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Griechische Kolonisation

Griechische Kolonisation

siehe Anmerkung von Benutzer:Minos vom August 2005--Zaungast 15:59, 21. Nov 2005 (CET) ---- Unermüdlich in ihrem Trieb, immer neue Handelswege aufzusuchen, bei allem Heimatgefühl zur Auswanderung in die Ferne geneigt, haben die Hellenen sich vom Archipel über das ganze Mittelmeer verbreitet, an den Küsten der Mäotis, den Mündungen des Nils, in Italien, den westlichen Inseln bis nach Gallien hin Pflanzstädte gegründet, welche den Handel mit dem Mutterland vermittelten, die Produkte des fremden Landes mit den Erzeugnissen des heimischen Gewerbefleißes austauschten und durch betriebsame Ausbeutung des Landbaues bald zu eigenem Wohlstand gelangten. In kürzester Zeit übertrafen die meisten Kolonien an Zahl der Bevölkerung und Reichtum ihre Mutterstädte, denn sie waren weniger durch ebenbürtige Nachbarn beschränkt. Mit der materiellen Entwicklung hielt auch meist die intellektuelle gleichen Schritt. Dabei blieben sie mit der Heimat in stetem Verkehr. Wenn sie auch eine politische Oberhoheit der Mutterstadt gewöhnlich nicht anerkannten, hielten sie doch ein Pietätsverhältnis aufrecht. Ihre griechische Nationalität bewahrten sie sich nicht nur, sondern sie breiteten auch ihre Sprache und Bildung bei den Völkerschaften aus, in deren Mitte sie sich ansiedelten. Die Übervölkerung, welche dem griechischen Gemeinwesen hätte gefährlich werden und aufreibende innere Kämpfe hervorrufen können, wurde durch diese Kolonisation nicht nur abgelenkt, sondern zur Steigerung der Macht, zur Förderung des Geisteslebens auch im Mutterland verwertet. Unter sämtlichen Stämmen zeichnen sich bei dieser Tätigkeit die Ionier und unter diesen wieder die Städte Chalkis auf Euböa und Milet aus. Auch bei den unter Führung dorischer und äolischer Geschlechter ausgesandten Ansiedlungen waren in der Regel Ionier beteiligt. Die bedeutendsten Kolonien Milets waren am Schwarzen Meer:
- Sinope,
- Trapezunt,
- Odessos,
- Olbia,
- Pantikapäon, an der Propontis:
- Kyzikos, im Nilland:
- Naukratis, das, von dem für ihm geleistete Hilfe dankbaren Pharao Psammetich hoch begünstigt, eine glänzende Blüte erlangte. Die euböischen Städte kolonisierten die makedonische Küste, Chalkis gründete hier allein 32 Pflanzstädte. Von den Ionischen Inseln aus, namentlich von Kerkyra, das sich 665 von seiner Mutterstadt Korinth losriss, wurden Ansiedlungen nach der illyrischen Küste und nach Unteritalien entsendet, welche hier schon ältere Handelsniederlassungen der Ionier und Karer aus Kleinasien vorfanden; Kyme, Zankle (Messina), Rhegion, die Ostküste Siziliens mit den Städten Katane, Naxos, Syrakus und Leontinoi verdankten der Vereinigung und dem Wetteifern verschiedener griechischer Staaten ihre Entstehung. Achäische Geschlechter von der Nordküste des Peloponnes führten ionische Kolonisten nach dem Tarentinischen Meerbusen und gründeten Sybaris und Kroton, lakonische Ansiedler Taras, Rhodier Gela an der Südküste Siziliens und dieses wieder östlicher Akragas, das an Glanz und Pracht bald die Mutterstadt überbot. Die kühnen Seeleute von Phokäa drangen bis zur Küste Galliens vor, wo Massalia Mittelpunkt ihrer Handelsplätze war, und auch in Spanien nisteten sich Griechen ein und machten den Karthagern die Herrschaft über den dortigen Handel streitig. Von Thera aus wurde Kyrene in Afrika angelegt, welches sich unter der Herrschaft der Battiaden rasch entwickelte und ein mächtiges Reich wurde, das sich gegen Ägypten siegreich behauptete. Die schützende Gottheit aller dieser Ansiedelungen war Apollon. Sein Altar war das erste, was die Kolonisten errichteten; keine Ansiedlerschar wurde ohne seinen Befehl entsendet; sein Rat wurde eingeholt, wenn eine Pflanzstadt nicht gedieh und verlegt werden sollte. Wie bei den ersten Wanderungen von Kleinasien über den Archipel nach Hellas, bezeichnete auch bei den großen Kolonisationen von 800-500 die Ausbreitung des Apollondienstes diejenige griechischen Volkstums und griechischer Kultur. Kategorie:Griechische Geschichte (Antike)

Nil

Der Nil (arab. بحر النيل, Bahr al-Nīl) ist ein Strom in Afrika. Der Nil entspringt in den Bergen von Ruanda und Burundi und mündet ins Mittelmeer. Dazwischen durchfließt er die Gebiete von sechs Staaten: Burundi, Ruanda, Tansania, Uganda, Sudan und Ägypten. Besonders für Ägypten hat der Nil überragende wirtschaftliche Bedeutung. Mit 6.671 km Länge ist der Nil der längste oder zweitlängste Fluss der Erde, da die Länge des Amazonas – je nach Definition – zwischen 6.500 km und 7.200 km angegeben wird. Die ungenaue Angabe beruht darauf, dass der Quellfluss des Amazonas nicht eindeutig zu bestimmen ist. Siehe hierzu auch: Die längsten Flüsse der Erde

Flusslauf, -länge und Einzugsgebiet

Der Nil besitzt zwei so genannte Quellflüsse - den kürzeren Blauen Nil und den wesentlich längeren, eigentlichen Weißen Nil.

Quellflüsse

Der Hauptfluss des Nils, der Weiße Nil, entsteht aus den Quellflüssen des Akagera-Nil, der oftmals nur Kagera-Nil genannt wird und in den Tälern der Gebirge von Ruanda und Tansania aus zwei Quellflüssen gespeist wird: # "Burundischer Quellfluss", der in Burundi entspringt # "Ruandischer Quellfluss", der in Ruanda entspringt

Burundischer Quellfluss: Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Akagera

Der Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Akagera bildet den südlichsten und längsten Quellfluss des gesamten Nils: Dieser Flusslauf ist von der Quelle bis zur Mündung 6.671 km lang; sein Einzugsgebiet umfasst 2.870.000 km² (andere Angaben, die in den verschiedensten Medien zu finden sind, berichten von sogar 6.693 km und 2.881.000 km²); nur der Kongo, welcher der wasserreichste Strom Afrikas ist, hat in Afrika ein noch größeres Einzugsgebiet. Weil der Nil von der Quelle des Luvironza aus gemessen insgesamt länger und größer als der nachfolgend genannte "Ruandische Quellfluss" ist, stellt er den tatsächlichen Quellfluss des Nils dar. Die Quelle des "Burundischer Quellflusses", welche die südlichste des Nils und auch die vom Nildelta bzw. von der Mündung des Nils am weitesten entfernte ist, liegt in den östlichen Randgebirgen des Great Rift Valley bzw. in den südlichen Hochgebirgen von Burundi. Sie befindet sich etwa 45 km östlich des Tanganjikasees zwischen Bururi und Rutana; sein Quellbach heißt Luvironza. Von dort aus fließt dieser über den Ruvuvu, der auch Ruwubu oder Ruwuwu genannt wird, und über den Ruvusu, der auf den letzten Kilometern schiffbar ist, in Richtung Norden und heißt nach 350 km Länge Akagera (Fortsetzung siehe weiter unten).

Ruandischer Quellfluss: Rukarara-Nyabarongo

Der Rukarara-Nyabarongo bildet den nördlicheren und kürzeren Quellfluss des gesamten Nils. Er gilt als einer der beiden Quellflüsse des Weißen Nils. Entdeckt wurde die Quelle des Rukarara im Jahr 1898 durch Richard Kandt. Sein Quellgebiet liegt rund 185 km weiter nördlich, als die des zuvor genannten "Burundischen Quellflusses". Die Quelle, Source du Nil (Nilquelle) genannt (daher ein Mineralwasser namens Nil) liegt im südlichen Ruanda ebenfalls in den östlichen Randgebirgen des Great Rift Valley. Sie befindet sich in etwa 2.700 m Höhe im Nyungwe-Wald etwa 40 km südöstlich des Kiwusees, der oft auch Kivusee genannt wird. Von dort aus fließt er als Rukarara 50 km in östlicher Richtung ab und bildet später - mit dem ihm zufließenden Mwogo - den etwa 225 km langen Nyabarongo (auch Njawarongo genannt). Dieser fließt zuerst in Richtung Nordosten, um dann nach Osten abzuknicken; die dort mehr als rechtwinklige Laufänderung ist geologisch/tektonisch durch die Entstehung der Virunga-Vulkane und des Great Rift Valley bedingt. Danach steuert der Nyabarongo auf Kigali zu, ohne die Hauptstadt von Ruanda direkt zu erreichen. Südlich dieser Stadt, von der er mit kleinen Schiffen mit wenig Tiefgang nutzbar ist, nimmt er den 165 km langen Akanyaru (auch Akanjaru genannt) auf, der aus Richtung Süden kommt und ebenfalls in seinem Unterlauf mit kleinen Schiffen mit wenig Tiefgang befahrbar ist. Der Nyabarongo setzt seinen Lauf auf der Grenze von Ruanda und Burundi sowie auf der Grenze von Ruanda und Tansania nach Osten fort und passiert den Rwerusee (Lac Rweru). Ab dort trägt der Fluss den Namen Akagera ...

Weiterer Flusslauf

Der Flusslauf Akagera-Nil-Viktoria-Nil-Albert-Nil-Weißer Nil-Nil bildet ab der oberhalb der Rusumo Falls liegenden Grenze von Ruanda und Tansania die Fortsetzung der zuvor genannten Flussläufe - Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Akagera ("Burundischer Quellfluss") und Rukarara-Nyabarongo ("Ruandischer Quellfluss"). Er entsteht in knapp über 2.000 m Höhe in der Bergwelt von Ruanda, fließt überwiegend in nördliche Richtungen und mündet in Ägypten in das Mittelmeer:

Akagera-Nil

Der rund 850 km lange Akagera-Nil (auch Kagera-Nil und früher teils Alexandra-Nil genannt) ist vorerst nur die Fortsetzung des Flusslaufs Rukarara-Nyabarongo in den Gebirgstälern von Ruanda. Er fließt - schiffbar - zuerst innerhalb Ruandas und dann rund 175 km auf den zuvor erwähnten Grenzen nach Osten. An seinem etwas östlich bzw. unterhalb von Ngara liegenden "Südknie" nimmt der Akagera-Nil den Ruvusu auf, welcher der Unterlauf des "Burundischen Quellflusses" ist. Danach knickt er nach Norden ab und stürzt nur wenige hundert Meter nach dieser Flusseinmündung über die Rusumo Falls (Chutes Rusumu). Nach dem Wasserfall ist der Akagera bis zum "Nordknie" wieder schiffbar und bildet nicht nur im dortigen Akagera-Nationalpark die Grenze von Ruanda und Tansania, um rund 180 km weiter im Norden sein "Nordknie" und das Dreiländereck Ruanda-Tansania-Uganda zu erreichen. Dort wechsellt der Flusslauf abermals geologisch/tektonisch bedingt und wieder mehr als rechtwinklig seine Fließrichtung nach Osten. Fortan fließt er erst ein Stück direkt auf der Landesgrenze von Uganda und Tansania; danach verlässt er diese, um über zahlreiche Stromschnellen durch die nördlichen Teile von Tansania zu fließen. Später steuert er in Richtung Nordosten, um rund 270 km nach seinem "Nordknie" und unweit der Grenze der beiden zuletzt genannten Staaten in den Westteil des Viktoriasees zu münden. Seltsamerweise wird der Flusslauf bis zu diesem See oftmals nicht als Teil des Nils angesehen (siehe hierzu weiter unten: "Der tatsächliche Quellfluss").

Viktoria-Nil

Der Nil fließt dann in Uganda als Viktoria-Nil aus dem Norden des Viktoriasees, in dem die überfluteten Owen- und Ripon Falls liegen, durch den Kiogasee, der auch Kyogasee genannt wird, und über die Murchison Falls, die man auch Kabelega Falls nennt und die im Murchison Nationalpark liegen, in den Albertsee, der früher auch Lac Mobutu-Sese-Seko hieß.

Albert-Nil

Unterhalb des Albertsees wird das Fließgewässer Albert-Nil genannt. Seinen Namen trägt er - gemeinsam mit dem Albertsee - zu Ehren des Prinzgemahls der Königin Victoria von England, Prinz Albert. Er fließt innerhalb Ugandas vorbei an der Ruinenstätte Wadelai weiter nach Norden und erreicht die Grenze zum Sudan.

Bahr al-Dschabal

Ab der Grenze zum Sudan heißt der Flusslauf Bahr al-Dschabal (arabisch: Bergfluss; auch Bahr al-Jabal und Bahr el-Dschebel genannt). Bei der Stadt Bur fließt er in den Sudd ein, ein großes Sumpfgebiet, in dem 53 Prozent des Wassers verdunsten.

Weißer Nil

Nach verlassen des Sudd trifft der Bahr al-Dschabal mit dem Fluss Bahr al-Ghazāl im No-See zusammen und wird ab da als 'Weißer Nil bezeichnet, der nun ostwärts weiterfließt. Bei der Stadt Malakal trifft er auf den Jonglei-Kanal und den Zufluß des Sobat. Dann fließt er nordwärts weiter in Richtung Khartum und Omdurman, wo er auf den Blauen Nil trifft, der von rechts bzw. Südosten aus Äthiopien kommt.

Bahr an-Nīl

Von Khartum flussabwärts wird der Strom als Bahr an-Nīl (arabisch: Nilfluss) bezeichnet. Von dort an fließt er als so genannter Fremdlingsfluss durch ausgedehnte Steppen und Wüstenlandschaften s-förmig weiter nach Norden, ohne noch nennenswerte Nebenflüsse aufzunehmen. Während er dabei die Nubische Tafel durchbricht, passiert er die an seine östlichen Ufer angrenzende Nubische Wüste. Somit erreicht er den Nassersee, der durch den von 1960 bis 1971 errichteten Assuan-Damm aufgestaut wird. Darin überquert der Nil die Grenze vom Sudan nach Ägypten, welches der Strom von Süd nach Nord durchfließt. In den Wüstengebieten Oberägyptens bildet der Nil dabei eine 5 bis 20 km breite Niederung, eine lebenswichtige Fluss-Oase, die landwirtschaftlich nutzbar ist. Durch den eben erwähnten und zum Zweck der umfangreichen Bewässerung errichteten Staudamm, der die Schwebstoffe und Sedimente zurückhält, lässt mit der dauerhaften Nutzung der Felder deren Fruchtbarkeit nach; dies liegt auch daran, dass die Versalzung der Böden zunimmt, so dass mit Düngern nachgeholfen wird.

Nil

Nördlich bzw. unterhalb des Assuan-Staudamms und etwa ab Qena trägt der Strom nur noch seinen eigentlichen Namen - Nil. Nun tangiert er die östlich angrenzende Arabische Wüste. Weiter nördlich fließt sein Wasser östlich am Fayyum-Becken vorbei, eine große oasenartige und reichlich besiedelte Beckenlandschaft, mit der er über den Bahr Yusuf (Kanal) verbunden ist. Unterhalb von Kairo und damit noch weiter nördlich, fächert sich der Nil zum etwa 24.000 km² großen Nildelta auf, nach dessen Durchfließen er schließlich in das Mittelmeer mündet; der Assuan-Staudamm ist auch der Grund, warum dieses Flussdelta nicht mehr weiter ins Meer vorgeschoben, sondern durch die dort oftmals sehr starke Brandung abgetragen wird.

Nebenflüsse

Wasserfälle

Kaskaden und Stromschnellen

Im Oberlauf des Weißen Nils (mit all seinen ihn speisenden Flüssen) muss das Nil-Wasser zahlreiche kleinere und größere kaskadenartige Wasserfälle überwinden; dazu gehören:
- Rusumo Falls (Chutes Rusumu) auf der Grenze von Ruanda und Tansania
- Kuruma-Schnellen in Tansania - östlich vom Nordknie des Kagera-Nils
- Ripon Falls in Uganda - (durch den Owen-Falls-Damm vom Viktoriasee überflutet)
- Owen Falls in Uganda - (durch den Owen-Falls-Damm vom Viktoriasee überflutet)
- Murchison Falls (auch Kabelega Falls genannt) in Uganda

Katarakte

In Mittelauf des Nils, unterhalb der Einmündung des Blauen Nils in den Weißen Nil, muss(te) das Nil-Wasser zwischen Omdurman und Assuan insgesamt 6 Katarakte überwinden. Dies sind explizit bei Niedrigwasser schwer passierbare Stromschnellen, die nicht nur im alten Ägypten sehr gefürchtet waren, weil sie zwischen teils spitzen und nur schwer überschaubaren Felsklippen hindurchführen, so dass man sie mit großen Booten oder Schiffen nicht befahren kann; noch heute stellt dies eine Herausforderung dar, diese Katarakte mit Kleinbooten zu überwinden. Früher bildeten sie die Grenze zwischen den Königreichen. Diese 6 natürlichen Granitbarrieren, sind Hunderte Millionen Jahre alte Zeugnisse von übereinander geschobenen Kontinentalplatten, die wesentlich härter sind, als das weiche Sedimentgestein, das der Nil selbst abgelagert hatte. Man nannte diese Barrieren schlicht und einfach Katarakte und gab ihnen eine zusätzliche Nummer; die Nummerierung erfolgt flussaufwärts: Der 1. Katarakt liegt bei Assuan, der heute allerdings – wie der zweite – von den Wassermassen des Nassersees überlagert ist. Der 3. Katarakt liegt nur etwas nördlich von Kerma, der vierte östlich von Merowe und der fünfte 50 km nördlich von Berber. Der oberste Katarakt liegt etwa 75 km nördlich von Omdurman. Durch diese Katarakte fließt das Nil-Wasser aufgrund des schmaleren und tieferen Flussbettes und des stärkeren Gefälles zumeist reißend, insbesondere wenn weiter südlich die Regenzeit tobt und die Wassermassen nach Norden kommen. Bei Assuan wird die Nilschifffahrt durch das 1. Katarakt nach wie vor unterbrochen: Alles was per Schiff weiter nach Süden will, Material und Menschen, muss umgeladen werden bzw. umsteigen, um einen Umweg über Land zu nehmen und dann die Fahrt auf dem Assuan-Stausee weiter fortzusetzen und umgekehrt.

Einige interessante Längen und Daten des Nils

Von seiner am weitesten entfernten Quelle in Burundi legt der Nil bis zu seiner Mündung insgesamt 6.671 km Flussstrecke zurück. Vom Viktoriasee sind dies noch 5.588 km, von Khartum, wo der Blaue Nil in den Weißen Nil fließt, rund 2.700 km und von der Landesgrenze von Sudan/Ägypten bis zur Mündung noch 1.550 km. Geologischen Untersuchungen ergaben, dass sich erst vor ca. 1 Million Jahren der Viktoriasee durch Absenkung des dortigen Hochlandes gebildet hat. Nach dem Ende der letzten Eiszeit ist dieser See vor ca. 12000 Jahren erst übergelaufen und ließ den Viktoria-Nil, bzw den Weißen Nil entstehen.

Geschichte

Altes Ägypten

Erst durch den Nil wurde das Leben und die Kultur an den Nilufern des Alten Ägyptens möglich. Ohne ihn wäre das Land eine einzige Wüste. Man sieht es daran, dass er im Westen von der Libyschen und im Osten von der Nubischen Wüste sowie der Arabischen Wüste eingefasst wird, wo bis auf ein paar Oasen kein Wasser existiert und somit Landwirtschaft und Kultur unmöglich waren bzw. sind. Erst durch den fruchtbaren Schlamm, den der Nil bei seinen Hochwassern über das Land verteilt, konnten Nutzpflanzen angebaut und Landwirtschaft betrieben werden. Außerdem wurde der sehr tonhaltige Schlamm des Nils zum Häuserbau benutzt. Während die vom Nil geführte Wassermenge, die fast ausschließlich von den Niederschlägen in den Ländern um den Viktoriasee abhing, ihren Tiefstand zumeist im April erreicht(e), stieg diese bis Ende August auf das etwa 50 bis 60fache an: Einmal im Jahr überschwemmte der Nil das Land und bedeckte einen bis zu mehrere Kilometer breiten Streifen Land. Wenn das Wasser abfloss und verdunstete, hinterließ er fruchtbaren, dunklen Schlamm (so dies auch heute noch, wenn es den Assuan-Staudamm nicht gäbe), der dem Alten Ägypten seinen Namen gab (Kemet - "Das schwarze Land"). Um diese Anbaufläche für Getreide vollständig nutzen zu können, siedelten die Ägypter meist direkt entlang des Nils, aber auch etwas abseits des Flusses in der Wüste. Um für die Wüstensiedlungen und für Trockenzeiten Wasser speichern zu können, mussten sie Kanäle und künstliche Seen anlegen. Da der einzelne ägyptische Bauer diese nicht bauen konnte, schlossen sich die Bewohner eines Landstriches zusammen und bildeten Gaue, die von Gaufürsten verwaltet wurden. Der Pegelstand des Nils zur Zeit der Überschwemmung schwankte stark. Er wurde an sog. Nilometern gemessen. Da bei niedrigem Stand manche Landstriche nicht überschwemmt wurden und die dort lebenden Bauern hungerten, wurden die Steuern nach dem Stand des Nils festgesetzt. Stieg der Nil aber zu hoch, drohte das Brechen von Dämmen und die Zerstörungen der Häuser. Dadurch wurden schon früh Geometer benötigt, die das Land neu ausmaßen und die Feldergrenzen neu festlegten. Der Nil war der Haupthandelsweg Ägyptens. Über den Fluss wurde z. B. Holz transportiert, das in Ägypten fast überhaupt nicht vorkommt. Es wurde aus Syrien und Palästina importiert. Außerdem wurden Steinblöcke für den Bau von Pyramiden auf Schiffen transportiert. Der Schiffverkehr war auf den Tag begrenzt, da man in der Nacht Gefahr lief, auf Sandbänke zu laufen. Bei sehr niedrigem Wasserstand wurden die Schiffe über kurze Strecken über Land gezogen. Das Segel wurde erst 3350 v. Chr. eingeführt.

Römer- bis Neuzeit

Segel Bereits die alten Römer waren auf der Suche nach den Quellen des riesigen Stromes. Der portugiesische Jesuitenmissionar Pater Pedro Paez (1564-1622) entdeckte 1613 die Quelle des Blauen Nils. Der schottische Afrikaforscher James Bruce (1730-1794) entdeckte die Quelle am 4. November 1770 wieder und beanspruchte den Ruhm (vergeblich) für sich; er befuhr 1771 den Blauen Nil bis zur Vereinigung. Für die Entdeckung der tatsächlichen Quelle des Nils am Luvironza haben viele Afrikaforscher meist vergeblich gesucht und Hypothesen aufgestellt. Bei einer Expedition, die von 1821-1822 dauerte, erreichte der Franzose Frédéric Cailliaud (1787-1869) die Mündung des Blauen- in den Weißen Nil. 1861 stellte die niederländische Afrikaforscherin Alexandrine Tinné in Kairo eine Expedition zusammen, musste diese aber aus logistischen Gründen nach einigen Monaten erfolglos abbrechen. 1866 machte sich der berühmte britische Forscher David Livingstone (1813-1873) auf Expeditionen zu den Quellen des Nil und des Kongo; er meinte sie im viel weiter südlich liegenden Bangweulusee gefunden zu haben, erreichte die wirkliche Quelle aber nie. 1857 gingen die Briten John Haning Speke und Richard Francis Burton gemeinsam auf Erkundung des Viktoriasees: John Speke sah in ihm die Quelle - Richard Burton jedoch im südlicherem Tanganjikasee; 1858 machte sich John Speke, nun in Begleitung mit James Augustus Grant, erneut auf Expedition und sie entdeckten 1862 die seit langem überfluteten Ripon Falls (die damals wohl noch freilagen) im Norden des Viktoriasees, welcher fälschlicher Weise oft als Nilquelle angesehen wird. Die Quelle des Kagera Nils am Luvironza, die der tatsächlichen Nil-Quelle entspricht, wurde 1893 von den Österreichern Oscar Baumann (1864-1899) und Oskar Lenz (1848-1925) gemeinsam entdeckt; erst 1898 wurde die geographische Lage dieser Quelle vom Deutschen Dr. Richard Kandt (1867-1918) genau bestimmt. Auch der Brite Samuel White Baker und der Italiener Romolo Gessi, die sich ebenfalls auf die Suche machten, haben erfolgreiche Expeditionen unternommen.

Die Entdeckung des tatsächlichen Quellflusses des Nils

Weil der Weiße Nil - mit seinen sich daran anschließenden und oben genannten Quellflüssen - deutlich länger als der Blaue Nil ist und auch ein wesentlich größeres Einzugsgebiet als dieser aufweist, ist er der tatsächliche und seit langen unumstrittene Quellfluss des Nils. Allerdings galt der Blaue Nil früher auch als dessen Quellfluss, wohl auch weil zu seinem Namen die Bezeichnung Nil gehört; dies geschah, bis 1893, als man die Quelle des obig genannten Luvironza fand und sich in der Folgezeit daran machte, den sich daran anschließenden Flusslauf zu vermessen. So fand man heraus, dass der Weiße Nil mit seinen Quellflüssen der deutlich längere Fluss ist, so dass dieser der tatsächliche Quellfluss des Nils ist. Wohl der Tradition wegen wird oft auch noch der Viktoriasee (bzw. die darin liegenden und seit langer Zeit überfluteten Ripon Falls) als Flussursprung genannt; dabei werden allerdings 1.083 km (fast die Länge der Elbe) von der Quelle des Luvironza bis zum Ausfluss des Nils aus diesem See unterschlagen. Fasst man die zuvor genannten Erkenntnisse über die Länge und Einzugsgebiet des Stroms zusammen, so ist der Luvironza-Ruvuvu-Ruvusu-Akagera-Weißer Nil-Nil der tatsächliche - gesamte - Flusslauf des Nils.

Fauna

Der Nil besitzt eine artenreiche und einmalige Tierwelt. Viele erhielten nach dem Fluss auch ihren Namen, so etwa das Nilkrokodil, der Nilhecht, die Nilgans, die Nil-Grasratte, der Nilwaran und auch das Nil- oder Flusspferd, welches aber heute im Unterlauf nicht mehr vorkommt. Viele Tiere nutzten die Ägypter als Haustiere oder Vorbilder für Götter.

Städte am Nil-Ufer

Die Millionenstädte Kairo, Giseh (beide Ägypten) und Khartum (Sudan) sind die größten Städte. Die alten Ägypter bauten ihre Städte oft an den fruchtbaren Ebenen des heiligen Flusses. Viele Katarakten und Stauanlagen wurden, u. a. für die Besiedlung, errichtet. Städte am Ufer mit über 100.000 Einwohnern:
- Ruanda
  - Kigali
- Uganda
  - Kampala (am Viktoriasee)
  - Jinja
- Sudan
  - Dschuba
  - Malakal
  - Kusti
  - Rabak
  - Khartum (al-Chartūm)
  - Omdurman (Umm Durmān)
  - Bahri
  - Atbara
  - Wadi Halfa
- Ägypten
  - Assuan (Aswān)
  - Luxor (al-Uqsur)
  - Qena (Qinā)
  - Sohag (Suhādsch)
  - Asyut (Asyūt)
  - Minya (al-Minyā)
  - Beni Suef (Banī Suwaif)
  - Fajum (al-Fayyūm) - etwas westlich vom Nil
  - Helwan (Hulwān)
- Orte im oder am Nildelta
  - Kairo (al-Qāhira)
  - Giseh (al-Dschīza)
  - Heliopolis (Misr al-Dschadīda)
  - Imbaba (Imbābā)
  - Banha (Banhā)
  - Shibin al-Qaum
  - Ismailia (al-Isma'īliyya, am Sueskanal, über Seitenkanal mit Nildelta verbunden)
  - Zagazig (az-Zaqāzīq)
  - Tanta (Tantā)
  - al-Mahallat al-Kubra (al-Mahallāt al-Kubrā)
  - Mansura (al-Mansūra)
  - Naukratis (Nebireh)
  - Damanhur (Damanhūr)
  - Kafr asch-Schaich
  - Alexandria (al-Iskandariyya)
  - Port Said (Būr Sa'īd)
  - Damietta (Dumyāt)

Kanäle

Künstliche angelegte Kanäle, welche den Nil begleiten, oder von ihm abzweigen sind unter anderen:
- Bahr Yusuf
- El Muhit-Kanal
- Giseh-Kanal
- Ibrahim-Kanal
- Ismailia-Kanal
- Jonglei-Kanal

Literatur


- Lutz Knörnschild: Zur Geschichte der Nilwassernutzung in der ägyptischen Landwirtschaft von den Anfängen bis zur Gegenwart (= Leipziger Beiträge zur Orientforschung, Bd. 1), Frankfurt/a. M./Berlin u.a. 1993, S. 284, 11 Abb., 60 Tab., ISBN 3-631-44755-8

Weblinks


- [http://www.selket.de/nil.htm Der Nil - eine Menge Informationen mit Bildern]
- [http://www.jaduland.de/afrika/nil/index.html Der heilige Nil]
- [http://www.chufu.de/Nil/nil.html Der Nil (chufu.de)]
- [http://www.nilebasin.org Nile Basin Initiative]
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/254226.html Nilhochwasserzyklus ] Kategorie:Fluss in Afrika Kategorie:Fluss in Ägypten Kategorie:Fluss im Sudan Kategorie:Ägyptologie ja:ナイル川 ko:나일 강

Gallien

Als Gallia (Gallien) bezeichneten die Römer den geographischen Raum, der überwiegend von Kelten (lat. Galli) besiedelt war.

Geographische Lage

Kelten) unterteilt in Gallia Belgica, Gallia Celtica, Aquitania, Gallia Narbonensis (römische Provinz) und Gallia cisalpina]] In modernen geographischen Begriffen gesprochen entspricht dies im wesentlichen dem heutigen Frankreich, Belgien und Norditalien, also dem Gebiet zwischen dem Rhein im Osten, den Alpen und dem Mittelmeer im Süden, den Pyrenäen und dem Atlantik im Westen und Norden. Die Poebene gehörte nach antiker Auffassung nicht zu Italien, sondern zu Gallien (lat. Gallia cisalpina, Gallien dieseits der Alpen). Zur Unterscheidung bezeichnete man das Gebiet jenseits der Alpen, das man heute Gallien nennen würde, als Gallia transalpina.

Geschichte

Kelten

Vor der keltischen Besiedlung sind mehrere Kulturen archäologisch belegt, von denen die Völker der Megalithkultur wohl die bekannteste Gruppe darstellen. Seit etwa 700 v. Chr. oder 600 v. Chr. wurde Gallien von keltischen Volksgruppen besiedelt, die das Gallische, eine keltische Sprache, in diesem Gebiet einführten. Die nichtkeltischen Stämme der Iberer nördlich der Pyrenäen und der Ligurer am Mittelmeer blieben dabei vorerst eigenständig. Etwa im Jahre 600 v. Chr. gründeten Ionische Griechen an der Mündung der Rhône die Stadt Massilia (heute Marseille). Massilia entwickelte sich zu einer bestimmenden Stadt in der Region. Das Gebiet in der Poebene, das von den keltischen Stämmen der Cenomanen, Insubrer und Boier besiedelt wurde, kamen etwa 200 v. Chr. unter römische Herrschaft. Das Gebiet wurde zur römischen Provinz Gallia cisalpina.

Römische Eroberung

Ab 125 v. Chr. begannen die Römer mit der Eroberung der Mittelmeerküste sowie des Rhônetals. 122 v. Chr. gründeten die Römer die Stadt Aquae Sextiae (Aix-en-Provence). 121 v. Chr. errichteten die Römer die Provinz Gallia Narbonensis (die heutige Provence) mit dem wenig später (118 v. Chr.) gegründeten Verwaltungszentrum Narbo. 113 v. Chr. begann der Einfall der germanischen Kimbern und Teutonen in das heutige Südfrankreich und Oberitalien. Im Jahr 105 v. Chr. wurden diese Stämme jedoch durch zwei römische Heere an der Rhône zurückgeschlagen. Im Jahr 102 v. Chr. besiegte der römische Feldherr Gaius Marius die Teutonen bei Aquae Sextiae. 101 v. Chr. siegte Marius in Oberitalien nahe dem Ort Vercellae (Vercelli) auch über die Kimbern. In den Jahren 58 - 51 v. Chr. wurde Gallien von Julius Cäsar erobert. Cäsar berichtete über diesen Krieg in seinem Buch De bello gallico - Der Gallische Krieg.

Romanisierung

De bello gallico - Der Gallische Krieg, Lugdunensis und Belgica zur Zeit von Kaiser Augustus]] Im Zug der folgenden Romanisierung wurde eine römische Zivilverwaltung eingesetzt. Als Amtssprache wird das Lateinische verwendet. Dieses entwickelt sich, parallel zu den anderen nicht-italienischen Provinzen unter Einfluss der einheimischen Sprache (hier also des Gallischen) zum Vulgärlatein, das die hauptsächliche Sprachgrundlage des späteren Französischen bildet. Es entsteht eine gallo-römische Mischkultur. Insbesondere in Nîmes und Arles finden sich noch heute römische Bauten der Periode. Den in diesen Provinzen lebenden keltischen Stämmen wurde unter Julius Cäsar etwa 50 v. Chr. die römische Staatsbürgerschaft gewährt. Andere Quellen datieren die Gewährung auf 69 n. Chr. In der Amtszeit von Kaiser Augustus (30 v. Chr.-14 n. Chr.) wurde Gallien in die Provinzen Narbonensis, Aquitania, Lugdunensis und Belgica unterteilt. Unter Domitian entstanden aus dem germanischen Militärsprengel Germania Superior und Germania Inferior. Ende des 2. Jahrhunderts setzte in Gallien die Christianisierung ein. Um 300 wurden zahlreiche Festungsanlagen modernisiert. In Lutetia (Paris) residierten zeitweilig einige der römischen Kaiser. Die Völkerwanderung, die am Ende des 4. Jahrhunderts einsetzte, beendete für Gallien eine lange Zeit des Wohlstandes und Friedens als Teil des römischen Reiches. Im Verlauf der Völkerwanderung drangen Germanische Stämme (Vandalen, Alamannen, Westgoten, Burgunder, Franken) nach Gallien ein. Im 5. Jahrhundert etablierten die Franken, Burgunder und Westgoten ihre Reiche in Gallien. Damit ging in der ausgehenden Spätantike auch die Gallo-römische Kultur langsam zugrunde.

Siehe auch


- Gallo-römische Kultur
- Gallorömer
- Römisches Reich
- Spätantike
- Portal und Themenliste Rom

Weblinks


- http://www.areion.org/areiononline/frankreichc.html Chronik von Frankreich Kategorie:Römische Provinz als:Gallische Sprache ja:ガリア ko:갈리아

Ionier

Die Ionier waren neben den Äolern, Dorern und den Achäern einer der Stämme des alten Griechenland. Sie gehörten zur ersten Welle griechischer Einwanderer um 1600 v. Chr. Ihr Siedlungsgebiet war vor allem Mittelgriechenland (Attika mit dem späteren Athen, Euboia). Nach anderer Auffassung ging der Einwanderung griechischer Stämme, die der Proto-Griechen voraus, zu denen vor allem auch die Thraker gehörten. Wegen geographischer Stelle und militärischer Stärke war ihr Einfluss in Kleinasien so gross den anderen Hellenen gegenüber, dass alle Asier Griechenland als Ionien kennen (vergleich Griechenland/Griechisch: Yunanistan/Yunanlı auf Türkisch, Yunan/Yunani auf Arabisch). Die Schübe einwandernder Indoeuropäer verursachten auch innerhalb Griechenlands, vor allem im Süden, Wanderungsbewegungen und die Kolonisation der ägäischen Inseln und Küsten. Die Ionier waren hiervon erst recht spät betroffen. Hintergrund dieser Verschiebungen war vermutlich der von Mitteleuropa ausgehende wachsende Bevölkerungsdruck, der sich nun in den griechischen Raum hinein fortpflanzte. In einer zweiten Welle drängten ab 1300 v. Chr. Äoler und Achäer in den griechischen Raum, Dorer und Nordwestgriechen rückten als Dritte um 1200 v. Chr. vor. Während im weitflächigen Norden noch ein Ausgleich zwischen Einwanderern und Frühbevölkerung möglich war, brachten sich die Dorer auf der Peloponnes selbst in Landnot. Im ionischen Attika lagen die Dinge jedoch anders. Der schlechte Boden machte das Gebiet für eine Landnahme uninteressant. Daher blieb es von inneren Unruhen verschont und entwickelte sich zu einem sicheren Refugium versprengter Völkerteile. Diesen Zusammenhang beschreibt Thukydides (1.2). Nachdem ab 1100 v. Chr. die Äoler in Kleinasien südlich des Hellespont (Dardanellen) und auf Lesbos siedelten, die Dorer Richtung Kreta, Rhodos und die anatolische Südküste auswanderten, setzte die ionische Wanderung als letzte, aber bedeutendste der frühen griechischen Kolonisation ein. Die Ionier ließen sich im Westen Kleinasiens, in Lydien und Karien, und auf den vorgelagerten Inseln, wie Chios und Samos, nieder. Das ionische Stammland wurde zum Sprungbrett von Kolonisten unterschiedlichster Herkunft. So war es eben nicht die gemeinsame ethnische Zugehörigkeit, die das spätere „Ioniertum“ begründete, sondern die gemeinsame Auswanderungsgeschichte und das gemeinsame Auswanderungsland. Identitätstiftend wirkten der Kultus, der auf Ion (3) als Stammesvater gründete, und die mitgeführten Eigenheiten. Später kamen gemeinsame Dialekte und Lebensformen hinzu, die sich erst in der neuen Heimat entwickelten. Während sich die zurückgebliebenen Ionier als Stamm für klein und unbedeutend hielten und sich ihres Namens schämten, waren die Auswanderer, so Herodot (1.143), stolz auf ihr Ioniertum. Ausdruck hierfür sind nicht zuletzt der elitäre Ionische Bund und das gemeinsame Bundesheiligtum, das Panionion. Bis in das 5. Jahrhundert v. Chr. hinein blieb das Bewusstsein der gemeinsamen Stammeszugehörigkeit, auch politisch, ein bedeutender Faktor. Der Erste Attische Seebund beruhte gleichsam auf dem Ioniertum und trat mit einem gesamtionischen Anspruch an. Die Machtstellung Athens profitierte hiervon deutlich. „Ionien“ – das war nun das gemeinsame Siedlungsgebiet in Kleinasien, nicht das kleine Attika. Bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. hatten sich die bedeutendsten Städte und Inseln zur Dodekapolis, zur Zwölfergemeinschaft, zusammengeschlossen. Kolophon, Ephesos, Milet, Priene sowie Samos und Chios gehörten dazu. Weitere Mitglieder war der Ionische Bund nicht bereit aufzunehmen. Um 550 v. Chr. hatte der Lyderkönig Kroisos nahezu ganz Kleinasien unter seine Herrschaft gebracht und die griechischen Städte unter eine milde Oberherrschaft gestellt. Aber bereits 547/46 v. Chr. fiel das lydische Reich an die Perser. Auch die ionischen Städte, nicht jedoch die Inseln, waren nun tributpflichtig. Solange die blühende Wirtschaft, welche die ionischen Städte wohlhabend gemacht hatte, nicht beeinträchtigt wurde, betrachtete man die persische Herrschaft nicht als Last. Im Gegenteil: die neuen Herren waren in erster Linie Kunden, und schließlich war Persien in der Abwicklung seiner Handelsgeschäfte im Westen des Reiches auf die griechischen Häfen angewiesen. Die ausgreifenden persischen Feldzüge in den Schwarzmeerraum und nach Ägypten, jedoch schnitten Ionien von den wichtigsten Handelsrouten ab. Erst jetzt formierte sich Widerstand gegen die persische Tyrannis. Der Ionische Aufstand von 500/499 v. Chr. bis 494, von Persien niedergeschlagen, war die erste militärische Begegnung von Griechen und Persern. In hellenistischer Zeit wieder zur Blüte gelangt, gelten die Ionier als Hauptträger der griechischen Kultur. Vertreter der ionischen Philosophie waren u.a.:
- Thales
- Anaximander
- Anaximenes
- Heraklit Kategorie:Griechische Geschichte (Antike) ja:イオニア人

Chalkis

Chalkis (Griechisch: Χαλκίδα, Katharevousa: Χαλκίς) ist der Hauptort auf der griechischen Insel Euböa. Chalkis liegt in der Mitte der Westküste an der schmalen Meeresstraße Euripus, über die seit 411 v. Chr. eine Brücke führte, die Chalkis mit dem Festland verband. Chalkis war ursprünglich wohl eine Ansiedlung phönizischer Purpurfischer. Schon früh blühte hier der Handel und man kolonisierte unter anderem die Halbinsel Chalkidiki, die von Chalkis ihren Namen herleitet. Aber auch bis Unteritalien und nach Sizilien reichten die Kolonisationsbestrebungen. Im 7. Jahrhundert v. Chr. führte Chalkis einen langwierigen und schließlich siegreichen Kampf gegen die Nachbarstadt Eretria um die Vorherrschaft auf Euböa. 506 v. Chr. wurde Chalkis dann von den Athenern unterworfen, die die Ländereien des Adels der Insel unter den 4.000 Familien verteilten. Perikles vereitelte einen Versuch, die Herrschaft Athens abzuschütteln, erst 411 v. Chr. konnte sich Chalkis freimachen. Man trat aber bereits 378 v. Chr. erneut in den zweiten Athener Seebund ein, bis die Makedonier 338 v. Chr. die ganze Insel unter ihre Herrschaft brachten. Chalcis in Graecia ist ein Titularbistum der katholischen Kirche. Als Festung und Handelsstadt blieb Chalkis während des Altertums und über das ganze Mittelalter von Bedeutung. Seit 1899 ist Chalkis Hauptort des Nomos Euböa. Der Dramatiker und Vorsokratiker Lykophron aus Chalkis (um 290/250 v. Chr.), der zu der Gruppe Sophisten zählte, stammt wahrscheinlich aus der Stadt. 1904 wurde in Chalkis der Komponist Nikos Skalkottas geboren.

Einwohner

Verkehr

1992 wurde die große Hängebrücke eröffnet. Sie trägt zur wesentlichen Verbesserung der Infrastruktur bei. Bevor sie fertiggestellt wurde, gab es nur eine kleine Brücke am Euripus, in der Stadt gelegen. Sie verbindet genauso wie die "neue" Brücke die Insel Euböa mit dem Festland Attikas.
- Bundesstraße 44
- Bundesstraße 77
- Bundesstraße 1/E75. Kategorie:Ort in Griechenland

Milet

Milet (griechisch: Miletos oder Milatos, lateinisch: Miletus), auch Palatia (Mittelalter) und Balat (Neuzeit) genannt, war eine antike Stadt an der Westküste Kleinasiens, in der heutigen Türkei.

Geographische Situation

Milet liegt etwa 80 km südlich der heutigen Stadt İzmir in der Provinz Aydın. Die antike Stadt Milet lag auf einer in die Einfahrt des Golf von Milet hineinragenden Landzunge. Der Fluss Mäander (türk. Büyük Menderes), der in diesen Golf mündet und große Mengen Sedimente mit sich führt, sorgte für eine zunehmende Verlandung des Golfes, an dem neben Milet auch noch andere griechische Poleis, wie Magnesia, Herakleia und Priene lagen. Einige Kilometer von Milet entfernt befand sich das von der Stadt verwaltete und international bedeutende Apollon-Heiligtum von Didyma.

Geschichte

Vor- und Frühgeschichte

Es ist bislang nur ein einziger gesicherter neolithischer Siedlungsplatz in der Nähe Milets bekannt, jedoch finden sich bei Ausgrabungen in Milet immer wieder isolierte steinzeitliche Funde. Im Gebiet des Athenatempels und östlich des Theaters befanden sich im Chalkolithikum Siedlungen, die als Milet I (spätes 4. Jahrtausend v. Chr.) zusammengefasst werden.

Antike

Bronzezeit

Im Gebiet des Athenatempels setzte sich die Besiedlung über Milet II (3. Jahrtausend v. Chr.) zur ersten minoischen Ansiedlung (Milet III, etwa 2000-1800 v. Chr.), die von einer Brandkatastrophe zerstört und als Milet IV (etwa 1800-1450 v. Chr.) wiederaufgebaut wurde. Aus dieser Zeit stammen insbesondere Linear A-Inschriften und Reste einer Tempelanlage. Auch diese Siedlung wurde zerstört und als mykenische Stadt (Milet V, etwa 1450-1315 v. Chr.]]wiederaufgebaut. Zu dieser Siedlung gehören einige reich ausgestattete Gräber auf dem Degirmentepe. Ein Großteil der bemalten mykenischen Keramik wurde vor Ort gefertigt. Da zudem auch massenweise mykenische Gebrauchskeramik zum Vorschein kam, ist sicher, dass es sich nicht nur um Importe handelte, sondern tatsächlich viele Griechen in Milet lebten. Es handelt sich hier nach der derzeit herrschenden Forschungsmeinung um die in der hethitischen Überlieferung Millawanda genannte Stadt, die sich unter Vorherrschaft von Ahhijawa, dem mykenischen Griechenland, befand, dann aber um 1315 v. Chr. von den Hethitern zerstört wurde. Diese Zerstörung hinterließ eine 30 cm dicke Brandschicht, auf der die Stadt von Milet VI (etwa 1315-1100) gebaut wurde. Auffallend ist, dass die Stadtmauer von Milet VI stilistisch viel stärker hethitischen Befestigungsanlagen als denen von Mykene, Tiryns etc. ähnelt und außerdem das Fundgut aus Milet VI hauptsächlich hethitisch geprägt ist. Man muss also annhemen, dass Milet nach 1315 v. Chr. dauerhaft unter hethitischer Kontrolle blieb. Im Gegensatz zu vielen mykenischen Siedlungen auf dem griechischen Festland wurde Milet in der Zeit um 1200 v. Chr. nicht zerstört. Dies ist um so bemerkenswerter, als es auch in Kleinasien massive Umwälzungen (z. B. Zusammenbruch des Hethiterreichs, Zerstörung von Troja VIIa) gab. Erst gegen 1100 v. Chr. (nach Angaben des Archäologen Wolf-Dietrich Niemeier) wurde die Stadt zerstört.

Geometrische Zeit

Der Überlieferung nach wurde Milet 1053 v. Chr. durch ionische Kolonisten neu gegründet. Eine Unterbrechung der Besiedlung Milets zwischen der späten Bronzezeit und der protogeometrischen Zeit (Milet VII) konnte nicht nachgewiesen werden. Im Gegenteil: immer mehr deutet darauf hin, dass Milet kontinuierlich besiedelt war. Jedenfalls ist direkt über der spätbronzezeitlichen Zerstörungsschicht von Milet VI protogeometrische Keramik und gefunden worden. Auch Scherben, die vermutlich submykenischen Stils sind und dann ins 11. Jh. v. Chr. datieren wären, traten zu Tage. Über die Entwicklung Milets in Zeit des 11. Jh. bis frühen 8. Jh. v. Chr. ist bisher wenig bekannt. Funde, insbesondere Reste von Architektur, gibt es aus diesem Zeitabschnitt bisher kaum.

Archaische Zeit

Vom 8. Jahrhundert v. Chr. an wurde Milet zum bedeutendsten Umschlaghafen für den Handel mit dem Orient und entwickelte eine eigene beachtliche Industrie, u.a. für Rohstoffe und Produkte wie zum Beispiel Öl, Wolle und Textilien. Außerdem ging von Milet und den anderen ionischen Städten die Münzprägung aus, welche den Tauschhandel ersetzte. Milet stieg zu einer der bedeutendsten griechischen Poleis auf, übte zeitweise die Seeherrschaft über die Ägäis aus und gründete zahlreiche Kolonien, besonders am Schwarzen Meer, aber auch z. B. im ägyptischen Naukratis. Es kam zu Konflikten der griechischen Städte an der Westküste Kleinasiens mit den benachbarten Reichen der Lyder und später der Perser. Im 6. Jahrhundert v. Chr. wurde die Stadt erst vom Lyderkönig Kroisos, dann von den Persern unter Kyros II. unterworfen. Ein von Milet ausgehender Aufstand der ionischen Griechen gegen das Perserreich scheiterte, Milet wurde 494 v. Chr. erobert und zerstört. Herodot schreibt, dass die Einwohner verschleppt und umgesiedelt wurden, doch liegen substantielle Spuren der Wiederbesiedlung teilweise direkt auf der persischen Zerstörungsschicht, so dass zwischen diesen beiden Ereignissen nicht viel Zeit vergangen sein kann. Die Zerstörung Milets durch die Perser 494 v. Chr. leitet die für die griechische Geschichte so wichtige Zeit der Perserkriege ein.

Klassische und Hellenistisch-römische Zeit

Nach dem streng rasterförmigen Wiederaufbau gemäß den Ideen des Hippodamos von Milet wird die Stadt heute auch als das „Manhattan der Antike“ angesehen. Die Polis erlangte allerdings nie wieder die Bedeutung, die sie in archaischer Zeit inne hatte. Im 4. Jahrhundert, bis zum Alexanderfeldzug, stand die Stadt erneut unter persischer Oberherrschaft. In hellenistischer Zeit musste Milet sich zwischen den verschiedenen Mächten behaupten, die in Kleinasien herrschten, und wurde 133 v. Chr. zusammen mit dem Königreich Pergamon Teil der römischen Provinz Asia. In der römischen Kaiserzeit blühte die Stadt noch einmal auf, wurde mit zahlreichen Bauten geschmückt, blieb jedoch von untergeordneter Bedeutung, da die Römer Ephesos als Provinzhauptstadt wählten. Ebenfalls in die römische Zeit fällt die Bedeutung für die Anfänge der frühchristlichen Zeit. Der Apostel Paulus verabschiedete sich dort gemäss der neutestamentlichen Erzählung in Apostelgeschichte 20, 15-38 von den Leitern der Gemeinde in Ephesus auf seiner dritten und letzten Missionsreise vor seiner Rückkehr nach Jerusalem.

Byzantinische Zeit

Ein starker Bevölkerungsrückgang ist seit der Spätantike zu verzeichnen. Die Besiedlung konzentrierte sich nunmehr auf das große Theater, in dessen Zuschauerraum Wohnhäuser errichtet wurden und das gegen feindliche Überfälle befestigt wurde. Zudem erbaute man in dieser Zeit auf der höchsten Stelle des Theaters ein Kastell, worauf der mittelalterliche Name Milets "Palatia" zurückzuführen ist. Als Bischofssitz kommt Milet in dieser Zeit eine überregionale Bedeutung zu. 538 wurde die Befestigung Milets auf den Norden beschränkt.

Osmanische Zeit

Die Fürsten von Mentesche hatten zeitweise ihren Sitz in Milet. Sie erbauten zahlreiche repräsentative Gebäude. Die hervorragend erhaltene Ilyas Bey Moschee ist ein Beispiel.

Neuzeit

Bis zu einem schweren Erdbeben 1955 bestand im Ruinengelände ein Dorf namens Balat. Nach dem Erdbeben verlegte man die Siedlung nach Süden, außerhalb des eigentlichen Stadtgebietes.

Kulturelle Bedeutung

Milet hatte in der Antike eine große Bedeutung für Kultur und Wissenschaft. Die Stadt gilt als Geburtsstätte des rationalen Denkens und der Philosophie im antiken Griechenland. Durch die ionischen Naturphilosophen Thales, Anaximander und Anaximenes wird Milet im 6. Jahrhundert vor Chr. unter dem Begriff „die Schule von Milet“ als Geburtsstätte der Wissenschaft bekannt. Thales löste sich als erster griechischer Denker von der mythologisch geprägten Weltsicht der Dinge und begann, nach der Arché, also dem Ursprung allen Seins, zu suchen. Anaximander und Anaximenes waren Schüler des Thales und ähnlich bedeutend, zum Beispiel war Anaximander der erste Kartograph.

Archäologie

Geschichte der Ausgrabungen

Erste archäologische Untersuchungen führte O. Rayet 1873 durch. Ab 1899 begannen dann großangelegte Ausgrabungen im Stadtgebiet des antiken Milet unter der Leitung Theodor Wiegands. Diese Arbeiten wurden ohne Unterbrechung bis 1913 fortgeführt. Die beiden Weltkriege sowie die Kleinasiatische Katastrophe unterbrachen die regelmäßige Forschungstätigkeit in Milet. 1938 konnte jedoch Carl Weickert ein kurze Grabungskampagne durchführen. Regelmäßige Forschungen vor Ort wurden erst wieder 1955 begonnen. Die Leitung der Nachkriegsgrabungen unterlagen zunächst wieder Carl Weickert, dann Gerhard Kleiner und Wolfgang Müller-Wiener. Seit 1989 leitet Volkmar von Graeve die Ausgrabung.

Forschungsschwerpunkte

Archaische Zeit

Die Ausgrabung in Milet war 1899 begonnen worden mit dem Ziel, das Wissen über diese Stadt in archaischer Zeit zu vermehren, da Milet gerade in dieser Zeit eine herausragende Bedeutung zukam, etwa als Geburtsstätte der ionischen Naturphilosophie oder aufgrund des Schicksals der Stadt am Vorabend der Perserfeldzüge. Tatsächlich erbrachten die Vorkriegsgrabungen hauptsächlich Ergebnisse zu den späteren Epochen. Archaische Funde und Befunde wurden nur am Kalabak-Tepe und am Athenatempel, sowie an vereinzelten Stellen im Stadtgebiet ergraben. A. v. Gerkan bezweifelte aufgrund dieses eher spärlichen Befundes, dass das archaische Milet an derselben Stelle wie die spätere Stadt gelegen hat. Die Forschungen nach dem Krieg zielten daher vielfach darauf ab, die Thesen A. v. Gerkans zu entkräften. Verstärkt grub man daher am Athenatempel. Die neueren Forschungen widmeten sich wiederum dem Stadtquartier auf dem Kalabak-Tepe, wo ein Teil der Stadtmauer bekannt war. Am südlichen Abhang des Hügels wurde ein Wohnviertel mit mehreren Töpferöfen freigelegt. Weiterhin konnte die Situation auf der Ostterrasse des Hügels geklärt werden, wo ein Heiligtum der Artemis Chitone lag. Auch Probleme der frühklassischen Wiederbesiedelung nach 494 v. Chr. wurden bei diesen Grabungen erhellt. Auch wurde ein bislang nur aus den Quellen bekanntes Heiligtum der Aphrodite von Oikous entdeckt. Nach heutigem Forschungsstand kann es als gesichert gelten, dass das archaische Milet an der selben Stelle lag, wie die spätere Stadt.

Hellenistisch-römische Zeit

Aphrodite Theodor Wiegand konnte durch großräumige Flächengrabungen wichtige Erkenntnisse zur hellenistisch-römischen Zeit gewinnen: Die Stadt besaß demnach ein orthogonales Straßensystem, dessen Erfinder Hippodamos von Milet gewesen sein soll. Der Verlauf der hellenistischen und späterer Stadtmauern wurde wiedergewonnen. Wichtige Gebäude dieser Zeitstufe: Hippodamos
- Theater
- Buleuterion, der Versammlungsort der Bule (des Rates).
- Nordmarkt, eine Marktanlage.
- Südmarkt, dessen repräsentatives Eingangstor von Th. Wiegand nach Berlin überführt wurde, wo es heute im Pergamon-Museum aufbewahrt wird.
- Nymphäum, eine mehrgeschossige Brunnenanlage mit Skulpturenschmuck. Nymphäum
- Faustina-Thermen, ein römisches Bad.
- Westmarkt, Markt am Athenatempel.
- Stadion
- Delphinion, Heiligtum des Apollon Delphinios, des Hauptgottes der Milesier. Das Heiligtum ist durch eine sog. Heilige Straße mit dem Orakelheiligtum von Didyma, dem heutigen Didim verbunden.

Persönlichkeiten

Aus Milet stammten u. a. folgende Personen:
- die Philosophen Thales, Anaximander und Anaximenes
- der Schriftsteller Hekataios
- der Architekt Hippodamos

Weblinks


- [http://www.ruhr-uni-bochum.de/milet/ Ausgrabungen in Milet] Kategorie:Türkei Kategorie:Griechische Geschichte (Antike) Kategorie:Kleinasien Kategorie:Antike Stadt

Sinope

Der Begriff Sinope bezeichnet #einen Mond des Planeten Jupiter, siehe Sinope (Mond) #ein Stadt in der Antike, heute Sinop

Odessos

Warna [] (auch Varna, bulgarisch Варна), 1949–1956 Stalin, ist eine Hafenstadt und ein Seebad in Bulgarien und nach Sofia und Plowdiw die drittgrößte Stadt des Landes sowie mit seinem internationalen Flughafen der Verkehrsknoten der Region. Die Stadt hieß von 1949 bis 1956 Stalin. Warna besitzt den größten Hafen Bulgariens. Von hier aus fahren Fähren nach Odessa und Istanbul. Die Stadt war auch die erste Endstation des Orient-Express.

Geografie

Orient-Express Warna liegt im Nordosten Bulgariens unweit der Grenze zu Rumänien, am Schwarzen Meer, an der Nordwestseite der Warnaer Bucht und am Fuße des Frangensko-Plateau. Westlich der Stadt erstreckt sich ein langer See, gespeist vom Prowadijska-Fluss.

Geschichte

Die Stadt, deren frühester Ursprung schon in thrakischer Zeit lag, wurde im 7. Jahrhundert v. Chr. von griechischen Siedlern aus Milet gegründet. Der Name der Stadt war damals noch "Odessos". Auf der Grundlage des Handels mit den Thrakern gewann der griechische Stadtstaat rasch an Bedeutung. Im 3. Jahrhundert v. Chr. ist die Stadt von Mazedonien und im 1. Jahrhundert v. Chr. vom Römischen Reich abhängig; Handwerk (Töpferei, Metallverarbeitung) und Handel entwickelten sich dennoch günstig. Erhalten haben sich aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. Fragmente der römischen Thermen. 681 eroberte der bulgarische Khan Asparuch die Stadt. Aus jener Epoche stammt auch ihr jetziger Name Warna. Während des Ersten Bulgarischen Reiches im 9. und 10. Jahrhundert war Warna ein wichtiger Mittelpunkt des Christentums, im Zweiten Bulgarischen Reich im 13. Jahrhundert wurde es zu einer Stadt des Handwerks mit einem bedeutenden Handelshafen. Es bestanden Verbindungen zwischen Nordbulgarien und Konstantinopel, dem heutigen Istanbul, später auch mit Dubrovnik und den italienischen Städten Venedig und Genua. Genua Genua 1391 eroberten Streitkräfte des Osmanischen Reiches die Stadt und machten sie wegen ihrer militärisch-strategisch günstigen Lage zu einer Küstenbastion. 53 Jahre später fiel am 10. November 1444 in der Umgebung der Stadt der polnische König Wladyslaw III. Jagiello (1386-1444), der den Beinamen Warnenczyk erhielt, in der Schlacht bei Warna mit den osmanischen Truppen unter der Führung von Sultan Murad II. (1404-1451). Im Jahre 1828 eroberte die russische Flotte die Stadt, konnte sie aber nur zwei Jahre halten. Während des Krimkrieges zwischen 1853 und 1856 spielte Warna eine große Rolle. Die Stadt war 1854 vorübergehend von britischen und französischen Truppen besetzt. Obwohl im 18. und 19. Jahrhundert Russland und das Osmanische Reich mehrmals Kämpfe um Warna ausfochten, erlebte die Stadt in den 1830er und 1840er Jahren einen wirtschaftlichen Aufschwung, vor allem des Handels, und wurde Sitz mehrerer Konsulate europäischer Staaten. Die erste Eisenbahnlinie im Osmanischen Reich im Jahre 1866 verband Warna und Russe an der Donau und damit mit Westeuropa. Sie stimulierte die Entwicklung der Schifffahrt und der Leichtindustrie. Auch nach der Befreiung von der osmanischen Herrschaft am 28. Juli 1878 bewahrte sich Warna seine Bedeutung als Hafen- und Handelsstadt. 1893 ist in der Stadt die Sozialdemokratische Partei gegründet worden und 1901 kam zum ersten Streik der Warnaer Hafenarbeiter. Im 2. Weltkrieg kam es in der Stadt zu Kämpfen zwischen bulgarischen Partisanen und der deutschen Wehrmacht, Warna war Zentrum der 10. Operationsarmee. Am 8. August 1944 eroberten sowjetische Streitkräfte und bulgarische Partisanen die Stadt. Nach dem Sturz der kommunistischen Regierung in Sofia am 10. November 1989, begannen sich auch in Warna demokratische Verhältnisse durchzusetzen.

Städtepartnerschaften

Warna unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

demokratische Städtischer Mittelpunkt ist die "Muttergottes-Kathedrale" aus dem Jahre 1896, ein monumentaler Bau mit interessanten Wandmalereien und beachtlichen Holzarbeiten im Inneren. In der Nähe befindet sich ein Basar und das Museum des bekannten Marinemalers Georgi Welschew (1891-1955) mit einer Kollektion von 250 Bildern. Südlich liegt eine Parkanlage, in deren Südostecke sich um eine Freifläche unter anderem das "Nationaltheater" und die "Nationaloper" gruppieren; nahebei ein schönes Wasserspiel, dessen abends angestrahlte Fontänen dann in vielen Farben sprühen. Ein Stück weiter gegen Süden steht das "Volkskundemuseum" von 1860 mit seiner Schau altbulgarischer Arbeitsgeräte, Volkstrachten und Hauseinrichtungen. Südöstlich davon, in der St.-Atanas-Kirche aus dem Jahre 1838 ist eine wertvolle Ikonensammlung aus dem 18. und 19. Jahrhundert zu besichtigen. Dahinter schließen sich die freigelegten Römischen Thermen aus dem 2. Jahrhundert n. Chr. an, mit 7.000 Quadratmeter die größten der Balkanhalbinsel. Das ehemals 18 Meter hohe Mineralbad enthielt mehrere von Kuppeln überdachte Säle, die mit Marmor und Mosaikplatten ausgestattet waren. Marmor In dem sich östlich anschließenden Parkgelände befinden sich das "Neue Römische Bad" aus dem 3. und 4. Jahrhundert n. Chr., das "Marinemuseum" (Entwicklung der bulgarischen Schifffahrt) und das Aquarium, in dem die Fauna des Schwarzen Meeres vorgestellt wird. Sehenswert sind weiter östlich das "Archäologische Museum" (ein ehemaliges Mädchen-Gymnasium) mit zahlreichen Schaustücken aus der ältesten Vergangenheit der Stadt, einem Münzkabinett und hervorragenden kunsthandwerklichen Arbeiten. Besonders interessant ist die Besichtigung eines Grabes aus längst vergangenen Zeiten. Als Grabbeilage dient Goldschmuck aus dem 4. Jahrtausend v.u.Z.. Dieses ist das weltweit älteste von Menschen bearbeitete Gold. Etwas weiter steht die 1860/1861 erbaute erste bulgarische Schule von Warna mit einem im Inneren eingerichteten Museum der Nationalen Wiedergeburt. Im Erdgeschoß sind die Baulichkeiten der Erzengel-Michael-Kirche und im Obergeschoß Exponate aus dem 17. bis 20. Jahrhundert zu besichtigen. Interessant ist auch die St.-Nikolaus-Kirche von 1866 mit einer Sammlung von Ikonen und Holzschnitzereien aus neuerer Zeit. Außerhalb der Stadt liegt eine Nekropole aus der Karanowo-Epoche, in der das älteste bearbeitete Gold der Menschheit, auch bekannt als "Gold von Warna", gefunden wurde. Die Besonderheit des Gräberfeldes sind so genannte symbolische Gräber, in denen nur Beigaben, nicht aber menschliche Überreste gefunden wurden. Die Besiedlung durch diese frühe Hochkultur endete nach neueren Forschungserkenntnissen abrupt unter Umständen, die zur Zeit noch diskutiert werden.

Wirtschaft und Verkehr

Warna besitzt den größten Seehafen des Landes, wo etwa die Hälfte des seeseitigen Güterumschlages Bulgariens abgewickelt werden. In der Stadt werden Dieselmotoren, Elektrische Geräte, Metallwaren, Nahrungsmittel und Textilien hergestellt. Die Werften konzentrieren sich um den Hafen. Getreide, Molkereierzeugnisse und Vieh gehören zu den wichtigsten Exporterzeugnissen. Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknoten des Landes mit internationalem Flughafen, Eisenbahn- und Straßenverbindungen in viele Teile des Landes.

Bildung

Warna besitzt mehrere Bildungseinrichtungen. Dazu gehören eine Universität, eine medizinische Hochschule und ein Marinekolleg sowie mehrere Forschungseinrichtungen unter anderem für Ozeanografie, Fischwirtschaft und Hydrodynamik.

Ehrenbürger

Söhne und Töchter der Stadt


- Dragomir Josifov, bulgarischer Komponist, Dirigent und Pianist
- Atanas Kareew, bulgarischer Pianist

Sonstiges

Atanas Kareew Das "Festa Dolphinarium" ist eine in Bulgarien beliebte Zirkusschau mit Delfinen. Es besteht seit 1984.

Weblinks


- [http://www.varna.bg Homepage der Stadt Warna] (bulgarisch)
- [http://www.bulgaria.com/varna Seite mit Fotos von Warna] (englisch)
- [http://www.goldensands.bg/index-de.htm Seebad Goldstrand bei Warna] Kategorie:Ort in Bulgarien Kategorie:Ionische Stadtgründung Kategorie:Thrakischer Ort Kategorie:Ort mit Seehafen ja:ヴァルナ (ブルガリア)

Olbia

Olbia ist der Name einer Reihe von geographischen Orten: # eine antike griechische Koloniestadt an der nördlichen Schwarzmeerküste, in der Griechen, Skythen und Sarmaten zusammenlebten, siehe Olbia (Schwarzes Meer) # eine antike griechische Koloniestadt in Südfrankreich, siehe Olbia (Hyères) # eine Stadt auf Sardinien, siehe Olbia (Italien)

Propontis

Das Marmarameer (türkisch Marmara denizi, in der Antike Propontis) ist ein Binnenmeer zwischen Europa und Asien; daher stellt es einen Abschnitt der Innereurasischen Grenze dar. Das Meer ist durch die Dardanellen mit dem Ägäischen Meer verbunden, sowie durch den Bosporus (Straße von Konstantinopel) mit dem Schwarzen Meer. Es hat salziges Wasser, ist von Gallipoli bis Izmit 282 km lang und 80 km breit; die Wassertiefe beträgt in der Nähe der Küste meist nur 50 m und liegt an den tiefsten Stellen bis unter 1300 m. Das Marmarameer bedeckt eine Fläche von 11.655 km², davon entfallen 182 km² auf Inseln. Im Osten bildet es den Golf von Izmit, im Südosten den Golf von Mudanya. Seinen Namen hat es von der darin liegenden Marmara-Insel (im Altertum Prokonnesos), die 21 km lang und 10 km breit ist, etwa 130 km² umfasst und neben berühmtem weißen Marmor (daher der Name) besonders Wein, Getreide und Oliven liefert. Vorgebirge im Marmarameer sind Bosburun (das antike Poseidion) sowie die erst durch Verschüttung der Meerenge beim antiken Kyzikos zur Halbinsel von Erdek gewordene Insel Arktonnesos mit dem 387 m hohen Kapı Dağ (Dindymongebirge). Das Marmarameer dient als eine Art Regulator für die Wassermengen, die das durch mehrere mächtige Ströme gespeiste Schwarze Meer ständig zum Mittelmeer hin abgibt. Der Wasserstand im Schwarzen Meer ist höher als jener in der Ägäis, weshalb eine ständige Untergrundströmung durch das System der türkischen Meerengen herrscht.

Inseln im Marmarameer


- Afsia
- Aloni oder Paşalimanı
- Demonesinseln oder Prinzeninseln, türkisch Adalar.
- İmralı
- Kalolimui
- Kulali
- Marmara-Insel (griechisch Prokonnesos, türkisch Marmara adası)
- Türkeli adası Kategorie:Meer Kategorie:Geographie (Türkei) ja:マルマラ海 ko:마르마라 해

Naukratis

Naukratis ist eine antike griechische Handelsstadt und liegt in Ägypten im westlichen Nildelta (in der Antike am Ostufer des kanobischen Nilarms). Sie wurde um 630 v. Chr., nach anderen Angaben um 560 v. Chr. von der Polis Milet aus gegründet. Naukratis war berühmt durch die dort hergestellten Gefäße und Blumengewinde. Unter dem Pharao Amasis von Ägypten war Naukratis der einzige Ort in Ägypten, über den Waren aus Griechenland importiert werden durften. Wegen dieser Besonderheit war Naukratis auch mehr ein Warenumschlagplatz als eine Polis (Stadtstaat) im eigentlichen Sinne. Nach Athenaios lebten die Einwohner üppig und übten den Aphroditekult aus. Die Ruinen von Naukratis (Apollon-, Zeus-, Pallas-, Amuntempel, Palästra, Zitadelle, Fabrik für Amulette etc.) wurden im Winter 1884/85 von Flinders Petrie bei Nebireh am Kanal Abu-Dibab, etwa 75 km südöstlich von Alexandria aufgefunden. Kategorie:Ort in Ägypten Kategorie:Ionische Stadtgründung Kategorie:Antike Stadt

Psammetich

Psammetich ist der Name folgender ägyptischer Pharaonen:
- Psammetich I. (664–610 v. Chr.)
- Psammetich II. (595–589 v. Chr.)
- Psammetich III. (526-525 v. Chr.)

Kerkyra

Kerkyra ist #die griechische Bezeichnung für Korfu #
- der Insel - siehe Korfu #
- deren Hauptstadt - siehe Korfu (Stadt) #eine Nymphe der griechischen Mythologie, mit der Poseidon den Phaiax - den Stammvater der Phäaken - zeugte.

Korinth

Korinth (Κόρινθος, Korinthos) ist eine griechische Stadt mit 36.555 Einwohnern (2001) am Isthmos von Korinth, und zwar dem Isthmus, einer Landenge, die den Peloponnes und das griechische Festland verbindet. Westlich dieser Landenge befindet sich der Golf von Korinth. Korinth ist die zweitgrößte Stadt des Peloponnes und Verwaltungssitz der Präfektur Korinthien (Κορινθία/Korinthía). Korinth liegt etwa 78 km westlich von Athen. Der Isthmus wurde in der Antike überquert, indem man Schiffe auf Schlitten über die felsige Landenge schleppte. Seit dem 19. Jahrhundert befindet sich hier jedoch der Kanal von Korinth. Sie ist außerdem Hauptstadt der Präfektur Corinthia. Die Stadt wird von den Lechaio-, Kalamaki-, Loutraki- und den Geraneia-Bergen, sowie den südlichen Bergen umgeben.

Geschichte

Einige besonders alte Ortsnamen wie Korinthos stammen aus der prä-griechischen pelasgischen Sprache. Ebenso wie Mykene, Tiryns und Pylos war Korinth während der Bronzezeit wahrscheinlich auch Sitz einer mykenischen Palast-Stadt. Dem Mythos nach ist Sisyphos der Ahnherr einer Reihe von Königen in Korinth. Jason soll hier Medea verlassen haben. Dank des Verkehrs und Handels über die Landenge konnte diese alte Stadt, die etwa im 10. Jahrhundert v. Chr. von den Doriern gegründet wurde, während der klassischen griechischen Antike mit Athen und Theben in Bezug auf Reichtum konkurrieren. Bis zur Mitte des 6. Jahrhundert v. Chr. war Korinth ein wichtiger Exporteur von Keramiken mit schwarzen Figuren auf rotem Grund und belieferte Städte in der gesamten griechischen Welt. Der große Tempel auf seiner Akropolis (Akrokorinth) war der Aphrodite gewidmet. Korinth war überhaupt einer der wichtigsten Orte des Aphroditekults. Laut einigen Quellen gab es beim Tempel der Aphrodite mehr als eintausend Tempelprostituierte. Korinth war auch Gastgeber der Isthmischen Spiele. Isthmischen Spiele Um 730 v.Chr. wanderten einige Korinther aus, um neue Städte zu gründen: Kerkyra auf dem heutigen Korfu und Syrakus auf Sizilien. Um den Gründer der Stadt Syrakus, Archias, ranken sich viele Legenden. Im 7. Jahrhundert v. Chr., als Korinth von den Tyrannen Kypselos und Periander regiert wurde, sandte die Stadt weitere Kolonisten aus, um Städte zu gründen, zum Beispiel Poteidaia auf der Chalkidike, Ambrakia, Apollonia und Anaktorion und zusammen mit ihrer Kolonie Kerkyra die Städte Leukas und Epidamnos. Die Stadt war ein wichtiger Teilnehmer bei den Perserkriegen, war aber anschließend immer wieder ein Feind Athens und verbündete sich während des Peloponnesischen Kriegs mit Sparta. Ein Streit zwischen Korinth und Athen um Kerkyra war einer der Faktoren für den Ausbruch dieses Krieges, aber schon im Korinthischen Krieg kämpften Korinth und Athen wieder gemeinsam mit Theben und Argos gegen Sparta. Nachdem Korinth 337 v. Chr. unter die Herrschaft der Makedonier fiel, zerstörten es die Römer nach einer Belagerung im Jahr 146 v. Chr.. Wenn es auch archäologische Hinweise für eine minimale Besiedlung in den darauf folgenden Jahren gibt, kam es 44 v. Chr. zu einer Neugründung der Stadt durch Gaius Iulius Caesar unter dem Namen Colonia Laus Iulia Corinthiensis. Laut des römischen Historikers Appian setzten sich die Siedler aus Freigelassenen aus Rom zusammen. Unter den Römern wurde es Regierungssitz für die Provinz Achaea im südlichen Griechenland. Während der Invasion von Alarich I. in Griechenland (395396) plünderte dieser Korinth und verkaufte viele ihrer Bürger in die Sklaverei. Seit 1458 herrschten die Türken in Korinth, bevor es 1830 Griechenland beitrat. 1858 wurde das alte Korinth durch ein Erdbeben zerstört und 6 km nordöstlich wieder aufgebaut.

Korinth in der Bibel

Als der Apostel Paulus die Stadt im Jahr 51 oder 52 zum ersten Mal besuchte, war Gallio, ein Bruder des Philosophen Seneca, Prokonsul. Paulus blieb dort achtzehn Monate lang (Apostelgeschichte 18,1-18). Hier traf er zum ersten Mal Aquila und Priszilla. Kurz nach seiner Abreise kam auch Apollos von Ephesos kommend nach Korinth. Während des zweiten Aufenthaltes des Apostels Paulus im Frühling des Jahres 58 entstand vermutlich der Brief an die Römer. Der 2. Korintherbrief spiegelt die Schwierigkeiten wieder, in einer solchen kosmopolitischen Stadt eine christliche Gemeinschaft aufrecht zu erhalten (eine genauere Darstellung der Reisen des Apostels Paulus (laut Bibel) enthält die Web-Site [http://www.matthewmcgee.org/paultime.html Wielding the Sword of the Spirit] (auf englisch)).

Korinth in der Literatur


- Goethe hat eine Ballade namens "Die Braut von Korinth" geschrieben, Schiller desgleichen, ebenfalls im antiken Korinth spielend: "Die Kraniche des Ibykus". Auch in Christa Wolf´s "Medea" spielt Korinth, wie auch nach der antiken Sage, eine große Rolle. Die Stadt ist das Ziel Medeas und der Argonauten auf der Suche nach dem goldenen Vlies.

Weblink


- Die Braut von Korinth [http://literaturnetz.org/8568]

Vermischtes


- Außerdem ist Korinthien (Κορινθία/Korinthía) heute die am zweitstärksten bevölkerte Präfektur der Halbinsel.
- Wegen der hohen Preise für Fremde, für die Korinth in der Antike bekannt war, entstand das Sprichwort "Nicht jedes Sache ist die Reise nach Korinth". Aus der Genauigkeit mit der die Korinther die Preise und Zölle für Fremde berechneten entstand das Schimpfwort "Korinthenkacker". Es war schon in der Antike weit verbreitet.

Literatur


- J. B. Salmon: Wealthy Corinth. A History of the City to 338 B.C., Oxford 1984. Kategorie:Ort in Griechenland Kategorie:Archäologische Grabung ja:コリントス

Zankle

Messina ist die drittgrößte Stadt Siziliens (Italien) und zugleich Verwaltungssitz der gleichnamigen Provinz Messina.

Daten und Geografie

Messina zählt ca. 261.000 Einwohner, die auf einer Fläche von 211,7 km² leben. Die Wirtschaft ist industriell geprägt, die Einwohner arbeiten in Werften, der Nahrungsmittelindustrie, Metallverarbeitung und in der chemischen Industrie. Die Stadt liegt an der Straße von Messina etwa 90 Kilometer von Catania und etwa 230 Kilometer von Palermo entfernt. Der höchste Vulkan Europas, der Ätna, liegt südlich von Messina.

Geschichte

Messina wurde als griechische Kolonie im 8. Jahrhundert v. Chr. gegründet. Der ursprüngliche Name war Zancle (Sichel), wegen der Form der natürlichen Bucht. Die Treppe dorthin wird noch immer "Scalinata Zanclea" genannt. Messina wurde 396 v. Chr. durch die Karthager geplündert und gebrandschatzt. 1061 wird die Stadt durch die Normannen erobert. In der Kathedrale ruhen die sterblichen Überreste von Kaiser Konrad IV. Konrad IV. Konrad IV. Am Morgen des 28. Dezembers 1908 wurde die Stadt fast vollständig durch ein Erdbeben und einen darauf folgenden Tsunami zerstört. Mehr als 75.000 Menschen fanden den Tod. Im Juni 1955 wurde in Messina bei einer Konferenz der westlichen europäischen Außenminister die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft beschlossen.

Sehenswürdigkeiten


- Archivo Ducal Medinaceli, eine bedeutende Urkundensammlung, siehe auch: Canneto di Caronia
- Camposanto, ein schöner Friedhof mit schöner Sicht auf die Stadt Messina und die Straße von Messina
- Dom, gebaut im 12. Jahrhundert, wurde in den Jahren 1919/1920 wiederaufgebaut. Im Jahre 1943 wurde der Dom nach einem Brand erneut wiederaufgebaut.
- Santissima Annunziat dei Catalani, eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert
- Mueso Regionale, zeigt Gemälde und Stauten aus den Kirchen, die im Jahre 1908 bei dem Erdbeben zerstört worden sind

Besondere Bauwerke

Hochspannungsmasten der Freileitung über die Straße von Messina Seit 1957 überquert eine Hochspannungsfreileitung für 220kV die Straße von Messina, die von Sorgente nach Rizziconi verläuft. Diese Freileitung ist auf zwei je 200 Meter hohen Masten, von denen einer bei Messina und der andere auf den Festland steht, aufgehängt. Im Unterschied zu normalen Freileitungsmasten sind bei diesen Konstruktionen die Eckstiele diagonal zum Verlauf der Leiterseile angeordnet. Die Hochspannungsmasten der Freileitung über die Straße von Messina waren ein Vorbild für die Konstruktion der Masten der Elbekreuzung 1 und bis zur Fertigstellung der Elbekreuzung 2 die höchsten Freileitungsmaste der Erde! Interessant ist, dass man nach Fertigstellung dieser Maste die Eigenschwingdauer und die Auslenkung der Konstruktionen vermaß, in dem man 3 Raketen mit 9800 Kilonewton Schub an den Spitzen befestigte und diese zündete (Quelle Turmbauwerke, Bauverlag GmbH, Wiesbaden (Deutschland), 1966) Da die Freileitung über die Straße von Messina eine sehr große Spannweite von über 3 Kilometern hat und wegen des Schiffsverkehrs eine große minimale Leitungshöhe nötig ist, mußten die Leiterseile sehr straff gespannt sein. Aus diesem Grund konnten wegen der erforderlichen Festigkeit nur Stahlseile für die Leitung verwendet werden, welche über eine geringere elektrische Belastbarkeit verfügen, als herkömmliche Freileitungsleiterseile. Wegen der Gefahr windbedingter Schwingungen konnten auch keine Bündelleiter verwendet werden. Hierdurch genügte die Freileitung über die Straße von Messina nicht mehr den Ansprüchen und sie wurde Ende der 90er Jahre durch ein 6,5 Kilometer langes Drehstromseekabel ersetzt. Die Masten sind noch vorhanden, aber zur Zeit ohne Funktion.

Weblinks


- [http://www.comune.messina.it Website der Stadt Messina]
- [http://www.structurae.de/de/structures/data/s0012110/index.cfm Die Hochspannungsleitung über die Straße von Messina]
- [http://www.kunstundreisen.de/mehr/fotogalerie/italia/sizilien-sicilia/messina/fotogalerie-sizilien-messina.shtml Fotogalerie: Eindrücke aus Messina] Kategorie:Ort auf Sizilien Kategorie:Ionische Stadtgründung Kategorie:Elektrische Energie ja:メッシーナ

Messina

Messina ist die drittgrößte Stadt Siziliens (Italien) und zugleich Verwaltungssitz der gleichnamigen Provinz Messina.

Daten und Geografie

Messina zählt ca. 261.000 Einwohner, die auf einer Fläche von 211,7 km² leben. Die Wirtschaft ist industriell geprägt, die Einwohner arbeiten in Werften, der Nahrungsmittelindustrie, Metallverarbeitung und in der chemischen Industrie. Die Stadt liegt an der Straße von Messina etwa 90 Kilometer von Catania und etwa 230 Kilometer von Palermo entfernt. Der höchste Vulkan Europas, der Ätna, liegt südlich von Messina.

Geschichte

Messina wurde als griechische Kolonie im 8. Jahrhundert v. Chr. gegründet. Der ursprüngliche Name war Zancle (Sichel), wegen der Form der natürlichen Bucht. Die Treppe dorthin wird noch immer "Scalinata Zanclea" genannt. Messina wurde 396 v. Chr. durch die Karthager geplündert und gebrandschatzt. 1061 wird die Stadt durch die Normannen erobert. In der Kathedrale ruhen die sterblichen Überreste von Kaiser Konrad IV. Konrad IV. Konrad IV. Am Morgen des 28. Dezembers 1908 wurde die Stadt fast vollständig durch ein Erdbeben und einen darauf folgenden Tsunami zerstört. Mehr als 75.000 Menschen fanden den Tod. Im Juni 1955 wurde in Messina bei einer Konferenz der westlichen europäischen Außenminister die Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft beschlossen.

Sehenswürdigkeiten


- Archivo Ducal Medinaceli, eine bedeutende Urkundensammlung, siehe auch: Canneto di Caronia
- Camposanto, ein schöner Friedhof mit schöner Sicht auf die Stadt Messina und die Straße von Messina
- Dom, gebaut im 12. Jahrhundert, wurde in den Jahren 1919/1920 wiederaufgebaut. Im Jahre 1943 wurde der Dom nach einem Brand erneut wiederaufgebaut.
- Santissima Annunziat dei Catalani, eine Kirche aus dem 12. Jahrhundert
- Mueso Regionale, zeigt Gemälde und Stauten aus den Kirchen, die im Jahre 1908 bei dem Erdbeben zerstört worden sind

Besondere Bauwerke

Hochspannungsmasten der Freileitung über die Straße von Messina Seit 1957 überquert eine Hochspannungsfreileitung für 220kV die Straße von Messina, die von Sorgente nach Rizziconi verläuft. Diese Freileitung ist auf zwei je 200 Meter hohen Masten, von denen einer bei Messina und der andere auf den Festland steht, aufgehängt. Im Unterschied zu normalen Freileitungsmasten sind bei diesen Konstruktionen die Eckstiele diagonal zum Verlauf der Leiterseile angeordnet. Die Hochspannungsmasten der Freileitung über die Straße von Messina waren ein Vorbild für die Konstruktion der Masten der Elbekreuzung 1 und bis zur Fertigstellung der Elbekreuzung 2 die höchsten Freileitungsmaste der Erde! Interessant ist, dass man nach Fertigstellung dieser Maste die Eigenschwingdauer und die Auslenkung der Konstruktionen vermaß, in dem man 3 Raketen mit 9800 Kilonewton Schub an den Spitzen befestigte und diese zündete (Quelle Turmbauwerke, Bauverlag GmbH, Wiesbaden (Deutschland), 1966) Da die Freileitung über die Straße von Messina eine sehr große Spannweite von über 3 Kilometern hat und wegen des Schiffsverkehrs eine große minimale Leitungshöhe nötig ist, mußten die Leiterseile sehr straff gespannt sein. Aus diesem Grund konnten wegen der erforderlichen Festigkeit nur Stahlseile für die Leitung verwendet werden, welche über eine geringere elektrische Belastbarkeit verf