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Gymnasiale Oberstufe

Gymnasiale Oberstufe

Die gymnasiale Oberstufe umfasst die der Sekundarstufe II zugerechneten oberen Jahrgangsstufen von Gymnasium, Wirtschaftsgymnasien und Gesamtschule und führt von der mittleren Reife zum Abitur. In einer Waldorfschule besteht die Oberstufe aus den Klassen 9 bis 13. Die gymnasiale Oberstufe wird in Deutschland vereinzelt auch als Kollegstufe bezeichnet (siehe dort für Details), manchmal (Bayern) auch nur ihre letzten zwei Jahre. In der Oberstufe wird im Kurssystem unterrichtet; es gibt in der Regel keine Klassen mehr, nur noch einen Jahrgang. Die Schüler wählen nach bestimmten Vorgaben (Aufgabenfelder; sprachlich, gesellschaftswissenenschaftlich und naturwissenschaftlich) i.d.R. zwei Leistungskurse (in denen später auch das Abitur geschrieben wird) zu je fünf und Grundkurse (von denen zwei als Prüfungskurse auf die Abiturprüfung vorbereiten) zu je drei Wochenstunden. Dadurch müssen sie in den letzten Schuljahren deutliche Schwerpunkte setzen. Das Unterrichten im Kurssystem bereitet auf die Universität vor, höhere Selbstständigkeit wird den Schülern durch die (relativ) freie Wahl abverlangt. Die Zeugnisnoten jedes Halbjahres fließen in die Abiturnote mit ein. Außer dem Kurssystem kann es jedoch auch zu einer Mischform aus Kursen und Klassen kommen. Es wird z.B. im ersten Oberstufenjahr (Einführungsphase) noch im Klassenverband unterrichtet oder auch nur bestimmte Fächer in gewählten Kursen, während in den letzten beiden Jahren (Kursphase) ausschließlich in Kursen unterrichtet wird. In Niedersachsen z.B. wurde mit diesem Schuljahr hingegen die Gymnasiale Oberstufe reformiert. Während die Zwölft- und Dreizehntklässler nach dem herkömmlichen System unterrichtet werden, bleiben die jetzigen Elftklässler bis zum Abitur im Klassenverband. Statt Grund- und Leistungskursen spezialieren sich die Schüler durch die Wahl von Schwerpunkten (sprachlicher, gesellschaftswissenschaftlicher und naturwissenschaftlicher Schwerpunkt), bei denen bestimmte Fächer intensiver unterrichtet werden als andere. Auch das Abitur wird dort jetzt nicht mehr in 4, sondern in 5 Fächern geschrieben, davon Mathematik und Deutsch als Pflichtprüfungsfächer. In manchen Bundesländern wird darüber hinaus inzwischen die Schulzeit von 13 auf 12 Jahre reduziert. Die Gymnasiale Oberstufe dauert dadurch ein Jahr weniger. Auch Sport kann in der Oberstufe frei gewählt werden, unter Beachtung der Vorgabe, gleich viele Individual- wie Mannschaftssportarten zu belegen bis zum Abitur. Es wird in Sportkursen unterrichtet. In Deutschland werden in der gymnasialen Oberstufe keine Schulnoten (1 bis 6) mehr, sondern Schunlnoten in Form von Punkten vergeben. Die Halbjahresnoten werden in Studienheften dokumentiert. Die Punkte bedeuten:
- 00 = Schulnote 6
- 01 = Schulnote 5-
- 02 = Schulnote 5
- 03 = Schulnote 5+
- 04 = Schulnote 4-
- 05 = Schulnote 4
- 06 = Schulnote 4+
- 07 = Schulnote 3-
- 08 = Schulnote 3
- 09 = Schulnote 3+
- 10 = Schulnote 2-
- 11 = Schulnote 2
- 12 = Schulnote 2+
- 13 = Schulnote 1-
- 14 = Schulnote 1
- 15 = Schulnote 1+ Ergebnisse unter 05 Punkten bezeichnet man als Unterkurs. In der Einführungsphase ist man bei 2 Unterkursen auf dem Versetzungszeugnis gezwungen, die Klasse zu wiederholen. Das Abitur kann man nicht mit mehr als 6 Unterkursen aus den zwei Jahren der Kursphase bestehen.

Weblinks


- [http://www.kunstleistungskurs.de/ Tagebuch eines Kunstleistungskurses im Kurssystem an einem Gymnasium] Kategorie:Schultypen/-system

Sekundarstufe II

Die Sekundarstufe II umfasst:
- die gymnasiale Oberstufe,
- die berufsbildenden Schulen,
- die Sonderschulen,
- die Weiterbildungsschulen für Erwachsene (Abendschulen und Kollegs)

Siehe auch


- Sekundarstufe I Kategorie:Schultypen/-system

Gymnasium

Ein Gymnasium (latinisierte Form des griechischen γυμνάσιον) ist eine weiterführende Schule. In der Bundesrepublik Deutschland besteht das Gymnasium im Rahmen des dreigliedrigen Schulsystems und führt in der Regel zur allgemeinen Hochschulreife (Abitur). Andere Schulformen (z.B. Berufsoberschulen, usw.) benutzen die Bezeichnung gymnasiale Oberstufe. Mit der Bezeichnung Höhere Schule war früher ausschließlich das Gymnasium gemeint; heute schließt die ugs. Bezeichnung auch andere Schulformen ein. Das frühere „Mädchengymnasium” hieß Lyzeum. In der DDR (1949 - 1990) gab es kein Gymnasium - an seiner Statt gab es die Erweiterte Oberschule (EOS). In der Schweiz wird das Gymnasium in einigen Kantonen als Kantonsschule bezeichnet, in anderen aber Gymnasium. Französischsprachige Kantone nennen das Gymnasium Gymnase, Collège (Kollegium) oder selten noch Lycée (Lyzeum), wie es in Frankreich heißt. Informationen siehe Kantonsschule. In Österreich wird der Teil der allgemeinbildenen höheren Schule (AHS), der humanistische Fächer als Schwerpunkt hat, als Gymnasium bezeichnet. Daneben gibt es das Realgymnasium und das wirtschaftskundliche Realgymnasium, bei denen die Unterschiede in den einzelnen Schwerpunkten jedoch nicht sehr groß sind. Liechtenstein unterhält das Liechtensteinische Gymnasium. In Frankreich führt das sogenannte Lycée zum Baccalauréat, welches für unterschiedlichste wissenschaftliche Fächer sowie berufliche Tätigkeiten herausgegeben wird. In Frankreich verfügt deshalb rund 40 Prozent der arbeitstätigen Bevölkerung über einen solchen Abschluss. Das Besondere am französischen System ist, dass der Baccalauréat trotz gymnasialer Ausbildung ein Universitätsschulabschluss ist - denn die Abschlussprüfungen werden von der Uni geleitet, und ein sehr gutes bzw. sehr schlechtes Bestehen der Prüfungen hat größere Konsequenzen für das spätere Studium.

Historisches

Ursprung

Im alten Griechenland war ein gymnásion ein Ort der körperlichen und geistigen Ertüchtigung für die männliche Jugend, wobei der körperliche Aspekt aber im Vordergrund stand. In den Gymnasien wurde nackt trainiert, was noch in der Herkunft des Wortes von "gymnázesthai" (= mit nacktem Körper turnen) deutlich wird. siehe auch: Gymnastik)

Neuzeit

Allgemein

Die Anfänge des gehobenen Unterrichts waren im Mittelalter Kloster- und Stadtschulen. Diese waren meist kirchliche Einrichtungen und dienten vor allem der Ausbildung angehender Priester. In der protestantischen Gebieten wurden mit der Reformation im 16. Jahrhundert häufig auch diese Schulen zu Lateinschulen umgestaltet. Die Schulaufsicht wechselte damit zu den Landesfürsten oder den Räten der Stadt. Hauptziel der Schulausbildung blieb weiterhin der Erwerb Lateinischer Sprachkenntnisse. Erst im 18. Jahrhundert wurden auch moderne Sprachen und Naturwissenschaften Unterrichtsfächer in der Schule.

Älteste Gymnasien in Österreich

Das älteste Gymnasium Österreichs ist das Europagymnasium in Klagenfurt, das 1552 gegründet wurde. Das zweitälteste Gymnasium ist in Wien das Akademische Gymnasium im ersten Bezirk.(gegründet 1553). Im Jahr 1573 wurde in der Steiermark das akademische Gymnasium in Graz gegründet. Als Eliteschule schlechthin gilt das 1746 von der römisch-deutschen Kaiserin (HRR) Maria Theresia gegründete Theresianum, das auch als Theresianische Akademie bekannt ist. Auf Grund von Minderheitenrechte gibt es in Klagenfurt seit 1957 ein slowenisches Gymnasium.

Älteste Gymnasien in Deutschland


- Artland Gymnasium, Gründung um 1354 als Lateinschule
- Adam Kraft Gymnasium, Gründung 1479 als Lateinschule

Schulsysteme

Der Beginn und die Länge der Ausbildung in einem Gymnasium hängt vom jeweiligen Schulsystem ab. In Deutschland beginnt das Gymnasium in den meisten Bundesländern mit der Klasse 5 (Sexta), in Berlin und Brandenburg nach Ablauf der sechsjährigen Grundschule. In Niedersachsen gab es vor dem Jahr 2004 eine Orientierungsstufe in Klasse 5 und 6, die allerdings seit dem 1. August 2004 abgeschafft wurde. Die reguläre Dauer der Ausbildung an einem Gymnasium bis zum Abitur beträgt in der Regel neun Schuljahre (Abschluss 13. Jahrgangsstufe) (in einigen östlichen Bundesländern 8 Schuljahre, Abschluss Klasse 12). Seit dem Schuljahr 2004/2005 wurde in fast allen Bundesländern die Möglichkeit eröffnet, das Abitur auch nach der 12. Klasse zu erwerben (achtjährige Gymnasium). In Rheinland-Pfalz gibt es seit dem Abiturjahrgang 2002 nach einer verkürzten Schulzeit das Abitur nach 12,5 Jahren Gesamt-Schulzeit. Je nach Schulfinanzierung oder Personalaufwandsträger wird zwischen staatlichen, kommunalen und privaten (auch: kirchlichen) Gymnasien unterschieden. Von den privaten bzw. kirchlichen Gymnasien führen staatlich anerkannte zur Abiturprüfung, staatlich genehmigte dagegen nicht. Aufgrund der Schulfinanzierungsgesetze sind aber alle privaten Gymnasien zu etwa 85% aus öffentlichen Geldern finanziert. siehe auch:
- Schulsystem in Deutschland
- Schulsystem in Österreich
- Schulsystem in der Schweiz
- Schulsystem Liechtensteins
- Schulsystem in den Niederlanden

Fachrichtungen

Nach den Fachprofilen unterscheidet man traditionell das
- Humanistische Gymnasium ´(kurz HG) mit Schwerpunkt bei den alten Sprachen (Griechisch, Latein)
- Neusprachliche Gymnasium (NG) mit Schwerpunkt bei den neuen Sprachen (früher auch Athenäum genannt) - siehe auch bilingualer Unterricht. Manchmal auch je nach erster Fremdsprache mit NGE (Englisch), NGL (Latein) oder NGF (Französisch) abgekürzt.
- Mathematisch-naturwissenschaftliche Gymnasium (MNG, früher: Realoberschule oder Oberrealschule, in Österreich Realgymnasium, in Bayern seit 2003: Naturwissenschaftlich-technologisches Gymnasium (NTG), da Mathematik in allen Fachprofilen gleich intensiv unterrichtet wird) Häufig sind das mathematisch-naturwissenschaftliche und neusprachliche Profil kombiniert. In manchen Bundesländern (zum Beispiel Nordrhein-Westfalen) ist diese Unterteilung offiziell aufgehoben und lebt höchstens insoweit fort, als einige Traditionsschulen im Rahmen der allgemeinverbindlichen Regelungen ein eigenes Profil pflegen, zum Beispiel nur Latein als erste Fremdsprache anbieten. In anderen Bundesländern werden die Fachprofile durch unterschiedliche Stundentafeln mit Leben gefüllt. In Bayern sind Humanistisches und Neusprachliches Gymnasium zum Sprachlichen Gymnasium zusammengefasst. Spezielle Profile haben das
- Europäische Gymnasium mit Schwerpunkt auf Sprachen, drei Fremdsprachen werden gelehrt, eine vierte ist als Wahlpflichtfach möglich
- Musikgymnasium (MuG)
- Sportgymnasium
- Sozialwissenschaftliche Gymnasium(SWG)
- Wirtschaftswissenschftliche Gymnasium (WWG) sowie
- Berufliche Gymnasien (z.B. Technisches Gymnasium, Wirtschaftsgymnasium, Ernährungswissenschaftliches Gymnasium, Agrarwissenschaftliches Gymnasium, Biotechnologisches Gymnasium etc.).
- Gymnasiale Oberstufe des Zweiten Bildungsweges: Abendgymnasium und Kolleg Im Gegensatz zum Unterricht in den Gymnasien ist die Fachoberschule mit dem Abschluss der Fachhochschulreife oft praxisnäher und stärker berufsbezogen.

Gliederung

Der gymnasiale Bildungsgang gliedert sich in
- Sekundarstufe I (Klassen 5/7-10) und
- Sekundarstufe II oder Oberstufe (Klassen 11-12 oder 11-13, je nach Dauer der Schulzeit), oft als Kollegstufe Die Klassen 5-6 haben als in manchen Bundesländern als Orientierungsstufe einen Sonderstatus, der den Wechsel zwischen verschiedenen Schulformen erleichtern soll. Nach überwiegender Nomenklatur gliedert sich die Sekundarstufe I in
- Unterstufe (Klassen 5-7) und
- Mittelstufe (Klassen 8-10). Abweichend hießen in Niedersachsen, zumindest solange das Gymnasium erst mit Klasse 7 begann, die Klassen 7-10 Mittelstufe. In Österreich unterscheidet man ebenfalls nur Unterstufe (5-8) und Oberstufe (9-12). In Hessen dagegen heißen in offiziellen Texten die Klassen 5-10 Mittelstufe, da der Begriff Unterstufe als deutsche Übersetzung von "Primarstufe" angesehen wird. In Hamburg erstreckt sich die Unterstufe traditionell von der 5.-6.Klasse, daran schließ sich die Mittelstufe an. Wer die 10. Klasse des Gymnasiums erfolgreich abschließt, erwirbt in einigen Bundesländern neben der Berechtigung zum Besuch der Oberstufe (Oberstufenreife) auch den mittleren Schulabschluss der Realschule (Mittlere Reife) ohne weitere Abschlussprüfung, in anderen Bundesländern muss dafür eine Externenprüfung an einer Realschule abgelegt werden.. Die Sekundarstufe II bildet die gymnasiale Oberstufe; sie ist als Kurssystem ausgestaltet. Die Oberstufe enthält neben der 11. Klasse auch die Kollegstufe, in der die Schüler ihre Schwerpunkte auf ein Haupt- und ein Nebenfach legen können. Diese beiden Fächer werden auch mit besonderem Augenmerk in der Abiturprüfung abgefragt. Hauptvorteil der Schwerpunktsetzung ist für die meisten Schüler die Abwahl einer Fremdsprache oder einer Naturwissenschaft. In Rheinland-Pfalz nennt sich die Oberstufe Mainzer Studien-Stufe, die sich insofern unterscheidet, dass der Abiturient schon ab Klasse 11 seine Leistungskurse belegt hat, die ab 11/2 ins Abitur eingehen und noch eine Besonderheit: R-P hat 3 Leistungskurse, von denen einer zum Abitur hin auf Grundkurs abgestuft wird. Bezeichnungen der Jahrgangsstufen An den deutschen Gymnasien werden die Jahrgangsstufen 5 bis 13 (bzw. 12) des Gymnasiums mit absteigenden lateinischen Zahlwörtern bezeichnet, wobei von der Abschlussklasse aus gezählt wird:
- Sexta (unterste Jahrgangsstufe)
- Quinta
- Quarta
- Tertia (später: Untertertia und Obertertia)
- Sekunda (später Untersekunda und Obersekunda)
- Prima (Unterprima und Oberprima) (letzte Jahrgangsstufe)

Österreichisches Gymnasium

Das Gymnasium ist in zwei Abschnitte mit jeweils vier Jahren gegliedert:
- Unterstufe (5. bis 8. Schulstufe)
- Oberstufe (9. bis 12. Schulstufe) In einem Gymnasium werden sowohl Unter- als auch Oberstufe angeboten, in einem Oberstufenrealgymnasium nur die Oberstufe. Sowohl Unter- als auch Oberstufe sind in Klassen gegliedert. Die Nummerierung der Klassen beginnt üblicherweise mit jeder Schule neu, das heißt die 5. Schulstufe im Gymnasium entspricht der 1. Klasse. Der Übertritt von der Hauptschule in ein Gymnasium ist möglich, wenn der Schüler die Fächer Deutsch, Mathematik und lebende Fremdsprache in der besten Leistungsgruppe besucht hat und alle anderen Fächer mit "befriedigend" (3) oder besser beurteilt wurden. In der 5. Schulstufe wird als erste lebende Fremdsprache meist Englisch gelehrt. Im humanistischen und neusprachlichen Profil wird diese in der 7. Schulstufe durch eine zweite Fremdsprache ergänzt (Latein, Italienisch oder Französisch) oder man wählt jenen Schulzweig, der sich mehr auf Mathematik und die Naturwissenschaften bezieht (Realgymnasium). Die Unterstufe des Realgymnasiums entspricht weitgehend der Hauptschule. Zu Beginn der Oberstufe wird in allen Zweigen eine weitere Sprache angeboten - eine zweite Sprache im Realgymnasium, eine dritte in neusprachlichen und humanistischen Gymnasien. Dabei ahndelt es sich meist um die Sprachen Französisch, Italienisch, Latein oder Spanisch, im humanistischen Gymnasium Altgriechisch. Ab der 10. Schulstufe können die Schüler außerdem eigene Schwerpunkte setzen. Dazu müssen sie ein begrenztes Stundenkontingent in Wahlpflichtgegenstände investieren. In der 11. und 12. Schulstufe können sich die SchülerInnen üblicherweise zusätzlich zwischen den Fächern "Musikerziehung" und "Bildnerische Erziehung" entscheiden. Diese Entscheidung ist wichtig, wenn man in einem dieser Gegenstände maturieren will. In jenem Fach, dass man nicht wählt, kann man auch keine Matura machen. Eine Sonderform stellen in Österreich Gymnasien des Schultyps „Werkschulheim“ (Realgymnasium mit handwerklicher Ausbildung) dar, die in der gymnasialen Oberstufe eine parallele Handwerksausbildung vermitteln. (Wie z.B. das Werkschulheim Felbertal und das Evangelische Gymnasium mit Werkschulheim in Wien). Die Notenskala in Österreich umfasst fünf Noten: sehr gut (1), gut (2), befriedigend (3), genügend (4), nicht genügend (5).

Wissenswertes

Gymnasiallehrer werden in Österreich (bis 1918 auch im Deutschen Reich) meist mit "Professor" angeredet, obwohl diese Bezeichnung streng genommen pragmatisierten (verbeamteten) Lehrern vorbehalten ist. Diese Anrede war lange noch auch in Bayern üblich ("Klassprofessor"), ist aber nach 1968 allmählich untergegangen. In den 1960er Jahren waren Bestrebungen im Gange die normale AHS auf 9 Jahre auszudehnen. Dies wurde auch 2 Jahre durchgeführt. Dieses Vorhaben wurde dann aber wieder abgebrochen.

Statistik


- In Deutschland gibt es derzeit 3.139 Gymnasien (15 weniger als im Vorjahr) mit 2,32 Millionen Schülern (32.000 mehr als im Vorjahr). (Statistisches Bundesamt, Stand 2003/04)
  - in 61.209 Klassen (Statistisches Bundesamt, Stand 2002/03)
  - mit 155.100 Lehrern (davon ca. 49% weiblich)
- In Österreich gibt es derzeit 327 Gymnasien, Realgymnasien und Oberstufenrealgymnasien

Siehe auch


- Schule -- Schulsystem -- Erweiterte Oberschule - Gesamtschule
- Abitur -- mittlere Reife ("Einjähriges") -- Hochschulreife -- Oberstufe
- Internat -- Konvikt -- Schulkarzer
- Mathematik für die Schule -- Physik für die Schule -- Chemie für die Schule (Dieter Schneeweiß)-- Englisch für die Schule
- Primus -- Primus Omnium -- Mulus
- Ratsgymnasium
- Liste der Schulen in Deutschland

Weblinks


- [http://www.schulweb.de SchulWEB] Suchmaschine für sämtliche Schulen in Deutschland
- [http://www.destatis.de/themen/d/thm_bildung1.php Daten des statistischen Bundesamts]
- [http://www.kunstleistungskurs.de/ Tagebuch eines Kunstleistungskurses an einem Gymnasium] Kategorie:Schulwesen Kategorie:Schultypen/-system ja:中学校

Gesamtschule

Die Gesamtschule in Deutschland ist eine Form der weiterführenden Schule, die Kinder nach der Grundschule besuchen können. Sie ist in mehreren Bundesländern eine Alternative zum traditionellen dreigliedrigen Schulsystem (mit Hauptschule, Realschule, Gymnasium) geworden. Weil sie, im Gegensatz zu den anderen Schulformen, zudem meist als Ganztagsschule konzipiert ist, rückt diese alternative Schulform seit den Ergebnissen der ersten PISA-Studie wieder in den Blickpunkt der Bildungsdebatten. In vielen Staaten außerhalb des deutschen Sprachraums sind Ganztagsschulen die Regel. Dies sind meist, aber nicht immer, auch Gesamtschulen. Alle Mädchen und Jungen besuchen dort diese eine Schulform, unabhängig von ihrem Leistungspotential. In Deutschland ist die Gesamtschule neben dem Gymnasium die einzige Schulform, die Kinder und Jugendliche in der Sekundarstufe I und II durchgehend besuchen können. Nur hier können sie ohne einen Schulwechsel alle Schulabschlüsse erreichen. Gegner der Gesamtschule fürchten vor allem eine unzureichende Förderung überdurchschnittlich begabter Kinder und ein 'Herabziehen' der besseren Schüler durch die schlechteren. Befürworter betonen die Idee des Miteinander Lernens für ein besseres Zusammenleben in der Gesellschaft und die diffenzierteren Lernangebote und Lernanregungen in einer Ganztagsschule. Zunehmend finden sich heute auch Stimmen, die an ein 'Heraufziehen' der schlechteren Schüler durch die besseren glauben und somit auch von einem Leistungs-Gesichtspunkt her die Gesamtschule befürworten; in der älteren Diskussion stand dieser Gesichtspunkt dagegen eher im Hintergrund. Wenn es darum geht, in einem Bundesland die Gesamtschule nicht mehr neben dem dreigliedrigen Schulsystem, sondern als alleinige Schulform bis zur 9. Klasse zu etablieren, wird meist nicht von Gesamtschule, sondern von Gemeinschaftsschule gesprochen.

Aktuelle Entwicklungen

Deutsche Gesamtschulen (in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen: "Integrierte Gesamtschulen") unterrichten Kinder und Jugendliche zunächst unabhängig vom Leistungsstand in sehr heterogenen Klassen: Beginnend mit Klasse 7 werden in den Kernfächern (Deutsch, Englisch, Mathematik) Differenzierungskurse (sog. Erweiterungs- und Grundkurse-Kurse / E- bzw. G-Kurs) eingerichtet. In welchen Fächern die Kurse eingerichtet werden, entscheidet jeweils die Schulkonferenz. Manche Gesamtschulen haben zudem ab Klasse 9 eine Profilbildung eingeführt. Sie bilden organsatorisch neue Klassen nach der Anzahl der E-Kurse, die die Jugendlichen zu diesem Zeitpunkt belegt haben. Berücksichtigt werden zudem auch die Talente sowie bestehende Freundschaften. Mit diesen konzeptionellen Erweiterungen der ursprünglichen Gesamtschulidee reagieren sie auf die sich verändernde Arbeitsmarktsituation und die veränderten Lebensbedingungen der Jugendlichen. Angeboten wird mehr Ganztagsförderung und dies in Lerngruppen, die eine Binnendifferenzierung noch erfolgversprechend machen. Ab Klasse 9 zeigen sich in der Praxis so große Leistungsunterschiede, dass ein sinnvolle Binnendifferenzierung kaum noch planbar ist. Erst hier trennt die Gesamtschule die Jugendlichen - so wie es in den Schulen der meisten Nachbarländer geschieht.

Ziele

Gesellschaftspolitisch soll das Konzept der Ganztags-Gesamtschule einer Entwicklung entgegen wirken, in der sich Jugendliche aus unterschiedlich sozialisierten Gesellschaftsgruppen (z. B. Akademiker, Arbeiter etc.) frühzeitig fremd werden. Heranwachsende aus potentiellen Randgruppen lernen mit und von intellektuell 'besseren' Schülern - und alle gemeinsam lernen, mit Mitmenschen aller Schichten umzugehen und diese bei Bedarf auch anzuleiten. Deutlich zu sagen ist, dass die Schulform Gesamtschule besondere didaktische Kompetenzen seitens des Lehrpersonals erfordert: Denn wo eine äußere Differenzierung nach Leistung entfällt, muss sich der Unterricht am Prinzip der Binnendifferenzierung ausrichten. Ein erfolgreiches Konzept in Nordrhein-Westfalen ist zudem die feste Installierung von Schulsozialarbeit an allen Gesamtschulen des Landes.

Zwischenfazit

Eigentlich war vorgesehen, nach 10 Versuchsjahren zu entscheiden, ob die Gesamtschule das bessere Konzept sei, und wenn ja, sollte sie als alleinige Schulform eingeführt werden. Konzeptionell als Alternative zum dreigliedrigen System gedacht, konkurriert die Gesamtschule nun mit den anderen Schulformen, insbesondere mit den Gymnasien. Der vor 35 Jahren beabsichtigte sozialpolitische Effekt (Motto: Miteinander und voneinander lernen, um miteinander leben zu lernen) kann somit heute gar nicht mehr erreicht werden. Die Schülerschaft fast aller Gesamtschulen spiegelt jeweils nicht das gesamte Leistungsspektrum eines Jahrgangs wieder. Die vermeintlich Besten eines Grundschuljahrganges wechseln zunächst auf die Gymnasien und drängen nach der Erprobungsstufe ab Klasse 7 'zurück' in die anderen Schulformen. Für die Einrichtung von Gesamtschulen gibt es mancherorts anstelle pädagogischer Gründe eher kommunalpolitische Motive: Die Unterhaltung eines gemeinsamen Schulzentrums scheint gerade kleineren Gemeinden eine kostengünstige Alternative zum traditionellen System. Von einer kooperativen (auch additiven) Gesamtschule spricht man hierbei, da die Dreigliedrigkeit des Schulsystems nicht aufgehoben wird. Man erhofft sich vorrangig Synergieeffekte durch diese räumliche oder organisatorische Zusammenlegung. Die ursprüngliche Form des Unterrichtes (Gemeinsam lernen) von Gesamtschule wird hierbei um mehrere Jahre verkürzt.

Geschichte der Gesamtschule in Deutschland - ein Überblick

Die Geschichte der tatsächlich existierenden Gesamtschule ist, gemessen etwa an der des Gymnasiums, relativ kurz. Die zugrunde liegende Idee, eine Schule für alle Kinder und Jugendlichen einzurichten, unabhängig von ihrer Herkunft, ihren Fähigkeiten und Neigungen und ihrem künftigen Beruf, reicht dagegen weit zurück. Forderungen, alle Kinder des Volkes in einer Einheitsschule (Gesamtschule) zu unterrichten, lassen sich in Deutschland bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Comenius setzte sich in seinem Werk "Große Didaktik", im Unterschied zu zeitgenössischen Forderungen, drei verschiedene grundständige Schulen - Bauern-, Bürger und Gelehrtenschulen - einzurichten, für ein einheitliches, in Stufen gegliedertes Schulsystem ein. Den Ausgangspunkt seiner pädagogischen Überlegungen stellte die Gleichheit aller Menschen vor Gott dar. Die erste ausführliche Konzeption für eine Gesamtschule legte 1809 der damalige preußische Kultusminister Wilhelm von Humboldt vor. Diese Konzeption blieb jedoch noch 110 Jahre unrealisiert. Erst 1919 brachte die Weimarer Verfassung die Gesamtschule für die Sechs- bis Zehnjährigen in Gestalt der Grundschule. Vorher hatten Gymnasien eigene Vorbereitungsschulen. 1919 wurde die erste Gesamtschule Deutschlands, die Waldorfschule Stuttgart gegründet. 1947 verordnete der Alliierte Kontrollrat in seiner Kontrollratsdirektive 54 ein Gesamtschulsystem, welches jedoch noch nicht so genannt wurde. Alliierte Bildungsexperten kritisierten, dass Kinder schon nach 4 Jahren Grundschule in verschiedene Schultypen sortiert werden. Sie sahen darin einen der Gründe für die Anfälligkeit der Deutschen für den NS Staat. Begründet wurde dies damit, dass diese Art des Schulsystems bei einer kleinen Gruppe eine überlegene Haltung, und bei der Mehrzahl ein Minderwertigkeitsgefühl auslöste. Vor allem die in der DDR durch die russischen Besatzungsmächte eingeführte Einheitsschule, die von der SED zur diktatorisch vereinheitlichten Erziehung zum "sozialistischen Menschen" genutzt wurde, galt als abschreckendes Alibi um an dem gegliederten Schulsystem der Weimarer Republik festzuhalten. Der Begriff Gesamtschule wurde 1963 dementsprechend auch als Abgrenzung zur Einheitsschule vom Berliner Schulsenat erdacht. Die Kritik am vertikal gegliederten Schulsystem der Bundesrepublik und die positiven Erfahrungen mit ausländischen Schulreformen, vor allem in England und Schweden führten zur Wiederaufnahme der Diskussion. Zugleich war der Blick auf die Schulsysteme in den USA, der UdSSR und der DDR gerichtet. Jedoch nicht nur die Struktur des Schulsystems, auch eine Veränderung der Unterrichtsorganisation, der Unterrichtsmethoden sowie der Bildungsziele und –inhalte wurden gefordert. Also waren die Motive einerseits die Modernisierung und Technisierung, andererseits die soziale Gerechtigkeit. Integration benachteiligter Gruppen anstatt Aussonderung war das Ziel. Der Bildungsrat forderte die Einrichtung von Schulversuchen mit Gesamtschulen, um die anstehenden gesellschaftspolitischen Entscheidungen über die Strukturveränderungen der Schule auf wissenschaftlich begleitete und kontrollierte Versuche stützen zu können. In Deutschland wurden staatliche Gesamtschulen ab Mitte der 1960er Jahren als Schulversuche eingerichtet. Wurde der Beschluss des Bildungsrates auch von CDU Politikern getragen, so kam es in den folgenden Jahren doch zu einem "Kulturkampf" zwischen CDU und SPD. Dies hatte mit der einhergehenden Machtverschiebung im Bund und den Ländern zugunsten der SPD zu tun, welche daraufhin die Gesamtschule als reformerisches Kernstück ihrer Politik betrachtete und dies im Bildungsgesamtplan niederschrieb. Daraufhin expandierte die Gesamtschule, was in Gymnasien und bei konservativen Politikern Schrecken auslöste. 1982 endete der eigentlich für 10 Jahre vorgesehene Schulversuch "Gesamtschule". Je nach parteipolitischer Ausrichtung der Regierung der einzelnen Bundesländer wurden diese Versuche als hochgradig erfolgreich angesehen oder für gescheitert erklärt. Hier drei Beispiele: Berlin baute die Gesamtschule zur Regelschule aus, Bayern löste fast alle Gesamtschulen wieder auf und Nordrhein-Westfalen entwickelte in diesen 35 Jahren eine gemischte Schullandschaft. Es wurde gleichzeitig eine Vereinbarung der Kultusministerkonferenz getroffen, welche die gegenseitige Anerkennung der Abschlüsse gewährleistet, d.h. dass Gesamtschulabschlüsse auch in Bundesländern die das Modell Gesamtschule nicht fortgeführt haben (z.B. Bayern), angerechnet werden. Mit der Errichtung von Gesamtschulen entstand das Problem der bundesweiten Anerkennung der an ihnen erworbenen Abschlüsse und Berechtigungen. Die die Gesamtschulen ablehnenden Länder, vor allem Bayern, fürchteten, die für das dreigliedrige System geltenden Normen könnten unterlaufen werden. Lernziele und Lerninhalte müssen laut Vereinbarung den jeweiligen Anforderungen des nach Schularten gegliederten Schulwesens entsprechen. Zu einer Neuauflage der Gesamtschuldiskussion kam es Anfang der 90er Jahre im Rahmen der deutschen Wiedervereinigung. Während westdeutsche Gesamtschulbefürworter hofften, die bereits vorhandenen Einheitsschulen in Gesamtschulen umzuwandeln, wollte die ostdeutsche Bevölkerung ihr Recht auf Gymnasium verwirklicht sehen. So kam es nur in Brandenburg zu einer quantitativ bedeutsamen Einführung der Gesamtschule.

Siehe auch


- High School
- Kooperative Gesamtschule
- Integrierte Gesamtschule
- Schulsozialarbeit

Weblinks


- [http://www.ggg-hessen.de/index.htm?/system/gesch.htm Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule e.V. Landesverband Hessen]
- [http://www.ggg-hamburg.de/ Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule e.V. Landesverband Hamburg]
- [http://www.arge.schule-hamburg.de/ ARGE - Arbeitsgemeinschaft der Elternräte der Gesamtschulen in Hamburg] Kategorie:Schultypen/-system ! Kategorie:Pädagogik Kategorie:Leseförderung

Abitur

] Das Abitur (von lat.: abire = weggehen) ist der höchste erreichbare Schulabschluss in Deutschland und zugleich Hochschulzugangsberechtigung. Das Abitur meint die Hochschulreife bzw. die erworbene Reife und Befähigung (Reifezeugnis, Abiturzeugnis) zu einem Studium an einer Hochschule. Dem Abitur voraus geht eine höhere Schulausbildung, an deren Ende die Reifeprüfung (sprich Matura, v. lat.: maturitas = die Reife) steht, in der das vermittelte Wissen abschließend geprüft wird. Daher wird unter anderem in Österreich, Liechtenstein und der Schweiz der Schulabschluss als Matura bezeichnet. Zu unterscheiden ist das Abitur als allgemeine Hochschulreife (uneingeschränkte Studienberechtigung) von der fachgebundenen Hochschulreife (eingeschränkte Studienberechtigung für bestimmte Fächer). Neben dem Abitur steht die Fachhochschulreife - umgangssprachlich auch als Fachabitur bekannt - als eine Hochschulzugangsberechtigung für ein Studium an einer Fachhochschule oder dem entsprechenden Studiengang einer Gesamthochschule. Die Reifeprüfungen werden in den Bundesländern aufgrund der Kulturhoheit durch Landesrecht geregelt, werden aber bundesweit als Hochschulzugangsberechtigungen anerkannt (siehe auch Kultusministerkonferenz).

Wege zum Abitur

Allgemeinbildende Schulen

Gymnasium und Gesamtschule bereiten mit ihrer zwei oder drei Jahre dauernden Oberstufe auf das Abitur vor. In der Regel dauert die Schule 13 Jahre: Primarstufe Klasse 1-4, Sekundarstufe I Kl. 5-10 und Sekundarstufe II Kl. 11-13 (siehe Abschluss der gymnasialen Oberstufe); in einigen Ländern aber auch nur 12 Jahre.

Berufsbildende Schulen

Das Abitur kann auch an bestimmten berufsbildenden Schulen bzw. Berufskollegs mit gymnasialer Oberstufe (Höhere Berufsfachschule und Jahrgangsstufe 13 einer Fachoberschule) erworben werden; in manchen Schulformen auch in Verbindung mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Ohne eine zweite Fremdsprache führt die Schulausbildung zu einem fachgebundenen Abitur.

Zweiter Bildungsweg und Abitur (online)

Ein weiterer Weg zum Abitur führt über staatliche und private Schulen des Zweiten Bildungsweges. Erwachsene mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder gleichzusetzenden Tätigkeiten und Zeiten können an Abendgymnasien oder an Kollegs, in einigen Regionen auch an Volkshochschulen, ihr Abitur nachholen und dort auch direkt die staatliche Prüfung ablegen. In diesem Zusammenhang wird in einigen Bundesländern an ausgesuchten Schulen das sogenannte Abitur (online) angeboten. Bei dieser Art der Lehrstoffvermittlung besucht der Schüler nur an zwei Abenden die Schule und wird an den übrigen Abenden per Internet (online) unterrichtet. Tagsüber geht er seinen üblichen beruflichen Tätigkeiten nach.

Privatschulen

Waldorfschulen führen in 12 Schuljahren zu einem eigenen Abschluss, dem Waldorfschulabschluss, mit starkem Gewicht auf künstlerischen Fächern und sozialen Kompetenzen; hinzu kommt der staatlich anerkannte Hauptschulabschluss oder Realschulabschluss. Auf das Abitur oder die Fachhochschulreife bereiten die Waldorfschulen in einem zusätzlichen 13. Schuljahr vor; an einigen Waldorfschulen kann dies mit einem Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf verbunden werden, dann dauert die Schulzeit 14 Jahre. Private Schulen mit einem Oberstufenzweig bereiten ebenfalls - in Tages- oder Abendform - auf das Abitur vor, das dann allerdings erst nach einer externen staatlichen Prüfung (so genannte 'Nichtschülerabiturprüfung', 'Schulfremdenreifeprüfung' oder auch 'Schulfremdenprüfung') zuerkannt wird. Man kann sich sogar nach selbst organisierter Vorbereitung für eine 'Nichtschülerreifeprüfung' anmelden, um das Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife zu erwerben.

Fernlehrgänge

Auch Fernschulen (wie zum Beispiel ILS, SGD oder HAF) bereiten in ca. 30 bis 42 Monaten - je nach Vorkenntnissen - auf die staatliche Abschlussprüfung (Abitur) vor.

Hochschulabschluss

Mit einem Hochschulabschluss an einer Uni, FH, usw. wird ebenfalls - bei einer vorherigen fachgebundenen Hochschulreife oder Fachhochschulreife - die allgemeine Hochschulreife erworben.

Abiturprüfung

In den sogen. Abitur- oder Reifeprüfungen wird das vermittelte Schulwissen der Oberstufe nur in bestimmten Fächern geprüft. Die Prüfungsnoten fließen in die Abschlussnoten des Reifezeugnisses mit ein. In sieben von 16 Bundesländern wird ein sogenanntes Zentralabitur abgelegt, in weiteren sieben ist die Einführung bereits beschlossen. Die Prüfungen werden in schriftlicher und mündlicher Form abgehalten. Die Abschlussarbeiten werden von einem Erst- und einem Zweitkorrektor bewertet. Der Drittkorrektor legt die Note fest und führt bei stark abweichenden Benotungen eine zusätzliche Drittkorrektur durch. Eine mündliche Prüfung wird von einer staatlich eingesetzten Prüfungskommission, bestehend aus drei Lehrern, abgenommen. Die Leistungen des Prüflings werden im Konsens bewertet. Besondere Lernleistungen, beispielsweise die Teilnahme an einem Bundeswettbewerb oder eine Facharbeit (Jahresarbeit), werden meistens in die jeweilige Fachabschlussnote mit einbezogen. In Baden-Württemberg können solche Leistungen je nach Schulart das vierte oder fünfte Prüfungsfach ersetzen; in Hessen ausschließlich das fünfte.

Geschichte

Im 18. Jahrhundert bestimmten die Universitäten noch alleine über die Aufnahme von Studenten. Als erster deutscher Staat regelte Preußen die Hochschulzugangsberechtigung mit dem Abiturreglement von 1788. Johann Wilhelm Süvern versuchte die Vereinheitlichung der allgemeinverbindlichen Reifeprüfung, diese konnte in Preußen jedoch noch bis 1834 durch Eingangsprüfungen der Universitäten umgangen werden.

Abitur-Bräuche

Das Abitur (kurz Abi) geht seit Jahrzehnten einher mit diversen Bräuchen. Dazu zählen - regional zum Teil unterschiedlich ausgeprägt:
- Abiball: Feier im groß angelegten Rahmen, oft mit Einladung von Verwandten und Lehrerschaft, teilweise mit Übergabe der Zeugnisse
- Abistreich (auch Abischerz, 0-Tage-Feier (am letzten regulären Schultag der Abiturienten), Abisturm, Abigag, Abiulk, Tag X, Abifez oder Chaostag genannt): Störung eines ganzen Unterrichtstages, oft mit Showprogramm für die ganze Schule und Einbezug der Lehrer in das Geschehen, etc.
- Abi-T-Shirt: Für jeden Abiturienten ein bedrucktes T-Shirt, meist mit Abimotto und Liste aller Schüler
- Abidenkmal: Die Abiturienten stellen ein sich selbst gewidmetes Denkmal auf dem Schulgelände auf
- Abi-Bild: Die Abiturienten malen ein sich selbst gewidmetes, großformatiges Bild zum Beispiel an die Wand der Pausenhalle.
- Abispectaculum: Eine nicht überall in der Republik stattfindende Theatervorführung vor der gesamten Schule
- Abipartys (auch Vofi-Fete oder O-Fete genannt, Vofi = Vorfinanzierung, O = Oberstufe): Feiern in schulnahen Locations oder Festzelten, teils gewinnorientiert und mit vielen (auch schulfremden) Gästen, zur Finanzierung der anderen Bräuche. Häufig auch nur Jahrgangs- oder Oberstufenintern, ohne schulfremde Personen.
- Abizeitung (Auch Abibuch genannt): Als Andenken an die Schüler und Lehrer in Schrift und Bild
- Abigottesdienst
- Verabschiedung der Abiturientia: Feierliche Veranstaltung mit Zeugnisübergabe, Ehrung besonderer Leistungen und Auftritten der lokalen Prominenz (z.B. Bürgermeister)
- Abicorso Fahrt (in ländlichen Gegenden) auf Traktoranhängern zu den umliegenden Schulen, die zum Teil von den Abiturienten in ihrer Schullaufbahn besucht worden waren. Teilweise auch Fahrt der Abiturienten mit eigenen oder geliehenen Autos zu jeder einzelnen Straße, in der einer der Abiturienten wohnt.
- Abiparade
- Mottowoche: Eine Schulwoche wird täglich unter ein anderes Motto gestellt, das die Schüler z.B. durch ihre Kleidung repräsentieren
- Abireise/Abifahrt: Gemeinsamer Ausflug/Urlaub aller Abiturienten
- Abimotto: Dieses wird in den anderen Bräuchen thematisch aufgenommen und ist häufig an einen bekannten (Werbe)Slogan oder eine Redensart angelehnt.
- Abi-Homepage: Nach oder noch während der Abiturzeit legen viele Abiturjahrgänge Homepages an, in denen die Angehörigen des Jahrgangs vorgestellt werden. Vielfach werden Anekdoten aus der Schulzeit zusammen gestellt. Abi-Homepages, in denen die Angehörigen eines Jahrgangs Ihre E-Mail-Adressen hinterlegen, erleichtern den Kontakt der ehemaligen Schüler untereinander und vereinfachen die Organisation von Klassentreffen.
- ABIer: Speziell für Abiturienten gebrautes Bier

Unterschiede im Abitur in den Bundesländern

Von Bundesland zu Bundesland gibt es Unterschiede im Abitur. Siehe auch:
- Abitur in Baden-Württemberg
- Abitur in Bayern
- Abitur in Berlin
- Abitur in Brandenburg
- Abitur in Bremen
- Abitur in Hamburg
- Abitur in Hessen
- Abitur in Mecklenburg-Vorpommern
- Abitur in Niedersachsen
- Abitur in Nordrhein-Westfalen
- Abitur in Rheinland-Pfalz
- Abitur im Saarland
- Abitur in Sachsen
- Abitur in Sachsen-Anhalt
- Abitur in Schleswig-Holstein
- Abitur in Thüringen

Siehe auch


- Deutsch-französisches Abitur
- Europ%C3%A4isches Abitur
- Internationales Abitur
- Notabitur, Zentralabitur
- Schule, Schulzeugnis, Leistungsbeurteilung (Schule), Matura, Qualifizierungsparadox
- Sternchenthema
- Die Reifeprüfung (Film) Zum Abitur als Motiv in der Literatur, siehe auch Mobbing in der Schule.

Weblinks


- [http://www.abiturloesungen.de/ Abituraufgaben aus verschiedenen Bundesländern]
- [http://abi_wiki.wikicities.com/ Abiturwissen-Wiki]
- [http://www.kmk.org/schul/home1.htm Beschlüsse] der Kultusministerkonferenz
- [http://www.Fernabi.de/ Fernabi.de Informationen zum Fernunterricht] Kategorie:Abschlüsse und Zertifikate Kategorie:Schulwesen

Waldorfschule

] Waldorfschulen sind Schulen in freier Trägerschaft, an denen nach der von Rudolf Steiner begründeten Waldorfpädagogik unterrichtet wird. Die Waldorfpädagogik ist eine der bekanntesten praktischen Anwendungen der ebenfalls von Rudolf Steiner begründeten Anthroposophie. Vielen Waldorfschulen ist ein Waldorfkindergarten angegliedert. Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart als Betriebsschule durch den Direktor der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik Emil Molt gegründet und am 7. September 1919 eröffnet. Von der Zigarettenfabrik erhielt die pädagogische Bewegung Rudolf Steiners, der der erste Schulleiter der Astoria-Betriebsschule war, ihren Namen. Im Nationalsozialismus wurde 1939/40 der Lehrbetrieb an Waldorfschulen, wie auch an allen anderen nichtstaatlichen Schulen, bis 1945 verboten. 1945 Nach Angaben aus dem Jahr 2005 existieren in Deutschland 191 Waldorfschulen, in Europa 639 und weltweit 892. Bekannt sind sie auch unter den Bezeichnungen Rudolf-Steiner-Schule, englisch Waldorf School, Steiner School, französisch École Waldorf, niederländisch Vrijeschool.

Waldorfschulen im deutschen Rechtsrahmen

Waldorfschulen sind allgemeinbildende Schulen in freier Elternträgerschaft im Rahmen der Schulgesetzgebung der Bundesländer auf der Grundlage des [http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/gg/art_7.html Grundgesetzartikels 7 (Schulwesen)]. Die Anerkennung der Waldorfschulen als Ersatzschulen (siehe auch Privatschule) führt u.a. zu staatlichen Zuschüssen. Ergänzend wird zur Finanzierung Schulgeld von den Eltern erhoben. Dieses betrug nach Angaben des Bunds der Freien Waldorfschulen im Jahr 2002 durchschnittlich 125 Euro monatlich. Die Waldorfschulen sind durch das Grundgesetz dazu verpflichtet, bei der Erhebung von Schulgeld dafür zu sorgen, dass keinem Kind aus finanziellen Gründen der Besuch einer Waldorfschule verwehrt wird (Sonderungsverbot).

Lehrformen an deutschen Waldorfschulen

Von der ersten bis zur achten Klasse wird der Klassenverband von einem Lehrer geführt, der alle Epochenfächer in Blockform gleichermaßen unterrichtet (Klassenlehrerzeit). Über etwa drei Wochen hinweg wird hierbei jeden Tag die ersten beiden Stunden das gleiche Fach gelehrt, nachfolgend die weitere Fächer außerhalb des Epochenunterrichtes. Nach der achten Klasse wird der Epochenunterricht von Fachlehrern übernommen. Epochenfächer]Schon ab der ersten Klasse werden den Schülern Fremdsprachen nahe gebracht. In der Regel ist das Englisch als Pflichtfach sowie ab der ersten oder zweiten Klasse meist Französisch oder Russisch als zweite Fremdsprache. Zu den Regelfächern wie Deutsch, Mathematik, Geschichte, Biologie, Physik, Chemie, Musik, Religion und Sport wird an Waldorfschulen zusätzlicher Unterricht vor allem im künstlerischen und handwerklichen Bereich angeboten. So gehört neben Handarbeit, Schreinern, Gartenbau, Plastizieren, Malerei und Theaterunterricht auch Eurythmie zum Waldorf-Lehrplan. Die Schüler führen im Laufe einer Unterrichtsepoche ein so genanntes Epochenheft, das zum Ende der Epoche dem Lehrer abgegeben wird und der Leistungsstandskontrolle dient. Lehrbücher für die Schüler sind in der Waldorfpädagogik im Unterricht nicht vorgesehen, finden in den Oberstufen jedoch auch Verwendung. In der Regelschulzeit an Waldorfschulen soll keine äußere Differenzierung nach Leistungsgrad stattfinden, was in der Praxis dennoch meist ab etwa der neunten Klasse geschieht. Noten werden an Waldorfschulen bis zur Oberstufe nicht vergeben, stattdessen wird im Zeugnis der jeweilige Leistungsstand und -fortschritt in Textform ausformuliert. Dabei liegt der Schwerpunkt auf individuellen Defiziten und Leistungen im Vergleich zum Klassenfortschritt und der Lernziele. Diese Praxis wird für gewöhnlich bis zur zwölften Klasse beibehalten. An manchen Schulen wird auf Elternwunsch auch schon ab der neunten oder zehnten Klasse ein Ziffernzeugnis ausgestellt. Eine Nichtversetzung (Sitzenbleiben) ist in der Waldorfpädagogik nicht vorgesehen, jedoch nach Absprache mit den Eltern nicht grundsätzlich ausgeschlossen.

Schulabschluss

Nichtversetzung Die Regelschulzeit beträgt zwölf Jahre, unabhängig von dem individuell angestrebten staatlichen Schulabschluss. Am Ende der 12. Klasse steht der Waldorfschulabschluss, der parallel mit einem staatlich anerkannten Schulabschluss (z.B. Realschulabschluss) erworben werden kann. Er zieht sich als ein Prozess durch die gesamte Oberstufe (Klasse 9 bis 12) hindurch und umfasst neben einer abschließenden Bewertung der schulischen Leistungen diverse Praktika (darunter ein Sozialpraktikum), die Facharbeit oder die so genannte Jahresarbeit mit einem theoretischen und einem praktischen Teil, die aktive Teilnahme an einem Theaterprojekt der ganzen Klasse, den Eurythmieabschluss und meist auch eine Studienfahrt mit künstlerisch/kunstgeschichtlicher Ausrichtung. Der Waldorfschulabschluss ist staatlich nicht anerkannt, gilt den Anhängern der Waldorfpädagogik aber als wichtiger Nachweis erworbener Sozialkompetenzen (Teamfähigkeit, Selbstständigkeit, Durchhaltevermögen, Kreativität usw.); dies wird im Waldorfschulabschlusszeugnis ergänzend zum staatlich anerkannten Notenzeugnis ausführlich dokumentiert. Obwohl die Waldorfpädagogik nicht in erster Linie auf staatliche Schulabschlüsse ausgerichtet ist, bieten die Waldorfschulen meist eine dreizehnte Jahrgangsstufe an, in der die Schüler das Abitur oder die Fachhochschulreife erlangen können. Dieses wird von externen, von den Landeskultusministern beauftragten staatlichen Prüfern begleitet. Das Abitur an Waldorfschulen unterscheidet sich nicht vom Abitur an staatlichen Schulen. Voraussetzung dafür ist, dass in der 13. oder der 12. und 13. Klasse der Schulbetrieb mit Klausuren wie an einem gewöhnlichen Gymnasium vollzogen wird. In Bayern und Baden-Württemberg wird das gleiche Zentralabitur wie an allen Gymnasien geschrieben, mit dem Unterschied, dass für die Abiturnote nur die Prüfungsergebnisse und nicht die Jahresleistung zählen. Dies geht mit einer größeren unterrichtlichen Gestaltungsfreiheit in der 12. und 13. Klasse einher. Im Jahre 2002 legten in Deutschland 49 Prozent der ca. 4.500 Waldorfschul-Abgänger das Abitur ab, 33 Prozent die mittlere Reife, 7 Prozent die Fachhochschulreife und 11 Prozent den Hauptschulabschluss (Quelle: [http://www.bmbf.de/pub/GuS2004_ges_dt.pdf], Seite 96)

Vorreiter- und Nachzüglerrolle

Die 1919 gegründete erste Waldorfschule in Stuttgart brachte für die damalige Zeit sehr fortschrittliche Ideen mit sich. Während die Mehrheit der Kinder in Deutschland nur acht Jahre zur Schule ging, wurden ihnen an der Waldorfschule 12 Jahre Schulbildung garantiert. Ab dem ersten Schuljahr wurden bereits zwei Fremdsprachen unterrichtet, die Freie Waldorfschule war in Deutschland die erste Gesamtschule und auch die erste Schule, die regulär koedukativ unterrichtete. Des Weiteren waren Praktika schon immer fester Bestandteil des Lehrplans. Die Waldorfschule in Kapstadt (Südafrika) konnte noch während der Apartheid das Recht erkämpfen, in gemischten Klassen unterrichten zu dürfen. Während der Rassentrennung in Eisenbahnwagen wurde speziell für die Schüler dieser Schule ein "Gemischtwagen" eingeführt. Die Freie Waldorfschule Innsbruck (Österreich) war die erste Schule, die das Fach Menschenrechte in der Oberstufe zum Pflichtfach machte. Heute wird den Waldorfschulen oftmals eher eine Nachzüglerrolle zugeschrieben, weil sich ihre pädagogischen Leitlinien nur sehr wenig weiterentwickelt haben. Da die Waldorfschulen nicht von zentraler Stelle aus geleitet werden, sondern Entscheidungen des Kollegiums einstimmig getroffen werden müssen, wird eine zügige Entwicklung und Qualitätssicherung gebremst. Infolgedessen gehörten beispielsweise manche Waldorfschulen zu den ersten Schulen in Deutschland, die Programmierkenntnisse vermittelten, während auch heute noch an vielen anderen Waldorfschulen Informatik für unwichtig erachtet wird.

Kritik an der Waldorfpädagogik

Die Waldorfpädagogik steht aufgrund der ihr zugrunde liegenden Anthroposophie immer wieder in der Kritik. Angeprangert werden hierbei ihre Überzeugungen bezüglich Reinkarnation und Karma, die Theorien über die sogenannten Wurzelrassen, welche von Kritikern aufgrund ihrer Hierarchisierung von Rassen als rassistisch bezeichnet werden und nicht zuletzt die oft als pseudowissenschaftlich und esoterisch geltenden sonstigen Ausführungen Rudolf Steiners, auf welche sich die Waldorfpädagogik beruft. In Eurythmie, einem wesentlichen Bestandteil der Waldorfpädagogik von Kindergarten bis in höchste Klassen, sollen Heranwachsende lernen, Sprache und Musik durch Bewegungen auszudrücken. Dabei gibt es fest vorgegebene Gebärden für jeden Sprachlaut und es kann sein, dass "wenn Jugendliche ein Gedicht oder ein Musikstück eurythmisch interpretieren, die darin enthaltene Stimmung unter Umständen überhaupt nicht ihrer eigenen Stimmung [entspricht]. Die Heranwachsenden lernen [auf diese Weise], ihr eigenes Empfinden außer Acht zu lassen und sich einer gegebenen Sache zu stellen". Manche sehen darin einen Widerspruch zum pädagogischen Ziel der Waldorfschule, Schüler zu individuellen Urteilen und selbstbestimmtem Handeln zu ermutigen. Während an der ersten Waldorfschule linkshändige Kinder auf Anweisung Steiners explizit mit links schreiben durften, was damals alles andere als selbstverständlich war, erschien erst 1997 ein Buch der Kinderärztin und Waldorfpädagogin Dr.med. Michaela Glöckler („Zum Unterricht des Klassenlehrers an der Waldorfschule“), in welchem das Schreiben mit der richtigen Hand als reine "Willensübung" beschrieben wird. Ihrem Buch zufolge hätten sich laut Steiner Linkshänder in einem früheren Leben körperlich und seelisch verausgabt, weshalb sie nun "mehr Innerlichkeit" ausbilden müssten, wofür die linke Körperhälfte zuständig sei. Erst im Jahre 2001 distanzierten sich die deutschen Waldorfschulen von dem 1936 erschienenen Buch „Atlantis und das Rätsel der Eiszeitkunst“ des Steiner-Schülers Ernst Uehli, welches das Bundesfamilienministerium aufgrund seines rassistischen Inhalts verbieten lassen wollte. Walter Hiller, Geschäftsführer des Bundes der freien Waldorfschulen, begründete das Vorgehen gegenüber AFP mit den Worten "Wir finden das Buch nicht gut", betonte aber, dass es sich nicht um ein Lehrbuch für Waldorflehrer handele, sondern "nur auf einer Literaturliste" stehe. Allerdings wurde dieses Buch 1998 lt. RHEINISCHEN MERKUR von der Pädagogischen Forschungsstelle der Waldorfschulen für den Geschichtsunterricht empfohlen. Bis heute wird an einigen Waldorfschulen im Geschichtsunterricht die Legende von Atlantis behandelt, welche für Anthroposophen als Tatsache gilt. Nicht zuletzt wird der Verzicht auf Ziffernoten in den unteren Klassenstufen oft kritisiert, da es nur ein Aufschub des unvermeidlichen Übergangs in die Leistungsgesellschaft sei. Schüler stünden somit aufgrund des vorigen Schonraums vor einer noch schwereren Herausforderung. Weiterhin wird kritisiert, die sanfte, behütete Welt, in der Künstliches verpönt sei, entspräche kaum noch den Erfahrungen heutiger Heranwachsender. Die Waldorfschulen reagieren auf kritische Vorstöße sehr unterschiedlich. In den letzten Jahren wird versucht, Rudolf Steiner zu hinterfragen und den Unterricht für neue Medien zu öffnen. Der Bund der Freien Waldorfschulen ist bemüht, das Image von der "Öko-Kuschelpädagogik" abzulegen. Da aber jede Waldorfschule eigenständig handelt, sich in freier Trägerschaft selbst verwaltet und nicht von einer übergeordneten Instanz - außer den Schulbehörden - kontrolliert wird, können Lehrerkollegien und einzelne Lehrer von der Meinung des Bundes der freien Waldorfschulen oder den in der Anthroposophischen Gesellschaft vertretenen Auffassungen abweichen. Auch existiert zwar ein allgemein abgestimmter "Waldorflehrplan", die individuelle Ausgestaltung liegt jedoch in der Verantwortung jeder Schule und jedes einzelnen Lehrers und nicht zuletzt der Eltern.

Aktuelles

Am 13. August 2005 berichtet die Allgäuer Zeitung Kempten, dass ein Vater Anzeige gegen die Freie Waldorfschule Kempten erstattete. Der Vater erhebt schwere Vorwürfe: Mindestens sechs Lehrer hätten die Kinder geschlagen und gedemütigt. Außerdem müßten die Schüler auf dem Schulgelände in Albris schwere körperliche Arbeiten verrichten; bei einer Klassenfahrt nach Ungarn hätten Achtkläßler gar sechs Stunden am Tag schuften müssen. Sein eigener Sohn sei von einem Lehrer derart ins Gesicht gepackt worden, dass er Hämatome an den Wangen gehabt habe. Es gäbe mittlerweile rund 50 Eltern, die gegen die Schule Anschuldigungen erhöben. Ein Vorstandsmitglied der Waldorfschule betont, die Vorwürfe seien haarsträubend, räumt aber ein, dass ein Lehrer einem Schüler auf der Klassenfahrt eine Ohrfeige versetzt habe, weil der Achtklässler ihn mit Farbe bekleckert habe. Das sei nicht ordnungsgemäß, aber verständlich gewesen. Alle anderen Anschuldigungen dagegen seien vollkommen haltlos. Zu den Vorfällen Stellung nehmen musste die Schule jetzt auch beim Kultusministerium und der Regierung von Schwaben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt (siehe auch [http://www.all-in.de/redsys/allin/nachrichten/volltext2.php?l=de&dom=dom1&id=55483 Allgäuer Zeitung Kempten]). Am 29. Juli 2005 sorgte eine äußerst waldorfkritische Einschätzung des Ansbacher CSU-Mitglieds und Stadtrats Leonard Landois bundesweit für "einen Sturm der Entrüstung". Landois bedauerte in einer Ratssitzung, dass die Kommune gezwungen sei, die "esoterisch-spirituellen Zirkel" eines ansässigen Waldorf-Kindergartens zu unterstützen, während andere Kindergartengruppen oder gar ganze Kindergärten aufgrund finanzieller Engpässe zur Schließung gezwungen seien. Nicht umsonst hätte Ernst Bloch die Waldorfpädagogik auch als faschistoid betitelt (siehe auch [http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=373375&kat=27 Nürnberger Nachrichten]). In die Schlagzeilen geriet Ende Oktober 2004 eine Braunschweiger Waldorfschule, deren Lehrer Andreas Molau kündigte, um zukünftig für die rechtsextreme NPD im Sächsischen Landtag als Berater zu arbeiten. Seine politische Einstellung war der Schule laut eigener Aussage bis dahin unbekannt, obwohl Molau in den 1990er Jahren als Kulturredakteur der rechten Wochenzeitung "Junge Freiheit" tätig war und sich später in der rechtsradikalen Zeitschrift "Deutsche Geschichte" engagierte. Frühere diesbezügliche Vermutungen von Eltern sollen von Molau als eine zufällige Namensvetternschaft abgetan worden sein. Für größere Diskussionen sorgte die Entscheidung der Schule, den mit den Eltern geschlossenen Schulvertrag für die beiden Kinder von Molau noch im laufenden Schuljahr zu kündigen. Dies rief Horst Mahler auf den Plan, der Sippenhaft anprangerte und in einem Rundschreiben dazu aufforderte, dass "alle deutschwilligen Deutschen den Kampf um die Rückeroberung der Waldorfschulen, der Erziehungseinrichtung für den deutschen Geist, beginnen [mögen]." Am 28. Februar 2000 strahlte das ARD-Magazin "Report aus Mainz" die von einem ehemaligen Waldorfschüler erhobenen Vorwürfe des Kursierens von Rassismus und Antisemitismus an einzelnen Waldorfschulen, aus. Laut Bericht sei es für die Waldorfschulen an der Zeit, sich kritisch mit ihrem Begründer und dessen Anthroposophie auseinander zu setzen. Die Initiative ging von der Aktion Kinder des Holocaust aus, Paul Spiegel bekräftigte in der Sendung die vorliegenden Recherchen. Der Bund der Freien Waldorfschulen kritisierte an der Reportsendung, dass nur unkonkrete Behauptungen vom Hörensagen getroffen worden seien und verwies auf einseitige Berichterstattung. Der in der Sendung interviewte Kritiker Dr. Heiner Ullrich distanzierte sich nach der Ausstrahlung von der seiner Meinung nach "tendenziösen" Berichterstattung, die das "humanistische Grundanliegen der Waldorfpädagogik verunglimpfe". Gegen die Behauptung der Sendung, dass jüdische Eltern vermehrt ihre Kinder von Waldorfschulen nähmen, konnte vorübergehend eine einstweilige Verfügung durchgesetzt werden, doch weitere Gegendarstellungsbegehren wurden von Gerichten abgelehnt.

Siehe auch


- Reformpädagogik

Literatur

Positiv wertende Literatur
- Bußmann, Hildegard und Jochen: Unser Kind geht auf die Waldorfschule. Erfahrungen und Ansichten. Rowohlt, 1990. ISBN 3-499-18736-1
- Carlgren, Frans: Erziehung zur Freiheit. Verlag Freies Geistesleben, 2005. ISBN 3-7725-1619-X
- Kiersch, Johannes: Die Waldorfpädagogik. Eine Einführung in die Pädagogik Rudolf Steiners. Reihe Praxis Anthroposophie 47, Verlag Freies Geistesleben, 1997. ISBN 3-7725-1247-X Kritisch wertende Literatur
- Bierl, Peter: Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik. 1999. ISBN 3-89458-171-9
- Jacob, Sybille-Christin und Drewes, Detlef: Aus der Waldorf-Schule geplaudert. Warum die Steiner-Pädagogik keine Alternative ist. Aschaffenburg: Alibri, 2001. ISBN 3-932710-28-2
- Prange, Klaus: Erziehung zur Anthroposophie - Darstellung und Kritik der Waldorfpädagogik. Bad Heilbrunn: Klinkhard, 2000. ISBN 3-7815-1089-1
- Rudolph, Charlotte: Waldorf-Erziehung: Wege zur Versteinerung. DTV, 1988. ISBN 3-472-61727-6
- Wagemann, Paul-Albert und Kayser, Martina: Wie frei ist die Waldorfschule? W. Heyne Verlag, 2002. ISBN 3-453-09147-7
- Weibring, Juliane: Die Waldorfschule und ihr religiöser Meister - Waldorfpädagogik aus feministischer und religionskritischer Perspektive. ATHENA, 1998. ISBN 3-932740-21-1

Weblinks

Waldorfpädagogik
Offizielle Seiten
- http://www.waldorf.net
- [http://www.waldorfschule.info Homepage des Bunds der Freien Waldorfschulen] Sonstiges
- http://www.waldorfschueler-web.de
- [http://www.diewaldorfs.waldorf.net/list.html Liste prominenter Waldorfschüler] Kritische Auseinandersetzung
Pro:
- [http://www.waldorf.net/report.htm Stellungnahmen der Waldorfschulen zum ARD-Fernsehbeitrag]
- [http://www.taz.de/pt/2000/05/13/a0156.nf/text Gegen den Verdacht des Antisemitismus] – von Evelyn Hecht-Galinski
- [http://www.anthroposophie-de.com/aktuelles/aktuell.html Rassismus, Antisemitismus und Sektenvorwürfe – was ist wahr?]
- [http://www.steinerschule-bergstedt.de/download/Waldorfschule.mp3 „Was machen Waldorfschulen besser?“] Eine Sendung des Deutschlandfunks - Audiodatei zum Download
- [http://www.info3.de/ycms/printartikel_40.shtml Schatten der Vergangenheit - Waldorfschulen in der NS-Zeit] Contra:
- [http://www.kommunikationssystem.de/foren/cl.medien.contraste/%3Cbss5er%24r1g%242%40jupiter.link-m.de%3E.html Zur Waldorfschul-Literatur]
- [http://www.akdh.ch/ps/ps_report.html ARD-Fernsehbeitrag über Antisemitismus in der Waldorfpädagogik]
- [http://www.vordenker.de/anthroposophiekritik/anthroposophiekritik.htm Anmerkungen zum anthroposophischen Gehalt der Waldorfpädagogik und zu deren Konsequenzen]
- [http://www.novo-magazin.de/71/novo7138.htm Wundersame Waldorf-Pädagogik oder Atlantis als Bewusstseinszustand]
- [http://www.novo-magazin.de/73/novo7322.htm Vom zweifelhaften Erfolg der Waldorfpädagogik]
- http://www.waldorfcritics.org (engl.) Sonstiges
- Zur [http://www.klaus-frisch.de/html/waldorf.html indirekten Herkunft des Namens Waldorf] von der Stadt Walldorf (Baden) Kategorie:Schultypen/-system Kategorie:Pädagogische Fachrichtung Kategorie:Anthroposophie

Abitur in Bayern

Das bayerische Reifezeugnis (Abitur) wird normalerweise durch den erfolgreichen Abschluss der Kollegstufe (Jahrgangsstufe 12 und 13) und der zentral gestellten Abiturprüfung erlangt. Das Regelwerk für die Kollegstufe und die Abiturprüfung ist relativ komplex und umfasst selbst als vereinfachte Fassung mehr als 40 Seiten.

Leistungskurse

Jeder Schüler wählt vor Beginn der Kollegstufe aus den Fächern, in denen er zwei Jahre lang Pflichtunterricht gehabt hat (außer Ethik), zwei individuelle Leistungskurse (LKs). Der Lerninhalt ist im Gegensatz zu den Grundkursen erweitert und anspruchsvoller, außerdem muss in beiden LKs eine schriftliche Abiturprüfung abgelegt werden. Der Leistungskurs umfasst fünf Wochenstunden. Bei der Wahl der Leistungskurse ist zu beachten, dass der Schüler mindestens ein Hauptfach wählt. Hauptfach (offiziell: Kernfach) ist ein Fach, in dem der Schüler vor der Kollegstufe Schulaufgaben geschrieben hat. So kann etwa die Kombination B/WR von einem Schüler des WWG belegt werden (WR ist hier Hauptfach), aber nicht von einem Schüler des MNG (Biologie ist, obwohl Naturwissenschaft, stets Nebenfach.) Des weiteren ist darauf zu achten, dass wenigstens eines der beiden Fächer entweder Deutsch, eine fortgeführte Fremdsprache, Mathematik oder eine Naturwissenschaft ist. So ist etwa die Kombination WR/Mu auch für WWGler nicht wählbar, obwohl WR hier Kernfach ist.
Schließlich muss er in den LK-Fächern im Zwischenzeugnis der 11. Klasse (bzw. für Biologie und, außer am WWG, WR im Jahreszeugnis der zehnten Klasse) wenigstens die Note vier bekommen haben; für Kunst, Musik und Sport ist die Note drei erforderlich.

Drittes und viertes Fach

Neben den Leistungskursen werden auch in zwei Grundkursen Abiturprüfungen abgelegt. Dabei wird in den Leistungskursen und in einem der beiden Grundkurse (das sogenannte „dritte Fach“, umgangssprachlich auch „das Schriftliche“) eine schriftliche (und in den LKs Sport und Kunsterziehung zusätzlich eine praktische) Prüfung abgelegt; es kann jeweils eine 20-minütige mündliche Prüfung hinzukommen, wenn der Schüler es so will oder aber der Prüfungsausschuss ihn dazu verpflichtet (umgangssprachlich „jemand muss ins Mündliche“). Im anderen der Grundkurse („viertes Fach“) wird dagegen von vornherein nur eine, 30-minütige, mündliche Prüfung, das sogenannte Colloquium, abgehalten. Ein Schüler muss sein drittes und viertes Fach so wählen, dass er mit seinen Abiturfächern, also diesen beiden Fächern und seinen Leistungskursen, folgende Bedingungen erfüllt: # Mindestens zwei der Abiturfächer muss er bisher als Kernfächer gehabt (also in der Mittelstufe darin Schulaufgaben geschrieben haben). # Mindestens eines der Fächer muss entweder Deutsch oder eine sogenannte fortgeführte Fremdsprache sein. Fortgeführte Fremdsprache ist eine Fremdsprache, die der Schüler in der Mittelstufe als Pflichtfach gehabt hat. # Mindestens eines der Fächer muss entweder Mathematik oder eine Naturwissenschaft sein. # Mindestens eines der Fächer muss ein „gesellschaftswissenschaftliches“ Fach, also entweder Geschichte, Geographie, Sozialkunde, Wirtschafts- und Rechtslehre oder Religionslehre (bzw. Ethik) sein. # Ist einer der Leistungskurse Kunsterziehung, Musik oder Sport und der andere Deutsch, so muss Mathematik drittes oder viertes Fach sein. # Ist einer der Leistungskurse Deutsch und der andere ein gesellschaftswissenschaftlicher (vgl. Nr. 4), so muss entweder Mathematik oder eine fortgeführte Fremdsprache (oder beides) drittes oder viertes Fach sein. # Sowohl drittes wie viertes Fach müssen selbstverständlich die vollen zwei Jahre belegt werden. Kunst und Musik sind nicht als drittes Fach, Sport weder als drittes noch als viertes Fach wählbar. Von den freiwilligen Grundkursen sind lediglich die spätbeginnenden Fremdsprachen als Abiturfach wählbar.

Grundkurse

Ähnlich wie die LKs, werden auch die Grundkurse (GKs) individuell gegen Ende der 11. Jahrgangsstufe gewählt. Allerdings führt hier ein umfangreiches Regelwerk dazu, dass zahlreiche GKs belegt werden müssen. Im einzelnen müssen Deutsch, eine fortgeführte Fremdsprache (s. o.), Geschichte, Religionslehre (ersetzbar durch Ethik), Mathematik, eine Naturwissenschaft und Sport beide Jahre belegt werden; ebenso müssen Schüler, die in der elften Klasse eine ihrer Pflichtfremdsprachen durch eine spätbeginnende Fremdsprache ersetzt haben (z. B. Spanisch), diese bis zum Ende der dreizehnten Klasse belegen.
Schüler, die von der Realschule, von der Wirtschaftsschule oder von der Hauptschule aufs Gymnasium übergewechselt sind, müssen die zweite Fremdsprache (was normalerweise hier soviel bedeutet wie: nicht Englisch) zwei Jahre lang belegen, es sei denn, sie haben diese von der siebten bis zur zehnten oder von der neunten bis zur elften Klasse als Vorrückungsfach gehabt. Mit dieser Sprache können sie entweder der oben genannte Pflicht, eine fortgeführte Fremdsprache zu belegen, nachkommen (auch als Leistungskurs), oder sie aber zusätzlich belegen. Auf Grund des Einbringungssytems darf ein Schüler in letzterem Fall keinen Leistungskurs Sport nehmen (sonst wären mehr als 22 Leistungen einbringpflichtig, obwohl nur 22 eingebracht werden). Eines der beiden Fächer Kunsterziehung und Musik, ein weiteres politisch bildendes Fach (Geographie, Sozialkunde oder Wirtschafts- und Rechtslehre) und eine weitere Naturwissenschaft sind ein Jahr lang zu belegen. Es ist erforderlich, in den vier Halbjahren durchschnittlich 17 Stunden Unterricht allein aus Grundkursen zu haben (offiziell heißt das: 68 Grundkurs-Halbjahreswochenstunden.) Ein LK-Fach muss nicht mehr als GK gewählt werden und kann es auch nicht; lediglich bestimmte Lehrplanalternativen (s. u.), die in der dreizehnten Klasse statt des Faches unterrichtet werden können, können auch von Schülern besucht werden, die das gleiche Fach als Leistungskurs haben. Der Grundkurs umfasst in der Regel zwei, bei Fremdsprachen, Mathematik und Naturwissenschaften drei, bei Deutsch vier Wochenstunden. Man beachte folgende Regel: Eine Halbjahresleistung von 0 Punkten (Note sechs) in einem Grundkurs führt dazu, dass der Grundkurs in diesem Halbjahr und auch im anderen Halbjahr des betreffenden Schuljahrs als nicht belegt gilt: Weder die 0 Punkte noch die andere Halbjahresleistung können eingebracht (s. u.) werden, und der Grundkurs kann auch nicht bei der obengenannten Mindestzahl der Grundkurs-Halbjahreswochenstunden mitgezählt werden.

Lehrplanalternativen

Es besteht die Möglichkeit, in der 13. Klasse folgende Fächer durch Lehrplanalternativen zu ersetzen: #Geographie durch Geographie (Geologie) #Wirtschafts- und Rechtslehre durch WR (Informatik) #Mathematik durch Mathematik (Informatik) #Physik durch Physik (Informatik) #Physik durch Physik (Astronomie) Bei den Nummern 2 bis 4 ist hier Voraussetzung, dass der Schüler vorher freiwillig in der 12. Klasse einen Informatikkurs besucht hat oder, wie es offiziell heißt, „gleichwertige Vorbildung nachweist“. Physik-Astronomie (außerhalb offizieller Texte meist so, und nicht mit Klammern, geschrieben) kann als drittes und viertes Abiturfach, die übrigen nur als Colloquium genommen werden.

Facharbeit

In einem der beiden LK erstellt der Schüler eine „Facharbeit“. Diese kurze „vorwissenschaftliche“ Abhandlung muss seit einigen Jahre nach der Abgabe in einer mündlichen Prüfung erläutert werden, um sicherzustellen, dass die Arbeit selbst verfasst wurde. Ganz allgemein geht es bei der Facharbeit darum, die Studierfähigkeit des Abiturienten zu schulen. Deshalb kommt es vor allem auf das wissenschaftliche Arbeiten an. Wird die Facharbeit mit null Punkten bewertet, wird der Schüler nicht zum Abitur zugelassen. Die alleinige Abgabe einer Gliederung reicht nicht aus, um einen Punkt zu erhalten. Für die Erstellung der Facharbeit hat der Abiturient ein ganzes Jahr Zeit. Die Abgabe erfolgt am letzten Freitag im Januar der Jahrgangsstufe 13.

Einbringen

Unter dem Einbringen wird der Prozess verstanden, in dem die Schüler entscheiden, welche ihrer Grundkurs-Halbjahresleistungen (die Endnoten für ein bestimmtes Fach in einem der vier Halbjahre) in der sogenannten Gesamtqualifikation (s. u.) mitzählen sollen. Hierzu gibt es bestimmte Vorschriften: Vom dritten und vierten Abiturfach werden genau drei (aus den ersten drei Halbjahren) hier eingebracht (und die vierte beim Prüfungsergebnis). Wie viele Leistungen einzubringen sind, wenn das betreffende Fach kein Abiturfach ist, zeigt folgende Tabelle:
- betrifft nur die Schüler aus Realschule, Wirtschaftsschule und Hauptschule, die ihre zweite Fremdsprache (was normalerweise bedeutet: nicht Englisch) nicht als LK oder als einbringpflichtige GK-Fremdsprache gewählt haben. Hier sind in jedem Fall die beiden Halbjahresleistungen der dreizehnten Klasse einzubringen. Dies alles gilt nicht, wenn der betreffende Schüler die betreffende Sprache von der siebten bis zur zehnten oder von der neunten bis zur elften Klasse als Vorrückungsfach gehabt hat. Hierbei ist die beide Jahre belegte Naturwissenschaft die erste, die andere die zweite. Wird freiwillig auch die zweite Naturwissenschaft beide Jahre belegt, so erhöht sich die Zahl der einbringpflichtigen Leistungen natürlich nicht. Man beachte ferner, dass, wenn zwei der „weiteren gesellschaftwissenschaftlichen Fächer“ (Geographie, Sozialkunde, Wirtschafts- und Rechtslehre) Abiturfächer sind, der Schüler entweder auf das Einbringen von Geschichte oder von Religion (bzw. Ethik) verzichten kann. Insgesamt sind, einschließlich der sechs Leistungen aus dem dritten und vierten Fach, genau 22 Grundkurs-Halbjahresleistungen einzubringen. Meist wird der Schüler also über die obige Tabelle hinaus Leistungen einbringen. Er kann in diesem Fall etwa aus dem Fach Geschichte noch über die zwei Pflicht-Leistungen hinaus einbringen, oder aus dem Fach Sport, oder aus freiwilligen Kursen (z. B. Dramatisches Gestalten). Hier gibt es einige Einschränkungen:
- Aus dem Sport und aus freiwilligen Kursen können höchstens fünf Leistungen eingebracht werden (davon aus dem Fach Sport höchstens drei.) Dabei gilt jedoch eine spätbeginnende Fremdsprache, die als Abiturfach gewählt wurde, nicht als freiwillig.
- Aus Zusatz-Grundkursen zu Leistungskursen (z. B. Englische Konversation und Englisch) können nur zwei Leistungen eingebracht werden.
- Es dürfen nie mehr als fünf der 22 Leistungen dem gleichen Fach angehören (z. B. Musik und Instrumentalmusik). Eine Grundkurs-Halbjahresleistung von 0 Punkten (Note sechs) darf nicht eingebracht werden, und es darf im gleichen Fach im gleichen Schuljahr auch die andere Halbjahresleistung nicht eingebracht werden, da dieses Fach dann im Schuljahr als nicht belegt gilt.

Abiturprüfung

Zum Abschluss der zwei Jahre wird die Abiturprüfung abgelegt. Die drei schriftlichen Prüfungen dauern je nach Fach drei bis fünf Stunden, in Leistungskursen länger als in den Grundkursen. Die mündliche Prüfung, das Colloquium, dauert 30 Minuten und ist in zwei Teile gegliedert: ca. 10 Minuten Referat über den gewählten Schwerpunkt mit ca. 5-minütiger Diskussion, das zuvor innerhalb von 30 Minuten vorbereitet werden muss, und 15 Minuten Prüfung über zwei wählbare Lehrhalbjahre (Semester). Alle schriftlichen Abituraufgaben sind in Bayern zentral vom Kultusministerium gestellt und werden landesweit gleichzeitig bearbeitet. Die Arbeit wird von dem jeweiligem Kursleiter korrigiert und von einem zweiten Lehrer nachkorrigiert. Beide erhalten einen groben Bewertungsschlüssel und einen Erwartungshorizont. So soll sichergestellt werden, dass jeder die gleichen Chancen hat, aber der Unterricht nicht allzu eng am Lehrplan gehalten werden muss.

Benotung des Abiturs

In der Kollegstufe wird nicht nach dem klassischen Notensystem, sondern nach einem Punktesytem bewertet, das weitere Differenzierung ermöglicht. Punktesystem in der Kollegstufe: Bei der Durchschnittsberechnung ist eine Sonderregel zu beachten: Es wird zwar wie gewöhnlich gerundet, eine Aufrundung zur Punktzahl 1 ist jedoch verboten. Hat also ein Schüler eine Durchschnitt von 0,9 Punkten erzielt, sind ihm 0 Punkte einzutragen. Sowohl bei Grund- als auch bei Leistungskursen werden sogenannte Halbjahresleistungen ermittelt, also die Zeugnisnoten in den vier Ausbildungsabschnitten (Halbjahren) 12/1, 12/2, 13/1 und 13/2. Die Abiturnote setzt sich wie folgt zusammen:
- 22 Halbjahresleistungen aus den Grundkursen, einschließlich jeweils drei (und zwar die der ersten drei Ausbildungsabschnitte) derjenigen Grundkurse, in denen schriftliches Abitur bzw. Colloquium geschrieben wird (Höchstpunktzahl 330 Punkte);
- die Halbjahresleistungen der ersten drei Ausbildungsabschnitte der Leistungskurse, und zwar verdoppelt: Hier sind also Punkte von 0 bis 30 möglich, wobei wieder z.B. 26-30 Punkte dem Einser und 0 oder 1 Punkt dem Sechser entsprechen, dies nennt man doppelte Wertung. Höchstpunktzahl 180 Punkte);
- die Facharbeit, ebenfalls in doppelter Wertung (Höchstpunktzahl 30 Punkte)
- das Ergebnis der Abiturprüfung in den vier Fächern: die Halbjahresleistungen der Prüfungsfächer im Ausbildungsabschnitt 13/2 in einfacher Wertung (diese werden hier mitgezählt, was u. a. bei den Hürden eine Rolle spielen kann) und die in der Prüfung erzielten Leistungen in vierfacher Wertung. Hier beträgt also die Höchstpunktzahl in einem einzelnen Fach 75 Punkte (der Vierer liegt also z. B. zwischen 20 und 30 Punkten), insgesamt können in diesem Bereich 300 Punkte erzielt werden. Damit beträgt die Höchstpunktzahl der gesamten Abiturnote bei 840, also 56x 15 Punkten. Der Dreier, um wieder ein Beispiel zu bemühen, liegt, nachdem er im 15-Punkte-Schema bei 7-9 Punkten liegt, in der kompletten Abiturnote bei 392-504 Punkten (56x7 bzw. 56x9). Die Allgemeine Hochschulreife wird einem Schüler erteilt, wenn #mindestens 280 Punkte (entsprechend durchschnittlich 5 Punkten = ein glatter Vierer) oder mehr in der Abiturgesamtnote hat #er mindestens 110 Punkte aus den eingebrachten Grundkurshalbjahresleistungen (ohne letztes Halbjahr der Abiturfächer) hat (entspricht wieder einem glatten Vierer) #er aus den Leistungskurshalbjahresleistungen (ohne letztes Halbjahr) und der Facharbeit mindestens 70 Punkte (entspricht wieder einem glatten Vierer) #er in der Abiturprüfung (entschließlich der letzten Halbjahresleistungen der Abiturfächer, die auch im Leistungskurs nur einfach zählen) wenigstens hundert Punkte erreicht hat (entspricht wieder einem glatten Vierer) Voraussetzung ist, dass er Folgendes nicht eingetreten ist: # dass er eine Leistung von 0 Punkten (entspricht einem Sechser) und im Leistungskurs auch von 1 Punkt (entspricht, da doppelte Wertung, ebenfalls einem Sechser) eingebracht hat #dass seine Facharbeit mit 0 Punkten bewertet worden ist; dies bedeutet, dass Schüler, die ihre Facharbeit verspätet abgeben, nicht zum Abitur zugelassen werden, da ihre Facharbeit mit 0 Punkten bewertet wird. #dass er in der mündlichen Prüfung zur Facharbeit - die in die Bewertung der Facharbeit mit eingeht - nur 0 Punkte erzielt hat. Diese Sonderregel soll wohl verhindern, dass der Schüler seine Facharbeit irgendwo abschreibt; #dass er eine Halbjahresleistung einbringt oder einbringen muss, wo er in der anderen Halbjahresleistung desselben Schuljahres (12. oder 13. Klasse) im gleichen Fach 0 Punkte hatte; #dass er mehr als sechsmal eine Grundkurshalbjahresleistung von 4 (=vier minus) oder weniger (= fünf) Punkten eingebracht hat #dass er mehr als zweimal eine Leistungskurshalbjahresleistung von 9 oder weniger Punkten eingebracht hat (entspricht, da doppelte Wertung, ebenfalls einer Vier minus und schlechter) #dass er in der Abiturprüfung (einschließlich letzte Halbjahresleistung der Abiturfächer) in mehr als zwei Fächern oder in beiden Leistungskursfächern 24 (=vier minus) oder weniger Punkte hat. #dass er einen notwendigen Kurs nicht belegt hat oder die erforderliche Mindeststundenzahl (68 Grundkurs-Halbjahreswochenstunden) unterschreitet. Dazu kann es kommen, wenn der Schüler in einem Halbjahr die Endnote 0 Punkte bekommt, denn dann gilt das Fach nicht nur im jeweiligen Halbjahr, sondern sogar im ganzen Schuljahr als nicht belegt. Diese Punkte bezeichnet man als Hürden. Die Abiturnote wird anhand eines Schemas in eine gewöhnliche Note (Sechs-Noten-System) mit einer Nachkommastelle übertragen. Den Schnitt von 1,0 gibt es ab 768 Punkten (entsprechend 13,714 Punkten im Durchschnitt). Für 281 Punkte gibt es noch die Abiturnote 3,9 , während es auf 280 Punkte (schlechtestmögliches Ergebnis) die Note 4,0 gibt. Des weiteren stehen im Abiturzeugnis mündliche (also „sehr gut“, „gut“ usf.) Noten als Gesamtnoten der einzelnen Fächer. Diese finden sich auch für die nach der elften Klasse abgelegten Fächer: Hier wird die Jahresschlußnote der elften Klasse hergenommen. Sie zählen jedoch nicht in der - unter Umständen für die Wahl der Studienfaches entscheidenden - Abiturnote mit.

Weblinks


- [http://www.km.bayern.de/km/schule/schularten/allgemein/gymnasium/index.shtml Das Gymnasium in Bayern]
- http://www.abiturloesungen.de
- [http://www.dasepp.de/ooo4.htm Abirechner für Excel/OpenOffice.org]
- [http://www.abiturloesung.de/ Abituraufgaben Mathematik aus Bayern mit interaktiven Lösungen] Kategorie:Abschlüsse und Zertifikate

Kategorie:Schultypen/-system

In diese Kategorie sollen die Schulsystem, sowie die Schultypen (z.B. Realschule) einsortiert werden. Eventuell kann mittelfristig eine Trennung zwischen in die Kategorien Schultyp und Schulsystem erfolgen -schon um den nicht wiki-konformen "/" im Lema zu vermeiden. Kategorie:Schulwesen

Pictographic

A pictogram or pictograph is a symbol representing an object or concept by illustration. Pictography is a form of writing whereby ideas are transmitted through drawing. It is the basis of cuneiform and hieroglyphs. Early written symbols were based on pictograms, pictures which resemble what they signify, and ideograms, pictures which represent words; it is commonly believed that pictograms appeared before ideograms. They were used by various ancient cultures all over the world since around 9000 BC and developed into a writing system around 5000 BC. Pictograms are still in use as the main medium of written communication in some non-literate cultures in Africa, The Americas, and Oceania, and are often used as a simple symbols by most contemporary cultures. The earliest uses of pictograms in Mesopotamia predated the famous Sumerian cuneiforms (oldest of which date to around 3400 BC). As far as around 9000 BC tokens marked with simple pictures began to be used to label basic farm produce, and around 6000 BC, with the rise of cities and spread of basic craftmanship more complex pictographic tokens were devised to label manufactured goods. Eventually, the tokens were replaced by clay tablets, on which symbols were drawn with a blunt reed called a stylus. The impressions left by the stylus were wedge shaped, thus giving rise to the name cuneiform, wedge-writing. [http://pandora.cii.wwu.edu/vajda/ling201/test4materials/Writing2.htm] Though written Chinese is often thought of consisting of pictograms, less than 1% of all characters ever created have their direct origins in pictograms. The letters of the Roman alphabet, however, do have their origins in pictograms. For example, the letter A represented the head of an ox, and if it is turned upside down, a bovine head with horns can be seen. Roman alphabet Pictograms remain in common use today, serving as signs or instructions. Because of their graphical nature and fairly realistical style, they are widely used to indicate public toilets, or places such as airports and train stations. However, even these symbols are highly culture-specific. For example, in some cultures men commonly wear dress-like clothing, so even restroom signage is not universal. Pictographic writing as a modernist poetic technique is credited to Ezra Pound though French surrealists accurately credit the Pacific Northwest American Indians of Alaska who introduced writing, via totem poles, to North America (Reed 2003,p.XIX). A standard set of pictograms was defined in the international standard ISO 7001: Public Information Symbols. Another common set of pictograms are the laundry symbols used on clothing tags and chemical hazard labels. In countries or regions where two or more languages are used, the typical traffic sign is very often a symbol with no writing on it. This is the case for much of Europe and several parts of Canada. Many of these signs, however, offer an abstract symbol instead of a picture, and they cannot be considered true pictograms.
Canada Canada Canada

Source


- Reed, Ishmael (2003). From Totems to Hip-Hop: A Multicultural Anthology of Poetry Across the Americas, 1900-2002, Ishmael Reed, ed. ISBN 1560254580. The term "pictograph" can also be used to mean
- rock painting as distinguished from petroglyphs
- a chart which represents numeric data by pictures

See also


- Chinese character
- D.O.T. pictograms
- Emoticon
- Icon (computing)
- Ideogram
- Writing system
- Yakima Indian Painted Rocks ja:ピクトグラム Category:Infographics Category:Symbols Category:Writing

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