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Fernando Collor De Mello

Fernando Collor de Mello

Fernando Collor de Mello (
- 12. August 1949 in Rio de Janeiro) war Präsident Brasiliens zwischen 1990 und 1992. Als erster demokratisch gewählter Präsident Brasiliens seit 29 Jahren verbrachte er die ersten Monate seiner Amtszeit mit der Bekämpfung der Inflation, die zeitweise 25% monatlich erreichte. Er versuchte dies mit radikalen Mitteln: Er beschlagnahmte alles, was die Menschen erspart hatten, unter dem Motto Kein Geld, keine Inflation, ein Konzept, das allerdings nicht aufging. Im Jahr 1992 wurde Collor von seinem Bruder Pedro der Korruption bezichtigt. Dies führte zu Untersuchungen durch Kongress und Presse. Die dichter werdenden Beweise für Bestechlichkeit und Veruntreuung von Staatsmitteln führte zu Massendemonstrationen und Unruhen in den großen Städten Brasiliens. Im Oktober des gleichen Jahres stimmte der Kongress dafür, Collor abzusetzen. Am 29. Dezember 1992, während ein Amtsenthebungsverfahren gegen ihn lief, trat Collor zurück. Verfassungsgemäß wurde der Vizepräsident Itamar Franco sein Nachfolger. Im Dezember 1994 wurde er durch den obersten Gerichtshof von allen Korruptionsvorwürfen freigesprochen, aber er blieb von öffentlichen Ämtern für 8 Jahre ausgeschlossen. Er kandidierte für das Bürgermeisteramt der Stadt São Paulo, jedoch ohne Erfolg, da er durch die Wählerschaft nach wie vor mit Korruption in Verbindung gebracht wird. Ebenso kandidierte er im Jahr 2002 für das Gouverneursamt in seinem Heimatstaat Alagoas, aber er verlor die Wahl abermals. Seitdem ist seine politische Zukunft ungewiss. Collor de Mello, Fernando Collor de Mello, Fernando Collor de Mello, Fernando Collor de Mello, Fernando

12. August

Der 12. August ist der 224. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 225. in Schaltjahren) - somit bleiben noch 141 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1323 - Im Vertrag von Nöteborg wird erstmals der Grenzverlauf zwischen Schweden und Nowgorod festgelegt.
- 1687 - Das kaiserlich-österreichische Heer gewinnt die Schlacht bei Mohács gegen die Osmanen, was den Habsburgern den Zutritt nach Ungarn ermöglicht.
- 1759 - In der Schlacht bei Kunersdorf des Siebenjährigen Krieges unterliegen die Preußen unter Friedrich II., dem Großen, den vereinten russisch-österreichische Truppen.
- 1812 - Die erste Zahnradbahn nimmt in Großbritannien ihren Betrieb auf.
- 1860 - Die Kaiserin-Elisabeth-Westbahn von Wien nach Salzburg wird feierlich eröffnet.
- 1883 - Das letzte Quagga stirbt in einem Amsterdamer Zoo.
- 1898 - Die USA annektieren Hawaii.
- 1912 - Nach dem Sturz der Qing-Dynastie und des letzten Kaisers, Pu Yi, in China gründet der Revolutionär Sun Yatsen die Kuomintang.
- 1913 - Erstbesteigung von Mount Robson, höchster Berg der Canadian Rockies, durch Konrad Kain
- 1923 - Gustav Stresemann wird im Deutschen Reich mit der Kabinettsbildung beauftragt, nachdem die Regierung unter Reichskanzler Wilhelm Cuno zurückgetreten ist.
- 1940 - Luftschlacht um England: Mit einem Großangriff auf Radarstationen bei Portland und Dover beginnt die Phase der Angriffe auf küstennahe Ziele.
- 1944 - Vier Kompanien der Waffen-SS ermorden fast alle Bewohner des italienischen Dorfs Sant'Anna di Stazzema. Unter den 560 Opfern sind überwiegend Frauen und 116 Kinder.
- 1953 - Die Sowjetunion zieht mit der Zündung einer Wasserstoffbombe im Rüstungswettlauf mit den USA gleich.
- 1961 - Der Ministerrat der DDR beschließt den Einsatz der „bewaffneten Organe“ zur Besetzung der Grenze zu West-Berlin und zur Errichtung von Grenzsperren.
- 1970Entspannungspolitik der Ära Brandt: Mit dem Moskauer Vertrag wird der erste der Ostverträge unterzeichnet.
- 2004 - Schweden gibt bekannt, die Bevölkerungszahl von genau neun Millionen Einwohnern erreicht zu haben.
- 2004 - Tod des deutsch-jüdischen Schriftstellers Carlo Ross

Wirtschaft


- 1851 - Isaac Merrit Singer erhält ein Patent auf die erste einsatzfähige Nähmaschine.
- 1981 - Der erste Personal Computer von IBM, der IBM-PC, kommt auf den Markt.

Wissenschaft und Technik


- 1960 - Mit dem Ballonsatelliten Echo 1 wird ein erster passiver Kommunikationssatellit in eine Erdumlaufbahn gebracht.
- 1962 - Mit dem Start von "Wostock 4" - an Bord der sowjetische Kosmonaut Pawel Popowitsch - befinden sich erstmals zwei bemannte Raumfahrzeuge in einer Erdumlaufbahn.

Kultur


- 1845 - Die Oper "Alzira" von Giuseppe Verdi wird im Teatro San Carlo in Neapel uraufgeführt.
- 1922 - "Das Salzburger große Welttheater" von Hugo von Hofmannsthal, als Nachdichtung von Calderóns "Das große Welttheater", wird unter der Regie von Max Reinhardt in der Salzburger Kollegienkirche uraufgeführt.

Religion


- 1950 - Papst Pius XII. veröffentlicht Humani Generis, ein Apostolisches Rundschreiben, das modernistische Lehren in der Kirche verurteilt.

Katastrophen


- 1985 - Eine Boeing 747 der Japan Airlines zerschellt am Berg Ogura (Japan). Von den 524 Menschen an Bord überlebten nur vier.
- 2000 - Das russische Atom-U-Boot Kursk sinkt nach mehreren Explosionen in der Barentssee. Die 118 Mann Besatzung kommen dabei um.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.

Geboren


- 1419 - Heinrich Grymhardt, Priester und Offizial in Köln
- 1503 - Christian III., König von Dänemark und Norwegen
- 1517 - Peter Ernst Mansfeld, Statthalter in den Niederlanden und von Brüssel
- 1566 - Isabella Clara Eugenia, Statthalterin der spanischen Niederlande
- 1644 - Heinrich Biber, böhmischer Geiger und Komponist
- 1657 - Eberhard Werner Happel, deutscher Romanautor
- 1666 - Odoardo II. Farnese, Sohn und Erbe des Herzogs Ranuccio II. Farnese von Parma und Piacenza
- 1720 - Conrad Ekhof, deutscher Schauspieler
- 1756 - François de Beauharnais, französischer Adeliger
- 1762 - Christoph Wilhelm Hufeland, deutscher Arzt
- 1762 - Georg IV., König von Großbritannien
- 1767 - August Ferdinand Ludwig Dörffurt, Apotheker und Bürgermeister von Wittenberg
- 1774 - Robert Southey, englischer Dichter, Geschichtsschreiber und Kritiker
- 1801 - Carl August von Steinheil, deutscher Physiker
- 1809 - William Huntington Russell, US-amerikanischer Mitbegründer der Yale-Geheimgesellschaft Skull and Bones
- 1831 - Helena Petrovna Blavatsky, russische Schriftstellerin
- 1832 - Peter Soemer, deutscher Theologe und Dichter
- 1841 - Franz Schwechten, deutscher Architekt
- 1843 - Colmar Freiherr von der Goltz, deutscher Offizier und Militärschriftsteller
- 1847 - Raimund Grübl, österreichischer Jurist und Politiker
- 1860 - Klara Hitler, Mutter Adolf Hitlers
- 1866 - Jacinto Benavente, spanischer Dramatiker
- 1867 - Edith Hamilton, deutsch-amerikanische Schriftstellerin
- 1870 - Karl Denke, deutscher Serienmörder
- 1876 - Mary Roberts Rinehart, US-amerikanische Schriftstellerin
- 1880 - Radclyffe Hall, britische Schriftstellerin
- 1881 - Aleksander Aberg, estnischer Ringer
- 1881 - Alexander Michailowitsch Gerassimow, russischer Maler
- 1881 - Cecil B. DeMille, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1882 - George Wesley Bellows, US-amerikanischer Maler und Grafiker
- 1887 - Erwin Schrödinger, österreichischer Physiker (Physiknobelpreis 1933)
- 1893 - Willy Marschler, deutscher nationalsozialistischer Politiker
- 1894 - Albert Leo Schlageter, deutscher Nationalsozialist
- 1895 - Franz Radziwill, deutscher Maler
- 1897 - Otto von Struve, russisch-amerikanischer Astronom
- 1898 - Oskar Homolka, österreichischer Schauspieler
- 1899 - Peter Altmeier, deutscher Politiker und Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz
- 1899 - Thea Rasche, deutsche Pilotin und Journalistin
- 1901 - Anton Lamprecht, deutscher Maler
- 1902 - Franz Etzel, deutscher Politiker und Bundesfinanzminister
- 1902 - Kirellos VI., Patriarch von Alexandria
- 1902 - Mohammed Hatta, indonesischer Politiker und Regierungschef
- 1905 - Hans Urs von Balthasar, schweizerischer Theologe und Kardinal
- 1905 - Karl Paryla, österreichischer Schauspieler und Regisseur
- 1907 - Joe Besser, aUS-merikanischer Komiker (The Three Stooges)
- 1908 - Nina Wladimirowna Makarowa, russische Komponistin
- 1910 - Bruno Max Leuschner, Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED
- 1910 - Heinrich Sutermeister, deutscher Komponist
- 1911 - Mario Moreno Reyes, mexikanischer Schauspieler, Sänger, Komiker und Produzent.
- 1911 - Samuel Fuller, US-amerikanischer Regisseur
- 1919 - Vikram Sarabhai, indischer Physiker und Begründer des indischen Raumfahrtprogramms
- 1920 - Hans Marquardt, deutscher Verleger
- 1920 - Percy Mayfield, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1920 - Wilhelm Altvater, deutscher Politiker und MdB
- 1924 - Mohammed Zia ul-Haq, pakistanischer General und Staatspräsident von Pakistan
- 1925 - Norris McWhirter, britischer Verleger
- 1925 - Werner Nachmann, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland
- 1926 - Joe Jones, US-amerikanischer Sänger
- 1926 - John Derek, US-amerikanischer Schauspieler und Regisseur
- 1927 - Porter Wagoner, US-amerikanischer Sänger
- 1929 - Buck Owens, US-amerikanischer Country-Sänger
- 1930 - George Soros, US-amerikanischer Investmentbanker und Währungsspekulant
- 1930 - Peter Weck, österreichischer Regisseur, Theaterintendant und Schauspieler
- 1931 - Claus Wilcke, deutscher Schauspieler
- 1931 - William Goldman, US-amerikanischer Drehbuchautor
- 1932 - Oskar Saier, 13. Erzbischof der Diözese Freiburg
- 1932 - Sirikit, Königin von Thailand seit 1950
- 1935 - Harry Kupfer, deutscher Opernregisseur
- 1935 - John Cazale, US-amerikanischer Schauspieler
- 1935 - Karl Mickel, deutscher Lyriker, Dramatiker und Essayist
- 1936 - Margot Eskens, deutsche Schlagersängerin
- 1939 - George Hamilton, US-amerikanischer Film- und Fernsehschauspieler
- 1939 - Pam Kilborn, australische Leichtathletin und Olympionikin
- 1940 - Aleksandar Josifov, bulgarischer Komponist
- 1940 - Rod Bernard, US-amerikanischer Sänger
- 1941 - Edwin Roberts, trinidader Leichtathlet und Olympiateilnehmer
- 1942 - Wolfgang Huber, Bischof der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg
- 1943 - Christoph Grimm, deutscher Politiker
- 1943 - Herta Däubler-Gmelin, deutsche Politikerin und Bundesministerin
- 1944 - Peter Hofmann, deutscher Sänger
- 1945 - Jean Nouvel, französischer Architekt
- 1945 - Ute Mora, deutsche Schauspielerin
- 1947 - Albie Donnelly, britischer Musiker und Sänger
- 1947 - Ozzie Yue, britischer Musiker und Sänger
- 1947 - Stefano Benni, italienischer Schriftsteller, Journalist und Satiriker
- 1947 - Waltraud Lehn, deutsche Politikerin und MdB
- 1948 - Ron Mael, US-amerikanischer Musiker und Songschreiber
- 1949 - Fernando Collor de Mello, brasilianischer Präsident 1990-1992
- 1949 - Mark Knopfler, schottischer Musiker (Dire Straits)
- 1950 - Iris Berben, deutsche Schauspielerin
- 1951 - Klaus Toppmöller, deutscher Fußballspieler und -trainer
- 1952 - Hans-Ulrich Treichel, deutscher Schriftsteller
- 1953 - Franz Posch, österreichischer Volksmusiker
- 1954 - Max Straubinger, Mitglied des Deutschen Bundestages
- 1954 - Pat Metheny, US-amerikanischer Musiker
- 1955 - Heintje, niederländischer Sänger und Schauspieler
- 1958 - Jürgen Dehmel, deutscher Musiker (Nena)
- 1960 - Laurent Fignon, französischer Radrennfahrer
- 1961 - Andrea Maria Dusl, österreichische Filmregisseurin
- 1961 - Dieter Landuris, deutscher Tänzer und Schauspieler
- 1961 - Roy Hay, britischer Musiker (Culture Club)
- 1961 - Tatjana Samolenko, russische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 1965 - Peter Krause, US-amerikanischer Film- und Fernsehschauspieler
- 1966 - Daniel Simmes, deutscher Fußballspieler
- 1969 - Tanita Tikaram, britische Sängerin und Songschreiberin
- 1971 - Pete Sampras, US-amerikanischer Tennisspieler
- 1972 - Rebecca Gayheart, US-amerikanische Schauspielerin
- 1973 - Joseba Beloki, spanischer Radrennfahrer
- 1975 - Patrick Joswig, deutscher Schauspieler
- 1977 - Iva Majoli, kroatische Tennisspielerin
- 1979 - Austra Skujytė, litauische Leichathletin
- 1980 - Dominique Swain, US-amerikanische Schauspielerin

Gestorben


- 875 - Ludwig II., römischer Kaiser und König von Italien
- 1222 - Vladislav Heinrich, Herzog von Böhmen und Markgraf von Mähren
- 1484 - Sixtus IV. (Francesco della Rovere), Papst seit 1471(Sixtinische Kapelle)
- 1551 - Paul Speratus, deutscher Theologe, Reformator und Liederdichter
- 1612 - Giovanni Gabrieli, italienischer Komponist
- 1633 - Jacopo Peri, italienischer Komponist
- 1638 - Baltasar von Marradas, spanischer Malteserritter, Feldmarschall, Statthalter in Böhmen;
- 1674 - Philippe de Champaigne, französischer Maler
- 1679 - Marie de Rohan-Montbazon, war berühmt für ihre Liebesaffären und ihre Intrigen
- 1684 - Nicola Amati, italienischer Geigenbauer
- 1689 - Innozenz XI. (Benedetto Odescalchi), Papst seit 1676
- 1722 - Giovanni il Cornaro, Doge von Venedigs
- 1728 - Alexander Franz, fünfter Sohn von Johann V. von Portugal
- 1763 - Peter Gerwin von Franken-Siersdorf, war Generalvikar in Köln
- 1807 - Johann Stephan Pütter, deutscher Staatsrechtslehrer und Publizist
- 1822 - Robert Stewart, 2. Marquess of Londonderry, englischer Politiker
- 1827 - William Blake, britischer Dichter, Mystiker und Maler
- 1848 - George Stephenson, britischer Ingenieur
- 1849 - Albert Gallatin, US-Amerikanischer Politiker und Diplomat
- 1857 - William Conybeare, englischer Geologe und Paläontologe
- 1900 - Wilhelm Steinitz, österreichischer Schachspieler aus Böhmen
- 1901 - Adolf Erik Nordenskiöld, finnland-schwedischer Polarforscher
- 1902 - Mohammed Hatta, indonesischer Politiker, Regierungschef 1948-1950
- 1911 - Josef Israëls, niederländdischer Maler
- 1917 - Wilhelm Morgner, deutscher Maler des Expressionismus
- 1920 - Hermann von Struve, Astronom
- 1922 - Arthur Griffith, Gründer der irischen Partei Sinn Féin
- 1927 - Carl Pulfrich, deutscher Physiker und Optiker
- 1928 - Leoš Janáček, tschechischer Komponist
- 1934 - Hendrik Petrus Berlage, niederländischer Architekt
- 1938 - Ludwig Borchardt, deutscher Ägyptologe
- 1942 - Rudolf Hasse, deutscher Rennfahrer
- 1943 - Kurt Eggers, deutscher Schriftsteller und NS-Kulturpolitiker
- 1945 - Karl Leisner, Märtyrer der katholischen Kirche
- 1949 - Al Shean, US-amerikanisch-deutscher Komiker
- 1953 - Paul Gurk, deutscher Schriftsteller und Maler
- 1955 - James Batcheller Sumner, US-amerikanischer Biochemiker, Nobelpreisträger
- 1955 - Thomas Mann, deutscher Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger
- 1958 - André Bauchant, französischer Maler (Naive Kunst) und Gärtner
- 1959 - Max Nonne, deutscher Neurologe
- 1964 - Dmitri Maxutow, russischer Optiker
- 1964 - Ian Fleming, britischer Schriftsteller
- 1973 - Walter Rudolf Hess, schweizerischer Physiologe, Nobelpreisträger
- 1979 - Ernst Boris Chain, britischer Biochemiker und Nobelpreisträger
- 1982 - Henry Fonda, US-amerikanischer Filmschauspieler
- 1982 - Karl Ritter von Frisch, österreichischer Zoologe, Nobelpreisträger
- 1983 - Edmund Kolbe, Maler
- 1983 - Franz Radziwill, deutscher Maler
- 1985 - Kyu Sakamoto, japanischer Sänger
- 1985 - Manfred Winkelhock, deutscher Automobilrennfahrer
- 1986 - Ernst Wendt, deutscher Theaterregisseur
- 1986 - Hans Pesser, österreichischer Fußballspieler und Trainer
- 1988 - Jean-Michel Basquiat, US-amerikanischer Graffitikünstler, Maler und Zeichner
- 1989 - William B. Shockley, US-amerikanischer Physiker und Nobelpreisträger
- 1990 - Roy Williamson, Musiker und Instrumentenbauer
- 1991 - Hans Weigel, Schriftsteller und Theaterkritiker
- 1991 - Iwan Nikitowitsch Koschedub, sowjetischer Pilot, Marschall der Flieger
- 1992 - John Cage, US-amerikanischer Komponist
- 1993 - Tatiana Troyanos, US-amerikanische Opernsängerin
- 2000 - Loretta Young, US-amerikanische Filmschauspielerin
- 2004 - Alfons Spiegel, deutscher Journalist, ehemaliger ZDF-Sportchef
- 2004 - Carlo Ross, Schriftsteller jüdischer Herkunft
- 2004 - Godfrey Hounsfield, britischer Elektroingenieur, Nobelpreisträger
- 2005 - Lakshman Kadirgamar, sri-lankanischer Politiker

Feier- und Gedenktage


- Internationaler Tag der Jugend (UNO)

Siehe auch


- 11. August - 13. August
- 12. Juli - 12. September
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0812 ja:8月12日 ko:8월 12일 simple:August 12 th:12 สิงหาคม

Rio de Janeiro

Rio de Janeiro ist die zweitgrößte Stadt Brasiliens und Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates. Sie liegt an der Guanabara-Bucht im Südosten des Landes. Der Name (port. für „Fluss des Januar“) entstand, weil André Gonçalves am 1. Januar 1502 die Bucht entdeckte und irrtümlich für die Mündung eines großen Flusses hielt. In der eigentlichen Stadt leben 6.023.699 Einwohner und 11.719.708 in der Agglomeration (Stand jeweils 1. Januar 2005). Von 1763 bis 1960 war Rio de Janeiro die Hauptstadt Brasiliens und trat danach diese Funktion an Brasília ab, bleibt aber nach São Paulo bedeutendstes Handels- und Finanzzentrum des Landes. Die Bewohner der Stadt nennt man Cariocas, nach einem Wort aus dem Tupí-Guaraní (der Sprache der Eingeborenen), welches „Hütte des weißen Mannes“ bedeutet. Wahrzeichen von Rio de Janeiro sind der Zuckerhut, die 38 Meter hohe Christusfigur auf dem Gipfel des Corcovado und die Copacabana, die als einer der schönsten Strände der Welt gilt. Die Stadt ist auch bekannt wegen des jährlich stattfindenden Karnevals von Rio. Die vielfarbige Parade der Sambaschulen gehört zu den größten Paraden der Welt.

Geografie

Geografische Lage

Karnevals von Rio Rio de Janeiro liegt unmittelbar nördlich des südlichen Wendekreises, eingebettet zwischen dem Atlantik im Süden, der Guanabara-Bucht, im Osten und den Ausläufern der Serra do Mar, einem Teil des zentralbrasilianischen Hochlandes, im Norden und Westen durchschnittlich 31 Meter über dem Meeresspiegel. Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 1.260 Quadratkilometern und ist geprägt durch die Buchten und Strände entlang der Ufer, sowie durch Morros genannte Granithügel, die zu den Ausläufern der Serra do Mar gehören. Zu diesen Granithügeln gehören auch die beiden Wahrzeichen Rios, der 394 Meter hohe Zuckerhut, unmittelbar auf einer Halbinsel in der Guanabara-Bucht gelegen, sowie der 704 Meter hohe Corcovado mit der Christus-Statue auf dem Gipfel. Der höchste Punkt des Stadtgebietes ist der 1.022 Meter hohe Pico da Tijuca, der inmitten eines ausgedehnten Naturschutzgebietes liegt. Durch eine Hügelkette wird das Stadtgebiet in zwei Teile getrennt, dem entlang der Atlantikküste liegenden Stadtteil Süd-Rio mit den berühmten Strandbezirken Ipanema und Copacabana und dem nördlichen Teil mit dem historischen Stadtzentrum, dem heutigen Geschäftszentrum sowie den neueren Stadtteilen im Norden.

Stadtgliederung

Rio de Janeiro gliedert sich in vier Verwaltungszonen (zonas): Zentrum und Hafen (Centro e Portuária), Norden (Norte), Süden (Sul) und Westen (Oeste). Diese teilen sich in 65 Stadtbezirke (subprefeituras). Zentrum und Hafen Copacabana Caju - Gamboa - Estácio - Lapa - Santa Teresa - Santo Cristo - Saúde Norden Água Santa - Alto da Boa Vista - Andaraí - Bonsucesso - Cascadura - Encantado - Engenho de Dentro - Engenho Novo - Fundão - Grajaú - Ilha do Governador - Madureira - Mangueira - Manguinhos - Maracanã - Marechal Hermes - Maria da Graça - Méier - Pavuna - Penha - Piedade - Ramos - Realengo - Riachuelo - Sampaio - São Cristóvão - Tijuca - Triagem - Vila Isabel - Vila Valqueire Süden Arpoador - Bairro de Fátima - Botafogo - Catete - Copacabana - Cosme Velho - Flamengo - Gávea - Glória - Humaitá - Ipanema - Jardim Botânico - Lagoa - Laranjeiras - Leblon - Leme - São Conrado - Urca Westen Bangu - Barra da Tijuca (oft auch kurz Barra genannt) - Campo Grande - Jacarepaguá - Paciência - Recreio dos Bandeirantes - Santa Cruz - Senador Camará - Taquara - Vargem Grande

Klima

Vargem Grande Auf Grund der Lage Rios in den niederen Breiten, am Atlantischen Ozean und an der Guanabara-Bucht ist das Klima der Stadt tropisch mit zwölf humiden Monaten. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 22,6 Grad Celsius bei nur geringen monatlichen Abweichungen (Höchsttemperatur im Januar/Februar: 25,5 Grad Celsius, Tiefsttemperatur im Juli: 20,2 Grad Celsius) und einem durchschnittlichen Jahresniederschlag von circa 1.100 Millimetern. Die höchsten Niederschläge fallen in den Monaten Dezember bis April, wenn auf der Südhalbkugel Sommer ist.

Geschichte

Kolonialzeit

humid Entsprechend dem Vertrag von Tordesillas erhoben die Portugiesen Anspruch auf das 1500 entdeckte Gebiet des heutigen Brasiliens, der aber von den Franzosen nicht anerkannt wurde, die daraufhin 1555 am Ort des heutigen Rio de Janeiro die Stadt France antartique gründeten. Zu jener Zeit lebten in dieser Region Tupi-Indianer. Erst zehn Jahre später, 1565, wurden die Franzosen durch die Portugiesen von dort vertrieben und der Name der Stadt in São Sebastião do Rio de Janeiro geändert. 1680 wurde Rio de Janeiro Hauptstadt der südlichen Regionen Brasiliens; zu dieser Zeit war die Siedlung mit rund 4.000 Einwohnern eine der wichtigsten portugiesischen Stützpunkte auf brasilianischem Gebiet. Seit 1700 entwickelte sich Rio de Janeiro zur wichtigsten Hafenstadt in Brasilien, vor allem ausgelöst durch Goldfunde in der benachbarten Region Minas Gerais. Obwohl die Stadt 1710/1711 von den Franzosen angegriffen und besetzt wurde und nur gegen ein hohes Lösegeld den Abzug der Franzosen erreichen konnte, erholte sie sich in den nachfolgenden Jahren rasch und wurde 1763 zur Hauptstadt des Vizekönigreiches Brasilien. Einen weiteren Bedeutungsgewinn erfuhr Rio de Janeiro 1808, als der portugiesische Hof nach dem Angriff Napoleons auf Portugal dorthin flüchtete. Im Zuge dessen wurden viele koloniale Restriktionen aufgehoben, wodurch die wirtschaftliche Entwicklung stark gefördert und eine Bevölkerungsexplosion ausgelöst wurde, die bis in die 1980er anhielt. Innerhalb von knapp hundert Jahren stieg die Bevölkerungszahl der Stadt auf über 500.000 Einwohner (1891) an und erreichte bis 1980 circa fünf Millionen.

Unabhängigkeit

1980 Als sich 1822, nach der Rückkehr des portugiesischen Hofes nach Portugal, Brasilien unter dem Prinzen Dom Pedro IV. zu einem unabhängigen Kaiserreich erklärte, behielt Rio de Janeiro den Status als Hauptstadt, in welcher der Prinz nun als Kaiser Dom Pedro I. residierte. Aufgrund von Thronfolgestreitigkeiten in Portugal und innenpolitischen Problemen in Brasilien dankte er 1831 ab und ließ seinen minderjährigen Sohn zurück. Dieser bestieg als Dom Pedro II. im Jahre 1840 den Thron. Er initiierte u. a. den Bau einer Eisenbahn, deren erster Abschnitt1858 in Rio de Janeiro eröffnet wurde. Auch als 1889 Brasilien nach einem Militärputsch zur Republik wurde, blieb Rio de Janeiro Hauptstadt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erlebte Rio de Janeiro eine gesellschaftliche Blüte, da die Stadt für Filmstars und die internationale High Society zum Anlaufpunkt wurde. In diese Zeit fällt auch die Entstehung des brasilianischen Jazz Bossa Nova, der durch Lieder wie zum Beispiel Garota de Ipanema/The Girl from Ipanema, gesungen von Antônio Carlos Jobim, weltberühmt wurde. Durch das Aufkommen des Massentourismus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat sich insbesondere das Bild der strandnahen Stadtteile stark verändert, das heute vor allem durch zahlreiche Hotels geprägt ist, während die vom Meer weiter entfernteren Stadtteile vor allem durch die zunehmende Verslumung geprägt wurden. Erst 1960 verlor Rio de Janeiro den Status als Hauptstadt an die unter Juscelino Kubitschek neu gebaute Stadt Brasilia. Gleichzeitig wurde die Stadt Rio de Janeiro zum eigenständigen Stadtstaat Guanabara, der 1975 mit dem Bundesstaat Rio de Janeiro zusammengeführt wurde. Die Stadt wurde dabei zur Hauptstadt des neuen Bundesstaates. Internationale politische Beachtung errang die Stadt nochmals 1992 als dort der UN-Umweltgipfel abgehalten wurde.

Einwohnerentwicklung

UN-Umweltgipfel Mit der Entwicklung von Industrie und Handel in der Zeit nach dem 2. Weltkrieg erfolgte eine umfangreiche Zuwanderung von Menschen aus dem Landesinneren, und Rio de Janeiro dehnte sich stark aus. Die Einwohnerzahl der Stadt hat sich seit Mitte der 1950er Jahre auf heute sechs Millionen verdoppelt. Das Wachstum geht sowohl auf Zuwanderung als auch auf Geburtenüberschuss zurück. Die gesellschaftliche Situation Rio de Janeiros ist zum einen geprägt durch die für Brasilien typische große Toleranz zwischen den verschiedenen Ethnien sowie durch den ausgesprochen jungen Altersdurchschnitt (mehr als 25 Prozent der Bevölkerung sind jünger als 18 Jahre, über 87 Prozent sind unter 60). Auf der anderen Seite besteht das Hauptproblem der Stadt in den dramatischen Unterschieden der sozialen Situation der Einwohner. An den Hängen der Stadt befinden sich die aus ärmlichen Behausungen bestehenden Gebiete, die als Favelas bekannt sind, während die vornehmeren Wohngebiete im Süden, nahe den Stränden an der Atlantikküste, wie Copacabana, Ipanema und Leblon liegen. In der größten Favela von Südamerika, am Südrand der Stadt, leben allein 200.000 Einwohner der Stadt unter teilweise katastrophalen Bedingungen, wie Armut oder extrem hoher Kriminalitätsrate. Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1929 handelt es sich meist um Schätzungen, von 1940 bis 2000 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung. Kriminalitätsrate

Entwicklung der Wohnsituation

Kriminalitätsrate Die Dynamik durch den immensen Bevölkerungsdruck seit Mitte des 20. Jahrhunderts bewirkte insgesamt eine explosive unkontrollierte Expansion Rio de Janeiros. Die Planung konnte mit diesen Veränderungen nicht mithalten. Täglich entstanden an der Peripherie unzählige irreguläre Siedlungen („Loteamentos irregulares“) und illegale Siedlungen (Favelas). Ein Viertel der Menschen in der Stadt leben in diesen Elendsquartieren. Heute erstrecken sich rund um ein hochverdichtetes Stadtzentrum weitläufige zersiedelte Peripherien mit geringer städtischer Infrastruktur. Die informelle Bautätigkeit ist für einen überwiegenden Teil der Einwohner Rio de Janeiros die einzige Möglichkeit, an Wohnraum zu kommen. Die unadequate Wohnsituation der Bevölkerung und die zahlreichen ökologischen Probleme haben die Regierenden in die Verantwortung gezogen, über eine neue Stadtplanungspolitik nachzudenken.

Politik

Infrastruktur Seit 2001 ist César Maia (PFL) Bürgermeister von Rio de Janeiro, er wurde bei den Kommunalwahlen im Oktober 2004 mit 50,1 Prozent der Stimmen wieder gewählt. Maia konnte nach 1992 und 2000 bereits zum dritten Mal eine Wahl gewinnen. Dabei hatte die Parteizugehörigkeit von Maia keine Bedeutung, nachdem er bei früheren Wahlen für andere Parteien angetreten war. Cesar Maia selbst war bereits dreimal Kandidat, hat aber 1996, als es gesetzlich noch keine Möglichkeit der Wiederwahl gab, den späteren Wahlsieger gekürt und den Wahlkampf praktisch mit seinem eigenen Namen geführt. Innerhalb seiner Partei hat er nun eine herausragende Position. Es wird erwartet, dass er sich noch viel deutlicher auch zu Themen von bundespolitischem Interesse äußern wird. Da Cesar Maia als Bürgermeister nicht wiedergewählt werden kann, wird angenommen, dass er im Jahre 2006 bei den Gouverneurs- oder Präsidentschafts- und Parlamentswahlen eine politische Spitzenposition anstreben wird. Die Kommunalpolitik hat neben der Bundes- und Landesebene einen zunehmenden Einfluss auf das Leben der Bürger Rio de Janeiros. Die Bürgermeister werden in allgemeinen, direkten Wahlen für vier Jahre im Amt gewählt. Der Wahlkampf auf kommunaler Ebene wird weitgehend von Personen und lokalen Themen beeinflusst. Die Wahlbeteiligung im Jahre 2004 war wegen der allgemeinen Wahlpflicht im Land sehr hoch, aber Nichtwähler konnten ihre Abwesenheit ohne Probleme und unbürokratisch rechtfertigen. Insgesamt gingen nur 14 Prozent der Wahlberechtigten nicht zur Wahl, weitere sechs Prozent gaben entweder ungültige oder bewusst weiße Stimmzettel ab.

Städtepartnerschaften

Rio de Janeiro unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

2006 Das „Teátro Municipal“ (Nationaltheater) ist das eindrucksvollste Gebäude am „Praça Floriano“, im Stadtteil „Cinelândia“ - dort sind die Oper und das Orchester der Stadt Rio de Janeiro beheimatet. Es wurde zwischen 1905 und 1909 von Francisco de Oliveira Passos errichtet, der sich teilweise von der Pariser Oper inspirieren ließ. Verschiedene Marmor-Arkaden, aber auch Details in Bronze und aus Europa importierte Vitreaus schmücken das stilvolle Gebäude - der Bühnenvorhang wurde von Eliseu Visconti (1866-1944) bemalt und portraitiert insgesamt 75 berühmte Persönlichkeiten aus dem künstlerischen Bereich, wie beispielsweise Carlos Gomes, Rembrandt van Rijn und Richard Wagner. Im Untergeschoss befindet sich das mit Mosaiken ausgestattete Café do Teatro im Assírio-Saal.

Museen

Richard Wagner Richard Wagner]] Die Stadt beherbergt verschiedene Museen (zum Beispiel das „Museu Paço Imperial“ und das „Museu do Indio“). Das „Museu Chácara do Céu“ zeigt Werke Pablo Picassos und anderer moderner Meister wie Henri Matisse, Amedeo Modigliani und Claude Monet. Das „Museu Histórico Nacional“ ist eines der wenigen noch erhaltenen Bauwerke des 16. Jahrhunderts. Es widmet sich der brasilianischen Geschichte und zeigt Möbel und andere Gegenstände aus der Kolonialzeit Brasiliens. Im Stadtviertel Catete südlich vom Stadtzentrum befindet sich nahe der U-Bahnstation „Catete“ das „Museu da República“. Nicht zu vergessen ist noch das „Museu Nacional“ im nördlichen Teil der Stadt. Das 1938 eröffnete „Museu Nacional de Belas Artes“ (Nationalmuseum der Schönen Künste) im Zentrum der Stadt beherbergt eine bedeutende Sammlung brasilianischer Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts sowie italienischer und französischer Meister des 17. bis 19. Jahrhunderts. Sehenswert ist auch das „Museu de Arte Moderna“, kurz MAM, das der bekannte brasilianische Architekt Affonso Eduardo Reidy geplant hat. Das MAM besitzt Ausstellungsstücke moderner brasilianischer Kunst und zur Geschichte des Kinos. Nach der Brandkatastrophe im Jahre 1978 konnte die Sammlung durch verschiedene Schenkungen und Ankäufe wieder aufgebaut werden. Seit 1993 befindet sich im Museum auch die Sammlung des Kunstförderers Gilberto Chateaubriand. Im Museum der Kunstschule „Dom João VI.“ befinden sich Werke und Dokumente der brasilianischen Kunstproduktion des 19. und 20. Jahrhunderts, vor allem aus Rio de Janeiro, aber auch europäische Kunst. Das „Museu Castro Maya“ beherbergt Sammlungen von Raymundo Ottoni de Castro Maya (1894-1968) in zwei Einrichtungen: im „Museu do Açude“ (dekorative Künste) und im „Chácara do Céu“, Museum für brasilianische Kunst und Ikonografie. Etwas außerhalb der Stadt selbst, in einer Satellitenstadt Rio de Janeiros, Niterói, gelegen befindet sich das 1991 eröffnete „Museu de Arte Contemporânea“ (Musem für zeitgenössische Kunst, das an die Form eines UFOs erinnert), kurz MAC. Dieses Gebäude wurde vom Architekten Oscar Niemeyer entworfen und enthält verschiedene moderne Ausstellungsstücke.

Bauwerke

Oscar Niemeyer Ein berühmtes Wahrzeichen von Rio de Janeiro ist die 38 Meter hohe Christusstatue, die sich auf dem Corcovado-Berg befindet - zu erreichen mit der Corcovado Bergbahn. Am Südende der „Avenida Rio Branco“ im Stadtzentrum liegt die „Praça Floriano“, einer der eindrucksvollsten Plätze Rio de Janeiros. „Cinelândia“ auf der einen Seite ist ein lebhaftes Viertel mit Cafés, Bars und Kinos. Im nördlichen Teil der Praça befindet sich das prachtvolle „Teatro Municipal“. Ebenfalls an der Avenida Rio Branco stehen zwei große neuklassizistische Gebäude: die "Biblioteca Nacional" (eröffnet 1910) und das "Museu Nacional de Belas Artes". Sehenswert ist auch das im Jugendstil errichtete "Confeitaria Colombo", an der "Rua Gonçalves Dias". An der "Avenida República do Chile" findet man die moderne wie ein Vulkan aus Beton aussehende "Catedral Metropolitana" mit einem Fassungsvermögen für 20.000 Gläubige. Nahe der neuen Kathedrale bei der "Station des Bonde", fährt eine kleine Straßenbahn über den Aquädukt "Arcos da Lapa" aus dem 18. Jahrhundert durch steile Kopfsteinpflasterstraßen zum Künstlerviertel "Santa Teresa". Zahlreiche alte Kirchen und Klöster wie die "Candelária-Kirche" (Igreja da Candelária) sowie das Kloster "São Bento" (Mosteiro de São Bento) und andere Bauten aus der Kolonialzeit wie der Residenzpalast "Quinta da Boa Vista" stehen in starkem Kontrast zur modernen Architektur. Im Stadtzentrum gegenüber dem würfelförmigen Petrobrás-Gebäude (Brasiliens staatlicher Erdölgesellschaft) liegt der kleine Park Largo da Carioca. Dahinter erhebt sich auf einem Hügel die einfache, weisse "Igreja e Convento de Santo Antônio", die älteste und wohl schönste Kirche Rio de Janeiros. Neben dem Kloster "Santo Antônio" steht die mit prachtvollem Barockdekor ausgeschmückte Kirche "São Francisco da Penitência". Die "Praça XV de Novembro" in Ufernähe der Guanabara-Bucht war der Hauptplatz des kolonialen Rio de Janeiro; das elegante dreistöckige Bauwerk an der Südostseite ist der "Paço Imperial", die erste Residenz von Johann VI. (1767-1826), König von Portugal, nachdem dieser seinen Hofstaat im Jahre 1807 nach Brasilien verlegt hatte. Nicht so weit entfernt, an der "Praça Pio X" befindet sich die Kirche "Nossa Senhora da Candelária". Ihr prachtvolles Innere ist gänzlich mit verschiedenfarbigem Marmor dekoriert, und Marmorengel stützen die beiden riesigen Bronzekanzeln.

Parks

Marmor Die bekanntesten Parks in Rio de Janeiro sind der Botanische Garten (Jardim Botânico) und die Quinta da Boa Vista, der größte Park der Stadt. Im Stadtbezirk São Cristóvão gelegen, bietet der Park grüne Gärten, Seen sowie Sportanlagen und Spielplätze. Zu seinen Hauptattraktionen gehört insbesondere ein Zoo, der über 2.500 verschiedene Tierarten aufzuweisen hat, sowie das Nationalmuseum, das in der Kaiserzeit gegründet wurde. Der Botanische Garten, Anfang des 19. Jahrhunderts auf Veranlasssung des Prinzregenten Johann VI. angelegt, ist eine der bedeutendsten Grünflächen der Stadt. Darin gibt es mehrere Sehenswürdigkeiten, darunter das Kuhlmann-Museum, den Sitz der Gartenverwaltung, das Portal der früheren "Academia Imperial de Belas Artes", der Kaiserlichen Akademie der Schönen Künste, die nach Zerstörung des Gebäudes von Grandjean de Montigny (1772-1850) in den 1930er Jahren hierher verlegt wurde, sowie die frühere Schießpulverfabrik. In der Nähe befinden sich der Horto Florestal, die Baumschule, sowie der Solar da Imperatriz, das ehemalige Palais der Kaiserin (an der Estrada Dona Castorina).

Naturdenkmäler

1930er Der "Zuckerhut", ein Wahrzeichen Rio de Janeiros, ist ein 394 Meter hoher Granitfelsen, der der Stadt auf einer Halbinsel im Atlantik, in der Guanabara-Bucht gelegen, vorgelagert ist. Er wird in Brasilien "Pão de Açúcar" (wörtlich Zuckerbrot, der portugiesische Begriff für Zuckerhut) genannt, weil er die Form desselben hat. Auf den Gipfel des Berges führt eine Drahtseilbahn ("O Bondinho"), ihre Kabine ist rundherum aus Glas, so dass man schon während der Auffahrt den Felsen sehen kann. Der erste Streckenabschnitt der Seilbahn wurde am 27. Oktober 1912 fertig gestellt, doch erst der zweite Abschnitt, der 1913 fertig wurde, führte bis auf den Gipfel des Berges. Die steilen Drahtseile der Bahn wurden auch schon für artistische Künste benutzt. 1967 fuhr beispielsweise ein Deutscher mit einem Motorrad die Seile hinauf und im Jahre 1977 balancierte der US-amerikanische Drahtseiltänzer Steven McPeak bis zum Gipfel. 1979 war der Berg Kulisse eines Kampfes zwischen James Bond (Roger Moore) und Jaws (Richard Kiel) im Film "Moonraker - Streng geheim". Auf der südlichen Seite des "Zuckerhuts" befinden sich die Strände von Copacabana, Ipanema und Leblon bis hin zum Felsen von Gávea. Auf der nördlichen Seite liegt die Bucht von Guanabara mit den angrenzenden Stadtvierteln Botafogo, Flamengo, Ilha de Governador bis hin zum Hügel "Dedo-de-Deus" bei Teresópolis. Im Westen steht die Christus-Statue auf dem Corcovado.

Freizeit und Erholung

Corcovado Zu den nahe der Stadt gelegenen Erholungsgebieten gehören die Strände, insbesondere Ipanema und Copacabana, die Bergschluchten des Barra da Tijuca sowie die Inseln der Guanabara-Bucht, die allerdings im Januar 2000 durch nach einem Unfall ausfließendes Öl stark verschmutzt wurde. Copacabana ist einer der bekanntesten Stadtteile Rio de Janeiros, der direkt am Atlantik liegt und über den berühmten vier Kilometer langen Sandstrand verfügt. Der halbmondförmige Strand mit der Promenade wird auch "Princesinha do Mar" (Kleine Meerprinzessin) genannt und sah in den 1930er, 1940er und 1950er Jahren sein goldenes Zeitalter. Als Stadtteil der Bohème, des Reichtums und des Glanzes ist Copacabana zum Thema vieler Musikstücke, Bücher und Bilder geworden. Ipanema ist der Name eines Stadtteils und eines berühmten Strandes von Rio de Janeiro. Neben der Copacabana ist Ipanema der wichtigste Strand Rio de Janeiros. Das direkt an ihn anschließende Stadtviertel gehört zu den gehobeneren und angenehmeren von Rio. Die Kombination von Strand und angenehmem Großstadtviertel ist in dieser Form einzigartig. Bekannt wurde das Viertel auch durch das Lied "Garota de Ipanema" (The Girl from Ipanema) von Antônio Carlos Jobim. Zwischen dem ruhigen Strand von Copacabana (klares Wasser) und dem Strand von Ipanema (wildes Wasser) liegen der Felsvorsprung Arpoador ("Harpunator") und ein militärisch genutztes Fort.

Sport

Antônio Carlos Jobim Antônio Carlos Jobim Fußball ist in Brasilien Nationalsport. Jeder der 26 Bundesstaaten und der Distrito Federal do Brasil führt im ersten Halbjahr seine eigene Fußballmeisterschaft (Torneio estaduai) durch. Einige Turniere wie das "Campeonato Carioca" in Rio de Janeiro werden schon seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts ausgetragen und locken Hunderttausende Fans in die Stadien. Das "Campeonato Carioca" ist Schauplatz eines der wichtigsten und weltbekannten klassischen Duelle, das zwischen Flamengo Rio de Janeiro und Fluminense Rio de Janeiro. Erfolgreichster Verein der Stadt ist Flamengo. Der Klub wurde fünf mal Brasilianischer Fußball-Meister (1980, 1982, 1983, 1987 und 1992), gefolgt von Vasco da Gama mit vier Titeln (1974, 1989, 1997 und 2000), Fluminense mit zwei nationalen Titeln (1970 und 1984) und Botafogo mit einem nationalen Titel (1995). 30.000 bis 75.000 Zuschauer kommen zu den Spielen der großen Teams Vasco da Gama (mit einer Anhängerschaft mehr aus der portugiesischstämmigen Bevölkerung), Botafogo (aus dem gleichnamigen Stadtteil, mit sehr gemischter Anhängerschaft), Flamengo (der beliebteste Verein Brasiliens mit der größten Anhängerschaft überwiegend aus den armen Stadtvierteln und Favelas von Rio de Janeiro) und Fluminense (Anhängerschaft kommt aus der Mittelschicht und der reichen, weißen Bevölkerung Rio de Janeiros). Alle Spiele dieser vier Vereine werden im Maracanã-Stadion, das für die Fußball-Weltmeisterschaft 1950 erbaute wurde, ausgetragen. Mit einem Fassungsvermögen von 103.000 Zuschauern ist es nach dem Aztekenstadion in Mexiko-Stadt das zweitgrößte Fußball-Stadion der Welt. Rio de Janeiro ist Austragungsort der XV. Panamerikanischen Spiele im Jahre 2007. Das Zentrum der Spiele wird der Stadtteil Barra da Tijuca sein. Für den Zeitraum der zweiwöchigen Wettkämpfe erwartet man einschließlich der offiziellen Delegationen insgesamt etwa 500.000 Besucher und Athleten aus über 40 Ländern. Panamerikanische Spiele werden traditionell alle vier Jahre in Nord- oder Lateinamerika ein Jahr vor den Olympischen Sommerspielen in den olympischen Sportarten ausgetragen.

Regelmäßige Veranstaltungen

Olympischen Sommerspielen Zahlreiche Menschen nehmen an dem jährlich stattfindenden farbenprächtigen Karneval in Rio teil, der am Vorabend der Fastenzeit stattfindet. Der Karneval beginnt offiziell am Freitag vor Aschermittwoch und ist eine der Hauptattraktionen der Stadt. Die vielfarbige Parade der Sambaschulen gehört zu den größten Paraden der Welt. Die meisten der prächtig kostümierten "Könige", "Königinnen", "Prinzessinnen" und "Baianas" haben das ganze Jahr über hart gearbeitet, um sich die Kostüme leisten zu können, die sie hier für nur wenige Stunden tragen. Organisiert wird der Karneval von so genannten Samba-Schulen - den "Escolas de Samba". Auf den Tribünen haben 60.000 Zuschauer Platz. Die Paraden beginnen jeden Abend in der 700 Meter langen Arena des Sambódromo und dauern pro Festtag etwa zwölf Stunden. Das bedeutet, dass die letzten zwei Paraden bereits am folgenden Morgen durchgeführt werden.

Kulinarische Spezialitäten

Rio de Janeiros Küche spiegelt die Einflüsse der Völker wieder, die diese Stadt geprägt haben. Am Anfang waren das die Afrikaner, Indianer und Portugiesen, später auch Franzosen, Italiener und zahlreiche andere. Aus den anderen Regionen Brasiliens kommen die exotischen Fische Amazoniens, die scharfen Speisen des Nordostens und die rustikalen aus Minas Gerais, das "Churrasco" (Spießbraten vom Holzkohlengrill) aus dem Süden des Landes und zahlreiche andere. Ursprünglich aus Rio de Janeiro stammend ist nur die am Mittwoch und Sonnabend servierte "Feijoada" (ein Bohnengericht mit Fleisch und Beilagen). Das Nachtleben ist sehr angeregt und hat mit zahlreichen Cafés, Scotch-Bars, Discotheken, Pubs und Bierhallen eine große Auswahl an Alternativen anzubieten. Das ganze Jahr über gibt es gute Kulturprogramme. Die Einwohner Rio de Janeiros sind sehr große Rindfleischliebhaber. Es gibt zwei Grundarten der Bedienung: in Einzelportionen oder als Rodízio, bei dem der Gast kontinuierlich unterschiedliche Rindfleischsorten, Hähnchen und Würstchen serviert bekommt. Schmackhaft sind auch die "Chopes" (eiskaltes Bier vom Fass) und leckeren Aipim-Klößchen (Aipim ist eine Form des Maniok, die wie Kartoffeln zubereitet wird und auch ähnlich wie diese schmeckt).

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Maniok Maniok Seit der Gründung der Stadt als Festung und portugiesischer Handelsposten breitete sich Rio de Janeiro aus und füllte allmählich das gesamte Gebiet zwischen der Küste und den Bergen des Hinterlandes aus. Der wirtschaftliche Kern der Stadt konzentriert sich um die die Avenida Presidente Vargas und die Avenida Rio Branco. Dazu gehören einige hohe Bürogebäude. Im Norden stehen ausgedehnte Industriebezirke und Wohngebiete. Da Rio de Janeiro das beliebteste Reiseziel für Touristen im Land ist, sind auch die bedeutendsten Wirtschaftszweige der Stadt mit dem Fremdenverkehr, dem Dienstleistungs- und dem Finanzsektor verbunden. In Südamerika steht die Stadt in wirtschaftlicher Hinsicht hinter São Paulo an zweiter Stelle. Rio de Janeiro ist auch einer der Hauptstandorte der herstellenden Industrie in Brasilien, überwiegend Bekleidung, chemische und pharmazeutische Produkte, Möbel, Metallwaren, Nahrungsmittel, Schiffe und Textilien werden hier hergestellt. Das Bankwesen ist dominierend, und die zweitgrößte Börse des Landes, die "Bolsa da Valores do Brasil", hat ihren Sitz in der Stadt. Eine ebenfalls bedeutende Rolle in der Wirtschaft Rio de Janeiros spielt die Landwirtschaft in der Umgebung der Stadt. Hauptexportgüter sind vor allem Kaffee und Sojabohnen. Probleme bereiten die Inflation und die hohe Arbeitslosigkeit, auch die Unterschiede zwischen der armen und reichen Bevölkerung sind gravierend, was mit ein Grund dafür ist das sich die Kriminalität zu einem inoffiziellen Wirtschaftssektor entwickelt hat. Insbesondere Touristen sind häufig Opfer von Kleindiebstahl. Seit die neue Landeswährung, der Real, im Jahre 1994 eingeführt wurde, hat sich die Wirtschaft Rio de Janeiros stabilisiert. Noch 1990 sank das Wirtschaftswachstum und die Inflation war extrem hoch. Die Stadt war hoch verschuldet und die Politik richtungslos. Seit 1996 dürfen Ausländer an den Börsen im Land investieren. Um zahlreichere Investitionen aus dem Ausland anzuziehen, hat die brasilianische Regierung außerdem die Handelsbeschränkungen abgeschafft, Industriebereiche privatisiert und die Tarife gesenkt. Diese Maßnahmen haben den Marktzugang für ausländische Unternehmen nach Rio de Janeiro erleichtert, die dadurch ihre Gewinnspanne erhöhen konnten. Zu den bedeutendsten, teilweise internationalen, Konzernen mit Sitz in Rio de Janeiro gehören unter anderem EmbraTel, Esso, Petrobras, Petroleo Ipiraga, Shell und Texaco. Die im Vergleich zu anderen Städten hohe Konzentration an Konsulaten hat zahlreiche Firmen dazu veranlasst, ihren südamerikanischen Hauptsitz nach Rio de Janeiro zu verlegen. Die bedeutendsten Investoren sind US-amerikanische Konzerne, aber auch deutsche und japanische. Der größte Teil der Handelsorte und Unternehmen sind in der Innenstadt und in Barra de Tijuca ansässig.

Verkehr

Konsulat Rio de Janeiro ist eine bedeutende Hafenstadt an den Schifffahrtsrouten, die die Küstenstädte im Nordosten des Landes mit den wirtschaftlich stärker entwickelten Gebieten im Südosten Brasiliens verbinden. Mit den anderen Teilen des Landes ist die Stadt durch ein ausgedehntes Netz an Eisenbahn- und Fluglinien verbunden. Im Februar 2000 wurde am internationalen Flughafen von Rio de Janeiro ein neues Terminal mit einer Kapazität von bis zu acht Millionen Passagieren pro Jahr fertig gestellt. Neugebaute Straßentunnel und die Rio-Niterói-Brücke, die sich 14 Kilometer über die Guanabara-Bucht nach Niterói erstreckt, haben den Pendlerverkehr, der regelmäßig zu Staus führte, etwas entlastet. Die U-Bahn von Rio de Janeiro wurde am 19. März 1979 eingeweiht und befährt heute zwei Linien mit einer Länge von 35 Kilometern. Trolleybusse fuhren zwischen dem 3. September 1962 und April 1971 in der Stadt. Am 30. Januar 1859 eröffnte die erste Pferdestraßenbahn der Stadt ihren Betrieb. Die sieben Kilometer lange Strecke zwischen Rio de Janeiro und dem Vorort Tijuca war nach New York (1832), Paris (1855), Santiago de Chile (1857) und Mexiko-Stadt (1858) die fünfte der Welt. Am 8. Oktober 1892 eröffnete der Vizeprädident Brasiliens, Floriano Peixoto, zwischen Largo da Carioca und Largo do Machado in Rio de Janeiro die erste elektrische Straßenbahn des Landes. Durch den zunehmenden Autoverkehr wurde das früher umfangreiche Netz fast vollständig stillgelegt. Die Straßenbahn befährt heute nur noch einen acht Kilometer langen Streckenabschnitt nach Silvestre (Anschluss an die Corcovado Bergbahn) und Paula Mattos, beide Stationen im Stadteil Santa Teresa gelegen. Die Lage der Straßenbahn außerhalb des Stadtzentrums und die spektakuläre Strecke von der stadtseitigen Endstation über ein früheres Aquädukt bewahrte sie vor der Stilllegung. Neben der Straßenbahn in Braunschweig ist diese Bahn die letzte auf der Welt, die mit der Spurweite 1.100 Millimeter betrieben wird. Auf den 704 Meter hohen Corcovado führt eine Bergbahn. Die meterspurige Zahnradbahn wurde 1884 eröffnet. Den Gipfel konnte man allerdings erst ab dem 1. Juli 1885 erreichen. Der Auftrag für die Bahn wurde bereits am 7. Januar 1882 durch Kaiser Dom Pedro II. erteilt. Die beiden Ingenieure Teixeira Soãres und Francesco Passos erhielten eine Konzession für den Bau der Bahn. Im Jahre 1910 wurde die eingleisige Strecke durch die Sulzer AG aus der Schweiz elektrifiziert. Sie war damit die erste elektrisch betriebene Bahn in Brasilien.

Medien

Schweiz Eine große Bedeutung in Rio de Janeiro haben die Printmedien. Deren Niveau ist verhältnismäßig hoch, da sich die Presse vorwiegend an die oberen und mittleren Einkommensschichten richtet. Zeitungen wie das "Jornal do Brasil" und die politischen Magazine "Istoé" und "Veja" brauchen den internationalen Vergleich nicht zu scheuen. Brasilien hat natürlich ein großes Boulevardblatt, die Zeitung "O Povo na Rua" (Das Volk auf der Straße), die vorwiegend von den Menschen der unteren Einkommensschichten Rio de Janeiros gelesen wird. 90 Prozent der Einwohner in der Stadt verfügen über einen Fernseher. Die Fernsehsender orientieren sich am nordamerikanischen Vorbild und bevorzugen überwiegend Unterhaltungssendungen und Spielfilme, die hohe Einschaltquoten und Werbeeinnahmen versprechen. Fernsehgebühren werden nicht erhoben. Das Kabelfernsehen setzt sich in Rio de Janeiro immer weiter durch und enthält alle großen nationalen Fernsehsender (Globo, Record, Bandeirantes, Rede TV, TV Cultura) aber auch die Programme von "ESPN" (Sportkanal), "CNN" (Nachrichtensender), "RAI" (Radiotelevisione Italiana) und MTV sowie alle wichtigen Rundfunkstationen. Dazu gehören unter anderem Rádio CBN (Central Brasileira de Noticias), Jovem Pan, Radiobrás, Rádio Eldorado, Nove de Julho und Rádio Católica.

Bildung

Rio de Janeiro beherbergt zahlreiche Universitäten, Hoch- und Fachschulen, Forschungsinstitute und Bibliotheken. Zu den führenden Bildungsstätten gehören die Bundesuniversität (eröffnet 1920), die Universität des Bundesstaates Rio de Janeiro (1950) und die Bischöfliche Katholische Universität (1941). Des Weiteren befinden sich in der Stadt das Nationalarchiv und die Nationalbibliothek. Das Schuljahr in Rio de Janeiro und ganz Brasilien beginnt Anfang Februar und endet Mitte Dezember. Im ganzen Monat Juli sind Winterferien. Die Grundschulausbildung ist kostenfrei und obligatorisch. Schulpflicht besteht zwischen dem siebenten und fünfzehnten Lebensjahr. Viele der Schüler beenden ihre Ausbildung nicht, da sie schon vorher arbeiten müssen, um sich mit dem erworbenen Geld ihren Lebensunterhalt zu verdienen. So können über zehn Prozent der Erwachsenen in Rio de Janeiro weder lesen noch schreiben. Durch Abendschulen für die arbeitenden Kinder und Fernkurse über Rundfunk und Fernsehen konnten einige Erfolge in der Alphabetisierung erzielt werden. Die Bildung wird über öffentliche wie auch über private Institutionen vermittelt. Sie gliedern sich in die Bereiche der Vor- und Grundschule, Sekundarschule (Mittel- und höhere Schule) sowie die Universität (mit der Möglichkeit von Studiengängen für Postgraduierte). Auf Grund der hohen Zahl an Studienplatzbewerbern verlangen öffentliche wie auch private Hochschulen eine Aufnahmeprüfung (Vestibular). Nach dem erfolgreichen Abschluss des Studiums wird dem Absolventen der akademische Grad eines Bachelor verliehen.
Bachelor

Persönlichkeiten

Rio de Janeiro war Geburtsort zahlreicher prominenter Persönlichkeiten. Dazu gehören unter anderem die portugiesische Königin Maria II., der brasilianische Kaiser Peter II., die Politiker Fernando Henrique Cardoso und Fernando Collor de Mello, der Fußballfunktionär João Havelange, die Fußballer Jairzinho, Kevin Kurányi, Adriano Leite Ribeiro und Ronaldo, der Tennisspieler Marc-Kevin Goellner, der Formel 1-Rennfahrer Roberto Moreno, der Architekt Oscar Niemeyer, der Schriftsteller Paulo Lins und der Physiker Arthur Wehnelt. Siehe auch: Liste der Persönlichkeiten der Stadt Rio de Janeiro

Siehe auch


- die Filme City of God (Cidade de Deus) und Orfeu Negro.

Weblinks


- [http://www.rio-de-janeiro.diplo.de/de/Startseite.html Deutsches Generalkonsulat]
- [http://www.goethe.de/br/rio/deindex.htm Goethe-Institut]
- [http://www.eac-rio.de/al/home.asp?aux=mae.asp Deutsche Schule]
- [http://www.rio.rj.gov.br Website der Stadtverwaltung] (auf Portugiesisch)
- [http://www.armazemdedados.rio.rj.gov.br/ Statistiken zur Stadtentwicklung] (auf Portugiesisch) ! Kategorie:Hauptstadt eines brasilianischen Bundesstaates Kategorie:Ort mit Seehafen ja:リオデジャネイロ市

Brasilien

Brasilien (portugiesisch Brasil) ist der fünftgrößte Staat der Erde und der bevölkerungsreichste Südamerikas. Er nimmt über die Hälfte des Kontinents ein. Das Land grenzt (von Nordosten gegen den Uhrzeigersinn) an Französisch-Guayana, Suriname, Guyana, Venezuela, Kolumbien, Peru, Bolivien, Paraguay, Argentinien, Uruguay und den südlichen Atlantik. Damit hat es mit jedem südamerikanischen Land außer Chile und Ecuador eine direkte Grenze.

Geographie

Ecuador Brasilien ist geprägt durch die ausgedehnten Regenwälder des Amazonas-Tieflands im Norden und Hochebenen, Hügeln und Gebirge im Süden. Während die landwirtschaftliche Basis des Landes in den Savannengebieten des Mittelwestens liegt, lebt der Großteil der Bevölkerung in der Nähe der Atlantikküste, wo sich auch fast alle Großstädte befinden.

Wichtige Städte

Atlantik Atlantik Die größten Städte sind São Paulo mit ca. 19 Mio. Einwohnern, Rio de Janeiro mit ca. 6 Mio. Einwohnern, Salvador da Bahia mit ca. 2,7 Mio. Einwohnern, Belo Horizonte und Fortaleza mit je 2,3 Mio. Einwohnern und Brasília mit 2,2 Mio. Einwohnern. Die Einwohnerzahlen beziehen sich jeweils auf die Großräume. São Paulo ist die größte Stadt Südamerikas und der wirtschaftliche Motor Brasiliens. Als industrielles Zentrum des Landes zieht die Stadt kontinuierlich Einwanderer an, sodaß sich die Zahl der Einwohner innerhalb von 40 Jahren verdoppelte. Die rapide Bevölkerungsentwicklung brachte ihr eine vorrangige Stellung in Bezug auf Finanzen, Kultur und Wissenschaft ein, aber auch Verkehrsprobleme, Umweltverschmutzung und Kriminalität. Rio de Janeiro war fast 200 Jahre lang Hauptstadt Brasiliens, bis sie diesen Status 1960 an Brasília abgeben mußte. Es ist die wohl bekannteste Stadt des Landes. Bei Touristen ist sie beliebt wegen des Karnevals und der Strände, die zu den schönsten der Welt zählen. Der Tourismus hat in Rio einen hohen wirtschaftlichen Stellenwert, aber auch produzierende Industrie ist in der Stadt beheimatet. Abseits der Urlaubszentren hat die Stadt mit den typischen Problemen einer Großstadt zu kämpfen, vorrangig mit Kriminalität und Armut großer Bevölkerungsteile. Die Hauptstadt Brasília wurde in den 1960er Jahren innerhalb von drei Jahren erbaut. Es handelt sich um eine klassische Planhauptstadt. Sie wurde von Lúcio Costa im Auftrag des damaligen Präsidenten Kubitschek entworfen, Oscar Niemeyer entwarf die Regierungsgebäude. Brasília sollte ursprünglich als glänzendes städtisches Vorbild dienen. Allerdings ging die Entwicklung in wichtigen Punkten nicht so voran, wie es die Pläne vorsahen, und so ist Brasília in den äußeren Bezirken mittlerweile ebenfalls von Favelas geprägt. Heute hat die Stadt knapp 200.000 Einwohner, die Metropolregion zählt etwa 2,2 Millionen Menschen.

Höchste Berge

Der höchste Gipfel Brasiliens ist der 3.014 m hohe Pico da Neblina, der 1965 zum ersten Mal bestiegen wurde. Wie auch der zweithöchste Berg, der Pico 31 de Março (2.992 m), liegt der Pico da Neblina im gleichnamigen Nationalpark nahe der Grenze zu Venezuela und Guyana. Der Pico da Bandeira (2.891 m) wurde früher für den höchsten Berg des Landes gehalten, da er nicht im lange Zeit nur wenig erforschten Regenwald, sondern im eher dicht besiedelten Südosten liegt. Er gilt durch seine Besiedlung als bestbesteigbarster Berg Brasiliens. Berühmter noch ist der Corcovado, der mit seinen 710 m einen spektakulären Blick über Rio de Janeiro bietet. Auf ihm steht die 30 m hohe Erlöser-Statue.

Gewässer

Der mit Abstand wichtigste Fluss Brasiliens ist der Amazonas, größter und längster Fluss der Erde (zwischen 6850 und 7250 km), mit seinen Nebenflüssen. Die bedeutendsten Zuflüsse sind der Río Purús, der Rio Negro und der Rio Tapajós. Der Paraná (3.998 km) ist vor allem wegen seiner eindrucksvollen Wasserfällen von Iguaçu bekannt. Siehe auch: Liste der Flüsse in Brasilien
Liste der Flüsse in Brasilien
Die Lagoa dos Patos bei Porto Alegre ist mit über 10.000 km² die größte Lagune Brasiliens und die zweitgrößte Südamerikas. Danach kommt die weniger als halb so große Lagoa Mirim, südlich der Stadt Rio Grande.

Inseln

Die etwa 800 km von der brasilianischen Küste gelegenen Sankt-Peter-und-Sankt-Pauls-Felsen, die nur mit einem Leuchtturm bebaut sind, gehören genauso zu Brasilien wie die Fernando de Noronha, die nicht weit von der Felsgruppe entfernt ist. Beide genannten Inseln beziehungsweise Felsen liegen auf dem mittelatlantischen Rücken. Die größte Insel Brasiliens aber liegt im Amazonas: Marajó ist etwa 48.000 km² groß (größer als die Schweiz), da aber große Teile in der Regenzeit überschwemmt sind, ist die Insel nur an einigen Orten besiedelt. Auch die Bananalinsel gehört mit ihrer Fläche (20.000 km²) zu den größten Flussinseln der Welt. Sie liegt in einem Nationalpark im Bundesstaat Tocantins im Fluss Araguay und ist immer noch größer als bespielsweise Jamaika.

Klima

Das Klima Brasiliens, das zwischen 5° nördlicher Breite und 34° südlicher Breite liegt, ist überwiegend tropisch mit geringen jahreszeitlichen Schwankungen der Temperaturen. Nur im subtropischen Süden herrscht ein gemäßigteres Klima. Besonders im feuchten Amazonasbecken gibt es reichhaltige Niederschläge, man findet jedoch auch relativ trockene Landstriche mit teilweise lang anhaltenden Dürrezeiten, besonders im Nordosten des Landes. Im Süden befindet sich an der Grenze zu Bolivien und Paraguay ein ausgedehntes Feuchtgebiet, das Pantanal.

Flora und Fauna

Der tropische Regenwald im Amazonasbecken ist der größte weltweit und beherrbergt etwa 90 % aller Tier- und Pflanzenarten der Erde. Bislang wurden mehr als 1.000 Vogel-, sogar über 3.000 Fischarten entdeckt. Größere Tiere sind der Kaiman, der Flußdelphin und der vom Aussterben bedrohte Flußmanati. Das Brasilianische Bergland im Zentrum und Süden des Landes ist mit Baumsavanne bewachsen, der Nordosten dieser Region mit Laubbäumen durchsetzte Strauchsavanne. Auch das Pantanal weist eine große Tier- und Pflanzenvielfalt auf. Die Sumpfregion im Südwesten Brasiliens steht sieben Monate im Jahr unter Wasser.

Bevölkerung

Pantanal

Demographische Struktur und Entwicklung

Die brasilianische Bevölkerung ist sehr jung. Es sind 26,6 % unter 15 Jahre alt, 67,6 % sind 15 bis 64 Jahre alt und nur 5,8 % über 65. Das mittlere Alter beträgt 27,4 Jahre, die mittlere Lebenserwartung liegt bei 71,4 Jahren. (Schätzungen für 2004) 81 % der Bevölkerung leben in den Städten, die sich durch rasantes Wachstum und Wildwuchs auszeichnen; in den Außenbezirken bilden sich Favelas genannte Armensiedlungen. Der Unterschied zwischen Arm und Reich ist in kaum einem Land so groß wie in Brasilien. So erhalten 10 % der Brasilianer etwa 50 % des Einkommens, die ärmsten 50 % im Land müssen mit nur 10 % des Einkommens leben. Etwa 5 Millionen Familien gelten als landlos. Bis 1998 zum Beispiel waren 2,8 % der Bauern Großgrundbesitzer mit zusammen 57 % der gesamten Agrarfläche, wohingegen 90 % der Bauern sich 22 % der Nutzfläche teilen müssen. Den schwersten Stand haben dabei Afro-Brasilianer, bei denen Armut, Säuglingssterblichkeit und Diskriminierung wieder zunehmen. Nicht viel besser ergeht es den Indios. Ein Gleichstellungs- und Anti-Hunger-Programm gilt seit 2003.

Ethnien

2003] 2003 Ursprünglich vier Bevölkerungsgruppen bilden die brasilianische Bevölkerung. Sie sind heute jedoch so umfassend vermischt, dass eine klare Zuordnung oft nicht mehr möglich ist. Diese Gruppen sind:
- die Portugiesen, die ursprünglichen Kolonialisten
- die Afrikaner, die als Sklaven nach Brasilien verschleppt wurden
- verschiedene Immigrantengruppen, hauptsächlich aus Europa, dem Nahen Osten und Asien, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Brasilien angesiedelt haben. Seit 1818 sind über 300.000 Deutsche eingewandert. Eine große japanische Bevölkerungsgruppe lebt in Brasilien, außerdem viele Polen, vorwiegend in Paraná.
- einheimische Volksgruppen der Tupi- und Guarani-Sprachfamilien (200 ethnische Gruppen mit insgesamt etwa 250.000 Mitgliedern). Etwa 10 % der Fläche Brasiliens ist für Indianer reserviert. Verbindungen (zumeist ohne offizielle Ehe) zwischen Portugiesen und Einheimischen oder Sklaven waren nicht ungewöhnlich und so begann schon früh in der Geschichte eine Verschmelzung der Ethnien und Kulturen. Nur noch etwa 300.000 Indianer leben heute in Brasilien. Es gibt circa 200 Volksgruppen, die verschiedene Sprachen sprechen. Schon seit der Entdeckung des Landes wurden die Ureinwohner von den Neusiedlern zurückgedrängt. Durch die Rodung des Regenwaldes wird der Lebensraum dieser Volksgruppen immer mehr verkleinert. Aber die Brandrodung des Regenwaldes zeigt sich auch für Krankheitsepidemien, Umsiedlung und das Zerstören ihrer Kultur verantwortlich. Ihre Rechte sind zwar durch Gesetze geregelt, doch viele missachten sie einfach. Zum Schutz der Volksgruppen, viele sind in den letzten 50 Jahren ausgestorben, wurde die Behörde FUNAI gegründet, die aber auch nicht allein für den Schutz sorgen kann und deshalb oft kritisiert wird.

Sprachen

In Brasilien wird vorwiegend (brasilianisches) Portugiesisch gesprochen, das für mindestens 97 % der Bevölkerung Muttersprache ist. Indianersprachen werden nur noch von etwa 0.1 % der Bevölkerung gesprochen. Etwa 1.500.000 Brasilianer sprechen Deutsch als Muttersprache, 500.000 Italienisch, 380.000 Japanisch und 37.000 Koreanisch. Dabei muss berücksichtigt werden, dass der Anteil derjenigen mit Deutsch oder Italienisch als Muttersprache sehr optimistisch berechnet ist, da diese Volksgruppen zu den ersten Siedlern gehörten und die Nachfahren heute fast nur noch Portugiesisch verstehen, weil während des Zweiten Weltkriegs deutsche und italienische Schulen geschlossen wurden. Brasilien ist das einzige portugiesischsprachige Land Amerikas.

Religion

Ungefähr 76 % der Bevölkerung sind römisch-katholischer Konfession. Damit ist die Landeskirche mit circa 145 Millionen Gläubigen die größte der Welt. Die übrigen Brasilianer sind größtenteils protestantischen Glaubens (starke Zunahme evangelikaler Freikirchen) oder Anhänger von Kulten, die aus afrikanischen Religionen entstanden sind (Candomblé, Umbanda und andere).

Geschichte

Unterartikel: Geschichte Brasiliens Brasilien war schon mindestens 10.000 Jahre vor der Entdeckung durch die Europäer besiedelt. Vor allem Höhlen im Amazonas-Gebiet waren bewohnt, große Stätten wie die der Inkas oder Mayas sind aber nicht bekannt. Das Land wurde nach dem in Europa sehr beliebten Brasilholz, einem roten Edelholz, das heute nur noch höchst selten ist, benannt.

Die Kolonialzeit

Brasilholz Brasilholz Der Portugiese Pedro Alvares Cabral war der erste Europäer, der Brasilien am 22. April 1500 betrat. Nach französischen Angaben stieß Jean Cousin schon 1488 auf die brasilianischen Küsten. 1494 beschlossen die großen Seemächte Portugal und Spanien jedenfalls die Aufteilung Südamerikas. Auf Anliegen des damaligen Papstes Alexander XI. wurde im Vertrag von Tordesillas festgeschrieben, dass die gesamte Westküste spanische, und die Küstenabschnitte des heutigen Brasiliens portugiesische Kolonie würden. Deshalb ist Brasilien heute das einzige portugiesisch sprachige Land Südamerikas. Bis 1580 hatten die Portugiesen das ganze Land unter Kontrolle. Schon 1549 wurde das heutige Salvador da Bahia (São Salvador da Bahía de Todos os Santos) zur Hauptstadt ernannt. Schon zu der Zeit mussten Afrikaner und aus dem Landesinnern an die Küste gebrachte Indios die Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen im Nordosten verrichten. Von 1637 bis 1654 stand dieses Anbaugebiet unter niederländischer Kontrolle. 1629 hatten sich die Niederländer in der Nähe des heutigen Recife niedergelassen und später unter Führung von Johann Moritz von Nassau-Siegen die Anbaugebiete, die daraufhin nochmals kurz aufblühten, erobert. In der Schlacht von Guararapes wurden die niederländischen Truppen 1654 wieder vertrieben. Reiche Barockstädte entwickelten sich im 17. Jahrhundert, als Bandeirantes-Expeditionen das Hinterland erkundeten und neben anderen Bodenschätzen auch Gold und Diamanten entdeckten. Im selben Jahrhundert bauten entflohene Sklaven sogenannte Quilombos auf, die erst 1699 alle wieder zerstört waren. 1763 wurde Rio de Janeiro zur Hauptstadt ernannt, weil sich das wirtschaftliche Zentrum des Landes auf den Süden verlagerte. 25 Jahre später führte Tiradentes einen Aufstand an, der aber scheiterte. 1792 wurde der heutige Nationalheld Brasiliens hingerichtet. Gleichzeitig begann ein Konflikt mit Spanien, weil die Bandeirantes-Expeditionen die Westgrenze Brasiliens entgegen der Vereinbarungen verschoben.

König- und Kaiserreich

Spanien 1807 brachen die französischen Truppen von Napoleon Bonaparte nach Portugal ein, woraufhin der portugiesische König João VI. von einer britischen Eskorte geschützt nach Brasilien (erst Bahia, später Rio de Janeiro) flüchtete und dort erstmals in der Geschichte Auslandshandel erlaubte. Mit der Übersiedlung des Königs und des gesamten Hofstaates bekam Brasilien den Status eines gleichberechtigten Mitglieds des Mutterlandes. 1815, auf dem Wiener Kongress wird Brasilien mit Portugal gleichgestellt. 1821 konnte João wieder nach Portugal zurückkehren. Er überließ die Herrschaft über Brasilien seinem Sohn Pedro. Pedro I. erklärte am 7. September 1822 die Unabhängigkeit Brasiliens von Portugal und machte sich am 22. September zum ersten brasilianischen Kaiser. 1828, nach drei Kriegsjahren gegen Argentinien, löst sich die Provinz Uruguay und erklärt ihre Unabhängigkeit. Drei Jahre später kam es zu einem Militäraufstand wegen dessen König Pedro I. abtrat und die Herrschaft auf seinen fünfjährigen Sohn Pedro II. übertrug.

Regentenzeit

Ein Zusatzpunkt der 1822 geschaffenen Verfassung ermöglicht noch am Tag der Abdankung Pedro I. einige Reformen, so wurde die Einsetzung eines einzigen Regenten beschlossen. 1835 spaltete sich erneut eine Provinz, nämlich Rio Grande, ab. Zu der Zeit gab es eine Reihe von Aufständen, die vor allem vielen Armen das Leben kostete. Rio Grande konnte nur zehn Jahre eigenständig bleiben.

Zweites Kaiserreich

Rio Grande 1840, also noch vor der Volljährigkeit, wurde Pedro II. zum Kaiser gekrönt. Ab 1865 besiegten Brasilien, Uruguay und Argentinien innerhalb von fünf Jahren Paraguay. Zu der Zeit war Kautschuk Exportartikel Nummer eins. Die Sklaverei wurde 1888 von Pedro II. offiziell abgeschafft, was zu Aufständen von Großgrundbesitzern und der Armee führte. Es ist schon seit 1853 bekannt, dass die Sklaverei geächtet wurde. Am 15. November 1889 ging der Kaiser wegen eines Militärputsches ins Pariser Exil.

Republik und die Zeit der Weltkriege

Die erste brasilianische Republik mit föderativer Verfassung (am 24. Februar wurde von Manuel Deodoro da Fonseca als Vereinigte Staaten von Brasilien (República dos Estados Unidos do Brasil) ausgerufen. Der Wohlstand war durch die große Kaffee-Nachfrage gesichert. Doch in den Jahren des ersten Weltkriegs, an dem sich Brasilien auf Seite der Alliierten gegen Deutschland beteiligte, ging die Nachfrage nach Kaffee stark zurück. In den 1920er Jahren forderten große Teile der Bevölkerung ein Ende der Oligarchie. Als dann 1930 die Kaffee-Preise nochmals einbrachen, führte Getúlio Vargas, der "Vater der Armen", einen Aufstand an und wurde so Präsident. In den ersten Monaten seiner Regierungszeit wuchs die Wirtschaft Brasiliens spürbar. 1937 wurde die Herrschaft Vargas' als "wohlwollender Diktator" festgeschrieben, 1942 erklärte er den Krieg gegen Deutschland. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Vargas von der Armee abgesetzt.

Zurück zur Demokratie

Zweiten Weltkriegs Schon fünf Jahre später wählte ihn das Volk erneut zum Präsidenten. Weil sich die USA gegen die sozialistische Politik Brasiliens stellte und daraufhin Rechte und die Armee Vargas' Rücktritt forderten, beging er 1954 Selbstmord. Vargas' Nachfolger Juscelino Kubitschek sorgte mit Hilfe der Partido Trabalhista Brasiliero (PTB) für neue, ausländische Investoren, die die brasilianische Wirtschaft in den späten 1950er Jahren ankurbelten. 1960 wurde dann Jânio da Silva Quadros zum Präsidenten gewählt. Nach seinem Amtsantritt 1961 versuchte er die Abhängigkeit zu den USA zu lösen und den desaströsen Staatshaushalt zu sanieren. Nach nur wenigen Monaten im Amt trat er wieder zurück, sein Nachfolger wurde der bisherige Vize-Präsident João Goulart, kurz nachdem die neue Hauptstadt Brasília nach drei Jahren Bauzeit eingeweiht wurde. Auch Goulart war in der Bevölkerung nicht unumstritten, weshalb seine Befugnisse in den ersten drei Präsidentschaftswahlen nur eingeschränkt waren.

Militärdiktatur

1964 schlug ein Militärputsch unter Castelo Branco fehl, doch im Folgejahr wurde Branco doch Diktator und verbot alle Parteien. Er selbst gründete zwei neue. Mehrere weitere Militärgrößen setzte er an wichtige Stellen im Staat. In den nächsten Jahr konnte zwar ein Wirtschaftswunder beobachtet werden, linke Aktivisten wurden aber gnadenlos unterdrückt. Durch die Ölkrise in den 1970ern endete der Wirtschaftsboom, 1974 ist Brasilien gar das Land mit den meisten Auslandsschulden. 1979 werden Parteien wieder zugelassen. Ab 1985 gibt es in Brasilien wieder eine Demokratie.

1980er und 90er Jahre

1985 Der Wahlsieger Tancredo Neves verstarb 1985 noch vor seinem Amtsantritt. Im selben Jahr wurde das Wahlrecht für Analphabeten eingeführt. 1987 fand man auf