Thuburbo Minus ist eine Stadt des römischen Altertums in der nordafrikanischen Provinz Africa Proconsularis. Der Ort heißt heute Tebourba, hat rund 2.500 Einwohner und liegt in Tunesien am linken Ufer des Medjerda (lateinisch Bagradas), westlich von Tunis.
Thuburbo minus wird in der "Tabula Peutingeriana", einer Karte des römischen Straßennetzes, erwähnt. Wegen ihrer Hügellage bedeckt die heutige Stadt nur einen Teil der römischen Bebauung. Sie wurde im 15. Jahrhundert von andalusischenMauren wiederaufgebaut. Das die Zeiten überdauernde römische Amphitheater wurde erst für einen Brückenbau am Ende des 17. Jahrhunderts zerstört.
In Thuburbo minus wurden die berühmten christlichen Märtyrerinnen Perpetua und Felicitas mit ihren Mitgefangenen vor ihrem Tod in der Arena von Karthago (202 oder 203) in Haft gehalten. Die Stadt war Bischofssitz. Es gab zwei Bischöfe, von denen wir wissen:
- Victor, Teilnehmer bei der Kirchenkonferenz von Karthago (411), wo er Konkurrent des Donatisten Maximinus war und
- Germanus, der (646) den Brief der Bischöfe des Prokonsulats an den Patriarchen Paul von Konstantinopel gegen den Monotheletismus unterschrieb.
Die katholische Kirche führt ein Titularbistum gleichen Namens.
Kategorie:Geschichte TunesiensKategorie:Bistum (römisch-katholisch)Kategorie:Römische Stadt
LibyenHauptartikel: Geographie Tunesiens
Tunesien ist das nördlichste Land Afrikas, nur 140 Kilometer von Sizilien entfernt, und erstreckt sich zwischen dem Mittelmeer und der Sahara, zwischen 37° 20’ und 30° 10’ nördlicher Breite sowie zwischen 7° 30’ und 12° östlicher Länge. Es ist Bestandteil des Maghreb und mit einer Größe von 163.610 km² weniger als halb so groß wie Deutschland. Die größte Nord-Süd-Ausdehnung zwischen Cap Blanc und der Grenzstation Bordj el Khadra beträgt rund 897 km, die größte Ost-West-Ausdehnung zwischen der Insel Djerba und Nefta etwa 330 km.
Tunesien hat eine ungefähr 1.300 km lange Küstenlinie am Mittelmeer.
Der Nordwesten Tunesiens wird vom Tell-Atlas bestimmt. Parallel zur Nordküste verlaufen von der algerischen Grenze bis zur Bucht von Bizerte die Gebirgszüge der Kroumirie. Daran schließt sich nordöstlich das Mogod-Bergland an, welches im Cap Blanc ins Meer abbricht. Sie sind mit ihrer Höhe von 700-800 m (Kroumirie) und 300-400 m (Mogod) mit bewaldeten Mittelgebirgen vergleichbar. Auf der dem Wind abgewandten Seite des Gebirges schließt sich das Talbecken des Medjerda an, dessen Unterlauf zur wichtigsten Agrarzone des Landes gehört.
Die Bergrücken der Dorsale verlaufen von Nordost (Cap Bon) nach Südwest (Djebel Chambi, 1.544 m) in einer Länge von 220 km und bilden die Klimascheide zwischen dem mediterranen Norden und dem trockenen Steppenklima Mitteltunesiens.
Östlich der Dorsale entlang der Mittelmeerküste zwischen Hammamet und Skhira, Sousse und Sfax umschließend, liegt der Sahel (arab. für Ufer) genannte Küstenstreifen, der durch regenbringende Ostwinde sehr fruchtbar ist und unter anderem große Olivenbaumkulturen ermöglicht. Diese Kulturlandschaft wird seit der Antike intensiv genutzt.
Südlich der Dorsale schließt sich die Schottsenke (Chott el Djerid, Salzsee) an, die noch weiter südlich in die Wüste Sahara mit dem Großen Östlichen Erg übergeht.
Entlang des Mittelmeeres, etwa von Gafsa im Westen bis zur libyschen Grenze erstreckt sich die Djeffara-Ebene, welche durch das bis zu 600 m hohe Dahar-Bergland vom Erg getrennt ist.
Klima, Flora und Fauna
Dahar
In Tunesien stoßen mediterranes und arides Klima aufeinander. Die Niederschläge nehmen von Nord nach Süd ab und von West nach Ost leicht zu. Es lassen sich unterscheiden:
- der winterfeucht-sommertrockene Norden
- die vom wechselhaften Klima bestimmte zentraltunesische Steppenregion mit heißen Sommern, kalten Wintern und abnehmenden Niederschlägen
- die vom Meer beeinflusste Mittelmeerküste mit ausgeglichenerem Klima
- das Wüstenklima südlich der Schotts
Niederschläge fallen fast nur in den Wintermonaten und werden meistens von Tiefausläufern des weiter nördlich gelegenen Westwinddrifts herangeführt. Im Sommer liegt das gesamte Land im Bereich der subtropischen Hochdruckzone, welche die Tiefdruckgebiete der Westwinddrift um das Mittelmeer herumleitet.
Jedoch kann es in Ausnahmefällen auch im Sommer zu heftigen Regenfällen kommen, die vorher ausgetrocknete Oueds (Wadi) in reißende Ströme verwandeln.
Mit zunehmender Entfernung vom Mittelmeer weicht sein ausgleichender Einfluss einem kontinentalen Klima. Die extremsten Unterschiede werden in der Sahara mit sommerlichen Temperaturen von 50° C und Bodenfrösten im Winter erreicht.
Unerträgliche Hitze kann der in Tunesien Chehili genannte Saharawind Scirocco bringen.
Während im Norden die jährliche Niederschlagsmenge noch über 400 mm liegt und damit für einen erfolgreichen Regenfeldbau ausreicht, ist im Süden die Verdunstung stärker als die Niederschlagsmenge.
Bevölkerung
Der Islam ist in Tunesien Staatsreligion, etwa 98 % der Bevölkerung sind sunnitischeMuslime.
Die größte ethnische Minderheit stellen die Berber dar, deren Anteil jedoch nur mit 0,97 % angegeben wird, da die Berber weitestgehend als arabisiert und angepasst gelten.
Es existieren kleine Minderheiten von Europäern im Norden des Landes, vor allem in der Umgebung von Tunis. In den letzten Jahren kamen weitere
Einwanderer aus Afrika, die sich überwiegend im Süden des Landes ansiedelten und dort größtenteils in der Landwirtschaft arbeiten.
Die wenigen Christen sind meist europäischer Abstammung. Auf Djerba leben noch einige muslimische Kharidjiten sowie knapp 1.000 Juden.
Auf der Halbinsel Djerba steht seit wahrscheinlich über 1.000 Jahren die Synagoge "La Ghriba". "La Ghriba" heißt übersetzt so viel wie "Die Bizarre". Der Legende nach ist sie eine der ältesten Synagogen des Judentums. Jedes Jahr, am 33. Tag nach dem Pessach-Fest (zeitgleich mit dem westkirchlichen Ostertermin), findet hier die größte jüdische Wallfahrt Nordafrikas statt. Zu dieser Wallfahrt werden Gläubige aus der ganzen Welt erwartet.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Tunesiens
Tunesien wurde im 1. Jahrtausend v. Chr. von Berbern bewohnt, bevor die Phönizier Handelskolonien an der Küste gründeten. Zur bedeutendsten Kolonie stieg bald Karthago auf, das im 5. Jahrhundert v. Chr. das westliche Mittelmeer beherrschte. In den Punischen Kriegen wurde es aber von Rom besiegt und zerstört. Mit dem Niedergang des Römischen Reiches wurde Tunesien Teil des Vandalenreichs, das aber im 6. Jahrhundert von Byzanz erobert wurde.
Nach der Unterwerfung des Landes durch die Muslime im 7. Jahrhundert wurde Ifriqiya, das heutige Tunesien, Reichszentrum der Aghlabiden, Fatimiden und Hafsiden.
Während des 16. Jahrhunderts versuchte Spanien die Herrschaft über Tunesien zu erringen, wurde aber von den Osmanen und den mit ihnen verbündeten Korsaren vertrieben. Unter der osmanischen Oberherrschaft kamen 1705 die Husainiden an die Macht. Auch wenn diese wieder politische Stabilität und wirtschaftliche Entwicklung ermöglichten, wurde Tunesien 1881 dennoch ein ProtektoratFrankreichs. Nachdem das Land während des Zweiten Weltkrieges Schauplatz heftiger Kämpfe geworden war, erlangte es 1956 seine Unabhängigkeit und wurde am 25. Juli 1957 zur Republik erklärt. (siehe auch die Liste der französischen Ministerresidenten, Generalresidenten und Hochkommissare)
Tunesien ist heute neben dem Libanon eines der am stärksten westlich geprägten arabischen Länder.
Staatsgründer Habib Bourguiba wurde von den Franzosen nach jahrelanger Haft entlassen und führte das Land 1956 in die offizielle Unabhängigkeit. Nach dem Zwischenfall von Bizerte zogen 1961 auch die letzten französischen Truppen ab und Tunesien wurde in die Selbstverwaltung entlassen.
Habib Bourguiba entpuppte sich als westlich geprägter Visionär und führte mit der Staatsgründung sogleich das Frauenwahlrecht ein – als erstes arabisches Land überhaupt. Er forderte eine strikte Trennung zwischen Staat und Religion, trennte die Gesetzgebung weitestgehend von der Scharia ab und übernahm bewusst große Teile der französischen Staats- und Verwaltungsstrukturen. So ist erst seit wenigen Jahren das Arabische die Hauptsprache bei allen Verwaltungsangelegenheiten – neben der französischen Sprache. Sowohl unter Bourguiba als auch unter Ben Ali wurden mehrere Programme erwirkt, um die Beschäftigungsquote bei Frauen auf europäisches Niveau zu steigern (derzeit: 33 %), um die gesellschaftliche Gleichstellung stärker voranzutreiben.
Das Land schloss zudem mit der Europäischen Union ein Assoziationsabkommen ab, das 2008 in Kraft treten wird und eine Sicherung von Grundrechten für die gesamte Bevölkerung voraussetzt.
Politik
Tunesien ist eine Republik, die durch eine einzige politische Partei beherrscht wird.
Die einzige an der Regierung beteiligte Partei war 25 Jahre lang auch die einzige zugelassene Partei. Sie beherrscht noch heute das politische Leben.
Der Präsident wird auf fünf Jahre gewählt. Regionale Gouverneure und lokale Verwalter werden ebenfalls durch die Zentralregierung ernannt; beratende Bürgermeister und städtische Räte werden gewählt.
Die Justizgewalt ist unabhängig, reagiert aber auf Empfehlungen der Exekutive, besonders in politischen Fällen.
Tunesien verfügt nur über ein schwaches Militärwesen, das überwiegend mit der Überwachung der Grenzen des Landes betraut ist. Als Absicherung des Landes gilt ein Abkommen mit Frankreich, Tunesien in einem Angriffsfall zu verteidigen. Diese Verfahrensweise entstand aus der Einschätzung, dass Tunesiens Hauptbedrohung im Inland liegt.
Tunesien verfügt über ein sehr gut ausgebautes Netz aus regionalen Polizeibehörden, Bundespolizeibehörden und polizeilichen Sondereinheiten, die direkt dem Innenministerium unterstellt sind.
Tunesiens offene, europäisch orientierte Politik und die auf Tourismus fixierte Wirtschaft sind vielen Islamisten ein Dorn im Auge und bereits Ziel von mindestens einem islamistischen Anschlag gewesen.
Es gibt verschiedene beratende Körperschaften: Staatsrat, Sozial- und Wirtschaftsrat, Konstitutionsrat und den höheren islamischen Rat.
Menschenrechte
Die Meinungsfreiheit in Tunesien gilt als eingeschränkt. Am Fall von Zouhair Yahyaoui wird deutlich, dass bereits Kritik am Präsidenten im Internet zu langen Haftstrafen führen kann. Tunesien hat ein ausgereiftes System für Internetzensur aufgebaut.
Tunesien ist ein Schwellenland mit einer Spitzenposition in Afrika und im Maghreb. Durch das Assoziationsabkommen mit der EU will Tunesien in den Kreis der Industrienationen aufsteigen.
Tunesien ist ein beliebtes Ziel für europäische Touristen, welche in den Küstenorten wie Hammamet, Sousse und Port El-Kantaoui Erholung suchen, die Wüste Sahara im Süden erkunden wollen oder archäologische Fundstellen wie Karthago, nicht weit von der im Norden des Landes gelegenen Hauptstadt Tunis, besichtigen wollen.
Tunesiens Hauptdevisenbringer sind die verarbeitende Industrie und der Fremdenverkehr (jährlich rund 4 Mio. Auslandsgäste). Letzterer konzentriert sich vor allem auf die Küstenregionen. Bedeutende Touristenorte sind die Regionen um den Golf von Hammamet (Hammamet, Nabeul, Sousse, Port El Kantaoui und Monastir) sowie die Insel Djerba.
Etwa 50 % der Landesfläche werden für intensive Landwirtschaft genutzt.
Im fruchtbaren Norden wird vor allem Obst, Gemüse und Getreide angebaut, in Zentraltunesien Datteln und Oliven. Bedeutend ist auch der Weinbau. Tunesien ist außerdem reich an Bodenschätzen wie Erdöl und Phosphaten, die ebenfalls exportiert werden.
Der Süden des Landes mündet in die Wüste Sahara und ist deshalb nach Süden immer weniger bewohnt und wirtschaftlich nutzbar.
Kultur
Tunesien ist bekannt für die große Zahl der erhaltenen römischen Mosaiken. Die bedeutendsten archäologischen Fundstücke werden im Museum Le Bardo aufbewahrt.
In Tunesien befindet sich El Jem, das besterhaltenste römische Amphitheater. Es hat ein Fassungsvermögen von 45.000 Zuschauern und wird noch heute für Konzerte genutzt.
Da Tunesien über die Jahrhunderte mehrere Einwanderungswellen aus Arabien, Spanien, Frankreich, Türkei, Westafrika, den Berber-Reichen und sogar aus Skandinavien erlebte, unterscheiden sich die Tunesier in ihrem Aussehen und Kulturleben etwas von anderen arabischen Kulturnationen, wie z. B. Saudi-Arabien, Jemen oder Libyen.
Dies äußert sich im Stadtbild (z. B. Place de Barcelone in Tunis oder besonders das andalusische Viertel Sidi Bou Said, Straßenbeschilderungen und Geschäftsschilder sind meistens auf französisch), in der Töpferei- und Keramikkunst (z. B. in Nabeul), zahlreichen Bauten verschiedenster Epochen (z. B. das Fort im Golf von Hammamet), der tunesischen Küche (z. B. Baguette, Frommage, Croissant sowie einigen Berbergerichten und dem beliebten "Makkarona" aus Italien).
Tunesien ist besonders bekannt für:
- Fußball (Sieger im Afrika-Cup 2004, WM-Teilnehmer 2006, Zoubaier Baya)
- Handball (Austragungsort der WM 2005)
- Die Tunesien-Rallye "21. El Chott" vom 29.10-12.11.2005 [http://www.offroad-pro.de Veranstalter ]
- Im Sommer findet in der Nähe von Hammamet auch immer ein Schnellboot-Rennen statt.
Die Tabula Peutingeriana, auch Peutingersche Tafel, ist eine Karte, die das Straßennetz (Römerstraße) im spätrömischen Weltreich von den britischen Inseln über den Mittelmeerraum und den nahen Osten bis nach Indien mit dem Ganges, der Insel Sri Lanka (Insula Trapobane) im Indischen Ozean und China wiedergibt.
Geschichte
Eine Vorlage für die Tabula Peutingeriana könnte die Weltkarte von Marcus Vipsanius Agrippa (64 v. Chr. - 12 n. Chr.), einem engen Freund des römischen Kaisers Augustus, gewesen sein. Nach seinem Tod war diese Karte in den Grabstein eingemeißelt worden, welcher sich im Porticus Vipsaniae, nicht weit von Friedensaltar, an der Via Flaminia befindet.
Das einzige heute erhaltene Exemplar dieser ursprünglich römischen Weltkarte aus dem 4. Jhdt. n. Chr. ist eine mittelalterlicheKopie aus dem 13. Jahrhundert. Es ist das Werk eines anonymen Kopisten aus Colmar, der damit um 1265 eine ältere Vorlage reproduzierte. Die Originalkarte muss nach 328 angefertigt worden sein, da sie die Stadt Konstantinopel zeigt, welche in diesem Jahr gegründet worden war. Jedoch war sie nicht auf dem damals aktuellen Stand, da auch die Stadt Pompeji zu sehen ist, die nach dem Ausbruch des Vesuv 79 nicht wieder aufgebaut worden war. Andererseits sind einige Orte in der Provinz Germania Inferior eingezeichnet, welche im 5. Jahrhundert zerstört worden waren.
Der Wiener Humanist Conrad Celtis (andere Schreibweise: Konrad Bickel) (1459-1508) fand sie in einer Bibliothek und übergab 1507 sie seinem Freund dem Augsburger Ratsherren Konrad Peutinger (1465-1547). Peutinger hatte vor, diese Karte zu veröffentlichen, doch er verstarb bevor er diese Aufgabe zu Ende führen konnte. Da sie erstmals nach seinem Tode publiziert wurde, benannte man sie nach ihm. 1591 wurde die Karte im belgischen Anvers im bekannten Verlagshaus von Johannes Moretus unter dem Namen "fragmenta tabulae antiquae" gedruckt.
Im weiteren Verlauf wechselte die Karte mehrmals den Besitzer, bis sie im Auftrag von Prinz Eugen von Savoyen 1717 von einem Leipziger Antiquariat gekauft wurde. Nach seinem Tode 1736 ging sie in den Besitz der kaiserlichen Hofbibliothek über und liegt deshalb heute in der österreichischen Nationalbibliothek in Wien.
Kartenaufbau
Ursprünglich wurde diese Kopie aufgerollt und hatte eine Breite von 34 cm und eine Länge von 6,75 m. Sie bestand wahrscheinlich aus zwölf zusammengesetzten Pergamentstücken. 1863 wurde die noch erhaltenen elf Teile zerlegt, damit die Karte nicht durch das Aufrollen weiter strapaziert wird.
Das erste Blatt zeigt die Britischen Inseln, die Niederlande, Belgien, einen Teil Frankreichs und den Westen Marokkos. Die Tatsache, dass die Iberische Halbinsel auf keinem der Blätter vorhanden ist, lässt vermuten, dass es ein zwölftes, heute verlorenes Blatt gegeben hat, welches die Gebiete Spaniens und Portugals sowie einen Teil Westenglands gezeigt hat.
Karteninhalt
Die Karte ist von großer Bedeutung, da auf ihr zahlreiche Ortschaften eingezeichnet sind und sie so die Besiedlung und die Verkehrsachsen zu dieser Zeit sehr gut wiedergibt. Sie zeigt über 200.000 Kilometer Straßen, aber auch Ortschaften, Meere, Flüsse, Waldgebiete und Gebirge. Aufgrund ihres Formats können Entfernungen und Landschaften nicht realistisch wiedergegeben werden, was allerdings auch nicht die Absicht des Erstellers. Die Tabula muss vielmehr als stilisierte Karte gesehen werden, ähnlich den heutigen Nahverkehrsplänen wie zum Beispiel städtischen S-Bahn-Plänen. Sie dient einzig der Übersicht über das vorhandene Straßennetz und dazu, Entfernungen zwischen zwei Orten zu kennen.
Etwa 555 Städte und Dörfer sowie 3500 weitere geografische Objekte wie zum Beispiel Leuchttürme und wichtige Heiligtümer sind eingezeichnet und häufig auch mit kleinen Abbildungen versehen. Städte sind durch zwei Häuser gekennzeichnet, große Metropolen wie Rom, Konstantinopel und Antiochia sind mit einem Medaillon versehen. Die Entfernungsangaben sind mehr oder weniger genau in unterschiedlichen Einheiten angegeben.
- Iteneraria Romana: Römische Reisewege an der Hand der Tabula Peutingeriana dargestellt von Konrad Miller, Stuttgart 1941.
Weblinks
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/Chronologia/Lspost03/Tabula/tab_intr.html Bibliotheca Augustana: Tabula Peutingeriana]
Kategorie:Historische Karte
Andalusien ist in 8 Provinzen unterteilt:
- Sevilla - Granada - Córdoba - Cádiz - Málaga - Huelva - Jaén - Almería
Außer den gleichnamigen Provinzhauptstädten sind weitere bekannte Städte Jerez de la Frontera und Ronda.
Im Jahr 2001 hatte die Region 9 Mio. Einwohner, dabei sind das Tal des Guadalquivir und der Küstenstreifen südlich der Sierra Nevada am dichtesten bevölkert.
Herkunft des Namens
Zur Herkunft des Namens Andalusien, spanischAndalucía, der aus der von den zu Beginn des 8. Jahrhunderts einwandernden Mauren benutzten Bezeichnung Al-Andalus (الأندلس) hervorging, gibt es verschiedene Deutungen.
Eine populäre, aber unter Historikern heute kaum mehr vertretene Ansicht führt das arabische Al-Andalus auf den Namen der Vandalen zurück, die im Zuge der Völkerwanderung im 5. Jahrhundert Zwischenstation im Süden der iberischen Halbinsel machten.
Eine andere Theorie leitet Al-Andalus von landa-hlauts – gesprochen landalos – ab, dem Namen, den die Westgoten der früheren römischen Provinz (Hispania) Baetica gegeben hatten. Schließlich gibt es die Herleitung vom arabischen al-an'dallus, das sich als ein Garten übersetzen lässt und angesichts der im Verhältnis zu Nordafrika weit fruchtbareren iberischen Halbinsel als naheliegende Namensgebung erscheint.
Sprache
Es wird Andalusisch, ein SpanischerDialekt gesprochen, welcher für jemanden mit wenig Sprachkenntnissen fast unverständlich ist, aber auch Spanier aus anderen Regionen haben Schwierigkeiten, den Dialekt zu verstehen. Es ist ein Dialekt, der die Umgangssprache Lateinamerikas stark beeinflusst hat. Besonders berühmt geworden ist die Region durch ihre Musik, den Flamenco.
Obwohl für viele Andalusier Andalusisch eine Sprache ist, ist diese von der Autonomen Regierung Andalusiens nicht annerkannt worden.
Geschichte
Der lateinische Name Andalusiens lautete Hispania Baetica, benannt nach dem Großen Fluss Baetis (auch: Betis), dem die Araber später seinen bis heute bestehenden Namen Guadalquivir gaben.
Zu Zeiten der römischen Herrschaft in Hispanien lernten die Andalusier schnell die lateinische Sprache und vertrugen sich recht gut mit den römischen Legionären. Diese überwinterten mit Vorliebe in diesem wärmsten Teil der Iberischen Halbinsel. In der fruchtbaren Ebene des Guadalquivir wurden schließlich zahlreiche römische Niederlassungen gegründet, aus denen sich später große Städte nach römischem Vorbild entwickelten. So wurde Andalusien zu einer urbanen Region, und viele Bewohner dieses Landstriches erhielten sogar die römische Staatsbürgerschaft. Außerdem richteten die Römer Schifffahrtswege über Flüsse und Meereshäfen ein und bauten Landstraßen, um Gemüse und Obst von hier nach Italien und in andere Provinzen zu bringen. Auch das Christentum fasste hier im 4. Jahrhundert Fuss.
Provinz]
In der Spätantike, als das Weströmische Reich Auflösungserscheinungen zeigte, fielen zu Beginn des 5. Jahrhunderts Vandalen und andere germanische Stämme in Hispanien ein. Nach der Mitte des 5. Jahrhunderts eroberten die Westgoten Hispanien und begründeten ein eigenes Reich mit der Hauptstadt Toledo. Im 6. Jahrhunderts wurden Teile Andalusiens von den Byzantinern besetzt, die sich jedoch zu Beginn des 7. Jahrhunderts zurückziehen mussten. 711 überschritten die Araber die Meerenge und eroberten binnen weniger Jahre den Großteil des Westgotenreichs (siehe auch Islamische Expansion).
Andalusien stand von allen spanischen Regionen am längsten unter arabischer Herrschaft. Ihre Blüte erreichte diese unter dem Emirat von Córdoba, dem Kalifat von Córdoba sowie den Nasriden in Granada. Die Einflüsse der Muslime sind auch heute noch vor allem in der Architektur zu sehen: die Alhambra in Granada, die Mezquita in Córdoba, die Giralda in Sevilla. Die Herrschaft der Mauren in Spanien wurde durch die Reconquista1492 in Granada beendet (vergleiche auch: Geschichte Spaniens).
Literatur
- André Clot: Das maurische Spanien - 800 Jahre islamische Hochkultur in Al Andalus
- [http://www.juntadeandalucia.es Website der Regierung von Andalusien (Junta de Andalucía) (spanisch)]
- [http://www.andaluciajunta.es www.andaluciajunta.es - Webportal für Andalusien]
- [http://www.costadelaluz-aktuell.com Costa de la Luz (deutsch)]
- [http://www.andavida.com Informationen über Andalusien]
- [http://www.guiadeayuntamientos.info www.guiadeayuntamientos.info] spanischsprachige Website mit Informationen über sämtliche spanische Gemeinden
Kategorie:Spanische autonome GemeinschaftKategorie:Historische LandschaftKategorie:Historisches Territoriumja:アンダルシア州
Mauren
Die Mauren (abgel. v. der röm. Provinz Mauretanien bzw. dem Königreich Mauretanien) waren ein muslimisches nomadisierendesBerbervolk, das im 7. JahrhundertNordafrikaislamisierte.
islam]]
711 drangen Mauren in das christliche Spanien der Westgoten ein. Unter ihrem Anführer Tāriq ibn Ziyād brachten sie den größten Teil Spaniens in einem achtjährigen Feldzug unter islamische Herrschaft. Beim Versuch einer Pyrenäenüberquerung wurden sie vom Frankenherrscher Karl Martell bei der Schlacht von Tours und Poitiers732 zurückgeschlagen, konnten dennoch aber noch lange in Südfrankreich (bis ins 10. Jahrhundert) operieren.
732]]
Die Mauren herrschten mehrere Jahrzehnte in Spanien bis auf eine kleine Episode im Nordwesten sowie in Nordafrika. 750 wurde der maurische Staat durch einen Bürgerkrieg erschüttert. Das Land zerbrach dann in zahlreiche islamische Lehen unter dem Kalifat von Córdoba. Indessen dehnten die christlichen Reiche im Norden und Westen allmählich ihre Macht über Spanien aus. So wurden in den folgenden Jahrhunderten Galicien, León, Navarra, Aragón, Katalonien, und schließlich Kastilien wieder christlich. Diese Periode ist bekannt für die gegenseitige Toleranz und Akzeptanz, die Christen, Juden und Muslime einander entgegenbrachten. 1031 brach jedoch das Kalifat von Córdoba zusammen und es bildeten sich die Taifa-Königreiche, welche aber bald unter die Herrschaft nordafrikanischer Mauren kamen (siehe: Almoraviden und Almohaden).
1212 vertrieb ein Bündnis christlicher Könige unter Führung Alfons VIII. von Kastilien die Muslime aus Zentralspanien. Dennoch gedieh das maurische Königreich von Granada unter den Nasriden weitere drei Jahrhunderte. Dieses Königreich wurde später bekannt für architektonische Meisterleistungen wie die Alhambra. Am 2. Januar1492 wurde der Führer der letzten muslimischen Hochburg von den Truppen des gerade vereinigten christlichen Spaniens besiegt. Die verbliebenen Muslime und auch die spanischen Juden, die Sephardim, mussten im Zuge dieser Reconquista Spanien verlassen oder zum Christentum konvertieren. Die Nachkommen der konvertierten Muslime wurden Morisken/Moriscos genannt. Sie bildeten einen wichtigen Anteil der bäuerlichen Bevölkerung, z.B. in Aragón, Valencia oder Andalusien bis ins 17. Jahrhundert.
Das spätere Mittelalter, insbesondere seit der Zeit der Kreuzzüge, nannte die Mauren vornehmlich Sarazenen.
- Burchard Brentjes: Die Mauren. Der Islam in Nordafrika und Spanien (642-1800), Wien 1989. ISBN 3-7008-0381-8
- Michael Brett, Werner Forman: Die Mauren. Islamische Kultur in Nordafrika und Spanien, Luzern 1986. ISBN 3-7611-0684-X
- Andre Clot: Das maurische Spanien. 800 Jahre islamische Hochkultur in Al Andalus. 327 S. m. 21 Abb., 2004, Patmos ISBN 3-491-96116-5
Ein Amphitheater (griech.: amphi = beide, doppelt) ist ein Rundtheaterbau ohne Dach. Um eine rund oder oval angelegte Arena steigen stufenweise Sitzreihen an. Der gesamte Bau war von hohen Außenmauern umgeben oder in der Erde vertieft.
Amphitheater entstanden nach der älteren Forschungsansicht durch die Zusammensetzung zweier halbkreisförmiger Theater, daher auch der Name.
Inzwischen geht man davon aus, dass das Amphitheater als Aufführungsstätte von Gladiatorenkämpfen eine vom Theater unabhängige bauliche Entwicklung nahm. Nur in der Konstruktion des Zuschauerraums (cavea) bestehen deutliche Anleihen beim antiken Theaterbau.
Funktion: Brot und Spiele
Die Amphitheater waren im Römischen Reich Schauplatz für Gladiatoren- und Tierkämpfe (munera et venationes), aber auch für große Theateraufführungen und sportliche Wettkämpfe. Mit ihnen wurde nach dem Motto "Brot und Spiele" das Volk bei Laune gehalten. Amphitheater hatten öfters eine ausgeklügelte Bühnentechnik, mit der man Aufbauten im Untergrund verschwinden lassen konnte oder waren sogar komplett mit Wasser füllbar.
Bei den meisten Amphitheatern konnte man mit komplizierten Sonnensegeln (vela oder velaria) den Zuschauerraum überdachen.
Zur Zeit Gaius Iulius Caesars wurden Amphitheater in Rom noch aus Holz gebaut und nach den Wettkämpfen wieder abgerissen.
Um ca. 27 n. Chr. stürzte solch eine Tribüne aber in Fidenae (östlich von Rom) ein, wobei etwa 50.000 Menschen ums Leben kamen.
Dies führte dazu, dass zukünftig Tribünen nur noch auf festem Untergrund gebaut werden durften,
bis man schließlich zum Amphitheater überging.
In Campanien gab es jedoch bereits in der späten Republik Amphitheater aus Stein. In Pompeji wurde das älteste dieser Art (um 70 v. Chr.) gefunden.
Zuschauer
Die Zuschauer schlossen hohe Wetten auf ihre Stars ab und engagierten sich für sie sehr .Dadurch kam es oft zu Rivalitäten und
Auseinandersetzungen.Bei Ausschreitungen verhängten die Sponsoren Platzsperren
- Augusta Hönle, Anton Henze: Römische Amphitheater und Stadien: Gladiatorenkämpfe und Circusspiele. Atlantis-Verl., Zürich [u.a.] 1981. ISBN 3-7611-0627-0
- David Lee Bomgardner: The story of the Roman amphitheatre. Routledge, London [u.a.] 2000. ISBN 0-415-16593-8
- Katherine E. Welch: The Roman amphitheatre: from its origins to the Colosseum. Cambridge University Press, Cambridge 2003. ISBN 0-521-80944-4
Weblinks
- [http://keplerweb.oeh.uni-linz.ac.at/Tea_Al/home/spezialgebiet.htm Theater & Zirkusspiele im alten Rom]
- Kategorie:Römische Architektur
Märtyrer
Märtyrer (v. griech.martys – Zeuge; martyrion – Zeugnis) sind Angehörige von Religionen, die um des Bekenntnisses ihres Glaubens willen unschuldig und nicht im Zusammenhang eigener Gewaltausübung oder Kriegführung Misshandlungen oder den Tod erdulden.
Im weiteren Sinn werden auch Menschen als Märtyrer bezeichnet, die um einer nicht notwendigerweise religiösen Idee wegen, etwa einer (gesellschaftlich unterdrückten oder umstrittenen) politischen Überzeugung willen, einen in der Regel gewaltsamen Tod durch ihre Gegner erleiden.
Die Wortbedeutung vermischt sich seit Wiedererstarken des militärisch aktiven Islam im 20. Jahrhundert mit der Übersetzung des islamischen Begriffes „Schahid“ (wörtlich „Zeuge“), eines Gefallenen im militärischen Glaubenskampf (Dschihad), als „Märtyrer“.
Das Wort Blutzeuge ist eine Übersetzung von Philipp von Zesen für das Wort Märtyrer. Es wurde insbesondere auch von den Nationalsozialisten verwendet; so wurde z.B. alljährlich am 9. November deutschlandweit der "Blutzeugen der Bewegung" gedacht, die anderen am Hitlerputsch von 1923 beteiligten Nazis erhielten den "Blutorden". Der Blutzeugenkult der NSDAP bestimmte auch das Datum für die Pogrome vom 9. November 1938, bei denen mehr als 400 jüdische Deutsche ermordet und 1400 Synagogen verbrannt wurden.
Der fest geprägte Begriff Märtyrer begegnet das erste mal im Bericht vom Martyrium des Polykarp von Smyrna aus dem dritten Viertel des 2. Jahrhunderts n. Chr. Die genaue Entstehung diese fest geprägten Terminus ist noch nicht geklärt.
Als sicher gilt, dass in den Schriften des Neuen Testamentsmartys immer den Wort- bzw. Glaubenszeugen, der vom Glauben an Jesus Christus Zeugnis ablegt, bezeichnet. Personen, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden und des Todes sterben, werden im Neuen Testament noch nicht als Märtyrer bezeichnet, auch wenn sie wegen ihres Wortzeugnisses umgebracht werden. Vom neutestamentlichen Begriff des Zeugen bzw. des Zeugnisses her kann der Märtyrerbegriff daher nicht abgeleitet werden, auch wenn das, was später durch den Begriff Märtyrer bzw. Martyrium beschrieben wird, der Sache nach schon im Neuen Testament begegnet (z.B. Apg 7,54-60: Tod des Stephanus).
Um zu erklären, wie es zur Bezeichnung dieses Geschehens als Martyrium kommt, erwägt man unterschiedliche Einflüsse:
# Die Vorstellung vom Martyrium lässt sich bereits im Spätjudentum nachweisen. Allerdings wird auch dort der Märtyrer nicht als solcher bezeichnet. Das Martyrium ist dort Folge der Treue zum Gesetz (Thora) und der Tod des Märtyrers kann als Sühne für das jüdische Volk gedeutet werden. Die spätjüdischen Vorstellungen haben vermutlich die Vorstellung vom christlichen Martyrium mit geprägt, erklären aber nicht, wie es zur Verbindung dieser Vorstellung mit dem Begriff Märtyrer kommen konnte.
# Vielfach nimmt man einen Einfluss der Philosophie der Stoa, insbesondere des Philosophen Epiktet an. Das Martyrium ist hier ein besonders intensiver Fall des Zeugnisses des Philosophen: der wahre Philosoph lebt in der Haltung der Ataraxie, der Gleichgültigkeit gegenüber allen äußeren, sinnlich-körperlichen Einflüssen auf das eigene Leben. Das kann auch bedeuten im Falle der Auseinandersetzung mit einem Herrscher, der dem Philosoph hier widersprechen muss, den Tod hinzunehmen. Zwar zeigen sich inhaltlich und formal zahlreiche Parallelen zwischen der von Epiktet vertretenen Vorstellung eines „Philosophen-Martyriums“ und dem christlichen Märtyrerbegriff. Man kann aber nicht nachweisen, dass und wie diese Vorstellung auf den christlichen Märtyrerbegriff eingewirkt hat.
# Der Begriff martys kann im antiken Griechisch neben dem Wortzeugen auch den Tatzeugen bezeichnen. In diesem Sinne wurde der Begriff auch von Epiktet aufgegriffen. In dieser Verwendung begegnet er auch in den Schriften des Neuen Testaments (z.B. Mk 6,11; Lk 9,5; Mt 10,18; 1Petr 5,1). Daher ist es auch möglich, dass sich der christliche Märtyrer-Begriff vom allgemeinen Griechisch seiner Zeit her ableiten lässt. Dann aber muss erklärt werden, wie sich die zu Grunde liegende Vorstellung vom Tatzeugnis durch den eigenen Tod entwickelt hat.
Noch bevor der Märtyrertod im Martyrium des Polykarp durch den Begriff des Martyriums bezeichnet wird, entwickelt Ignatius von Antiochien (Erstes Drittel des 2. Jahrhunderts n. Chr.) eine Theologie des Martyriums: Der Tod des Märtyrers entspricht dem Leiden und dem Tod Christi. Durch den Tod wird der Märtyrer zum Jünger Jesu, er erwirbt im Tod mit Jesus Christus die Vollendung und Auferstehung. Bedenkt man, dass Polykarp bereits vor Ignatius die Kreuzigung Christi als ein Zeugnis gegen die Irrlehre des Doketismus anführt, so könnte sich erklären, wie es in der Zeit zwischen Ignatius und dem Martyrium des Polykarp zur Ausprägung des Märtyrerbegriffs kommt.
Der Märtyrertod wurde als Bluttaufe bezeichnet, sollte selbst die Taufe, wenn diese noch nicht stattgefunden hatte, ersetzen und sofort zur vollen Seeligkeit führen
Der erste christliche Märtyrer war Stephanus, der wegen seines Glaubens gesteinigt wurde (Apg 7,54-60). Seine Ermordung war das Signal zu einer großen Verfolgung der Christen in Jerusalem, an der sich Saulus besonders eifrig beteiligte.
Auf Anregung von Papst Johannes Paul II. (Apostolisches Schreiben: Tertio millennio adveniente vom 10. November 1994) hat die katholische Kirche am Ende des zweiten Jahrtausends eine Dokumentation aller Blutzeugen erstellt, um deren Zeugnis nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts verzeichnet Lebensbilder von 700 Glaubenszeugen. Am Entstehen des Werkes haben über 130 Fachleute mitgewirkt.
Der islamische Märtyrerbegriff (schahid)
Märtyrer im Islam ist nach den islamischen Rechtschulen eine Person, die auf dem Schlachtfeld im Kampf gegen Nichtmuslime (Dschihad) gefallen ist. Nach der vorherrschenden Meinung muss der Märtyrer aber nicht von einem Nichtmuslim direkt getötet werden. Der Tod muss aber eine direkte Folge von Verletzungen sein, die der Märtyer erlitten hat. Teilweise wird als Bedingung angesehen, dass die betreffende Person nach dem Kampf und vor ihrem Tode nicht mehr gegessen, getrunken oder geschlafen hat, und auch nicht behandelt worden ist und auch kein Testament mehr aufgesetzt hat.
Im 21. Jahrhundert sehen sich zunehmend auch islamische Personen als „freiwillige Märtyrer“, die als Kämpfer in „Selbstmordkommandos“ für Terroraktionen ausgebildet und eingesetzt werden. Diese Täter gehen nach dem Rechtsverständnis einiger Mulsime nicht durch Selbstmord in den Tod, sondern sterben im Kampf bzw. im „Krieg“ gegen die Ungläubigen. Auch Terroraktionen im Namen des Al Kaida Netzwerkes gehören hierzu. Aufgrund mangelnder militärischer Möglichkeiten und nur begrenzter Anzahl an Waffen und Munition sollen Märytrer im Namen des Islam potentielle Feinde durch Selbstmordattentate bekämpft werden. Meistens tragen die „Märtyrer“ einen Sprengstoffgürtel am Körper und führen diesen an gewählten Orten zur Explosion ohne Rücksicht auf zivile Opfer und damit auch möglicher muslimischer Opfer. Die Täter werden als „Märtyrer“ von ihren Anhängern verehrt und die Angehörigen erhalten meist von verschiedenen Quellen eine finanzielle Entschädigung.
Dieses Verständnis der militanten, extremistischen "Salafiya Jihadiya" widerspricht dem orthodoxen, sunnitischen Islam und hat sich im 20. Jahrhundert entwickelt.
Der bekannte salafitische Gelehrte Scheikh Al-Albani, der theologisch der gleichen Schule angehört, hat Selbstmordattentate in einer Fatwa als unislamisch und Mehrfachmord bezeichnet, da die Angreifer auch sich selber töten und Unbeteiligte die anzugreifen verboten ist.
Die schiitische Richtung des Islams kennt den Kult um die Schuhada ("Märtyrer"), besonders in Gedenken an den Enkelsohn Muhammads der in Kampf gefallen ist. Im Gedenken daran schlagen sich manche Schiiten selber und fügen sich Verletzungen zu. Zu einem Extrem wurde dieser "Märtyrerkult" bei den "Hassasinen". (Stichwort: Sinan der Alte vom Berg, Assasin)
- Märtyrer ... [Jahreszahl] : das Jahrbuch zur Christenverfolgung heute; hg. für die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte und für den Arbeitskreis für Religionsfreiheit der Deutschen und Österreichischen Evangelischen Allianz und die Arbeitsgemeinschaft Religionsfreiheit der Schweizerischen Evangelischen Allianz im Auftrag von Idea; Wetzlar: Idea, ab 2002; teilweise auch: Bonn: Verlag für Kultur und Wissenschaft;
- Moll, Helmut (Hg.): Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts; 2 Bände; Paderborn: Schöningh, 1999-2000; ISBN 3-506-75778-4
- Rieke-Benninghaus, Hermann: Zeugen für den Glauben; Dinklage: Verlag Hermann Rieke-Benninghaus, 2005
- Rieke-Benninghaus, Hermann: Ich gebe Zeugnis. Lebensbilder von Glaubenszeugen; Dinklage: Verlag Hermann Rieke-Benninghaus, 2005
- Schirrmacher, Christine; Damson, Erwin: "Märtyrer heute". Eine Dokumentation zur weltweiten Diskriminierung und Verfolgung der Christen; Idea-Dokumentation 16/1999; Wetzlar: Idea, 1999
Kategorie:Religion!ja:殉教
Felicitas
Felicitas († um 203 in Karthago) gehört zu den ersten Märtyrinnen, deren Schicksal zuverlässig überliefert ist.
Leben
Felicitas wurde als christliche Sklavin zusammen mit ihrer Herrin Perpetua in der Arena ad bestias hingerichtet. Zwei Tage zuvor gebar sie noch ein Kind.
Kurz vor ihrer Hinrichtung verfassten die Beiden einen Bericht über ihren Prozess, der nach ihrer Hinrichtung von christlichen Freunden abgeschlossen wurde, und der bis heute erhalten blieb. Er gilt als einer der wenigen echten Märtyrerakten der Antike.
Da sie im ersten römischen Hochgebet erwähnt wurde, war ihr Name immer ein beliebter Vorname.
- König Hermerich begründet das Suebenreich in Galicien um die Provinz-Hauptstadt Braga.
- Religionsgespräch zwischen Augustinus und den Donatisten, deren Einfluss in Afrika zurückgedrängt werden kann.
- Eine Synode in Karthago verurteilt die Pelagianer; Pelagius selbst flieht von Karthago nach Jerusalem.
- Gerontius besiegt die Truppen des Usurpators Konstantin III. bei Vienne, belagert diesen selbst in Arles, woraufhin der kaiserliche General Konstantius auftaucht, selbst die Belagerung fortsetzt und Konstantin III. nach dessen Aufgabe im August oder September enthaupten lässt; Gerontius, ursprünglich selbst Anhänger des Konstantin III., begeht in Spanien Selbstmord.
- Mit Unterstützung von Franken, Burgundern und Alamannen wird Fl. Jovinus am Rhein zum Kaiser ausgerufen; auch Sarus, vormals Offizier in Diensten Stilichos, schließt sich ihm an. Britannien, von wo Konstantin III. die letzten Truppen abgezogen hatte, bleibt weiter ohne Schutz. In Tarragona hält sich zunächst noch der von Gerontius zum Augustus proklamierte Maximus gegen Honorius.
Der Donatismus (von Donatus, einem ihrer Führer) war eine nordafrikanische Abspaltung von der westlichen christlichen Kirche im 4. und 5. Jahrhundert, die eine eigene Ekklesiologie entwickelt hatte.
Die Donatisten sahen die Kirche als eine Gemeinschaft von perfekten Heiligen, in der kein Raum für Sünder war.
Am Anfang der Bewegung betraf dieses Prinzip besonders Christen, die während der Christenverfolgung durch Diokletian zeitweilig abgefallen oder als sog. Traditoren, als Auslieferer heiliger Schriften, in Verruf waren. Als diese Christen nach dem Toleranzedikt von Mailand wieder in die Kirche zurückkehrten, verlangten die Donatisten ihren Ausschluss. Insbesondere erklärten sie alle Sakramente (Taufe, Eucharistie, Priesterweihe) für ungültig, die von einem Priester gespendet wurden, der zeitweilig abgefallen war.
Als die römische Kirche die zeitweilig Abgefallenen dennoch wieder aufnahm, trennten sich die Donatisten von ihr.
Sie nannten sich selbst die "Kirche der Märtyrer" und erklärten, dass alle, die mit einem Sünder in Kontakt blieben, deshalb exkommuniziert seien.
Zentrum der Bewegung war vor allem Nordafrika (Karthago), aber ihre Anhänger fanden sich in vielen Teilen des Römischen Reiches. Die Schriften von Tertullian und Cyprian waren ihnen von besonderer Bedeutung.
Zu den Donatisten gehörten auch die extremere und gewaltbereite Richtung der Agonistiker.
Augustinus setzte sich als Bischof von Hippo mit den Donatisten auseinander; Im Jahr 411 kam es zu einem 'Religionsgespräch', der sog. collatio. Der Einfluss der Donatisten konnte verringert werden. Die mehrere Jahrzehnte dauernden Auseinandersetzungen und gegenseitigen Verurteilungen haben vermutlich derart die Kräfte der nordafrikanischen Kirche verzehrt, dass sie der Eroberung Nordafrikas durch die Vandalen geradezu kraftlos gegenüber stand.
Der Donatismus konnte sich bis zur Rückeroberung Nordafrikas unter Justinian I. halten.
Inwieweit Donatisten unter dem danach herrschenden Islam ausharrten ist unbekannt, ebenso, inwieweit der Donatismus zur Entstehung des Islam beitrug.
Kategorie:Historische christliche BewegungKategorie:Alte Kirche
Der Monotheletismus (von griechischmonos - ein und theleo - wollen,) ist eine christologische Lehre, nach der Christus zwei Naturen - eine göttliche und eine menschliche - aber nur einen Willen (Ziel, Zielausrichtung) besitzt. Jesus sei zwar eine eigene Person, deren Wille aber von Gott vollständig diktiert sei.
Er wurde Anfang des 7. Jahrhunderts unter dem oströmischen Kaiser Herakleios entwickelt, um die Position von Chalcedon und deren Zweinaturenlehre Christi mit der monophysitischen auszusöhnen. Die Monophysiten sollten auf diese Weise wieder in die Reichskirche eingeliedert werden, aus der sie zuvor exkommuniziert worden waren.
Trotz der Sympathien des Kaisers und des Papstes Honorius I. wurde der Monotheletismus sowohl von der Ost- als auch von der Westkirche letztlich zurückgewiesen und selbst von den Monophysiten nicht akzeptiert. Maximus der Bekenner wandte sich besonders intensiv gegen diese Lehre. Auf dem 3. Konzil von Konstantinopel im Jahr 680 wurde die Lehre als Häresie verurteilt, und die bis heute bestehende Doktrin ausgegeben, dass Christus zu jeder seiner beiden Naturen einen Willen besitzt, und der menschliche dem göttlichen Willen untergeordnet ist.
Die Maroniten im Libanon sind heute noch Monotheleten.
Ein Titularbistum ist ein nicht mehr existierendes Bistum, welches jedoch einen eigenen Bischof besitzen kann. Analog dazu ist ein Titularerzbistum ein erloschenes Erzbistum.
Zum Großteil waren diese Bistümer durch die Ausbreitung des Islam in Nordafrika, Kleinasien und Vorderasien und nach der Trennung zwischen Ostkirche und der römischen Westkirche untergegangen.
Bis heute werden Weihbischöfe oder wichtige Würdenträger der römisch-katholischen Kirche (vor allem Kurienbischöfe) zu Titularbischöfen dieser nicht mehr existenten Diözesen ernannt. Sie werden deshalb auch als Episcopi in partibus infidelium (Bischöfe im Gebiet der Ungläubigen) bezeichnet. Sie sind der Rang nach voll und ganz Bischöfe und werden auf den Titel dieser erloschenen Bistümer geweiht.
Historische Entwicklung
In der römisch-katholischen Kirche kann man nur Bischof werden, wenn man der Vorsteher einer Diözese ist. Im Mittelalter mussten viele Bischöfe aus ihren Diözesen fliehen, da diese in die Hände von Andersgläubigen gefallen waren. Die europäischen Bischöfe nahmen diese Exilbischöfe gern auf und nutzten deren Weihevollmachten und übertrugen ihnen vertretungshalber bischöfliche Funktionen in ihren Diözesen. Wenig später begann man, da man auf diese Unterstützung in der bischöflichen Amtsführung nicht mehr verzichten wollte, Bischöfe auf diese nicht mehr existenten Diözesen zu weihen.
Lagen diese Titularbistümer bis Mitte des 20. Jahrhunderts fast ausschließlich in Afrika oder Asien, so hat man in den vergangenen Jahren auch untergegangene Bistümer Europas und Amerikas unter die Titularbistümer aufgenommen.
Le Istituzioni di Gaio sono un'opera didattica in 4 libri composta dal giurista romanoGaio tra il 168 e il 180 d.C.
Il carattere di assoluta eccezionalità dell'opera consiste nel fatto di essere l'unica opera della giurisprudenza romana classica ad essere pervenuta fino ai nostri giorni direttamente, senza il tramite di compilazioni che ne abbiano potuto alterare il significato.
La scoperta delle Institutiones
Nel 1816 il diplomatico tedesco Barthold Georg Niebuhr, in sosta a Verona, tappa intermedia di un lungo viaggio, ebbe modo di sfogliare alcuni manoscritti della Biblioteca Capitolare. La sua attenzione di fermò principalmente su un codice pergamenaceo contenente le Epistulae di Girolamo. Osservando bene il volume notò che in alcune pagine affiorava una scrittura precedente risalente al V° secolo, cancellata da mani esperte alcuni secoli più tardi per far spazio alle epistulae.
Il ritrovamento fu seguito da un'attenta opera di ricostruzione della scriptura prior. tuttavia, l'uso di reagenti chimici rovinò alcuni fogli pergamenacei. Il testo di questi fogli andati perduti venne in parte ricostruito grazie al ritrovamento in Egitto del Papiro di Ossirinco contenente la medesima opera.
Struttura dell'opera
L'intera materia trattata dalle Istituzioni è divisa in quattro commentari:
- I: Ius quod ad personas pertinet
- II: Ius quod ad res pertinet
- III: Ius quod ad res pertinet
- IV: Ius quod ad actiones pertinet
Il diritto di Gaio
Nelle Institutiones troviamo spesso riferimenti ai contrasti tra la scuola sabiniana e la scuola proculiana, sebbene l'autore abbia scritto le Istituzioni in un periodo in cui le dispute tra le due scuole erano già da tempo sopite.
Anche da altri punti di vista Gaio si mostra più indietro rispetto al diritto del suo tempo: basti pensare alla descrizione dettagliata del processo delle legis actiones, inutilizzato da due secoli, ed al fatto che non il giurista non cita mai i giureconsulti del suo tempo.
Alcuni studiosi, basandosi su questi dati hanno avanzato l'ipotesi che l'autore si sia limitato in realtà ad ampliare un'opera precedente.
Honoré de Balzac
Honoré de Balzac (Tours 20 Bealtaine1799 - 18 Lúnasa1850), an scríbhneoir Frainicise is mó le rá den chéad chuid den 19ú haois. Tá aithne air mar mháistir an úrscéil réalaí. Rugadh i dTours in Indre-et-Loire
William Trevor
Rugadh úrscéalaí Éireannach William Trevor i Mitchelstown Contae Chorcaí24 Bealtaine1928. Chaith sé a leanbaíochta i cúigeach Éireann toisc go raibh a athair ag obair i mbanc. D’fhreastal sé Coláiste Tríonóid i mBaile Átha Cliath. Ar dtús fuair sé obair i Sasana mar dealbhóir agus i ndiaidh sin chas sé go dtí obair eile ag scríobh gearrscéalta. Tá deic úrscéal scrío
Oasis
Is banna rac-cheol coitianta as Manchain, Sasana é Oasis. Phléasc siad amach i 1994 leis a amhránaí sean-nósach, agus a dearcadh rac-cheol. Le Oasis, tháining rac-cheol ar ais, agus bhí sé chomh spóirtiúl is a bhí sé riamh. Ag croí an banna atá Noel Gallagher agus a dheartháir óige Liam. Inniu, is ia
Mazurek Dąbrowskiego
Is é Mazurek Dąbrowskiego (is mar "Dombrowski" a fhuaimnítear an sloinne sin Dąbrowski, ó sheasann an litir Pholainnise úd ą do [o] le srónaíl), nó Masúrca Dąbrowski, amhrán náisiúnta na Polainne. Is é an chéad teideal a bhí ar an amhrán ná Pieśń Legionów Polskich we Włoszech nó Amhrán na Léigiún Polannach san Iodáil. Chum Józef Wybicki an téacs i gcathair Reggio sa bhliain
Mazurek Dabrowskiego
Is é Mazurek Dąbrowskiego (is mar "Dombrowski" a fhuaimnítear an sloinne sin Dąbrowski, ó sheasann an litir Pholainnise úd ą do [o] le srónaíl), nó Masúrca Dąbrowski, amhrán náisiúnta na Polainne. Is é an chéad teideal a bhí ar an amhrán ná Pieśń Legionów Polskich we Włoszech nó Amhrán na Léigiún Polannach san Iodáil. Chum Józef Wybicki an téacs i gcathair Reggio sa bhliain
Buaic na hOla
Is é is brí le buaic na hola nó buaic Hubbert ná an bhuaic a shroichfidh táirgíocht dhomhanda na hola sula gcasfaidh an graf síos arís, de réir teoiric Hubbert. Is é an rud a deir teoiric Hubbert go bhfuil an ola ag trá orainn, agus go bhfuil táirgíocht na hola leis an mbuaic seo a shroicheadh bliain de na blianta seo. I ndiaidh na buaice a gheofar amach, cá huair go beacht a sroicheadh í, áfach. Is é an tuairim atá ag