich ausgedrückt werden sollen (und meist nicht unmittelbar die kommerzielle Verwertung ist). In der künstlerischen Fotografie wird das Medium Fotografie als künstlerisches Ausdrucksmittel oder zum Erzielen aufklärerischer, sozialkritischer oder anderer ideologischer bzw. politischer Wirkungen verwendet. Die Differenzierung zwischen künstlerischer und angewandter Fotografie hat sich etwa ab 1945 herausgebildet.
Die Anfänge der künstlerischen Fotografie setzen stilistisch in der Kunst des späten Biedermeier an, deren Ziel die möglichst authentische Darstellung der Wirklichkeit war. Die künstlerische Fotografie löste sich jedoch rasch von dieser Zielsetzung und gliederte sich in zahlreiche Stilrichtungen und Genres auf.
Zur künstlerischen Fotografie gehören zumindest teilweise die Stilrichtungen Dokumentar-, Reportage-, Porträt-, Industrie-, Architektur-, Werbe-, Mode-, Akt-, Natur- und Landschafts-, Genre- und experimentelle Fotografie.
Zeitschriften:
- Camera Work
Galerien:
- Galerie 291
Bedeutende Vertreter:
- Edward Steichen,
Genres:
- Dadaismus
- Surrealismus
Typische Methoden:
- Fotografik
- Fotogramm
- Pseudo-Solarisation
- Schadografie
- Fotomontage
- Chemographie
Bedeutende Vertreter:
- László Moholy-Nagy
- Man Ray
- Christian Schad
Bedeutende Vertreter:
- George Grosz,
- John Heartfield,
- Hannah Höch,
- Klaus Staeck
- Annegret Soltau
Siehe auch
Portal:Fotografie, Geschichte der Fotografie, Chronologie der Fotografie, Theorie der Fotografie, Fotoästhetik.
Literatur
- U. Berns: Fotografie und Fotolabortechnik. Itzehoe, 1990
- Otto Croy: Schritt um Schritt zur Foto Grafik. Seebruck: Heering 1964/1972
- W. Koschatzky: Die Kunst der Photographie – Technik, Geschichte, Meisterwerke. Köln, 1993
- Fritz Matthies-Masuren: Die künstlerische Photographie. Bielefeld u. Leipzig: Velhagen & Klasing 1922
- H. Schulz: Fotoschule. München, 1989.
Kategorie:Fotopraxis
Kategorie:Fototheorie
ModefotografieDie Modefotografie ist ein Zweig der Fotografie, in dem es darum geht, Kleidermode abzubilden – meist zum Zwecke der Werbung und des Verkaufs.
Die ersten Modefotos hat 1856 Adolphe Braun gemacht, der ein Buch mit 288 Fotografien der Virginia Oldoini, comtesse de Castiglione, einer toskanischen Edeldame am Hof Napoleon III., veröffentlichte. Die Comtesse führte auf diesen Bildern ihre Garderobe vor und wurde so das erste Fotomodell der Geschichte.
Zu Anfang des 20. Jahrhunderts erschienen Modefotografien in Zeitschriften wie „La Mode practique“ oder „Les Modes“. Als Condé Nast im Jahr 1909 das Magazin Vogue übernahm, begann die Modefotografie durch die neu entwickelten Inszenierungen der Bilder, die Baron Adolf de Meyer entwickelte, einen eigenen Status zu entwickeln. Meyer bildete die Fotomodelle in natürlicher Umgebung und natürlichen Posen ab. Die Vogue und ihre stärkste Konkurrenz, Harper's Bazaar, führten die Modefotografie in den Zwanziger und Dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts zu einer angesehenen Kunstform. Wichtige Protagonisten in dieser Zeit waren Edward Steichen, George Hoyningen-Huene, Horst P. Horst oder Cecil Beaton. In Berlin arbeitete Yva erfolgreich in ihrem Studio, in dem Helmut Newton ausgebildet wurde. Der zweite Weltkrieg bedeutete für die Modefotografie eine wichtige Zäsur. Der Schwerpunkt der Arbeit der Modefotografen verlagerte sich von Europa in die USA. Dort standen sich die beiden großen Konkurrentinnen Vogue und Harper's Bazaar gegenüber. Ihre Hausfotografen wie Irving Penn, Regina Relang, Martin Munkacsi, Richard Avedon, Louise Dahl-Wolfe sollten den "Look" der Modefotografie für die nächsten Jahrzehnte entscheidend prägen. Die Modefotografie löste sich aus ihren starren Positionen und entwickelte eine freiere Bildsprache. Der Fotograf Martin Munkacsi lichtete 1936 als erster Models am Strand in sportlichen Posen ab und beeinflusste damit seine jüngeren Kollegen. Unter der künstlerischen Leitung von Alexander Brodovich setzte gerade Harper's Bazaar diese neue Bildauffassung in ihrem Magazin durch.
= Bedeutende deutsche Modefotografen =
- Walter E. Lautenbacher
- Yva, Else Neuländer-Simon
- Regina Relang
- Martin Munkacsi
- Helmut Newton
- Peter Lindbergh
- Erwin Blumenfeld
- Horst P. Horst
Weblinks
- [http://www.fcgundlach.de/ F.C. Gundlach]
Kategorie:Fotografie
FototechnikUnter der Sammelbezeichnung Fototechnik werden alle nicht-künstlerischen Geräte, Methoden und Prozesse bezeichnet, die in der Fotografie verwendet werden; die Fototechnik wird heute maßgeblich von den Entwicklungen der Fotowirtschaft geprägt und weniger von herausragenden einzelnen Pionieren der Fototechnik. Der Begriff Fototechnik ergänzt das benachbarte Begriffsfeld Fotopraxis, die sich mit der Anwendung der Fototechnik beschäftigt, sowie die Fototheorie (Theorie der Fotografie), deren Gegenstand die theoretischen Grundlagen (z. B. Fotoästhetik) sind.
Prozesse und Verfahren
Fototechnik umfasst folgende Bereiche im Prozess der Entstehung, Bearbeitung, Speicherung und Präsentation eines fotografischen Bildes:
Erstellen
Die Fototechnik umfasst sämtliche technischen Arbeitsmittel zum Erstellen der fotografischen Abbildung wie
- fotografische Apparate; siehe hierzu auch Kamerahersteller,
- Objektive (Wechselobjektive),
- Hilfsmittel (fotografisches Zubehör), z. B. Stative, Blitzgeräte
sowie deren Funktion und Eigenschaften (z. B. Lichtstärke, Brennweite und Bildwinkel eines Objektivs oder Blende und Verschluss einer Kamera).
Des weiteren zählen hierzu
- Kamerasysteme und die dazugehörigen Komponenten (z. B. Systemkamera),
- Fotostudiotechnik, z. B. Blitzanlagen und andere Beleuchtungseinrichtungen, Aufheller, Hintergründe usw.,
- die Belichtungsmessung, deren physikalische Grundlagen und Gesetzmäßigkeiten (siehe Belichtung, Belichten) und die dafür verwendeten Gerätschaften,
Aufzeichnen
Fototechnik umfasst auch das lichtempfindliche Aufzeichnungsmedium (z. B. Filmen bei analogen Kameras bzw. CMOS-/CCD-Sensor und Speicherkarte bei digitalen Kameras).
Verarbeiten
Die Verarbeitung bezieht sich in der analogen Fotografie vor allem auf das noch nicht lichtbeständige Bild.
Zu den fototechnischen Aspekten der Verarbeitung des fotografischen Bildes zählt
- allgemein die Fotolabortechnik sowie
- die Verarbeitung von Filmen bei der Filmentwicklung im Fotolabor oder in der Dunkelkammer und
- das Anfertigen von und Abzügen (Prints), Kontaktkopien oder Vergrößerungen sowie
- bei Digitalkameras der Transfer vom Speichermedium in einem Computer.
Bearbeiten
Ein Randaspekt der Fototechnik ist die Bildbearbeitung, deren Schwerpunkte jedoch eher im Bereich der Fotopraxis liegen; Bildbearbeitung bezieht sich auf das fertige, lichtbeständig fixierte Bild. Die Bearbeitung umfasst Techniken des Digital Imaging sowie klassische Methoden wie Aufhellen, Viragieren, Colorieren, Retouchieren usw.
Archivieren
Das lichtbeständige Bild wird in Archivsystemen (z. B. Archivschränke) aufbewahrt und durch technische Hilfsmittel zur Archivierung wie Bilddatenbanken wiederauffindbar gemacht. Dabei gehören Archivschränke, Dia- und Negativhüllen usw. zur Fototechnik, das Information-Retrieval jedoch eher zur Fotopraxis im weiteren Sinne.
Präsentieren
Abschließend zählen auch die technischen Hilfsmittel zur Präsentation der fotografischen Bilder zur Fototechnik, z. B. Diaprojektor oder Videoprojektor für eine Diashow sowie Bilderrahmen und Passepartout für eine Ausstellung in einer Fotogalerie. Im weiteren Sinne zählt zur Präsentation auch das Erstellen einer Publikation (z. B. Bildband). Auch hier gibt es zahlreiche Überschneidungen zur Fotopraxis, die sich beispielsweise damit beschäftigt, wie eine Dishow dramaturgisch aufgebaut sein sollte. In Bezug auf Ausstellungen siehe auch Ausstellung- bzw. Museumsdidaktik.
Literatur
- Jost J. Marchesi: Handbuch der Fotografie
- Band 1: Geschichte, chemische und optische Grundlagen. 304 Seiten. Verlag Photographie, Gilching 1993. ISBN 3933131189
- Band 2: Sensitometrie, Fotografische Systemfehler, Negativtechnik, Positivtechnik, Lichtempfindliche Schichten... 288 Seiten. Verlag Photographie, Gilching 1995. ISBN 3933131197
- Band 3: Die Technik der Farbfotografie. 303 Seiten. Verlag Photographie, Gilching 1998. ISBN 3933131200
Siehe auch
- Portal:Fotografie
- Fotowirtschaft
- Index der Fotoanbieter
- Glossar fotografischer Begriffe.
Kategorie:Fototechnik
FotowirtschaftAls Fotowirtschaft bezeichnet man
# die Gesamtheit der zur fotografischen Branche zugehörigen Unternehmen und Dienstleister sowie
# eine 1950 begründete, monatlich erscheinende Fachzeitschrift (FOTOwirtschaft - Das Wirtschaftsmagazin für die Fotobranche) aus dem Jahr Top Special Verlag mit einer verkauften Auflage von 3.634 Exemplaren (IVW II/03).
In der Fotowirtschaft wird klassisch unterschieden zwischen
- fotochemischer Industrie - Herstellung von fotografischem Aufnahmematerial, Papier, Entwickler usw.; und
- fototechnischer Industrie - Herstellung von fotografischen Apparaten, Objektiven, Projektoren, Messgeräten usw.
Heute kommt noch der Bereich des Imaging, insbesondere Digital Imaging, und Teile der Videoindustrie hinzu.
Wirtschaftliche Kennzahlen
2003 wurden weltweit so viele Kameras verkauft, wie nie zuvor in einem Jahr: über 100 Millionen Stück. Rund 46 Prozent aller verkauften Kameras sind digitale, 54 Prozent analoge Modelle. Daneben wurden 420 Millionen Einwegkameras verkauft; nach anderen Berechnungen lag der Anteil der verkauften Digitalkameras bereits bei über 70 Prozent bei einem insgesamt wachsenden Markt.
2002 wurden rund 5,4 Mio. Kameras im Wert von rund 1,25 Milliarden Euro verkauft, etwa drei Viertel der Summe entfallen auf Digitalkameras; dies entspricht rund 2,4 Mio. verkauften Digitalkameras. Insgesamt wurden Amateurfotoprodukte für rund 4,2 Milliarden Euro verkauft.
Einen Eckpfeiler der Fotowirtschaft bildet zunehmend der Handel mit Zubehör und Serviceleistungen; mit Filmen, Fotobearbeitung und Zubehör wurden bereits 2,4 Milliarden Euro umgesetzt. Es wurden 2,2 Millionen digitale Speichermedien verkauft, dies entspricht einem Zuwachs um 160 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Die Menge der digital gefertigten Fotos stieg von 157 Millionen im Jahr 2001 auf 400 Millionen im Jahr 2002. Rückläufig ist dagegen der Umsatz mit Rollfilmen; er ging um 17 Prozent auf 530 Millionen Euro zurück.
Ab etwa 2001 geht der Verkauf von analogen Kameramodellen ist zurück; sowohl die Stückzahlen (-10 %) als auch der Umsatz (-13 %) gingen signifikant zurück. Bis etwa 1999 gab es eine etwa gleich verteilte Koexistenz von digitaler und analoger Fotografie.
Ende der 70er Jahre verfügten rund 77 Prozent aller deutschen Haushalte über einen Fotoapparat. Der Produktionswert der fotochemischen Industrie lag 1978 in der BR Deutschland bei 1,41 Milliarden DM, der der fototechnischen Industrie bei 2,04 Milliarden DM. Der Wert der weltweiten Produktion wird auf 40-45 Milliarden DM geschätzt, davon entfielen etwa 80 Prozent auf die USA, Japan und Deutschland.
Weiterführende statistische Marktinformationen liefert der BV Foto unter [http://www.bv-foto.de/version2/markt.htm].
Einkaufskooperationen
In der bundesdeutschen Fotowirtschaft gibt es vier bedeutende Einkaufskooperationen:
- Ringfoto GmbH & Co. ALFO Marketing KG,
- Europa-Foto GmbH, Verbund europäischer Fotofachhändler,
- Imaging Photo Group GbR (IPG) und
- Porst AG.
Verbände und Organisationen
Die Interessenvertretung der Foto- und Imagingindustrie in Deutschland ist der 1948 gegründete Photoindustrie-Verband e. V. (PIV) mit Sitz in Frankfurt am Main; vertreten werden die verschiedenen Sparten der Fotowirtschaft (Feinmechanik und Optik, Fotochemie, Fotoelektronik, Digital Imaging, Videotechnik und Zubehör) und ist Mitveranstalter der Photokina.
Der Foto-Einzelhandel wird in Deutschland durch den Bundesverband des Deutschen Foto-Fachhandels e. V. (BV Foto) mit Sitz in Köln vertreten; er schloss sich 2001 zusammen mit dem Bundesverband Technik des Einzelhandels (BVT), dessen Schwerpunkte Einzelhandelsunternehmen aus den Branchen Konsumelektronik, Telekommunikation, PC/Multimedia, Elektro-Hausgeräte, Küchen und Beleuchtung bilden. Beide Verbände sind dem Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) angeschlossen.
Messen und Ausstellungen
- Internationale Funkausstellung, Berlin;
- Photokina - Weltmesse des Bildes, Köln.
Siehe auch
- Index der Fotoanbieter
- Portal:Fotografie
- Fotografische Organisationen
Weblinks
- [http://www.photoindustrie-verband.de/ Photoindustrie Verband e. V.],
- [http://www.bv-foto.de/ Bundesverband des Deutschen Foto-Fachhandels e.V.] (BV Foto),
- [http://www.bvt-ev.de/ Bundesverband Technik des Einzelhandels] (BVT),
- [http://www.fotowirtschaft.de/ Fotowirtschaft] - Die Foto-Homepage für Industrie und Handel
Kategorie:Fotowirtschaft
AmateurfotografieDie Amateurfotografie ist ein Sammelbegriff für die Fotografie von Nicht-Berufsfotografen, also von Amateurfotografen. Dabei enthält der Begriff allerdings keinerlei qualitative Wertung. Auch wenn Berufsfotografen eine Ausbildung genossen haben, gibt es viele Amateurfotografen welche zu gleichwertigen Ergebnissen kommen und auch sehr ähnlich arbeiten.
Nicht zu den Amateurfotografen gerechnet werden Nicht-Berufsfotografen im Bereich der wissenschaftlichen Fotografie, wie Berufsastronomen und Amateurastronomen, die auf dem Gebiet der Astrofotografie tätig sind.
Bedeutung der Amateurfotografie
: "Vielleicht ist die wahre, totale Photographie [...] ein Haufen von Bruchstücken privater Bilder, vor dem zerknitterten Hintergrund der Zerstörungen und der Krönungen" (Italo Calvino, 1957).
Soziologische Studien in der Tradition von Pierre Bourdieu unterstellen der Amateurfotografie den Zweck, den Zusammenhalt der Familie zu gewährleisten und zu fördern; Autoren wie Susan Sontag übernehmen diese Sichtweise weitgehend unreflektiert, der Fotohistoriker Timm Starl widerspricht ihr jedoch vehement.
In einer umfangreichen empirischen Studie wertete er Mitte der 90er Jahre insgesamt 72.388 Abzüge aus dem Besitz von 242 Personen aus, die zwischen 1885 und 1989 entstanden waren; demnach geben Feiern und Feste mit 3,3 Prozent nur selten Anlass zum Fotografieren; Fotografien von Familienmitgliedern und Freunden machen weitere 14,2 Prozent aus, dabei konstatiert er einen zunehmenden Anteil an Familienfotografien. Rund 40 Prozent aller Bilder zeigen keine Personen.
Eine besondere Bedeutung haben Amateurfotografien für die Historiographie und der Soziologie, da sie gerade das dokumentieren, was künstlerische und massenmediale Bilder nur gefiltert wiedergeben: das mehr oder minder authentische private und kulturelle Umfeld der Amateurfotografen und die Sichtweise, die der Fotografierende von sich und seinem Umfeld zeigen will.
Brisant sind auch häufig die Amateurfotografien von Soldaten; so stammen zahlreiche Bilddokumente aus dem Zweiten Weltkrieg, von Kriegsgefangenen und Konzentrationslagern von soldatischen Knipsern, die an propagandistischer Filterung vorbei fotografiert wurden. Ähnliches gilt auch beispielsweise für den Vietnamkrieg.
Sehr ambivalent wurde dagegen die halbprivate Bildproduktion aus dem dritten Golfkrieg aufgenommen, die beispielsweise Privataufnahmen der US-Militärs in Husseis Foltergefängnis Abu Ghreib von den "Vollzug der absoluten Unterwerfung, Dressur des sogenannten Gegners im 24-Stunden-Rhythmus, das Einbleuen der Werte der freien westlichen Welt" bebildern; in diesem Zusammenhang spricht Peter V. Brinkemper von einem fortdauernden "Medienkrieg der schmutzigen Bilder" und berichtet davon, dass das Militär ein Fotografie-Verbot für Video-, Digital- und Handycams erlassen habe (Photonews 7-8/04, S. 3).
Die Amateurfotografie spielt generell zur geschichtlichen Dokumentation eine große Rolle. So sind uns Bilder von vielen Lokomotiven hauptsächlich durch Amateurfotografen erhalten, die häufig die reizvollsten Stellen für die Aufnahmen von Eisenbahnzügen kennen. Auch viele andere Bilder, die gut die Entwicklung von technischen Anlagen aller Art zeigen, entstammen meist nicht den Kameras von Berufsfotografen.
Generell findet man im Bereich der Amateurfotografie fast alles an Fotomotiven, was mit den verwendeten Kameras fotografierbar ist. Hierunter auch zahlreiche Motive, die wegen ihrer Seltenheit (oder auch weil Berufsfotografen hierfür nicht engagiert werden) nicht von Berufsfotografen aufgenommen werden.
Die wissenschaftliche Fotografie im Allgemeinen ist ein Betätigungsfeld der "Amateurfotographen", da praktisch kein Wissenschaftler ein ausgebildeter Fotograf ist oder war.
Trickaufnahmen/Foto-Hoaxes
Auch Trickaufnahmen werden von Amateurfotografen gern gemacht. Nicht selten werden mit geeigneten Maßnahmen auch UFO Fotos gefälscht.
Geschichte und Entwicklung
Die Amateurfotografie entstand parallel zur Entwicklung der Fotografie um 1840; der Gegenpol zur Amateurfotografie – die Berufsfotografie – differenzierte sich parallel dazu ebenfalls ab 1840 aus: Beide Verwendungsformen entwickeln sich bereits in den ersten Jahren der Fotografie, und viele namhafte frühe Fotografen waren Fotoamateure, also Personen, die ihren Lebensunterhalt nicht mit der Fotografie bestritten.
Beschleunigt wurde die Ausdifferenzierung der Amateurfotografie vor allem durch drei Faktoren, welche die fotografische Praxis vereinfachten:
# Mit der Entwicklung der Handkameras ab den 1870er Jahren wurden Fotoapparate mobil und konnten situationsbezogen vergleichsweise spontan eingesetzt werden; ein typisches Beispiel ist C. P. Stirn's patentirte photographische Geheim-Camera von 1886, die 30 Mark kostete und ein Plattenmagagzin für sechs Momentfotografien enthielt.
# Mit der Entwicklung lichtstarker Objektive wie beispielsweise Voigtländers Euryscop von 1878 und Steinheils Antiplanet von 1881 konnten die Belichtungszeiten verkürzt werden, das Fotografieren von Momentaufnahmen wurde möglich.
# Mit der Erfindung von Maddox' Gelatine-Trockenplatte 1871 wurde die Verarbeitung fotografischer Platten vereinfacht; Platten konnten erstmals industriell gefertigt, so beispielsweise in Johann Sachs' Glaserei für fotografische Glasplatten in Berlin, und über einige Monate gelagert werden; auch das Mitführen eines Dunkelkammerzeltes, wie es das Kollodium-Nassverfahren noch erzwang, wurde überflüssig, da ab den frühen 1880er Jahren Wechsel- oder Doppelcassetten sowie Plattenmagazine verfügbar wurden, die eine Tageslichtwechselung ermöglichten.
Eine verbreitete Kamerabauform im ausgehenden 19. Jahrhundert war der so genannte Schülerapparat, eine einfache Kamera mit preiswerter Landschaftslinse, die jedoch als Aufnahmematerial – wie auch die zeitgenössischen Geheimkameras – noch Glasplatten verwendeten. Aus dem Jahr 1881 stammt das erste deutschsprachige Handbuch für Amateurfotografen von Haugk und Wilde (Ausführliche Anleitung, die Photographie mit der neuen, äußerst empfindlichen und haltbaren Gelatine-Emulsions-Platten, ohne eingehende Fachstudien leicht und sicher zu erlernen. Für Touristen [...] und Alle, welche die Photographie [...] zum Vergnügen betreiben wollen).
Die Amateurfotografie im engeren Sinne beginnt um 1888 mit der Etablierung der ersten industriell gefertigten und massenhaft verbreiteten Handkameras wie der Kodak No. 1. Ab diesem Zeitpunkt waren Fotografie durch den Rollfilm, kompakte Fotoapparate und eine komfortable Verarbeitung hinreichend einfach und mobil geworden, um weitere Kundenschichten zu erschließen. Eastman setzte seinen Rollfilm als Massenprodukt gegen den Widerstand des Einzelhandels und ungeachtet bis 1898 schwärender Patentstreitigkeiten am Markt durch. Obwohl Eastman das Gerichtsverfahren um den Rollfilm verlor, hatte er bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein faktisches Monopol aufgebaut: Agfa stellte beispielsweise 1905 die Versuche ein, einen konkurrenzfähigen Rollfilm zu entwickeln und nahm die Produktion erst 1915 wieder auf.
Die Normierung und Standardisierung fotografischer Apparaturen und Verfahren ab Anfang des 20. Jahrhunderts förderten die Akzeptanz und Verbreitung weiter. Genutzt wurden zunächst überwiegend einfache Mittelformatkameras – die so genannten Boxkameras – sowie ab den 40er Jahren zunehmend Kleinbildkameras. Weiteren Auftrieb erhielt die Amateurfotografie durch die Entwicklung der Farbfotografie ab Mitte der 30er Jahre. In dieser Zeit entstanden auch zahlreiche Periodika für Fotoamateure wie Die Leica, Perutz-Mitteilungen und Der Satrap: Die Fotografie wurde "eine, wenn auch vom Großkapital unterstützte, Basis-Bewegung" (Boris von Brauchitsch, Kleine Geschichte der Fotografie, 2002, S. 110).
Eine besondere Bedeutung kommt der Arbeiterfotografie in den 20er und 30er Jahren zu, die sich als politisch engagierte Fotografie mit dokumentatischem und sozialem Anspruch verstand; in diesem Kontext sind auch die fotografischen Arbeiten von Heinrich Zille zu verorten. Die Arbeiter Illustrierte Zeitung (AIZ) veröffentlichte zahlreiche Sozialreportagen und erreichte mit einer Auflage von 1,5 Millionen nicht nur Amateurfotografen; die AIZ wurde im Nationalsozialismus verboten, mit ihr verschwand ein Forum für die sozial engagierte Fotografie.
In den Nachkriegsjahrzehnten wurde der Markt der Amateurfotografen mit speziell für die einfache und komplikationslose Handhabung konstruierten Gerätschaften versorgt; zu erwähnen sind hierbei vor allem die Instamatic-Kamera, die Pocket-Kamera sowie die weniger erfolgreichen Amateur-Konzepte der Disc- und APS-Kamera.
Heute konvergiert der technische Bereich der Amateur- und Berufsfotografie wieder zunehmend unter der Digitalfotografie, wobei sich derzeit eine Ausdifferenzierung zwischen einfachen Knips- (Consumer-) mit einer Auflösung zwischen drei und fünf Megapixeln und komplexeren (Prosumer-) Digitalkameras (ab 5 Megapixeln) andeutet.
Organisationen und Verbände
Viele Fotoamateure organisieren sich in Fotoclubs; diese Organisationsform entstand Ende des 19. Jahrhunderts als es möglich wurde, fotografische Bilder auch massenmedial durch die Autotypie zu reproduzieren. Diese Vereine trafen sich in privaten oder öffentlichen Rämen, veranstalteten Ausstellungen und Vorträge, gaben Bücher und Zeitschriften heraus und verfügten gelegentlich sogar über eigene Bibliotheken.
Das American Annual of Photography listet im Jahr 1893 rund 500 derartige Vereine auf, die teilweise noch heute existieren. Zu den bekanntesten Amateur-Fotoclubs zählen:
- Club der Amateur-Photographen (später umbenannt in Wiener Kamera-Club), Wien;
- Gesellschaft zur Förderung der Amateur-Photographie, Hamburg;
- Photoclub de Paris, Paris;
- Society of Amateur Photographers, New York;
- Camera Club, New York.
Auch heute noch haben Fotoclubs eine gewisse Bedeutung, weniger jedoch als Vereinigung von Amateurfotografen als vielmehr als Berufsverbände mit kulturpolitischem Einfluss.
Siehe auch
- Amateurfotograf
- Kodak No. 1, Handkamera und Boxkamera
- Professionelle Fotografie und Berufsfotograf
Literatur
- Timm Starl: Knipser. Die Bildgeschichte der privaten Fotografie in Deutschland und Österreich von 1880 bis 1980. München; Berlin: Koehler & Amelang, 1985. ISBN 3-7338-0200-4
- Pierre Bourdieu u.a.: Un art moyen. Essai sur les usages sociaux de la photographie. 1965 (dt. Übers. Eine illegitime Kunst. Die sozialen Gebrauchsweisen der Photographie. Frankfurt am Main 1981).
- Susan Sontag: On Photography. 1977 (dt. Übers. Über Fotografie, 1980; 15. Aufl. 2003).
Weblinks
- http://www.arbeiterfotografie.com/ - Arbeiterfotografie: "Forum für engagierte Fotografie" des Bundesverbands Arbeiterfotografie
Kategorie:Fotopraxis
DokumentarfotografieDie Dokumentarfotografie ist eine Art des Fotografierens, deren Motivation es ist, ein fotografisches Dokument herzustellen, das für das Festhalten der Realität, als Zeit-Dokument, als Appell oder auch Warnung genutzt werden soll.
Der Begriff "Dokument" stammt von dem lateininschen Ausdruck documentum = beweisende Urkunde.
Da Rochette die Fotografie als das Medium beschreibt, welches geeignet ist, die Natur getreu wiederzugeben, bietet sich der Fotoapparat an, um mit seiner Hilfe zu beweiskräftigen Tatsachenfeststellungen über die Wirklichkeit zu gelangen.
Die Entwicklung der Dokumentarfotografie nimmt ihren Anfang gegen Ende des 19. Jahrhunderts. So begann beispielsweise Edward Sheriff Curtis 1896 sein 20-bändiges fotografisches Werk über die Indianerstämme Nordamerikas, für das bis 1930 40.000 Negative entstanden.
Siehe auch: Geschichte und Entwicklung der Fotografie, Dokumentarfilm
Kategorie:Fotografie
FreizeitFreizeit ist die frei zur Verfügung stehende Zeit des Menschen, vor allem im Vergleich zur Arbeitszeit. Das Wort geht auf die spätmittelalterlichen Rechtsbegriffe "Freye-zeyt" und "frey zeit" und benannte damals die Zeit, in der kein Markt stattfand.
Freizeit als allgemeiner Begriff
Arbeitszeit
Eine strikte, auch räumliche (Städtebau) Trennung der Sphären von Arbeit und Freizeit ist ein Phänomen der Neuzeit.
Freizeit dient der Entspannung und der persönlichen Entfaltung, sofern diese nicht mit oben erwähnter Arbeitszeit in Verbindung zu bringen ist. In seiner Freizeit widmet sich der Mensch häufig seiner Familie, seinen Freunden und Dingen, die ihm Freude bereiten, Hobbys wie zum Beispiel dem Spielen, Lesen, Sport treiben, Einkaufen, der Musik, Kunst oder Wissenschaft. Er nutzt die Zeit für das, was ihm persönlich wichtig ist.
Die Funktionen der Freizeit sind vor allem Regeneration, Rekreation, Kompensation, Kommunikation, Interaktion, Partizipation, Ideation, Edukation, Suspension und Emanzipation.
Kritiker der Freizeit sind der Meinung, dass die Freizeit keine wirklich freie Zeit sei. Sie bleibe der Arbeit untergeordnet. In der Freizeit könne man nicht tun, was man will, denn man müsse sich erholen. "Im spätindustriellen Zeitalter bleibt den Massen nichts als der Zwang, sich zu zerstreuen und zu erholen, als ein Teil der Notwendigkeit, die Arbeitskraft wiederherzustellen, die sie in dem entfremdeten Arbeitsprozeß verausgabten. Das allein ist die 'Massenbasis' der Massenkultur. [...] Sie bedeutet eine weitgehende Standardisierung des Geschmacks und der Rezeptionsfähigkeit." (Adorno/Eisler)
Geschichte
Bereits bei den Griechen in der Antike wurde zwischen Arbeit und Freizeit unterschieden, wobei Freizeit oder Muße mit schole und die Arbeit mit der Negation von Muße a-scholia bezeichnet wurde. Die höheren Schichten der griechischen Gesellschaft mussten dank ihrer Sklaven keine körperliche Arbeit verrichten und konnten daher durch Lernen, Nachdenken und Gespräche (Rhetorik) Wissen und Weisheit erlangen.
Rhetorik
Aber auch die Sklaven und die Unterschicht verfügten über freie Zeit, die sie an ca. 60 Tagen im Jahr bei Olympischen Spielen oder anderen Festen verbrachten. Für alle Griechen galt, dass Freizeit nicht individuell genutzt werden konnte, sondern im öffentlichen Interesse zum Wohl des Staates lag.
Ähnliche Ansichten vertraten die Römer: auch hier wurde der Begriff für Arbeit "neg-otium" aus dem Begriff für Muße "otium" abgeleitet. Die herrschende "Otium-Schicht" hatte die Aufgabe, den Staat zu lenken und konnte auch individuellen Annehmlichkeiten nachgehen. Auch die Plebejer verfügten aufgrund der wirtschaftlichen Weiterentwicklung und der Sklavenhalterei über individuelle Freizeit. Um diese in ihrem Sinne zu kanalisieren, veranstalteten die Herrschenden "Brot und Spiele" oder Wagenrennen im Circus maximus, öffentliche Bäder sowie Parks und Sportarenen entstanden und veränderten auch architektonisch sichtbar das Stadtbild von Rom.
Comenius (1592-1670) beschäftigte sich mit dem Begriff Freizeit und forderte Erholungspausen zwischen der täglichen Schularbeit.
Karl Marx sah in der Freizeit (disponible Zeit) einen "großen Wert für die Emanzipation des Menschen, für die Wiedergewinnung der Menschlichkeit aus der Entfremdung. Eine Gesellschaft, die es schafft disponible Zeiten hervorzubringen, schafft auch Reichtum und zeigt unverkennbar die dialektischen Zusammenhänge von Arbeit und Freizeit. Freie Zeit ist von der Arbeit befreite Zeit, in der sich jedes Individuum besonders gut entfalten kann.".
Freizeitentwicklung ab 1800 in Deutschland
Mit der Industrialisierung nahm in erheblichem Maße auch die Arbeitszeit der Bevölkerung zu. Angestellte in den zahlreichen Fabriken und Manufakturen mussten teilweise bis zu 16 Stunden am Tag arbeiten. Man beachte in diesem Zusammenhang auch, dass es zu dieser Zeit kein einheitlich festgelegtes Wochenende gab. War die Arbeitszeit in der Vergangenheit durch natürliche Bedingungen wie Jahreszeiten oder die Tageszeit begrenzt, so ermöglichte die Entwicklung des künstlichen Lichts, die Verwendung industrieller Maschinen und Motoren und die witterungsunabhängige Arbeit in großen Fabrikhallen die Arbeitszeit auf ein Höchstmaß auszudehnen. „Für die (…) Erwerbstätigen wurde die Arbeitszeit bis zur psychisch möglichen Grenze ausgedehnt.“ (Opaschowski, 1994, S. 27)
Der Grund für die ab etwa 1850 fortschreitende Verkürzung der Arbeitszeit war zunächst der gesundheitlich bedenkliche Zustand der Erwerbstätigen. Die für das Militär eingezogenen Rekruten waren in äußerst schlechter Verfassung. Der zweite weitaus umfassendere Grund war die zunehmende Technisierung der Produktion wodurch der Bedarf an menschlichen Arbeitskräften zusehends sank. Als ein dritter Grund sollte auch „der seit etwa 1860 propagierte Kampf um den Achtstunden-Arbeitstag“ (Prahl, 2002, S. 100) genannt werden. Auch wenn dieser erst 1918/19 erreicht werden sollte, so ist dies der Ursprung einer zunehmend an Bedeutung gewinnender Arbeiterbewegung.
Obwohl eine Einzelproduktion, wie etwa ein landwirtschaftlicher Familienbetrieb im Mittelalter, allein durch die Abhängigkeit von der Natur eine arbeitsfreie Zeit garantiert, so wurde der Begriff der Freizeit, als die „Restzeit, die übrig bleibt, wenn man die Arbeit (…) erledigt hat“ (Giesecke, 1983, S. 14) erst durch die Industrialisierung festgelegt. Der eindeutig festgelegt Wechsel von Arbeit und Feierabend führte auch zu einem vollkommen neuen Zeitverständnis, welches als Grundlage auch des modernen Zeitempfindens zu bezeich-nen ist. Das "zeiteffektive Denken" weitete sich von den Unternehmen über die Familien bis hin zu den Schulen aus. In gleichem Maße wie die zeitliche Belastung stieg, wuchs auch das Bedürfnis nach einer Zeit der Erholung und Kompensation.
Dieses Bedürfnis durch die Erweiterung der Freizeit zu befriedigen war eines der vornehmlichen Ziele der entstehenden Arbeiterbewegung. „Eine Befreiung aus einem Leben, das neben Arbeit und Rekreation wenig Zeit für andere, zum Beispiel kulturelle und gesellige menschliche Tätigkeit ließ“ (Giesecke, 1983, S. 27), ist auch die Grundlage für das politische Mitwirken der unteren Schichten. Sah man vor der Jahrhundertwende in erster Linie das Risiko des zunehmenden Müßiggangs und der sittlichen Verwilderung, so machten sich zur Zeit der Weimarer Republik erste Stimmen breit, dass der Staat die Eingliederung aller Schichten in das Bürgertum zu unterstützen habe, um seinem demokratischen Anspruch gerecht zu werden.
Die durchschnittliche Zunahme von Freizeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts war jedoch eher unfreiwilliger Natur. Die Folgen des ersten Weltkrieges führten zu einer stark ansteigenden Arbeitslosigkeit. Die erkämpften Arbeitszeitverkürzungen in Form des Achtstundentages und der 48-Stunden-Woche wurden immer wieder missachtet so kam es nur sehr langsam zu einer reellen Entlastung der Erwerbstätigen.
Mit der gewonnenen Freizeit war zwar auch eine merkliche Entlastung zu spüren, dennoch kam es zum "Freizeit-Problem": Freizeit war bisher nur die Zeit der Reproduktion bzw. Rekreation der Arbeitskraft. Ein über diese Elemente hinausgehendes Freizeitverständnis musste sich noch entwickeln. Diese Suche ist auch der Ursprung einer frühen Freizeitpädagogik. Die "goldenen Zwanziger" waren auch in Bezug auf Freizeit eine Zeit des Ausprobierens und Feierns, zumindest für die Ober- und Mittelschicht.
Die nationalsozialistische Machtübernahme verhinderte dann den Höhepunkt des deutschen Freizeitbewegung. Obwohl sich auch die Nationalsozialisten die neue Freiheit aber besonders die Suche nach Orientierung zunächst zunutze machten, unterbanden sie schnell jede Form der freien Zeitgestaltung, als Zeit der Emanzipation und Privatheit.
Durch die Existenzbedrohung in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkrieges trat die Freizeit in den Hintergrund. Die Arbeit bestimmte wieder das Leben und die Zeit nach der Arbeit galt erneut fast ausschließlich der Erholung. Erst in den fünfziger Jahren setzte die Diskussion um die 5-Tage- und die 40-Stundenwoche wieder ein. Daneben erhöhte sich in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs auch der "Freizeit-Etat" der einzelnen Familien. Dies machte sich besonders auch in der steigenden Verfügbarkeit von Freizeitmitteln (wie etwa Auto und Fernseher) bemerkbar.
Spätestens 1990 lässt sich eine, zumindest in den Grundzügen, der Industrialisierung ähnliche Entwicklung beobachten: „Die Arbeitszeiten wurden in den letzten Jahrzehnten in der BRD sichtbar verkürzt, doch gleichzeitig wurde die zu leistende Arbeit intensiviert.“ (Prahl, 2002, S. 112) Dies hatte zunächst eine wachsende Belastung für die Erwerbstätigen zur Folge, und so entwickelte sich die Freizeit erneut zu einer wichtigen Kompensationszeit. Daneben wuchs der Freizeitsektor zu einem wichtigen Wirtschaftfaktor.
Freizeit in der Soziologie
siehe Hauptartikel Freizeitsoziologie
Literatur
- Elisabeth Charlotte Welskopf: Probleme der Muße im alten Hellas. 1962.
- Theodor W. Adorno & Hanns Eisler: Komposition für den Film. München 1969.
- Hans Werner Prahl: Freizeitsoziologie. München 1978.
- Hans Werner Prahl: Soziologie der Freizeit. Paderborn: Ferdinand Schöningh 2002.
- Giesecke, H.: Leben nach der Arbeit – Ursprünge und Perspektiven der Freizeitpädagogik. München: Juventa 1983.
- Horst Opaschowski: Einführung in die Freizeitwissenschaft (2., völlig neu bearb. Auflage). Opladen: Leske+Budrich 1994.
- Horst Opaschowski: Feierabend? – Von der Zukunft ohne Arbeit zur Arbeit mit Zukunft!. Opladen: Leske+Budrich 1998.
Siehe auch
- Freizeitsoziologie
- Arbeit, Arbeitslosigkeit, Muße, Grundeinkommen
- Freizeitpädagogik
- Faulheit
- Simple living
- Do it yourself
- Soziologie
- Jugendfreizeit, Kinderfreizeit, Kirchenfreizeit
- Freizeit (Religion) - religiöse Angebote von Kirchen und Freikirchen
- Bundesjugendtreffen
- Betriebsausflug
- Bunter Abend
- Freizeitindustrie, Freizeitpark, Freizeitgesellschaft, Freizeitsport, Touristik und Freizeit
- Stadtplanung
!
Kategorie:Zeitbegriff
ja:余暇
simple:Leisure
KunstgeschichteKunstgeschichte ist eine Wissenschaft, die sich mit den Werken der bildenden Kunst befasst.
Gegenstände und Ziele der Kunstgeschichte
Die klassischen Untersuchungsobjekte der Kunstgeschichte sind europäische und vorderasiatische Werke der Malerei und Grafik, Bildhauerei und Baukunst in der Zeit vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart. Seit ungefähr der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts werden auch Gegenstände aus den Kirchenschätzen, die sog. Kleinkunst, analysiert. Ebenso werden neuzeitliche Werke aus Amerika untersucht.
Das Fach öffnet sich seit der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts (siehe Carl Einstein) auch anderen Kulturkreisen, etwa in Form der Afrikanischen (Vorreiter: Leo Frobenius in den 20er Jahren) oder Asiatischen Kunstgeschichte. Darüber hinaus gewinnen neue Darstellungsformen, z. B. Fotografie, Medienkunst und Gattungen, z.B. Kunstgewerbe, Design an Bedeutung.
Ziel der Kunstgeschichte ist es, die künstlerischen Objekte nach ihren Inhalten zu untersuchen (siehe Ikonographie), die Werke in Raum und Zeit einzuordnen und deren Rezeption nachzugehen; dabei werden einerseits stilistische Zusammenhänge besprochen, andererseits wird auch oft versucht, politische Aussagen oder mentalitätsgeschichtliche Implikationen (z. B. Werke aus dem Memorialwesen) zu erforschen.
Insbesondere Freiheit (speziell Meinungsfreiheit), Unabhängigkeit, Schönheit sowie der Erkenntniskomplex »Einsicht / Überleben / Tradieren« waren zu jeder Zeit der Menschheit Kernthemen und/oder Kernmotive für Kunstwerke bzw. von Kunstwerken.
Epochen der europäischen Kunstgeschichte
Bis ca. 1900
Vorangestellt sind ungefähre Zeitangaben:
:600.000 - 4. Jahrtausend v. Chr. Ur- und Frühgeschichte (Kunst)
:3. - 2. Jahrtausend v. Chr. Ägyptologie/ Ägyptische Kunst, Mesopotamien (Kunst), Kretisch-Mykenische Kunst
:2. v. Chr. - 5. Jh. n. Chr. Keltische Kunst, Römische Kunst
:8. Jh. v. Chr. - 1. Jh. n. Chr. Griechische Kunst
(i.e.S. beschäftigt sich die Kunstwissenschaft ab dem Zeitalter, als das Christentum zur Staatsreligion erhoben wurde (325 n.Chr. unter Konstantin), also mit der spätbyzantinischen, virromanischen Kunstepoche)
:4. - 15. Jh. n. Chr. frühchristliche und byzantinische Kunst, Byzantinische Kunst
:7. - 11. Jh. n. Chr. vorromanische und ottonische Kunst
:11. - 13. Jh. Romanik
:12. - 16. Jh. Gotik
:15. - 16. Jh. Renaissance
:16. Jh. Manierismus
:1600 - 1720 Barock
:1600 - 1770 Barock-Klassizismus
:1720 - 1770 Rokoko
:1760 - 1830 Klassizismus
:1790 - 1840 Romantik
:1750 - 1850 Historismus
:1830 - 1870 Realismus
:1860 - Beginn des 20. Jh. Impressionismus
:1890 - 1920 Symbolismus
:1880 - 1920 Jugendstil
Ca. 1900 bis 1950: Die Moderne
Stilrichtungen der Moderne
:Expressionismus
:Impressionismus
:Wiener Werkstätte
:Kubismus
:Futurismus
:Dadaismus
:Surrealismus
:Konstruktivismus
:Art Deco
:Bauhaus
Nach 1950: Die Gegenwart
:Abstrakter Expressionismus
:Pop Art
:Minimalismus
:Fotorealismus
:Postmoderne
:Konzeptkunst
:Organische Gestaltung
Außereuropäische Kunst
:Altamerikanische Kunst
:Chinesische Kunst
:Buddhistische Kunst
:Hinduistische Kunst
:Kunst in den USA
Geschichte der Kunstgeschichte
Bedeutende kunsthistorische Texte wurden verfasst von:
:Giorgio Vasari
:Karl Friedrich von Rumohr
:Jacob Burckhardt
:Aby Warburg
:Heinrich Wölfflin: prägte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Kunstgeschichte durch seinen formalistischen Stilbegriff
:Frederick Antal
:Erwin Panofsky: entwickelte die Ikonologie
:Ernst Kris
:Max Imdahl
:Michael Baxandall
:Thomas Puttfarken
:Griselda Pollock
:Felix Thürlemann
:Ernst H. Gombrich
Wichtige deutschsprachige Gesamtdarstellungen des 19. Jahrhunderts stammen von Franz Kugler (Handbuch der Kunstgeschichte, 1842; 2. Auflage 1848 mit Zusätzen von Jacob Burckhardt; 3. Auflage 1856, von Kugler neu bearbeitet) und von Carl Schnaase (Geschichte der bildenden Künste; der Band Das eigentliche Mittelalter erschien in 1. Auflage 1850).
Literatur
Einführungen
- Marcel Baumgartner, Einführung in das Studium der Kunstgeschichte, Köln: König 1998
- Kunstgeschichte : eine Einführung, hrsg. von Hans Belting, Heinrich Dilly, Wolfgang Kemp, Willibald Sauerländer und Martin Warnke, 6., überarb.und erw. Aufl., Berlin : Reimer, 2003
Geschichte
- The art of art history : a critical anthology, ed. by Donald Preziosi, Oxford [u.a.] : Oxford University Press, 1998
- Die Geschichte der Kunst, E.H. Gombrich, Berlin : Phaidon1996
- Metzler-Kunsthistoriker-Lexikon : zweihundert Porträts deutschsprachiger Autoren aus vier Jahrhunderten, von Peter Betthausen, Peter H. Feist und Christiane Fork. Unter Mitarb. von Karin Rührdanz und Jürgen Zimmer, Stuttgart [u.a.] : Metzler, 1999
- Altmeister moderner Kunstgeschichte, hrsg. von Heinrich Dilly, Berlin : Reimer, 1990
- Art history and its institutions : foundations of a discipline, ed. by Elizabeth Mansfield, London [u.a.] : Routledge, 2002
- Hubert Locher, Kunstgeschichte als historische Theorie der Kunst : 1750 - 1950, München : Fink, 2001
- Donald Preziosi, "Seeing through Art History" in: Ellen Messer-Davidow,David R. Shumway, David J. Sylvan, eds., Knowledges. Historical and Critical Studies in Disciplinarity, Charlotteville, University Press of Virginia 1993, pp. 215-231
- Die Kunstliteratur der italienischen Renaissance : eine Geschichte in Quellen, hrsg. von Ulrich Pfisterer, Stuttgart : Reclam, 2002
Siehe auch
- Portal:Kunst
Weblinks
- http://www.portalkunstgeschichte.de
- http://www.kunstwissen.de/
- http://www.fotomarburg.de/
- [http://www.beyars.com/de/de_kunst-lexikon-hartmann.html Kunstlexikon mit 10.000 Begriffen]
- http://www.kunstlinks.de - Portal für Kunst, Kunstunterricht und Kunstgeschichte
Kategorie:Kulturwissenschaft
!
ja:美術史
Medienwissenschaft Kommunikationswissenschaft und Medienwissenschaft
----
Medienwissenschaft ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Medien (insbesondere den Massenmedien) und der öffentlicher Kommunikation. Forschungsobjekt sind zum einen die Medien wie Hörfunk, Fernsehen und Internet und zum anderen - ähnlich wie in der Kommunikationswissenschaft - die Entstehung, Verbreitung und Wirkung der öffentlichen Meinung.
Medienwissenschaft ist daher im Überschneidungsbereich von Sprach-, Literatur-, Theater- und Kulturwissenschaft, Soziologie, Soziale Arbeit, Psychologie, Politikwissenschaft, Wirtschaft, Jura und Informatik angesiedelt.
Forschungsansatz
Das Forschungsgebiet vor allem des sozialwissenschaftlichen Bereichs der Medienwissenschaft kann, stark vereinfacht, mit folgendem Satz, der sogenannten Lasswell-Formel, umschrieben werden:
Who
says What
to Whom
in Wich Channel
with what effekt!
: Wer sagt was zu wem - in welchem Kanal - mit welchem Effekt?
Die Einzelfragen beschreiben auch die Teilgebiete der Medienwissenschaft.
- Wer: Kommunikatorforschung
- Was: Aussagenforschung
- Wem: Rezipientenforschung
- Welcher Kanal: Medienforschung
- Welcher Effekt: Medienwirkungsforschung
Medientheorien
Zur Zeit steht eine einheitliche Medientheorie noch aus. Der Grund hierfür dürfte sein, dass es bislang noch nicht gelungen ist, eine Rubrizierung nach technischen Medienbegriffen mit einer sinnvollen und stimmigen Definition von "Medium" in Einklang zu bringen; ausführlicher siehe Medientheorie.
Geschichte
Verwirrenderweise gibt es im Prinzip zwei verschiedene Fachbereiche, die beide oft als Medienwissenschaft bezeichnet werden, sich jedoch in Methodologie und Zielsetzung deutlich unterscheiden. Die geisteswissenschaftliche Form der Medienwissenschaft entstand aus der text-orientierten Germanistik, die empirisch arbeitende, sozialwissenschaftliche Medienwissenschaft hingegen aus Kommunikations- und Publizistikwissenschaft.
Medienwissenschaft als Geisteswissenschaft
Im 1. Weltkrieg wurde erst die Relevanz von Propaganda erkannt.
Der Film veränderte die Kulturlandschaft mannigfaltig und zwar als
– Wirtschaftsfaktor (Wirkung)
– außerdem trat er in Konkurrenz zu Literatur und Theater
In den 1960er Jahren entstand dann die Medienwissenschaft aus der Germanistik, die zu dieser Zeit unter einer Krise litt, da die Stoffe, die sie untersuchte, zu alltagsfern waren. Es wurde also begonnen sich mit populären Stoffen zu beschäftigen und die Medienwissenschaft in Deutschland ward geboren.
Medienwissenschaft als Sozialwissenschaft
Als Beginn der akademischen Beschäftigung mit der Publizistikwissenschaft in Deutschland kann die Einrichtung des Lehrstuhls für Zeitungswissenschaften an der Universität Leipzig 1916 angesehen werden. Erster Lehrstuhlinhaber war Karl Bücher.
Teilbereiche und Forschungsschwerpunkte
Je nach theoretischer oder praktischer Orientierung kann die Medienwissenschaft auch untergliedert sein in
- Publizistikwissenschaft (Schwerpunkt im Bereich der Praxis) und
- Kommunikationswissenschaften (Schwerpunkt im Bereich der Theorie).
- Medientheorie
- Mediengeschichte
- Medienwirkungsforschung
- Medienökonomie
- Medienrecht
| | |