Home About us Products Services Contact us Bookmark
:: wikimiki.org ::
Indigene Religionen

Indigene Religionen

Indigene Religionen nennt man heute Religionen, die früher meist als Naturreligion zusammengefasst wurden. Auch "Stammesreligionen", "schriftlose Religionen" oder "primitive Religionen" waren Begriffe unter denen man die oft sehr verschiedenen Religionen indigener oder keine "Weltreligion" praktizierender Völker zusammenfasste. Heute ist der Gebrauch des Wortes Naturreligion zumindest umstritten. In Anlehnung an den Begriff Indigene Völker betont der Begriff "indigene Religionen" den Aspekt, dass diese Religionen Ihren Ursprung bei den betreffenden Völkern haben und nicht später (wie das bei den sog. Weltreligionen oft der Fall ist) übernommen wurden. Kategorie:Religion Kategorie:Naturreligion

Religion

Als Religion wird oftmals ein in größeren Bevölkerungsgruppen verankertes System von Vorstellungen über die Existenz von Gegebenheiten jenseits des sinnlich Erfahrbaren, bezeichnet. Diese in langen Traditionen entstandene Welterklärung bzw. Anleitung zur Lebensbewältigung wird in der westlichen Welt aufgrund christlicher Traditionen häufig mit der Kurzformel "Glaube" zusammengefasst. Hierbei handelt es sich um den zumeist institutionalisierten und organisierten Glauben an eine oder mehrere persönliche oder auch unpersönliche transzendente Wesenheiten, z.B. eine Gottheit, Geister und Ahnen) und/oder Prinzipien (z.B. Dao, Dhamma) und/oder andere Vorstellungen, wie z.B. Nirvana und Jenseits.

Nähere Bestimmung

Allerdings erfasst dieser westliche Ansatz einer Definition mit Hilfe des Begriffs "Glauben" nicht alle Religionen, da dieser Terminus in einigen Religionen nicht oder kaum existiert und damit nicht das eigentliche Merkmal dieser Religion sein kann. Ein weiteres Problem stellt die Bestimmung einer Gemeinschaft als Religion dar. Einige Religionen beruhen auf philosophischen Systemen, bei anderen ist die politische Orientierung oder die Spiritualität sehr ausgeprägt. Eine klare Abgrenzung ist kaum möglich, Überschneidungen finden sich in nahezu allen Religionen und insbesondere bei der Rezeption durch einzelne Menschen. Den meisten Religionen sind Heilslehren, Symbolsysteme und Rituale zu eigen. Auf diesem Hintergund werden populäre Einteilungen vorgenommen. Religiöse Vorstellungsbilder weiterzugeben und damit zu vergesellschaften, ist an die Sprachfähigkeit des Menschen gekoppelt und daher so alt wie das Sprachvermögen der Hominiden. Als Hochreligionen werden meist Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus, Buddhismus, Daoismus, Sikhismus, Konfuzianismus, Baha'i und Shinto verstanden (siehe auch Liste der Religionen der Welt). Mit der wissenschaftlichen Erforschung von Religionen befassen sich insbesondere die Religionswissenschaft/Religionsgeschichte, die Religionssoziologie, die Religionsphänomenologie und die Religionsphilosophie.

Begriff und Etymologie

religio hatte im Lateinischen die unterschiedlichsten Bedeutungen: "Gottesfurcht", "Frömmigkeit", "Heiligkeit", aber auch "Rücksicht", "Bedenken", "Skrupel", "Gewissenhaftigkeit" oder "Aberglaube". Die weitere Etymologie des Begriffs ist nicht mit Sicherheit geklärt. religare bedeutet im Lateinischen "anbinden, zurückbinden" und auch "festhalten, an etwas festmachen". Der Begriff religio ist kein Terminus altrömischer Religion. Die frühesten Belege finden sich vielmehr erst in den Komödien des Plautus (ca. 250-184 v. Chr.) und in den politischen Reden des Cato (234-149 v. Chr.). Nach Cicero (De Natura Deorum 2, 72) geht religio zurück auf relegere, was wörtlich "wieder aufwickeln", im übertragenen Sinn "bedenken, Acht geben" bedeutet. Cicero dachte dabei an den Tempelkult, den es sorgsam zu beachten galt. Lactantius (Divinae Institutiones 4, 28) führt das Wort zurück auf religare: "an-, zurückbinden". Mögliche ursprüngliche Bedeutungen von "Religion" sind demnach "frommes Bedenken" oder die "Rückbindung" an einen von Gläubigen an- bzw. wahrgenommenen universellen göttlichen Ursprung oder an sonstiges Höheres.

Religion und Religiosität

Der Begriff religio bzw. religiosus wurde im Mittelalter vor allem für den Ordensstand benutzt. Diese Bedeutung hat der Begriff bis heute im römisch-katholischen Kirchenrecht. Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit waren für das Wort "Religion" die Bezeichnungen fides (Glaube), lex (Gesetz) und secta (Richtung, Partei) gebräuchlich. Der heutige Begriff "Religion" wurde erst nach der Reformation eingeführt. Darunter verstand man zunächst Lehren, die je nach Auffassung, entweder richtig oder falsch sein sollten. In der Aufklärung entwickelte sich dann ein abstrakterer Religionsbegriff, auf den die gegenwärtigen Definitionsansätze zurückgehen. Im Deutschen sind die Begriffe Religion und Religiosität zu unterscheiden. Der Begriff Religiosität wird seit Ende des 18. Jh. verwendet. Religion bezeichnet demgemäß ein System - also das Äußerliche, Strukturelle, Gemeinschaftliche -, während Religiosität auf das Subjektiv-Individuelle bezogen ist, insbesondere auf das Erleben des Einzelnen.

Begriffliche Problematik

Religiosität Wichtig bei der Betrachtung der Herkunft des Wortes ist die kritische Beobachtung seiner (ideologischen) Verwendung. Abgesehen von diesen etymologischen Unsicherheiten ist der Terminus auch heute noch problematisch. Mit der europäischen "Entdeckung" bisher in der so genannten Alten Welt unbekannter Kulturen wurde der Begriff auf Sachverhalte angewendet, die zwar Ähnlichkeiten mit dem europäischen Religionskonzept haben (zum Beispiel die Gottesverehrung), in mancher Hinsicht aber auch sehr gegensätzlich sind (zum Beispiel der Ausschließlichkeitsanspruch). Diese Differenz besteht auch zu den östlichen Religionen, was z.B. an den Übersetzungen des Wortes Religion in der jeweiligen Sprache zu erkennen ist. Eine Folge ist, dass heute zwar viele verschiedene Religionen und Religionsformen bekannt und erforscht sind, jedoch eine auf alle Religionsgemeinschaften und -formen anzuwendende Definition aussteht und wahrscheinlich - wegen der heterogenen Theoriesysteme - auch in Zukunft nicht existieren wird.

Wissenschaftliche Ansätze zur Definition von Religion

Die Religionssoziologie und Religionswissenschaft untersuchen seit ca. 100 Jahren auf empirischer und theoretischer Grundlage Religionen als gesellschaftliche Phänomene. Dabei gibt es unterschiedliche Auffassungen über Definition und Funktion von Religion. In beiden Wissenschaften konnte man sich bisher auf eine wissenschaftliche Definition, die beschreibt, was Erkennungsmerkmale von Religionen sind und wann eine Weltanschauung als Religion bezeichnet wird, nicht einigen. Dennoch gab es vielversprechende Ansätze, an die die weitere Forschung anknüpfen kann. Religionswissenschaft Nach Karl Marx u. a. sind Religionen ursprünglich an eine unilaterale gesellschaftliche Praxis gekoppelt. Demnach sind Jäger-, Nomaden- und Ackerbauernreligionen (als Basalreligionen) zu unterscheiden. Nur die Nachfolger der beiden letzteren, mit dem Neolithikum entstandenen Religionen hatten noch wesentlichen Einfluß auf die heutigen Religionen Europas. Erich Fromm bildete eine weite, sozialpsychologische Definition von Religion als jedes von einer Gruppe geteilte System des Denkens und Handelns, das dem einzelnen einen Rahmen der Orientierung und ein Objekt der Hingabe bietet.

Religionssoziologische Ansätze


- Nach Émile Durkheim, Begründer der Soziologie, trägt Religion zur Festigung sozialer Strukturen aber auch zur Stabilisierung des Einzelnen bei. Sein Religionsbegriff ist somit ein funktionalistischer. Gemäß Durkheim ist die Religion ein solidarisches System, das sich auf Überzeugungen und Praktiken bezieht, die heilige Dinge beinhalten und in einer moralischen Gemeinschaft wie beispielsweise der Kirche, alle vereinen, die dieser angehören. Daraus ergeben sich drei Aspekte von Religion, die Glaubensüberzeugungen (Mythen), die Praktiken (Riten) und die Gemeinschaft, auf die diese bezogen sind. Durkheim bezeichnet unter anderen Faktoren den Glauben als ein Element der Macht, die die Gesellschaft über ihre Mitglieder ausübt.
- Ferdinand Tönnies unterscheidet Ende des 19. Jh. zwischen 'Gesellschaft' und 'Gemeinschaft'. Er betont die sinnstiftende Funktion von Religion als typisch "gemeinschaftlich" und erforscht ihre Symbolsysteme. Religiöse Gemeinschaften - wie andere traditionelle Gemeinschaften - dienen demnach der kulturellen Bindung des Individuums. Sie verlieren zugunsten der Prägung durch die Gesellschaft in der Moderne an Bedeutung für den Einzelnen. Als Kirche, das heißt als Institution, behalten sie jedoch hohen gesellschaftlichen Einfluss. Laut Tönnies ("Geist der Neuzeit") folgt gegenwärtig einem Zeitalter der Gemeinschaft ein Zeitalter der Gesellschaft. Die Funktion der Religion im ersteren werde nunmehr von der öffentlichen Meinung mehr und mehr übernommen.
- Max Weber, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts ausführlich mit dem Phänomen "Religion" aus soziologischer Sicht befasste, unterschied zwischen Religion und Magie. Unter Religion versteht er ein dauerhaftes, ethisch fundiertes System mit hauptamtlichen Funktionären, die eine geregelte Lehre vertreten, einer organisierten Gemeinschaft vorstehen und gesellschaftlichen Einfluss anstreben. Magie dagegen ist nach Weber lediglich kurzfristig wirksam, gebunden an einzelne Magier oder Zauberer, die als charismatische Persönlichkeiten vermeintlich Naturgewalten bezwingen und eigene moralische Vorstellungen entwickeln. Diese Abgrenzung versteht Weber als idealtypisch. Reinformen sind selten, Überschneidungen und Übergänge werden konstatiert.

Religionswissenschaftliche Ansätze


- Nach Clifford Geertz (1973) ist Religion ein kulturell-geschaffenes Symbolsystem, das versucht, dauerhafte Stimmungen und Motivationen im Menschen zu schaffen, indem es eine allgemeine Seinsordnung formuliert. Diese geschaffenen Vorstellungen werden mit einer solch überzeugenden Wirkung ("Aura von Faktizität") umgeben, dass diese Stimmungen und Motivationen real erscheinen. Solche "heiligen" Symbolsysteme haben die Funktion, das Ethos - das heißt das moralische Selbstbewusstsein einer Kultur - mit dem Bild, das diese Kultur von der Realität hat, mit ihren Ordnungsvorstellungen zu verbinden. Die Vorstellung von der Welt wird zum Abbild der tätsächlichen Gegebenheiten einer Lebensform. Die religiösen Symbolsysteme bewirken eine Übereinstimmung zwischen einem bestimmten Lebensstil und einer bestimmten Metaphysik, die einander stützen. Religion stimmt demnach menschliche Handlungen auf eine vorgestellte kosmische Ordnung ab. Die ethischen und ästhetischen Präferenzen der Kultur werden dadurch objektiviert und erscheinen als Notwendigkeit, die von einer bestimmten Struktur der Welt erzeugt wird. Die Glaubensvorstellungen der Religionen bleiben demgemäß nicht auf ihre metaphysischen Zusammenhänge beschränkt, sondern erzeugen Systeme allgemeiner Ideen, mit denen intellektuelle, emotionale oder moralische Erfahrungen sinnvoll ausgedrückt werden können. Da somit eine Übertragbarkeit von Symbolsystem und Kulturprozess vorliegt, bieten Religionen nicht nur Welterklärungsmodelle, sondern gestalten auch soziale und psychologische Prozesse . Durch die unterschiedlichen Religionen wird eine Vielfalt unterschiedlicher Stimmungen und Motivationen erzeugt, sodass es nicht möglich ist, die Bedeutsamkeit von Religion in ethischer oder funktionaler Hinsicht festzulegen.
- Jacques Waardenburg bezeichnet die Definition von Religion als 'Glauben' als ein Produkt westlicher Tradition. Dieser Begriff treffe daher nicht auf die Vorstellungen anderer Kulturen zu und sei für die Beschreibung von Religionen eher ungeeignet. Religionen können nach seiner Auffassung als Bedeutungsgefüge mit darunterliegenden Grundintentionen für Menschen angesehen werden.
- Der amerikanische Religionswissenschaftler Ninian Smart entwirft ein multidimensionales Modell von Religion und unterscheidet dabei sieben Dimensionen: 1. die praktische und rituelle, 2. die erfahrungsmäßige und emotionale, 3. die narrative oder mythische, 4. die doktrinale und philosophische, 5. die ethische und rechtliche, 6. die soziale und institutionale und 7. die materielle Dimension (z.B. sakrale Bauwerke).

Phänomene und religionsspezifische Begrifflichkeit

Um Religionen zu beschreiben, haben Menschen, die sich mit Religion(en) beschäftigten, Kriterien und Begriffe für gefundene Phänomene geschaffen. Viele dieser Begriffe sind selbst Produkte religiöser Sichtweisen und damit problematisch für das Beschreiben religiöser Phänomene, da sie oftmals religiöse Interpretationen des jeweiligen Objektes sind und höchstens einen Ausschnitt des eigentlichen Phänomens zeigen können. So ist z.B. der Begriff "Gebet" ein christlicher und beschreibt eine christliche Praktik, die nicht auf Dinge wie Meditation oder Versenkung angewandt werden kann, obgleich dies immer wieder geschieht. Dennoch gibt es in vielen Religionen ähnliche Konzepte, die miteinander verglichen und einander gegenüber gestellt werden können, wodurch ein Ordnen und Beschreiben von Religionen erst möglich wird.

Theismus und Atheismus

Versenkung] Religionen, die einen Gott verehren, werden als monotheistisch bezeichnet, Religionen, die mehrere Götter verehren, als polytheistisch, Religionen, die das Göttliche in der gesamten Welt sehen, als pantheistisch, Religionen die sich nicht auf ein oder mehrere transzendente Wesen beziehen als atheistisch, obwohl der Atheismus als solcher keine Religion ist. Dennoch gibt es atheistische Religionen wie z.B. den Theravada-Buddhismus. Auch einige atheistische Weltanschauungen haben an religiöse Rituale erinnernde ideologisch geprägte Formen. Man denke z.B. an die Aufmärsche und Feiern kommunistischer Staaten oder an die sozialistischen Jugendweihen. Der Faschismus bzw. Nationalsozialismus trägt ebenfalls die Züge eines extremistischen religiösen Systems. Ein Beispiel ist die quasigöttlichen Verehrung des Führers. Neuere Forschungen zur Entstehung des Nationalsozialismus widmen dieser Thematik besondere Aufmerksamkeit. Die These, dass scheinbar nichtreligiöse Systeme sich religiöser Formen bedienen, wird wissenschaftlich diskutiert (siehe auch: Politische Religion). Weitere Kategorien zur Bezeichnung von (weniger weit verbreiteten) Religionen sind indigene und animistische Religionen.

Schöpfungsmythen und Kosmologie

Häufig vermitteln Religionen eine Vorstellung, wie die Welt entstanden ist, eine Schöpfungsgeschichte und ein Bild der letzten Dinge, eine Eschatologie. Dazu gehört immer die Hauptfrage, was mit dem Menschen nach dem Tod geschieht. Themen wie Reinkarnation, Nirwana, Ewigkeit, Jenseits, Himmel oder Hölle, und was letztlich mit der Welt geschehen wird (Weltuntergang, Apokalypse, Ragnarök, Reich Gottes), sind in vielen Religionen zentral.

Religiöse Spezialisten

Die meisten Religionen kennen Priester, Prediger, Geistliche, Magier, Druiden oder Schamanen, die die Religion überliefern, lehren, ihre Rituale ausführen und zwischen Mensch und Gottheit vermitteln. Manche Religionen sprechen einzelnen dieser Menschen übernatürliche Eigenschaften zu. In vielen Religionen sind diese Personen innerhalb einer formellen Organisation tätig, in anderen unabhängig. Sie werden bezahlt oder üben ihre Tätigkeit unentgeltlich aus. In einigen Religionen werden die religiösen Rituale vom Familienoberhaupt durchgeführt oder geleitet. Es existieren auch Religionen, in denen es keinen autorisierten Vermittler zwischen dem Übernatürlichen und dem Menschen gibt.

Spiritualität und Rituale

Häufig pflegen Religionen und Konfessionen eine eigene Art von Spiritualität. Spiritualität - insbesondere im Christentum - ist das geistliche Erleben, im Gegensatz zur Dogmatik, welche die festgesetzte Lehre einer Religion darstellt. Das Ritual hingegen ist durch die Religion formalisierte Spiritualität. Im heutigen westlichen Sprachgebrauch wird Spiritualität als seelische Suche nach Gott oder einem anderen transzendenten Bezug bezeichnet, ob im Rahmen von spezifischen Religionen oder jenseits davon. In einigen Religionen finden sich Strömungen, deren Anhänger die Begegnung mit der Transzendenz oder dem Göttlichen in mystischen Erfahrungen finden. Zu religiösen Riten gehören unter anderem Gebet, Meditation, Gottesdienst, religiöse Ekstase, Opfer, Liturgie, Prozessionen und Wallfahrten. Daneben gibt es im Alltag gelebte Frömmigkeit wie Almosen geben, Barmherzigkeit oder Askese.

Schismen und Synkretismus

Aufgrund ihrer ideologischen Momente haben Religionen die latente Tendenz zur Spaltung. Neue Religionen sind oft durch die Abtrennung einer Gruppe aus der ursprünglichen Religionsgemeinschaft entstanden. Der Begriff Synkretismus beschreibt das gleichzeitige Ausüben von Praktiken verschiedener Religionen. Im klassischen Sinne ist er aber der Versuch, Religionen zu vereinen oder die Schaffung einer neuen Religion aus unterschiedlichen Vorgängern zu initiieren. Seit der Aufklärung wird - vor allem im westlichen Kulturkreis - zwischen institutionalisierter Religion und persönlicher Haltung zum Transzendenten unterschieden. Hinzu kommen seit den 1980er Jahren postmoderne Ansätze, nach denen Gruppen oder Individuen Ideen, Rituale usw. aus Religionen und anderen Weltanschauungen neu zusammenstellen und auf ihre Bedürfnisse zuschneiden. Dieses eklektizistische Vorgehen wird von Vertretern traditioneller Religionen zuweilen "Patchwork- bzw. Cafeteria-Religion" oder "Supermarkt der Weltanschauungen" genannt.

Religionen in Zahlen

Viele Menschen haben das Bedürfnis, zu erfahren, wie viele "Gläubige" sich zu einer Religion bekennen. Obwohl immer wieder Statistiken auftauchen, ist die Quellenlage zumeist fraglich. Auch gibt es Religionen wie das Christentum oder den Buddhismus nicht (man vergleiche das "Christentum" in Südamerika und Skandinavien). Daher sollte stets beachtet werden, dass solche Statistiken im besten Falle nur etwas über die Anzahl der Mitglieder einer Religionsgemeinschaft (ähnlich einer Vereinsmitgliedschaft) und über die Ideologie der Statistikveröffentlicher aussagen. Darüber hinaus gibt es sehr unterschiedliche Ausprägungen der Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft. Beispielsweise werden zum Judentum häufig auch diejenigen gerechnet, die sich als Atheisten bezeichnen, zum Christentum in Deutschland alle Kirchensteuerzahler, auch wenn sie nicht gläubig sind. eklektizistische Statistik A - Religionen der Welt - Zugehörige (Quelle: [http://www.adherents.com/Religions_By_Adherents.html adherents.com])
- Christentum (2,1 Milliarden)
- Islam (1,3 Milliarden)
- Atheismus, Nichtreligiöse (1,1 Milliarden)
- Hinduismus (900 Millionen)
- Traditionelle Chinesische Religionen (394 Millionen)
- Buddhismus (376 Millionen)
- Nichtafrikanische Indigene Religionen (300 Millionen)
- Traditionell Afrikanische Religionen (100 Millionen)
- Sikhismus (23 Millionen)
- Spiritismus (15 Millionen)
- Judentum (14 Millionen)
- Baha'i (7 Millionen)
- Jainismus (4,2 Millionen) Statistik B - Religionen der Welt - Zugehörige (Quelle: [http://www.globalchristianity.org/resources.htm David B. Barrett])
- Islam (1,313 Milliarden)
- Römisch Katholische Kirche (1,119 Milliarden)
- Hinduismus (870 Millionen)
- Nichtreligiös (769 Millionen)
- Unabhängige Christliche Kirchen (427 Millionen)
- Traditionelle Chinesische Religionen (405 Millionen)
- Buddhismus (379 Millionen)
- Protestantische Kirchen (376 Millionen)
- Ethnoreligionen (256 Millionen)
- Orthodoxe Kirchen (220 Millionen)
- Atheismus (152 Millionen)
- Afrikanische Religion (100 Millionen!)
- Neue Religionen (108 Millionen)
- Anglikaner (80 Millionen)
- Sikhismus (25 Millionen)
- Judentum (15 Millionen) Stand Mitte 2005, Weltbevölkerung: 6,454 Milliarden. Statistik C - Religionen in Deutschland - Zugehörige (Quelle: [http://www.remid.de/remid_info_zahlen.htm REMID])
- Römisch-Katholische Kirche (26,46 Millionen)
- Evangelische Landeskirchen (26,21 Millionen)
- Islam (gesamt: 3,3 Millionen)
- Hinduismus (gesamt: 0,092 Millionen)
- Neuapostolische Kirche (0,38 Millionen)
- Buddhismus (gesamt: 0,21 Millionen)
- Judentum (gesamt: 0,189 Millionen)

Religion und Ethik

eklektizistischeen, in welchen ethisches Verhalten festgelegt und über die Schrift weitergegeben wird.]] Die meisten alten Religionen hatten zugleich den Anspruch menschliches Zusammenleben durch Gesetze zu regeln (10 Gebote). Die meisten Religionen der Gegenwart haben ein ethisches Wertesystem, dessen Einhaltung sie fordern. Dieses System umfasst Vorstellungen darüber, was richtig und falsch und was gut und böse ist, wie ein Angehöriger der jeweiligen Religion zu handeln und teilweise zu denken hat. Immer also findet sich eine zugrundeliegende Auffassung über die Welt, die Natur und die Stellung des Menschen dazu darin. Obgleich sich diese Vorstellungen historisch wandeln, stehen hinter solchen religiösen Pflichten in fast allen Religionen ähnliche moralische Prinzipien. Diese sollen das konfliktarme Miteinander der Mitglieder der Religionsgemeinschaft regeln, sollen Gesellschaft und zum Teil Politik positiv beeinflussen und die Menschen individuell dem jeweiligen religiösem Ziel näher bringen. Zum Teil bieten sie für den Einzelnen einen moralischen Rahmen, der ihn psychisch und physisch stabilisieren kann. In einigen Religionen sollen diese moralischen Gesetze der jeweiligen Überlieferung nach direkt dem Religionsstifter von der entsprechenden Gottheit überbracht worden sein und somit höchste Autorität besitzen. Nach dieser Vorstellung müssen sich auch weltliche Herrscher diesen ethischen Anforderungen beugen. Gehorsam wird teilweise unter Androhung von diesseitigen oder jenseitigen Strafen gefordert oder als einziger Weg zum Heil dargestellt. Häufig existieren noch weitere Regeln, die nicht direkt vom Stifter der Religion stammen, sondern aus den heiligen Schriften und anderen Tradierungen der jeweiligen Religion abgeleitet werden (z.B. Talmud, Sunna). Einige dieser Normen verloren im Laufe der historischen Entwicklung für viele Gläubige ihren Sinn und wurden in einigen Fällen den sehr unterschiedlichen Wertesystemen der entsprechenden Zeit angepasst.

Ethik im Judentum und Christentum

Die gelebte Ethik von Judentum und Christentum unterscheidet sich unter anderem dadurch, ob die jeweilige Religion mit einem weiten individuellem Denk- und Handlungsspielraum, traditionell oder fundamentalistisch ausgelegt wird. Auch innerhalb der einzelnen Religionen gibt es häufig unterschiedliche Schulen, welche die jeweilige Morallehre verschieden auslegen und anwenden. So gab es z.B. im Christentum Strömungen, die das Alte Testament aufgrund der darin sehr gewalttätig wirkenden Gottheit "verbannen" wollten. Judentum und Christentum verbindet in ihren ethischen Systemen beispielsweise der Gedanke an eine Endzeit. Dieses lineare Verständnis von Zeit bedeutet, dass die Gläubigen im Diesseits nach den von ihrer Gottheit geforderten Regeln leben, um den Lohn dafür in einer späteren Zeit zu erhalten; obgleich die Gottheit auch im Diesseits schon wirken kann. Allerdings wird im Protestantismus ebenso oftmals die göttliche Gnade für ausschlaggebend gehalten, auch teilweise unabhängig von der Befolgung moralischer Postulate. Das Judentum ist weniger jenseitsbezogen jedoch gebotreicher als das Christentum, was sich u.a. im hebräischen Wort für Religion, nämlich Torah (Gesetz), widerspiegelt. Ähnlich wie im Hinduismus gibt es genaue Anweisungen, wie die Handlungsweisen des Mitglieds in der Gruppe sein sollen. In den christlichen Religionen sind durch die Relativierungen ihres Stifters und die neuplatonischen Einflüsse weit weniger Richtlinien vorgegeben - beispielsweise die Zehn Gebote.

Ethik im Islam

Die Ethik im Islam ist ähnlich wie im Judentum sehr stark an Gebote für einzelne Situationen gebunden. Der Koran gibt genaue Anweisungen für die Handlungen des Einzelnen in der Gruppe. Wichtig für den Islam ist eine kollektive Verantwortung für Gut und Böse. Dies wird beispielsweise in der Anweisung al-amr bil ma'ruf wa n-nahi an al-munkar (das Gute befehlen und das Schlechte verbieten) deutlich. In Folge besteht die Gefahr einer unumschränkten Befehlsgewalt der Gemeinschaft (siehe auch Hisba). Der Islam geht in seinen Hauptrichtungen Sunna und Schia von der Prädestination (Vorherbestimmung) aus, die dem Individuum nur begrentzten Handlungsspielraum zugesteht.

Ethik bei den "östlichen Religionen"

Religionen wie der Buddhismus, der Hinduismus oder auch der Daoismus stellen ebenso ethische Anforderungen, wie unter anderem die Überwindung von Hass, Habgier, Lüge sowie besonders Gewaltlosigkeit. Dabei werden die Regeln an einer angenommen kosmischen Gesetzmäßigkeit bzw. einem Weltprinzip ausgerichtet (z.B. Dharma im Hinduismus und im Buddismus, Dao im Daoismus). Dieses kosmische Weltprinzip beinhaltet ethische Vorgaben für jedes Individuum. Von den Anhängern wird erwartet, die Gesetzmäßigkeiten des Daseins zu erkennen und entsprechend zu handeln. So existieren z.B. Tötungsverbote, die sich teilweise auch auf Tiere beziehen. Abweichendes Verhalten wird in solchen Religionen weniger von der Religionsgemeinschaft sanktioniert, sondern soll vor allem negative Konsequenzen für das Individuum z.B. in einer der nächsten Existenzen nach sich ziehen (im Hinduismus, Buddhismus, Jainismus innerhalb der Vorstellung von Karma und Wiedergeburt, Samsara); im Daoismus und chinesischen Buddhismus äußern sich diese Konsequenzen z.B. innerhalb der daoistischen bzw. buddhistischen "Hölle", wo grausame Strafen auf Missetäter warten. Die populäre Annahme, dass "östliche Religionen" bedingt durch deren Ethik weniger zu Gewalt neigen, kann wissenschaftlich nicht bestätigt werden, da Gewalt eher von den jeweiligen Machthabern, als von den religiösen Autoritäten selbst ausgeht. Aber, religiös motivierte Gewalt, wie wir sie aus der Kreuzzugs-, Conquista-, Missionierungs-Historie im christlichen Kulturkreis oder auch im Rahmen der islamischen Expansion kennen, tritt im Kulturkreis östlicher Religionen deutlich seltener auf. Siehe auch: Buddhistische Ethik

Ethik bei indigenen Kulturen

Indigene Kulturen, die oftmals auch mit den problematischen Begriffen "Naturvölker" oder "Stammeskulturen" bezeichnet werden, weisen häufig Moralsysteme auf, welche die Gemeinschaft schützen sollen. Da nur durch ein funktionierendes Sozialbewusstsein das Überleben der Gruppe gesichert werden kann, steht ein prosoziales Verhalten im Mittelpunkt der mündlich weitergegebenen Verhaltensweisen. Diese "Naturreligionen" beinhalten weiterhin Rituale zur Beeinflussung ihrer Götter bzw. Naturgewalten.

Religion nach der Aufklärung

Die Aufklärung bringt einen Wandel des Religionsverständnisses: Verstand man in den vormodernen Gesellschaften unter Religion die öffentliche Verehrung der Götter (lat. religio), so verschiebt sich die Religion jetzt ins Private. Sie wird zur Religiosität, zur inneren Haltung des frommen Individuums. Als Vordenker dieser Haltung gilt der Theologe Schleiermacher, der in seinem Buch Über die Religion (1799) schrieb: "Religion ist nicht Metaphysik und Moral, sondern Anschauen und Gefühl". Dementsprechend ist seitdem - im Gegensatz zu den vorzeitlichen und vormodernen christlichen Gesellschaften, in denen alle Bereiche menschlichen Lebens unter der Autorität der Religion standen - eine Tendenz bemerkbar, die zunehmend Bereiche der Gesellschaft aus dem Herrschaftsbereich der Religion ausgliedert. Beispielsweise beanspruchen die Natur- und Geisteswissenschaften verbunden mit der Idee eines natürlichen Grundrechts Autorität in Fragen zu Evolution oder Ethik/ Recht - Bereiche, die zuvor der Religion unterstanden. Diese Entwicklung wird als Säkularisierung bezeichnet. Erklärungsversuche für dieses Phänomen beziehen sich oft auf die Industrielle Revolution, die allmähliche Überwindung des Ständestaates und den damit verbundenen ökonomischen, sozialen, kulturellen und rechtlichen Wandel. In Europa verlor das Christentum im späten 19. Jahrhundert Jahrhundert und im gesamten 20. Jahrhundert hinsichtlich seiner Reputation, seines gesellschaftlichen und politischen Einflusses und seiner Verbreitung an Bedeutung. Einige traditionell christliche westliche Länder verzeichnen sinkenden Klerikernachwuchs, Verkleinerung der Klöster und ein Anwachsen von Kirchenaustritten oder andere Formen von Distanzierung. In den meisten europäischen Staaten gehörten im Jahr 2005 mehr als 50 % der Einwohner einer christlichen Kirche an. Besonders im Gebiet der ehemaligen DDR, deren Regierung die Verbreitung einer atheistischen Weltanschauung förderte und in Frankreich, wo Napoleon die Schließung und Enteignung von Klöstern anordnete und Anfang des 20. Jahrhunderts eine strikte Trennung von Kirche und Staat durchgesetzt wurde, ging der gesellschaftliche Einfluss der Kirchen zurück. Studien im Vereinigten Königreich belegen rückläufige Besucherzahlen in Kirchen, Synagogen und anderen religiösen Einrichtungen, obwohl die Kirchen hier Umfragen zufolge weiterhin zu den reputierten öffentlichen Einrichtungen zählen. In Polen, Irland, Spanien und Italien gilt die katholische Kirche, der jeweils mehr als 80 % der Bewohner angehören, als einflussreich. In den meisten europäischen Ländern wurde früher oder später das Recht auf Religionsfreiheit gesetzlich verankert. Davor waren auch nichtreligiöse Menschen in aller Regel in religiöse Organisationen eingebunden, da eine demonstrative Abwendung von der Religion zu Diskriminierungen führen konnte. Diese Gruppe sieht derzeit weniger Gründe, sich einer Religionsgemeinschaft anzuschließen. Während des Kommunismus konnte in einigen Ostblockstaaten eine religiöse Orientierung zu formellen und informellen Benachteiligungen führen. In vielen europäischen Ländern ist es nach wie vor üblich, zumindest formell, einer Religion anzugehören. Parallel zur Säkularisierung kam es sowohl im protestantischen als auch im katholischen Raum zu einer vertieften und bewussteren Teilnahme am kirchlichen Leben von Seiten einer Minderheit von engagierten und häufig kritischen Laien. Auch junge Menschen wenden sich im Zuge ihrer Sinnsuche seit Ende des vorigen Jahrtausends häufiger wieder der Religion zu. Im Gegenzug zur Säkularisierung in Europa gewinnt die Religion in der übrigen Welt partiell an Einfluss. In den USA und Lateinamerika beispielsweise zeigen empirische Studien , dass die Religion nach wie vor ein wichtiger Faktor ist. In Afrika südlich der Sahara wuchs das Christentum im 20. Jahrhundert von 8 auf 335 Millionen Gläubige. In der oft konservativen arabischen Welt ist der Islam nach wie vor das prägende Element der Gesellschaft. Auch in China zählen, trotz jahrelangem staatlich verordnetem Atheismus, die Weltreligionen wieder circa 100 Millionen Anhänger.

Positive und negative Wirkungen von Religion

Oft wird der Streit zwischen Befürwortern und Gegnern einer Religion in Form einer Schaden-Nutzen-Analyse ausgetragen. Allerdings sagt das wenig über den Wahrheitswert von religiösen Botschaften aus. Dies sollte im Folgenden bedacht werden.

Positive Wirkungen

Dass viele Menschen trotz Aufklärung und moderner Religionskritik an ihrem Glauben festhalten, hat mit positiven Erfahrungen zu tun, die sie mit ihrer Religion verbinden. Religionen postulieren eine Realität jenseits des physisch Wahrnehmbaren sowie oft ein Leben nach dem Tod. Sie ermöglichen so eine Sinngebung, die als fundierter empfunden wird als eine Sinngebung, die durch die als unbefriedigend erlebte Welt und die eigene Sterblichkeit limitiert ist. Sie bieten ihren Anhängern häufig stabile soziale Strukturen. Fast alle Religionen setzen einen, oft rigorosen, ethischen Standard. Manche Menschen befürchten, ohne solches religiöses Fundament würden ethische Standards in der Praxis stark reduziert ("Ohne Gott ist alles erlaubt."). Diese moralischen Postulate sind wichtig, um die Gesellschaft und den einzelnen selbst vor destruktiven Exzessen zu schützen. Religiöse Aktivitäten, wie Gebet oder Meditation oder auch die Sinneseindrücke und Symbolik von religiösen Zeremonien, führen bei manchen Menschen zu spirituellen Empfindungen. Religiöse Gemeinschaften können ihren Mitgliedern Inspiration für Mitgefühl, praktische Nächstenliebe und moralische Selbsteinschränkung bieten. Alle Weltreligionen und darüber hinaus die meisten kleineren Religionen, fordern Barmherzigkeit von ihren Mitgliedern, das heißt, sie sollen sich fürsorglich um andere Menschen kümmern. Hierbei ist es weitgehend unerheblich, ob diese der eigenen Religionsgemeinschaft angehören oder nicht. So ist im Islam z.B. vorgeschrieben, dass jeder einen festen Anteil seines Einkommens für soziale Zwecke spenden soll. Besondere Hilfe und Fürsorge wird den Mitgliedern der eigenen Religionsgemeinschaft zuteil. Ein besonderer Aspekt der Religion ist der Frieden stiftende, welche besonders im Gebot der, in einigen Religionen postulierten, Feindesliebe Ausdruck findet. Alle diese Werte und Haltungen werden in unterschiedlicher Weise auch in nicht religiös orientierten Gruppierungen vertreten. Es lässt sich beobachten, dass beispielsweise das Christentum in der Vergangenheit für die Gründung vieler großer Universitäten und Schulen, den Aufbau von Hospitälern, den Vorläufern der heutigen Krankenhäuser, das Verteilen von Nahrungsmitteln und die Schaffung von Waisenhäusern verantwortlich war. Andere Religionen und weltliche Organisationen haben im Rahmen ihrer Kulturen und im Verhältnis zu ihrer Größe und ihrem Reichtum vergleichbare Leistungen vorzuweisen. Forschungen von Abraham Maslow nach dem Zweiten Weltkrieg zeigten, dass die Überlebenden des Holocaust oft diejenigen mit starken religiösen Überzeugungen (nicht notwendigerweise Tempelbesuch etc.) waren. Die humanistische Psychologie untersuchte, ob eine religiöse oder spirituelle Persönlichkeitsprägung mit längerer Lebensdauer und besserer Gesundheit verknüpft ist. Viele Menschen brauchen möglicherweise insbesondere religiöse Bindungen, weil diese verschiedene emotionale Bedürfnisse, wie das Bedürfnis, geliebt zu werden, das Bedürfnis, zu einer gleichförmigen Gruppe zu gehören, das Bedürfnis nach verständlichen Erklärungen oder das Bedürfnis nach Gerechtigkeit befriedigen. Maslows Ergebnisse haben sich in anderen Zusammenhängen nicht als wiederholbar erwiesen. Die These einer Korrelation zwischen Religion und Gesundheit bzw. Lebensdauer eines Individuums ist daher wissenschaftlich umstritten. Der besondere Umstand, dass Maslow ausschließlich Überlebende des Holocaust befragt hatte, und dass Religion das primäre Auswahlkriterium für die Forschungssubjekte war, könnte zu einer Verzerrung der Ergebnisse geführt haben. Religion kann auch, soweit sie moralische Leistungen - gute Taten - fordert, neben Hilfe im Einzelfall, begrenzte oder umfassende Reformen und Verbesserungen des rechtlichen oder wirtschaftlichen Systems einer Gesellschaft motivieren.

Negative Wirkungen

Die stärkste Form negativer Wirkung stellen Kriege und andere Gewalttaten dar, die mit religiösen Auffassungen begründet werden. Dies werten Gläubige zumeist als Missbrauch ihrer Religion, während Religionskritiker von einer allen Religionen immanenten Tendenz zu "Fanatismus und Grausamkeit" ausgehen. Im Westen beispielsweise wurde der römisch-katholischen Kirche die Inquisition vorgeworfen. Andere Verbrechen im Namen der Religion vor christlichem Hintergrund sind beispielsweise Kreuzzüge, Hexenverfolgung, Judenverfolgung, Gewalttätige Formen der Missionierung sowie teilweise die Unterstützung von an sich atheistischen Diktaturen und die ambivalente Rolle der Kirchen im Nationalsozialismus. Der Kirchen- und Religionskritiker Karlheinz Deschner hat in seinem auf zehn Bände angelegten Werk Kriminalgeschichte des Christentums eine Fülle historischen Materials zu diesem Thema ausgewertet, kommentiert und für den Laien verständlich aufbereitet. In den meisten demokratisch regierten Ländern werden Religionen von der Politik mehr oder weniger getrennt. Wenn man die Auswirkungen einer Säkularisierung im direkten Vergleich mit einem religiös gebundenen System wissenschaftlich, d.h. empirisch, untersucht, werden die Vor- und Nachteile beider Ansätze deutlich. Hierbei wird das oben behandelte Problem der Definition eine Rolle spielen: denn nicht alles, was unter dem Terminus "Religion" subsummiert wird, hat die gleichen Konsequenzen, wenn politische Macht ausgeübt wird. (vgl. hierzu die Untersuchungen Max Webers zu der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklung in protestantischen und katholischen Ländern). Wo religiöse Kräfte zu viel Einfluss auf nationale und supranationale politische Strukturen haben, prägen sie entweder die Gewalt der jeweiligen Regierung oder werden von ihr geprägt. Die beiden Fälle lassen sich nicht immer deutlich unterscheiden:
- Seit der islamistischen Revolution von 1979 wurden in Iran tausende von Menschen wegen sogenannter Verbrechen gegen die Religion inhaftiert, gefoltert und oft sogar ermordet. Frauen werden systematisch benachteiligt und schon wegen einer Nichteinhaltung von Bekleidungsvorschriften bestraft. Wegen sogenannter moralischer Verfehlungen können sie legal öffentlich gesteinigt werden. Homosexualität gilt als Verbrechen. Religiöse Minderheiten und politische Dissidenten werden strafrechtlich und von den sogenannten Religionswächtern verfolgt.
- Im christlichen Namibia kam es in den 1990er Jahren zu Gewalttätigkeiten gegenüber Homosexuellen, die von religiösen Autoritäten aber teilweise auch von der Regierung für eine langdauernde Dürre verantwortlich gemacht wurden.
- In Indien gibt es von Zeit zu Zeit Ausschreitungen von Hindus vor allem gegenüber Muslimen. Vereinzelt kommt es auch zu Gewalttätigkeiten gegenüber Christen. So verbrannte der Mob in einem hinduistischen Dorf 1999 den christlichen Leiter eines Lepraspitals zusammen mit seinen Söhnen lebendigen Leibes in seinem Auto. Hinzu kommt, dass religiöse Autoritäten aller Religionen für ihre Gläubigen oft Vorschriften erlassen, die die Privatsphäre reglementieren sollen. Wie in allen Weltanschauungen, so gibt es auch in den Religionen einen sichtbaren Widerspruch zwischen theoretischem Anspruch und praktischer Umsetzung. Während Machtmissbrauch und andere Missstände im Mittelalter und der frühen Neuzeit häufig zu religiösen Erneuerungsbewegungen führten, haben sie gegenwärtig eher eine Abkehr von der Religion zur Folge. Viele Religionskritiker betrachten religiöse Belehrungen in der frühen Kindheit als Mittel zur Anpassung an veraltete Normen. Erziehung zu religiösem Fanatismus wird von diesen, aber auch von religiös orientierten Menschen, häufig als Gehirnwäsche kritisiert. Manche stimmen weiter mit der marxistischen Sichtweise überein, wonach "Religion das Opium des Volkes" sei, also zur passiven Hinnahme ökonomischer und sozialer Machtstrukturen beitrage. Die Kritik wirft insbesondere Christen vor, durch die Hoffnung auf ein Jenseits im Diesseits keine gesellschaftlichen Veränderungen mehr hervor zu bringen. In der Tat haben sich kommunistische Staaten anders entwickelt als christliche Staaten. Tatsächlich gab es aber christliche Staaten, die in Erstarrung verharrten, während andere große Reformen erlebten. Hingegen verlangen manche säkularisierte Formen von Religion so wenig Engagement, dass sie kaum Einfluss auf das Leben ihrer Mitglieder ausüben. Viele davon gehören nur formell einer Religionsgemeinschaft an, was auf ihr Alltagsleben kaum Auswirkungen hat. Nur zu bestimmten Gelegenheiten werden einige religiöse 'Dienstleistungen' in Anspruch genommen.

Siehe auch


- Portal:Religion, Atheismus, Agnostizismus Religionskritik,

Literatur


- Primärquellen: Die Bibel, ISBN 3460330074; Der Koran, ISBN 3937229760; Der Talmund, ISBN 3937229787 (o. Hrsg.)
- Cancik, Hubert (Hrsg.), Die Religionen der Menschheit, 36 Bde, Kohlhammer-Verlag, Stuttgart, wird seit 1979 fortlaufend überarbeitet.
- Weber, Hartwig, Lexikon Religion, Reinbek, 2001, ISBN 3499606291
- Markus Witte (Hrsg.): Der eine Gott und die Welt der Religionen. 1. Aufl. Religion & Kultur-Verlag, Würzburg 2003 ISBN 3933891140
- René Girard, Das Heilige und die Gewalt, Fischer TB, ISBN 3596109701
- Erwin Fahlbusch (Hrsg.): Taschenlexikon Religion und Theologie, 5 Bde, Vandenhoeck & Ruprecht, 1983, ISBN 3-525-50123-4
- Hans- Michael Haußig: Der Religionsbegriff in den Religionen, Berlin, Philo 1999
- Wulf Meth (Hrsg.): Handbuch Weltreligionen: eine umfassende Einführung in Gedanken und Riten der Weltreligionen, R. Brockhaus, 2003, ISBN 3-417-24779-9
- Geertz, Clifford (1987) Dichte Beschreibung. Beiträge zum Verstehen kultureller Systeme, Frankfurt/M.: Suhrkamp
- Friedrich D. E. Schleiermacher (1799): Über die Religion, Reclam, Ditzingen ISBN 3150083133
- Vinnai, Gerhard: Jesus und Ödipus. 1999. Fischer-TB.-Vlg. Frankfurt/M. ISBN 3596144787

Weblinks Deutsch


- [http://www.religion-links.de.vu Links zu Religionen und religionswissenschaftlichen Seiten]
- [http://www.religion-online.info/ Informationsplattform Religion (REMID)]
- [http://www.kirche.at/ Staatlich anerkannte Religionsgemeinschaften in Österreich]
- [http://www.weltethos.org/ Stiftung für eine Weltethik]
- [http://www.relinfo.ch/ Evangelische Informationsstelle Kirchen - Sekten - Religionen]
- [http://www.rpi-virtuell.net/ Religionspädagogische Plattform: Artikel über Religionen, Weltanschauungen und Persönlichkeiten]
- [http://www.c6-magazin.de/monatsthema/2005/09-religionen Dossier über Religion und Glaube]
- [http://members.aol.com/ehsdober/reli/glossar.html Glossar religiöser Begriffe]
- [http://www.dittmar-online.net/religion/index.html Psychologie, Religion und Glauben]
- [http://www.religionen.at/ Verschiedene Religionen und Glaubensüberzeugungen]

Weblinks Englisch


- [http://www.bbc.co.uk/religion/ Religion & Ethics] (BBC; englisch)
- [http://religion-wiki.wikicities.com/wiki/Main_Page religion-wiki] - Koexistenz: alle Sprachen, alle Religionen ! ja:宗教 ko:종교 ms:Agama simple:Religion th:ศาสนา

Indigene Völker

Indigene Völker ist eine relativ junge Lehnübersetzung, wahrscheinlich vom spanischen Pueblos indígenas und bezeichnet Gemeinschaften von Ureinwohnern einer Region oder eines Landes. Der Ausdruck "Indigene Völker" hat in Lateinamerika als Sammelbezeichnung für alle Nachkommen der vorkolumbianischen Bevölkerung die auf Kolumbus' Verwechslung mit Indien beruhenden Begriffe Indios/Indianer ersetzt. In internationalen politischen Kontexten ist "Indigene Völker"/"Indigenous Peoples"/"Pueblos Indígenas" die übliche Sammelbezeichnung für Ureinwohnervölker aller Kontinente, während im nationalen Rahmen oft andere Sammelbegriffe verwendet werden (z.B. Aborigines, Native Americans, First Nations, Adivasi).

Definition

Die heute meistgebrauchte Definition dieses Begriffs geht auf UN-Sonderberichterstatter José Martínez-Cobo zurück, der diesen 1986 in seiner grundlegenden Studie über Diskriminierung gegen Indigene Völker (UN-Dokument Nr. E/CN.4/Sub.2/1986/87) an vier Kriterien knüpfte. Der hier gewählte Wortlaut weicht leicht von der Cobo-Definition ab und orientiert sich an der weiter präzisierten Fassung von Erika-Irene Daes, der langjährigen Vorsitzenden der WGIP. (Siehe: Working Paper by the Chairperson-Rapporteur, Mrs. Erica-Irene A. Daes, on the concept of indigenous people[http://www.unhchr.ch/Huridocda/Huridoca.nsf/(Symbol)/E.CN.4.Sub.2.AC.4.1996.2.En?Opendocument]):
- Zeitliche Priorität in Bezug auf die Nutzung oder Besiedlung eines bestimmten Territoriums: Indigene Völker sind relativ die "ersten" Bewohner eines Gebiets.
- Die freiwillige Bewahrung kultureller Besonderheit (voluntary perpetuation of cultural distinctiveness), die die Bereiche Sprache, Gesellschaftsorganisation, Religion und spirituelle Werte, Produktionsweisen und Institutionen betreffen kann: Indigene Völker sind kulturell deutlich von der dominierenden Gesellschaft unterschieden.
- Selbstidentifikation und Anerkennung durch andere als eine distinkte Gemeinschaft: Die Betroffenen müssen selbst mehrheitlich der Ansicht sein, dass sie einer distinkten Gruppe (einem Volk) angehören und dass dieses als "indigen" anzusehen ist. Gleichzeitig muss diese Ansicht von anderen, etwa von Angehörigen anderer indigener Völker in nennenswertem Umfang geteilt werden.
- Eine Erfahrung von Unterdrückung, Marginalisierung, Enteignung, Ausschluss oder/und Diskriminierung, wobei diese Bedingungen fortbestehen oder nicht: Der Grad der heute fortbestehenden Unterdrückung kann höchst unterschiedlich sein - von struktureller Benachteilung bei Aufstiegsmöglichkeiten bis hin zu Zwangsvertreibung und Ausrottung. Als Gruppe erfahrene Unterdrückung ist in jedem Fall konstitutiv für das politische Selbstverständnis indigener Völker. Diese vier Kriterien müssen nicht immer in gleicher Weise zutreffen, sondern es handelt sich hierbei um eine Arbeitsdefinition, die die Mehrzahl der Fälle angemessen beschreibt. Ein exklusive, "harte" Definition des Begriffs "Indigene Völker" kann und soll es nach Ansicht ihrer Vertreter, die aber auch von der UNO-Arbeitsgruppe über indigene Bevölkerungen geteilt wird, nicht geben. (Siehe: Working Paper by the Chairperson-Rapporteur, Mrs. Erica-Irene A. Daes, on the concept of "indigenous people"[http://www.unhchr.ch/Huridocda/Huridoca.nsf/(Symbol)/E.CN.4.Sub.2.AC.4.1996.2.En?Opendocument]) Es kann immer Fälle geben, in denen das Konzept "indigen" Anwendung findet, obwohl einzelne Kriterien nicht bzw. nicht mehr zutreffen. So kann die Selbstidentifikation als "indigen" fortdauern, auch wenn die erlittene Marginalisierung bereits (weitestgehend) überwunden ist, so etwa bei den Inuit Grönlands. Ein zentrales Element der Unterscheidung indigener Gemeinschaften von der nicht-indigenen Mehrheitsgesellschaft ist oftmals die besonders enge Bindung indigener Kulturen an ihr jeweiliges Territorium sowie die besonders enge Beziehung zu diesem, die zumeist auch spirituelle Dimension besitzt. (Siehe auch Indigenous Peoples and their Relationship to Land[http://www.unhchr.ch/Huridocda/Huridoca.nsf/(Symbol)/E.CN.4.Sub.2.2001.21.En?Opendocument], Arbeitspapier von Erika-Irene Daes, der früheren Vorsitzenden der WGIP.) Zentral zum Verständnis des Begriffs ist der Aspekt des Kollektivs. Indigene Völker existieren als Gesellschaften, nicht als bloße Ansammlung von Individuen. Somit sind die Forderungen nach indigenen Rechten überwiegend Forderungen nach Kollektivrechten.

Unterscheidung zu anderen Begriffen

Eingeborene

Die deutsche Übersetzung des Begriffs "indigen" lautet eingeboren. Wegen des kolonialen bzw. romantisierenden Beiklangs ist dieser Begriff jedoch belastet. (Eine weitere, bislang im Deutschen nicht eingebürgerte Variante der Übersetzung wäre "einheimisch", vgl. niederländ.
Inheemse Volken.)

Naturvölker

Der romantisierende Begriff Naturvolk wird im Deutschen oft synonym mit "Indigene Völker" verwandt. Dieser Begriff kennt keine englische Entsprechung und spielt daher international keine Rolle. Während indigen eine
politische Kategorie ist, rekurriert Naturvolk auf das romantische Ideal des Edlen Wilden, der in vollkommener Harmonie mit der Natur lebe. Dabei wird übersehen, dass auch "naturverbundene" menschliche Gemeinschaften stets auch Kultur hervorbringen. So sind beispielsweise auch die tropischen Regenwälder und die Tundren des russischen Nordens Kulturlandschaften, die durch indigene Völker geprägt wurden und werden. "Indigene Völker" bezieht sich zentral auf den Umstand der Diskriminierung und fordert die Realisierung und Respektierung von Menschenrechten ein. Für Anhänger des "Naturvolk"-Begriffs (im deutschsprachigen Raum etwa der Verein Freunde der Naturvölker e.V.[http://naturvoelker.org]) stehen dagegen Menschenrechte nicht im Vordergrund, sondern sie streben die Konservierung einer vermeintlich oder tatsächlich naturnahen, nicht-technisierten Lebensweise an, was die Gefahr des Paternalismus birgt. Wenn sie nach technischen Errungenschaften oder europäischer Bildung streben, begehen "Naturvölker" nach dieser Überzeugung Verrat an sich selbst. Dagegen impliziert das Konzept "indigene Völker" zuallererst das Recht der Betroffenen, selbst über die eigene Entwicklung zu bestimmen, unabhängig davon, ob das Resultat dem Klischee vom Edlen Wilden entspricht, oder nicht.

Nationale Minderheiten/Volksgruppen

Vertreter indigener Völker legen großen Wert auf die Unterscheidung zwischen nationalen Minderheiten bzw. Volksgruppen und "indigenen Völkern". Zu den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen gehören die spezifische Bindung indigener Völker an ihre jeweiligen Territorien, der Umstand der politischen und ökonomischen Marginalisierung, sowie der größere kulturelle und soziale Abstand zur jeweiligen Mehrheitsgesellschaft. Eindeutig um nationale Minderheiten handelt es sich bei Angehörigen einer Ethnie, die in einem anderen Staat die Titularnation stellt, also etwa Ungarn in Rumänien, Dänen in Schleswig-Holstein, Serben in Kroatien oder Polen in Litauen. Gleichzeitig werden aber auch Bevölkerungsgruppen ohne ein solches "Mutterland" oft als "nationale Minderheiten" und keineswegs als "indigene Völker" eingestuft, so etwa Bretonen in Frankreich oder Sorben und Friesen in Deutschland. Im letzteren Fall hängt die Unterscheidung zwischen Minderheit und indigenem Volk wesentlich von ökonomischen und kulturellen Faktoren sowie insbesondere von der Selbsteinschätzung der Betroffenen ab. So haben Vertreter der Sorben eine Selbstidentifikation als "indigen" stets abgelehnt.

Stammesvölker

Der Terminus Stammesvölker wird von der britischen Organisation Cultural Survival bevorzugt und ist in der Praxis zumeist deckungsgleich mit "indigene Völker". Der letztere Terminus hat jedoch den Vorteil, genauer und umfassender definiert und nicht an eine bestimmte Form der Sozialorganisation gebunden zu sein.

Autochthone Völker

Der Begriff "Autochthonen Völker" ist ein Synonym zu "indigene Völker", das v.a. im Französischen häufiger verwendet wird ("peuples autochtones").

Konfliktfelder

Land- und Ressourcenkonflikte

Da viele indigene Völker in enorm ressourcenreichen Gebieten der Erde leben, sind Konflikte, v.a. um Landnutzung und -rechte, ein generelles Problem dieser Völker. Ein Großteil der Uran-, Erdöl-, Gold- und Kohleförderung der Erde findet in den Gebieten indigener Völker statt. Ähnliches gilt für einen großen Teil der Atomtests der letzten Jahrzehnte, für Atommüllendlager und Großstaudämme. Dabei ziehen die Aktivitäten transnationaler Konzerne oftmals Militarisierung, Gewalt und bewaffnete Konflikte nach sich, so etwa auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Bougainville, bei der ein Bürgerkrieg um eine Kupfermine des Konzerns Rio Tinto etwa 10 000 Menschen das Leben kostete. Für eine allgemeine Analyse
siehe auch das Arbeitspapier Indigenous Peoples and Conflict Resolution[http://www.ohchr.org/english/issues/indigenous/docs/wgip22/2.pdf ] von Miguel Alfonso Martínez, dem gegenwärtigen Vorsitzenden der UNWGIP

Der Streit um das kleine 's'

Der "Streit ums kleine 's'", also die Frage, ob es indigenous
peoples (Völker) oder nur indigenous people (Menschen) gibt, gehört zu den bis heute am heftigsten umkämpften Fragen. Aus diesem Grund heißt die zuständige UNO-Arbeitsgruppe bis heute Working Group on Indigenous Populations (UNWGIP) und nicht "Working Group on Indigenous Peoples". Ebenso heißt das von der UNO ausgerufene Jahrzehnt der Indigenen Völker offiziell "Decade of the World's Indigenous People" und ein neu eingerichtes UN-Gremium in New York, das ursprünglich den Namen "Permanent Forum on Indigenous Peoples" erhalten sollte, wurde letztendlich unter dem Namen "Permanent Forum on Indigenous Issues" (Ständiges Forum über indigene Angelegenheiten) begründet. Der ernsthafte Hintergrund dieses Streits ist, dass das Völkerrecht mit dem Begriff Volk weitreichende spezifische Rechte verbindet, zuallererst das Recht auf Selbstbestimmung, was die freie Verfügung über Land und Ressourcen einschließt. Da indigene Völker häufig in der ressourcenreichen Regionen leben, fürchten zahlreiche Regierungen, im Falle einer Anerkennung dieses Rechts, die Kontrolle über diese Bodenschätze zu verlieren. Weiterhin besteht in Ländern, wo gewaltsame Konflikte zwischen Regierungen und indigenen Völkern stattfinden, mitunter die Befürchtung einer Sezession der letzteren. Historisch gibt es jedoch zahlreiche Beispiele dafür, dass Kolonialmächte indigene Völker als souveräne Rechtssubjekte anerkannt haben. Dies dokumentieren zuallererst zahlreiche historische Verträge, die etwa zwischen der englischen oder spanischen Krone oder der US-Regierung und indigenen Völkern in Nordamerika abgeschlossen wurden.

Forderungen indigener Völker

Zentrale Forderung der meisten Organisationen indigener Völker ist die verbindliche und uneingeschränkte Anerkennung ihrer Menschenrechte, beginnend mit dem Recht auf Selbstbestimmung, wie es in den ersten Artikeln der Internationalen Pakte über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte sowie über bürgerliche und politische Rechte, also der beiden wichtigsten völkerrechtlich verbindlichen Menschenrechtsdokumente ausdrücklich anerkannt wird. Dabei ist
Selbstbestimmung keineswegs gleichbedeutend mit Sezession und der Gründung eines eigenen Staates, sondern es geht um die prinzipielle Anerkennung eines Rechts. In Fällen, wo z.B. transnationale Konzerne große industrielle Vorhaben (z.B. Bau von Großstaudämmen, Erdöl- oder Uranförderung, Atomtests, Entsorgung von Giftmüll) auf von indigenen Völkern genutzten oder bewohnten Territorien planen, fordern indigene Völker, dass dies nur nach einer Freien, Vorherigen und Informierten Zustimmung ([http://www.ohchr.org/english/issues/indigenous/docs/wgip22/4.pdf Free, Prior and Informed Consent]) geschehen darf. In einigen Ländern ist die Forderung nach Free, Prior and Informed Consent bereits gesetzlich verwirklicht, so etwa auf den Philippinen. Auf der Ebene des internationalen Rechts lauten die wichtigsten Forderungen: Verabschiedung der Erklärung der Rechte der Indigenen Völker sowie die Ratifierung des Übereinkommens Nr. 169[http://www.ilo169.de/index.php?option=content&task=view&id=20&Itemid=31] der Internationalen Arbeitsorganisation.

Indigene Völker weltweit

Die Gesamtzahl der Angehörigen der indigenen Völker der Erde wird auf etwa 350 Millionen Menschen geschätzt. Dabei existieren v.a. in Asien und Afrika erhebliche Unsicherheiten. Denn in diesen beiden vormals fast vollständig kolonisierten Kontinenten stellen sich zahlreiche Regierungen auf den Standpunkt, dass die gesamte Bevölkerung gleichermaßen
indigen sei, wobei sie jedoch übersehen, dass "echte" indigene auch in einer postkolonialen Ära oftmals einer fortdauernden Unterdrückung ausgesetzt sind, von der die Mehrheit nicht mehr betroffen ist. Indigene Völker werden daher oft auch als innere Kolonien oder Vierte Welt bezeichnet. Siehe auch:
- Liste indigener Völker
- Indigene Völker Südamerikas
- Indianer Nordamerikas
- Indigene Völker Mittelamerikas und der Karibik
- Indigene Völker Europas
- Indigene Völker Afrikas
- Indigene Völker Asiens
- Indigene Völker Australien-Ozeaniens

Siehe auch


- Ethnische Minderheit
- Ethnos
- Volksstamm
- Ureinwohner
- Naturvolk
- Arbeitsgruppe über Indigene Bevölkerungen
- Menschenrechte

Weblinks


- [http://www.infoe.de/ Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie e.V. (infoe)]
- [http://www2.gtz.de/indigenas/deutsch/einleitung/index.html GTZ: Wer sind indigene Völker?]
- [http://www.ilo169.de/ Kampagne zur Ratifizierung der ILO-Konvention 169 über indigene Völker]
- [http://www.speaking4earth.com/ Speaking 4 Earth] - Menschenrechtsportal des Netherlands Centre for Indigenous Peoples
- [http://www.iwgia.org/ International Work Group on Indigenous Affairs (IWGIA)]
- [http://www.cwis.org/ Centre for World Indigenous Studies]
- [http://www.pygmies.info/ Indigene Völker Afrikas]
- [http://www.hrusa.org/indig/ Indigenous Peoples' Human Rights Project]
- [http://www.oew.org/de/aktuellesartikel.php?id=227 Eine Definition (Quelle: OEW)]
- [http://www.oew.org/de/aktuellesartikel.php?id=228 Ein gut gehütetes Geheimnis: Die UN-Dekade der Indigenen Völker - ein relatives Scheitern, eine Dekade der Rhetorik? (Quelle: OEW)] ! als:Ureinwohner ja:先住民 nb:Urfolk


Weltreligion

Bei der Bezeichnung Weltreligion handelt es sich um einen Begriff, der ein grobes Raster über vielfältige Religionen stülpt, die sich beispielsweise durch die hohe Anzahl ihrer Anhänger, die überregionale Verbreitung und/oder ihren universalen Anspruch auszeichnen. Eine klare Definition ist schwer zu leisten und daher sind Auflistungen der Weltreligionen stets einer gewissen Willkür unterworfen. In der Religionswissenschaft wird die Anwendung des Begriffes vermieden, um Definitionsproblemen zu entgehen.

Weltreligionen

Die folgenden fünf Religionen werden im allgemeinen als Weltreligion bezeichnet:
- Jüdische Religion (Anhänger: ca. 15 Mio.)
- Hinduismus (Anhänger: ca. 900 Mio.)
- Buddhismus (Anhänger: ca. 375 Mio.)
- Christentum (Anhänger: ca. 2 Mrd.)
- Islam (Anhänger: ca. 1,3 Mrd.) Während Christentum und Islam aktive Missionierung betreiben, ist dies in Buddhismus, Hinduismus und jüdischer Religion nicht der Fall. In den beiden letzteren ist auch heute noch das Hineingeboren werden in die Gemeinschaft der übliche Weg, Hindu bzw. Jude zu werden. In diesem Sinne liegt eine gewisse Koppelung an die Sozialstruktur vor: im Judentum ist vom "auserwählten Volk" die Rede, im Hinduismus ist die Ethik an die Kastenzugehörigkeit gebunden. Aus diesem Grunde ist es nachvollziehbar, dass der Hinduismus trotz der hohen Anzahl der Gläubigen regional stark gebunden ist. Die religiöse Institutionalisierung ist im Hinduismus relativ wenig ausgeprägt. Das Judentum hat insofern eine Sonderstellung, da ein Großteil der Juden im 20. Jahrhundert durch den Holocaust vernichtet wurden und das Judentum die Wurzeln der beiden Weltreligionen Christentum und Islam darstellt. Eine Konversion zur jüdischen Religion (Gijur) ist prinzipiell möglich, wenngleich keine aktive Missionierung betrieben wird. Aufgrund des universellen Anspruchs kann jeder Interessierte einer Weltreligion beitreten. Da keine Verbindung mit Verwandtschaftstrukturen vorliegt, ist nicht die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stamm, Klan oder Volk erforderlich. Die wesentlichen Inhalte der Religion sind kanonisiert und liegen als Heilige Schrift vor. Theologische Reflexion und metaphysische Spekulation gehören zum Wesen einer Weltreligion. Bei den meisten Weltreligionen haben sich im Laufe der Zeit religiöse Institutionen herausgebildet. Zu der Frage, wieviele Anhänger eine Religion haben muss, um als Weltreligion zu gelten, gibt es keinen Konsens. Verschiedentlich wird auch das Alter einer Religion als Kriterium genannt (demnach werden im 19./20. Jh. entstandene Religionen als Neue religiöse Bewegungen definiert). Eine minimalistische Auffassung des Begriffes Weltreligion würde nur den Buddhismus, das Christentum und den Islam umfassen: der universelle Geltungsanspruch war bereits bei Gründung der Religion präsent, eine weltweite Verbreitung liegt vor, die Anzahl der Anhänger ist sehr hoch und die Religion ist bereits sehr alt. Erweitertes Schema:
- Daoismus
- Konfuzianismus
- Baha'i Von etlichen Wissenschaftlern wird aufgrund seiner großen Bedeutung in China und Korea auch der Daoismus dazugezählt. Die Einordnung des Konfuzianismus ist insofern umstritten, als der religiöse Konfuzianismus nicht sehr viele Anhänger aufweist. Es wird auch darauf hingewiesen, dass das westliche Verständnis von Religion beim Konfuzianismus (der primär eine Sittenlehre ist) ohnehin nicht ganz greift. Vereinzelt werden die Baha'i aufgeführt, jedoch nur von Autoren, die nicht alle Religionen, die nach dem Sikhismus entstanden sind, grundsätzlich als Neue religiöse Bewegungen einklassifizieren. Ohne Zweifel handelt es sich bei den Baha'i um eine Religion mit universellem Anspruch, religiösen Institutionen, einer heiligen Schrift etc. Lediglich die nicht sehr hohe Anhängerschaft spricht gegen ein Hinzurechnen zu den Weltreligionen. Beim Sikhismus wird der universelle Anspruch in Zweifel gezogen. Die Argumente zeigen, dass der Begriff "Weltreligion" nicht sehr trennscharf ist bzw. inkonsequent angewandt wird. In der Religionswissenschaft wird der Begriff Weltreligion aus diesem Grunde immer mehr ersetzt durch Religionen der Welt. Dieser orientiert sich primär an der Anzahl der Anhänger und schließt schriftlose Religionen nicht aus. Der Begriff der Weltreligion hingegen setzt auf den Begriff der Hochreligion auf.

Forschungsgeschichte

Der Soziologe Max Weber definiert 1915 fünf Weltreligionen: die konfuzianische, hinduistische, buddhistische, christliche und islamische Ethik. Als sechste Religion komme das Judentum mit hinzu, weil es für das Verständnis der beiden letzten Religionen wichtig sei. Auf den Daoismus geht er ein, jedoch bezeichnet er ihn als "Heteredoxie" zum Konfuzianismus. Der Religionswissenschaftler Gustav Mensching betont 1938, dass in der Frühgeschichte des Menschen die Volksreligionen, die sich auf Familie, Sippe, Stamm oder Volk begrenzen, vorherrschend waren. Erst wenn sie den "Menschen schlechthin und nicht den bestimmten Volksgenossen" ansprechen, werden sie zur Universal- oder Weltreligion. Für Mensching haben fünf Religionen diesen Status erreicht: Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus und Buddhismus. Der Indologe Helmuth von Glasenapp geht 1963 von acht "ethischen Hochreligionen" (Hinduismus, Jainismus, Buddhismus, chinesischen Universismus, Parsismus, Judentum, Christentum und Islam) aus, von denen er fünf als Weltreligion beschreibt (Hinduismus, Buddhismus, den chinesischen Unversismus, Christentum und Islam), da sie "zusammen neun Zehntel der religiösen Menschheit ausmachen". Den Sikhismus betrachtet er als hinduistische Reformsekte. Unter dem Begriff "chinesischer Universismus" fasst er Konfuzianismus und Daoismus (sowie andere relevante Aspekte der chinesischen Religiosität) zusammen. Der Theologe Gerhard Wehr geht 2002 von sieben Weltreligionen aus (Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Daoismus und Konfuzianismus). Er sieht Weltreligionen als Kontrapunkt zu Natur- und Stammesreligionen, die keine Trennung zwischen Gott und Welt und keine Häresie (Ketzerei) kennen. Eine genaue Begründung zur Auswahl der Religionen bringt Wehr nicht. Der Religionswissenschaftler Manfred Hutter beschreibt 2005 ebenfalls sieben Weltreligionen (Hinduismus, Buddhismus, Daoismus, Judentum, Christentum, Islam und Baha'i). Den Konfuzianismus schließt er aus, da die Anhängerzahl des religiösen Konfuzianismus zu gering sei. Den Sikhismus führt er nicht auf, da er den universellen Geltungsanspruch vermisst. Hutter weist darauf hin, dass der Begriff Weltreligion kein religionswissenschaftlicher, sondern ein (weitgehend verständlicher) Begriff des alltäglichen Sprachgebrauchs ist.

Siehe auch


- Interreligiöser Dialog
- Liste der Religionen und Weltanschauungen

Literatur


- Tworuschka, Martina und Udo: Religionen der Welt. Grundlagen, Entwicklung und Bedeutung in der Gegenwart, München 1996. ISBN 3-572-00805-0
- Helmuth von Glasenapp: Die fünf Weltreligionen, Diederichs Verlag, Düsseldorf, 1963
- Max Weber: Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie, Tübingen, 1920 - 1921
  - Band 1: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus, Die protestantischen Sekten und der Geist des Kapitalismus sowie Die Wirtschaftsethik der Weltreligionen (Teil 1: Konfuzianismus und Taoismus) ISBN 3-8252-1488-5
  - Band 2: (Teil 2: Hinduismus und Buddhismus) ISBN 3-8252-1489-3
  - Band 3: (Teil 3: Das antike Judentum) ISBN 3-8252-1490-7
- Gerhard Wehr: Die sieben Weltreligionen, Hugendubel Verlag, München, 2002
- Manfred Hutter: Die Weltreligionen, Beck Verlag, München, 2005
- Gustav Mensching: Volksreligion und Weltreligion, Leipzig, 1938

Weblinks


- http://www.adherents.com/Religions_By_Adherents.html (Weltreligionen nach Anhängerzahl)
- http://www.weltreligionen.at/ (im Generalsekretariat der Österreichischen Bischofskonferenz) Kategorie:Religion ! ko:세계의 주요 종교 simple:Major world religions

Ethnie

Ethnie oder Ethnische Gruppe, früher auch Ethnos (von griech.: ἔθνος ethnos = Volk), bezeichnet einen Stamm oder ein Volk. Ethnologen verstehen unter diesem Begriff eine Gruppe von Personen, welche derselben Sprachgruppe, Kultur oder Religion angehören, und sich selber auch als Einheit definieren, oder eine Abstammung von einem gemeinsamen Vorfahren annehmen. Die zugehörigen Wissenschaften heissen daher Ethnologie (Völkerkunde), Europäische Ethnologie (Volkskunde) und Ethnosoziologie. Der Begriff Ethnie wird in neuerer Zeit auch meist als Synonym zu Volk, Stamm, oder Volkszugehörigkeit verwendet. Jedoch sollte der Begriff nicht in Zusammenhang mit Nation gebraucht werden. Vielfach bezeichnet Ethnie bereits eine Art Oberbegriff einer höheren Ordnung einer Gruppe. Beispiele dazu sind die Sprachgruppen der Indoeuropäer (früher auch Indogermanen genannt) oder Turkvölker, die manche Forscher auch als ethnische Einheiten begreifen, ohne dass hier irgend eine Art von Zusammengehörigkeitsgefühl nachzuweisen wäre. Sowohl Ethnien als auch Stämme werden oft aus mehreren Klans gebildet, die wiederum meist aus mehreren Lineages bestehen. Auf das genannte Beispiel der Indoeuropäer bezogen spricht man dann von der ethnischen Gruppe der Slawen, Germanen, Kelten, usw. Als ethnozentrisch werden Historiographie und Kulturtheorien bezeichnet, welche die Welt (zu) stark von einem bestimmten Ethnos her sehen. Ein noch relativ neuer Ansatz für eine weitere Verwendung dieses Wortes besteht in der Idee den Begriff Ethnische Gruppe als Ersatz für den in den meisten Bereichen diskreditierten Begriff „Rasse“ zu verwenden. Vor allem von politischer Seite wird dies oft gefordert, so sollen die Vereinten Nationen bereits eine entsprechende Regelung verabschiedet haben. Zuspruch erhält dieser Vorschlag, durch die Tatsache, dass jedwede Art von Rassentheorie, in keiner Weise wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte, und somit schlicht falsch sind. So konnte das bekannte Humangenomprojekt lediglich eine definitive Klassifizierung in eine ursprüngliche „afrikanische Menschengruppe“ sowie eine „nicht-afrikanische Menschengruppe“ nachweisen. Siehe auch: Portal:Ethnologie Kategorie:Anthropologie Kategorie:Ethnologie Kategorie:Volkskunde ms:Etnik

Indigene Völker

Indigene Völker ist eine relativ junge Lehnübersetzung, wahrscheinlich vom spanischen Pueblos indígenas und bezeichnet Gemeinschaften von Ureinwohnern einer Region oder eines Landes. Der Ausdruck "Indigene Völker" hat in Lateinamerika als Sammelbezeichnung für alle Nachkommen der vorkolumbianischen Bevölkerung die auf Kolumbus' Verwechslung mit Indien beruhenden Begriffe Indios/Indianer ersetzt. In internationalen politischen Kontexten ist "Indigene Völker"/"Indigenous Peoples"/"Pueblos Indígenas" die übliche Sammelbezeichnung für Ureinwohnervölker aller Kontinente, während im nationalen Rahmen oft andere Sammelbegriffe verwendet werden (z.B. Aborigines, Native Americans, First Nations, Adivasi).

Definition

Die heute meistgebrauchte Definition dieses Begriffs geht auf UN-Sonderberichterstatter José Martínez-Cobo zurück, der diesen 1986 in seiner grundlegenden Studie über Diskriminierung gegen Indigene Völker (UN-Dokument Nr. E/CN.4/Sub.2/1986/87) an vier Kriterien knüpfte. Der hier gewählte Wortlaut weicht leicht von der Cobo-Definition ab und orientiert sich an der weiter präzisierten Fassung von Erika-Irene Daes, der langjährigen Vorsitzenden der WGIP. (Siehe: Working Paper by the Chairperson-Rapporteur, Mrs. Erica-Irene A. Daes, on the concept of indigenous people[http://www.unhchr.ch/Huridocda/Huridoca.nsf/(Symbol)/E.CN.4.Sub.2.AC.4.1996.2.En?Opendocument]):
- Zeitliche Priorität in Bezug auf die Nutzung oder Besiedlung eines bestimmten Territoriums: Indigene Völker sind relativ die "ersten" Bewohner eines Gebiets.
- Die freiwillige Bewahrung kultureller Besonderheit (voluntary perpetuation of cultural distinctiveness), die die Bereiche Sprache, Gesellschaftsorganisation, Religion und spirituelle Werte, Produktionsweisen und Institutionen betreffen kann: Indigene Völker sind kulturell deutlich von der dominierenden Gesellschaft unterschieden.
- Selbstidentifikation und Anerkennung durch andere als eine distinkte Gemeinschaft: Die Betroffenen müssen selbst mehrheitlich der Ansicht sein, dass sie einer distinkten Gruppe (einem Volk) angehören und dass dieses als "indigen" anzusehen ist. Gleichzeitig muss diese Ansicht von anderen, etwa von Angehörigen anderer indigener Völker in nennenswertem Umfang geteilt werden.
- Eine Erfahrung von Unterdrückung, Marginalisierung, Enteignung, Ausschluss oder/und Diskriminierung, wobei diese Bedingungen fortbestehen oder nicht: Der Grad der heute fortbestehenden Unterdrückung kann höchst unterschiedlich sein - von struktureller Benachteilung bei Aufstiegsmöglichkeiten bis hin zu Zwangsvertreibung und Ausrottung. Als Gruppe erfahrene Unterdrückung ist in jedem Fall konstitutiv für das politische Selbstverständnis indigener Völker. Diese vier Kriterien müssen nicht immer in gleicher Weise zutreffen, sondern es handelt sich hierbei um eine Arbeitsdefinition, die die Mehrzahl der Fälle angemessen beschreibt. Ein exklusive, "harte" Definition des Begriffs "Indigene Völker" kann und soll es nach Ansicht ihrer Vertreter, die aber auch von der UNO-Arbeitsgruppe über indigene Bevölkerungen geteilt wird, nicht geben. (Siehe: Working Paper by the Chairperson-Rapporteur, Mrs. Erica-Irene A. Daes, on the concept of "indigenous people"[http://www.unhchr.ch/Huridocda/Huridoca.nsf/(Symbol)/E.CN.4.Sub.2.AC.4.1996.2.En?Opendocument]) Es kann immer Fälle geben, in denen das Konzept "indigen" Anwendung findet, obwohl einzelne Kriterien nicht bzw. nicht mehr zutreffen. So kann die Selbstidentifikation als "indigen" fortdauern, auch wenn die erlittene Marginalisierung bereits (weitestgehend) überwunden ist, so etwa bei den Inuit Grönlands. Ein zentrales Element der Unterscheidung indigener Gemeinschaften von der nicht-indigenen Mehrheitsgesellschaft ist oftmals die besonders enge Bindung indigener Kulturen an ihr jeweiliges Territorium sowie die besonders enge Beziehung zu diesem, die zumeist auch spirituelle Dimension besitzt. (Siehe auch Indigenous Peoples and their Relationship to Land[http://www.unhchr.ch/Huridocda/Huridoca.nsf/(Symbol)/E.CN.4.Sub.2.2001.21.En?Opendocument], Arbeitspapier von Erika-Irene Daes, der früheren Vorsitzenden der WGIP.) Zentral zum Verständnis des Begriffs ist der Aspekt des Kollektivs. Indigene Völker existieren als Gesellschaften, nicht als bloße Ansammlung von Individuen. Somit sind die Forderungen nach indigenen Rechten überwiegend Forderungen nach Kollektivrechten.

Unterscheidung zu anderen Begriffen

Eingeborene

Die deutsche Übersetzung des Begriffs "indigen" lautet eingeboren. Wegen des kolonialen bzw. romantisierenden Beiklangs ist dieser Begriff jedoch belastet. (Eine weitere, bislang im Deutschen nicht eingebürgerte Variante der Übersetzung wäre "einheimisch", vgl. niederländ.
Inheemse Volken.)

Naturvölker

Der romantisierende Begriff Naturvolk wird im Deutschen oft synonym mit "Indigene Völker" verwandt. Dieser Begriff kennt keine englische Entsprechung und spielt daher international keine Rolle. Während indigen eine
politische Kategorie ist, rekurriert Naturvolk auf das romantische Ideal des Edlen Wilden, der in vollkommener Harmonie mit der Natur lebe. Dabei wird übersehen, dass auch "naturverbundene" menschliche Gemeinschaften stets auch Kultur hervorbringen. So sind beispielsweise auch die tropischen Regenwälder und die Tundren des russischen Nordens Kulturlandschaften, die durch indigene Völker geprägt wurden und werden. "Indigene Völker" bezieht sich zentral auf den Umstand der Diskriminierung und fordert die Realisierung und Respektierung von Menschenrechten ein. Für Anhänger des "Naturvolk"-Begriffs (im deutschsprachigen Raum etwa der Verein Freunde der Naturvölker e.V.[http://naturvoelker.org]) stehen dagegen Menschenrechte nicht im Vordergrund, sondern sie streben die Konservierung einer vermeintlich oder tatsächlich naturnahen, nicht-technisierten Lebensweise an, was die Gefahr des Paternalismus birgt. Wenn sie nach technischen Errungenschaften oder europäischer Bildung streben, begehen "Naturvölker" nach dieser Überzeugung Verrat an sich selbst. Dagegen impliziert das Konzept "indigene Völker" zuallererst das Recht der Betroffenen, selbst über die eigene Entwicklung zu bestimmen, unabhängig davon, ob das Resultat dem Klischee vom Edlen Wilden entspricht, oder nicht.

Nationale Minderheiten/Volksgruppen

Vertreter indigener Völker legen großen Wert auf die Unterscheidung zwischen nationalen Minderheiten bzw. Volksgruppen und "indigenen Völkern". Zu den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen gehören die spezifische Bindung indigener Völker an ihre jeweiligen Territorien, der Umstand der politischen und ökonomischen Marginalisierung, sowie der größere kulturelle und soziale Abstand zur jeweiligen Mehrheitsgesellschaft. Eindeutig um nationale Minderheiten handelt es sich bei Angehörigen einer Ethnie, die in einem anderen Staat die Titularnation stellt, also etwa Ungarn in Rumänien, Dänen in Schleswig-Holstein, Serben in Kroatien oder Polen in Litauen. Gleichzeitig werden aber auch Bevölkerungsgruppen ohne ein solches "Mutterland" oft als "nationale Minderheiten" und keineswegs als "indigene Völker" eingestuft, so etwa Bretonen in Frankreich oder Sorben und Friesen in Deutschland. Im letzteren Fall hängt die Unterscheidung zwischen Minderheit und indigenem Volk wesentlich von ökonomischen und kulturellen Faktoren sowie insbesondere von der Selbsteinschätzung der Betroffenen ab. So haben Vertreter der Sorben eine Selbstidentifikation als "indigen" stets abgelehnt.

Stammesvölker

Der Terminus Stammesvölker wird von der britischen Organisation Cultural Survival bevorzugt und ist in der Praxis zumeist deckungsgleich mit "indigene Völker". Der letztere Terminus hat jedoch den Vorteil, genauer und umfassender definiert und nicht an eine bestimmte Form der Sozialorganisation gebunden zu sein.

Autochthone Völker

Der Begriff "Autochthonen Völker" ist ein Synonym zu "indigene Völker", das v.a. im Französischen häufiger verwendet wird ("peuples autochtones").

Konfliktfelder

Land- und Ressourcenkonflikte

Da viele indigene Völker in enorm ressourcenreichen Gebieten der Erde leben, sind Konflikte, v.a. um Landnutzung und -rechte, ein generelles Problem dieser Völker. Ein Großteil der Uran-, Erdöl-, Gold- und Kohleförderung der Erde findet in den Gebieten indigener Völker statt. Ähnliches gilt für einen großen Teil der Atomtests der letzten Jahrzehnte, für Atommüllendlager und Großstaudämme. Dabei ziehen die Aktivitäten transnationaler Konzerne oftmals Militarisierung, Gewalt und bewaffnete Konflikte nach sich, so etwa auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Bougainville, bei der ein Bürgerkrieg um eine Kupfermine des Konzerns Rio Tinto etwa 10 000 Menschen das Leben kostete. Für eine allgemeine Analyse
siehe auch das Arbeitspapier Indigenous Peoples and Conflict Resolution[http://www.ohchr.org/english/issues/indigenous/docs/wgip22/2.pdf ] von Miguel Alfonso Martínez, dem gegenwärtigen Vorsitzenden der UNWGIP

Der Streit um das kleine 's'

Der "Streit ums kleine 's'", also die Frage, ob es indigenous
peoples (Völker) oder nur indigenous people (Menschen) gibt, gehört zu den bis heute am heftigsten umkämpften Fragen. Aus diesem Grund heißt die zuständige UNO-Arbeitsgruppe bis heute Working Group on Indigenous Populations (UNWGIP) und nicht "Working Group on Indigenous Peoples". Ebenso heißt das von der UNO ausgerufene Jahrzehnt der Indigenen Völker offiziell "Decade of the World's Indigenous People" und ein neu eingerichtes UN-Gremium in New York, das ursprünglich den Namen "Permanent Forum on Indigenous Peoples" erhalten sollte, wurde letztendlich unter dem Namen "Permanent Forum on Indigenous Issues" (Ständiges Forum über indigene Angelegenheiten) begründet. Der ernsthafte Hintergrund dieses Streits ist, dass das Völkerrecht mit dem Begriff Volk weitreichende spezifische Rechte verbindet, zuallererst das Recht auf Selbstbestimmung, was die freie Verfügung über Land und Ressourcen einschließt. Da indigene Völker häufig in der ressourcenreichen Regionen leben, fürchten zahlreiche Regierungen, im Falle einer Anerkennung dieses Rechts, die Kontrolle über diese Bodenschätze zu verlieren. Weiterhin besteht in Ländern, wo gewaltsame Konflikte zwischen Regierungen und indigenen Völkern stattfinden, mitunter die Befürchtung einer Sezession der letzteren. Historisch gibt es jedoch zahlreiche Beispiele dafür, dass Kolonialmächte indigene Völker als souveräne Rechtssubjekte anerkannt haben. Dies dokumentieren zuallererst zahlreiche historische Verträge, die etwa zwischen der englischen oder spanischen Krone oder der US-Regierung und indigenen Völkern in Nordamerika abgeschlossen wurden.

Forderungen indigener Völker

Zentrale Forderung der meisten Organisationen indigener Völker ist die verbindliche und uneingeschränkte Anerkennung ihrer Menschenrechte, beginnend mit dem Recht auf Selbstbestimmung, wie es in den ersten Artikeln der Internationalen Pakte über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte sowie über bürgerliche und politische Rechte, also der beiden wichtigsten völkerrechtlich verbindlichen Menschenrechtsdokumente ausdrücklich anerkannt wird. Dabei ist
Selbstbestimmung keineswegs gleichbedeutend mit Sezession und der Gründung eines eigenen Staates, sondern es geht um die prinzipielle Anerkennung eines Rechts. In Fällen, wo z.B. transnationale Konzerne große industrielle Vorhaben (z.B. Bau von Großstaudämmen, Erdöl- oder Uranförderung, Atomtests, Entsorgung von Giftmüll) auf von indigenen Völkern genutzten oder bewohnten Territorien planen, fordern indigene Völker, dass dies nur nach einer Freien, Vorherigen und Informierten Zustimmung ([http://www.ohchr.org/english/issues/indigenous/docs/wgip22/4.pdf Free, Prior and Informed Consent]) geschehen darf. In einigen Ländern ist die Forderung nach Free, Prior and Informed Consent bereits gesetzlich verwirklicht, so etwa auf den Philippinen. Auf der Ebene des internationalen Rechts lauten die wichtigsten Forderungen: Verabschiedung der Erklärung der Rechte der Indigenen Völker sowie die Ratifierung des Übereinkommens Nr. 169[http://www.ilo169.de/index.php?option=content&task=view&id=20&Itemid=31] der Internationalen Arbeitsorganisation.

Indigene Völker weltweit

Die Gesamtzahl der Angehörigen der indigenen Völker der Erde wird auf etwa 350 Millionen Menschen geschätzt. Dabei existieren v.a. in Asien und Afrika erhebliche Unsicherheiten. Denn in diesen beiden vormals fast vollständig kolonisierten Kontinenten stellen sich zahlreiche Regierungen auf den Standpunkt, dass die gesamte Bevölkerung gleichermaßen
indigen sei, wobei sie jedoch übersehen, dass "echte" indigene auch in einer postkolonialen Ära oftmals einer fortdauernden Unterdrückung ausgesetzt sind, von der die Mehrheit nicht mehr betroffen ist. Indigene Völker werden daher oft auch als innere Kolonien oder Vierte Welt bezeichnet. Siehe auch:
- Liste indigener Völker
- Indigene Völker Südamerikas
- Indianer Nordamerikas
- Indigene Völker Mittelamerikas und der Karibik
- Indigene Völker Europas
- Indigene Völker Afrikas
- Indigene Völker Asiens
- Indigene Völker Australien-Ozeaniens

Siehe auch


- Ethnische Minderheit
- Ethnos
- Volksstamm
- Ureinwohner
- Naturvolk
- Arbeitsgruppe über Indigene Bevölkerungen
- Menschenrechte

Weblinks


- [http://www.infoe.de/ Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie e.V. (infoe)]
- [http://www2.gtz.de/indigenas/deutsch/einleitung/index.html GTZ: Wer sind indigene Völker?]
- [http://www.ilo169.de/ Kampagne zur Ratifizierung der ILO-Konvention 169 über indigene Völker]
- [http://www.speaking4earth.com/ Speaking 4 Earth] - Menschenrechtsportal des Netherlands Centre for Indigenous Peoples
- [http://www.iwgia.org/ International Work Group on Indigenous Affairs (IWGIA)]
- [http://www.cwis.org/ Centre for World Indigenous Studies]
- [http://www.pygmies.info/ Indigene Völker Afrikas]
- [http://www.hrusa.org/indig/ Indigenous Peoples' Human Rights Project]
- [http://www.oew.org/de/aktuellesartikel.php?id=227 Eine Definition (Quelle: OEW)]
- [http://www.oew.org/de/aktuellesartikel.php?id=228 Ein gut gehütetes Geheimnis: Die UN-Dekade der Indigenen Völker - ein relatives Scheitern, eine Dekade der Rhetorik? (Quelle: OEW)] ! als:Ureinwohner ja:先住民 nb:Urfolk


Kategorie:Naturreligion

Kategorie:Religion

Template:Welcome (no contrib)

Welcome

Hello, and welcome to Wikipedia. I hope you like the place and decide to stay. Here are a few good links for newcomers: How to edit a page, Picture tutorial, How to write a great article, Naming conventions, Manual of Style. I hope you enjoy editing here and being a Wikipedian! BTW, you can sign your name using three tildes, like this: ~~~. If you use four, you can add a datestamp too. If you have any questions, see the help pages, add a question to the village pump or ask me on my Talk page. Again, welcome!

kaway Kredyt hipoteczny jednorki bandyta House hoteles amsterdam










































:: RELATED NEWS ::

Dådyr (Dama dama) er en drøvtygger, der tilhører hjortefamilien. Dyret levede i det meste af Europa i perioden før sidste istid, men under istiden blev dyret trængt tilbage til den asiatiske del af Tyrkiet, hvor det nu ans
Ententemagterne
Ententemagterne var alliancen mellem Storbritannien, Frankrig, Belgien, Rusland og USA. Ruslands deltagelse stoppede i 1917 med Oktoberrevolutionen, og Italien skiftede side i 1915 fra
Lavendel (Lavandula angustifolia)
Ægte Lavendel (Lavandula angustifolia) er en delvis stedsegrøn, halvbusk med oprette, senere opstigende grene. Vækstformen er tæt og lidt lyngagtig. Barken er først glat og grøn, senere grålig og til sidst grå og afskallende. Skuddene er oprette og firkantede.
Perception (Psykologi)
Perception betyder i bred forstand sansning (se sans (organisme)). Ofte bruges termen dog i snæver forstand om den proces, der følger efter den egentlige neurologiske og psykologiske sansning, hvor sansedata behandles og fort
Lavandula officinalis
Ægte Lavendel (Lavandula angustifolia) er en delvis stedsegrøn, halvbusk med oprette, senere opstigende grene. Vækstformen er tæt og lidt lyngagtig. Barken er først glat og grøn, senere grålig og til sidst grå og afskallende. Skuddene er oprette og firkantede.
Quod erat demonstrandum

Latinske ord, som starter med Q


- Quadragena - 40 dages bodsøvelse
- Quarto - For det fjerde
- Quasi - Som om, foregiven, falsk
- Quatricinium - Musikstykke for fire stemmer
- Quatriduum - Et tidsrum af fire dage
- Quidam - En eller anden
- Quieto - Roligt, dæmpet
- Quinto - For det femte
- Quintuplum - Det femdobbelte, femfold
- Quintus - Det femte
- Quod erat demonstrandum (forkortes QED eller Q.e.d.) - “Hvilket skulle bevises”, udtrykket bruges ofte som slutformel i matematiske beviser
- Quodl
Uranus' måner
Pr. 2005 har man med sikkerhed kendskab til 27 måner i kredsløb om planeten Uranus.

Oversigt

I tabellen til højre findes Uranus' måner sorteret efter stigende middelafstand til Uranus, og dermed også efter stigende omløbstider. For en alfabetisk oversigt over månerne henvises til kategori-siden for Uranus' måner.
Gorm den gamle
Gorm den Gamle var en dansk konge, som regerede fra Jelling. Han har næppe været konge over hele Danmark, snarere over Jylland og Slesvig. Han regnes ofte for den første konge i kongerækken. Det skyldes, at han er den første konge, der nævnes i samtidige, danske kilder, nærmere betegnet de
En kort en lang
En kort en lang er en dansk spillefilm, der handler om bøsseparret Jacob og Jørgen spillet af Troels Lyby og den verdenskendte skuespiller Mads Mikkelsen, kendt fra bl.a. Kong Arthur og Pusher-serien. Filmen er instrueret og skrevet af Hella Joof, der også har produceret komedien
Tulipantræ (Liriodendron tulipifera)

Almindelig Tulipantræ (Liriodendron tulipifera) er et stort, løvfældende træ. Vækstformen er smal og kegleformet i de unge år. Senere bliver den mere uregelmæssig med svære, vandrette grene, der bøjer bøjer opad og bærer særskilte småkroner. Barken er først glat og olivengrøn med blå dug. Så bliver den brun med hvide korkporer
All Rights Reserved 2005 wikimiki.org