- Fairclough, Norman (1989). Language and Power. London: Longman.
- Fairclough, Norman (Ed.) (1992). Critical Language Awareness. London: Longman.
- Fairclough, Norman (1995). Media Discourse. London: Edward Arnold.
- Fairclough, Norman (2000). New Labour, New Language? London: Routledge.
- Fairclough, Norman (2001). Language and Power (2nd edition). London: Longman.
- Fairclough, Norman (2003). Analysing Discourse: Textual Analysis for Social Research. London: Routledge.
Diskursanalyse ist ein Oberbegriff für die sprachwissenschaftliche Analyse von Diskursphänomenen. Je nachdem, was als Diskurs betrachtet wird, gibt es dafür unterschiedliche Interpretationen. In den Sozialwissenschaften ist nicht nur die Form, sondern auch der Inhalt des Diskurs Gegenstand der Analyse.
Allgemein untersucht sie den Zusammenhang von sprachlichem Handeln und sprachlicher Form, sowie den Zusammenhang zwischen sprachlichem Handeln und gesellschaftlichen, insbesondere institutionellen, Strukturen.
Aus sprachwissenschaftlicher Sicht ist dabei die Abgrenzung des Diskurses (als pragmatisches Phänomen) gegenüber dem Text (als sprachliche Struktur des Diskurses, welcher u.a. in der Textlinguistik untersucht wird) bemerkenswert.
Bei einer Diskursanalyse können folgende Themen Beachtung finden:
- Sprechakttheorie - Deixis - Interjektionen und Responsive - Reparaturmechanismus - Sprecherwechsel - Thema und Rhema
Ähnliche Konzepte sind:
- Gesprächsanalyse
- Ethnographie des Sprechens
- Ethnomethodologie - Konversationsanalyse
Analyseschritte in der Sozialwissenschaft
- Institutioneller Rahmen / Kontext (z.B.: Autor, Medium, Ereignishintergrund)
- Text-Oberfläche (Gestaltung, Sinneinheiten, Strukturierung angesprochener Themen)
- Sprachlich-rhetorische Mittel (Analyse der Argumentationsstrategien, Implikationen und Anspielungen, Logik und Komposition, Kollektivsymbolik ("Bildlichkeit"), Redewendungen, Wortschatz, Stil, Akteure, Referenzbögen ...)
- Inhaltliche-ideologische Aussagen: Menschenbild, Gesellschaftsbild, Vorstellungen von Zukunft, Technik etc.
- Interpretation: Systematische analytische Darstellung eines Diskursfragments nach der Aufbereitung des Materials. Dabei werden die einzelnen Elemente aufeinander bezogen.
(Vgl. Jäger (2004))
- http://www.diskursanalyse.de/ - Zentrum für Medien- und Diskursanalyse
- http://www.uni-essen.de/literaturwissenschaft-aktiv/Vorlesungen/methoden/histdiskurs.htm - Historische Diskursanalyse
- http://www.qualitative-research.net/fqs-texte/3-03/3-03review-diazbone-d.htm - Rainer Diaz-Bone : Entwicklungen im Feld der foucaultschen Diskursanalyse
- http://www.lrz-muenchen.de/~Diskursanalyse/content/waldsch.html - Anne Waldschmidt : Texte, Fragmente, Diskurse: Von den Schwierigkeiten, Diskursanalyse als Sozialforschung zu betreiben
Literatur
- K.-M. Bogdal: Historische Diskursanalyse der Literatur. Theorie, Arbeitsfelder, Analysen, Vermittlung, Opladen 1999.
- C. Kammler: Historische Diskursanalyse (Michel Foucault), in: K.-M. Bogdal (Hg.): Neue Literaturtheorien. Eine Einführung, Opladen 1990, S. 31-55.
- Rainer Diaz-Bone. (1999). Probleme und Strategien der Operationalisierung des Diskursmodells im Anschluss an Michel Foucault. In: Bublitz et al. (Hrsg.). S. 119-135.
- Siegfried Jäger (4. Aufl. 2004) : Kritische Diskursanalyse. Eine Einführung, ISBN 3-89771-732-8
- Reiner Keller (2003) : Diskursforschung. Eine Einführung für SozialwissenschaftlerInnen : ISBN 3-8100-3789-3
- S. Winko: Diskursanalyse, Diskursgeschichte, in: H. L. Arnold / H. Detering (Hg.): Grundzüge der Literaturwissenschaft, München 1996, S. 463-478.
!Kategorie:SpracheKategorie:SoziolinguistikKategorie:Literaturwissenschaft
Text
Text (lat. textus: Gewebe, Text) bezeichnet im engeren Sinne einen zusammenhängenden Bereich geschriebenerSprache, im weiteren Sinne auch die nicht geschriebene, aber schreibbare Sprachinformation (beispielsweise eines Liedes, Films oder einer improvisiertenTheateraufführung).
Text kann einfach oder komplex strukturiert sein. Unstrukturierter Text ist oft schwerer zu verstehen als strukturierter. Mit dem Textzusammenhalt über Satzgrenzen hinaus befassen sich Kohäsion (formaler Zusammenhalt) und Kohärenz (auf Wissen beruhender inhaltlicher Zusammenhalt).
Text benötigt zu seiner Darstellung eine Schrift, deren Zeichen Phoneme, Silben oder Wörter bzw. Begriffe kodieren. Im westlichen Kulturkreis werden üblicherweise auf dem lateinischen Alphabet basierende Alphabete zur Darstellung von Text verwendet, in Osteuropa oft das kyrillische Alphabet, im vorderen Orient das arabische. Ostasiatische Sprachen verwenden komplexe Schriftzeichen, um Text darzustellen.
Der in Sprache rücktransformierte Text muss keinen Sinn ergeben. Es gibt durchaus Texte, welche aus zusammenhanglosen Worten oder gar Lauten, zum Teil bis zu bloßen Geräuschen reduzierten Klangmalereien bestehen, welche im Ganzen dennoch, wenn auch vielschichtig interpretierbar, einen Sinn ergeben (siehe z.B. Dadaismus).
Durch die Einführung der geschriebenen Sprache wurde eine Möglichkeit geschaffen, Texte, wie zum Beispiel Geschichtsschreibung, Erzählungen und Sagen für die Nachwelt zu archivieren. Ein großer Teil unseres Wissens über vergangene Epochen stammt von schriftlichen Aufzeichnungen, die archiviert wurden oder zufällig erhalten blieben.
Die ägyptischeHochkultur entwickelte schon knapp 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung eine Schrift, die so genannten Hieroglyphen, die zunächst als Bilderschrift entstand und sich zu einer Silbenschrift entwickelte. Alle weit verbreiteten heutigen Alphabetschriften, mit Ausnahme der koreanischen, stammen vermutlich von der gleichen phönizischen Schriftform ab, oder sind zumindest durch Schriften phönizischer Abstammung inspiriert geschaffen worden. Die einzige größere noch bestehende Schrifttradition nichtphönizischer Herkunft ist die chinesische.
Heute wird Text oft elektronisch kodiert und gespeichert.
Text kann in verschiedene Sprachen übersetzt werden. Dabei bleibt der Inhalt im wesentlichen erhalten. Sprachklang und verschiedene kulturelle Eigenschaften werden bei der Übersetzung geändert.
Schriftlicher Text ist oft urheberrechtlich geschützt. Vom Urheberrecht wird die Form, nicht der Inhalt des Textes geschützt.
Definition aus sprachwissenschaftlicher Sicht
Ein Text ist eine in sich geschlossene, thematische und sprachliche Einheit, die durch verschiedene Eigenschaften der Textualität charakterisiert wird. Dadurch wird eine Texttiefenstruktur erkennbar, die auf eine kommunikative Situation, eine thematische Entfaltung und eine Kommunikationsabsicht schließen lässt.
Die sprachwissenschaftliche Untersuchung von Texten ist die Textlinguistik.
Siehe auch:Literatur, Orthographie, Grammatik, Textmodus, Gebrauchstext, Textsorte
Weblinks
- http://www.lichtensteiger.de/methoden.html - "Texte haben keinen einheitlichen Sinn, keine geschlossene Struktur, keinen fixierbaren Kontext, Texte sind immer schon Zitate." Das "Anrennen gegen die Grenzen der Sprache" - Methoden des Schreibens und Strategien des Lesens. Eine Diskussion mit Roland Barthes, André Breton, Gilles Deleuze und Raymond Federman, Paris, 18. Februar 1965 / von Ralph Lichtensteiger
- http://www.lichtensteiger.de/schreiben.html - Schreiben/Writing
Kategorie:Literarischer Begriffja:テキスト
Louis Althusser
Louis Althusser ( - 19. Oktober1918 in Birmandreis bei Algier, Algerien; † 23. Oktober1990 in Paris) war ein französischer Philosoph. Er gilt als einer der einflussreichsten europäischen marxistischen Philosophen der 1960er und 1970er Jahre. Althusser war Lehrer Michel Foucaults, Jacques Derridas und Nicos Poulantzas'.
1980 erdrosselte Althusser seine Ehefrau Hélène Rytman und wurde daraufhin bis 1983 in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt untergebracht. Er hatte seit den 1940er Jahren in Folge seiner NS-Kriegsgefangenschaft an psychischen Störungen gelitten.
Althusser, der unter anderem von der Psychoanalyse Jacques Lacans, von der Philosophie Spinozas sowie von der Epistemologie Gaston Bachelards beeinflusst war, unterzog das Werk von Karl Marx einer strukturalen Lesart.
Althusser spielte in den marxistischen Diskussionen Frankreichs, Italiens und Lateinamerikas eine wichtige Rolle, doch in DDR und BRD blieb Althusser die Anerkennung weitgehend verwehrt. Auch wenn er zwischendurch immer wieder in Vergessenheit zu geraten scheint, beeinflusst Althussers Denken wichtige Debatten. In den vergangenen Jahren integrierten zum Beispiel Judith Butler und Slavoj Žižek Althussers Begriff "Anrufung" ("Interpellation") in ihre Subjekt-, Ideologie- und Gesellschaftstheorie. Die postmarxistischen TheoretikerInnen Ernesto Laclau und Chantal Mouffe greifen außerdem seine Verwendung des psychoanalytischen Begriffs der Überdeterminierung auf. Elemente sind dann überdeterminiert, wenn sie nicht auf eine einfache Ursache zurückzuführen sind oder eine eindeutige Bedeutung haben, sondern sich aus mehreren Quellen speisen und sich gegenseitig beeinflussen.
Für Althusser gründen dialektischer wie historischer Materialismus auf dem Prinzip des Vorrangs der Arten von Praxis. Alle Ebenen der sozialen Existenz sind verschiedene Praxen. Praxis bedeutet die Transformation eines (politischen, symbolischen, ökonomischen, 'natürlichen') Ausgangsmaterials durch bestimmte Akteure, welche in einem spezifischen Kontext bestimmte (politische, symbolische, ökonomische, ...) Produkte herstellen. Sie ist immer das determinierende Moment im Produktionsprozess. Althusser unterscheidet mehrere Arten von Praxis: theoretisch-wissenschaftliche, politische, ideologische und ökonomische. Die Konfiguration aller Praxisformenen bildet die jeweilige Gesellschaftsformation. Die Akteure sind die in Klassen situierten und organisierten Menschen, die im Kontext historisch spezifischer Produktionsverhältnisse sowie politischer und ideologischer Verhältnisse agieren, so Althusser in Lire le Capital. - Wissenschaften versuchen, theoretische Ideologien in (wissenschaftliches) Wissen zu transformieren.
Werke
- Für Marx. Frankfurt am Main: Suhrkamp 1968.
- mit Etienne Balibar: Das Kapital lesen. Hamburg: Rowohlt 1972. (Warnung: eine sehr schlechte und oft missverständliche Übersetzung!)
- Ideologie und ideologische Staatsapparate. Aufsätze zur marxistischen Theorie. Hamburg und Westberlin: VSA 1977.
- Machiavelli. Montesquieu. Rousseau. (Schriften Band 2) Hamburg: Argument-Verlag 1987.
- Écrits philosophiques et politiques. Tome I et II. Paris 1994 und 1995.
- Böke, Henning/ Jens Christian Müller/ Sebastian Reinfeldt (Hrsg.): Denk-Prozesse nach Althusser. Hamburg: Argument-Verlag 1994.
- Charim, Isolde: Der Althusser-Effekt. Entwurf einer Ideologietheorie. Wien: Passagen Verlag 2002.
- Scharmacher, Benjamin: Wie Menschen Subjekte werden. Einführung in Althussers Theorie der Anrufung. Marburg 2004.
- [http://sozialistische-studienvereinigung.frankfurt.org/archiv/boeke1.htm Wie funktioniert Althusser - eine Einführung von Henning Böke]
Der in Denguin geb. Bourdieu stammte aus eher "einfachen" Verhältnissen. Sein Vater Albert Bourdieu war Landwirt und später Postangestellter, seine Mutter Noémie Bourdieu, geborene Duhau, Hausfrau. Er besuchte dort das Lycée de Pau und wechselte 1948 an das rennomierte Lycée Louis-le-Grand nach Paris. Bourdieu studierte in Paris im Hauptfach Philosophie an der École Normale Supérieure und erreichte 1954 die Agrégation.
Nach dem akademischen Abschluss nahm er zunächst eine Stelle als Lehrer an. 1958-1960 unternahm er, während seines Einsatzes als Soldat im Algerienkrieg, in der Kabylei im nördlichen AlgerienFeldforschungen zur Kultur der Berber und begründete mit deren Resultaten seine Reputation als Soziologe. Seit 1981 hatte Bourdieu einen Lehrstuhl am Collège de France. Seit 1985 war er Director des Centre de Sociologie Européenne (CSE) am Collège de France und der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Bourdieu war auch, vor allem in späteren Jahren, ein politischer Intellektueller mit Sinn für symbolische Gesten: bekannt geworden ist seine Solidarisierung mit streikenden Bahnarbeitern auf einer Betriebsversammlung im Gare de Lyon am 13. Dezember 1995. Im Jahre 1998 unterststützte er die Arbeitslosenbewegung in Frankreich. Bourdieu starb im Jahre 2002 an einer Krebserkrankung.
Von 1962 bis 1983 war er mit Marie-Claire Brizard verheiratet. Bourdieu hatte drei Kinder Jérôme Bourdieu, Emmanuel Bourdieu,
Laurent Bourdieu.
Forschung
Seine soziologischen Forschungen, zumeist im Alltagsleben verwurzelt, waren vorwiegend empirisch orientiert und können der Kultursoziologie zugeordnet werden. Anknüpfend an den Strukturalismus versuchte Bourdieu, subjektive Faktoren mit objektiven Gegebenheiten zu verbinden. Wissenschaftstheoretisch vertrat er unter anderem die Aufhebung des Dualismus von Subjektivismus und Objektivismus, zwischen Idealismus und Materialismus. Auch zum mittelalterlichen Universalienstreit nahm Bourdieu eine vermittelnde Position zwischen Nominalismus und Realismus ein.
Bourdieu entwickelte seine theoretischen Begriffe unter Einbeziehung der Erfahrungen von Individuen. Er verwendete Leitbegriffe wie Habitus, sozialer Raum, soziales Feld und Kapital. Alle diese in der Soziologie und Ökonomie verwendeten Begriffe entwickelte er weiter, so dass sie in der Zusammenschau eine neue empirisch begründete soziologische Theorie ergeben, die in den heutigen soziologischen Diskursen von großer Bedeutung ist und häufig als "Theorie der Praxis" bezeichnet wird.
Die Kulturtheorie Bourdieus vergleicht Interaktionen des Alltagslebens mit einem Spiel. Die Individuen besitzen unterschiedlich viele Potentiale verschiedener Art, die sie einsetzen und teilweise transformieren können: ökonomisches Kapital, soziales Kapital, symbolisches Kapital und kulturelles Kapital bzw. Bildungskapital. Dabei gilt: "Und jeder spielt entsprechend der Höhe seiner Chips." So kann der Erwerb kulturellen Kapitals beispielsweise zur Erhöhung des ökonomischen Kapitals eingesetzt werden.
In seinem Hauptwerk Die feinen Unterschiede prägt Bourdieu den Begriff Distinktionsgewinn für die erfolgreiche Durchsetzung eines neuen vorherrschenden Geschmacks bzw. Lebensstils als Mittel im Kampf um gesellschaftliche Positionen. Diese Kulturkämpfe zwischen den gesellschaftlichen Klassen finden in einem sogenannten Raum der Lebensstile statt.
Trotz seiner ausgefeilten Sozialtheorie war Bourdieu ein empirisch arbeitender Soziologe. Dabei setzte er qualitative und quantitativeMethoden der empirischen Sozialforschung ein. In dem Werk Das Elend der Welt arbeitete er vor allem mit qualitativen Interviews . Um eine Feldanalyse durchzuführen verwendete er oft das mathematische Verfahren der sog. Korrespondenzanalyse bei der kategoriale Variablen in einem zweidimensionalen Raum verortet werden. Vor allem in seinem späteren Werk homo acedemicus ist dies ein von ihm häufig verwendetes Verfahren.
Nach Bourdieu gibt es für die menschliche Freiheit vielfältige Begrenzungen, unter anderem durch unbewusste verinnerlichte Faktoren, Illusionen, durch sozioökonomische Strukturen, historische Gegebenheiten, Geschlecht, Nationalität und Weltanschauung. Jedoch hat jeder Mensch innerhalb seiner Grenzen einen individuellen Handlungsspielraum, der umso größer ist, desto komplexer die Gesellschaft organisiert ist. Nur auf diesem beschränkten Hintergrund gibt es sozialen Wandel und Innovation.
Wissenschaftliche Vorläufer Bourdieus waren insbesondere Émile Durkheim, Max Weber und Karl Marx. Seine Sozial-Epistemologie ist von Durkheim beeinflusst. Er verwendet wie dieser den Begriff der "sozialen Tatsache" und teilt die Grundeinsicht in die Bedeutung der Kultur- und Sozialanthropologie für die Soziologie. Mit Weber verband ihn der Ungleichheitsdiskurs, der sich an der subjektiv ausgerichteten Begriffstrias Klasse/Stand/Partei orientiert. Von Marx übernahm er Teile der objektiv ausgerichteten Konzepte Klasse und Klassenkampf, die er über die ökonomischen Aspekte hinaus sehr stark erweiterte. Friedrich Nietzsches "Genealogie der Moral" stand bei seiner Diskussion des Verhältnisses zwischen dem Adel und den "einfachen Leuten" Pate.
Bourdieus wissenschaftliches Gesamtwerk zeichnet sich durch hohe Komplexität aus, da er nicht nur verschiedene Wissenschaftssysteme, sondern gleichzeitig eine Vielzahl von neu konnotierten Begrifflichkeiten miteinander verbindet.
Bekannt war Bourdieu zudem als politisch engagierter Intellektueller, der sich gegen die herrschende Elite und den Neoliberalismus wandte. Die Aufgabe der neuen sozialen Bewegungen umschrieb er mit dem Begriff der "ökonomischen Alphabetisierung". In seinen letzten Lebensjahren stand Bourdieu der globalisierungskritischen Bewegung nahe.
Hier einige Beispiele von Ergebnissen seiner empirischen Arbeiten:
- Er zeigte, dass trotz der formalen Wahlfreiheit in Fragen des ästhetischen Geschmacks, künstlerische Präferenzen in Frankreich (z.B. klassische Musik, Rock, Chanson) stark mit der ("kulturellen") Klassenzugehörigkeit korrelieren.
- Er wies - alltägliche Beobachtungen einbringend - nach, dass Feinheiten der Sprache wie Akzent, Grammatik, Aussprache und Stil einen wesentlichen Faktor in der sozialen Mobilität (z.B. beim Erwerb eines besser bezahlten und höherbewerteten Berufs) darstellen.
- Die von Bildungspolitik und Arbeitslosigkeit ausgelöste Bildungsdynamik bezeichnete er als "Inflation der Bildungsabschlüsse", beziehungsweise "Bildungsexpansion". Die Schulabschlüsse verlieren dadurch an Wert und auch die Absolventen aus niedrigeren Schichten haben schlechte Möglichkeiten, dieses Kapital angemessen umzusetzen (vgl. Bildungsparadox)
- Durch die zunehmende neoliberale Globalisierung sind atypische Arbeitsverhältnisse zur Regel geworden. Diese Prekarisierung trifft nicht nur marginalisierte Gesellschaftsgruppen, sondern zunehmend auch solche mit (noch) gesichertem Einkommen. Das organisierte Gegeneinander der Lohnabhängigen ist Bestandteil der neoliberalen Hegemonie. Die "strukturelle Gewalt" der Konkurrenz solle aufgegeben werden zu Gunsten eines Erkennens der gemeinsamen Interessen.
- Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft. (französ. 1979), Frankfurt a.M. 1982. ISBN 3-51828-258-1
- Entwurf einer Theorie der Praxis. (französ. 1972), Frankfurt a.M. 1979. ISBN 3-51827-891-6
- Praktische Vernunft. Zur Theorie des Handelns. Frankfurt a.M. 1998. ISBN 3-51811-985-0
- Der Einzige und sein Eigenheim., Hamburg 2002. ISBN 3-87975-862-X
- Über das Fernsehen. (französ. 1996), Frankfurt a.M. 1998. ISBN 3-51812-054-9
- "Schwierige Interdisziplinarität : zum Verhältnis von Soziologie und Geschichtswissenschaft". Münster 2004. ISBN 3-89691-573-8
- Titel und Stelle. Über die Reproduktion sozialer Macht. Mitautoren: Luc Boltanski, Monique de Saint Martin,Pascale Maldidier. (französ. 1971), 1978. ISBN 3-43400-496-3
- Sozialer Sinn. Kritik der theoretischen Vernunft. (französ. 1980), Frankfurt a. M. 1987. ISBN 3-51828-666-8
- Homo Academicus. (französ. 1984), Frankfurt a. M. 1988. ISBN 3-51828-602-1
- Was heißt sprechen? Die Ökonomie des sprachlichen Tausches (französ. 1987), Hg. Georg Kremnitz, Wien 1990.
- Die verborgenen Mechnismen der Macht. Schriften zu Politik und Kultur 3, Bd. 1, Hg. Margareta Steinrücke, Hamburg 1992. ISBN 3-87975-605-8
- Soziologische Fragen Frankfurt a. M. 1994. ISBN 3-51811-872-2
- Reflexive Antthropologie. Mitautor: Loic D. Wacquant. Franfurt a. M. 1996.
- Zur Soziologie der symbolischen Formen. Frankfurt a. M. 2000. ISBN 3-51827-707-3
- Meditationen. Zur Kritik der scholastischen Vernunft. Frankfurt a. M. 2001. ISBN 3-51829-295-1
- Das Elend der Welt. Zeugnisse und Diagnosen alltäglichen Leidens an der Gesellschaft. (französ. 1993), Konstanz 1997. ISBN 3-87940-568-9, - cultural studies zum Neoliberalismus - Perspektiven des Protestes. Initiativen für einen europäischen Wohlfahrtsstaat." Hamburg 1997.
- Gegenfeuer. Wortmeldungen im Dienste des Widerstands gegen die neoliberale Invasion. UVK, Konstanz 1998. ISBN 3-89669-903-2
- Gegenfeuer 2. Für eine europäische soziale Bewegung. UVK, Konstanz 2001. (Raisons d'agir, 7) ISBN 3-89669-997-0
- Neue Wege der Regulierung. Vom Terror der Ökonomie zum Primat der Politik. Hamburg 2001.
- Ein soziologischer Selbstversuch. Frankfurt a. M. 2002. ISBN 3-51812-311-4
- Der Staatsadel. Konstanz 2004. ISBN 3-8969-807-9 (postum)
- Die männliche Herrschaft (französ. 1998), Frankfurt a. M. 2005. ISBN 3-51841-144-6
- Die Durchsetzung des amerikanischen Modells und die Folgen, in: Loccumer Initiative kritischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler (Hrsg.): Europa des Kapitals oder Europa der Arbeit?, Perspektiven sozialer Gerechtigkeit (Kritische Interventionen 4), Offizin Verlag, Hannover 2000. ISBN 3-930345-22-6
Literatur
Einführungen
- Markus Schwingel: "Pierre Bourdieu zur Einführung". 4. Aufl. Junius-Verlag, Hamburg 2003 181 S. ISBN 3-88506-968-7
- Christian Papilloud: "Bourdieu lesen. Einführung in eine Soziologie des Unterschieds. Mit einem Nachwort von Loic Wacquant". Bielefeld, Transcript-Verlag, 2003, ISBN 3-89942-102-7
Weiterführende Sekundärliteratur
- Bittlingmayer, Uwe H. [Hrsg.]: Theorie als Kampf?: Zur politischen Soziologie Pierre Bourdieus. Opladen: Leske + Budrich 2002. 492 S. ISBN 3-8100-3352-9
- Bohn, Cornelia: Habitus und Kontext. Ein kritischer Beitrag zur Sozialtheorie Bourdieus. Opladen: Westdt. Verl. 1991.
- Brink, Tobias ten: VordenkerInnen der globalisierungskritischen Bewegung: Pierre Bourdieu, Susan George, Antonio Negri. Köln: Neuer ISP Verl. 2004. ISBN 3-89900-020-X
- Ebrecht, Jörg und Hillebrandt, Frank [Hrsg.]: Bourdieus Theorie der Praxis. Wiesbaden: VS Verlag 2.Aufl. 2004. 246 S. ISBN 3-531-33747-5
- Engler, Steffani und Krais Beate (Hrsg.): Das kulturelle Kapital und die Macht der Klassenstrukturen. sozialstrukturelle Verschiebungen und Wandlungsprozesse des Habitus. Weinheim [u.a.]: Juventa-Verl. 2004 216 S. ISBN 3-7799-1582-0
- Herz, Martin: Disposition und Kapital. Ein Beitrag zur Bourdieu-Debatte. Wien: Braumüller 1996.
- Krais, Beate und Gebauer, Gunther: Habitus. Bielefeld: transcript 2002. 94 S. ISBN 3-933127-17-3
- Müller, Hans-Peter: Sozialstruktur und Lebensstile. Der neuere theoretische Diskurs über soziale Ungleichheit. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1997.
- Nassehi, Armin [u.a.] [Hrsg.]: Bourdieu und Luhmann. ein Theorienvergleich. Frankfurt am Main: Suhrkamp 2004. 271 S. ISBN 3-518-29296-X
- Rehbein, Boike [Hrsg.]: Pierre Bourdieus Theorie des Sozialen. Probleme und Perspektiven. Konstanz: UVK-Verl.-Ges. 2003.
- Steinrücke, Margareta [Hrsg.]: Pierre Bourdieu - Politisches Forschen, Denken und Eingreifen. Hamburg: VSA-Verl. 2004. 166 S. ISBN 3-89965-037-9
-
- [http://www.iwp.uni-linz.ac.at/lxe/sektktf/bb/HyperBourdieu.html Bibliographie und Mediendokumentation der Schriften und öffentlichen Reden Pierre Bourdieus]
- [http://www.zeit.de/archiv/2002/06/200206_l-bourdieu.xml Zum Tod des französischen Soziologen Pierre Bourdieu, DIE ZEIT Literatur 06/2002]
- [http://www.swp.org.uk/SR/242/SR4.HTM "The Politics of Protest": Ein Interview mit Pierre Bourdieu von Kevin Ovenden]
- [http://www.sozialismus-von-unten.de/archiv/text/bourdieu.htm Pierre Bourdieu: "Aufruf gegen die Politik der Entpolitisierung"; mit ausführlicher Linkliste zu Pierre Bourdieu]
- [http://www.praxisphilosophie.de/bourdieu.htm Bourdieu-Seite der Initiative für Praxisphilosophie]
Bourdieu, PierreBourdieu, PierreBourdieu, PierreBourdieu, PierreBourdieu, PierreBourdieu, PierreBourdieu, PierreBourdieu, PierreBourdieu, PierreBourdieu, PierreBourdieu, Pierreja:ピエール・ブルデュー
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Minsape of Hominidae zien 'n femilie vaan hoeg ontwikkelde zoegdiere oet de ordeAapachtege. Minsape zien groete ape, mèt veural 'nen oontwikkelde sjedel en rechopstoonde gaank. Vreuger woorte de gibbons, die primitiever zien, ouch tot de minsape gerekend. Ze zien verdeild in twie oonderfemilies: de Ponginae, die oet Azië koume, en de Homininae, die in Afrika hun oorsproonk höbbe. Umtot de mins ouch tot dees femilie behuurt, is ze hiel intensief door biologe bestudeerd.
Park Mużakowski thumb
Park Mużakowski (niem. Park von Muskau, Muskauer Park lub Fürst-Pückler-Park) jest największym i najsłynnejszym parkiem stylu angielskiego w Polsce i w Niemczech. Park zajmuje ok. 5,45 km² powierzchni na obu stronach rzeki Nysy Łużyckiej, która stanowi granicę polsko-niemiecką. Centrum parku znajduje się w
Koders
Koders - wyszukiwarka źródeł oprogramowania Open Source, która ma pomóc programistom w znalezieniu gotowych fragmentów kodu, które można zastosować w tworzonym przez siebie oprogramowaniu. Wyszukiwanie opiera się na wyrazach kluczowych, ale dodatkowo można wybrać język programowania (ok. 30) oraz licencje (ok. 20), na bazie których udostępniany jest poszukiwany kod.
Wyszukiwarka integruje informacje zawarte w setkach repozytoriów kodu, zawierających dziesiątki tysięcy projektów informatycznych. Na początku
Search engine spammer
Search engine spammer - anglojęzyczne określenie osoby, która wykorzystuje nieetyczne techniki, aby podwyższyć pozycję swoich stron internetowych w rankingach wyszukiwarek internetowych. Praktyka taka nosi nazwę spamdexing.
Nie istnieje jeszcze trafne polskie tłumaczenie tego terminu - w przybliżeniu można je sformułować jako "spamer wyszukiwarkowy".
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