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Indonesische Sprache

Indonesische Sprache

Die malaiische und indonesische Sprache (Bahasa Melayu dan Indonesia) ist Amtssprache in Malaysia und in Indonesien. Die beiden Sprachversionen gelten als eine Einzelsprache und unterscheiden sich praktisch nur durch ihren Namen:
- Bahasa Melayu ist Amtssprache in Malaysia (hier auch Bahasa Malaysia), Singapur und Brunei. Von etwa 12 Millionen Sprechern auf der malaiischen Halbinsel sprechen es etwa 7,2 Millionen als Erst- und 4,8 Millionen als Zweitsprache. Größere Gruppen von Sprechern findet man außerdem in Myanmar, in Hongkong und in den USA. Bahasa Melayu hat den Language Code ms beziehungsweise may oder msa (nach ISO 639).
- Bahasa Indonesia ist Amtssprache in Indonesien. Es wird von etwa 162 Millionen Menschen gesprochen. Für 21 Millionen, von denen die meisten auf Java leben, ist es Erstsprache. 141 Millionen benutzen es als Zweit- oder Verkehrssprache. Außerhalb Indonesiens wird es unter anderem in Saudi-Arabien, Singapur, den Niederlanden und den USA gesprochen. Bahasa Indonesia hat den Language Code id bzw. ind (nach ISO 639). Soweit im Folgenden nichts anderes angegeben, gelten die Aussagen für beide Sprachen.

Geschichte

Malaiisch gehört zur westlichen Gruppe des malaiisch-polynesischen Sprachzweigs innerhalb der austronesischen Sprachfamilie. Malaiisch ist seit dem 1. Jahrhundert nach Christus in dem heute von Malaysia und Indonesien dominierten Inselgebiet die Verständigungs- und Handelssprache, die gegebenenfalls neben der eigenen Sprache gesprochen wird. Die ersten schriftlichen Zeugnisse des Altmalaiischen stammen aus dem 7. Jahrhundert. Malaiisch erfuhr viele Einflüsse aus Indien, woher Hinduismus und Buddhismus kamen. In späterer Zeit kamen mit dem Islam arabische Einflüsse hinzu. Vom 14. Jahrhundert an wurde es hauptsächlich mit arabischen Schriftzeichen geschrieben. Die kolonialen Einflüsse haben zu manchen unterschiedlichen Wörtern geführt. Siehe dazu im folgenden Unterschiede Bahasa Melayu und Bahasa Indonesia. Aufgrund der mangelnden Sprachpflege während der britischen Kolonialherrschaft war die malaiische Sprache terminologisch verarmt und wurde als stark veraltet angesehen. Nachdem Malaysia 1957 unabhängig geworden war, führte eine staatliche Sprachkommission Tausende von Neologismen ein. Die so erneuerte Sprache wurde wenig später ins Schulwesen integriert. Sie hieß von 1957 bis 1969 Bahasa Kebansaan (Nationalsprache), seit 1969 heißt sie Bahasa Malaysia. In Indonesien wurde mit der niederländischen Kolonisierung im 19. Jahrhundert die lateinische Schrift eingeführt. Mit der Unabhängigkeitserklärung des Landes 1945 wurde Bahasa Indonesia zur offiziellen Staatssprache erklärt. 1972 wurde ein einheitliches lateinisches Schriftsystem in Malaysia und Indonesien geschaffen. Malaysia hatte bis dahin arabische Schriftzeichen benutzt. Alte Menschen schreiben in Malaysia heute noch in arabischer Schrift, und man findet noch Schilder mit arabischen Schriftzeichen, aber in malaiischer Sprache.

Unterschiede Bahasa Melayu und Bahasa Indonesia

Die Unterschiede zwischen diesen beiden Sprachen entwickelten sich erst in neuester Zeit. Sie sind ungefähr so beschaffen wie zwischen DDR-Deutsch und West-Deutsch, wo man auch nicht von zwei Sprachen spricht, obwohl es "Broiler" im Westen sowie "Hendl" in der DDR nicht gab und beispielsweise Plastik/Plaste, Team/Kollektiv unterschiedliche Wörter hatten. Genauso lassen sich zwischen den beiden malaiischen Sprachen solche spezifischen Wörter finden - oft bedingt dadurch, dass manche Wörter in Malaysia von den britischen Kolonialherren und in Indonesien von den niederländischen Kolonialherren eingeführt wurden. Bei technischen Fachausdrücken sind die Unterschiede am häufigsten; geradezu berühmt ist die immer zitierte Übersetzung von Auspuff: Auf Indonesisch heißt es knalpot und auf Malaiisch ekzos (vom englischen exhaust). Dass man trotz der nur geringen Unterschiede von verschiedenen Sprachen spricht, hat damit zu tun, dass es in Indonesien eine Antikolonialbewegung "Ein Volk - ein Land - eine Sprache" gab und man deshalb nach der Unabhängigkeit nicht "Bahasa Melayu" haben wollte. Singapur und Brunei hatten damit kein Problem, zumal dort Bahasa Melayu eine eher untergeordnete Rolle spielt. Ganz generell kommt man in Malaysia, Singapur und Brunei mit Englisch erheblich weiter. In Singapur sprechen mehr Leute Englisch als Malaiisch. Auch in Malaysia sprechen die rund 26% Chinesen lieber Englisch als die Sprache ihrer malaiischen Mitbürger. In Indonesien hingegen ist Englisch weniger verbreitet und Bahasa Indonesia für die meisten bereits eine Fremdsprache, die aber die meisten können, solange man nicht in ganz entlegene Urwaldgegenden geht.

Einführung

Malaiisch/Indonesisch ist eine der am weitesten verbreiteten Sprachen der Erde. Etwa 200 Millionen Menschen sprechen sie - die Mehrzahl davon allerdings nur als Zweitsprache. Malaiisch ist die Sprache der Malaien und die lingua franca in dem Raum, der geografisch von Malaysia und Indonesien bestimmt wird. Malayisch (mit y) beziehungsweise indonesisch sind die Bezeichnungen aufgrund staatlicher Zugehörigkeit. Daneben gibt es dort Hunderte von Regionalsprachen mit teilweise nur einigen hundert Sprechern. Malaiisch/Indonesisch ist für Deutschsprechende ausgesprochen einfach zu lernen. Die Aussprache ist unproblematisch, weil fast alles so ausgesprochen wird wie im Deutschen. Wir können also alles ablesen (ausgenommen das j, das wie ein dsch und das c, das wie ein tsch ausgesprochen wird). Weitere Unterschiede in der Aussprache:
- e = der wohl schwierigste Buchstabe, denn manchmal wird e wie das letzte e von Ende gesprochen, oder verschluckt oder auch normal ausgesprochen, entspricht in etwa dem Schwa-Laut
- h = am Wortanfang immer gesprochen, in der Mitte und am Ende nur leicht gehaucht
- k = nicht behaucht, wie in Kind
- kh = wird wie "ch" in lachen gesprochen
- ng = klingt nasaliert wie in Menge
- ngg = wie in Angabe
- r = gerolltes r
- w = wie engl. w in water
- z = wie s in Besen

Grammatik

Es gibt kein grammatisches Geschlecht. Eine Mehrzahl oder eine Steigerung kann unter anderem durch Verdoppelung ausgedrückt werden:
- orang (Mensch), orang-orang (Menschen) (aber: dua orang (zwei Menschen), tiga orang (drei Menschen))

Tempus

Es gibt außer Präsens und eine Art Futurform keine Zeitformen.
- Ich schreibe gerade einen Brief: Saya sedang menulis surat (wörtlich: Ich gerade schreiben Brief)
- Gestern schrieb ich einen Brief, Gestern habe/hatte ich einen Brief geschrieben: Kemarin saya menulis surat (wörtlich: Gestern ich schreiben Brief)
- Morgen werde ich einen Brief schreiben: Besok saya akan menulis surat (wörtlich: Morgen ich werden Brief schreiben)
- Morgen Mittag habe ich den Brief bereits geschrieben: Besok siang saya sudah menulis surat (wörtlich: Morgen Mittag ich schon schreiben Brief) Man erkennt, das Verb "menulis" (schreiben) ändert sich in keiner Form. Lediglich durch die Verwendung von Zusatzverben wird der Zusammenhang erkannt.

Passivform

Dieser Brief wurde von mir geschrieben: Surat ini ditulis oleh saya (wörtlich: "Brief dieser geschrieben von ich") Hier darf "ditulis" nur als Passivform verstanden werden. Sie stellt keine Vergangenheitsform dar. Besonderheiten: Es werden Prefixe und Postfixe für Verben verwendet. Beispiel: Hauptwort: tulis (schreiben) Sobald dieses aber in einem Satz wie oben genannt verwendet wird, verschwindet das "t" und es wird "men" an das Wort gehangen. (menulis) Mögliche Formen:
- menulis (Aktivform)
- bertulis
- menuliskan
- ditulis (Passiv)
- ditulisi
- dituliskan

Wortschatz


- Selamat datang! Willkommen!
- Selamat jalan! Auf wiedersehen / Gute Reise! (wörtlich: gute Straße! / guten Weg!)
- Apa khabar/kabar? Wie geht's? (wörtlich Was [sind die] Neuigkeiten?)
- Terima kasih! Danke! (wörtlich Nehmen - Geben)
- Khabar/kabar baik! Es geht gut! (wörtlich "Nachricht gut")
- orang Mensch
  - orang hutan [malayisch: Orang Utan] (wörtlich Waldmensch)
  - orang Jerman Deutsche(r) ("Mensch deutsch")
  - orang asli Eingeborener (wörtlich echter/ursprünglicher Mensch)
- 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10: satu, dua, tiga, empat, lima, enam, tujuh, delapan, sembilan, sepuluh

Besonderheit

Eine nette Besonderheit des gesprochenen Malaiisch/Indonesisch ist die Nachsilbe "-lah", die an den verschiedensten Stellen in den Satz eingeflochten wird und der Rede eine freundliche Note gibt. Das "-lah" wird von Malaysiern und Indonesiern auch dann verwendet, wenn sie Englisch oder eine andere Sprache sprechen. Beispiel: "Cannot-lah...", "Sorry-lah...".

Sprachregulierung

Malaiisch wird reguliert durch:
- Dewan Bahasa dan Pustaka (Hall of Language and Scripture) Indonesisch wird reguliert durch:
- Pusat Pembinaan dan Pengembangan Bahasa

Literatur


- Harald Haarmann: Kleines Lexikon der Sprachen. Von Albanisch bis Zulu. München: C.H. Beck 2001 ISBN 3-406-47558-2
- Hans Kähler: Grammatik der Bahasa Indonesia. 3., revidierte Auflage. Wiesbaden 1983

Weblinks


- http://www.jot.de/kamus/ - Wörterbuch Deutsch-Indonesisch und umgekehrt
- http://www.kl-post.com.my/index.asp?x=tips/sprachkurs/1 - Einführungssprachkurs Deutsch/Malaiisch der KL-POST
- http://www.answering-islam.de/Main/Bahasa/main.html - Koran auf Malaiisch/Indonesisch
- http://en.wikibooks.org/wiki/Indonesian - Wikibuch zum Indonesisch Lernen (Englisch) Kategorie:Malayo-Polynesische Sprache Kategorie:Indonesien Kategorie:Malaysia Kategorie:Südostasien Kategorie:Einzelsprache ja:マレー語ja:インドネシア語 ms:Bahasa Melayu ms:Bahasa Indonesia th:ภาษามาเลย์ th:ภาษาอินโดนีเซีย

Amtssprache

Eine Amtssprache ist die Sprache, in der die Behörden (Regierung, Gerichte) eines Staates miteinander und mit der Bevölkerung kommunizieren und mit der sich Bürger und Bewohner an die Verwaltungseinrichtungen wenden können. Ein Land kann gleichzeitig mehrere Amtssprachen haben. Im Gegensatz zur Amtssprache bezeichnet Schulsprache eine Sprache, die im Unterricht an den Schulen eines Landes verwendet wird.

Was wird zur Amtssprache?

Nicht immer spiegeln die Amtssprache(n) die tatsächlichen Muttersprachen der Bewohner eines Landes wider. In Europa, Asien oder Amerika ist meist die am häufigsten gesprochene Sprache eines Landes auch gleichzeitig dessen Amtssprache; so ist Deutsch die Amtssprache Deutschlands und Portugiesisch die Amtssprache Brasiliens. In Afrika dagegen sind meist Kolonialsprachen Amtssprache, so Französisch in Mali oder Englisch in Sambia. Diese Sprachpolitik begünstigt oft die herrschende Elite, die, im Gegensatz zum "gemeinen" Volk als einzige Klasse die Amtssprache beherrscht. Nur in wenigen Fällen (Schweiz mit 4 Amtssprachen, Südafrika mit 12) sind alle verbreiteten Sprachen eines Landes auch Amtssprachen. So ist z.B. das in Deutschland mit über 2 Millionen Muttersprachlern (davon fast 1 Million deutscher Nationalität) stark vertretene Türkisch keine Amtssprache genauso wenig wie Elsässisch Amtssprache in Frankreich ist. Diese Tendenz wird mit der Notwendigkeit der nationalen Einheit und dem verwaltungsmäßigen Mehraufwand (Ausbildung aller Beamten und Ausdruck aller Formulare in mehreren Sprachen) begründet, führt aber in der Praxis zu einer sozialen Abwertung der Sprecher von solchen Nicht-Amtssprachen. Ein Kompromiss ist, dass Minderheitensprachen nur auf regionaler Ebene den Status einer Amtssprache erhalten (so Deutsch in Südtirol, Sorbisch in der Lausitz).

Amtssprachen in einzelnen Ländern

Nicht alle Staaten haben ihre Amtssprache offiziell festgelegt.

USA

In den USA haben zwar manche Bundesstaaten Englisch als Amtssprache festgelegt, die Legislative der Vereinigten Staaten selbst jedoch hat es nie in diesen Status erhoben. Da aber die Verfassung und sämtliche Gesetze auf Englisch vorliegen, kann es durchaus als offizielle Sprache angesehen werden. (Die oft gehörte Behauptung, Deutsch wäre im 18. Jahrhundert beinahe Amtssprache der USA geworden, ist eine Legende (die sogenannte Muehlenberg-Legende).)

Deutschland

In Deutschland legt § 23 Abs. 1 VwVfG Deutsch als Amtssprache fest. Durch die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen sind Behörden einzelner Bundesländer verpflichtet, auch in den Regionalsprachen Niedersächsisch (umgangssprachlich als Niederdeutsch bezeichnet), Friesisch, Dänisch bzw. Sorbisch zu korrespondieren.

Österreich

In Österreich ist Deutsch als Amtssprache festgelegt. Die Minderheitensprachen sind im österreichischen Staatsvertrag 1955 und in zahlreichen Verordnungen über die genauen Regionen festgelegt. Minderheitensprachen als Amtssprachen sind (nach Anzahl der Sprecher geordnet):
- Kroatisch (in Burgenland und Steiermark)
- Slowenisch (in Kärnten) Weiteres unter Minderheitssprachen in Österreich

Schweiz

In der Schweiz existieren vier Amtssprachen:
- Deutsch
- Französisch
- Italienisch
- Rätoromanisch

Indien

In Indien existieren 17 regionale Amtssprachen (neben den 2 überregionalen Amtssprachen Hindi und Englisch):
- Asamiya
- Bengali
- Gujarati
- Kannada
- Kashmiri
- Konkani
- Malayalam
- Marathi
- Meitei
- Nepali
- Oriya
- Punjabi
- Sanskrit
- Sindhi
- Tamil
- Telugu
- Urdu

Siehe auch


- Liste der Amtssprachen
- Amtssprachen der Europäischen Union

Literatur


- [http://stattweb.de/cgi-bin/baseportal.pl?htx=/stattweb.de/ArchivDetail&db=Archiv&Id=176 Anonym (sp): Staat, "Nation" und Sprache. Vierteilige Artikelreihe zur Sprachpolitik in Nationalstaaten und in der Europäischen Union. In: Stattzeitung für Südbaden, Ausgaben 56-59 (2004).]

Weblinks


- http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/vwvfg/__23.html - §23 VwVfG Kategorie:Sprache Kategorie:Allgemeines Verwaltungsrecht ja:公用語 ko:공용어 simple:Official language zh-min-nan:Koaⁿ-hong gí-giân

Malaysia

Malaysia (Persekutuan Malaysia, Federation of Malaysia, Malaysische Föderation, in Österreich auch Malaysien genannt) liegt in Südostasien.

Geographie

Malaysia besteht aus zwei Teilen, nämlich dem auf der malaiischen Halbinsel gelegenen Westteil und dem auf der Insel Borneo gelegenen Ostteil. Beide sind voneinander durch das Südchinesische Meer getrennt. Westmalaysia grenzt im Norden an Thailand und im Süden befindet sich auf einer vorgelagerten Insel Singapur. Ostmalaysia grenzt südlich an Indonesien und im Norden wird das Sultanat Brunei von Malaysia eingeschlossen. Tanjung Piai, welches sich im südlichen Staat Johor befindet, ist der südlichste Punkt des asiatischen Kontinentes, wenn man die Insel Singapur, die mit dem Kontinent nur durch eine künstliche Brücke verbunden ist, außer Acht lässt. Zwischen der malaiischen Halbinsel und der indonesischen Insel Sumatra befindet sich die Straße von Malakka, welche sowohl eine bedeutende, strategisch wichtige Wasserstraße als auch eine der meistbefahrenen Schiffsrouten darstellt. Malaysia hat im Westen wie im Osten eine ähnliche Landschaft, die aus Ebenen entlang den Küsten besteht, während im Hinterland Hügel und teilweise sehr hohe Berge dominieren, welche in der Regel sehr dicht bewaldet sind. Die höchste Erhebung Malaysias ist der 4095 m hohe Kinabalu auf der Insel Borneo. Die größte und wichtigste Stadt Malaysias ist die Hauptstadt Kuala Lumpur, in welcher sich das Parlament, das Handels- und Finanzzentrum des Landes befinden. Die meisten Regierungseinrichtungen haben die Stadt jedoch in Richtung Putrajaya verlassen, welches speziell als neue Verwaltungshauptstadt für Malaysia errichtet wurde. Weitere wichtige Städte sind George Town, Ipoh und Johor Bahru. Siehe auch Liste der Städte in Malaysia. Das Klima des Landes ist äquatorial und wird von April bis Oktober durch den Südwestmonsun, und von Oktober bis Februar durch den Nordostmonsun gekennzeichnet. Die vier Klimadiagramme ergeben ein West-Ost-Profil: Kuala Terengganu und Kuala Lumpur auf der Malakka-Halbinsel (West-Malaysia), Sandakan und Kuching auf Borneo (Ost-Malaysia). Siehe auch: Nationalparks in Malaysia

Bevölkerung

Die Bevölkerung von Malaysia besteht aus einer großen Anzahl von ethnischen Gruppen, wobei die Malaien die Mehrheit stellen und auch die Politik dominieren. Die Verfassung des Landes definiert, dass alle Malaien Moslems sind. Desweiteren stellen die Überseechinesen etwa ein Viertel der Bevölkerung. Die Chinesen spielen eine bedeutende Rolle in Handel und Wirtschaft. Weitere sieben Prozent der Bevölkerung sind indischstämmig. Diese sind Hindus, Moslems, Sikhs, Christen oder Buddhisten. Etwa 85 Prozent der indischstämmigen Bevölkerung Malaysias sind Tamilen, Minderheitengruppen sind die Malayalis, Punjabis and Telugus. In den Staaten Sarawak und Sabah stellen Ureinwohner, die keine ethnischen Malaien sind, die Hälfte bzw. zwei Drittel der Bevölkerung. Auf der Halbinsel existieren ebenfalls Ureinwohner, jedoch in kleinerer Zahl, sie werden mit dem Sammelbegriff Orang Asli bezeichnet. Diese Ureinwohner gehören zu einer großen Zahl von ethnischen Gruppen, haben aber kulturelle Gemeinsamkeiten. Sie waren bis zum 20. Jahrhundert Anhänger von traditionellen Naturreligionen. Seitdem sind viele zum Christentum oder zum Islam übergetreten. Obwohl die Orang Asli sich hinsichtlich der Kultur von den Malaien unterscheiden, haben viele die malaiische Kultur assimiliert, etwa durch Umzug in die Städte oder durch Heirat. Nennenswerte Minderheiten stellen die Europäer, Menschen aus dem mittleren Osten, Kambodscha und Vietnam. Die Europäer sind meist Briten und einige Portugiesen, die Malaysia kolonisierten und sich hier ansiedelten. Die meisten Kambodschaner und Vietnamesen kamen als Vietnamkriegsflüchtlinge nach Malaysia. Die Bevölkerung ist nicht gleichmäßig verteilt, der Großteil (etwa 20 Millionen) lebt auf der malaiischen Halbinsel. Das Wachstum der Bevölkerung ist mit etwa 2,4 Prozent jährlich relativ hoch, und etwa ein Drittel der Bevölkerung ist jünger als 15 Jahre. Die Urbanisierungsrate liegt bei etwa 58%. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei etwa 72 Jahren, die Säuglingssterblichkeit bei etwa 23 pro Tausend. Einen wichtigen Wendepunkt in der Bevölkerungspolitik Malaysias stellen die Unruhen vom 13. Mai 1969 rund in und um Kuala Lumpur dar. Diese Unruhen wurden damals als Folge der sozioökonomischen Ungleichheiten zwischen den einzelnen ethnischen Gruppen interpretiert. Sie führten dazu, dass die malaiische neue ökonomische Politik eingeführt wurde, um sowohl rassische und wirtschaftliche Ungleichheiten als auch Armut in Malaysia zu eliminieren.

Sprachen

Die Amtssprache Malaysias ist Bahasa Melayu, daneben sind Englisch, Chinesisch (vor allem Kantonesisch, Mandarin, Hokkien, Hakka, Teochew, Hainan, der Fuzhou-Dialekt), Tamil, Telugu, Malayalam und Thai verbreitet. In Ostmalaysia werden verbreitet indigene Sprachen gesprochen, wovon die wichtigsten Iban und Kadazan sind. In offiziellen Dokumenten wird britisches Englisch verwendet. Durch das Fernsehen hat jedoch das amerikanische Englisch bereits einigen Einfluss genommen. Das Englisch, welches in der Umgangssprache in Malaysia verwendet wird, unterscheidet sich stark vom britischen Englisch und wird deshalb auch als Manglish bezeichnet. Es ähnelt bis auf einige Slang-Ausdrücke stark dem Singlish, das in Singapur gesprochen wird.

Religion

Der Islam, zu dem sich 60 % der Bevölkerung bekennen, ist Staatsreligion. Nach der Verfassung des Landes sind alle ethnischen Malaien von Geburt automatisch Muslime. Ein Abfallen vom Islam wird de facto mit Freiheitsstrafe bestraft. Die Chinesen sind meist Buddhisten (20 %) oder hängen anderen chinesischen Religionen wie Daoismus und Konfuzianismus an (2,6 %). Christen (9 %) gibt es in allen ethnischen Gruppen. Die Inder sind überwiegend Hindus (6 %). Muslime werden gegenüber Angehörigen anderer Religionen bewusst staatlich bevorzugt. Christliche Presse kann nur unter Schwierigkeiten veröffentlicht werden. Der Bau von Kirchen wird nur mit großen Einschränkungen genehmigt. Im Osten Malaysias gibt es jedoch auch eine Minderheit von christlichen Malayen, die im 16. Jh. von Spaniern christianisiert wurden und ihrer Religion bis heute treu geblieben sind.

Islam

Der Islam ist Staatsreligion. Malaysia ist ein orthodox-islamisch geprägtes Land, obwohl nur etwa 60 % Muslime sind. 40 % gehören vorwiegend dem Buddhismus (24 %), dem Christentum (9 %) oder dem Hinduismus (6 %) an. 52 % sind Malaien, 35 % Chinesen und etwa 10 % Inder. Hinzu kommen die Orang-Asli, die vorwiegend in West-Malaysia leben. Auch Araber, Sri Lanker und Indonesier sowie Philippinier die in Malaysia leben.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Malaysias Die malaiische Halbinsel wurde zu einem großen Handelszentrum in Südostasien, als der Handel zwischen China und Indien zu florieren begann. Damals begann in der Straße von Malakka ein reges Treiben. Die ersten malaiischen Königreiche entstanden von Häfen, die im 10. Jahrhundert gegründet worden waren. Die wichtigsten frühen Königreiche waren Langkasuka und Lembah Bujang in Kedah, sowie Beruas und Gangga Negara in Perak und Pan Pan in Kelantan. Der Islam kam im 14. Jahrhundert in Terengganu an. Im frühen 15. Jahrhundert wurde das Sultanat von Malakka gegründet. Durch seinen Wohlstand zog es das Interesse von Portugal auf sich. Der Hafen wurde dann ein Zentrum der Kolonialisierung durch die Niederländer und die Briten. Die britische Kronkolonie Straits Settlements wurde im Jahre 1826 gegründet und England gewann schrittweise die Kontrolle über den Rest der Halbinsel. Zu den Straits Settlements gehörten Penang, Singapur und Malakka. Penang war im Jahre 1786 durch Kapitän Francis Light gegründet worden und diente als Militär- und Handelsbasis. In seiner Bedeutung wurde es bald von Singapur überholt, das im Jahre 1819 durch Sir Stamford Raffles gegründet wurde. Malakka war nach dem englisch-niederländischen Vertrag von 1824 endgültig in britischem Besitz. Die Kolonie wurde durch die Britische Ostindien-Kompagnie mit Sitz in Kalkutta regiert, bis deren Sitz 1867 nach London verlegt wurde. Zur etwa gleichen Zeit wurde die britische Politik gegenüber den malaiischen Staaten immer aggressiver. Innerhalb von wenigen Jahren kamen mehrere malaiische Staaten an der Westküste der Halbinsel unter britische Kontrolle. Auf Betreiben der Händler, die in den Kronkolonien saßen, mischte sich die Regierung in die Angelegenheiten der zinnproduzierenden Staaten ein. Gleichzeitig hatte die britische Kolonialmacht Bürgerkriege und Störungen durch chinesische Geheimgesellschaften zu befrieden. Die Briten führten mit ihrer Militärmacht eine friedliche Lösung herbei, die die Händler bevorzugte. Mit dem Vertrag von Pangkor im Jahre 1874 wurde der Weg frei für die britische Herrschaft. 1896 wurden die vier Sultanate Pahang, Selangor, Perak und Negeri Sembilan zu den Föderierten Malaiischen Staaten zusammengefasst, die dem Kommissar von Singapur unterstanden. Dieser war auch der Gouverneur der Straits Settlements. Dieser Gouverneur wiederum unterstand dem Kolonialamt in London. Die anderen Staaten der Halbinsel waren zwar nicht direkt London unterstellt, die Sultane hatten aber britische Berater an ihrem Hof. Die vier nördlichen Staaten Perlis, Kedah, Kelantan und Terengganu waren bis 1909 unter der Kontrolle von Thailand. Das Gebiet des heutigen Staates Sabah war eine Kolonie, die ursprünglich dem Sultan von Sulu gehört hatte. Das riesige Waldgebiet von Sarawak war persönlicher Besitz der Familie Brooke. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das heutige Malaysia durch Japan besetzt. In dieser Zeit wuchs die Unterstützung für die Unabhängigkeit des Landes von der europäischen Kolonialmacht. Die englischen Pläne, eine malaiische Union zu gründen, wurden von vielen Malaien abgelehnt. Sie verlangten ein System, welches die Wünsche der Malaien stärker berücksichtigte, Singapur ausschloss und für die Immigranten nur eine Staatsbürgerschaft vorsah. Die Unabhängigkeit wurde im Jahre 1957 erlangt, unter dem Namen Föderation Malaya. Singapur war nicht enthalten. Am 16. September 1963 wurde eine neue Föderation unter dem Namen Malaysia gegründet, die die Föderation Malaya sowie die britischen Kronkolonien Singapur, Nordborneo (heute Sabah) und Sarawak umfasste. Die frühen Jahre waren durch territoriale Ansprüche der Nachbarn bestimmt, sowie durch das Ausscheiden Singapurs aus der Föderation im Jahre 1965.

Politik

Parteien

Seit 1957 regiert ein von der United Malays National Organisation (kurz UMNO, auf Malaiisch Pertubuhan Kebangsaan Melayu Bersatu) angeführtes Parteienbündnis. Zunächst trug dieses Bündnis den Namen Allianz und bestand aus der malayischen Partei UMNO, der chinesischen MCA und der indischen MIC, womit die drei größten Volksgruppen vertreten waren. Nach Rassenunruhen, die der Parlamentswahl 1969 folgten, wurde das Bündnis erweitert und umbenannt. 1974 folgte die offizielle Parteigründung der Barisan Nasional ("Nationale Front"). Die BN tritt bei Wahlen als geschlossene Partei auf, in ihr Vertreten sind neben den genannten Parteien zehn weitere, vorwiegend mit regionaler Bedeutung. Dadurch gelingt es ihr häufig die Zweidrittelmehrheit der Abgeordneten zu erlangen und so die Möglichkeit, die Verfassung zu ändern. Einige BN-Mitglieder treten auf Ebene der Bundesstaaten als Konkurrenten auf. Die Opposition bildet kein einheitliches Bild. Nur bei der Parlamentswahl 1999 trat geschlossen das Wahlbündnis Barisan Alternatif an, was sich nur zwei Jahre später wieder spaltete. Die wichtigsten Oppositionsparteien sind die PAS und die DAP. Die PAS vertritt eine malayisch-islamistische Politik und stellt in einigen Bundesstaaten die Regierung. Die DAP hat ein sozialdemokratisches Programm und wird vorwiegend von chinesisch-stämmigen Malaysiern gewählt. In den 1990er Jahren Zeit spielte die UMNO-Abspaltung Semangat 46 (Geist von 1946, dem Jahr der UMNO-Gründung) eine relevante Rolle als Oppositionspartei. Die neu gegründete Keadilan, ebenfalls eine UMNO-Abspaltung konnte bei den Wahlen 1999 einen Achtungserfolg erringen. Sie wurde von der Frau des entmachteten, sehr beliebten ehemaligen UMNO-Politikers Anwar Ibrahim geführt.

Wahlen

Auf Bundesebene gibt es ein Mehrheitswahlrecht, bei dem nur ein Kandidat je Wahlkreis ins Parlament gewählt wird. Dies ist häufig ein Vorteil für die geschlossene Barisan Nasional, gegenüber der gespaltenen Opposition. Die Größe der Wahlkreise ist zum Teil sehr unterschiedlich, so dass eine Wählerstimme je nach Wahlkreis sehr unterschiedliches Gewicht hat. Die BN (und vorher die Allianz), unter Leitung der UMNO, regiert seit jeher unangefochten, häufig mit einer verfassungsändernden Mehrheit. Bei den Wahlen im März 2004 erhielt die Regierungskoalition über 90 % der Mandate im Parlament.

Staatsform

Malaysia ist eine parlamentarisch-demokratische Wahlmonarchie (konstitutionelle Monarchie). Das repräsentative Staatsoberhaupt ist ein König, der alle fünf Jahre aus den Reihen der Herrscher der 9 Sultanate nach dem Rotationsprinzip ausgewählt wird. Seit dem 12. Dezember 2001 ist dies König Tuanku Syed Sirajuddin. Der Regierungschef ist seit dem 31. Oktober 2003 Abdullah Ahmad Badawi von der UMNO. Das Parlament (Dewan Rakyat) besteht zur Zeit aus 218 für fünf Jahre gewählten Abgeordneten. Die Länderversammlung (Dewan Negara) hat 70 Mitgliedern. Die letzten Wahlen fanden am 21. März 2004 statt. Nationalfeiertag ist der 31. August (Unabhängigkeitstag 1957).

Verwaltungsgliederung

Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Malaysias Staatliche Gliederung: 13 Bundesstaaten (darunter 7 Sultanate) und 3 Bundesterritorien Wilayah Persekutuan auf malaiisch (Kuala Lumpur, der neue Regierungssitz Putrajaya und die Insel Labuan). Die nicht als Sultanate konstituierten Bundesstaaten (Sabah, Sarawak, Penang und Malakka) werden von einem von der Zentralregierung ernannten Gouverneur verwaltet.

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft Malaysias :BIP: 79,5 Mrd. Euro (2002) :BIP/Einw.: 3.403 Euro (2002) :Beschäftigung: Industrie (37 %), Dienstleistungen (47,8 %), Landwirtschaft (15,2 %) Malaysia ist ein an Bodenschätzen und Rohstoffen (Zinn, Kautschuk, Palmöl, Erdöl) reiches Land. Zudem beheimatet Malaysia die Automobilhersteller Perodua und Proton sowie den Ölmulti Petronas. Seit Beginn der 1980er Jahre erfolgte eine rasante industrielle Entwicklung, die das Land in die Reihe der aufstrebenden »Schwellenländer« und der asiatischen »Tigerstaaten« aufrücken ließ. Malaysia gilt ökonomisch und politisch als eines der stabilsten Länder Südostasiens, in dem die Konvergenz von Tradition und Moderne, Islam und Kapitalismus propagiert wird. Durch diese Neuausrichtung erfuhr das Land einen grundlegenden Wandel von einem zuvor mehrheitlichen Agrarstaat hin zu einem technisierten und kapitalintensiven Industriestandort mit hohem Entwicklungspotenzial. Die ab 1997 auftretende »Asien-Krise« traf allerdings auch Malaysia, doch hat sich die Wirtschaft inzwischen wieder erholt und verzeichnet ein erneutes Wachstum von etwa 5 bis 6 Prozent. Im Jahr 2001 wurden für 61,2 Mrd. Euro Güter importiert und gleichzeitig im Wert von 76,1 Mrd. Euro Güter exportiert. Die Inflationsrate betrug 2004 ca 1,3%.

Verkehr

Eisenbahn

Malaysia verfügt über mehr als 2400 Kilometer Eisenbahnstrecke, wovon nur 57 in Standardspurweite sind, die restlichen in 1000-Millimeter-Spurweite. Eisenbahnstrecken verlaufen ausschließlich auf der malaiischen Halbinsel, es gibt internationale Anbindungen nach Thailand im Norden und Singapur im Süden. Etwa 207 Kilometer Eisenbahnstrecke sind elektrifiziert. In Kuala Lumpur wurden mit Kuala Lumpur Star Light Rail Transit, Kuala Lumpur Putra Light Rail Transit und Kuala Lumpur Monorail mehrere schienengebundene Verkehrssysteme installiert.

Straßenverkehr

Malaysia verfügt über etwa 50.000 Kilometer Straße, davon etwa 1200 Kilometer Autobahn. So verbindet der North-South Expressway etwa den Nordzipfel von Malaysia an der Grenze zum Thailand mit Johor Bahru an der Grenze zu Singapur im Süden. Während in den Ballungszentren die Straßen vorbildlich ausgebaut sind, findet man abseits der dicht besiedelten Gebiete, speziell in Ostmalaysia, oder an der Ostküste von der malaiischen Halbinsel, zahlreiche Straßen ohne Asphalt. Aufgrund der schlecht ausgebauten Straßen in Westmalaysia sind dort Wasserwege und Schiffsverbindungen besonders bedeutend.

Wasserwege

Wichtige Seehäfen befinden sich in den Städten Tanjong Kidurong, Kota Kinabalu, Kuching, Pasir Gudang, Penang, Port Kelang, Sandakan and Tawau. Daneben verfügt das Land über etwa 7200 Kilometer schiffbarer Wasserwege, wobei sich davon 4000 Kilometer in Ostmalaysia befinden.

Luftverkehr

Malaysia hat, nicht zuletzt wegen seiner Geografie, ein sehr dichtes Netz an Inlandsfluglinien. Die nationale Fluglinien des Landes heißt Malaysia Airlines, daneben ist mit Air Asia die erste Billigfluglinie Südostasiens in Kuala Lumpur beheimatet. Malaysia Airlines bedient zahlreiche Flughäfen innerhalb Malaysias und Südostasiens, bietet aber auch Langstreckenflüge in Richtung Europa und Nordamerika an. Der größte und wichtigste Flughafen des Landes ist der Kuala Lumpur International Airport, er wurde im Jahre 1998 eröffnet.

Bildung

Die Alphabetisierungsrate Malaysias liegt bei etwa 89 Prozent, bei Männern bei etwa bei 92 Prozent, bei Frauen etwa 86 Prozent.

Kultur

Alphabetisierung
- Der Hibiskus ist die Nationalblume von Malaysia.
- Seit 1999 findet in Sepang bei Kuala Lumpur der Große Preis von Malaysia statt.
- Der bekannteste malaysische Zeichner und Karikaturist ist LAT.

Literatur


- [http://www.dierkwalter.de Dierk Walter], Kolonialkrieg, Globalstrategie und Kalter Krieg. Die Emergencies in Malaya und Kenya 1948–1960, in: Zeithistorische Forschungen, Heft 1/2005, auch [http://www.zeithistorische-forschungen.de/portal/alias__zeithistorische-forschungen/lang__de/tabID__40208301/Default.aspx online]
- Renate und Stefan Loose, "Malaysia, Brunei und Singapore", Travel-Handbücher, Du Mont Reiseverlag, 704 Seiten, ISBN 3-7701-6117-3 (sehr ausführlicher und aktueller Reiseführer)

Weblinks


- http://www.talkmalaysia.com/%FCber-malaysia.html
- http://www.malaysia-forum.de
- http://www.malaysiaforum.de
- Menschenrechte in Malaysia - [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission] Kategorie:Monarchie Kategorie:Staat Kategorie:Südostasien als:Malaysia ja:マレーシア ko:말레이시아 ms:Malaysia simple:Malaysia th:ประเทศมาเลเซีย zh-min-nan:Má-lâi-se-a

Einzelsprache

Eine Einzelsprache ist eine menschliche Sprache, die ihren Sprechern ein vollständiges und abgeschlossenes Zeichensystem zur Kommunikation untereinander bietet. Beispiele für Einzelsprachen sind Deutsch, Japanisch (als Ethnosprachen) oder Esperanto (als Plansprache). Oft ist "Einzelsprache" ein Synonym für Abstandsprache. Eine Einzelsprache unterscheidet sich von bloßen Fach- und Gruppensprachen durch die Vollständigkeit; mit den Wörtern und Regeln einer Einzelsprache können sich Sprecher in allen Kommunikationssituationen verständigen. Fach- und Gruppensprachen dagegen ergänzen oder modifizieren Teile einer Einzelsprache. Sie bauen auf dem Grundgerüst der Einzelsprache auf; würden aber auf sich gestellt keine Kommunikation ermöglichen (so braucht auch die Fachsprache des Rechts Verben wie sein aus dem "normalen" Deutschen). Einzelsprachen untereinander unterscheidet man durch das Kriterium des Nicht-Verstehens. Sprecher A und Sprecher B haben jeweils eine Muttersprache und sprechen nur diese. Wenn A zu B in seiner Sprache spricht, und B das Gesagte nicht versteht, dann sind die beiden Muttersprachen jeweils unabhängige Einzelsprachen. Es gibt allerdings sowohl Varietäten von Einzelsprachen, bei denen die gegenseitige Verständlichkeit mit anderen Sprechern derselben Einzelsprache nicht gegeben ist (beispielsweise Walliserdeutsch und Standarddeutsch), als auch unterschiedliche Einzelsprachen, bei denen die gegenseitige Verständlichkeit sehr wohl gegeben ist (beispielsweise Schwedisch und Norwegisch).

Einzelsprache oder Dialekt?

Die unscharfe Definition, ab wann man sich versteht, macht die Abgrenzung zwischen echten Einzelsprachen einerseits und Dialekten andererseits oft zu einer politisch (oder soziologisch) motivierten ideologischen Entscheidung, die oft sogar bewusst linguistische Fakten ignoriert. Genau aus diesen Gründen sind die nachfolgenden Beispiele umstritten:

Dialekte, die als Einzelsprachen gelten

Vom Verstehenskriterium her werden diese Sprachen linguistisch allgemein als Dialekte klassifiziert, aber politisch gelten sie als eigene Sprachen. Die Motivation ist in allen Fällen die politische Abgrenzung von der Hauptsprechergruppe, die in einem anderen Staat lebt. Daher findet man solche Fälle auch ausschließlich in Europa und Asien, den zwei Kontinenten, in denen vor allem einheimische Sprachen und nicht Kolonialsprachen Amtssprachen sind. Der politische Prozess hinter der gewaltsamen Klassifizierung eines Dialekts als Einzelsprache wird im Kapitel Moldawisch gut erklärt; siehe auch Serbokroatisch oder Indonesisch illustriert. Teilweise wird die Abgrenzung durch die Verwendung einer anderen Schrift gefördert. Sprachwissenschaftlich ist eine Einzelsprache dadurch definiert, dass sie einen schriftsprachlichen allgemeinen Standard besitzt, der im öffentlichen und privaten Bereich das allgemeine schriftsprachliche Mittel darstellt.

Europa


- Luxemburgisch, Elsässisch = Dialekte von Deutsch
- Jenisch = der deutschen Sprache wissenschaftlich zugeordnete Mischsprache der Jenischen
- Norwegisch (Bokmål) = Dialekt von Dänisch (oder umgekehrt)
- Färöisch = Dialekt von Isländisch (oder umgekehrt)
- Mazedonisch = Dialekt von Bulgarisch
- Moldawisch = Dialekt von Rumänisch (unterschiedliche Schrift bis 1989)
- Galizisch (in Spanien) = Dialekt von Portugiesisch
- Valencianisch = Dialekt von Katalanisch
- Serbisch, Kroatisch, Bosnisch = Dialekte von Serbokroatisch (teils unterschiedliche Schrift)

Asien


- Aseri (Aserbaidschan), Turkmenisch, Kasachisch, Kirgisisch, Usbekisch = Dialekt von Türkisch (außer Kirgisistan und Kasachstan haben alle Turkstaaten das neue türkische Alphabet übernommen)
- Urdu (Pakistan) = Dialekt von Hindi (Indien) (oder umgekehrt; zusammen auch als Hindustani bezeichnet) (unterschiedliche Schrift)
- Dari (eine der zwei Hauptsprachen in Afghanistan) = Dialekt von Persisch
- Lao = Dialekt von Thai (oder umgekehrt) (unterschiedliche Schrift)
- Indonesisch = Dialekt von Malaiisch

Einzelsprachen, die als Dialekte gelten

Die Sprecher können sich untereinander nicht verstehen, aber die Zugehörigkeit zu einem gemeinsamen Staat führt dazu, dass die Regierung die Einzelsprachen "gewaltsam" als Dialekte einer gemeinsamen Staatssprache oder als Dialekt der Sprache der herrschenden Volksgruppe deklariert.
- Mandarin, Kantonesisch, Wu (und weitere Sprachen) vs. Chinesisch (Verständigung über einheitliche Schriftsprache)
- Arabisch: Gemeinsame Zugehörigkeit zum Islam und gemeinsame Schriftsprache verbindet untereinander unverständliche "Dialekte" (siehe Artikel für Details)

Verstehensgemeinschaften von Einzelsprachen

Viele Sprachen sind sehr nahe verwandt. Hier kann man zwischen Verstehen und Nicht-Verstehen eine weitere Stufe einschieben: Man versteht sich nicht auf Anhieb, aber man kann sich an die andere Sprache "gewöhnen", ohne explizit Grammatik und Wortschatz lernen zu müssen. In typischen Kommunikationssituationen sprechen Sprecher solcher Sprachen normalerweise jeweils ihre eigene Sprache untereinander. Bei sehr häufigem Kontakt kann eine neue Mischsprache entstehen.
- Deutsch, Niederländisch, Afrikaans
- Dänisch, Norwegisch, Schwedisch
- Weißrussisch und Polnisch
- Weißrussisch, Ukrainisch und Russisch
- südslawische Sprachen (beispielsweise Serbokroatisch, Bulgarisch)
- westslawische Sprachen (vor allem Tschechisch und Slowakisch)
- iberische Sprachen (Spanisch, Portugiesisch, Katalanisch), Italienisch, Portuñol (Mischsprache zwischen Spanisch und Portugiesisch). ---- Für eine Liste von Einzelsprachen siehe: :Kategorie:Einzelsprache Kategorie:Sprache ! ja:個別言語

Singapur

Die Republik Singapur (malaiisch Republik Singapura, chin. 新加坡/新嘉坡 Xīnjiāpō, tamilisch: சிங்கப்பூர் குடியரசு) ist ein Inselstaat in Südostasien.

Namensherkunft

Der Name "Singapur" enstammt dem Sanskrit und setzt sich zusammen aus Singha ("Löwe") und Pura ("Stadt"), bedeutet also Löwenstadt. Bei der Besiedlung im 7./8. Jahrhundert bekam das damalige Fürstentum zunächst den Namen Temasek ("Stadt am Meer"). Die Legende berichtet, dass dieses jedoch bald in "Löwenstadt" umbenannt wurde. Anlass dafür soll eine Erscheinung in Form eines löwenähnlichen Meeresungeheuers gewesen sein. "Merlion", das Wahrzeichen des Stadtstaates, hat hier seine Ursprünge. Die mehrheitlich chinesisch-stämmige Bevölkerung nennt die Stadt jedoch Xīnjiāpō, was keine tiefe Bedeutung hat, sondern eine einfache Umschreibung des malaiischen Namens ist.

Geographie

SüdostasienDer kleine Staat Singapur liegt jenseits der schmalen Johorstraße unmittelbar vor dem Südende der Hinterindischen und der Malaiischen Halbinsel, auch Malakka-Halbinsel genannt. Dort befindet er sich zwischen Malaysia im Norden und Indonesien im Süden auf einer recht großen Hauptinsel, 3 größeren und etwa 50 kleinen Inseln. Die Stadt Singapur, die den Großteil des Inselstaats einnimmt, liegt bei den Koordinaten auf einer Insel, die im Norden durch eine Brücke mit der Stadt Johor Bahru und im Westen durch den Ayer Rajah Expressway mit dem Festland (Malaysia) verbunden ist. Die höchste Erhebung des Inselstaats ist mit 163.8 m der Timah im Reservat Bukit Timah. Das Klima ist feucht-tropisch. Die Temperatur beträgt fast das ganze Jahr über etwas über 30 Grad Celsius, es regnet fast täglich. In den Monaten Oktober bis Februar, bedingt durch den Monsun, sind die Temperaturen nur etwas niedriger als im restlichen Jahr, bei stärkeren Niederschlägen.

Geschichte

Die ersten Aufzeichnungen Singapurs stammen aus chinesischen Texten des 3. Jahrhunderts. Die Insel diente als Außenposten des auf Sumatra beheimateten Srivijaya-Reiches. Ursprünglich trug Singapur den javanischen Namen Temasek. Nachdem Temasek anfangs zu einer bedeutenden Handelsstadt aufstieg, verlor es bald wieder an Bedeutung. So kommt es, dass außer ein paar archäologischen Spuren kaum mehr etwas aus jener Zeit erhalten ist. archäologischen, erbaut am (vermuteten) Landungspunkt. Raffles wird als Gründer des modernen Singapur anerkannt.]] 1819 gründete Sir Thomas Stamford Raffles, Agent der britischen Ostindischen Handelskompanie, am alten Handelssitz Singapur ("Stadt des Löwen") die erste Niederlassung. Die Insel war zuvor nur von 20 malaiischen Fischerfamilien bevölkert und eine Zufluchtstelle für Seeräuber. 1824 hatte die Kompanie die gesamte Insel vereinnahmt, die sie dem Sultan von Johor für 60.000 Dollar und eine Jahresrente von 24.000 Dollar abkaufte. 1867 wurde Singapur im Rahmen weiterer territorialer Expansionen zur britischen Kronkolonie. Bald wuchs die Bedeutung von Singapur als Umschlaghafen aufgrund seiner geographischen Lage entlang der verkehrsträchtigen Schifffahrtswege zwischen China und Europa. Die Einwohnerzahl ganz Singapurs im Jahr 1881 betrug 172.993. 1881 Im Zweiten Weltkrieg marschierten Japans Truppen in Malaysia ein und umzingelten die Insel. Die schlecht vorbereiteten britischen Soldaten wurden trotz ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit von den Japanern geschlagen und kapitulierten im Februar 1942. Die Japaner benannten Singapur in Folge in Syonan-to („Licht des Südens“) um und hielten es bis zur japanischen Kapitulation im September 1945. 1945 wurde Singapur an die Briten zurückgegeben, und 1959 wurde Singapur eine selbstregierte Kronkolonie, welche nach den von der People's Action Party (PAP) gewonnenen Wahlen in 1959 von Lee Kuan Yew als erstem Premierminister regiert wurde. Nach einem landesweiten Referendum 1962 wurde Singapur in eine Föderation mit Malaysia, Sabah und Sarawak entlassen und somit am 1. September 1963 von Großbritannien unabhängig. Großbritannien nahm.]] Nach heftigen ideologischen Konflikten zwischen der von der PAP gestellten Regierung und der Föderationsregierung in Kuala Lumpur wurde Singapur am 7. August 1965 aus der Föderation ausgeschlossen. Zwei Tage später, am 9. August 1965, wurde Singapurs Souveränität als erstes von Malaysia anerkannt. Seither ist dies der Nationalfeiertag. Die junge Nation musste um ihre wirtschaftliche Unabhängigkeit kämpfen und sah sich mit Problemen wie Massenarbeitslosigkeit, Knappheit an Wohnraum, Ackerland und an Rohstoffen (z. B. Öl) konfrontiert. Während Lee Kuan Yews Amtszeit als Premierminister von 1959 bis 1990 wurde erfolgreich die Massenarbeitslosigkeit bekämpft, der Lebensstandard erhöht und Singapurs Wirtschaftskraft gestärkt. Als einer der vier Tigerstaaten schaffte Singapur innerhalb einer Generation den Sprung vom Entwicklungsland hin zu einer Industrienation. Am 26. November 1990 übernahm Goh Chok Tong das Amt des Premierministers. Unter seiner Regierung war das Land mit neuen Problemen beschäftigt: 1997 kam ein wirtschaftlicher Einbruch mit der Südostasienkrise, 2003 dämpfte SARS die wirtschaftliche Entwicklung, hinzu kam die terroristische Bedrohung durch die Jemaah Islamiah (JI). Am 12. August 2004 wurde Lee Hsien Loong, der älteste Sohn von Lee Kuan Yew, in dem nach wie vor von der PAP dominierten Parlament zum dritten Premierminister Singapurs gewählt. Bis heute gibt es Streitigkeiten mit Malaysia, darunter:
- Streit über die Wasserversorgung und die Verrechnung der entstandenen Kosten. Wasser wird von Malaysia geliefert und von Singapur aufbereitet. Durch geschickte Verhandlungen hat Singapur das aufbereitete Wasser für einen höheren Preis an Malaysia verkaufen können, als es selbst für das Frischwasser an Malaysia zahlen musste. Singapur ist auf Wasserimporte dringend angewiesen.
- Streit über den Besitz der Insel Pedra Branca (portugiesisch)/Pulau Batu Putih (malaiischer Name), sowie den Inseln Middle Rocks und South Ledge. Eine Klärung vor dem Internationalen Gerichtshof wird angestrebt.
- (Grenz-)Streitigkeiten über Singapurs Landgewinnung, Brückenbau und Seegrenzen.

Politik

Singapur ist eine parlamentarische Republik nach dem Westminster-System ähnlich Großbritannien. Das Staatsoberhaupt ist der Präsident, der mit Veto-Rechten in einigen Schlüsselbereichen ausgestattet ist und die obersten Richter benennt. Großbritannien Die Legislative ist das Parlament, und die Exekutive wird durch das Kabinett gebildet, welches vom Premierminister als Regierungsoberhaupt geleitet wird. Die Politik Singapurs wurde seit der Unabhängigkeit 1965 von der People's Action Party (PAP) dominiert. Von Kritikern wird Singapur daher teils auch als Einparteienstaat eingeordnet, und der PAP werden teilweise rigide Handlungen gegen die Oppostitionsparteien vorgeworfen. Dabei soll die PAP teils manipulierend einwirken oder durch zivilrechtliche Klagen (Verleumdung) unliebsame Gegner aus dem Weg schaffen. Auch das strikte Mehrheitswahlrecht trägt zur dominanten Stellung der PAP bei. Ebenso behaupten Kritiker, dass Singapurs Gerichte auf Seiten der Regierung stehen würden, auch wenn einige Verfahren von der Opposition gewonnen wurden. Westliche Demokratien betrachten Singapurs Regierungsform daher manchmal dem Autoritarismus näher als einer Demokratie im westlichen Sinne. Trotz dieser Vorwürfe hat Singapur das, was viele eine sehr erfolgreiche und transparente Marktwirtschaft nennen. Die Politik der PAP beinhaltet sozialistische Aspekte, wie z. B. ein großangelegtes öffentliches Wohnraumprogramm, und eine Dominanz staatlicher Unternehmen in der lokalen Wirtschaft. Die PAP wies westliche demokratische Werte durchgehend zurück. Der frühere Premierminister Lee Kuan Yew zitierte in diesem Zusammenhang die Inkompatibilitäten westlicher Demokratien mit "asiatischen Werten". In jüngerer Vergangenheit lockerte die PAP einige Teile ihrer gesellschaftlich konservativen Politik und unterstützt unternehmerische Einstellungen. Das Zusammenspiel aus konfuzianisch orientierter, staatlich-öffentlich kommunizierter Ethik, strengen Gesetzen, einem hohen Grad an Überwachung, geringer Korruption und hoher Transparenz ließ eine Gesellschaft entstehen, die eine der niedrigsten Kriminalitätsraten der Welt hat. konfuzianisch

Infrastruktur

Aufgrund der englischen Kolonialvergangenheit herrscht Linksverkehr. Es bestehen 2 Landverbindungen mit Malaysia. Der Causeway im Norden, eröffnet in den 1920er Jahren, verbindet Woodlands (Singapur) mit Johor Bahru (Malaysia) für Kraftfahrzeuge und Bahn. Außerdem ist sie die Hauptverbindung für die Wasserversorgung Singapurs. Eine zweite Brücke besteht im Westen Singapurs, welche 1996 fertiggestellt wurde. Sie verbindet Tuas (Singapur) mit Gelang Patah (Malaysia). Es gab Überlegungen, den Kanal der Singapur von Malaysia trennt, aufzuschütten und so die Insel mit dem Festland zu verbinden. Dieser Plan wurde aber aufgrund von Grenzproblemen aufgegeben. Singapur hätte die Hauptkosten getragen, Malaysia bestand allerdings auf der Beibehaltung der heutigen Grenzziehung in der Mitte des Kanals. 1996 Singapur hat ein gut ausgebautes U-Bahn-Netz, genannt MRT (Mass Rapid Transit) betrieben von der SMRT Corp. Im Osten des Stadtstaates befindet sich der internationale Flughafen, der von 64 internationalen Fluglinien angeflogen wird. Der Changi Airport besteht derzeit aus zwei Terminals. Ein drittes Terminal befindet sich bis 2008 im Bau. Eine Verbindung der Terminals wird mit einer Einschienenbahn sichergestellt. In Terminal 2 befindet sich die MRT-Haltestelle, mit der man preisgünstig in die Innenstadt kommt. Es existiert des Weiteren eine eingleisige Eisenbahnverbindung (nichtelektrifiziert) mit Malaysia, betrieben von der KTM (Keretapi Tanah Melayu). Der Hauptbahnhof Singapurs befindet sich im südlichen Teil der Insel. Die gesamte Eisenbahnanlage ist exterritorial, d. h. Eigentum Malaysias. Daher passiert man die malaiische Grenzkontrolle kurz vor dem Einsteigen des Zuges und reist nach Malaysia ein, verlässt aber erst beim Erreichen der singapurischen Grenzkontrolle am Causeway den Stadtstaat. Fahrtdauer Singapur Hbf nach Kuala Lumpur Sentral ca. 7 Stunden. Durchschnittliche Zuggeschwindigkeit 40-60 km/h. Malaysia hatte die Absicht, diese Verbindung auf zwei Gleise zu erweitern, sowie zu elektrifizieren, sodass Schnellzüge darauf fahren können. Der neue malaiische Ministerpräsident hat diese Pläne erst einmal gestoppt. Das Nahverkehrsbus-System ist ausgezeichnet. Es gibt keinen festen Fahrplan, sondern es wird an den Haltestellen die durchschnittliche Taktrate (z. B. 10 Minuten), wann der nächste Bus vorbei fährt, angegeben. Die Haltestellen stehen im Abstand von wenigen hundert Metern auseinander. Sie werden nur bei Bedarf angefahren, d. h. dem Busfahrer muss von der Straße aus ein Signal (Handbewegung nach unten) gegeben werden. KTM Es gibt klimatisierte wie auch noch nichtklimatisierte Busse, diese sind im Fahrpreis geringfügig günstiger. Bezahlung per Bargeld muss passend sein, es wird kein Wechselgeld herausgegeben. Sehr bequem ist die Bezahlung mit der EZ-link-Karte. Taxis sind weit verbreitet und äußerst günstig. Allerdings kommt es zu starken Engpässen während der Rush-Hour, samstags und bei Regen. Der Besitz eines Privat-Pkws ist sehr teuer (ein einfacher Kleinwagen kostet, einschließlich aller Gebühren, ca. 150 % mehr als auf dem europäischen Markt), so dass nur vermögende Singapurer einen besitzen. Regelmäßig entscheidet die staatliche Land Transport Authority (LTA) über die Erteilung von Lizenzen, die in einem Bieterverfahren ersteigert werden können. Dies ist ein wirksames Instrument, um die Anzahl von Pkw in Singapur zu begrenzen. Eine Lizenz hat eine Gültigkeit von zehn Jahren und ist an das Kfz gebunden. Eine am 17. Februar 1974 eröffnete Seilbahn ([http://www.cablecar.com.sg Cablecar]) verbindet die Touristen-Insel Sentosa im Süden mit Mount Faber auf der Hauptinsel. Eine Zwischenstation befindet sich auf dem Harbour Front Centre (dem ehemaligen World Trade Center) im Hafen der Stadt. Sie ist täglich von 8:30 bis 21:00 Uhr in Betrieb. Der Hafen Singapurs ist einer der geschäftigsten der Welt und rangiert an zweiter Stelle der weltweit bedeutendsten Umschlagplätze für Container.

Wirtschaft

BIP: 71,37 Milliarden Euro (2001), davon 32 % Industrie und 68 % Dienstleistungen BIP/Kopf: 17.277 Euro (2001) Beschäftigte: Landwirtschaft fast 0 %, Industrie 32,6 %, Dienstleistungen 67,4 % (2004) Arbeitslosigkeit: 3,4 % (2004) Außenhandel: 208,3 Mrd. SGD Import und 223,9 Mrd. SGD Export (2002, vorläufig) Singapur zählt zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt. Eine große Ausnahme bildet der stark regulierte Wohnungsmarkt, der fast sozialistischen Charakter hat. Singapur ist bestrebt, ein biotechnologisches Zentrum in Asien zu werden. Die A
- STAR, die Agency for Science, Technology and Research, eine Regierungsbehörde, unterstützt Forschungskapazitäten in Singapur. In der neugeschaffenen Biopolis ([http://www.one-north.com/pages/lifeXchange/index.asp]) sind private und staatliche Institute, Biotech- und Pharmaunternehmen angesiedelt. Singapur hat große Bedeutung als internationaler Finanzplatz und auch im Warenhandel: der Hafen ist einer der modernsten und größten Umschlagplätze der Welt. Wechselkurs: 1 EUR = 2,03 SGD / 1 SGD = 0,49 EUR (07/2005)

Kultur

Finanzplatz In Singapur sind folgende Religionen vertreten: Buddhismus, Taoismus, Islam, Hinduismus, Christentum, Judentum, Sikhs.

Feiertage

In Singapur gibt es elf Feiertage, von denen drei weltlich und die restlichen kulturell, religiöse oder ethnisch sind.
- Weltliche Feiertage
  - Neujahr (1. Januar)
  - Tag der Arbeit (1. Mai)
  - Nationalfeiertag (9. August; Unabhängigkeitstag von 1965)
- Sonstige Feiertage
  - Chinesische Feiertage
    - Chinesisches Neujahrsfest nach dem Chinesischen Kalender (21. Januar-21. Februar)
    - 2. Neujahrstag nach dem Chinesischen Kalender (22. Januar-22. Februar)
  - Islamische Feiertage
    - Hari Raya Puasa
    - Hari Raya Haji
  - Indische Feiertage
    - Vesak-Tag (1. Mai-30. Mai)
    - Deepavali (15. Oktober-15. November)
  - Christliche Feiertage
    - Karfreitag (20. März-23. April)
    - Weihnachten (25. Dezember) Da sich die islamischen Feiertage nach einem Mondkalender bestimmen, gibt es jeweils alle 32-33 Jahre einen Feiertag im Jahr doppelt. Dafür kann Hari Raya Puasa mit dem Chinesischen Neujahrsfest zusammenfallen. Die chinesischen Neujahrsfeiertage bestimmen sich nach dem Chinesischen Kalender. Hari Raya Puasa ist am ersten Tag des zehnten Monats im Islamischen Kalender, Hari Raya Haji am zehnten Tag des zwölften Monats. Der Vesak-Tag findet am ersten Vollmond im Mai statt, Deepavali am letzten Tag des Monats Asvina nach dem Indischen Kalender.

Universitäten

Singapur verfügt über drei Universitäten:
- Die Nanyang Technological University (NTU) befindet sich im äußersten Westen der Hauptinsel Singapurs in Jurong, etwa 25 km außerhalb des Stadtzentrums. Die Universität wurde am 1. Juli 1991 per Parlamentsbeschluss gegründet. Sie ging aus dem ehemaligen Nanyang Technological Institute (NTI) hervor, das im August 1981 gegründet wurde. Erreichbar ist die Universität über die MRT bis Boon Lay (Endstation), von dort aus fahren zwei Buslinien direkt zum Campus der NTU. An die NTU ist das National Institute of Education (NIE) angegliedert. Dort werden die Lehrer für die Gymnasien Singapurs ausgebildet.
- Die National University of Singapore (NUS) befindet sich etwa 12 km außerhalb des Stadtzentrums in Kent Ridge.
- Die neueste Universität, die Singapore Management University (SMU), (ehemals am Botanischen Garten) hat im Sommer 2005 ihren neuen City Campus in Bras Basah, MRT-Haltestelle Doby Gaught, bezogen.

Touristenattraktionen

Singapore Management University Singapore Management University Singapore Management University Singapore Management University Für Touristen ist Singapur vorwiegend Stop-Over-Ziel. Dennoch bietet diese Stadt zahlreiche Attraktionen, die man besuchen kann:
- Jurong Bird Park, ein Vogelpark
- Mohamed Sultan Road, eine für das Nachtleben bekannte Straße
- Geylang District, das einzige Rotlichtviertel von Singapur, in dem legal der Prostitution nachgegangen werden kann
- Zoo und Night Safari
- Botanischer Garten mit Orchideensammlung
- Den Financial District
- Boat und Clarke Quay am Singapore River
- Singapore Art Museum
- Sentosa, eine Freizeitinsel
- Arab Street
- Chinatown
- The Raffles Hotel und Raffles City
- Marina underpass
- Suntec City
- Der East Coast Park mit seinen sehr empfehlenswerten Foodcourts
- Einkaufszentren an der Orchard Road, vor allem nennenswert sind:
  - Ngee Ann City (Orchard Road 391A)
  - The Heeren
  - Paragon
  - Wisma Atria
  - Cathay Cine Leisure
- Sim Lim Square - ein sechsstöckiges Einkaufszentrum in der Nähe von Little India, mit mehreren hundert kleinen Elektronik- und PC-Händlern
- Lau Pa Sat Festival Market liegt zwischen Robinson Road und Raffles Quay im Herzen des Geschaeftsviertels. Die ehemaligen Markthallen sind zu einem Foodcourt umgebaut. Dort kann man 365 Tage im Jahr 24 Stunden lang seinen Hunger stillen. Tagsüber bieten über 100 Stände lokale Spezialitäten zu geringen Preisen an. Ab 19.00 Uhr bis tief in die Nacht wird zusätzlich eine Straße gesperrt und ca. ein Dutzend Stände zumeist muslimischer Händler verkaufen auf Holzkohle gegrillte Spieße marinierten Fleisches, die Spezialität Satay.
- Little India nahe der Serangoon Road (MRT-Station Bugis) sowie in der Nähe Kampong Glam, das Malaiische Viertel
- Wahrzeichen Singapurs sind der Merlion und das Esplanade, ein 2002 eröffnetes Kulturzentrum in Form einer Stinkfrucht, deswegen in Singapur besser bekannt unter den Namen Durian.
- Die Insel Pulau Ubin nordwestlich der Hauptinsel Singapurs ist im Gegensatz zum restlichen Singapur noch beinahe komplett unbebaut und naturbelassen. Die kleine Insel wird häufig von Einheimischen für Wochenendausflüge und Fahrradtouren in die Natur aufgesucht.

Söhne und Töchter der Stadt


- Tony Anholt, englischer Schauspieler
- Leslie Charteris, US-amerikanischer Krimi-Schriftsteller
- Annabel Chong, chinesische Webdesignerin und ehemalige Pornodarstellerin
- Vanessa Mae, Violinistin

Rechtliches

Die Gesetze sind oft sehr streng. Ein englisches Sprichwort sagt, "Singapore is a 'fine' city" ("fine" hat die Bedeutung 'schön', aber auch 'Geldstrafe')
- Der Verkauf von Kaugummi war von 1992 bis Mai 2004 absolut verboten. Grund hierfür war, dass Jugendliche mit Kaugummi die Sensoren der MRT-Türen blockierten, was Störungen im Betriebsablauf des Metro-Systems zur Folge hatte. Mittlerweile ist der Verkauf von Kaugummi zwar gestattet, jedoch weiterhin stark eingeschränkt. Der Käufer muss ein Arztrezept und seinen Personalausweis vorzeigen. Falls der Apotheker es versäumt, den Namen des Käufers aufzuzeichnen, kann gegen ihn eine Geldstrafe von 3.000 SGD verhängt werden. Über die Gründe für die Aufhebung gibt es verschiedene Meinungen. Einige Quellen besagen, die Aufhebung des Kaugummiverbots ist dem Ergebnis einer Untersuchung zu verdanken, welche herausfand, dass die Zähne der Singapurer wegen des Verbots eher schlecht sind. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass für effektive Anti-Raucherkampagnen auch der Verkauf von Nikotinkaugummis ermöglicht werden musste. Auf Druck von Wrigley wurden auch andere zuckerfreie und "der Gesundheit dienliche" Kaugummisorten freigegeben.
- Hohe Geld- und Sozialarbeitsstrafen werden gegen Personen verhängt, die Müll (auch Zigarettenkippen) achtlos auf die Straße werfen.
- Autobesitz unterliegt ebenfalls Einschränkungen. Als Maßnahme der Regierung muss jeder potenzielle Autokäufer zuerst eine Berechtigung (Certificate of Entitlement, COE) ersteigern (Kosten um die 30.000 SGD für 10 Jahre). Außerdem darf ein Auto maximal 10 Jahre alt sein; danach muss es entweder verschrottet oder exportiert werden.
- Essen, Trinken, Rauchen sowie der Transport gefährlicher Güter oder der geruchsintensiven Durian-Früchte in öffentlichen Verkehrmitteln unterliegen hohen Strafen (500 bis 5.000 SGD).
- Vandalismus und Graffiti können Prügel mit dem Rohrstock zur Folge haben.
- Die Einfuhr von Tabakwaren ist verboten; damit soll die Kampagne gegen das Rauchen unterstützt werden.
- Es herrscht generelles Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden, öffentlichen Verkehrsmitteln und Restaurants (Ausnahme: Bars und Discos) sowie in Personengruppen mit mehr als 5 Personen (z. B. Warteschlangen).
- Bei Einreise aus Malaysia gibt es keine Zollfreigrenze für im Ausland erworbene Waren. Bei Einreise aus Indonesien sind die Zollfreigrenzen gestaffelt, je nach dem, wie lange man (24/48/72 Stunden) Singapur verlassen hat.
- Bei Ausreise muss der Fahrzeugtank noch mindestens zu 75 % gefüllt sein. Hintergrund für diese Vorschrift ist, dass in Malaysia der Kraftstoffpreis nur halb so hoch ist.
- Es herrscht eine für westliche Verhältnisse äußerst strenge Zensur:
  - Einige ausländische Zeitungen und Magazine, wie das Asian Wall Street Journal und die Far Eastern Economic Review, sind in ihrer Verbreitung eingeschränkt. Zeitungen aus Malaysia sind verboten (umgekehrt in Malaysia).
  - Pornographie ist verboten; die Darstellung von Sex und Nacktheit ist eingeschränkt, d. h. der Playboy und andere "Erwachsenenmagazine", wie das Cosmopolitan Magazine, sind verboten. Falls Sex und Nacktheit erlaubt sein soll, muss es zum Kontext passen. Filme, die Nacktheit, Sex oder übermäßige Gewalt zum Inhalt haben, erhalten normalerweise die Altersfreigabe Mature 18 (M18).
  - Die Regierung zeigt jedoch Interesse daran, diese Beschränkungen aufzuweichen und hat daher kürzlich die Altersfreigabe M18 geschaffen, um für über 18-Jährige mehr Erwachsenenmaterial zugänglich zu machen. Es bleiben allerdings die bestehenden Freigaben NC16 ("No Children") und R21 ("Restricted") bestehen. Zu Altersfreigaben in Singapur siehe auch [http://www.mda.gov.sg/wms.www/thenewsdesk.aspx?sid=542 Veröffentlichung der 'Media Development Authority']
  - Der Privatbesitz von Satellitenschüsseln ist untersagt. Internationale Sender (wie Deutsche Welle, BBC, CNN etc.) können nur über Kabel empfangen werden.
  - Bestimmtes politisch sensitives Material ist verboten
  - Schriften und Medien, die das Zusammenleben der Bevölkerungsgruppen stören und religiöse Gefühle beleidigen, sind verboten.
- Die Vorschriften für Betäubungsmittel sind sehr streng. Jeder, der mit mehr als 15 g Heroin, 28 g Morphium oder 500 g Cannabis erwischt wird, muss mit der Todesstrafe rechnen. Von 1991 bis 2004 wurden 400 Menschen durch den Strang hingerichtet, hauptsächlich wegen Drogenhandels, -besitzes und -schmuggels. In Vergleich zur Bevölkerungsrate des Landes ist dies die höchste Hinrichtungsrate weltweit. Die Strenge gegenüber Drogenschmugglern gewährleistet, dass sich in Singapur keine Drogensynidkate etablieren. Dies ist ein besonders wichtiges Ziel für Singapur, da die Stadt nahe dem Goldenen Dreieck liegt.
- Sexuelle Praktiken, die von der Regierung als "unnatürlich" angesehen werden, u. a. Oralsex und homosexuelle Praktiken, sind illegal. Im Jahr 2003 hat das Censorship Review Committee empfohlen, das Verbot der Zeitschrift Cosmopolitan Magazine aufzuheben. Allerdings bleibt das Verbot für den Playboy bestehen, da die singapurische Gesellschaft noch nicht für die freizügigen Fotos bereit sei. In den letzten Jahren hat die singapurische Regierung einige der strengen Gesetze gelockert. Beispielsweise wurde Bungee-Jumping legalisiert und die Filmzensur gelockert. Es gibt auch Zeichen, dass die Regierung in Betracht zieht, gesetzliche Einschränkungen der Sexualität zu lockern, mit dem Gedanken, die demographische Situation zu verbessern. Dies gilt im übrigen auch für Homosexuelle. In Singapur hat sich mittlerweile ebenso eine kleine "Szene" etabliert wie in anderen Großstädten Südostasiens. Zwar nicht in den Ausmaßen und der Offenheit wie etwa in Bangkok, jedoch ebenso stolz (als äußeres Zeichen mit wehender "Regenbogenfahne"). Es sei angemerkt, dass die strengen (und teilweise lächerlich wirkenden) Gesetze zum Teil nicht sehr rigoros angewendet werden. So ist zum Beispiel der Besitz von Pornografie verboten, es sind aber keine entsprechenden Kontrollen in Kraft, die dies durchsetzen.

Todesstrafe

Als Antwort auf einen Bericht von Amnesty international hat die singapurische Regierung im Januar 2004 eine Übersicht veröffentlicht, in der die Anzahl der Hinrichtungen der letzten 5 Jahre dargestellt wird [http://www2.mha.gov.sg/mha/detailed.jsp?artid=990&type=4]. Die Hinrichtung erfolgt durch Erhängen. Relativ gemessen an der Zahl der Einwohner hat Singapur eine der höchsten Hinrichtungsraten der Welt.

Weblinks


- [http://www.gov.sg/ Website der Regierung von Singapur (engl.)]
- [http://www.singapore-embassy.de/ Botschaft der Republik Singapur, Berlin]
- [http://www.pap.org.sg People's Action Party]
- [http://www.singapur-forum.de Singapur-Forum mit vielen Infos zu Singapur]
- [http://www.a-star.edu.sg/ A
- STAR - Regierungsbehörde Agency for Science, Technology and Research]
- [http://www.ntu.edu.sg Nanyang Technological University (NTU)]
- [http://www.nie.edu.sg/ National Institute of Education (NIE)]
- [http://www.nus.edu.sg/ National University of Singapore (NUS)]
- [http://www.smu.edu.sg/ Singapore Management University (SMU)]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?type_id=14&land_id=153 Auswärtiges Amt] ! Kategorie:Staat Kategorie:Hauptstadt in Asien Kategorie:Südostasien Kategorie:Ort mit Seehafen ja:シンガポール ko:싱가포르 ms:Singapura simple:Singapore th:ประเทศสิงคโปร์ zh-min-nan:Sin-ka-pho

Brunei

Das Sultanat Brunei (malaiisch: Brunei Darussalam) ist ein Staat in Asien. Er liegt auf der Insel Borneo im Südchinesischen Meer und grenzt an Malaysia.
- Nationalfeiertag: 23. Februar
- Religion: überwiegend Muslime

Geographie

Muslime Brunei liegt an der Nordküste der Insel Borneo, dem südchinesischen Meer zugewandt. Die Fläche des Staatsgebietes ist von einem zu Malaysia gehörenden Flusstal zweigeteilt und vollständig von dem malaysischen Bundesstaat Sarawak umschlossen. Brunei hat also nur einen Nachbarn, Malaysia. Das heutige Staatsgebiet von Brunei stellt den Rest eines in früheren Zeiten weit größeren Sultanates dar, das früher (zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert) grob die komplette Nordküste dem Herrschaftsbereich des Sultans von Brunei zuordnete.

Geschichte

Die Blütezeit des Sultanats von Brunei lag zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert, damals erstreckte sich dessen Kontrolle über ganz Borneo und der südlichen Philippinen. Darauf folgte eine Periode des Zerfalls, der durch innerstaatliche Streitigkeiten um die Thronfolge, die Expansion der europäischen Kolonialmächte und Piraterie beschleunigt wurde. Im Jahre 1888 fiel Brunei unter britisches Protektorat. Der Sultan des seinerzeitigen Schutzstaates Brunei verkündete am 29. September 1959 die erste geschriebene Verfassung des Landes. Sie sieht unter anderem die Bildung je eines gesetzgebenden und eines Vollzugs-Rates vor. Verwaltungsmäßig erfolgte eine Trennung von Sarawak, so dass beide Protektorate je einen Hochkommissar erhalten haben. Verteidigung und Außenpolitik lag weiterhin in den Händen von Großbritannien. Am 1. Januar 1984 erfolgte die Unabhängigkeit von Großbritannien, am 23. Februar 1984 Unabhängigkeit vom britischen Protektorat. Siehe auch: Sabah (benachbarte Staaten Malaysias), Liste der Sultane von Brunei

Verwaltungsgliederung

Brunei gliedert sich in vier Verwaltungsdistrikte:
- Belait
- Brunei und Muara
- Temburong
- Tutong

Wirtschaft

Bruneis Wirtschaft profitiert von enormen Erdgasfeldern und Erdölvorkommen, die dem Staat eines der höchsten Bruttoinlandsprodukte der Dritten Welt verschaffte. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug 2004 14.412 US-Dollar. Damit steht Brunei an 33. Stelle, 1981 befand es sich an erster Stelle. Das reale BIP-Wachstum betrug 2004 1,7 % bei einer Inflationsrate von 0,9 %. Brunei hat eine eigene Fluggesellschaft, die Royal Brunei Airlines

Weblinks


- [http://www.inasien.de/service/reiseinformationen/brunei/ Reiseinformationen]
- Menschenrechte in Brunei - [http://www.ahrchk.net Asiatische Menschenrechtskommission] Kategorie:Staat Kategorie:Monarchie Kategorie:Südostasien ja:ブルネイ ko:브루나이 ms:Brunei th:ประเทศบรูไนดารุสซาลาม zh-min-nan:Brunei

Hongkong

Hongkong (; zu deutsch: Duftender Hafen; kantonesisch: Heunggong) ist der Name einer Sonderverwaltungszone an der Südküste der Volksrepublik China. Finanz-, Geschäfts- und Kulturzentrum ist Victoria City, im Norden der Insel Hongkong gelegen. Größte Stadt des Gebietes ist die sich im Süden der New Territories befindende Stadt Kowloon. Das an der Mündung des Perlflusses auf einer Halbinsel und über 200 Inseln gelegene Territorium war bis 1997 eine britische Kronkolonie und wurde vertragsgemäß am 1. Juli 1997 an China zurückgegeben. Im Rahmen der von Deng Xiaoping entwickelten Doktrin Ein Land, zwei Systeme bleibt das demokratisch marktwirtschaftliche System Hongkongs mindestens 50 Jahre neben dem kommunistischen System der Volksrepublik China bestehen, so dass Hongkongs Rolle als eines der Finanzzentren Asiens gesichert bleibt. Diese Autonomie erlaubt es Hongkong zwar, seine eigenen Gesetze, Zölle sowie seine eigene Währung zu haben, dennoch mischt sich die Regierung in Peking häufig in die Innenpolitik ein. So wird der Chief Executive durch ein von der VRC bestimmtes Wahlkomitee gewählt. Der Name Hongkong leitet sich von der kantonesischen Aussprache Heunggong (etwa Höeng Gong zu sprechen) ab. Die offizielle Bezeichnung lautet Sonderverwaltungszone Hongkong der Volksrepublik China (中华人民共和国香港特别行政区/中華人民共和國香港特別行政區 Zhōnghuá rénmín gònghéguó xiānggǎng tèbié xíngzhèngqū; engl.: Hong Kong Special Administrative Region of the People's Republic of China).

Geschichte

Prähistorische Zeit

Nach archäologischen Forschungen, die in den 1920er Jahren begannen, leben seit ungefähr 5.000 Jahren Menschen in dieser Region. Ausgrabungen brachten neolithische Artefakte zu Tage, die auf den Einfluss nordchinesischer Steinzeit-Kulturen hinweisen, zum Beispiel die Kultur der Longshan. So hat man auf Lantau und Lamma Island Werkzeuge und Waffen aus Bronze gefunden. Steingravuren, die an acht verschiedenen Orten in ganz Hongkong gefunden wurden, werden auf die Bronzezeit (Shang-Dynastie) datiert. Andere Artefakte, die aus dem 6. bis 3. Jahrhundert v. Chr. (Zeit der streitenden Reiche) stammen dürften, beweisen, dass die Einwohner der Region kulturell mit den Bewohnern des benachbarten Guangdong verwandt waren.

Chinesisches Kaiserreich

Während des 2. Jahrhunderts (Han-Dynastie) wurde das Gebiet des heutigen Hongkong von Han-Chinesen besiedelt, was durch die Ausgrabung einer antiken Begräbnisstätte bei Lei Cheung Uk in Kowloon zu Tage kam. Während der Tang-Dynastie war die Region um Kanton ein bedeutendes Handelszentrum und die Region von Hongkong und dem heutigen Shenzhen diente als Hafen, die Salzproduktion und Perlenzucht erlebte eine erste Blüte. Trotzdem blieb die Besiedelung zunächst sehr dünn. Die erste starke Migration aus dem nördlichen China setzte während der Song-Dynastie zwischen 970 und 1279 ein, was wiederum Ausgrabungen belegen, bei denen Münzen und Werkzeuge aus der Song-Zeit gefunden wurden. Nach der Eroberung Chinas durch die Mongolen flohen die Song-Herrscher in die Region des heutigen Kowloon. Im Jahre 1276 kapitulierten die Song, während zwei minderjährige Song-Prinzen mit ihrem Hof bis zum Jahre 1279 überdauerten. In der Schlacht von Yamen vernichteten die Mongolen die letzten Reste der Song-Armee, wonach sich ein hoher Beamter des Hofes mit den beiden Prinzen ins Meer gestürzt haben soll. Nachdem die Yuan-Dynastie auch über Hongkong die Macht übernommen hatte, verstärkte sich die Einwanderung aus Richtung Norden noch einmal, nach wie vor blieb die Region jedoch relativ abgeschottet und lebte vom Fischfang und der Perlenzucht.

Handelsbeziehungen mit Portugal

Im Jahre 1517 landete der portugiesische Händler Fernão Pires de Andrade an der südchinesischen Küste, um mit Händlern aus Kanton zu verhandeln. Aus damaligen Aufzeichnungen geht hervor, dass die Flotte der Portugiesen auf einer Tuen-Mun-Insel an Land ging und einige Einheimische tötete, wobei dieses Tuen Mun im heutigen Hongkong liegen dürfte. Dass aus der ursprünglich rein landwirtschaftlichen Besiedelung mittlerweile nennenswerte Dörfer entstanden waren, belegen Karten aus jener Zeit, in denen einige größere Siedlungen im Territorium eingezeichnet sind. Nach dem Fall der Ming-Dynastie und der Vernichtung der Exil-Ming auf Taiwan unter Koxinga fiel die Region des heutigen Hongkong an den Bezirk Xin'an (新安縣 Pinyin xin1 an1 xian4). Kaiser Kangxi ließ Befestigungsanlagen und Militärlager einrichten, um die Küste besser verteidigen zu können.

Britische Kronkolonie

Kangxi Nachdem die Portugiesen im benachbarten Macao bereits einen Handelsposten eingerichtet hatten, gelangte 1699 die englische Ostindien-Kompanie (British East India Company) zum ersten Mal nach China. Der Handel in Hongkong, überwiegend mit den englischen Kaufleuten (merchants), wuchs von da ab enorm und im Jahr 1711 wurde ein fester Handelsstützpunkt in Kanton gegründet. Waren aus China waren in Europa sehr gefragt, wohingegen die Briten nur wenige Güter fanden, die man den Chinesen verkaufen konnte. So begannen die Briten, Opium nach China einzuführen. Als die kaiserliche Regierung versuchte, den Opiumhandel zu unterbinden, kam es zum ersten Opiumkrieg, der mit einer Niederlage der Chinesen endete und zur Besetzung Hongkongs durch die Briten am 20. Januar 1841 führte. Ein Jahr später wurde das Gebiet mit dem Vertrag von Nanking offiziell von China an die Besatzer abgetreten, wodurch Hongkong zur Kronkolonie wurde. Am 9. Juni 1898 wurde das Gebiet nördlich Kowloons bis zum Shenzhen-Fluss (die New Territories) sowie weitere 235 Inseln auf 99 Jahre gepachtet, um die Versorgung der Kronkolonie mit Wasser und Nahrungsmitteln zu gewährleisten und um das Gebiet militärisch abzusichern. Durch die Handelsliberalisierungen, die nach den Opiumkriegen durchgesetzt worden waren, entwickelte sich Hongkong zu einer wichtigen Freihandelszone in Ostasien, nicht nur für die Briten, sondern auch für amerikanische Händler. Die rasante Entwicklung erlitt durch den Ausbruch der Beulenpest in Südchina in den 1890er Jahren einen herben Rückschlag. Hongkong wurde zum Zufluchtsort für ehemalige Taiping, Monarchisten (nach Gründung der Republik 1912) und Kommunisten (nach Chiang Kai-sheks Verfolgung 1927). Die Bevölkerungszahl stieg 1851-1931 von 33.000 auf 879.000 Einwohner, davon 95% Chinesen. Die Kolonie blieb trotzdem bis 1949 im Schatten des größeren Shanghai, wo 1921 die Kommunistische Partei gegründet wurde und 1925 große Streikbewegungen stattfanden. Aber auch der wirtschaftliche Aufstieg Hongkongs wurde nach 1919 wiederholt durch Streiks und revolutionäre nationalistische Bestrebungen unter den Arbeitern und Seeleuten gestört.

Zweiter Weltkrieg und chinesische Revolution

1919 Unmittelbar nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in Ostasien, dem Tag nach dem Angriff auf Pearl Harbor, wurde Hongkong von den Japanern unter Sakai Takashi angegriffen. Die Verteidiger, darunter neben Briten auch Kanadier, Inder und Hongkonger, waren in der Unterzahl und konnten das Territorium nicht sehr lange halten; am 25. Dezember 1941, nach zweieinhalb Wochen Kampf, mussten sich die Briten unter Gouverneur Mark Aitchison Young den Japanern ergeben. Neuer Gouverneur wurde der Japaner Isogai Rensuke. Am Ende des Zweiten Weltkrieges war Hongkong ein Trümmerhaufen und ein Armenhaus, danach wütete in China bis 1949 der Bürgerkrieg. Am 1. Oktober 1949 riefen die siegreichen Kommunisten die Volksrepublik China aus. Hunderttausende flohen daraufhin aus China nach Hongkong, viele ausländische Firmen verlegten ihre Vertretungen von Shanghai nach Hongkong.

Schwierige Beziehungen

Zu Beginn der 1950er Jahre kam die Kronkolonie jedoch zuerst in eine weitere Wirtschaftskrise, denn ein Wirtschaftsembargo gegen die gerade gegründete Volksrepublik machte die Brückenkopffunktion zunächst überflüssig. Nach der Aufhebung des Embargos erlebte Hongkong dank der liberalen Wirtschaftspolitik einen Boom und wurde zu einem Industriezentrum auf kleinstem Raum. Die Einwanderer stellten teils fähige und gebildete Unternehmer, teils billige Arbeitskräfte, was die Wirtschaft Hongkongs zu einer der effizientesten der Welt machte. Im Gefolge der Kulturrevolution brachen in den 1960er Jahren gewaltsame soziale Konflikte aus, wobei die Protestbewegung einerseits für die Rechte der Arbeiter kämpfte, andererseits von kommunistischen Idealen geprägt war. Die Bewegung wurde gewaltsam unterdrückt. Nach dem Tod Mao Zedongs begann dessen Nachfolger Deng Xiaoping die wirtschaftliche Öffnung Chinas gegenüber dem Ausland. Eine der Schlüsselmaßnahmen war die Errichtung von Sonderwirtschaftszonen. Für Hongkong spielte dabei das sich nördlich anschließende Shenzhen eine wichtige Rolle. Seit den 1980er Jahren sind deshalb fast alle Produktionsbetriebe aus Hongkong nach China abgewandert. Die Hongkonger Wirtschaft musste sich deshalb neu orientieren und Hongkong wurde zu einem Handels- und Dienstleistungszentrum.

Verhandlungen zur Wiedereingliederung

Im Jahre 1982 begannen Gespräche zwischen den Premierministern Großbritanniens und Chinas über die Zukunft des Territoriums. Die britische Seite unter Margaret Thatcher hatte ursprünglich gehofft, dass die Politik der Öffnung in China dazu führen könnte, dass China die britische Herrschaft über das Gebiet akzeptiert. Das Gegenteil war der Fall, China verlangte nicht nur die Rückgabe des für 99 Jahre gepachteten Gebietes, sondern auch die Rückgabe der im Vertrag von Nanking abgetretenen Territorien, da es den Vertrag als unfair ablehnte. Dieser Standpunkt war schon zehn Jahre zuvor durch eine Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen bestätigt worden. Deng Xiaoping, der mächtigste Mann der Volksrepublik China zu dieser Zeit, hatte jedoch erkannt, dass eine Eingliederung Hongkongs in die Volksrepublik nicht so einfach möglich und vor allem nicht im Interesse Chinas war und entwickelte deshalb eine Doktrin, die als Ein Land, zwei Systeme bekannt ist. Diese Doktrin öffnete den Weg zur