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Kirn
Kirn ist eine Stadt mit 9.500 Einwohnern (September 2004) auf 16,53 km² an der Nahe im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Kirn ist Sitz der Verbandsgemeinde Kirn-Land, der sie selbst als verbandsfreie Gemeinde aber nicht angehört. Die Ortsteile Kirn-Sulzbach dreieinhalb Kilometer flussaufwärts im Nahetal sowie Kallenfels am Fuße der gleichnamigen Burgruine gehören seit 1969 zur Stadt Kirn. Kirn ist zentraler Ort an und Ausgangspunkt der Hunsrück Schiefer- und Burgenstraße.
Landschaftsbild
Die Landschaft wird geprägt von den tief eingeschnittenen Tälern des Hahnenbachs und der Nahe. Die Talsohlen weisen eine in Teilen dichte Besiedlung auf, wohingegen die steilen Hänge im oberen Bereich größtenteils unbebaut und bewaldet sind. An mehreren Stellen ragen frei stehende, bis zu 30 Meter hohe, Granitfelsen aus den Bäumen hervor. Besonders markant sind die Oberhauser Felsen, der Kallenfels und die Wehlenfelsen nördlich der Stadt. Die beschauliche Innenstadt wird vom im Hunsrück entspringenden Hahnenbach durchflossen, der wenig später in die Nahe mündet. Stadtbildprägend ist ferner der, oberhalb des Zentrums gelegene, zu Zeit nicht betriebene Steinbruch.
Geschichte
Die im Schnittpunkt wichtiger alter Handelsstraße an der mittleren Nahe gelegene Stadt hat sich aus einer vorgeschichtlichen Siedlung entwickelt. Der Name leitet sich wahrscheinlich aus dem keltischen Wort Kyr ("Wasser") ab. Durch die Lage am Hahnenbach und an der Nahe war Kirn mit Wasser stets reich gesegnet. Es war wichtig als Transportweg, zum Gerben des Leders, für den Fischfang, aber auch um die Tiere zu tränken und zum Bier brauen.
Die erste urkundliche Erwähnung Kirns geht auf das Jahr 841 zurück und findet sich in Urkunden des Klosters Fulda. Im 10. Jh. setzten die Salier als Grafen im Nahegau die Emichonen als ihre Untergrafen ein – Beamte, die die Gerichtsbarkeit ausübten, den Heerbann anführten, die Polizeigewalt besaßen und die königlichen Besitzungen verwalteten. Nach einer auf der Kyrberg errichteten Burg nannte sich der Hauptzweig dieses Geschlechts in den Jahren nach 1100 Wildgrafen von Kyrburg. Von hier aus verwalteten sie ihre ausgedehnten Güter zwischen Mosel und Pfrimm.
Nach ihrem Aussterben gingen die zwischenzeitlich aufgespaltenen Grafschaften Kyrburg, Dhaun und Schmidtburg bis 1408 vollständig an die Rheingrafen über, die sich seitdem Wild- und Rheingrafen nannten. Bis 1794 war Kirn Hauptort jener Wild-und Rheingrafen, die in den letzten Jahrzehnten Ihrer Regentschaft mehrere erhalten gebliebene prachtvolle Gebäude im Zentrum der Stadt errichten ließen. Nach dem Ende der französischen Okkupation wurde Kirn 1815 Teil der preußischen Rheinprovinz. Stadtrechte erhielt Kirn erst im Jahre 1857.
In der Kirner Gegend trieb Johannes Bückler, genannt Schinderhannes, Deutschlands berühmtester Räuber, sein Unwesen. Er war 1796 in Kirn eingesperrt, konnte aber schon in der ersten Nacht flüchten.
Sehenswürdigkeiten
Kyrburg
Das Wahrzeichen Kirns ist die oberhalb der Stadt gelegene Kyrburg.
fürstliche Kellerei
Das fürstliche Kellereigebäude entstand um 1771 im Auftrag des Fürsten Dominik von Salm-Kyrburg. Das hufeisenförmige Gebäude, dessen Front das noch im Original erhaltene Wappen der Fürstenfamilie ziert, wurde durch den Baumeister Johann Thomas Petri aus Schneppenbach errichtet. Nach dem zweiten Weltkrieg bis zur deutschen Wiedervereinigung wurden in dem Gebäude Reformhaus-Säfte der Marke Vitaborn produziert und abgefüllt. Nach mehrjährigem Leerstand wurden der linke Gebäudeflügel und das Hauptportal 2005 zu einem Hotel mit Restaurant umgebaut. Die restlichen Gebäudeteile dienen Wohnzwecken.
evangelische Kirche
Die neugotische Hallenkirche mit spätgotischem Chor und romanischem Turm aus dem 11./12. Jahrhundert wurde 1992/1993 wieder in ihrer ursprünglichen Form und Innenausstattung instand gesetzt. Im Innern befinden sich mehrere sehenswerte Grabmale der Wild- und Rheingrafen. Zwischen 1681 und 1892 diente die Kirche beiden Konfessionen als Simultankirche. Während dieser Phase trennte eine Mauer den vorderen evangelischen Teil vom hinteren Chorraum, der der katholischen Gemeinde vorbehalten war, ab.
Rathaus
Das heutige Rathaus der Stadt Kirn entstand in den Jahren 1752 bis 1771. Der Baumeister Johann Thomas Petri errichtete hier wiederum im Auftrag des Fürsten Dominik ein Piaristenkolleg, das als solches allerdings nur wenige Jahre genutzt wurde. Später diente das Gebäude über ein Jahrhundert als Progymnasium bzw. Realschule, bevor es 1938 von der Stadtverwaltung bezogen wurde. Die ehemalige Klosterkapelle beheimatet heute den Sitzungssaal. Zu dem Gebäude gehört ein Pavillon, der ursprünglich in der weitläufigen Gartenanlage stand. Heute befindet sich das achteckige Gebäude auf der rechten Seite des Hahnenbach am Marktplatz.
weitere Sehenswürdigkeiten
- Fachwerk-, insbes. Gerberhäuser in der Innenstadt
- Schloss Amalienlust
- ausgedehnte, aber schlecht erhaltene Burganlagen in Kallenfels
Marktort
Kirn war aufgrund seiner zentralen geographischen Lage schon immer ein lebendiger Marktstandort. Bis heute haben sich, neben den Krammärkten am jeweils ersten Montag im Monat, zwei herausragende Märkte erhalten: der Andreasmarkt – er feierte im Jahr 2000 seinen 300. Geburtstag – am letzten Samstag im November und der Thomasmarkt am 21. Dezember. Die Märkte stellen in und für Kirn eine große Attraktion dar und ziehen viele Besucher aus der Region an. Auf dem Handwerker- und Bauernmarkt im Oktober präsentieren Kleinbetriebe aus dem Kirner Land ihre handgefertigten Waren und bieten sie zum Kauf an. Jeweils mittwochs und samstags trifft sich die Kirner Bevölkerung auf dem Wochenmarkt.
Wirtschaft
Kirn hat als "Stadt des Leders" deutschlandweit Berühmtheit erlangt. Heute sind von den ehemals großen Lederfabriken zumeist nur die Firmensitze vor Ort verblieben. Infolge von Produktionsverlagerungen in Niedriglohnländer sind in der Lederproduktion und -verarbeitung in Kirn nur noch wenige Arbeitnehmer beschäftigt.
In ganz Rheinland-Pfalz bekannt ist die Stadt durch die örtliche Brauerei: Kirner Pils. Größter Arbeitgeber in Kirn ist die SIMONA AG, ein weltweit agierender Hersteller und Vertreiber von thermoplastischen Kunststoffhalbzeugen. Weitere wichtige Wirtschaftszweige bilden die Holzverarbeitung, der Anlagenbau, die Hartstein-, Verpackungs- und die Kfz-Zulieferindustrie. Zahlreich vertreten sind ferner kleine und mittelgroße Handwerks- und Handelsbetriebe. In den letzten Jahren hat der Tourismus zunehmend an Bedeutung gewonnen.
Öffentliche Einrichtungen
Bildungseinrichtungen
Die Angebote im Bildungsbereich sind gemessen an Kirns Einwohnerzahl sehr umfassend. Neben fünf Kindertagesstätten und zwei Grundschulen gibt es in Kirn eine städtische Hauptschule, ein staatliches Gymnasium, eine Realschule und die „Wilhelm-Dröscher-Schule“ für Schülerinnen und Schüler mit einem besonderen Förderbedarf. Die Berufsbildenden Schulen des Landkreises Bad Kreuznach sind mit den Zweigen Gewerbe, Hauswirtschaft, Wirtschaft und Verwaltung in Kirn vertreten. Das Angebot der Volkshochschule und der Musikschule, beide im städtischen Gesellschaftshaus untergebracht, runden das Bildungsangebot ab.
Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung wird durch das Krankenhaus der Kreuznacher Diakonie, zahlreiche niedergelassene Allgemein- und Fachmediziner sowie fünf Apotheken gewährleistet. Für Senioren gibt es vor Ort zwei Altenheime in kirchlicher Trägerschaft.
Kultur- und Freizeiteinrichtungen
Im Gesellschaftshaus, dass 1879 durch das Lederunternehmen Carl Simon & Söhne im klassizistischen Baustil errichtet wurde, finden das ganze Jahr über Konzert-, Kabarett- und Theaterveranstaltungen der Kulturinitiative Kirn statt. Zweimal jährlich verwandelt sich der bis zu 500 Personen fassende Saal in eine Ausstellungshalle, in der jeweils für zwei Wochen Gemälde und Skulpturen zumeist heimischer Künstler gezeigt werden.
Nach intensiven Umbaumaßnahmen wurde das Familienfreizeitbad "Jahnbad" im Frühjahr 2002 wiedereröffnet. Neben dem 50m langen Hauptbecken gibt es seitdem ein Freizeitbecken mit Rutsche, Strömungskanal und Massageliegen sowie ein Kinderbecken mit geringer Wassertiefe und kleiner Rutsche.
Die Kirner Stadtbücherei befindet sich seit Januar 2002 im Wilhelm-Dröscher-Haus am linken Ufer des Hahnenbachs. Auf einer Fläche von 145 Quadratmetern stehen Lesebegeisterten ca. 5.800 Bücher zur Verfügung. Thematische Schwerpunkte bilden neben der Belletristik vor allem die Kinder- und Jugendliteratur.
Partnerstadt
- Fontaine-les-Dijon (in Frankreich, seit 10. Mai 1986)
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- 1920, 7. Oktober, Wilhelm Dröscher, † 18. November 1977 in Hamburg, deutscher Politiker (SPD), MdB, MdL (Rheinland-Pfalz)
Weblinks
- [http://www.kirn.de/ Stadt Kirn]
- [http://www.kirner.de/ Kirner Pils]
- [http://www.musikschule-kirn.de/ Musikschule Kirn]
- [http://www.vhskirn.de/ Volkshochschule Kirn]
- [http://www.schinderhannes-chronik.net/ Schinderhannes-Chronik]
Kategorie:Ort in Rheinland-Pfalz
StadtEine Stadt (von althochdt.: stat = Standort, Stelle; etymologisch eins mit Statt, Stätte; vgl. dagegen Staat) ist eine größere, zentralisierte, abgegrenzte Siedlung mit einer eigenen Verwaltungs- und Versorgungsstruktur im Schnittpunkt größerer Verkehrswege. Damit ist fast jede Stadt zugleich ein zentraler Ort. Städte sind - soziologisch gefasst - also vergleichsweise dicht und kopfreich besiedelte, fest umgrenzte Siedlungen (Gemeinden) mit vereinheitlichenden staatsrechtlichen bzw. kommunalrechtlichen Zügen wie zum Beispiel eigener Markthoheit, eigener Regierung, eigenem Kult und sozial stark differenzierter Einwohnerschaft. Das Letztere unterscheidet sie von Lagern (Arbeitslagern, Straflagern, Winterquartieren von Heeren u.ä.), das Erstere z.B. vom Dorf. In Deutschland existieren knapp 14.000 Städte und Gemeinden.
Dorf]Dorf]Dorf]
Stadtformen
Stadtgrößen
Je nach Größe, Bedeutung oder Funktion einer Stadt unterscheidet man Landstädte, Kleinstädte, Mittelstädte, Großstädte, Millionenstädte, Weltstädte, Stadtregionen oder Ballungsräume, Trabantenstädte und Satellitenstädte. Während etwa in Dänemark die Untergrenze der Bevölkerungszahl bei einer städtischen Siedlung bei 200 Einwohnern liegt, sind es in Deutschland und Frankreich 2.000 und in Japan 50.000 Einwohner.
Hinzu tritt der historische Stadtbegriff, der sich in Europa aus dem mittelalterlichen Stadtrecht herleitet und als wesentliche Merkmale das Marktrecht, das Recht auf Selbstverwaltung, die Freiheit der Stadtbürger, das Recht auf Besteuerung, der Gerichtsbarkeit, die Aufhebung der Leibeigenschaft, das Zollrecht, das Recht zur Einfriedung und Verteidigung sowie das Münzrecht enthielt. Städte, die das Stadtrecht erhalten haben, werden auch als Titularstädte bezeichnet. Auch heute noch ist das Überschreiten der Mindesteinwohnerzahl in den meisten Ländern nicht automatisch mit der Erhebung zur Stadt verbunden, sondern es Bedarf eines ausdrücklichen Beschlusses einer höherrangigen Gebietskörperschaft, in Deutschland und Österreich der des Bundeslandes.
In Deutschland unterscheidet man rechtlich kreisfreie Städte, das sind solche, die keinem Landkreis angehören, von kreisangehörigen Städten. Die Stadt, in deren Sitz die Kreisverwaltung (Landratsamt) liegt, wird auch als Kreisstadt bezeichnet. In Nordrhein-Westfalen unterscheidet man bei den kreisangehörigen Städten noch die großen und mittleren kreisangehörigen Städte. In Österreich unterscheidet man zwischen Städten mit eigenem Statut und sonstigen Städten. Eine Stadt mit eigenem Statut ist meist auch Sitz der Bezirkshauptmannschaft des Umland-Bezirks, der auch in den meisten Fällen so heißt (z.B. Innsbruck Stadt und Innsbruck Land). Heute kann jede Stadt mit mehr als 20.000 Einwohner ein eigenes Statut anfordern
In der Schweiz gelten Ortschaften nur dann als Stadt, wenn sie entweder mehr als 10 000 Einwohner haben oder wenn ihnen, was selten ist, im Mittelalter das Stadtrecht verliehen wurde. Eine der kleinsten Städte überhaupt befindet sich in Niederösterreich im Bezirk Hollabrunn an der Grenze zu Tschechien direkt an der Thaya - die Stadt Hardegg. Hardegg hat mit allen eingemeindeten Orten 2001 eine Einwohnerzahl von 1.490, die Stadt selber hat jedoch nur 78 Einwohner.
In England unterscheidet man zwischen City und Town. Die Großstadt Stockport ist beispielsweise keine City sondern Town, wohingegen die Stadt Sunderland eine City ist. Der Verwaltungsbezirk Greater London ist keine City, aber innerhalb dieser Gebietskörperschaft gibt es die City of London und die City of Westminster. Ein Ort darf erst dann als City bezeichnet werden, wenn die Königin oder der König diese zu einer solchen ernennt.
Die Geschlossenheit der Bebauung oder Besiedlungsdichte gewann international seit den 1990ern Bedeutung, global vor allem die größten Städte (Megacities, Global Cities, Stadtregionen) zu bestimmen, und zwar unabhängig von Verwaltungsgrenzen oder Definitionsproblemen. Städte weisen sowohl historisch als auch regional sehr unterschiedliche Entstehungszusammenhänge und Strukturen auf. So zeigen beispielsweise die gegenwärtigen Großstädte der früh industrialisierten Staaten andere Strukturen und Entwicklungsdynamiken als die sogenannten Megacities der Entwicklungs- und Schwellenländer. Die Entwicklung von Städten folgt dabei oft bestimmten Modellen.
Stadtnetz, Siedlungsstruktur
Weltweit gesehen bestehen nach Größe und Bedeutung abgestufte Städtenetze oder eine globale Siedlungsstruktur. Letztere meint die Struktur und Beziehungen aller Städte und sonstigen Siedlungen wie Dörfer untereiander, weniger innerhalb die innere Struktur einer Stadt oder sonstigen Siedlung. Zu Stadtnetz und Siedlungsstruktur gibt es beispielsweise die Untersuchung W. Christallers, 1933, die sogenannte [[Zentraler Ort|Zentrale-Orte]{{{
Nahe (Fluss)
Die Nahe (lat.: Nava, urspr. keltisch: 'der wilde Fluss') ist ein linker Nebenfluss des Rheines in Rheinland-Pfalz, Deutschland, und trennt das Nordpfälzer Bergland vom Hunsrück.
Verlauf
Sie entspringt in der Nähe von Nohfelden, Saarland, fließt durch Idar-Oberstein, Kirn, Bad Sobernheim, den Stausee bei Niederhausen, Bad Münster am Stein, Bad Kreuznach und mündet schließlich bei Bingen in den Rhein.
Wasserförderung
Die Nahe ist 116 km lang und hat ein Einzugsgebiet von 4.065 km².
Bedingt durch dieses für die Flusslänge relativ große Einzugsgebiet können im Mittel- und Unterlauf innerhalb von wenigen Stunden sehr starke, aber schnell abfließende Hochwässer auftreten, wobei in Bad Kreuznach Abflussmengen von über 1.000 m³/s, an der Mündung von über 1.300 m³/s erreicht werden können.
Zuflüsse
Wichtige Zuflüsse der Nahe sind der Glan (mit Lauter), Alsenz, Appelbach, Wiesbach, Idarbach, Hahnenbach, Kellenbach (Simmerbach), Ellerbach (mit Gräfenbach) und Guldenbach.
Landschaft
Als Weinbaugebiet Nahe hat diese Region Weltruf erlangt. Die sich selbst als Naheland bezeichnende Region bietet ein abwechslungsreiches Tourismusangebot.
Kategorie:Fluss in Deutschland
Kategorie:Fluss im Saarland
Kategorie:Fluss in Rheinland-Pfalz
Kategorie:Nebenfluss des Rheins
Ein weiterer Zufluß ist die Bollenbach die in die Nahe einfließt
Rheinland-Pfalz
Rheinland-Pfalz ist ein Bundesland im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland, das am 18. Mai 1947 gebildet wurde. Gültige Abkürzungen sind RLP, RP beziehungsweise RPF.
Rheinland-Pfalz grenzt an die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen, das Saarland, Baden-Württemberg sowie an die Staaten Belgien, Frankreich und Luxemburg.
Eine thematische Sammlung weiterer Artikel rund um Rheinland-Pfalz findet sich im Portal Rheinland-Pfalz.
Wappen
Das rheinland-pfälzische Landeswappen besteht aus dem Pfälzer Löwen, dem Kreuz des Erzbistums und Kurfürstentums Trier sowie dem Mainzer Rad und erinnert damit an die bis 1806 existierenden Kurfürstentümer Trier, Mainz und Pfalz.
Das vordere Drittel nimmt das seit 1273 bezeugte Wappenschild des Erzbistums Trier, ein rotes Kreuz auf weißem Grund, ein. Rechts oben befindet sich das silberne sechsspeichige Rad von Mainz auf rotem Grund, dessen Erzbischöfe das Symbol seit dem 13. Jahrhundert im Siegel führen. Im unteren schwarzen Drittel steht der goldene Löwe für die Kurpfalz. Er trägt eine Krone, die auf den besonderen Rang der Bayernherzöge als "Pfalzgrafen bei Rhein" zurückzuführen ist. Das gesamte Wappenschild ist von einer Krone aus fünf goldfarbenen stilisierten Weinblättern überhöht, ein Zeichen darauf, dass Rheinland-Pfalz das bedeutendste deutsche Weinbaugebiet ist.
Eine genauere Beschreibung des Wappens und seiner Bedeutung ist als PDF von der Landeszentrale für politische Bildung unter [http://www.politische-bildung-rlp.de/angebot/download/d52001.pdf Landeswappen Rheinland-Pfalz] zu erhalten.
Geographie
Rheinland-Pfalz umfasst im Norden vom Rheinischen Schiefergebirge die Eifel, den Hunsrück, den westlichen Westerwald und den nordwestlichen Teil des Taunus sowie im südlichen Bereich das Rheinhessische Hügelland, das Nordpfälzer Bergland, das Landstuhler Bruch, die Südwestpfälzische Hochfläche, den Pfälzer Wald und einen Teil der Oberrheinischen Tiefebene. Höchster Berg ist der Erbeskopf (816 m) im Hunsrück, siehe auch: Liste der Berge in Rheinland-Pfalz.
Durch Rheinland-Pfalz fließen die Bundeswasserstraßen Rhein, Mosel, Saar und Lahn. Weitere bedeutende Fließgewässer sind Nahe, Sauer, Our, Glan und Sieg als Gewässer I. Ordnung. Wegen ihrer wasserwirtschaftlichen Bedeutung sind weitere rund 720 km der Wasserläufe als Gewässer II. Ordnung verzeichnet. Es sind dies Waldlauter, Wieslauter, Otterbach, Erlenbach, Michelsbach, Pfrimm, Hahnenbach, Simmerbach, Guldenbach, Ahr, Prüm, Enz, Nims, Schwarzbach, Hornbach, Kyll, Dhron, Lieser, Alf, Wied, Nister und Aar. Die restlichen fließenden Gewässer in Rheinland-Pfalz gehören der III. Ordnung an.
Sehenswürdigkeiten
Orte
- Andernach
- Geysir Andernach auf dem Namedyer Werth
- Runder Turm
- Idar-Oberstein
- Deutsches Edelsteinmuseum
- Edelsteinminen
- Felsenkirche
- Koblenz
- Deutsches Eck
- Festung Ehrenbreitstein
- Basilika St. Kastor
- Mainz
- Mainzer Dom
- Zitadelle Mainz
- Remagen
- Apollinariskirche
- Brücke von Remagen
- Sankt Goarshausen
- Loreley
- Speyer
- Speyerer Dom
- Trier
- Amphitheater
- Kaiserthermen
- Karl-Marx-Haus
- Konstantinbasilika
- Porta Nigra
- Trierer Dom
- Worms
- Wormser Dom
- Vulkaneifel
- Laacher See
- Abtei Maria Laach
- Vulkanpark
UNESCO-Welterbe in Rheinland-Pfalz
Bislang wurden vier rheinland-pfälzische Sehenswürdigkeiten bzw. Ensembles in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen:
- 1981: Der Dom zu Speyer
- 1986: Das römische Trier (Porta Nigra, Amphitheater, Kaiserthermen, Konstantinbasilika, der Dom und die Liebfrauenkirche)
- 2002: Die Kulturlandschaft "Oberes Mittelrheintal" zwischen Koblenz und Bingen am Rhein
- 2005: Der 550 km lange Obergermanisch-raetische Limes zwischen Rheinbrohl und Eining (länderübergreifend)
Burgen, Schlösser und Festungen
Hier steht nur eine Auswahl von wichtigen Burgen, Schlössern und Festungen in Rheinland-Pfalz. Weitere sind in den Listen Liste der Burgen und Schlösser und Liste der Festungen zu finden.
Liste der Festungen]]
Liste der Festungen]
Liste der Festungen]
Liste der Festungen]
Freizeitparks
- Holiday Park in Haßloch
Geschichte
Die Geschichte des jungen Bundeslandes
Rheinland-Pfalz entstand nach dem Zweiten Weltkrieg aus der ehemals bayrischen Pfalz, aus dem südlichen Anteil des Rheinlands (Regierungsbezirke Koblenz und Trier der ehemaligen preußischen Rheinprovinz), aus der ehemals zu Hessen-Darmstadt gehörigen Provinz Rheinhessen, aus Teilen der preußischen Provinz Hessen-Nassau und aus dem ehemals oldenburgischen Gebiet um Birkenfeld.
Gemäß den Beschlüssen der Potsdamer Konferenz ging am 15. Juli 1945 die Besatzungshoheit im Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz von den Amerikanern auf die Franzosen über. Diese gliederten das Gebiet zunächst provisorisch in zwei "Oberpräsidien" Rheinland-Hessen-Nassau (für die bislang preußischen Regierungsbezirke bzw. Gebiete Koblenz, Trier und Montabaur) und Hessen-Pfalz (für die bisher bayerische Pfalz und das zuvor hessen-darmstädtische Rheinhessen). Das Land Rheinland-Pfalz wurde am 30. August 1946 durch Verordnung der französischen Militärregierung geschaffen, wodurch historisch und wirtschaftlich zusammengehörige Gebiete (Koblenz-Bonn, Rhein-Main) der ehemaligen preußischen Rheinprovinz getrennt wurden. Eine Anbindung des ebenfalls französisch verwalteten Saarlandes wurde von der französischen Militärregierung nicht zugelassen. Am 22. November fand im Koblenzer Theater die konstituierende Sitzung der "Beratenden Landesversammlung" statt. Die konstituierende Sitzung des ersten rheinland-pfälzischen Landtags erfolgte am 4. Juni 1947 im großen Rathaussaal von Koblenz, welches nun (bis 1950) die erste Hauptstadt des neuen Landes war. Dr. Wilhelm Boden wurde hier zum ersten Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz gewählt. Schon einen Monat später aber folgte ihm Peter Altmeier in diesem Amt. Ein Gemeinschaftsgefühl entwickelte sich nur sehr zögerlich im neu geschaffenen Bundesland, das sozusagen aus der Retorte entstanden war.
1956 fanden aufgrund von Artikel 29 GG in den früheren Regierungsbezirken Koblenz, Trier, Montabaur, Rheinhessen und der Pfalz Volksbegehren statt, bei denen es um die Angliederung der betreffenden Regionen an Nordrhein-Westfalen, Hessen bzw. Bayern und Baden-Württemberg ging. Alle Volksbegehren außer denen im Regierungsbezirk Pfalz erhielten die erforderliche Mehrheit; doch bis zur endgültigen Durchführung der dadurch notwendigen Volksentscheide zogen fast 20 Jahre ins Land. Bei der Abstimmung vom 19. Januar 1975 wurde in keiner der betroffenen Regionen eine Mehrheit für eine Umgliederung (und auch nicht das notwendige Quorum von 25 % der Stimmberechtigten) erreicht. Damit wurde ein Schlussstrich unter eine jahrzehntelange Diskussion gezogen.
Historische Ereignisse im heutigen Rheinland-Pfalz
Am 17. April 1521 stand Martin Luther vor dem Reichstag zu Worms, wurde vor den versammelten Fürsten und Reichsständen verhört und letztmals zum Widerruf aufgefordert. Er lehnte mit den Worten "Hier stehe ich. Gott helfe mir. Ich kann nicht anders" ab und wurde daraufhin durch das Wormser Edikt geächtet.
Worms
Auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße feierten am 27. Mai 1832 viele Tausend freiheitsliebende Bürger aus allen Teilen Deutschlands das "Hambacher Fest". Inzwischen gilt diese Demonstration als Meilenstein auf dem Weg zur Deutschen Einheit, und das Hambacher Schloss wird als die "Wiege der deutschen Demokratie" anerkannt und bezeichnet.
Vom 8. - 10. Juli 1948 fand im Berghotel Rittersturz in Koblenz die Rittersturz-Konferenz statt, die auch als Geburtsstätte der Bundesrepublik Deutschland bezeichnet wird. Der rheinland-pfälzische Landtag beschloss 1950 die Verlegung der Landesregierung von Koblenz nach Mainz.
Kultur
Kultursommer Rheinland-Pfalz
Der Kultursommer bietet ein Kulturprogramm für Rheinland-Pfalz in den Monaten Mai bis Oktober. Seit 1993 hat der Kultursommer ein jährlich wechselndes Motto.
Rheinland-Pfalz-Tag
Der Rheinland-Pfalz-Tag ist ein jährlich veranstaltetes Landesfest.
Gartenschau
Für das Jahr 2011 erhielt die Stadt Koblenz den Zuschlag für die Organisation der Bundesgartenschau.
In den Jahren 2000 und 2001 fand die erste rheinland-pfälzische Landesgartenschau in Kaiserslautern statt. Im Jahr 2004 wurde die Ausrichtung der Landesgartenschau durch die Stadt Trier übernommen. Im Jahr 2008 wird die Ausrichtung der Landesgartenschau durch die Stadt Bingen am Rhein übernommen.
Parks
Mit dem Barfußpark bei Bad Sobernheim wurde 1992 eine neuartige und beliebte Freizeiteinrichtung geschaffen. Dies fand an vielen Orten des deutschsprachigen Raums Nachahmung.
Hochschulen
Bad Sobernheim
Zur Bildungslandschaft in Rheinland-Pfalz gehören 6 Universitäten, 13 Fachhochschulen und die Deutsche Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer.
- Technische Universität Kaiserslautern
- Universität Koblenz-Landau - Standorte: Koblenz, Landau
- Johannes Gutenberg-Universität Mainz
- Universität Trier
Universität Trier]
- Fachhochschule Bingen
- Fachhochschule Kaiserslautern - Standorte: Kaiserslautern I und II, Pirmasens und Zweibrücken
- Fachhochschule Koblenz - Studienorte: Koblenz, Höhr-Grenzhausen, Remagen
- Fachhochschule Ludwigshafen (mit Ostasieninstitut)
- Evangelische Fachhochschule Ludwigshafen
- Fachhochschule Mainz
- Fachhochschule Trier - Standorte: Trier, Idar-Oberstein, Birkenfeld
- Fachhochschule Worms
- Katholische Fachhochschule Mainz
- Fachhochschule für Finanzen Edenkoben
- Fachhochschule der Deutschen Bundesbank, Hachenburg
- Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Mayen
- Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung Otto-Beisheim-Hochschule (private Universität)
- Philosophisch-Theologische Hochschule Vallendar der Gesellschaft des Katholischen Apostolates (Pallottiner) (kirchliche Universität)
Theater
Im Bundesland Rheinland-Pfalz gibt es vier größere Theaterstädte. Im Einzelnen sind dies drei Stadttheater und ein Staatstheater.
- Pfalztheater Kaiserslautern
- Theater der Stadt Koblenz
- Staatstheater Mainz
- Stadttheater Trier
Festspiele und Festivals
Stadttheater Trier
Folgende Festspiele finden jährlich in Rheinland-Pfalz statt:
- Antikenfestspiele Trier
- Nibelungenfestspiele Worms
- NatureOne Festival Kastellaun
- Burgfestspiele Mayen
Wirtschaft
Rheinland-Pfalz ist Zentrum des Weinanbaus und der Sektkellereien Deutschlands (Goldhand, Kupferberg, Deinhard, Schloss Wachenheim). Landwirtschaft spielt vor allem im rheinhessischen Hügelland und im oberrheinischen Tiefland eine Rolle. Forstwirtschaftlich bedeutsam sind der Pfälzerwald, der Hunsrück und der Westerwald. Die landwirtschaftliche Nutzfläche umfasst etwa 37 Prozent des Landes. Rheinland-Pfalz besitzt die größten Weinbaugebiete Deutschlands (Rheinhessen, Ahr, Mittelrhein, Mosel-Saar-Ruwer, Nahe und Pfalz). Der Industrieanteil an der Wirtschaftsleistung ist höher als im Bundesdurchschnitt. Bedeutende Branchen sind die chemische Industrie (die BASF in Ludwigshafen ist der größte Arbeitgeber des Landes) sowie Fahrzeug- und Maschinenbau (z.B. LKW-Werk Europas in Wörth, Opel-Werk Kaiserslautern).
Die Dienstleistungsbranche stützt sich überwiegend auf kleinere Unternehmen, wobei dieser Wirtschaftssektor unter dem Bundesdurchschnitt liegt.
In Rheinland-Pfalz gibt es in den sechs Weinanbaugebieten Ahr, Mittelrhein, Mosel-Saar-Ruwer, Nahe, Rheinhessen und Pfalz eine bestockte
Rebfäche von insgesamt ca. 64.500 Hektar (Gesamtdeutschland ca. 98.600 Hektar).
Die am häufigsten angebauten Weißweinrebsorten (ca. 45.563ha) sind in absteigender Reihenfolge: Riesling, Müller-Thurgau, Silvaner - Grüner, Kerner, Scheurebe, Burgunder-Weißer, Bacchus,Ruländer, Faberrebe,Huxelrebe, Ortega, Chardonnay, Morio-Muskat, Elbling, Gewürztraminer, Reichensteiner, Ehrenfelser, Siegerrebe, Optima, Regner, Würzer, Sauvignon blanc, Auxerrois.
Bei den Rotweinrebsorten (ca. 18.648 ha) sind dies in absteigender Reihenfolge: Dornfelder, Portugieser - Blauer, Spätburgunder - Blauer,
Regent, Saint Laurent, Dunkelfelder, Merlot, Müllerrebe, Cabernet Sauvignon, Heroldrebe, Frühburgunder - Blauer, Cabernet Mitos, Acolon, Cabernet Dorsa, Domina.
Politik
Das Land Rheinland-Pfalz geht auf die Verordnung Nummer 57 der französischen Besatzungsmacht vom 30. August 1946 zurück, die die Bildung eines "rheinpfälzischen" Landes anordnet. Ein erster Verfassungsentwurf entstand "im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott, dem Urgrund des Rechts und Schöpfer aller menschlichen Gemeinschaft, von dem Willen beseelt, die Freiheit und Würde des Menschen zu sichern, das Gemeinschaftsleben nach dem Grundsatz der sozialen Gerechtigkeit zu ordnen, den wirtschaftlichen Fortschritt aller zu fördern und ein neues demokratisches Deutschland als lebendiges Glied der Völkergemeinschaft zu formen" in der so genannten Beratenden Landesversammlung, deren Mitglieder von den rheinland-pfälzischen Kreis- und Gemeindeversammlungen bereits im November 1946 gewählt worden waren.
Die konstituierende Sitzung dieser Beratenden Landesversammlung fand am 22. November 1946 im Koblenz statt. Kurz darauf, am 4. Dezember 1946, wurde eine vorläufige Landesregierung unter Dr. Wilhelm Boden (CDU) gebildet. Nachdem die Landesverfassung durch Volksabstimmung am 18. Mai 1947 angenommen wurde, wählte man den bisherigen Landeschef Boden am 13. Juni zum ersten Ministerpräsidenten des neuen demokratischen und sozialen Gliedstaats Deutschlands. Nach nicht einmal einem Monat wurde Dr. Peter Altmeier (CDU) sein Nachfolger.
Artikel 79 Absatz 1 der Landesverfassung sieht vor, dass der Landtag "das vom Volk gewählte oberste Organ der politischen Willensbildung" ist. "Er vertritt das Volk, wählt den Ministerpräsidenten und bestätigt die Landesregierung, beschließt die Gesetze und den Landeshaushalt, kontrolliert die vollziehende Gewalt und wirkt an der Willensbildung des Landes mit in der der Behandlung öffentlicher Angelegenheiten, in europapolitischen Fragen und nach Maßgabe von Vereinbarungen zwischen Landtag und Landesregierung."
Die Ministerpräsidenten seit dem 13. Juni 1947:
- 13. Juni 1947 - 9. Juli 1947: Dr. Wilhelm Boden, CDU
- 1947 - 1969: Dr. h.c. Peter Altmeier, CDU
- 1969 - 1976: Dr. phil. Dr. h. c. mult. Helmut Kohl, CDU
- 1976 - 1988: Dr. phil. Bernhard Vogel, CDU
- 1988 - 1991: Dr. Carl-Ludwig Wagner, CDU
- 1991 - 1994: Rudolf Scharping, SPD
- 1994 - heute: Kurt Beck, SPD
Das Land wird beim Bund durch einen Bevollmächtigten vertreten.
Siehe auch:
- Landesregierung von Rheinland-Pfalz
- Landtag Rheinland-Pfalz
Partnerschaften
Landtag Rheinland-Pfalz
Das Bundesland Rheinland-Pfalz unterhält Partnerschaften mit
- Burgund in Frankreich,
- der Republik Ruanda in Ostafrika,
- der Region València in Spanien,
- der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens,
- der polnischen Woiwodschaft Oppeln,
- der Mittelböhmischen Region in Tschechien,
- der chinesischen Provinz Fujian,
- dem US-Bundesstaat South Carolina und
- der japanischen Präfektur Iwate.
Verwaltungsgliederung
Ehemalige Regierungsbezirke
Rheinland-Pfalz bestand bis 1999 aus den Regierungsbezirken
- Koblenz
- Trier und
- Rheinhessen-Pfalz.
Zum 1. Januar 2000 wurden die drei Bezirksregierungen in die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion sowie die Struktur- und Genehmigungsdirektionen Nord und Süd überführt. Ihre Zuständigkeiten erstrecken sich seither teilweise auf das ganze Bundesland.
Landkreise
(mit Autokennzeichen)
Autokennzeichen
Kreisfreie Städte
(mit Autokennzeichen)
Große kreisangehörige Städte
(mit Autokennzeichen)
Städte und Gemeinden
In den 118 Städten des Landes leben 1.998.000 Einwohner, davon in den 12 kreisfreien Städten 1.001.000 Einwohner. In den 2.187 Gemeinden leben 2.065.000 Einwohner (2003). An Gemeindearten gibt es die Ortsgemeinde, die Verbandsgemeinde, die verbandsfreie Gemeinde, die Große kreisangehörige Stadt sowie die Kreisfreie Stadt.
Siehe auch:
- Liste der Orte in Rheinland-Pfalz
- Liste der Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz
Mit Andernach, Koblenz, Mainz, Speyer, Trier und Worms liegen eine Mehrzahl der ältesten Städte Deutschlands in Rheinland-Pfalz, wobei sich, je nach Lesart, Trier und Worms als "älteste Stadt Deutschlands" bezeichnen dürfen. Auf einen offiziellen Status berufen kann sich indessen nur Worms, das von der Bundesregierung als deutsches Mitglied des 1994 gegründeten Arbeitskreises der ältesten Städte Europas benannt worden ist.
Regionen
Das Land Rheinlandpfalz gliedert sich in folgende Regionen (von Nord nach Süd)
- Westerwald
- Mittelrhein-Lahn-Taunus
- Eifel-Ahr
- Mosel-Saar
- Hunsrück-Nahe
- Rheinhessen
- Pfalz
Siehe auch:
- Liste der Landschaften in Rheinland-Pfalz
Landesbehörden und Landesbetriebe
- Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion
- Landesamt für Geologie und Bergbau
- Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz
- Landesbetrieb Daten und Information
- Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung
- Landesbetrieb Straßen und Verkehr
- Landesforstverwaltung
- Landeshauptarchiv
- Landesmedienzentrum
- Statistisches Landesamt
- Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord
- Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd
Sprache
Im Altertum gehörte der größte Teil des Landes zu Gallien, Trier war in der Spätantike Hauptstadt der Provinz Belgica prima und zeitweise eine der Hauptstädte des Gesamtreiches der Römer. Die Bevölkerungsmischung aus eingewanderten Römern und romanisierten Kelten blieb auch nach der fränkischen Eroberung bestehen, ihre Sprache, das Moselromanische, hielt sich bis ins hohe Mittelalter an der Mosel, war aber isoliert von der übrigen Romania durch die rein fränkischsprachigen Gebiete im heutigen Westen von Rheinland-Pfalz und im heutigen Luxemburg, siehe auch: Moselfränkisch.
Im östlichen Teil des Landes fand bereits in römischer Zeit eine Durchmischung von keltischen und germanischen Stämmen statt. In der Völkerwanderung besiedelten Alemannen und Franken diesen Teil des Landes. Aus der Vermischung entstanden verschiedene Variationen der pfälzischen Dialekte. Durch die jahrhundertelange Tradition der Auswanderung auf Grund von Armut oder religiösen Überzeugungen bildete das Pfälzische die Grundlage für verschiedene auslandsdeutsche Mundarten. Russlanddeutsche, Banater, Amish (Pennsylvania Dutch) und Deutschstämmige in Brasilien haben sich teilweise bis heute diesen Dialekt bewahrt.
Siehe auch:
- Dialekte in Rheinland-Pfalz
Kulinarisches
Die Küche in Rheinland-Pfalz wird durch die milden Temperaturen an Rhein und Mosel bestimmt. Wichtiger Exportartikel ist der Wein aus der Pfalz, aus Rheinhessen, aus dem Ahrtal und vom Gebiet Mosel-Saar-Ruwer. Bekannte Nahrungsmittel sind der Pfälzer Saumagen, Fleischkäse und Mainzer Spundekäs. Im Grenzgebiet zu Frankreich sind außerdem Gerichte wie Flammkuchen oder Zwiebelkuchen populär.
Siehe auch:
- Rheinland-Pfälzische Küche
Personen
(in alphabetischer Ordnung)
- Hildegard von Bingen (Theologin, Äbtissin, Naturheilerin)
- Clemens Brentano, - 9. September 1778 in Ehrenbreitstein bei Koblenz; † 28. Juli 1842, Schriftsteller
- Johannes Gutenberg (Erfinder der Buchdruckkunst mit gegossenen beweglichen Lettern, Verleger)
- Dr. phil. Dr. h. c. mult. Helmut Kohl (Bundeskanzler a. D.)
- Prof. Dr. Dr. Karl Lehmann (Theologe, Kardinal und Bischof von Mainz, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz)
- Balduin von Luxemburg bzw. Balduin von Trier
- Dr. phil. Karl Marx (Volkswirt, Philosoph, Politikwissenschaftler, Journalist)
- Nikolaus von Kues (Theologe, Kardinal, Universalgelehrter, Mathematiker)
- Nicolaus August Otto (Maschinenbauer, Erfinder des Otto-Motors)
- Fritz Walter (erster und einziger Ehrenbürger des Landes Rheinland-Pfalz, Kapitän der Weltmeistermannschaft 1954)
- Carl Zuckmayer (Autor)
Sport
Fußball
Aus Rheinland-Pfalz spielen in der Saison 2005/2006 der 1. FC Kaiserslautern und der FSV Mainz 05 in der 1. Bundesliga.
In der Regionalliga Süd sind TuS Koblenz und Eintracht Trier vertreten.
Handball
Die DJK/MJC Trier wurde 2003 deutscher Handballmeister (Damen).
Ringen
Der VfK Schifferstadt ist im Ringen der Verein mit den meisten Deutschen Meisterschaften.
Basketball
Der TBB Trier spielt in der Deutschen Basketball-Bundesliga. Die Trierer Basketballer wurden 1998 und 2001 Deutscher Pokalsieger.
Motorsport
VfK Schifferstadt]
Formel 1
Auf dem Nürburgring wird seit 1995 jährlich der Formel-1-Grand Prix von Europa ausgetragen.
Rallye-Weltmeisterschaft
Seit 2002 findet in Trier und Umgebung jährlich ein Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft statt.
Siehe auch
- Portal Rheinland-Pfalz
Weblinks
- [http://www.rlp.de Website von Rheinland-Pfalz]
- [http://www.stadtplandienst.de/rheinlandpfalz.asp Rheinland-Pfalz im Deutschen Stadtplandienst]
- [http://www.wahlen.rlp.de/ Wahlergebnisse (Landeswahlleiter)]
- Amtliche Karten: [http://www.lvermgeo.rlp.de Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz]
- Touren in Rheinland-Pfalz: [http://www.lvermgeo.rlp.de/freizeit Freizeitportal des Landesamts für Vermessung und Geobasisinformation Rheinland-Pfalz]
-
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Verbandsgemeinde Kirn-Land
Die Verbandsgemeinde Kirn-Land mit Sitz in der Stadt Kirn hat 10.619 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2003) und liegt im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz.
Liste der Gemeinden
#Bärenbach
#Becherbach
#Brauweiler
#Bruschied
#Hahnenbach
#Heimweiler
#Heinzenberg
#Hennweiler
#Hochstetten-Dhaun
#Horbach
#Kellenbach
#Königsau
#Limbach
#Meckenbach
#Oberhausen
#Otzweiler
#Schneppenbach
#Schwarzerden
#Simmertal
#Weitersborn
Verbandsgemeinderat
Bei den Wahlen zum Verbandsgemeinderat am 13. Juni 2004 ergab sich folgendes Ergebnis:
#SPD 44,9% (-5,4) - 13 Sitze (-2)
#WGR 28,5% (+6,2) - 8 Sitze (+2)
#CDU 22,6% (+0,6) - 6 Sitze (=)
#FDP 4,0% (+2,6) - 1 Sitz (+1)
#Andere 0,0% (-4,1) - 0 Sitze (-1)
Weblinks
- [http://www.kirn-land.de Verbandsgemeinde Kirn-Land]
- [http://www.ngw.nl/int/dld/amter/kirnland.htm Wappen]
Kirn-Land
Verbandsfreie GemeindeVerbandsgemeinden sind Gebietskörperschaften in Rheinland-Pfalz, die aus mehreren rechtlich selbständigen Ortsgemeinden bestehen. Es handelt sich dabei um eine Art Verwaltungsgemeinschaft mehrerer selbstständiger Gemeinden, die zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte eine neue Gebietskörperschaft, die Verbandsgemeinde, bilden. Den Verbandsgemeinden sind nach der Gemeindeordnung von Rheinland-Pfalz eigene Aufgaben zugewiesen, wie Schulwesen, Feuerwehr, zentrale Sport-, Spiel- und Freizeiteinrichtungen, Wasserversorgung oder Abwasserbeseitigung. Diese hat eine eigene gewählte Gemeindevertretung (Verbandsgemeinderat) und einen hauptamtlichen Bürgermeister. Die Aufgaben der Ortsgemeinden nimmt die Verbandgemeinde in deren Auftrag wahr. Der Bürgermeister einer Verbandsgemeinde kann in Personalunion zugleich Ortsbürgermeister der Sitzgemeinde sein.
Die einzelnen Ortsgemeinden haben ihrerseits eigene Vertretungen (Ortsgemeinderat) und ehrenamtlichen Ortsbürgermeister. Bei sehr kleinen Ortsgemeinden, die nur aus wenigen Einwohnern bestehen, tritt anstelle der Gemeindevertretung die Gemeindeversammlung. Es gibt einige Ortsgemeinden, die weniger als 20 Einwohner haben.
Verbandsfreie Städte und Gemeinden nehmen die Verwaltungsaufgaben einer Verbandsgemeinde wahr, die in der Gemeindeordnung von Rheinland-Pfalz aufgeführt sind.
Verbandsangehörige Städte sind Ortsgemeinden mit dem Status einer Stadt. Meist sind sie Sitz und Namensgeber der jeweiligen Verbandsgemeinde.
In anderen Bundesländern gibt es den Verbandsgemeinden ähnliche Einrichtungen mit anderen Bezeichnungen und z.T. auch anderer Aufgabenstellung.
Siehe auch
- Liste der Verbandsgemeinden in Rheinland-Pfalz (nach Landkreisen sortiert)
- :Kategorie:Verbandsgemeinde in Rheinland-Pfalz (alphabetisch sortiert)
- Liste der Orte in Rheinland-Pfalz
- Amt
- Gemeindearten
- Gemeindeverwaltungsverband
- Samtgemeinde
Kategorie:Politik (Rheinland-Pfalz)
Kategorie:Politische Geographie
Kategorie:Kommunalrecht
Kategorie:Verwaltungsgemeinschaft
Hunsrück
Der Hunsrück ist ein Teil des Rheinischen Schiefergebirges in Rheinland-Pfalz (und zu geringen Teilen auch im Saarland).
Geographie
Begrenzt wird der Hunsrück durch den Mittelrhein im Osten, die Mosel im Norden, die Nahe im Süden und die Saar im Westen. Ein bekannter Merksatz lautet: „Mosel, Nahe, Saar und Rhein - schließen rings den Hunsrück ein.“
Geographisch und aufgrund der Mentalität der Einwohner bestehen sehr große Ähnlichkeiten zur Eifel, dem Westerwald und dem Taunus - die ebenfalls zum Rheinischen Schiefergebirge gezählt werden.
Einige der zum Teil über 800 m hohen Höhenzüge tragen eigene Namen: der Idarwald, der Soonwald, der Binger Wald, der Schwarzwälder Hochwald und der Osburger Hochwald (siehe auch: Naturpark Saar-Hunsrück). Der höchste Berg ist der Erbeskopf (816 m) bei Thalfang, der gleichzeitig der höchste Berg von Rheinland-Pfalz ist.
Vom Klima sagt man, dass es rau und regnerisch sei, wobei dieses Urteil nur ein Vorurteil bedient. Tatsächlich ist das Klima durch die Höhenlage zwar etwas kühler und rauer als die benachbarten Rhein- und Moseltäler, aber im gesamtdeutschen Vergleich wahrscheinlich weitaus angenehmer und wärmer als der Großteil Deutschlands. Den Hunsrück durchzieht nicht umsonst Deutschlands älteste Weinanbauregion "Mosel-Saar-Ruwer".
Schiefer wurde im Hunsrück bis vor fünfzig Jahren in großen Mengen, heute nur noch vereinzelt, etwa in Bundenbach, abgebaut.
In west-östlicher Richtung von Saarburg nach Koblenz verläuft die Hunsrückhöhenstraße. Von Nordwest nach Südost durchzog einst eine römische Militärstraße, die so genannte Ausoniusstraße das Mittelgebirge und verband Trier mit Bingen.
Historisches und neuere Geschichte
- Die Räuber Schinderhannes und Johann Peter Petri ("Schwarzer Peter") machten Ende des 18. Jahrhunderts den Hunsrück unsicher.
- Der Regisseur Edgar Reitz drehte auf dem Hunsrück Anfang der 1980er Jahre den ersten Teil seiner Filmtrilogie Heimat, einen großen Teil davon in Woppenroth alias Schabbach.
- In der Zeit des kalten Krieges bis Anfang der 1990er Jahre befand sich auf dem Hunsrück die Raketenstation Pydna, wo die US Air Force Cruise Missiles Raketen gelagert hatten. Heute findet dort jährlich eine der größten Rave-Veranstaltungen Deutschlands, die „Nature One“, statt.
- 1990 wurde der von Amerikanern militärisch genutzte Hahn-Airport an die zivile Verwaltung übergeben und von da an stetig ausgebaut.
Tourismus
Im Gegensatz zur angrenzenden Mittelmosel als bilderbuchtouristischem Paradebeispiel ist der Hunsrück touristisch weit weniger erschlossen und noch weitgehend unberührt, was (noch) seinen besonderen Charme ausmacht.
Dennnoch findet man zahlreiche Übernachtungsangebote und Speiselokale sowie Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Zudem sind in jüngerer Zeit Ansätze zur touristischen Vermarktung der Filme HEIMAT und HEIMAT 3 von Edgar Reitz vorhanden.
Sehenswürdigkeiten
- Hinzert: Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus im SS-Sonderlager Hinzert
- Hermeskeil: Dampflokmuseum und Flugzeugausstellung
- Otzenhausen: "Hunnenring", eine keltischer Ringwall
- Erbeskopf (zu Deuselbach): Museum "Hunsrückhaus", höchste Erhebung des Hunsrücks
- Wederath: Archäologiepark Belginum
- Hinzerath: Burgruine Baldenau
- Kempfeld: Wildenburg und Wildfreigehege
- Stipshausen: Kirche "Hunsrück-Barock" und Stumm-Orgel
- Idar-Oberstein: Edelstein-Museum, Felsenkirche, Edelstein-Schaubergwerk u.v.a.m.
- Herrstein: historischer Ortskern
- Sulzbach: Heimat der Orgelbauerfamilie Stumm mit großer Stummorgel
- Rhaunen: ev. Kirche, älteste erhaltene Stumm-Orgel
- Bundenbach: Dachschiefergrube Herrenberg, Keltensiedlung
- Kirchberg: Marktplatz, Michelsmarkt (Donnerstag nach St. Michael)
- Woppenroth: das Dorf, das einer der Hauptdrehorte der Filme HEIMAT und HEIMAT 3 von Edgar Reitz war.
- Dickenschied: Wirkungsstätte und Grab des Märtyrers Paul Schneider
- Kastellaun: Burgruine, ehemalige US-Atomraketenstation Pydna
- Gemünden: Schloss, Burg-Ruine Koppenstein
- Ravengiersburg: "Hunsrück-Dom" aus dem 12./13. Jh.
- Sargenroth: die "Nunkirche" mit Fresko im Turm, Nunkircher Markt (Anfang September)
- Simmern: Schinderhannesturm
- Schloss Dhaun: Ritterburg aus dem Mittelalter
- Emmelshausen: Ehrbachklamm, Baybachtal
- Stromberg: Stromburg, Heimat des deutschen Michel
Verkehrsanbindung
- Flugzeug: Der internationale Flughafen Frankfurt-Hahn (24-Stunden-Betrieb)
- Bahn: Bahnhöfe: z.B. Koblenz, Boppard, Emmelshausen, Oberwesel, Bingen. Hunsrückbahn Boppard-Emmelshausen 15 km. Nahetalbahn Mainz-Saarbrücken (über Bad Kreuznach und Idar-Oberstein).
- Bus: Koblenz-Simmern über Emmelshausen und Kastellaun. Bingen Hbf.-Flughafen Hahn über Rheinböllen, Simmern und Kirchberg.
- Auto: A 61 Köln-Ludwigshafen: Ausfahrten Emmelshausen, Pfalzfeld, Laudert, Rheinböllen. A 1 Oldenburg-Saarbrücken: Ausfahrten Hermeskeil und Reinsfeld. Hunsrückhöhenstraße B 327: Koblenz-Saarburg ("Straße der schönen Aussicht" längs über den gesamten Hunsrück). B 50: Rheinböllen-Bernkastel-Kues über Simmern und Flughafen Hahn (A 61 Ausfahrt Rheinböllen).
Landkreise und wichtige Orte im Hunsrück
- Landkreis Bad Kreuznach: Bad Kreuznach, Bad Sobernheim, Kirn, Stromberg
- Landkreis Bernkastel-Wittlich: Bernkastel-Kues, Morbach, Traben-Trarbach, Thalfang am Erbeskopf
- Landkreis Birkenfeld: Birkenfeld, Herrstein, Idar-Oberstein, Rhaunen
- Landkreis Cochem-Zell: Blankenrath
- Landkreis Mainz-Bingen: Bacharach
- Landkreis Merzig-Wadern: Wadern, Weiskirchen
- Landkreis Trier-Saarburg: Hermeskeil, Kell am See,Ruwer
- Rhein-Hunsrück-Kreis: Boppard, Dickenschied, Emmelshausen, Kastellaun, Kirchberg, Oberwesel, Sankt Goar, Simmern, Rheinböllen, Woppenroth
Siehe auch: Flughafen Frankfurt-Hahn
Weblinks
Zum Hunsrück allgemein
- [http://www.db-magazin.de DURCHBLICK - Hunsrücker Kultur-Magazin]
- [http://www.hunsrueck.org Touristeninformation]
- [http://www.mgas.de/fundstellen/hunsrueck/uebersicht.htm Zur Geologie des Hunsrück]
- [http://www.hunsnet.de/fh/region/name.htm Zum Begriff "Hunsrück"]
- [http://www.hunsrueck.nl Sehr schöne und informative private Homepage aus den Niederlanden mit den Schwerpunkten Wandern und Hunsrückbahn. Die Texte sind in deutscher und holländischer Sprache verfasst.]
Zur Abwanderung im 19. Jahrhundert
- [http://viadrina.euv-frankfurt-o.de/~sw1www/publikation/lateinam.htm Riograndenser Hunsrückisch/Südbrasilien]
- [http://www.topicos.net/fileadmin/pdf/2004/1/Wir_Deutschbrasilianer.pdf "Wir Deutschbrasilianer"]
Kategorie:Deutsches Mittelgebirge
Kategorie:Historische Landschaft
Kategorie:Landschaft in Rheinland-Pfalz
Hahnenbach (Fluss)Der Hahnenbach ist ein knapp 20 Kilometer langer, linker (nördlicher) Nebenfluss zur Nahe. Er hat seinen Ursprung im Zusammenfluss des Kyrbach und des Idarbach bei Hausen im Hunsrück. Die Mündung des Hahnenbach befindet im Zentrum von Kirn. Gemeinsam mit dem Kyrbach, der auf den ersten Kilometern mehrfach seinen Namen ändert, kommt er auf eine Länge von 43 Kilometern.
Im oberen Abschnitt zwischen Hausen und Rudolfshaus fließt der Hahnenbach durch ein tief eingeschnittenes, landschaftlich sehr reizvolles Tal, dass nur zu Fuß erreichbar ist. Oberhalb einer Flusskehre erhebt sich hier die Ruine Schmidtburg, ehemals die größte rheinische Burganlage. Ihr direkt gegenüber liegt auf der anderen Seite des Bachs die rekonstruierte Keltensiedlung Altburg.
Im unteren Abschnitt zwischen Rudolfshaus und Kirn verläuft die Hunsrück Schiefer- und Burgenstraße parallel zum Hahnenbach, der hier nacheinander die Ortschaften Hahnenbach und Kallenfels durchfließt.
Kategorie:Fluss in Deutschland
Kategorie:Fluss in Rheinland-Pfalz
Nahe (Fluss)
Die Nahe (lat.: Nava, urspr. keltisch: 'der wilde Fluss') ist ein linker Nebenfluss des Rheines in Rheinland-Pfalz, Deutschland, und trennt das Nordpfälzer Bergland vom Hunsrück.
Verlauf
Sie entspringt in der Nähe von Nohfelden, Saarland, fließt durch Idar-Oberstein, Kirn, Bad Sobernheim, den Stausee bei Niederhausen, Bad Münster am Stein, Bad Kreuznach und mündet schließlich bei Bingen in den Rhein.
Wasserförderung
Die Nahe ist 116 km lang und hat ein Einzugsgebiet von 4.065 km².
Bedingt durch dieses für die Flusslänge relativ große Einzugsgebiet können im Mittel- und Unterlauf innerhalb von wenigen Stunden sehr starke, aber schnell abfließende Hochwässer auftreten, wobei in Bad Kreuznach Abflussmengen von über 1.000 m³/s, an der Mündung von über 1.300 m³/s erreicht werden können.
Zuflüsse
Wichtige Zuflüsse der Nahe sind der Glan (mit Lauter), Alsenz, Appelbach, Wiesbach, Idarbach, Hahnenbach, Kellenbach (Simmerbach), Ellerbach (mit Gräfenbach) und Guldenbach.
Landschaft
Als Weinbaugebiet Nahe hat diese Region Weltruf erlangt. Die sich selbst als Naheland bezeichnende Region bietet ein abwechslungsreiches Tourismusangebot.
Kategorie:Fluss in Deutschland
Kategorie:Fluss im Saarland
Kategorie:Fluss in Rheinland-Pfalz
Kategorie:Nebenfluss des Rheins
Ein weiterer Zufluß ist die Bollenbach die in die Nahe einfließt
Steinbruch
]]
]
Ein Steinbruch (auch nur Bruch) ist eine große, in den Boden vertiefte Grube, in der Mineralien bzw. Gestein abgebaut werden.
Steinbrüche werden angelegt, wenn große Vorkommen von kommerziell nützlichem Mineral oder Gestein nahe der Erdoberfläche gefunden werden.
Der Abbau erfolgt in der Technik des Tagebaus.
Werden Minerale tiefer gefunden, muss ein entsprechend tiefes Bergwerk angelegt werden. Steinbrüche werden i.d.R. so lange betrieben, bis sie erschöpft sind, danach häufig als Deponien genutzt.
Geförderte Minerale und Gesteine:
- Erze
- Kalkstein
- Gips
- Sandstein
- Sand
- Kreide
- Schiefer
Geschichte
Steinbrüche werden in größerem Maßstab seit römischer Zeit betrieben. Wichtige Steinbrüche waren hier etwa das Felsenmeer im Odenwald, der Kriemhildenstuhl in der Pfalz, Mons Claudianus und Mons Porphyrites in Ägypten.
Siehe auch
- Liste von Mineralen
- Liste der Gesteine
Kategorie:Geologie
Kategorie:Bergbau
KeltenMit Kelten (lat. celtae, galli, griech. keltoi, galatai – die Tapferen, die Edlen) bezeichnete man schon in der Antike eine Gruppe von Völkern und Stämmen in Europa und Kleinasien, die sich durch kulturelle Gemeinsamkeiten und verwandte Sprachen auszeichneten. Auch die heutige Wissenschaft sieht in den keltischen Sprachen eine eigene indogermanische Sprachgruppe, während die Archäologie in den keltischen Stämmen in Mitteleuropa (vom Norden Spaniens bis nach Böhmen) kulturelle Gemeinsamkeiten während der jüngeren Eisenzeit (ca. 500 v. Chr.) sieht. Sie setzt im allgemeinen die Gruppe der antiken keltischen Stämme, sogenannte Zeit der „klassischen Kelten“, mit der La-Tène-Kultur gleich, die im 5.–1. Jahrhundert v. Chr. weite Teile Mitteleuropas prägte. Der Name La Tène bezieht sich auf einen Fundort in der Nähe des Neuenburgersees (Westschweiz), wo in der Mitte des 19. Jahrhunderts reiche Funde gemacht wurden. Die La-Tène-zeitliche Kultur umfasst aber nicht das gesamte Ausbreitungsgebiet keltischer Gruppen und Sprachen nach der Überlieferung der Antike.
Die Kelten haben wahrscheinlich die Seife erfunden und führten auch die exzessive Badekultur, die die Römer später pflegten, in Italien ein.
In ihrer weitesten Ausprägung reichte die keltische Kultur von Irland, Südostengland, Nordspanien und Frankreich im Westen bis Westungarn im Osten, von Oberitalien im Süden bis zum nördlichen Rand der Mittelgebirge. Außerdem gab es das Siedlungsgebiet der Galater in Anatolien (heutige Türkei). In Galatien lassen sich zwar einzelne Latène-Fibeln nachweisen, doch kann dort nicht von einer keltischen Kultur im Sinne der Latène-Kultur die Rede sein; ausschlaggebend ist hier vielmehr ein spätantiker Beleg, wonach dort ein Dialekt ähnlich wie in der Gegend um Trier gesprochen wurde und die von der Antike bezeugte Einwanderung keltischer und thrakischer Stämme nach Anatolien. Es manifestierte sich auch in der Gleichsetzung der Bezeichnung für die Gallier in Frankreich und die Galater in Kleinasien. Irland erreichte nur sprachliche Einflüsse des Keltischen in der Spätantike, bzw. in frühchristlicher Zeit.
Im Süden des keltisch geprägten Gebietes Mitteleuropas grenzte anfangs noch der etruskische, später der griechisch-römische Kulturkreis an, nördlich des keltischen Einflussgebietes waren germanische Stämme ansässig.
germanische/450 v. Chr.)
Orange: weiteste Ausbreitung La-Tène-Kultur bzw. der keltischen Sprache (3. Jh. v. Chr.)]]
Geschichte
3. Jh. v. Chr.
3. Jh. v. Chr.
Der Begriff Kelten geht auf griechische Überlieferungen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. zurück, die die Keltoi zum einen an den Quellen der Donau und zum anderen im Hinterland von Massilia (Marseille) identifizierten. Ihr Auftreten fällt mit der eisenzeitlichen Späthallstattkultur in Mitteleuropa zusammen. Diese Kultur hatte sich seit etwa 750 v. Chr. in einer Region zwischen Ostfrankreich und der Schweiz über Süddeutschland und Österreich bis Slowenien aus den ansässigen spätbronzezeitlichen Kulturen entwickelt, wobei teilweise Kontakte zur südeuropäischen Antike nachgewiesen wurden. Sie ist berühmt für ihre reich ausgestatteten Fürstengräber aus Süddeutschland und der Bourgogne (z. B. in Hochdorf an der Enz und Vix). In der zweiten Hälfte des 6. Jahrhunderts gerieten die Gesellschaften am nördlichen und westlichen Rand der Hallstattkultur zunehmend unter ihren Einfluss, übernahmen einen Teil ihrer Sitten und wurden ins hallstättische Beziehungsnetz eingebunden, wobei die Hunsrück-Eifel- und die Champagne-Marne-Region im Westen sowie die Gegend um den Dürrnberg in Österreich bei dieser Entwicklung eine besondere Rolle einnahmen.
Der Hallstattkultur folgt die als keltisch zu bezeichnende La-Tène-Kultur (ab ca. 480 v. Chr. bis 40/0 v. Chr., je nach Region), deren Kunststile durch mediterrane Vorbilder geprägt sind. Die La-Tène-Zeit stellt die Blüteperiode keltischer Kultur dar.
Erste Aufenthalte von Kelten im damals v. a. etruskisch geprägten Oberitalien sind ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. nachweisbar. Während der ab dem 5. Jahrhundert v. Chr. einsetzenden Wanderungswellen wird die keltische Kultur in Nordspanien und Portugal fassbar, wobei hier kein Verdrängen ortsansässiger Kulturen nachgewiesen werden kann. Ein allmähliches Annehmen mitteleuropäischer Kulturelemente durch die ansässige Gesellschaft ist weit wahrscheinlicher. Die in Nordspanien und Portugal lebenden Menschen der späten Eisenzeit werden deshalb auch als Keltiberer bezeichnet. Keltische Gruppen ließen sich in Oberitalien und der Poebene nieder, von wo aus sie zu Beginn des 4. Jahrhunderts v. Chr. u. a. Rom angriffen. Die Belagerung Roms unter dem keltischen Heerführer Brennus (wahrscheinlich 387/386 v. Chr.) hinterließ bei der späteren Weltmacht ein lang anhaltendes Trauma.
Andere Stämme drangen über Südosteuropa und den Balkan nach Griechenland und Kleinasien vor, begegneten Alexander dem Großen und plünderten Delphi. Ein Stammesteil ließ sich schließlich in Zentralanatolien nieder und wurde als Galater noch Jahrhunderte später im Neuen Testament erwähnt.
Ab der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. wurden vom Osten ausgehend Oppida, d. h. Städte gegründet. Die keltische Oppidakultur erlebt ab Ende des 2. bis ins 1. Jahrhundert v. Chr. ihre Blüte, wobei sie aufgrund ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Differenzierung, hochentwickelter Handwerks- und Kunstfertigkeit sowie Fernhandel die Stufe zur Hochkultur erreichte. Lediglich das Fehlen einer allgemeinen Schriftlichkeit steht dieser Bezeichnung entgegen. Man darf aber von einer exakten Weitergabe mündlichen Wissens im Bereich der keltischen Stämme ausgehen.
Die größte Ausbreitung erreichten die Kelten um 200 v. Chr.. Im Osten ihrer Siedlungsgebiete, d. h. im weitesten Sinn „rechtsrheinisch“, verschwand die keltische Kultur in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. weitgehend, was vielleicht mit dem Vorrücken germanischer Stämme nach Süden zusammenhängen könnte. Dagegen überlebte die keltische Lebensart in Gallien und südlich der Donau in Rätien – sowie u. a. auch im heutigen Rheinland-Pfalz, Saarland und Bayern – nach Eroberung durch die Römer unter Caesar noch einige Jahrzehnte und ging mit zunehmender Romanisierung etwa seit der Zeitenwende in der relativ eigenständigen gallo-römischen Kultur auf.
Der Ursprung der Kelten auf den britischen Inseln ist umstritten. Spuren einer Einwanderung sind für den Großteil der Inseln unbekannt und bis auf den Südosten Englands auch wenig wahrscheinlich; eventuell waren die britischen Inseln jedoch darüber hinaus sprachlich mit dem keltischen Festland verbunden. Dennoch besteht auf den britischen Inseln eine keltisch geprägte Kultur, wobei die Zuordnung hier insbesondere aufgrund linguistischer Annahmen erfolgt. Nur in Südost-England sind für das 1. Jahrhundert v. Chr. auch archäologische Zeugnisse der „klassischen“ kontinentalen keltischen Kultur nachzuweisen. Dieses Inselkeltentum blieb in den Randzonen Wales und Cornwall noch bis ins 5. Jahrhundert n. Chr. eigenständig und wandelte sich erst im Zuge der folgenden Christianisierung. Die frühe Christianisierung erfolgte aber vorwiegend durch keltisch geprägte Mönche, die keltische Sprache und kulturelle Einflüsse auch nach Irland trugen.
Wissenschaftliche Kontroverse
Je nach Fachgebiet oder Sichtweise werden mit dem Begriff Kelten entweder Stämme mit einer ähnlichen materiellen Kultur (archäologische Definition) oder eine mittel- und westeuropäische Sprachengemeinschaft der Eisenzeit (sprachwissenschaftliche Definition) bezeichnet.
In der Forschungspraxis werden die beiden Definitionen häufig nicht deutlich genug geschieden. Grundsätzlich ist es fraglich, ob die Kelten eine Ethnie, d. h. ein geschlossenes Volk bildeten. (s. a. Volk, Ethnie, Ethnogenese).
Iren, Schotten, Waliser und Bretonen definieren sich in neuerer Zeit vor allem aus einer Abgrenzung gegen Engländer oder Franzosen als Kelten. Dabei diente die frühe sprachwissenschaftliche Definition des 18. Jahrhunderts als Legitimation: Der Kelten-Begriff hat sich hier auf eine völlig andere Region und Bevölkerung verschoben, deren Gemeinsamkeit mit den Festlandkelten der vorrömischen Eisenzeit vor allem darin besteht, dass die frühe Sprachwissenschaft sie einer gemeinsamen Gruppe zugewiesen hat, deren Bezeichnung als "keltisch" aber relativ willkürlich ist.
Dieser Artikel geht vor allem von den Erkenntnissen der archäologischen Wissenschaft aus, die auf die Ausbreitung und Ausprägung der La-Tène-Kultur fokussiert.
Ein besonderes Kapitel ist das nachantike und frühmittelalterliche keltische Selbstverständnis verschiedener Randgruppen und Nachbarn des zerfallenden Römischen Reiches. Die Erinnerung an gemeinsame Kämpfe gegen das Römische Reich sowie verbindende geschichtliche Ereignisse, überliefert in Mythen und Sagen, werden in der mittelalterlichen Literatur und Kunst tradiert und romantisch verklärt.
Allgemeines
Die Kelten vermieden es vermutlich bewusst, gesellschaftliche, religiöse oder ihre Tradition betreffende Inhalte schriftlich festzuhalten – wie beispielsweise Caesar berichtet. Es gibt aber sowohl eine Reihe Inschriften in griechischer Schrift als auch archäologische Nachweise von Schreibgerät aus den spätkeltischen Oppida, die Schriftlichkeit – besonders in wirtschaftlichen Belangen – und eventuelle Fremdsprachenkenntnisse, zumindest der Oberschicht, nahe legen.
Trotzdem beruhen die Kenntnisse über die Kelten auf der Geschichtsschreibung ihrer mediterranen Nachbarn (antikes Griechenland, Römisches Reich) sowie auf archäologischen Funden.
Die spätantike/frühmittelalterliche Ogham-Schrift, die z. B. von irischen Grab- und Grenzsteinen des 4.-7. Jahrhunderts n. Chr. bekannt ist, scheint nur wenigen Eingeweihten bekannt gewesen zu sein und nur begrenzte Aussagemöglichkeiten gehabt zu haben.
Wirtschaft
Die keltische Wirtschaft basierte auf Ackerbau und Viehzucht. Auf kleinen, umzäunten Äckern wurden Getreide (Emmer, Dinkel, Gerste, Hirse) und Leguminosen (Saubohnen, Erbsen, Linsen) angebaut. Bekannt waren u. a. Löwenzahn, Brennnessel, Rübe, Rettich, Sellerie, Zwiebel und Kohl. Aus archäologischen Funden (Speiseresten) in Hallstatt lässt sich etwa ablesen, dass die Kelten ein noch heute in Österreich übliches Gericht gegessen haben, „Ritschert“, einen Eintopf aus Rollgerste und Bohnen.
Da das lateinische Wort für Bier (cervisia) ein keltisches Lehnwort ist, wird vermutet, dass die Kelten das Brauen beherrschten. Römische Autoren beschreiben das Getränk allerdings mit deutlichem Abscheu. In Hochdorf und dem Glauberg ist Met archäologisch nachgewiesen (Pollenfunde).
Wichtigstes Haustier war das Rind, welches neben der Lieferung von Fleisch, Milch (Käse) und Leder auch unabdingbar bei der Ackerbestellung war. Daneben wurden Schafe (Wolle) und Schweine gehalten; Hunde kannte man ebenfalls als Nutztiere (Hütehunde und Jagdhunde). Pferde waren ein Statussymbol und bei Kriegszügen wichtig und wurden wahrscheinlich von einigen Stämmen intensiver gezüchtet.
Von Bedeutung für die keltische Wirtschaft war auch der Bergbau. Bergbau auf Salz ist eindeutig nachgewiesen. Eisengewinnung und -verhüttung ist zu vermuten. Es fehlen hier aber aus den Mittelgebirgen meist die letzten Beweise eines eisenzeitlichen Eisenerzabbaus.
Aufgrund der reich ausgestatteten Hügelgräber der späten Hallstattzeit („Fürstengräber“) kann vermutet werden, dass die Gesellschaft auf lokaler Ebene einem „Fürsten“ unterstand. In der späten La-Tène-Zeit hatten sich weiträumige politische Strukturen entwickelt.
Die keltischen Stämme auf dem Kontinent übernahmen das Geldwesen von Griechen und Römern, prägten aber eigene Münzen lediglich zum Informationsaustausch, wie heute vermutet wird. Grabfunde zeugen noch heute von dem ausgedehnten Handel der Kelten mit allen Völkern des antiken Europa. Exportiert wurden u. a. Eisen, Zinn, Salz, Holz, Flachs, Wolle, Waffen, Werkzeuge, Prunkwagen, Textilien, Schuhe. Importiert wurden vor allem Glas, Wein und andere Luxusgüter aus dem Mittelmeerraum.
Entlang der wichtigsten Handelsstraßen entstanden keltische Oppida; das sind befestigte städtische Siedlungen. Durch jahrzehntelange Ausgrabungen in mehreren Ländern sind einige Oppida heute besser bekannt. Einige guterforschte Oppida von Ost nach West:
- Tschechien: Stradonice, Zavist;
- Österreich: Magdalensberg;
- Deutschland: Manching, Martberg, Wallendorf, Heuneburg
- Schweiz: Bern-Enge, Basel-Münsterhügel
- Luxemburg: Titelberg;
- Frankreich: Bibracte, Alesia.
In einigen dieser Oppida dauern die Ausgrabungen weiterhin an. Aus zahlreichen weiteren Oppida liegen Ergebnisse aus kleineren Grabungskampagnen vor. Das populäre Bild eines keltischen Oppidums wird jedoch im Wesentlichen durch die Ergebnisse in Tschechien, Manching und Bibracte geprägt.
Gesellschaft
Die Einblicke historischer Schreiber in den Aufbau der keltischen Gesellschaft sind gering.
Gaius Iulius Caesar gibt im „Gallischen Krieg“ (De bello Gallico) einen Einblick in die Gesellschaft der Kelten.
Demnach gab es die Oberschicht der Fürsten, mit einer politischen und militärischen Führungsrolle.
Aus den oberen Gesellschaftsschichten stammten wahrscheinlich auch die Druiden, mit Verantwortung des Kultus, der keltischen Religion. Den Druiden oblag zudem die Rolle des Lehrers, Mediziners, Richters und Naturforschers. Sie bildeten gleichsam die intellektuelle Schicht des keltischen Gesellschaftssytems. Von den antiken Quellen und überlieferten Mythen keltischen Ursprungs wissen wir über deren Vormachtstellung auch gegenüber der Oberschicht der Fürsten.
Viele wichtige Ämter wurden zum Beispiel bei den Aeduern (Haeduern) gewählt, weswegen man sagen dann das es auch in der Keltischen Tradition Züge von Demokratie beziehungsweise Republik gibt.
Obwohl Frauen in hohem Ansehen standen und alle hohen Ränge einnehmen konnten, war die keltische Gesellschaft insgesamt patriarchal organisiert. Die bekannteste keltische Kriegerin war Boudicca, Anführerin der Icener (Britannien), die im Aufstand gegen die römische Besatzung im Jahre 61 n. Chr., sowie Cartismandua, Königin der Briganten, die 77 n. Chr. von Agricola besiegt wurde.
So genannte Fürstengräber zeigen in den Grabstätten männlicher Toter meist reichere Grabbeigaben, wobei allerdings in den letzten bekannten – ausgesprochen reichen – "Fürsten"gräbern des 4. Jahrhundert ausschließlich Frauen bestattet wurden.
Allerdings sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern in einfacheren Gräbern geringer; die Annahme ist, dass Frauen im Allgemeinen keine Waffen mit ins Grab bekamen.
Siehe auch:
- Keltenfürst vom Glauberg und Fürstengräber
- Hügelgrab bei Thomm (Fürstengrab)
Religion
Thomm]
Über die Religion der Kelten ist nur sehr wenig bekannt. Hauptgründe dafür sind die geringe Verbreitung bzw. Nutzung von Schrift sowie die Tradition der mündlichen Überlieferung des Druidentums, welches bei den Kelten einen hohen Stellenwert einnahm.
Zentral in der keltischen Religion und Mythologie waren – nach Caesar – die Druiden, der keltische Priesterstand. Um das Druidentum ohne moderne (verstellende) Esoterik zu beschreiben, soll hier der Originaltext verwendet werden. Caesar schreibt u. a.: „Den Druiden obliegen die Angelegenheiten des Kultus, sie richten die öffentlichen und privaten Opfer aus und interpretieren die religiösen Vorschriften. Eine große Zahl von jungen Männern sammelt sich bei ihnen zum Unterricht, und sie stehen bei den Galliern in großen Ehren.“ (Caesar: De bello gallico, VI, 13). Überhaupt bescheinigte Caesar den Kelten eine tiefe Religiosität (Caesar, De bello gallico, VI, 16)).
Nach der üblichen Interpretatio Romana glichen die Römer die keltischen Götter und Kulte den eigenen an. Das heißt, dass den keltischen Göttern, je nach ihrer „Zuständigkeit“ römische Interpretationen und Götternamen gleichgeordnet wurden. Teutates (u.a.) wurde z. B. Merkur, Cernunnos Iupiter, Grannus dem Apollo und Lenus dem Mars gleich geordnet, usw. Durch die unterschiedlichen religiösen Vorstellungen konnten diese Interpretationen zuweilen von den römischen "Patengöttern" abweichen, wodurch dieselben römischen Götter in unterschiedlichen Regionen mit verschiedenen keltischen Beinamen erscheinen.
Die Ausbildung zum Druiden dauerte lange, nach Caesar gelegentlich bis zu zwanzig Jahre: „Die Druiden nehmen in der Regel nicht am Krieg teil und zahlen auch nicht wie die Übrigen Steuern. [...] Diese großen Vergünstigungen veranlassen viele, sich aus freien Stücken in ihre Lehre einweihen zu lassen, oder ihre Eltern und Verwandte schicken sie zu den Druiden. Wie es heißt, lernen sie dort eine große Zahl von Versen auswendig. Daher bleiben einige 20 Jahre lang im Unterricht.“ (Caesar, De bello gallico, VI, 14)
Neben ihren priesterlichen Funktionen hatten die Druiden aber auch durchaus weltliche Pflichten und Privilegien. Die Druiden legten auch die Strafen fest, laut Caesar (VII 33,3) war die Exkommunikation (d. h. der Ausschluss von den Opferbräuchen) die schwerste der denkbaren Strafen.
Die Druiden wären für ihre Gerechtigkeit bekannt, rühmte Strabon (IV, 4,4).
In Wales, welches jedoch nur eingeschränkt als "keltisch" bezeichnet werden kann, soll es auch weibliche Druiden gegeben haben. Diese Angaben stammen aber aus wesentlich jüngeren Quellen. (Solin)
Anmerkung: Bei Fragen der „keltischen Religion“ ist bei modernen Veröffentlichungen (wenn sie nicht archäologisch ausgerichtet sind) große Vorsicht geboten, da moderne esoterische Bewegungen sich allzu gern mit dem Prädikat „keltisch“ schmücken, ohne dass irgendwelche tatsächlichen „keltischen“ Bezüge bestehen. Eine Religion ohne schriftliche Tradition ist gut auszunutzen. Man kann quasi „alles“ hinein interpretieren, was leider auch allzu oft getan wird.
Siehe auch: Keltische Kirche
Kunst und Kultur
Sprache
Die keltischen Sprachen werden von der Sprachwissenschaft der westlichen Gruppe der indogermanischen Sprachen zugerechnet. Keltische Sprachen werden heute noch in Wales (walisisch) sowie in Reste | | |