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Kanaanäischkategorie:Semitische Sprache
Die Kanaanäischen Sprachen (auch Kanaanitisch) sind eine Untergruppe der Semitische Sprachen, die von den antiken Bewohnern Kanaans bzw. Palästinas gesprochen wurde. Die meisten kanaanäischen Sprachen starben schon zu Ende des 1. Jahrtausends v. Chr. aus, nur die Hebräische Sprache wurde durch die religiösen Schriften des Judentums überliefert und im 20. Jahrhundert wiederbelebt.
Kanaanäische Sprachen sind:
- Ammonitische Sprache (ausgestorben)
- Moabitische Sprache (ausgestorben)
- Edomitische Sprache (ausgestorben)
- Hebräische Sprache (Sakralsprache)
- Iwrith
- Phönizische Sprache (ausgestorben)
- Punische Sprache (ausgestorben)
- Samaritanische Sprache (ausgestorben)
Die wichtigsten Quellen zur Beschäftigung mit den Kanaanäischen Sprachen sind die hebräische Bibel und einige Inschriften, wie z.B.:
- auf Moabitisch: Mescha-Stele, El-Kerak-Stele
- auf Althebräisch: Gezer-Kalender
- auf Phönizisch: Ahiram-Inschrift, Sarkophag des Eshmunazar[http://www.proel.org/alfabetos/fenicio19.gif]
- auf (Neo-)Punisch: Poenulus von Plautus (Anfang des 5. Akts)
Die kanaanäischen Sprachen bilden zusammen mit dem Aramäischen die westsemitischen Sprachen. Merkmale der kanaanäischen Sprachen sind u.a.:
- Das als bestimmter Artikel benutzte Präfix h- (im aramäischen stattdessen das Suffix -a)
- Das Pronomen der 1. Person Singular ʾnk (אנכ - anok(i)) (dagegen Aramäisch ʾnʾ/ʾny) Die kanaanäische Form ist im Gegensatz zur entsprechenden aramäischen Form ʾnʾ/ʾny die alte Proto-Afro-Asiatische Form (vgl. Ägyptisch jnk)
Links
- [http://www.kchanson.com/ANCDOCS/westsem/westsem.html Einige Westsemitische Inschriften] (englisch)
Kategorie:Semitische SpracheKategorie:Sprachfamilie
KanaanDieser Artikel behandelt das Land Kanaan, weiteres siehe Kanaan (Begriffsklärung)
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Kanaan ist das Gebiet im vorderen Orient, das in der Antike auch mit Palästina bezeichnet wird. Die Bezeichnung stammt aus der Bibel. Nach dem Bericht der Genesis (Kapitel 12ff), bezeichnet es das Abraham und seinen Nachkommen versprochene Land.
Jahrhunderte nach der vermeintlichen Verheißung in Mesopotamien, nach dem Auszug aus Ägypten, vermutlich ab dem Ende des 13. Jahrhundert v. Chr., wurde das Land Kanaan von Israelitischen Stämmen erobert oder auch friedlich besiedelt - die biblischen Darstellungen gehen teils in die eine, teils in die andere Richtung (Trompeten von Jericho).
Vermutlich war das Land schon vor der biblischen Landnahme der Israeliten von Hebräischen und aramäischen Stämmen, von Spät-Hethitern und Hurritern, sowie semitischen Stämmen der Wüste (Moabiter) bewohnt. Nördlich davon, im Libanon und an der syrischen Küste gab es schon frühe phönikisch-kanaanitische Stadtstaaten.
Die Warnung vor den Fruchtbarkeitsgöttern Kanaans, vor allem Baal (Bel) in allen seinen Varianten, ihren Riten und Bildern, den in der Bibel erwähnten Höhenkulten, Stier- und Kalbsgötzen (Goldenes Kalb), durchzieht alle älteren Schichten des Alten Testaments. Für die Zeit Salomons ist die Verehrungen der Liebesgöttin Astarte (Ascherat) belegt (siehe hierzu auch Kanaanitische bzw. Ugaritische Religion).
Der heutige Gazastreifen wurde von den Philistern, einem vielleicht indoeuropäischen Volk des Seevölkersturms besiedelt.
Der Name Kanaan verschwand spätestens in römischer Zeit zugunsten der Bezeichnung Syria.
Kanaan ist heute auch der Name einer irakischen Kleinstadt nördlich von Bagdad. Bei der Explosion einer Autobombe im Rahmen verheerender landesweiter Selbstmordanschläge kam dort am 18. November 2005 ein 15-jähriger Junge ums Leben, mindestens zwei Zivilisten wurden nach Polizeiangaben verletzt.
Kategorie:Ort in der Bibel
Kategorie:Historische Landschaft
ja:カナン
simple:Canaan
Palästina
Mit Palästina werden bezeichnet
# die historische Region, siehe Palästina (Region)
# die Palästinensischen Autonomiegebiete
# ab 135 n. Chr. (als Syria Palaestina) die römische Provinz Judäa
# die Comic-Reportage des Amerikaners Joe Sacco, siehe Palästina (Comic)
Judentum
Unter Judentum versteht man die Gesamtheit aus Kultur, Geschichte, Religion und Tradition des sich selbst als Volk Israel (he. am jisrael, bnei jisrael) bezeichnenden jüdischen Volkes. Mit dem Begriff können auch gezielt die jüdische Religion oder, als Gruppe, die sowohl ein Volk als auch eine Glaubensgemeinschaft darstellenden Juden (he. jehudim) angesprochen werden.
Das Judentum zählt zu den Weltreligionen; Christentum und Islam haben viele ihrer Überlieferungen aus ihm übernommen.
Geschichte des jüdischen Volkes
Islam
Nach der Tora, der jüdischen Bibel, beginnt die Geschichte des jüdischen Volkes mit dem Bund, den Gott mit Abraham schließt (1.Mose 12). Die jüdische Tradition sieht Abraham als den Begründer des monotheistischen Glaubens an einen einzigen, unsichtbaren Gott. Diesen Bund setzt Gott mit Abrahams Sohn Isaak und dessen Sohn Jakob fort, der seit dem Ringkampf am östlichen Ufer des Flusses Jabbok (1.Mose 32) Jisrael genannt wurde. Jakob hatte zwölf Söhne, die zu den Stammvätern der Zwölf Stämme Israels (Israeliten) wurden: Ruben, Simeon, (Levi), Juda, Issaschar, Sebulon, Benjamin, Dan, Naphtali, Gad, Asser und Joseph (mit seinen Söhnen Ephraim und Manasse). Diese ziehen von Kanaan, dem heutigen Palästina bzw. Israel nach Ägypten, wo ihre Nachfahren (die Hebräer) vom Pharao versklavt werden. Aus dieser Sklaverei werden die von Mosche (Moses) angeführten Hebräer durch Gott befreit, der ihnen am Berg Sinai die (schriftliche und mündliche) Tora offenbart. Nach 40jähriger Wüstenwanderschaft siedeln sich die zwölf Volksstämme in Kanaan an. Sie bildeten nach der Bibel in ihrer Gesamtheit das Volk Israel, das erwählte Volk Gottes. Die Erwählung bedeutet dabei die Aufgabe, durch Einhaltung der Mizwot (der in der Tora festgelegten Ge- und Verbote) der Menschheit ein Beispiel für ein ethisches Leben zu geben. Obwohl das jüdische Volk an dieser Aufgabe häufig scheitert, was die späteren Propheten immer wieder beklagen, bleibt der Bund mit Gott ungebrochen.
Die Bezeichnung "Juden" bedeutete ursprünglich "Judäer" und geht auf das Königreich Juda zurück, das seinen Namen wiederum von den darin lebenden Angehörigen des Stammes Juda hatte. Der Name "Judentum" bezieht sich ursprünglich nur auf diesen einen von den Stämmen Gesamtisraels.
Nach der so genannten babylonischen Gefangenschaft wurden alle Bewohner der Region von den umliegenden Völkern als "Judäer" bezeichnet und damit der Name "Juden" auf alle Israeliten ausgedehnt. In der Diaspora wurde der Name "Juden" dann zu ihrer Selbstbezeichnung.
Bereits in hellenistischer Zeit fanden Auswanderungsbewegungen aus Palästina statt: Das so genannte Hellenistische Judentum entstand. Spätestens seit der Zerstörung des jüdischen Staates im 1. Jhd. nach Christus und der Zerstörung Jerusalems unter Hadrian (der Jerusalem in Aelia Capitolina umbenannte) zerstreuten sich die Juden als regional greifbares und geschlossenes Volk endgültig, wobei jedoch die große Mehrheit innerhalb des Römischen Reiches siedelte. In der Spätantike und dem frühen Mittelalter verschob sich der Schwerpunkt nach Babylonien, damals Teil des Reiches der Sassaniden.
Die übrigen Anhänger des Judentums verteilten sich im Hochmittelalter auch in andere Teile Europas, im Spätmittelalter, im Zuge der Pestpogrome und der Ausweisung beispielsweise aus Frankreich, besonders nach Osteuropa, ferner in die islamische Welt und im Anschluss (Vertreibung aus Spanien 1492) wieder ins heutige Palästina sowie auch in die Neue Welt. Juden wurden oft verfolgt und ghettoisiert, konnten sich stellenweise aber auch unter Beibehaltung von Glaube und Tradition als integraler Bestandteil der lokalen Gesellschaften etablieren.
Siehe auch: Geschichte des jüdischen Volkes
Jüdische Religion
Die jüdische Religion basiert auf den religiösen Überlieferungen des jüdischen Volkes. Diese Überlieferungen teilen sich auf in eine schriftliche (Thora) und eine mündliche Lehre (Mischna, Talmud, Schulchan Aruch usw.).
Siehe: Jüdische Religion, Jüdischer Glaube
Aktueller Kontext
Der Begriff Jude bezeichnet nach dem jüdischen Recht des rabbinischen Judentums seit der modernen Zeitrechnung einen Menschen mit einer jüdischen Mutter und jene, die rechtmäßig zum jüdischen Glauben übergetreten sind (siehe Gijur).
Das Judentum ist seit Jahrtausenden häufig religiösen, ideologischen und politischen Anfeindungen und dabei Pogromen und Verfolgungen ausgesetzt. Einmalig in der Geschichte ist dagegen der Versuch der planmäßigen und quasi-industriellen Ausrottung des jüdischen Volkes durch das nationalsozialistische Deutschland.
Im Jahre 1934 wurden 17 Millionen jüdische Menschen auf der Welt gezählt. Sechs Millionen davon, mehr als ein Drittel, fielen dem Holocaust zum Opfer. Dies beschleunigte nach dem Zusammenbruch des Dritten Reichs die Umsetzung der zionistischen Bestrebungen und führte 1948 zur internationalen Anerkennung des Staates Israel als jüdische Heimstätte.
Der heutige Staat Israel, eine Demokratie nach westlichem Vorbild, begründet seine territoriale Außen- und Innenpolitik staatlich-souverän, seine Innenpolitik ist jedoch in einigen Feldern auch stark religiös geprägt. So ist eine bürgerliche Heirat in Israel nach wie vor nicht möglich, da das Familienrecht den jeweiligen Religionsgruppen unterstellt ist. Dies kann zum Beispiel bei Scheidung zu Problemen für Frauen führen, wenn sich der Ehemann weigert, der Frau den Scheidungsbrief (Get) zu überreichen. Solche Scheidungsverweigerer können zwar vom Rabbinatsgericht in Erzwingungshaft gesteckt werden, doch ohne einen Get bleibt nach traditionellem jüdischen Recht die von ihrem Mann getrennte Frau "gebunden" und kann nicht wieder heiraten.
Aufgrund der besonderen Geschichte und Tradition des Judentums ist das Verständnis einer jüdischen Identität ausgeprägt, die sich auf ein gemeinsames Schicksal bezieht und nicht notwendigerweise religiös begründet wird. Viele Juden betrachten sich gleichzeitig z.B. als Briten oder US-Amerikaner, bis 1933 auch als patriotische Deutsche, die im Ersten Weltkrieg ihr Leben für ihre europäische Heimat riskierten oder opferten.
Jüdische Gemeinden in der Welt
Heute gibt es etwa 14 Millionen Juden in der Welt, von denen die meisten in den USA und in Israel leben. Durch verschiedene Emigrations- und Imigragtionswellen hat sich die Verteilung der Juden in der Welt in den letzten Jahren sehr verändert. Vor 15 Jahren lebte noch ein Großteil der Juden in der ehemaligien Sowjetunion. Nach ihrer Auflösung wanderten viele Menschen nach Israel (siehe Alijah), in die USA und nach Deutschland aus.
Heute leben die meisten Juden in:
Die religiösen Strömungen des Judentums der Gegenwart
In der Gegenwart können verschiedene kategorisierende Gruppierungen der Strömungen des religiösen Judentums vorgenommen werden. Dabei betreffen die Unterschiede nicht primär, aber auch die Gottesvorstellungen und den Glauben. Es werden orthodoxe und nicht-orthodoxe jüdische Strömungen unterschieden. Hierbei ist wichtig, dass für das Adjektiv nicht-orthodox synonym auch progressiv, reformiert oder liberal (wobei hier liberal nicht vom politischen Liberalismus abgeleitet ist, sondern den Schwerpunkt auf verstärkte Assimilation setzt) in einem weiteren Sinne genommen wird. Konservativ ist hingegen mit dem Begriff konservatives Judentum belegt, einer seit dem 19. Jahrhundert sich entwickelnden Strömung des Judentums, die eine Stellung zwischen Orthodoxie und dem liberalen Judentum einnimmt.
Der grundlegende Unterschied zwischen orthodoxem Judentum und den nicht-orthodoxen Strömungen beginnt beim Verständnis der Offenbarung am Berg Sinai (Mosche empfängt die Tora).
Das nicht-orthodoxe Judentum versteht diese Offenbarung nicht als absolut, sondern als einen progressiven (= fortschreitenden) Prozess des Dialoges Gottes mit seinem Volk, in der Zeit und in den Kulturen. Im Kontext dieser historisch-kritischen Auslegung der Offenbarung entstanden alle nicht-orthodoxen Strömungen des Judentums. Da sie alle die Entwicklung betonen, gehören diese alle zum progressiven Judentum im weitesten Sinne. Im engeren Sinne bestimmt der Begriff progressives Judentum jedoch alle Gruppen des Reform-Judentums, die sich im Verband Weltunion für progressives Judentum zusammengeschlossen haben.
Zwei Drittel des religiös geprägten Judentums sind nicht zur Orthodoxie gehörend, ein Drittel zählt sich zum orthodoxen Judentum mit seinen verschiedenen Unterströmungen.
Alle religiösen jüdischen Strömungen der Gegenwart haben ihren Ausgang in den Impulsen der Geistesgeschichte vor allem Deutschlands und Europas ab Ende des 18. Jahrhunderts. -
Der Fokus der Entwicklung des Judentums liegt seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in den USA. -
Aus Deutschland sind die Beiträge zur Entwicklung jüdischen Denkens und Geistesleben nach der Shoa unbedeutend. Langsam entwickelt sich dieses aber zunehmend unter der Zuwanderung jüdischer Menschen aus der ehemaligen UdSSR, aus der Diaspora Osteuropas und Asiens.
Hauptströmungen des Judentums der Gegenwart:
: Orthodoxes Judentum
: Liberales Judentum
: Konservatives Judentum
: Rekonstruktionismus
Andere, kleinere religiöse Strömungen des Judentums der Gegenwart:
: Ultraorthodoxes Judentum
: Neoorthodoxes Judentum
: Jüdische Mystik (siehe: mittelalterliche Kabbala)
: Chassidismus
: Jewish Renewal, oder Neo-Chassidismus
Andere laizistische Strömungen des Judentums der Gegenwart:
: Säkulares Judentum
: Humanistisches Judentum
Siehe auch: Strömungen des Judentums, Säkularismus
Aufteilung in ethnische Gruppen
In der Geschichte wurden Juden in vier größere Gruppen eingeteilt:
- Die Aschkenasim, deren Vorfahren in Deutschland oder Frankreich lebten, bevor sie nach Osteuropa und teilweise später in die USA auswanderten,
- die Sephardim, deren Vorfahren auf der iberischen Halbinsel (Spanien, Portugal) lebten,
- die orientalischen Juden (Misrachim), die im Nahen Osten und in Nordafrika lebten, aber auch nach Mittel- und Südasien wanderten (orientalische Juden werden oft auch als sephardisch bezeichnet, da ihre Traditionen weitgehend übereinstimmen) und
- die jemenitischen Juden (Teimanim), die lange von den übrigen Juden isoliert waren und dadurch eigene Riten entwickelten, aber auch alte Traditionen länger bewahrten (Hebräische Sprache,Kabbalah).
Die sephardischen Juden flohen 1492 vor der spanischen Inquisition, und siedelten sich überwiegend im Mittelmeerraum, teilweise aber auch in Mittel- und Westeuropa an (z.B. in Hamburg und Altona). Ihre gemeinsame Sprache ist das Ladino, das unterschiedliche regionale Ausprägungen hat.
Kleinere Gruppen sind
- die äthiopischen Juden (Eigenbezeichnung Beita Israel, andere Bezeichnung Falascha,
- die Bene Israel aus Bombay in Indien,
- die Bnei Israel (auch Shinlung in Nordostindien und Burma, sie stammen angeblich vom jüdischen Stamm der Menaseh (Manasse) ab),
- die Romanioten, griechischsprechende Juden des Balkan,
- die Tat sprechenden Bergjuden des Kaukasus (Dagestan, Aserbaidschan),
- die turksprachigen Krimtschaken auf der Krim und
- die Religionsgemeinschaft der Karaiten, die eine wesentliche Rolle bei der Bekehrung der Chasaren gehabt haben soll.
Umstritten ist die Stellung
- einer afghanischen Gruppe, die auf den antiken Stamm Ephraim zurückgehen soll,
- der Lemba in Simbabwe, sowie
- der messianischen Juden (Eigenbezeichnung) oder modernen Judenchristen – zum Christentum, meist evangelikaler Prägung, konvertierte Juden, die an ihrer jüdischen Identität festhalten sowie ein paar jüdische Traditionen pflegen und hauptsächlich in den USA zu finden sind. "Messianische" Juden sind nach dem Verständnis aller anderen Strömungen des Judentums (orthodox, konservativ, liberal, reformiert) im religiösen Sinn keine Juden, da ihre Interpretation der Tradition christlich ist. Hier unterscheiden sich Selbstwahrnehmung und Außenwahrnehmung.
Die Samaritaner sind eine frühzeitige Abspaltung von den Juden im engeren Sinne, die dennoch gewollt oder ungewollt lange deren Schicksal teilten: Aufstände der Juden zogen oft auch die Samaritaner in das Geschehen ein, da die Römer Probleme hatten, diese zu unterscheiden.
Wie es in Rom jüdische Synagogen gab, so gab es auch samaritanische. Heute gibt es nur noch sehr wenige Samaritaner.
Religiöse Führung
Jüdische Gemeinden werden geistlich und rechtlich von einem Rabbiner geleitet. Sephardische Juden sowie die Karäer bezeichnen ihren geistlichen Leiter auch als Chacham (Weiser). Im Jemen bei den Teimanin ist der Begriff Mori (mein Lehrer) gebräuchlich.
Die Gottesdienste werden im allgemeinen von einem Kantor, Chasan, oder allgemeiner gesagt von einem Vorbeter geleitet; zu ihrer Durchführung wird ein Quorum bzw. (hebräisch) Minjan, d.h. die Versammlung zehn jüdischer Männer, benötigt.
Die allgemeine, weltliche Leitung einer jüdischen Gemeinde hingegen liegt bei einem von den Gemeindemitgliedern zu wählenden Gemeindevorstand.
Historische jüdische Sekten
Fast alle Juden der Neuzeit folgen dem in Mischna und Talmud enthaltenen mündlich überlieferten Gesetz; sie werden als Rabbinisches Judentum bezeichnet.
Innerhalb des rabbinischen Judentums gibt es verschiedene Richtungen, wie etwa das Orthodoxe oder das Reformjudentum.
- Die kleine Gruppe der Karäer stellt eine Abspaltung von der Mehrheit der Juden dar. Sie lehnt die in Mischna und Talmud enthaltenen Lehren ab.
- Die Samariter haben als heilige Schriften eine Version der Torah, die Memar Markah sowie eine eigene Liturgie, Gesetze und Auslegungsschriften. Ein Großteil des Tanach (jüdische Bibel) gilt ihnen nicht als inspiriert. Die Autorität von Mischna und Talmud lehnen sie ebenfalls ab. Es gibt nur noch wenige Anhänger der samaritischen Religion.
Jüdische Kultur
Die jüdische Kultur steht in starker Wechselwirkung zu den Kulturen, in denen die jeweilige jüdische Gemeinschaft ihr kulturelles Leben entfaltet, so dass sie kaum isoliert betrachtet werden kann. Dabei spielt die Religion eine unterschiedlich große Rolle.
Durch die Aufsplittung des Europäischen Judentums in die
Aschkenasim und Sephardim haben sich hier zwei auch durch die Sprache unterschiedene Kulturräume entwickelt.
Siehe auch: Jüdisches Brauchtum, Jüdische Feste, Jüdischer Kalender, Jüdische Küche
Jüdischer Humanismus
Die Verarbeitung von Pogromerfahrungen geben den jüdischen Einflüssen in der Kultur nicht selten eine stark humanistische und egalitäre Prägung (bzw. wird hier der jüdische Einfluss am ehesten offensichtlich).
Viele Künstler bekennen sich zum Judentum als Nation und begreifen sich gleichzeitig als Atheisten.
Sprache
Hebräisch ist die Sprache der ältesten jüdischen Schriften und war Umgangssprache der Juden in der antiken Periode ihrer Unabhängigkeit. Es wurde als Umgangssprache nach Jahrhunderten vom Aramäischen verdrängt, blieb aber bis in unsere Tage hinein Gottesdienstsprache, z.T. auch Gelehrtensprache. Das Aramäische ist eine zum Hebräischen sehr ähnliche Sprache, die auch das schriftliche Hebräisch späterer jüdischer Schriftwerke beeinflusst hat. Einige Passagen in den Schriften des Alten Testamentes wurden schon auf aramäisch verfasst. Jesus und seine jüdischen Landsleute sprachen aramäisch. In der Diaspora nahmen die Juden die Sprachen der Länder an, in denen sie lebten (siehe Jüdische Sprachen). Einige Sonderfälle sind Sprachen, die jüdische Gemeinschaften aus verschiedenen Gegenden der Welt übernommen haben und aufgrund der historischen Umstände zu selbständigen Sprachen (wenn man will, zu Dialekten) weiterentwickelt haben. Siehe dazu: Jiddisch (die Sprache der Aschkenasim), Ladino (oder Sephardisch) (die Sprache der Sephardim), Judeo-Berberisch (die Sprache jüdischer Berber in Marokko), Tat (auch: Judeo-Tat, die Sprache der Bergjuden des Kaukasus (Dagestan, Aserbaidschan)). Im Alltag sprechen Juden die Sprache des Landes, in dem sie leben.
Das Iwrith, welches heute in Israel gesprochen wird, stellt eine gelungene Wiederbelebung des antiken Hebräisch dar, das um einen modernen Wortschatz erweitert wurde und auch in der Grammatik einige Anpassungen erfuhr. Es entwickelt sich heute im lebendigen Gebrauch weiter wie andere Sprachen auch.
Siehe auch
- Portal:Judentum
- Haskala, Haggada, Kabbalah, Schma Israel
- Israel, Israeliten, Zentralrat der Juden in Deutschland, Zionismus
- Jewish Encyclopedia,
- Kawwana, Tachles
- Proselyt, Judenmission
- Zarathustrismus, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus, Konfuzianismus, Taoismus, Judenchristen
- Davidstern
Literatur
- Jonathan Magonet: Einführung ins Judentum, Jüdische Verlagsanstalt Berlin (JVB), 2003, ISBN 3-934658-43-1
- Max Dinemann: Liberales Judentum, Jüdische Verlagsanstalt Berlin (JVB), 2000, ISBN 3-934658-13-X
- Jonathan A. Romain/Walter Homolka: Progressives Judentum, Knesebeck, 1999, ISBN 3-89660-046-X
- Gilbet S. Rosenthal/Walter Homolka: Das Judentum hat viele Gesichter, Knesebeck, 1999, ISBN 3-89660-045-1
- Hans Küng: "Das Judentum", Piper Buchverlag, ISBN 3492228275
- Meyer, Hajo: Das Ende des Judentum, Neu-Isenburg 2005, ISBN 3-937389-58-X
- Paul Spiegel: "Was ist Koscher?", Ullstein 2003, ISBN 3-550-07575-8
- Arthur Herzberg: Wer ist Jude? Hanser 2000, ISBN 3-446-19760-5
- Jens J. Schreiner: Vom "Gelben Flicken" zum "Judenstern"? Genese und Applikation von Judenabzeichen im Islam und christlichen Europa (841-1941), Frankfurt am Main/Berlin/Bern u.a. : Peter Lang Verlag 2004, 169 S., 12 Tab., ISBN 3-631-52553-2
- Monika Grübel: Judentum. DuMont Buchverlag, Köln 1997, ISBN 3770134966
- Dominique Aubier Der Jüdische Fall Le Cas Juif, die ontologische Kraft der hebräischen Sprache, die jüdische spezifische Besonderheit, Verlag Mont Blanc, Genf"1970".
- Dominique Aubier Antwort auf Hitler, der jüdische Auftrag Erklärung der Shoa, Verlag Qorban, 1979. [http://www.dominique-aubier.org]
Weblinks
- aus jüdischer Sicht
- [http://www.hagalil.com www.hagalil.com] - deutschsprachiges jüdisches Internetportal
- [http://www.talmud.de www.talmud.de] - Jüdisches Leben in Deutschland -heute
- [http://www.papdam.net www.papdam.net] - praktisches Judentum mit viel Hintergrundinfos, Zielgruppe: Juden
- [http://www.jinfo.org Bedeutende jüdische Persönlichkeiten aus Naturwissenschaft, Philosophie, Musik etc.]
- http://www.zadoq.com deutschsprachiges jüdisches Religionsportal
- [http://www.synagoge.de/ jüdische Gemeinden in Deutschland]
- [http://www.jewfaq.org Online-Lexikon Judaism 101 - englisch]
- [http://www.juedisches-recht.de/ Quellen und Prinzipien des jüdischen Rechts]
- Über das Judentum aus nichtjüdischer Sicht
- [http://www.buchklub.at/gorilla/hoffnungsreich/cybertour/judentum.htm Judentum - kurze Einführung]
- [http://www.politische-bildung-brandenburg.de/publikationen/pdf/juedische_kultur_und_geschichte.pdf Peter Ortag: Jüdische Kultur und Geschichte. Hrsg: Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung. 5. Auflage 2003]
ja:ユダヤ教
ko:유대교
ms:Yahudi
nb:Jødedom
simple:Judaism
th:ยูได
zh-min-nan:Iu-thài-kàu
Moabitische Sprache
Die moabitische Sprache ist eine ausgestorbene semitische Sprache des kanaanäischen Sprachzweigs, die im 1. Jahrtausend v. Chr. vom Volk der Moabiter gesprochen wurde. Sie besitzt eine große Ähnlichkeit zum Hebräischen; die deutlichsten Unterschiede bestehen in der moabitischen Endung des Femininums auf "-t" und der Pluralendung "-n". Das bedeutendste Denkmal des Moabitischen ist die sog. Meschastele, die die Taten des Königs Mescha (um 850 v. Chr.) rühmt.
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Semitische Sprache
SakralspracheUnter Sakralsprache versteht man eine nur oder überwiegend in einem religiösen Kontext gebrauchte Sprache. Viele Literatursprachen sind auch oder nur Sakralsprachen.
Liturgiesprachen (von griech.: λειτουργια leitourgia öffentlicher Dienst aus leitos öffentlich von λαος laos Volk; und εργον érgon Werk, Dienst) sind im Gottesdienst der verschiedenen Religionen verwendete Sprachen (siehe auch: Liturgie). Diese Sprachen haben oft für die jeweilige Glaubensgemeinschaft eine wichtige historische Rolle gespielt, werden aber im heutigen Alltag nicht mehr benutzt. Die bekannteste in Europa gebräuchliche Liturgiesprache ist das Lateinisch in der römisch-katholischen Kirche.
Liturgiesprachen im Christentum
Neben den jeweiligen Volkssprachen verwenden gerade ältere christliche Kirchen weiterhin Liturgiesprachen.
Der Lateinische Ritus anerkennt Lateinisch und seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil die jeweiligen Landessprachen als Liturgiesprachen. Besonders erwähnt sei außerdem die romanische Mozarabische Sprache, ein Überbleibsel aus der maurischen Zeit Spaniens, die noch heute in Toledo in einigen Kirchen benutzt wird. Die katholischen Ostkirchen des byzantinischen Ritus verwenden in ihren Liturgien Griechisch, Georgisch, Altkirchenslawisch und Russisch. Im Ostsyrischen Ritus ist das klassische Aramäisch Liturgiesprache. Im Alexandrinischen Ritus gelten die Koptische Sprache und die altäthiopische Sprache Ge'ez als Liturgiesprachen, und im Armenischen Ritus die Armenische Sprache.
Falls in den Protestantischen Kirchen überhaupt eine bestimmte Sprache für die Liturgie festgelegt ist, ist dies in der Regel die jeweilige Landessprache; in Dialektgebieten wird aber meist die jeweilige Hochsprache verwendet. Auch manche Protestanten kennen aber eine Art von Sakralsprache; in Anglikanischen Kirchen werden z.B. oft noch die alten Personalpronomen der 2. Person Singular aus dem Frühneuenglischen verwendet -- thou, thee, thy, thine, thyself statt you, you, your, yours, yourself
Im weitesten Sinne gehören die Rastafaris auf Jamaika ebenfalls hierher. Sie verwenden eine spezielle Form des Jamaika-Kreolisch, die sie durch gezielte Sprachreform ihrem Glauben angepasst haben.
Siehe auch:
Lateinische Kirche
Beispiele für Sakral- und Liturgiesprachen
- Hebräisch seit dem babylonischen Exil im jüdischen Gottesdienst
- Aramäisch im Judentum seit der mittleren Antike zum Studium des Talmuds
- Klassisches Arabisch im islamischen Gottesdienst
- Latein in der Römisch-Katholischen Kirche vom Früh- und Hochmittelalter und teilweise bis heute
- Teilweise Frühneuenglisch in der Anglikanischen Kirche
- Kirchenslawisch in der orthodoxen Liturgie seit dem Mittelalter bis heute
- Koptisch der Koptischen Kirche seit dem Aussterben als Umgangssprache im 17. Jahrhundert
- Sanskrit im Hinduismus und im Mahayana-Buddhismus
- Pali im Theravada-Buddhismus
- Klassisches Tibetisch im Vajrayana-Buddhismus
- Klassisches Chinesisch im Taoismus sowie im Buddhismus Ostasiens, auch außerhalb Chinas
- Altjapanisch im Shinto
- Die Haitian Vodoun Culture Language, eine Form der Yoruba-Sprache, wird im Voodookult auf Haiti ausschließlich für kultische Zwecke verwendet.
Kategorie:Sprache
Kategorie:Religion
Iwrith
Neuhebräisch (besser »Modernhebräisch«; hebräisch עברית Iwrit, manchmal auch als Iwrith oder Ivrit(h) zu sehen; Iwrit bedeutet »Hebräisch« und nicht »Neuhebräisch«) ist die bewusst geplante Weiterentwicklung des Alt- und Mittelhebräischen durch Sprachausbau und der bisher einzige gelungene Versuch, eine kaum noch mündlich gebrauchte, als Muttersprache ausgestorbene Sprache zu revitalisieren und zu einer universal gebrauchten, modernen Standardsprache zu machen.
Iwrit gehört zu den semitischen Sprachen, die wiederum zur Familie der afro-asiatischen Sprachen gehören. Sie ist neben Arabisch Amtssprache Israels.
Der Sprachcode ist he bzw. heb (nach
ISO 639); veraltet auch iw.
Schrift
Die hebräische Schrift ist eine Konsonantenschrift. Trotzdem werden so genannte Halbvokale oft zur Bezeichnung langer Vokale benutzt. Halbvokale sind in diesem Zusammenhang W, J und ', wobei der Apostroph den Stimmabsatz (Knacklaut) bezeichnet. H dient auch zur Bezeichnung der Femininendung -ah, die meist als -a gesprochen wird, zeigt also gewissermaßen das -a an.
Im heutigen Iwrit wird wie im Spanischen kein Unterschied zwischen langen und kurzen Vokalen gemacht, so dass heute die Halbvokale auch kurze, oder genauer "nicht-lange" Vokale bezeichnen können.
Aussprache
Da Ben Jehuda bei den sephardischen Juden Jerusalems auf geringere Ablehnung als bei den aschkenazischen stieß – und vielleicht aus einem Widerwillen gegen das ihm aus der Synagoge geläufige Hebräisch –, erklärte er die Aussprache der Jerusalemer Sephardim zur Norm. Diese gilt bis heute im staatlichen israelischen Rundfunk und auf der Bühne. Da die meist aschkenazischen Mitglieder der Elite aber Schwierigkeiten haben, den starken Kehllaut des Ḥet richtig auszusprechen, und es als ch realisieren (so wie sie das ʿAin wie ein ʾAlef sprechen), gibt es heute zwei Normen: eine soziologische und eine rechtliche. Wer außerhalb des Rundfunks korrekt spricht, macht sich als orientalisch "verdächtig".
Es gibt aber Juden, die noch korrekter sprechen als die Jerusalemer Spanier: Irakische Juden differenzieren auch zwischen kaf und qof, taw und ṭet. Manche Jemeniten differenzieren darüber hinaus zwischen gimel im Anlaut und ghimel im Auslaut. Da dieser Unterschied in der Schrift durch ein Dagesch Kal unterschieden wird – wie der zwischen w, ch, f ohne und b, k, p mit Dagesch –, galt der Unterschied zur Zeit der Festlegung der Schrift wohl allgemein.
Geschichte
Zur Vorgeschichte lese man den Artikel Hebräische Sprache.
Ende des 19. Jahrhunderts begannen Versuche, das fast nur noch in der Liturgie verwendete Hebräische als Alltagsidiom wiederzubeleben und den Wortschatz zu erweitern, um so eine Sprache für den noch zu gründenden jüdischen Staat zu schaffen. Sowohl Wortschatz als auch Grammatik wurden des öfteren an die Muster europäischer Sprachen angeglichen. Trotz allem sind die Unterschiede zwischen Althebräisch und Neuhebräisch viel weniger bedeutend als zum Beispiel zwischen Altgriechisch und Neugriechisch (siehe griechische Sprache). Als Gegenbewegung zur Assimilation der osteuropäischen Juden, in deren Zuge viele Juden Russisch, Polnisch oder Deutsch zur Umgangssprache machten, bemühten sich viele Juden um eine Aufwertung, Literarisierung des Jiddischen; andere schrieben weltliche Texte auf Hebräisch und sprachen mit ihren Kindern von Anfang an Hebräisch. Eliezer Ben Jehuda war ein radikaler Verfechter des Mit-den-Kindern-nur-Hebräisch-Sprechens. Da er außerdem nach Jerusalem auswanderte und sich um neue Wörter für Dinge kümmerte, die es noch nicht gab, als der Talmud abgefasst wurde, wurde er der Vater des Hebräischen im Lande Israel. Mit der Einwanderung der Arabisch sprechenden orientalischen Juden ab 1948, dem Jahr der Staatsgründung, gewann das Neuhebräisch zusätzlich etwas von seinem ursprünglichen semitischen Charakter zurück.
1921 wurde Hebräisch im britischen Mandatsgebiet Palästina einer der drei Landessprachen. Seit der Gründung des Staates Israel 1948 ist es dort zusammen mit Arabisch Amtssprache und hat sich als moderne, funktionsfähige Standardsprache bewährt. Zur Illustration siehe Halsbandsittich in vielen Sprachen. Wichtig bei der Umformung der früheren Sakralsprache zu einer Amtssprache war vor allem die Schaffung von umgangssprachlichen Ausdrücken. Viele solcher Ausdrücke wurden zunächst vor allem aus dem Russischen und dem Arabischen übernommen. Auch aus anderen Sprachen, wie zum Beispiel Englisch, Deutsch, Jiddisch und zum Teil Französisch, wurden Wörter entliehen.
Andere jüdisch geprägte Sprachen und Dialekte drohen mangels Muttersprachlern auszusterben. Dies gilt weniger für das dem Deutschen verwandte Jiddisch, das unter orthodoxen jüdischen Gruppen – besonders solchen, die den säkularen Zionismus ablehnen – noch recht vital ist, sondern eher für andere Sprachen wie die Sephardische Sprache (auch Juden-Spanisch oder Ladino), Dschidi oder Jüdisch-Persisch, Jüdisch-Berberisch, Jüdisch-Tatisch, Jüdisch-Georgisch, Jüdisch-Aramäische Dialekte, Jevanisch oder Jüdisch-Griechisch, Karaimisch und weitere. Nachdem Theodor Herzl von der Vorstellung ausgegangen war, die Einwohner eines künftigen jüdischen Staates würden deutsch sprechen, gab es in den 1930er Jahren im britischen Mandatsgebiet Palästina auch Überlegungen, Jiddisch zur Staatssprache zu machen. Schließlich entschied man sich aber – nicht zuletzt aus historischen Überlegungen – für das Hebräische, was sich vor allem auch für die orientalischen Juden als hilfreich herausstellte.
Siehe auch
- Hebräische Sprache
- Jüdische Sprachen
- Namenskonvention für Iwrit in der Wikipedia
Weblinks
- Wikibook Hebräisch (deutsch)
- http://www.hebreu.org (französisch)
- http://www.ivrit4u.org
- [http://www.alanwood.net/unicode/hebrew.html Unicode Browsertest] (englisch)
- http://www.nirdagan.com/hebrew/ (englisch)
- http://hebrew-academy.huji.ac.il/ (englisch)
- [http://he.wikipedia.org/wiki/%D7%A2%D7%9E%D7%95%D7%93_%D7%A8%D7%90%D7%A9%D7%99 Hauptseite Wikipedia Hebräisch]
Lehrwerke
- Tirkel, Eliezer: Hebräisch leicht gemacht. Tel-Aviv: Achiasaf, 1992.
- Wiznitzer, Manuel: Langenscheidts Praktisches Lehrbuch Hebräisch. Ein Standardkurs für Selbstlerner. München: Langenscheidt, 1996. 3-468-26160-8
- Strauss, Roberto: Hebräisch – Wort für Wort. Bielefeld: Reise Know-How Verlag Peter Rump GmbH, 2001.
- Simon, Heinrich: Lehrbuch der modernen hebräischen Sprache. Leipzig: Verlag Enzyklopädie, 1988. 3-324-00100-5
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Hebräisch
ja:ヘブライ語
zh-cn:希伯来语
Bibel
und Menora.]]
Menora, 1550 - die erste dänische Übersetzung - in 3000facher Auflage]]
Weiterführende Informationen und Themen rund um die Bibel sind auch im Portal:Bibel zu finden.
Die Bibel ist eine in etwa 1.400 Jahren entstandene Sammlung von Schriften, die für das Judentum und das Christentum Gottes Offenbarung enthalten und Urkunden ihres Glaubens sind. Es handelt sich dabei um unterschiedliche redaktionelle Zusammenstellungen von "Büchern" (griechisch: biblia) aus dem Kulturraum Palästinas und des Vorderen Orients, die bis zum 2. Jahrhundert zuerst von Juden, dann auch von Christen als "Heilige Schrift" kanonisiert wurden.
Die jüdische, ursprünglich überwiegend in Hebräisch abgefasste Bibel ist der Tanach, bestehend aus drei Hauptteilen: der Tora, den Propheten und den "Schriften" (Ketubim). Diese bilden in anderer Anordnung und geringfügig anderem Umfang als Altes Testament auch den ersten Hauptteil der christlichen Bibel, den hier das zuerst in Griechisch abgefasste Neue Testament ergänzt. In dieser Form ist die Bibel das am weitesten verbreitete und häufigsten publizierte schriftliche Werk der Welt.
Die Begriffe "Bibel" und "Heilige Schrift"
Das Wort "Bibel" stammt vom griechischen Neutrum βιβλíoν, das "Papyrusrolle" bedeutet. Der Wortstamm Biblion ist von bíblos oder býblos abgeleitet und bedeutet "Papyrusstaude" oder "Papyrusbast": So hieß auch die phönizische Hafenstadt Byblos, die in der Antike ein Hauptumschlagplatz für Bast war, dem Rohstoff zur Herstellung der Papierrollen.
Der Plural biblia ("Schriftrollen, Bücher") wurde später irrtümlich als Singular eines lateinischen Femininums aufgefasst. Zugleich wurde das Wort synonym mit dem ebenfalls weiblichen Ausdruck "Heilige Schrift" (griech. hagia graphae) verstanden. Insofern trifft die populäre Bezeichnung "Buch der Bücher" zu.
Im Judentum wie im Christentum gilt diese Schriftsammlung als Offenbarungszeugnis Gottes und hat daher für die gesamte Religionsausübung normativen Charakter. Dies zeigen die bei ihrer Zusammenstellung wirkenden Redaktionen und späteren Kanonisierungen ebenso wie ihre Bezeichnungen als "Wort Gottes" oder "Heilige Schrift".
Von Ausnahmen wie der zeitweise im Katholizismus und lutherischer Orthodoxie gültigen Verbalinspiration abgesehen, wird die Bibel jedoch in den meisten Religionsgemeinschaften, die sich auf sie beziehen, nicht direkt und vollständig als Ergebnis göttlicher Eingebung oder göttlichen Diktats aufgefasst, sondern als menschliches und daher irrtumsfähiges Zeugnis, das Gottes Offenbarungen enthält, reflektiert und weitergibt. Diese schriftliche Überlieferung ist jedoch gegenüber ihrem Inhalt nicht beliebig und wurde daher auf verschiedene Weise vor Verfälschung und Erweiterung zu schützen versucht.
Für das Judentum ist primär die Tora, darin vor allem der Bundesschluss am Sinai "Wort Gottes" und damit der "Kanon im Kanon". Für Christen ist die Person Jesus Christus das eigentliche, maßgebende, alle äußeren Worte erhellende Zentrum der ganzen Bibel. Mit der Kanonisierung des Neuen Testaments entschied die Kirche zugleich, grundsätzlich auch die heiligen Schriften des Judentums bleibend als "Wort Gottes" anzuerkennen und aufzunehmen. Die Interpretation beider "Testamente" ist hier wechselseitig aufeinander angewiesen, wobei Tod und Auferstehung Jesu Christi das Hauptkriterium bleiben. Aber auch dessen Verständnis unterscheidet sich zwischen den christlichen Konfessionen.
Für Katholiken ist die Überwindung der Erbsünde durch Jesu stellvertretendes Sühneopfer, daraufhin das Zusammenwirken von menschlicher Bemühung und Gottes Gnadenangebot (Synergismus) zentraler Inhalt der biblischen Zeugnisse von Gott. Protestanten finden die "Mitte der Schrift" im Anschluss an Martin Luther dagegen im reinen Gnadengeschenk Jesu Christi ohne jedes eigene Zutun. Für liberale Theologie ist dagegen oft das menschliche Vorbild des historischen Jesus und die eigene religiöse Erfahrung Maßstab der Schriftauslegung.
Manche Evangelikalen und Freikirchen vor allem in den USA schreiben der Bibel auch heute noch eine "Irrtumsfreiheit" (Inerrancy) zu und reagieren damit auf die als Angriff auf die Glaubensgrundlagen empfundene historische Bibelkritik seit der Aufklärung. Diese Richtungen werden oft als Biblizismus oder christlicher Fundamentalismus eingeordnet. Dabei besteht z.T. die Gefahr, daß die Bibel selbst gott-ähnlichen oder fetisch-artigen Charakter erhält.
Die jüdische Bibel
Die Bibel des Judentums heißt "Tenakh" oder "Tanach". Sie wurde in hebräischer Sprache, kurze Passagen auch in aramäischer Sprache verfasst und besteht aus den drei Teilen:
- Tora (hebr. "Lehre") oder Pentateuch, die fünf Bücher Mose
- Nebiim (hebr. "Propheten")
- Ketubim (hebr. "Schriften").
Der Begriff Tanach setzt sich aus den hebräischen Anfangsbuchstaben dieser drei Hauptteile zusammen. Ihre Sammlung, schriftliche Fixierung und redaktionelle Überarbeitung verlief über mehr als tausend Jahre bis zum Abschluss des jüdischen Kanons um 135 n. Chr.
Die Tora
Der erste Hauptteil besteht aus den fünf Büchern Moses, die auch Pentateuch ("Fünf Buchrollen") genannt werden. Die Einteilung beruhte darauf, dass der Umfang unmöglich auf einer antiken Buchrolle Platz fand, erfolgte aber auch nach inhaltlichen Gesichtspunkten: Jedes der Bücher hat einen klaren Anfang und eine deutliche Zäsur am Ende.
Der Begriff "Tora" bedeutet "Weisung" und bezieht sich nicht nur auf die jüdischen religiösen und profanen Gesetze im engeren Sinn - diese sind Hauptinhalte des 2. und 3. Buchs Mose -, sondern auf die gesamte, seit der Schöpfung geoffenbarte Lebensordnung für das erwählte Volk Gottes. Die Einzelbücher heißen im Hebräischen nach ihren ersten Worten; in der Kirchensprache Latein, die darin der griechischen Bibelübersetzung folgte, bezeichnen sie das Hauptthema des jeweiligen Buchs:
- Bereshit ("Im Anfang") / Genesis ("Schöpfung, Ursprung")
- Schemot ("die Namen") / Exodus ("Auszug")
- Wajikra ("Und Gott rief") / Levitikus ("Priesterschrift")
- Bemidbar ("In der Wüste") / Numeri ("Zahlen")
- Debarim ("die Worte") / Deuteronomium ("zweites Gesetz").
Die Tora umfasst demnach die Geschichte der Welt und des Gottesvolks Israel als Heilsgeschichte, beginnend mit der Schöpfung (Siehe auch:Wiege der Menschheit) und den Geschichten der Erzväter, dem Auszug Israels aus Ägypten, der Gesetzgebung unter Mose und dem Zug ins verheißene Land. Sie wurde wohl schon im 6. vorchristlichen Jahrhundert kanonisiert.
Ihre ältesten Stoffe entstanden im Verlauf von Wanderungsbewegungen von Nomaden im Zweistromland und aus Ägypten, die seit etwa 1200 v. Chr. in das Kulturland Kanaan einsickerten und dort sesshaft wurden. Sie wurden über Jahrhunderte zunächst mündlich tradiert; ihre Verschriftung und Zusammenstellung begann erst um 1000 v. Chr., nachdem aus dem losen Stämmebund verschiedener Hebräer ein Staatswesen nach dem Vorbild antiker Monarchien geworden war.
Die Propheten
Als "Propheten" gelten im Judentum die angenommenen Autoren folgender Bücher:
- Josua,
- Richter,
- Samuel (ein Buch),
- Könige (ein Buch),
- Jesaja,
- Jeremia,
- Hesekiel,
- das Zwölfprophetenbuch.
Die ersten vier dieser Bücher erzählen die Geschichte Israels vom Tod des Mose, der Landverteilung an die Stämme bis zum Ende der beiden Staaten Israel und Juda und der Zerstörung des 1. Jerusalemer Tempels (586 v. Chr.). Sie werden im Christentum nicht zu den Propheten gezählt, sondern als "Geschichtsbücher" betrachtet.
Die folgenden drei "großen" Propheten sind nach Analogie der drei Erzväter jeweils einem Buch zugeteilt; die übrigen "kleinen" Propheten sind als Analogie zu den zwölf Söhnen Jakobs, den angenommenen Stammvätern der Stämme Israels, in zwölf Bücher eingeteilt.
Das erste Prophetenbuch betont gleich zu Beginn (Jos 1,5) die Unterordnung des Josua unter die Autorität des Mose; Maleachi schließt als letzter der zwölf kleinen Propheten mit der erneuten Rückbindung an das mosaische Gesetz. Diese Hierarchie gilt also für alle Propheten, die demgemäß erst recht spät kanonisiert wurden: frühestens im 4. Jahrundert v. Chr. nach der Abspaltung der Samaritaner, für die allein die Tora "Wort Gottes" blieb.
Andererseits betont die ganze Prophetie die Offenheit der Geschichte Israels für eine ganz neue, noch nicht offenbar gewordene Zukunft. Das Phänomen der prophetischen Zukunftsverheißung, die die ganze Schöpfung in Gottes Geschichte mit dem erwählten Volk einbezieht und ihre radikale Erneuerung thematisiert, ist ein Hauptmerkmal des Judentums im Unterschied zu anderen antiken Religionen. Sie setzte sich in der Zeit Jesu von Nazarets mit dem Auftreten Johannes des Täufers fort.
Die Schriften
Zu den "Schriften" (Ketuvim) des Tanach gehören:
- Psalmen
- Hiob
- Sprüche Salomos
- Ruth
- das Hohe Lied
- Kohelet (Prediger)
- Klagelieder (im christlichen Alten Testament zum Propheten Jeremia gehörig)
- Ester
- Daniel (im AT als eigenes Prophetenbuch)
- Esra
- Nehemia
- Chronik (zwei Bücher).
Es handelt sich um Werke, in denen eher die Menschen reden als Gott. Sie sind alle nach dem Exil und später entstanden als die vorherigen "klassischen" Propheten, überwiegend ab 200 v. Chr.. Einige sind vor oder parallel zu den zwölf kleinen Propheten entstanden. Dennoch ist ihre theologische Bedeutung diesen nachgeordnet. Ihre Kanonisierung geschah spät, für das Buch Daniel erst 135 n. Chr. mit dem Abschluss des Tanach.
Nur fünf dieser Bücher werden als "Festrollen" im Synagogengottesdienst verlesen und sind wichtigen Festen des Judentums zugeordnet:
- Ruth: Wochenfest
- Hohes Lied: Pessach
- Kohelet: Laubhüttenfest
- Klagelieder: Gedenktag derTempelzerstörung
- Ester: Purimfest.
Auch dieser dritte Hauptteil bezieht sich betont am Anfang auf die Tora (Ps 1,1):
:Wohl dem, der nicht im Rat der Gottlosen wandelt, ... sondern hat Lust zur Weisung des Herrn und redet von seinem Gesetz Tag und Nacht.
Das zweite Chronikbuch endet mit dem Ausblick auf den Neubau des Tempels und die Anerkennung JHWHs als Herrn der ganzen Erde: Auch hier ist Israels Zukunftsperspektive untrennbar mit der Weltgeschichte verknüpft.
Die christliche Bibel
Das Alte Testament (AT)
Alle kanonischen Schriften des jüdischen Tanach haben - wenn auch in teilweise anderer Reihenfolge - Eingang in das christliche "Alte Testament" gefunden. Angesichts dieser Gemeinsamkeit mit dem Judentum wird christlicherseits inzwischen statt vom "Alten Testament" auch die Bezeichnung "Erstes Testament" verwendet, um der Vorstellung einer Vorrangstellung des späteren "Neuen Testaments" vor dem "Alten Testament" entgegenzutreten, die in der Geschichte der Judenmission und des christlichen Antijudaismus ("Oremus et pro perfidis Judaeis", "Lasset uns auch beten für die treulosen Juden", Karfreitagsliturgie bis 1970) oft die ideologische Grundlage für Pogrome darstellte. Heute stimmen fast alle christlichen Konfessionen darin überein, dass beide Teile gleichberechtigt zum Bestand der christlichen Bibel gehören. Im Unterschied zum jüdischen Verständnis gesteht die christliche Theologie dem Tanach aber weiterhin keine eigenständige Autorität zu, sondern interpretiert den Pentateuch aus der Perspektive der christlichen Heilsgeschichte, in der der zweite Bund ("Neues Testament") den ersten aufhebe und/oder erfülle.
Das Neue Testament (NT)
Das "Neue Testament" entstand in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. im jüdisch-christlichen Umfeld. Es ist fast durchgängig in griechischer Sprache, genauer: in der so genannten Koine verfasst. Es enthält in den Evangelien einige aramäische Begriffe, Aramäisch war die damalige Umgangssprache in Palästina und zeitweise lingua franca des antiken Nahen Ostens.
Das Neue Testament besteht aus:
- erzählenden Schriften
- vier Evangelien
- die Apostelgeschichte
- belehrender Briefliteratur
- Paulusbriefe
- Brief an die Hebräer
- Katholische Briefe
- einer prophetischen Vision
- Offenbarung des Johannes (Apokalypse).
Die Zugehörigkeit der vorgenannten Schriften zum "Neuen Testament" ist in allen christlichen Religionsgemeinschaften unumstritten (mit Ausnahme der Syrisch-Orthodoxen, die einige davon nicht anerkennen; die Offenbarung des Johannes wird auch bei den anderen Orthodoxen nicht öffentlich verlesen).
Das "Neue Testament" erzählt in den Evangelien von Jesus von Nazaret, der als Christus bezeichnet wird, und in der Apostelgeschichte von den Anfängen der Kirche. Dabei wird der überwiegende Teil des Erzählstoffes unter Aufnahme und in Auseinandersetzung mit den Erfahrungen des Volkes Israel und unter Verwendung alttestamentlicher Themen und Bilder dargestellt. In den Briefen versuchen die Autoren, Antworten auf Glaubensfragen zu geben, das Leben in den neuen Gemeinden zu organisieren und auf anstehende Probleme in den Gemeinden zu reagieren, oder den Christen ihrer Zeit mit mahnenden und tröstenden Worten zur Seite zu stehen.
Das Verhältnis von Altem und Neuen Testament
Das Christentum nennt die bereits lange vor seiner Entstehung vorliegende jüdische Sammlung heiliger Schriften Altes Testament (AT) im Gegenüber zum Neuen Testament, das die um 180 kanonisierten Schriften des Urchristentums umfasst.
Der lateinische Begriff testamentum übersetzt den griechischen Ausdruck diatheke, der seinerseits das hebräische berith (Bund, Verfügung) übersetzt. Er meint nicht wie in der antiken Umwelt ein zweiseitiges Vertragsverhältnis, sondern eine einseitige unbedingte Willenserklärung. Dies bezieht sich im Tanach auf Gottes heilsstiftende Taten und Bekundungen in der menschlichen Geschichte, besonders auf den Bundesschluss Gottes mit dem ganzen Volk Israel am Berg Sinai nach der Offenbarung der Gebote (Exodus 24). Ihm gehen Gottes Schöpfungsbund mit Noah (Genesis 9), die Berufung Abrahams zum "Vater vieler Völker" (Genesis 12) und der Bund mit Moses zur Befreiung des Volkes Israel aus der Sklaverei voraus (Exodus 3). Zudem wird in der Prophetie des Tanach ein "neuer Bund" verheißen (Jeremia 31), der alle Völker einbeziehen werde (Joel 4).
Für Christen hat sich diese Verheißung in Jesus Christus als dem fleischgewordenen Wort Gottes erfüllt. In seinem Tod und seiner Auferstehung wurde für sie Gottes "letzter Wille" offenbar. Damit wurde Gottes Bund mit dem erwählten jüdischen Gottesvolk für die Urchristen aber nicht ersetzt, sondern erfüllt und so endgültig bekräftigt. Beide "Testamente" liegen als Gottes endgültige Offenbarung in verbindlicher Schriftform vor und beanspruchen über Jesu Tod hinaus unbedingte Geltung. Die Gegenüberstellung von "altem" und "neuem" Bund ist besonders auf die Zentraldaten beider Religionen bezogen: den Exodus Israels, die Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Sie werden gemeinsam als jene Taten Gottes aufgefasst, in denen er sein volles Wesen zeigt. Sein letzter Wille widerspricht seinem ersten Willen nicht, sondern bestätigt und erneuert ihn für die ganze Welt.
In der Kirchengeschichte wurde der Begriff "Altes Testament" jedoch bis 1945 fast nur als Herabsetzung gedeutet: Das Judentum galt als veraltete, überholte, zum Untergang bestimmte Religion. Die Gesetzesoffenbarung Gottes am Sinai sei vom Selbstopfer Jesu Christi auf dem Hügel Golgota abgelöst worden. Gott habe Israel "enterbt" und den Christen die Verheißungen übergeben, so dass Heil nur noch in der Kirche liege.
Wegen der fatalen Folgen dieser antijudaistischen Abwertung des Tanach bis hin zum Holocaust wird der Begriff "Altes Testament" heute von den Großkirchen und vielen Theologen zwar nicht aufgegeben, aber als "Erstes Testament" übersetzt. Um Vorrang und Weitergeltung des lebendigen Bundes Gottes mit seinem Volk Israel zu betonen und die traditionelle Diskriminierung und religiöse Enteignung des Judentums zu überwinden, verwenden viele Christen auch die Bezeichnung "Hebräische" oder "Jüdische Bibel" oder "Hebräisch-Aramäische Schriften".
Gleichwohl weicht deren inhaltliche Deutung in beiden Religionen, aber auch zwischen den verschiedenen christlichen Konfessionen voneinander ab. So haben nicht alle Teile der Tora für Christen denselben Rang und die gleiche Gültigkeit wie für Juden, da sie in ihrem Glauben durch Jesus Christus bereits erfüllt, auf die Gottes- und Nächstenliebe konzentriert und so relativiert wurden.
Für Christen spielt auch die mündliche Tora-Auslegung (Halacha) keine Rolle, die im Talmud fixiert wurde und im Judentum nahezu gleichrangig mit der Tora tradiert wird. Erst in neuerer Zeit hat die von der Judaistik lernende neutestamentliche Forschung wiederentdeckt, dass Jesu eigene Verkündigung zu weiten Teilen eine Form der Halacha im Dialog mit anderen damaligen jüdischen Gruppen war. Dabei wird die traditionelle Deutung etwa der Bergpredigt als "Aufhebung" der Tora, die jüdische Gebote wie das Ius talionis ("Auge um Auge") außer Kraft setze bzw. auf allgemeingültige Normen hin transzendiere, heute vielfach als von christlichen Vorurteilen bestimmte Fehldeutung angesehen (siehe dazu Feindesliebe).
Entstehung
Textgeschichte
Antike Handschriften waren mit ruß- und harzhaltiger Olivenöl-Tinte auf Papyrus- oder Leder-Rollen notiert. Eine Rolle konnte nur begrenzte Inhalte aufnehmen. Die älteste noch erhaltene Gesamtrolle eines biblischen Buches ist die 7,5 Meter lange Jesajarolle aus Qumran, um 180 v. Chr. entstanden. Von weiteren Büchern des Tanach aus dieser Zeit existieren vielfach nur noch Fragmente.
Im 1. Jahrhundert n. Chr. entstand der Pergamentkodex, in dem sich mehrere Buchrollen zusammenfassen ließen. Reste von Papyruskodices mit griechischen alt- und neutestamentlichen Texten stammen aus dem 2. und 3. Jahrhundert: Der älteste existierende Text des NT überhaupt ist der Papyrus P52 mit einem Fragment aus dem Johannesevangelium, entstanden um 120.
Der hebräische Tanach war in Teilen bereits seit etwa 250 v. Chr. in Alexandria in die griechische Verkehrssprache, die Koine, übersetzt worden und wurde um 100 n. Chr. abgeschlossen. Die Ausbreitung des Christentums trug entscheidend zur Bewahrung dieser sogenannten Septuaginta bei. Ihre ältesten vollständigen Texte, die zugleich auch das ganze NT enthalten, sind der Codex Sinaiticus und der Codex Vaticanus aus dem 4. Jahrhundert, dicht gefolgt vom Codex Alexandrinus aus dem 5. Jahrhundert. Auf sie geht auch die lateinische Übersetzung des Hieronymus, Grundlage der Vulgata der römisch-katholischen Kirche, zurück.
Mit der endgültigen Kanonisierung des Tanach um 135 ergab sich die Notwendigkeit einer einheitlichen Fassung und Vokalisierung des hebräischen Konsonantentextes. Damit begann die 1000jährige Arbeit der Masoreten. Auf ihrer Textvereinheitlichung beruhen die ersten vollständigen hebräischen Bibelhandschriften des Mittelalters, allen voran der Codex Petropolitanus von 1008. Diese hebräische Version des Tanach galt seit der Renaissance als gemeinsame Urform aller späteren Bibelübersetzungen. Sie liegt der Bibelübersetzung des Erasmus von Rotterdam und damit auch dem Alten Testament der Lutherbibel zugrunde.
Die Auffindung ausrangierter Bibelfragmente in der Synagoge von Kairo um 1850, vor allem aber der Schriftrollen vom Toten Meer (1947 - 1956 und 1961) brachte die Annahme eines einheitlichen hebräischen "Urtextes" vollends zum Einsturz: Vor und nach seiner Kanonisierung existierten mehrere voneinander abweichende Textvarianten des Tanach parallel zueinander, neben der Septuaginta vor allem der Samaritanische Pentateuch aus dem 4. Jahrhundert v. Chr..
Die neuen Schriftfunde bestätigten aber auch die große Übereinstimmung der masoretischen Versionen mit den älteren hebräischen Bibeltexten. Diese Disziplin bei der Textüberlieferung geht auf ein Gebot in der Tora selbst zurück: In 5. Mose 4,2 und 12,32 wird streng untersagt, Gottes Wort etwas hinzuzufügen oder wegzunehmen.
Die Annahme eines Primärtextes hat historische Textkritik jedoch unwiderruflich widerlegt: Hinter allen bekannten Textfassungen der Bibel und den meisten ihrer Einzelschriften stehen eine Vielzahl von Verfassern und Redaktoren, die an der Überlieferung mitwirkten. Die gemeinsame Version der Masoreten stand erst am Ende, nicht am Anfang dieses Traditionsprozesses.
Siehe auch Textgeschichte des Neuen Testaments
Verschiedene Kanonisierungen
Das lateinische Wort "Kanon" bedeutet "Richtschnur" oder "Richtmaß" und meint hier die festgelegte Anzahl der Bücher, die in einer bestimmten religiösen Gemeinschaft als heiliges Wort Gottes gelten. Mit einer gewissen Eigendynamik tendierte die Sammlung von Schriften mit autoritativem theologischen Anspruch zu einem verbindlichen Abschluss ihres Umfangs und ihrer Inhalte. Diesen Prozess nennt man "Kanonisierung".
Deren Anfänge lagen in der vorexilischen Königszeit der Reiche Israel und Juda: So berichtet 1. Kön 22 von der Auffindung eines "Gesetzbuchs" im Jerusalemer Tempel, das den judäischen König Josia 621 v. Chr. zu einer jahwistischen Kultreform und Abschaffung des Synkretismus veranlasst haben soll. Gemeint war das Deuteronomium (5. Buch Mose), das seinerseits in vieler Hinsicht die Gebotsoffenbarung am Sinai (2.-3. Buch Mose) aktualisierend wiederholt. Spätestens seit dem Wiederaufbau des Tempels 539 v. Chr. war die Tora als erster und wichtigster Teil des Tanach kanonisch; für die Samaritaner bildete sie bei ihrer Abspaltung im 4. Jahrhundert v. Chr. das einzige, maßgebende Gotteswort.
Das Neue Testament setzt bereits den ganzen Tanach als verbindliche Basis des jüdischen Gottesdienstes voraus, etwa bei Jesu Antrittspredigt in Nazaret, die nach Lk 4,14-21 mit einer Lesung der "Schrift" begann. Vom "Gesetz" ist oft im Zusammenhang mit Tora-Auslegungen Jesu die Rede, etwa zu Beginn der Bergpredigt. Dort wird die kanonische Geltung der Tora bis zur Parusie bekräftigt (Mt 5,18):
:Wahrlich ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis alles geschieht.
Häufig werden "Gesetz und Propheten" als Kürzel für die Gesamtheit der biblischen Überlieferung vom Bundeswillen Gottes genannt. Auch eine dreigliedrige Form des Tanach wird im Mund des Auferstandenen für die Christen verbindlich gemacht (Lk 24,44):
:Es muss alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen.
Der Tanach wurde nach der zweiten Zerstörung des Jerusalemer Tempels 70 und der Niederlage im letzten jüdischen Krieg gegen die Römer 135 endgültig kanonisiert. Er umfasste laut Flavius Josephus 22 Bücher wie das hebräische Alphabet, laut des außerkanonischen 4. Esrabuchs dagegen 24 Bücher (2 mal 12 wie die Zahl der Stämme Israels). Dabei wurden aber nur dieselben Schriften verschieden zusammengelegt.
Der Kanon der Septuaginta enthielt zudem die Bücher Judit, Tobit, Erweiterungen der Bücher Ester und Daniel, die beiden ersten Makkabäerbücher, den Propheten Baruch, die Weisheit Salomos und das Buch Jesus Sirach. Diese zusätzlichen Schriften nennt man heute besonders im evangelischen Raum oft "deuterokanonisch".
Sie gelangten nicht in den Kanon des Tanach, wanderten aber durch ihre lateinische Übersetzung in die lateinische Vulgata ein. Der katholische AT-Kanon enthält demnach 46 Bücher, der orthodoxe noch mehr. Sein Umfang ist dennoch zu 90% deckungsgleich mit der Hebräischen Bibel.
Das Neue Testament umfasste zur Zeit seiner Kanonisierung (um 180) 27 griechische Einzelschriften, davon 4 Evangelien und 21 Briefe. Alle zusammen erreichen insgesamt nur ein Viertel des Umfangs des Alten Testaments.
Martin Luther übernahm mit seiner Übersetzung des Tanach auch dessen Kanon, den er in 39 Bücher einteilte. So erlangte dieser auch im Protestantismus Gültigkeit. Die evangelische Gesamtbibel umfasst also 66 Bücher, wobei sich das evangelische AT nur nach Anordnung und Aufteilung vom Tanach unterscheidet.
Zwar übersetzte Luther auch die weiteren Schriften der Septuaginta und hängte sie seiner Bibelübersetzung an, bewertete sie aber als geheime "Apokryphen" und menschliche Bücher: so der Heiligen Schrift nicht gleich gehalten und doch nützlich und gut zu lesen sind. Den Begriff "Apokryphen" reserviert man heute dagegen meist für die aus dem NT-Kanon ausgegrenzten christlichen, von fast keiner Kirche anerkannten Schriften.
Die katholischen, orthodoxen und evangelischen Konfessionen betrachten die ganze Bibel als alleinigen Maßstab ihres Glaubens, als norma normans. Der Theologe Dietrich Kuessner formuliert ([http://bs.cyty.com/kirche-von-unten/archiv/kvu109/Auseinandersetzung.rtf]):
:Das Bekenntnis ist im Verhältnis zur Bibel nachgeordnet, eine bereits von der Schrift geprägte Norm (norma normata).
Demnach haben sich alle Glaubensäußerungen, Bekenntnisschriften und Dogmen an der Bibel zu messen. In ihnen darf theoretisch nichts geregelt sein, was dem biblischen Zeugnis widerspricht.
Dennoch wird das Verhältnis der Bibel zur folgenden kirchlichen Tradition konfessionell verschieden gesehen: In der katholischen Kirche ist das päpstliche Lehramt die maßgebende, letztlich alleinige Autorität zur Auslegung der Schrift. Damit wird aus evangelischer Sicht ein nicht biblisch begründetes Amt der Bibelauslegung übergeordnet. Hier gibt es faktisch keine einheitliche Lehre, da die Schriftauslegung Sache des Einzelgewissens bleibt.
In allen auf die Bibel bezogenen jüdischen oder christlichen Konfessionen und Denominationen haben Glaubensbekenntnisse, Liturgie und andere mündliche oder schriftliche Traditionen eine wichtige Bedeutung für ihr Selbstverständnis. In der katholischen Tradition sind etwa die Apostolischen Väter, die bereits im 3. Jahrhundert fast kanonische Bedeutung hatten, neben der Bibel wesentlich. Aber nur einige christliche Sekten wie die Mormonen und Christliche Wissenschaft setzen ihre Bekenntnisse der Bibel gleich.
Im Judentum wird das Verhältnis zwischen Tanach und Tradition, vor allem in Gestalt von Mischna und Talmud, ähnlich betrachtet wie im Katholizismus, obwohl es auch hier wie im Protestantismus kein autoritatives Lehramt, sondern faktisch Pluralismus der Bibelauslegung gibt.
Geschichte oder Mythos
In der Diskussion, inwiefern die biblischen Erzählungen als historische Berichte gelten können, treffen verschiedene Auffassungen aufeinander.
- Ein großer Teil der evangelikalen Bewegung begreift die Bibel als Geschichtsbuch und betont, dass "die Bibel absolut irrtumslos und unfehlbar" sei (Johannes Vogel, Breckerfeld; in: idea-Pressedienst 46/004). Dabei gibt es divergierende Positionen: Die "Chicago Erklärung zur Irrtumslosigkeit der Heiligen Schrift" von 1978, betont, "daß die Schrift in ihrer Gesamtheit irrtumslos und damit frei von Fehlern, Fälschungen oder Täuschungen ist" (zitiert nach idea-Pressedienst 25/2003); dies umfasse auch naturwissenschaftliche Aussagen (Biblischer Fundamentalismus). Weitaus verbreiteter ist die Meinung, dass die Bibel als Gottes Wort hinsichtlich ihrer Glaubensaussagen und der Fragen zur Lebensführung unfehlbar sei.
- Die historisch-kritische Exegese geht davon aus, dass die Texte der Bibel nur vor ihrem historischen Hintergrund und unter Berücksichtigung ihrer literarischen Form verständlich sind. Die Bibel erzähle nicht Geschichte, sondern Heilsgeschichte. Der historische Gehalt der biblischen Erzählungen wird in ihren verschiedenen Teilen sehr unterschiedlich beurteilt. Speziell die Methoden der (nichttheologischen) Literar- und Formkritik sowie allgemein die Methoden der historischen Forschung dienen hierzu als Hilfsmittel. Insbesondere wird biblischen Texten, die nicht beanspruchen, historische Tatsachen zu berichten, nicht unterstellt, Geschichte erzählen zu wollen. Anderen Teilen der Bibel wird hingegen relativ hohe geschichtliche Zuverlässigkeit zugeschrieben. Eine Sonderstellung nehmen die Evangelien ein. Sie beanspruchen nicht, Geschichtswerke zu sein oder Fakten aus dem Leben Jesu zusammenzutragen, sondern verstehen sich als Frohe Botschaft. Ihr Ziel ist, den Glauben an den auferstandenen Jesus Christus zu bezeugen. Den Evangelien sei zwar historisch zuverlässiges Material zu entnehmen, wichtiger aber sei es, die Glaubensbotschaft der Evangelien verständlich und lebendig zu machen.
- Nichttheologische Historiker verstehen die Bibel als ein literarisches Werk. Gattungsgeschichtlich gehören die Texte in die literarischen Kategorien des Mythos, der Sagen, Gleichnisse, Parabeln, Gedichte, Briefe und Geschichtsschreibung. Die Texte stellen eine wertvolle Quellensammlung für die Erforschung ihrer jeweiligen Entstehungszeit dar. Die Historizität der Erzählungen selbst wird als relativ gering eingeschätzt.
- Weniger weit verbreitet ist der Glaube, bei der Bibel handele es sich um ein magisches Buch, mit welchem wichtige Ereignisse in der Zukunft vorhergesehen werden könnten. Manche Menschen haben einige Zeit ihres Lebens damit verbracht den vermuteten Bibelcode zu entschlüsseln, um an die geheimen Botschaften zu gelangen. Bislang ist die Existenz eines solchen Codes nicht bewiesen.
Übersetzungen
Während die Orthodoxen Kirchen schon früh Bibeln in der Landessprache verwendeten, war für die katholische Kirche praktisch seit dem Altertum die lateinische Bibelübersetzung des Hieronymus, die so genannte Vulgata maßgebend, auch wenn immer wieder Bibeln in die Volkssprache übersetzt wurden.
So übersetzte im 4. Jahrhundert bereits der gotische Bischof Wulfila die Bibel ins Gotische, und erstellte die nach ihm benannte Wulfilabibel. Wulfila war allerdings nicht katholisch. Auch die Vulgata selbst war ursprünglich eine Übersetzung in die Volkssprache, als sie entstand war Latein ja noch Umgangssprache. Die Wandlung des Lateinischen zu den romanischen Sprachen machte die westliche Bibel dann allerdings nicht mehr mit, und auch in den germanischen und keltischen Gebieten Westeuropas wurde die Bibel nur auf Lateinisch gelehrt.
Im Spätmittelalter entstand eine Reihe von deutschen Bibelübersetzungen. Besonders die Reformatoren, aber auch schon einige ihrer Vorläufer (Petrus Waldes, John Wycliff) sahen den direkten Zugang zur Bibel in der Landessprache als wesentlich für den christlichen Glauben an. Durch die Übersetzung der Reformatoren Luther und Zwingli in den Jahren 1522-1534 wurde die Bibel zum ersten Mal einer größeren Leserschaft im deutschen Sprachraum zugänglich. Maßgeblichen Beitrag dazu leistete die Erfindung des Buchdrucks. Die Lutherbibel wurde Grundlage einerseits für die weite Verbreitung der Bibel in Deutschland, andererseits für ihre kritische Lektüre vor allem seit der Aufklärung und hatte auch eine große Bedeutung für die Entwicklung der deutschen Schriftsprache. Gedruckt wurde sie in der Schwabacher Schrift.
Heute gibt es eine gute Auswahl an Bibelübersetzungen in deutscher Sprache. Neben der klassischen (inzwischen mehrfach überarbeiteten) Lutherbibel sind erwähnenswert: die sehr wortgetreue Elberfelder Übersetzung, die ebenfalls recht wortgetreue und etwas besser lesbare Zürcher Bibel, die katholische (bzw. für die Psalmen und das Neue Testament katholisch-evangelische) Einheitsübersetzung, die eine verständliche Sprache und gute Brauchbarkeit für liturgische Zwecke aufweist, und die modernen Übersetzungen "Gute Nachricht" und "Hoffnung für Alle", die die alten Texte durch eine freiere Übersetzung in eine zeitgemäße und sehr gut verständliche Sprache übertragen haben. Eine Sonderrolle nimmt die Schlachter-Bibel ein, die Genauigkeit mit einer gut verständlichen Sprache vereint, teilweise aber eine sehr umstrittene Wortwahl bietet.
Einzelheiten zu deutschen Bibelübersetzungen sind im Artikel Bibelübersetzung zu finden.
Die Rolle der Bibel im Islam
Auch für den Islam gelten die Bücher der Bibel als von Gott stammende, aber von den Menschen verfälschte Schriften. Da viele Erzählungen und Lehren des Tanach und des NT auch im Koran, der heiligen Schrift des Islam, enthalten sind, sind viele Muslime mit den wichtigsten Inhalten der Bibel vertraut.
Die Zentralgestalten der Bibel, vor allem Abraham, Mose, Elia, Jesus sind auch für Muslime Propheten, die den Menschen Gottes Willen offenbaren. Sie sind für sie aber nur Vorläufer des letzten Propheten Mohammed, die bestätigen, dass er als einziger Gottes vollgültiges Wort erhalten habe. So deutet etwa Huseyn al-Dschisri 114 Stellen in der Bibel als Hinweise auf Mohammeds Prophetentum.
Verwendung im jüdischen und christlichen Gottesdienst
Verbreitung
Die hebräische Bibel ist, als Übersetzung im Alten Testament der christlichen Bibel, das meistgedruckte und am weitesten verbreitete Buch der Welt. Es existieren Gesamtübersetzungen in 392 Sprachen und Teilübersetzungen in weiteren 2377 Sprachen. Für die Verbreitung der Bibel setzen sich Bibelgesellschaften weltweit ein. In Deutschland sind dies insbesondere:
- Deutsche Bibelgesellschaft (evangelisch) http://www.dbg.de
- Katholisches Bibelwerk http://www.bibelwerk.de
Unabhängig von den traditionellen Bibelgesellschaften engagiert sich die Organisation "Wycliff":
- Wycliff-Projekt http://www.wycliff.de/neu/index.php
Zitate
in der Bibel selbst
- "Denn die ganze Heilige Schrift ist von Gottes Geist eingegeben. Sie lehrt uns, die Wahrheit zu erkennen, unsere Schuld einzusehen, uns von Grund auf zu ändern und so zu leben, dass wir vor Gott bestehen können. Sein Wort zeigt uns, wie wir als veränderte Menschen fähig werden, in jeder Beziehung Gutes zu tun." Paulus in 2. Tim. 3,16-17 (Bibelübersetzung Hoffnung für Alle)
- "Das Wort Gottes ist lebendig, es ist eine wirkende Macht. Es ist schärfer als das schärfste beidseitig geschliffene Schwert. So wie ein Schwert tief einschneidet, die Gelenke durchtrennt und das Mark der Knochen freilegt, so dringt das Wort Gottes ins Innerste von Seele und Geist. Es deckt die geheimen Wünsche und Gedanken des Menschenherzens auf und hält über sie Gericht." (Hebr 4,12 Gute-Nachricht-Bibel; siehe jedoch Wort Gottes)
- "Das bekenne ich aber dir, daß ich nach diesem Wege, den sie eine Sekte heißen, diene also dem Gott meiner Väter, daß ich glaube allem, was geschrieben steht im Gesetz und in den Propheten," (Apg 24,14 Lutherbibel)
- "Wenn ich euch das Irdische gesagt habe, und ihr glaubt nicht, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch das Himmlische sage?" Jesus in (Joh 3,12 Elberfelderübersetzung)
über die Bibel
- "Sie werden lachen: Die Bibel!" (Bertolt Brecht, deutscher Dramatiker und Lyriker (1898-1956) auf die journalistische Frage nach seiner Lieblingslektüre)
- "Was mich an der Bibel stört, sind nicht die Teile, die ich nicht verstehe, sondern diejenigen, die ich kapiere." (Mark Twain, US-amerikanischer Schriftsteller (1835-1910))
- "Das gefährlichste aller Bücher in weltgeschichtlicher Hinsicht, wenn durchaus einmal von Gefährlichkeit die Rede sein sollte, ist doch wohl unstreitig die Bibel, weil wohl kein anderes Buch so viel Gutes und Böses im Menschengeschlecht zur Entwicklung gebracht hat." (Johann Wolfgang von Goethe, deutscher Dichter, Naturwissenschaftler und Staatsmann, am 10.11.1810)
- "Die Bibel gleicht einem Acker, der nie abgeerntet werden kann und deshalb nie öde und leer daliegt. Sie gleicht einer Quelle die beständig fließt und um so reichlicher strömt, je mehr man daraus schöpft." (Ephräm der Syrer (306-373), syrischer Kirchenlehrer (Quelle: [http://dreifaltigkeit-altdorf.de/zitate_bibel.htm]))
- "Neben die Bibel gehalten sind alle menschlichen Bücher, auch die besten, doch nur wie Planeten, die alle ihr Licht und ihren Glanz von der Sonne empfangen." (Robert Boyle (1627-1691), britischer Chemiker und Physiker, Quelle: [http://www.die-bibel-lebt.de/ozitat.htm])
- "Ich glaube, dass die Bibel allein die Antwort auf all unsere Fragen ist und dass wir nur anhaltend und demütig zu fragen brauchen, um die Antwort von ihr zu bekommen." (Dietrich Bonhoeffer, evangelischer Theologe)
- "Ein Christ ohne die Bibel ist wie ein Flussbett ohne Wasser." (Ulrich Fick, Quelle: [http://www.die-bibel-lebt.de/ozitat.htm])
- "Die Heilige Schrift kann nie lügen oder irren. Ihre Aussprüche sind absolut und unverletzlich wahr. Sie selbst kann nie irren, nur ihre Ausleger können in verschiedener Weise irren, denn an vielen Stellen ist sie einer vom unmittelbaren Wortsinn verschiedenen Auslegung nicht bloß fähig, sondern auch bedürftig." (Galileo Galilei, Quelle: [http://www.die-bibel-lebt.de/ozitat.htm])
- "Die Aussage, bei der Bibel handele es sich um den Weltbestseller der Buchgeschichte, ist eine Untertreibung." (ZDF-Lieblingsbücher 2004 Quelle: [http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/2/0,1872,2189666,00.html])
- Mahatma Gandhi sagte einmal: "Ihr Christen habt in eurer Obhut ein Dokument mit genug Dynamit in sich, die gesamte Zivilisation in Stücke zu blasen, die Welt auf den Kopf zu stellen, dieser kriegszerrissenen Welt Frieden zu bringen. Aber ihr geht damit so um, als ob es bloß ein Stück guter Literatur ist - sonst weiter nichts."
Literatur
- Klaus Koch u.a. (Hrsg.): Reclams Bibellexikon. Siebte, überarbeitete und erweiterte Auflage 2004, ISBN 3150105552
- David Gooding: Die Bibel - Wahrheit oder Mythos? Bielefeld, Zweite Auflage 2001, ISBN 3893974687 [http://clv.dyndns.info/pdf/255468.pdf (PDF-Download)]
- John F. MacArthur: Basisinformationen zur Bibel. Bielefeld 2003, ISBN 3893976442 [http://clv.dyndns.info/pdf/255644.pdf (PDF-Download)]
- Annemarie Ohler: dtv-Atlas Bibel, ISBN 3423033266
- Hans-Peter Schmidt: Schicksal Gott Fiktion - Die Bibel als literarisches Meisterwerk. ISBN 3506713922 [http://www.schicksal-gott-fiktion.de (Homepage des Buches)]
- Volker Neuhaus: Schnellkurs Bibel. DuMont Literatur und Kunst Verlag, Köln, September 2005, ISBN 3832176357
- Kamal Salibi: Die Bibel kam aus dem Lande Asir. Reinbek (Hamburg) 1985. ISBN 3498061798
Siehe auch
- Portal:Bibel
- Liste der Bücher der Bibel
- Schreibung biblischer Namen
- Kanon des Alten Testaments
- Kanon des Neuen Testaments
- Textkritik des Neuen Testaments
- Bibelübersetzung
- Kinderbibel
- Apokryphen
- Bibeltelefon
- Biblische Einleitungswissenschaft
- Heilsgeschichte
- Maße und Gewichte in der Bibel
- Bibelkritik
- Gewalt in der Bibel
- The Sword Project, MyBible-Software
- Bibelstudium
- Typologie (Bibel)
- Bibelverfilmungen
- Bibel-Quiz
- Kreationismus (Evolutionstheorie und Schöpfungsglaube)
- Interpolationstheorie (Religion)
Weblinks
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Inhaltsangaben
- [http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/bibel/bibel-inhaltsangabe.pdf Inhaltsangaben zu allen 66 Büchern der Heiligen Schrift] (Freikirchlich, hrsg. von G. Lorenz, PDF)
Sonstiges
- [http://www.dbg.de/ Deutsche Bibelgesellschaft]
- [http://www.bibelkommentare.de Bibelkommentare.de] Sammlung von Auslegungen und Kommentaren zur Bibel (freikirchlich)
- [http://www.die-bibel-lebt.de/ Wissenschaftliches und Spirituelles zur Bibel] (kath.)
- [http://www.ubf-dortmund.de/bibel/index.htm Bibel Online] - Umfangreiche Sammlung von deutschen Links zur Bibel (freikirchlich)
- [http://cgi.godsview.com/cgi-bin/rcdenig/pvseek.pl?search=&word= Bibelkonkordanz] (englisch, freikirchlich)
- [http://www.carlosmime.com/mybible Pantomimenprogramm zum Thema Bibel] (ökumenisch)
- [http://www.welt-der-bibel.de Portal für Bibelauslegung] (ökumenisch)
- [http://www.theologie-systematisch.de/erkenntnislehre/8schrift-tradition.htm Aktuelle Literatur zur Bibelauslegung] (Webseite katholisch, führt Literatur verschiedener Konfessionen auf)
- [http://www.bibelkritik.ch Kritische Analyse biblischer Texte] (Das Buch der Bücher im Licht von Wissenschaft, Vernunft und Moral)
- [http://www.bibel-literatur.de Forum für literarische Bibelinterpretation] (Die Bibel als Meisterwerk der Literatur)
- http://www.people.freenet.de/biblische_lehre : Wesentliche biblische Themen
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Mescha-SteleDer Mesa-Stein - auch Moabiterstein oder Meschastele (nach dem Moabiterkönig Mescha (etwa 850 v. Chr.)), ist ein Stein (Siegesstele) mit einer alten Inschrift, die sich auf alttestamentliche Sachverhalte bezieht.
Die Basaltstein-Stele feiert den Sieg und Befreiung Meschas aus der Abhängkeit und Tributpflicht vom Königreich Israel.
Sie wurde 1868 in östlich des Toten Meeres bei Dhiban (Dibon) vom deutschen Missionar F. A. Klein entdeckt. Der Stein steht heute im Louvre in Paris, eine Kopie davon im Britischen Museum in London. 1958 wurde in Kerak ein weiteres Fragment mit ähnlicher Inschrift zum gleichen Ereignis gefunden.
Text der Meschastele
:Ich bin Mescha, Sohn des Kemosch [...], König von Moab, der Dibonite. Mein Vater war König über Moab dreißig Jahre, und ich herrschte nach meinem Vater. Und ich machte dieses Höhenheiligtum für Kemosch in Qarchoh (vermutlich ein Teil von Dibon), ich baute sie als Zeichen der Rettung, denn er rettete mich vor allen Angreifern (?) und ließ mich triumphieren über alle meine Gegner.
:Omri war König über Israel und bedrängte Moab viele Tage, denn Kemosch zürnte seinem Land. Und es folgte ihm sein Sohn. Und auch er sprach: "Ich will Moab bedrängen." In meinen Tagen sprach er (so). Aber ich triumphierte über ihn und über sein Haus. Und Israel ist sicher für immer zu Grunde gegangen. Und Omri hatte sich des ganzen Landes von Medeba bemächtigt. Und er wohnte darin in meinen Tagen und in der Hälfte der Tage seines Sohnes, vierzig Jahre, aber Kemosch wohnte darin in meinen Tagen. Und ich baute Baal-Meon und machte die Zisterne darin und ich baute Kirjatan.
:Und die Leute von Gad wohnten im Lande Atarot seit jeher. Und der König von Israel hat für sich Atarot gebaut. Ich griff die Stadt an und nahm sie ein. Und ich tötete alles Volk (?) der Stadt als Opfer für Kemosch und für Moab. Und ich brachte von dort den Altar ihres Geliebten (wahrscheinlich ein Gott; diese Stelle wird auch als "ich brachte von dort den Uriel, ihren David" übersetzt) und schleppte ihn vor Kemosch in Qerjot. Und ich ließ dort die Leute von Scharon und die Leute von Maharot wohnen. Und Kemosch sprach zu mir: Geh, nimm Nebo (im Kampf) gegen Israel.
:Und ich zog bei Nacht los und kämpfte gegen es vom Anbruch der Morgenröte bis Mittag. Und ich nahm es ein und tötete all: siebentausend Männer und Sklaven und Frauen und Sklavinnen und Dirnen, denn ich hatte es (durch Bann) dem Kemosch geweiht. Und ich nahm von dort die (Kult-)Geräte JHWHs und schleppte sie vor Kemosch. Und der König von Israel hatte Jahaz gebaut und lagerte darin während seines Feldzuges gegen mich. Da vertrieb ihn Kemosch vor mir.
:Und ich nahm aus Moab zweihundert Mann, alle seine Anführer. Und ich brachte sie nach Jahaz und nahm es ein, um es Dibon anzugliedern. Ich baute Qarhoh, die Mauern, die Mauern des Parks und die Mauern der Zitadelle. Und ich baute seine Tore und ich baute seine Türme und ich baute den Palast des Königs und ich machte die Dämme des Becken[s für die Quel]len inmitten der Stadt. Aber eine Zisterne gab es nicht inmitten der Stadt, in Qarhoh.
:Da sagte ich zu allem Volk: Macht euch jeder eine Zisterne in seinem Haus. Und ich habe die Gruben hauen lassen für Qarhoh durch Gefangene Israels. Ich habe Aroër gebaut und machte die Straße am Arnon. Ich habe Bet-Bamot gebaut, denn es war eine Ruine. Ich habe Beser gebaut, denn es war in Trümmern, mit fünfzig Mann aus Dibon, denn ganz Dibon sind meine Untertanen. Ich regierte über Hundert in den Städten, die ich dem Land angegliedert habe.
:Und ich baute [Mede]ba und Bet-Diblatan und Bet-Baal-Meon und trug dort davon [...] Kleinvieh des Landes. Und [was] Hauronan [anlangt], so wohnte darin [...und] Kemosch sprach zu mir: Steige hinab und kämpfe gegen Hauronan. Da stieg ich hinab und [...und es wohnte] darin Kemosch in meinen Tagen [...] und von dort [...]und ich [...]
Weblinks
- [http://www.uni-essen.de/Ev-Theologie/courses/course-stuff/im-mesha-stele.htm ... für alle, die es lieber im Original nachlesen wollen]
Kategorie:Alter Orient
Kategorie:Historisches Dokument
ja:メシャ碑文
PlautusTitus Maccius Plautus ( - um 254 v. Chr. in Sarsina, Umbrien, Italien; † um 184 v. Chr.) war einer der ersten und produktivsten Autoren von Komödien im alten Rom. Der umbrische Beiname Plautus bedeutet auf Deutsch Plattfuß. Macc(i)us bezeichnet einen der Charakter-Archetypen der römischen volkstümlichen Komödie (Mimos) und bedeutet etwa "Witzbold, Spaßmacher". Ob der volle Name des Dichters tatsächlich so lautete, oder ob er lediglich von späteren römischen Gelehrten (vermutlich von Varro) so rekonstruiert wurde, ist nicht ganz gesichert.
Plautus wurde um 254 v. Chr. in dem kleinen apenninischen Bergdorf Sarsina (Umbrien, Italien) geboren. Es hielt ihn nicht in der dörflichen Enge und er schloss sich als Jugendlicher einer der umherziehenden Theatertruppen an. Bald wurde er römischer Soldat, später Kaufmann. Dabei verlor er sein Geld und musste sich als wandernder Handmüller durchschlagen. Etwa im Alter von 45 Jahren fing er an, Komödien zu schreiben. Inzwischen waren griechische Komödien beliebt geworden. Plautus' Komödien, die ersten Werke waren Addictus und Saturio, waren rasch erfolgreich, so dass er das Müllerdasein aufgeben und sich dem Schreiben widmen konnte. Plautus starb hochbetagt um 184 v. Chr.
Plautus schrieb etwa 130 Komödien, von denen 21 überliefert sind. In seinen Komödien nahm er durchaus Bezug auf aktuelle Ereignisse, wie den Punischen Krieg gegen Karthago, die Kriege in Griechenland und Magnesia oder die Gefangennahme des Dichters Gnaeus Naevius. Im Mittelpunkt standen jedoch immer die teilweise derben komischen Momente und die auf Unterhaltung hin konzipierte Handlung. Plautus lie | | |