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Indigene VölkerIndigene Völker ist eine relativ junge Lehnübersetzung, wahrscheinlich vom spanischen Pueblos indígenas und bezeichnet Gemeinschaften von Ureinwohnern einer Region oder eines Landes. Der Ausdruck "Indigene Völker" hat in Lateinamerika als Sammelbezeichnung für alle Nachkommen der vorkolumbianischen Bevölkerung die auf Kolumbus' Verwechslung mit Indien beruhenden Begriffe Indios/Indianer ersetzt.
In internationalen politischen Kontexten ist "Indigene Völker"/"Indigenous Peoples"/"Pueblos Indígenas" die übliche Sammelbezeichnung für Ureinwohnervölker aller Kontinente, während im nationalen Rahmen oft andere Sammelbegriffe verwendet werden (z.B. Aborigines, Native Americans, First Nations, Adivasi).
Definition
Die heute meistgebrauchte Definition dieses Begriffs geht auf UN-Sonderberichterstatter José Martínez-Cobo zurück, der diesen 1986 in seiner grundlegenden Studie über Diskriminierung gegen Indigene Völker (UN-Dokument Nr. E/CN.4/Sub.2/1986/87) an vier Kriterien knüpfte. Der hier gewählte Wortlaut weicht leicht von der Cobo-Definition ab und orientiert sich an der weiter präzisierten Fassung von Erika-Irene Daes, der langjährigen Vorsitzenden der WGIP.
(Siehe:
Working Paper by the Chairperson-Rapporteur, Mrs. Erica-Irene A. Daes, on the concept of indigenous people[http://www.unhchr.ch/Huridocda/Huridoca.nsf/(Symbol)/E.CN.4.Sub.2.AC.4.1996.2.En?Opendocument]):
- Zeitliche Priorität in Bezug auf die Nutzung oder Besiedlung eines bestimmten Territoriums: Indigene Völker sind relativ die "ersten" Bewohner eines Gebiets.
- Die freiwillige Bewahrung kultureller Besonderheit (voluntary perpetuation of cultural distinctiveness), die die Bereiche Sprache, Gesellschaftsorganisation, Religion und spirituelle Werte, Produktionsweisen und Institutionen betreffen kann: Indigene Völker sind kulturell deutlich von der dominierenden Gesellschaft unterschieden.
- Selbstidentifikation und Anerkennung durch andere als eine distinkte Gemeinschaft: Die Betroffenen müssen selbst mehrheitlich der Ansicht sein, dass sie einer distinkten Gruppe (einem Volk) angehören und dass dieses als "indigen" anzusehen ist. Gleichzeitig muss diese Ansicht von anderen, etwa von Angehörigen anderer indigener Völker in nennenswertem Umfang geteilt werden.
- Eine Erfahrung von Unterdrückung, Marginalisierung, Enteignung, Ausschluss oder/und Diskriminierung, wobei diese Bedingungen fortbestehen oder nicht: Der Grad der heute fortbestehenden Unterdrückung kann höchst unterschiedlich sein - von struktureller Benachteilung bei Aufstiegsmöglichkeiten bis hin zu Zwangsvertreibung und Ausrottung. Als Gruppe erfahrene Unterdrückung ist in jedem Fall konstitutiv für das politische Selbstverständnis indigener Völker.
Diese vier Kriterien müssen nicht immer in gleicher Weise zutreffen, sondern es handelt sich hierbei um eine Arbeitsdefinition, die die Mehrzahl der Fälle angemessen beschreibt. Ein exklusive, "harte" Definition des Begriffs "Indigene Völker" kann und soll es nach Ansicht ihrer Vertreter, die aber auch von der UNO-Arbeitsgruppe über indigene Bevölkerungen geteilt wird, nicht geben. (Siehe: Working Paper by the Chairperson-Rapporteur, Mrs. Erica-Irene A. Daes, on the concept of "indigenous people"[http://www.unhchr.ch/Huridocda/Huridoca.nsf/(Symbol)/E.CN.4.Sub.2.AC.4.1996.2.En?Opendocument])
Es kann immer Fälle geben, in denen das Konzept "indigen" Anwendung findet, obwohl einzelne Kriterien nicht bzw. nicht mehr zutreffen. So kann die Selbstidentifikation als "indigen" fortdauern, auch wenn die erlittene Marginalisierung bereits (weitestgehend) überwunden ist, so etwa bei den Inuit Grönlands.
Ein zentrales Element der Unterscheidung indigener Gemeinschaften von der nicht-indigenen Mehrheitsgesellschaft ist oftmals die besonders enge Bindung indigener Kulturen an ihr jeweiliges Territorium sowie die besonders enge Beziehung zu diesem, die zumeist auch spirituelle Dimension besitzt. (Siehe auch Indigenous Peoples and their Relationship to Land[http://www.unhchr.ch/Huridocda/Huridoca.nsf/(Symbol)/E.CN.4.Sub.2.2001.21.En?Opendocument], Arbeitspapier von Erika-Irene Daes, der früheren Vorsitzenden der WGIP.)
Zentral zum Verständnis des Begriffs ist der Aspekt des Kollektivs. Indigene Völker existieren als Gesellschaften, nicht als bloße Ansammlung von Individuen. Somit sind die Forderungen nach indigenen Rechten überwiegend Forderungen nach Kollektivrechten.
Unterscheidung zu anderen Begriffen
Eingeborene
Die deutsche Übersetzung des Begriffs "indigen" lautet eingeboren. Wegen des kolonialen bzw. romantisierenden Beiklangs ist dieser Begriff jedoch belastet. (Eine weitere, bislang im Deutschen nicht eingebürgerte Variante der Übersetzung wäre "einheimisch", vgl. niederländ. Inheemse Volken.)
Naturvölker
Der romantisierende Begriff Naturvolk wird im Deutschen oft synonym mit "Indigene Völker" verwandt. Dieser Begriff kennt keine englische Entsprechung und spielt daher international keine Rolle.
Während indigen eine politische Kategorie ist, rekurriert Naturvolk auf das romantische Ideal des Edlen Wilden, der in vollkommener Harmonie mit der Natur lebe. Dabei wird übersehen, dass auch "naturverbundene" menschliche Gemeinschaften stets auch Kultur hervorbringen. So sind beispielsweise auch die tropischen Regenwälder und die Tundren des russischen Nordens Kulturlandschaften, die durch indigene Völker geprägt wurden und werden.
"Indigene Völker" bezieht sich zentral auf den Umstand der Diskriminierung und fordert die Realisierung und Respektierung von Menschenrechten ein. Für Anhänger des "Naturvolk"-Begriffs (im deutschsprachigen Raum etwa der Verein Freunde der Naturvölker e.V.[http://naturvoelker.org]) stehen dagegen Menschenrechte nicht im Vordergrund, sondern sie streben die Konservierung einer vermeintlich oder tatsächlich naturnahen, nicht-technisierten Lebensweise an, was die Gefahr des Paternalismus birgt. Wenn sie nach technischen Errungenschaften oder europäischer Bildung streben, begehen "Naturvölker" nach dieser Überzeugung Verrat an sich selbst.
Dagegen impliziert das Konzept "indigene Völker" zuallererst das Recht der Betroffenen, selbst über die eigene Entwicklung zu bestimmen, unabhängig davon, ob das Resultat dem Klischee vom Edlen Wilden entspricht, oder nicht.
Nationale Minderheiten/Volksgruppen
Vertreter indigener Völker legen großen Wert auf die Unterscheidung zwischen nationalen Minderheiten bzw. Volksgruppen und "indigenen Völkern". Zu den wichtigsten Unterscheidungsmerkmalen gehören die spezifische Bindung indigener Völker an ihre jeweiligen Territorien, der Umstand der politischen und ökonomischen Marginalisierung, sowie der größere kulturelle und soziale Abstand zur jeweiligen Mehrheitsgesellschaft.
Eindeutig um nationale Minderheiten handelt es sich bei Angehörigen einer Ethnie, die in einem anderen Staat die Titularnation stellt, also etwa Ungarn in Rumänien, Dänen in Schleswig-Holstein, Serben in Kroatien oder Polen in Litauen.
Gleichzeitig werden aber auch Bevölkerungsgruppen ohne ein solches "Mutterland" oft als "nationale Minderheiten" und keineswegs als "indigene Völker" eingestuft, so etwa Bretonen in Frankreich oder Sorben und Friesen in Deutschland.
Im letzteren Fall hängt die Unterscheidung zwischen Minderheit und indigenem Volk wesentlich von ökonomischen und kulturellen Faktoren sowie insbesondere von der Selbsteinschätzung der Betroffenen ab. So haben Vertreter der Sorben eine Selbstidentifikation als "indigen" stets abgelehnt.
Stammesvölker
Der Terminus Stammesvölker wird von der britischen Organisation Cultural Survival bevorzugt und ist in der Praxis zumeist deckungsgleich mit "indigene Völker". Der letztere Terminus hat jedoch den Vorteil, genauer und umfassender definiert und nicht an eine bestimmte Form der Sozialorganisation gebunden zu sein.
Autochthone Völker
Der Begriff "Autochthonen Völker" ist ein Synonym zu "indigene Völker", das v.a. im Französischen häufiger verwendet wird ("peuples autochtones").
Konfliktfelder
Land- und Ressourcenkonflikte
Da viele indigene Völker in enorm ressourcenreichen Gebieten der Erde leben, sind Konflikte, v.a. um Landnutzung und -rechte, ein generelles Problem dieser Völker. Ein Großteil der Uran-, Erdöl-, Gold- und Kohleförderung der Erde findet in den Gebieten indigener Völker statt. Ähnliches gilt für einen großen Teil der Atomtests der letzten Jahrzehnte, für Atommüllendlager und Großstaudämme. Dabei ziehen die Aktivitäten transnationaler Konzerne oftmals Militarisierung, Gewalt und bewaffnete Konflikte nach sich, so etwa auf der zu Papua-Neuguinea gehörenden Insel Bougainville, bei der ein Bürgerkrieg um eine Kupfermine des Konzerns Rio Tinto etwa 10 000 Menschen das Leben kostete.
Für eine allgemeine Analyse siehe auch das Arbeitspapier Indigenous Peoples and Conflict Resolution[http://www.ohchr.org/english/issues/indigenous/docs/wgip22/2.pdf ] von Miguel Alfonso Martínez, dem gegenwärtigen Vorsitzenden der UNWGIP
Der Streit um das kleine 's'
Der "Streit ums kleine 's'", also die Frage, ob es indigenous peoples (Völker) oder nur indigenous people (Menschen) gibt, gehört zu den bis heute am heftigsten umkämpften Fragen.
Aus diesem Grund heißt die zuständige UNO-Arbeitsgruppe bis heute Working Group on Indigenous Populations (UNWGIP) und nicht "Working Group on Indigenous Peoples". Ebenso heißt das von der UNO ausgerufene Jahrzehnt der Indigenen Völker offiziell "Decade of the World's Indigenous People" und ein neu eingerichtes UN-Gremium in New York, das ursprünglich den Namen "Permanent Forum on Indigenous Peoples" erhalten sollte, wurde letztendlich unter dem Namen "Permanent Forum on Indigenous Issues" (Ständiges Forum über indigene Angelegenheiten) begründet.
Der ernsthafte Hintergrund dieses Streits ist, dass das Völkerrecht mit dem Begriff Volk weitreichende spezifische Rechte verbindet, zuallererst das Recht auf Selbstbestimmung, was die freie Verfügung über Land und Ressourcen einschließt. Da indigene Völker häufig in der ressourcenreichen Regionen leben, fürchten zahlreiche Regierungen, im Falle einer Anerkennung dieses Rechts, die Kontrolle über diese Bodenschätze zu verlieren. Weiterhin besteht in Ländern, wo gewaltsame Konflikte zwischen Regierungen und indigenen Völkern stattfinden, mitunter die Befürchtung einer Sezession der letzteren.
Historisch gibt es jedoch zahlreiche Beispiele dafür, dass Kolonialmächte indigene Völker als souveräne Rechtssubjekte anerkannt haben. Dies dokumentieren zuallererst zahlreiche historische Verträge, die etwa zwischen der englischen oder spanischen Krone oder der US-Regierung und indigenen Völkern in Nordamerika abgeschlossen wurden.
Forderungen indigener Völker
Zentrale Forderung der meisten Organisationen indigener Völker ist die verbindliche und uneingeschränkte Anerkennung ihrer Menschenrechte, beginnend mit dem Recht auf Selbstbestimmung, wie es in den ersten Artikeln der Internationalen Pakte über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte sowie über bürgerliche und politische Rechte, also der beiden wichtigsten völkerrechtlich verbindlichen Menschenrechtsdokumente ausdrücklich anerkannt wird.
Dabei ist Selbstbestimmung keineswegs gleichbedeutend mit Sezession und der Gründung eines eigenen Staates, sondern es geht um die prinzipielle Anerkennung eines Rechts.
In Fällen, wo z.B. transnationale Konzerne große industrielle Vorhaben (z.B. Bau von Großstaudämmen, Erdöl- oder Uranförderung, Atomtests, Entsorgung von Giftmüll) auf von indigenen Völkern genutzten oder bewohnten Territorien planen, fordern indigene Völker, dass dies nur nach einer Freien, Vorherigen und Informierten Zustimmung ([http://www.ohchr.org/english/issues/indigenous/docs/wgip22/4.pdf Free, Prior and Informed Consent]) geschehen darf.
In einigen Ländern ist die Forderung nach Free, Prior and Informed Consent bereits gesetzlich verwirklicht, so etwa auf den Philippinen.
Auf der Ebene des internationalen Rechts lauten die wichtigsten Forderungen: Verabschiedung der Erklärung der Rechte der Indigenen Völker sowie die Ratifierung des Übereinkommens Nr. 169[http://www.ilo169.de/index.php?option=content&task=view&id=20&Itemid=31] der Internationalen Arbeitsorganisation.
Indigene Völker weltweit
Die Gesamtzahl der Angehörigen der indigenen Völker der Erde wird auf etwa 350 Millionen Menschen geschätzt. Dabei existieren v.a. in Asien und Afrika erhebliche Unsicherheiten. Denn in diesen beiden vormals fast vollständig kolonisierten Kontinenten stellen sich zahlreiche Regierungen auf den Standpunkt, dass die gesamte Bevölkerung gleichermaßen indigen sei, wobei sie jedoch übersehen, dass "echte" indigene auch in einer postkolonialen Ära oftmals einer fortdauernden Unterdrückung ausgesetzt sind, von der die Mehrheit nicht mehr betroffen ist. Indigene Völker werden daher oft auch als innere Kolonien oder Vierte Welt bezeichnet.
Siehe auch:
- Liste indigener Völker
- Indigene Völker Südamerikas
- Indianer Nordamerikas
- Indigene Völker Mittelamerikas und der Karibik
- Indigene Völker Europas
- Indigene Völker Afrikas
- Indigene Völker Asiens
- Indigene Völker Australien-Ozeaniens
Siehe auch
- Ethnische Minderheit
- Ethnos
- Volksstamm
- Ureinwohner
- Naturvolk
- Arbeitsgruppe über Indigene Bevölkerungen
- Menschenrechte
Weblinks
- [http://www.infoe.de/ Institut für Ökologie und Aktions-Ethnologie e.V. (infoe)]
- [http://www2.gtz.de/indigenas/deutsch/einleitung/index.html GTZ: Wer sind indigene Völker?]
- [http://www.ilo169.de/ Kampagne zur Ratifizierung der ILO-Konvention 169 über indigene Völker]
- [http://www.speaking4earth.com/ Speaking 4 Earth] - Menschenrechtsportal des Netherlands Centre for Indigenous Peoples
- [http://www.iwgia.org/ International Work Group on Indigenous Affairs (IWGIA)]
- [http://www.cwis.org/ Centre for World Indigenous Studies]
- [http://www.pygmies.info/ Indigene Völker Afrikas]
- [http://www.hrusa.org/indig/ Indigenous Peoples' Human Rights Project]
- [http://www.oew.org/de/aktuellesartikel.php?id=227 Eine Definition (Quelle: OEW)]
- [http://www.oew.org/de/aktuellesartikel.php?id=228 Ein gut gehütetes Geheimnis: Die UN-Dekade der Indigenen Völker - ein relatives Scheitern, eine Dekade der Rhetorik? (Quelle: OEW)]
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als:Ureinwohner
ja:先住民
nb:Urfolk
LehnübersetzungEine Lehnübersetzung ist ein zusammengesetzter Begriff, der nach einem Fremdwort gebildet wurde, indem beide bzw. alle Bestandteile des Fremdwortes einzeln ins Deutsche übersetzt wurden. So entstanden die Wörter "Großmutter" und "Großvater" als wörtliche Übersetzung von französisch "grand mère" und "grand père". Andere Beispiele sind "Flutlicht" (engl. Floodlight) und "Datenverarbeitung" (engl. Data processing). Wird nur ein Bestandteil des Ausgangswortes wörtlich übersetzt spricht man von Lehnübertragung. Lehnübersetzungen und Lehnübertragungen sind eine gute Möglichkeit, eine Sprache zu bereichern, ohne als Fremdwort erkennbare und meist beim ersten Hören unverständliche Fremdwörter einzuführen.
siehe auch Begriffsübernahme
Kategorie:Lehnwort
Kategorie:Übersetzung
Kategorie:Semantik
LateinamerikaDer Begriff Lateinamerika, auch Iberoamerika, bezeichnet die amerikanischen Länder südlich der USA und umfasst den Bereich von Südamerika, Mittelamerika, Mexiko, und der Karibik. Die Völker dieser Region, in denen die englische Sprache vorherrscht (z.B. Jamaika, Belize, Guyana) werden häufig aus dieser Zuordnung ausgeschlossen. Normalerweise bezieht sie sich nur auf die Länder, in denen das Spanische und Portugiesische (Sprachen, die mit dem Lateinischen verwandt sind) vorherrschen. Im Gegensatz dazu spricht man von Nordamerika auch von Angloamerika.
Etymologie
Lateinamerika erstreckt sich vom Rio Grande del Norte bis zum Kap Hoorn. Im Westen begrenzt der Pazifik, im Osten der Atlantik den Erdteil. Dieser umfasst Mexiko, Mittel- und Südamerika und wurde vornehmlich von romanischen Völkern geprägt.
Buchstäblich betrachtet könnte man eigentlich erwarten, dass der Begriff Kulturen und Regionen in Amerika bezeichnet, die in Bezug zu romanischen Sprachen stehen, da diese ihrerseits vom Latein abstammen. Aber französisch sprechende Bereiche Amerikas, wie Québec und Akadien in Kanada, sowie Haiti, gelten gerade nicht als Teil von Lateinamerika. Gleichwohl wurde die Bezeichnung "Lateinamerika" zuerst während der französischen Besetzung von Mexiko (1862-1867) vorgeschlagen, als Napoleon III. Erzherzog Maximilians Interessen unterstützte, Kaiser von Mexiko zu werden. Die Franzosen hofften, dass ein umfassender Begriff vom "lateinischen" Amerika ihre Absichten unterstützen werde. Die Mexikaner vertrieben schließlich wohl die Franzosen, aber die Ironie der Geschichte wollte es, dass sie die "Latein"-bezeichnung als Spur hinterließen.
Die Alternativbezeichnung Iberoamerika wird zuweilen gebraucht, um die Beziehungen der Völker zu ihren auf der iberischen Halbinsel gelegenen früheren Kolonialmächten Spanien und Portugal auszudrücken.
Lateinamerikanische Länder
Mittelamerika
- Costa Rica
- El Salvador
- Guatemala
- Honduras
- Mexiko (geographisch oft auch zu Nordamerika gerechnet)
- Nicaragua
- Panama
Karibik
- Dominikanische Republik
- Kuba
- Puerto Rico
Südamerika
- Argentinien
- Bolivien
- Brasilien
- Chile
- Ecuador
- Kolumbien
- Paraguay
- Peru
- Uruguay
- Venezuela
Spanien und Portugal werden auch die Mutterländer Lateinamerikas genannt.
Religion
Der größte Teil der Bevölkerung Lateinamerikas ist Römisch-katholischen Glaubens, jedoch gibt es auch Protestanten, in Kuba existieren auch Santería und Macumba.
Die Religion spielt sehr oft eine große Rolle für die Menschen.
Literatur
- Winter, J.; Scharmanski, A.: Sind die Andenstaaten unregierbar? Ursachen der politischen Krise in Bolivien, Ecuador und Peru, in: Zeitschrift Entwicklungspolitik 14/2005, Frankfurt/M., S. 30-34
- H. Miller Bailey; A.P. Nasatir: Lateinamerika. Von Iberischen Kolonialreichen zu autonomen Republiken, Zürich, 1969
- Bundeszentrale für politische Bildung (Hrsg.): Lateinamerika I. Geschichte - Wirtschaft - Gesellschaft, Reihe: Informationen zur zur politischen Bildung, Heft 226 und 244 ([http://www.bpb.de/publikationen/02087139891746602090001778419203,0,0,Lateinamerika_I.html online])
- CeLA-Arbeitshefte des Centro Latinoamericano (CeLA) der Universität Münster ([http://www.uni-muenster.de/CeLA/publik/Ah/Arbhefte.htm online, PDF])
Siehe auch
- Portal: Südamerika
- Portal: Mittelamerika
- Dokumentationszentrum_Menschenrechte_in_Lateinamerika
- Barriadas
Weblinks
- [http://www.lateinamerikanachrichten.de/ Lateinamerika Nachrichten - Die Monatszeitschrift zu Lateinamerika]
- [http://www.lateinamerika-links.de/ Lateinamerika-Links.de - Links zu Lateinamerika, Spanien und Portugal]
- [http://www.drittewelt.de/lateinamerika.shtml Lateinamerika Medienportal]
- [http://www.npla.de/poonal/archiv.html Poonal - Nachrichtenarchiv]
- [http://www.ila-web.de/ ila - Informationsstelle Lateinamerika]
- [http://www.matices.de/ matices - Zeitschrift zu Lateinamerika, Spanien und Portugal]
- [http://www.alolatino.de/ alolatino.de - el portal latino :: Portal zu Lateinamerika, Spanien]
- [http://www.fdcl-berlin.de/ FDCL - Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika]
- [http://www.cibera.de/ cibera - Virtuelle Fachbibliothek Ibero-Amerika / Spanien / Portugal]
- [http://www.uni-muenster.de/CeLA/index1.htm Centro Latinoamericano (CeLA) der Uni Münster]
Kategorie:Lateinamerika
Kategorie:Südamerika
Kategorie:Mittelamerika
ja:ラテンアメリカ
ko:라틴아메리카
simple:Latin America
th:ละตินอเมริกา
zh-min-nan:Latin Bí-chiu
VorkolumbianischDer Begriff "präkolumbisch" (oft wird auch der Begriff vorkolumbisch gebraucht), bezieht sich auf die geschichtliche Epoche zwischen der Besiedlung Amerikas und dessen Entdeckung 1492 durch Christoph Kolumbus und der damit verbundenen Beeinflussung durch die Europäer. Der Begriff wird aber auch verwendet, um Vorkommnisse zu beschreiben, die zwar nach der Entdeckung durch Kolumbus, aber ohne europäische Einflüsse geschehen sind.
"Präkolumbisch" bzw. "vorkolumbisch" ist jedoch nicht mit dem in diesem Zusammenhang oft fälschlicherweise verwendeten "präkolumbianisch" bzw. "vorkolumbianisch" zu verwechseln. Dies bedeutet nämlich "vor Kolumbien" und bezieht sich daher auf die Zeit vor 1819 im damaligen Gebiet von Großkolumbien.
Kategorie:Zeitalter Kategorie:Präkolumbisches Mesoamerika
Kategorie:Altamerikanistik
KolumbusDen Namen Kolumbus tragen
- Christoph Kolumbus Entdecker Amerikas
- Bartolomeo Kolumbus Seefahrer, Bruder von Christoph
- Diego Kolumbus (Seefahrer) Seefahrer, Bruder von Christoph
- Diego Kolumbus (Vizekönig) Sohn von Christoph
- ... siehe Kolumbus (Familie)
IndioBei den indigenen Völkern Südamerikas unterscheidet man Andenvölker von den Völkern des Tieflandes. Die bekanntesten indigenen Völker sind die Quechua, Aymara, Tupi und Mapuche.
Politische Situation
Nur wenige indigene Völker haben es bis zur Anerkennung ihrer Sprache als Amtssprache gebracht, so die Aymara (Bolivien), Quechua (Bolivien), Guaraní (Paraguay).
In einigen Ländern stellen die indigenen Völker einen wesentlichen Anteil der Bevölkerung, so in Ecuador und Bolivien.
Die indigenen Völker Südamerikas haben jeweils nationale Organisationen gegründet, über die sie ihre Interessen vertreten. Im amazonischen Kontext wurde 1984 die COICA (Coordinadora de las Organizaciones Indígenas de la Cuenca Amazónica) gegründet, um die Interessen der Amazonasindianer zu verteidigen. Gegenwärtig dient die Agenda Indígena Amazónica als strategisches Leitbild für den Kampf um indigene Rechte. Sie umfasst fünf strategische Linien:
- Humane Nachhaltigkeiten
- Territorien und natürliche Ressourcen
- Angemessenes Rechtssystem
- Stärkung traditionellen Wissens und Organisationsstrukturen
- Akademische und wissenschaftliche Bildung
Geschichte
Siehe: Geschichte Südamerikas
Kulturelle Entwicklung
Im Gegensatz zu den Hochkulturen Mittelamerikas gab es in Südamerika in vorkolumbischer Zeit nach heutigem Stand der Forschung keine Schrift im heutigen Sinne.
Die Knotenschrift Quipu der Inka bestand nach heutigem Wissensstand ausschließlich aus Ziffern und diente im wesentlichen zur Erfassung statistischer Daten. Neuere Forschungen behaupten, dass auch die in Textilien gewebten Tocapu-Muster schriftähnlich verwendet wurden.
Als Hochkulturen galten vor allem die Völker Perus, nach dem Beginn der Kultivierung des Mais und der Einführung der Töpferei um 2000 v. Chr.. Beginn der Metallbearbeitung um das Jahr 0 (erst Gold, dann Kupfer und Silber). Bronze wurde seit etwa 1000 verarbeitet.
Religion
Berichte über die Religionen Südamerikas finden sich vor allem in Berichten europäischer Missionare. Im Inkareich verdrängte der staatliche Sonnenkult den Mondkult unterworfener Völker. Menschenopfer spielten - anders als in Mittelamerika - eine geringe Rolle.
Liste indigener südamerikanischer Völker
- seit der Kolonialzeit anstelle der eigenen Sprache verwendet
Weiterführende Informationen
Siehe auch
Indigene Völker Mittelamerikas und der Karibik, Indianer Nordamerikas
Weblinks
- [http://home.snafu.de/duerr/NAM.html Nord- und mesoamerikanische Sprachen]
- [http://www.gtz.de/indigenas/ GTZ: Indigene Völker in Lateinamerika & der Karibik]
- [http://www.klimabuendnis.org Klima-Bündnis der europäischen Städte mit indigenen Völkern der Regenwälder e.V.]
- [http://www.socioambiental.org/pib/portugues/quonqua/cadapovo.shtm Sehr ausführliche Übersicht zu brasilianischen indigenen Völkern (in port./engl.)]
- [http://www.etniasdecolombia.org/grupos_pueblos.asp Indigene Völker in Kolumbien (in span.)]
- [http://www.obib.de/Schriften/AlteSchriften/Suedamerika/Suedamerika.html Liste indigener Völker].
- [http://www.wissen.swr.de/sf/begleit/bg0029/bg_go19.htm Xingú Nationalpark in Brasilien]
Literatur
- Kayser, Hartmut-Emanuel, Die Rechte der indigenen Völker Brasiliens - historische Entwicklung und gegenwärtiger Stand, Shaker Verlag, Aachen, 2005, 666 Seiten, 9 Abb. ISBN 3-8322-3991-X
- Winter, Johannes und Scharmanski, André (2005): Sind die Andenstaaten unregierbar? Ursachen der politischen Krise in Bolivien, Ecuador und Peru. In: Zeitschrift Entwicklungspolitik 14/2005, S. 30-34.
Kategorie:Südamerika
Völker, Südamerika
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Kategorie:Indigene Völker
Aborigines]
Als Aborigines [] (v. lat. ab origine „von Beginn an“; engl. []) oder auch Aboriginals werden die Ureinwohner Australiens bezeichnet. Das Wort wird seltener auch für Ureinwohner anderer Kontinente benutzt.
Allgemeines
Die Aborigines Australiens sind kein Volk, sondern bestehen aus mehreren Völkern und Stämmen. Sie selbst nennen sich Yolngu (in Nordaustralien), Murri (in Ostaustralien), Koori (Südosten), Nanga (Süden), Nyungar (Südwesten) und Wonghi (Westaustralien). Die Torres-Strait-Insulaner, welche von den Torres-Strait-Inseln stammen, sind mit den Aborigines nicht verwandt.
Die Bewohner der vorgelagerten Insel Tasmanien lebten – trotz gemeinsamer Vorfahren – tausende von Jahren durch die Bass-Straße getrennt und entwickelten daher eine völlig eigenständige Kultur.
Alle australischen Ureinwohner sind von brauner bis tiefschwarzer Hautfarbe mit schwarzem Haar, ihre Stirn ist fliehend. Die Lippen sind meist sehr ausgeprägt.
Der Name wurde 1770 erstmals von den ersten weißen Entdeckern (James Cook) eingeführt.
Eigentlich sind die Aborigines keine einzelne Kultur, sondern eine ganze Ansammlung entfernt miteinander verwandter Kulturen. Sie sprechen heute nur noch einen Teil ihrer Sprachen und Dialekte (bei der Entdeckung Australiens waren es noch 200 - 300). Diese Sprachen und Dialekte sind möglicherweise alle untereinander verwandt, dies bleibt aber Gegenstand weiterer linguistischer Forschungen.
Die meisten Stämme leben halbnomadisch und ziehen mit den Jahreszeiten innerhalb eines abgegrenzten Areals umher, dessen Größe sich nach der Fruchtbarkeit des Landes richtet.
Verbreitet ist bei fast allen Stämmen eine Religion, die sich um die Traumzeit entwickelt hat, ein durch Meditation einsehbares Totenreich, in dem viele mystische Kreaturen der Vorzeit und die alten Vorfahren leben. Zahlreiche Höhlenmalereien und Schnitzkunstwerke, die von den Ureinwohnern regelmäßig erneuert werden, zeigen die Wesen der Traumzeit und stammen laut den meisten Stämmen auch ursprünglich von diesen.
Vor der Ankunft der Weißen führten die Aboriginal People eine konsequente Geburtenkontrolle durch, um die Bevölkerungszahl stabil zu halten. Diese basierte primär auf sexuellen Tabus, Abtreibungen und Kindstötungen und wurde damit begründet, dass es für die Nomadenvölker nicht möglich war, mehr als ein Kleinkind pro erwachsene Person mit sich zu tragen.
Soziale Struktur und Politik
Die soziale Gliederung der australischen indigenen Völker geschieht nach Alter und Wissen. Die Stammesältesten (Elders) haben den größten Einfluss. Insgesamt ist die Kultur jedoch sehr egalitär, da die Elders durch den Gruppenkonsens bestimmt werden und jede Person die Chance hat, sich genügend Wissen anzueignen, um selbst zu einem Elder zu werden.
Die Elders haben großen Einfluss auf die Entscheidungen der Gruppen. Ihr Rat ist meistens ausschlaggebend. Obwohl der Entscheidungsprozess auf dem Gruppenkonsens beruht, haben die Elders ein Vetorecht – wenn die Ältesten nicht zustimmen, gilt der Vorschlag als abgelehnt.
Das Leben der Aboriginal People wird von ihren eigenen Gesetzen („The Law“ genannt) bestimmt. The Law bestimmt die Heiratsregeln, Tabus, territoriale Ansprüche usw. Durch die Interpretation des Gesetzes haben die Ältesten auf diese Weise großen Einfluss auf das Alltagsleben der einzelnen Menschen
Philosophie
Die einheimische Bevölkerung Australiens sieht sich als Teil ihrer natürlichen Umgebung. The Law kennt sehr strikte Verhaltensregeln im Umgang mit der Natur, was dazu führt, dass die Repräsentanten der Aborigines in den australischen Gremien Neuerungen gegenüber sehr zurückhaltend sind.
Musik
Die Aborigines spielen das Didgeridoo, ein Blasinstrument mit sehr tiefem Klang. Es gibt aber auch vereinzelt Instrumente, die einen hohen Klang haben. Das Schwirrholz oder auch Bull-Roarer wird nicht als Instrument eingesetzt, sondern ist als Werkzeug spiritueller Wahrnehmungstechniken einzustufen. Schlaginstrumente finden sich seltener, Saiteninstrumente in der traditionellen Musik überhaupt nicht. Das wichtigste Instrument der Aborigines ist die menschliche Stimme.
Kunst
Schwirrholz
Die Aborigines kennen keine Schrift. Deshalb ist die Kunst eines ihrer wichtigsten Ausdrucksmittel. Aus diesem Grund sind die Traditionen und die Geschichte der Aborigines durch Malereien festgehalten worden. Als Untergrund für die Malereien dienen Holz, Rinde, Felsen, aber auch Höhlenwände. Gerade Kunst (Rock Art) die auf Felswänden zu finden ist, wurde im Verlauf von Jahrhunderten mehrfach übermalt, so dass an einigen Stellen mehrere zig Bilder übereinander liegen. Dabei dürfen aber längst nicht alle Bilder übermalt werden. Bilder an spirituellen Plätzen dürfen höchstens erneuert werden, und das dann auch nur von ganz bestimmten Malern.
Sprachen
Alle Sprachen der Aborigines werden heute einer einzigen Sprachfamilie zugerechnet (dies ist jedoch nicht unumstritten).
Keine andere Sprache oder Sprachgruppe zeigt Gemeinsamkeiten mit diesen Sprachen;
lediglich im Nordosten Australiens lebende Aborigines haben in ihre Sprachen einige wenige Ausdrücke aus Neuguinea aufgenommen.
Diese Beobachtungen gelten (neben anderen) als deutlicher Hinweis auf eine lange Isolation der Aborigines von Menschengruppen außerhalb Australiens.
Gleichzeitig ist die Einheitlichkeit sowie Vielfalt der Sprachen ein weiterer Hinweis auf das hohe Alter ihrer Kultur; allen Sprachen liegt eine Ursprache zugrunde, und es muss schon viel Zeit vergangen sein, um die beobachtete Differenzierung zu erreichen.
Sprachwissenschaftler kennen heute etwa 200 bis 300 Sprachen sowie eine Vielzahl von Dialekten.
Eine Grenzziehung zwischen Sprache und Dialekt ist immer subjektiv, so dass die genannten Zahlen schwanken.
Diese Sprachen wurden erst 1845 „entdeckt“, als der deutsche Forscher Ludwig Leichhardt bei seiner Reise ins Inland bemerkte, dass seine Begleiter-Aborigines (von der Ostküste) die Inlands-Aborigines nicht verstanden. Davor dachte man, dass alle Aborigines die gleiche Sprache sprechen.
Heute werden höchstens noch 25 (bis 50) dieser Sprachen gesprochen, die auch als Muttersprache noch erlernt werden.
Erst in jüngster Zeit wird deren Gebrauch von der australischen Regierung gefördert, während noch im 20. Jahrhundert alle eigenständigen kulturellen Äußerungen der Ureinwohner sanktioniert wurden.
Seit der Arbeit von Pater Wilhelm Schmidt (siehe [http://www.bautz.de/bbkl/s/s1/schmidt_wi.shtml hier]) im Jahre 1919 werden die australischen Sprachen in die nordaustralischen und südaustralischen Sprachgruppen eingeteilt, später durch Arthur Capell in Sprachen mit Suffixen und Sprachen mit Suffixen und Präfixen.
Die Einteilung der letzten Jahre in Sprachfamilien zeigte, dass von den zirka 26 Familien diejenige der Pama-Myungan-Sprachen zirka 90 Prozent der Landmasse Australiens abdeckt, während die restlichen hauptsächlich im Nordwesten des Kontinents gesprochen werden. (Quelle: Fritz Schweiger: „Australische Sprachen und Papua-Sprachen“; in „Der Turmbau zu Babel“, Kulturhistorisches Museum Wien)
Sozialgeographie
Die indigenen Völker Australiens lebten vor der Ankunft der Weißen in Australien vor allem an der Ostküste des Kontinents. Jedoch waren auch die Wüsten im australischen Outback besiedelt.
Die Aboriginal People lebten in Gemeinschaften von ungefähr 500 Menschen, denen sie sich zugehörig fühlten. Diese Gruppen unterteilen sich in kleinere Verbände von zirka 20 bis 50 Personen, von denen einige sesshaft sind, die meisten jedoch als Nomaden leben. Zwischen den Gruppen gab es häufig kriegerische Auseinandersetzungen wegen territorialer Ansprüche.
Die Aboriginal People bewirtschaften das Land nicht im herkömmlichen Sinne. Sie verbrennen das Land kontrolliert („fire-stick farming“), um es vor den verheerenden Buschbränden zu schützen und landwirtschaftlich nutzen zu können.
Geschichte
Vor der Ankunft der Weißen
Man geht heute davon aus, dass die Aborigines Australien von Indonesien aus erreicht haben, als vor ca. 50.000 - 60.000 Jahren die Meeresspiegel tiefer lagen (Eiszeit), so dass die zu überquerenden Meeresarme schmaler waren, als sie heute sind. Sie können daher als erste Seefahrer der Geschichte der Menschheit gesehen werden.
Die seitdem angestiegenen Meeresspiegel haben die ersten in Küstennähe vermuteten Ansiedlungen und Spuren überschwemmt.
Auswirkungen der Besiedelung durch die Weißen auf die Urbevölkerung
1836 wurden den Aborigines von der britischen Kolonialverwaltung sämtliche Landrechte abgesprochen. Australien wurde als Niemandsland angesehen und die Weißen verloren keinen Gedanken daran, dass die Ureinwohner das Land organisiert und gezielt nutzten.
Durch die Vertreibung von ihren Territorien verloren die Aborigines nicht nur ihre Lebensgrundlagen, sondern auch ihren sozialen Zusammenhalt. Sie wurden von den weißen Siedlern teilweise sogar gejagt, vergiftet und erschossen. Die Ureinwohner Tasmaniens rebellierten dagegen und wurden fast vollständig vernichtet. Noch in den 1920er Jahren fanden (illegale) Treibjagden auf „Abos“ statt. Eingeschleppte Krankheiten und Seuchen (z. B. Pocken und Masern) dezimierten die einheimische Bevölkerung Australiens weiter.
Selbst nach Beendigung der offiziellen Diskriminierung wurden, auf offiziellem Weg, Kinder der Aborigines von ihren Müttern weggenommen, um in staatlichen Anstalten aufzuwachsen und damit ihrer
kulturellen Identität beraubt ("stolen generations", von den 1870ern bis in die 1970er Jahre).
Bürgerrechtsbewegung
Die Aboriginal People erhielten erst im jahre 1961 das Wahlrecht in Australien. Erst in den 1980er Jahren wurde die Rassentrennung in den Schulen aufgehoben. 1993 erkämpften sich die Organisationen der Native People of Australia mit dem Mabo-Gesetz eine wichtige rechtliche Errungenschaft.
Situation heute
Heute leben die Aboriginal People einen Kompromiss zwischen ihrem traditionellen und dem westlichen Lebensstil. Etwa die Hälfte der Urbevölkerung lebt in der Nähe von Städten und muss sich deshalb bis zu einem gewissen Grad anpassen. Nach wie vor kämpfen sie gegen Alkohol- und Drogenmissbrauch, schlechte medizinische Versorgung und eine sehr hohe Arbeitslosigkeit (38 % auf Arbeitssuche; die Arbeitslosigkeit in Australien beträgt ca. 6-7% (2005)).
Zu den Bestrebungen der Bürgerrechtsbewegung, der ATSIC und anderer Organisationen der indigenen Bevölkerung gibt es eine Gegenbewegung, an deren Spitze die politisch weit rechts stehende Partei „One Nation“ steht. „One Nation“ versucht, aus dem nach wie vor existierenden latenten Rassismus in Teilen der Bevölkerung Profit zu ziehen.
Prominente Aborigines
Sport
- Graham Farmer, auch „Polly“ Farmer, ein Noongar war einer der bekanntesten Spieler des Australian Football.
- Cathy Freeman, eine olympische Athletin, die bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney das olympische Feuer entzündete und im 400m-Lauf die Goldmedaille gewann.
- Evonne Goolagong, Tennisstar, die sieben Grand Slam-Turniere gewann.
- Patrick Johnson, Athlet. Er war der erste Nichtafrikaner, der den 100-Meterlauf in weniger als 10 Sekunden schaffte.
- Michael Long und Nicky Winmar, Australian Football.
- Douglas Nicholls, ein Yorta Yorta und Footballstar. Später wurde er als Geistlicher akzeptiert und wurde der erste Gouverneur eines australischen Staates aus dem Volk der Aborigine.
- Lionel Rose, Boxer.
- Gavin Wanganeen und Adam Goodes, Gewinner der Brownlow Medaille des Australian Football.
- Harry Williams, Fußballer, der erste Aboriginal, der in den 1970er Jahren für die australische Nationalelf spielte.
- Charles Perkins, Fußballer, spielte in den 1950er Jahren kurz beim FC Everton in England. Nach seiner Rückkehr stark engagiert für die Rechte seines Volkes. Schrieb das Buch "A Bastard Like Me".
Kunst
- Christina Anu von Torres Straight Island, Teil der [http://www.bangarra.com.au Bangarra Dance Company]
- Mark Atkins, international bekannter Didgeridoo-Spieler
- Burnum Burnum, Aktivist, Schauspieler, Künstler, Autor, Lehrer und Geschichtenerzähler
- Destiny Deacon, Foto- und Objektkünstlerin, Teilnehmerin der Documenta 11
- Ernie Dingo, Film- und Fernsehschauspieler
- David Gulpilil, Film- und Fernsehschauspieler
- Djalu Gurruwiwi, Ältester des Galpu Clan und traditioneller Spieler des Didgeridoo
- David Hudson, international bekannter Musiker, spezialisiert auf das Didgeridoo
- Sally Morgan, Autorin und Künstlerin
- Albert Namatjira, Maler
- George Rrurrambu, Mitglied der Band Indigenous Roots
- Mandawuy Yunupingu, Mitglied der Band Yothu Yindi
- The Stiff Gins, eine Akustikgruppe ([http://www.stiffgins.com])
- Harold Thomas, Künstler, entwarf die Flagge der Aborigines
Politik
- Neville Bonner, erster Aborigine im australischen Parlament
- Ernie Bridge, ehemaliger Cabinet Minister in Western Australia
- Linda Burnley, Mitglied des New South Wales Parliament
- John Ah Kit, Deputy Chief Minister des Northern Territory
- Carol Martin, Mitglied des Western Australian Parliament
- Pat O'Shane, New South Wales Magistrat
- Aden Ridgeway, Mitglied der Australian Democrats und Senator für New South Wales
- Marion Scrymgour Die erste indigene Frau im Northern Territory Parliamant ([http://notes.nt.gov.au/lant/members/Members1.nsf/49bd8676b89a70656925636c0021e38a/dc3d77549553d5d169256370001586d3?OpenDocument])
Andere
- Alison Anderson ATSIC Commisioner als gewählter indigener Repräsentant ([http://www.atsic.gov.au/About_ATSIC/Commissioners/anderson.asp])
- Isabell Coe, Aktivist für die Rechte der Aborigines
- Mudrooroo, Autor und Drehbuchautor
- Oodgeroo Noonuccal, Autor, Schauspieler, Lehrer
- Charles Perkins, der erste Aborigine mit Universitätsabschluss.
- David Unaipon, Prediger und Erfinder
Literatur
- Jürg Helbling: „Die Organisation des sozialen und natürlichen Raumes bei den australischen Aborigines“ (S. 281?303). In: Paul Michel (Hrsg.): Symbolik von Ort und Raum. Bern: P. Lang 1997
Weblinks
- [http://www.ididj.com.au Australian Aboriginal Didgeridoo]
- Ethnographische Landkarte (Norman Barnett Tindale: Aboriginal Tribal Boundaries) -- http://www.samuseum.sa.gov.au/page/default.asp?site=2&page=TIN_Tribal
- http://home.t-online.de/home/310053825467 – Die Aborigines Tasmaniens: Tasmanier
- http://www.australien-info.de/aborigines.html – Geschichte und Kultur der Aborigines
Kategorie:Australien
Kategorie:Ozeanische Ethnie
Kategorie:Indigene Völker
ja:アボリジニ
AdivasiAdivasi (Hindi, m., आदिवासी, ādivāsī, wörtl.: erster Bewohner, Ureinwohner) ist die Selbstbezeichnung der indigenen Bevölkerung im Gebiet des heutigen Indien. Das Wort Adivasi bedeutet "erste Menschen" bzw. "erste Siedler". Sie werden oft auch als "tribals" ("Stammesvölker") bezeichnet, insofern sie traditionell in Kleingesellschaften organisiert leben. Sie wurden jedoch im Laufe der Geschichte von den indoeuropäischen Invasoren immer mehr von ihren ursprünglichen Siedlungsgebieten verdrängt und mit ihrem Lebensraum auch großteils um ihre Lebensgrundlage gebracht. Ihr Anteil an der indischen Bevölkerung beträgt ca. 7% (= 70.000.000). Der im Jahre 2000 aus dem Bundesstaat Bihar ausgegründete Bundesstaat Jharkhand beherbergt heute die größte Bevölkerungsgruppe der Adivasi.
JharkhandDie Adivasi sind keine homogene Bevölkerungsgruppe, sondern fühlen sich bestimmten Gesellschaften (tribes = "Stämme") zugehörig. Die größten Völker sind die Koli und Bhil im Westen, die Gond, Khond, Savara, Gadaba in Zentralindien, Dafla, Naga, Khasi, Garo im Nordosten, Oraon, Munda, Ho, Onge, Santhal im Osten und die Chenchu, Sholega, Toda Kota, Irula Kurumba und Kadar im Süden Indiens. Die in den Dörfern lebenden Adivasi teilen eine Tradition, die von der starken Verbindung zur Natur und zum eigenen Land, einer ganzheitlichen und das gesamte Leben durchdringenden Religion, traditionellen Tänzen, Musik und Festen in der Dorfgemeinschaft getragen wird (traditionelle Musik der Munda, einem Adivasistamm im Nordosten Indiens; mehr Musik von südindischen Adivasi gibt es [http://www.adivasi-tee-projekt.org hier]).
Die wesentlichen Merkmale der Religion der Adivasi bestehen in der Verbundenheit zur eigenen Heimat, dem eigenen Familienclan und dem eigenen Land, der Erkenntnis, der Mensch sei Teil der Natur und umgeben von den Geistern der Ahnen und Dämonen, die sich wiederum in Pflanzen, Tieren und bestimmten Orten "personifizieren". Die oberste und mächtigste Macht in dieser Geisterwelt ist Singbonga, der in den Schöpfungsmythen der Adivasi einst die Welt erschuf.
Die meisten Adivasigemeinschaften sind nachwievor im Ackerbau, Viehhaltung und Handwerk tätig und dies meist nur zur eigenen Versorgung (Subsistenz). Das eigene und oft gemeinschaftlich bewirtschaftete Land bildet daher für die Adivasigemeinschaften die historische Existenzgrundlage.
Zusammen mit den unberührbaren Kasten (Dalits) gehören die Adivasi zu den ärmsten Menschen in Indien. Ca. 10 Millionen Adivasi leben in städtischen Slums, ca. 90 % unter der Armutsgrenze. Als Nicht-Hindus werden sie neben den Dalits in der indischen Gesellschaft trotz gegenteiliger Gesetze (als "scheduled tribes" räumt ihnen die ind. Verfassung Minderheitenrechte ein) nach wie vor als Outcasts benachteiligt. Nach wie vor sind sie Opfer von Ausbeutung und Unterdrückung: Staatsbeamte benachteiligen sie. Großgrundbesitzer und Geldverleiher nutzen Armut und praktische Rechtslosigkeit der Adivasi skrupellos aus. Ureinwohner finden schwerer Arbeit, sind schlechter ausgebildet und besitzen nur selten Land. In Krankenhäusern werden sie abgewiesen etc. ...
Das anhaltende Wirtschaftswachstum Indiens drängt die Ureinwohner derzeit weiter an den Rand. Im Zuge von Großprojekten, Erschließung von Industriestandorten und Tourismusregionen werden Adivasi beim Bau von Staudämmen, bei der Erschließung von Rohstoffen, Ansiedlung von Schwerindustrie, Straßenbau oder für Natur- und Freizeitparks großflächig umgesiedelt oder gar vertrieben. Die Beteiligung Deutschlands beim Bau der Hüttenwerke in Rourkuela ab 1958, bei dem ca. 16.000 Adivasi vertrieben wurden, ist bis heute umstritten. Beim noch andauernden Bau des Sardar Sarovar Staudammes im Narmada Tal im Bundesstaat Gujarat, bei dem ca. 110.000 Adivasi zwangs-umgesiedelt werden und erhebliche Mängel bei der Umsiedlung auftraten, haben internationale Geldgeber daher ihre Beteiligung unter andauerndem öffentlichem Druck zurückgezogen.
Um die Lebenssituation der Adivasi zu verbessern, wurden von der indischen Regierung zum einen Schutzgesetze erlassen, zum anderen zahlreiche spezifische Programme und Projekte durchgeführt. Doch weder die Gesetze - etwa das Verbot der Übertragung von Adivasi-Land an Nicht-Adivasi, Landreformen, das Verbot der Schuldknechtschaft oder von Alkoholhandel in Adivasi-Gebieten - noch die Programme und Projekte zur Infrastrukturentwicklung, Gesundheitsförderung, Armutsbekämpfung konnten ihre Lage nachhaltig verbessern, denn sie blieben lückenhaft, wurden kaum umgesetzt oder gehen an der Lebenswirklichkeit der Adivasi vorbei.
In den Adivasi-Gebieten arbeiten auch zahlreiche nichtstaatliche Organisationen (NGO's). Sie bieten soziale Dienstleistungen an, engagieren sich u.a. für Bildung, Infrastrukturentwicklung, Bewusstseinsbildung oder Umweltschutz und unterstützen die zunehmend gruppenübergreifenden Allianzen und Organisationen, Frauenorganisationen und Selbsthilfegruppen, in denen die Adivasi selbst für die Verbesserung ihrer Lebensbedingungen kämpfen. Ein sehr erfolgreiches solches Selbsthilfeprojekt ist ACCORD/AMS in Südindien. Mehr Informationen, auch zu Unterstützungsmöglichkeiten, gibt es über deren deutsche Partnerorganisation, das [http://www.adivasi-tee-projekt.org Adivasi-Tee-Projekt]. Unterstützung erfahren sie auch durch die Schülerfirma [http://www.tee-link.de Chameleon], die den qualitativ hochwertigen Tee (Nilgiris-Tee) von der Teeplantage der Adivasi-Kooperative verkauft.
In vielen von Adivasi bewohnten Regionen, so zum Beispiel im nördlichen Andhra Pradesh, in Südbihar, in Jharkhand und in Assam verfügen maoistische Organisationen, die sogenannten Naxaliten über einen nicht unbeträchtlichen Rückhalt unter den Adivasi. Dies äußert sich sowohl in der Stimmabgabe für im legalen Rahmen agierende Parteien wie die CPI(ML) Liberation, deren Mitglied Jayanta Rongpi den Wahlkreis Karbi Anglong/Assam von 1991 bis 2004 im Lok Sabha vertrat, wie auch in der Mitgliedschaft in von Maoisten aufgebauten Massenorganisationen und der Unterstützung von naxalitischen Guerillagruppen wie der CPI(Maoist).
Weblinks
- [http://www.adivasi-koordination.de Adivasi-Koordination in Deutschland e.V.]
- [http://www.adivasi-tee-projekt.org Adivasi Tee Projekt] (nichtstaatliche Organisation in Deutschland und Partnerorganisation von ACCORD/AMS, die u.a. fairen Handel zugunsten von Adivasi fördert)
- [http://www.adivasi.net/ ACCORD/AMS] (indische NGO und Adivasi-Selbsthilfeorganisation)
- [http://www.atscha.de/site/india-adiv-tales_de.html Adivasi-Mythen]
- [http://www.solidarische-welt.de/sw181/adivasi.shtml Gesetzlich gefördert, sozial benachteiligt: Adivasi in Indien]
- [http://www.gfbv.de/inhaltsDok.php?id=122&stayInsideTree=1&backlink=land.php?id=14 Vertrieben und verarmt - Indiens Urbevölkerung] (Gesellschaft für bedrohte Völker)
- [http://www.narmada.org The Friends of River Narmada] (Informationen einer Bürgerrechtsbewegung in Indien zur Umsiedelung infolge des Baus des Sardar-Sarovar-Staudammes)
- [http://www.gossner-mission.de/ti1.html Die Evangelisch-Lutherische Gossner-Kirche: eine Adivasi-Kirche im Norden Indiens]
- Adivasi-Fotos von Rainer Hörig: http://www.rainerhoerig.com/parch.htm
- Bildergalerie: Adivasi: http://www.rainerhoerig.com/pgal.htm; http://www.adivasi.net/gallery/index.htm
- Adivasi-Menschenrechte, Feature von Rainer Hörig: http://www.rainerhoerig.com/ft_adivasi.htm
- "Aufbegehren am Narmada-Fluss", Hörfunkfeature, Deutschlandfunk 2002: http://www.rainerhoerig.com/lp_narmada.html
Literatur
(kleine Auswahl, bitte weitere hinzufügen)
- Rainer Hörig, Yvonne Bangert: Selbst die Götter haben sie uns geraubt: Indiens Adivasi kämpfen ums Überleben
- Helmuth Borutta: Revolution für das Recht. Daud Birsa Munda und das Land der Adivasi
- Hans Escher: Adivasi-Kampagne: Aktionsleitfaden: Eine Arbeitshilfe für Multiplikatoren der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit
- Thekaekara, Mari Marcel (2001): Das doppelte Auge. Wie Adivasi und Deutsche ihren Blick schärfen und neue Welten entdecken. Ein Reisebericht, Laufersweiler Verlag (Bezug über das [http://www.adivasi-tee-projekt.org Adivasi-Tee-Projekt] oder [http://www.fremdewelten.de www.fremdewelten.de])
Kategorie:Asiatische Ethnie
Kategorie:Soziologie (Indien)
Volk
Der Ausdruck Volk bezeichnet sprachlich als Fügewort eine große Anzahl (schlecht abzählbarer) Individuen, die durch gemeinsame Merkmale verbunden sind. Der deutsche Begriff "Volk" ist nicht identisch mit dem lateinischen Begriff "Nation" im antiken Rom.
Die älteste Bedeutung "viele gleichartige Leute" ist noch in Worten wie "Fußvolk" präsent. Ohne weitere Bestimmung stand "Volk" sodann für ein Siedlungsvolk, in neuerer Zeit eher für Kulturvolk, Stammesvolk oder Staatsvolk verwendet.
Siedlungs-, National- und Kulturvolk
Ein Siedlungsvolk ist in einem Gebiet zusammenlebende große Gruppe von Menschen, dort oft in echter lokaler Gemeinschaft bzw. Verwandtschaft in Stämme bzw. Sippen gegliedert, die durch das Zusammenleben gemeinsame kulturelle Weisen und verwandtschaftliche Netzwerke ausgebildet haben, sich auch gerne von gemeinsamen (fiktiven) Ahnen herleiten. Diese Gemeinsamkeiten werden auf ein konstruiertes Kulturvolk oder Nationalvolk übertragen. Das römische Volk ist so ursprünglich die in Rom lebenden Menschen bezeichnend, zunehmend abstrahierend aber die römischen Staatsbürger und ausgewanderte Sippen mit Traditionen der römischen Kultur.
Der Begriff des Nationalvolks wurde Ende des 19. und Anfang 20. Jahrhundert stark überhöht gebraucht. Er fasste gleichzeitig staatliche, kulturelle und gemeinschaftliche (besonders verwandschaftliche) Eigenabgrenzung nach Aussen zusammen. Diese Sicht wurde später als unhaltbar dekonstruiert und postmoderne Denkrichtungen verweisen bei einer solchen Begriffsbildung auf die problematischen Folgewirkungen in der Gesellschaft.
In der heutigen Zeit spricht man fachlich genauer von Nation (staatlich), Ethnie (kulturell) und Stamm (gemeinschaftlich), die die anteiligen Charakterisierungen von Staatsvolk (staatlich), Kulturvolk (kulturell) und Stammesvolk (gemeinschaftlich) bezeichnen. Der einfache Begriff "Volk" verbleibt so als unscharfes und übertragbares Hilfswort, das in Fügungen vorkommen kann, etwa Bienenvolk, Gottesvolk oder Straßenvolk, wo es die Bedeutung einer unbestimmt hohen Anzahl ausdrückt, die miteinander in Beziehung stehen.
Verständnis
Die situative Verwendung als zuschreibendes Merkmal für Siedlungsvolk in bestimmender Form (jenes Menschen siedelnd in/ kommend aus) wird in der weiteren klassifizierenden Verwendung unscharf. So entstehen durch Wanderungsbewegungen in einem Siedlungsgebiet Mischungen von alteingesessenen und zugewanderten Volksgruppen, die sich zum Teil nur schwer mischen. Dagegen kann über verwandtschaftlichen Austausch hinaus in Grenzgebieten auch ein kultureller Austausch stattfinden, der ethnische Merkmale überträgt.
Die eigentlich zuschreibende Verwendung ging zunehmend in selbstzuschreibende Bezeichnung über. Hier drückt man die eigene Zugehörigkeit zu einer Gruppe von Menschen aus, aufgrund einer (oft nur angenommen) gemeinsamen Herkunft und Geschichte (Mythos), und verweist auf gemeinsame Traditionen und Bräuche. Häufig verbunden ist dies mit geregelter Heirat untereinander (Endogamie), die eine echte verwandtschaftliche Bedeutung ergibt, bis hin zum Mythos eines gemeinsamen Urahnen (Hellen, Abraham).
Eine besondere Form der Zuschreibung und Selbstzuschreibung ergibt sich bei nomadischen ('schweifenden') Völkern, deren Mitglieder sich mit sesshaften Völkern nicht mischen, jedoch untereinander in verwandtschaftlichem und kulturellen Kontakt bleiben. (Vgl. dazu den Mythos von Kain und Abel.)
In Europa sind die Volksgruppen der Zigeuner lange von der Sesshaftigkeit abgehalten worden, sie haben dann ein Muster für das sog. "Fahrende Volk" überhaupt abgegeben. Auch wo sie zwangsweise (Wohnwagenlager) oder freiwillig (oft in Schlichtbausiedlungen) sesshaft gemacht wurden, halten sie bis heute noch merkliche Distanz zu Anderen.
Die Nichtsesshaften sind dabei nicht selten staatenlos.
Durch die Verschiedenheit von gemeinsamer Sesshaftigkeit und kultureller Identität entstehen Vielvölkerstaaten bzw. multikulturelle Staaten. Wo die kulturellen und verwandtschaftlichen Grenzen nicht zu scharf sind, entstehen auch in der Zuweisung zu Volksgruppen fließende Abgrenzungen der Zusammenfügung als Volksstamm. Durch die kontinuierlichen Austauschprozesse genetischer, sprachlicher, religiöser und kultureller Art entwickelt und verändert sich jedes Volk im Lauf der Zeit sehr stark - aus dieser natürlichen Variabilität heraus gibt es z.B. nur wenig Identität zwischen Germanen und Deutschen.
Bedeutungen
Das Wort Volk (vgl. althochdt. folc "viele") bezeichnete Menschen, die durch ein Merkmal verbunden sind (z. B. "Fußvolk", "fahrendes Volk"), früh aber auch (11. Jahrhundert) eine durch gemeinsame Herrschaftsform, Sprache, Kultur und Geschichte verbundene große Gruppierung von Menschen.
Die Soziologie behandelt den Themenkreis vorzugsweise unter Gesellschaft (auch Gemeinschaft).
Auch die Begriffe der Völkerkunde und Volkskunde ("Europäischen Ethnologie") sind schärfer gefasst ("Volksstamm").
Die Politikwissenschaft behandelt das Thema meist unter Nation. Im Unterschied zum "Volk" schließt eine Nation die Menschen auf Grund politischer Aktionen zusammen. Nationalstaaten, die sich primär als Staat eines Volkes verstehen, also homogene Nationalstaaten sind, tragen ihre inneren Streitigkeiten seltener als ethnische Konflikte aus als inhomogene Vielvölkerstaaten, Beispiel: "Russland". Zur "Volksherrschaft" insgesamt siehe die "Demokratie".
Rechtlich können die Angehörigen eines Volkes Bürger unterschiedlicher Staaten sein (s. Staatsangehörigkeit), z. B. die Dänen, die die dänische, deutsche oder grönländische Staatsangehörigkeit haben mögen.
Der staatsrechtliche Begriff Staatsvolk bezieht sich dagegen nur auf das Volk im (gemeinsamen) Staate. (Beispiel: Türken mit türkischer Staatsangehörigkeit und Türken mit anderen Staatsangehörigkeiten gehören unterschiedlichen Staatsvölkern an, obwohl Letztere sich weiterhin zum türkischen Volk rechnen mögen.) Das Staatsvolk ist jeweils gemeint, wenn - wie in Deutschland - bei jedem Rechtsurteil als Anfangsformel "Im Namen des Volkes!" gesprochen wird.
Postmodern
In neuerer (poststrukturalistischer) Literatur (etwa Hardt/Negri: Empire) findet man den Hinweis darauf, dass "Volk" regelmäßig nur eine Begriffswelt bezeichnete, die die Gemeinschaft von Menschen dahingehend verändern sollte, dass sie – durch welche Prozesse auch immer – aneinander angeglichen werden und nach außen abgegrenzt werden. Als eigentlicher neutraler Begriff für die Ansammlung an Menschen und ihrer Charakteristika wird vorgeschlagen, auf den Grundbegriff der "Menge" (im engl. Original: "Multitude") zurückzugehen.
Literatur
- Henning Eichberg: The People of Democracy, Århus 2004, ISBN 87-7955-292-7 [http://www.klim.dk/bog.asp?TitelID=1312&nav=1,79,77]
- Alfred Schobert, Siegfried Jäger (Hg.) (2004). Mythos Identität. Fiktion mit Folgen. ISBN 3-89771-735-2 (international angelegter Überblick über Nationen- und Identitätenbildung)
- Kien Nghi Ha: Ethnizität und Migration Reloaded. Kulturelle Identität, Differenz und Hybridität im postkolonialen Diskurs. Überarb. und erw. Neuauflage, [Westfälisches Dampfboot/WVB] 1999/2004, ISBN 3-86573-009-4
- Michael Hardt und Antonio Negri (2000), Empire. Die neue Weltordnung, Frankfurt am Main / New York 2002, ISBN 3-593-36994-X (postmoderne Ansichten zum Begriff und Alternativvorschläge)
Siehe auch
- Menge
- Ethnogenese
- Volk (Nation), völkisch
- Einwanderung
- Individualismus
- zahlreiche Zusammensetzungen mit "Volk-", etwa Volksbühne, Volkslied, Volksmund, Volkswagen, Volksrepublik, Volkseigentum, Volksempfänger, Volksvertretung, Völkerball
- Leute
- Zivilisation
- Völkermord
Kategorie:Ethnologie Kategorie:Volkskunde
simple:People
Inuit
Das Wort Inuit (Einzahl Inuk, Zweizahl Inuuk) bedeutet Menschen. Es bezeichnet verschiedene zirkumpolar lebende Volksgruppen - in der Arktis rund um den Nordpol. Analog wird die Bezeichnung Eskimo(s) verwendet, doch ist dabei zu beachten, dass die beiden Begriffe Inuit und Eskimo verschiedentlich nicht ganz deckungsgleich verwendet werden - dann nämlich, wenn auch entfernter verwandte arktische Volksgruppen mit einbezogen werden, die wie die Inuit traditionell von einer Jagdkultur geprägt sind.
Die Zahl der Inuit wird heute auf etwa 150.000 veranschlagt. Davon leben auf Grönland etwa 50.000 Inuit, ebenso viele in Kanada - im Territorium Nunavut etwa 25.000, in den Nordwest-Territorien, im Gebiet Nunavik (Nord-Québec und auf Labrador zusammen ebenfalls etwa 25.000) - sowie in Alaska etwa 30.000. Eine Gruppe von 10-20.000 lebt in Tschukotka (nordöstliches Sibirien). Die Inuit führen regional unterschiedliche Bezeichnungen: Inuit in Nord- und Nordostkanada, Inuit und spezieller Kalaallit auf Grönland, Yupik in Sibirien und Teilen Alaskas, Inupiat im übrigen Alaska und in Nordwestkanada..
Erklärung des Namens
Inuit ist in Inuktitut das Wort für Menschen. Die bislang noch bekanntere Bezeichnung Eskimo stammt aus der Sprache der Cree- und Algonkin-Indianer, die - räumlich benachbart siedelnd - immer wieder Auseinandersetzungen mit den Inuit hatten. Das Wort wird üblicherweise als Rohfleischesser gedeutet, neuerdings auch als Schneeschuhflechter - doch macht letztere Deutung nur Sinn für Alaska-Eskimos, da die Inuit im Norden und Nordosten Kanadas vor der Kontaktzeit mit Qallunaat (d. s. aus dem Süden kommende Nicht-Inuit) über keine entsprechenden Rohmaterialien verfügten. Eskimo in der Bedeutung Rohfleichesser wird von vielen, doch längst nicht von allen Inuit als herabsetzend angesehen. In Nordamerika, doch auch in der übrigen Welt wird der Begriff Eskimo immer seltener benutzt, vor allem nachdem die Inuit seit den 1950er-Jahren politisch und kulturell zunehmend ins öffentliche Interesse rückten.
Herkunft der Inuit
Die Herkunft der Vorfahren der Inuit ist nicht genau bekannt. Bei Inuit-Kleinkindern ist jedoch noch heute ein "Mongolenfleck" sichtbar, was aus guten Gründen als genetische Verwandtschaft mit Mongolen gedeutet werden kann.
Als sicher gilt heute, dass "Paläo-Eskimos" etwa 3000 v.Chr. (nach der letzten, etwa 10000 v.Chr. endenden Eiszeit) von Asien aus über die Beringstraße nach Alaska (Nordamerika) einwanderten. Sie sind also deutlich später als die Indianer auf den amerikanischen Kontinent gelangt (Paläo-Indianer ca. 28000 v.Chr., Athabasken-Indianer ca. 12000 v.Chr.).
Um etwa 2000 v.Chr. (Klima der Arktis wärmer als heute) wanderte dann ein Teil der Paläo-Eskimos von Alaska bis nach Grönland; es entwickelte sich die "Independence-Kultur" und die "Prä-Dorset-Kultur", später (500 v.Chr. bis 1000 n.Chr.) die "Dorset-Kultur" (so nach Fundstücken nahe der heutigen Südbaffin-Siedlung Cape Dorset benannt).
Parallel dazu (2000 v.Chr. bis 1000 n.Chr.) entwickelte sich im durch pazifischen Einfluss wärmeren Alaska eine "Neo-Eskimo-Kultur".
Um ca. 1000 n.Chr. folgte eine neuerliche Wanderung von Alaska-Eskimos über Nordkanada bis Grönland (Klima deutlich wärmer als heute). Sie waren den Dorset-Eskimos, deren Entwicklung langsamer fortgeschritten war, deutlich überlegen und verdrängen sie oder vermischen sich mit ihnen. Ihre Kultur wird nach Fundstücken nahe der nordgrönländischen Siedlung Thule als "Thule-Kultur" bezeichnet; Zeitdauer der Thule-Kultur von etwa 1000 bis etwa 1500 (bis zum Beginn der "Kleinen Eiszeit" - um 1550-1850). Die "Thule-Eskimos" sind die direkten Vorfahren der heutigen Inuit. Der folgende Zeitraum von 1500 bis 1900 gilt als "Inuit-Frühgeschichte".
Traditionelle Lebensweise
Die Inuit bewohnen den arktischen Teil Nordamerikas, und haben eine relativ einheitliche (Jagd-)Kultur, die lange Zeit auf dem Jagen von Meeressäugern (Robben, Walrosse, Wale, Eisbären), aber auch von Landtieren (Karibus) basierte. Wichtigste Jagdwaffe war die Harpune. Daneben betrieben sie Fischfang und sammelten Früchte. Das Verfolgen jagdbarer Tiere war der Grund für ihre nomadische Lebensweise; in Zeiten ausreichender Jagdwildvorkommen lebten sie ortsfest.
Zur Fortbewegung auf dem Wasser nutzten sie den Kajak oder den vielsitzigen Umiak (Frauenboot); auf dem Land und dem Meereseis diente ihnen im Winter der von Hunden, den Huskies, gezogene Qamutik (Schlitten) als Transportmittel. Im Sommer dienten die Hunde als Tragetiere.
Die meisten Inuit lebten als Familiengruppen in Camps - während des Winters im Qarmaq (Plural: Qarmait), einer Behausung, die je nach Region und verfügbarem Material aus Stein, Gras- und Erdsoden, niedrigem Gestrüpp, gelegentlichem Treibholz und Walknochen erbaut und mit Schnee abgedichtet wurden. Schneehäuser (Iglus) dienten in der Regel nicht als permanente Winterunterkünfte, sondern wurden auf Reisen angelegt. Im Sommer lebte man im luftdurchlässigeren Zelt, das aus Fellen mit Walknochenstangen errichtet wurde. Elemente polarer Kultur waren im übrigen u.a. das Langhaus und die mit Öl aus dem Speck von Meeressäugern betriebene Serpentin-Öllampe (Qulliq).
Kulturelle Umwälzungen
Langhaus
Über das Zusammentreffen der Inuit-Kultur mit der Kultur der Weißen wird im Zusammenhang mit der zunehmenden Emanzipation der Inuit viel geschrieben, und das durchaus nicht immer frei von Ideologie. Häufig werden geschichtliche Zusammenhänge auch verkürzt dargestellt, um etwa ein einzelnes Faktum hervorzuheben, worunter zwangsläufig die Gesamtschau leidet.
Seit dem 2. Weltkrieg unterliegt die Inuit-Kultur starken Umwälzungen: Das Nomadenleben ist seit Ende der 1960er-Jahre praktisch zu Ende, und die Inuit bewohnen heute im Süden Kanadas vorgefertigte, wegen des Permafrosts auf Stelzen errichteten Siedlungshäusern. Diese Häuser werden mit Ölöfen beheizt (jedes Haus mit Heizölvorratstank). Frischwasser wird mit dem Tanklastwagen gebracht, und das verbrauchte Wasser wird ebenfalls mit Tanklastern abtransport. Kochplatz mit Elektroherd, Spüle, Gefrierschrank, Waschraum mit Dusche und/oder Badewanne und Spültoilette, selbst Waschmaschine und Wäschetrockner sind üblich. Das TV-Gerät läuft fast rund um die Uhr.
Schlittenhunde (heute eher ein Luxus) wurden durch Motorschlitten abgelöst, und die Jagd auf Grönlandwale findet aufgrund internationaler Schutzmaßnahmen nur noch sporadisch nach strengen staatlichen, auf einer Übereinkunft beruhenden Regeln zur Aufrechterhaltung von Tradition statt (Nunavut: fünf Grönlandwale innerhalb von zehn Jahren). Traditioneller Handel mit Robben- und Fuchsfellen sowie mit Handarbeiten aus Walross-Elfenbein sind infolge Boykotts durch viele Staaten (aus Tierschutzgründen) praktisch zum Erliegen gekommen.
Dafür sind jedoch seit der 2. Hälfte der 1950er Jahre Kunst und Kunsthandwerk wichtige Quellen der Wertschöpfung geworden. Serpentin- und Marmorskulpturen, Kunstgrafik, Wandbehänge und -teppiche (u.a. aus Baker Lake, Arviat und Pangnirtung), Schmuck, Keramiken, Puppen) geben heute einer großen Zahl von Inuit-Künstlern und -Künstlerinnen aller Generationen neben Jagen und Fischen eine wesentliche Lebensgrundlage. Als Künstler international bekannt wurden etwa aus den Nunavut-Siedlungen Arviat: George Arluk, Lucy Tassiur Tutswituk; Baker Lake: Barnabus Arnasungaaq, Irene Avaalaaqiaq, Jessie Oonark (+); Cape Dorset: Kenojuak Ashevak, Pitseolak Ashoona (+), Nuna Parr, Kananginak Pootoogook, Pauta Saila, Aqjangajuk Shaa, Toonoo Sharky, Uvilu Tunnillie; Iglulik: Germaine Arnaktauyok (heute in Yellowknife wohnhaft); Pangnirtung: Andrew Qappik.
Eine positive Entwicklung sowohl auf wirtschaftlichem wie auf kulturellem Gebiet erhoffen sich die Inuit im Nordosten Kanadas von der Bildung des Territoriums Nunavut, das seit 1. April 1999 besteht und von den Inuit selbst verwaltet wird. Besonderer Wert wird hier auch auf die Pflege von Inuit-Tradition gelegt.
Daneben gibt es auch staatenübergreifende Bewegungen, welche die Kultur der Inuit bewahren und ihre politischen Forderungen koordinieren sollen, z.B. die Inuit Circumpolar Conference (ICC). Als sehr bedeutsames Problem wird der Treibhauseffekt angesehen, der nicht nur das traditionelle Leben der Inuit wesentlich zu verändern scheint, sondern auch Tier- und Pflanzenwelt stark beeinflusst. Die Regierung des Territoriums Nunavut, allen voran Premierminister Paul Okalik, zeigt daher essentielles Interesse daran, wie sich das Kyoto-Protokoll weiterentwickeln und seine Ziele erreichen wird.
Siehe auch
- Knud Rasmussen
- Nanuk der Eskimo
Literatur
- [http://archiv.magickpages.de/html/ddenk/entpol_p.shtml Roger Uchtmann: Die Geschichte vom Erlöschen der Lampen - Die Depolarisierung einer polaren Kultur]
- [http://www.ansgar-walk.de Ansgar Walk: Im Land der Inuit - Arktisches Tagebuch]
- [http://www.ansgar-walk.de Ansgar Walk: Kenojuak - Lebensgeschichte einer bedeutenden Inuit-Künstlerin]
Weblinks
- [http://www.nanoq.gl/ Regierung von Groenland (dän./inuk.)]
- [http://www.gov.nu.ca Regierung von Nunavut (engl./inuk.]]
- [http://www.krg.ca/ Regierung von Kativik, Québec (engl./frz./inuk.]]
- [http://www.tapirisat.ca/ Inuit Tapiriit Kanatami - Vertretung der Inuit in Kanada (englisch)]
- [http://yomee.com/Religions/Other/Inuit.htm Inuit - Eskimo Religion] Beschreibung der Religion und Demographie der Inuit (englisch)
- [http://www.inuit-kultur.de/ Inuit-Kultur - Abriß der Geschichte; Lebensweise der Inuit früher und heute im Vergleich]
Kategorie:Nordamerikanische Ethnie
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Grönland---Sidenote START---
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Grönland (auf Grönländisch Kalaallit Nunaat- "Land der Menschen", dänisch Grønland - "Grünland") ist die größte Insel der Erde. Geographisch wird sie zum arktischen Nordamerika gezählt, politisch ist sie autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark. Seit 1979 besteht das Autonomie-Statut (hjemmestyreloven), seit 1985 ist Grönland nicht mehr Mitglied der Europäischen Gemeinschaft.
Größere Orte sind die Hauptstadt Nuuk (Godthåb), Aasiaat (Egedesminde), Uummannaq, Qasigiannguit (Christianshåb), Ilulissat (Jakobshavn), Sisimiut (Holsteinsborg), Maniitsoq (Sukkertoppen), Tasiilaq (Ammassalik), Narsaq, Upernavik, Nanortalik, Paamiut (Frederikshåb), Qaqortoq (Julianehåb).
Ebenfalls den Stadtstatus haben Ivittuut, Kangaatsiaq, Qaanaaq (Thule), Ittoqqortoormiit (Scoresbysund).
Die internationalen Flughäfen sind Kangerlussuaq (Søndre Strømfjord, bei Sisimiut, Anbindungen an Dänemark), Narsarsuaq (bei Narsaq, Anbindungen an Island und Dänemark), Kulusuk (bei Tasiilaq, Anbindung an Island), und Constaple Point bei Ittoqqortoormiit (Scoresbysund, Anbindungen an Island).
Siehe auch: Städte in Grönland.
Bevölkerung
Etwa 20 Prozent der Bevölkerung sind außerhalb des Landes geboren. 87% gelten als Grönländer (Nachfahren der Kalallit). Aufgrund der andauernden Rückwanderung europäischer Bewohner bleibt die Bevölkerungszahl fast konstant. 98 Prozent der Bevölkerung sind protestantisch.
Die Inuit Grönlands werden in drei Gruppen unterteilt. Den Hauptteil stellen die Westgrönländer dar, die an der Westküste zwischen Upernavik und Nanortalik leben. Die Ostgrönländer, die in den Kommunen Tasiilaq und Ittoqqortoormiit leben, trafen erst vor etwa 100 Jahren auf Europäer. Die Nachfahren der letzten Einwanderungswelle von Inuit aus Kanada stellen die Polarinuit (Inughuit) dar, die in Avanersuaq leben.
Vor allem in den größeren Orten Grönlands lebt auch eine dänische Minderheit. Diese Minderheit ist zu 90% in Nuuk zu finden. Auch ein noch kleinerer Teil Deutsche lebt in Nuuk.
Regierung
Grönland ist demokratisch verfasst. Das Parlament (Landsting) wird alle vier Jahre gewählt und wählt seinerseits den Premierminister und die Regierung (Hjemmestyre). Grönland ist durch zwei direkt gewählte Abgeordnete im dänischen Parlament vertreten.
Die grönländische Regierung und das Landsting verwalten die grönländischen Angelegenheiten. Dies geht bis in den Bereich der Gesetze und Rechtsprechung. Dänische Gesetze können vom Landsting übernommen werden. Die Landesverteidigung obliegt Dänemark, die Außenpolitik ist weitgehend von Dänemark übernommen, es gibt spezielle Aspekte grönländischer Außenpolitik, beispielsweise die Beziehungen zu anderen Inuit-Regionen oder die Nichtmitgliedschaft in der EU.
Im Jahre 2006 soll ein Referendum den künftigen Status der Insel bestimmen. Gegenwärtig wird durch die Erschließung von Rohstoffen versucht, sich wirtschaftlich weiter von Dänemark zu lösen.
Geschichte
- Um 3000 v. Chr. wanderten die Vorfahren der ersten Inuit über die Beringstraße aus Asien nach Alaska.
- Um 2500 v. Chr. gab es die ersten Einwanderungswellen von Indianern nach Grönland (Sarqaq-Kultur). Bereits aus dieser Zeit sind Jagdplätze zum Beispiel in der Disko-Bucht und bei Qaja in der Nähe des Jakobshavn-Isfjords nachgewiesen.
- 500 v. Chr. bis 1000 indianische Dorset-Kultur.
- Um 875 entdeckte der Wikinger Gunnbjørn die Insel und nannte sie Gunnbjørnland.
- 982 musste Erik der Rote aus Island fliehen und landete schließlich im Südwesten von Grönland. Er gab der Insel ihren Namen. Mit seinen Gefolgsleuten besiedelte er ab 986 die Gegend um Brattahlid.
- 986 erreichten nur 14 von 25 isländischen Auswandererschiffen mit 700 Menschen an Bord Grönland.
- Aus der Zeit um 1000 sind im Süden Wohn- und Kirchenruinen nordländischer Siedler erhalten.
- 1000 kehrte Leif Eriksson, der Sohn Eriks des Roten, von Norwegen, wo er Christ wurde, mit einem Missionar nach Grönland zurück. Die grönländischen Wikinger wurden Christen und errichteten die erste Kirche.
- Um 1000 entdeckte Leif Eriksson von Grönland kommend Nordamerika (Vinland). Die Handelsbeziehungen mit Vinland dauerten bis ins 14. Jahrhundert.
- Ab etwa 1000 wanderten Inuit aus Alaska und Nordkanada ein (Thule-Kultur).
- 1076 gab Adam von Bremen in seiner Chronik des Erzbistums Hamburg den ersten schriftlichen Nachweis über die Besiedlung und Christianisierung Grönlands, das bei ihm Gronland heißt.
- Um 1124-1126 wurde Grönland eine eigene Diözese, der Bischofssitz war in Gardar, dem heutigen Igaliku.
- 1350 berichtete der isländische Kirchenmann Ivar Bardarsson, dass die westliche Siedlung aufgegeben sei. Inuit erschienen in der Nähe des Normannengebietes und rotteten die Versterbygd-Grönländer aus.
- Von 1408 stammt die letzte schriftliche Aufzeichnung der Nordmänner, die von einer Hochzeit in der Kirche von Hvalsey berichtete. Die Kontakte mit Norwegen und Island rissen ab. Aufgrund des Verlustes der Vesterbygd, der Verbindung zu Vinland, kommt es zu vermehrtem Holzmangel.
- Um 1550 erlosch die letzte nordische Siedlung in Grönland. Ob sich die Nordmänner mit den Inuit vermischt haben oder ausgestorben sind, ist bislang ungeklärt.
- 1721 kam es durch die Landung des Missionars Hans Egede zu einer europäischen Neubesiedlung der Insel.
- Im 18. und 19. Jahrhundert wurde Grönland immer wieder von niederländischen, dänischen, deutschen und anderen Walfängern besucht. Die Grönlandfahrt trug wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung Flensburgs bei, das damals zweitgrößter Hafen Dänemarks war.
- 1814 wurde im Frieden von Kiel die dänisch-norwegische Personalunion aufgelöst, Grönland fiel an Dänemark.
- Im ersten Weltkrieg 1914 - 1918 blieb Dänemark (und damit auch Grönland) neutral.
- 1933 gab Norwegen nach einem Schiedsspruch des Permanenten Internationalen Gerichtshofes in Den Haag zugunsten Dänemarks seine Ansprüche auf Grönland endgültig auf.
Seit dem Zweiten Weltkrieg wird Grönland insbesondere von den USA militärisch genutzt. Dabei spielt die geographische Lage Grönlands eine große Rolle.
Im Zweiten Weltkrieg wurde es vor allem als Basis für atlantiküberwachende Flugzeuge auf der Suche nach deutschen U-Booten und als Basis und Auftankstation für eigene Seemissionen benutzt. Dies wurde möglich, nachdem das Deutsche Reich Dänemark kampflos besetzte, da Grönland politisch zu Dänemark gehört. Es gab darüber hinaus auch deutsche Versuche, die Insel zur Errichtung von Wetterstationen zu nutzen, die allesamt scheiterten.
Ab 1945 bauten die USA an größeren Luftstützpunkten in Grönland wie der Thule Air Base, denn im Kalten Krieg spielte die Nähe zur UdSSR quer über den Nordpol eine wichtige Rolle. Zwar ist diese Nähe weder für Schiffe noch für Bodeneinheiten nutzbar, aber durchaus der Luftraum für Flugzeuge und Raketen. Ein Vertrag über die gemeinsame Verteidigung der Insel zwischen den USA und Dänemark wurde 1951 geschlossen, 1953 wurde Grönland integraler Bestandteil von Dänemark.
1979 erlangte Grönland eine Selbstverwaltung und die innere Autonomie mit eigenem Parlament und eigener Regierung. 1982 gab es eine Volksabstimmung über den Austritt aus der Europäischen Gemeinschaft, der 1985 Grönland vollzogen wurde, in erster Linie wegen der Überfischung grönländischer Gewässer durch damals westdeutsche Fangflotten. Grönland genießt allerdings weiterhin den Status eines überseeischen EU-Territoriums mit den Vorteilen einer Zollunion.
Nach dem Ende des Kalten Krieges verblasste die militärische Bedeutung Grönlands, allerdings gibt es Bemühungen seitens der USA, auf Grönland Bodenstationen für den geplanten US-Atomraketenabfangschild errichten zu dürfen.
Geografie
Grönland reicht von 59°50' nördlicher Breite (Kap Farvel) bis 83°37' nördlicher Breite (Kap Morris Jesup), ist 2.650 km lang und bis 1.000 km breit. Grönlands Nordküste ist mit 710 km Abstand das dem Nordpol am nächsten gelegene Festland.
Im Norden der Insel liegt der vereiste Arktische Ozean. Im Osten grenzt sie an die Grönlandsee und an die Irminger See sowie im Westen an die Davisstraße und die Baffinbai, alles Randmeere des Atlantiks. Im Nordwesten geht Grönland in die sehr zerklüftete und äußerst weitläufige Inselwelt der Königin-Elizabeth-Inseln über.
Grönland hat überaus große Eisvorkommen. Das bis zu 3000 m mächtige, durchschnittlich 1500 m starke) Inlandeis bewegt sich an den Küsten zum Meer und lässt oft Eisberge von mehreren Kilometern Länge entstehen. Lediglich etwa 341.700 km² der Fläche Grönlands sind eisfrei. In Grönland befinden sich mit 4.000 m die zweitgrößten Eishöhen der Welt, nur die Antarktis weist noch größere auf. Würde das gesamte Inlandeis Grönlands schmelzen, so würde der Wasserstand weltweit um 6 m steigen. Das Inlandeis ist weniger eine Folge des heutigen Klimas, vielmehr ist es ein Überbleibsel der letzten Eiszeit vor circa 10.000 Jahren.
Eiszeit
Grönland ist ein im Süden leicht gewelltes Hochland, das an der Küste durch zahlreiche Fjorde, Buchten und Meeresstraßen gegliedert ist. Im Zentrum und im Norden besteht der Untergrund aus einem riesigen, zum Teil unter dem Meeresspiegel liegenden, Becken. Grönland umsäumen an seinem Hochlandsrand sehr hohe Berge und Gebirge, die im Gunnbjörn am Ostrand der Insel bis zu 3.700 m hoch aufragen. Höchste Erhebung ist der 3.753 m hohe Gunnbjørn Fjeld, der alternativ auch als Hvitserk bezeichnet wird.
In Grönland herrscht polares und subpolares Klima, das an der Westküste durch den Golfstrom gemildert wird. Die Temperatur auf dem Inlandeis hat ein absolutes Temperaturminimum von -70 °C; im Sommer kommt sie bis an 0 °C heran. Die Küstenstreifen, an der Westküste bis 150 km breit, und alle vorgelagerten Inseln sind eisfrei und haben Tundravegetation, die nach Norden hin stark abnimmt.
Die Städte und Siedlungen liegen durchweg im eisfreien Künstenstreifen, aus klimatischen Gründen überwiegend an der Westküste. Im küstenfernen Inlandeis wurden zeitweilig Forschungsstationen wie Eismitte und North Ice unterhalten.
Tierwelt
Der bekannteste Vertreter der grönländischen Tierwelt ist der Eisbär (Ursus maritimus, grönlandisch: Nanoq). Dieser hat seinen eigentlichen Lebensraum in erster Linie im äußersten Norden und im nordostgrönländischen Nationalpark, dem größten Nationalpark der Welt. Mit dem Treibeis, welches mit dem Ostgrönlandstrom um Kap Farvel bis nach Südgrönland kommt, gelangen Eisbären auf der Jagd nach Robben bis in den äußersten Süden (Nanortalik), und mit anderen Treibeisströmungen nach Upernavik in Nordwestgrönland.
Der zweitgrößte Landsäuger Grönlands ist der Moschusochse (Ovibos moschatus), der ursprünglich nur in Nordostgrönland vorkam, wo er in oft großen Herden anzutreffen ist. Der Moschusochse wurde jedoch auch an der Westküste ausgesetzt, etwa in Kangerlussuaq, Ivittuut und bei Upernavik, wo er sich zu stabilen Beständen vermehrt hat. Rentiere (Rangifer tarandus) kommen, teilweise in großen Herden, vor allem an der Westküste vor.
Kleinsäuger wie Hermelin (Mustela erminea) und Lemming (Lemmus lemmus) leben nur in Nordostgrönland. Auch der Polarwolf (Canis lupus) kommt nur dort und im äußersten Norden vor.
Weit verbreitet sind Polarhase (Lepus arcticus) und Polarfuchs (Alopex lagopus).
Auch die Welt der Meeressäuger ist mit Minkwalen, Buckelwalen, Belugas, Schwertwalen, Narwalen, Grönlandwalen, Walrössern, Grönlandrobben, Sattelrobben, Bartrobben und Ringelrobben besonders artenreich. Die Inuit zählen auch den Eisbär zu den Meeressäugern, weil dieser die meiste Zeit seines Lebens auf dem Meer bzw. Pack- und Treibeis verbringt.
Die Vogelwelt ist ebenfalls reichhaltig. Am weitesten verbreitet sind Kolkrabe, Gryllteiste, Dreizehenmöwe, Schneeammer, Eiderente, Eistaucher, Odinshühnchen und Alpenschneehuhn.
Viele Seevögel nisten an den Vogelfelsen, die besonders groß in Upernavik, Qaanaaq und Ittoqqortoormiit sind. Wichtiger Brutvogel ist die Dickschnabellumme (Uria lomvia), deren größte Kolonien im Upernavik-Distrikt liegen. Es gibt weitere Kolonien in den Distrikten Qaanaaq, Ilulissat (Ritenbenk/Appat), Maniitsoq, Nuuk, Ivittuut, Ittoqqortoormiit und im Archipel Ydre Kitsitsut, welches zu Qaqortoq gerechnet wird. Trottellummen (Uria aalge) sind vergleichsweise selten und kommen an einigen Vogelfelsen in Südwestgrönland vor. Der hocharktische Krabbentaucher (Alle alle) kommt in riesigen Kolonien bei Qaanaaq und Ittoqqortoormiit vor. Es gibt kleinere Kolonien bei Upernavik (Horse Head) und in der Diskobucht (Grönne Ejland). Der Papageitaucher (Fratercula arctica) hat für nordatlantische Verhältnisse eher kleinere Kolonien in Grönland, etwa bei Aasiaat, Upernavik, Nuuk, auf Ydre Kitsitsut (Qaqortoq) und vor Nanortalik sowie bei Ittoqqortoormiit und Qaanaaq. Gryllteisten (Cepphus grylle) sind in ganz Grönland verbreitet und leben nicht nur an den Vogelfelsen. Weitere Bewohner der Vogelfelsen sind Dreizehenmöwen und Kormorane.
Küstenseeschwalben haben ihre größten Kolonien in der Diskobucht (Grönne Ejland). Thorshühnchen und Prachteiderenten kommen von der Diskobucht an nördlich vor. Seeadler sind vor allem in Südwestgrönland verbreitet, Falken und Skuas haben einen größeren Lebensraum.
Die Schneeeule lebt hauptsächlich in Nord- und Nordostgrönland. Auch viele Gänsearten (etwa Nonnengans, Schneegans, Meerente, Blässgans, u.a.) leben in Grönland. Die hocharktische Rosenmöwe kommt nur im äußersten Norden vor.
Kajak
Das Wort „Kajak“ kommt aus dem Grönländischen. Dieses Boot wurde hier schon sehr früh als Mittel für die Jagd im Sommer benutzt. Im Gegensatz zum Umiaq, dem Frauen-Boot, war das Kajak sehr schmal und genau dem Körper einer bestimmten Person angepasst. Im Winter diente der Hundeschlitten der Jagd.
Auch wenn Motorboot, welches von der Form her dem Umiaq entspricht, und Snowscooter die traditionellen Jagdmittel größtenteils abgelöst haben, werden diese nach wie vor, vor allem in den entlegenen Regionen wie Qaanaaq, Ittoqqortoormiit und in den Dörfern bei Upernavik, benutzt.
Kultur und Sport
Universität
An der Universität „Ilisimatusarfik“ in Nuuk studieren etwa 120 Studierende, davon wenige Ausländer. In den Studienfächern Verwaltung, Kultur- und Sozialgeschichte Grönlands sowie Grönländische Sprach-, Literatur- und Medienstudien können Bachelor- und Master-Abschlüsse erworben werden. Außerdem gibt es das Studienfach Theologie. Unterrichtet wird größtenteils auf Dänisch, in einigen Kursen auch auf Grönländisch.
Fußball
Siehe auch: Fußball in Grönland
Grönland ist bisher nicht Mitglied der FIFA. Ein Beitritt wird zwar anvisiert, UEFA und FIFA sperren sich aber bisher. Das grönländische Nationalteam wird von Sepp Piontek trainiert. Im Jahr 2001 fand ein Länderspiel gegen eine Auswahl aus Tibet statt, das ebenfalls keine offizielle Nationalelf hat, da es in den 1950er Jahren von der Volksrepublik China okkupiert wurde.
Kunsthandwerk
Siehe: Tupilak
Der Weihnachtsmann von Grönland
Nach Angaben der dänischen Botschaft in Deutschland erreichen jedes Jahr tausende Briefe das Weihnachtspostamt des Weihnachtsmanns in Grönland, weil viele Kinder auf der Welt glauben, der Weihnachtsmann wohne in Grönland. Im Sommer kann man sein Haus besichtigen. Es liegt einen kleinen Spaziergang außerhalb der Ortschaft Uumannaq, unterhalb des markanten Robbenherzberges.
Grönland hat darauf reagiert und dem Weihnachtsmann eine eigene Website eingerichtet. Es dürfte die meistbesuchte Website mit der Top-Level-Domain .gl sein: http://www.santa.gl/
Sonstiges
Grönland heißt auch ein Ortsteil von Sommerland in Schleswig-Holstein.
Literatur
Grönland (ISBN 3-7701-4423-6) ein Reiseführer durch Grönland
Weblinks
- [http://dk.nanoq.gl/enhed.asp?page=enhed&objno=522 Grönländische Regierung] (inuktitut, dänisch, englisch)
- [http://www.greenland-guide.gl/ Grönländische Touristen-Informationen] (englisch)
- [http://www.um.dk/deutsch/daenemark/enzyklopaedie/kap7/7-1-8.asp Königlich Dänisches Ministerium des Äußeren]
- [http://news.bbc.co.uk/1/hi/world/europe/country_profiles/1023393.stm Profiles at BBC] (englisch)
- [http://www2.daenemark.org/tysk/tekst.php?id=109 Dänische Botschaft über den Weihnachtsmann in Grönland]
- [http://www.arc-pic.com/ Fotos aus Grönland]
- [http://www.ilisimatusarfik.gl/ Universität von Grönland]
- [http://www.maxweise.de/Greenland/ Grönlandfotos mit einigen Panoramen]
Kategorie:Insel (Nordamerika)
Kategorie:Insel (Arktis)
Kategorie:Insel (Grönland)
!,Grönland
Kategorie:Dänemark
Kategorie:Ehemalige Kolonie
Kategorie:Abhängiges Gebiet (Dänemark)
Kategorie:Glaziologie
ja:グリーンランド
ko:그린란드
simple:Greenland
zh-min-nan:Chheⁿ-tē
EingeborenEingeboren (einziggeboren) ist die Übersetzung in Martin Luthers Bibel-Übersetzung für den griechischen Ausdruck monogenes (lat.: unigentium) im Johannes-Evangelium und dem 1. Johannes-Brief (Joh 1,14.18; 3,16.18; 1.Joh 4,9). An diesen Stelle ist immer von Jesus als ein(zig)geborenem Sohn Gottes die Rede. Diese Formulierung hat dann auch Eingang in das nicäno-konstantinopolitanische und das Apostolische Glaubensbekenntnis gefunden. Ein weiteres Mal ist im Hebräer-Brief davon die Rede, dass Abraham seinen Eingeborenen (seinen Sohn Isaak) opferte (Hebr11,17).
Kategorie:Neues Testament
NaturvolkMit dem nicht ganz scharfen Begriff Naturvolk werden Völker bezeichnet, die isoliert von der industrialisierten Zivilisation den unveränderten Naturraum bewohnen und diesen weitgehend frei von Technologie nutzen. Sie kennen keine Städte, und ihre Gesellschaft ist nur gering hierarchisch. Spezialisierung in verschiedene Berufsgruppen ist ebenfalls kaum vorhanden. Das Individuum bei Naturvölkern sieht sich als Glied in der Kette der Generationen. Individuelles Denken und Handeln ist damit nur sehr begrenzt entwickelt, was allerdings unter dieser Vorstellung keineswegs als Einschränkung der Freiheit angesehen wird. Dagegen spielt die soziale und vor allem die verwandtschaftliche Bindung eine große Bedeutung, sehr viel mehr als unter den "Zivilisierten". Auch der Eigentumsbegriff an materiellem Eigentum oder gar Land ist in dieser Vorstellungswelt nicht vorhanden und auch gar nicht definierbar.
Die wildbeutenden Waldvaganten, wie Jäger und Sammler (Vaganten werden häufig irreführenderweise als Nomaden bezeichnet), stellen die wohl reinste Form der Naturvölker dar. Ackerbauern, selbst auf primitiven Niveau, sind eigentlich keine Naturvölker, weil sie Kulturpflanzen anbauen und den Naturraum verändern. Bei manchen Naturvölkern, wie den Einwohnern Papua-Neuguineas oder Borneos, ist der Ackerbau allerdings im Vergleich zum Jagen und Sammeln von so untergeordneter Bedeutung, dass man sie im weiteren Sinne als Naturvölker werten kann. Deswegen wird diese Art d | | |