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Schlacht Bei Iconium

Schlacht bei Iconium

Die Schlacht bei Iconium wurde am 18. Mai 1190 während des Dritten Kreuzzuges (1189 - 1192) zwischen dem deutschen Heer unter Friedrich Barbarossa und den Seldschuken ausgekämpft. Iconium (heute: Konya) ist eine Stadt in Kleinasien, 470 km östlich von Smyrna und war zu dieser Zeit Hauptstadt des unabhängigen Sultanats Ikonion. Dem Heer des Dritten Kreuzzuges wurden byzantinische Schiffe zu Verfügung gestellt und die Überfahrt nach Kleinasien wurde von Gallipoli über den Hellespont angetreten. Ende April erreichte das Heer Barbarossas die Stadt Laodicea und betrat das Gebiet des Sultans von Iconium. Es waren etwa 15000 Mann, davon höchstens 3000 Ritter und Rittermäßige, die unter der furchtbaren Hitze, Lebensmittelmangel und Attacken von seldschukischen Reitern viel zu leiden hatten. Trotz vollkommener Ermattung und obwohl fast alle Pferde getötet worden waren, gelang es den Deutschen, die Seldschuken vor ihrer Hauptstadt am 18. Mai 1190 zu schlagen und die Stadt zu nehmen. Der Sultan musste Pferde, Lasttiere, Lebensmittel und Geiseln zu Verfügung stellen. Ende Mai wurde der Marsch auf dem benachbarten Gebiet des armenischen Fürsten Leo fortgesetzt. Am 10. Juni ertrank Friedrich Barbarossa im Flusse Salef (heute Göksu, Türkei) und das Heer löste sich bis auf 1000 Mann unter Herzog Friedrich von Schwaben auf.

Literatur


- Georg von Alten, Handbuch für Heer und Flotte, Band IX, Berlin 1912. Iconium Kategorie:1190

18. Mai

Der 18. Mai ist der 138. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 139. in Schaltjahren) - somit verbleiben noch 227 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1291 - Akkon, die letzte Kreuzfahrerbastion, fällt. Ende der Kreuzzüge
- 1337 - Krönung der böhmischen Königin Beatrice von Bourbon in Prag.
- 1804 - Frankreich. Napoléon Bonaparte proklamiert das „Französische Kaiserreich“.
- 1848 - Die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche in Frankfurt am Main tritt erstmals zusammen, somit existiert zum ersten Mal ein demokratisch gewähltes Parlament für Deutschland.
- 1943 - Die erste internationale Konferenz zu Fragen der Welternährung findet statt.
- 1944 - Das italienische Kloster Monte Cassino wird nach langen, verlustreichen Kämpfen von polnischen Truppen eingenommen.
- 1947 - Durch eine Volksabstimmung wird die Verfassung des Landes Rheinland-Pfalz angenommen.
- 1966 - Ein Weißwal verirrt sich 400 km stromaufwärts in den Rhein.
- 1973 - Deutschland. Staatsbesuch vom Staats- und Parteichef der UdSSR, Leonid Breschnew.
- 1974 - Indien führt unter dem Decknamen Smiling Buddha seinen ersten unterirdischen Atombombenversuch durch. Es wird sechste Atommacht.
- 1980 - In Gwangju (Südkorea) wird eine Demonstration für mehr Demokratie von der Regierung gewaltsam unterdrückt. Bei diesem Vorfall, der heute Gwangju-Massaker genannt wird, sterben nach offiziellen Angaben 207 Menschen, rund 1000 werden schwer verletzt.
- 1990 - Theo Waigel und Walter Romberg unterzeichnen den Deutsch-Deutschen Staatsvertrag zur Bildung einer Wirtschaft-, Sozial- und Währungsunion.
- 1992 - Turkmenistan erhält eine neue Verfassung.
- 1995 - Bulgarien. Regierungschef Wiktor Tschernomyrdin, Russland, zu Besuch in Sofia.
- 1996 - Italien. Romano Prodi wird neuer Ministerpräsident.
- 1999 - Italien. Carlo Azeglio Ciampi wird neuer Staatspräsident.
- 2005 - Estland und Russland unterzeichnen in Moskau den seit 1999 ausverhandelten Grenzvertrag. Die Verzögerung geht auf Putins Weigerung zurück, die estnische Sichtweise einer Annexion 1940 (Estnische Sowjetrepublik) zu akzeptieren.

Wirtschaft


- 1999 - Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Kuwait

Wissenschaft und Technik


- 1974 - Das bis heute höchste Bauwerk der Welt, der (am 10. August 1991 eingestürzte) 648 Meter hohe selbststrahlende Sendemast in Konstantynow, Polen wird fertig gestellt.

Kultur


- 1768 - Uraufführung der komischen Oper "Die Liebe auf dem Lande" von Johann Adam Hiller
- 1894 - Uraufführung der Oper "Raffael" (Orig.: Rafael') von Anton Stepanowitsch Arenski im Bolschoi-Theater in Moskau.
- 1940 - Uraufführung der Oper "Volo di notte" von Luigi Dallapiccola am Teatro comunale in Florenz.
- 1972 - Uraufführung des Theaterstücks "Die neuen Leiden des jungen W." von Ulrich Plenzdorf in Halle

Religion


- 2005 - Der Diözesanbischof von Linz, Maximilian Aichern tritt zurück, weil er über Jahre beim Papst in Rom denunziert worden sei.

Katastrophen


- 1935 - Moskau, Russland. Ein Kunstflieger kollidiert mit einem am Boden befindlichem Flugzeug. 49 Tote.
- 1958 - Casablanca, Marokko. Absturz einer DC-6B der Sabena Airlines.
- 1980 - Der Vulkan Mount Saint Helens im US-Bundesstaat Washington bricht aus, wobei 57 Menschen sterben.
- 2004 - Urumqi autonome Region Xinjiang Uygur, Volksrepublik China, eine aserbaidschanische Iljuschin Il-76 stürzt kurz nach dem Start ab. 7 Tote

Sport


- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1988 - Bayer 04 Leverkusen gewinnt als dritte deutsche Mannschaft den UEFA-Pokal gegen Español Barcelona mit 0:3 (0:1), nV 3:0 (0:0) Elfmeter: 2:3.
- 2005 - ZSKA Moskau gewinnt als erste russische Mannschaft den UEFA-Pokal gegen Sporting Lissabon mit 3:1.

Geboren


- 1774 - Gaetano Rossi, italienischer Librettist
- 1777 - Auguste Charlotte von Kielmannsegg, geheime Agentin Napoleons
- 1778 - Andrew Ure, war ein englischer Mediziner und Professor für Naturgeschichte und Chemie
- 1782 - Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow, preußischer General, Gründer des Lützowschen Freikorps
- 1783 - Jabbo Oltmanns, Mathematiker, Astronom und Professor der Angewandten Mathematik
- 1799 - Alexander I., russischer Zar
- 1809 - William Wilson, englisch-deutscher Maschineningenieur (1. deutscher Lokomotivführer)
- 1810 - Francesco Maria Piave, italienischer Librettist für Giuseppe Verdi
- 1824 - Wilhelm Hofmeister, deutscher Botaniker und Professor
- 1850 - Oliver Heaviside, britischer Mathematiker und Physiker
- 1851 - Itzhok Lejb Perez, jiddischer Schriftsteller
- 1865 - Traugott von Jagow, Polizeipräsident von Berlin
- 1868 - Nikolaus II. (Russland), letzter russischer Zar
- 1872 - Bertrand Russell, englischer Mathematiker und Philosoph, Nobelpreisträger
- 1874 - Jérôme Tharaud, französischer Schriftsteller
- 1876 - Hermann Müller, deutscher Politiker und Reichskanzler
- 1883 - Walter Gropius, deutscher Architekt, Gründer des Bauhaus
- 1884 - Martin Elsaesser, deutscher Architektur-Professor und Kirchenarchitekt
- 1887 - Ernst Wiechert, deutscher Schriftsteller
- 1889 - Jakob Levy Moreno, Begründer des Psychodramas
- 1889 - Thomas Midgley, amerikanischer Chemiker und Erfinder
- 1893 - Friedrich Sieburg, deutscher Journalist, Schriftsteller und Literaturkritiker
- 1895 - Kurt Löwenstein, deutscher Politiker
- 1901 - Robert Ochsenfeld, deutscher Physiker
- 1901 - Vincent du Vigneaud, US-amerikanischer Biochemiker
- 1907 - Carl Mydans, US-amerikanischer Fotograf
- 1907 - Sir Clifford Curzon, britischer Pianist
- 1909 - Fred Perry, britischer Tischtennisspieler und Tennisspieler
- 1911 - Joe Turner, US-amerikanischer Blues Sänger
- 1912 - Hermann Langbein, Schriftsteller
- 1912 - Perry Como, US-amerikanischer Sänger
- 1912 - Richard Brooks, US-amerikanischer Regisseur
- 1912 - Walter Sisulu, Antiapartheid-Kämpfer und südafrikanischer Politiker
- 1913 - Nicolás Gómez Dávila, kolumbianischer Philosoph
- 1913 - Charles Trenet, französischer Sänger
- 1913 - Neelam Sanjiva Reddy, indischer Politiker und Staatspräsident
- 1914 - Emmanuel de Graffenried, schweizerischer Rennfahrer
- 1915 - Heinz Funk, deutscher Filmkomponist
- 1918 - Massimo Girotti, italienischer Schauspieler
- 1919 - Boris Christoff, russisch-italienischer Opernsänger
- 1919 - Margot Fonteyn de Arias, englische Tänzerin
- 1920 - Johannes Paul II., Papst der katholischen Kirche
- 1922 - Adrian Hoven, österreichischer Schauspieler
- 1922 - Kai Winding, Jazzposaunist
- 1925 - Justus Dahinden, Schweizer Architekt und Hochschullehrer
- 1927 - Egon Monk, deutscher Regisseur
- 1928 - Pernell Roberts, US-amerikanischer Schauspieler (Bonanza)
- 1931 - Don Martin, amerikanischer Karikaturist
- 1932 - Alma Cogan, britische Sängerin
- 1937 - Jacques Santer, Premierminister von Luxemburg
- 1938 - Erich Arndt, deutscher Tischtennisspieler
- 1939 - Hark Bohm, deutscher Regisseur
- 1940 - Anita Kupsch, deutsche Schauspielerin
- 1941 - Miriam Margolyes, britische Schauspielrin
- 1942 - Albert Hammond, britischer Sänger und Songschreiber
- 1942 - Rodney Dillard, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1943 - Helmut Haussmann, deutscher Politiker, MdB und Bunndesminister
- 1943 - Willy Wimmer, deutscher Politiker und MdB
- 1944 - Justus Frantz, deutscher Pianist und Dirigent
- 1944 - Winfried G. Sebald, deutscher Schriftsteller
- 1947 - John Bruton, irischer Politiker und Regierungschef
- 1948 - Feliciano Taveres, US-amerikanischer Sänger
- 1949 - George Weyman, britischer Musiker
- 1949 - John Wetton, britischer Musiker
- 1949 - Rick Wakeman, britischer Musiker
- 1949 - Uschi Eid, deutsche Politikerin und MdB
- 1949 - William Wallace, kanadischer Musiker
- 1950 - Mark Mothersbaugh, US-amerikanischer Musiker, Komponist und Sänger
- 1950 - Thomas Gottschalk, deutscher Fernsehmoderator
- 1952 - George Strait, US-amerikanischer Country-Sänger
- 1952 - Jeana Yeager, US-amerikanische Testpilotin
- 1953 - Renée Schröder, österreichische Biochemikerin
- 1954 - Erik Gerets, belgischer Fußballtrainer
- 1954 - Reinhold Heil, deutscher Musiker
- 1954 - Rolf Bietmann, deutscher Politiker
- 1954 - Wreckless Eric, britischer Sänger und Songschreiber
- 1955 - Chow Yun-Fat, Schauspieler (Anna und der König)
- 1957 - Frank Plasberg, deutscher Journalist und Fernsehmoderator
- 1958 - Toyah Willcox, britische Sängerin und Schauspielerin
- 1959 - Ranga Yogeshwar, luxemburger Redakteur und Moderator
- 1957 - Michael Cretu, Komponist und Musik-Produzent (Enigma)
- 1960 - Yannick Noah, ehemaliger französischer Profi-Tennisspieler
- 1962 - Christiane Vera Felscherinow, deutsche Ex-Drogensüchtige (Christiane F. in Wir Kinder vom Bahnhof Zoo)
- 1962 - Sandra Cretu, deutsche Pop-Sängerin »Sandra«
- 1965 - Ingo Schwichtenberg, Ex-Schlagzeuger der deutschen Band Helloween
- 1967 - Heinz-Harald Frentzen, deutscher Rennfahrer
- 1969 - Dennis Bergkamp, niederländischer Fußballspieler
- 1972 - Nordin ben Salah, niederländischer Boxer
- 1975 - Jack Johnson (Surfer), US-amerikanischer Sänger

Gestorben

Jack Johnson (Surfer) Jack Johnson (Surfer) Jack Johnson (Surfer)
- 1406 - Balthasar von Thüringen, Markgraf von Meißen, Landgraf von Thüringen
- 1410 - Ruprecht I., römisch-deutscher König und Kurfürst von der Pfalz
- 1450 - Sejong, König der koreanischen Joseon-Dynastie
- 1551 - Domenico Beccafumi, italienischer Maler und Bildhauer
- 1574 - Albert Ritzaeus Hardenberg, deutscher Theologe und Prediger der Reformationszeit
- 1635 - Levin Ludwig von Hahn, Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft
- 1675 - Jacques Marquette, französischer Mönch und Entdecker des Mississippi
- 1708 - Arvid Axel Mardefelt, schwedischer Offizier
- 1733 - Georg Böhm, Komponist
- 1793 - Timur Shah Durrani, der zweite König Afghanistans der Dynastie der Durrani.
- 1795 - Christlieb Ehregott Gellert, deutscher Metallurge und Mineraloge
- 1795 - Robert Rogers, britisch-amerikanischer Offizier
- 1799 - Pierre Augustin Caron de Beaumarchais, französischer Schriftsteller
- 1837 - Hans Christian Lyngbye, dänischer Pfarrer, Botaniker und Herausgeber des ersten Buchs in färöischer Sprache
- 1843 - Friedrich Christoph Perthes, deutscher Buchhändler und Verleger
- 1853 - Lionel Kieseritzky, französisch-polnischer Schachmeister
- 1871 - Eduard Friedrich Weber, deutscher Physiologe und Arzt
- 1884 - Heinrich Göppert, deutscher Botaniker, Paläontologe und Professor
- 1909 - George Meredith, britischer Schriftsteller
- 1909 - Isaac Albéniz, spanischer Pianist und Komponist
- 1910 - Franz Skarbina, deutscher Maler
- 1910 - Pauline Viardot-Garcia, französische Opernsängerin und Pianistin
- 1911 - Gustav Mahler, österreichischer Dirigent und Komponist
- 1912 - Eduard Strasburger, polnisch-deutscher Botaniker
- 1918 - Louis Leitz, deutscher Industrieller und Erfinder
- 1922 - Alphonse Laveran, französischer Mediziner, Nobelpreisträger
- 1931 - Remmer Janssen, evangelisch-lutherischer Pastor, ostfriesischer Erweckungsprediger
- 1941 - Werner Sombart, deutscher Soziologe und Volkswirt
- 1945 - Oskar Picht, Erfinder der der Blindenschreibmaschine
- 1949 - James Truslow Adams, Historiker Schriftsteller
- 1951 - Gaspar Agüero y Barreras, kubanischer Komponist und Pianist
- 1952 - Rosetter Gleason Cole, US-amerikanischer Komponist
- 1953 - Rudolf Nadolny, deutscher Diplomat
- 1965 - Willy Westra van Holte, niederländischer Fußballspieler
- 1966 - Paul Althaus, protestantischer Theologe (Lutherischer Dogmatiker)
- 1969 - Ludwig Berger, deutscher Filmregisseur
- 1975 - Leroy Anderson, US-amerikanischer Komponist
- 1980 - Ian Curtis, englischer Rockmusiker
- 1981 - William Saroyan, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1983 - Alfred Nau, deutscher Politiker
- 1986 - Peter Wehle, österreichischer Komponist, Autor und Kabarettist
- 1987 - Heðin Brú, Färöischer Schriftsteller
- 1989 - Hermann Höcherl, deutscher Politiker, MdB und Bundesminister
- 1990 - Jill Ireland, britische Schauspielerin
- 1991 - Rudolf Nierlich, österreichischer Skirennläufer
- 1992 - Marshall Thompson, US-amerikanischer Schauspieler
- 1993 - Heinrich Albertz, deutscher Politiker und Theologe
- 1995 - Alexander Godunov, russischer Ballett-Tänzer
- 1995 - Gustav Lübbe, Gründer des Bastei-Lübbe Verlags
- 1995 - Sabine Sinjen, deutsche Schauspielerin
- 1999 - Elizabeth Robinson, US-amerikanische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 2002 - Wolfgang Schneiderhan, österreichischer Geiger
- 2004 - Francesco Caroli, italienischer Artist und Clown
- 2004 - Heinz Maria Oeftering, Präsident der Deutschen Bundesbahn und des Bundesrechnungshofs

Feier- und Gedenktage

Siehe auch


- 17. Mai - 19. Mai
- 18. April - 18. Juni
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0518 ja:5月18日 ko:5월 18일 simple:May 18 th:18 พฤษภาคม

1190

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- Gründung des deutschen Ordens in Akkon
- Der römisch-deutsche Kaiser Friedrich I. Barbarossa besiegt auf dem dritten Kreuzzug bei Ikonion das Heer Sultan Saladins von Syrien und Ägypten.
- Judenpogrom in England
- Heiligsprechung von Malachias

Geboren


- Heinrich II. (Nassau), Graf von Nassau († 1247)

Gestorben


- 18. Februar - Otto der Reiche, Markgraf von Meißen (
- 1125)
- 6. Mai - Friedrich von Hausen, Minnesänger, in der Schlacht bei Philomenum gefallen (
- um 1150)
- 10. Juni - Friedrich I. Barbarossa im Saleph/Kleinasien ertrunken (
- 1122)
- 16. August - Dedo V. der Feiste, Erbe mehrerer Markgrafen (
- 1121)
- 16. Oktober - Ludwig III., Landgraf von Thüringen seit 1172 (
- 1151/52) ko:1190년

Dritter Kreuzzug

Der Dritte Kreuzzug (1189-1192) war ein von der Kirche geförderter Kriegszug zur Rückeroberung Jerusalems von Sultan Saladin. Der Kreuzzug wurde von Philipp II. von Frankreich, Richard I. von England und Kaiser Friedrich I. angeführt und erreichte lediglich die Eroberung der Stadt Akkon durch die Kreuzfahrer. Kaiser Friedrich I. kam im Verlauf des Kreuzzuges ums Leben. Akkon

Ursachen des dritten Kreuzzuges

Nach dem gescheiterten zweiten Kreuzzug gerieten die Kreuzfahrerstaaten immer stärker in Bedrängnis. Im Jahre 1154 eroberte Nur ad-Din, Emir von Mossul aus der Dynastie der Zengiden, das Emirat Damaskus, wohin er seinen Hauptsitz verlagerte. Im Jahre 1169 schickte Nur ad-Din den kurdischen Feldherren Saladin und dessen Onkel als Truppenführer eines Feldzuges gegen die Kreuzfahrer nach Ägypten. Der Feldzug endete mit der Beseitigung des schiitischen Fatimiden-Kalifats von Kairo durch Saladin im Jahre 1171, nachdem der Kalif verstorben war. Eigenmächtig ernannte sich Saladin - Sohn des Ayyub - zum Sultan von Ägypten und begründete die Dynastie der Ayyubiden. Dadurch kam es zu schweren Konflikten mit Nur ad-Din, welcher aber 1174 starb. Daraufhin besetzte Saladin Damaskus und große Teile Syriens. 1183 gelang ihm die Einnahme Aleppos, drei Jahre später eroberte er Mossul. Nachdem Saladin seine moslemischen Feinde besiegt hatte, wandte er sich den Kreuzfahrerstaaten zu, die sich nun in einer Umklammerung befanden. Mit einem großen Heer zog er Richtung Palästina, wo er am 4. Juli 1187 in der Schlacht bei Hattin ein Kreuzfahrerheer vernichtend schlug. Nach dieser Schlacht konnte Saladin den Kreuzfahrern nahezu ungehindert Städte wie Akkon entreißen und einen Großteil des Königreichs Jerusalem erobern. Am 2. Oktober nahmen Saladins Truppen nach kurzer Belagerung Jerusalem ein, wobei sie die Christen, die gefangen genommen wurden, relativ milde behandelten. Die Kreuzfahrer kontrollierten nun nur noch Tyros, Tripolis und Antiochia, die Saladin im folgenden Jahr ebenfalls angriff. Die Nachricht von der Eroberung Palästinas durch Saladin löste in Europa große Bestürzung aus. Papst Urban III. starb angeblich sogar aus Bestürzung darüber. Die Forderung nach einem neuen Kreuzzug wurde schnell laut. Im Oktober rief Papst Gregor VIII. zum dritten Kreuzzug auf. Als Gregor nach nur zwei Monaten im Pontifikat starb, übernahm sein Nachfolger Clemens III. das Propagieren des Kreuzzugs.

Verlauf des dritten Kreuzzuges

Der Kreuzzug Friedrichs I.

Clemens III.] Als erster Herrscher zeigte sich im Jahre 1187 Wilhelm II., der normannische König Siziliens zur Teilnahme bereit. Er schickte umgehend 50 Galeeren, die erheblich zum Erfolg der Verteidigung von Tripolis beitrugen. Der deutsche Kaiser Friedrich I., Barbarossa, nahm 1188 das Kreuz, gemäß seiner Vorstellung vom sakralen und universalen Charakter des Kaisertitels. Im Mai 1189 brach er mit dem vermutlich größten Kontingent, das jemals ein einzelner Fürst zu einem Kreuzzug beisteuerte, in Regensburg auf. Einige Zeit später folgten ihm der englische König Richard I. und der französische König Philipp II., die sich im ständigen Konflikt um die englischen Lehen in Westfrankreich befanden. Er wurde von mehreren Vertretern des deutschen Hochadels begleitet, darunter Leopold V. von Österreich. Das deutsche Kreuzfahrerheer wählte den Landweg über den Balkan, doch reiste es nicht über Konstantinopel, da es einen Konflikt zwischen Friedrich I. und dem byzantinischen Kaiser Isaak II. gab. Aufgrund der großen außen- und innenpolitischen Probleme des Byzantinischen Reiches war Isaak II. ein Bündnis mit Saladin zur Entlastung seines Reiches eingegangen. Deshalb mied das Kreuzfahrerheer die byzantinische Hauptstadt Konstantinopel und wählte den Seeweg über die Dardanellen. Die Kreuzfahrer bahnten sich einen Weg durch Kleinasien, wo sie von den türkischen Seldschuken angegriffen wurden. Im Mai 1190 gelang dem Kreuzfahrerheer ein Sieg über die Seldschuken in der Schlacht bei Iconium, doch am 10. Juni ertrank Friedrich I. in Kilikien beim Bad im Fluss Saleph (heute: Göksu). Ein großer Teil des Heeres kehrte demoralisiert nach Deutschland zurück, während die verbliebenen Kreuzfahrer unter Führung von Friedrichs Sohn, dem Herzog von Schwaben, auf dem Landweg nach Palästina weiterreiste. Im Oktober 1190 erreichten die Reste von Kaiser Friedrichs Kreuzfahrerheer Akkon.

Der Kampf um Akkon

Nachdem sie durch die Einführung einer Sondersteuer in ihren Königreichen die finanziellen Mittel für einen Kreuzzug aufwenden konnten und kriegerische Konflikte miteinander beigelegt hatten, brachen Richard I. von England und Philipp II. von Frankreich im Jahre 1190 nach Palästina auf. Über den Seeweg erreichten beide Ende des Jahres Sizilien, wo sie überwinterten. Philipp setzte die Reise direkt nach Palästina fort, während Richard zuvor in Zypern an Land ging. Zypern hatte jahrhundertelang zum byzantinischen Reich gehört, bis es im Jahre 1184 unter Isaak Komnenos seine Unabhängigkeit erlangte. Richard eroberte die Insel, die zu einem weiteren Kreuzfahrerstaat werden sollte. Im April 1191 traf Philipp mit seinen Truppen in Tyros ein, knapp sieben Wochen später folgte Richards Heer. Das primäre Ziel der Kreuzfahrer war Akkon, das seit August 1189 durch Guido von Lusignan belagert wurde (siehe: Belagerung von Akkon). Guido von Lusignan war der ehemalige König von Jerusalem, der seine verbliebenen Truppen aufgeboten hatte um die Stadt einzunehmen, was aber am zähen Widerstand der Verteidiger scheiterte. Auch das Eintreffen der restlichen deutschen Kreuzfahrer im Oktober 1190 änderte die Lage nicht. Zudem waren die Belagerer wiederum von Truppen Saladins eingeschlossen. Durch das Eintreffen der englischen und französischen Kreuzfahrer kam allmählich Bewegung in die festgefahrene Belagerung. Das Entsatzheer Saladins wurde in die Flucht geschlagen und es wurde Belagerungsgerät gegen Akkon eingesetzt. Im Juli wurde gegen den Willen Saladins die Übergabe der Stadt an die Kreuzfahrer vereinbart, zudem wurde ein hohes Lösegeld für die moslemischen Bewohner der Stadt ausgehandelt. Als die Zahlung nicht schnell genug erfolgte, ließ Richard am 22. August 1191, 2700 muslimische Gefangene durch Enthauptung töten. Wenige Wochen nach der Einnahme Akkons reisten Philipp II. und Leopold V., mit denen sich Richard zerstritten hatte, mit ihren Truppen ab. Nachdem Philipp sich wieder auf französischem Boden befand, machte er sich unverzüglich daran, die englischen Lehen zu erobern.

Richards Kreuzzug

Richard führte den Kreuzzug weiter und errang mit seinen zahlenmäßig unterlegenen Truppen mehrere Siege über Saladin. Es gelang ihm, einen Küstenstreifen zwischen Tyros und Jaffa zu erobern, aber ein Angriff auf Jerusalem, der sich bis zum Sommer 1192 hinzog, scheiterte. Zudem erfuhr Richard, dass sich sein jüngster Bruder Johann in England zu einem Usurpator entwickelte und dass Philipp II. die englischen Lehen in Frankreich angriff. Aufgrund dieser Entwicklungen strebte Richard Waffenstillstandsverhandlungen mit Saladin an. Am 2. September 1192 kam es tatsächlich zu einem Abkommen zwischen den beiden Herrschern, welches die Eroberungen Richards an der Küste Palästinas bestätigte und christlichen Pilgern den Besuch Jerusalems ermöglichte. Außerdem einigten sich die beiden Herrscher auf einen dreijährigen Waffenstillstand. Richard belehnte Guido von Lusignan mit Zypern und verließ Ende September Palästina, womit der dritte Kreuzzug beendet war. Als er auf der Rückreise durch österreichische Lande kam, ließ ihn Leopold festnehmen und lieferte ihn schließlich an Kaiser Heinrich VI. aus. Erst nach der Zahlung eines gewaltigen Lösegeldes und dem Schwur des Lehnseides wurde Richard 1194 freigelassen.

Folgen des Kreuzzuges

Der dritte Kreuzzug hatte sein Ziel, die Rückeroberung Jerusalems, verfehlt. Die Präsenz der Kreuzfahrer im Nahen Osten konnte aber durch die Gründung des Kreuzfahrerstaates Zypern und die Wiedererrichtung des Königreichs Jerusalem - mit Akkon als neuer Hauptstadt - vorläufig gesichert werden. Bereits während der Belagerung von Akkon gründeten deutsche Kreuzfahrer eine Bruderschaft zur Krankenpflege, aus der sich im Jahre 1198 der Deutsche Orden mit Sitz in Akkon entwickelte. Der dritte Kreuzzug zeigte am deutlichsten, dass sich die nationalen Interessen der teilnehmenden Herrscher nicht mit der Idee vom gemeinsamen Kampf der Christen vereinen ließen.

Literatur

Arnold Bühler (Hg.): Der Kreuzzug Friedrich Barbarossas - Bericht eines Augenzeugen. Thorbecke, Stuttgart, 2002. ISBN 3-7995-0612-8 Kreuzzug #3 ja:第3回十字軍

1192

Ereignisse

Politik und Weltgeschehen


- 28. April - Konrad von Montferrat, König von Jerusalem, wird in Tyros von zwei Assassinen ermordet
- 21. Dezember - Richard Löwenherz wird kurz vor Weihnachten auf dem Rückweg vom dritten Kreuzzug in Wien von Leopold von Österreich gefangengenommen
- Beginn der Shogun-Herrschaft in Japan durch Minamoto no Yoritomo (Kamakura-Shōgunat).
- Schlacht von Tarain an der "Pforte von Delhi": die Moslems siegen über die Rajputen Prithvirajas III. und setzen sich dauerhaft in Nordindien fest.

Geboren


- Juliana von Lüttich, Chorfrau und Mystikerin (
- um 1192; † 5. April 1258)

Gestorben


- 26. April - Go-Shirakawa, 77. Kaiser von Japan (
- 1127)
- 28. April - Konrad von Montferrat, König von Jerusalem (
- um 1146)
- 25. August - Wichmann von Seeburg, Erzbischof von Magdeburg seit 1152 (
- vor 1116) ko:1192년

Seldschuken

Die Seldschuken oder Seldschuk-Türken waren eine türkische Fürstendynastie in Mittelasien, dem Iran, Irak, Syrien und Anatolien (10381194). Bis zur Ausrufung des Türkischen zur Amts- und Verkehrsprache der Turkvölker wurde Neupersisch als Amtssprache benutzt.

Geschichte

Die Seldschuk-Türken oder kurz: Seldschuken - so genannt nach ihrem Führer Seldschuk (um 1000) - entstammten dem oghusischen Stamm der Kynyk, der sein Siedlungsgebiet östlich des Aralsees (Gebiet des heutigen Kasachstan und Usbekistan) hatte. Seldschuk Khan trat nach dem Tode seines Vaters in die Dienste des Oghus-yabgu, dem Herrscher der Oghusen. Er wurde dessen Söldner im Kampf gegen die Chasaren, doch schon bald überwarf er sich mit dem Oghusenherrscher. Um 960 trat Seldschuk mit einem großen Teil seines Volkes zum Islam über und stand zunächst im Dienst der Karachaniden in Mittelasien. Unter den Enkeln Seldschuks, Tughrul Beg (10381063) und Chagri (10381060), drangen die Seldschuk-Türken um 1030 nach Khorasan vor und verdrängten nach dem Sieg in der Schlacht bei Dandanqan 1040 die Gaznawiden. Um 1055 stürzten die Buyiden im restlichen Persien. Zwischen Tughrul Beg und Chagri kam es zur Teilung des Reichs. Während Tughrul Beg den Westen des Reichs von Isfahan aus regierte, beherrschte Chagri von Merw aus den Osten des Reiches mit Khorasan. Unter Tughrul Beg unterwarfen die Seldschuken Persien und 1055 den Irak. Damit wurden sie nach dem Sturz der Buyiden Schutzmacht über das Abbasiden-Kalifat in Bagdad. Tughrul Beg erhielt vom Kalifen in Bagdad den Titel eines Sultans verliehen. Unter Alp Arslan (10601072) kam es zur Vereinigung des Seldschukenreichs und zur Eroberung von Anatolien nach dem Sieg bei Mantzikert über Byzanz (1071) sowie zur Eroberung Syriens. Damit konnte auch die Herrschaft der schiitischen Fatimiden über Mekka und Medina gebrochen werden, die nun wieder den abbasidischen Kalifen in Bagdad anerkannten. Unter Alp Arslan, seinem Nachfolger Malik Schah I. (10721092) und dem Wesir Nizam al-Mulk (10651092) erreichte das Sultanat seinen politischen und kulturellen Höhepunkt. So wurde mit der Errichtung von Medressen der Sunnismus im Reich gegenüber den Schiiten weitgehend durchgesetzt. Mit der Ermordung des Wesirs Nizam al-Mulk durch die Assassinen und dem Tod von Sultan Malik-Schah (1092) brachen bald Thronkämpfe innerhalb der Seldschuken aus. Diese führten 1118 zur Teilung des Reiches in Khorasan/Transoxanien und den westlichen Iran/Irak. Nachdem sich schon im 11. Jahrhundert die Rum-Seldschuken in Anatolien selbständig gemacht hatten und um Konya/Ikonion das eigenständige Sultanat Ikonion gegründet hatten, wurde auch Syrien unabhängig und zerfiel in mehrere Fürstentümer, die erst im 12. Jahrhundert von den Zengiden wieder vereinigt wurden. Der Zerfall der Seldschukenmacht in Syrien begünstigte aber die Eroberung Jerusalems durch den 1. Kreuzzug erheblich. Unter dem in Khorasan regierenden Sultan Sandschar (11181157), Sohn Malik-Schahs, erlangte die Seldschukenherrschaft eine letzte Blütezeit. Allerdings erlitt er 1141 bei Samarkand eine Niederlage gegen die Kara Kitai, wurde wenig später gestürzt und versuchte bis zu seinem Tod vergeblich das Seldschukenreich wieder aufzurichten. Die Choresm-Schahs traten mit Söldnern der Kyptschaken und Oghusen sein Erbe an, eroberten bis Ende des 12. Jahrhunderts Mittelasiens und den Iran. 1194 beseitigten sie den letzten Seldschukenherrscher. In Anatolien gerieten die Rum-Seldschuken nach 1243 unter die Herrschaft der Ilchane; ihr Sultanat von Konya löste sich bis 1307 auf. Die aufstrebenden Osmanen traten zu Beginn des 14. Jahrhunderts das Erbe der Seldschuken in Anatolien an.
- siehe auch: Seldschuken-Fürsten Kategorie:TürkenKategorie:Dynastie Kategorie:Turkvolk Kategorie:PersienKategorie:Mittelalter ja:セルジューク朝

Kleinasien

Kleinasien (Asia Minor) oder Anatolien (türkisch Anadolu vom griechischen Anatole (ανατολη) für Aufgang, Osten) ist jener Teil der Türkei, der zu Vorderasien gehört. Häufig wird auch Zypern zu Kleinasien gerechnet.

Geografie

Zypern

Fläche und Abgrenzung

Kleinasiens Fläche beträgt 757.000 km² und macht 96 Prozent des türkischen Staatsgebietes aus, aber nur etwa 3% von ganz Asien. Es wird im Süden begrenzt vom Mittelmeer (türk. Akdeniz, siehe auch Rhodos und Zypern). Im Norden wird es vom Schwarzen Meer begrenzt, im Westen von der Ägäis (griechische Inseln), im Nordwesten von Bosporus, Marmarameer und Dardanellen. Die östliche Grenze von Kleinasien ist nicht genau definiert, der Einfachheit halber wird sie meist mit der östlichen Landesgrenze der Türkei gleichgesetzt.

Bevölkerung und Religion

Die Bevölkerung hat sich seit 1930 (12 Millionen) auf derzeit 55-58 Millionen (ohne europäische Türkei) vergrößert, was einer Verdoppelung alle 30 Jahre entspricht. Sie besteht heute aus Türken, Kurden und Angehörige andere türkischer Stämme. Daneben existieren noch andere Minderheiten wie die Zaza, Araber, Armenier, Assyrer, Bulgaren, Georgier, Griechen (die bis zum „Bevölkerungstausch“ 1922/23 über 10 Prozent ausmachten) und Tscherkessen. Hinsichtlich der Religion dominiert der Islam (98%, davon 70-80% Sunniten und über 20-30% Aleviten). Die Christen machen 0,2% aus, zählten aber um 1910 noch etwa 20% (vornehmlich Griechen im Westen und Norden Pontos-Griechen). Von anderen kleinen Religionsgemeinschaften (genaue Zahlen werden nicht erhoben) sind etwa 20.000 Juden zu erwähnen.

Zwei Hauptstädte und zwei Meerengen

Als Grenze zwischen Europa und Asien gilt seit der Antike der Bosporus. Das an ihm liegende Istanbul hat sich seit 1970 von 2 auf etwa 10 Millionen Einwohner vergrößert. Es war bis 1453 byzantinische, dann osmanische und bis 1923 türkische Hauptstadt. 1923 wurde die Hauptstadt in das viel kleinere, aber für Kleinasien zentrale Ankara verlegt. Die „Stadt am Bosporus“ hat wegen der interkontinentalen Meeresenge einen europäischen Stadtteil (früher Konstantinopel bzw. Stambul) und einen Stadtteil in Kleinasien (Üsküdar). Sie werden durch dichten Schiffsverkehr und zwei Brücken miteinander verbunden. Die zweite Meeresenge zu Kleinasien sind die Dardanellen (antiker Hellespont) zwischen der europäischen Halbinsel Gallipoli (türk. Gelibolu) und der Region von Troja und Çanakkale. Geologisch gesehen gehören aber Asien und Europa zusammen - als zusammenhängender Großkontinent Eurasien.

Geschichte

Frühgeschichte und antike Provinzen

Der Name „Kleinasien“ leitet sich historisch von der römischen Provinz Asia ab, die aber nur den westlichsten Teil der heutigen Türkei bildete. Um 2000 v. Chr. bestand in Anatolien das Fürstentum der Hatti (auch Protohethiter). Es wurde von Indoeuropäern abgelöst, deren Migration einige Völker vom Kaukasus hierher brachte: Die Völker der Pala ließen sich im Norden (speziell in Paphlagonien) nieder, die Nesi und Luwier in Mittel- und Südanatolien. Nach ersten Fürstentümern gründeten sie ab 1660 v. Chr. das Grosskönigreich der Hethiter (1460 - 1190 v. Chr.). Diese Föderation war neben Ägypten die zweite Supermacht der damaligen Zeit. Im 9. Jahrhundert v. Chr. etabliert sich das Reich Urartu im späteren Armenistan am ostanatolischen Euphrat. König Sa(r)dur I. (um 830) errichtet die Hauptstadt Tuschpa am Van-See. Hochwertige Bewässerung und Zucht, Metalle und eigene Hieroglyphen wurden entwickelt. Um 620 v. Chr. wird das Reich von den Skythen erobert und vernichtet. Nach 700 v. Chr. begannen griechische Ionier und Dorer entlang der Ägäisküste Kolonien zu gründen. In den Jahrhunderten danach wurden u.a. folgende Landschaften unterschieden:
- Vom Nordwesten nach Süden Hellespont (Dardanellen), Mysien, Lydien, Karien und Lykien,
- an der Südküste Pamphylien, Pisidien und Kilikien,
- im Norden Bithynien, Pontus, Paphlagonien und Armenien
- und im Landesinneren Galatien (bzw. Phrygien) und Kappadokien. 546 v. Chr. eroberte Persiens Großkönig Kyros II. Lydien und danach die griechischen Städte an der Küste und Lykien. Um 500 v. Chr. wurde Südanatolien dem Perserreich angegliedert. Alexander d. Gr. setzt mit seinem Heer 334 v. Chr. über das Marmarameer und schlägt die Perser. Fast ganz Anatolien wird dem Makedonischen Weltreich einverleibt. Nach Alexanders Tod teilen die Diadochen das Reich, Kleinasien geht an Seleukos I..
Sein Konkurrent Philetairos spaltet 282 v. Chr. davon das Reich von Pergamon ab, bis es 133 v. Chr. an Rom vererbt (!) wird. Um 275 siedeln sich Kelten aus Thrakien nach Plünderungen in Zentralanatolien an und gründen das Reich Galatien.

Römerreich, Christentum und Byzanz

Ab 60 v. Chr. kamen die Küstenregionen durch Pompeius zum römischen Reich. Ein starker Gegner war König Mithridates VI. Eupator von Pontus (121-63 v.Chr.). Später wurde auch das Landesinnere annektiert und um das Jahr 65 die Provinzen neu gegliedert (Pontus im Norden, Cilicia (Kilikien) im Süden und Syria im Osten). Die Könige von Galatien, Kappadokien, und Paphlagonien behielten als Vasallen Roms und als "Puffer" gegen Nachbarvölker ihren Thron. Mit der „Pax Romana“ des Augustus begann um die Zeitenwende eine Blütezeit bis zum 2. Jahrhundert n.Chr. (Kaiser Trajan und Hadrian). Um das Jahr 50 begann das Christentum Fuß zu fassen zuerst in Perge, später bis zur Hauptstadt Efesos und bis Griechenland - siehe z.B. die Paulusbriefe an verschiedene Gemeinden. Auch einige Bischofssitze entstanden - u.a. in Myra, in dem um 350 der heilige Nikolaus wirkte - und auch die ersten Konzile fanden in Kleinasien statt. 324 wurde Konstantinopel zur Residenz des oströmischen Reiches. Nach dem Untergang Westroms (476 blieb Kleinasien für 700 bis 1100 Jahre unter byzantinischer Herrschaft und wirkte in die weitere Umgebung (z.B. bis nach Russland) hinein.

Seldschuken, Mongolen und Osmanen

Im 11. Jahrhundert drangen aus dem Osten die turkmenischen Seldschuken vor und wurden von Arabien unterstützt. Nach dem Sieg bei Malazgirt (1071) fiel der Großteil Anatoliens an sie. Das Zentrum ihres Reiches war Ikonion (die heutige Großstadt Konya), 200 km südlich von Ankara (Ankyra, ab 1023 Angora).
Im 12. Jahrhundert konnte Byzanz einige Gebiete wieder zurückgewinnen. Das oströmische Reich endete erst 1453 mit dem Fall von Konstantinopel an die Osmanen. Mit den Mongolen Mitte des 13. Jahrhundert zerfiel das Seldschukenreich in viele Turkfürstentümer. Eine ihrer Dynastien, nach ihrem Führer Osman I. (1281-1326) die Osmanen benannt, unterjochte die umliegenden Gebiete und eroberte 1326 auch den byzantinischen Norden bei Bursa. Im Osmanischen Reich verloren alle o.a. antiken Provinzen endgültig ihre Autonomie und meist auch ihren Namen.

Erster Weltkrieg und „Bevölkerungstausch“

Vor und nach dem 1. Weltkrieg zerfiel das Osmanenreich, das im 16. Jahrhundert bis Bosnien und Ungarn expandiert war. Sein kleinasiatischer Teil wurde unter Atatürk im Krieg gegen die Griechen vereint, die nach 1918 von Smyrna (Izmir) aus Richtung Ankara vorgedrungen waren. Diese Kämpfe endeten erst 1922 mit der Vertreibung einiger Millionen Menschen und dem „Bevölkerungsaustausch“ 1923 (Vertrag von Lausanne). Heute gliedert sich die Türkei in 81 Provinzen, davon 77 in Kleinasien und 4 im europäischen Teil westlich Istanbuls. Siehe auch: Türkischer Befreiungskrieg

Siehe auch


- Ostanatolien
- Chalyber, Rumelien
- assyrische Keilschrift, Thales von Milet, Hellenismus
- Hochgebirge, Großer Mäander, Erdbeben, Plattentektonik Kategorie:Region Kategorie:Geographie (Türkei) ! Kategorie:Halbinsel ja:アナトリア半島 ko:소아시아 simple:Asia Minor th:อนาโตเลีย

İzmir

der Stadt geschenkt. Heute ist der über 24 Meter hohe kunstvoll verzierte Turm das Wahrzeichen von İzmir.]] Wahrzeichen İzmir ist eine türkische Metropole an der Ägäisküste am Golf von Izmir. İzmir wird auch Perle der Ägäis genannt. Die Stadt war früher unter dem griechischen Namen Smyrna bekannt (neugriechisch Σμύρνη) und ist der zweitgrößte Hafen des Landes (nach İstanbul) . Mit ihren 2.732.669 (Stand: 2004) Einwohnern (im Großraum mit 3.370.866 Einwohnern) ist İzmir die drittgrößte Stadt der Türkei und Hauptstadt einer Provinz (İl) gleichen Namens.

Der Name

Die Herkunft des alten Namens Smyrna ist umstritten:
- Traditionell wird er auf die griechische Bezeichnung für Myrrhe zurückgeführt;
- Laut aktuellen Ausgrabungen hieß die Stadt ursprünglich Tismurna, wobei der Ti-Präfix vermutlich eine Person bezeichnet. Türkische Historiker sind der Meinung, dass die Stadt nach einer Amazone benannt wurde.

Geschichte

Antike

Die Stadt wurde um 3000 v. Chr. als eine Ansiedlung von Lelegern auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils Bayraklı gegründet. Zeitweise befand sie sich im Einflussbereich der Hethiter und war ab 688 v. Chr. eine wichtige Stadt der Ionier, einem griechischen Volksstamm.Bezeichnenderweise werden die Griechen heute noch im der türkischen Sprache als Ionier bezeichnet, iunan und iunanistan für Griechenland.. Funde jüngster Ausgrabungen legen nahe, dass das heutige Stadtgebiet vor 8.000 bis 10.000 Jahren besiedelt wurde. Der lydische König Alyattes zerstörte Smyrna 630 v. Chr. Erst Antigonos I. Monophthalmos gründete 20 Stadien südwestlich der alten Stadt ein neues Smyrna. Der von ihm angelegte Hafen legte den Grundstein für Smyrnas Entwicklung zu einer der reichsten Handelsstädte Asiens. Nachdem es schon bei der Eroberung durch den römischen Konsul Dolabella sehr gelitten hatte, wurde es 178 und 180 n. Chr. durch Erdbeben noch stärker beschädigt, aber durch Marcus Aurelius wiederaufgebaut. Cassius Dio war zeitweilig römischer Curator (Aufseher über die Stadtverwaltung) von Smyrna.

Spätantike - Byzanz

Smyrna war ein wichtiges Zentrum der christlichen Welt. Schon früh etablierte sich eine christliche Gemeinde. Diese Gemeinde ist einer der sieben Gemeinden der Offenbarung des Johannes. Der Kirchenvater Polykarp von Smyrna, Verfasser eines Briefes an die Philipper, war im 2. Jahrhundert Bischof von Smyrna. Auch Ignatius von Antiochien hielt sich in Smyrna auf und soll dort vier der Ignatiusbriefe verfasst haben. Smyrna gehörte ab 395 zum Byzantinischen Reich. 1083 wurde es zeitweilig von dem Seeräuber Tzachas und 1402 von Timur Lenk erobert. Murad II. eroberte es, nachdem der Großteil Kleinasiens Byzanz bereits verloren gegangen war, 1424 für das Osmanische Reich.

Osmanisches Reich

Smyrna war ein wichtiges Zentrum für Händler und Kaufleute in der Zeit der Seldschuken und im Osmanischen Reich und der wichtigste Handelsplatz Kleinasiens. Seine Bevölkerung bildeten orthodoxe Christen (Griechen), Türken, Juden sowie (katholische) abendländische Christen. Die Bevölkerungsgruppen wohnten jeweils in eigenen Stadtvierteln. Smyrna war Sitz des Generalgouverneurs der Provinz Wilajets Aidin, eines Metropoliten sowie je eines katholischen, griechischen und armenischen Erzbischofs. Smyrna war ein Zentrum der Teppichweberei.

Erster Weltkrieg und türkisch-griechischer Krieg

Smyrna wurde 1920 im Vertrag von Sèvres Griechenland zugesprochen, jedoch 1922 während des türkisch-griechischen Krieges bei dem Rückzug der griechischen Armee in Brand gesetzt und zerstört. Im armenisch besiedelten Gebiet brach ein Feuer aus und vernichtete einen großen Teil der Stadt. Später wurde sie wieder aufgebaut. Bei der Auseinandersetzung wurden ca. 25.000 Zivilisten (wahrscheinlich mehr) getötet und ca. 200.000 vertrieben. Ein Teil der griechischen Bevölkerungsmehrheit wurde noch von den Engländern aus der Stadt evakuiert, da man Übergriffe der Türken voraussah, bevor die meisten verbliebenen Zivilisten durch eben diese Akte umkamen. Viele der Griechen emigrierten nach Athen, wo heute noch der Stadtteil Nea Smyrni (Νέα Σμύρνη) an ihre Herkunft erinnert. Im Vertrag von Lausanne wurden İzmir und die gesamte Westküste der Türkei zugesprochen.

Modernes İzmir

Auf einem Teil der zerstörten Stadtteile wurde der sogenannte Kulturpark mit dem Messegelände (mit 420.000 m² Grundfläche) errichtet. Das Stadtzentrum mit der Gemeindeverwaltung (Belediye) und dem Sitz des Provinzgouverneurs (Valilik) befindet sich in Konak. Karşıyaka, Bornova, Hatay und Buca sind die größten Wohngebiete. Die Provinz beherbergt 4,6% der landesweiten Landwirtschaft und 9% der gesamten Industrie. Die Ökonomie basiert auf 30,5% Industrie, 22,9% Handel, 13,5% Transportgewerbe und Telekommunikation und 7,8% Landwirtschaft. Die wichtigsten Exportgüter der Stadt sind Erdölprodukte und Chemikalien, Metall, Textilien, Autos, Lebensmittel (Feigen, Trauben, Oliven und Olivenöl), Bier der Marke Tuborg, Tabak und Wolle. Die meisten Unterhaltungs- und Einkaufskomplexe sind in Konak, Karşıyaka und Bornova, wobei die Industrie in Bornova, Çiğli und Gaziemir konzentriert ist. Im nordöstlichen Teil von Izmir erstreckt sich der circa 46 Hektar große Kulturpark mit Zoologischem Garten, Freilufttheater und Messegelände. İzmir wird kulturell als die modernste und verwestlichteste Stadt der Türkei angesehen. In der Stadt befinden sich vier Universitäten und ein Institut für Technologie. Als Wahrzeichen der Stadt gelten der Saat Kulesi (Uhrturm) auf dem Konak-Platz und das Atatürk-Denkmal auf dem Cumhuriyet-Platz (Platz der Republik). Die neue Teilringautobahn O30 und die vor erst einigen Jahren eröffnete U-Bahn entlasten die städtischen Straßen, wodurch die bekannten Staus in der Innenstadt nicht mehr so oft zu sehen sind wie früher. Die Stadt hat mit dem Adnan Menderes Airport einen Flughafen, der sich 18 Kilometer außerhalb der City befindet.

Klima

Das Frühjahr und der Herbst sind angenehm temperiert und daher die besten Zeiten, der Stadt einen Besuch abzustatten. Relativ hohe Temperaturen bestimmen die Sommermonate. Lediglich am Küstenstreifen (Kordon), wo immer eine leichte Brise weht, ist es auch dann angenehm. Der Winter ist durch wechselhaftes Wetter bestimmt: Es gibt frühlingshafte Sonnentage, häufig Regen, aber selten Schneefälle.

Verschiedenes


- İzmir ist eine der ältesten Städte der Welt, der heutige türkische Name bildet sich aus dem griechischen "eis Smyrna" "nach Smyrna" (wie auch Istanbul ja aus dem griechischen "eis thn polin" stammt.
- Homer, der Dichter der Ilias und Odyssee, soll in Smyrna gelebt haben.
- Drei der in der Bibel erwähnten Sieben Kirchen der Apokalypse befinden sich in der Region İzmir.
- Vermutlich hat İzmir mit der sogenannten Kordonboyu die längste Theke der Türkei.
- Der Vater und Designer des legendären Morris Austin Mini, Sir Alec Issigonis (1906-1988), wurde hier geboren, auch seine Familie wurde jedoch während der kleinasiatischen Katastrophe vertrieben.

Sehenswürdigkeiten

Dank 5000 Jahren multikultureller Geschichte hat İzmir Sehenswertes zu bieten:
- die Agora
- Kadifekale
- Kemeralti Bazaar
- Balçova Thermalbäder
- Belkahve In der näheren Umgebung befinden sich folgende bedeutende Ruinenstätten und Naturschönheiten:
- Ephesos (Selçuk-Efes) mit dem Tempel der Artemis
- Pergamon (Bergama)
- Phokaia (Foça)
- Çamaltı Vogelparadies

Söhne und Töchter der Stadt


- Sezen Aksu, türkische Pop-Sängerin
- Édouard Balladur, französischer Politiker und Premierminister
- Yakovos Bilek, deutscher Basketballtrainer
- Manolis Kalomiris, griechischer Komponist
- Adamantios Korais, griechischer Gelehrter und Schriftsteller
- James Justinian Morier, britischer Diplomat, Reisender und Schriftsteller
- Metin Oktay, türkischer Fußballspieler
- Aristoteles Onassis, griechischer Reeder
- Yüksel Pazarkaya, Schriftsteller
- Osman Pepe, türkische Umweltminister
- Ahmet Adnan Saygun, türkischer Komponist, Musiker und Musikwissenschaftler
- Alev Tekinay, Linguistin und Schriftstellerin

Weblinks


- [http://www.discoverturkey.com/german/iller/izmir.html Türkisches Kultusministerium - Izmir]
- [http://www.izmirturizm.gov.tr/ Izmir Tourism Info]
- [http://www.izmirfair.com.tr/ Izmir International Fair]
- [http://www.ege.edu.tr Ege Universität in Izmir]
- [http://www.universiadeizmir.org 2005 Sommer Universiade - "Olympische Spiele" zwischen Universitäten]
- [http://www.cankan.com/gizmir/index.htm Cankan Immobilien - Izmir Seiten] Izmir Izmir Izmir ja:イズミル

Sultanat Ikonion

Das Sultanat Ikonion auch Sultanat Rum, Sultanat von Konya war der auf ehemals byzantinischem Boden errichtete Herrschaftbereich der Rum-Seldschuken in Anatolien. Nach der Schlacht von Mantzikert 1071 ging das Innere Kleinasiens für das Byzantinische Reich endgültig verloren. Die Seldschuken errichteten ein Sultanat, dessen Name Rum sich von Rom / Rhomanoi ableitete und somit das "Römische Sultanat", bezugnehmend auf die oströmisch-byzantinische Kaiserreich bezeichnete. Seine Hauptstadt wurde Ikonion. Das Sultanat befand sich in einem dauernden Konflikt mit dem byzantinischen Reich, stellte aber auch gleichzeitig einen Pufferstaat zwischen Byzanz und der muslimischen Welt dar. Zu wesentlichen Verschiebungen der Grenze mit Byzanz kam es nicht. Ikonion wurde sogar für einige byzantinische Renegaten zum Exil. Das Sultanat geriet 1243 unter die Herrschaft der Ilchane und löste sich bis 1307 auf. Die aufstrebenden Osmanen traten zu Beginn des 14. Jahrhunderts das Erbe der Seldschuken in Anatolien an. Kategorie:Staat (historisch) Kategorie:Mittelalter

Gallipoli (Türkei)

Gallipoli (griech. Kalli Polis, Callipolis, türk. Gelibolu) ist eine türkische Hafenstadt an den Dardanellen. Die Fähre von Gelibolu nach Çanakkale ist eine der Hauptverbindungen Istanbul/Izmir. In der Stadt gibt es einige Sardinenfabriken und auch der kleine beliebte Hamzi Fisch wird verkauft. Aus der Geschichte:
- 1354 erobert durch den Osmanen Orhan I. Gazi
- Schlacht von Gallipoli im 1. Weltkrieg (1914-1918)

Sehenswürdigkeiten


- Anzak Schlachtfelder
- Byzanthinische Festung

Webseiten


- [http://www.gelibolu.net/tr/index.asp Stadtverwaltung]
- [http://www.allaboutturkey.com/gelibolu.htm Schlacht von Gallipoli]
- [http://www.geltag.com Information über Gelibolu] Kategorie:Ort in der Türkei

Laodicea

Laodikeia (griechisch: Λαοδικεία; lateinisch: Laodicea, in eingedeutschter Form Laodizea) ist der Name von sechs antiken Städten, die in hellenistischer Zeit nach der seleukidischen Königin Laodike des 3. Jahrhunderts v. Chr. benannt wurden. Dazu zählen:
- Laodicea ad Mare heute Latakia, Syrien
- Laodicea ad Lycum, in der Nähe des heutigen Denizli, Türkei, einst Metropolis von Phrygia Pakatiane. Sie ist die letzte der sieben Gemeinden, die Johannes in der Apokalypse, dem Buch der Offenbarung anspricht (siehe Offenbarung 3:14-22). Diese Stadt war auch der Platz des Konzil von Laodicea im 4. Jahrhundert.
- Laodicea Katakekaumene, in Galatien

Leo II. (Armenien)

Leo II. († 1219) war König von Armenien und regierte von 1187 bis 1219. Leo war zwei Mal verheiratet: seine erste Frau war Elisabeth von Österreich, seine zweite Sibylle von Lusignan, Tochter des Amalrich II., König von Jerusalem. Leo machte seine Tochter Isabella zu seiner Erbin, obwohl er von seiner ältesten Tochter Rita einen Enkel hatte, und mit Raimund Ruben ein Enkel von Ruben III. existierte.

Bibliografie


- T.S.R. Boase, Hg. The Cilician Kingdom of Armenia. Scottish Academic Press, 1978. Kategorie:Mann Kategorie:Fürst (Armenien) Kategorie:König (Armenien) Kategorie:Gestorben 1219

Türkei

Die Türkei (Eigenbezeichnung Türkiye) ist der Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches und ging nach dem Ersten Weltkrieg aus diesem hervor. Die Türkei ist eine laizistische Republik. Der Laizismus geht auf den Staatsgründer Mustafa Kemal "Atatürk" zurück. Atatürk war bestrebt, durch viele gesellschaftliche Reformen die Türkei nach dem Vorbild Europas zu modernisieren. Seit dem 3. Oktober 2005 laufen die Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der Europäischen Union.

Geografie

Lage

Europäischen Union Die Türkei erstreckt sich geografisch über zwei Kontinente. Anatolien, der asiatische Teil des türkischen Staatsgebiets, nimmt etwa 97 % der Fläche ein. Der europäische Teil bildet das östliche Thrakien und umfasst etwa 3 % der Landesfläche (23.623 km²). Die Landesgrenzen der Türkei haben eine Gesamtlänge von ca. 9.848 km, davon sind 7.200 km vom Meer umgrenzt. Im Westen der Türkei liegt das Ägäische Meer, im Süden das Mittelmeer und im Norden das Schwarze Meer. Daneben teilt die Türkei mit acht Nachbarländern eine Grenze mit einer Gesamtlänge von 2.648 km. Im Nordwesten grenzt sie an Griechenland (206 km Grenze) und Bulgarien (240 km), im Nordosten an Georgien (252 km), Armenien (268 km), Aserbaidschan (Exklave und autonome Republik Nachitschevan) (9 km), im Osten an den Iran (499 km) und im Süden an den Irak (352 km) und Syrien (822 km). Vor allem der Norden der Türkei gehört zu den am stärksten erdbebengefährdeten Regionen der Welt und wurde in den letzten Jahren immer wieder von Erdbeben erschüttert. Da eine gewisse chronologische Ost-West-Abfolge der Erdbeben in der Nordtürkei festzustellen ist, gehen Experten davon aus, dass in absehbarer Zeit auch İstanbul von einem großen Beben erschüttert werden könnte. Die letzten großen Beben in der Provinz Kocaeli waren weniger als 100 km von İstanbul entfernt.

Landschaftsbild

Kocaeli Die Türkei wird in sieben Regionen unterteilt: Thrakien- und Marmararegion, Ägäis, Schwarzmeer-Region, Zentral-Anatolien, Mittelmeerraum, Ost- und Südost-Anatolien. Diese Regionen unterscheiden sich stark bezüglich Vegetation und Wetterbedingungen. Thrakien liegt westlich vom Bosporus auf der europäischen Seite. Auf der thrakischen Hochebene bildet der Fluss Meriç die Grenze zu Griechenland. Östlich vom Bosporus liegt die Marmara-Region. Das Marmarameer trennt Europa von Asien und das Ägäische Meer vom Schwarzen Meer. Zum Mittelmeer hin erstrecken sich die Dardanellen auf einer Länge von 60 km. Die beiden Landzungen sind bei Çanakkale mit bis zu 4 km am breitesten. Am Bosporus liegt die Millionen-Metropole İstanbul. Die Landschaft in dieser Region ist hügelig und von Büschen und Wäldern bedeckt. Der fruchtbare Ackerboden weicht im Osten einer Steppenlandschaft. Die Region bildet das wirtschaftliche Zentrum der Türkei. Die Millionenstadt Bursa ist als Kurort berühmt für seine Schwefel- und Thermalquellen. Sie liegt zu Füßen des Uludağ-Gebirges. Der Berg ist sowohl im Sommer (Flucht vor der Hitze) als auch im Winter (Wintersport) ein beliebtes Ausflugsziel. Die Ägäis-Region wird ebenfalls landwirtschaftlich intensiv genutzt. Die stark hügelige Landschaft erstreckt sich entlang der Westküste zwischen Çanakkale und Bodrum. Die Küstenregion gehört zu den am besten touristisch erschlossenen Regionen der Türkei. Neben Zypressen und Ölbäumen prägen Weinreben die Landschaft. In dieser Region finden sich viele antike Bauten aus der Zeit der griechichen Besiedlung, z. B. Troja, Assos (Behramkale), Pergamon (Bergama), Ephesus (Efes), Priene, Milet, Didyma und Euromos. Die Schwarzmeer-Region umfasst den nördlichen Küstenstreifen der Türkei. Sie ist geprägt durch ein mildes, feuchtes Klima, und auf ihrer bergigen Landschaft erstrecken sich große Wälder. Auf dem sehr fruchtbaren Boden werden Tee, Tabak, Mais und Haselnüsse angebaut. Die zentralanatolische Region umfasst die inneranatolischen Hochebenen. Hier liegen der Salzsee Tuz Gölü (salziger als das Tote Meer) und Gebirgsketten, die stellenweise bis zu 3.900 m hochragen. Im Osten liegt Kappadokien, das wegen seiner in Tuffstein getriebenen Wohnhöhlen und Felsenkirchen in bis zu 2.000 m hohen Bergkegeln bekannt ist. Inneranatolien ist überwiegend durch eine Steppenlandschaft geprägt und gehört zu den trockensten Gebieten Anatoliens; in der Region um den Tuz Gölü nimmt die Landschaft wüstenähnliche Gestalt an. Deshalb ist die landwirtschaftliche Nutzung in dieser Region nicht so stark ausgebildet, wie in den zuvor genannten Regionen. Vor allem Weizen, Gerste und Obst werden hier angebaut. Das Klima dieser Region ist geprägt durch heiße, trockene Sommer (über 40 Grad) mit kalten Abenden. Die Winter sind sehr kalt (unter -20 Grad). Die Mittelmeer-Region wird im Norden vom Taurus und im Osten vom Nur Dağları (Amanosgebirge) begrenzt. Landwirtschaftlich werden in dieser Region überwiegend Zitrusfrüchte, Bananen, Tomaten, Erdnüsse und Baumwolle angebaut. Baumwolle Südostanatolien ist die älteste Kulturregion der Türkei. Sie wird vom Taurus-Gebirge umschlossen. Hier verlaufen die beiden Flüsse Euphrat und Tigris. Landwirtschaftlich wird diese Region durch Weizen-, Gersten-, Wein-, Oliven- und Pistazienanbau genutzt. Neben Gebirgsverläufen ist die Region östlich des Euphrat durch ein Hochplateau geprägt. Zur weiteren landwirtschaftlichen Kultivierung werden im Rahmen des Südostanatolien-Projekts entlang des Euphrat und Tigris über 20 Staudämme errichtet. Höchste Berge der Türkei:
- Ararat (Büyük Ağrı dağı) - 5.165 m
- Buzul Dağı - 4.116 m
- Süphan Dağı - 4.058 m
- Kaçkar Dağı - 3.932 m
- Erciyes Dağı - 3.917 m
- Uludağ - 2.543 m Uludağ Wichtigste Flüsse der Türkei:
- Kızılırmak 1.355 km
- Euphrat (Fırat)
- Sakarya
- Murat
- Tigris (Dicle)
- Seyhan
- Ceyhan
- Göksu, Çoruh, Großer Mäander (Büyük Menderes). Seen der Türkei:
- Van Gölü 3.713 km²
- Tuz Gölü 1.500 km² (Salzsee)
- Beyşehir Gölü 656 km²
- Eğridir Gölü 468 km²
- Akşehir Gölü 353 km²
- İznik Gölü 298 km² Bedeutende Inseln der Türkei:
- Gökçeada 279 km²
- Marmara Adası 117 km²
- Bozcaada 36 km²
- Uzunada 25 km²
- Alibey 23 km²
- Paşalimanı 21 km²
- Avşar 21 km²

Klima

Flora und Fauna

Die Fläche der Türkei wird zu 26,2 % von Wald eingenommen, landwirtschaftlich werden 36,3 % der Gesamtfläche genutzt. Die Flora der Türkei gilt als die vielfältigste und abwechslungsreichste im Nahen Osten. Es finden sich rund 9.000 Arten mit 850 Gattungen; im Süden vor allem Pflanzen, die sich an die trockenen Sommer angepasst haben, z. B. immergrüne Hecken und Sträucher, Eichenbäume, Oliven- und Johannisbrotbäume. In den Hochebenen sind wilde Blumen und Bodendecker heimisch. Die Steppen werden von Sträuchern, Nadelwäldern und Schwarzkiefern beherrscht, die trockenen Gebiete auch von Disteln und Kakteengewächsen (Dornpolster). Im Norden, vor allem an der Schwarzmeerküste, finden sich ausgedehnte Haselnuss-, Mais- und Teeplantagen, im Süden eher Obst- und Baumwollplantagen. Auch sind viele Niederwildarten und Wildschweine heimisch, obwohl sich ihr Bestand durch die Jagd beständig dezimiert. An Nutztieren finden sich vorrangig Rinder, Pferde, Büffel, Schafe und Ziegen. Der Kamelbestand ging in den letzten Jahrzehnten beständig zurück; sie werden heute vorrangig für sportliche Wettkämpfe und nicht mehr als Lastenträger gezüchtet. Die größten Raubtiere, die heute noch in der Türkei leben, sind u. a. Braunbären, Wölfe, Schakale und einige Luchsarten. Der letzte türkische Leopard soll 1979 in Hakkari von einem Bauern erlegt worden sein. Die Türkei ist Brut- und Überwinterungsplatz für zahlreiche Vogelarten. Südlich von Bandırma - im Kuscenneti-Nationalpark - liegt ein bekanntes Vogelparadies, wo Pelikane, Wildenten, Störche, Kormorane, Nachtigallen und Fasane ihre Heimat gefunden haben.

Städte

Fasane Die Verstädterung ist in der Türkei weit voran geschritten, 74 % der Gesamtbevölkerung leben in der Stadt. Während der Südosten der Türkei sehr dünn besiedelt ist, konzentriert sich die Bevölkerung in den großen Städten der Westküste. Stadt Hauptstadt ist das in Zentralanatolien gelegene Ankara mit 3.203.362 Einwohnern. Ankara ist auch eine wichtige Wirtschafts- und Universitätsstadt. Größte Stadt und zugleich wirtschaftliches und kulturelles Zentrum ist das am Bosporus gelegene Istanbul (früher Konstantinopel), das auf beiden Seiten der Meeresenge liegt und sich so auf zwei Kontinente über eine Fläche von 1.269 km² erstreckt. Die eigentliche Stadt hat 8.803.468 Einwohner; in der Metropolregion, die mit der Bodenfläche der Provinz Istanbul identisch ist, leben auf einer Fläche von 5.220 km² - das ist mehr als doppelt so groß wie das Saarland - 11.588.545 Menschen. Damit ist Istanbul eine der größten Städte der Welt. İzmir ist mit 2.232.265 Einwohnern die drittgrößte türkische Stadt und verfügt nach Istanbul über den zweitgrößten Handelshafen. Bursa (1.194.687 Einwohner) die ehemalige Hauptstadt des Osmanischen Reiches ist heute ein wichtiger Wirtschaftsstandort für die Automobil- und Textilindustrie. Die wichtigste Stadt im Südosten der Türkei ist Diyarbakir. Diyarbakir besitzt nach der Chinesischen Mauer die größte und besterhaltenste Befestigungsanlage der Welt. Sie besteht zum größten Teil aus Basalt. Die Anlage wird in einen inneren und einen äußeren Abschnitt unterteilt. Weitere wichtige Städte sind Adana (1.130.710 Einwohner), Gaziantep (853.513 Einwohner), Konya und die Touristenhochburg Antalya (Stand 2000). Siehe auch: Liste der Städte in der Türkei, Geschichte Istanbuls

Bevölkerung

Hauptartikel: Minderheitenpolitik der Türkei

Ethnien

Die genaue ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung in der Türkei ist nicht exakt feststellbar. Bei offiziellen Volkszählungen wird die ethnische Zugehörigkeit nicht erfasst. Ermittelt wird hingegen Muttersprache und Zweitsprache, wobei die Zahlen bei vielen Minderheiten aufgrund der türkischen Assimilationspolitik stark rückläufig sind. Hinzu kommt, dass sich in der Türkei seit Jahrtausenden die verschiedensten Volksgruppen mischen, so dass die Zurechnung eines Menschen zu einer Volksgruppe vielfach eine Definitionsfrage ist. Besonders umstritten ist die genaue Zahl der Kurden, der größten und sich der Assimilation am stärksten entziehenden Minderheit. Die Angaben zu den Ethnien differieren je nachdem, welche Quellen herangezogen werden, stark. Demnach leben in der Türkei folgende Ethnien: 70–80 % Türken, ca. 20–30 % Kurden, 2–3 % Zaza, 2 % Araber, 0,5 % Tscherkessen, 0,5 % Georgier sowie diverse andere ethnische Gruppen und Nationalitäten (Abchasen, Albaner, Aramäer, Armenier, Assyrer, Bosniaken, Bulgaren, Griechen, Lasen, Tschetschenen). Die Bevölkerungsgruppe der Türken wird unterschiedlich definiert. Die türkische Regierung zählt seit 1965 Bevölkerungsgruppen dazu, die von anderen Quellen zum Teil als Angehörige anderer Turkvölker angesehen werden. Dies betrifft etwa 2–5 Millionen Krimtataren und Tataren, etwa 0,5–2 Millionen Aserbaidschaner,etwa 330.000 Yörük-Türkmenen, bis zu 200.000 Mescheten, etwa 100.000 Tahtaci, etwa 60.000 Terekeme, etwa 14.000–20.000 Gagausen, etwa 2.000 Usbeken sowie jeweils etwa 1.000 Kasachen, Kirgisen, Kumyken, Turkmenen und 500 Uiguren. Siehe auch: Türken, Turkvölker, Liste der türkischen Stämme

Religion

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