Griechisches AlphabetDas griechische Alphabet bezeichnet die Schrift sowohl im modernen Griechenland, auf Zypern und unter Auslandsgriechen (Neugriechisch) als auch im weiteren griechischen Kulturraum der Antike und des Mittelalters (Altgriechisch). Neben dem Griechischen wird noch Koptisch mit einem um einige Buchstaben erweiterten griechischen Alphabet geschrieben.
Geschichte
Koptisch
Vorläufer
Das erste griechische Alphabet war die kretisch-mykenische Silbenschrift Linear B (14.-12. Jhd. v. Chr), die jedoch während der so genannten „dunklen Jahrhunderte“ (12. - 9. Jhd. v. Chr.) wieder in Vergessenheit geriet.
Entstehung
Das klassische griechische Alphabet hat sich allerdings nicht aus dem Linear B, sondern aus dem phönizischen Alphabet entwickelt. Bei der Adaption der älteren, phönizischen Konsonantenschrift bestand die Schwierigkeit, dass das Griechische keine wurzelflektierende Sprache wie die semitischen Sprachen war, sondern die Vokale wesentlicher Bestandteil des Wortstammes waren. Zudem besaß das Griechische deutlich mehr Vokal-Phoneme. Daher war die vokallose, phönizische Schrift im Griechischen häufig mehrdeutig. Also wurden Zeichen, die für die griechische Sprache nicht benötigt wurden oder die Halbvokale waren, für Vokale benutzt oder zu eigenen Vokalzeichen entwickelt.
Es bildeten sich regionale Alphabete mit jeweils unterschiedlichen Zeichen. Von diesen wurde das milesische Alphabet aus der ionischen Stadt Milet 403 v. Chr. unter dem Archonten Eukleides in Athen amtlich eingeführt.
Entwicklung
Das griechische Alphabet wurde ursprünglich von rechts nach links geschrieben, später furchenwendig, d. h. abwechselnd links- und rechtsläufig, bis mit der Einführung des milesischen Alphabets die rechtsläufige Richtung verbindlich wurde. Zunächst gab es nur die heutigen Großbuchstaben, die ohne Wortzwischenräume oder Satzzeichen geschrieben wurden.
Im 3. Jahrhundert v. Chr. entwickelte Aristophanes von Byzanz in Alexandrien die Tonzeichen zur Unterscheidung Intonation. Diese ursprünglich als Lesehilfe gedachten Akzente benöigte man für poetische und Theatertexte, zumal der dezentralisierende Akzent einem zentralisierenden zu weichen begann.
Die Minuskeln entwickelten sich erst in byzantinischer Zeit, wohl in Syrien im 9. Jahrhundert aus einer Vereinfachung der Alltagsschrift (Kursive). Noch im 12. Jahrhundert wanderte das nicht ausgesprochene Iota unter den vorangehenden Vokal (Iota subscriptum).
Diese Schirft blieb auch für das Neugriechische zunächst verbindlich, obwohl viele Unterscheidungen phonetisch nicht mehr benötigt wurden. Erst 1982 vereinfachte man das Alphabet, in dem man den Spiritus abschaffte und statt der drei Akzente einen einzigen, reinen Betonungsakzent einführte.
Weiterentwicklungen aus der griechischen Schrift
Das lateinische Alphabet geht über das altitalische Alphabet auf eine westgriechische Variante zurück, die von den Römern übernommen wurde. Die kyrillische Schrift entwickelte sich in byzantinischer Zeit aus der griechischen Schrift.
Entwicklung einzelner Zeichen
Zeichen vor der Klassischen Schrift
Einige Zeichen aus dem phönizischen Alphabet existierten in älteren Formen des griechischen Alphabets, aber nach lautlichen Änderungen im Griechischen fielen sie als Buchstaben weg, wurden aber wegen einer gewünschten Zahlzuordnung vereinzelt weiter verwendet.
- das Digamma (δίγαμμα, Ϝ ϝ) - ging (wie das ypsilon) aus dem 6. Buchstaben des phönizischen Alphabets hervor und bezeichnete ursprünglich das stimmhafte [w]. Die Bezeichnung Digamma ("Doppelgamma") ist jünger und bezieht sich auf die Form, die wie zwei aufeinandergelegte Gammata (Γ) aussieht.
- das Qoppa (κόππα, Ϙ ϙ) - entsprach dem semitischen [q]
- das Sampi (Ϡ, ϡ) - entsprach dem phönitisch/semitischen Buschstaben Zade
- das Heta - Als sich der phönizische Buchstabe Η für das griechische [ɛ:] etabliert hatte, wurde zu Wiedergabe des [h]-Lautes der Buchstabe halbiert. So entstand ein Buchstabe, der etwa wie die linke Hälfte von Η aussah und sich später zum Spiritus asper (s. u.) entwickelte.
Phönizische Konsonanten werden griechische Vokale
Durch die Entwicklung der Vokalbuchstaben wurde die griechische Schrift zur ersten Schrift, die die Phoneme einer Sprache annähernd vollständig wiedergab.
- Aus dem phönizischen ʔaleph, das den Glottisschlag bezeichnete, wurde für den a-Laut das griechische Alpha (Α).
- Aus dem phönizischen hē, das das h bezeichnete, wurde zunächst das (im Anlaut behauchte) Eta (Η), später wurde daraus der Buchstabe für das kurze, im Anlaut unbehauchte Epsilon (Ε) weiterentwickelt. Für den h-Anlaut und den Glottisschlag, die im Griechischen sehr wohl Phoneme waren, wurden in Athen zunächst die linke und rechte Hälfte des Η verwendet, später entwickelten sich daraus die Spiritus.
- Aus dem phönizischen jôdh (j) entwickelte sich das griechische i, das Iota (Ι).
- Das phönizische ʕajin, das den dem Griechischen fremden laryngalen Verschlusslaut wiedergab, diente als Buchstabe für das o (Omikron - Ο). Aus ihm wurde später das lange ("große") Omega (Ω) gebildet.
- Der phönizische Halbvokal waw (w) wurde (konsonantisch) zum Digamma, gleichzeitig wurde ein Buchstabe für das griechische u (upsilon), später ü (Ypsilon - Υ) daraus entwickelt.
Genuin griechische Buchstaben
Einige Buchstaben entwickelten sich in Griechenland aus Bedürfnissen der griechischen Sprache, ohne direkt auf phönizische Zeichen zurückzugehen:
- Phi (Φ φ), ursprünglich zur Bezeichnung des behauchten p
- Chi (Χ χ), ursprünglich für ks, später für das behauchte k
- Psi (Ψ ψ), ursprünglich für das behauchte k, später für ps
Spiritus asper und Spiritus lenis
Als ab der Spätantike zunehmend Nichtmuttersprachler und Sprecher von Dialekten ohne einen solchen Laut die klassische Aussprache schulisch erlernen mussten, wurde der h-Laut am Wortanfang durch einen Spiritus asper angedeutet, der Knacklaut dagegen durch einen Spiritus lenis.
Beispiele:
- Spiritus asper (᾽): ῥυθμός rhythmós (Tempo), Ἡφαίστος Hephaístos (Gott)
- Spiritus lenis (῾): ἐγώ egó (ich), Ἔρως Éros (Liebe)
Akzente
Da das originale Altgriechisch eine Tonsprache war, wurden auch für die Bezeichnung der Töne drei verschiedene Zeichen erfunden:
- der Akut (´) für den Hochton, Bsp. Διοτίμα Diotíma
- der Gravis (`) für den Tiefton, Bsp. καὶ αὐτὸς τιμῶ kaì autòs timô (auch ich-selbst ehre)
- der Zirkumflex (῀) für den Steig- und Fallton, Bsp. Φαῖδρος Phaîdros
Im modernen Griechisch (das keinen h-Laut und auch keinen Knacklaut mehr hat und auch keine Tonsprache mehr ist) wurden diese Zeichen vor einigen Jahrzehnten schließlich abgeschafft, mit Ausnahme des Akut, der heute in mehrsilbigen Wörtern die betonte Silbe kennzeichnet.
Im modernen Griechisch, das sich lautlich noch weiter verändert hat, könnten eigentlich noch eine Reihe weiterer inzwischen gleich klingender Buchstaben abgeschafft werden, hier war die überlieferte Rechtschreib-Tradition allerdings bisher stärker.
Diakritische Zeichen
- Das Trema (¨) dient zur Trennung von Vokalen, die üblicherweise einen Diphthong bilden, Bsp. Ἀχαΐα Achaía (Achaia)
- Das stumme Iota (ι) wurde als Iota subscriptum (ι) ab dem 12. Jahrhundert unter den voran gehenden Vokal gesetzt, Bsp. τῇ tê, (Dativ des bestimmten Artikels femininum, der)
Zeichentabelle
Die originale altgriechische Aussprache ist für eine Reihe von Buchstaben umstritten. Die Tabelle zeigt daher die von Erasmus von Rotterdam etablierte Ausspracheweise des Altgriechischen, die im Schulunterricht westlicher Länder seither üblich ist. Erasmus rekonstruierte die Aussprache mit Hilfe von bereits in der Antike ins Lateinische übernommenen griechischen Wörtern sowie der in Westeuropa überlieferten Aussprache des Lateinischen. In Griechenland selbst wird heute für alle Texte, auch für altgriechische, die neugriechische Aussprache verwendet; auch in anderen orthodoxen Ländern ist eher die neugriechische als die westliche Aussprache Grundlage für die Aussprache griechischer Wörter.
dient dem Zeilenumbruch, bitte nicht entfernen
Das Griechische kennt einige Diphthonge und einige Graphemverbindungen für besondere Kombinationen von Konsonanten:
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Weblinks
- [http://www.elo-formel-datenbank.de/Elektrotechnik/Allgemeines/Griechisches_Alphabet.htm Verwendung in der Elektrotechnik und Physik]
- [http://www.unicode.org/charts/PDF/U0370.pdf Unicode Code Charts Greek and Coptic] (PDF)
- [http://www.unicode.org/charts/PDF/U1F00.pdf Unicode Code Charts Greek Extended] (PDF)
- [http://ncnever.free.fr/translit/ Direkte Transliteration Lateinisch ↔ Griechisch]
Siehe auch
- Linear B, Griechische Zahlen, Griechische Sprache
- ISO 8859-7
- Benennung von Sternen nach griechischen Buchstaben
- Wikipedia: Lautschrift, Griechische Sonderzeichen, Altgriechisch mit Unicode-Schriften
Kategorie:Alphabet
Kategorie:Griechische Sprache
als:Griechisches Alphabet
ja:ギリシア文字
ko:그리스 문자
th:อักษรกรีก
Griechenland
Griechenland (griechisch früher Ελλάς, Hellás, heute Ελλάδα, Elláda; amtliche Vollform: Hellenische Republik) liegt in Südost-Europa und grenzt an Albanien, Mazedonien (von Griechenland nicht unter diesem Namen anerkannt, sondern als FYROM bezeichnet), Bulgarien und die Türkei und ist ein Anrainerstaat des Mittelmeers.
Griechenland ist eine parlamentarische Demokratie und hat ein Einkammerparlament mit 300 Abgeordneten, von denen 288 auf vier Jahre gewählt und 12 von den Parteien gestellt werden.
Geographie
parlament
Ungefähr ein Viertel der Fläche Griechenlands entfällt auf etwa 9841 Inseln, von denen 167 bewohnt sind.
Die größten davon sind:
- Kreta (ca. 8.260 km²)
- Euböa (ca. 3.657 km²)
- Lesbos (ca. 1.630 km²)
- Rhodos (ca. 1.400 km²)
- Chios (ca. 840 km²)
- Kephalonia (ca. 780 km²)
- Korfu (ca. 579 km²)
- Samos (ca. 480 km²)
- Náxos (ca. 432 km²)
Siehe auch: Liste griechischer Inseln
Regionen auf dem griechischen Festland:
- Attika
- Epirus
- Makedonien
- Mittelgriechenland
- Peloponnes
- Thessalien
- Thrakien
Die Region Makedonien im Norden Griechenlands ist nicht mit dem selbständigen Staat ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien zu verwechseln.
Siehe auch: Liste der Städte in Griechenland
Verwaltungsgliederung
Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Griechenlands
Griechenland ist in 13 Verwaltungsregionen (griech. περιφέρειες/periphéries, Sg. περιφέρεια/periphéria) gegliedert, die wiederum in 51 Präfekturen (griech. νομοί/nomí, Sg. νομός/nomós) untergliedert sind.
Bevölkerung
Neben den Neugriechen bzw. der griechischsprachigen Mehrheitsbevölkerung existieren noch einige sprachliche Minderheiten. Die wichtigsten Minderheitssprachen sind:
- Albanisch
- Aromunisch (in Zentralgriechenland ca. 100.000 aktive Sprecher der Gruppe der Aromunen oder auch Vlachen, ca. 300.000 passive Sprecher)
- Bulgarisch, gesprochen von ca. 30.000 muslimischen Pomaken
- Slawomazedonisch, gesprochen von slawischsprachigen Bewohnern Nordwestgriechenlands
- Türkisch 150.000 in Thrakien
Türken und Pomaken sind zusammen als muslimische Minderheit anerkannt und genießen einige besondere Rechte, wie Schulunterricht in türkischer Sprache, Verwendung von Schulbüchern aus der Türkei (gem. bilateraler Vereinbarungen), Koranschulen etc. Sie sind über je 3 Abgeordnete von Nea Dimokratia und PASOK im Parlament vertreten.
Religion
Nominell gehören 95% der Bevölkerung der Griechisch-orthodoxen Kirche an, auf dem größten Teil des Festland dem Autokephalen Orthodoxen Erzbistum von Griechenland mit Sitz in Athen, auf den Inseln und dem Ostzipfel des Festlandes um Thessaloniki dem "Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel" mit Sitz in İstanbul. Die Zahl regelmäßiger Kirchenbesucher ist in Griechenland noch deutlich höher als in den meisten anderen Ländern Europas. Die Orthodoxe Kirche übt auch wesentlichen Einfluss auf das Bildungswesen aus und ihre besondere Stellung als Staatskirche ist in der griechischen Verfassung festgelegt; andererseits untersteht sie teilweise dem Staat, zum Beispiel müssen alle Bischöfe vom Parlament bestätigt werden.
Daneben gibt es unter den Bürgern mindestens 150.000 Muslime (größtenteils türkischer Abstammung), etwa 121.000 katholische Christen des griechischen und des lateinischen Ritus, - [http://www.catholic-hierarchy.org/country/scgr1.html] dann etwa 50.000 Zeugen Jehovas, etwa 30.000 protestantische (meist evangelikale) Christen verschiedener Richtungen, und etwa 5.000 Juden.
Die etwa 700.000 Albaner in Griechenland sind meist nominell Muslime, Katholiken oder Orthodoxe, aber die überwiegende Mehrheit praktiziert ihren Glauben nicht.
Siehe auch: Katholische Kirche in Griechenland
Religionsgeschichte
Zur vorchristlichen Religionsgeschichte siehe Griechische Mythologie
Politik
Innenpolitik
Am 7. März 2004 fand in Griechenland ein Regierungswechsel statt. Die konservative Partei Nea Dimokratia (ND) löste die bisher regierende sozialistische Partei PASOK ab. Am 8. März 2004 beauftragte Staatspräsident Konstantinos Stefanopoulos den Spitzenkandidaten der Konservativen Kostas Karamanlis mit der Regierungsbildung. Schon einen Tag später, am 9. März 2004, stellte er seine neue Regierungsmannschaft vor. Zum neuen Außenminister ernannte er den Diplomaten Petros Molyviatis. Dieser gilt als Fachmann für die Zypernfrage. Die Verhandlungen über die Wiedervereinigung der Insel scheiterten jedoch durch die Ablehnung des Annan-Planes durch die griechischen Zyprioten Ende April 2004.
Die neue griechische Regierung hat 19 Minister, darunter zwei Frauen. Karamanlis erklärte zudem die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele im August 2004 zur Chefsache, da sein Regierungsteam in dieser Hinsicht unter großem Zeit- und Handlungsdruck stand. Die mit Hilfe der UNO geführten Verhandlungen über eine Wiedervereinigung Zyperns scheiterten, weshalb am 1. Mai 2004 nur der griechische Teil der Mittelmeerinsel der Europäische Union beitrat.
Die neue Regierung wird nach Presseberichten weiter eine Annäherung mit der Türkei anstreben. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan war einer der ersten Politiker, die Karamanlis zu seinem Sieg gratulierten.
Die beiden größten Parteien Nea Dimokratia und Pasok beherrschen seit 1974 die griechische Politik, daneben spielt auch die kommunistische KKE eine wesentliche Rolle. Die Sitzverteilung im griechischen Parlament, der Vouli ton Ellinon, sieht derzeit wie folgt aus:
Nea Dimokratia - 165
PASOK - 117
KKE - 12
SYN - 6
Siehe auch: Politische_Parteien_in_Griechenland
Innenpolitisch steht Griechenland vor zahlreichen Herausforderungen. Diese liegen im wesentlichen in den Bereichen der Haushaltspolitik und der Konsolidierung des immer noch dramatisch defizitären Staatshaushalts und der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die trotz des konstanten beachtenswerten Wirtschaftswachstums der letzten Jahre immer noch auf hohem Niveau verharrt bei gleichzeitig massiver Teuerung.
Ein weiteres ungelöstes Problem ist der massive Zuzug, vor allem illegaler als in der Landwirtschaft geschätzter billiger Arbeitskräfte, von Ausländern v.a. aus Albanien, Rumänien und Bulgarien. Mit einer gleichzeitig steigenden Kriminalitätsrate v.a. im Bereich der Eigentumsdelikte -in der Vergangenheit eine quantité negligeable- begünstigt dieses Umfeld vermehrt soziale Spannungen und latent fremdenfeindliche Tendenzen in der Bevölkerung.
Außenpolitik
Der außenpolitische Kurs Griechenlands steht oftmals im Gegensatz zu dem seiner Bündnispartner in EU und NATO. Der Ministerpräsident der 90er Jahre Andreas Papandreou galt mit seinen immer wiederkehrenden nationalistischen Eskapaden als Enfant terrible in der EU. Der in der Bevölkerung tief verwurzelte Anti-Amerikanismus und das schwierige Verhältnis Griechenlands zu seinen Nachbarn sowie tiefe Prägungen aus der Geschichte machen Griechenlands Außenpolitik zu einem komplexen Thema.
Insofern sind die schrittweise Aussöhnung und die immer besser werdenden Beziehungen zum ehemaligen Erzfeind Türkei ein revolutionärer Schritt. Griechenland gilt als einer der größten Befürworter eines EU-Beitritts Ankaras.
Auch wenn Griechenlands Position zum Zypern-Konflikt eindeutig ist, so hat die Ablehnung des Annan-Plans das Verhältnis zur Türkei nicht wesentlich belastet.
Das Verhältnis zu Albanien, mit dem der faktische Kriegszustand erst 1987 beendet wurde, kann mittlerweile als ausgeglichen betrachtet werden, die Kontakte zu Sofia und Bukarest sind sehr gut. Mit Bulgarien wurde die Eröffnung 3 neuer Grenzübergänge vereinbart.
Die diplomatischen Beziehungen zum nördlichen Nachbarn Mazedonien befinden sich zwar im Ausbau und der Ausblick ist positiv. Das Verhältnis bleibt jedoch wegen des nach wie vor ungelösten Namensstreits belastet, verstärkt wieder nach Anerkennung der Republik Mazedonien durch die USA im November 2004.
Die Beziehungen zu Serbien sind traditionell exzellent. Serbien gilt immer noch als jahrhundertealter einziger Verbündeter, den man auf dem Balkan hat. Die durchweg pro-serbische Haltung im Jugoslawienkrieg und die dezidiert geschlossen ablehnende Haltung gegen das NATO-Bombardement auf Serbien 1999 belasteten jedoch das gespannte Verhältnis zur NATO, auch wenn Griechenland offiziell seine Bündnistreue betont.
Gesundheitswesen
Im griechischen Gesundheitssystem genießen, ähnlich wie in Großbritannien, alle griechischen und ausländischen Bürger, die in Griechenland tätig sind, einen staatlichen Versicherungsschutz. Der Arzt kann wählen zwischen dem Dienst im öffentlichen Bereich oder einer Privatpraxis; beide Varianten zusammen sind nicht möglich. Die Versorgung kann in zwei Kategorien eingeteilt werden:
Die primäre Versorgung der staatlichen Versicherung, wobei hier ungleiche Verhältnisse bei den ärztlichen Dienstleistungen in Städten, städtischen Randgebieten und ländlichen Bezirken bestehen. In den städtischen Zentren ist die primäre staatliche ärztliche Versorgung deutlich besser als auf dem Land, weil es gut organisierte Ärztehäuser gibt, die von den Versicherten aller Bereiche zwecks ihrer Behandlung aufgesucht werden.
Die sekundäre private Versorgung, wie man sie gewöhnlich in Privatpraxen sowie den Hauptstädten der Regierungsbezirke und in den Städten der größeren Inseln findet. Die von zahlreichen Touristen in Anspruch genommene ärztliche Versorgung der Inseln wird hauptsächlich von einzelnen, frei praktizierenden Ärzten, von privaten Gesundheitszentren mit meist sehr guter Facharztausstattung, sowie von Landärzten wahrgenommen.
Die staatliche Versorgung ist nicht ganz auf mitteleuropäischem Stand (v.a. spezielle OP-Verfahren betreffend), während die Privatversorgung mitteleuropäischen Standard hat. Teilweise ist sogar in Notfällen kein Vorzeigen des persönlichen Krankenheftes notwendig, wenn der Patient nicht stationär behandelt wird.
Dies gilt für alle Personen, die sich in Griechenland aufhalten.
Kultur und Gesellschaft
Griechische Philosophie
Artikel: Philosophie der Antike
Griechische Kunst
Hauptartikel: Kunstgeschichte Griechenlands
Griechische Küche
Hauptartikel: Griechische Küche
Griechische Literatur
Hauptartikel: Griechische Literatur
Griechische Musik
Hauptartikel: Griechische Musik
Griechischer Wein
Hauptartikel: Weinbau in Griechenland
Sport
- Fußball ( Fußball in Griechenland )
- Basketball ( Griechischer Basketball )
- Volleyball
- Wasserball
- Gewichtheben
- Handball
- Marathonlauf (dieser geht der Legende nach auf den Läufer Pheidippides zurück, der die Nachricht vom Sieg der Griechen über die Perser nach Athen brachte)
Adel
Laut Artikel 4 Absatz 7 der griechischen Verfassung werden "griechischen Staatsbürgern (...) Adelstitel oder Rangbezeichnungen weder verliehen noch anerkannt."
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Griechenlands, siehe auch: Liste der Herrscher von Griechenland.
Das antike Griechenland samt den kleinasiatischen Städten wird als Wiege Europas bezeichnet, insbesondere aufgrund der griechischen Philosophie (siehe: Platon, Aristoteles). Nachdem Rom Griechenland im Jahre 146 v. Chr. zur römischen Provinz machte, wurde es nach der Reichsteilung 395 Bestandteil des oströmischen bzw. byzantinischen Reiches bis zu dessen Untergang.
Zu Details siehe: Antikes Griechenland und Byzantinisches Reich
Byzantinisches Reich
Seit 1453 Teil des Osmanischen Reichs kam es ab 1821 zum großen Volksaufstand. Als einer der wichtigsten geistigen Wegbereiter dieses Volksaufstands gilt Rigas Velestinlis (1757-1798). Durch das Londoner Protokoll vom 3. Februar 1830, vom Osmanischen Reich am 24. April anerkannt, wurde Griechenland zum selbständigen Staat erklärt. Somit war Ioannis Kapodistrias bis zu seiner Ermordung das erste Staatsoberhaupt. Im Jahr 1832 wurde dann Prinz Otto von Bayern als Otto I. Griechenlands erster (neuzeitlicher) König. Allerdings umfasste dieser Staat nur den kleineren Teil des heutigen Staatsgebiets. Thessalien wurde 1881, Kreta 1908 erworben. Die meisten Inseln sowie der Norden Epirus und Nordosten Makedonien des heutigen Staates (mit Thessaloniki) kamen erst durch die beiden Balkankriege 1912-1913 an Griechenland, als das geschwächte Osmanische Reich sich dort nicht mehr gegenüber den mit Serbien und zeitweise Bulgarien verbündeten Griechen behaupten konnte.
Nach dem Ersten Weltkrieg versuchte das mit der Entente verbündete Griechenland mit Billigung der Siegermächte (Völkerbundsmandat) die türkische Niederlage zu nutzen, um außer dem von Bulgarien gewonnen Westthrakien auch Osthrakien und das damals mehrheitlich von Griechen bewohnte Gebiet von Smyrna (heute İzmir) unter seine Kontrolle zu bringen. Ziel war die Umsetzung der Megali Idea (Großen Idee), welche vom damaligen Ministerpräsidenten Eleftherios Venizelos mit dem Ausdruck "Griechenland der zwei Kontinente und fünf Meere" als außenpolitisches Ziel konkretisiert wurde. Doch 1922 endete der Griechisch-Türkische Krieg mit einer verheerenden griechischen Niederlage in der Kleinasiatischen Katastrophe. Im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein radikaler Bevölkerungsaustausch vereinbart: Alle noch in großen Teilen der Türkei verstreut lebenden Griechen (mit Ausnahme der Istanbuler Griechen und einiger Inselgriechen) wurden nach Griechenland vertrieben (etwa 1,5 Mio.), im Gegenzug mussten an die 500.000 meist türkische Muslime Griechenland verlassen, mit Ausnahme der Muslime in Thrakien. Die Flüchtlingsquote in Griechenland nach diesem Krieg betrug ca. 25 %, wesentlich mehr als etwa in Westdeutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.
Im Zweiten Weltkrieg lehnte Griechenland unter dem Diktator General Metaxas ein italienisches Ultimatum zur Kapitulation ab. (Der Tag der Ablehnung, der 28. Oktober 1940 wird heute als Nationalfeiertag, der sogenannte "Nein-Tag", begangen, da Metaxas ein Telegramm lediglich mit dem Wort Όχι, also Nein, an Italien gesendet haben soll.) Daraufhin wurde Griechenland von Italien angegriffen, konnte aber die italienischen Truppen schlagen und bis weit hinter die albanische Grenze zurückdrängen. Erst durch das militärische Eingreifen der deutschen Wehrmacht im April-Mai 1941 über Jugoslawien und Bulgarien wurde der griechische Widerstand gebrochen. Italien, Deutschland und Bulgarien errichteten ein hartes Besatzungsregime. Gegen die bald erstarkende Partisanenbewegung griffen die Besatzungsmächte mehrfach kriegsverbrecherisch auf brutale Weise durch: In verschiedenen Orten, unter anderem in Kalavrita und Distomo, wurde als "Vergeltung" für Partisanenüberfälle die jeweilige Dorfbevölkerung von der Wehrmacht oder "Sondereinheiten" ermordet. Die Frage nach einer Entschädigung von deutscher Seite für diese Aktionen ist bis heute immer wieder Gegenstand politischer Diskussion. Der bewaffnete Widerstand ging hauptsächlich von der kommunistisch beeinflussten Volksbefreiungsarmee ELAS aus. Gleichzeitig gab es aber auch rivalisierende royalistische Partisanen, die durch Großbritannien unterstützt wurden. Nach militärischer Intervention Großbritanniens am 5. Dezember 1944 wurde die ELAS entsprechend dem Abkommen von Varkiza vom 12. Februar 1945 entwaffnet und demobilisiert.
Der Zweite Weltkrieg ging in Griechenland quasi direkt in den Griechischen Bürgerkrieg über, der sich bald als Stellvertreterkrieg der beiden politischen Pole entpuppte: Die griechischen Kommunisten, welche die Hauptlast des Partisanenkampfes gegen das Besatzungsregime der deutschen Wehrmacht getragen hatten, versuchten nun, nur halbherzig unterstützt von der Sowjetunion und anfangs auch Jugoslawien (siehe Landkarte mit Umfang jugoslawischer Ansprüche gegen Griechenland:[http://www.macedonian-heritage.gr/Images/Maps/Borders_Symbols_Stability/map4.gif 1]), die Herrschaft über das befreite Griechenland zu erlangen, stießen jedoch auf vornehmlich royalistische Gegenwehr, welche v.a. von Großbritannien und den USA großzügig unterstützt wurde.
Im Gegensatz zu allen anderen osteuropäischen Staaten gelang den Kommunisten die Machtübernahme in Griechenland jedoch nicht: Im auf beiden Seiten mit äußerster Härte, auch gegenüber der Zivilbevölkerung, geführten Bürgerkrieg wurden die kommunistischen Verbände immer mehr nach Nordwesten zurückgedrängt. Das Ende der Unterstützung durch Jugoslawien besiegelte schließlich das Ende ihrer militärischen Macht.
Grund für die spärliche Unterstützung durch die kommunistischen "Bruderstaaten" war ein Geheimabkommen am Rande der Konferenz von Jalta 1945: Churchill und Stalin hatten dort ein Einflussverhältnis von "90% West zu 10% Ost" für Griechenland vereinbart; dies wurde später von vielen griechischen Kommunisten als "sowjetischer Verrat" empfunden, da man lediglich ein Bauernopfer Stalins gewesen sei. Seit dieser Zeit gibt es in Griechenland zwei Kommunistische Parteien (griechisch "KKE" für Κομμουνιστικό Κόμμα Ελλάδας, lat.: Kommunistiko Komma Elladas, dt.: Kommunistische Partei Griechenlands): die damals Desillusionierten bildeten die "Inlands-KKE", die weiterhin linientreuen Stalinisten die "Auslands-KKE".
Im Sinne eines strikten Antikommunismus blieben noch bis in die 1960er Jahre viele bürgerliche Freiheiten eingeschränkt, was die NATO jedoch nicht davon abhielt, Griechenland 1952 aufzunehmen und so strategisch im Westen zu verankern.
1967 ergriff in Reaktion auf Liberalisierungstendenzen ein Militärregime unter Georgios Papadopoulos die Macht, während dessen zahlreiche Oppositionelle eingesperrt, gefoltert, ermordet oder ins Exil getrieben wurden, darunter der Komponist Mikis Theodorakis (sog. Obristenputsch). Das Zypernabenteuer der Junta führte 1974 zum Zusammenbruch der Diktatur und zur Rückkehr zur Demokratie unter Konstantin Karamanlis.
Seit 1981 ist Griechenland Mitglied der EU. Die wirtschaftliche und gesellschaftliche Modernisierung wurde durch die hohen EU-Hilfsgelder (unter anderem für die Landwirtschaft) gefördert, doch der Abstand zu den entwickelteren EU-Staaten blieb bestehen.
Angesichts der Umwälzungen im ehemaligen Jugoslawien ab 1989 versuchte Griechenland eine eigenständige, proserbische außenpolitische Rolle zu spielen, oft in deutlicher Abgrenzung von EU und NATO. Dies zeigte sich in der Namensfrage mit Mazedonien oder im Bosnien- und Kosovokonflikt. Dies lag vor allem an den wirtschaftlichen Interessen Griechenlands in dieser Region (Transitwege), aber auch ideologische Parallelen spielten hierbei eine gewichtige Rolle.
In jüngster Zeit wurden unter der Regierung Simitis Schritte zur Entkrampfung des griechisch-türkischen Verhältnisses, aber auch der Beziehungen zu den Nachbarstaaten auf dem Balkan unternommen, die wirtschaftlich zunehmend interessant werden für den griechischen Außenhandel und für Auslandsinvestitionen.
Literatur
- Bötig, Klaus: Griechenland: Festland und Peloponnes, DuMont : Köln 1996, 396 S., ISBN 3-7701-3456-7
- Müller, Michael (Hrsg.): Griechenland. Reisehandbuch, Michael Müller Verlag : Erlangen, 8. Aufl. 2002, 768 S., ISBN 3-9232-7860-8
- Steven W. Sowards: Moderne Geschichte des Balkans. Der Balkan im Zeitalter des Nationalismus, BoD 2004, ISBN 3-8334-0977-0
Siehe auch
- Portal: Griechenland
Weblinks
- 20px Wiki-Portal Griechenland
- [http://www.griechische-botschaft.de/ Griechische Botschaft in Berlin]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=52 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.mythos-griechenland.de Der Mythos Griechenland über die Jahrhunderte]
- [http://dmoz.org/World/Deutsch/Regional/Europa/Griechenland/ Open Directory Project: Griechenland]
- [http://home.nikocity.de/schmengler/texte/griech.htm Agrarsektor und Agrarstrukturen in Griechenland]
- [http://de.greece-museums.com/ Griechische Museen]
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechenland.html Bibliographie Griechenland]
Kategorie:Land in der EU
Kategorie:Staat
Kategorie:Mittelmeer
fiu-vro:Kriika
ja:ギリシャ
ko:그리스
ms:Yunani
roa-rup:Gârţii
simple:Greece
th:ประเทศกรีซ
zh-min-nan:Hi-lia̍p
Griechische Sprache
Griechisch (griechisch ελληνικά) ist eine indogermanische Sprache, die einen eigenen Zweig dieser Sprachfamilie darstellt. Eine nähere Verwandtschaft scheint nur zur antiken makedonischen Sprache bestanden zu haben. Griechisch wird von ca. 16 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 10,5 Millionen in Griechenland leben, wo es Amtssprache ist. Die anderen Muttersprachler sind auf 35 andere Staaten verteilt. Auf Zypern ist Griechisch ebenfalls Amtssprache, offiziell neben dem Türkischen. Außerdem ist in einigen südalbanischen und süditalienischen Gemeinden, in denen Angehörige der griechischen Minderheit leben, das Griechische als lokale Amts- und Schulsprache zugelassen.
Siehe: Griko in Italien
Eine Vielzahl von altgriechischen Wörtern werden darüber hinaus auch in diversen Fachsprachen verwendet und haben Eingang in viele moderne Sprachen gefunden.
Die Sprachcodes nach ISO 639 für Neugriechisch (ab 1453) sind el
bzw. ell oder gre und für Altgriechisch (bis
1453) grc.
Geschichte
1453
Die ältesten schriftlichen Zeugnisse der Sprache sind in Linearschrift B geschrieben. Sie begegnen ab dem 14. Jahrhundert v. Chr. - also in mykenischer Zeit - als sehr kurze Texte auf Transportamphoren, wo sie den Inhalt bezeichnen. Längere Texte auf zahlreichen Tontäfelchen, ebenfalls rein praktischer Natur, wurden in den Archiven einiger mykenischer Paläste gefunden. Sie stammen aus dem Beginn des 12. Jahrhundert v. Chr.. Nach Zerstörung der meisten bisher bekannten mykenischen Paläste im 12. Jh. ging die Linearschrift B und damit die Schriftlichkeit der ägäischen Welt nach herrschender Meinung verloren. Zumindest gibt es bisher keine Schriftfunde aus der Zeit der dunklen Jahrhunderte. Gegen Ende der dunklen Jahrhunderte, vermutlich um 800 v.Chr., übernehmen die Griechen das phönizische Schriftsystem, das sie im Grunde auch heute noch benutzen. Eines der bekanntesten frühen Beispiele der neuen alphabetischen Schrift zeigt der sog. Nestor-Becher. In klassischer Zeit ist eine Vielzahl von Dialekten feststellbar, zu den wichtigsten zählen das (noch heute in den Schulen als Altgriechisch gelehrte) Attische, das Ionische, das Dorisch-Nordwestgriechische, das Aeolische und das Arkadisch-Kyprische. Die am Anfang der schriftlichen Überlieferung stehenden homerischen Epen, die Ilias und die Odyssee, sind zum Beispiel in einer künstlerischen Sprachform verfasst, die Worte aus verschiedenen Dialekten benutzte, oft nach den Anforderungen des Metrums, im ganzen jedoch Ionisch mit äolischer Prägung ist.
Die politische, wirtschaftliche und kulturelle Vormachtstellung Athens im 5. Jahrhundert v. Chr. machte den dort gesprochenen attischen Dialekt zur Grundlage einer überregionalen Gemeinsprache (Koiné, griechisch κοινή, die Gemeinsame oder Allgemeine), die durch die Eroberungen Alexanders des Großen im 4. Jahrhundert v. Chr. zur Weltsprache und lingua franca aufstieg. Auch im Römischen Reich blieb Griechisch neben Latein Amtssprache, dies auch aufgrund der kulturellen Abhängigkeit der Römer von den Griechen. In der Osthälfte des Reiches war Griechisch bereits seit dem Hellenismus die dominierende Sprache. Der Einfluss fremder Sprachen und der fortbestehenden Dialekte führte immer wieder, insbesondere im 2. Jahrhundert, zu Bemühungen um eine Reinigung der griechischen Sprache unter Rückgriff auf das klassische Attisch. Eine solche bereinigte Form des Altgriechischen wurde nach der Teilung des Römischen Reiches (395) zur Amts- und Literatursprache des oströmischen Reiches, das nach der Abschaffung der lateinischen Amtssprache um 630 endgültig vom römischen zum byzantinischen Reich wurde. Spätestens zu diesem Zeitpunkt versiegt die Produktion literarischer Werke auf Altgriechisch; die Sprache des byzantinischen Reiches weist da schon deutliche Unterschiede in Grammatik und Aussprache auf. Nach der arabischen Eroberung Syriens und Ägyptens blieb Griechisch dort zunächst noch für einige Jahrzehnte Amtssprache, bevor es diese Funktion ab etwa 700 an das Arabische verliert.
Während der Besetzung Griechenlands durch das osmanische Reich war der Unterricht in griechischer Sprache offiziell verboten. Jedoch lebte sie im Alltag der Griechen (und vielfach von Priestern heimlich gelehrt) fort, veränderte sich aber aufgrund geringer Schriftkenntnis und mangelnder Gelehrsamkeit relativ stark. Nach der modernen Staatsgründung wurde die so genannte Katharévousa (griechisch καθαρεύουσα, Reinsprache; die Grundlagen wurden von Korais geschaffen) offizielle Unterrichts- und Amtssprache, eine „künstlich“ geschaffene Standardsprache, die den Wortschatz der am klassischen Attisch orientierten Koiné abermals künstlich konservierte, jedoch innerhalb weitgehend neugriechisch geprägter Aussprache- und Grammatikstrukturen. Erst 1976 wurde die Volkssprache (Dimotikí, griechisch δημοτική) endgültig zur Sprache der staatlichen Verwaltung und der Wissenschaft; allerdings sind viele Katharévousa-Worte im Laufe der Zeit wieder in die Dimotikí zurück übernommen worden.
Im Verlauf der Jahrtausende hat sich die griechische Sprache vielfach in der Aussprache geändert, die Orthographie blieb jedoch dank vielerlei Bemühungen um eine Reinhaltung der Sprache weitgehend konstant. Die in hellenistischer Zeit in die griechische Schriftsprache eingeführten Akzente und Symbole für Hauchlaute wurden noch bis vor kurzem verwendet. Durch Erlass Nr. 297 des griechischen Präsidenten vom 29. April 1982 wurden der Akzent Gravis, der Akzent Zirkumflex sowie die Hauchzeichen Spiritus asper und Spiritus lenis abgeschafft. Es gibt seitdem in der griechischen Schriftsprache nur noch den Akzent Akut, der die betonte Silbe anzeigt.
Die griechische Sprache und Schrift hatte auf die Entwicklung Europas immensen Einfluss: Sowohl das lateinische als auch das kyrillische Alphabet wurde auf der Basis des griechischen Alphabets entwickelt. Die Rückbesinnung auf das im Westen fast vergessene Griechisch, ausgelöst unter anderem durch die Flucht vieler Byzantiner in den Westen nach dem Fall Konstantinopels 1453, war eine der Hauptquellen der Renaissance und des Humanismus (siehe hierzu auch: Philhellenismus).
Noch heute werden wissenschaftliche Fachbegriffe gerne unter Rückgriff auf griechische (und lateinische) Wörter geprägt.
Das Neue Testament wurde ursprünglich in hellenistischem Griechisch geschrieben und das erste Mal von Erasmus von Rotterdam gedruckt.
Grammatik
Altgriechisch
Die ersten Grammatiken des Abendlandes wurden zu hellenistischer Zeit in der philologischen Schule von Alexandria abgefasst. Aristarch von Samotrake schrieb eine tékhne grammatiké des Griechischen. Die vermutlich erste autonome grammatische Schrift ist die tékhne grammatiké des Dionysios Thrax (2. Jh. v.Ch.), welche die Phonologie und Morphologie einschließlich der Wortarten umfasst. Die Syntax ist Gegenstand eines sehr systematischen Werks des zweiten bedeutenden griechischen Grammatikers, des Apollonios Dyskolos (2. Jh. n.Ch.). Angeblich im Jahre 169/8 "importierten" die Römer die griechische Grammatik und adaptierten sie.
Die Grammatik des Altgriechischen ist auf den ersten Blick recht ähnlich zum Lateinischen, was Partizipialkonstruktionen und sonstige grammatische Phänomene (AcI etc.) anbelangt, so dass Lateinkenntnisse beim Erlernen des Altgriechischen sehr hilfreich sind – und umgekehrt. Gutes Verständnis der deutschen Grammatik hilft allerdings auch; in vielen Fällen ist das Altgriechische dem Deutschen strukturell ähnlicher als dem Lateinischen, beispielsweise sind die bestimmten Artikel im Griechischen vorhanden, während sie im Lateinischen fehlen. Es gibt auch Fälle, in denen die Ähnlichkeit mit dem Lateinischen eher oberflächlicher Art ist und mehr Verwirrung stiftet als hilft – beispielsweise werden die Zeitformen der Verben im Griechischen oft anders verwendet als im Lateinischen.
Im Westen und auch in diesem Artikel werden gewöhnlich lateinische Begriffe (wie Substantiv, Dativ, Aktiv, Person … ) zur Bezeichnung von altgriechischen grammatischen und semantischen Kategorien verwendet, die direkte Übersetzungen der griechischen Definitionen darstellen. In Griechenland werden dagegen bis heute die griechischen Originalbegriffe aus der tékhne grammatiké des Dionysios Thrax verwendet.
Nominale Wörter
Hierzu zählen die Wortarten Substantiv, Adjektiv und Pronomen, die alle dekliniert werden. Auch Partizipien, Verbaladjektive und Infinitive werden dekliniert, sie gelten aber als Zwischenformen (sogenannte Nominalformen des Verbs). Hinsichtlich der Deklination ist folgendes zu benennen:
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
- (allgemeine) Regeln:
- Maskulinum: bei Bezeichnungen für männliche Wesen, Winde, Flüsse und Monate
- Femininum: bei Bezeichnungen für weibliche Wesen, Länder, Inseln und Städte
- Neutrum: dient unter anderem zur Verkleinerung oder Verächtlichmachung von Wörtern männlichen und weiblichen Geschlechts.
- Für den sonstigen Gebrauch lassen sich keine eindeutigen Regeln aufstellen.
- Besonderheit des Neutrums: Bei Neutrum-Subjekten steht das Verb, auch wenn das Subjekt im Plural steht, in der 3. Person Singular. Diese Besonderheit besteht deswegen, weil das Griechische im Fall des Neutrums einen echten Plural nicht gebildet hat. Der Plural des Neutrums ist eigentlich ein aus dem Indogermanischen ererbter "kollektiver Singular", d.h. ein Sammelbegriff, der formal ein Singular ist, von der Funktion her aber einem Plural entspricht (wie im Deutschen: der Busch, das Gebüsch). Ferner haben im Neutrum – wie in allen indogermanischen Sprachen – Akkusativ und Nominativ identische Formen. Im Griechischen tritt noch die Form des Vokativs den beiden anderen Kasus als identisch hinzu.
Kasussystem
Von den acht Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen fünf erhalten: Nominativ, Akkusativ, Genitiv, Dativ und Vokativ. Die Funktionen der nicht erhaltenen Kasus des Indogermanischen haben sich im Griechischen auf den Dativ und den Genitiv verteilt. Die Aufteilung ähnelt der der deutschen Sprache.
Grundfunktionen der Kasus:
- Akkusativ
- echter Akkusativ (direktes Objekt)
- adverbial: Lativ (Richtung, Ausdehnung, Dauer)
- Genitiv
- echter Genitiv (Bereich)
- Separativ (Herkunft)
- Dativ
- echter Dativ (indirektes Objekt)
- Soziativ (Gemeinschaft)
- Instrumental (Mittel)
- Lokativ (Ort, Zeit)
Verben
Tempussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Tempusstämme: Präsensstamm, Aoriststamm, Perfektstamm, Futurstamm; wovon die ersten drei ein System bilden. Das Altgriechische besitzt aber kein ausgebildetes Tempussystem. Die Tempusstämme drücken Aspekte aus; – die subjektive Betrachtungsweise, das heißt die Art, wie der Sprechende den Verbalinhalt auffasst. Deswegen ist der Begriff Tempusstamm genaugenommen nicht richtig; besser zu sagen wäre Aspektstamm.
Der Aspekt des Präsensstamms ist durativ (linear, iterativ oder konativ). Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt der Verlauf oder das Andauern einer Handlung ausgedrückt.
Beispiele:
- νοσειν = (krank sein = ) krank darniederliegen
- (απο)θνησκειν = sterben ( = im Sterben liegen)
Der Aspekt des Aoriststamms ist punktuell. Das bedeutet, es wird der bloße Vollzug einer Handlung vermeldet. (Die Bezeichnung punktuell wird benutzt, um den Gegensatz zum linearen Präsensstamm auszudrücken. Der Aoriststamm ist die Normalform und benennt eine Handlung oder ein Ereignis, ohne ausdrücken zu wollen, ob diese Handlung in Wirklichkeit punktuell oder linear war/ist.) Bei diesem Aspekt wird in der Sprachpraxis gern ein bestimmter Punkt des Verbalbegriffs ins Auge gefasst, nämlich der Abschluss (effektiv) oder der Beginn (ingressiv) einer Handlung.
Beispiele:
- ingressiv: νοσησαι = krank werden oder erkranken
- effektiv: (απο)θανειν = sterben (als Moment des Dahinscheidens)
Der Aspekt des Perfektstamms ist resultativ. Das bedeutet, es wird mit diesem Aspekt ein (erreichter) Zustand oder einfach ohne jede nähere Bestimmung die Qualität einer Sache ausgedrückt.
Beispiele:
- τεθνηκεναι (τεθναναι) = (gestorben und nun) tot sein
- πεποιθεναι = vertrauen
Mit der Handhabung dieser drei Aspekte stellt der Griechischsprechende aber die zeitlichen Bezüge her, die von den Aspekten selbst nicht ausgedrückt werden. Die Aspekte gelten nun generell, während es eine direkt zeitliche Bedeutung nur im Indikativ gibt (bis auf das Futur. siehe unten).
Die Vergangenheit wird mit Hilfe der Nebentempora, die nur im Indikativ auftauchen, gebildet. Das sind im Präsensstamm das Imperfekt, im Perfektstamm das Plusquamperfekt und im Aoriststamm der Aorist. (Der Aoriststamm ist der älteste Tempusstamm und hat ein Haupttempus im Indikativ nie ausgebildet.)
Der vierte Tempusstamm des Altgriechischen, der Futurstamm, ist eine jüngere Entwicklung und hat in der Tat in allen Modi zeitliche Bedeutung.
Übersicht über die Tempusformen im Indikativ:
Modussystem
Es gibt im Altgriechischen vier Modi: Indikativ, Optativ, Konjunktiv, Imperativ. Die Funktionen, die diese Formen syntaktisch erfüllen, sind sehr vielfältig. Hier kann nur eine grundsätzliche Bestimmung ihrer Bedeutung vorgenommen werden.
Der Modus bringt die geistige Einstellung des Sprechenden gegenüber dem Verbalinhalt zu Ausdruck.
Mit dem Indikativ drückt der Sprecher aus, dass ihm ein Vorgang oder Zustand als wirklich (real) erscheint.
In den anderen Modi drückt der Sprecher aus, dass ihm der Vorgang oder Zustand nur als vorgestellt gilt.
Der Imperativ drückt einen Befehl aus.
Der Konjunktiv drückt einen Willen (Voluntativ) oder eine Erwartung (Prospektiv) aus. (Er hat also leicht futurische Bedeutung, was umgekehrt für das Futur in Bezug auf den Konjunktiv auch gilt).
Der Optativ drückt einen Wunsch (Kupitiv) oder eine Möglichkeit (Potentialis) aus.
Genera Verbi (eigentlich und für das Griechische besser: Diathese)
Von den drei Genera Verbi sind zwei (Aktiv und Medium) aus dem Indogermanischen geerbt. Das Passiv ist eine jüngere Entwicklung.
Das Aktiv drückt einfach eine Tätigkeit aus.
Das Medium drückt aus, dass das Subjekt an der Handlung beteiligt ist, oder an ihr interessiert ist, dass also eine nähere Beziehung zwischen Subjekt und Handlung besteht (transitives Medium). Ferner kann es ausdrücken, dass das Subjekt von seiner eigenen Handlung betroffen ist (intransitives Medium). Der Begriff Medium soll in etwa ausdrücken, dass diese Form zwischen Aktiv und Passiv stehe. Das ist jedoch weder sprachgeschichtlich, noch morphologisch richtig. Das Passiv ist im Griechischen der Grenzfall des Mediums, denn:
Das Passiv drückt die Wirkung einer Handlung auf das Subjekt aus, die nicht von ihm ausgeht. Insofern die Handlung nur noch auf das Subjekt wirkt, ohne von ihm auszugehen, bildet es den Grenzfall des Mediums. (Außerhalb des Futur- und Aoriststamms hat das Passiv keine eigenständige Form. Formal übernimmt dort das Medium neben der eigenen Funktion auch die des Passivs, was nur aus dem syntaktischen Zusammenhang, oder bei genauer Kenntnis der Beschaffenheit des entsprechenden Verbums zu unterscheiden ist.)
Beispiele:
Aktiv: er löst (etwas)
transitives Medium: er löst (etwas) für sich
intransitives Medium: er löst sich, er lässt sich lösen
Passiv: er wird gelöst (von jdm.)
- Singular
- Plural
- Dual (als Schwundform)
Erste Person (ich / wir), zweite Person (du / ihr), dritte Person (er, sie, es, Substantiv im Singular / sie, Substantiv im Plural).
Die Personalpronomen des Nominativ werden wie in vielen anderen indogermanischen Sprachen meist ausgelassen, wenn sie nicht besonders betont werden sollen. Es muss also nicht zwangsläufig ein das Subjekt ausdrücklich nennendes Bezugswort (Pronomen oder Substantiv) beim Verb stehen – die Endung reicht aus, um die Person und damit das Subjekt zu identifizieren.
Neugriechisch (Dimotiki)
Die neugriechische Sprache hat einen Großteil der altgriechischen Grammatik vereinfacht, ist aber immer noch eine stark flektierende Sprache. Sie ist eine der wenigen indogermanischen Sprachen, die eine synthetische (also nicht mit Hilfsverben konstruierte) Diathese behalten hat. Der Dativ ist bis auf wenige Formen wie εν τάξει (en táxei //) ("in Ordnung") verloren gegangen und wird meist durch die Konstruktion eis (eigentl. in... hinein) + Akkusativ ersetzt. Andere wichtige Änderungen der Grammatik sind der Verlust des Optativs (wird durch den Konjunktiv ersetzt), des Infinitivs (wird durch Nebensätze ersetzt "Ich will kaufen" -> "Ich will, dass ich kaufe") und des Duals (wird durch den Plural ersetzt), die Verkleinerung der Anzahl von Deklinationen und der verschiedenen Formen in jeder Deklinaton, der neue Modalpartikel θα (aus θέλω να ("ich will, dass...") > θε' να > θα) für das Futur und Konditional, die Einführung von Hilfsverben, die Reduzierung der Partizipien auf zwei, ein aktives und ein passives, die Erweiterung des Futurs auf die Aspektunterscheidung zwischen Präsens/Imperfekt und Aorist, der Verlust der dritten Person Imperativ, außer in Archaismen wie ζήτω! ('Lang lebe!'); neue Pronomen für die 2. Person Plural, da die alten wegen der Lautveränderung akustisch nicht mehr von denen der 1. Person Plural zu unterscheiden waren; und der Vereinfachung des Systems der Präfixe, wie bei der Augmentation und Reduplikation.
Das Phonemsystem der neugriechischen Sprache:
Vokale
geschlossen
halbgeschlossen
offen
Alle Vokale werden kurz ausgesprochen.
laut IPA
Konsonanten
p t k
b d g
v δ z γ
f θ s χ
m n
l
r
Siehe auch
- Griechisches Alphabet
- Liste griechischer Präfixe
- Liste griechischer Suffixe
- griechische Präpositionen
- Liste griechischer Magischer Quadrate
- Namenforschung
- Griechische Zahlen
- griechische Zahlwörter
- Griechische Phrasen und Redewendungen
Literatur
- Geschichte:
- Francisco R. Adrados: Geschichte der griechischen Sprache von den Anfängen bis heute. Tübingen/Basel 2002
- Hans Eideneier: Von Rhapsodie zu Rap. Aspekte der griechischen Sprachgeschichte von Homer bis heute. Tübingen 1999
- etymologische Wörterbücher (altgriechisch):
- Pierre Chantraine: Dictionnaire étymologique de la langue grecque : histoire des mots. 4 Bände. Paris 1968-80 (Neuauflage 1999)
- Hjalmar Frisk: Griechisches etymologisches Wörterbuch. 3 Bände. Heidelberg 1973
- Alois Vanicek: Griechisch-lateinisches etymologisches Wörterbuch. Leipzig 1877 (Nachdruck 1972)
- Wörterbücher (altgriechisch):
- Wilhelm Gemoll: Griechisch–Deutsches Schul- und Handwörterbuch bei Oldenburg Schulbuchverlag. ISBN 3-486-13401-9
- Wilhelm Pape: Handwörterbuch der griechischen Sprache in 4 Bänden. Braunschweig 1842 ff. (3. Aufl. 1880; Nachdruck 1954)
- Grammatiken (altgriechisch):
- Eduard Bornemann (u. Mitw. v. Ernst Risch): Griechische Grammatik. Frankfurt a.M. 1978
- Adolf Kaegi: Kurzgefasste griechische Schulgrammatik. Berlin 1884 (seither ständig nachgedruckt), ISBN 3-615-70100-3
- Historische Grammatik:
- Helmut Rix: Historische Grammatik des Griechischen. Laut- und Formlehre. Darmstadt 1992
Weblinks
- [http://www.geocities.com/kurogr/ Wörterbuch Mykenisches Griechisch - klassisches Altgriechisch - Englisch (PDF)]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/graeca/Auctores/g_alpha.html griechische Texte in der Bibliotheca Augustana]
- [http://info.uibk.ac.at/c/c6/c604/pdf/Hajnal/Griech.Dial.pdf Die Vorgeschichte der griechischen Dialekte] - Ein Aufsatz über Entstehen und Geschichte der altgriechischen Dialekte.
- [http://kypros.org/LearnGreek/ Online-Kurs vom zypriotischen Rundfunk CyBC, 105 Lektionen à 30 Min., engl., Real Audio]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.chairete.de/ Materialen zum Altgriechischen, Autoren]
- [http://www.altesprachen.de/heureka/heureka.htm Altesprachen.de]
- [http://www.geocities.com/Athens/Agora/6594/inhalt.html Altgriechisch] (Ziemlich umfangreicher Einstiegskurs)
- [http://www.combib.de/infoseiten/griechisch/griechisch.html Aussprachehilfe zum neutestamentlichen Griechisch] (Deutsche Schulaussprache, nicht Originalaussprache!)
- [http://www.gottwein.de/grueb/gr000.htm Altgriechischer Online-Sprachkurs]
- [http://www.gottwein.de/ Navicula Bacchi] (exzellente Seite rund um die Klassische Philologie mit sehr vielen Unterrichtsmaterialien)
- [http://www.archiv-vegelahn.de/nachschlagwerke_griechisch.html Bibliographie - Griechisch]
-
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Einzelsprache
als:Griechische Sprache
ja:ギリシア語
ko:그리스어
ms:Bahasa Greek
simple:Greek language
th:ภาษากรีก
Koptische SpracheDie koptische Sprache ist die jüngste Form der ägyptischen Sprache.
ägyptischen Sprache
Die ägyptische Sprache bildet einen eigenständigen Zweig der afro-asiatischen Sprachfamilie, zu der das Koptische damit auch gehört.
Geschichte
Das Koptische ging nach der Christianisierung Ägyptens im 3. und 4. Jahrhundert aus dem Demotischen hervor. Die koptische Sprache blieb auch nach der arabischen Eroberung noch einige Jahrhunderte lang Alltagssprache Ägyptens, wurde aber zwischen dem 10. und dem 13. Jahrhundert aufgrund der massiv propagierten Arabisierung weitgehend verdrängt und starb als Verkehrssprache im 17. Jahrhundert aus, hielt sich in Oberägypten vereinzelt aber möglicherweise bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts. Koptisch wird jedoch heute noch im Gottesdienst der koptischen Christen als Sakralsprache verwendet. In den letzten Jahrzehnten erfreut sich die Sprache unter jungen Kopten wieder zunehmender Beliebtheit als Zeichen ihrer besonderen Identität innerhalb der ägyptischen Gesellschaft, sodass heute wieder mehr Kopten zumindest rudimentäre Kenntnisse der Sprache haben. Im Alltag sprechen sie allerdings weiterhin Arabisch.
Die alte koptische Sprache bestand aus fünf Dialekten. Die wichtigsten sind Sahidisch in Oberägypten und Bohairisch in Unterägypten. Diese dienten auch als Literatursprachen. Achmimisch, Subachmimisch und Fayyumisch sind lokal begrenzte Dialekte. Die heutige Liturgiesprache basiert auf dem Bohairischen.
Der Jesuit Athanasius Kircher veröffentlichte 1636 die erste koptische Grammatik.
Schrift
Koptisch wird mit einer eigenen Schrift geschrieben, die aus dem griechischen Alphabet hergeleitet und um 8 Zeichen demotischen Ursprungs erweitert worden ist. Im Gegensatz zum Demotischen konnten so erstmals auch Vokale geschrieben werden, was heute für die Erforschung der Aussprache der ägyptischen Vorgängersprachen von Bedeutung ist.
Literatur
- J.E. Quibell, When did Coptic become extinct? in: Zeitschrift für ägyptische Sprache und Altertumskunde 39 (1901), S. 87.
- Thomas O. Lambdin, Introduction to Sahidic Coptic. Mercer University Press, 1982. ISBN: 0-86554-048-9
Weblinks
- [http://www.hieroglyphen-info.de/html/koptisch.htm Das koptische Alphabet]
- [http://upload.wikimedia.org/wikipedia/nl/8/8f/Koptisch.JPG Das koptische Alphabet in der Wikipedia]
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Ägyptologie
Kategorie:Afrikanische Sprache
als:Koptisch
Kreta
Kreta (griechisch Κρήτη, Kriti) ist die größte griechische Insel und mit 8.331,231 km² Fläche sowie 1.040 km Küstenlinie die fünftgrößte Insel im Mittelmeer. Sie hat eine Länge von 260 km und ist 12 bis 60 km breit. Die vor der kretischen Südwestküste liegende Insel Gavdos, auf der nur wenige Bewohner leben, markiert den südlichsten bewohnten Punkt Europas.
Geographie
Die Insel wird von zahlreichen Gebirgsmassiven durchzogen, die zur Südküste hin steil, zum Norden flach abfallen. Im Osten, der trockener und steiniger ist als der übrige Teil der Insel, liegen die etwas niedrigeren Gebirge, wie die maximal 1.500 m hohen Thripti-Berge.
Die die Insel der Länge nach durchziehende Bergkette teilt sich in drei Gebirge. Im Westen finden sich die Weißen Berge, griechisch Lefka Ori oder Madáres, die mit einer Vielzahl von Gipfeln über 2.000 Metern das größte Gebirge der Insel darstellen. In ihm ist der höchste Gipfel der Páchnes mit 2.453 m.
Es folgen das Ida-Gebirge und das Psiloritis-Massiv mit dem mit 2.456 m höchsten Berg der Insel, dem Timeos Stavros.
Im Osten mit dem Dikti-Massiv und der Hochebene von Lassithi ist der Dikti-Berg mit 2.148 m die höchste Erhebung.
Abgeschlossen werden die Gebirgszüge im Osten durch die maximal 1.500 m hohen Thripti-Berge.
Südlich des Psiloritis befindet sich die Messara-Ebene, mit etwa 140 km² die größte und fruchtbarste Ebene der Insel, die intensiv landwirtschaftlich genutzt wird.
Klima
Auf der Insel herrscht ein gleichmässiges Mittelmeerklima. Kreta ist mit seinen ca. 300 Tagen Sonnenschein pro Jahr zusammen mit Zypern die sonnigste Insel im Mittelmeerraum. Der Sommer ist heiß und trocken, wobei insbesondere an der Südküste sehr hohe Temperaturen gemessen werden. Der Winter ist regenreich und mild, die Hochlagen der Gebirgszüge sind schneereich. Kreta ist durch mehrere Klimazonen geprägt. Vom trocken-heißen Zonen bis zu feucht-alpinen reicht die Spanne.
Die Durchschnittswerte aus Heraklion:
Flora
Auf Kreta gedeihen etwa 140 endemische Arten. Der Westen und die Mitte der Insel sind mit Aleppo-Kiefern, Restbeständen von Zedern und Steineichen teilbewaldet, der Osten hingegen zählt zu den trockensten Regionen Europas. Dort wächst neben Ölbäumen nur noch buschartige Phrygana. Endemisch ist die kretische Dattelpalme (lat. Phoenix Theophrastii), die an zwei Standorten der Südküste und im äußersten Osten (Palmenstrand von Vai) vorkommt. Typisch für die Insel ist das Vorkommen zahlreicher Kräuter wie Oregano, Thymian oder Diktam, deren Verbreitung bis in die Hochlagen der Gebirgszüge reicht.
Fauna
Die kretische Fauna ist sehr artenarm. Die sehr seltene endemische Kretische Bergziege Kri-Kri kommt nur noch an zwei natürlichen Standorten vor. Typische Vertreter der Mittelmeerfauna sind Grillen, Zikaden, Salamander, Eidechsen, Geckos und die Kreta-Stachelmaus. Die auf der Insel anzutreffenden Schlangenarten sind ungiftig. Zahlreiche Vogelarten sind auf Kreta heimisch, die Insel dient zudem vielen europäischen Zugvögeln als Zwischenquartier. In abgeschiedenen Bergregionen und Schluchten brüten wenige noch erhalteten Paare des Lämmergeier, eine auf Kreta anzuzutreffende Unterart. Ziegen, Schafe, Hunde, Katzen, Esel und Maultiere werden als Haustiere gehalten.
Haustiere
Sehr wohl gibt es 2 Schlangenarten auf Kreta, die giftig sind. Die eine ist die Katzennatter, für Menschen ungefährlich, weil die Giftzähne der Katzennatter so tief im Rachen liegen, dass sie nur für ihre Jagdbeute eingesetzt werden können. Die zweite Giftschlange ist die Kreuzotter, die es nachweislich auf der Insel gibt.
Greifvögel gibt es außer den Lämmergeiern noch mehr oder weniger zahlreich wie die Bartgeier im Lefta Ori, die Gänsegeier in der Gegend von Malia und Agios Nikolaos sowie Fischadler an der Südkueste um Lentas.
Bevölkerung
Kreta hat insgesamt 600.159 Einwohner (Stand 2001).
Sprache
Die Landessprache ist griechisch. Es gibt keine einheitliche Schreibweise mit lateinischen Buchstaben für griechische Wörter. Daher existieren unterschiedlichste Schreibweisen des jeweils gleichen Namens. Viele vor allem ältere Leute sprechen noch den kretischen Dialekt.
Städte
griechisch
Hauptstadt und größte Stadt Kretas ist Iráklion (Heráklion) mit 126.907 Einwohnern (Stand: 1991). Weitere wichtige Städte sind:
- Ágios Nikólaos (18.000 Einwohner; Stand 2002)
- Archánes (4000 Einwohner; Stand 2002)
- Chaniá (72.092 Einwohner; Stand: 1991)
- Ierápetra (11.450 Einwohner; Stand 1999)
- Réthymnon (23.355 Einwohner; Stand: 1991)
- Sitía (9.102 Einwohner; Stand 1999)
Politische Gliederung
Die Verwaltungsregion Kreta ist in vier Präfekturen (nomi, Sg. nomos) aufgeteilt, die wiederum in insgesamt 20 Eparchien (Landkreise, eparchies, Sg. eparchia) gegliedert sind.
Wirtschaft und Infrastruktur
Hauptwirtschaftszweig ist der Fremdenverkehr. Landwirtschaftlich wird die Insel vor allem für Wein-, Oliven- und Obstanbau genutzt. Ein großer Teil des kretischen Weinbaus dient der Produktion von Rosinen. Die wenigen Ebenen Kretas im Südosten, die Lassithi-Hochebene sowie der Messara sind von zahlreichen Treibhauskulturen geprägt, in denen Gemüse und Salate sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Export angebaut werden. Die Insel gehört zu den größten Olivenölexporteuren der Europäischen Union, Ende der 1990er Jahre wuchsen auf 44 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche rund 16 Millionen Ölbäume. Bei Kavousi in Nordostkreta steht einer der ältesten Olivenbäume der Welt. Aus seinen Ästen wurden die Olivenzweige geschnitten, die während der Olympischen Spiele 2004 in Athen den Sportlern aufgesetzt wurden.
Kreta besitzt drei Flughäfen in den Städten Heraklion, Chania und Sitia. Fährverbindungen gibt es vor allem nach Piräus (Athen), ganzjährig auch nach Thessaloniki, Santorin, Rhodos oder z. B. von Gythion auf dem Peloponnes nach Kissamos. Wichtigstes Verkehrsmittel der Insel ist der Busverkehr der staatlichen Gesellschaft KTEL. Das Straßennetz ist besonders seit dem EU-Beitritt Griechenlands stark ausgebaut worden.
Geschichte
Siehe: Geschichte Kretas, Kreta-Namenforschung
Bedeutende Personen
- El Greco, eigentlich Domenikos Theotokopoulos, Maler
- Epimenides, griechischer Logiker
- Nikos Kazantzakis, Schriftsteller
- Minos, mythischer König Kretas
- Elefterios Venizelos, Politiker
Sehenswürdigkeiten
Archäologische Stätten
Elefterios Venizelos
- Agía Photia (minoischer Landsitz)
- Agía Triáda
- Górtys (spät. römische Stadtsiedlung)
- Gournia (spätminoische Stadt)
- Heraklion (archäologisches Museum)
- Itanos (minoisch/dorische Hafenstadt)
- Káto Zákros (minoischer Palast)
- Kloster Árkadi
- Kloster Préveli
- Kloster Tóplou
- Knossós (minoischer Palast)
- Lato (dorische Siedlung)
- Mália (minoischer Palast)
- Palékastro (minoische Stadt)
- Phaistós (minoischer Palast)
- Phourni (Nekropole bei Archanes)
- Tylisos (minoischer Landsitz)
- Vathypetro (minoischer Landsitz)
Touristische Zentren
Vathypetro
- Agía Galíni (Südküste)
- Balí (Nordküste)
- Chóra Sfákion (Südküste)
- Elounda (Nordküste)
- Georgioúpolis (Nordküste)
- Límin Chersonísou (Nordküste)
- Mália (Nordküste)
- Mátala (Südküste)
- Paleochora (auch:Palaiochóra) (Südwestküste)
- Plakias (Südküste)
Orte
- Kastélli Kísamos
- Krassounas
- Lendas
- Margarites
- Maroulas
- Melidoni
- Panormos
- Perama
- Spíli
Museen
- Archäologisches Museum Iráklion
- Historisches Museum Iráklion
- Ikonenmuseum Iráklion
Naturschauplätze
Ikonenmuseum Iráklion
- Imbros-Schlucht
- Kournas See
- Lassithi-Hochebene
- Palmenstrand Preveli
- Palmenstrand von Vai
- Samaria-Schlucht
sonstige Sehenswürdigkeiten
- Spinalonga
Siehe auch
- Atlantis
- Diskos von Phaistos
- Ephyra-Schale
- Linearschrift A
- Minos und Minotauros
- Zeus
Literatur
- Detorakis, Theocharis E.: Geschichte von Kreta. Heraklion 1997 [Umfangreiche historische Darstellung bis zum Ende der kretischen Autonomie. Ein kleines Schlusskapitel reicht bis zur deutschen Besatzung.]
- Gallas, Klaus: Kreta: Von den Anfängen Europas bis zur kreto-venezianischen Kunst. Köln (DuMont) 1995, 8. Aufl.
- Fitton, J. Lesley: Die Minoer. Fasst den aktuellen Wissensstand zu Alltag, Landwirtschaft, Architektur, Religion, Wirtschaft und Gesellschaft auf Kreta von ca. 3000 v. Chr. bis um 1200 v. Chr. zusammen. Stuttgart (Theiss) 2004, 1. Auflage
Weblinks
- [http://www.west-crete.com/ger/ Westkreta]
- [http://www.ostkreta.de/ Ostkreta]
- [http://www.kreta-ratgeber.de/ Der andere Kreta Ratgeber]
- [http://www.dietermueller-online.de/ Kreta - love it or leave it]
- [http://www.online-guide-kreta.de/ Online-Guide Kreta]
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Kategorie:Insel (Griechenland)
Kategorie:Mittelmeer
ja:クレタ島
MykeneMykene (Mykenae, Mykenä; neugriechisch Μυκήνες Mykines) war in vorklassischer Zeit eine der bedeutendsten Städte Griechenlands. Die Stadt lag in der Ebene von Argos, am Landweg zwischen südlichem Peloponnes und dem Isthmus, der Landenge (siehe: Isthmos von Korinth), die die griech. Halbinsel mit Athen und dem Norden Griechenlands verbindet.
1999 wurde Mykene mit Tiryns ein UNESCO-Weltkulturerbe.
Geschichte
UNESCO-Weltkulturerbe
Einer griechischen Sage zufolge gründete Perseus die Stadt Mykene.
Auf einer Reise erfrischte sich der durstige und müde Held mit Wasser, welches sich im Hut eines Pilzes gesammelt hatte.
An diesem Ort gründete er die Stadt, die den Namen des griechischen Wortes für Pilz in sich trägt.
Die späte minoische Periode Kretas fällt in den gleichen Zeitraum mit dem Aufstieg der ersten großen Zivilisation der Bronzezeit des griechischen Festlandes, der Mykenischen (1600-1050 v. Chr.), die ihren Höhepunkt zwischen 1400 und 1200 v. Chr. erreichte.
Mykener gilt auch als Bezeichnung der bei Homer Achaier genannten griechischen Oberschicht von Indogermanen, die sich auf dem Festland Griechenlands niedergelassen hatten und viele minoische Kulturanteile vermutlich aus Kreta und der Ägäis mitbrachten.
Sie trafen auf dem griechischen Festland eine vorindogermanische sogenannte mediterrane Bevölkerung vor, aber möglicherweise auch bereits indogermanische Stämme (Thraker?), die früher eingewandert waren (Helladische Kultur). Diese wurden unterworfen und assimiliert.
Möglicherweise im Gegensatz zur minoischen Kultur, in der der Frieden unter einer zentralen Autorität bewahrt wurde, ist die mykenische Zivilisation von unabhängigen Städten wie z.B. Korinth, Pylos, Tiryns, das böotische Theben oder Mykene charakterisiert.
Die Städte wurden von Königen beherrscht, die Paläste innerhalb massiver Mauern auf leicht zu verteidigenden Berggipfeln bewohnten (Burgen, Palastwirtschaft). Die eindruckvollsten Zeugnisse der Mykener sind prachtvolle, von Heinrich Schliemann gefundene Gold-Schmuckteile und Ornamente (darunter die so genannte Goldmaske des Agamemnon), die sich heute überwiegend im Nationalen Archäologischen Museum in Athen befinden und die typisch für die Spätbronzezeitliche Kulte sind. Aber auch das berühmte Löwentor von Mykene, das deutliche parallelen zu Denkmälern der Hethiter hat.
Die Mykener schrieben in der Schrift Linear B, deren Sprache als eine frühe Form des Griechischen entziffert worden ist. Sie ist verwandt mit der kretisch-minoischen Schrift Linear A.
Der Götterkult der Mykener ist später fester Bestandteil der klassisch-griechischen Mythologie geworden.
Als Gründer von Mykene gilt den Griechen des Altertums Perseus.
Die frühesten Siedlungsspuren stammen bereits aus dem Neolithikum. Seine größte Blüte hatte Mykene im 14. und 13. Jh. v. Chr. Die Stadt blieb bis ins 5. Jh. kontinuierlich besiedelt. 468 v. Chr. wurde Mykene durch Argos erobert und seine Bewohner verschleppt. Danach wurde es nur noch kurzzeitig neu besiedelt. Im 3. Jahrhundert v. Chr. wurde Mykene endgültig verlassen.
In Homers Epos Ilias wird Mykene als Hauptstadt des Königs Agamemnon, des Heerführers der Griechen, erwähnt. Andere sahen aber Theben als den Hauptort der mykenischen Griechen (Achäer) an.
Einflüsse der mykenischen Zivilisation finden sich auf Kreta, dessen Zerstörung der minoischen Paläste um 1450 v. Chr. aufgrund mykenischer Eroberungen erklärt wurde. Jedoch könnte der Übergang von der minoischen zur mykenisch-griechischen Phase auf Kreta auch die Folge von Naturkatastrophen und eines friedlichen Kulturwechsels sein. Mykenische Einflüsse, vor allem Keramik, finden sich auch in Troja, wo die Handelsstraßen zum Schwarzen Meer kontrolliert wurden, in Ägypten, Mesopotamien und Italien.
Um 1200 wurden die bisher bekannten mykenischen Zentren des griechischen Festlandes zerstört. Während man früher als Ursache ein gewaltsames Vordringen der Dorer und anderer nordwestgriechischer Stämme (Dorische Wanderung) annahm, werden heute multikausale Zusammenhänge verantwortlich gemacht: Ausfall von Handelspartnern im Osten, dadurch bedingt Wirtschaftskrisen, Kriege der mykenischen Zentren untereinander, Naturkatastrophen (ein Erdbeben in der Argolis ist für diese Zeit nachgewiesen), Aufstände etc. Zwar brach das mykenische Palastsystem zusammen, aber noch 150-200 Jahre lebte die mykenische Kultur weiter (Periode SH IIIC) und hatte ab der zweiten Hälfte des 12. Jh. wieder einen Aufschwung, wie u.a. neuere Ausgrabungen in Tiryns bestätigen.
Sehenswürdigkeiten
Tiryns
Erhalten sind heute u.a. die Ruinen der mykenischen Oberstadt. Erwähnenswert sind die Reste der zyklopischen Ringmauer und das Löwentor. Es wurde benannt nach den zwei Löwen die auf einem Relief über dem Toreingang dargestellt sind und bildete den Hauptzugang zur Burg. Vermutlich wurde es um 1250 v. Chr. gebaut. Ein weiteres Tor befand sich im Norden. Die Mauer weist drei Bauphasen auf: die erste datiert ca. 1350 v. Chr. Mitte des 13. Jh. wurden die Verteidigungsanlagen nach Süden und Westen verstärkt. Um 1200 v. Chr. erfolgte eine nochmalige Verstärkung mit Einbeziehung von Zisternen und Vorratsräumen. Vom mykenischen Palast auf dem höchsten Punkt der Oberstadt sind leider nur spärliche Reste vorhanden, da Teile des Palastes in späterer Zeit intensiv überbaut wurden. Der Thronraum war ein großes Gebäude in Megaron-Form. Zum Palast führte eine steile Rampe empor, die größtenteils erhalten ist und wegen der Steigung (ca. 20%) nur von Menschen begangen werden konnte.
Von großer Bedeutung sind zwei große Grabzirkel (A und B). Beide waren durch Stelen gekennzeichnet. In den Grabzirkeln fanden sich jeweils eine ganze Reihe von Schachtgräbern, mit sehr reichen Grabbeigaben, wie Terrakotten, Tongefäßen, goldenen Masken, Schmuck aus Goldblech usw. In fünf Schachtgräbern waren 17 Gebeine (überwiegend von Männern) zu finden. Grabzirkel A wurde später in die Burgmauer mit einbezogen. Er wurde bereits durch Schliemann entdeckt. Grabzirkel B ist erst Anfang der 50er Jahre ausgegraben worden. In ihm fanden sich z. T. noch ältere Gräber, als in Grabzirkel A. Sie stammen aus dem späten 17. oder frühen 16. Jh. v.Chr. und stehen somit ganz am Anfang der Mykenischen Periode. Die frühesten Gräber des Grabrunds A datieren ungefähr in die Mitte des 16. Jh. v. Chr.
Weitherhin wurden bisher 9 Kuppelgebäude von bienenkorbähnlicher Form entdeckt, die als Grabkammer dienten (Kuppelgräber). Sie werden bis heute in der Forschung als "Schatzhäuser" bezeichnet und willkürlich nach mythologischen Figuren, die nach Homer u.a. in Mykene geherrscht haben sollen, genannt (z.B. "Schatzhaus des Atreus", "Schatzhaus der Klytaimnestra"). Sie besaßen einen überwölbten engen Zugang (Dromos).
Überreste Mykenes waren schon seit der wissenschaftlichen Expedition der Franzosen (1822) genauer bekannt. Doch haben erst die seit Schliemann durchgeführten Ausgrabungen genauere Kenntnisse über die alte Königsburg und die zu ihr gehörenden Bauanlagen (Gräber etc.) ermöglicht.
Heutzutage weiß man, dass vor allem auch die Minoische Kultur sehr starken Einfluss auf die mykenischen Griechen hatte. Aber auch Einflüsse aus Ägypten sind fassbar, vor allem in der Jenseitsvorstellung, womit z. B. die reichen Grabbeigaben erklärt werden. Bei einer Bestattung konnte eine versuchte Mumifizierung nachgewiesen werden.
Mykene besaß eine ausgedehnte Unterstadt, die bisher aber nur wenig erforscht ist.
Ausgrabungen
Als einer der ersten grub der Engländer Lord Elgin 1802 in Mykene aus. 1868 besuchte der deutsche Archäologe und Troja-Entdecker Heinrich Schliemann die Stätte, begann jedoch erst 1876 mit Ausgrabungen. 1884 und 1885 leitete Schliemann mit Wilhelm Dörpfeld eine erneute Ausgrabung.
Mythische Mykenische Könige
- Perseus
- Atreus, Atride
- Agamemnon
- Aigisthos, Usurpator
Siehe auch
Mykenische Kultur, Mykenische Zeit, Portal:Mythologie
Literatur
- Schliemann: Mykenä (Leipzig 1878)
- Furtwängler und Löschke: Mykenische Thongefäße (Berlin 1879)
- Steffen: Karten von Mykenä (Berlin 1884)
- F. Matz, Kreta, Mykene und Troja (1956)
- G. E. Mylonas, Mykene. Ein Führer zu seinen Ruinen und seiner Geschichte (1981)
Kategorie:Ort in Griechenland
Kategorie:Griechische Geschichte (Antike)
Kategorie:Griechische Mythologie
Kategorie:Weltkulturerbe
Kategorie:Historische Stadt
ja:ミケーネ
SilbenschriftSilbenschriften gehören zu den phonographischen Schriften, bei denen die einzelnen Zeichen der Schrift für Laute stehen. Das Gegenteil sind ideographische Schriften, bei denen die Zeichen der Schrift für bestimmte Bedeutungen stehen.
In einer echten Silbenschrift steht jedes Zeichen für eine Silbe der entsprechenden Sprache.
Beispiele sind die japanischen Kana-Alphabete und das Cherokee-Alphabet.
Manche Sprachen haben zwar Buchstaben-Alphabete, gruppieren die Symbole jedoch silbenweise, so dass man scheinbar eine Silbenschrift vor sich hat. Beispiele hierfür sind die koreanische Hangeul-Schrift und die äthiopische Schrift.
Bei vielen indischen Schriften wird der jeweils häufigste Vokal (meist A) nicht geschrieben, sondern im Gegenteil gibt es ein Zeichen für „kein A“. Daher werden in diesen Schriften, die ansonsten Buchstabenschriften sind, manche Zeichen als Silben (etwa B als BA, D als DA etc.) gelesen, wenn weder ein anderer Vokal noch ein „kein A“-Zeichen folgt.
Beispiele
Folgende Schriften sind Silbenschriften:
- Cherokee
- Hiragana (Japanisch)
- Katakana (Japanisch)
- Kyprische Schrift
- Kpelle
- Linear B
Kategorie:Schrift
als:Silbenschrift
ja:音節文字
Linear BLinearschrift B (in Abgrenzung zu Linearschrift A) ist die jüngere Silbenschrift der kretisch-mykenischen Kultur Griechenlands. Sie wurde vom 14. Jahrhundert v. Chr. bis ins 12. Jahrhundert v. Chr. in Knossós, Chania (= sehr wahrscheinlich das antike Kydonia) und vor allem auf dem griechischen Festland während der kretomykenischen Zeit verwendet.
Bekannt sind etwa 90 Silbenzeichen, 160 Zeichen mit Wortbedeutung, sowie diverse Zahlzeichen und so weiter.
Funde
Bekannt wurde die Schrift 1878 durch einen Fund auf Kreta.
Die Bezeichnung prägte Sir Arthur Evans, der Ausgräber von Knossós und bezeichnet das Aussehen der mit einzelnen Linien in Tontäfelchen geritzten Schriftzeichen. Wegen der engen Verwandtschaft mit der Linearschrift A wurden aufgefundene Tontäfelchen und ähnliche zunächst für minoisch gehalten.
Funde von Tontäfelchen gab es vor allem auch in den Palastarchiven in Pylos, die von Carl Blegen aufgedeckt wurden. Weitere Fundstätten sind Chania (auf Kreta), Mykene Tiryns und Theben auf dem Festland.
Übersetzung
1952 gelang dem britischen Architekten und Sprachforscher Michael Ventris zusammen mit John Chadwick die Entzifferung. Es zeigte sich, dass die aufgefundenen Texte in einer frühen Form der griechischen Sprache (mykenisch-griechisch) abgefasst wurden.
Bei den Funden handelt es sich hauptsächlich um Notizen zu wirtschaftlichen und Verwaltungszwecken, die nicht zur dauerhaften Aufbewahrung bestimmt waren. Die Tontafeln blieben nur deshalb erhalten, da sie durch Brandkatastrophen gebrannt und so für lange Zeit haltbar gemacht worden sind. Daher berichten sie nur von den wirtschaftlichen Verhältnissen und der Verwaltung der letzten Monate vor der Katastrophe. Einmal im Jahr wurde eine Revision durchgeführt, bei der Inhalt aller Tontäfelchen zusammengefasst und sehr wahrscheinlich auf vergänglichem Material festgehalten wurde.
Für das Schreiben in Ton ist das Ritzen von Schriftzeichen mit komplizierten Strukturen und kleinen Details, wie bei den Linearschriften verwendet, wenig geeignet. Man geht daher davon aus, dass hauptsächlich auf anderen, aber leider nicht sehr haltbaren Materialien wie Papyrus oder Pergament, vor allem aber auch Häute geschrieben wurde.
Beispiel für Linear B
Silbenzeichen
Literatur
- Micheal Ventris - John Chadwick. Documents in Mycenaean Greek, Cambridge 1956.
- John Chadwick, Die mykenische Welt, Stuttgart 1979. - ISBN 3-15-010282-0
- Werner Ekschmitt, Die Kontroverse um Linear B, Beck, München, 1982 ISBN 3406009824
- S. Hiller - O. Panagl, Die frühgriechischen Texte aus mykenischer Zeit, Darmstadt 1976.
- Antonin Bartonek, Handbuch des mykenischen Griechisch, Universitätsverlag Winter, 2002, ISBN 3825314359
Weblinks
- [http://www.geocities.com/kurogr/ Bspl. Linear B und Altgriechisch als PDF-Download]
- [http://projectsx.dartmouth.edu/classics/history/bronze_age/index.html Dartmouth: The Prehistoric Archaeology of the Aegean]
- [http://projectsx.dartmouth.edu/history/bronze_age/lessons/les/25.html The Linear B Tablets and Mycenaean Organization]
- [http://titus.fkidg1.uni-frankfurt.de/framed.htm?/didact/didact2.htm Thesaurus indogermanischer text- und Sprachmaterialien (Linear B-Textbeispiele und Schrifttabelle]
- [http://www.antikesboiotien.uni-muenchen.de/gastautoren/Einf%FChrung%20in%20Linear%20B.pdf Einführung in Linear B Uni München als PDF]
- [http://www.ancientscripts.com/linearb.html Ancient Scripts: Linear B]
Kategorie:Schrift
ja:線文字B
VergessenheitDie Vergessenheit bezeichnet den Bereich der individuellen oder kollektiven menschlichen Erinnerung, den der Geist nicht mehr erreichen kann. Der Begriff impliziert, dass Informationen vorhanden und gespeichert waren, also nicht schon bei der Informationsaufnahme ausselektiert wurden. Diese Informationen können nun nicht mehr abgerufen werden.
Das Wort ist selten; es kommt einzeln in Formulierungen vor wie in Vergessenheit geraten, der Vergessenheit anheimfallen, der Vergessenheit überantworten u.ä. Daneben wird es in Wortzusammensetzungen gebraucht wie Selbstvergessenheit oder Pflichtvergessenheit.
Siehe auch: Singularetantum, Gedächtnis, Vergessen, Damnatio memoriae
Kategorie:Gedächtnis
KlassikKlassik (lat. classis = militärisches Aufgebot, erste gesellschaftliche Klasse) bezeichnet allgemein historische Epochen, denen größte Blüte und Vollkommenheit zugeschrieben wird.
Im Speziellen bedeutet Klassik:
- in der Musik die Klassische Musik
- in der deutschen Literatur die Weimarer Klassik (Wende vom 18. Jahrhundert zum 19. Jahrhundert)
- in der französischen Literatur die französische Klassik (17. Jahrhundert - ca. 1715)
- die Zeit der griechisch-römischen Antike
- im engeren Sinn eine Epoche im Antiken Griechenland (ca. 490 - 436)
- in der Wirtschaftstheorie die Klassische Nationalökonomie
Phönizisches Alphabet
Das phönizische Alphabet ist die Grundlage des aramäischen Alphabets, welches seinerseits Grundlage des hebräischen, des arabischen und damit der verschiedenen indischen Alphabete ist sowie des griechischen und damit des lateinischen und des kyrillischen Alphabets. Erkenntlich ist dies auf den ersten Blick durch die beiden gleichen Anfangsbuchstaben, in manchen Alphabeten sind es auch mehr als zwei gleiche Anfangsbuchstaben:
- phönizisches Alphabet: Aleph, Beth, Gimel, Daleth, He, Waw, Zajin, ...
- aramäisches Alphabet: Aleph, Beth, Gemal, Daleth, He, Waw, Zai, ...
- griechisches Alphabet: Alpha, Beta, Gamma, Delta, ...
- lateinisches Alphabet: A, |