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Dartmouth College

Dartmouth College

Das Dartmouth College wurde 1769 in Hanover, New Hampshire gegründet und ist somit das neunt älteste College der USA und die letzte Hochschulgründung der amerikanischen Kolonialzeit. Das Dartmouth College zählt zu den ältesten Universitäten der USA und hat den Rang einer Eliteuniversität. Auch bekannt als "Big Green".

Geschichte

Gegründet wurde das College 1769 von dem Geistlichen Eleazar Wheelock, das jedoch auf einer vorhergehenden Gründung einer Schule für amerikanische Ureinwohnern beruhte. Das Überleben wurde nach einer Phase der Unsicherheit schließlich gesichert als einer seiner ersten Studenten, Samson Occom, ein Ureinwohner, ein Grundkapital durch Spenden einsammelte. Somit konnte am 13. Dezember 1769 das College auf einer Landschenkung des königlichen Gouverneurs von New Hampshire (damals noch britische Kolonie) John Wentworth, auf Anordnung von Georg III. gegründet werden. Benannt wurde das College nach William Legge, dem zweiten Earl of Dartmouth, einem Unterstützer von Wheelock. Das College ist verpflichtet der Bildung "der Jugend der indianischen Stämme, der englischen Jugend und Anderen." 1815 sollte das Dartmout College in Dartmouth University umbenannt werden und unter größeren staatlichen Einfluss kommen. Nach Intervention des Präsidenten der USA Francis Brown (Absolvent, der später nach ihm benannten Brown University) und nach einer Entscheidung des Obersten Gerichts der USA konnte Dartmouth seine Eigenständigkeit wahren. Das Dartmouth College gehört zu der sogenannten "Ivy League" wie mehrere Universitäten im Nordosten der USA (wie Yale, Princeton, Harvard u.a.).

Lehre

Der Schwerpunkt von Dartmouth liegt in der Ausbildung von "Undergraduates" also Studenten in der ersten universitären Ausbildung. Es studieren rund 4.100 "Undergraduates" und 1.600 "Graduates" in 16 Graduierenden Programmen in Darthmouth.

Dartmouth Medical School

Die Dartmouth Medical School wurde im Jahr 1797 gegründet, als viert älteste medizinische Hochschule der USA.

Thayer School of Engineering

Die Thayer School of Engineering wurde 1867, als erste Ingenieurschule der USA gegründet.

Tuck School of Business

Im Jahr 1900 wurde die Tuck School of Business, als weltweit erste Graduiertenschule für Management gegründet. Trotz der geringen Anzahl von Studenten und Absolventen findet sich diese Schule sehr oft unter den Besten der diversen Rankings, insbesondere für MBAs. Derzeit sind in Dartmouth 77 Institute und Forschungsprojekte angesiedelt.

Weblinks


- [http://www.dartmouth.edu/ Homepage des Dartmouth College]
- [http://dms.dartmouth.edu/ Homepage der Dartmouth Medical School]
- [http://engineering.dartmouth.edu/thayer/ Hompeage der Thayer School of Engineering]
- [http://www.tuck.dartmouth.edu/ Homepage der Tuck School of Business] Kategorie:Bildung (USA) ja:ダートマス大学

1769

Ereignisse


- 13. April: James Cook erreicht Tahiti, um den Transit der Venus vor der Sonne zu beobachten, der am 3. Juni stattfindet. Ziel ist es dabei, die Entfernung zwischen der Sonne und der Erde zu ermitteln. Nach der Reise stellt sich allerdings heraus, dass die gemessenen Daten zu ungenau sind
- James Watt erhält ein Patent für die erste direktwirkende Niederdruck-Dampfmaschine
- Nicholas Joseph Cugnot stellt seinen „Dampfwagen“ in Paris vor
- der Erfinder Baron Wolfgang von Kempelen (1734–1804) konstruiert einen „Schachautomaten“, in dem sich jedoch ein kleinwüchsiger Schachspieler verbarg. Dieser Begebenheit ist eine mögliche Deutung für die Redewendung „etwas türken“ beziehungsweise „einen Türken bauen“

Kultur


- 11. Januar: Uraufführung des musikalischen Dramas Adriano in Siria von Ignaz Holzbauer in Mannheim

Geboren


- 10. Januar: Michel Ney, Marschall von Frankreich († 1815)
- 13. Februar: Iwan Krylow, russischer Fabeldichter († 1844)
- 12. März: Archibald Campbell, britischer General († 1843)
- 23. März: William Smith, Englischer Ingenieur und Geologe († 1839)
- 29. März: Nicolas-Jean de Dieu Soult, französischer General, Marschall von Frankreich († 1854)
- 2. April, Georg Walter Vincent von Wiese, Vizekanzler des Fürstenhauses Reuß zu Gera († 1824)
- 5. April: Thomas Hardy, britischer Marineoffizier († 1839)
- 11. April: Jean Lannes, französischer General, Marschall von Frankreich († 1809)
- 13. April: Thomas Lawrence, britischer Maler († 1830
- 14. April: Barthélemy-Catherine Joubert, französischer General († 1799)
- 6. Mai: Ferdinand III. (Toskana), Großherzog von Toskana († 1824)
- 18. Juni: Robert Castlereagh, englischer Staatsmann († 1822)
- 24. Juni: August Ferdinand Bernhardi, deutscher Sprachforscher und Schriftsteller († 1820)
- 25. Juni: Ferdinand Friedrich von Anhalt-Köthen, Fürst von Anhalt-Köthen († 1830)
- 1. Juli: Giovanni Salucci, italienischer Architekt († 1845)
- 28. Juli: Hudson Lowe, britischer General, Gouverneur von St. Helena († 1844)
- 4. August: Wassili Petrowitsch Stassow, russischer Baumeister
- 15. August: Napoléon, französischer General und Kaiser († 1821)
- 17. August: Peter Alois Gratz, katholischer Bibelwissenschaftler († 1849)
- 25. August: Georges Cuvier, französischer Naturforscher († 1832)
- 14. September: Alexander von Humboldt, deutscher Forscher und Entdecker († 1859)
- 16. September: Carl Albert Christoph Heinrich von Kamptz, preußischer Staats- und Justizminister († 1849)
- 6. Oktober: Sir Isaac Brock, britischer General und kanadischer Nationalheld († 1812)
- 23. Oktober: James Ward, britischer Maler († 1859)
- 26. Dezember: Ernst Moritz Arndt, deutscher Gelehrter und nationaler Dichter († 1860)
- Daniil Nikititsch Kaschin, russischer Komponist († 1841)

Gestorben


- 2. Februar: Clemens XIII., Papst von 1758 bis 1769 (
- 1693)
- 13. Februar: Johann Hildebrand Withof, Professor für Beredsamkeit und Geschichte in Duisburg (
- 1694)
- 3. April: Gerhard Tersteegen, Mystiker und Dichter von Kirchenliedern (
- 1697)
- 4. Juni: Giambattista Lolli, italienischer Schachspieler (
- 1698)
- 29. Juli: Andreas Elias von Büchner, deutscher Mediziner (
-  1701)
- 13. Dezember: Christian Fürchtegott Gellert, deutscher Dichter (
- 1715) ko:1769년 simple:1769 th:พ.ศ. 2312

New Hampshire

New Hampshire ist ein US-Bundesstaat in Neuengland. New Hampshire ist einer der ersten 13 Staaten (1788 in die Union aufgenommen) und wurde von John Mason, dem Charles I. 1629 das Land zuwies, nach der englischen Grafschaft Hampshire benannt. Er wird auf Grund seiner vielen Steinbrüche auch Granit-Staat genannt. Zugleich spiegelt der Spitzname auch die Bewahrung von Traditionen und die Geschichte einer sparsamen Regierung wider. Es gibt keine allgemeinen Mehrwert- oder Einkommensteuern, was dem Staatsmotto „Frei leben oder sterben“ entspricht. Obwohl es ein relativ kleiner Staat ist, spielt New Hampshire in den Präsidentschaftswahlen alle vier Jahre eine wichtige Rolle, denn hier findet die erste Vorwahl (primary election) statt. New Hampshire wurde schon im Jahre 1623, nur drei Jahre nachdem die Pilgerväter in Massachusetts gelandet waren, besiedelt. New Hampshires Geschichte beschreibt den Weg von der Wildnis über eine Ackerbaugesellschaft zu einer Industriegesellschaft.

Gliederung

New Hampshire besteht aus den Counties:
- Rockingham,
- Strafford,
- Belknap,
- Merrimack,
- Hillsborough,
- Cheshire,
- Sullivan.
- Grafton,
- Carrol und
- Coos Größte Städte (Einwohner 1. Juli 2004)
- Manchester - 109.310
- Nashua - 87.411
- Concord - 42.345
- Rochester - 29.757
- Dover - 28.495
- Keene - 22.955
- Portsmouth - 20.786 Siehe auch: Sherman Adams, Liste der Gouverneure von New Hampshire, Liste der Städte in New Hampshire, Liste der Countys in New Hampshire

Weblinks


- http://usa.usembassy.de/newhampshire.htm - Public Domain Quelle dieses Textes
- [http://www.nh.gov/ Regierung von New Hampshire]
- [http://www.visitnh.gov/ Visit New Hampshire (Touristik-Auskunft)] Kategorie:US-Bundesstaat ! Kategorie:Neuengland ja:ニューハンプシャー州 ko:뉴햄프셔 주 simple:New Hampshire

College

Colleges in den USA

Ein US-amerikanisches College ist eine tertiäre Bildungseinrichtung, die zwar Universität, aber auch Berufsschule, Berufsfachschule oder Volkshochschule sein kann. Vierjährige Colleges werden in den USA als Bachelor abgeschlossen. Im ersten Jahr werden die Studierenden freshmen (inzwischen manchmal politisch korrekt first year students) genannt, im zweiten Jahr sophomores, im dritten juniors und im vierten seniors. Das Studium am College ist stärker strukturiert und „verschulter“ als an deutschen Universitäten, von den Studierenden wird viel weniger Selbstständigkeit erwartet. In den USA gibt es sowohl staatliche als auch private Colleges. An beiden Arten muss man im Vergleich zu deutschen Universitäten recht hohe Studiengebühren (fees and tuition) bezahlen, an privaten Colleges in der Regel höhere als an staatlichen. Nach Erhalt des Bachelors und eventueller Berufspraxis können amerikanische Studenten sich an einer Graduate School bewerben, um ihren Master oder PhD, der ungefähr mit dem deutschen Doktortitel vergleichbar ist, zu erreichen. Die Ansprüche in der Graduate School sind mit denen im Hauptstudium in Deutschland vergleichbar. Zweijährige Colleges, welche meist staatlich finanzierte Community Colleges sind, bieten höchstens zweijährige, typischerweise berufsbildende, Programme an, die mit Certificates, Diplomas oder auch einem Associate Degree abgeschlossen werden. Letztgenannte, so genannte Associate-Programme, dienen der Vermittlung von Wissen als Vorbereitung des Besuches eines vierjährigen Colleges und sind vom Niveau her mit der deutschen gymnasialen Oberstufe vergleichbar. Vom Konzept her sind Community Colleges mit Berufsschulen, Berufsfachschulen oder Volkshochschulen vergleichbar. Siehe auch: Early Decision

Colleges in Großbritannien und Irland

In Großbritannien und Irland wird der Begriff College sehr umfassend benutzt und bezeichnet je nach Kontext unterschiedliche Einrichtungen des Bildungssystems:
- einige private weiterführende Schulen („Public Schools“) wie etwa das Eton College
- weiterführende Schulen, so genannte Sixth Form Colleges, deren Schüler etwa 16 bis 18 Jahre alt sind und an diesen Schulen ein Advanced Level erwerben können
- die einzelnen Bestandteile mancher Universitäten, wie etwa bei Cambridge, Oxford oder der University of London
- weitere Einrichtungen außerhalb des traditionellen Bildungssystems. Dazu gehören auch University Colleges, also eigenständige, von anderen Universitäten unabhängige Einrichtungen des höheren Bildungssystems, die allerdings nicht den Status einer Universität erreicht haben.

Verhältnis von Universitäten und Colleges

Für einige Hochschulen bilden Colleges rechtlich und wirtschaftlich selbstständige Einheiten, so dass solche Universitäten auch als „Föderation von Colleges“ bezeichnet werden könnten. Der Grad der Bindung zwischen College und der zugehörigen Universität schwankt dabei. Bei den Universitäten Cambridge und Oxford sind die Colleges etwa für die sozialen und wirtschaftlichen Belange der Studenten zuständig und übernehmen mit der Bereitstellung von Mensen, Studentenwohnheimen, Gemeinschaftsräumen, Bibliotheken oder Sport viele Aufgaben, die in Deutschland z.B. von Studentenwerken ausgeführt werden. Außerdem übernehmen sie beispielsweise durch Tutorien auch Teile der fachlichen Betreuung. Die Universität selbst ist allerdings für die Prüfungen zuständig und bietet die Vorlesungen an. Bei der University of London geht die Eigenständigkeit der Colleges sogar so weit, dass sie fast als eigenständige Hochschule angesehen werden können. Auf der anderen Seite gibt es aber auch einige Colleges an Hochschulen, die zwar die oben beschriebenen Aufgaben übernehmen, dabei aber wesentlich weniger selbstständig sind als für Oxford und Cambridge dargestellt. Vor allem auch durch die wirtschaftliche Eigenständigkeit vieler Colleges – sie haben eigene Angestellte, aber auch Eigentum – sind diese teilweise in einer wirtschaftlich besseren Lage als die Universitäten, zu denen sie gehören. Kategorie:Bildung (USA)

Kolonialzeit

Als Kolonialzeit bezeichnet man die Epoche von der Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945. Kolonien waren beschlagnahmte Regionen freier Länder. Siedler der jeweiligen Kolonialmacht nutzen die beschlagnahmte Region und genossen höhere Rechte als die Einheimischen. Die Kolonialmächte vertraten oft die Ansicht, sie seien verpflichtet, die rückständigen Völker zu regieren. Meistens wurden die Kolonien als erweitertes Staatsgebiet betrachtet. Manche Staaten nannten ihre Kolonien Überseeprovinzen. So war Macau bis zu seiner Rückgabe an díe Volksrepublik China im Jahr 1999 eine Überseeprovinz Portugals. Hongkong zählte bis 1997 als britische Kronkolonie. Ein koloniales Verhältnis gilt als beendet, wenn das unterworfene Volk eine autonome Regierung erhält oder als gleichberechtigtes Mitglied in die politische Struktur der Kolonialmacht aufgenommen wird.

Kolonialmächte


- Portugal
- Spanien
- Frankreich
- Großbritannien
- Niederlande
- Belgien
- Deutsches Reich
- Russland
- Italien
- Japan
- USA
- Schweden (nur kurzzeitig)
- Dänemark (nur kurzzeitig)
- Norwegen (nur Kurzzeitig) Kategorie:Zeitalter Kategorie:Kolonialismus

Gouverneur

Der Gouverneur (aus dem Französischen; engl. Governor, span. Gobernador, russ. Губернатор (gubernator) dt. Regent) ist der Leiter eines zivilen oder militärischen Bereichs, der sich auf ein mehr oder weniger begrenztes Gebiet bezieht. Zivile Gouverneure gibt es z.B.
- in den Bundesstaaten der USA (wo sie den österreichischen Landeshauptmännern bzw. den deutschen Ministerpräsidenten oder Schweizer Landammännern entsprechen), vgl. Gouverneur (USA)
- in Russland, vgl. Gouverneur (Russland)
- in den Bundesstaaten Brasiliens
- in den argentinischen Provinzen
- in den Präfekturen Japans
- in denjenigen Mitgliedsländern des Commonwealth of Nations, in denen Staatsoberhaupt die britische Königin ist, wird mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs die Königin durch einen Generalgouverneur vertreten. (Der Vertreter der britischen Krone, also der Regierung des Vereinigten Königreichs ist hingegen der Hochkommissar.)
- in den türkischen Provinz als Provinzleiter. In Zeiten des Kolonialismus und Imperialismus waren die Gouverneure die Verwalter einer Kolonie, die entweder direkt vom König/Kaiser oder vom zuständigen Vizekönig/Generalgouverneur eingesetzt wurden. Gouverneur ist auch die Übersetzung, auf Französich (Zeitungen und andere Medias) für Landeshauptmann. Militär-Gouverneure sind die obersten Befehlshaber einer Festung, einer Garnison, eines militärischen Standortes oder eines militärisch besetzten Gebiets (Landes) (Okkupation), vgl. Gouverneur (Militär). Als Gouverneur wird ferner auch der Chef (Präsident) einer Notenbank bezeichnet. ja:知事 ms:Gabenor

Großbritannien und Nordirland

Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland (engl. United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland - meist verkürzt zu United Kingdom oder UK) ist eine konstitutionelle Monarchie im Nordwesten Europas. Der größte Inselstaat Europas besteht aus den Landesteilen England, Wales und Schottland auf der Insel Großbritannien und Nordirland auf der Insel Irland. __TOC__ Im deutschen Sprachraum wird der Name oft auf Vereinigtes Königreich, entsprechend den amtlichen Kurzformen verkürzt. Die Bezeichnung Großbritannien wird ugs. oft als Synonym verwendet, bezeichnet aber nur Teile der britischen Inseln, nämlich nur die Insel, auf der England, Wales und Schottland liegen, und nicht noch das benachbarte Nordirland. Die Bezeichnung England schränkt das Vereinigte Königreich noch mehr ein. Zwar ist England der größte und nach wie vor beherrschende Landesteil, aber eben nur ein Teil des Landes und der Insel. So würde sich ein Schotte oder Nordire selbst nicht als Engländer bezeichnen. Woher das „Groß“ in „Großbritannien“ stammt, wird im Französischen klar: „Großbritannien“ ist die „Grande-Bretagne“, im Unterschied zu der auch im Deutschen so genannten „Bretagne“. Die Bezeichnung Britannia hingegen stammt aus der Spätantike, nämlich aus dem Wortschatz der Urengländer, dem keltischen Brith, was buntfarbig oder gefleckt bedeutet. Offenbar war es dort einst Sitte, sich zu bemalen.

Geographie

Bretagne Der größte Teil Englands besteht aus flachen Ebenen. Eine imaginäre Linie zwischen den Flüssen Tees (bei Middlesbrough) und Exe (bei Exeter) unterteilt England in einen sehr flachen und in einen eher hügeligen Teil. Die wichtigsten Hügelzüge (Gebirgsketten) von Nord nach Süd sind die Cumbrian Mountains, die Pennines, der Peak District, die Cotswolds und die Chilterns. Die wichtigsten Flüsse sind Themse, Severn, Trent, Great Ouse und Humber. Die größten Städte sind London, Birmingham, Manchester, Sheffield, Liverpool, Leeds, Bristol und Newcastle-upon-Tyne. Wales ist abgesehen von einer flachen Ebene im Süden äußerst hügelig. Der höchste Berg, der Snowdon, ist 1.085 Meter hoch. Nördlich des Festlandes liegt die Insel Anglesey. Die größte Stadt ist Cardiff an der Südküste. Die Geographie Schottlands ist sehr unterschiedlich, mit den flachen Lowlands im Süden und Osten sowie den teils gebirgigen Highlands im Norden und Westen. Der Ben Nevis (1.344 Meter) ist der höchste Berg Großbritanniens. Es gibt zahlreiche lange und tiefe Meeresarme, Firths und Lochs. An der Nord- und Westküste gibt es eine stattliche Anzahl von Inseln, darunter die Hebriden, die Orkney- und die Shetlandinseln. Die größten Städte sind Edinburgh, Glasgow und Aberdeen. Nordirland umfasst den nordöstlichen Teil der Insel Irland. Das Gelände ist hügelig. Ziemlich exakt in der Mitte des Territoriums liegt der Lough Neagh, der größte Binnensee der Britischen Inseln. Die wichtigsten Städte sind Belfast und Derry. Siehe auch: Liste der Seen in Großbritannien, Liste der Berge in Großbritannien

Klima und Vegetation

Das Klima von Großbritannien und Nordirland variiert, ist jedoch gemäßigt. Es ist aufgrund des Golfstroms markant wärmer als in anderen Gebieten auf den gleichen Breitengraden (wie z. B. Polen). Allgemein ist das Klima im Süden wärmer und trockener als im Norden. Der Wind bläst hauptsächlich von Südwesten, vom Atlantischen Ozean her. Während mehr als der Hälfte des Jahres ist der Himmel bewölkt. Das Land ist relativ selten von Naturkatastrophen betroffen, vor allem im Winter können jedoch starke Sturmwinde und Überschwemmungen auftreten. Die Regenmenge beträgt im Norden durchschnittlich 1.000 mm pro Jahr, im Süden 700 mm. Die Grafschaft Essex ist die trockenste Gegend des Landes. Die jährliche Regenmenge beträgt hier nur 600 mm, obwohl an über 100 Tagen im Jahr Regen fällt. In manchen Jahren kann die Regenmenge nur 450 mm betragen, weniger als z. B. in Jerusalem oder Beirut. Der früher weit verbreitete Laub- und Mischwald ist wegen Raubbau und Landwirtschaft auf 8 % zurückgedrängt worden. Jetzt versucht man die Wälder wieder aufzuforsten. Die Gebirge sind mit Mooren und Heiden bedeckt.

Bevölkerung

Das Vereinigte Königreich hatte bei der letzten Volkszählung im Jahre 2004 60.294.000 Einwohner. Sie gliedert sich in Engländer (83,6 %), Schotten (8,6 %), Iren (2,9 %), Waliser (4,9 %) und Andere 7,9 %.

Sprachen

Das Vereinigte Königreich Großbritannien und Nordirland hat keine offizielle Amtssprache. Englisch ist jedoch de facto offizielle Sprache und wird von 95 % der Bevölkerung als einzige Sprache gesprochen. Als „Hochsprache“ gilt die so genannte Aussprachevariante der Received Pronunciation. Dieses Englisch wird auch in den meisten Schulen Deutschlands unterrichtet. Allerdings haben zwei Teilstaaten offizielle Sprachen: In Wales sind sowohl Englisch als auch Walisisch offizielle Sprachen. In Nordirland sind dies Englisch, Irisch und Ulster Scots. Zusätzlich wird in den Äußeren Hebriden die Schottisch-Gälische Sprache anerkannt. Daneben gibt es in Großbritannien diverse lokale Dialekte des Englischen, die aber keinen offiziellen Status haben und meist rein mündlicher Natur sind. Noch bis in die jüngste Vergangenheit hinein empfand man Dialekte und dialektal gefärbte Aussprache im klassenbewussten Königreich als sozialen Makel. Die Minderheitensprachen sind durch die Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen anerkannt und geschützt. Walisisch genießt in Wales Gleichberechtigung mit Englisch; in Schottland ist dies Scots, in Cornwall die Kornische Sprache, in Nordirland das Ulster Scots. Die Gehörlosen verwenden die British Sign Language. Laut der Volkszählung von 2001 wird Walisisch von rund 20 % der Bevölkerung in Wales gesprochen (ca. 600.000 Menschen), schottisches Gälisch von rund 60.000 Menschen, Irisch von rund 20.000 Menschen (7 % der Bevölkerung Nordirlands) und Kornisch von 3.500 Menschen (etwa 0,6 % der Bevölkerung von Cornwall). Schreibweise des Landesnamens in den offiziell anerkannten Sprachen:
- United Kingdom of Great Britain and Northern Ireland (Englisch)
- Teyrnas Unedig Prydain Fawr a Gogledd Iwerddon (Walisisch)
- An Rìoghachd Aonaichte na Breatainn Mhòr agus Eirinn a Tuath (schottisches Gälisch)
- Ríocht Aontaithe na Breataine Móire agus Thuaisceart Éireann (Irisch)
- An Rywvaneth Unys a Vreten Veur hag Iwerdhon Glédh (Kornisch)
- Unitit Kinrick o Great Breetain an Northren Ireland (Scots)

Minderheiten

Es gibt mehrere ethnische Minderheiten im Vereinigten Königreich, die ca. 7,9 % der Bevölkerung ausmachen. Zu über 50 % sind ihre Angehörigen im Vereinigten Königreich selbst geboren worden. Der relativ große Anteil dieser Minderheiten erklärt sich aus der Einwanderung einer großen Anzahl von Bewohnern ehemaliger britischer Kolonien in der Karibik und des indischen Subkontinents, vor allem in den 1950ern und den 1960ern. Es gibt folgende Hauptminderheiten: Karibischer oder afrikanischer Abstammung („Black Caribbean“ bzw. „Black African“ - über 1,1 Millionen) Der Großteil der eingewanderten Westinder kam in den 1950ern, in der Hoffnung auf Arbeit und um der schlechten Lebensqualität in ihren Heimatländern zu entfliehen. Die meisten kamen aus Jamaika, Trinidad und Tobago und Dominica. Bei der letzten Volkszählung 2001 wurden 1.148.738 Menschen gezählt (davon 565.876 aus dem karibischen Raum und 485.277 aus Afrika), was etwa 2,1 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Inder (über 1 Million - 2001) Die Inder stellen die größte Einwanderergruppe aus einem einzigen Land. Ihr Anteil an der Bevölkerung beträgt 1,8 %. Bei der letzten Volkszählung (2001) wurden 1.053.411 Menschen gezählt. Obwohl sie als eine einzige Minderheitengruppe zusammengefasst werden, gibt es weitere Unterschiede innerhalb derselben. 45 % der britischen Inder sind Hindus, die Sikhs folgen mit 29 % und an dritter Stelle die indischen Moslems mit 13 %. Diverse Gründe haben die Inder dazu veranlasst, nach Großbritannien auszuwandern; neben wirtschaftlichen Gründen wie Armut, Arbeitssuche oder dem Wunsch nach einem höheren Lebensstandard spielt auch politische Verfolgung eine Rolle. Pakistaner (747.285 - 2001) Pakistaner sind die zweitgrößte südasiatische Minderheit in Großbritannien. Sie kamen mit Seefahrern nach Großbritannien und suchten dort für kurze Zeit Arbeit, um Geld für ihre Familien zu verdienen, und fuhren dann wieder zurück nach Pakistan. Viele von ihnen aber blieben in Großbritannien. Der größte Teil der Pakistaner sind Anhänger des Islam. Bengalen (283.063 - 2001) Die Bengalen gehören ebenso wie die Inder und Pakistaner zu den sogenannten „Asian or Asian British People“. Die Gründe für ihre Einwanderung waren der Bürgerkrieg und die Abspaltung Bangladeschs von Pakistan 1971 ebenso wie die der Suche nach Arbeit und die Hoffnung auf einen höheren Lebensstandard. Die meisten Bengalen sind ebenfalls Muslime. Chinesen (247.403 - 2001) Ein Großteil der chinesischen Einwanderer in Großbritannien wanderte nach dem Zweiten Weltkrieg ein, vor allem aufgrund des Preisverfalls von Reis in Hongkong. Im Jahre 2001 lebten 247.403 Chinesen in Großbritannien, was 0,4 % der Gesamtbevölkerung entspricht. Heutzutage gehören die Chinesen zu den bestverdienenden und bestausgebildeten Einwohnern Großbritanniens. Sinti & Roma (ca. 120.000) Unter dem englischen Begriff „Gypsy“ oder „Traveller“ versteht man eine Vielzahl ethnischer Minderheiten. Die Minderheit, die den traditionellen „Zigeunern“ in ihrer Lebensweise am nächsten kommt, sind die Roma, deren Ursprung in Nordindien liegt. Heutzutage werden aber auch Einwanderer aus Osteuropa, etwa aus Polen, Rumänien, Tschechien und der Slowakei dazugezählt. Die Hauptprobleme der Roma und auch der relativ wenigen britischen Sinti sind Diskriminierung, Armut und eine hohe Kindersterblichkeitsrate. Nach Schätzungen der UNO leben in Großbritannien mehrere hunderttausend Menschen polnischer Herkunft.

Religion

Die Mehrzahl der Einwohner des Vereinigten Königreichs (ca. 74 %) versteht sich als Christen. Bei der letzten Volkszählung 2001 beantworteten 92 % der Einwohner die freiwillige Frage nach der Religion. Wie in anderen Ländern auch ist die Kirchenmitgliedschaft nicht mit der Religionszugehörigkeit gleichzusetzen. Genaue Statistiken der Kirchenmitgliedschaft sind schwer zu erstellen, da man in Großbritannien gewöhnlich nur dann offiziell Mitglied einer Kirche wird, wenn man sich über den gelegentlichen Gottesdienstbesuch hinaus am Gemeindeleben beteiligen will. 1995 waren nur 14 % der Bevölkerung solche Mitglieder von Kirchen. Laut Umfragen aus dem Jahr 1995 fühlen sich noch ca. 27 Millionen (45 %) der anglikanischen Kirche zugehörig, 11 Millionen (19 %) anderen protestantischen Kirchen im weitesten Sinne und knapp 6 Millionen (10 %) der katholischen Kirche. Katholiken wurden früher oft als kuriose Minderheit empfunden (vgl. z. B. Evelyn Waughs Wiedersehen in Brideshead), sind heute aber etwas relativ normales geworden. Zu den großen Kirchen (grob nach Größe und Einfluss geordnet) zählen in
- England die
  - Church of England (Anglikanisch)
  - Römisch-Katholische Kirche
  - Methodistische Kirche
  - United Reformed Church (Reformiert)
- Schottland die
  - Church of Scotland (Reformiert/Presbyterianisch)
  - Römisch-Katholische Kirche
  - United Reformed Church (Reformiert) (in Schottland entstanden aus der Congregational Union bzw. Church und anderen reformierten Gemeinden)
  - Methodistische Kirche
- Wales die
  - Church in Wales (Anglikanisch)
  - United Reformed Church (Reformiert)
  - Römisch-Katholische Kirche
  - Methodistische Kirche
- Nordirland die
  - Church of Ireland (Anglikanisch)
  - Römisch-Katholische Kirche
  - Verschiedene Presbyterianische Kirchen Über 9 Millionen Einwohner gehören keiner Religion an (Agnostiker, Atheisten und Heiden). Daneben sind auch Islam, Hinduismus, Sikhismus und andere Religionen verbreitet:

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Britischen Inseln, Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland Geschichte des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland In der Antike waren weite Teile der Insel Großbritannien, abgesehen vom Gebiet des heutigen Schottlands, für rund 350 Jahre von den Römern besetzt. Als diese sich zurückzogen, bildeten sich mehrere kleine Königreiche, die von den eingewanderten Angeln und Sachsen (Angelsachsen) und später auch von den Wikingern beherrscht wurden. Die keltische Urbevölkerung wurde in die westlichen Randgebiete verdrängt. Im 10. Jahrhundert entstanden die voneinander unabhängigen Königreiche Schottland und England. 1066 eroberten die Normannen, französisierte Wikinger aus der Normandie, die Insel und prägten sie für die folgenden Jahrhunderte. Wales, das seit 1284 unter der Kontrolle Englands war, wurde mit der Act of Union 1536 Teil des Englischen Königreichs. Mit der Act of Union 1707 wurden die Königreiche Schottland und England zum Königreich Großbritannien vereinigt; beide Staaten hatten seit 1603 durch Personalunion denselben Monarchen. Die Act of Union 1800 vereinigte das Königreich Großbritannien mit dem Königreich Irland, das von 1169 bis 1603 mehr und mehr unter englische Kontrolle geraten war. Durch diese Verschmelzung entstand das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland. 1922 bildeten 26 irische Grafschaften den Irischen Freistaat (ab 1937 Éire, ab 1949 Republik Irland). Die restlichen 6 Grafschaften in der Provinz Ulster verblieben beim Vereinigten Königreich. Der heutige Staatsname Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland wird seit 1927 verwendet. Das Vereinigte Königreich, die dominierende Industrie- und Seefahrtsnation im 19. Jahrhundert, spielte eine bedeutende Rolle bei der Entwicklung der parlamentarischen Monarchie, bei Literatur und Wissenschaft. Unter dem außenpolitischen Prinzip der Balance of Power trat Großbritannien über viele Jahrhunderte für ein Mächtegleichgewicht auf dem europäischen Kontinent ein und schloss dafür wechselnde Bündnisse. Auf seinem Höhepunkt umfasste das Britische Imperium zwei Fünftel der Landfläche der Erde, die in vielen Kriegen erobert worden waren. Durch die beiden Weltkriege verlor das Land seine Weltmachtstellung, obwohl es beide Male auf der Siegerseite stand. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde das Imperium bis auf einige kleine Reste aufgelöst. Großbritannien war gezwungen, sich mehr Europa (Kontinentaleuropa) zuzuwenden, hält sich aber bis heute bei der Integration zurück. Das Land ist zwar Mitglied der Europäischen Union, hat aber den Euro wegen innenpolitischer Widerstände nicht eingeführt. Im Zuge einer Verfassungsreform erhielten Schottland, Wales und Nordirland im Jahre 1999 eigene Parlamente. Siehe auch: Geschichte des Vereinigten Königreiches, Geschichte Englands, Geschichte Irlands, Geschichte Nordirlands, Geschichte Schottlands, Geschichte von Wales, Britisches Imperium, Commonwealth of Nations, Britische Unterhauswahlen 2005

Politik

Hauptartikel: Politisches System Großbritanniens und Nordirlands, Britische Monarchie Das Vereinigte Königreich ist eine konstitutionelle Monarchie (Staatsoberhaupt ist Königin Elisabeth II.), Premierminister ist Tony Blair. Hort der Souveränität ist das Parlament, das aus Oberhaus (House of Lords: Adel, heute größtenteils nichterblicher Verdienstadel, und einige anglikanische Bischöfe) und Unterhaus (House of Commons: nach Mehrheitswahlrecht gewählte Abgeordnete) besteht. Der Landesteil England ist in Europa das Land mit der ältesten ununterbrochenen parlamentarischen Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht (Magna Charta). Eine geschriebene Verfassung gibt es nicht, es gibt allerdings Gesetze mit Verfassungsrang. Schottland und Wales haben seit den 1990er Jahren eigene Landesparlamente und -regierungen. In Schottland und Wales gilt schon die Europäische Menschenrechtserklärung, in England steht sie vor der Einführung. Das Vereinigte Königreich ist eines der Gründungsmitglieder der NATO und des Commonwealth of the Nations. Es ist außerdem ständiges Mitglied des UNO-Sicherheitsrates sowie Teil der Europäischen Union.

Militär

Das Vereinigte Königreich hat die höchsten Rüstungsausgaben in Europa und ist dessen wichtigste Militärnation. Traditionell konzentriert sich das britische Militär mehr auf die Kriegsmarine, Royal Navy, und die Luftwaffe, Royal Air Force, als auf das Heer, die British Army. Das Vereinigte Königreich besitzt seit 1952 Atomwaffen, deren Bestand in den vergangenen Jahren zwar deutlich reduziert wurde, jedoch ständig modernisiert wird. Das Vereinigte Königreich unterhält zudem etliche Militärbasen im Ausland. Hierzu gehören mehrere Basen in Deutschland mit insgesamt 27.000 Soldaten sowie zwei britische Hoheitsgebiete auf Zypern mit etwa 7.000 Soldaten. Außer den USA hat kein Staat mehr Soldaten im Ausland stationiert als Großbritannien. Aktuell sind 67.000 britische Soldaten im Ausland stationiert, darunter 8.900 im Irak.

Verwaltungsgliederung

Hauptartikel: Verwaltungsgliederung Großbritanniens und Nordirlands Das Vereinigte Königreich besteht aus den vier Landesteilen: England (Königreich), Wales (Fürstentum), Schottland (Königreich) und Nordirland (Provinz). Wales, Schottland und Nordirland besitzen seit den 1990er Jahren eigene Landesteilparlamente und -regierungen mit einem sog. Ersten Minister als Chef (vergleichbar einem Ministerpräsidenten in Deutschland oder einem Landeshauptmann in Österreich). England besitzt, mit Ausnahme Londons (noch) keine Landesverwaltung. Eine „Northern Assembly“ (Nordenglische Versammlung) ist gegenwärtig in der Diskussion. Die Aufgaben einer Staatsspitze Englands werden von Parlament und Regierung des Vereinigten Königreiches mit wahrgenommen. Dabei ist es inzwischen üblich geworden, dass sich im Parlament die Abgeordneten der anderen Landesteile enthalten, wenn eine Entscheidung nur England betrifft (siehe auch West-Lothian Question). Die unteren Verwaltungsebenen sind seit dem späten 19. Jahrhundert mehrmals neu strukturiert worden, weitere Veränderungen sind in der Zukunft zu erwarten. Traditionell bestand England seit dem Mittelalter aus 39, Schottland aus 34, Wales aus 13 und Nordirland aus 6 Grafschaften (engl. counties). Heute (2004) gibt es in England 35 Grafschaften, 40 so genannte „Unitary Authories“, 6 Metropolitan Counties sowie Greater London mit seinem Bürgermeister Ken Livingstone (siehe hierzu auch Verwaltungsgliederung Englands). Wales besteht aus 22, Schottland aus 32 Unitary Authorities. In Nordirland gibt es 26 Bezirke (District). Die Namen der alten Grafschaften werden aber im Alltagsgebrauch aller Landesteile oft weiterhin verwendet. Abhängige Gebiete (offiziell Überseegebiete/Overseas territories of the United Kingdom):
- Anguilla
- Bermuda
- Britische Jungferninseln
- Britisches Antarktis-Territorium
- Britisches Territorium im Indischen Ozean
- Kaimaninseln
- Falklandinseln
- Gibraltar
- Montserrat
- Pitcairninseln
- St. Helena
- Südgeorgien und die Südlichen Sandwichinseln
- Turks- und Caicosinseln Gebiete, die nur der britischen Krone unterstehen und nicht dem Vereinigten Königreich (Crown dependencies):
- Kanalinseln
- Man Beide haben eigene Legislativen und Rechtssysteme, werden jedoch im Bereich Verteidigung und internationale Beziehungen von der britischen Regierung vertreten. Der britische Monarch ist Staatsoberhaupt nicht nur des Vereinigten Königreichs, sondern auch einer ganzen Reihe weiterer, unabhängiger Commonwealth-Staaten. Siehe auch: Liste der Städte in Großbritannien und Nordirland, Kronkolonie

Infrastruktur

Der Verkehr orientiert sich in Nord-Süd-Richtung. Im Straßenverkehr wird links gefahren, im Gegensatz zu den meisten anderen europäischen Ländern. Kreisverkehre sind bei britischen Verkehrsplanern besonders beliebt, da es keine Rechts-vor-Links- oder Links-vor-Rechts-Regel gibt; an Kreuzungen ohne Kreisverkehr ist stets eine der Straßen als Vorfahrtsstraße markiert. Von Bedeutung sind die Autobahnen (Motorways), die das Land (insbesondere England) sehr gut erschließen. Zudem begann man in den 1990er Jahren mit dem Bau mehrspuriger Überlandstraßen, um sowohl die Autobahnen wie auch die an kleineren Straßen gelegenen Orte zu entlasten. Die Inseln Großbritannien und Irland sind durch Fähren verbunden. Das Vereinigte Königreich ist die wichtigste Drehscheibe des Weltluftverkehrs. Das gesamte Fluggastaufkommen ist mit rund 200 Mio. Passagieren pro Jahr (davon 125 Mio. auf den Londoner Flughäfen) das größte Europas. Insgesamt verfügt es über acht internationale und viele regionale Flughäfen. Heathrow im Westen Londons war mit 64 Millionen Passagieren 2003 der Flughafen mit dem größten internationalen Passagieraufkommen der Welt und zugleich auch der mit den meisten Flugbewegungen. Weitere wichtige Flughäfen sind Gatwick und Stansted bei London sowie Birmingham und Manchester. Das dichte, 1994 privatisierte, älteste Eisenbahnnetz der Welt ist in den 1960er- und 1970er-Jahren aus Rentabilitätsgründen stark geschrumpft. Durch den Eurotunnel besteht Anschluss an das Eisenbahnnetz des europäischen Kontinents. Um diese Verbindung zu verbessern, wurde 2003 der erste Teil des Channel Tunnel Rail Link in Betrieb genommen. Diese erste Hochgeschwindigkeitsstrecke Großbritanniens soll die Reisezeit deutlich verkürzen. Ende der 1990er-Jahre und zu Beginn des aktuellen Jahrzehnts kam es wiederholt zu schweren Eisenbahnunfällen, die von Fachleuten auch auf eine mangelhafte Organisation bei der Privatisierung des Schienennetzes zurückgeführt wurden. Dies war mit ein Grund dafür, dass die Schieneninfrastruktur 2002 wieder verstaatlicht wurde. Auch kommt es immer wieder zu erheblichen Verspätungen im Personenverkehr. Die offiziellen Erklärungen für die Verspätungen und Ausfälle sorgen auf der Insel immer wieder für Heiterkeit: Mal sind es „Blätter auf den Schienen“ (im Herbst), mal ist es „die falsche Sorte Schnee“ (im Winter), im Rest des Jahres sind es „Weichenprobleme“ oder „fehlende Lokführer“. Der Schienengüterverkehr in Nordirland wurde im Jahre 2004 eingestellt, während in Großbritannien in den letzten Jahren Zuwächse erzielt werden konnten. Durch die Insellage des Vereinigten Königreiches, die räumliche Trennung Nordirlands vom restlichen Staatsgebiet und die vielen vorgelagerten Inseln besitzt die Seeschifffahrt traditionell eine große Bedeutung. Die wichtigsten Häfen sind Southampton, London und Belfast. Schon seit der Antike sind regelmäßige Schiffsverbindungen zwischen den Inseln und dem (Insel-)Festland bekannt. Es war einfacher, per Schiff von einem Ort zum anderen zu kommen als über das unwegsame bergige Land.

Siehe auch


- Kfz-Kennzeichen (UK)
- Straßensystem in Großbritannien
- Liste der Autobahnen in Großbritannien
- Liste von Eisenbahngesellschaften in Großbritannien und Nordirland

Wirtschaft

Das Vereinigte Königreich zählt zu den am stärksten deregulierten und privatisierten Volkswirtschaften der Welt. Die Wirtschaft des Vereinigten Königreiches ist dienstleistungsorientiert. Wichtigste Exportgüter sind Maschinen, Computer und vor allem die Bodenschätze der Nordsee, nämlich Erdöl und Erdgas. In den vergangenen Jahren erlebten vor allem die Rüstungsindustrie und der Schiffbau einen großen Aufschwung. Auch in der Luftfahrtindustrie ist Großbritannien wieder verstärkt vertreten, u. a. im Airbus-Konsortium und durch zahlreiche Kooperationen mit Boeing und Lockheed-Martin. Großbritannien stellt zudem mehrere der größten Konzerne der Welt, darunter British Aerospace, BP, Shell und HSBC. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im 1. Quartal 2004 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,4 %. Mit 23.080 Euro liegt das BIP pro Kopf im oberen europäischen Referenzrahmen. Die Arbeitslosenquote beträgt 3,7 % (2004).

Kultur

Höchste Bauwerke


- Belmont-Sendemast, 385 Meter - höchstes Bauwerk Großbritanniens und der EU
- VLF-Sendemast Skelton, 365 Meter
- (Wolkenkratzer London Bridge Tower (London), 310 Meter - höchstes Hochhaus Europas (in Planung))
- Wolkenkratzer 1 Canada Square (London), 235 Meter
- Wolkenkratzer 8 Canada Square (London), 210 Meter
- Wolkenkratzer 25 Canada Square (London), 210 Meter

Weitere Themen


- Portal:Großbritannien
- Anglozentrismus

Weblinks

Geschichte Großbritanniens


- http://www.schottlandgeschichte.de/ – Umfangreiche Zeittafel und Informationen zu Schottland (deutsch)
- http://www.britannia.com/ – UK Travel & British History (englisch)
- http://www.historic-uk.com/ – history and heritage accommodation guide (englisch)
- http://www.woodlands-junior.kent.sch.uk/geography/unionjack.html – Union Jack: die britische Flagge (englisch)
- http://www.royal.gov.uk – Monarchy Today: Vergangenheit und Gegenwart des englischen Köngigshauses (englisch)
- http://www.britishbattles.com/ – British Battles (englisch)

Landschaft und Natur


- http://www.beautifulbritain.co.uk/ – Beautiful Britain (englisch)

Politik


- http://www.politik.uni-koeln.de/jaeger/links/britauspol – Linksammlung zur Britischen Außenpolitik
- http://www.fco.gov.uk – Britisches Außenministerium
- http://www.parliament.uk – Britisches Parlament
- http://www.number-10.gov.uk – No. 10 Downing Street (Britische Regierung)

Institutionen


- http://www.statistics.gov.uk/products/p5703.asp – Britain 2004: Das offizielle Jahrbuch über Großbritannien
- http://www.agf.org.uk – Anglo-German Foundation (Deutsch-Britische Stiftung)
- http://www.gbf.com – Deutsch-Britisches Forum
- http://www.britischebotschaft.de/ – Britische Botschaft in Berlin

Reisen


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=189 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- http://www.nationalexpress.com – National Express: bekanntester britischer Reisebus-Service (englisch)
- http://www.schottlandportal.de/ – Schottland: Portal und Informationsseite zu Urlaub, Reisen, Land und Leute
- http://www.vereinigtes-königreich.de/ – Vereinigtes Königreich

Vermischtes


- http://www.spiegel.de/jahrbuch/0,1518,GBR,00.html – Spiegel online / Jahrbuch / Großbritannien
- http://www.career-contact.de/laenderinfos/grossbritannien/uebersicht.php – Jobs und Praktikum in Großbritannien - Das Infoportal
Kategorie:Monarchie Kategorie:Staat Kategorie:Land in der EU als:Grossbritannien und Nordirland ja:イギリス ko:영국 ms:United Kingdom simple:United Kingdom th:สหราชอาณาจักร zh-min-nan:Liân-ha̍p Ông-kok

Georg III. (Vereinigtes Königreich)

Georg III. Wilhelm Friedrich (engl. George III William Frederick;
- 4. Juni 1738 in London; † 29. Januar 1820 im Windsor Castle) war von 1760 bis 1801 König von Großbritannien und König von Irland, danach bis zu seinem Tod König des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland. Er war gleichzeitig Herzog von Braunschweig-Lüneburg und somit Kurfürst (ab 1815 König) von Hannover. Georg war der dritte britische Monarch aus dem Haus Hannover, doch der erste, der in Großbritannien geboren wurde und dessen Hauptsprache Englisch war. Während seiner Herrschaft gingen zahlreiche Kolonien in Nordamerika verloren, die sich zu den Vereinigten Staaten zusammenschlossen. Daneben wurden die Königreiche Großbritannien und Irland, die zuvor in Personalunion regiert worden waren, zum Vereinigten Königreich verschmolzen. Die zweite Hälfte seiner Herrschaft war geprägt von einer zunächst sporadisch auftretenden und schließlich permanenten Geisteskrankheit. Heute wird angenommen, diese sei durch eine Stoffwechselstörung (Porphyrie) verursacht worden. 1811 hatte sich sein Geisteszustand derart verschlechtert, dass sein ältester Sohn als Regent eingesetzt werden musste und die Amtsgeschäfte übernahm. Dieser trat dann 1820 als Georg IV. die Thronfolge an. Wegen seiner Vorliebe fürs Landleben und seinem relativ bescheidenen Lebensstil erhielt Georg III. den Spitznamen „Farmer George“ (Bauer Georg).

Frühe Lebensjahre

Georg wurde am Morgen des 4. Juni 1738 im Norfolk House in London geboren. Er war ein Mitglied des Fürstengeschlechts der Welfen, zu seinen Vorfahren gehörte unter anderem Heinrich der Löwe. Sein Vater war Friedrich Ludwig von Hannover, seine Mutter war Augusta von Sachsen-Gotha. König Georg II. war sein Großvater. Friedrich Ludwig starb am 31. März 1751 an einer Kopfverletzung, woraufhin der Titel des Herzogs von Edinburgh an seinen Sohn fiel. Der neue Herzog war nun Thronfolger und erhielt dementsprechend den Titel Prince of Wales. Seine Mutter misstraute ihrem Schwiegervater, der ihren Ehemann vom Königshof ferngehalten hatte; aus diesem Grund lebte Georg von seinem Großvater getrennt. Einen großen Einfluß in Georgs Kindheit übte der Earl of Bute aus, der später Premierminister wurde.

Heirat

Premierminister Nach dem Tod seines Großvaters am 25. Oktober 1760 trat Georg die Nachfolge an und wurde König von Großbritannien, König von Irland sowie Kurfürst von Hannover. Daraufhin wurde in den verschiedenen europäischen Herrscherhäusern nach einer geeigneten Gemahlin gesucht. Am 8. September 1761 heiratete der König in der Chapel Royal des St. James's Palace die aus Deutschland stammende Prinzessin Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz. Zwei Wochen später wurden beide in der Westminster Abbey gekrönt. Zusammen hatten sie fünfzehn Kinder – neun Söhne und sechs Töchter – mehr als alle anderen Monarchen in der britischen Geschichte. Zwei seiner Söhne wurden später Könige des Vereinigten Königreichs, eine Tochter wurde Königin von Württemberg. Über einhundert Jahre später kursierten Gerüchte, Georg habe bereits am 17. April 1759 ein Quäkerin namens Hannah Lightfoot geheiratet. In diesem Falle wäre Georg in Bigamist gewesen und sämtliche Kinder aus der Ehe mit Charlotte wären als illegitim erklärt worden. Doch es stellte sich heraus, dass Hannah Lightfoot gar nicht mit Georg hätte verheiratet sein können. Sie war bereits seit 1753 die Gattin von Isaac Axelford und starb im Dezember 1759, womit aus einer im April 1759 geschlossenen Ehe gar keine Kinder hätten emtstammen können. Die angebliche Heirat wurde 1866 in einem Gerichtsprozess gegen die Tochter der Hochstaplerin Olive Wilmot erwähnt, die sich als "Prinzessin Olive" ausgegeben hatte. Eine vorgelegte Heiratsurkunde wurde als Fälschung entlarvt; diese befindet sich heute in den königlichen Archiven von Windsor Castle.

Konflikt in Nordamerika

Georg III. war bestrebt, möglichst viele der Machtbefugnisse, die seine Vorgänger an das Parlament abgetreten hatten, wieder zu erlangen. Aus diesem Grund bevorzugte er wann immer möglich Politiker der königstreuen Tories. Diese Bestrebungen führten dazu, dass die Whigs in Georg einen Autokraten im Stile von Karl I. sahen. Der inkompetente Lord Bute (der wahrscheinlich nur deshalb Premierminister geworden war, weil er Georgs Auslegung der königlichen Macht befürwortete) trat 1763 zurück, was den Whigs die Rückkehr an die Macht ermöglichte. Im selben Jahr erließ die britische Regierung auf Anordnung Georgs die Königliche Proklamation von 1763, welche die Ausdehnung der nordamerikanischen Kolonien westlich der Appalachen einschränkte. Das Ziel der Proklamation war es, die Kolonisten zu Verhandlungen mit den Ureinwohnern zu zwingen. Dadurch sollten Landkäufe rechtmäßig durchgeführt werden können, was wiederum die kostspieligen Kriegshandlungen wegen Landkonflikten an den Grenzen reduzieren sollte. Die Proklamationslinie, wie sie bald hieß, war bei den amerikanischen Kolonisten äußerst unbeliebt und führte zu einer noch größeren Entfremdung mit der britischen Regierung. Die Kolonisten mussten bis anhin fast keine Steuern bezahlen. Die britische Regierung hingegen bekundete zunehmend Mühe, militärische Operationen zum Schutz der Kolonisten vor Aufständen der Ureinwohner zu finanzieren. Nachdem George Grenville Premierminister geworden war, führte er das Stempelgesetz (Stamp Act) ein, mit dem auf sämtlichen Druckerzeugnissen in den nordamerikanischen Kolonien eine Gebühr erhoben wurde; dadurch sollte ein Teil der Kosten gedeckt werden. Grenville versuchte, Georgs Rolle auf die einer Marionette zu reduzieren. Der König bat William Pitt den Älteren, das Amt des Premierministers zu übernehmen, jedoch ohne Erfolg. Er entschied sich dann für den Marquess of Rockingham und entließ Grenville im Juli 1765. Rockingham hob Grenvilles unpopuläres Stempelgesetz auf. Er hatte jedoch Meinungsverschiedenheiten mit dem Kabinett und wurde im Juli 1766 durch William Pitt ersetz, der von Georg III. den Titel Earl of Chatham erhielt. Pitt erwies sich als pro-amerikanisch und kritisierte das harte Vorgehen seiner Vorgänger gegen die amerikanischen Kolonisten. Georg hingegen war der Ansicht, dass die oberste Pflicht der Kolonisten darin bestand, sich seinem Willen zu beugen und treue Untertanen zu sein; er verabscheute die rebellische Natur der Kolonisten. Pitt erkrankte Ende 1767, woraufhin der Duke of Grafton die eigentlichen Regierungsgeschäfte übernahm (das Amt des Premierministers trat er formell erst im Oktober 1768 an). Politische Differenzen führten im Januar 1770 zu seinem Rücktritt, womit die Tories erneut an die Macht gelangten. Die Regierung des neuen Premierministers Lord North musste sich vor allem mit der Amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung auseinandersetzen. Die Amerikaner reagierten zunehmend feindselig auf britische Versuche, in den Kolonien Steuern zu erheben. Bei der Boston Tea Party im Jahr 1773 wurden als Zeichen des politischen Protestes 340 Kisten Tee in den Hafenbecken von Boston geworfen. Als Reaktion darauf erließ Lord North Gesetze, welche die Kolonisten bestrafen sollten. Der Hafen von Boston wurde geschlossen und die Wahlen in Massachusetts wurden suspendiert. Der bewaffnete Konflikt brach im April 1775 aus. Am 4. Juli 1776 erklärten die Kolonien ihre Unabhängigkeit von Großbritannien. Die Unabhängigkeitserklärung enthielt mehrere Passagen, die gegen den britischen König, das britische Parlament und die Briten im Allgemeinen gerichtet waren. Über Georg hieß es: „Er hat hier abgedankt ... Er hat unsere Meere geplündert, unsere Küsten verwüstet, unsere Städte niedergebrannt und das Leben unserer Leute zerstört“ (He has abdicated Government here ... He has plundered our seas, ravaged our Coasts, burnt our towns, and destroyed the lives of our people). Georg III. war entrüstet, als er erfuhr, was die Kolonisten von ihm hielten. Obwohl die Briten im nachfolgenden Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg zu Beginn im Vorteil waren, wendete sich das Blatt nach der Kapitulation von Generalleutnant John Burgoyne während der Schlacht von Saratoga im Jahr 1778. Frankreich verbündete sich mit den neuen Vereinigten Staaten. Lord North bat darum, zugunsten von William Pitt zurücktreten zu dürfen, da er ihn für fähiger hielt. Georg III. ging jedoch überhaupt nicht darauf ein und schlug vor, dass Pitt als untergeordneter Minister in Norths Regierung arbeiten sollte. Pitt weigerte sich zu kooperieren und starb noch im selben Jahr. Großbritannien befand sich nun im Krieg mit Frankreich, ab 1779 auch mit Spanien. Georg III. hielt hartnäckig daran fest, den Krieg gegen die amerikanischen Rebellen fortzuführen, obwohl die eigenen Minister ihn davon abrieten. Der Marquess of Stafford und der Marquess of Bath traten lieber zurück, als die Demütigung zu etragen, mit dem Krieg in Zusammenhang gebracht zu werden. Lord North teilte Georg mit, dass er die Meinung seiner Ministerkollegen teile, blieb jedoch im Amt. Nachdem die Nachricht von Cornwallis' Kapitulation London erreicht hatte, trat Lord North im März 1782 zurück. Georg nahm die Niederlage in Nordamerika hin und erteilte die Ermächtigung, Friedensverhandlungen zu führen. Der Frieden von Paris und der damit verbundenen Verträge von Versailles wurden 1783 ratifiziert. Das erste Abkommen regelte die Anerkennung der neuen Vereinigten Staaten durch Großbritannien. Das zweite Abkommen verpflichtete Großbritannien dazu, Florida an Spanien abzutreten und Frankreich den Zugang zu den Gewässern von Neufundland zu gewähren.

Auseinandersetzungen mit dem Parlament

Nach dem Verlust der Koloonien wurden mehrere Veränderungen in der Struktur der britischen Regierung vorgenommen. Seit 1660 hatte es zwei Hauptministerposten gegeben, bekannt als Staatssekretär des südlichen Departements (Secretary of State for the Southern Department) und Staatssekretär des nördlichen Departements (Secretary of State for the Northern Department). Der erste war zuständig für den Süden Englands, Irland sowie die Beziehungen mit nichtprotestantischen Staaten Europas; der zweite war zuständig für den Norden Englands, Schottland und die Beziehungen zu den protestantischen Staaten Europas. Ersterer war ursprünglich auch für die Kolonien zuständig, doch dieser Bereich war 1768 dem Staatssekretär für die Kolonien (Secretary of State for the Colonies) übertragen worden. Alle drei Ämter wurden nach dem Verlust der amerikanischen Kolonien aufgehoben und durch zwei neue Minister ersetzt. Dies waren der Außenminister (Secretary of State for Foreign Affairs) und der Innenminister (Secretary of State for the Home Department). Nach zwölf Jahren endete 1782 die Amtszeit von Lord Norths Tory-Regierung. Lord Rockingham, welcher der Whig-Partei angehörte, wurde ein zweites Mal Premierminister, starb jedoch nach wenigen Monaten. Der König wählte daraufhin den Earl of Shelbourne als Ersatz. Charles James Fox verweigerte aber die Zusammenarbeit mit Shelbourne und verlangte die Ernennung des Duke of Portland. 1783 zwang das House of Commons die Regierung Shelbournes zum Rücktritt, die durch die Fox-North-Koalition abgelöst wurde. Der Duke of Portland war zwar Premierminister, doch die eigentliche Macht lag bei Charles James Fox und Lord North, dem Außen- und dem Innenminister. Georg III. war verärgert darüber, dass er Minister ernennen musste, die nicht in seiner Gunst standen. Doch die Portland-Regierung sicherte sich rasch eine Mehrheit im House of Commons und konnte deshalb nicht so leicht ersetzt werden. Als Fox jedoch den India Bill einbrachte, sah Georg eine Gelegenheit, die ungeliebte Regierung loszuwerden. Das geplante Gesetz sah vor, die Ostindien-Kompanie stärker zu überwachen und die Verwaltung der indischen Kolonien direkt der britischen Regierung zu unterstellen. Das umstrittene Gesetz wurde im House of Commons angenommen. Doch dann ließ Georg das House of Lords wissen, dass er jeden Peer, der für das Gesetz stimmte, als seinen Feind betrachten würde (was eine soziale Ächtung zur Folge gehabt hätte). Am 17. Dezember 1783 lehnte das House of Lords das Gesetz ab und einen Tag später trat Portlands Regierung zurück. Georg ernannte William Pitt den Jüngeren zum Premierminister und löste im März 1784 das Parlament auf; bei den darauf folgenden Wahlen erhielt Pitt eine komfortable Mehrheit.

Erste Krankheitsphase

Pitts Ernennung war für Georg III. ein großer Erfolg. Der König glaubte, dass er noch immer die Macht besaß, Premierminister nach seinem eigenen Willen zu ernennen, ohne auf bestimmte Gruppen im Parlament Rücksicht nehmen zu müssen. Georg unterstützte eifrig viele von Pitts politischen Zielen. Um ihn zu unterstützen, schuf Georg in einer noch nie dagewesen Anzahl neue Adelstitel. Die neuen Peers nahmen bald im House of Lords Einsitz und erlaubten es Pitt, mit einer komfortablen Mehrheit zu regieren. Während Pitts Amtszeit genoss Georg eine außerordentlich große Popularität. Die Öffentlichkeit unterstützte die Entdeckungsreisen im Pazifischen Ozean. Georg förderte mit großzügigen Zahlungen aus seinem Privatvermögen die Royal Academy of Arts. Zu seiner Beliebtheit trug auch bei, dass er treu zu seiner Ehefrau hielt und im Gegensatz zu seinen beiden hannoveranischen Vorgängern keine Mätressen hatte. Georgs Gesundheit hingegen verschlechterte sich zusehends. Er litt an einer Geisteskrankheit, nach heutigen Erkenntnissen Symptome einer Stoffwechselstörung (Porphyrie). Damals wurde bei Hofe sehr oft das Medikament Brechweinstein verschrieben, welches einen hohen Anteil an Antimon enthält. Da in der Natur Antimon und Arsen häufig zusammen vorkommen, wurde Georg III. durch Arsen nach und nach vergiftet. In Betracht kommt auch die Fowlersche Lösung, die Arsen enthält und damals als Kräftigungsmittel galt. In einer Untersuchung einer Haarlocke des Monarchen durch Martin Waren von der University of Kent (2004) wurden erhebliche Spuren von Schwermetallen entdeckt, die weit über den üblichen Konzentrationen liegen. Der König hatte bereits 1765 eine kurze Krankheitsphase gehabt, doch eine längere Phase begann 1788. Er war zwar während des ganzen Sommers krank, war jedoch einigermaßen bei Sinnen, um die Vertagung des Parlaments vom 25. September bis zum 20. November 1788 zu veranlassen. Während der Sessionspause war Georg zunehmend verwirrt und versuchte sogar sich umzubringen. Als das Parlament im November wieder zusammentrat, war der König nicht in der Lage, wie vorgeschrieben das Programm für die kommende Legislaturperiode bekanntzugeben. Gemäß einer lange bestehenden Tradition konnte das Parlament nicht mit den Sitzungen beginnen, bis der König die Thronrede gehalten hatte. Das Parlament ignorierte den Brauch und begann über die Notwendigkeit einer Regentschaft zu debattieren. Charles James Fox and William Pitt stritten darüber, wer berechtigt sei, während der Krankheit des Königs die Rolle des Staatsoberhauptes zu übernehmen. Beide Seiten waren sich einig, dass wahrscheinlich Georgs ältester Sohn, der Prince of Wales, zum Regenten ernannt würde. Doch in der Frage der gesetzlichen Grundlage waren sie unterschiedlicher Meinung. Fox war der Meinung, es sei auf jeden Fall das Recht des Thronfolgers, im Namen seines kranken Vaters zu regieren. Pitt argumentierte, es sei die Aufgabe des Parlaments, einen Regenten zu nominieren. Die Vorkehrungen wurden weiter verzögert, da nur schon das Recht des Parlaments, ohne die formelle Eröffnung durch den König zusammenzutreten, in Frage gestellt wurde. Pitt schlug einen juristischen Kunstgriff vor. Damals war es üblich, dass der Monarch durch das Anbringen des Großen Reichssiegels auf einem Erlass zahlreiche seiner Herrschaftsrechte an einen Lordkommissar übertragen konnte. Nun sollte der Lordkanzler, der Verwahrer des Großen Reichssiegels, das Siegel ohne Zustimmung des Monarchen selbst anbringen. Zwar war die Handlung an sich eigentlich unrechtmäßig, doch die Gültigkeit des Erlasses konnte wegen des angebrachten Siegels vor Gericht nicht in Zweifel gezogen werden. Georgs zweitältester Sohn Friedrich August verurteilte Pitts Vorschlag als „verfassungswidrig und illegal“. Nichtsdestotrotz wurden die Lordkommissare ernannt und das Parlament eröffnet. Im Februar 1789 wurde der Regency Bill vom House of Commons angenommen, womit der Prince of Wales ermächtigt wurde, als Prinzregent zu herrschen. Doch bevor das House of Lords das Gesetz ebenfalls verabschieden konnte, hatte sich Georg III. wieder von seiner Krankheit erholt. Er anerkannte nachträglich die Rechtmäßigkeit des Vorgehens und übernahm wieder vollständig die Amtsgeschäfte.

Napoleonische Kriege

Georgs Beliebtheit nahm nach seiner Genesung weiter zu. Die Französische Revolution, während der die französische Monarchie gestürzt wurde, verunsicherte zahlreiche britische Grundbesitzer. Frankreich erklärte Großbritannien 1793 den Krieg und Georg wurde zum Symbol des britischen Widerstands. Er gab William Pitt die Erlaubnis, die Steuern zu erhöhen, Armeen zu mobilisieren und während des Krieges die Habeas-Corpus-Akte zu suspendieren. Großbritannien war zwar gut vorbereitet war, doch Frankreich war zu jener Zeit stärker. Die erste Koalition mit Österreich, Preußen und Spanien wurde 1798 besiegt, die zweite Koalition mit Österreich, Russland und dem Osmanischen Reich im Jahr 1800. Nur noch Großbritannien stellte sich Napoléon Bonaparte, dem französischen Militärdiktator entgegen. Eine ruhigere Kriegsphase im Jahr 1800 erlaubte es William Pitt, den seit 1798 anhaltenden Aufstand in Irland niederzuwerfen. Das Parlament verabschiedete dann den Act of Union 1800. Mit diesem Gesetz wurden am 1. Januar 1801 das Königreich Großbritannien und das Königreich Irland zu einem einzigen Staat mit dem Namen Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland verschmolzen. Georg nutzte die Gelegenheit, um den Anspruch auf den französischen Thron aufzugeben, den die englischen und britischen Monarchen seit Eduard III. erhoben hatten. William Pitt hatte im Sinn, gewisse rechtliche Benachteiligungen, die den Katholiken auferlegt worden waren, zu beseitigen. Georg stellte klar, dass mit der „Katholikenemanzipation“ sein Krönungseid gebrochen würde, mit dem die Monarchen versprechen, den Protestantismus zu verteidigen. Er erklärte Folgendes: „Wo ist die Macht auf Erden, mich von der Befolgung jedes Satzes dieses Eids loszusprechen; insbesondere von jenem Satz, der mich dazu verpflichtet, den Protestantismus aufrecht zu erhalten? Nein, nein, ich würde eher durch ganz Europa von Tür zu Tür gehen und um Brot betteln, als irgendeiner solchen Maßnahme zuzustimmen. Ich kann meine Krone aufgeben und von der Macht zurücktreten. Ich kann meinen Palast verlassen und in einer Hütte leben. Ich kann meinen Kopf auf einen Block legen und mein Leben verlieren, aber ich kann nicht meinen Eid brechen.“ Als seiner religiösen Reformpolitik immer mehr Widerstand erwuchs, drohte Pitt mit dem Rücktritt. Etwa um dieselbe Zeit erlitt der König einen Wahnsinnsanfall, erholte sich aber rasch wieder. Pitt wurde im März 1801 formell durch Henry Addington ersetzt, den Speaker des House of Commons. Da Addington ein enger Freund war, hatte Pitt als privater Berater weiterhin Einfluss auf die Regierungsgeschäfte. Addingtons Regierungszeit war ungewöhnlich ereignislos, weil fast keine Reformen durchgeführt und fast keine neuen Gesetze erlassen wurden. Tatsächlich war die Bevölkerung damals gegen jegliche Art von Reformen, weil sie ähnliche Zustände wie im revolutionären Frankreich befürchtete. Die Öffentlichkeit verlangte, in Europa die mit militärischen Mitteln Ordnung wiederherzustellen, doch Addington weigerte sich. Im Oktober 1801 schloss er Frieden mit Frankreich und unterzeichnete 1802 den unvorteilhaften Frieden von Amiens. Frieden von Amiens Georg nannte den Vertrag mit Frankreich einen „experimentellen Frieden“. 1803 erklärten sich beide Länder gegenseitig den Krieg. 1804 war Georg erneut für kurze Zeit von einem Anfall betroffen. In der Zwischenzeit hatte sich die öffentliche Meinung gegen Henry Addington gewandt, da man ihm nicht zutraute, das Land in den Krieg zu führen. Im Mai 1804 übernahm William Pitt der Jüngere wieder sein Amt. Er wollte Charles James Fox in sein Kabinett aufnehmen, doch Georg verweigerte die Zustimmung. Der König konnte Fox nicht ausstehen, da dieser den Prince of Wales zu einem ausschweifenden und teuren Lebensstil ermutigt hatte. William Wyndham Grenville hielt dies für eine Ungerechtigkeit Fox gegenüber und weigerte sich, der neuen Regierung anzugehören. Pitt ließ nun stark aufrüsten und brachte die dritte Koalition gegen Frankreich zustande, mit Österreich, Russland und Schweden. Diese Koalition brach jedoch im Dezember 1805 nach der Schlacht von Austerlitz zusammen. Die Gefahr der Eroberung Großbritanniens durch Napoléons Truppen war wenige Wochen zuvor durch Horatio Nelsons Sieg in der Schlacht von Trafalgar gebannt worden. Die Rückschläge auf dem Festland wirkten sich negativ auf Pitts Gesundheit aus. Nach dessen Tod im Januar 1806 übernahm William Wyndham Grenville das Amt des Premierministers. In seiner „Regierung aller Talente“ war nun auch Charles James Fox vertreten. Georg war betrübt darüber, dass er nun aufgrund der öffentlichen Meinung gezwungen war, dessen Ernennung akzeptieren musste. Noch Fox' Tod im September 1806 gab es zwischen dem König und der Regierung heftige Meinungsverschiedenheiten. Die Regierung hatte ein Gesetz vorgeschlagen, das es den Katholiken erlauben sollte, in der Armee zu dienen. Georg forderte die Regierung auf, den Gesetzesvorschlag fallenzulassen. Die Regierung entsprach diesem Wunsch, weigerte sich aber, eine Erklärung zu unterschreiben, dass sie diese Frage in Zukunft nicht mehr erörtern würde. Im März 1807 wurde der Earl of Portland ein zweites Mal zum Premierminister ernannt, doch die eigentliche Macht lag beim Schatzkanzler Spencer Perceval. Das Parlament wurde aufgelöst und bei den nachfolgenden Wahlen erhielt die Regierung eine deutliche Mehrheit im House of Commons. Georg III. traf während seiner restlichen Herrschaftszeit keine wichtigen politischen Entscheidungen mehr. Die Ablösung des im Oktober 1809 verstorbenen Earl of Portland durch Spencer Perceval war nur eine Formsache und hatte keine größere politische Bedeutung.

Letzte Lebensjahre

Spencer Perceval Ende 1810 erkrankte Georg ernsthaft. Wahrscheinlich wurde die Krankheit ausgelöst, als er vom Tod seiner jüngsten Tochter Amelia erfuhr, die an Wundrose oder Porphyrie litt. Eine Arsenvergiftung liegt ebenfalls im Bereich des Möglichen. Zu Beginn des Jahres 1811 verfiel Georg endgültig dem Wahnsinn. Er wurde für den Rest seines Lebens im Windsor Castle verwahrt. Oft sprach er ununterbrochen während Stunden; er behauptete, mit Engeln zu reden und grüßte eine Eiche, die er für den preußischen König Friedrich Wilhelm III. hielt. Seine Ärzte verschrieben ihm Kalomel und Brechweinstein. Außerdem ließen sie ihn regelmäßig zur Ader und verordneten Bäder im Meer. Zu diesem Zweck wurde der König meistens nach Weymouth gebracht. Dieser Ort erlangte dadurch Bekanntheit und stieg zu einem der ersten Touristenziele des Landes auf. Das Parlament erließ den Regency Act 1811. Die dazu erforderliche königliche Zustimmung erfolgte durch die Lordkommissare (die auf die gleiche illegale Weise ernannt worden waren wie bereits im Jahr 1788). Der Prince of Wales übernahm die Regentschaft bis zum Tode seines Vaters. Premierminister Spencer Perceval wurde 1812 ermordet; auf ihn folgte der Earl of Liverpool. Während dessen Regierungszeit errang Großbritannien den endgültigen Sieg in den Napoleonischen Kriegen. Der nachfolgende Wiener Kongress führte zu bedeutenden territorialen Gewinnen für Hannover und das Kurfürstentum wurde zu einem Königreich aufgewertet. Georgs Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends. An Weihnachten 1819 erlitt er einen besonders heftigen Wahnsinnsanfall, sprach während 58 Stunden ununterbrochen wirres Zeug und fiel ins Koma. Am 29. Januar 1820 starb der blinde, taube und wahnsinnige König im Windsor Castle, im Alter von 81 Jahren. Er hatte während 59 Jahren geherrscht, mehr als jeder englische oder britische Monarch vor ihm. Nur seine Enkelin Viktoria sollte noch länger herrschen. Georg wurde am 16. Februar in St. George's Chapel in Windsor begraben. Sein ältester Sohn trat als Georg IV. die Thronfolge an. Nach ihm folgte Georgs drittältester Sohn Wilhelm IV. Auch dieser starb ohne legitimen Nachkommen, so dass die Krone an Viktoria überging, der letzten Monarchin aus dem Haus Hannover und Begründerin des Hauses Sachsen-Coburg-Gotha.

Vermächtnis

Georg III. war in Großbritannien außerordentlich beliebt, bei den rebellischen Kolonisten in Nordamerika jedoch zutiefst verhasst. In der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung machte den König persönlich für alle politischen Probleme verantwortlich, mit denen sich die Kolonien auseinandersetzen mussten. Die Erklärung gibt weder dem britischen Parlament noch der britischen Regierung die Schuld. Die einseitige Darstellung in der Erklärung führte dazu, dass die amerikanische Öffentlichkeit Georg für einen Tyrannen hielt. Georgs Wahnsinn wird im 1994 gedrehten Film „King George – Ein Königreich für mehr Verstand“ (The Madness of King George) thematisiert. Der Film basiert auf dem Theaterstück „The Madness of George III“ von Alan Bennet. Die humoristische Handlung spielt während der Zeit von Georgs während Georgs erstem Wahnsinnsanfall in den Jahren 1788/89, hält sich jedoch nur zum Teil an die historischen Fakten. Die Rolle des Königs wurde von Nigel Hawthorne verkörpert, der dafür den Laurence Olivier Award erhielt und für einen Oscar nominiert war.

Titel

In Großbritannien verwendete Georg III. den offiziellen Titel "George the Third, by the Grace of God, King of Great Britain, France and Ireland, Defender of the Faith, etc." (Georg der Dritte, durch die Gnade Gottes König von Großbritannien, Frankreich und Irland, Verteidiger des Glaubens, etc.) Als im Jahr 1801 Großbritannien und Irland vereinigt wurden, nahm Georg die Gelegenheit wahr, den rein theoretischen Anspruch auf den französischen Thron fallenzulassen. Auch ließ er die Phrase "etc." streichen, die während der Herrschaft von Elisabeth I. angefügt worden war. Von da an lautete sein Titel "George the Third, by the Grace of God, of the United Kingdom of Great Britain und Ireland King, Defender of the Faith" (Georg der Dritte, durch die Gnade Gottes König des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Irland, Verteidiger des Glaubens).

Nachkommen


- Georg August (
- 12. August 1762; † 26. Juni 1830), Prinz of Wales, König des Vereinigten Königreichs und von Hannover
- Friedrich August (
- 16. August 1763; † 5. Januar 1827), Herzog von York und Albany
- Wilhelm Heinrich (
- 21. August 1765; † 20. Juni 1837], Herzog von Clarence, König des Vereinigten Königreichs und von Hannover
- Charlotte Augusta (
- 29. September 1766; † 6. Oktober 1828), Gemahlin von Friedrich I. von Württemberg
- Eduard August (
- 2. November 1767; † 23. Januar 1820), Herzog von Kent und Strathearn
- Augusta Sophia (
- 8. November 1768; † 22. September 1840)
- Elisabeth (
- 22. Mai 1770; † 10. Januar 1840), Gemahlin von Friedrich VI. von Hessen-Homburg
- Ernst August (
- 5. Juni 1771; † 18. November 1851), Herzog von Cumberland, König von Hannover
- August Friedrich (
- 27. Januar 1773; † 21. April 1843), Herzog von Sussex
- Adolph Friedrich (
- 24. Februar 1774; † 8. Juli 1850), Herzog von Cambridge
- Maria (
- 25. April 1776; † 30. April 1857), Gemahlin von Wilhelm Friedrich, Herzog von Gloucester
- Sophia (
- 3. November 1777; † 27. Mai 1848)
- Octavius (
- 23. Februar 1779; † 3. Mai 1783)
- Alfred (
- 22. September 1780; † 20. August 1782)
- Amelia (
- 7. August 1783; † 2. September 1810)

Weblinks


- [http://www.royal.gov.uk/output/Page111.asp Kurzporträt auf der Website des britischen Königshauses]
- [http://mdz.bib-bvb.de/digbib/lexika/adb/images/adb008/@ebt-link?target=idmatch(entityref,adb0080647) Eintrag in der ADB] Kategorie:Mann Georg III. 1 4 Kategorie:Welfen Kategorie:Geboren 1738 Kategorie:Gestorben 1820 ja:ジョージ3世 (イギリス王) ko:영국의 조지 3세

Indianer

Indianer (englisch Indians bzw. American Indians, Native Americans oder First Nations spanisch indios bzw. pueblos indigenas) ist die verbreitete Bezeichnung aller Menschen, die den Kontinent Amerika (Nord-, Mittel- und Südamerika) bereits vor der europäischen Kolonisierung bevölkert haben. Diese Völker sind ihrerseits allmählich durch Völkerwanderungen auf verschiedenen Wegen von Asien und möglicherweise auch von weiteren Kontinenten nach Amerika gelangt und haben sich dort vielfältig weiterentwickelt. Sie werden im Unterschied zu europäischen Einwanderern auch "Ureinwohner Amerikas" oder "indigene Völker Amerikas" genannt. Asien

Der Begriff

Die Bezeichnung "Indianer" (ursprünglich spanisch: indios) geht auf ein Missverständnis von Christoph Columbus zurück, der glaubte, in "Indien" gelandet zu sein, als er Amerika im Jahre 1492 für die Europäer entdeckte. "Indien" nannten die europäischen Seefahrer allgemein Ostasien, das sie über den westlichen Seeweg zu erreichen suchten. Auch nachdem sie ihren Irrtum erkannt hatten, behielten sie den Begriff bei. "Indianer" ist die deutsche Version des englischen "Indians", mit dem die nordeuropäischen Kolonialmächte besonders die Ureinwohner Nordamerikas meinten. In Süd- und Mittelamerika dagegen wurden die voreuropäischen Bewohner auf Spanisch "Indios" genannt. "Indianer", "Indians" oder "Indios" ist ein von Europäern verwendeter Sammelbegriff, der viele verschiedene Ethnien umfasst, die kulturell zum Teil sehr stark voneinander abweichen. Damit vereinheitlichten die Kolonialherren die Bewohner der eroberten Gebiete als fremde "Rasse". Deshalb unterliegt der Begriff bis heute dem Verdacht einer diskriminierenden "Markierung". Die so genannten Völker Amerikas selbst kannten vor Columbus keine entsprechende Gesamtbezeichnung; sie definierten sich ausschließlich über ihre jeweilige Volksgruppe. Im Zuge der weißen Vorherrschaft, Verfolgung und Genozide gewannen besonders die Ethnien Nordamerikas jedoch zunehmend ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Heute verwenden sie in den USA für sich die englischen Begriffe American Indian (Indianer) oder Native American (amerikanische Ureinwohner), wobei ersterer - besonders von politisch aktiven Menschenrechtskämpfern - bevorzugt wird [http://www.infoplease.com/ipa/A0762158.html]. In Kanada ist First Nations (Erste Nationen) synonym dafür üblich. Dieser Begriff umfasst auch die Inuit, Unangan und Yupik in Alaska und der nordkanadischen Arktis. Sie trafen wesentlich später in Amerika ein und unterscheiden sich genetisch und kulturell stark von den vorherigen Einwanderern. Dies gilt auch für die Ureinwohner Hawaiis, Amerikanisch-Samoas und der Osterinseln. Sie werden daher in der Regel nicht in den Begriff "Indianer" eingeschlossen. Dies gilt auch für die Métis, die Nachfahren von europäischen Pelzhändlern und indianischen Frauen. In Lateinamerika heißen Nachkommen von Europäern und Indianern "Mestizen". Für die Ureinwohner herrscht hier die Bezeichnung Pueblos Indígenas (Indigene Völker Süd- bzw. Mittelamerikas) vor. Weniger gebräuchlich ist Indios. Im brasilianischen Portugiesisch versteht man unter "Indio" allgemein "Ureinwohner". Man kennt also nicht nur den "Indio latinamericano" sondern auch den "Indio africano" oder den "Indio australiano".

Besiedlung Amerikas

Mittelamerikas Siehe Hauptartikel: Besiedlung Amerikas Die Besiedelungsgeschichte Amerikas ist stark umstritten. Wahrscheinlich ist aber, dass der amerikanische Kontinent in mehreren Einwanderungswellen besiedelt worden ist und dass diese im Zeitraum von 28.000 v. Chr. und 9.000 v. Chr. Amerika erreichten. Die am häufigsten erwähnte Route führte von Sibirien über die Beringstraße nach Alaska und von da nach Süden über den ganzen Doppelkontinent. Nimmt man eine alleinige Einwanderung über diese Route an, so hätte man in Alaska die ältesten Spuren finden müssen. Der bisher älteste gesicherte archäologische Fund (ca. 13.800 v. Chr.) stammt jedoch aus Chile. Die Inuit als Bewohner der nördlichsten Regionen Amerikas sind erst mit der letzten großen voreuropäischen Einwanderungswelle dorthin gelangt. Darum kommen für frühere Ethnien auch andere mögliche Einwanderungswege in Frage, etwa über Polynesien oder den Nordatlantik. Für letzteres spricht u.a. die frappierende Ähnlichkeit von Steinklingen der Clovis-Kultur mit europäischen Steinklingen derselben Zeit. Clov