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Culloden

Culloden

Der Name Culloden kann folgendes meinen:
- Die Schlacht bei Culloden, den letzten (misslungenen) Aufstand der Jakobiten 1746, von vielen Schotten als nationale Katastrophe empfunden (siehe Schlacht bei Culloden)
- Die Ortschaft, in deren Nähe die Schlacht stattfand (in der Nähe von Inverness, Schottland; siehe Culloden (Ort))
- Einen Film des BBC über die Schlacht, (siehe Culloden (Film))

Schlacht bei Culloden

Die Schlacht bei Culloden vom 16. April 1746 zwischen britischen Regierungstruppen und aufständischen Jakobiten fand auf dem Culloden Moor (auch bekannt als Drummossie Moor) nahe der gleichnamigen Ortschaft in der Nähe von Inverness in Schottland statt und endete mit einem Sieg der Regierungstruppen.

Vorgeschichte

Prinz Charles Edward Stuart und seine etwa 5.000 Mann zählende, vor allem aus schottischen Hochländern bestehende Armee war nach seinem Sieg in der Schlacht bei Prestonpans, der ihm die Vorherrschaft in Schottland gesichert hatte, am 8. November 1745 über die Grenze nach England vorgestoßen. Die Armee gelangte über Carlisle und Manchester bis Derby. Hier beschloss man jedoch auf Drängen der von Lord George Murray geführten Ratgeber und gegen den Widerstand des Prinzen den Rückzug nach Schottland, da die Position der Jakobiten durch zwei Armeen unter General George Wade und dem Prinzen Wilhelm August, Herzog von Cumberland bedroht wurde. Unter dem Kommando von Murray sicherten die Jakobiten den Rückzug nach Schottland durch ein siegreiches Gefecht bei Clifton und erreichten Glasgow am 25. Dezember wo Proviant und Verstärkungen auf sie warteten. Zwar blieb Charles am 17. Januar 1746 in der Schlacht von Falkirk gegen General Henry Hawley ein letztes Mal siegreich, musste sich aber unter dem Druck überlegener Regierungstruppen nach Norden zurückziehen, wobei seine Soldaten angesichts der prekären militärischen Lage und der schlechten Versorgungslage zu desertieren begannen.

Die Schlacht

Henry Hawley Als bekannt wurde, dass Cumberland mit seiner Armee auf Inverness marschierte, postierte Charles seine Armee auf dem nahe gelegenen Culloden Moor. Sie zählte noch etwa 5.000 Mann und war durch Krankheiten, Hunger und schlechte Bewaffnung geschwächt und demoralisiert. Zu ihr gehörten überwiegend Hochländer. Hinzu kamen Schotten aus dem Tiefland, einige Iren, eine Handvoll englischer Jakobiten und französische Rekruten. Cumberlands Regierungsarmee umfasste 8.000 Infanteristen und 900 Kavalleristen, zu denen neben englischen Soldaten auch deutsche Söldner, Hannoveraner sowie mehrere Regimenter regierungstreuer Schotten gehörten. Cumberland war zwar kein begnadeter Stratege, hatte aber im Kampf gegen die Franzosen einige Erfahrung gesammelt und war mit der Kampfweise der Hochländer vertraut, da zu seiner Armee in Flandern auch schottische Einheiten wie das berühmte Black Watch-Regiment gehört hatten. Er hatte bei der Vorbereitung des entscheidenden Gefechts nichts dem Zufall überlassen. Insbesondere waren seine Infanteristen auf die Abwehr des berüchtigten Sturmangriffs der Hochländer gedrillt worden und hatten gelernt, mit dem Bajonett nicht den ihnen gegenüberstehenden Mann, sondern den rechts davon anzugreifen und so die Deckung durch den traditionellen Schild zu umgehen. Angesichts der ungünstigen Bedingungen schlug Murray für die Nacht vor dem 16. April einen Nachtangriff auf die Regierungstruppen vor. Da es zu lange dauerte, bis die auf der Suche nach Nahrung zerstreute Armee versammelt war, und dann das Lager der Feinde nicht rechtzeitig gefunden wurde, gab man das Vorhaben auf. Murray und einige andere Offiziere forderten daraufhin einen Rückzug in weniger zugängliches Gelände, wurden aber überstimmt. Charles beschloss, Cumberland auf der flachen Ebene von Culloden Moor zu erwarten. Er übernahm das Kommando des Zentrums, Murray des rechten und Lord John Drummond des linken Flügels. Cumberland postierte seine Armee in zwei Reihen, die jeweils vier Mann tief waren. Die Artillerie stand in den Lücken zwischen den Regimentern, die Kavallerie an den Flügeln, um den Jakobiten in die Flanken fallen zu können. Zu Beginn der Schlacht eröffnete die weit überlegenen Geschütze Cumberlands ein destruktives Feuer auf die Linien der Jakobiten, das deren schwächere Artillerie nicht effektiv erwidern konnte. Angesichts der steigenden Verluste gab Charles Lord Murray die Anweisung, den Angriff zu befehlen. Nur ein Teil der jakobitischen Truppen beteiligte sich an dieser Attacke. Die Macdonalds, die traditionell das Recht für sich beanspruchten, den linken Flügel zu stellen, waren auf dem rechten Flügel postiert worden und weigerten sich aus Zorn über diese Kränkung größtenteils, dem Angriffsbefehl zu folgen. Die Hauptlast des Kampfs fiel deswegen auf die Camerons, Macleans, Chattans und Machlachlans. Trotz schwerer Verluste durch das Artilleriefeuer und die Musketensalven der Regierungstruppen konnten die Hochländer die Linien von zwei Regimentern durchbrechen. Die zweite Linie hielt jedoch. Es kam zu einem harten Nahkampf, doch angesichts der zahlenmäßigen Überlegenheit der Regierungstruppen und des schweren Artilleriefeuers mussten die Jakobiten schließlich unter schweren Verlusten den Rückzug antreten. Da Teile der Armee intakt geblieben waren, konnte sie einen geordneten Rückzug antreten. Die Verluste der Besiegten waren enorm: rund 1.250 Jakobiten und lediglich 300 Regierungssoldaten waren getötet worden.

Folgen

Nahkampf Nach der Schlacht befahl Cumberland, alle verwundeten und gefangenen Jakobiten zu exekutieren. Seine Soldaten töteten etwa 450 Männer, mehrere sollen sogar bei lebendigem Leib verbrannt worden sein. Einige höherrangige Gefangene wurden zunächst verschont, um in Inverness vor Gericht gestellt und später hingerichtet zu werden. Dieses auch für damalige Verhältnisse barbarische Vorgehen hielt man dadurch für gerechtfertigt, dass es sich bei den Jakobiten um Hochverräter handelte, denen gegenüber die üblichen Kriegsregeln nicht galten. Am folgenden Tag schickte Cumberland Patrouillen auf das Schlachtfeld, um Überlebende aufzugreifen und zu töten. Hierbei starben zeitgenössischen Quellen zufolge etwa 70 Jakobiten. Exekutiert wurden auch 36 Deserteure aus der britischen Armee, die in die Hände der Sieger fielen. Weitere Gefangene brachte man nach England und stellte sie wegen Hochverrats vor Gericht. Auch hier kam es zu weiteren Hinrichtungen. Die erbeuteten Fahnen der Jakobiten wurden öffentlich verbrannt. Nur eine Fahne, auf der noch die Blutspuren des Bannerträgers zu sehen sind, überdauerte in einem Versteck und wird heute auf Edinburgh Castle ausgestellt. Murray unternahm noch einen Versuch, die geschlagene Armee in Ruthven neu zu formieren, aber das Fehlen von Lebensmitteln und Nachschub verhinderte eine Fortführung des Kampfs. Die jakobitische Armee löste sich auf, die Teilnehmer des Aufstands versteckten sich oder versuchten, ins Ausland zu flüchten. Prinz Charles entkam nach einer fünfmonatigen, abenteuerlichen Flucht durch Schottland trotz eines auf ihn ausgesetzten Kopfgelds von 30.000 Pfund – damals ein enormes Vermögen - nach Frankreich. Cumberland ging mit seinen Truppen in der Folge mit äußerster Härte gegen diejenigen vor, die man der Unterstützung des Aufstands verdächtigte. Es kam zu weiteren Exekutionen, Verhaftungen, Plünderungen und Zerstörungen. Bemühungen regierungstreuer schottischer Beamter und Adeliger, bei Cumberland eine Mäßigung des drakonischen Vorgehens zu erreichen, das auch viele Unschuldige traf, bewirkten nichts. Duncan Forbes of Culloden, einer der treuesten Anhänger des Hauses Hannover in Schottland, wurde bei einem solchen Versuch von Cumberland als „das alte Weib, das mir etwas von Humanität erzählen wollte“ verhöhnt. Seine Erbarmungslosigkeit, seine Brutalität und sein Zynismus brachten Cumberland den dauerhaften Hass aller Schotten und den ihm bis heute anhaftenden Beinamen the Butcher („der Schlächter“) ein. Mit militärischer Gewalt und mit Gesetzen wurden die Clans in den folgenden Monaten entwaffnet, das traditionelle Clan-System zerstört, selbst der Kilt, der Tartan und der Dudelsack verboten. Die Schlacht bei Culloden war die letzte Schlacht auf dem Boden der britischen Inseln. Sie wird in Schottland bis heute vielfach als nationale Katastrophe wahrgenommen, wobei die Grausamkeiten Cumberlands und die folgende Zerstörung der alten Gesellschaftsordnung der Hochländer eine wesentliche Rolle spielen. Als solche ist sie auch in die Literatur und die Dichtung eingegangen, z.B. in Robert Burns’ Gedicht The lovely lass of Inverness. Hierbei wird jedoch nicht selten übersehen, dass es sich nicht um eine Schlacht zwischen Schotten und Engländern handelte, sondern dass Schotten auf beiden Seiten kämpften. Charles Edward Stuart hatte keineswegs die ungeteilte Unterstützung aller Schotten. Nicht nur die Städter und die Tiefländer, die wirtschaftlich von der Union mit England profitierten lehnten den Jakobitenaufstand ab, auch Teile der Hochlandclans unterstützten das Haus Hannover. Selbst ein Sieg hätte den Jakobiten deshalb wahrscheinlich nur eine Atempause gebracht. Trotzdem bildet die Schlacht einen wichtigen Einschnitt in der Geschichte Schottlands. Sie beendete den letzten Versuch der Stuarts, den Thron zurückzuerobern, leitete den Untergang der traditionellen Clangesellschaft und der machtvollen Sonderposition ihrer Führer ein und besiegelte die Eingliederung des Landes in ein englisch dominiertes Großbritannien. Wilhelm August, Herzog von Cumberland wurde trotz der begangenen Grausamkeiten, die ihm den Titel "der Schlächter von Culloden" (the butcher of Culloden) einbrachten, als britischer Nationalheld gefeiert. Anlässlich der Siegesfeier erhielt Georg Friedrich Händel den Auftrag zur Komposition des Oratoriums Judas Maccabaeus.

Literatur

Historischer Roman/Trivial
- Diana Gabaldon/Elfriede Fuchs (Übersetzer), Feuer und Stein, Mai 1998, 1000 S., ISBN 3442350042

Weblinks


- [http://www.britishbattles.com/battle_of_culloden.htm BritishBattles.com: The battle of Cullodem (engl.)] Culloden Culloden Culloden Kategorie:1746

1746

Ereignisse


- 17. Januar: In der Schlacht von Falkirk besiegen die schottischen Jakobiten unter Charles Edward Stuart britische Regierungstruppen unter General Hawley
- 16. April: Schlacht bei Culloden, die Anhänger der Stuarts unterliegen den Truppen Georgs II.
- 16. Juni: In der Schlacht bei Piacenza besiegen die Österreicher eine französisch-spanische Armee und zwingen sie zum Rückzug aus Oberitalien
- 11. Oktober: In der Schlacht bei Roucoux besiegen die Franzosen unter Moritz von Sachsen die verbündeten Österreicher, Briten und Niederländer

Kultur


- 6. Februar: Uraufführung der Oper Cajo Mario von Niccolò Jommelli in Bologna

Geboren


- 12. Januar: Johann Heinrich Pestalozzi, Schweizer Pädagoge († 1827)
- 17. Januar: Paul Brigham, US-amerikanischer Politiker, Jurist und Gouverneur von Vermont († 1824)
- 24. Januar: Gustav III., König von Schweden († 1792)
- 31. Januar: Friedrich Ludwig Fürst zu Hohenlohe-Ingelfingen, preußischer General
- 15. Februar: Wilhelm Heinse, deutscher Dichter († 1803)
- 7. März: André Michaux, französischer Botaniker und Forschungsreisender († 1802)
- 29. März: Carlo Bonaparte, Vater von Napoleon Bonaparte († 1785)
- 30. März: Francisco José de Goya y Lucientes, spanischer Maler († 1828)
- 21. April: James Harris, 1. Earl of Malmesbury, englischer Diplomat († 1820)
- 10. Mai: Gaspard Monge, französischer Mathematiker und Physiker († 1818)
- 26. Mai: Johann Friedrich Doles d. J., deutscher Komponist († 1796)
- 29. Juni: Joachim Heinrich Campe, deutscher Sprachwissenschaftler und Pädagoge († 1818)
- 16. Juli: Giuseppe Piazzi, italienischer Astronom, Mathematiker und Theologe († 1826)
- 16. Juli: Peter Villaume, Deutscher Theologe und Pädagoge († 1806)
- 28. September: William Jones, englischer Orientalist und Jurist († 1794)
- 7. Oktober: William Billings, US-amerikanischer Komponist († 1800)
- 20. Oktober: Werner Marx, Generalvikar in Köln († 1806)
- 12. November: Jacques Charles, Chemiker und Physiker († 1823)

Gestorben


- 18. März: Anna Leopoldowna, war eine Großfürstin und Regentin Russlands (
- 1718)
- 30. März: Ignaz Kögler, Deutscher Jesuit und China-Missionar (
- 1680)
- 14. Juni: Colin Maclaurin, schottischer Mathematiker (
- 1698)
- 9. Juli: Philipp V. (Spanien), war König von Spanien (
- 1683)
- 6. August: Christian VI. (Dänemark), war König von Dänemark und Norwegen von 1730 bis 1746 (
- 1699)
- 16. August: Giuseppe Gonzaga, Herzog von Guastalla (
- 1690)
- 12. November: Georg Wilhelm Steller, deutscher Arzt und Naturwissenschaftler (
- 1709) ko:1746년

Schlacht bei Culloden

Die Schlacht bei Culloden vom 16. April 1746 zwischen britischen Regierungstruppen und aufständischen Jakobiten fand auf dem Culloden Moor (auch bekannt als Drummossie Moor) nahe der gleichnamigen Ortschaft in der Nähe von Inverness in Schottland statt und endete mit einem Sieg der Regierungstruppen.

Vorgeschichte

Prinz Charles Edward Stuart und seine etwa 5.000 Mann zählende, vor allem aus schottischen Hochländern bestehende Armee war nach seinem Sieg in der Schlacht bei Prestonpans, der ihm die Vorherrschaft in Schottland gesichert hatte, am 8. November 1745 über die Grenze nach England vorgestoßen. Die Armee gelangte über Carlisle und Manchester bis Derby. Hier beschloss man jedoch auf Drängen der von Lord George Murray geführten Ratgeber und gegen den Widerstand des Prinzen den Rückzug nach Schottland, da die Position der Jakobiten durch zwei Armeen unter General George Wade und dem Prinzen Wilhelm August, Herzog von Cumberland bedroht wurde. Unter dem Kommando von Murray sicherten die Jakobiten den Rückzug nach Schottland durch ein siegreiches Gefecht bei Clifton und erreichten Glasgow am 25. Dezember wo Proviant und Verstärkungen auf sie warteten. Zwar blieb Charles am 17. Januar 1746 in der Schlacht von Falkirk gegen General Henry Hawley ein letztes Mal siegreich, musste sich aber unter dem Druck überlegener Regierungstruppen nach Norden zurückziehen, wobei seine Soldaten angesichts der prekären militärischen Lage und der schlechten Versorgungslage zu desertieren begannen.

Die Schlacht

Henry Hawley Als bekannt wurde, dass Cumberland mit seiner Armee auf Inverness marschierte, postierte Charles seine Armee auf dem nahe gelegenen Culloden Moor. Sie zählte noch etwa 5.000 Mann und war durch Krankheiten, Hunger und schlechte Bewaffnung geschwächt und demoralisiert. Zu ihr gehörten überwiegend Hochländer. Hinzu kamen Schotten aus dem Tiefland, einige Iren, eine Handvoll englischer Jakobiten und französische Rekruten. Cumberlands Regierungsarmee umfasste 8.000 Infanteristen und 900 Kavalleristen, zu denen neben englischen Soldaten auch deutsche Söldner, Hannoveraner sowie mehrere Regimenter regierungstreuer Schotten gehörten. Cumberland war zwar kein begnadeter Stratege, hatte aber im Kampf gegen die Franzosen einige Erfahrung gesammelt und war mit der Kampfweise der Hochländer vertraut, da zu seiner Armee in Flandern auch schottische Einheiten wie das berühmte Black Watch-Regiment gehört hatten. Er hatte bei der Vorbereitung des entscheidenden Gefechts nichts dem Zufall überlassen. Insbesondere waren seine Infanteristen auf die Abwehr des berüchtigten Sturmangriffs der Hochländer gedrillt worden und hatten gelernt, mit dem Bajonett nicht den ihnen gegenüberstehenden Mann, sondern den rechts davon anzugreifen und so die Deckung durch den traditionellen Schild zu umgehen. Angesichts der ungünstigen Bedingungen schlug Murray für die Nacht vor dem 16. April einen Nachtangriff auf die Regierungstruppen vor. Da es zu lange dauerte, bis die auf der Suche nach Nahrung zerstreute Armee versammelt war, und dann das Lager der Feinde nicht rechtzeitig gefunden wurde, gab man das Vorhaben auf. Murray und einige andere Offiziere forderten daraufhin einen Rückzug in weniger zugängliches Gelände, wurden aber überstimmt. Charles beschloss, Cumberland auf der flachen Ebene von Culloden Moor zu erwarten. Er übernahm das Kommando des Zentrums, Murray des rechten und Lord John Drummond des linken Flügels. Cumberland postierte seine Armee in zwei Reihen, die jeweils vier Mann tief waren. Die Artillerie stand in den Lücken zwischen den Regimentern, die Kavallerie an den Flügeln, um den Jakobiten in die Flanken fallen zu können. Zu Beginn der Schlacht eröffnete die weit überlegenen Geschütze Cumberlands ein destruktives Feuer auf die Linien der Jakobiten, das deren schwächere Artillerie nicht effektiv erwidern konnte. Angesichts der steigenden Verluste gab Charles Lord Murray die Anweisung, den Angriff zu befehlen. Nur ein Teil der jakobitischen Truppen beteiligte sich an dieser Attacke. Die Macdonalds, die traditionell das Recht für sich beanspruchten, den linken Flügel zu stellen, waren auf dem rechten Flügel postiert worden und weigerten sich aus Zorn über diese Kränkung größtenteils, dem Angriffsbefehl zu folgen. Die Hauptlast des Kampfs fiel deswegen auf die Camerons, Macleans, Chattans und Machlachlans. Trotz schwerer Verluste durch das Artilleriefeuer und die Musketensalven der Regierungstruppen konnten die Hochländer die Linien von zwei Regimentern durchbrechen. Die zweite Linie hielt jedoch. Es kam zu einem harten Nahkampf, doch angesichts der zahlenmäßigen Überlegenheit der Regierungstruppen und des schweren Artilleriefeuers mussten die Jakobiten schließlich unter schweren Verlusten den Rückzug antreten. Da Teile der Armee intakt geblieben waren, konnte sie einen geordneten Rückzug antreten. Die Verluste der Besiegten waren enorm: rund 1.250 Jakobiten und lediglich 300 Regierungssoldaten waren getötet worden.

Folgen

Nahkampf Nach der Schlacht befahl Cumberland, alle verwundeten und gefangenen Jakobiten zu exekutieren. Seine Soldaten töteten etwa 450 Männer, mehrere sollen sogar bei lebendigem Leib verbrannt worden sein. Einige höherrangige Gefangene wurden zunächst verschont, um in Inverness vor Gericht gestellt und später hingerichtet zu werden. Dieses auch für damalige Verhältnisse barbarische Vorgehen hielt man dadurch für gerechtfertigt, dass es sich bei den Jakobiten um Hochverräter handelte, denen gegenüber die üblichen Kriegsregeln nicht galten. Am folgenden Tag schickte Cumberland Patrouillen auf das Schlachtfeld, um Überlebende aufzugreifen und zu töten. Hierbei starben zeitgenössischen Quellen zufolge etwa 70 Jakobiten. Exekutiert wurden auch 36 Deserteure aus der britischen Armee, die in die Hände der Sieger fielen. Weitere Gefangene brachte man nach England und stellte sie wegen Hochverrats vor Gericht. Auch hier kam es zu weiteren Hinrichtungen. Die erbeuteten Fahnen der Jakobiten wurden öffentlich verbrannt. Nur eine Fahne, auf der noch die Blutspuren des Bannerträgers zu sehen sind, überdauerte in einem Versteck und wird heute auf Edinburgh Castle ausgestellt. Murray unternahm noch einen Versuch, die geschlagene Armee in Ruthven neu zu formieren, aber das Fehlen von Lebensmitteln und Nachschub verhinderte eine Fortführung des Kampfs. Die jakobitische Armee löste sich auf, die Teilnehmer des Aufstands versteckten sich oder versuchten, ins Ausland zu flüchten. Prinz Charles entkam nach einer fünfmonatigen, abenteuerlichen Flucht durch Schottland trotz eines auf ihn ausgesetzten Kopfgelds von 30.000 Pfund – damals ein enormes Vermögen - nach Frankreich. Cumberland ging mit seinen Truppen in der Folge mit äußerster Härte gegen diejenigen vor, die man der Unterstützung des Aufstands verdächtigte. Es kam zu weiteren Exekutionen, Verhaftungen, Plünderungen und Zerstörungen. Bemühungen regierungstreuer schottischer Beamter und Adeliger, bei Cumberland eine Mäßigung des drakonischen Vorgehens zu erreichen, das auch viele Unschuldige traf, bewirkten nichts. Duncan Forbes of Culloden, einer der treuesten Anhänger des Hauses Hannover in Schottland, wurde bei einem solchen Versuch von Cumberland als „das alte Weib, das mir etwas von Humanität erzählen wollte“ verhöhnt. Seine Erbarmungslosigkeit, seine Brutalität und sein Zynismus brachten Cumberland den dauerhaften Hass aller Schotten und den ihm bis heute anhaftenden Beinamen the Butcher („der Schlächter“) ein. Mit militärischer Gewalt und mit Gesetzen wurden die Clans in den folgenden Monaten entwaffnet, das traditionelle Clan-System zerstört, selbst der Kilt, der Tartan und der Dudelsack verboten. Die Schlacht bei Culloden war die letzte Schlacht auf dem Boden der britischen Inseln. Sie wird in Schottland bis heute vielfach als nationale Katastrophe wahrgenommen, wobei die Grausamkeiten Cumberlands und die folgende Zerstörung der alten Gesellschaftsordnung der Hochländer eine wesentliche Rolle spielen. Als solche ist sie auch in die Literatur und die Dichtung eingegangen, z.B. in Robert Burns’ Gedicht The lovely lass of Inverness. Hierbei wird jedoch nicht selten übersehen, dass es sich nicht um eine Schlacht zwischen Schotten und Engländern handelte, sondern dass Schotten auf beiden Seiten kämpften. Charles Edward Stuart hatte keineswegs die ungeteilte Unterstützung aller Schotten. Nicht nur die Städter und die Tiefländer, die wirtschaftlich von der Union mit England profitierten lehnten den Jakobitenaufstand ab, auch Teile der Hochlandclans unterstützten das Haus Hannover. Selbst ein Sieg hätte den Jakobiten deshalb wahrscheinlich nur eine Atempause gebracht. Trotzdem bildet die Schlacht einen wichtigen Einschnitt in der Geschichte Schottlands. Sie beendete den letzten Versuch der Stuarts, den Thron zurückzuerobern, leitete den Untergang der traditionellen Clangesellschaft und der machtvollen Sonderposition ihrer Führer ein und besiegelte die Eingliederung des Landes in ein englisch dominiertes Großbritannien. Wilhelm August, Herzog von Cumberland wurde trotz der begangenen Grausamkeiten, die ihm den Titel "der Schlächter von Culloden" (the butcher of Culloden) einbrachten, als britischer Nationalheld gefeiert. Anlässlich der Siegesfeier erhielt Georg Friedrich Händel den Auftrag zur Komposition des Oratoriums Judas Maccabaeus.

Literatur

Historischer Roman/Trivial
- Diana Gabaldon/Elfriede Fuchs (Übersetzer), Feuer und Stein, Mai 1998, 1000 S., ISBN 3442350042

Weblinks


- [http://www.britishbattles.com/battle_of_culloden.htm BritishBattles.com: The battle of Cullodem (engl.)] Culloden Culloden Culloden Kategorie:1746

Inverness

Inverness ist nicht nur die Hauptstadt des schottischen Verwaltungsbezirks der Highlands, sondern auch die einzige Stadt des Hochlands. Sie liegt an der Mündung des Flusses Ness in den Moray Firth (gälisch: inver = „Mündung“). Mit Hängebrücken über den Ness und alten Steingebäuden ist es, eine schöne stolze Stadt, die auch für ihren Blumenschmuck bekannt ist. Inverness Cathedral, an den Ufern des Ness, wurde zwischen 1866 und 1869 gebaut. Es war die erste neue Kathedrale, die nach der Reformation (im gotischen Stil) gebaut wurde. Das Taufbecken modellierte der berühmte dänische Bildhauer B. Thorvaldsen und der Zar von Russland stiftete fünf Goldikonen. Inverness hat ca. 65.000 Einwohner und erhielt den Stadtstatus erst im Dezember 2000 von der englischen Königin. Der Ort und seine Umgebung sind geschichtsträchtig. Auf der Burg von Inverness regierte im 11. Jahrhundert Macbeth, nicht so grausam wie von William Shakespeare geschildert. Anstelle seiner Burg steht seit dem 19. Jahrhundert ein repräsentatives Burgschloss auf demselben Hügel. Der durch das Great Glen und damit durch Loch Ness führende Kaledonische Kanal (Caledonian Canal) verläuft diagonal durch Inverness-shire und hat in der Stadt seinen Anfang. Inverness kann erreicht werden:
- mit dem Flugzeug über den regionalen Flughafen Dalcross
- per Bahn und mit Überlandbussen via Perth oder Aberdeen
- mit dem Auto von Perth aus über die A9 oder von Aberdeen aus über die A96 Kategorie:Ort in Schottland

Schottland

Schottland (Gälisch: Alba, lat.-kelt.: Caledonia) ist ein Land im Nordwesten Europas und Teil des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland. Schottland besteht aus dem nördlichen Teil auf Großbritannien und mehreren Inselgruppen, nämlich den Shetlandinseln, Orkney und den inneren und äußeren Hebriden.

Geografie

Schottland bildet den nördlichen Teil der Insel Großbritannien und bedeckt etwa ein Drittel der Fläche. Schottland teilt sich in drei geografische Regionen auf: die Highlands, die Lowlands und die Southern Uplands. Der höchste Berg Schottlands (und ganz Grossbritanniens) ist der Ben Nevis, bei Fort William. Er gehört zu den Munros. Die südlich gelegenen Lowlands sind aufgrund des leichteren Zugangs zu diesen Regionen stärker von England geprägt. So ergaben sich die kulturellen Unterschiede in den beiden Gebieten. Die bevölkerungsreichste Gegend ist der sogenannte Central Belt zwischen Edinburgh und Glasgow.

Bevölkerung

Die Schotten stammen ethnisch von den Angelsachsen, Kelten und Skandinaviern ab, haben zum Teil aber auch irische Einflüsse. Die meisten sprechen Englisch oder Lowland Scots, auch als 'Lallans', d.h. 'Lowlands' bekannt. Eine Minderheit, größtenteils vertreten auf den westlichen Inseln, spricht noch schottisches Gälisch. Vor der Vereinigung mit England im Jahr 1707 wurde Lowland Scots in den Gerichten und im schottischen Parlament gesprochen.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Schottlands
- seit ca. 10.000 v. Chr. erste Zuwanderung über die Landbrücke, welche bis etwa 4.000 v.Chr. die Britischen Inseln mit dem europäischen Festland verbindet und dann durch den Meeresanstieg aufgrund des Abschmelzens der eiszeitlichen Gletscher verschwindet. Die frühesten Einwohner sind mesolitische Jäger und Fischer bzw. ab etwa 4.500 v.Chr. einwandernde neolitische Bauern.
- 6.000 v. Chr. Früheste archäologische Hinweise auf menschliche Siedlungen und Kultstätten.
- 82-208 n. Chr. Die Römer marschieren mehrmals in die Region ein, können aber keine dauerhafte Herrschaft aufrichten. Der Hadrianswall wird in den Jahren 122 bis 128 zwischen den Mündungen von Tyne und Solway gebaut und wird zur endgültigen Nordgrenze von Römisch-Britannien.
- 503 Die Skoten, Kelten aus Irland, landen an der Westküste Schottlands.
- 843 Kenneth Mac Alpin vereint die Skoten und Pikten als eine Nation. Diese keltische Monarchie dauert bis zum Ende der Regentschaft von Macbeth im Jahre 1057.
- 1057 Malcolm III. tötet Macbeth und wird König. Unter seiner Herrschaft wird der englische Einfluss stark.
- 1296 Annexion Schottlands durch den englischen König Edward I.
- 1314 Schlacht von Bannockburn: Die Schotten unter Robert the Bruce schlagen die Engländer, angeführt von Edward II.
- 1320 Die Declaration of Arbroath wird aufgesetzt. Sie soll den Papst dazu bringen, die schottische Unabhängigkeit von England anzuerkennen. Der Papst akzeptiert die Erklärung.
- 1603 James VI. von Schottland, Sohn Maria Stuarts, wird König James I. von England. So werden die beiden Kronen vereinigt. Schottland und England bleiben separate Königreiche unter einem Monarchen.
- 1692 Beim Massaker von Glencoe werden 38 Mitglieder des MacDonald Clan auf Anordnung der englischen Regierung in einer Strafaktion ermordet. Dieses Ereignis hat sich tief in das schottische Nationalbewusstsein eingebrannt.
- 1707 Act of Union: Schottland wird formal mit England zum Königreich Großbritannien vereinigt. Schottland löst sein Parlament auf und schickt Abgeordnete ins Parlament von Westminster.
- 1746 Schlacht bei Culloden: Der von Prinz Charles Edward Stuart ("Bonnie Prince Charlie") angeführte letzte schottische Aufstand wird blutig niedergeschlagen.
- ab 1780 Highland Clearances: Beginn der Vertreibung von Kleinbauern ("Crofters") um Platz für Schafzucht zu schaffen.
- 1820 Die industrielle Revolution erreicht Schottland. Schiffbau, Kohlebergbau, Eisen- und Stahlhütten ersetzen die Textilwirtschaft als Schottlands Hauptindustrie.
- 1975 Das erste Öl wird von der Nordsee an Land gepumpt. Schottland wird ein Erdöl förderndes Land.
- 1997 Die schottische Bevölkerung stimmt mit überwältigender Mehrheit für ein eigenes Parlament mit begrenzten Kompetenzen innerhalb des Vereinigten Königreichs.
- 1999 Ein neues schottisches Parlament wird gewählt. Es wird in Zukunft über innerschottische Angelegenheiten und Einkommenssteuern entscheiden können. siehe auch: Prinzen von Schottland

Kultur

Der Dudelsack, die Kilts und der Whisky sind die bekanntesten schottischen Kulturgüter, wobei alle drei keinen schottischen Ursprung haben. Der Whisky wurde zuerst von katholischen Mönchen in Irland gebraut und ist dann im Rahmen von Missionierungen in Schottland gelandet. Der Dudelsack kommt aus Kleinasien und der Kilt wurde zuerst in London getragen. Shortbread (Butter-, Spritzgebäck), Haggis, Harris Tweed und das schottische Clansystem sind dagegen schottischem Urpsrung und auch weitläufig bekannt. Das Clansystem, vor allem in den Highlands, stellt eine schottische Besonderheit dar. Ein paar der bekanntesten Clans sind:
- MacGregor
- Stewart
- MacDonald
- MacLeod
- Robertson
- Campbell
- MacKenzie Regelmäßig finden die so genannten "highland games" (Hochlandspiele) statt. Es gibt keine offizielle Nationalhymmmne, jedoch wird traditionell Scotland the Brave verwendet; besonders bei Fußball- und Rugby-Spielen ist jedoch Flower of Scotland der schottischen Band The Corries zu hören.
- Siehe auch: Schottische Literatur

Religion

siehe auch:
- Free Church of Scotland
- Freie Presbyterianische Kirche Schottlands
- Scottish Episcopal Church

Schulsystem

siehe Schulsystem in Großbritannien

Wirtschaft

Schottland ist neben Irland das Zentrum der Whisky-Industrie. Die zweite dort gewonnene Flüssigkeit ist das Nordsee-Öl; das Zentrum der Erdölförderung ist Aberdeen. Hier hat das Ölgeschäft die Fischerei längst abgelöst. Hauptexportprodukt ist allerdings Computer Software. Als Beispiel ist z.B. Rockstar North zu nennen, welche ihre Büros in Edinburgh haben. Eine schottische Eigenheit gibt es bei der Währung. Zwar wird in Schottland, wie im Rest des Vereinigten Königreiches, in Pfund Sterling bezahlt - allerdings dürfen die drei großen schottischen Banken Bank von Schottland, Royal Bank of Scotland und Clydesdale Bank ihre eigenen Banknoten herausgeben. Zusammen mit den Noten der Bank of England gibt es in Schottland also vier verschiedene Geldscheine in jedem Nennwert.

Politik und Verwaltung

Schottland wird von einem "Ersten Minister" (vergleichbar einem deutschen Ministerpräsidenten) regiert. Seinen Amtssitz hat er in Edinburgh, wo auch das schottische Parlament seinen Sitz hat. Siehe auch:
- Verwaltungsgliederung Schottlands
- Traditionelle Grafschaften Schottlands

Literatur


- Markus Hilpert/Bernhard Kräußlich (Hrsg.), Schottland : eine sozial- und wirtschaftsgeografische Exkursion, Augsburg 2004, 252 S., ISBN 3-923273-55-X

Weblinks


- [http://www.visitscotland.com/ visitscotland] -- Offizielle Seite des "Scottish Tourist Board"
- [http://www.schottlandportal.de/ Das Schottlandportal] -- Allgemeine und spezielle Infos rund um Schottland
- [http://www.al2.ch/boeby/scot/ Eine Schottlandreise] -- Private Seite zur Reise durch Schottland mit dem Auto mit Bildern und Karte
- [http://www.schottlandgeschichte.de/ Schottlandgeschichte.de] -- Umfangreiche Zeittafel zur Geschichte sowie Informationen zum Land, zum Clan MacLeod und zum Whisky
- [http://www.scottishmusiccentre.com/ Musik in Schottland]
- [http://www.hebriden-online.de Schottische Hebriden]
- [http://www.scottishsundials.co.uk Schottische Sonnenuhren]
- [http://www.undiscoveredscotland.co.uk/ Undiscoveredscotland] -- Sehr umfangreiche Reiseseite über Schottland (engl.)
- [http://www.scottishdevelopmentinternational.com/ scottishdevelopmentinternational] -- Offizielle Seite der Wirtschaftsförderung als:Schottland ja:スコットランド ko:스코틀랜드 ms:Scotland simple:Scotland

BBC

Die British Broadcasting Corporation (BBC []) ist eine britische Rundfunkanstalt, die mehrere Hörfunk- und Fernsehprogramme betreibt.

Geschichte

Die BBC wurde am 18. Oktober 1922 von John Reith in London als unabhängiger Radiosender gegründet. Die erste Ausstrahlung eines Programms fand am 24. November 1922 aus einem Londoner Studio statt, einige Tage später wurde auch aus Birmingham und Manchester gesendet. Reiths Vision war ein Sender, der neben Bildung und Information auch Unterhaltung bieten sollte und dabei unabhängig von der Regierung und von Werbung sein sollte.
- 1925 konnte der Versorgungsbereich durch Inbetriebnahme eines Langwellensenders in Daventry auf fast die gesamte Insel ausgedehnt werden.
- 1927 wurde die British Broadcasting Company, nachdem ihr die Royal Charter (ähnlich dem deutschen Rundfunkstaatsvertrag; regelt Programmauftrag, Struktur und Finanzierung der Anstalt) erteilt wurde, in British Broadcasting Corporation umbenannt. John Reith wurde 1940 in den Adelsstand erhoben.
- 1932 startete die BBC die ersten regelmäßigen Kurzwellensendungen. Heute sendet der BBC World Service in 43 Sprachen über Kurzwelle und Satellit.
- Die erste Fernsehausstrahlung der BBC fand am 2. November 1936 statt. Die BBC wird fast ausschließlich durch Rundfunkgebühren finanziert, ähnlich wie öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten im deutschsprachigen Raum. Seit etwa 2000 stellt die BBC ihre Programme auf über Kabel, Satellit und Antenne empfangbare digitale Formate (DVB, DAB) und DVB-T) um. Diese Umstellung macht die Einführung einer Reihe neuer Sender (BBC Three, BBC Four, CBeebies, CBBC und BBC Prime) möglich. Ab 2009 soll ausschließlich digital ausgestrahlt werden. Durch die Affäre um den Tod des Biowaffenexperten David Kelly im Juli 2003 geriet die BBC-Berichterstattung unter Druck. Die Untersuchungskommission zum Selbstmord von Kelly hatte einen BBC-Beitrag, der behauptete, dass die Regierung Geheimdienstinformationen über Massenvernichtungswaffen im Irak vor dem Krieg aufgebauscht haben soll, als unhaltbar kritisiert. Die BBC habe wichtige Fakten nicht überprüft und diesen Fehler später nicht eingestanden. Kelly sollte die Informationen für diesen Bericht geliefert haben. Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse im Januar 2004 im Hutton-Bericht, entschuldigte sich die BBC mehrmals bei Premierminister Tony Blair. Der damalige BBC-Generaldirektor Greg Dyke übernahm daraufhin die Verantwortung und trat zurück. Im Herbst 2004 beginnt die BBC ihre Archive der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Vorerst werden etwa 2000 größtenteils naturwissenschaftliche Videoclips veröffentlicht. Das Archivmaterial kann unbegrenzt genutzt werden, nur die kommerzielle Nutzung ist untersagt. Die BBC gilt im modernen Medienzeitalter trotz ihrer Vorreiterrolle in der Einführung moderner Technologien (beispielsweise Videotext, Internet, digitale Ausstrahlung) mit ihren zentralistischen und bürokratischen Strukturen sowie einem überdimensionierten Verwaltungsapparat als schwerfällig und teuer. Angesichts dieses Reform- und Verschlankungsbedarfs der BBC kündigte BBC-Generaldirektor Mark Thompson im Dezember 2004 an, dass bis 2007 2.900 Stellen von insgesamt über 27.000 Stellen, 2.500 davon in der Verwaltung, gestrichen würden. Ferner kündigte er Einsparungen von 320 Millionen Pfund pro Jahr an, die vor allem der Programmgestaltung zugute kommen sollen. Etwa 1.800 Mitarbeiter sollen in ein neues Funkhaus nach Manchester umziehen. [http://news.bbc.co.uk/2/hi/entertainment/4074741.stm] Anfang März 2005 entschied die britische Regierung, die Royal Charter, die Ende 2006 ausläuft, um zehn Jahre zu verlängern [http://www.zeit.de/2005/09/bbc_charta]. Das Prinzip der Gebührenfinanzierung soll dabei vorerst bestehen bleiben. Außerdem sollen Management und das Aufsichtsgremium der BBC reformiert werden.

Hintergrund zum Status der BBC

Die BBC war anfangs auch stark auf die Informationsversorgung der britischen Kolonien und der Commonwealthstaaten ausgerichtet. Ab 1932 versorgte der damalige Empire Service diese Gebiete. Der spätere Auslandsdienst BBC World Service verdiente sich aber auch Reputation durch die unabhängige Informationsversorgung von weltweiten Krisen- oder Kriegsgebieten. Dies ist ein grundlegender Unterschied zum deutschen Auslandsprogramm, der Deutsche Welle, welche neben der Nachrichtenversorgung deutscher Hörer im Ausland insbesondere zur Aufgabe hat, Deutschland zu repräsentieren. Darunter zählen vor allen Dingen Kulturberichte und die Näherbringung der deutschen Sprache. Besondere Bedeutung erlangte das deutsche Programm der BBC, das aus dem weltbekannten Bush House in London sendete, in den Weltkriegsjahren zwischen 1939 und 1945. Das gefährliche Abhören von BBC London war in Deutschland meist die einzige Möglichkeit, um an gesicherte Informationen über die Kriegssituation und die Frontlage zu gelangen. Darauf standen hohe Strafen. So wurde beispielsweise der Jugendliche Helmuth Hübener vom Volksgerichtshof wegen Abhörens von Feindsendern zum Tode verurteilt. Er hatte die Radiosendungen mit Durchschlägen auf Flugblätter gedruckt und in Hamburg verteilt. Die tiefen Glockentöne, das damalige Erkennungszeichen von BBC London, wurden zur Legende. Das deutsche Programm der BBC wurde nach über sechzig Jahren aus Kostengründen Anfang der 2000er eingestellt. Im Nachkriegsdeutschland war die BBC Vorbild für den Aufbau eines vom Staat unabhängigen Rundfunksystems. Ein Missbrauch der Medien durch den Staat wie in der NS-Zeit sollte damit verhindert werden. Nach dem Vorbild der BBC entstand in der britischen Zone der NWDR, der mit Hugh Greene anfangs auch einen britischen Intendanten hatte. Ein großer Schwerpunkt der BBC ist die Bildung [http://www.bbc.co.uk/learning/]. Die Anzahl von Bildungssendungen für alle Alterstufen, die im Fernsehen zu sehen oder auf DVD, VHS zu erwerben ist, scheint fast unüberschaubar. Das Niveau und der Anspruch sind meist hoch. Mittlerweile sind einige der BBC-Reportagen auch synchronisiert im deutschen Fernsehen, beispielsweise auf dem Privatsender VOX unter der Bezeichnung BBC Exklusiv, zu sehen. Der gute Ruf im Ausland ist neben den oben genannten Punkten auch auf die qualitativ sehr guten Programme zurückzuführen. Die BBC verkauft weltweit ihre Fernsehsendungen (insbesondere Dokumentationen, Fernsehfilme, Comedyserien) und lizenziert eigenentwickelte innovative Unterhaltungsformate. Im Inland hat die BBC, die weltweit größte gebührenfinanzierte und öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, immer noch eine nicht zu unterschätzende Medienmacht. Den Hauptanteil der Sendefrequenzen belegt trotz der Einführung eines dualen Rundfunksystems immer noch die BBC. Im Vergleich zu Deutschland sind nur relativ wenige private Rundfunk- und Fernsehprogramme (insbesondere ITV, Channel 4 und der Bezahlfernsehsender BSkyB) lizenziert.

Empfang

Trotz Einstellung der Verschlüsselung im Jahre 2003 gestaltet sich der Empfang der meisten BBC-Sender (bis auf BBC Parlament) problematisch bis unmöglich. Ursache ist die Abstrahlung über Astra 2D auf 28,2 Grad Ost, der sehr stark auf die Britischen Inseln fokussiert ist [http://www.astra.lu/satellites/beam/beamByXpr.php?pos=2&sat=ASTRA+2D&xpr=41,+42,+43,+44,+45,+46,+47,+48,+49,+50,+51,+52,+53,+54,+55,+56]. Östlich der Verbindungslinie Hamburg-Augsburg sind daher unübliche 100 cm-Antennen notwendig, die notwendige Größe steigt in Richtung Osten weiter an und erreicht in Berlin und Dresden 150 cm. Empfang im Westen Deutschlands, in den Benelux-Ländern, in der Schweiz, in Frankreich und im Norden Spaniens ist weitgehend unproblematisch. Siehe auch: http://www.beitinger.de/sat/astra_2d.html (enthält auch Links zur Belegung von Astra 2). In den Niederlanden sind BBC One und BBC Two über Kabel empfangbar. BBC World Service wird weltweit in wichtigen Städten wie z.B. Berlin auf UKW gesendet. Ausstrahlungsformate:
- Radio AM (LW/MW/KW):
  - schlechte Qualität mit üblichem Empfänger. Beispielsweise BBC World Service auf MW 648 kHz oder Radio Five Live auf 693 und 909 Khz. Auf Langwelle: 198 Khz (BBC Radio 4).
- Radio DRM-Testsendungen (Digital Radio Mondiale) auf MW 1296 kHz
  - gute Tonqualität, die Sendungen finden vor allem abends statt
- Radio FM (UKW):
  - für Fernempfang ungeeignet
- Radio DAB (Digital-Radio):
  - für Fernempfang ungeeignet [http://www.bbc.co.uk/reception/radio_transmitters/images/digit-radio_map1.gif]
  - http://www.bbc.co.uk/reception/digital_radio/dab.shtml
- Radio DVB-T
  - für Fernempfang ungeeignet
- Fernsehen analog terrestrisch (PAL/AM SSB)
  - für Fernempfang ungeeignet
- Fernsehen digital terrestrisch (DVB-T)
  - für Fernempfang ungeeignet
- Fernsehen digital Satellit (DVB-S)
  - via Astra 2D
- Internet: Die BBC-Webseite [http://www.BBC.co.uk] bietet ein umfangreiches Informationsangebot mit über 2 Millionen Seiten an. Viele Programme und Einzelsendungen sind über Streaming-Verfahren und Audio On Demand-Dienste abrufbar. Man beachte weiterhin für analoges Fernsehen, dass die Empfangsnorm etwas von dem in Deutschland verwendeten PAL B/G abweicht. Großbritannien verwendet PAL-I (anderer Tonträgerabstand) und für den Stereo-Ton NICAM.

Senderbelegung

Radio

Digital und Analog


- Radio 1 - Pop, Rock, DJ-Shows
- BBC Radio 2 - Leichte Unterhaltung, eher für ältere Zielgruppen
- BBC Radio 3 - Klassische Musik und moderne akustische Musikrichtungen
- BBC Radio 4 - Nachrichten, Kultur, Wissenschaft, Gesellschaft, Hörspiele
- BBC Radio Five Live - Nachrichten und Sport
- BBC World Service - Auslandsprogramm: Weltnachrichten und Dokumentarsendungen
- BBC Asian Network - Sender von/für Asiatische Minderheiten
- BBC Local Radio - Regionalprogramme für 46 Gebiete Großbritanniens [http://www.bbc.co.uk/radio]

Nur Digital


- Radio 5 live Sports extra - weitere Sportereignisse
- BBC 6 Music - Spartenmusik
- Radio 7 - Humor, Kinderfunk und Hörspiele
- 1Xtra - Soul, Hip-Hop, R&B, Garage

Fernsehen

Digital und Analog


- BBC One - Schwerpunkt eher Massenunterhaltung
- BBC Two - Schwerpunkt eher Intellektuell
- BBC News 24 - 24 Stunden Nachrichten

Nur Digital


- BBC Three - Kultur, Drama, Humor
- BBC Four - Kultur
- CBBC - Kinderprogramm
- CBeebies - Kleinkinderprogramm
- BBC Parliament - Liveübertragung aus Westminster
- Interactive TV - interaktives Fernsehen

Im Ausland


- BBC America
- BBC Canada
- BBC Food
- BBC Kids (Canada)
- BBC World - 24 Stunden Nachrichten (nur außerhalb Großbritanniens)
- BBC Prime - Unterhaltungsprogramm (nur außerhalb Großbritanniens)
- Animal Planet
- People and Arts
- UKTV
- UKTV (Australia)

Weblinks


- [http://www.bbc.co.uk/ BBC]
- [http://news.bbc.co.uk BBC News World Edition - Nachrichtenangebot der BBC für die Welt]
- [http://www.beitinger.de/sat/astra_2d.html Interessante Infos zum digitalen Empfang der BBC Fernsehsender in Deutschland via Satellit (free to the air)] Kategorie:Rundfunkgesellschaft Kategorie:Fernsehsender Kategorie:Hörfunksender ja:英国放送協会 simple:BBC

FUD

FUD er en forkortelse for det engelske: Fear, Uncertainty, and Doubt, som på dansk betyder: Frygt, usikkerhed og tvivl. Betegnelsen dækker over en reklame- og kommunikationsstrategi, der hævdes at stamme fra IT-mastodonten IBM, der frygtede, at deres kunder ville skifte til Amdahl Corp. For tiden er det Microsoft, der påstås at "sprede FUD" om Linux og Open Source i deres markedsføringsstrategi. At "smide FUD" efter folk i f.eks. diskussionsfora kan betyde, at man forsøger at skræmme dem fra deres originale tanker og få dem over på modpartens domæne. Det være sig i diskussioner om IT og måske især politik. I denne sammenhæng er FUD beslægtet med propaganda.

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Wikipédia:Pages à supprimer/Niak

:Niak

Proposé par : Ethernaute 7 novembre 2005 à 01:28 (CET) Motivation de la suppression Hm, j'arrête avec Disney, vous aurez compris pourquoi. Voici un cas sans doute moins litigieux : soit suppression, soit à la limite wiktionnaire.

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Format : Conserver ou Supprimer, motivation éventuelle, signatur
Musée de l'érotisme (Hollywood)
Parmi ses collections permanentes, ce Musée de l'érotisme abrite des centaines d'œuvres de Picasso, ainsi que des œuvres de David Lachapelle. Marilyn Monroe y a aussi sa place, en tant que modèle.
- Site internet : http://www.theeroticmuseum.com Catégorie:Musée de l'érotisme<



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