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Ja

Ja

Ja ist die positive Antwort auf eine Frage, die man entweder positiv oder negativ beantworten kann. Dies nennt man eine Entscheidungsfrage. Die Antwort kann dabei richtig (eine wahre Aussage) oder falsch sein.

Antworten

Positive Fragen


- Ja ist das Gegenteil von Nein.
  - "Gehst du heute ins Schwimmbad?" - Antwort: "Ja!" (ich gehe heute noch ins Schwimmbad).
  - "Ist 12 zum Quadrat 144?" - Antwort: "'Ja, zwölf hoch zwei ist 144." => Hinweis auf eine korrekte Antwort ("richtig")
- Es kann aber auch relativiert sein und teilweise die Negation mit beinhalten: "Ja, aber ..."

Negative Fragen


- Bei negativen Fragen ist "Doch!" das Gegenteil von
Nein.
  - "Kommst du heute nicht ins Schwimmbad?" - Antwort:
Doch (ich komme mit ins Schwimmbad).

Bestätigende Antwort


-
Ja wird in der Umgangssprache oft auch als bestätigende Antwort gebraucht.
  - "Hast du das Brot gekauft" - "
Ja" (ich habe das Brot gekauft). In einigen Fällen wird eine doppelte Verneinung angewendet, um eine Frage zu bestätigen:
-
Null ist doch nicht größer als Eins? - Nein, Null ist (tatsächlich) nicht größer als Eins. Das ist äquivalent zu:
-
Ja, das stimmt. Null ist nicht größer als Eins.

Weitere Anwendungen


- Bei manchen Sprechakten wird "Ja!" auch als Einwurf genutzt, um die entsprechende Aussage als korrekt zu kennzeichnen oder um einer Handlung zuzustimmen.
  - "Lass uns ins Schwimmbad gehen." - Einwurf: "Ja! sofort, tolle Idee"
  - "Komm her und hilf mir!" - "Ja, hätte ich sowieso getan!"
- Auf Fragen mit einem "entweder ... oder", kann man nicht mit "Ja!" antworten.
  - "Kommst du mit, oder bleibst du hier?" - "Ersteres" oder "ich komm mit".
- "Ja,ja ..." (mit betonter Gleichgültigkeit gesprochen) kann in der Umgangssprache auch bedeuten:
eigentlich Nein.
- In gehobener Sprache wird es auch als Stilmittel eingesetzt.
  - "Viele erachten es als wichtig, ja, als unabdingbar, die ökologische Problematik nie aus den Augen zu verlieren."

Synonyme

Synonym für "Ja!" in der Umgangssprache ist oft das englische Lehnwort
Okay. Oft wird auch das Wort "Hm!" verwendet, um eine Bestätigung auszudrücken. Um den Begriff "Ja" auszudrücken, gibt es weitere Möglichkeiten: Beispiele:
- Jawohl! (Jawoll!) (beim Militär)
- Das ist wahr!
- Stimmt!
- Genau!
- Das ist richtig!
- So machen wir das!
- Na klar!
- Jepp!
- TRUE (auch true) (in der Informatik (Gegenteil von FALSE (nein)))
- !FALSE (auch !false) (in der Informatik (Das Ausrufezeichen negiert das false))
- 1 (in der Informatik (Gegenteil von 0 (nein)))

Körpersprache

In vielen Ländern wird ein
Nicken als Ausdruck für "Ja!" verwendet, in einzelnen Ländern gibt es Ausnahmen, wie in Indien, wo man mit dem Kopf nach rechts und links wippt. In Griechenland deutet man ein "Nein" an, indem man die Stirn etwas zurück kippt, und wer diese Gebärde nicht kennt, kann sie als Nicken, also als ein "Ja" missverstehen.

Dialekt

In Dialekten gibt es unterschiedliche Begriffe für Ja. Beispiel: „Jau!“,„Jupp!“, „Jo!“, „Nu!“

Logik

Ja kann als Wahrheitswert verwendet werden und kennzeichnet die Richtigkeit eines Ausdrucks bzw. das Zutreffen (TRUE, Gegenteil FALSE; T|F bzw. W|F). Dem Wahrheitswert "Ja" kann ein entsprechender Spannungswert zugewiesen werden. Er kann durch einen Zahlenwert symbolisiert werden (z.B. "1")

Politische Parole

In stark umkämpften Volksabstimmungen über die Befürwortung oder Ablehnung eines politischen Vorhabens, verwenden die Befürworter des Vorhabens als politische Parole manchmal ein einfaches, alleinstehendes "Ja". Durch eine breite mediale und gesellschaftliche Diskussion ist der Kontext dieses "Ja" schon allgemein bekannt und kann so durch seine Kürze und absolute Prägnanz wirken. "Ja"-Parolen werden auch oft als Reaktion auf stark propagierte "Nein"-Parolen ausgegeben. Gleichzeitig kommt die Parole der Tendenz von Massenmedien entgegen, Themen inhaltlich und optisch stark zu vereinfachen. Ein markantes Beispiel für so eine Volksabstimmung ist das Referendum über die EU Verfassung in Frankreich im Frühjahr 2005. Nach dem monatelangen Austausch von Pro- und Kontra-Argumenten ging es in den Tagen unmittelbar vor der wichtigen Wahl hauptsächlich nur noch darum, mittels eines
Oui oder Non seiner persönlichen Überzeugung Ausdruck zu verleihen und damit noch eventuell unentschlossene Wähler zu beeinflussen.

Andere Sprachen

"Ja" ist ein Basiswort in fast allen Sprachen, aufgrund seiner Wichtigkeit ist es kurz und unterscheidet sich meist deutlich von Nein. Abgesehen von echten Verwandschaften innerhalb von Sprachfamilien sind Ähnlichkeiten über Sprachgrenzen eher mit der Kürze zu begründen, und deshalb eher zufällig:
- Deutsch, Holländisch, Norwegisch und Schwedisch:
Ja
- Englisch:
Yes
- Französisch:
Oui
- Griechisch:
(ναι)
- Italienisch:

- Japanisch:
Hai (はい)
- Chinesisch: "Shì" (是) / "Shìde" (是的)
- Polnisch und Ukrainisch:
Tak
- Portugiesisch:
Sim
- Sanskrit:
Ha
- Spanisch:

- Tschechisch:
Ano
- Russisch und Rumänisch:
Da (Да) Das Lateinische und Altgriechische sind Beispiele für Sprachen, in der es das Ja im eigentlichen Sinne gar nicht gibt. Die Floskel "ita est" ersetzt im Lateinischen die Zustimmung.

Siehe auch


- Jein (Mischform von Ja und Nein)
- Vielleicht Kategorie:Logik Kategorie:Sprache

Antwort

Eine Antwort ist eine Erwiderung auf eine Frage oder eine Reaktion auf ein Ereignis. Die Frage kann in einem Dialog oder einer Aufgabe gestellt sein. Eine Antwort kann auf entsprechendem Wissen beruhen oder auf Vermutungen. Eine Antwort kann kurz oder ausführlich sein. Die Art der Antwort hängt stark von der Situation ab. Eine Antwort kann mündlich oder schriftlich gegeben werden. Sie kann zur Übermittlung oder zur Überprüfung von Wissen verwendet werden. Eine Antwort sollte üblicherweise adäquat zur Frage sein.

Antwort in der Kommunikation

Normalerweise besteht ein Zusammenhang zwischen der Art der Frage und der Antwort.
- Die Antwort auf eine Entscheidungsfrage ist im einfachsten Fall "ja" oder "nein", oft wird dazu ein Teil der Frage wiederholt.
- Wenn mehrere Alternativen zur Auswahl stehen, wird die entsprechende Alternative genannt. Diese Art Antwort spielt zum Beispiel beim Quiz und bei Wahlen eine Rolle.
- Oft beinhaltet eine Antwort die Vermittlung vorhandenen Wissens oder auch neuer Erkenntnisse, sie dient zur Übermittlung von Informationen.
- Schweigen ist manchmal auch eine Antwort. Schweigen kann sehr Unterschiedliches bedeuten. "Ich will dir nicht antworten.", "Ich lasse jemand anderen antworten.", "Ich weiß jetzt keine Antwort.", "Ich habe die Frage gar nicht wahrgenommen." Bei Wahlen ist Nichtwählen oder Stimmenthaltung eine Form des Schweigens.
- Antworten sind Teil der Kommunikation. Aus diesem Grund ist manchmal Handeln ebenfalls eine Antwort. Die Absicht zum Handeln wird aber üblicherweise verbal geäußert.
- In Interviews werden Antworten oft nach dem Aufschreiben nochmals abgestimmt, um Missverständnisse zu vermeiden und Fehler zu korrigieren, oder um unbedachte Äußerungen zurückzunehmen.
- Eine Lüge ist eine Antwort, bei der bewusst die Unwahrheit gesagt wird.
- Eine Antwort kann die Reaktion auf eine Aktion eines anderen sein. So wird ein Angriff mit einem Gegenangriff beantwortet und Aufrüstung mit Aufrüstung (Rüstungsspirale). Durch neue Arten von Antworten (Abrüstung, Offenheit) kann diese Spirale eventuell unterbrochen werden.

Systemantwort

In der Systemtheorie ist die Antwort als Ausgangsgröße die Reaktion eines Systems auf eine Eingangsgröße. (Beispiel: Impulsantwort.) Kategorie:Sprache


Frage

Die Frage in der deutschen Grammatik

Eine Frage ist ein Satz, der dazu dienen kann:
- eine Bitte zu äußern
- Informationen von jemandem einzuholen
- jemanden zum Denken anzuregen (Rhetorische Frage) Es gibt Ergänzungsfragen und Entscheidungsfragen. Zur Formulierung von Ergänzungsfragen dienen Fragewörter, z. B. wer, wo und wann. Sie stehen am Satzanfang. Die Antwort ist eine Ergänzung, die dem Fragewort entspricht. Entscheidungsfragen, bei denen die Antwort ja oder nein lauten muss, beginnen mit der finiten (gebeugten) Verbform. Beispiele:
- Hast du einen Computer?
- Reisen Sie bereits morgen ab?
- Kommt er heute nicht?
- Kann dies nicht warten? Entscheidungsfragen können die Form eines Aussagesatzes annehmen. Dann wird beim Sprechen am Satzende die Stimme gehoben, um sie als Frage zu kennzeichnen.
- Du hast einen Computer? Fragen können aussehen wie eine Entscheidungsfrage, ohne eine solche zu sein. Auf
- Können Sie mir bitte sagen, wie spät es ist? erwartet man nicht die Antwort "ja" oder "nein", sondern die Uhrzeit oder "nein". Wenn man mit "nein" antwortet, erfordert das höflicherweise eine zusätzliche Begründung. Das Heben der Stimme am Ende des Fragesatzes (betonen) ist nicht unbedingt notwendig, da die Frage bereits ausreichend gekennzeichnet ist durch das Fragewort oder die gebeugte Verbform am Satzanfang. Die Intonation ist auch regional unterschiedlich. Direkte Fragen enden im Deutschen immer mit dem Fragezeichen ? (siehe Satzzeichen). Beispiel: "Wann wirst du morgen kommen?" Eine Frage kann aber auch als indirekte Frage gestellt werden, ohne die grammatische Form einer Frage zu haben. Beispiel: "Ich würde gerne wissen, wann du morgen kommst."

Die Frage als Denk- und Darstellungsinstrument

Juristische Kardinalfragen

Geübte Juristen beurteilen ihnen unterbreitete Sachverhalte sofort anhand der Frageformel: "Wer will was von wem woraus?" So wird schnellstmöglich klar
- um wessen Interessen es geht - wer -
- welches Begehren (z. B. Leistung, Feststellung, Gestaltung) abstrakt in Betracht kommt - will -
- um welchen Anspruchsinhalt es konkret geht - was -
- wer Gegner oder Partner ist oder sein soll - von wem -
- welche Anspruchsgrundlagen das Begehren decken können - woraus -

Journalistische Darstellung

Die klassische Nachricht beantwortet die Fragen Wer?, Was?, Wann?, Wo?, Wie? und Warum? zügig und in dieser Reihenfolge. Beispiele:
- Der Bundeskanzler flog gestern nach Peking, wo er in Begleitung deutscher Wirtschaftsvertreter mit dem chinesischem Ministerpräsidenten in einem mehrstündigen Treffen Fragen des Wirtschafts- und Kulturaustausches erörterte.
- Ein Unbekannter brach gestern Nacht die Tür der hiesigen Domkapelle mit einer Brechstange auf. Aus dem Gotteshaus wurde nichts entfernt. Polizei und Kirchenverwaltung stehen vor einem Rätsel. Siehe auch: W-Fragen

Die Frage in Interviews

Interviews werden im Journalismus und der empirischen Sozialforschung häufig gebraucht. Dort nimmt die Frage eine methodische Stellung ein. Man unterscheidet verschiedene Typen von Fragen:
- Geschlossene Fragen: :Solche Fragen lassen sich in der Regel relativ kurz und eindeutig beantworten. Zum Teil sind hier Antwortkategorien vorgegeben. Man verwendet diese Form häufig in Fragebögen. Beispiel: Wie alt sind sie?
- Offene Fragen: :Eine offene Frage lässt sich in der Regel nicht in einem Wort oder einem Satz beantworten. Beispiel: Was waren die entscheidenden Ereignisse ihrer Kindheit?
- Suggestive Fragen: :Eine vermeintlich richtige Antwort wird bereits in der Frage vorgegeben, meist indem eine Wertung mit in die Frage einfließt. Beispiel: Meinen sie nicht auch, dass die Bundesregierung wegen ihrer miserablen Politik abgewählt werden sollte?

Fragen bei der Beurteilung von Anforderungen

Fragenkataloge oder Anforderungskataloge werden bei vielen Managementsystemen und in der Politik als Instrument der Beurteilung für die Zielerreichung und bei der Zertifizierung eingesetzt. Sie dienen dazu Systeme vergeleichbarer zumachen bzw. die Einhaltung von Standards zu kontrollieren.

Fragen in Expertensystemen

Wie im allgemeinen durch Fragen und Antworten ein Lernprozess entsteht, so wird in Expertensystemen, einem Teilgebiet der Künstlichen Intelligenz, die Frage als wichtiges Hilfsmittel benutzt um Wissensbasen zu durchforsten, sowie neues Wissen der Wissensbasis hinzuzufügen

Die Frage als Werkzeug im Seminar- und Ausbildungsbereich

Wer fragt, der führt – dies gilt auch im Bereich der Erwachsenenbildung und des Seminarwesens! Die Qualität der Antwort bzw. des ausgelösten Nachdenkprozesses hängt wesentlich von der Formulierung der Fragestellung ab. ---- ----

Zu bedenken beim Ausformulieren einer Frage


- Konkrete Zielformulierung, was mit der Fragestellung überhaupt erreicht werden soll
- Einhaltung des PAKKO-Schemas (siehe unten)
- Keine Diskussionen über die Fragestellung provozieren (außer, dieser Effekt ist beabsichtigt)
- Nur eine Frage gleichzeitig formulieren/Doppelfragen vermeiden (führen zur Verwirrung)
- Schlagworte vermeiden (können zu Polarisierungen oder ungewollten Assoziationen beitragen)
- In der Vorbereitung bereits mögliche Antworten antizipieren/vorwegnehmen
- Ausreichend Hintergrund-Informationen zur Fragestellung und verwandten Themenkreisen aneignen (bei Nachfragen etc.)
- Fragen positiv formulieren. Antworten auf negativ formulierte Fragen sind oft mehrdeutig oder schlecht zu verstehen (doppelte Verneinung). Beispiel: "Kommst du mit?" ist eine klare Frage. "Kommst du nicht mit?" ist nicht das Gegenteil davon, sondern hat zusätzliche Konnotationen, wie zum Beispiel eine vorherhehende Vermutung oder Unterstellung, der Partner würde ja sowieso nicht mitkommen. Die Antwort mit "ja" oder "nein" ist auch nicht ohne weiteres möglich, da sie missverstanden werden kann.

PAKKO SCHEMA

(ist eine Art "Checkliste" Akronymliste für Fragen im Seminarbereich) P für persönlich A für aktivierend K für kurz K für konkret O für offen Eine Frage soll die Angesprochenen zum Nachdenken anregen und nicht verwirren. Daher sind direkt an die TeilnehmerInnen gerichtete Fragen kurz und in offener Form am besten für den Lernprozess geeignet.

Zitate


- Es gibt keine dummen Fragen, sondern nur dumme Antworten.
- ... und die manchmal zutreffendere Variante: "Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Frager."
- Wenn man vor einer Frage steht, die sich nicht mehr endgültig klären lässt, sollte man immer eine Antwort wählen, die einem das Leben leichter macht. ("Siska" in "Letzte Zuflucht")

Große Fragen der Menschheit

"Die "Großen Fragen der Menschheit" werden vom Mythos, der Philosophie und Religion behandelt. Für die Auseinandersetzung des Individuums mit den alltäglich entstehenden "Großen Fragen" könnte nach Ansicht mancher Forscher das Träumen eine wichtige Rolle spielen."
- Wo komme ich her? Wo gehe ich hin? Wer ist größer? (transzendentale Dimension)
- Wer bin ich? Wer kann ich werden? (Selbsterkenntnis)
- Wie entstand das Universum?
  - Gab es einen Urknall?
- Wie entstand das Leben?
  - Entstand es von alleine auf der Erde?
    - Wie entstand die Ursuppe und wie war sie zusammengesetzt?
  - Kam es von außen auf die Erde?
  - Wurde es von Gott geschaffen?
- Ist die Evolution zielgerichtet?
- Wie entstehen Naturgesetze?
  - Sind die Naturkonstanten wirklich konstant?
- Ist unser Wille frei?
  - Was heißt eigentlich Freiheit?
- Woraus besteht Materie?
  - Woraus besteht elektromagnetische Strahlung?
- Ist die Seele unsterblich?

Praktische Fragen der Menschheit


- Wie kann man die Überbevölkerung bremsen?
- Wie kann man die Kriegs- und Bürgerkriegsgefahr im Griff bewahren?
- Wie verhindert man einen Atomkrieg?
- Wie wahrscheinlich ist ein Meteoritenabsturz auf die Erde?
  - Wie kann man ihn verhindern?
- Wie kann man den Klimawandel bremsen?
- Wie kann man eine umweltfreundliche Energiequelle erschließen?
- Wie kann man den CO2 Ausstoß reduzieren?
- Wie kann man Hunger und Krankheit eindämmen?

Literatur


- Rolf-Michael Hahn und Nicolai Stickel: Gut gefragt ist fast gewonnen. Erfolgreiche Fragetechniken für Beruf und Privatleben. 2000, ISBN 3-499-60871-5.

Siehe auch


- Fangfrage
- Kardinalfrage
- Suggestivfrage

Weblinks

Kategorie:Logik Kategorie:Kommunikation Kategorie:Grammatik Kategorie:Pädagogik Kategorie:Abstraktum

Nein

Nein ist die negative Antwort auf eine Frage, die man entweder positiv oder negativ beantworten kann. Dies nennt man eine Entscheidungsfrage. „Nein“ ist eine Interjektion. (Vergleiche: Ja, vielleicht.) Die untenstehenden Beispiele verdeutlichen, dass der Gehalt des Wortes je nach Kontext modal aufgeladen wird und dass die syntaktische Funktion die eines Satzäquivalentes annimmt. Es gibt die einfache und die doppelte Verneinung. Im Deutschen wird manchmal die doppelte Verneinung (logisch eine Bejahung) als verstärkte Verneinung benutzt, vor allem in Dialekten.

Antworten

Positive Fragen


- Nein ist das Gegenteil von Ja.
  - „Gehst du heute ins Schwimmbad?“ - Antwort: „Nein!“, oder „Nein, ich gehe heute nicht ins Schwimmbad.“
  - „Ist 12 zum Quadrat 133?“ - Antwort: „'Nein, 12 zum Quadrat ist 144.“ => Hinweis auf einen Fehler („falsch“)

Negative Fragen


- Bei negativen Fragen ist „Doch!“ das Gegenteil von
Nein.
  - „Kommst du heute nicht ins Schwimmbad?“ - Antwort: „
Doch“ (ich komme mit ins Schwimmbad).

Bestätigende Antwort


-
Nein wird in der Umgangssprache oft auch als bestätigende Antwort gebraucht.
  - „Hast du keine Nudeln bekommen?“ - Antwort „
Nein“ (ich habe keine Nudeln bekommen).

Weitere Anwendungen


- Bei manchen Sprechakten wird „Nein!“ auch als Einwurf genutzt, um die entsprechende Aussage als falsch zu kennzeichnen oder um einer Handlung zu widersprechen.
  - „Deutschland war bis 1989 geteilt.“ - Einwurf: „Nein, es war bis 1990 geteilt, dann kam die Wiedervereinigung!“
  - „Komm her und hilf mir!“ - „Nein!“
- „Nein!“ kann ein Ausruf des Erstaunens sein.
- „Nein, ...“ kann auch als einfacher Gesprächsanschluss benutzt werden.
  - „ ... Ich habe dann Äpfel genommen.“ - „Nein. Ich gehe ganz gern auf den Markt.“
- Auf Fragen, die ein „entweder - oder“ enthalten, kann man nicht mit „Nein!“ antworten.
  - „Kommst du mit, oder bleibst du hier?“ - Das lässt sich nicht mit „ja“ oder „nein“ eindeutig beantworten.
- Ein „Nein“ wird in vielen Fällen umgangen.
  - „Können sie mir bitte sagen, wie spät es ist?“ - „Nein!“ wäre unhöflich. Hier sollte eine Begründung folgen.

Synonyme

Ein Synonym für „Nein!“ in der Umgangssprache ist „M!-M!“, wobei die Tonlage des ersten „M“ höher liegen muss. Auch ein kurzes stimmhaftes Ausstoßen von Luft aus dem Kehlkopf bedeutet im Deutschen ein „Nein“ oder „Nicht!“ (im Japanischen heißt es jedoch „Jetzt kannst du reden“). „Das ist falsch!“, „Das stimmt nicht!“, „Das ist Unsinn!“ und ähnliche Formulierungen beinhalten ebenfalls eine Negation. „Ja, ja ...“ (mit betonter Gleichgültigkeit gesprochen) kann in der Umgangssprache auch bedeuten:
eigentlich Nein.

Körpersprache

In vielen Ländern wird ein kurzes Seitwärtsdrehen des Kopfes in beide Richtungen als Ausdruck für „Nein!“ verwendet, in anderen ein Zurücknehmen der Stirn (von Fremden als Nicken, also als ein „Ja“ missverstehbar).

Dialekt und Kindersprache

In Dialekten gibt es unterschiedliche Begriffe für Nein. Beispiele: „Nee!“, „Nö!“, „Naa!“ Gegenüber Kleinkindern wird auch "Bä" benutzt. Unter deutschsprachigen Jugendlichen ist das sehr kurze
NEIN! der Zeichentrickfigur Homer Simpson populär, das in der deutschen Synchronfassung für das englische D'oh verwendet wird. Es is ein emotionaler Ausdruck von Wut über ein gerade widerfahrenes Missgeschick. Die Geräuschfolge „Ö-ö“ (zwei offene, manchmal nasale ö-Laute, der zweite davon etwa eine Terz tiefer als der erste) wird ebenso als „Nein“ verstanden.

Logik

Nein kann als Wahrheitswert verwendet werden und kennzeichnet die Falschheit eines Ausdrucks bzw. das Nichtzutreffen, gegenüber der Wahrheit des Ausdrucks (F|W). Dem Wahrheitswert „Nein“ kann ein entsprechender Spannungswert zugewiesen werden. Er kann durch einen Zahlenwert symbolisiert werden (z. B. „0“).

Politische Parole

In stark umkämpften Volksabstimmungen über die Befürwortung oder Ablehnung eines politischen Vorhabens verwenden die Gegner des Vorhabens als politische Parole oft ein einfaches, alleinstehendes „Nein“. Durch eine breite mediale und gesellschaftliche Diskussion ist der Kontext dieses „Nein“ schon allgemein bekannt und kann so durch seine kurze, absolute Prägnanz wirken, die auch einen Schuss emotionaler Involviertheit vermittelt. Gleichzeitig kommt die Parole der Tendenz von Massenmedien entgegen, Themen inhaltlich und optisch zu vereinfachen. Ein markantes Beispiel für so eine Volksabstimmung ist das Referendum über die EU Verfassung in Frankreich im Frühjahr 2005. Nach dem monatelangen Austausch von Pro- und Kontra-Argumenten ging es in den Tagen unmittelbar vor der wichtigen Wahl hauptsächlich nur noch darum, mittels eines
Oui oder Non seiner persönlichen Überzeugung Ausdruck zu verleihen, und damit noch eventuell unentschlossene Wähler zu beeinflussen.

Andere Sprachen

„Nein“ ist ein Basiswort in wohl allen Sprachen, aus diesem Grund ist es in den vielen entstandenen Sprachen meist sehr ähnlich, aufgrund seiner Wichtigkeit ist es kurz und kann hart in Befehlsform gesprochen werden, dazu einige Beispiele:
- Deutsch:
nein
- Englisch:
no
- Französisch:
non
- Esperanto:
ne
- Japanisch:
iie (いいえ)
- Latein:
non
- Polnisch:
nie
- Rumänisch:
nu
- Russisch:
njet (нет)
- Sanskrit:
nahi
- Schwedisch:
nej In vielen Sprachen gilt ein pures, allein stehendes "Nein" als so unhöflich, dass es regelmäßig umschrieben wird.

Siehe auch


- Ja (Gegenteil von Nein)
- Jein (Mischform von Ja und Nein) Kategorie:Sprache Kategorie:Logik


Doppelte Verneinung

Die doppelte Verneinung ist eine rhetorische Figur, die in vielen Sprachen eine Bekräftigung der Verneinung darstellt. In der deutschen Sprache (auch in der Umgangssprache) ist sie (außer in Dialekten) praktisch verschwunden und wird als komisch verstanden oder kann den Redner sogar als ungebildet erscheinen lassen. In anderen Sprachen stellt sie gegebenenfalls die normale grammatische Form der Verneinung dar oder ist eine normale Möglichkeit der Verneinung. Durch Einfluss der Logik (siehe auch: Negation) bedeutet heute doppelte Verneinung in logischer Hinsicht oft Bejahung.

Doppelte Verneinung in Hochdeutsch als Verneinung

Heute sind Formen wie:
- Das macht kein Mensch nicht.
- Ich kenne niemand nicht. im Hochdeutschen veraltet und werden nicht mehr verwendet, außer zur besonderen Charakterisierung eines Sprechers in wörtlicher Rede. Verwendet wird noch die Redewendung Nie und nimmer nicht:
- Das machst du nie und nimmer nicht. (Verstärkung der Verneinung oder äußerster Zweifel an einer Ankündigung, logisch müsste es bedeuten: das machst du immerzu und unterlässt es niemals.)
- Nie und nimmer nicht wäre ich auf diese Idee gekommen.

Doppelte Verneinung bei Fragen

Es gibt eine Regel: Fragen sollte man möglichst positiv formulieren. Antworten auf negativ formulierte Fragen sind oft mehrdeutig oder schlecht zu verstehen.
- Kommst du mit? ist eine klare Frage.
- Kommst du nicht mit? ist nicht das Gegenteil dieser Frage,sondern hat zusätzliche Konnotationen, wie zum Beispiel eine vorhergehende Vermutung oder Unterstellung, der Angeredete werde ja sowieso nicht mitkommen. Die Antwort mit „Ja“ oder „Nein“ ist auch nicht ohne weiteres möglich, da sie missverstanden werden kann. „Nein!“ würde von der Logik her bedeuten: „Ich komme mit.“ In der Umgangssprache heißt das aber: „Ich komme nicht mit.“ „Ja, ich komme nicht mit!“ wäre die logisch korrekte Antwort, die man geben müsste, doch sie ist nicht üblich. Die übliche Antwort lautet: „Nein, ich komme nicht mit!“ Die bejahende Antwort heißt dagegen: „Doch, ich komme mit.“

Doppelte Verneinung in Dialekten

In oberdeutschen Dialekten ist die doppelte Verneinung teilweise Standard.
- Des macht kaa Mensch net. Im Plattdeutschen wird die doppelte Verneinung angewendet, wenn etwas Positives zum Ausdruck kommt.
- Un daarüm kann daar keen Minsch nich in versupen.
- Dat will ick för keen Geld nich.

Doppelte Verneinung in Fremdsprachen

Englisch

In der englischen Sprache ist es ähnlich wie in der deutschen. :I haven't seen nothing könnte heißen: :Ich habe nicht nichts gesehen, aber auch (logisch) :Ich habe etwas gesehen. Deshalb sagt man: :I haven't seen anything. In der Umgangssprache und in Liedern ist die doppelte Verneinung häufig vorhanden. Beispiel: :I don't feel nothin’ heißt: :Ich fühle nichts. (Ich fühle rein gar nichts.) Ebenso: I can't get no satisfaction (Ich kann nicht genug bekommen.).

Französisch

Auch im Französischen ist die doppelte Verneinung anscheinend allgegenwärtig: :Je ne vais nulle part. Wörtliche Übersetzung: :Ich gehe nicht nirgendwo hin. Bedeutung: :Ich gehe nirgendwo hin. Dies liegt an der besonderen Struktur der Grammatik, bei der die gewöhnliche Verneinung bereits aus zwei Schlüsselwörtern (ne ... pas) besteht. Es gibt aber auch Konstruktionen von verwirrender Schönheit: :Je ne veux pas que tu ne viennes. Wörtliche Übersetzung: :Ich will nicht, dass du nicht kommst. Bedeutung: :Ich will nicht, dass du kommst.

Latein

Im Lateinischen bedeutet eine doppelte Verneinung grundsatzlich eine verstärkte Bejahung. scire = wissen nescire = nicht wissen. non nescire = (sehr) gut wissen

Russisch

Auch in Russisch ist die doppelte Verneinung der gewöhnliche Ausdruck der Verneinung und muss verwendet werden. :Я никуда не иду :(Ja nikuda ne idu) wörtlich: :Ich nirgendwohin nicht gehe. Bedeutung: :Ich gehe nirgendwohin.

Serbisch

Im Serbischen erfordert die grammatisch korrekte Form die doppelte Verneinung.

Slowenisch

In Slowenisch ist - wie in vielen anderen slawischen Sprachen - die doppelte Verneinung eine korrekte Form, kann aber manchmal zu Mehrdeutigkeiten führen, ob das Positive oder das Negative gemeint sei.
- Ich kenne niemanden. heißt slowenisch:
- Ne poznam nikogar.

Spanisch

Im Spanischen wird die doppelte Verneinung gebraucht: :No he visto nada wörtlich: :Nicht-ich-habe gesehen nichts. Bedeutung: :Ich habe nichts gesehen.

Italienisch

Im Italienischen ist die doppelte Verneinung oft zwingend: :Non ho visto niente/nulla wörtlich: :Nicht ich habe gesehen nichts. Bedeutung: :Ich habe nichts gesehen.

Bejahung

Durch den Einfluss der Logik wird in der hochdeutschen Sprache heute doppelte Verneinung in logischer Form aufgefasst, oft in mehrwertiger Logik:
- Ich bin nicht unglücklich. heißt: Unglücklich bin ich nicht, aber auch nicht glücklich.
- Ich komme bestimmt nicht unpünktlich. heißt: Ich komme pünktlich. Dieser Effekt wird auch durch das Stilmittel Litotes beschrieben.

Verwirrung

Manchmal wird die doppelte Verneinung auch zur Verwirrung und wegen des komischen Effektes verwendet:
- Das ist nicht undumm. Dieser Effekt wird auch durch das Stilmittel Litotes beschrieben.

Anwendungsbeispiele (Zitate)

Paragraph §118 BGB zur Scherzerklärung enthält fünf in verschiedener Weise aufeinander bezogene Verneinungen, so dass er den meisten Lesern nur nach längerem Überlegen verständlich werden dürfte: Eine nicht ernstlich gemeinte Willenserklärung, die in der Erwartung abgegeben wird, der Mangel der Ernstlichkeit werde nicht verkannt werden, ist nichtig. (Verneinungen: nicht, Mangel, nicht, verkannt, nichtig) Die Welt.de (Donnerstag, 19. August 2004 Berlin, SPD-Fraktion sagt Ja zu Hartz IV): „Aus Sicht der SPD-Fraktion muss vermieden werden, dass öffentlich geförderte Beschäftigung keine Jobs im ersten Arbeitsmarkt verdrängen soll.“ Das bedeutet ohne doppelte Verneinung: „Aus Sicht der SPD-Fraktion soll erreicht werden, dass öffentlich geförderte Beschäftigung Jobs im ersten Arbeitsmarkt verdrängen soll,“ ist aber nicht so gemeint. Siehe auch: Negation Kategorie:Sprache

Indien

Indien (hindi भारत, Bhārat; englisch India) ist ein Staat in Südasien, der den größten Teil des indischen Subkontinents umfasst. Im Norden bildet der Himalaya die natürliche Nordgrenze Indiens, im Süden umschließt der Indische Ozean das Staatsgebiet. Indien grenzt an Pakistan, China, Nepal, Bhutan, Myanmar und Bangladesch. Seine Bezeichnung hat Indien von dem in Tibet entspringenden Strom Indus, dessen Name sich von dem Sanskrit-Wort Sindhu mit der Bedeutung Fluss herleitet. In Urdu heißt das Land Hind, in Hindi Bharat; diese Bezeichnung wurde zum amtlichen Namen der Republik Indien. Als Hindustan, „Land der Hindus“, bezeichneten die muslimischen Eroberer den Nordteil Indiens.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Indiens Indien, mit einer Fläche von 3.287.590 km² der siebtgrößte Staat der Erde, erstreckt sich vom 68. bis zum 97. östlichen Längengrad über rund 3200 Kilometer. Von West nach Ost, zwischen dem 8. bis zum 37. Grad nördlicher Breite, beträgt die Ausdehnung rund 2800 Kilometer. Indien grenzt an sechs Staaten: Pakistan, China (Tibet), Nepal, Bhutan, Myanmar und Bangladesch. Da der nördliche Teil des umstrittenen Kaschmirs seit 1949 unter pakistanischer Kontrolle steht, hat Indien keine gemeinsame Grenze mit Afghanistan mehr. Die natürliche Grenze im Norden und Nordosten bildet der Himalaya, das höchste Gebirge der Welt. Südlich davon schließen sich die breiten, fruchtbaren Stromebenen der Flüsse Indus, Ganges und Brahmaputra an. Den Nordosten Indiens, einschließlich der Brahmaputra-Ebene, verbindet nur ein schmaler Korridor zwischen Bangladesch und Nepal bzw. Bhutan mit dem Rest des Landes. Im Westen geht das Stromland des Ganges in die Wüste Thar über, die im Osten und Süden vom Aravalligebirge begrenzt wird. Südlich davon liegen die Sümpfe des Rann von Kutch sowie die Halbinsel Kathiawar. Kathiawar Das Hochland von Dekkan nimmt den größten Teil der keilförmig in den Indischen Ozean vorragenden indischen Halbinsel ein. Die Vindhya- und Satpura-Berge schirmen den Dekkan von der Gangesebene im Norden ab. Im Westen wird er von den bis zu 2700 Meter hohen Westghats, im Osten von den flacheren Ostghats begrenzt. Beide Gebirgszüge treffen im Süden, wo die Halbinsel spitz zum Kap Komorin zuläuft, zusammen. Die Westghats fallen steil zur Konkan- und Malabarküste entlang des Arabischen Meeres ab. Die Ostghats gehen in die breiteren östlichen Küstenebenen am Golf von Bengalen über. Zu Indien gehören außerdem drei dem Indischen Subkontinent vorgelagerte Inselgruppen. Rund 300 Kilometer westlich der Malabarküste liegen die Korallenatolle der Lakkadiven. Südöstlich der Halbinsel, zwischen 1000 und 1600 Kilometer vom indischen Festland entfernt, erstrecken sich die Inseln der Andamanen und Nikobaren. Der höchste Punkt Indiens ist der Berg Kanchenjunga mit 8.598 Metern Höhe, der sich im äußersten Westen Sikkims in unmittelbarer Grenznähe zu Nepal erhebt. Der höchste vollständig auf indischem Gebiet liegende Berg ist die Nanda Devi mit 7.822 Metern. Der tiefste Punkt ist die zwei Meter unter dem Meeresspiegel gelegene Kuttanad-Senke an der Malabarküste.

Flüsse

Kuttanad Alle größeren Flüsse Indiens entspringen in einer der drei Hauptwasserscheiden des Subkontinents: im Himalaya, in den zentralindischen Vindhya- und Satpura-Bergen oder in den Westghats. Indiens längster und zweifellos wichtigster Fluss ist der Ganges, der im Himalaya entspringt. Seine längsten Nebenflüsse sind die Yamuna und der Gumti; der Chambal ist ein Zufluss der Yamuna. Der Brahmaputra, der das Land im Nordosten durchfließt, vereinigt sich mit dem Ganges und bildet vor der Mündung in den Golf von Bengalen ein gewaltiges Delta, an dem Indien jedoch nur im Westen Anteil hat. Der Großteil des Gangesdeltas liegt auf dem Territorium des Nachbarstaates Bangladesch. Fast ein Drittel der Fläche Indiens gehört zum Einzugsgebiet von Ganges und Brahmaputra. Im äußersten Norden durchquert der Indus in Südost-Nordwest-Richtung den Bundesstaat Jammu und Kashmir. Das Hochland von Dekkan wird von mehreren großen Flüssen entwässert. Die Narmada und der Tapti münden ins Arabische Meer, während Godavari, Krishna, Mahanadi und Kaveri zum Golf von Bengalen fließen.

Geologie

Indien gehörte bis gegen Ende des Jura zum Südkontinent Gondwana. Erst in der Kreidezeit riss es von der Antarktis ab und driftete in erdgeschichtlich extrem kurzen 50 Millionen Jahren quer durch den gesamten Tethys-Ozean gegen Eurasien, wo sein Aufprall gegen Ende der Kreidezeit den Himalaya schuf und Tibet anhob. Tibet

Klima

Mit Ausnahme der Bergregionen ist Indiens Klima vornehmlich tropisch, wobei Nord- und Zentralindien kontinentaler geprägt sind als der maritime Süden. So treten im Norden im Jahresverlauf teils erhebliche Temperaturschwankungen auf. Während in den nördlichen Tiefebenen im Dezember und Januar Temperaturen von nur 10 bis 15 Grad Celsius vorherrschen, sind in der heißesten Zeit zwischen April und Juni 40 bis über 50 Grad Celsius keine Seltenheit. Im Süden ist es dagegen ganzjährig heiß. Die Niederschlagsverhältnisse werden im ganzen Land maßgeblich vom Monsun beeinflusst. Der Südwest- oder Sommermonsun setzt in den meisten Landesteilen im Juni ein und bringt je nach Region bis September oder Oktober ergiebige Niederschläge. Auf Grund der sehr unterschiedlichen Topographie ist die Niederschlagsverteilung allerdings höchst ungleichmäßig. Die stärksten Regengüsse gehen an der Westküste, in den Westghats, an den Hängen des Himalayas und in Nordostindien nieder. Am trockensten ist es dagegen in der Thar. Die aus Zentralasien kommenden Nordost- oder Wintermonsunwinde zwischen Oktober und Juni bringen kaum Feuchtigkeit, daher entfallen in den meisten Gegenden 80 bis über 90 Prozent der jährlichen Gesamtniederschlagsmenge auf die Sommermonate. Lediglich der Südosten erhält auch während des Nordostmonsuns Regen, da die Luftströmungen über dem Golf von Bengalen Feuchtigkeit aufnehmen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Indiens Die Industal-Zivilisation (größtenteils im heutigen Pakistan gelegen) war eine der frühen Hochkulturen der Welt, mit einer eigenen Schrift, der bisher nicht entzifferten Indus-Schrift. Um etwa 2500 v.Chr. existierten dort geplante Städte wie Harappa, mit einer Kanalisation, Seehäfen und Bädern, während angenommen wird, dass in Südindien noch weniger entwickelte Verhältnisse herrschten. Weiter östlich machen sich andere archäologische Komplexe bemerkbar wie die sogenannte Copper Hoard Culture. Ab 1700 v.Chr. setzte aus bislang unbekannten Gründen der Zerfall der Indus-Kultur ein. Eine für die weitere Entwicklung Indiens sehr wichtige Periode, war die vedische Zeit (1500 v.Chr. - 500 v.Chr.), in der die Grundlagen der heutigen Kultur geschaffen wurden. Über die politische Entwicklung ist weitaus weniger bekannt, als über die religiöse und philosophische Entwicklung. Gegen Ende der vedischen Zeit wurden die Upanishaden geschaffen, die in vielerlei Hinsicht die Basis der in Indien entstandenen Religionen Hinduismus, Buddhismus und Jainismus bilden. In diese Zeit fällt die Urbanisierung in der Gangesebene und das Heraufkommen von Königreichen wie Magadha. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. entfaltete sich der Buddhismus, der während rund 500 Jahren neben dem Hinduismus die maßgebliche Geistesströmung Indiens darstellte. Arabische Eroberungszüge im 8. Jh. und zentralasiatische Invasionen ab dem 12. Jahrhundert führten zu einer Dominanz muslimischer Staaten im Norden, sowie zur Islamisierung von Teilen der dortigen Bevölkerung. Das Delhi-Sultanat und die Mogul-Dynastie gehörten zu den wichtigsten Herrscherhäusern dieser Zeit. Hinduistische Königstümer gab es nur noch in Südindien (z.B. Vijayanagar). Ab 1505 begannen europäische Mächte kleinere Küstenkolonien zu erobern (vgl. Portugiesisch-Indien). Von 1756 an unterwarf die britische East India Company von ihren Hafenstützpunkten Kalkutta, Madras und Bombay aus weite Teile Indiens. Mitte des 19. Jahrhundert erlangte sie die vollständige politische Kontrolle über alle indischen Territorien (von einigen kleineren portugiesischen und französischen Gebieten abgesehen). Loyale Fürsten behielten Staaten mit begrenzter Souveränität wie Hyderabad, Bhopal, Mysore, Kashmir. 1857 erhoben sich Teile der Bevölkerung Nordindiens gegen die Herrschaft der East India Company. Nach der Niederwerfung des Aufstandes wurde Indien der direkten Kontrolle durch Großbritannien unterstellt. 1884 wurde in Bombay die Kongresspartei (Indian National Congress) gegründet. Sie forderte zunächst politische Mitsprache. Ihre Mitglieder waren vorwiegend Hindus und Parsen. Die muslimische Oberschicht blieb auf Abstand. Ihr Wortführer Sayyid Ahmad Khan befürchtete, dass sie durch Einführung des Mehrheitsprinzips aus der Verwaltung gedrängt würden. Als Interessenvertretung der Muslime wurde 1906 die Muslim League gegründet. Im Ersten Weltkrieg verhielt sich die große Mehrheit der Bevölkerung loyal. Aus Verärgerung darüber, dass die Briten an der Aufteilung des Osmanischen Reiches beteiligt waren, schlossen sich nun auch viele Muslime der Unabhängigkeitsbewegung an. Der gewaltfreie Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft, vor allem unter Mahatma Gandhi und Jawaharlal Nehru, führte 1947 zur Unabhängigkeit. Gleichzeitig verfügte die Kolonialmacht die Teilung der fast den gesamten indischen Subkontinent umfassenden Kolonie Britisch-Indien in zwei Staaten, die säkulare Indische Union sowie die kleinere Islamische Republik Pakistan. Die Briten erfüllten damit Forderungen der Muslim League nach einem eigenen Nationalstaat mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit. Die Teilung führte zu der größten Vertreibungs- und Fluchtbewegung der Geschichte. Ungefähr 10 Millionen Hindus und Sikhs wurden aus Pakistan vertrieben, etwa 7 Millionen Muslime aus Indien. 750.000 bis eine Million Menschen kamen ums Leben. Die Vertreibung nahezu aller Hindus und Sikhs aus dem Gebiet des damaligen West- und Ostpakistan (heute Pakistan und Bangladesch) und der Vertreibung der Muslime aus Indien gilt als Beispiel für eine sog. ethnische Säuberung ohne unmittelbare Verursachung durch einen Krieg. Der Maharaja von Kashmir, selbst Hindu bei überwiegend moslemischer Bevölkerung, verzögerte seine Entscheidung und verursachte damit eine Krise, die zur de-facto-Teilung der Region Kashmir führte. Seitdem herrscht in der Grenzregion beider Länder der Kaschmirkonflikt. Nach zwei vorangegangenen Kriegen führte die indische Unterstützung einer Unabhängigkeitsbewegung im damaligen Ost-Pakistan zu einem dritten Krieg 1971 mit folgender Teilung Pakistans und Gründung des neuen, ebenfalls islamisch geprägten Staates Bangladesch. Heute sind die fundamentalen Probleme Indiens einerseits der fortdauernde Streit mit Pakistan um die Region Kashmir, andererseits die starke Überbevölkerung, die zunehmende Umweltverschmutzung, die ausgedehnte Armut, sowie ethnische und religiöse Konflikte zwischen Hindus und Moslems.

Bevölkerung

Demographie

Moslems Moslems Indien ist in puncto Einwohnerzahl nach der Volksrepublik China und vor den USA der zweitgrößte Staat der Erde. Am 11. Mai 2000 überschritt Indiens Bevölkerungszahl offiziell die Milliardengrenze. Während es von 1920 - damals hatte Indien 250 Millionen Einwohner - 47 Jahre bis zu einer Verdoppelung der Bevölkerung gedauert hat, waren es von 1967 bis 2000 nur noch 33 Jahre. Das Wachstum der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahrzehnten nur wenig abgeschwächt und liegt im Moment bei 1,5 Prozent pro Jahr. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt für Männer 63,57 Jahre (1971 waren es nur 44 Jahre) und für Frauen 65,16 Jahre (1971 waren es nur 46 Jahre). In Deutschland sind es zum Vergleich bei Männern 75 Jahre und bei Frauen 81 Jahre. Indien ist damit eines der wenigen Länder der Erde, wo die Lebenserwartung bei Männern und Frauen fast identisch ist. Die Bevölkerungsdichte beträgt 329 Einwohner pro km² (Deutschland 231 pro km²). Das Bevölkerungswachstum erklärt sich jedoch nicht aus einer gestiegenen Geburtenrate, sondern aus der in den letzten Jahrzehnten gestiegenen Lebensdauer, d.h. Reduktion der Sterberate. Dies ist unter anderem auf eine Verbesserung der Gesundheitsfürsorge zurückzuführen. In der Sterberate hatte Indien bereits 1991 mit Deutschland gleichgezogen (10 pro Tausend), für 2005 wird sie auf 8.28 geschätzt. Die Geburtenrate blieb allerdings hoch (sie betrug 1991 30 pro Tausend) und sinkt nur allmählich (für 2005 wird sie auf 22,32 pro Tausend geschätzt). Die Fertilitätsrate (Anzahl der Kinder pro Frau) ging von 5,2 (1971) auf 3,6 (1991) zurück, für 2005 wird sie auf 2,78 geschätzt. Indien gehört zu den Ländern, wo es deutlich mehr Männer gibt: auf 1000 Männer kommen 933 Frauen. Der durchschnittliche Inder ist 26 Jahre alt (Median-Wert). Mit einem jährlichen Bevölkerungszuwachs von 15 Millionen Menschen hat Indien im Moment den größten absoluten Zuwachs aller Staaten der Erde. Der relative Zuwachs liegt jedoch mit 1,4 % nur wenig über dem Weltdurchschnitt. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen wird Indien in den nächsten Jahrzehnten sein Bevölkerungswachstum kaum abschwächen und die VR China bis zum Jahre 2045 als bevölkerungsreichstes Land der Erde abgelöst haben. Nachfolgend sind Einwohnerzahlen Indiens zwischen 1700 und 2050 aufgeführt. Die Zahlen für 2025 und 2050 sind eine Prognose. Die Zahlenangaben bis 1875 sind nach dem Gebietsstand von Britisch-Indien, also einschließlich Bangladesch, Myanmar und Pakistan berechnet, die Angaben ab 1900 nach dem heutigen Gebietsstand der Republik Indien. Quelle: [http://www.library.uu.nl/wesp/populstat/Asia/indiac.htm]

Sprachen und Schriften

In Indien werden insgesamt 415 Sprachen und Idiome gesprochen. Neben den beiden überregionalen Amtssprachen Hindi und Englisch sind die folgenden 21 Sprachen als Nationalsprachen anerkannt: Asamiya, Bengali, Bodo, Dogri, Gujarati, Kannada, Kashmiri, Konkani, Maithili (seit 2003), Malayalam, Marathi, Meitei, Nepali, Oriya, Punjabi, Santali, Sanskrit, Sindhi, Tamil, Telugu und Urdu. Englisch ist Verwaltungs-, Unterrichts- und Wirtschaftssprache. Neben Hindustani (im Norden Indiens weit verbreitet und der Vorgänger von Hindi und Urdu) sind auch noch die Sprachen Rajasthani und Mizo erwähnenswert. Bihari ist z.B. der Oberbegriff für die Dialekte in Bihar, wozu auch Maithili, Bhojpuri und Magahi gehören. In letzter Zeit gab es Versuche, den Gebrauch des Sanskrit, welches ebenfalls eine Amtssprache ist, wiederzubeleben. Das Central Board of Secondary Education (CBSE) hat in den Schulen, die es reguliert, Sanskrit zur dritten der unterrichteten Sprachen gemacht. In diesen Schulen ist der Sanskritunterricht für die fünften bis achten Schulklassen obligatorisch. Sanskrit Von den 23 Verfassungssprachen gehören sechzehn der indoarischen, vier der dravidischen (Telugu, Tamil, Kannada und Malayalam), eine der austroasiatischen (Santali) und eine der tibetobirmanisch bzw. sinotibetischen Sprachfamilie (Meitei) an. Erschwerend wirkt sich der Umstand aus, dass die meisten der Sprachen unterschiedliche Schriftsysteme aufweisen. Während für Hindi, Marathi, Nepali, Konkani und Sanskrit eine gemeinsame Schrift verwendet wird (Devanagari), werden Telugu, Tamil, Kannada, Malayalam, Gujarati, Oriya, Punjabi durch eine jeweils eigene Schrift charakterisiert. Für Bengali, Asamiya und Meitei (Manipuri) wird eine weitere Schrift (Bengalische Schrift) verwendet. Urdu wird in arabischer Schrift geschrieben, Kashmiri und Sindhi werden in arabischer Schrift oder auch in Devanagari geschrieben. Jedes der von verschiedenen Sprachen verwendeten Schriftsysteme beinhaltet ergänzende, sprachlich bedingte Sonderzeichen. Indien mit seinen 23 Sprachen ist daher das Land mit den meisten Amtssprachen weltweit. Über die Beibehaltung des Status des Englischen als Amtssprache wird alle 15 Jahre neu entschieden. Englisch gilt weiterhin als Prestige-Sprache und wird nur von einer privilegierten Minorität der Bevölkerung fließend gesprochen. Wenn sich Menschen unterschiedlicher Sprachgemeinschaften begegnen, sprechen sie – im Norden – entweder Hindi oder Englisch miteinander, im Süden eine der drawidischen Sprachen oder Englisch. Siehe auch: Indische Schriften und Indische Sprachen

Religionen

Indische Sprachen] In Indien entstanden vier der großen Religionen: Hinduismus, Buddhismus, Jainismus und Sikhismus. Der Islam kam infolge von Eroberungen, das Christentum durch frühe Missionierung im ersten Jahrhundert und dann durch den Kolonialismus, der Parsismus aufgrund von Einwanderungen ins Land. Indien bietet also eine außerordentlich reichhaltige Religionslandschaft. Obwohl der Buddhismus über Jahrhunderte die bevorzugte Religion war, starb der Hinduismus nie aus und konnte seine Stellung als dominierende Religion langfristig behaupten. Die Religionen verteilen sich wie folgt: 80,5 % Hindus, 13,4 % Moslems, 2,3 % Christen, 1,9 % Sikhs, 0,8 % Buddhisten, 0,4 % Jainas und 0,6 % andere: (z.B. Adivasi, Baha'i, Parsen) (Quelle: Census of India 2001) Die Adivasi (Ureinwohner) widersetzten sich oft den Missionsversuchen der großen Religionen und behielten teilweise ihre eigene Religion. Die indigenen Völker Indiens haben einiges mit dem Hinduismus gemeinsam, so u.a. der Glaube an die Reinkarnation, eine äußere Vielfalt von Göttern und eine Art von Kastenwesen. Nicht selten werden lokale Gottheiten oder Stammesgottheiten einfach in das hinduistische Panthenon integriert - eine Herangehensweise, die historisch zur Ausbreitung des Hinduismus beigetragen hat. Besonders heute besteht eine starke Tendenz der "Hinduisierung", gesellschaftliche Sitten der Hindus und deren Formen der Religionsausübung werden übernommen. Der Buddhismus ist heute vor allem als „Neobuddhismus“ bei dem unberührbaren Kasten populär, die auf diese Art und Weise versuchen, den Diskriminierungen des Kastensystems zu entkommen. Ins Leben gerufen wurde diese Bewegung durch den Rechtsanwalt Bhimrao Ramji Ambedkar (1891 - 1956), der selbst einer unberührbaren Kaste angehörte. Hinzu kommen die traditionell buddhistischen Gegenden wie Ladakh. Die Parsen, die heute hauptsächlich in Mumbai leben, bilden eine kleine, überwiegend wohlhabende und einflussreiche Gemeinschaft (ca. 70.000 Menschen). Nicht zuletzt auch durch ihr ausgeprägtes soziales Engagement spielen sie trotz geringer Bevölkerungsanzahl in der indischen Gesellschaft eine wichtige Rolle. In Europa sind sie durch ihre Bestattungsgepflogenheiten, bekannt, die „Türme des Schweigens“. Auch die Jainas sind oft wohlhabend, da sie aufgrund ihres Glaubens, der das Töten von Lebewesen verbietet, überwiegend Kaufleute und Händler sind. Parsen und Jainas gehören meist der Mittel- und Oberschicht an. Weniger gut gestellt sind häufig Muslime in Indien. Nur ein geringer Teil gehört der Mittelschicht an, ein großer Prozentsatz ist im unteren Drittel der Gesellschaft zu finden. In Politik und Staatsdienst sind sie unterrepräsentiert. Anders die Sikhs, die hauptsächlich in Nordwesten Indien (Punjab) beheimatet sind und zum Beispiel oft sowohl im militärischen als auch politischen Bereich erfolgreich sind. Der Premierminister Manmohan Singh ist ein Sikh. Bei den Christen in Indien handelt es sich zum einen um Familien, die bereits vor einigen hundert Jahren unter den Portugiesen konvertiert waren (z.B. in Goa) oder auch um unberührbare Kasten und Adivasis, die der Ungerechtigkeit des Kastensystems entkommen möchten. 53 n.Ch. soll ein Apostel von Jesus, Thomas, nach Indien gekommen sein und dort entlang der südwestlichen Malabarküste mehrere christliche Gemeinden gegründet haben. Diese sogenannten "Thomas Christen" sind noch heute etwa im Bundesstaat Kerala zu finden und machen einen erheblichen Prozentsatz der dortigen Bevölkerung aus. Die indische christliche Kirche ist somit älter als die europäische. Siehe auch: Hinduismus, Jainismus, Sikhismus

Politik

Politisches System

Indien ist eine parlamentarische Demokratie und damit die größte Demokratie der Erde. Das indische Parlament besteht aus zwei Kammern: dem Unterhaus (Lok Sabha) und dem Oberhaus (Rajya Sabha). In Indien gilt das Mehrheitswahlrecht. Die Parteienlandschaft des Landes ist äußerst vielfältig (vgl. Liste politischer Parteien in Indien). Viele Parteien sind zwar auf bestimmte Bundesländer beschränkt, dennoch ergibt sich immer wieder die Notwendigkeit Koalitionen zu bilden. Die „National Democratic Alliance“ (NDA) war eine Koalition, die zu Beginn ihrer Regierungszeit 1998 aus 13 Parteien bestand (unter Führung der BJP). Der Präsident wird (ähnlich wie in Deutschland) von einem Gremium der Abgordneten des Bundes und der Länder gewählt. Die eigentliche Macht hat jedoch der Premierminister inne, der das Recht hat das Parlament aufzulösen und die Minister bestimmt, die der Präsident dann ernennt. Die Verfassung sieht vor, dass Bundesländer unter president´s rule gestellt werden können, wenn das Land als „unregierbar“ gilt. Dies war schon des öfteren in Bihar der Fall. Den politischen Konventionen zufolge erteilt der Premierminister dem Präsidenten einen entsprechenden „Rat“, der in der Regel befolgt wird. Nach den Unruhen in Ayodhya ließ Premierminister P. V. Narasimha Rao 1993 alle vier BJP-Landesregierungen ihres Amtes entheben und die Länder unter president´s rule stellen.

Innenpolitik

Während des Unabhängigkeitskampfes bildete sich der Nationalkongress, der die Kolonialherrschaft der Engländer beenden sollte. Nach der Unabhängigkeit 1947 wurde die Kongresspartei (Symbol: Handfläche) stärkste Partei und bildete mit Jawaharlal Nehru die erste Regierung. Bis Mitte der 1990er Jahre dominierte die Kongresspartei meist unter Führung der Nehru-Gandhi-Familie, mit nur zwei kurzen Unterbrechungen, die Politik des Landes. Erst im Zusammenhang mit der geplanten „Wieder“-Errichtung des Ram Janmabhumi-Tempels anstelle der Babri-Moschee gelang es der (Bharatiya Janata Party BJP (Indische Volkspartei, Symbol: Lotusblüte) mit nationalistischen Parolen Unterstützung auf breiter Ebene zu finden. Dies gipfelte in dem Marsch auf Ayodhya und dem Abriss der Moschee, der im ganzen Land zu Ausschreitungen und Übergriffen (vor allem gegen Muslime) mit vielen Toten führte. Die polarisierende und pro-hinduistisch ausgerichtete Politik der BJP steht ganz im Zeichen der hindunationalistischen Hindutva-Bewegung, die - auch unter Beteiligung von paramilitärischen Gruppen, wie dem Nationalen Freiwilligencorps (Rashtriya Swayamsevak Sangh, kurz RSS) - die Hinduisierung Indiens und in ihren extremen Auswüchsen die Vertreibung der muslimischen und christlichen Bevölkerung zum Ziel hat. Von 1998 bis 2004 stellte die BJP die Regierung unter dem als eher gemäßigt geltenden Atal Bihari Vajpayee als Premierminister. Nach einem Anschlag auf einen Zug mit Pilgern im Jahre 2002 begannen Massaker in Gujarat, die von der dort regierenden BJP nur halbherzig bekämpft wurden. Diese Unruhen haben dann doch wohl viele moderate Hindus zu einem gewissen Umdenken gebracht, zumal die von der Indischen Volkspartei hochgehaltene Vision eines Shining India ("Strahlendes Indien") weite Teile der Bevölkerung, die nicht vom Boom der letzten Jahre profitierten, ob der hochgesteckten Ziele eher skeptisch werden ließ. Bei der Parlamentswahl 2004 erzielte die oppositionelle Kongresspartei unter Sonia Gandhi einen unerwarteten Sieg. Überraschend für ihre Parteienkoalition lehnte sie es ab, den Posten des Premierministers zu übernehmen, Manmohan Singh wurde am 22. Mai 2004 als Premierminister vereidigt.

Außenpolitik

Die außenpolitische Ziele Indiens werden durch das Bemühen, einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat zu erlangen, charakterisiert. Hierbei misst sich Indien mit China als Vergleichsmaßstab und strebt eine Statusaufwertung an. Indien beansprucht aufgrund von Größe und zivilisatorischer Bedeutung den selben Rang wie China, das jedoch anerkannte Atommacht mit ständigem Sitz im UN-Sicherheitsrat ist. Die Nukleartests im Mai 1998 wurden zwar immer mit dem Verweis auf die chinesische Bedrohung gerechtfertigt (Angriff Chinas von 1962), in erster Linie aber verfolgte Indien mit den Tests eine internationale Statusaufwertung, welche auch die Gleichrangigkeit mit China untermauern sollten. Indien führte bereits zwei Atomtests durch, den ersten 1974 unter Indira Gandhi, den zweiten 1998 unter Atal Bihari Vajpayee. Zwei Wochen nach dem letzten Versuch reagierte Pakistan mit eigenen Atomtests. Sowohl Indien, als auch Pakistan haben den Atomwaffensperrvertrag nicht unterschrieben. Einen letzten Höhepunkt der „Eiszeit“ zwischen Indien und Pakistan bildeten die Gefechte in Kargil 1999. Derzeit gibt es wieder aktive diplomatische Bemühungen zwischen Indien und Pakistan, wie der Besuch des indischen Außenministers in Pakistan dokumentiert. Vier Jahrzehnte lang war die indische Außenpolitik durch das Engagement in der Bewegung der blockfreien Staaten und das „besondere Freundschaftsverhältnis“ mit der Sowjetunion geprägt. Dies wurde insbesondere durch Jawaharlal Nehru begründet. Das Ende des Kalten Krieges brachte für Indien eine Neuorientierung mit sich. Die historisch eher schwierigen Beziehungen zu den USA verbesserten sich seit dem Besuch Bill Clintons in Indien im März 2000. Die USA bemühten sich nun stärker um Indien als strategischen Partner. Hinsichtlich des Kaschmirkonflikts stützten die USA nun stärker die Haltung Indiens. Nach dem 11. September 2001 stellte sich Indien ohne Einschränkung auf die Seite der USA.

Soziale Probleme

Kaschmirkonflikt Laut Angaben der Weltbank haben heute 44 Prozent der Einwohner Indiens weniger als einen Dollar pro Tag zur Verfügung. Über ein Viertel der Bevölkerung ist zu arm, um sich eine adäquate Ernährung zu leisten. Unzureichende Beratung in Fragen der reproduktiven Gesundheit hat zur Folge, dass die Zahl der HIV-Infizierten rapide steigt (derzeit 3,73 Fälle pro 1000 Einwohner). Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten bis 2010 allein in Indien über zehn Millionen Menschen an der Immunschwächekrankheit leiden. Ein seit der Gründung Indiens schwelendes Problem ist der Hindu-Moslem-Konflikt. Bereits bei der Teilung Indiens 1947 und beim Bangladesch-Krieg 1971 kam es zu massiven Ausschreitungen. Religiöse Unruhen brechen in Indien in gewissen Zeitabständen immer wieder aus. Die letzten Unruhen fanden 2002 in Gujarat statt, als 59 Hindu-Aktivisten (kar sevaks) in einem Zug verbrannt wurden. Infolge der eskalierenden Gewalt kamen ca. 2000 Menschen um, hauptsächlich Moslems. Auch bei anderen Religionen traten Konflikte auf. Bei den Anti-Sikh-Krawallen im Jahre 1984 - ausgelöst durch die Ermordung Indira Gandhis durch ihre eigenen Sikh-Leibwächter - wurden mehr als 3000 Sikhs getötet. Die politische Situation in Kashmir kostete seit 1989 aufgrund der Aktivitäten von Terroristen über 29.000 Zivilpersonen das Leben. Ungefähr 16,2 Prozent der indischen Bevölkerung werden zu den sogenannten Unberührbaren (scheduled castes) gerechnet, 8,2 Prozent zählen zur indischen Stammesbevölkerung (scheduled tribes). Die indische Verfassung sieht eine Förderung der unberührbaren Kasten in Form von Quoten vor. Über diese "positive Diskriminierung" werden in Universitäten und berufsbildenden Institutionen bis zu 50% der Plätze für die "scheduled castes" (Angehörige der unteren Kasten) reserviert.

Verwaltungsgliederung

Indien ist ein Mitglied im Commonwealth of Nations und ist in 28 Bundesstaaten (states) und sieben Unionsterritorien (union territories, einschließlich des Territoriums der Hauptstadt) gegliedert, die sich in insgesamt 593 Bezirke (districts) unterteilen. Vor der Unabhängigkeit umfasste Indien sowohl selbständige Fürstentümer unter britischer Aufsicht als auch britische Provinzen, die von britischen Kolonialverwaltern regiert wurden. Nach der Unabhängigkeit wurden die ehemaligen Fürstentümer von einem ernannten Gouverneur, die ehemaligen Provinzen jedoch von einem gewählten Parlament und einem gewählten Gouverneur regiert. Im Jahre 1956 beseitigte der States Reorganization Act die Unterschiede zwischen ehemaligen Provinzen und Fürstentümern und schuf einheitliche Bundesstaaten mit einer gewählten Regionalregierung. Bei der Neuordnung der Bundesstaaten wurde die jeweilige Muttersprache der Bewohner als Grundlage der Grenzziehung verwendet. Am 1. Mai 1960 wurde der bisherige Staat Bombay in die neuen ethnischen Staaten Gujarat und Maharashtra aufgeteilt. 2000 entstanden drei neue Bundesstaaten: Jharkhand aus den südlichen Teilen von Bihar, Chhattisgarh aus den östlichen Teilen von Madhya Pradesh, and Uttaranchal aus dem nordwestlichen Teil von Uttar Pradesh. Siehe auch Hauptartikel
- Indische Staaten (Basisdaten) (alle Staaten und Territorien mit Fläche, Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte)
- Indische Staaten (mehrsprachig) (alle Staaten und Territorien mit Bezeichnung deutsch, englisch, Hindi und in der regionalen Sprache)

Bundesstaaten

Indische Staaten (mehrsprachig) # Andhra Pradesh # Arunachal Pradesh # Assam # Bihar # Chhattisgarh # Goa # Gujarat # Haryana # Himachal Pradesh # Jammu und Kashmir # Jharkhand # Karnataka # Kerala # Madhya Pradesh # Maharashtra # Manipur # Meghalaya # Mizoram # Nagaland (Naga Pradesh) # Orissa # Punjab # Rajasthan # Sikkim # Tamil Nadu # Tripura # Uttaranchal # Uttar Pradesh # Westbengalen (West Bengal)

Unionsterritorien


- Andamanen und Nikobaren - A
- Chandigarh - B
- Dadra und Nagar Haveli - C
- Daman und Diu - D
- Delhi - G
- Lakkadiven (Lakshadweep) - E
- Pondicherry - F Pondicherry]

Städte

Hauptstadt Indiens ist Neu-Delhi in unmittelbarer Nähe zu Delhi, das mit rund 11 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes darstellt. Delhi ist kultureller Mittelpunkt der hindisprachigen Gemeinschaft des Nordens. Indiens größte Stadt und wirtschaftliches Zentrum ist jedoch Mumbai (früher Bombay). Die Metropole an der Westküste zählt fast 17 Millionen Einwohner. An dritter Stelle folgt Bangalore. In der 5-Millionen-Stadt im südlichen Dekkan-Hochland sind zahlreiche Hochtechnologiefirmen angesiedelt, was ihr den Beinamen „Silicon Valley Indiens“ eingebracht hat. Kolkata (Kalkutta), die wichtigste Metropole des Ostens, liegt mit 4,6 Millionen Menschen an vierter Stelle. Es gilt als intellektuelles Zentrum. Chennai (ehemals Madras), die mit 4,3 Millionen Einwohnern fünftgrößte Stadt Indiens, ist als kultureller Mittelpunkt Südindiens und insbesondere der Tamilen bekannt. Siehe auch: Liste der Städte in Indien

Wirtschaft

Hauptartikel: Wirtschaft Indiens Wirtschaft Indiens Indien ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Seither erlebt das Land ein großes Wachstum und profitiert besonders von der Globalisierung. Es zählt jedoch weiterhin zu den Entwicklungsländern. Die indische Wirtschaft umfasst sowohl traditionell bäuerliche Betriebe, moderne Agrarbetriebe, Handwerksbetriebe und moderne Industrie, als auch eine breite Palette von Dienstleistungsunternehmen. Etwa zwei Drittel der Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft. Sie profitieren nur selten direkt vom Hightechboom in den Metropolen. Somit herrscht ein großes Einkommensgefälle zwischen bäuerlicher Landbevölkerung und hochqualifizierten, städtischen Fachkräften. Die größten Wachstumssektoren sind die durch Outsourcing, insbesondere amerikanischer Unternehmen, prosperierenden Bereiche Hard- und Softwareherstellung, Call-Center, das Verlags- und das Gesundheitswesen (Zahnbehandlung, plastische Chirurgie etc). Nach Schätzungen sind mehr als 200 000 Dienstleistungsjobs aus aller Welt schon nach Indien verlagert: demnach werden die Aufträge bis 2010 einen Umfang von 1,1 Milliarden Dollar haben. Indiens internationale Zahlungsfähigkeit blieb 2001 stabil, was sich in leicht sinkenden Devisenkursen und angemessenen Reserven an Auslandswährungen widerspiegelt. Das Wachstum des Produktionsoutputs hat sich verlangsamt und die Kürzung der Stromzufuhr in manchen Regionen dauert weiter an. Schlechte Straßen und unzureichende Wasserversorgung sind an der Tagesordnung und bremsen die Wirtschaftsentwicklungen massiv. Indien ist ein wichtiger Exporteur von Rohstoffen und Fertigprodukten, aber auch Arbeitskräften. Aus Indien kommen Softwareprodukte und Programmierer; es verfügt über eine große Zahl gut ausgebildeter Fachkräfte. Die wichtigsten Exportgüter sind Textilien, Chemikalien, Edelsteine, Juwelen (Schmuck) und Lederwaren. Indien importiert vor allem Rohöl, Maschinen, Diamanten, Dünger und Chemikalien. Das Haushaltsdefizit betrug im Jahr 2004 4,4 % vom Bruttoinlandsprodukt gegenüber 4,8 % im Jahr zuvor.

Infrastruktur und Umwelt

2001 verfügten 55,8 % der indischen Haushalte über einen Stromanschluss (im ländlichen Bereich 43,5 %, in den Städten 87,6 %). Häufige Stromausfälle beeinträchtigen jedoch immer wieder die Verfügbarkeit von Elektrizität. Der gegenwärtige Stromverbrauch von 560 kWh pro Einwohner gehört zu den niedrigsten der Welt. Die Hälfte des Energiebedarfs wird von Kohle, ein Viertel von Erdöl, -gas und Wasserkraft, ein Fünftel von Viehdung, Feuerholz u.a. und ein Zwanzigstel von Kernenergie geliefert. Indien verfügt über 15 Kernreaktoren; acht weitere sind im Bau. Da Indien den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet hat, sind europäische und amerikanische Firmen an den Bauarbeiten nicht beteiligt. Die unzureichenden technischen Anlagen in Fabriken führen immer wieder zu Beeinträchtigungen. In Bhopal traten 1984 in der Pestizidfabrik der amerikanischen Union Carbide Corporation (UCC) giftige Gase aus. Innerhalb von Tagen verstarben 7.000 Menschen. 15.000 weitere starben im Laufe der Jahre an den Folgen, während Tausende unter chronischen und lähmenden Krankheiten litten. 20 Jahre nach dem Vorfall ist das Gelände noch immer nicht bereinigt, die von der UCC zugesagten Schadenszahlungen wurden nie vollständig ausbezahlt. Nur 16 Prozent der Einwohner Indiens haben Zugang zu sanitären Anlagen und verschmutztes und verseuchtes Wasser ist eine der Hauptursachen für viele Infektionskrankheiten. Die Wasserknappheit gehört schon jetzt zu den größten Problemen des Landes. Die Versorgungslage in den ländlichen Gebieten hat sich zwar seit Anfang der 1980er Jahre verbessert, doch nur wenige Haushalte verfügen über eine Abwasserentsorgung. Die Luftverschmutzung ist inbesondere in den indischen Metropolen bedenklich. Der hohe Gehalt an Feinstaub stellt das größte Problem dar. Die Ursachen liegen sowohl in Fabrikanlagen, Kleinindustrie und Verkehr als auch in den privaten Haushalten. Kolkata war die erste Stadt, die 1984 ein U-Bahnnetz in Betrieb nahm, Neu-Delhi war 2002 die zweite. Mumbai und Chennai verfügen über ein vergleichweise gut ausgebautes Zugnetz. Die öffentliche Busse, Autorikshas und privaten PKWs tragen jedoch nach wie vor zur Luftverschmutzung der Städte bei (wenngleich die PKW-Nutzung mit 7,61 PKW pro 1000 Einwohner gering erscheint).

Telekommunikation

Die Verbreitung von Telekommunikation und Computern ist in Indien auch heute noch von einem starken Stadt-Land-Gefälle geprägt. Häufig sieht man in den Straßen ein so genanntes "Public Call Office" (PCO). Dies sind öffentliche Telefone, die in der Regel an einem kleinen Straßenstand betrieben werden. Dabei handelt es sich meist nicht um einen Münzfernsprecher, sondern um ein normales Telefon, für dessen Benutzung persönlich kassiert wird. Von den üblichen PCO sind nur nationale Gespräche (STD) möglich, weshalb für internationale Gespräche (ISD) besondere, internationale PCO's aufgesucht werden müssen. Quelle: www.welt-in-zahlen.de

Kultur

Autoriksha Hauptartikel: Indische Kultur Die indische Kultur war prägend für den gesamten Raum Südasien und Südostasien und umfasst unter anderem die indische Küche, die indische Kleidung, die indische Musik, den indischen Tanz (u.A. Bhangra), die indische Philosophie und Religionen wie den Hinduismus und Buddhismus. Im indischen Film gibt es neben den kommerziellen Großproduktionen (Bollywood/Kollywood) eine reiche Tradition des Autorenkinos. Wegen der Vielzahl der Sprachen gibt es nicht "die" indische Literatur sondern eine Vielzahl indischer Literaturen. Literatur: Arundhati Roy, Salman Rushdie, Amitav Ghosh, Rabindranath Tagore Indische Kleidung und Schmuck: Sari, Bindi, Mehndi Indische Musikinstrumente: Sitar, Tabla, Sarod, Tanpura Indische Feste: Divali, Holi, Raksha Bandhan, Pongal, Ganesh-Chaturthi Architektur in Indien: Taj Mahal, Mahabalipuram, Fatehpur Sikri, Hampi Siehe auch: bedeutende Persönlichkeiten Indiens

Sport

Viele der in Indien ausgeübten Sportarten haben ihren Ursprung in England und haben sich während der britischen Kolonialherrschaft verbreitet. Das englische Cricket ist die mit Abstand beliebteste Sportart, es wird in Indien sogar mittlerweile besser gespielt als im Ursprungsland, die zweitbeliebteste Sportart ist Hockey. Der 28-jährige [http://www.narainracing.com/index.php Narain Karthikeyan] aus Chennai ist seit 2005 Indiens erster Formel-1-Pilot. Siehe auch: Polo, Carrom, Kabaddi

Yoga

Hauptartikel Yoga Die Körperstellungen (Asanas) des ca. 2.000 Jahre alten Yoga sind der im Westen bekannteste Teil des Yoga (vgl. Hatha Yoga). Autogenes Training und andere verwandte Übungsarten sind daraus abgeleitet. Yoga bereitet Meditation vor und ergänzt Religionen, obwohl es selbst keine ist. Beispiel: Der Sonnengruß (auch Sonnengebet), ist eine dynamische Abfolge von Bewegungen, die auch der symbolischen indischen Sonnenanbetung (Surya) entspricht. Asanas und Ayurveda sind ein Bestandeil alter indischer Praktiken, die weitaus mehr als westliche die ganzheitliche Gesundheit und spirituelle Erfahrung einschließen.

Fußnoten

1 [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/ CIA World Factbook, Juli 2005]

Literatur


- Import / Export. Wege des Kulturtransfers zwischen Indien und Deutschland / Österreich, Herausgegeben von Wenner, Dorothee / Schneider, Alexandra / Dutta, Madhusree / Fitz, Angelika / Kröger, Merle, Parthas Verlag 2005, ISBN 3-86601-910-6
- Paul R. Brass, The Politics of India Since Independence, Cambridge University Press 1994
- Paul R. Brass, The Production of Hindu-Muslim Violence in Contemporary India, University of Washington Press, 2003
- Maria Mies, Indische Frauen zwischen Unterdrückung und Befreiung, Frankfurt am Main: Syndikat 1986
- Yves Thoraval, The Cinemas of India (1896-2000), Macmillan 2000
- Dietmar Rothermund: Indien: Kultur, Geschichte, Politik, Wirtschaft, Umwelt - ein Handbuch, München: Verlag C.H.Beck, 1995

Weblinks


- [http://www.indischebotschaft.de/German/ghomepge.htm Netzpräsenz der Indischen Botschaft Berlin]
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=60 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtiges Amtes
- [http://www.indien-abenteuer-reisen.de Informationen über Indien]
- [http://www.Kultur-in-Asien.de/Indien/seite239.htm Indische Kultur: Kunst, Religion, Kult, Feste, Kalender, Architektur, Geschichte, Reiseberichte (von Dr. Bernhard Peter)]
- [http://www.indien-aktuell.de Forum für Indieninteressierte]
- [http://www.asien-auf-einen-blick.de/indien/index.php Indien auf einen Blick]
- [http://www.bpb.de/publikationen/2KZ7Q0,0,0,Glossar.html Indien] von der Bundeszentrale für politische Bildung (Navigation rechts unter der Abbildung des Titels)
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/in.html CIA World Fact Book - Indien]
- [http://www.censusindia.net/ Census of India, Demografische Daten]
- [http://www.suedasien.net/themen/konflikte/indo-pak.htm Suedasien.net, Indisch-pakistanischer Konflikt]
- [http://www.cpcb.nic.in./mcity/m2002.htm Luftverschmutzung in sieben indischen Metropolen]
- [http://www.welt-in-zahlen.de/laenderinformation.phtml?country=80 Die Welt in Zahlen: Indien]
- [http://www.destatis.de/download/d/veroe/laenderprofile/lp_indien.pdf Länderprofil Indien des Statistischen Bundesamts] Kategorie:Indien Kategorie:Staat als:Indien [[got:

Gebärde

Das Wort Gebärde hat im allgemeinen Sprachgebrauch mehrere, teils vermischte Bedeutungen: # für emotional geprägte nonverbale Kommunikation - beispielsweise er macht eine entsetzte Gebärde # als Synonym für Geste beziehungsweise als Unterstützung der Sprache, # im Sinn von Zeichen - beispielsweise Fingeralphabet, Ziffern deuten, oder Finger auf den Mund - und # für erlernte Gebärden, vor allem bei der Gebärdensprache oder der Gebärden-unterstützten Kommunikation (GuK). ... ...

Unklare Begriffe?

Erste systematische Untersuchungen zu (4) finden sich etwa bei Abbé de l'Epée (siehe auch Geschichte der Gehörlosen/Teil II), der wie Descartes die Sprache als Zeichensystem ansah, das daher mit Gebärde-"Zeichen" kombinierbar ist. Durch die Beobachtung "natürlicher" Gebärden (beziehungsweise Gesten) gelangte er über grammatikalische Ergänzungen zu den sog. "methodischen Gebärden". Waren der Aspekt (4) im vorstehenden Sinn gut erforscht und wegen der Gehörlosen klar definiert ist, trifft dies für (1) bis (3) weniger zu. Hier vermischt unsere Alltagssprache sowohl bewusste mit spontanen Äußerungen Hand-, Kopf- und Körperbewegungen, als auch Gesten mit Mimik, Ausdruck und Gestikulation. Allerdings sind dabei die Übergänge in unserem Sprachempfinden fließend. Klar ist immerhin, dass alle diese nonverbalen Äußerungen zur Körpersprache zählen, deren Bedeutung seit einiger Zeit auf verstärktes Interesse stößt.

Gibt es unmissverständliche Gebärden?

...

"Angeborene" und erlernte Gebärden

... Wie zahlreiche Untersuchungen ergeben, findet kaum ein Viertel der Kommunikation ausschließlich durch Worte statt. Der große Rest läuft nonverbal. Obwohl Körpersprache - im besonderen die spontane Mimik - weniger missverständlich als Sprache sein kann, brauchen wir aber Worte, um klar gewordene Missverständnisse zu bereinigen. Wieweit Gesten und Gebärden unmissverständlich sind oder sein können, müsste sich am ehesten bei tauben Menschen im selben Kulturkreis, aber anderem Sprachgebiet untersuchen lassen ...

Offene(?) Fragen zu Systematik und Sprechen in Gebärden

... Die o.a. (beziehungsweise verdeckten) Fragen haben auch mit der nun 200-jährigen Diskussion zu tun, welche Sprache die Gehörlosen lernen "sollen":
- Jene der Hörenden (die Lautsprache), die sie nur bruchstückhaft verstehen, oder
- ihre "eigene" Gebärdensprache, welche die Allgemeinheit nicht oder kaum versteht? Darüber hinaus wäre für uns Alle interessant,
- ob und wie sich für Hörende die Verständlichkeit von Gesten und Gebärden trainieren und steigern lässt,
- und ob "kommunikative Bewegungen" insbesondere der Arme und Hände nicht nur unsere Sprache begleiten, sondern manchmal auch ersetzen könnten. Die reine Gestik kennt Unterteilungen wie
- lexikalisierte Gesten - Symbole analog den Wörter einer Sprache (beispielsweise das Deuten von "Geld" mit den Fingern)
- Zeige-Gesten wie "nach rechts" usw. (siehe auch: Deixis)
- ikonische Gesten, die etwas nachahmen oder Verteilungen und Formen von gegenständen darstellen. Ob sich eine ähnliche Systematik für alle Gebärden oder gar das gesamte körpersprachliche Repertoire treffen läßt, und ob sie zum Absenken von möglichen Missverständnissen beitragen kann, wäre ein interessantes Thema nicht nur für Gehörlose, sondern für die ganze Gesellschaft. Gebärden und Gesten können nicht nur Konkretes darstellen, sondern auch als Metaphern dienen und Abstraktes darstellen. Forscher sehen darin eine Möglichkeit, mentale Prozesse besser zu verstehen. Denn nonverbal lassen sich manche Denkstrukturen, besonders aber bildhafte Vorstellungen viel unmittelbarer darstellen als mit der Sprache. Siehe auch: Emotion, Linguistik, Psychologie;
Encounter, Geschichte der Gebärdensprache, Lautsprachbegleitendes Gebärden, Verhaltensforschung

Links und Literatur ¹)

¹) vorläufig kopiert von Geste; bei Überarbeitung bitte ändern/ ergänzen!
- [http://www.utexas.edu/coc/cms/International_House_of_Gestures International Society of Gesture Studies]
- [http://www.berlingesturecenter.de Berlin Gesture Center]
- Internationale Zeitschrift für Gestenforschung [http://www.benjamins.com/cgi-bin/t_seriesview.cgi?series=GEST GESTURE] Kategorie:Kommunikation

Volksabstimmungen

Bei einem Volksentscheid entscheiden die stimmberechtigten Bürger in einer Abstimmung (lat. Referendum - Abstimmung durch eine Volksbefragung) über eine Verfassungs- oder Gesetzesänderung.Es entscheidet hierbei die einfache Merheit über Annahme oder Ablehnung des Gesetzentwurfs. Manchmal wird auch der Begriff "Plebiszit" synonym verwendet (lat. plebs = Menge, aber auch Pöbel und Bürgerstand), womit jedoch zumeist nur Volksentscheide gemeint sind, die von "oben", also von Präsident, Ministerpräsident usw. eingeleitet werden. Kurzstatus auf: Volksgesetzgebung (enthält auch Information über Österreich)

Argumente zum Volksentscheid

Pro Volksentscheid


- Zufriedenheit: Volksentscheide dienen der Autonomie der Bürger.
- Parteienabsolutismus lösen: Die Demokratie ist zur Zuschauerdemokratie geworden. Das Volk ist auf Akklamation bei Wahlen reduziert.
- Volksmeinung ungleich Politikermeinung: Viele Bürger fühlen sich von den Parteien unzulänglich vertreten.
- Festigung der Demokratie: Dem Lobbyismus einflussreicher Organisationen wird der Boden unter den Füßen weggezogen. Es ist weitaus schwieriger ein Volk zu beeinflussen als einzelne Personen.
- Gute Beispiele: Volksentscheide werden in vielen Staaten erfolgreich praktiziert (z. B. Schweiz).
- Rechtskonformität: Volksentscheide widersprechen nicht der Aussage des Grundgesetzes.
- Erzwingen von Themen: Das Volk kann durch eine Volksinitiative Themen erzwingen, die Politiker zu meiden suchen.
- Wechselhaftigkeit parlamentarischer Meinungen: Die Meinung des Volkes ist nicht so wechselhaft, wie wechselnde parlamentarische Mehrheiten.
- Bildung: Das politische Interesse und damit die politische Bildung wächst, da sich die Bürger mit bestimmten Themen auseinandersetzen müssen.
- Politische Reife: Das Volk kann selbst politisch sinnvoll agieren (z. B. friedliche Revolution in der DDR)
- Förderung von Interessenverbänden: Interessenverbände werden durch Plebiszite gefördert, da sie in der politischen Meinungsbildung normalerweise nur einen indirekten Einfluss haben. Sie können jedoch Plebiszite organisieren und damit direktdemokratische Politik betreiben.
- Inkompetenz der Politiker: Obwohl Parlamentarier Berufspolitiker sind, wissen sie nicht immer über das Bescheid, worüber sie entscheiden.
- Weniger Fehlentscheidungen: Mittels Volksentscheiden Reformen auf den Weg zu bringen dauert zwar länger, dafür entstehen keine unausgegorenen Schnellschüsse.
- Weniger Prestigeprojekte: Die Bürger neigen dazu, gegen sinnlose Prestigeprojekte, die viel Geld kosten und den Ruhm einzelner Politiker mehren sollen, zu stimmen, was zu effektiverem Mitteleinsatz führt.

Contra Volksentscheid


- Populismus: Das Volk sei unfähig, sinnvolle politische Entscheidungen zu treffen (emotionalisierter Unverstand, Populismus).
- Unwissenheit: Das Wissen für Entscheidungen fehle vielen.
- Unmündigkeit: Der unmündige Bürger brauche einen Vormund.
- Egoismus: Das Volk sei nicht kompetent, sinnvolle politische Entscheidungen zu treffen.
- Medienbeeinflussung: Entscheidungen werden durch Medien beeinflusst.
- Dauerauseinandersetzungen: Ständige politische Auseinandersetzungen werden hervorgerufen.
- Verantwortung: Dem Parlament gelinge eine Flucht aus der Verantwortung („Ihr habt es doch so gewollt!“). Gesetze werden über den plebiszitären Umweg gemacht, um die Verantwortung abzugeben.
- Pluralismus nicht repräsentiert: Volksentscheide widersprechen der pluralistischen Gesellschaft (nur schwarz-weiß, ja-nein etc.)
- Radikalisierung durch Polarisierung: Die schiere Auswahl zwischen "ja" oder "nein" führt zu extremen Positionen im Volk, woraus sich eine Radikalisierung ergibt.
- Abhängigkeit: Die Bürger sind auf Vereine bei der Nutzung von Volksentscheiden angewiesen und würden gerade durch demokratisch nicht legitimierte bevormundet.
- Minderheiten nicht berücksichtigt: Minderheitenmeinungen lassen sich im Volksentscheid nicht berücksichtigen
- Stimmungsdemokratie: Der Ausgang der Volksentscheide sei abhängig von momentanen, manipulierbaren, wechselnden Gefühlslagen.
- Fehlende Beteiligung: Die Beteiligung an Volksabstimmungen, etwa in der Schweiz, ist bei unwichtigeren Fragen gering.
- Fehlende Alternative: Internationale Verträge (Beispiel EU-Verfassung) wurden unter den Regierungen ausgearbeitet nach dem Muster "für keinen ideal, aber für jeden tragbar". Dem Volk fehle diese Kompromissbereitschaft.
- Abgeordnete: können die Wahlberechtigten doch schon wählen, diese sind qualifiziert für das Weiterleiten der Interessen des Volkes an das Parlament
- Aktive Minderheiten gewinnen den Volksentscheid, während die Meinungsmehrheit der Abstimmung fern bleibt. Mehrere dieser Argumente sind gleichzeitig jedoch Argumente gegen demokratische Wahlen, die auf einem allgemeinen Wahlrecht beruhen.

Volksentscheide in Deutschland

In Deutschland ist der Volksentscheid auf Bundesebene, außer bei einer Neugliederung des Bundesgebietes, z. Zt. nicht vorgesehen. Auf Landesebene gibt es ihn jedoch in allen Bundesländern. Im kommunalen Bereich sind direkte Bürgerentscheide in allen Bundesländern, dank einer Volksabstimmung auf Landesebene, auch in Berlin, möglich. Besonders weitgehende direktdemokratische Elemente finden sich im Bundesland Bayern. Dort ist unter anderem die Abwahl der Regierung durch einen Volksentscheid möglich. (siehe auch: Bürgerbegehren) In Artikel 20 des deutschen Grundgesetzes heißt es, die Staatsgewalt werde vom Volke "in Wahlen und Abstimmungen" ausgeübt. Volksabstimmungen auf Landes- und Bundesebene werden damit grundsätzlich auf die gleiche Stufe wie Wahlen gestellt. Für die tatsächliche Durchführung von Volksentscheiden auf Bundesebene müsste das Grundgesetz jedoch erneut geändert werden, da als Gesetzgeber bisher nur der Bundestag (zusammen mit dem Bundesrat) aufgeführt ist. Auch nach dem Ersten Weltkrieg waren in manchen Gebieten Volksentscheide über den Verbleib der Gebiete bei Deutschland durchgeführt worden, deren Ergebnisse aber nicht immer umgesetzt werden konnten. Siehe dazu auch den erfolgreichen [http://www.vrs-ev.de/pm270903.php Volksentscheid gegen die Rechtschreibreform in Schleswig-Holstein] vom 27. September 1998 sowie den Artikel Volks- und Bürgerentscheide in den deutschen Bundesländern.

Volksentscheide in den USA

In den Vereinigten Staaten spielen Volksentscheide in den Rechtsordnungen einzelner Bundesstaaten, z.B. Kalifornien, eine große Rolle, leiden jedoch unter sehr geringer Beteiligung des Staatsvolkes an den Abstimmungen, weswegen sie nach Möglichkeit auf den Tag einer Wahl von allgemeinerem Interesse gelegt werden. So fanden im Zusammenhang mit der US-Präsidentschaftswahl 2004 163 Volksabstimmungen zu den verschiedensten Themen in 34 Staaten statt.

Volksentscheide in der Schweiz

Die Schweiz, als eine im besonderen Maße direkte Demokratie mit repräsentativen und plebiszitären Merkmalen, verfügt über eine ausgesprochene Kultur von Volksentscheiden. Solche finden auf Bundesebene in zwei Fällen statt:
- Bei einer Volksinitiative: 100'000 Bürger können mit ihrer Unterschrift eine Änderung der Verfassung oder eines Gesetzes verlangen, über die obligatorisch abgestimmt werden muss ([http://www.admin.ch/ch/d/sr/101/a138.html Art. 138] ff. der schweizerischen Bundesverfassung).
- Bei einem Referendum: Eine obligatorische oder fakultative Volksabstimmung über ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz oder eine Verfassungsänderung oder über wichtige völkerrechtliche Verträge ([http://www.admin.ch/ch/d/sr/101/a140.html Art. 140] ff. der schweizerischen Bundesverfassung). In der Schweiz wird eine fakultative Volksabstimmung durchgeführt, wenn diese von mindestens 50.000 Bürgern verlangt wird. In einem solchen Fall sagt man auch, dass gegen eine bestimmte Gesetzesvorlage das Referendum ergriffen wurde. Verlangen weniger als 50.000 Bürger eine Abstimmung, gilt ein vom Parlament verabschiedetes Gesetz als angenommen. Vergleichbare Volksentscheide finden auch in den Kantonen statt; diese haben in den Einzelheiten jedoch alle ihr eigenes System. Es kommt insbesondere vor, dass sie weitergehende Volksrechte kennen, z.B. ein fakultatives Referendum auch über Ausgabenbeschlüsse (sogenanntes Finanzreferendum). Kein eigentlicher Volksentscheid, aber ebenfalls die Ausübung eines traditionellen politischen Rechts der Einzelnen ist die Petition: Jede Person hat das Recht, einen Wunsch oder eine Anregung an Behörden zu richten; es dürfen ihr daraus keine Nachteile erwachsen. Die Behörden sind lediglich dazu verpflichtet, die Begehren zur Kenntnis zu nehmen, sie sind jedoch weder verpflichtet die Petition zu behandeln noch dazu Stellung zu nehmen (was aber Praxis ist). Siehe [http://www.admin.ch/ch/d/sr/101/a33.html Art. 33] ff. der schweizerischen Bundesverfassung. Siehe auch: Politisches System der Schweiz

Volksentscheide in anderen Staaten

In den meisten europäischen Ländern werden Volksentscheide mit Volksinitiative und Volksbegehren eingeleitet. Die zur Durchführung notwendigen Mindestbeteiligungen (so genannte Quoren) sind recht unterschiedlich geregelt, i. d. R. restriktiv, um den Missbrauch von Volksabstimmungen z. B. für Kampagnenpolitik zu verhindern. Prinzipiell möglich, wenngleich in den meisten Verfassungen nicht vorgesehen, wäre es auch, dass Parlamente dem Staatsvolk Einzelfragen zur Abstimmung geben (parlamentarisches Quorum).

Siehe auch

Wahlrecht, Volksbegehren, Volksabstimmung

Weblinks


- [http://www.vrs-ev.de/pm270903.php Volksentscheid gegen die Rechtschreibreform in Schleswig-Holstein]
- [http://www.mehr-demokratie.de/ Mehr Demokratie e.V.] (Verein für direkte Demokratie)
- [http://www.admin.ch/ch/d/pore/ Schweiz: Die politischen Rechte im Bund]
- [http://cgi-host.uni-marburg.de/~mittendv/fsportal/modules.php?op=modload&name=volksbegehren Datenbank über Volksbegehren in den deutschen Bundesländern]
- [http://www.forschungsstelle-direkte-demokratie.de/modules.php?op=modload&name=BBDB Informationen zu kommunalen Bürgerbegehren in Deutschland]
- [http://www.disud.org/ Deutsches Institut für sachunmittelbare Demokratie]
- [http://www.rettet-den-volksentscheid.de Aktionsseite für Volksentscheide in Hamburg] Kategorie:Politischer Begriff Kategorie:Staats-_und_Verfassungsrecht [http://www.rettet-den-volksentscheid.de]

Massenmedien

Massenmedien sind alle Einrichtungen der Gesellschaft, die sich zur Verbreitung von Kommunikation technischer Mittel der Vervielfältigung bedienen (Niklas Luhmann).

Definition

Allgemein

Presse, Hörfunk und Fernsehen werden als Massenmedien bezeichnet. Ihre gemeinsamen Merkmale sind, dass sie sich über ein technisches Verbreitungsmittel, öffentlich, indirekt und einseitig an ein disperses (lat. "fein verteilt") Publikum wenden. Massenmedien stellen Massenkommunikation her, die von der Individualkommunikation zu unterscheiden ist. Die Bezeichnung wurde im englischsprachigen Bereich, in den 1920er Jahren mit dem Aufkommen des Rundfunks, der Massenblätter und -zeitschriften geprägt. Auf der Seite des "Senders" steht der Kommunikator. Der Beobachter und Reflektor der Wirklichkeit. Dieser richtet seine Aussagen für Jedermann zugänglich an die Öffentlichkeit. Kommunikatoren sind die Journalisten,