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Germanische Sprachen

Germanische Sprachen

Die germanischen Sprachen sind ein Zweig der indoeuropäischen bzw. indogermanischen Sprachfamilie. Ein charakteristisches lautliches Phänomen bei der Entstehung der germanischen Sprachen sind Veränderungen im Konsonantismus (Lautverschiebungen). In der folgenden Auflistung werden nur die Eigenarten der größten Sprachgruppen genannt, Dialekte findet man unter dem jeweiligen Extraartikel. Zum Beispiel werden viele niederdeutsche Dialekte nur unter Niederdeutsch bzw. Plattdeutsch im Artikel westgermanische Sprachen aufgeführt.

West- Ost- Nord-Gliederung

Die Sprachgrenze zwischen Nord- und Westgermanisch ist heute durch die deutsch-dänische Grenze markiert und lag früher etwas weiter südlich an der Eider. Innerhalb der beiden großen Sprachgruppen gibt es fließende Übergänge durch lokale Dialekte (fließende Sprachgrenzen).

Westgermanische Sprachen

Unter anderen: Deutsch, Englisch, Niedersächsisch, Niederfränkisch, Niederländisch, Friesisch, Jiddisch (weiteres siehe Westgermanische Sprachen).

Ostgermanische Sprachen

Alle ostgermanischen Sprachen sind ausgestorben (weiteres siehe Ostgermanische Sprachen).

Nordgermanische Sprachen

Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Färöisch und Isländisch (weiteres siehe Nordgermanische Sprachen).

Geschichte

Man geht von einer hypothetischen protogermanischen (vor- oder gemeingermanischen) Sprache als Ursprung aller germanischen Sprachen aus. Heute unterscheidet man die westgermanischen und die nordgermanischen Sprachen, die sich um das 1. Jahrhundert trennten. Schon vorher spaltete sich das ausgestorbene Ostgermanisch ab. Diese Sprachperiode nennt man auch gemeingermanisch. Nordgermanische Sprachen stammen vom Altnordischen ab. Diese Vorform der heutigen skandinavischen Sprachen ist uns in Runendenkmälern sowie der reichen Literatur des mittelalterlichen Skandinaviens bezeugt. Bereits vor der frühesten Überlieferung der altnordischen Sprache teilte sich diese in Altwestnordisch und Altostnordisch. Aus dem ersten Zweig gingen das heutige Isländische und Färöische hervor, aus dem zweiten Zweig das heutige Dänische und Schwedische. Aufgrund des jahrhundertelangen Einflusses der dänischen Herrscher auf das Königreich Norwegen gilt dessen heutige Amtssprache Bokmål ebenfalls als ostnordisch, während die Dialekte Westnorwegens, aus denen der Sprachforscher Ivar Aasen die zweite Amtssprache Norwegens, das Nynorsk, schuf, dem westnordischen Zweig angehören.

Siehe auch


- Germanen,
- Althochdeutsch, Mittelhochdeutsch, Frühneuhochdeutsch, Neuhochdeutsch
- Germanische Dichtung

Literatur

Claus Jürgen Hutterer: Die germanischen Sprachen, 3. überarbeitete Auflage, Wiesbaden 1990, Drei Lilien Verlag, ISBN 3-922383-52-1

Weblinks


- [http://www.stefanjacob.de/Geschichte/Unterseiten/Sprache.php Germanisch-deutsche Sprachgeschichte]
- [http://www.linguasphere.net/secure/ip/pdf/zones/52.pdf "The Linguasphere Register", Zone 52- Germanische Sprachen] Kategorie:Sprachfamilie Kategorie:Indogermanisch Kategorie:Germanisch ja:ゲルマン語派 ko:게르만어

Indogermanische Sprachfamilie

Die indogermanische Sprachfamilie, von der nicht deutschsprachigen Philologie eher als indoeuropäische Sprachfamilie bezeichnet, deren Vokabular Übereinstimmung bei Flexion, Numerus, Genus und Ablaut aufweist, ist die mittlerweile vor allem auf Grund der Kolonisation meistverbreitete Sprachfamilie auf der Welt mit mehr als 2,5 Mrd. Muttersprachlern.

Der Begriff „indogermanisch“

Bei der Bildung der Bezeichnung Indogermanisch im 19. Jahrhundert gingen die Sprachforscher von den beiden Sprachgruppen aus, die damals als die räumlich am weitesten voneinander entfernten angesehen wurden, d. h. der indischen im Osten und im Westen der germanischen Gruppe (mitsamt des Isländischen). Die keltischen Sprachen wurden damals aufgrund grammatikalischer Besonderheiten noch nicht als indogermanisch angesehen und das Tocharische weiter östlich wurde erst 1890 entdeckt. Die Bezeichnung Indogermanisch wurde im deutschen Sprachraum, der in dieser Forschungsdisziplin weltweit immer noch führend ist, beibehalten. In anderen Sprachen wird hingegen die Bezeichnung Indoeuropäisch (IE) verwendet. Der amerikanische Linguist Merritt Ruhlen benutzt die Bezeichnung Indo-Hethitisch, um eine vorgebliche Sonderstellung des Hethitischen bzw. der anatolischen Sprachgruppe innerhalb des Indogermanischen zu betonen. Ein solcher Stammbaum wird jedoch (zumindest in der weitreichenden Form) von den meisten anderen Forschern abgelehnt. Heute nehmen viele Forscher aber an, dass sich die anatolischen Sprachen tatsächlich als erste von der Ursprache abgespalten haben.

Ursprung und Entwicklung

Die indogermanischen Sprachen sind nach Meinung der Indogermanistik im linguistischen Sinne genetisch verwandt. Dass ihre Ähnlichkeit nur auf typologischer Angleichung nach Art eines Sprachbunds zustande kam, kann ausgeschlossen werden. Ende des 18. Jahrhunderts erkannte der englische Orientalist William Jones aus Ähnlichkeiten zwischen dem Sanskrit und einigen europäischen Sprachen wie Litauisch, dass es für diese Sprachen eine gemeinsame Wurzel gibt. Der Deutsche Franz Bopp brachte 1816 in seinem Buch Über das Konjugationssystem der Sanskritsprache in Vergleichung mit jenem der griechischen, lateinischen, persischen und germanischen Sprache den methodischen Beweis für die Verwandtschaft dieser Sprachen und gilt zumindest im deutschsprachigen Raum als Entdecker des Indogermanischen. Diese indogermanische Ursprache ließ sich sprachwissenschaftlich rekonstruieren, obwohl aus dieser Zeit keine Schriftdokumente vorliegen. Für die Sprachen, die auf das Indogermanische zurückgehen, lässt sich auf der Grundlage der Forschungsergebnisse des deutschen Linguisten August Schleicher ein „Stammbaum“ darstellen, der den Ursprung und die Verwandtschaftsstruktur dieser Sprachen wiedergibt. In diesem „Stammbaum“ gibt es sowohl gesicherte als auch spekulative Verzweigungen; letztere betreffen insbesondere ausgestorbene Sprachen, die keine Nachfolgesprachen hinterlassen haben. Schleicher versuchte das hypothetische Protoindogermanische zu rekonstruieren, indem er sich ursprünglicher Formen diverser indogermanischer Sprachen bediente. Daraus entstand eine Übersetzung der sog. indogermanischen Fabel „Das Schaf und die Pferde“ als „Avis akvasasca“. Man muss sich aber darüber im Klaren sein, dass solche Sprachrekonstruktion in der Regel zu Wortwurzeln einerseits und morphologischen und phonologischen Erscheinungen andererseits führen. Auch syntaktische Merkmale des Indogermanischen konnten mit Einschränkungen rekonstruiert werden. Eine Grundsprache im Sinne eines kommunikativen Verständnisses wird mit dieser Rekonstruktion jedoch nicht erreicht. Ausgehend von Wortstämmen, die allen indogermanischen Sprachen gemeinsam sind, wurde weiterhin in Zusammenarbeit mit der Archäologie versucht, das Ursprungsgebiet der Indogermanen zu bestimmen. Dabei wurden sowohl Ostanatolien, Gebiete nördlich des Schwarzen Meeres oder Südosteuropa vorgeschlagen. Von den zahlreichen Hypothesen über diese Urheimat der Indogermanen, beispielsweise Kurgan-These, Anatolien-These ist keine allgemein akzeptiert. Einige Wissenschaftler stellen den Migrationsmodellen die Konzeption eines ausgedehnten indogermanischen Sprachkontinuums gegenüber. Es ist sogar strittig, ob eine 'Urheimat' überhaupt definiert werden kann, weil schon deren Existenz nicht gesichert werden könne, geschweige denn eine auch nur mehr als vage zeitliche und räumliche Ansetzung möglich sei. Auch die Methodik der Glottochronologie liefert nur vermeintlich exakte Daten. Sie versucht an Hand einer Testliste von Begriffen, die in möglichst vielen Sprachen vorhanden sind, Verwandtschaftsbeziehungen von Sprachen festzustellen: je größer der Prozentsatz an als verwandt vermuteten Wörtern der Liste, desto enger seien die Sprachen verwandt. Unter der Hypothese einer konstanten Ersetzungsrate (früher für alle Sprachen, heute je Einzelsprache oder gar Einzelwort) wird der Verlust an gemeinsamem Wortbestand in einem belegbaren Zeitraum mit verschiedenen Methoden einfach zurückprojiziert. Daraus ergäbe sich dann automatisch der zeitliche Abstand der Trennung der Schwestersprachen. Kritisiert an dieser Methodik wird v. a. die Überzeugung, dass für die verschiedenen Stufen der Ausgliederung eine absolute Chronologie bestimmt werden könne. Dies gilt auch für die in der Presse stark beachtete Berechnung von Gray/Atkinson von der Universität Auckland (Neuseeland) aus dem Jahr 2003, die mit Computerprogrammen der Bioinformatik arbeitet. Wahrscheinlich lassen sich sprachliche Rekonstruktionen nur in der Zusammenarbeit von Sprachwissenschaft und Archäologie erarbeiten. Ob die Humangenetik dabei eine Rolle spielen kann, ist umstritten. Populationsgenetiker wie Luigi Cavalli-Sforza versuchen nachzuweisen, dass sich zwischen der genetischen Verwandtschaft auch weit auseinander lebender Bevölkerungsgruppen (z. B. Balten und Hindi) und sprachlicher Verwandtschaft Parallelen ziehen lassen. Vermutungen zu entfernter Verwandtschaft wurden zu beinahe allen Sprachen der Welt angestellt. Die engste Verwandtschaft wird auf Grund grammatisch-morphologischer Gemeinsamkeiten mit den uralischen Sprachen angenommen. Darüber hinaus wird eine lose Verwandtschaft mit unter anderem Afro-Asiatischen Sprachen, sowie mit den altaischen Sprachen angenommen und unter dem Begriff Nostratisch untersucht. Eine überholte Unterteilung der indogermanischen Sprachen erfolgte früher nach dem Zahlwort für „hundert", der erschlossenen Urform
- kmtom, siehe Kentumsprachen.

Untergruppen

Zu den indogermanischen Sprachen gehören die folgenden Gruppen lebender und ausgestorbener (†) Sprachen:
- Indogermanische Ursprache
  - Albanisch
  - Anatolische Sprachen
  - Armenisch
  - Baltische Sprachen
    - Ostbaltische Sprachen
    - Westbaltische Sprachen (Altpreußisch) †
  - Germanische Sprachen
    - Nordgermanische Sprachen
    - Ostgermanische Sprachen
    - Westgermanische Sprachen
  - Griechisch
  - Illyrisch
  - Indoiranische Sprachen
    - Indoarische Sprachen
    - Iranische Sprachen
  - Italische Sprachen
    - Latino-faliskische Sprachen (mit Latein und den romanischen Sprachen)
    - Oskisch-umbrische Sprachen
  - Keltische Sprachen
    - Festlandkeltische Sprachen
    - Inselkeltische Sprachen
  - Phrygisch
  - Slawische Sprachen
    - Ostslawische Sprachen
    - Westslawische Sprachen
    - Südslawische Sprachen
  - Thrakisch
  - Tocharisch
  - Venetisch

Verwandtschaftsverhältnisse

Schon oft wurde versucht, die eben genannten Untergruppen zu größeren Einheiten zusammenzufassen. Nur in seltenen Fällen konnten sich diese Theorien in der Fachwelt durchsetzen, so z. B. die Zusammenfassung der indoarischen und der iranischen Sprachen zu den "indoiranischen Sprachen". Erwogen wurden, um nur einige wenige Beispiele zu nennen, eine "balto-slawische" Sprachgruppe (balto-slawische Hypothese), die Abstammung des Albanischen vom Illyrischen, eine nähere Verwandtschaft zwischen den italischen und den keltischen Sprachen, die Zuordnung des Venetischen sowohl zum Illyrischen als auch zu den italischen Sprachen, eine "thrakisch-phrygische" Sprachgemeinschaft und vieles mehr. Da bisher keine dieser Theorien stichhaltig nachgewiesen werden konnte, wurde in der Liste oben darauf verzichtet, genauere Zuordnungen vorzunehmen, d. h. "Streitfälle" stehen oben als Einzelgruppen und ohne Hinweise auf vermutete Verwandtschaftsverhältnisse. Wer mehr dazu wissen will, kann sich in den Artikeln über die einzelnen Untergruppen genauer informieren.

Siehe auch


- Indogermanische Wortwurzeln
- Indogermanische Ursprache

Literatur


- Robert S. P. Beekes: Comparative Indo-European Linguistics. An Introduction, Benjamins, Amsterdam 1995, ISBN 1-55619-505-2
- Frederik Bodmer: Die Sprachen der Welt, Parkland-Verlag, Köln 1997, ISBN 3-88059-880-0 (Schlechte Populärwissenschaft mit zahllosen sehr ärgerlichen Fehlern bei allen behandelten Themen (nicht nur der Indogermanistik), im Großen ebenso wie im Détail. Untauglich.)
- Luigi Luca Cavalli-Sforza: Gene, Völker und Sprachen. Die biologischen Grundlagen unserer Zivilisation, dtv, München 2001, ISBN 3-423-33061-9
- Cowgill, Waren 1986 Indogermanische Grammatik, I: Einleitung; II: Lautlehre; begr. v. Jerzy Kuryłowicz, hrsg. v. Manfred Mayrhofer, (=Indogermanische Bibliothek: Reihe 1, Lehr- und Handbücher), Heidelberg: Winter.
- Delbrück, Bertold 1919 Einleitung in das Studium der indogermanischen Sprachen. Ein Beitrag zur Geschichte und Methodik der vergleichenden Sprachforschung, (=Bibliothek indogermanischer Grammatiken, IV). 6. Aufl. Leipzig: Breitkopf & Härtel - Beste Darstellung der Wissenschaftsgeschichte mit allen Details im frühen 19. Jh.
- Thomas W. Gamkrelidse, Wjatscheslaw Iwanow: Die Frühgeschichte der indoeuropäischen Sprachen, In: Spektrum der Wissenschaft. Dossier: Die Evolution der Sprachen, 1/2000, S. 50-57, ISSN 09477934
- Marija Gimbutas: The Kurgan Culture and the Indo-Europeanization of Europe. Selected Articles Form 1952 to 1993, Institute for the Study of Man, Washington 1997, ISBN 0-941694-56-9
- Marija Gimbutas: Das Ende Alteuropas. Der Einfall von Steppennomaden aus Südrussland und die Indogermanisierung Mitteleuropas, In: Archeolingua, Budapest 1994 (series minor, 6)
- Werner König: dtv-Atlas deutsche Sprache, 14. Auflage, dtv, München 2004, ISBN 3-423-03025-9
- James P. Mallory: In Search of the Indo-Europeans. Language, Archaeology and Myth, Thames & Hudson, London 1991, ISBN 0-500-27616-1
- James P. Mallory, D. Q. Adams (Hrsg.): Encyclopedia of Indo-European Culture, Fitzroy Dearborn, London 1997, ISBN 1-884964-98-2
- Michael Meier-Brügger: Indogermanische Sprachwissenschaft, 8. Auflage, Walter de Gruyter, Berlin 2002, ISBN 3-11-017243-7 (Ursprünglich von Hans Krahe. Gegenwärtig die umfassendste Darstellung, mit vorzüglicher Bibliographie zu sämtlichen Einzelthemen)
- Colin Renfrew: Die Indoeuropäer - aus archäologischer Sicht, In: Spektrum der Wissenschaft. Dossier: Die Evolution der Sprachen, 1/2000, S. 40-48, ISSN 09477934
- Colin Renfrew: Archaeology and Language. The Puzzle of Indo-European Origins, University Press, Cambridge 1995, ISBN 0-521-38675-6
- August Schleicher: Compendium der vergleichenden Grammatik der indogermanischen Sprachen, Böhlau, Weimar 1861/62, Nachdruck: Olms, Hildesheim 1974, ISBN 3-487-05382-9
- Reinhard Schmoeckel: Die Indoeuropäer, Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 1999, ISBN 3-404-64162-0
- Szemerényi, Oswald: Einführung in die vergleichende Sprachwissenschaft, wb Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 1989, ISSN 0724-5009, ISBN 3-534-04216-6. Sehr gute und umfangreiche wissenschaftliche Darstellung von Entwicklung und Verwandtschaftsverhältnissen der einzelnen indogermanischen Sprachen, referiert u. a. über die Entwicklung der Kasus, der Genus, der unterschiedlichen Konjugationen, des Lautsystems etc. Anfängern ist es allerdings nicht zu empfehlen.
- Eva Tichy: Indogermanistisches Grundwissen, Hempen Verlag, Bremen 2000, ISBN 3-934106-14-5 (Augenblicklich beste Einführung, nicht nur für Studierende. Im Gegensatz zu Meier-Brügger kein Abschnitt zur Syntax, aber ausführliche Diskussion der Entstehung des Systems der drei grammatischen Geschlechter, insbesondere des Femininums, im Indogermanischen. - Reiche weiterführende Literaturangaben. Als Leitfaden fürs (Selbst-)Studium bestens geeignet.)

Weblinks


- http://pages.unibas.ch/klaphil/idg/texte/ie.html - Indogermanisch oder Indoeuropäisch?
- http://www.zeit.de/archiv/2001/51/200151_sprachgen.xml - Wie Gene die Lippen spitzen
- http://www.civisdigitalis.de/em/info/archive_article.asp?article=121003 - Das große Rätsel der indoeuropäischen Sprache – neuer Disput um Alter und Herkunft
- http://static.unilang.org/resources/other/languagefamily_ie.jpg - Stammbaum der indogermanischen Sprachfamilie
- http://www.dabis.at/Anwender.htm/Alscher/contents.htm - The Ergativic Stage of Early Proto-Indoeuropean - Written by Hans-Joachim Alscher Kategorie:Sprachfamilie ja:インド・ヨーロッパ語族 zh-cn:印欧语系

Lautverschiebung

Mit Lautverschiebung werden bestimmte Lautwandel-Phänomene bezeichnet, welche im Laufe der Entwicklung einer Sprache auftreten können. Dabei wandeln sich nach gewissen Regeln Konsonanten und/oder Vokale regelhaft in andere um (zum Beispiel niederdeutsch (platt) bzw. englisch water in deutsch Wasser, niederdeutsch eten = hochdeutsch essen). Lautverschiebungen treten offenbar schubweise auf, während der erreichte Zustand dann jahrhundertelang unverändert Bestand haben kann. Die Auslöser für so tiefgreifende Verschiebungen im Lautsystem einer Sprache sind noch nicht bekannt. Der Begriff »Lautverschiebung« wird in erster Linie für zwei ähnlich gelagerte Konsonantenverschiebungen benutzt, die vom Urindogermanischen zum Hochdeutschen geführt haben. Bei beiden Lautverschiebungen kann man nach dem Artikulationsort drei Gruppen von Konsonanten bilden, die sich jeweils innerhalb der Gruppe zu einem anderen Konsonanten gewandelt haben:
- Dentale ('Zahnlaute') (s, sch, sk, z, t, th, d usw.)
- Labiale ('Lippenlaute') (p, b, f, v, w, pf usw.)
- Velare ('Kehllaute') (g, k, c, ck, ch usw.) Historisch unterscheidet man die folgenden Lautverschiebungen:

Erste Lautverschiebung

Die Änderungen durch die Erste Lautverschiebung werden durch das Grimm'sche Gesetz beschrieben, benannt nach Jacob Grimm. Einige Ausnahmen, die sich durch sich anschließende Änderungen ergaben, erklärt das vernersche Gesetz. Germanische Lautverschiebung oder Erste (deutsche) Lautverschiebung (ca. 500 v. Chr.). :Aus einem indogermanischen Dialekt wurde die germanische Ursprache. Anmerkung: Bei den folgenden Beispielen zeigen die zuerst genannten indogermanischen Sprachen den ursprünglichen Lautstand eines indogermanischen Wortes!

1. Tenues-Spiranten-Wandel

Die indogermanischen Tenues (stimmlose Verschlusslaute) wurden in einer Zwischenstufe zunächst aspiriert und dann im Germanischen zusammen mit den wenigen schon von vornherein aspirierten Tenues zu stimmlosen Spiranten (Reibelauten) verschoben: Indogermanisch
- /p/,
- /t/,
- /k/ (>
- /ph/,
- /th/,
- /kh/) > germanisch /f/, /þ/, /h/ Beispiele:

2. Mediae-Tenues-Wandel

Indogermanisch
- /b/,
- /d/,
- /g/ > germanisch /p/, /t/, /k/ Beispiele:

3. Mediae-aspiratae-Spiranten-Wandel

Die indogermanischen "Mediae aspiratae" (behauchten stimmhaften Verschlusslaute) wurden im Germanischen zu stimmhaften Spiranten verschoben, die sich dann aber - teilweise noch im Germanischen - zu Mediae weiterentwickelten: Indogermanisch
- /bh/,
- /dh/,
- /gh/ > germanisch /b/, /d/, /g/ Beispiele:

Zweite Lautverschiebung

Deutsche Lautverschiebung oder Zweite (deutsche) Lautverschiebung (auch: hochdeutsche Lautverschiebung). (ca. 500 n. Chr.) Aus den südlichen westgermanischen Dialekten wurde die althochdeutsche Sprache. Die Grenze der Lautverschiebung verläuft von West nach Ost, mehr oder weniger am Mittelgebirgsrand; sie wird als Benrather Linie bezeichnet. Konsonanten: Als Beispiel für die Auswirkungen der Lautverschiebung kann folgender Vergleich der mittelniederdeutschen Sprache und der mittelhochdeutschen Sprache anhand zweier juristischer Bücher dienen, des Sachsenspiegels (1220) und des Deutschenspiegels (1274): Die hochdeutschen Dialekte haben die 2. Lautverschiebung komplett oder zum größeren Teil mitgemacht, die niederdeutschen Sprachen (Plattdeutsch und Niederländisch) nicht oder nur zum kleineren Teil. Im Zuge der 2. Lautverschiebung traten auch grammatikalische Unterschiede auf, zum Beispiel der vermehrte Gebrauch des Präfixes ge-, unter anderem für die Bildung des Partizips Perfekt, während im nordniedersächsischen Sprachraum das ge- im Mittelalter gebräuchlich war, dann aber wieder weitgehend entfiel. :pd. slaapt, englisch slept -> geschlafen :pd. Slecht, Slechtbook -> Geschlecht, Geschlechterbuch Im oberdeutschen Sprachraum wurde der Anlaut k teilweise zu ch verschoben, insbesondere in den alemannischen Dialekten und im Mittelhochdeutschen, später fand eine Rückverschiebung zum hochdeutschen Lautstand statt, die die alemannischen Dialekte nur teilweise mitmachten: :k -> ch kind -> chind, Konig -> chuni(n)g :ch -> k (chuni(n)g = König, Chur = Kur, Die mitteldeutschen Dialekte haben die 2. Lautverschiebung nicht vollständig durchgeführt, werden aber zum Hochdeutschen gerechnet. Die 2. Lautverschiebung ist nicht der einzige große Unterschied zwischen dem Niederdeutschen und dem Hochdeutschen; es gab auch eine nordseegermanische Lautverschiebung; einige mitteldeutsche Dialekte, vor allem im rheinischen Fächer, haben einige Merkmale dieser Lautverschiebung übernommen.

Siehe auch


- Grammatischer Wechsel 2. Lautverschiebung, auch genannt althochdeutsche Lautverschiebung..(siehe Schmidt) Kategorie:Phonologie Kategorie:Historische Linguistik


Niederdeutsche Sprache

Die niederdeutschen Sprachen (Eigenbezeichung: Nederdüütsch) gehören zu den westgermanischen Sprachen, aus denen sich eine Gruppe von germanischen Sprachen durch die zweite oder hochdeutsche Lautverschiebung (mittel- und oberdeutsche Mundarten des Hochdeutschen) geschieden hat (südlich der Benrather Linie). Sie weisen unter anderem Ähnlichkeiten mit der hochdeutschen, der englischen Sprache und der friesischen Sprache auf. Die niederdeutsche Sprache wurde in der Frühzeit der Germanistik in die zwei Gruppen geteilt: die niederfränkische Sprache und die niedersächsische Sprache, welche umgangssprachlich als Plattdeutsch (plattdüütsch) bezeichnet wird. Die Niederländische Sprache, „die deutsche Hochsprache der niederen Lande”, zu der auch die flämischen Dialekte der Nordhälfte Belgiens gehören, hat sich wie das Niedersächsische aus einem Zweig des Niederdeutschen (Niederfränkisch) entwickelt. Die altsächsische Sprache geht wie die sächsischen Anteile der angelsächsischen Sprache auf den Stamm der Sachsen zurück, wie er vor der Völkerwanderung an der Elbmündung sesshaft war. Durch die Völkerwanderung breitete sich der Sachsenstamm, und damit auch seine Sprache, nach England und andererseits nach Süden und Südwesten aus. Die auf dem Kontinent verbliebenen Sachsen wurden von Beda Venerabilis als Altsachsen bezeichnet, daher der Name Altsächsisch für die älteste Stufe der niederdeutschen Sprache. Durch die Völkerwanderung breitete sich die altsächsische Sprache über ein Gebiet aus, das die heutigen Regionen Holstein (ohne Ostholstein), Stormarn, Niedersachsen, Westfalen und die östlichen Niederlande umfasste. Im Wendland (Wenden wurden die Slawen von den Sachsen genannt) gab es noch jahrhundertelang ein slawisch-sächsisches Mischgebiet. Erst durch die Ostsiedlung (Ostkolonisation) breitete sich die altsächsische bzw. altniederdeutsche, dann seit etwa 1225 mittelniederdeutsche Sprache, weiter nach Osten aus. Neue große Sprachlandschaften entstanden: Mecklenburgisch, Pommersch, Südmärkisch (Brandenburgisch), Niederpreußisch (nicht zu verwechseln mit der baltischen altpreußischen Sprache) und das Niederdeutsche in den Städten und auf den Gutshöfen im Baltikum und in Skandinavien. Außerdem verzeichnete das Mittelniederdeutsche Gebietsgewinne in Schleswig und in Ostfriesland. All diese neuen Sprachgebiete des Niederdeutschen sind sogenannte Kolonisationsschreibsprachen oder Kolonisationsmundarten, die einige Besonderheiten in der Grammatik und im Wortschatz aufwiesen. So lautet der Einheitskasus der Verben noch heute in den Dialekten des Altlandes (bereits in altsächsischer Zeit niederdeutsches Sprachgebiet) lautgesetzmäßig -(e)t, also anstelle des hochdeutschen wir mach-en, ihr mach-t, sie mach-en im Westniederdeutschen: wi maak-t, ji maak-t, se maak-t. Im Ostniederdeutschen, im Schleswiger Platt und im ostfriesischen Platt lautet er hingegen -en, also wi mak-en, ji mak-en, se mak-en. altpreußischen Sprache Während das Niederfränkische in den Niederlanden und Belgien – bedingt durch die Eigenstaatlichkeit nach dem westfälischen Frieden – deutsche Schrift- und Kultursprache wurde (duitsche taal der neederen Landen)bzw. blieb, sind die niederdeutschen Mundarten (in Deutschland und in den Niederlanden) gegenüber der hochdeutschen Sprachform bzw. der hochniederländischen Sprachform auf dem Rückzug. Historische Gründe in Deutschland dafür sind die jahrhundertelange kulturelle Überlegenheit des oberdeutschen Raumes, die Vorbildfunktion des Kaiserhofes, der seit der Zeit der Salier Hausmacht und Schwerpunkt im Süden hatte, und die Bibelübersetzung Martin Luthers. In einem langen Prozess wurde das Niederdeutsche aus Kirche, Schule, Politik, Literatur und Wissenschaft, ab dem 20. Jahrhundert auch aus den meisten Familien, verdrängt. Aber auch massive Zuwanderungen von Menschen aus anderen Dialekträumen nach dem II. Weltkrieg haben zur Erosion der Sprache in den vergangenen 50 Jahren beigetragen. Regionale Wiederbelebungsversuche können diesen von den Massenmedien zusätzlich beschleunigten Vorgang nicht aufhalten. Das Niederdeutsche war einst eine bedeutende Schriftsprache. Es war die Verkehrssprache der Hanse und lange Zeit die lingua franca des Nord- und Ostseeraumes. Unter Sprachforschern bezeichnet man sie generell als »Mittelniederdeutsch«, obwohl der Begriff eigentlich für eine sprachgeschichtliche Entwicklungsperiode steht (ungefähr 1200–1600). Unter »Mittelniederdeutsch« versteht man also nicht nur die Schriftsprache, sondern auch die vielfältigen Dialekte der damaligen Zeit (die sich heute jedoch nur schwer rekonstruieren lassen). In der mittelniederdeutschen Schriftsprache hingegen liegen zahllose, bis in die Neuzeit hinein verfasste schriftliche Dokumente, Bücher und Urkunden vor. Sprachzentrum der damaligen Zeit war die Hansemetropole Lübeck; nach dem Zusammenbruch des Städtebundes wurde das Niederdeutsche auf regionaler Ebene lange weiterverwendet, auch in Amsterdam, Brügge und Utrecht, wo es zur Grundlage der niederländischen Standardsprache wurde. Die Niederländer haben nämlich nach dem Westfälischen Frieden den kulturellen Anschluss ans deutsche Reich verloren und die niederdeutsche Schriftsprache weiterentwickelt (bzw. die Sprache hat sich weiterentwickelt, vor allem vereinfacht). Wogegen die in den Niederlanden gesprochenen niederdeutschen (niederfränkischen) Dialekte so verschieden sind, wie vergl. die hochdeutschen (alemannischen) Dialekte in der Schweiz. In Norddeutschland hingegen wurde das Niederdeutsche als Schriftsprache immer mehr vom Hochdeutschen verdrängt und sank auf Dialektniveau herab. In Hamburg und Bremen gab es bis in die letzten Jahrzehnte eine »vornehme« plattdeutsche Umgangssprache, die sich von den ländlichen Mundarten deutlich abhob. Sie ist das letzte Relikt der gehobenen Schriftsprache früherer Zeiten.

Stammbaum

Niederdeutsch, Nederdüütsch, Nederduytsch, Nederduitsch, Nederduits, "Dietsch"
- Niederfränkisch, besser bekannt als Standardniederländisch (Niederlande, Belgien und Frankreich - in der äußersten Nordostecke bei Dünkirchen, also im historischen Flandern; Deutschland - die niederfränkischen Dialekte am Niederrhein)
  - Afrikaans (Südafrika, Namibia)
- Niedersächsisch, in Norddeutschland besser bekannt als Plattdeutsch (Plattdüütsch)
  - Westniedersächsische Mundarten, auch Westnedersäksisch oder Westnedersässisch (Norddeutschland, Niederlande)
  - Ostniederdeutsch (Deutschland, z.B. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg und aussterbend in Polen und in Litauen im Memelgebiet sowie in Russland im Gebiet Kaliningrad/Königsberg)
    - Plautdietsch oder auch niederpreußische Sprache (entstanden an der Weichselmündung bei Danzig, durch mennonitische Auswanderer weit verbreitet, so heute insbesondere in Nordamerika) In Deutschland wird der Begriff Niederdeutsch häufig als Synonym für die Niedersächsische Sprache ("die sächsische Sprache des niederen Landes") benutzt. Die Niederdeutsche Sprache im Sinne des sprachwissenschaftlichen Terminus Niedersächsische Sprache ist seit 1998 als Regionalsprache anerkannt und durch die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen geschützt. In der Wissenschaft hat sich eine Niederdeutsche Philologie bereits in den Anfängen von der übrigen Deutschen Philologie verselbständigt. Die Mehrzahl der Sprecher des Niederdeutschen waren immer von der Eigensprachlichkeit des Niederdeutschen überzeugt. Das Niederdeutsche (Niedersächsische) teilt noch heute beinahe den gesamten Wortschatz mit dem modernen Niederländischen (mit Ausnahme weniger Entlehnungen und Weiterbildungen). Auch die Formenlehre/ Grammatik stimmt in beiden Varianten überein. Elementare Unterschiede bestehen in der Aussprache (das gilt nicht für das Niederfränkische am deutschen Niederrhein, das oft dem Niederländischen zugerechnet wird).

Merkmale

Lautstand

Die niederdeutschen Sprachen haben - wie auch die weiteren westgermanischen Sprachen: das Niederländische, das Friesische und das Englische - die zweite germanische oder hochdeutsche Lautverschiebung nicht oder nur zu einem sehr geringen Teil mitgemacht. Daher sind viele Worte der niederdeutschen Sprachen ähnlich den entsprechenden englischen, dänischen, schwedischen, norwegischen und isländischen Worten, z.B.
- nd. Water; engl. water; dän. vand (Wasser)
- nd. Vader, Vadder; engl. Father; dän. far (Vater)
- nd. Pann, Panne ; engl. pan (Pfanne)
- nd. Salt; engl. salt; dän. salt (Salz)
- nd. Melk; engl. milk; dän. mælk (Milch)
- nd. Köppen; engl. cup (Tasse) In der niederländischen Sprache, sowie in einigen westniedersächsischen Dialekten wird das g als hartes ch gesprochen (für das weiche ch wird ǧ geschrieben), im Westfälischen als weiches ch.

Grammatik


- Artikel haben (anders als im Hochdeutschen) nur zwei Geschlechter: geschlechtlich und sächlich
  - de Mann / de Man (der Mann)
  - de Fru / de vrouw (die Frau)
  - dat Kind / het Kind (das Kind)
- Die Personalpronomina sind einander ähnlich, insbesondere hat die dritte Person Singular eine andere Wurzel als im Hochdeutschen (he statt er)
  - Singular: Ik, du/je, he/hij, se/ze, dat/et,het (ich, du, er, sie, es)
  - Plural: Wi/wij, ji/jullie, se/ze (wir, ihr, sie)
- Possesivpronomina
  - Singular: mien/mijn, dien/dijn, sien, hör/ehr/har (mein, dein, sein, ihr)
  - Plural: uns/onz, jo, hör
- Demonstrativpronomina haben (anders als im Deutschen) nur zwei Genera: geschlechtlich und sächlich
  - Singular: disse, dit(dieser/diese, dieses, jener/jene, jenes)
  - Plural: disse/düsse/dese/deze, de/die (diese, jene) Das Präfix ge- für die Charakterisierung des Partizips Perfekt und davon abgeleiteter Substantive ist - ähnlich, wie in der hochdeutschen Sprachentwicklung - zunächst in die Schriftsprache (mittelniederdeutsch und mittelniederländisch) integriert worden, im nordniedersächsischen und ostniederdeutschen Raum (Nordniedersächsisch und Mecklenburgisch) jedoch nicht vollständig. Dort ist dieses Sprachmerkmal, vermutlich auch unter Einfluss der schwedischen und dänischen Regentschaft in Teilen Norddeutschlands sowie der Beziehungen zu Skandinavien in der gesprochenen, später auch der geschriebenen Sprache nicht mehr aufzufinden. Dementsprechend findet man dieses Präfix im Niederländischen, Westfälischen und Ostfälischen, aber nicht im Ostfriesischen, Nordniedersächsischen und Mecklenburgischen. Im Weserplatt findet sich das Präfix abgeschwächt wieder, obwohl es dem Nordniedersächsischen zugerechnet wird.
- ndl. gekocht, westf. gekoopt, weserpl. 'ekofft, nnds. kööpt, dän. købt (gekauft)
- ndl. geslapen, nnds. slapen, weserpl. 'eslapen, engl. slept (geschlafen) Das Perfekt und Plusquamperfekt wird - ähnlich wie im Deutschen - mit dem Hilfsverb hebben gebildet. Das Futur wird - anders als im Deutschen und ähnlich wie im Englischen mit dem Hilfsverb sallen/schallen/zullen (verwandt, aber nicht bedeutungsidentisch mit dem Deutschen sollen gebildet :Ik schall na School gahn kann sowohl Ich werde zur Schule gehen als auch Ich soll zur Schule gehen bedeuten. Tatsächlich bevorzugt das Niederdeutsche aber - wie auch das gesprochene Hochdeutsche, reines Präsens zur Bezeichnung des Futurs ("Ik gah mörgen na School to.") Das Kasussystem ist - parallel zum Englischen und den skandinavischen Sprachen auf drei Fälle - vereinfacht, Akkusativ und Dativ sind zum Objektiv vereinigt: :Ik kiek den Mann an (Ich sehe den Mann an, Akkusativ) :Ik geev den Mann Geld (Ich gebe dem Mann Geld, Dativ) Diese Entwicklung setzte zunächst im Norden des niederdeutschen Sprachgebiets ein, setzte sich dann aber nach Süden (Niederländisch, Westfälisch) weiter durch. Im Ostfriesischen sind bei den Substantiven auch Subjektfall und Objektfall zusammengefallen.

Siehe auch

Altniederdeutsch und Mittelniederdeutsche Sprache; Volkssprache

Weblinks


- [http://www.ins-bremen.de/ INS Bremen: Niederdeutsch in der Europäischen Charta]
- [http://www.niederdeutsch.com Niederdeutsche Sprache und Autoren, v.a. aus Mecklenburg und Vorpommern]
- [http://www.plattmaster.de/gramm1.htm Niederdeutsche Grammatik]
- [http://www.plautdietsch-freunde.de Plautdietsch-Freunde e.V.]
- [http://www.ruemenapf.de/hans/niederdeutsch.html Der Brautsuppenstreit von 1666 (aus der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel)] Kategorie:Sprachgruppe Kategorie:Sprache Kategorie:Dialekt Kategorie:Norddeutschland

Sprachgrenze

Als Sprachgrenze wird ein geografisches Gebiet bezeichnet, in dem zwei oder mehr Bevölkerungsgruppen aufeinander treffen, die unterschiedliche Sprachen (oder auch stark unterschiedliche Dialekte) sprechen. Häufig ist es zugleich auch ein Durchmischungsgebiet der beteiligten Sprachen. Eine Sprachgrenze erkennt man in einem Sprachatlas an einem Isoglossenbündel. Eine bedeutende Sprachgrenze innerhalb Deutschlands ist die nach dem Düsseldorfer Stadtteil Benrath benannte Benrather Linie, welche Niederdeutsch von Mittel- und Hochdeutsch trennt. Die Eider markierte über Jahrhunderte die Sprachgrenze zwischen Deutsch (genauer Niederdeutsch) und Dänisch. Eine sehr bedeutende, auch von vielen Konflikten belastete Sprachgrenze zieht sich durch Belgien und spaltet das Land in einen wallonischen und flämischen Teil. Im wallonischen Teil wird nur Französisch (wallonisch), während im flämischen Teil nur Niederländisch (flämisch) gesprochen wird. In der Hauptstadt Brüssel, in der überwiegend französischsprechende Einwohnern leben, ist zugleich Regierungssitz der zwei großen belgischen Sprachgemeinschaften (Vlaamse Gemeenschap und Communauté Wallonie) und der Sprachgemeinschaft der rund 50.000 Deutschsprachigen im Osten des Landes. Sie ist damit eine "sprachliche Enklave" inmitten der flämischen Region Nordbrabant (Noord-Brabant). Das Königshaus war stets über die Jahrzehnte darum bemüht, die Feindseligkeiten zwischen den Sprachgruppen zu besänftigen. Das Land wird von rund zwei Drittel Flamen und einem Drittel Wallonen bevölkert. Kategorie:Sprache

Eider

(Juli 2004)]] ] Die Eider (lat. Egdor, dän. Ejder) ist der längste Fluss bzw. Strom in Schleswig-Holstein.

Flusslauf

Verlauf

Die 188 km lange Eider, die etwa 1.000 Jahre lang die Nordgrenze des Deutschen Reiches markierte, entspringt als Dröge Eider südöstlich von Wattenbek am Klaster Teich bzw. südlich des Bothkamper Sees, der zwischen Bordesholm und Preetz liegt. Vom See fließt sie erst ein kleines Stück nach Südwesten, um östlich am Stadtrand von Bordesholm vorbeizufließen. Fortan fließt ihr Wasser nach Norden in den Schulensee, der am südwestlichen Stadtrand von Kiel liegt. Obwohl sie sich bei dieser Großstadt dicht an der Ostsee vorbeischlängelt, wendet sie sich fortan der Nordsee zu: Nach durchfließen des Schulensees fließt sie in Richtung Westen in den Westensee und durch ihn nach Norden. Beim Flemhuder See, an dem sie nur knapp östlich vorbei fließt, mündet sie in den Nord-Ostsee-Kanal, um einen Teil seiner Strecke mit ihm zu teilen - bis Rendsburg. In diesem Bereich existieren aber noch Altarme der Eider. Danach mäandert die Eider nach Westen über Friedrichstadt nach Tönning, wo sie in den Purrenstrom mündet - ihr etwa 9 km langer und 2 km breiter Mündungstrichter; nicht nur in diesem Bereich ihres Unterlaufs ist die Eider ein Tidefluss, der Brackwasser- und Süßwasserwatten aufweist. Am Südwestende des Purrenstroms befindet sich das große Eidersperrwerk. Direkt dahinter beginnt das Wattenmeer der Nordsee. Durch die bei Ebbe und Flut auftretenden gewaltigen Strömungen hat sich das Flussbett der Eider sehr tief in den weichen Marschboden geschnitten, der vorwiegend aus Klei besteht. So findet man vor allem in den scharfen Flusskurven Wassertiefen bis zu 20 m vor. Der größte Nebenfluss der Eider ist die Treene. Der Unterlauf der Eider ist durch den Gieselau-Kanal mit dem Nord-Ostsee-Kanal verbunden.

Geschichte des Flusslaufs

Von 1935 bis 1937 wurde südöstlich von Friedrichstadt bei Drage bzw. Nordfeld die Eiderabdämmung Nordfeld gebaut. Grund dafür waren neben der Schiffbarmachung der Eider auch die immer wiederkehrenden Überschwemmungen und Zerstörungen im Marschengebiet links und rechts der Eider. Diese wurden durch die Abdämmung verhindert, und seitdem ist die Eider nur noch ein Tidengewässer zwischen Nordfeld und der Mündung. Vor dem Bau der Abdämmung reichten die Gezeiten bis nach Rendsburg.

Landes- und Sprachgrenze

Die Eider bildete (gemeinsam mit der Levensau, die nördlich von Kiel in die Ostsee mündete) über Jahrhunderte die Grenze zwischen Heiligem Römischen Reich (deutscher Nation) und Dänemark. Sie war im frühen Mittelalter – wie Adam von Bremen berichtet – seit dem Frieden 811 zwischen Karl dem Großen und dem Dänenkönig Hemming die Grenze zwischen Sachsen und Dänen (früher: Angeln bzw. Jüten). Diese Sprachgrenze hat sich vermutlich erst nach Abzug der westgermanischen Angeln nach England herausgebildet. Damit war die Eider über Jahrhunderte die Sprachgrenze zwischen Deutsch (genauer Niederdeutsch) und Dänisch. Also war sie die Grenze zwischen Nordgermanisch und Westgermanisch. Dies änderte sich erst im und nach dem Mittelalter, wo diese Sprachgrenze langsam nach Norden wanderte, ohne geografisch deutlich erkennbar zu bleiben (die Sprachgebiete verzahnten sich und bildeten teilweise Enklaven, vor allem die Städte sprachen in der Neuzeit überwiegend Deutsch). Zu Sprachgrenzen in Deutschland siehe auch Benrather Linie.

Zeitgeschichte

Heute noch trennt die Eider die beiden Landesteile Schleswig-Holsteins Schleswig (früher: Herzogtum Schleswig) und Holstein. Im Osten wird die Grenze durch die Levensau (nördlich von Kiel) markiert. Im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 kam es nach langem Konflikt um Schleswig zur entscheidenden Schlacht: Seit dem preußischen Sieg bei Düppel waren Holstein und Schleswig der Herrschaft des dänischen Königs entzogen. Seither gab/gibt es unter dänischen Nationalisten die Parole: Danmark til Ejderen (deutsch: Dänemark bis zur Eider), die 1920 nach dem Versailler Vertrag zu einer Volksabstimmung in zwei Zonen des Provinzteils Schleswig führte (der Norden Schleswigs fiel damals wieder an Dänemark) und auch nach 1945 (unter dem Eindruck der Besetzung durch die Wehrmacht wieder laut wurde und 1955 zur Bonn-Kopenhagener Erklärung führte, in der Dänemark im Gegenzug auf die Gewährung der Minderheitenrechte der Dänen in Südschleswig auf das Nej (angedrohtes Veto im NATO-Rat zusammen mit Norwegen)) gegen den Beitritt der Bundesrepublik Deutschland zur NATO verzichtete. Der deutschen Minderheit in Nordschleswig wurden ebenfalls umfangreiche Rechte zugestanden.

Astronomie

Der Geograf Kai Helge Wirth stellte die These auf, dass das Sternbild Eridanus vom Lauf dieses Flusses abgeleitet wurde. Kategorie:Fluss in Deutschland Kategorie:Fluss in Schleswig-Holstein Kategorie:Südschleswig

Sprachgruppe

In einer Sprachgruppe werden alle Sprachen zusammengefasst, die eine erhebliche Zahl von systematischen Übereinstimmungen aufweisen. Man unterscheidet dabei zwei Typen:
- die Sprachfamilie - genealogische Klassifizierung
- den Sprachbund - geographische Klassifizierung ---- Daneben bezeichnet Sprachgruppe auch die Gesamtheit der Angehörigen einer bestimmten Sprache. So unterscheidet beispielsweise der Vielvölkerstaat Schweiz seine Staatsangehörigen in französischer, italienischer, deutscher und rätoromanischer Sprachgruppe, also die Schweizer Bürger mit französischer, italienischer, deutscher und rätoromanischer Ethnie. Kategorie:Linguistische Typologie

Deutsche Sprache

Die deutsche Sprache (Hochdeutsch und Niederdeutsch) zählt zur indoeuropäischen Sprachfamilie (in Deutschland abweichend auch indogermanische Sprachfamilie genannt), spezifisch zu den westgermanischen Sprachen.

Geschichte

Hauptartikel: Deutsche Sprachgeschichte Als hochdeutsche Sprache bezeichnet man zunächst alle germanischen Dialekte, die im frühen Mittelalter an der zweiten oder althochdeutschen Lautverschiebung beteiligt waren (alemannisch, bairisch, ost-, rhein-, mittelfränkisch, ostmitteldeutsch = ober- und mitteldeutsche Mundarten = hochdeutsche Mundarten). Die germanischen Dialekte, die diese zweite germanische Lautverschiebung nicht oder nur zu einem sehr geringen Teil mitgemacht haben, bezeichnet man seit der frühen Neuzeit als niederdeutsche Sprachen (niedersächsisch und niederfränkisch). Das Wort „teutsch“ (deutsch) bildete sich dabei innerhalb des Lateinischen aus dem germanischen Wort für „Volk“ (thioda, thiodisk) heraus und bezeichnete die Sprache der nicht lateinisch (und nicht romanisch) sprechenden Bevölkerung. Die ältere Bezeichnung „fränkisch“ für die eigene Sprache traf etwa seit dem 9. Jahrhundert nicht mehr eindeutig zu, nachdem einerseits die westfränkische Oberschicht im späteren Frankreich den romanischen Dialekt der einheimischen Bevölkerung übernommen hatte und andererseits das Ostfrankenreich auch nicht-fränkische Stämme wie die Alemannen, die Bayern, die Thüringer und die (Nieder-)Sachsen umfasste. Da während des ganzen Mittelalters im Unterschied zu den Nachbarländern in dem Land der Teutschen stark territorial zersplitterte politische Strukturen existierten, entwickelten sich die zum Teil extrem unterschiedlichen deutschen Dialekte (deutsche Mundarten) lange parallel nebeneinander her. Einen ersten Ansatz zu einem überregionalen Ausgleich der Mundarten hat man teilweise in der mittelhochdeutschen Dichtersprache der höfischen Dichtung um 1200 sehen wollen. In der Tat ist teilweise das Bemühen der Dichter zu erkennen, nur regional verständliches Vokabular und dialektale lautliche Besonderheiten zu vermeiden, um ein überregionales Verständnis ihrer Werke zu ermöglichen; andererseits muss aber die Breitenwirkung der an den Fürstenhöfen tätigen Dichter zu einer Zeit, als nur eine verschwindend geringe Minderheit der Bevölkerung alphabetisiert war und Zugang zu dieser elitären Kunst hatte, als äußerst gering eingeschätzt werden. Der Beginn der neuhochdeutschen Schrift- und Standardsprache kann daher erst in überregionalen Ausgleichsprozessen des Spätmittelalters und der frühen Neuzeit gesehen werden. Während die Standardsprache in den meisten europäischen Ländern aus dem Dialekt der jeweiligen Hauptstadt hervorgegangen ist, stellt die heutige deutsche Hochsprache (Standardsprache) eine Art „Kompromiss“ zwischen den mittel- und oberdeutschen Dialekten südlich der Benrather Linie dar. Benrather Linie In Norddeutschland hat sich das Hochdeutsche, vor allem im Gefolge der Reformation als Amts- und Schulsprache gegen das Niederdeutsche (Plattdeutsche/Niedersächsische und Niederfränkische) durchgesetzt. Zur Blütezeit der Hanse fungierte das Niederdeutsche als Verkehrssprache im gesamten Nord- und Ostseeraum. Auch die Niederländische Sprache ist eine niederfränkische und daher niederdeutsche Sprache. Martin Luther übersetzte 1521 das Neue Testament und 1534 das Alte Testament in die sich damals noch entwickelnde neuhochdeutsche Schriftsprache. Die dort verwendete Sprache in einer ostmitteldeutschen Färbung prägte durch die religiöse Bedeutung Luthers ganze Generationen. Es muss aber angemerkt werden, dass Luthers Bedeutung im Hinblick auf die Entstehung der Neuhochdeutschen Schriftsprache lange Zeit überschätzt wurde. Bereits seit dem 14. Jahrhundert bildete sich allmählich eine immer stärker überregional geprägte Schriftsprache heraus, die man auch als Frühneuhochdeutsch bezeichnet. Die Herausbildung der hochdeutschen Schriftsprache war im 17. Jahrhundert zum Großteil abgeschlossen. Durch die Beseitigung der so genannten Letternhäufelung im 18. Jahrhundert wurde das seitdem in Grundzügen kaum veränderte deutsche Schriftbild abgerundet. Die Geschichte der deutschen Sprache wird häufig in vier Abschnitte (Sprachstufen) unterteilt:
- 7501050: Althochdeutsch
- 10501350: Mittelhochdeutsch
- 13501650: Frühneuhochdeutsch
- ab 1650: Neuhochdeutsch Johann Christoph Adelung veröffentlichte 1781 das erste große Wörterbuch. Jacob und Wilhelm Grimm begannen 1852 mit der Herausgabe des umfassendsten Deutschen Wörterbuchs, das 1961 vollendet wurde, aber seither einer Überarbeitung unterzogen wird. Die deutsche Rechtschreibung wurde im Laufe des 19. Jahrhunderts zunehmend normiert. Ein Durchbruch zu einer deutschen „Einheitsschreibung“ gelang mit dem „Orthographischen Wörterbuch der deutschen Sprache“ von Konrad Duden (1880), das in der Rechtschreibreform von 1901 in leicht veränderter Form zur Grundlage der amtlichen Rechtschreibung erklärt wurde. Erst 1996 kam es zu einer erneuten Rechtschreibreform. Siehe dazu auch Geschichte der deutschen Rechtschreibung. In der Bundesrepublik Deutschland ist Hochdeutsch:
- nach § 23 Verwaltungsverfahrensgesetz (BVwVfG) als Amtssprache,
- nach § 5 Beurkundungsgesetz als Sprache für notarielle Urkunden,
- nach § 184 Gerichtsverfassungsgesetz als Gerichtssprache festgelegt. Besondere Regelungen gelten für die dänische Minderheit in Schleswig-Holstein sowie für die Sorben in Brandenburg und Sachsen; mittlerweile aber auch für die niederdeutsche Sprache. In Österreich ist laut Artikel 8. (1) Bundes-Verfassungsgesetz (BVG) die (hoch-)deutsche Sprache, unbeschadet der den sprachlichen Minderheiten eingeräumten Rechte, die Staatssprache der Republik. In Liechtenstein ist Deutsch die alleingültige Amtssprache. Es kennt keine Minderheitensprachen.

Hochdeutsch als Amtssprache (neben anderen Sprachen)


- Belgien (mit Französisch und Niederländisch)
- Luxemburg (mit Luxemburgisch und Französisch)
- Schweiz (63 % deutsch) (auf gesamtstaatlicher Ebene neben Französisch, Italienisch und Rätoromanisch; in 17 von 26 Kantonen alleinige Amtssprache, in 4 weiteren Amtssprache neben anderen Sprachen)
- Italien: nur regional in Südtirol (mit Italienisch und Ladinisch; in anderen Regionen: Aostatal: Französisch; Friaul: Slowenisch jeweils mit Italienisch)
- Dänemark: in Gebieten der deutschen Minderheit (Sønderjylland) (neben Dänisch)
- Namibia (seit Juni 1984 mit Afrikaans und Englisch, seit der Unabhängigkeit Namibias 1990 nicht mehr Amtssprache)
- Russland: Anerkannte Verkehrssprache der deutschstämmigen Bevölkerung in den beiden westsibirischen Nationalkreisen Asowo (Gebiet Omsk) und Halbstadt (Altai-Region). Deutsch ist zudem eine Amtssprache der Europäischen Union und eine Arbeitssprache der Vereinten Nationen. Dass Deutsch beinahe Amtssprache der USA geworden wäre, ist ein Gerücht, das auf eine Fehlinterpretation zurückzuführen ist (Mühlenberg-Legende, siehe auch Deutsche Sprache in den USA).

Als Minderheitensprache


- Argentinien 300.000
- Australien 200.000 oder mehr ( 2 Millionen Deutschstämmige)
- Belgien 112.458
- Brasilien (1.900.000)
- Chile (100.000)
- Dänemark 20.000
- Estland 3.460
- Frankreich: von den 1.200.000 potenziell deutschsprachigen Elsässern und Lothringern spricht nur noch ein kleiner Teil den angestammten Dialekt
- Italien 330.000
- Kanada 500.000 oder mehr (2,8 Millionen Deutschstämmige, siehe Auswärtiges Amt).
- Kasachstan 358.000
- Kroatien 11.000
- Lettland 3.780
- Litauen 2.060
- Moldawien 7.300
- Namibia 30.000
- Niederlande 47.775
- Paraguay 200.000
- Polen 170.000
- Rumänien (70.000.)
- Russland: europäischer Teil (75.000), Sibirien (767.300)
- Slowakei 12.000
- ((Südafrika)) 300.000-500.000 (100.000 Passdeutsche, 1 Million Deutschstämmige, siehe Auswärtiges Amt).
- Togo
- Tschechien 50.000
- Ukraine 38.000
- Ungarn 145.000
- Vereinigte Staaten von Amerika 6.100.000 , insbes. Pennsylvaniadeitsch s. Kapitel Pennsylvania Dutch Siehe auch: Deutschsprachige Minderheiten

Als Fremdsprache

Deutsch (Hochdeutsch) wird in vielen Ländern als Fremdsprache gelehrt; in Europa ist es nach Englisch am weitesten verbreitet. Besonders häufig wird Hochdeutsch als Fremdsprache in den Niederlanden, Skandinavien, Baltikum, Slowenien, Kroatien, Polen, Japan, Bosnien und Herzegowina, der romanischen Schweiz, Serbien, Ungarn, Montenegro, Mazedonien und Bulgarien gewählt. Teilweise gilt Deutsch in diesen Ländern als erste Schulfremdsprache und steht damit noch vor dem Englischen. Auch in Weißrussland wird Deutsch oft an Schulen unterrichtet. In anderen Ländern, so zum Beispiel in Frankreich und den USA, verliert Deutsch zunehmend an Bedeutung gegenüber Spanisch. In Ostasien (Japan) wurde im 19. und 20. Jahrhundert Deutsch als Medizinsprache verwendet (an Stelle von Latein). Nach einer Erhebung der Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache, der u. a. das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut angehören, gab es 2000 die meisten Deutschlerner in:
- Russische Föderation: 4.657.500
- Polen: 2.202.708
- Frankreich: 1.603.813
- Tschechien: 799.071
- Ukraine: 629.742
- Ungarn: 629.472
- Kasachstan: 629.874
- Niederlande: 591.190
- USA: 551.274 Deutsch ist heute die nach Englisch am meisten verwendete Sprache im Internet (gefolgt von Französisch, Japanisch, Spanisch und Chinesisch). Mehr als acht Prozent aller Seiten im Internet sind auf Deutsch. (Internetseiten auf Englisch:Cirka 50 %)

Als Kreolsprache

Im Zuge der Kolonialisierung entstand im heutigen East New Britain das so genannte Unserdeutsch, das weltweit einzige Kreoldeutsch. Diese Sprache ist jedoch mittlerweile fast ausgestorben, da die meisten Sprecher auswanderten. Außerdem haben sich in Papua-Neuguinea bis zu 150 Wörter deutschen Ursprungs in der Sprache Tok Pisin erhalten.

Aussprache

Siehe Aussprache der deutschen Sprache.

Grammatik

siehe dazu deutsche Grammatik

Rechtschreibung

Siehe dazu deutsche Rechtschreibung.

Textsammlungen

Beim Projekt Gutenberg-DE gibt es Texte von über 1000 Autoren. Wikisource enthält mehr als 2000 deutschsprachige Werke. Siehe auch: Deutsche Literatur, Sprichwörter, Deutschsprachige Schriftsteller: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Dialekte der hochdeutschen Sprache

Die Einteilung der deutschen Dialekte beruht auf Untersuchungen des 19. Jahrhunderts. In gleicher Zeit begann die Herausbildung von Umgangssprachen als einer Art Mischform zwischen Standardsprache und Dialekt. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts verdrängen die Umgangssprachen die alten Dialekte.
- Mitteldeutsch
  - Westmitteldeutsch (siehe auch: Fränkische Sprache)
    - Mittelfränkisch (Ripuarisch, Moselfränkisch, Luxemburgisch)
    - Rheinfränkisch (Pfälzisch, Hessisch)
  - Ostmitteldeutsche Sprache
    - Thüringisch-Obersächsisch, (Kolonialdialekte)
    - Berlin-Brandenburgisch (Mischform mit Ostniederdeutsch)
    - Ostmitteldeutsche Dialekte
      - Lausitzische Dialekte
    - Ermländisch
- Fränkisch im Übergangsbereich zwischen dem Oberdeutschen und Mitteldeutschen (Wird häufig dem Oberdeutschen zugeordnet.)
  - Ostfränkisch, umgangssprachlich "Fränkisch"
    - Mainfränkisch
  - Süd-Rheinfränkisch
- Oberdeutsch
  - Alemannisch
    - Schwäbisch
    - Elsässisch
    - Niederalemannisch (darunter auch schweizerdeutsche Dialekte)
    - Hochalemannisch (darunter auch schweizerdeutsche Dialekte)
    - Höchstalemannisch (schweizerdeutsche Dialekte)
  - Bairisch
    - Südbairisch
    - Mittelbairisch
    - Nordbairisch

Niederdeutsche Sprachen


- Niederdeutsch
  - Niedersächsisch
  - Niederfränkisch Niederdeutsch bzw. die niederdeutschen Sprachen zeigen bedeutende phonologische, morphologische und lexikal-semantische Unterschiede gegenüber den übrigen deutschen Mundarten. Diese Sprachgruppe hat die zweite hochdeutsche Lautverschiebung nicht mitvollzogen. Das Niedersächsische, das in Deutschland und in den Niederlanden gesprochen wird und gemeinhin in Norddeutschland als Niederdeutsch oder Plattdeutsch (Plattdüütsch) bezeichnet wird (in den Niederlanden als „nedersaksisch”) wird auch als Teil einer niederdeutschen Sprachgruppe aufgefasst. Mittlerweile hat das Niedersächsische infolge der Sprachencharta des Europarats einen offiziellen Status als Regionalsprache erhalten, weil die Länder Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen Niedersächsisch für einen Schutz gemäß Teil III der Sprachencharta angemeldet haben. Vermutlich kann dennoch sein allmähliches Aussterben nicht aufgehalten werden. Das Niederfränkische lebt weiter im Niederländischen. Auch die ursprünglichen Dialekte am Niederrhein (Kleve, Wesel, Duisburg, Mülheim an der Ruhr) sowie die alten Mundarten im Ostbergischen gehörten dem niederfränkischen Zweig an. Sie sind seit dem Zweiten Weltkrieg praktisch im Aussterben. Die Mundarten des Gebietes zwischen der Uerdinger Linie (Ik-/Ich-Linie) und der Benrather Linie (Maken-/Machen-Linie) (Düsseldorf, Mönchengladbach, Krefeld, Neuss) weisen sowohl niederfränkische als auch mittelfränkische Züge auf und sind ein mundartliches Übergangsgebiet zwischen den hochdeutschen und den niederfränkischen Mundarten.

Einflüsse anderer Sprachen auf die deutsche Sprache

Durch ihre zentrale Lage in Europa wurde die deutsche Sprache über die Jahrhunderte durch andere Sprachen beeinflusst. Im Mittelalter und der Zeit davor war es vor allem die lateinische Sprache, aus der sich die deutsche Sprache bediente. So sind viele alltägliche Wörter, vor allem aus Architektur, Religion und Kriegswesen (z. B. Fenster, Keller, Karren, dominieren, Kloster), aus dem Lateinischen entlehnt. Auch die griechische Sprache hat das Deutsche in Religion, Wissenschaft und Philosophie stark beeinflusst (z. B. Philosophie, Physik, Demokratie, Krypta). Später war es dann vor allem die französische Sprache, die großen Einfluss auf das Deutsche ausübte. Da nach dem Dreißigjährigen Krieg an vielen Höfen französisch gesprochen wurde und selbst preußische Könige diese Sprache besser beherrschten als Deutsch und letzteres, frei nach Voltaire, nur zur Kommunikation mit Soldaten und Pferden gebraucht wurde, kamen vor allem Wörter aus dem vornehmen Bereich in die deutsche Sprache (z. B. Boulevard, Trottoir, Konfitüre). Auch aus den slawischen Sprachen (z. B. Grenze, Pistole), dem Jiddischen und dem Rotwelsch (z. B. Zoff, meschugge, Mischpoke, Schockse) kamen einige Wörter ins Deutsche, jedoch war der Einfluss dieser Sprachen im Vergleich zu den vorgenannten wesentlich geringer. In Handel, Botanik und Medizin lassen sich auch einige Einflüsse aus dem Arabischen ausmachen, die verstärkt im Mittelalter beispielsweise durch die Kreuzzüge nach Europa und somit auch nach Deutschland kamen. Aber auch in alltäglichen Begriffen wie Koffer, Benzin oder Limonade lassen sich arabische Einflüsse bzw. Ursprünge nachweisen. Ab Mitte des 20. Jahrhunderts nahm in Deutschland das Englische zunehmend Einfluss auf die deutsche Sprache (Anglizismen). Diese Entwicklung wird von einigen skeptisch betrachtet. Kritiker bringen vor, es handle sich oftmals (z. B. bei Handy) um Pseudo-Englisch, für das es genügend deutsche Synonyme gebe. Auch technische Zwänge bei der Synchronisation englischsprachiger Filme üben mittlerweile einen Einfluss auf das Deutsche aus. Um Lippensynchronizität zu gewährleisten, werden Worte und Redewendungen kreiert, die zuvor im Deutschen nicht üblich waren, sich dann aber später in der Umgangssprache durchsetzen (z.B. "Oh mein Gott" statt "Um Gottes Willen" als Übersetzung für "Oh my God"). "Verdeckte" Anglizismen gibt es mittlerweile auch aus anderen Gründen: So ist der heute sehr gebräuchliche Ausdruck "nicht wirklich" die wortwörtliche Übersetzung von "not really" und bedeutet demzufolge soviel wie "eigentlich nicht" – allerdings hat sich der Ausdruck inzwischen verselbständigt. Eine Sprachpolitik, wie sie unter anderem in Frankreich und Island betrieben wird, um eine Anreicherung der Sprache mit Anglizismen zu unterbinden, findet in Deutschland seit Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr statt. Gründe hierfür sind möglicherweise in der Sprachpolitik des Nationalsozialismus zu suchen. Andere verwerfen solche Bemühungen unter Verweis auf Joachim Heinrich Campe als Sprachpurismus.

Literatur zu Kontakten der deutschen Sprache


- Johannes Bechert/Wolfgang Wildgen: Einführung in die Sprachkontaktforschung. Darmstadt, Wiss. Buchgesellschaft, 1991
- Csaba Földes: Kontaktdeutsch. Zur Theorie eines Varietätentyps unter transkulturellen Bedingungen von Mehrsprachigkeit. Tübingen, Verlag Gunter Narr, 2005
- Claudia Maria Riehl: Sprachkontaktforschung. Tübingen, Narr, 2004

Wie das Deutsche in anderen Sprachen heißt

Aufgrund der sehr wechselhaften Geschichte Deutschlands gibt es in den Sprachen der Welt mehr unterschiedliche Formen für den Namen der deutschen Sprache als für die meisten anderen Sprachen der Welt. Allgemein kann man die Namen der deutschen Sprache aber aufgrund ihrer Herkunft in sechs Gruppen zusammenfassen. Anmerkung: In der Vergangenheit war im Rumänischen die dem Slawischen entlehnte Form nemţeşte üblich, aber heute wird im Rumänischen vorwiegend das Wort germană benutzt. Das ungarische német ist auch aus dem Slawischen entlehnt, ebenso der Name Österreichs im Arabischen, an-Nimsā (النمسا).

Siehe auch


- Jiddisch
- Rotwelsch
- »BRD-Sprache« und »DDR-Sprache«, Duden als Sprachwächter
- Schweizer Hochdeutsch, Schweizerdeutsch
- Sprachgebrauch in Österreich
- Belgranodeutsch
- Deutschsprachiger Raum
- Institut für Deutsche Sprache
- Gebärdensprache im deutschsprachigen Raum
- Moselromanisch
- Deutsche Sprache in Namibia
- :Kategorie:Deutsche Sprache
- Variantenwörterbuch des Deutschen
- Pennsylvania Dutch, Hutterisch, Texasdeutsch
- Riograndenser Hunsrückisch
- Deutsche Redewendungen
- Studentensprache
- Liste deutscher Wörter in anderen Sprachen
- Liste der häufigsten Wörter der deutschen Sprache

Weblinks


- [http://www.ids-mannheim.de Institut für deutsche Sprache, Mannheim]
- [http://www.gfds.de/ Gesellschaft für deutsche Sprache, Wiesbaden]
- [http://wortschatz.uni-leipzig.de/index.html Wortschatz der deutschen Sprache]
- [http://www.dwb.uni-trier.de/ Grimm, Deutsches Wörterbuch]
- [news:de.etc.sprache.deutsch Newsgroup zur deutschen Sprache] ([http://groups.google.com/groups?q=de.etc.sprache.deutsch de.etc.sprache.deutsch bei Google], [http://faql.de FAQs zur Newsgroup])
- [http://www.canoo.net/index.html Rechtschreibung mit Online-Prüfung, Grammatik, Morphologie und anderes]
- [http://www.woerterbuch.info/ woerterbuch.info - Deutsch-Englisch Wörterbuch mit 600.000 Übersetzungen und 125.000 Synonymen]
- [http://www.deutsche-sprachwelt.de Magazin
Deutsche Sprachwelt] Eine Übersicht über die Beiträge in Wikipedia zum Thema Sprache bietet das Portal:Sprache. Kategorie:Indogermanisch Kategorie:Germanisch Kategorie:Einzelsprache !
-
als:Deutsche Sprache ja:ドイツ語 ko:독일어 ms:Bahasa Jerman simple:German language th:ภาษาเยอรมัน


Englische Sprache

Die englische Sprache (Englisch) ist eine germanische Sprache. Sie gehört, wie auch das Deutsche und das Niederländische, dem westlichen Zweig der germanischen Sprachen an. In einem eigenen Artikel gibt es mehr zur Geschichte der englischen Sprache. Englisch ist heute die am weitesten verbreitete Sprache der Welt, während es sich bei Mandarin-Chinesisch um die meistgesprochene Sprache handelt. Die englische Sprache wird in sehr vielen Ländern als erste Fremdsprache in den Schulen gelehrt (siehe Englisch (Schule)) und ist offizielle Sprache der meisten internationalen Organisationen. Viele dieser Organisationen haben daneben noch andere offizielle Sprachen. Englisch gilt als Weltsprache. Heute wird Englisch weltweit von etwa 340 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, das heißt, etwa 340 Millionen Menschen sind anglophon. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 510 Millionen Sprecher.

Verbreitung

Amtssprache

Englisch ist Amtssprache in den folgenden Staaten, wobei die Zahlen die ungefähre Zahl der Muttersprachler angeben, soweit bekannt: Englisch ist zudem Amtssprache bei der Europäischen Union, bei der Afrikanischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten und bei den Vereinten Nationen.

Sonstige Verwendung

Die englische Sprache dient zudem als Verkehrssprache in folgenden Ländern und Regionen:
- Gibraltar
- Hongkong
- Israel
- Malaysia
- St. Martin
- Somalia
- Zypern

Sprachwissenschaftliche Einordnung

Das Englische gehört zu den indogermanischen Sprachen, die ursprünglich sehr stark flektierende Merkmale aufwiesen. Alle indogermanischen Sprachen weisen diese Charakteristik bis heute mehr oder minder auf. Es besteht jedoch in allen diesen Sprachen eine Tendenz weg von flektierenden und hin zu isolierenden Formen. Im Englischen ist diese Tendenz besonders ausgeprägt gewesen, so dass es sich im Laufe seiner Entwicklung im Wesen stark gewandelt hat. Heute trägt die englische Sprache überwiegend isolierende Züge und ähnelt strukturell teilweise stärker isolierenden Sprachen wie dem Chinesischen als den genetisch eng verwandten Sprachen wie dem Deutschen. Zudem hat sich die Sprache heute durch die weite Verbreitung in viele Dialekte aufgeteilt. Viele europäische Sprachen bilden auch völlig neue Begriffe auf Basis der englischen Sprache (Anglizismen). Auch in einigen Fachsprachen werden die Termini von Anglizismen geprägt, z.B. in den Bereichen Informatik und Wirtschaft. Der Language Code ist en beziehungsweise eng (nach ISO 639); der Code für Altenglisch (etwa 450 bis 1100) ist ang und der Code für Mittelenglisch (etwa 1100 bis 1500) ist enm.

Sprachvarianten der englischen Sprache

Durch die weltweite Verbreitung der englischen Sprache hat diese in verschiedenen Gegenden zahlreiche Varianten entwickelt. Nach der bekanntesten und fremdartigsten Variante des Englischen spricht man oft auch von einer Pidginisierung, wenn eine Sprache sich durch ihre weite Verbreitung in mehrere Sprachen aufzuteilen beginnt, die untereinander kaum noch kompatibel sind. Folgende Sprachvarianten werden unterschieden:
- Siehe auch: Internationale Klassifizierungen (Englische Sprache) Eine Reihe von Pidginsprachen und Kreolsprachen haben sich auf englischem Substrat entwickelt. Das Eindringen von Anglizismen in andere Sprachen wird manchmal mit abwertenden Namen wie "Denglisch" (Deutsch und Englisch) oder "Franglais" (Französisch und Englisch) versehen. Dabei handelt es sich nicht um Varianten des Englischen, sondern um Erscheinungen in anderen Sprachen.
- Siehe auch: Englische Sprache in anderen Sprachen Der scherzhafte Begriff "Engrish" bezeichnet ebenfalls keine Variante der englischen Sprache, sondern bezieht sich auf das unbeholfene Englisch, das gelegentlich in asiatischen Ländern anzutreffen ist, hier insbesondere bei Japanern, die den Lateral "l", der im Japanischen nicht vorkommt, durch "r" ersetzen.

Ähnliche/Verwandte Wörter

Deutsch und Niederländisch

Überraschend sind die sehr zahlreichen englischen Wörter, bei denen die Verwandtschaft mit dem Deutschen und dem Niederländischen durch Bedeutungsverschiebung oder -verengung oft nicht ins Auge fällt.

Dänisch

Französisch

Textsammlungen

Beim Project Gutenberg stehen zahlreiche Texte frei zur Verfügung.

Siehe auch


- Englische Grammatik
- Ghoti
- Liste englischer Redensarten
- Englische Phonetik
- Englische Sprache in der Werbung
- Liste von Sprachen nach der Zahl ihrer Muttersprachler
- Chronologie englischsprachiger Medien

Literatur


- Wolfgang Viereck, Heinrich Ramisch, Karin Viereck: dtv Atlas Englische Sprache. dtv, 2002. ISBN 3423032391
- J. C. Wells: Accents of English. Volume I: An Introduction. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521297192
- J. C. Wells: Accents of English. Volume II: The British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285402
- J. C. Wells: Accents of English. Volume III: Beyond the British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285410
- Michael McCarthy, Felicity O'Dell: English Vocabulary in Use. upper-intermediate and advanced. Cambridge University Press, 1994
- Raymond Murphy: English Grammar in Use. Cambridge University Press, 1985
- Robert Phillipson: Linguistic Imperialism. Oxford University Press, 2000. ISBN 0194371468

Weblinks


- http://dict.leo.org/ – umfangreiches und ständig erweitertes Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Online-Wörterbuch
- http://www.odge.de/ - Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit über 420.000 Übersetzungen (auch ungewöhnliches)
- http://www.dict.cc/ – Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit mittlerweile über 400.000 Übersetzungen
- http://www.dict.org/ – greift auf mehrere Wörterbücher zu, die das dict-Protokoll benutzen
- http://www.EnglishTensesWithCartoons.com Englishe Zeiten
- http://www.phon.ucl.ac.uk/home/estuary/index.html - Estuary English
- http://www.wordorigins.org/ – Die Herkunft einiger hundert englischer Wörter
- http://www.etymonline.com/ – Online Etymology Dictionary, Erklärungen zur Herkunft einiger tausend englischer Wörter
- http://www.englisch-hilfen.de/ – kostenlose Nachhilfe mit Erklärungen und Übungen
- http://www.ego4u.de/ – Englische Grammatik Online
- http://www.sprachschule-lbt.de/index.php?sprachschulen=englischkurse-5-spaltensystem&englisch-lernen=lernhilfen – kostenloses Grammatiksystem der englischen Sprache zum Selbstlernen
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Niedersächsische Sprache

Das Niedersächsische (eigentlich: Sächsisch) ist Teil der niederdeutschen Sprachgemeinschaft und wird umgangssprachlich in Norddeutschland auch als Plattdeutsch (Nedderdüütsch, Plattdüütsch) bzw. im Nordosten der Niederland als Needersässisch bezeichnet. Der ISO-Code nach ISO 639-2 ist nds.

Abgrenzung

Zu der Gruppe des Niedersächsischen (Sächsischen) zählen das Westfälische (Westfalen bis an die Weser), das Ostfälische (östlich der Weser) und das Nordniedersächsische (nördliches Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein). Durch die Isoglosse zwischen dem westlichen Plural Präsens auf -(e)t und dem östlichen auf -e(n) (mak(e)t versus make(n)) von diesem getrennt, schließt sich im Osten das Ostniederdeutsche an, das sich seinerseits aus dem Mecklenburg-Vorpommerschen, dem Märkischen (Mark Brandenburg), dem Mittelpommerschen (ein schmaler Streifen an der Oder) und historisch auch aus dem Ostpommerschen (in Hinterpommern) und dem Niederpreußischen (in Ost- und Westpreußen) zusammensetzt. Im Süden ist das niederdeutsche Sprachgebiet durch die Benrather Linie vom Hochdeutschen getrennt, so dass z.B. das Westfälische bis nach Nordhessen und ins Ruhrgebiet hineinreicht. Im Westen grenzt das Niedersächsische an das Niederfränkische, das ebenfalls Niederdeutsch ist, aber historisch zu den fränkischen Dialekten gehört und z.B. in Duisburg, Oberhausen, Wesel, Kleve und einem großen Teil der Niederlande gesprochen wird. Im Norden bildet die Eider die historische Grenze zum Dänischen, heute eher die deutsch-dänische Landesgrenze.

Niedersächsisch (Sächsisch) und Niederfränkisch in den Niederlanden

Die Sprachgrenze zwischen dem Niedersächsischen und dem Niederfränkischen verläuft historisch auch durch die Niederlande. Die heutige niederländische Schriftsprache ist aus dem Niederfränkischen um Amsterdam in der dominierenden Provinz Holland (deshalb auch "Holländisch") hervorgegangen. Das heutige Niederländisch ist also sprachgeschichtlich verwandt mit der Mundart der (Nieder)Rheinländer. Im Nordosten der Niederlande, der historisch zum Niedersächsischen Sprachraum zählt, wird bis heute noch umgangssprachlich Niedersächsisch ("Nedersaksisch") - vor allem von der ländlichen Bevölkerung - gesprochen. Spricht man in einem Kaufhaus einen Niederländer auf Niedersächsisch an, bekommt man aber oft als Antwort, dass er kein Nedersaksich spricht, da er aus einem anderen Teil der Niederlande stammt - während die Einheimischen diese Sprache sehr wohl gut verstehen. Dies gilt für die Provinzen Gelderland, Overijssel, Drenthe und Groningen. Diese niedersächsischen Mundarten werden aber heute - obwohl sie mit den Mundarten auf der deutschen Seite weitestgehend identisch sind - zumeist als niederländische Mundarten bezeichnet - nur der Fachmann weiß es genauer. Die umgangssprachliche Zuordnung richtet sich heute nach der Bezeichnung der überdachenden Standardsprache.

Geschichte und offizieller Status

Im Mittelalter diente das Lübecker Mittelniederdeutsch ("Lübsch") als Lingua Franca der Hanse und erreichte so eine große Bedeutung im Ostseeraum und Skandinavien. Im Hanseraum war das stark standardisierte Mittelniederdeutsch die bevorzugte Schriftsprache auch für diplomatische und juristische Dokumente. Das Niedersächsische (Plattdüütsch) und Niederfränkische konnten sich bis nach dem Zweiten Weltkrieg als vorrangige Umgangssprache im niederdeutschen Sprachraum halten, sind aber durch das Hochdeutsche inzwischen stark in ihren Existenzen gefährdet. In Deutschland existiert kein einziges Radio-Vollprogramm in Plattdeutsch. Seit 1994 ist das Sächsische (Niedersächsische) als eigene Sprache durch die Europäische Union anerkannt und geschützt. In einigen bundesdeutschen Ländern gibt es Regelungen gegen die Diskriminierung des Niedersächsischen. So sind in Schleswig-Holstein die Behörden verpflichtet, Anfragen und Anträge auf „Plattdeutsch” nicht nur zu bearbeiten, sondern auch auf „Plattdeutsch” zu beantworten. Der Bundesgerichtshof hat festgestellt, dass auch Patentanträge beim Bundespatentamt in München auf Plattdeutsch gestellt werden können. In den Niederlanden ist das Niedersächsische (Saksisch oder Nedersaksisch) als weitere Amtssprache offiziell anerkannt.

Heutige Verbreitung

Das Niederdeutsche und damit das Niedersächsische verliert bei der jüngeren Bevölkerung in Deutschland und in den Niederlanden durch die hochdeutsche bzw. hochniederländische Amts- und Schulsprache zunehmend an Sprechern. Überwiegend die ältere einheimische Generation verwendet ihre jeweilige Mundart noch im Gespräch miteinander. Der Dialekt wird aber auch von der mittleren Generation noch sehr gut verstanden, teilweise benutzt oder auch mit dem Hochdeutschen vermischt (Missingsch). In manchen Teilen Norddeutschlands und der östlichen Niederlande werden die Mundarten intensiver gesprochen als in anderen Landesteilen. Im Oldenburger Land, in Ostfriesland, in der Lüneburger Heide, in Verden (Aller), in der Wümmeniederung, in Teilen Schleswig-Holsteins und regional in Hamburg, Bremen und Westfalen hat die Sprache noch sehr viele Sprecher, in Hannover und anderen Großstädten ist es fast ausgestorben. In Schleswig-Holstein versucht die Landesregierung, mit Förderprogrammen und Wettbewerben das Plattdeutsche wieder in die Schulen zu bringen. Auf Eigeninitiative von Lehrkräften gibt es vereinzelt auch wöchentlichen „Fremdsprachenunterricht“. Landtagssitzungen auf Platt werden zwar regelmäßig gehalten, haben aber eher darstellenden Charakter, da für echte Diskussionen den meisten Abgeordneten das Sprachwissen fehlt. Niedersächsisch ist keine Sprache wie das Standarddeutsche, sondern eine Dialektgruppe, weil ihm eine Standardversion fehlt. Die relativ geringe r