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| Adolf-Grimme-Preis |
Adolf-Grimme-PreisDer Adolf Grimme Preis ist ein Fernsehpreis und zählt zu den renommiertesten Auszeichnungen für Fernsehsendungen in Deutschland. Er wurde nach dem ersten Generaldirektor des NWDR, Adolf Grimme, benannt.
Vergeben wird der Preis jährlich vom Adolf Grimme Institut in Marl. Seit 1964 würdigt es damit Produktionen und Fernsehleistungen, die "die spezifischen Möglichkeiten des Mediums Fernsehen auf hervorragende Weise nutzen und nach Inhalt und Methode Vorbild für die Fernsehpraxis sein können" (Statut des Grimme-Instituts).
Neben dem Adolf Grimme Preis vergibt das Adolf Grimme Institut außerdem noch den Grimme Online Award (in verschiedenen Kategorien), z. B. im Bereich der Neuen Medien.
Preisträger seit 2001 nach Jahren
2005
Die Preise wurden am 18. März 2005 in Marl verliehen.
- Wettbewerb "Information & Kultur":
- Hart aber fair (WDR)
- Die Rapoports - Unsere drei Leben (ZDF/ARTE)
- Hitlers Hitparade (ZDF/ARTE)
- Damals in der DDR (ARD/MDR/WDR)
- Abdullah Ibrahim (ZDF/ARTE)
- "Kultur" - Sonderpreis des Landes NRW
- Neruda (ARD/SWR/ARTE)
- Wettbewerb "Fiktion & Unterhaltung
- Wolfsburg (ZDF/ARTE)
- Dittsche (WDR)
- München 7 (BR)
- Tatort:Herzversagen (ARD/HR)
- kiss and run (ZDF)
- Grüße aus Kaschmir (ARD/BR)
- Publikumspreis der "Marler Gruppe"
- Zeit der Wünsche (ARD/WDR/BR)
- Wettbewerb "Spezial"
- Gert Scobel (für "Kulturzeit","delta" auf 3sat)
- Beate Langenmaack, Henry Hübchen, Uwe Steimle ("für die Gestaltung und Weiterentwicklung des "Polizeiruf 110"" (ARD/NDR))
- Stefan Raab ("für die Entdeckung und Förderung von Musiktalenten durch "SSDSGPS - Ein Lied für Istanbul"" (ProSieben))
- Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes
- Klaus Doldinger
2004
Die Preise wurden am 3. April 2004 in Marl verliehen.
- Wettbewerb "Information & Kultur":
- Schleyer. Eine deutsche Geschichte (ARD/NDR/WDR)
- Die Bühnenrepublik: Theater in der DDR (ZDF/3sat)
- Reporter vermisst (SWR/ARTE)
- Die Helfer und die Frauen (ZDF/3sat)
- Call me Babylon (ZDF)
- "Kultur" - Sonderpreis des Landes NRW:
- Der Unzugehörige: Peter Weiss - Leben in Gegensätzen (RBB/SWR/DRS/ARTE)
- Publikumspreis der "Marler Gruppe":
- Schleyer. Eine deutsche Geschichte (ARD/NDR/WDR)
- Wettbewerb "Fiktion & Unterhaltung":
- Familienkreise (ARD/BR)
- Zuckerbrot (ARD/BR/SWR)
- Das Wunder von Lengede (SAT.1)
- Dienstreise - Was für eine Nacht (SAT.1)
- Leben wäre schön (ARD/BR)
- WIB-Schaukel: Wigald Boning trifft Jürgen Drews auf Mallorca (ZDF)
- Wettbewerb "Spezial":
- Tommy Krappweis für Idee und Realisation von Bernd das Brot (KI.KA)
- Gert Monheim
- Charlotte Grace Roche für die Moderation und Präsentation der Sendung "Fast Forward" (VIVA)
- Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschulverbandes:
- Dieter Hildebrandt für sein Lebenswerk
- Werner Reuß (BR-alpha) für den Aufbau vorbildlichen Bildungsfernsehens
2003
- Wettbewerb "Information & Kultur":
- Absolut Warhola (ZDF/3sat/HR/WDR)
- Schwarzwaldhaus 1902 (SWR/ARD)
- Der Glanz von Berlin (ZDF)
- Kubrick, Nixon und der Mann im Mond (ARTE)
- die story: Gipfelstürmer (WDR/ARD)
- Sonderpreis des Ministeriums für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport des Landes NRW:
- War photographer - James Nachtwey (ARTE)
- Wettbewerb "Fiktion & Unterhaltung":
- Die Hoffnung stirbt zuletzt (NDR/ARD)
- Blind Date: Taxi nach Schweinau (ZDF)
- Unter Verdacht - Verdecktes Spiel (ZDF/ARTE)
- Die Freunde der Freunde (WDR/ARD)
- Toter Mann (ZDF/ARTE)
- Berlin, Berlin (RB/NDR/ARD)
- Der Publikumspreis der "Marler Gruppe":
- Mein Vater (WDR/ARD)
- Wettbewerb "Spezial":
- Christiane Ruff
- Martin Buchholz
- Marcel Reif
- Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschulverbandes:
- Ranga Yogeshwar
2002
- Wettbewerb "Spezial":
- Peter Kloeppel und Volker Weicker
- Harald Schmidt
- Romuald Karmakar und Manfred Zapatka für "Das Himmler-Projekt" (WDR / 3sat)
- Der Publikumspreis der "Marler Gruppe"
- Marion Kainz für "Der Tag, der in der Handtasche verschwand"
- Besondere Ehrung des Deutschen Volkshochschulverbandes:
- Günther Jauch
2001
- Colin Luke
- Adam Alexander
- T. Celal
- Christiane Hörbiger
- Hans W. Geißendörfer
Weitere bekannte Preisträger
- Mario Adorf (1994)
- Ernst Arendt (1990)
- Gabriel Barylli (1999)
- Ben Becker (1993, 1995)
- Jurek Becker (1987, 1988)
- Martin Benrath (1999)
- Thomas Bernhard (1972)
- Alfred Biolek (1983)
- Suzanne von Borsody (1981)
- Friedhelm Brebeck (199?)
- Heinrich Breloer (1981, 1983, 1984, 1988, 1992, 1994, 2002)
- Nadeshda Brennicke (2000)
- Vicco von Bülow (1968, 1973)
- Axel Corti (1985, 1987, 1995)
- Renan Demirkan (1990)
- Helmut Dietl (1987, 1988)
- Hoimar von Ditfurth (1968, 1974)
- Elfie Donnelly (1979)
- Tankred Dorst (1970)
- Ruth Drexel (1989)
- Klaus Emmerich (1984, 1990)
- Anke Engelke (1999)
- Rainer Werner Fassbinder (1974)
- Herbert Feuerstein (1994)
- Veronica Ferres (2002)
- Jürgen Flimm (1991)
- Bruno Ganz (1999)
- Martina Gedeck (1998, 2002)
- Götz George (1989, 1996)
- Franz Xaver Gernstl (1992, 2000)
- Hans-Dieter Grabe (1970, 1985, 1994)
- Herbert Grönemeyer (1988)
- Jörg Gudzuhn (1998)
- Heinz Haber (1965, 1967)
- Corinna Harfouch (1997)
- Elke Heidenreich (1985)
- Gert Heidenreich (1986)
- Dieter Hildebrandt (1976, 1983, 1986)
- Hans Hirschmüller (1990)
- Jörg Hube (1992, 1993)
- Mauricio Kagel (1970, 1971)
- Oliver Kalkofe (1996)
- Peter Keglevic (2002)
- Hape Kerkeling (1991)
- Sebastian Koch (2002)
- Oliver Korittke (2000)
- Nicolette Krebitz (1994, 1995)
- Peter Krieg (1981)
- Manfred Krug (1987, 1988)
- Hans-Joachim Kulenkampff (1985)
- Stefan Kurt (1997, 1999)
- Jürgen von der Lippe (1994)
- Klaus Löwitsch (1998)
- Peter Lustig (1980,1982)
- Tobias Moretti (1999, 2002)
- Armin Mueller-Stahl (2002)
- Christine Neubauer (1992, 1999)
- Jennifer Nitsch (1995)
- Leonie Ossowski (1973, 1980)
- Peter Patzak (1985)
- Sissi Perlinger (1997)
- Wolfgang Petersen (1978)
- Jindrich Polak (1981, 1993)
- Gerhard Polt (1981, 1983)
- Klaus Pönitz (1993)
- Willy Purucker (1992)
- Will Quadflieg (1994)
- Sophie Rois (2002)
- Lea Rosh (1983, 1985)
- Udo Samel (1987)
- Otto Sander (1995)
- Hans-Christian Schmid (1998)
- Werner Schmidbauer (1984)
- Harald Schmidt (1992, 1997, 2002)
- Walter Sedlmayr (1973)
- Walter Sittler (1998)
- Katharina Thalbach (1997)
- Lars von Trier (1996)
- Ulrich Tukur (2000)
- Dana Vavrova (1983)
- Lida Winiewicz (1976)
- Peter Zadek (1970, 1972)
- Helmut Zenker (1985)
- Eduard Zimmermann (1967)
Weblinks
- [http://www.grimme-institut.de/indexagp.html "Adolf Grimme Preis" des Adolf Grimme Instituts]
- [http://www.grimme-institut.de/ Adolf Grimme Institut]
Kategorie:Fernsehpreis
Kategorie:Geschichte des Fernsehens
FernsehpreisFernsehpreise sind Auszeichnungen, die für besondere Leistungen rund ums Fernsehen vergeben werden. Im Gegensatz zu reinen Filmpreisen werden auch Nachrichtensendungen, Dokumentationen und Shows ausgezeichnet. Stärker noch als beim Film spielen Fernsehpreise (ihre Zahl liegt in Deutschland über hundert) in der Diskussion um Medienqualität eine tragende Rolle: Fernsehpreise gelten als Gütesiegel für Fernsehqualität. Der Adolf-Grimme-Preis versteht sich bspw. als jährliche Definition von Qualitätsfernsehen, ein Ziel, das sich seit 1999 auch der Deutsche Fernsehpreis setzt.
Mit der Etablierung des Fernsehens als Massenmedium in den 1960er Jahren stellten die Fernsehpreise, die sich damals etablierten, die fernsehspezifischen Qualitäten in den Vordergrund. 1964 gründeten sich der Adolf-Grimme-Preis, der DAG-Fernsehpreis (heute ver.di-Fernsehpreis), der Fernsehspielpreis der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und der Prix Jeunesse.
Die Zielsetzungen und Wertungskategorien bei deutschen Fernsehpreisen sind sehr unterschiedlich, eine Standardisierung von Fernsehpreis-Kategorien gibt es nicht, in einigen Fällen werden die Preiskategorien sogar nach Verfügbarkeit potentieller Preisträger bestimmt. Es finden sich sowohl Fernsehpreise, die die „beste Fernsehsendung“ auszeichnen, als auch Auszeichnungen, die Drehbuch, Schauspieler, Nebendarsteller, Kamera, Schnitt, etc. prämieren. Wie bei Filmpreisen ist es auch bei Fernsehpreisen gängige Praxis, dass die Preisträger von Jurys, Nominierungskommissionen oder Redaktionen, somit aus einem System von Fachleuten, bestimmt werden.
Deutschland
- Adolf-Grimme-Preis
- Bambi
- Bayerischer Fernsehpreis
- Civis-Medienpreis
- Deutsche Fernsehmeisterschaft - TV total-Zuschauerpreis
- Deutscher Fernsehpreis
- Goldene Europa
- Goldene Kamera
- Goldener Bildschirm (& Silberner Bildschirm)
- Goldener Wuschel (2001-2003), seit 2004 Brisant Brillant
- Günter-Strack-Fernsehpreis
- ver.di-Fernsehpreis (ehemals DAG-Fernsehpreis)
- Marler Fernsehpreis für Menschenrechte
- Telestar (heute Deutscher Fernsehpreis)
Österreich
- Romy
- Fernsehpreis der Österreichischen Erwachsenenbildung
- Axel-Corti-Preis
Monaco
- Goldene Nymphe
USA
- Emmy
Literatur
Scherfer, Konrad: Deutsche Fernsehpreise. Argumente für Fernsehqualität. Frankfurt a.M. etc.: Peter Lang, 2001, 310 S. ISBN 3-631-37168-3
Kategorie:Fernsehen
Deutschland
Deutschland (die Langform der amtlichen Staatsbezeichnung lautet Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen.
Bundeshauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien befinden sich in der Bundesstadt Bonn, dem ehemaligen Regierungssitz. Das politische System ist föderal und als parlamentarische Demokratie organisiert: Nach Artikel 20 des Grundgesetzes versteht sich Deutschland als demokratischer und sozialer Bundesstaat und Rechtsstaat. Dieser Bundesstaat besteht aus 16 teilsouveränen Bundesländern. Deutschland ist mit über 82 Mio. Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Europas. Die Bundesrepublik Deutschland ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der NATO und der G8.
Viele Links zu Artikeln mit Deutschlandbezug finden sich im Portal Deutschland.
Geografie
Lage
Deutschland liegt in Mitteleuropa zwischen 47°16′15″ und 55°05′33″ nördlicher Breite und 5°52′01″ und 15°02′37″ östlicher Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht von List auf Sylt (Schleswig-Holstein) bis Oberstdorf (Bayern) und beträgt 876 km; die West-Ost-Ausdehnung zwischen der Gemeinde Selfkant (NRW) und Deschka (Sachsen) beträgt 640 km.
Nachfolgend sind die an Deutschland angrenzenden Staaten und Meere im Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge (insgesamt 3.757 km lang) ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben.
Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (67 km), im Nordosten an Polen (442 km), im Osten an Tschechien (811 km), im Südosten an Österreich (815; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 km; mit Grenzen der Exklave Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448 km), im Westen an Luxemburg (135 km) und Belgien (156 km) und im Nordwesten an die Niederlande (567 km). Während im Nordwesten die Küsten der Nordsee und im Nordosten die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen bilden, hat Deutschland im Süden Anteil an den Alpen.
Exklaven
Eine Exklave Deutschlands ist das am Hochrhein gelegene Büsingen, das zum Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg gehört. Sie ist 7,62 km² groß und gänzlich von den drei Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich umgeben.
Daneben existiert eine zweite Exklave auf irischem Territorium, unweit von Dublin. Es handelt sich um einen Friedhof, auf dem während des Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten beerdigt wurden. Um nach dem Krieg eine kostspielige und aufwändige Überführung der Leichen zu vermeiden, wurde das Gebiet an die Bundesrepublik Deutschland übergeben.
Mittelpunkt Deutschlands
Der geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt laut dem Statistischen Jahrbuch Deutschland (Stand: 2000) in der Gemeinde Niederdorla im westlichen Thüringen auf der .
Großlandschaften
Die landschaftlichen Großräume unterscheiden sich vor allem in der Abfolge von Nord nach Süd, da das Gelände nach Süden hin tendenziell höher und steiler wird. Der nördliche Teil Deutschlands, die Norddeutsche Tiefebene, ist ein hauptsächlich von den Eiszeiten geformtes Tiefland, an das sich nach Süden die bewaldeten Mittelgebirge im Zentrum und in südlicheren Teilen des Landes anschließen. Insbesondere in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg, gehen diese Landschaften in das relativ hoch liegende Nördliche Alpenvorland und dies wiederum in das Hochgebirge der Alpen über.
Geologie
Deutschland ist geologisch vielgestaltig. Während die glazial geprägten Landschaften, die Flussniederungen und -becken erst ab dem Tertiär ihre Gestalt annahmen, sind die Mittelgebirge deutlich älteren Datums.
Die kristallinen Rumpfgebirge (z. B. der Schwarzwald) sind bereits im Erdaltertum entstanden und bestehen hauptsächlich aus metamorphem und Tiefengestein wie Gneisen und Granit. Ähnlich alt ist das Rheinische Schiefergebirge, dessen Entstehung auf Silur und Devon zu datieren ist. An dessen Nordrand finden sich auch Formationen aus dem Karbon, in denen die gewaltigen Steinkohlevorkommen im Ruhrgebiet eingelagert waren.
Die süddeutsche Landschaft ist größtenteils auf die Entwicklungen im Erdmittelalter zurück zu führen: Während die Pfalz, Thüringen, Teile Bayerns und Sachsens geologisch im Trias gebildet wurden, ist die sich quer durch den süddeutschen Raum ziehende Schwäbische und Fränkische Alb ein Ergebnis der Auffaltung und Hebung von Meeresboden aus dem Jurazeitalter. Erstere Regionen weisen Sandstein, letztere Kalkstein als vorherrschende geologische Formation auf.
Vulkanismus wird in Deutschland nicht beobachtet. Dennoch findet sich in einigen Gebieten vulkanisches Gestein aus früherer Aktivität, insbesondere in der Vulkaneifel und auf dem Vogelsberg in Hessen. Auch Erdbeben mit schweren Folgen kommen praktisch nicht vor, da Deutschland vollständig auf der Eurasischen Platte liegt. Das Land wird daher nicht von Grenzen zwischen aneinander anstoßenden großen Platten der Erdkruste durchzogen.
Dennoch ist der Rheingraben in Nordrhein-Westfalen als mäßig gefährdete Erdbebenzone eingestuft, die sich bis in die Nachbarländer Belgien und Niederlande erstreckt (siehe auch Erdbebengebiet Kölner Bucht).
Gewässer
Erdbebengebiet Kölner Bucht bei Koblenz (Deutsches Eck)]]
Deutschland grenzt mit den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein an die Nordsee. Diese ist ein Randmeer des Atlantiks und das am dichtesten befahrene Seegebiet der Erde. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein liegen an der Ostsee, einem Binnenmeer, das über den Skagerrak mit der Nordsee verbunden ist. Der Tidenhub an der Ostsee ist wesentlich geringer als an der Nordsee.
Die deutschen Flüsse gehören zu sechs großen Flusssystemen, deren Einzugsbereiche fast die gesamte Fläche einnehmen. Diese sind der Rhein, die Donau, die Elbe, die Oder, die Weser, und die Ems. Der längste dieser Flüsse ist die Donau; sie ist mit 2.845 km ab dem Zusammenfluss von Brigach, Breg und der Donauquelle in Donaueschingen beziehungsweise 2.888 km ab der Breg-Quelle am Rande des Schwarzwaldes nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Allerdings verläuft nur ein kleiner Teil der Donau-Gesamtstrecke durch Deutschland. Die Donau mündet ins Schwarze Meer.
Alle anderen deutschen Flüsse entwässern in die Nord- oder Ostsee. Der Abschnitt der Europäischen Wasserscheide durch Deutschland verläuft östlich des Oberrheingrabens über den Hauptkamm des Schwarzwaldes, danach folgt sie der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Der Rhein ist von diesen Strömen derjenige, der die längste Strecke innerhalb Deutschlands zurücklegt: Von seinem 1.320 km langen Flusslauf führen 852 km durch Deutschland. Er hat zudem für die Deutschen eine identitätsstiftende Rolle inne, die sich aus der Geschichte und zahlreichen Mythen und Sagen speist. Auch seine wirtschaftliche Funktion ist bedeutend: er ist eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas.
Die Elbe entspringt im Riesengebirge an der Grenze Tschechiens zu Polen und mündet nach ungefähr 1.165 km – davon 770 km in Deutschland – bei Cuxhaven in die Nordsee. Sie gehörte zeitweilig zu den am meisten mit Schadstoffen belasteten Flüssen Europas, doch mittlerweile hat sich die Wasserqualität deutlich verbessert.
Die Oderquellen befinden sich in den tschechischen Beskiden. Nach wenigen Kilometern fließt die Oder nach Polen und in ihrem Mittellauf durch Schlesien. In ihrem Unterlauf bildet sie die deutsch-polnische Grenze um dann wieder in Polen bei Stettin in das Stettiner Haff zu münden. Als Swine fließt sie schließlich zwischen den Inseln Usedom und Wollin durch Swinemünde in die Ostsee.
Die Weser speist sich aus den Flüssen Werra und Fulda und entwässert den mittleren Teil Deutschlands. Die Einzugsgebiete von Oder und Ems liegen im äußersten Osten bzw. Westen.
Die Seen in Deutschland sind größtenteils in der Folge der Eiszeit entstanden, nach deren Ende sich ehemalige Gletschertäler (Gletscher- und Gletscherwasserabflussrinnen) teilweise mit Wasser füllten. Daher finden sich die meisten der großen Seen in ehemals von Inlandeis bedeckten Gebieten oder deren Vorland, insbesondere in Mecklenburg und dem Alpenvorland. Der größte mit deutschem Anteil ist der Bodensee, an den auch Österreich und die Schweiz grenzen. Der größte vollständig zu deutschem Staatsgebiet gehörende See ist die Müritz, die Teil der mecklenburgischen Seenplatte ist.
Siehe auch: Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Seen in Deutschland
Gebirge und Senken
Liste der Seen in Deutschland
Die Alpen sind das einzige Hochgebirge, an dem Deutschland Anteil hat. Hier befindet sich mit der Zugspitze (2.962 m) der höchste Berg Deutschlands. Die Mittelgebirge nehmen tendenziell von Nord nach Süd an Höhe und Ausdehnung zu. Höchster Mittelgebirgsgipfel ist der Feldberg im Schwarzwald mit 1.493 m, gefolgt vom Großen Arber im Bayerischen Wald mit 1.453 m. Gipfel über 1.000 m erreichen außerdem das Erzgebirge, das Fichtelgebirge, die Schwäbische Alb und als Sonderfall der Harz, der sich recht isoliert als nördlichstes Mittelgebirge in Deutschland mit dem Brocken auf 1.141 m erhebt. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle erheben sich nur noch vereinzelte Formationen über 100 m, von denen der Hagelberg im Fläming mit 200 m die höchste ist.
Details finden sich in der Liste der höchsten Berge Deutschlands und der Liste der Gebirge Deutschlands.
Die niedrigste begehbare Landesstelle Deutschlands liegt bei 3,54 m unter Normalnull in einer Senke bei Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch (Schleswig-Holstein). Ebenfalls in diesem Bundesland befindet sich die tiefste Kryptodepression: Sie liegt mit 39,10 m u. NN am Grund des Hemmelsdorfer Sees nord-nordöstlich von Lübeck. Die tiefste künstlich geschaffene Stelle liegt bei 293 m u. NN am Grund des Tagebau Hambach östlich von Jülich in Nordrhein-Westfalen.
Inseln
Jülich
Gemessen an der Küstenlinie verfügt Deutschland über eine beachtliche Zahl an Inseln. Diese sind in der Nordsee meist in Form von Inselketten dem Festland vorgelagert und stellen Festlandsreste dar, die durch Landsenkung und nachfolgende Überflutung von der Küste getrennt wurden. Unterteilt werden sie in die nordfriesischen und die ostfriesischen Inseln, die Bestandteil des deutschen Wattenmeeres sind. Die nordfriesischen Inseln gehören zu Schleswig-Holstein und bestehen aus den größeren Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm und Nordstrand sowie den wesentlich kleineren Halligen. Die zu Niedersachsen gehörenden ostfriesischen Inseln sind von Aufbau und Größe sehr ähnlich. Größte dieser Inseln ist Borkum. Einen Sonderfall stellt die weiter in der Nordsee gelegene Insel Helgoland dar, die Deutschlands einzige Hochseeinsel ist.
Die Inseln in der Ostsee liegen an der deutschen Boddenküste, sind tendenziell größer und weisen ein stärker bewegtes Relief auf. Die größte dieser Inseln und gleichzeitig größte deutsche Insel ist Rügen, gefolgt von Usedom, deren Ostzipfel bereits zu Polen gehört. Wie die Nordseeinseln sind auch die Ostseeinseln beliebte Reiseziele und von bekannten Seebädern gesäumt.
Auch in einigen deutschen Binnengewässern gibt es Inseln, von denen die bekanntesten Mainau und Reichenau im Bodensee sowie Herrenchiemsee im Chiemsee sein dürften. Für die vollständige Aufführung aller Inseln siehe: Liste deutscher Inseln
Klima
Deutschland gehört zur gemäßigten Klimazone Mitteleuropas im Bereich der Westwindzone und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. Das Klima wird unter anderem vom Golfstrom beeinflusst, der die klimatischen Werte für die Breitenlage ungewöhnlich mild gestaltet.
Extreme Wetterbedingungen wie langanhaltende Dürren, Tornados, strenger Frost oder extreme Hitze sind vergleichsweise selten. Gelegentlich treten jedoch Stürme auf, die in den Jahren 2000 und 2002 zu schweren Schäden geführt haben. Regelmäßig ereignen sich auch Hochwasser, die nach intensiven Regenperioden im Sommer (Oderhochwasser 1997, Elbehochwasser 2002) oder nach der Schneeschmelze im Winter zu Überschwemmungen und erheblichen Zerstörungen führen können. Dass es am Rhein häufiger zu Hochwasser kommt, liegt wahrscheinlich an der im 19. Jahrhundert unter der Leitung von Tulla durchgeführten Rhein-Begradigung, die weitgehend zur Beseitigung der früheren Rheinauen geführt hat. Dürren betreffen hauptsächlich den Nordosten Deutschlands, können zuweilen aber auch das ganze Land in Mitleidenschaft ziehen, wie zuletzt während der Hitzewelle 2003.
Die Klimadaten betragen (gemittelte Werte der Jahre 1961–1990):
Quelle: [http://www.cru.uea.ac.uk/~timm/cty/obs/TYN_CY_1_1.html Tyndall Centre for Climate Change Report]
Die deutschlandweiten Klimamittel werden je nach Region teils erheblich über- oder unterschritten. Die höchsten Jahrestemperaturen verzeichnet Südbaden mit über 11 °C, während in Oberstdorf der Durchschnitt unter 6 °C liegt. Zudem zeichnet sich ein allgemeiner Trend zu höheren Temperaturen ab: Nach Angabe des Deutschen Wetterdienstes lagen in 14 der 15 Jahre seit 1990 die Durchschnittstemperaturen über dem langjährigen Mittel von 8,3 °C, im Jahr 2000 wurden sogar 9,9 °C erreicht. Insbesondere die Sommer sind deutlich wärmer geworden. Zudem verfrüht sich der Frühlingseinzug im Schnitt um fünf Tage pro Jahrzehnt. Zugvögel halten sich fast einen Monat länger in Deutschland auf als noch in den siebziger Jahren.
Böden und Flächennutzung
Die Zusammensetzung und Qualität der Böden ist regional sehr unterschiedlich. In Norddeutschland bildet ein küstennaher Gürtel aus fruchtbaren Marschböden die Grundlage für ertragreiche Landwirtschaft, während die dahinter liegende, eiszeitlich geprägte Geest nur sehr magere Böden aufweist. In der Lüneburger Heide ist dieser durch jahrhundertelange Weidewirtschaft zum Podsol degeneriert, so dass Ackerbau kaum möglich ist. Sehr unergiebig sind auch die Gebiete der Alt- und Jungmoränenlandschaft, in denen sich Flugsand angelagert hat. Brandenburg beispielsweise war schon in historischer Zeit als des „Heiligen Reiches Streusandbüchse“ berüchtigt. Zwischen der Moränenlandschaft und der Mittelgebirgsstufe zieht sich von West nach Ost eine Reihe von Börden: In diesen Gebieten ist durch eiszeitliche Lössablagerungen äußerst fruchtbarer Boden entstanden. Dieser besteht zumeist aus Braunerden, im Osten teils auch aus Schwarzerden und wird intensivst landwirtschaftlich genutzt. In den Mittelgebirgen herrschen magere Böden vor, die landwirtschaftlich nur extensiv bewirtschaftet werden. Die weitaus größte Fläche ist bewaldet. Ergiebige Böden finden sich in Süddeutschland insbesondere entlang der Flüsse Rhein, Main und Donau.
Insgesamt werden 53,5 % der deutschen Fläche landwirtschaftlich genutzt, Wälder bedecken weitere 29,5 %. Aufgrund hoher Bevölkerungsdichte und Mobilität macht die Siedlungs- und Verkehrsfläche stolze 12,3 % aus (Tendenz weiterhin steigend). Wasserflächen kommen auf 1,8 %, die restlichen 2,4 % verteilen sich auf sonstige Flächen, zumeist Ödland.
Politik
Hauptartikel: Politisches System Deutschlands
Staatsorganisation
Hauptartikel: Politisches System Deutschlands
Hauptstadt und Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin. Nach Artikel 20 GG ist die Bundesrepublik Deutschland ein demokratischer, sozialer und rechtsstaatlicher Bundesstaat. Es gibt 16 teilsouveräne Bundesländer, von denen einige wiederum in Regierungsbezirke untergliedert sind. Die staatliche Ordnung regelt das Grundgesetz. Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident mit repräsentativen Aufgaben. Protokollarisch gesehen folgen ihm der Präsident des Deutschen Bundestages, der Bundeskanzler und der jeweils amtierende Bundesratspräsident, der gemäß dem Grundgesetz den Bundespräsidenten vertritt. Der Regierungschef Deutschlands ist der Bundeskanzler. Er besitzt die Richtlinienkompetenz für die Politik der Bundesregierung (Kanzlerdemokratie).
Bundesregierung
Als Bundesstaat ist Deutschland föderal organisiert, d. h. es gibt zwei Ebenen im Politischen System: die Bundesebene, die den Gesamtstaat Deutschland nach außen vertritt, und die Länderebene, die in jedem Bundesland einzeln existiert. Jede Ebene besitzt eigene Staatsorgane der Exekutive (ausführende Gewalt), Legislative (gesetzgebende Gewalt) und Judikative (rechtsprechende Gewalt). Siehe auch: Gewaltenteilung
Bundestag und Bundesrat entscheiden gemeinsam über die Gesetze des Bundes und haben die Befugnis mit Zweidrittelmehrheit in beiden Organen das Grundgesetz, die Verfassung Deutschlands, zu ändern. In den Bundesländern entscheiden die Länderparlamente über die Gesetze ihres Landes. Obwohl die Abgeordneten der Parlamente nach dem Grundgesetz nicht weisungsgebunden sind, dominieren Vorentscheidungen in den Parteien die Gesetzgebung.
Parteien]
Die Exekutive wird auf Bundesebene durch die Bundesregierung gebildet, die durch den Bundeskanzler geleitet wird. Auf der Ebene der Bundesländer leitet der Ministerpräsident (bzw. der Bürgermeister der Stadtstaaten) die Exekutive. Die Verwaltungen des Bundes und der Länder werden jeweils durch die Fachminister geleitet, sie stehen an der Spitze der Behörden.
Wie in anderen Ländern auch, spielen Verbände im politischen System eine wichtige Rolle. Mit ihrer Lobbyarbeit versuchen sie, die Politik in die Richtung ihrer Interessen zu bewegen. Die Sinnhaftigkeit dieser Tätigkeiten ist nicht unumstritten und unterliegt häufiger Kritik insbesondere der durch die Lobbyarbeit jeweils negativ betroffenen anderen Verbände.
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wacht über die Einhaltung des Grundgesetzes. Die Obersten Gerichtshöfe des Bundes sind der Bundesgerichtshof mit Hauptsitz in Karlsruhe, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das Bundesarbeitsgericht in Erfurt, das Bundessozialgericht in Kassel und der Bundesfinanzhof in München. Der Großteil der Rechtsprechung liegt in der Verantwortung der Bundesländer. Die Bundesgerichte sind fast immer nur Revisionsinstanz und prüfen die Entscheidungen der Landesgerichte auf formelle und materielle Rechtmäßigkeit.
Siehe auch: Grundgesetz
Bundesländer
Parteienlandschaft
Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) wurde 1945 als überkonfessionelle Nachfolgepartei bürgerlicher und religiös geprägter Parteien gegründet. In ihr vereinigten sich vor allem Kräfte aus der Zentrumspartei. Sie ist konservativ geprägt. Mit der Ausnahme Bayerns ist die CDU im gesamten Bundesgebiet vertreten.
Die Christlich Soziale Union (CSU) hat eine ähnliche konservative Ausrichtung, wirkt aber nur in Bayern. Gemeinsam bilden beide Parteien im Deutschen Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft, zusammen werden sie „die Union“ oder auch „Unionsparteien“ genannt.
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) existiert einschließlich ihrer Vorläuferorganisationen seit 1863, und ist damit die älteste bis heute existierende politische Partei Deutschlands. Sie hat die Tradition der Sozialdemokratie begründet. Nach Verbot in der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie 1945 wiedergegründet. Sie versteht sich seit ihrem Godesberger Programm von 1959 auch offiziell nicht mehr nur als Arbeiterpartei, sondern als eine Volkspartei, die für breite Schichten wählbar sein will. Ihr Bekenntnis lautet „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“.
Die Freie Demokratische Partei (FDP) wurde 1948 gegründet und beruft sich in ihrem Selbstverständnis auf die Tradition des deutschen Liberalismus, der sich bereits 1861 mit der Deutschen Fortschrittspartei in Preußen als erste politische Partei Deutschlands im heute verstandenen Sinn organisiert hatte, sich wenige Jahre darauf jedoch in sich gegeneinander konkurrierende unterschiedliche Parteien aufgespalten hatte. Die moderne FDP steht insbesondere in Wirtschafts-, aber auch in Bürgerrechtsfragen für mehr Freiheiten und Verantwortung des Einzelnen, sowie für eine stärkere Zurückhaltung des Staates - insbesondere bei wirtschaftlichen Belangen. Sie war mit insgesamt 42 Jahren am längsten als kleinerer Koalitionspartner sowohl der CDU/CSU als auch der SPD an der Regierungsverantwortung der Bundesrepublik beteiligt.
Die Grünen entstanden als bundesweite Partei 1979/80 aus den damals neuen sozialen Bewegungen, beispielsweise der modernen Frauenbewegung, der Friedens- und der Ökologiebewegung der 1970er Jahre. 1983 zogen sie erstmals in den Bundestag ein. 1990 schlossen sie sich mit der ostdeutschen Bürgerbewegung Bündnis 90 zu Bündnis 90/Die Grünen zusammen.
Die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) war die Rechtsnachfolgerin der in der DDR allein herrschenden SED. Inhaltlich beruft sich die Partei auf sozialistische Ideale, und steht im Parteienspektrum des Bundestags links von der SPD. Bedeutendere Wahlerfolge für die PDS blieben zunächst auf Ostdeutschland beschränkt. 2005 wurde aus Protest gegen die Reformpolitik der rot-grünen Bundesregierung die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) auf Initiative von Gewerkschaftern und enttäuschten vormaligen SPD-Mitgliedern gegründet. Für die Bundestagswahl 2005 öffnete die PDS ihre Listen für WASG-Mitglieder. Aus diesem Grund hat sich die PDS inzwischen in Die Linkspartei. umbenannt. Beide Parteien streben eine Vereinigung an.
Rechtsextreme Parteien waren, von der Deutschen Reichspartei im Ersten Bundestag (1949–1953) abgesehen, nie im deutschen Bundestag vertreten, konnten aber auf Landesebene zeitweise in Parlamente einziehen. Eine relative Blütezeit erlebten sie Ende der 1960er und seit der Wiedervereinigung. Parteien dieser Richtung sind Die Republikaner, die Deutsche Volksunion (DVU) und die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD).
Es gibt zahlreiche regionale Parteien und „Splitterparteien“, deren politischer Einfluss auf Bundesebene aber durch die Sperrklausel der 5%-Hürde in der Regel auf außerparlamentarische Aktivitäten beschränkt ist. Die Ausnahmeregelung, über Direktmandate in den Bundestag einzuziehen, ist für diese ebenso fast unmöglich. Im Landtag von Schleswig-Holstein ist jedoch aufgrund einer Sonderregelung für die dänische Minderheit der Südschleswigsche Wählerverband gesetzlich garantiert vertreten.
In der Geschichte der Bundesrepublik gab es mehrere Parteiverbote, gegen die rechtsradikale SRP 1952 und gegen die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 1956. Ein Verbotsantrag gegen die NPD scheiterte 2004 unter anderem wegen Versagens des Bundesamtes für Verfassungsschutz.
Nahezu allen einflussreichen Parteien stehen – mehr oder weniger selbständig – Jugendorganisationen zur Seite. Die wichtigsten sind die Junge Union (CDU/CSU), die Jusos (SPD), die Jungen Liberalen (FDP), die Grüne Jugend (Bündnis 90/Die Grünen) sowie ['solid] (Die Linkspartei.).
Siehe auch: Politische Parteien in Deutschland, Geschichte der Parteien in Deutschland, Politisches Spektrum, Bundestagswahl 2005
Außenpolitik
Die wichtigsten Leitlinien bundesdeutscher Außenpolitik sind die Westbindung und die europäische Integration. Deutschland hat am Aufbau europäischer Organisationen einen entscheidenden Anteil; Ziel war dabei auch, den Nachbarn Angst vor Deutschland zu nehmen und die Beschränkungen durch die Besatzungsmächte überflüssig zu machen. Die Bundesrepublik ist seit 1950 Mitglied des Europarates und unterschrieb 1957 die Römischen Verträge, den Grundstein für die heutige Europäische Union. Zentraler Aspekt für die Sicherheitspolitik und Ausdruck der Westbindung ist die Mitgliedschaft in der NATO, der die Bundesrepublik 1955 beitrat.
Während des Kalten Kriegs war der Spielraum deutscher Außenpolitik begrenzt. Als eines der wichtigsten Ziele galt die Wiedervereinigung. Militäreinsätze im Ausland kamen nicht in Frage. Laut Grundgesetz darf sich die Bundeswehr an Angriffskriegen nicht beteiligen, ihre Aufgabe besteht lediglich in der Landes- und Bündnisverteidigung. Durch die von Deutschland initiierte Ostpolitik unter der Devise Wandel durch Annäherung, die zunächst von wichtigen Verbündeten sehr skeptisch betrachtet wurde, konnten dennoch eigenständige politische Akzente gesetzt werden. Später wurde diese Politik als erfolgreich angesehen.
Seit der Wiedervereinigung hat Deutschland seine außenpolitischen Grundsätze erweitert und einen Weg zu größerer internationaler Verantwortung eingeschlagen. So nimmt die Bundeswehr seit 1991 mit Zustimmung des Bundestages und zusammen mit verbündeten Armeen an verschiedenen friedenserhaltenden und -erzwingenden Einsätzen auch außerhalb Deutschlands und des Territoriums der Nato-Verbündeten teil (Out-Of-Area-Einsätze).
Traditionell spielt Deutschland zusammen mit Frankreich eine führende Rolle in der Europäischen Union. Deutschland treibt die Bemühungen voran, über die Wirtschafts- und Währungsunion hinaus ein einheitliches und wirkungsvolles System der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik zu schaffen. Weitere außenpolitische Ziele sind die Verwirklichung des Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz sowie die weltweite Anerkennung des Internationalen Strafgerichtshofs. Bedeutendes Interesse hat Deutschland auch an einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts. Aufgrund der schwierigen Materie und den Begrenzungen deutscher Politik besteht der Beitrag vor allem in der Bereitstellung informeller Kontaktmöglichkeiten zwischen den beteiligten Parteien. Die Bundesregierung lehnte den Irak-Krieg 2003 ab, da sie die Existenz von Massenvernichtungswaffen bezweifelte, eine diplomatische Lösung bevorzugte und um erhebliche Gefahren für die politische Stabilität des gesamten als fragil eingestuften Raumes fürchtete. Dafür wurde sie von wichtigen Verbündeten stark kritisiert. Zusammen mit den Verbündeten Großbritannien und Frankreich bemüht sich die Bundesrepublik, den Iran im Dialog dazu zu bewegen, auf die Weiterführung seines Atomprogramms zu verzichten. Die Bundesregierung strebt einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an. Die Durchsetzung dieses Zieles wird jedoch aufgrund des Widerstands anderer, teils verbündeter Staaten erschwert und hat nur geringe Aussicht auf Erfolg. So würden zwar Frankreich und Großbritannien die G4 Staaten (Deutschland, Indien, Japan und Brasilien) grundsätzlich unterstützen; jedoch fehlt Deutschland die Zustimmung der USA, so wie Japans Beitritt durch China blockiert wird.
Militär
Vereinten Nationen
Vereinten Nationen]
Hauptartikel: Bundeswehr
Nach ihrer Gründung 1949 hatte die Bundesrepublik Deutschland zunächst keine eigenen Streitkräfte. Unter dem Eindruck des Koreakrieges und der als aggressiv empfundenen sowjetischen Politik in Osteuropa trat die Bundesrepublik 1955 der NATO bei und stellte Streitkräfte auf. Nach der Wiedervereinigung wurden Teile der Nationalen Volksarmee der DDR in diese Streitkräfte eingegliedert.
Die als Bundeswehr bezeichnete militärische Gesamtorganisation besteht aus den Streitkräften und ihrer Verwaltung. Die Streitkräfte gliedern sich in die Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine und die unterstützenden Organisationsbereiche Streitkräftebasis und Zentraler Sanitätsdienst.
In der Bundeswehr dienten im April 2005 257.000 Soldaten und 125.000 zivile Mitarbeiter. Seit 2001 haben auch Frauen uneingeschränkten Zugang zum Dienst in den Streitkräften. Ihr Anteil beträgt 6,2 % der Soldaten (Stand 2005). Die Bundesrepublik Deutschland gab im Jahr 2004 24,4 Mrd. Euro für die Bundeswehr aus, womit sie im internationalen Vergleich nach absoluten Ausgaben den sechsten Platz und im Vergleich zum jeweiligen BIP einen Platz im letzten Drittel der NATO belegt. Das wird von einigen als zu wenig angesehen, vor allem, da die Bundeswehr sich nach dem Kalten Krieg auf erheblich veränderte Aufgaben einstellen muss.
Auf dem US-Stützpunkt Ramstein und dem Luftwaffenstützpunkt Büchel (in Rheinland-Pfalz) sind heute noch 65 US-amerikanische Wasserstoffbomben stationiert, an deren Einsatzplanung Deutschland im Rahmen der nuklearen Teilhabe beteiligt ist.
Geschichte
Der Hauptartikel Geschichte Deutschlands vermittelt einen detaillierten Überblick. Zum mittelalterlichen Deutschland siehe Deutschland im Mittelalter. Für die Entwicklung der neuen deutschen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg siehe die Artikel Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und Geschichte der DDR.
Frühgeschichte und Antike
Geschichte der DDR
Die ältesten Siedlungsbelege auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland sind etwa 700.000 Jahre alt, seit rund 500.000 Jahren geht man von einer dauerhaften Besiedlung aus. In Deutschland existieren bedeutende Fundstätten aus der Urzeit: Nach dem Neanderthal in Mettmann ist der frühe menschliche Vertreter der Gattung Homo sapiens neanderthalensis, dem Neanderthaler, benannt. Diese wurden vor etwa 40.000 Jahren von dem zugewanderten Homo sapiens sapiens, dem modernen Menschen, verdrängt. In der Jungsteinzeit entwickelten sich Ackerbau, Viehzucht und feste Siedlungsplätze. Aus dieser Zeit sind einige bedeutende kulturelle Funde erhalten, etwa die Venus von Willendorf und die Himmelsscheibe von Nebra, die darauf deutet, dass schon um 2000 vor Christus in dieser Region Astronomie betrieben wurde.
Erste schriftliche Erwähnung finden keltische und germanische Stämme bei den Griechen und Römern in der vorchristlichen Zeit. Um 500 vor Christus war das heutige Süddeutschland keltisch und das heutige Norddeutschland germanisch besiedelt. Die Germanen wanderten im Laufe der Jahrhunderte südwärts, so dass um Christi Geburt die Donau die ungefähre Siedlungsgrenze zwischen Kelten und Germanen war. Sprachforscher vermuten, dass viele Merkmale süddeutscher Dialekte auf keltischen Einfluss zurückgehen. Von 58 v. Chr. bis etwa 455 n. Chr. gehörten die Gebiete links des Rheins sowie südlich der Donau zum Römischen Reich, von etwa 80 bis 260 n. Chr. auch der größte Teil des heutigen Baden-Württemberg südlich des Limes. Die Gebiete im heutigen Deutschland verteilten sich auf die Provinzen Germania Superior, Germania Inferior und Raetia. In diesem Gebiet gründeten die Römer viele Legionslager, die sich später zu Städten entwickelten. Wichtigste Städte zu römischer Zeit waren Köln, Trier (die älteste Stadt Deutschlands) und Augsburg. Zur Sicherung der Grenzen siedelten die Römer befreundete germanische Stämme in den Provinzen an. Außerdem wanderten Siedler aus anderen Teilen des Römischen Reiches, insbesondere aus Italien, ein und wurden westlich des Rheins und südlich der Donau sesshaft. Weitreichende Neuerungen, die auch das deutsche Vokabular beeinflussten, führten die Römer insbesondere in Hausbau, Handwerk, Wein- und Ackerbau sowie Verwaltung und Militär ein. Eine erste Geschichte Gesamtgermaniens verfasste der römische Schreiber Tacitus im Jahr 98.
Völkerwanderung und Frühmittelalter
98
Nach dem Einfall der Hunnen 375 und zeitgleich mit dem Niedergang Westroms ab 395 setzte die Völkerwanderung ein, in deren Verlauf die germanischen Stämme immer weiter nach Südwesten zogen. In die fast menschenleeren Gebiete des heutigen Ostdeutschland wanderten im 7. Jahrhundert bis zur Elbe-Saale-Linie slawische Stämme ein. Weite Teile der Bevölkerung der heutigen ostdeutschen Bundesländer waren daher bis ins hohe Mittelalter slawisch geprägt (Germania Slavica). Erst im Zuge der hochmittelalterlichen Ostsiedlung wurden sie assimiliert und akkulturiert. Der Hauptteil West- und Mitteleuropas wurde vom Frankenreich eingenommen, das heutige Norddeutschland wurde von den Sachsen beherrscht.
Nach der blutigen Unterwerfung und Zwangsmissionierung der Sachsen erstreckte sich das Frankenreich bis zur Nordsee, der Elbe und dem heutigen Österreich. Auf dem Höhepunkt der fränkischen Macht stellte Karl der Große einen Anspruch auf die Führungsmacht in Europa. 800 ließ er sich in Rom zum Kaiser krönen. Doch die Einheit seines Reiches währte nicht lange: Streitigkeiten unter seinen Nachfolgern bewirkten im Vertrag von Verdun (843) die Dreiteilung des Reiches in das ostfränkische Reich unter König Ludwig Germanicus (später: ... dem Deutschen), das westfränkische Reich unter König Karl dem Kahlen und dem zwischen ihnen liegenden Königreich Lothars I., das den Namen Lotharingien erhielt. Das ostfränkische Reich bildete den groben geografischen Rahmen für das später entstehende Deutsche Reich.
Heiliges Römisches Reich (962–1806)
Hauptartikel: Heiliges Römisches Reich
Als traditioneller Beginn der deutschen staatlichen Tradition wird oft der 2. Februar 962 angesehen, an dem Otto I. als erster ostfränkischer König in Rom zum Kaiser gekrönt wurde und damit das Heilige Römische Reich begründete. Als Anfang wird aber auch das Jahr 911 genannt, der Regierungsantritt Konrads I. als erster nicht-karolingischer Herrscher in Deutschland. Im 10. Jahrhundert wurde erstmals für das bisherige ostfränkische Reich auch der Terminus regnum teutonicum („Deutsches Reich“) verwandt.
Die fränkischen Teilreiche waren schon zuvor unterschiedliche Wege gegangen: Während sich das ehemalige Westfränkische Reich, dessen fränkische Bewohner sich romanisierten, mit der Zeit zum französischen Zentralstaat entwickelte, blieb das ostfränkische Reich durch Territorialfürsten geprägt, die den Kaiser wählten und dadurch ihre Partikularinteressen geltend machen konnten. Obwohl die Kaiser des römisch-deutschen Reiches wiederholt versuchten ihre Position zu stärken, teilte sich das Reich immer weiter in weitgehend souveräne Klein- und Kleinststaaten sowie Reichsstädte. Nach Reformation und Dreißigjährigem Krieg, dem nach Opferzahl relativ zur Gesamtbevölkerung Deutschlands fatalsten Krieg, hatte der Kaiser nur noch eine überwiegend formale Machtstellung.
Der Name des Heiligen Römischen Reiches änderte sich über die Jahrhunderte mehrfach. So wurde es im 12. Jahrhundert noch als „Heiliges Reich“ bezeichnet, ab Mitte des 13. Jahrhunderts als „Heiliges Römisches Reich“ und ab dem 15. Jahrhundert als Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation.
Der Weg zum deutschen Nationalstaat (1806–1871)
Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation
Dieser Zustand währte bis 1806, als Napoléon in seinen Eroberungskriegen Mitteleuropa überrannte und das schwache Reichsgebilde zum Einsturz brachte. Der letzte Kaiser des faktisch nur noch formell bestehenden Heiligen Römischen Reiches (deutscher Nation), Franz II., der erst 1804 auch Kaiser des österreichischen Vielvölkerstaates geworden war, musste die Reichskrone auf Druck des französischen Kaisers ablegen. Unter Napoléon Bonaparte wurde die Anzahl der deutschen Staaten durch Zusammenlegung erheblich verringert und auch viele Reichsstädte verloren ihre Unabhängigkeit (deren Zahl hatte zeitweise über 80 betragen).
Nach der Niederlage Napoleons restaurierte der Wiener Kongress weitgehend die alten Herrschaftsverhältnisse. Deutschland, nun ohne einigendes Band, war teilweise im Deutschen Bund, einer losen Vereinigung von 38 deutschen Staaten unter Führung Österreichs organisiert. Kurz darauf wurde der Deutsche Zollverein geschaffen, in dem das wiedererstarkte Preußen dominierende Macht war.
Schon bald nach der gescheiterten nationalen und liberalen Märzrevolution von 1848/1849 kam es zur Kollision der Preußen mit der Großmacht Österreich um die Vormachtstellung im Deutschen Bund wie auch in Europa, die zum Deutschen Krieg von 1866 führte. Nachdem Preußen diesen Krieg für sich entschieden hatte, kam es zur Auflösung des Deutschen Bundes, zur Annexion seiner norddeutschen Kriegsgegner durch Preußen und dadurch zu einer weiteren Schrumpfung der Zahl deutscher Staaten.
Deutsches Kaiserreich (1871–1918)
Die anschließende Gründung des Norddeutschen Bundes unter preußischer Führung leitete die so genannte kleindeutsche Lösung ein. Diese zielte entsprechend der Intention Bismarcks auf eine staatliche Einigung unter der Hegemonie Preußens ohne die damalige Großmacht Österreich. Das Deutsche Reich wurde nach dem gewonnenen Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und der Proklamation des preußischen Königs Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles ausgerufen.
Mit der Reichsgründung wurden Gebiete eingegliedert, die noch nie oder nicht mehr zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehört hatten, sondern seit den Polnischen Teilungen Ende des 18. Jh. Teile Preußens außerhalb des Reiches waren. Dazu gehörten West-, Ostpreußen und Danzig, das überwiegend polnischsprachige Gebiet Posen und Schleswig. Frankreich trat (deutsch- und französischsprachige) Teilgebiete der Regionen Lothringen (nördliche und östliche Teile) und Elsass (ohne Belfort) ab, welche als direkt von der Zentrale verwaltetes "Reichsland Elsass-Lothringen" ohne Gliedstaatrechte konstituiert wurden.
Als ideeller Begründer des Deutschen Reiches wurde Otto von Bismarck erster Reichskanzler. Seine antidemokratisch-konservative Grundhaltung verhinderte allerdings die Reichseinigung unter demokratischen Bedingungen und schuf die Voraussetzung dafür, dass in Deutschland Nationalismus und Demokratie einander fremd wurden. Er führte einen wenig erfolgreichen Kampf gegen die Sozialdemokratie, die polnische Minderheit und die katholische Kirche (siehe Kulturkampf). Seine aggressiv-kriegerische Außenpolitik änderte sich ab der Reichsgründung dagegen zu einer Bündnispolitik, die auf die Isolierung Frankreichs abzielte und ein vertraglich geregeltes, aber fragiles Paktsystem in Europa schuf. Gleichwohl blieb die Außenpolitik imperialistisch ausgerichtet: Auf der Berliner Kongo-Konferenz trat Deutschland 1884 mit der Forderung nach einem „Platz an der Sonne“ in den Kreis der Kolonialmächte ein, nachdem schon in den frühen 1880er Jahren deutsche Vereine Territorien in Afrika und Asien erworben hatten. Im Dreikaiserjahr kam Wilhelm II. an die Macht, der wenig später Bismarck zur Kündigung zwang und die Außenpolitik in Richtung Konfrontation änderte. Das Attentat auf den
Adolf GrimmeAdolf Grimme ( - 31. Dezember 1889 in Goslar; † 27. August 1963 in Degerndorf am Inn) war ein sozialdemokratischer deutscher Kulturpolitiker in der Spätphase der Weimarer Republik und der frühen Bundesrepublik.
Leben
Dr. h. c. Adolf Grimme studierte Philosophie und Germanistik in Halle, München und Göttingen und engagierte sich in dieser Zeit unter anderem in der Freistudentenbewegung. Nach dem Staatsexamen 1924 trat er in den Schuldienst ein, war zunächst Oberstudienrat in Hannover, ab 1925 Oberschulrat in Magdeburg. 1928 wurde er Ministerialrat im preußischen Kultusministerium, ein Jahr später Vizepräsident des Provinzialschulkollegiums von Berlin und der Mark Brandenburg. Ab 1930 amtierte er schließlich in der Nachfolge Carl Heinrich Beckers als letzter Kultusminister einer demokratisch gewählten Staatsregierung in Preußen, die 1932 im sogenannten "Preußenschlag" abgesetzt wurde.
Grimme gehörte außerdem den religiösen Sozialisten an und wurde 1942 wegen seiner Verbindungen zum Widerstand der sogenannten Roten Kapelle von der Gestapo verhaftet und saß bis 1945 eine Zuchthausstrafe wegen Nichtanzeige eines versuchten Hochverrats ab. Seine aktive Beteilung als Verfasser mehrerer Flugblätter, die in Umlauf gebracht wurden, blieb unentdeckt, was ihm das Leben rettete.
Am 15. September 1945 erstattete Grimme Anzeige gegen den NS-Richter Manfred Roeder wegen Beteiligung an den Urteilen gegen 49 Mitglieder der Roten Kapelle sowie Dietrich Bonhoeffer, Hans von Dohnanyi u.v.a.. Das Verfahren wurde jedoch - sehr umstritten - eingestellt.
In der Nachkriegszeit war Grimme bis 1948 der erste Kultusminister des Landes Niedersachsen, bevor er am 8. September 1949 zum ersten Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) ernannt wurde. 1955 ging er im Alter von 66 Jahren in Pension. Sein Grab befindet sich auf dem Stadtfriedhof Engesohde in Hannover.
Grimme-Preis und -Institut
Nach Adolf Grimme wurde der Fernsehpreis Adolf-Grimme-Preis des Deutschen Volkshochschul-Verbands benannt, der 1964 zum ersten Mal in Marl vergeben wurde. 1973 wurde das nach ihm benannte Medieninstitut in Marl gegründet, das seit 1977 jährlich die Adolf-Grimme-Preis-Verleihung organisiert und durchführt. Seit 2001 vergibt das Adolf-Grimme-Institut außerdem den Grimme Online Award in verschiedenen Kategorien der Neuen Medien.
Weblinks
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Grimme, Adolf
Grimme, Adolf
Grimme, Adolf
Grimme, Adolf
Grimme, Adolf
Grimme, Adolf
Grimme, Adolf
Adolf Grimme Institut
Das Adolf Grimme Institut – Gesellschaft für Medien, Bildung und Kultur mbH, kurz AGI, ist eine gemeinnützige Forschungs- und Dienstleistungseinrichtung, die sich mit Medien und Kommunikation beschäftigt. Das Institut hat seinen Sitz in Marl und vergibt jährlich den „Adolf-Grimme-Preis“ für hochwertige Fernsehsendungen. Es ist nach dem deutschen Politiker und ersten Generaldirektor des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) Adolf Grimme benannt. Gesellschafter sind der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV), der Westdeutsche Rundfunk, das Zweite Deutsche Fernsehen, die Landesanstalt für Rundfunk Nordrhein-Westfalen und die Stadt Marl. Geschäftsführer des Instituts ist der Journalist Uwe Kammann.
Geschichte
Der Leiter des Marler Bildungswerkes „die insel“, Professor Dr. Bert Donnepp, initiierte die Gründung des Instituts durch den DVV am 23. September 1973. Aufgabe des Instituts war es zunnächst, Möglichkeiten zur Verknüpfung von Volkshochschulen mit dem Fernsehen zu finden, und Weiterbildungsangebote im Bereich der Medien zu verbessern. Außerdem wurde es mit den Vorbereitungen des seit 1964 verliehenen Adolf Grimme Preises betraut. 1977 bezog das Institut ein eigenes Gebäude unweit des Marler Stadtzentrums am Ende der Adolf-Grimme-Straße. Ab 1983 entwickelte sich das AGI zum medienpolitischen und medienkulturellen Zentrum.
Aufgaben
Zu den Aufgaben des Instituts gehören: Beobachtung, Analyse und Bewertung von Medienangeboten und -entwicklungen, sowie Kompetenz- und Wissenstransfer zwischen den gesellschaftlichen Gruppen. Zu den Auftraggebern des Adolf-Grimme-Instituts zählen Rundfunkanbieter, Medienunternehmen, Landesmedienanstalten, Ministerien, Stiftungen und Bildungsorganisationen.
Das Institut richtet seit den 90er Jahren die Marler Tage der Medienkultur aus. Das AGI beteiligt sich mit Referenten am medienforum.nrw (Cologne Conference).
Bekannt ist das Adolf Grimme Institut vor allem durch den jährlich vergebenen Fernsehpreis „Adolf Grimme Preis“. Seit 2001 verleiht das Institut neben dem Fernsehpreis auch den „Grimme Online Award“ für die Neuen Medien.
Akademie
Dem Institut ist die „Adolf Grimme Akademie“ angeschlossen. Hier bietet das AGI ein eigenes Aus- und Weiterbildungsangebot für die Medienbranche an.
Veröffentlichungen
Die Analysen eigener Studien und Untersuchungen zur Nutzung und Programmentwicklung von Fernsehen, Radio und Presse werden in zahlreichen Publikationen veröffentlicht. Die Zeitschrift „grimme“ erscheint darüber hinaus und informiert über aktuelle Themen der Medienbranche. Umfassendere medienwissenschaftliche Arbeiten werden in der „Edition Grimme“ herausgegeben. Jährlich veröffentlicht das AGI außerdem das „Jahrbuch Fernsehen“.
Weblinks
- http://www.grimme-institut.de/
Kategorie:Forschungsinstitut
Kategorie:Medienwissenschaft
Marl
Marl ist eine Stadt im Kreis Recklinghausen in Nordrhein-Westfalen und hat etwa 90.000 Einwohner. Dort liegt sie jeweils am Südrand der Haard und des Naturparks Hohe Mark entlang des fließenden Übergangs vom Ruhrgebiet zum Münsterland.
Geschichte
Marl wurde 890 erstmals urkundlich erwähnt. Der heutige Name der Stadt leitet sich aus dem mittelalterlichen Namen "Meronhlare" her.
Wie viele Städte im Ruhrgebiet ist Marl im 20. Jh. zunächst durch den Steinkohlenbergbau, dann durch die Chemieindustrie (BUNA-Werke ab den 30er Jahren, heute Chemiepark Marl) sehr schnell gewachsen. Die Stadt entstand durch das Zusammenwachsen ehemaliger Dörfer mit den Siedlungen der Bergarbeiter und der Chemiebeschäftigten, 1936 wurden ihr die Stadtrechte verliehen. Sie hat daher kein historisches Zentrum. In den 60er und 70er Jahren wurde ein Stadtzentrum mit Rathaus, Wohnhochhäusern und dem Einkaufszentrum „Marler Stern“ auf der "grünen Wiese" angelegt.
Stadtrechte
Politik
Stadtrat
Im Stadtrat sind folgende Parteien vertreten: SPD (19), CDU (16), Bürgerliste WIR für Marl (5), GRÜNE (3), Bürgerunion Marl (3), FDP (3), PDS (1). In Klammern ist die Sitzanzahl aufgrund des Ergebnisses der Kommunalwahl vom 26. September 2004 angegeben.
Bürgermeister
- 1946-1965: Rudolf-Ernst Heiland, SPD
- 1965-1974: Ernst Immel SPD
- 1975-1984: Günther Eckerland, SPD
- 1984-1995: Lothar Hentschel, SPD
- 1995-1999: Dr. Ortlieb Fliedner, SPD
- 1999-2004: Uta Heinrich, CDU
- 2004-heute: Uta Heinrich, parteilos
Wappen
Das Wappen zeigt oben das kurkölnsche Kreuz. Das Vest Recklinghausen gehörte bis zur Bulle Pius VII. De salute animarum zum Erzbistum Köln, danach wurde es dem Bistum Münster inkorporiert. Schlägel und Eisen sind als Symbole des Bergbaus eingefügt. Die Krampe verweist auf die Familie von Loe.
Partnerstädte
- Creil, Frankreich
- Herzlia, Israel
- Bitterfeld, Sachsen-Anhalt, Deutschland
- Pendle, England
- Zalaegerszeg, Ungarn
- Kuşadası, Türkei
Wirtschaft und Infrastruktur
Wirtschaft
Größte Arbeitgeber sind die Unternehmen des Chemieparks, das Bergwerk Auguste-Victoria sowie der IT-Produzent Maxdata.
Verkehr
- Marl ist über die Bundesautobahnen A 43 und die A 52 zu erreichen und damit gut an das deutsche Autobahnnetz angebunden.
- Auf der Schiene kann Marl über den Bahnhöfe Marl-Sinsen (Strecke Münster-Essen (RB42), bzw. Münster-Mönchengladbach (RE 2)) oder die Haltepunkte Marl-Mitte und Marl-Hamm der S-Bahn-Linie 9 erreicht werden. Die Busverbindungen innerhalb Marls und in die Nachbarstädte werden von der Vestischen Straßenbahnen bedient.
- Binnenschiffe können Marl über den Wesel-Datteln-Kanal anlaufen.
- Außerdem gibt es noch den Verkehrslandeplatz Flugplatz Marl-Loemühle. Die nächsten Verkehrsflughäfen sind Düsseldorf, Dortmund und Münster-Osnabrück.
Medien
Berühmt ist Marl für das hier ansässige Adolf Grimme Institut, welches alljährlich den renommierten Fernsehpreis „Adolf-Grimme-Preis“ verleiht.
Außerdem besitzt Marl eine eigenen Bürgerkanal im örtlichen Kabelnetz, das "Bürgerfernsehen Offener Kanal (BOK)".
Zudem befindet sich hier das Medienzentrum für den Kreis Recklinghausen. Es versorgt alle Schulen im Kreis Recklinghausen mit Medien und vermittelt Lehrerinnen und Lehrer die entsprechende Medienkompetenz.
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
Adolf-Grimme-Preis
Das „Theater Marl“ an der Brassertstraße wurde 1953 erbaut und gilt als ein kulturelles Zugpferd für Marl.
Bauwerke
Adolf-Grimme-Preis
Adolf-Grimme-Preis
Sehenswert ist das Rathaus, das von den holländischen Architekten van den Broek und Bakema nach ihrem Sieg in einem internationalen Wettbewerb in den Jahren 1960 bis 1967 im neuen Zentrum der Stadt errichtet wurde. Im Sitzungstrakt, der mit einem weit tragendem Spannbeton-Faltwerk überdacht ist, befindet sich u. a. der Ratssaal. Darunter liegt das Skulpturenmuseum "Der Glaskasten". Aus dem flachen Verwaltungstrakt ragen die Dezernatstürme hervor. Von zunächst geplanten drei bis vier Türmen wurden nur zwei realisiert. Die Geschossdecken der Türme sind über Stahlbeton-Hängestützen mit der oben liegenden Pilzdecke verbunden, von der die Lasten über einen Gebäudekern nach unten abgeleitet werden.
Um Wohnhochhäuser zu vermeiden, wurde das Konzept der Hügelhäuser (ab 1966) entwickelt, das in einem kompakten Gebäude Wohnungen mit großen Terrassen, im Erdgeschoss mit Gartenhöfen ermöglicht. Pkw-Abstellplätze befinden sich im Kern des Untergeschosses. Insgesamt wurden vier Hügellhäuser gebaut.
Bemerkenswert ist die Grundschule an der Westfalenstraße, die von dem Berliner Architekten Hans Scharoun (bekannt vor allem durch die Berliner Philharmonie) in den Jahren 1964 bis 1970 errichtet wurde. Der sehr zergliederte Bau erschließt sich nur durch eine Innenbesichtigung. Scharoun realisierte sein innovatives Konzept, das für Unter-, Mittel- und Oberstufe unterschiedliche pädagogische Bedingungen vorsieht.
Im Rahmen der Route der Industriekultur kann außerdem der Chemiepark besichtigt werden.
Die Kornkammer ist ein besonderes Gebäude, in dem heiratswillige ihr Ja- Wort geben können. Ebenfalls lädt die Kornkammer zu gemütlichen Zusammenkünften ein.
Im Ortsteil Marl-Hüls findet man auf der Hülsstrasse wunderschöne Häuser im alten Stil, die durch ihre Farbenpracht zum Träumen einladen. Die alte Hülser Stadtgeschichte lebt durch die verschiedenen Bauwerke wieder auf, und man erinnert sich gerne an die Zeiten, als noch das eigenständige Leben dieses Ortsteils im Vordergrund stand.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Sönke Wortmann ist in Marl geboren und aufgewachsen
- Andreas Homoki, deutscher Regisseur
- Karin Kneffel, deutsche Künstlerin
- Peter Neururer, bis Mai 2005 Trainer des Fußball-Bundesligsten VfL Bochum
- Matthias Schober, Fussballtorhüter
Literatur, Periodika
- Periodika: http://wiki.genealogy.net/wiki/Marl/Index-VZ Vestische Zeitschrift, seit 1891, Index zu Marl
Weblinks
- [http://www.marl.de/ Website der Stadt Marl]
- [http://www.stadtarchiv-marl.findbuch.net Stadtarchiv Marl]
- [http://www.kreis-re.de/schlagworte/schlagview.asp?zae=884 Medienzentrum]
- [http://wiki.genealogy.net/index.php/Marl Ausführliche Geschichte und eine umfangreiche Bibliografie]
Kategorie:Ort in Nordrhein-Westfalen
1964
- 1. Januar: Ludwig von Moos wird neuer Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Guinea erhält von Spanien die volle innere Autonomie
- 1. Januar: Singhalesisch wird auf Ceylon alleinige Amtssprache
- 13. Januar: In Kairo (Ägypten) findet die Erste Arabische Gipfelkonferenz statt: Könige und Staatschefs von 13 arabischen Nationen treffen zusammen
- 23. März: In Genf wird die UNCTAD eröffnet, die Welthandelskonferenz der Vereinten Nationen. In ihr stellen unter anderem die in der „Gruppe der 77“ organisierten Entwicklungsländer die Forderung nach einer gerechteren Mitwirkung am Welthandel
- 31. März: Militärputsch in Brasilien, der Beginn von 21 Jahren Militärdiktatur. General Humberto Castelo Branco wird Staatspräsident
- 26. Mai: Deutschland. Bundespräsident Heinrich Lübke, Frankreichs Staatschef Charles de Gaulle und Großherzogin Charlotte von Luxemburg weihen die Großschiffahrtsstraße Mosel ein
- 1. Juni: Gründung der PLO durch den Ersten Palästinensischen Nationalrat; Vorsitzender wird der UN-Diplomat Ahmed Shukeiry
- 6. Juni: Mit einstweiliger Verfügung werden alle Raketenversuche im Cuxhavener Wattengebiet untersagt
- 12. Juni: Nelson Mandela, Führer des African National Congress, wird zusammen mit sieben Mitangeklagten wegen Subversion und Sabotage zu lebenslänglicher Haft verurteilt
- 12. Juni: Der schwedische Oberst Stig Wennerström wird wegen Spionage für die Sowjetunion zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe verurteilt
- 12. Juni: Die UdSSR (Nikita Chruschtschow) und die DDR (Walter Ulbricht) unterzeichnen einen Freundschaftsvertrag, den „Vertrag über Freundschaft, gegenseitig Beistand und Zusammenarbeit“
- 2. Juli: In Washington unterzeichnet US-Präsident Lyndon B. Johnson das Bürgerrechtsgesetz zur Aufhebung der Rassentrennung. Dieses: nach Beendigung der Sklaverei im Jahr 1863: wichtigste Dokument zur Gleichstellung der Schwarzen, wurde von John F. Kennedy auf den Weg gebracht und erst nach monatelangem Ringen im Senat ratifiziert
- 7. August: Der US-Kongress beschliesst einstimmig die Annahme der Tonkin-Resolution, damit erhält Präsident Johnson die Vollmacht zur amerikanischen Beteiligung am Vietnamkrieg
- 5. September: Großbritannien entlässt Malta in die Unabhängigkeit
- 9. September: Die DDR genehmigt Rentnern Verwandtenbesuche in der BRD und in West-Berlin
- 1. Oktober: Afghanistan. Die neue demokratische Verfassung tritt in Kraft
- 14. Oktober: Nikita Chrustschow wird vom Plenum des ZK aus seinen Ämtern entlassen. Als Regierungschef folgt ihm Alexej Kossygin, als Parteichef Leonid Breschnjew
- 15. Oktober: Die Labour Party gewinnt die Wahlen im britischen Unterhaus, Premierminister wird Harold Wilson (siehe unten)
- 16. Oktober: Die Volksrepublik China unternimmt den ersten unterirdischen Atombombenversuch
- 16. Oktober: In Großbritannien wird Harold Wilson neuer Regierungschef
- 26. Oktober: Jordanien schließt als zweites arabisches Land einen Friedensvertrag mit Israel ab
- 2. November: Nachdem der Ministerrat König Saud ibn Abd al-Aziz das Vertrauen entzogen hatte, wird dessen Bruder Faisal ibn Abd al-Aziz („König Faisal“) neuer König von Saudi-Arabien
- 2. November: Eine Passierscheinregelung ermöglicht Rentnern aus der DDR den Besuch von Verwandten in Westdeutschland
- 3. November: Eduardo Frei Montalva wird neuer Staatspräsident von Chile
- 20. November: Eisaku Sato wird neuer Regierungschef in Japan
- 1. Dezember: Die DDR setzt Zwangsumtausch für Besucher aus dem Westen fest
- 12. Dezember: Kenia wird Republik. Erster Staatspräsident wird Jomo Kenyatta. Er ist gleichzeitig Regierungschef und Oberbefehlshaber der Streitkräfte
- 28. Dezember: Giuseppe Saragat wird neuer Staatspräsident von Italien
Technik und Wirtschaft
- 7. April: IBM stellt das System /360 vor
- 1. Oktober: Der Shinkansen als 1. Hochgeschwindigkeitszug wird in Japan zwischen Ōsaka und Tokio in Betrieb genommen
- 21. November: In New York wird die Verrazano-Narrows-Brücke, die längste Hängebrücke der Welt, eröffnet
- John George Kemeny und Thomas Eugene Kurtz entwickeln die Programmiersprache BASIC
- Eröffnung der World's Fair in New York
Kultur
- 25. April: Die „Kleine Meerjungfrau“, ein Wahrzeichen von Kopenhagen, ist kopflos. Unbekannte haben der Figur des Bildhauers Edvard Eriksen den Kopf abgesägt
- 24. Juli: Uraufführung der Oper Don Rodrigo von Alberto Ginastera am Teatro Colón in Buenos Aires
- 17. September: Uraufführung der Oper Der Zerrissene von Gottfried von Einem an der Hamburgischen Staatsoper
- 30. November: Uraufführung der komischen Oper Das Ende einer Welt von Hans Werner Henze in Frankfurt am Main
- Sergio Leone dreht Für eine Handvoll Dollar
- Jean-Paul Sartre lehnt den Nobelpreis ab
- Erstmalige Vergabe der Goldenen Leinwand
Katastrophen
- 10. Februar: Der Zerstörer Voyager sinkt etwa 100 Seemeilen südlich von Sydney nach einer Kollision mit dem Flugzeugträger Melbourne (beide Australien). 82 Tote unter der 232 Mann starken Besatzung des Zerstörers
- 29. Februar: Eine Maschine der britischen Fluggesellschaft British Eagle stürzte am Glungezer in der Nähe von Innsbruck ab. Alle 83 Personen, die an Bord der Bristol Britannia waren kamen ums Leben. Das Flugzeug befand sich im Landeanflug nach Innsbruck
- 1. März: Lake Tahoe, Kalifornien, USA. Absturz einer Lockheed Constellation der Paradise Airlines
- 14. April: Im Montageraum, in dem der Orbiting Solar Observatory Satellit auf die Trägerrakete gesetzt wird, zündet durch einen technischen Defekt die dritte Raketenstufe. Es gibt 8 Verletzte und 3 Tote
- 7. Mai: Nähe Oakland, Kalifornien, USA. Eine Turboprop Fairchild F-27 der Pacific Air Lines stürzte ab, nachdem ein Selbstmörder erst die Piloten und dann sich selbst erschoss. Alle 44 Insassen auf dem Flugfeld nach einem abgebrochenen Start. 49 Menschen starben
- 7. Mai: Bei einer Vorführung von Postraketen von Gerhard Zucker auf dem Hasselkopf südlich von Braunlage kommt es zu einer Explosion, bei der drei Menschen getötet werden
- 11. Juni: Deutschland. Ein Amokläufer tötet 8 Kinder und zwei Lehrerinnen, danach sich selbst, in einer Grundschule in Volkhoven bei Köln
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1. Januar: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft verliert gegen Algerien mit 0:2
- 29. Januar bis 9. Februar: IX. Olympische Winterspiele in Innsbruck, Österreich
- 2. Mai Erstbesteigung des Shisha Pangma, des dreizehnthöchsten Berges der Erde durch eine chinesische Großexpedition
- 10. bis 24. Oktober: XVIII. Olympische Sommerspiele in Tokio, Japan
- Der aus Augsburg zum AC Bologna gewechselte Fußballstar Helmut Haller wird in Italien als erster Ausländer zum „Fußballer des Jahres“ gewählt
- 1. Januar: Ron Sexsmith, kanadischer Songpoet
- 2. Januar: Christian Welp, deutscher Basketballspieler
- 3. Januar: Bruce LaBruce, kanadischer Autor, Filmemacher und Fotograf
- 3. Januar: Leonard, Schweizer Schlagersänger und Moderator
- 3. Januar: Cheryl Miller, US-amerikanische Basketballspielerin
- 4. Januar: Alexander Fadejew, russischer Eiskunstläufer
- 6. Januar: Henry Maske, deutscher Boxsportler
- 7. Januar: Nicolas Cage, US-amerikanischer Schauspieler
- 10. Januar: Frauke Ludowig, Dt. Fernsehmoderatorin
- 12. Januar: Jeff Bezos, Gründer und Präsident des US-amerikanischen Unternehmens Amazon
- 13. Januar: Gloria Siebert, deutsche Leichtathletin und Olympionikin
- 13. Januar: | | |