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| Jacques Santer |
Jacques SanterJacques Santer ( - 18. Mai 1937 in Wasserbillig (Luxemburg)) war zwischen 1984 und 1995 Premierminister von Luxemburg. Zudem bekleidete er von 1984 bis 1989 das Amt des Präsidenten der Weltbank und von 1991 bis 1994 das Amt des Gouverneurs des Internationalen Währungsfonds.
Außerdem hatte Santer verschiedene Ministerposten in Luxemburg, teilweise neben seines Amtes als Ministerpräsident, inne; von 1979 bis 1995 war ein Finazminister, von 1979 bis 1984 gleichzeitig dazu auch Sozial- und Arbeitsminister und von 1989 bis 1995 Minister für Kultur.
Santer wurde 1995 Präsident der Europäischen Kommission. Ein Bericht über angebliche Korruptionsfälle der einige EU-Kommissare betraf, führte am 15. März 1999 zum Rücktritt der gesamten Kommission.
Von 1975 bis 1979 und erneut 1999 bis 2004 war Santer Mitglied des Europäischen Parlaments, dessen Vizepräsident er von 1975 bis 1979 war, und von 2002 bis 2004 Mitglied des Europäischen Konvents. Seitdem ist er Vorsitzender des Verwaltungsrats eines Medienunternehmens.
Santer, Jacques
Santer, Jacques
Santer, Jacques
Santer, Jacques
Santer, Jacques
18. MaiDer 18. Mai ist der 138. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 139. in Schaltjahren) - somit verbleiben noch 227 Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1291 - Akkon, die letzte Kreuzfahrerbastion, fällt. Ende der Kreuzzüge
- 1337 - Krönung der böhmischen Königin Beatrice von Bourbon in Prag.
- 1804 - Frankreich. Napoléon Bonaparte proklamiert das „Französische Kaiserreich“.
- 1848 - Die Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche in Frankfurt am Main tritt erstmals zusammen, somit existiert zum ersten Mal ein demokratisch gewähltes Parlament für Deutschland.
- 1943 - Die erste internationale Konferenz zu Fragen der Welternährung findet statt.
- 1944 - Das italienische Kloster Monte Cassino wird nach langen, verlustreichen Kämpfen von polnischen Truppen eingenommen.
- 1947 - Durch eine Volksabstimmung wird die Verfassung des Landes Rheinland-Pfalz angenommen.
- 1966 - Ein Weißwal verirrt sich 400 km stromaufwärts in den Rhein.
- 1973 - Deutschland. Staatsbesuch vom Staats- und Parteichef der UdSSR, Leonid Breschnew.
- 1974 - Indien führt unter dem Decknamen Smiling Buddha seinen ersten unterirdischen Atombombenversuch durch. Es wird sechste Atommacht.
- 1980 - In Gwangju (Südkorea) wird eine Demonstration für mehr Demokratie von der Regierung gewaltsam unterdrückt. Bei diesem Vorfall, der heute Gwangju-Massaker genannt wird, sterben nach offiziellen Angaben 207 Menschen, rund 1000 werden schwer verletzt.
- 1990 - Theo Waigel und Walter Romberg unterzeichnen den Deutsch-Deutschen Staatsvertrag zur Bildung einer Wirtschaft-, Sozial- und Währungsunion.
- 1992 - Turkmenistan erhält eine neue Verfassung.
- 1995 - Bulgarien. Regierungschef Wiktor Tschernomyrdin, Russland, zu Besuch in Sofia.
- 1996 - Italien. Romano Prodi wird neuer Ministerpräsident.
- 1999 - Italien. Carlo Azeglio Ciampi wird neuer Staatspräsident.
- 2005 - Estland und Russland unterzeichnen in Moskau den seit 1999 ausverhandelten Grenzvertrag. Die Verzögerung geht auf Putins Weigerung zurück, die estnische Sichtweise einer Annexion 1940 (Estnische Sowjetrepublik) zu akzeptieren.
Wirtschaft
- 1999 - Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Kuwait
Wissenschaft und Technik
- 1974 - Das bis heute höchste Bauwerk der Welt, der (am 10. August 1991 eingestürzte) 648 Meter hohe selbststrahlende Sendemast in Konstantynow, Polen wird fertig gestellt.
Kultur
- 1768 - Uraufführung der komischen Oper "Die Liebe auf dem Lande" von Johann Adam Hiller
- 1894 - Uraufführung der Oper "Raffael" (Orig.: Rafael') von Anton Stepanowitsch Arenski im Bolschoi-Theater in Moskau.
- 1940 - Uraufführung der Oper "Volo di notte" von Luigi Dallapiccola am Teatro comunale in Florenz.
- 1972 - Uraufführung des Theaterstücks "Die neuen Leiden des jungen W." von Ulrich Plenzdorf in Halle
Religion
- 2005 - Der Diözesanbischof von Linz, Maximilian Aichern tritt zurück, weil er über Jahre beim Papst in Rom denunziert worden sei.
Katastrophen
- 1935 - Moskau, Russland. Ein Kunstflieger kollidiert mit einem am Boden befindlichem Flugzeug. 49 Tote.
- 1958 - Casablanca, Marokko. Absturz einer DC-6B der Sabena Airlines.
- 1980 - Der Vulkan Mount Saint Helens im US-Bundesstaat Washington bricht aus, wobei 57 Menschen sterben.
- 2004 - Urumqi autonome Region Xinjiang Uygur, Volksrepublik China, eine aserbaidschanische Iljuschin Il-76 stürzt kurz nach dem Start ab. 7 Tote
Sport
- Ereignisse aus dem Bereich der Formel 1 siehe dort.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1988 - Bayer 04 Leverkusen gewinnt als dritte deutsche Mannschaft den UEFA-Pokal gegen Español Barcelona mit 0:3 (0:1), nV 3:0 (0:0) Elfmeter: 2:3.
- 2005 - ZSKA Moskau gewinnt als erste russische Mannschaft den UEFA-Pokal gegen Sporting Lissabon mit 3:1.
Geboren
- 1774 - Gaetano Rossi, italienischer Librettist
- 1777 - Auguste Charlotte von Kielmannsegg, geheime Agentin Napoleons
- 1778 - Andrew Ure, war ein englischer Mediziner und Professor für Naturgeschichte und Chemie
- 1782 - Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow, preußischer General, Gründer des Lützowschen Freikorps
- 1783 - Jabbo Oltmanns, Mathematiker, Astronom und Professor der Angewandten Mathematik
- 1799 - Alexander I., russischer Zar
- 1809 - William Wilson, englisch-deutscher Maschineningenieur (1. deutscher Lokomotivführer)
- 1810 - Francesco Maria Piave, italienischer Librettist für Giuseppe Verdi
- 1824 - Wilhelm Hofmeister, deutscher Botaniker und Professor
- 1850 - Oliver Heaviside, britischer Mathematiker und Physiker
- 1851 - Itzhok Lejb Perez, jiddischer Schriftsteller
- 1865 - Traugott von Jagow, Polizeipräsident von Berlin
- 1868 - Nikolaus II. (Russland), letzter russischer Zar
- 1872 - Bertrand Russell, englischer Mathematiker und Philosoph, Nobelpreisträger
- 1874 - Jérôme Tharaud, französischer Schriftsteller
- 1876 - Hermann Müller, deutscher Politiker und Reichskanzler
- 1883 - Walter Gropius, deutscher Architekt, Gründer des Bauhaus
- 1884 - Martin Elsaesser, deutscher Architektur-Professor und Kirchenarchitekt
- 1887 - Ernst Wiechert, deutscher Schriftsteller
- 1889 - Jakob Levy Moreno, Begründer des Psychodramas
- 1889 - Thomas Midgley, amerikanischer Chemiker und Erfinder
- 1893 - Friedrich Sieburg, deutscher Journalist, Schriftsteller und Literaturkritiker
- 1895 - Kurt Löwenstein, deutscher Politiker
- 1901 - Robert Ochsenfeld, deutscher Physiker
- 1901 - Vincent du Vigneaud, US-amerikanischer Biochemiker
- 1907 - Carl Mydans, US-amerikanischer Fotograf
- 1907 - Sir Clifford Curzon, britischer Pianist
- 1909 - Fred Perry, britischer Tischtennisspieler und Tennisspieler
- 1911 - Joe Turner, US-amerikanischer Blues Sänger
- 1912 - Hermann Langbein, Schriftsteller
- 1912 - Perry Como, US-amerikanischer Sänger
- 1912 - Richard Brooks, US-amerikanischer Regisseur
- 1912 - Walter Sisulu, Antiapartheid-Kämpfer und südafrikanischer Politiker
- 1913 - Nicolás Gómez Dávila, kolumbianischer Philosoph
- 1913 - Charles Trenet, französischer Sänger
- 1913 - Neelam Sanjiva Reddy, indischer Politiker und Staatspräsident
- 1914 - Emmanuel de Graffenried, schweizerischer Rennfahrer
- 1915 - Heinz Funk, deutscher Filmkomponist
- 1918 - Massimo Girotti, italienischer Schauspieler
- 1919 - Boris Christoff, russisch-italienischer Opernsänger
- 1919 - Margot Fonteyn de Arias, englische Tänzerin
- 1920 - Johannes Paul II., Papst der katholischen Kirche
- 1922 - Adrian Hoven, österreichischer Schauspieler
- 1922 - Kai Winding, Jazzposaunist
- 1925 - Justus Dahinden, Schweizer Architekt und Hochschullehrer
- 1927 - Egon Monk, deutscher Regisseur
- 1928 - Pernell Roberts, US-amerikanischer Schauspieler (Bonanza)
- 1931 - Don Martin, amerikanischer Karikaturist
- 1932 - Alma Cogan, britische Sängerin
- 1937 - Jacques Santer, Premierminister von Luxemburg
- 1938 - Erich Arndt, deutscher Tischtennisspieler
- 1939 - Hark Bohm, deutscher Regisseur
- 1940 - Anita Kupsch, deutsche Schauspielerin
- 1941 - Miriam Margolyes, britische Schauspielrin
- 1942 - Albert Hammond, britischer Sänger und Songschreiber
- 1942 - Rodney Dillard, US-amerikanischer Country-Musiker
- 1943 - Helmut Haussmann, deutscher Politiker, MdB und Bunndesminister
- 1943 - Willy Wimmer, deutscher Politiker und MdB
- 1944 - Justus Frantz, deutscher Pianist und Dirigent
- 1944 - Winfried G. Sebald, deutscher Schriftsteller
- 1947 - John Bruton, irischer Politiker und Regierungschef
- 1948 - Feliciano Taveres, US-amerikanischer Sänger
- 1949 - George Weyman, britischer Musiker
- 1949 - John Wetton, britischer Musiker
- 1949 - Rick Wakeman, britischer Musiker
- 1949 - Uschi Eid, deutsche Politikerin und MdB
- 1949 - William Wallace, kanadischer Musiker
- 1950 - Mark Mothersbaugh, US-amerikanischer Musiker, Komponist und Sänger
- 1950 - Thomas Gottschalk, deutscher Fernsehmoderator
- 1952 - George Strait, US-amerikanischer Country-Sänger
- 1952 - Jeana Yeager, US-amerikanische Testpilotin
- 1953 - Renée Schröder, österreichische Biochemikerin
- 1954 - Erik Gerets, belgischer Fußballtrainer
- 1954 - Reinhold Heil, deutscher Musiker
- 1954 - Rolf Bietmann, deutscher Politiker
- 1954 - Wreckless Eric, britischer Sänger und Songschreiber
- 1955 - Chow Yun-Fat, Schauspieler (Anna und der König)
- 1957 - Frank Plasberg, deutscher Journalist und Fernsehmoderator
- 1958 - Toyah Willcox, britische Sängerin und Schauspielerin
- 1959 - Ranga Yogeshwar, luxemburger Redakteur und Moderator
- 1957 - Michael Cretu, Komponist und Musik-Produzent (Enigma)
- 1960 - Yannick Noah, ehemaliger französischer Profi-Tennisspieler
- 1962 - Christiane Vera Felscherinow, deutsche Ex-Drogensüchtige (Christiane F. in Wir Kinder vom Bahnhof Zoo)
- 1962 - Sandra Cretu, deutsche Pop-Sängerin »Sandra«
- 1965 - Ingo Schwichtenberg, Ex-Schlagzeuger der deutschen Band Helloween
- 1967 - Heinz-Harald Frentzen, deutscher Rennfahrer
- 1969 - Dennis Bergkamp, niederländischer Fußballspieler
- 1972 - Nordin ben Salah, niederländischer Boxer
- 1975 - Jack Johnson (Surfer), US-amerikanischer Sänger
Gestorben
Jack Johnson (Surfer)
Jack Johnson (Surfer)
Jack Johnson (Surfer)
- 1406 - Balthasar von Thüringen, Markgraf von Meißen, Landgraf von Thüringen
- 1410 - Ruprecht I., römisch-deutscher König und Kurfürst von der Pfalz
- 1450 - Sejong, König der koreanischen Joseon-Dynastie
- 1551 - Domenico Beccafumi, italienischer Maler und Bildhauer
- 1574 - Albert Ritzaeus Hardenberg, deutscher Theologe und Prediger der Reformationszeit
- 1635 - Levin Ludwig von Hahn, Mitglied der Fruchtbringenden Gesellschaft
- 1675 - Jacques Marquette, französischer Mönch und Entdecker des Mississippi
- 1708 - Arvid Axel Mardefelt, schwedischer Offizier
- 1733 - Georg Böhm, Komponist
- 1793 - Timur Shah Durrani, der zweite König Afghanistans der Dynastie der Durrani.
- 1795 - Christlieb Ehregott Gellert, deutscher Metallurge und Mineraloge
- 1795 - Robert Rogers, britisch-amerikanischer Offizier
- 1799 - Pierre Augustin Caron de Beaumarchais, französischer Schriftsteller
- 1837 - Hans Christian Lyngbye, dänischer Pfarrer, Botaniker und Herausgeber des ersten Buchs in färöischer Sprache
- 1843 - Friedrich Christoph Perthes, deutscher Buchhändler und Verleger
- 1853 - Lionel Kieseritzky, französisch-polnischer Schachmeister
- 1871 - Eduard Friedrich Weber, deutscher Physiologe und Arzt
- 1884 - Heinrich Göppert, deutscher Botaniker, Paläontologe und Professor
- 1909 - George Meredith, britischer Schriftsteller
- 1909 - Isaac Albéniz, spanischer Pianist und Komponist
- 1910 - Franz Skarbina, deutscher Maler
- 1910 - Pauline Viardot-Garcia, französische Opernsängerin und Pianistin
- 1911 - Gustav Mahler, österreichischer Dirigent und Komponist
- 1912 - Eduard Strasburger, polnisch-deutscher Botaniker
- 1918 - Louis Leitz, deutscher Industrieller und Erfinder
- 1922 - Alphonse Laveran, französischer Mediziner, Nobelpreisträger
- 1931 - Remmer Janssen, evangelisch-lutherischer Pastor, ostfriesischer Erweckungsprediger
- 1941 - Werner Sombart, deutscher Soziologe und Volkswirt
- 1945 - Oskar Picht, Erfinder der der Blindenschreibmaschine
- 1949 - James Truslow Adams, Historiker Schriftsteller
- 1951 - Gaspar Agüero y Barreras, kubanischer Komponist und Pianist
- 1952 - Rosetter Gleason Cole, US-amerikanischer Komponist
- 1953 - Rudolf Nadolny, deutscher Diplomat
- 1965 - Willy Westra van Holte, niederländischer Fußballspieler
- 1966 - Paul Althaus, protestantischer Theologe (Lutherischer Dogmatiker)
- 1969 - Ludwig Berger, deutscher Filmregisseur
- 1975 - Leroy Anderson, US-amerikanischer Komponist
- 1980 - Ian Curtis, englischer Rockmusiker
- 1981 - William Saroyan, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1983 - Alfred Nau, deutscher Politiker
- 1986 - Peter Wehle, österreichischer Komponist, Autor und Kabarettist
- 1987 - Heðin Brú, Färöischer Schriftsteller
- 1989 - Hermann Höcherl, deutscher Politiker, MdB und Bundesminister
- 1990 - Jill Ireland, britische Schauspielerin
- 1991 - Rudolf Nierlich, österreichischer Skirennläufer
- 1992 - Marshall Thompson, US-amerikanischer Schauspieler
- 1993 - Heinrich Albertz, deutscher Politiker und Theologe
- 1995 - Alexander Godunov, russischer Ballett-Tänzer
- 1995 - Gustav Lübbe, Gründer des Bastei-Lübbe Verlags
- 1995 - Sabine Sinjen, deutsche Schauspielerin
- 1999 - Elizabeth Robinson, US-amerikanische Leichtathletin und Olympiasiegerin
- 2002 - Wolfgang Schneiderhan, österreichischer Geiger
- 2004 - Francesco Caroli, italienischer Artist und Clown
- 2004 - Heinz Maria Oeftering, Präsident der Deutschen Bundesbahn und des Bundesrechnungshofs
Feier- und Gedenktage
Siehe auch
- 17. Mai - 19. Mai
- 18. April - 18. Juni
- Historische Jahrestage - Zeitskala
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ja:5月18日
ko:5월 18일
simple:May 18
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Wasserbillig
Wasserbillig (lux.: Waasserbëlleg) ist eine Ortschaft in Luxemburg, gelegen am Zusammenfluss von Sauer und Mosel.
Geschichte
Schon den Römern war der Ort unter dem Namen Biliacum bekannt.
Lage
Wasserbillig ist mit 130 m über Normalnull der tiefste Punkt des Großherzogtums. Es ist Grenzortschaft zu Deutschland und liegt gegenüber von Wasserbilligerbrück auf der anderen Seite der Sauer, und Oberbillig auf der anderen Moselseite. Wasserbillig ist Sitz der Gemeinde Mertert, welche zum Kanton Grevenmacher gehört.
Wirtschaft
Der Ort hat 2300 Einwohner. Wegen der Nähe zu Deutschland ist Wasserbillig eine geschäftige Ortschaft, welche besonders durch den regen Grenzhandel geprägt ist. Dies ist vor allem Tanktourismus, wegen der steuerlichen Unterschiede zwischen Deutschland und Luxemburg. An der Straße zwischen Wasserbillig und Mertert reihen sich etwa ein Dutzend Tankstellen aneinander, auch der ehemalige Grenzübergang an der Autobahn wurde zu einer Tankstelle ausgebaut.
Geiselnahme 2000
Kurzfristig bekannt wurde Wasserbillig im Jahr 2000, als ein tunesischer Einwanderer den Kinderhort Spatzennascht stürmte und die Kinder und Erzieherinnen als Geiseln nahm. Über sein Motiv wurde spekuliert, bis sich herausstellte, dass dem Mann kurz zuvor das Sorgerecht für sein Kind entzogen worden war. Seiner Forderung, mit einem Flugzeug nach Libyen zu gelangen, wurde nicht stattgegeben, stattdessen stürmten Spezialeinheiten der luxemburgischen Polizei den Hort und verletzten den Mann lebensgefährlich mit zwei Kopfschüssen.
Weblinks
- [http://www.mertert.lu Offizielle Webpräsenz der Gemeinde Mertert]
Kategorie:Ort in Luxemburg
Großherzogtum Luxemburg
Das Großherzogtum Luxemburg ist ein Staat in Mitteleuropa. Es grenzt an Frankreich und Belgien sowie an die deutschen Bundesländer Rheinland-Pfalz und Saarland.
Geographie
Der Norden des Landes ist ein Teil der Ardennen und wird Ösling genannt. Es liegt auf durchschnittlich 400 bis 500 Metern über dem Meeresspiegel. Die Landschaft im Ösling ist geprägt von bewaldeten Bergen und Hügeln und tiefen Flusstälern, wie zum Beispiel der Sauer. Mit 558,35 Metern stellt der „Burgplatz“ in Huldange (deutsch: Huldingen) die höchste Erhebung des Landes dar.
Im Süden liegt das fruchtbare Gutland, das zum Lothringer Stufenland gehört. Dieses Gebiet weist eine höhere Bevölkerungs- und Industriedichte als das Ösling auf. Der niedrigste Punkt des Landes, Spatz genannt (129 Meter ü.M.), befindet sich am Zusammenfluss von Sauer und Mosel in Wasserbillig.
Da das Klima des Landes durch atlantische Westwinde beeinflusst wird, sind die Temperaturen und Niederschlagswerte im allgemeinen mäßig.
Wichtige Flüsse Luxemburgs sind die Mosel, die im Südosten den Grenzfluss zu Deutschland bildet, die Sauer, die Our und die Alzette.
Siehe auch: Flüsse in Luxemburg
Bevölkerung
Luxemburg hat etwa 462.500 Einwohner. Nationalsprache ist Luxemburgisch („Lëtzebuergesch“), ein moselfränkischer Dialekt des Hochdeutschen. Nach Schätzungen bekennen sich etwa 90 Prozent der Bevölkerung zum römisch-katholischen Glauben.
Luxemburg besitzt einen hohen Ausländeranteil von 39,0 Prozent (2005). 14,1 Prozent der Gesamtbevölkerung sind Portugiesen, 4,8 Prozent Franzosen, 4,2 Prozent Italiener, 3,5 Prozent Belgier, 2,3 Prozent Deutsche und 1,0 Prozent Briten (2004). 7.500 Ausländer arbeiten bei den in Luxemburg angesiedelten europäischen Institutionen. Den niedrigsten Anteil hat die ausländische Bevölkerung in der Gemeinde Hoscheid – auf deren 418 Einwohner kommen 12,2 Prozent Ausländer – den höchsten hat Fels (franz. Larochette) mit 61,5 Prozent. In der Hauptstadt liegt er bei circa 53,7 Prozent. Dem Patriotismus und der Verbundenheit mit der Heimat wird in Luxemburg trotz allem ein sehr hoher Stellenwert zugesprochen, unter anderem in der (aus der Zeit der Okkupation übernommenen) Parole „roude Léiw huel se“ oder aber auch „Mir wëlle bleiwen wat mir sin“ (wir wollen bleiben was wir sind).
Des Weiteren arbeiten in Luxemburg knapp über 113000 Grenzpendler aus den umliegenden Nachbarregionen (2005). 52,3 Prozent der Pendler kommen aus dem französischen Lothringen, 27,3 Prozent aus Belgien und 20,3 Prozent aus Deutschland (2003). Insgesamt macht dieser Anteil der Arbeitnehmer 40 % der in Luxemburg Beschäftigten aus.
Die Sprachsituation in Luxemburg ist sehr komplex. Da Luxemburgisch geographisch auf sehr begrenztem Raum gesprochen bzw. verstanden wird, sieht sich die Bevölkerung gezwungen, mindestens eine weitere Fremdsprache, z. B. Deutsch, Französisch oder Englisch zu beherrschen. Dazu kommt, dass in der Justiz ausschließlich Deutsch, in Banken oder Geschäften ausschließlich Französich gesprochen wird. (Ausnahme: Kleine Geschäfte in Dörfern etc. oder Kassiererinnen aus dem Ausland) Laut einer Erhebung des Eurobarmoter 2005, beherrschen 99 % der Befragten eine weitere Fremdsprache. Damit ist Luxemburg Spitzenreiter in Europa.
Im Jahr 1986 wurde das Volk Luxemburgs mit dem Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Hiermit wurde anerkannt, dass Luxemburger zu überzeugten Europäern der ersten Stunde zählen und luxemburgische Politiker wichtige Beiträge zur europäischen Einigung geleistet haben. Der Text, der an Jean (Johann) Großherzog von Luxemburg stellvertretend für sein Volk überreichten Medaille lautet: Karlspreis der Stadt Aachen 1986. Das Volk Luxemburgs, Vorbild der Beharrlichkeit auf dem Weg zur Einheit Europas.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Luxemburgs
Die ersten Besiedlungsspuren im Gebiet des heutigen Luxemburg stammen von den Kelten, die schon im 2. Jahrhundert v. Chr. hier siedelten. Um 58–51 v. Chr. eroberte Gaius Julius Cäsar Gallien und so gehörte auch Luxemburg zum Imperium Romanum.
Im 5. Jahrhundert n. Chr. verdrängten die Franken, wie in ganz Gallien, die römische Herrschaft. Wandermönche sorgten für eine allmähliche Christianisierung.
698 wurde bereits das Kloster Echternach von dem angelsächsischen Missionar Willibrord gegründet.
963 wurde die Stadt Luxemburg und die Grafschaft Luxemburg von Graf Siegfried gegründet. Er erwarb den kleinen Bockfelsen im Alzettetal durch einen Tauschhandel mit dem St.-Maximin-Kloster in Trier, dem er dafür Land im heutigen Ösling (Feulen) gab. Damit war der Grundstein für das Haus Luxemburg gelegt, woraus später 5 römisch-deutsche Kaiser oder Könige entspringen sollten (Heinrich VII. (1308), Karl IV. (1346, zweite Wahl 1347; Kaiser seit 1355), Wenzel (Wahl zum römisch-deutschen König erfolgte noch zu Lebzeiten Karls 1376), Jobst von Mähren (1410; umstrittene Wahl zwischen ihm und Sigismund) und Sigismund (1410 und noch einmal 1411 gewählt)).
Im Jahre 1354 wurde Luxemburg unter der Herrschaft Wenzels I. von Kaiser Kaiser Karl IV. zum Herzogtum erhoben.
Unter Karl IV. gehörten Luxemburg und Teile Belgiens zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. 1482 fiel es an die Habsburger, 1555 an deren spanische Linie, die 1659 im Pyrenäenfrieden den Süden von Diedenhofen bis Montmédy an Frankreich abtreten musste (1. Luxemburger Teilung). 1684 bis 1697 war das Land infolge der Reunionen Ludwigs XIV. in französischem Besitz. Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg fällt Luxemburg 1713 an die Österreichischen Niederlande, 1795/1801 bis 1814 gehörte es zu Frankreich.
Auf dem Wiener Kongress wird das Großherzogtum in den Deutschen Bund und gleichzeitig in Personalunion mit dem Königreich der Niederlande verbunden (2. Teilung). Jedoch wird es ein souveränes Großherzogtum. 1830 schloss es sich der belgischen Revolution an; die wallonische Westhälfte wurde 1839 an Belgien abgetreten. Diese 3. Teilung wird allerding erst als der Beginn der eigentlichen Souveränität gesehen. Auch nach der Auflösung des Deutschen Bundes (1866) blieb Luxemburg weiterhin im Deutschen Zollverein (1843–1919). Die sogenannte Luxemburgkrise, bei der Napoleons III. versucht hatte Luxemburg zu kaufen mündete in den zweiten Londoner Vertrag von 1867, der Luxemburg für neutral erklärt. Nach dem Aussterben des Mannesstammes des niederländischen Königshauses gelangten 1890 die früheren Herzöge von Nassau in Luxemburg an die Regierung. Damit hat Luxemburg seine eigene Dynastie, das Haus Nassau-Weilburg. Seit 2000 regiert der sechste Spross dieser Dynastie Großherzog Henri.
Im Ersten Weltkrieg (1914–1918) wurde das neutrale Luxemburg von den Truppen des deutschen Kaiserreiches besetzt.
1922 schloss es mit Belgien die „Union Économique Belgo-Luxembourgeoise“ ab. Hierin wurde u. a. die Parität zwischen belgischem und luxemburger Franken beschlossen, welche durch die Einführung des Euro überflüssig wurde.
Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) wurde das immer noch neutrale Land von der deutschen Wehrmacht besetzt, ab 1942 sogar vom Dritten Reich annektiert, und hatte besonders schlimm unter der Nazi-Diktatur zu leiden. So versuchten die Besatzer, Luxemburg zu „germanisieren“. Dies beinhaltete, dass französische Vor- und Nachnamen verdeutscht wurden (nicht immer sinngemäß). Der Gebrauch der französischen Sprache sowie französischer Ausdrücke im „Lëtzebuergesch“ wurde verboten. Eine Untergrundorganisation gab es zwar in Luxemburg, doch war sie aufgrund der Größe nicht mit der in Frankreich zu vergleichen. Allerdings bekundete die Bevölkerung offen ihre tiefe Abneigung gegenüber den Besatzern. So war Luxemburg der einzige besetzte Staat, der mit einem Generalstreik gegen die Zwangsrekrutierung protestierte. Andere, subtilere Arten des Protestes waren der sog. „Spéngelkrich“ und die durch die Nazis erhobene Volkserhebung, in der über 90 % der Bevölkerung angaben, Luxemburger zu sein, sich dem luxemburgischen Staat angehörig zu fühlen und als Muttersprache „Lëtzebuergesch“ zu reden. Die Erlebnisse des Zweiten Weltkrieges und insbesondere die zwanghafte „Verdeutschung“ förderten die vermehrte Aufnahme französischer Ausdrücke in die Luxemburger Sprache und festigten die Sprache „Lëtzebuergesch“ als nationales Symbol. Viele Ortschaften wurden im Weltkrieg zerstört, insbesondere während der Ardennenoffensive, welche den Norden des Landes schwer traf. Junge Luxemburger, welche vor der Zwangsrekrutierung ins Ausland fliehen konnten, schlossen sich mehrheitlich den Alliierten an. Sie nahmen, in ein belgisches Bataillon integriert, an der Landung in der Normandie teil. Luxemburg gehört offiziell zu den Siegermächten des Zweiten Weltkrieges.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Zoll- und Wirtschaftsunion schrittweise auf die Niederlande ausgedehnt (Benelux-Staaten). 1948 wurde formell die seit 1867 bestehende „immerwährende Neutralität“ aufgehoben.
1952 wird Luxemburg Sitz der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), auch Montanunion genannt.
Unter den Kabinetten Dupong (1945–1953) und Bech (1953–1958) wurde Luxemburg Mitglied
- der Vereinten Nationen (1945),
- des Europarats,
- der OEEC (Vorläufer der OECD),
- der NATO,
- der Montanunion,
- der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und
- der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM).
Luxemburg ist Gründungsmitglied der Europäischen Union und ist heute Sitz des EU-Ministerrates, des Europäischen Gerichtshofes, der EU-Kommission, der Europäischen Investmentbank und des Europäischen Rechnungshofes. Am 1. Januar 2002 wurde auch in Luxemburg der Euro als offizielles Zahlungsmittel im Bargeldverkehr eingeführt.
Politik
Luxemburg ist eine konstitutionelle Monarchie in Form einer parlamentarischen Demokratie. Laut der Verfassung von 1868 ist das Staatsoberhaupt der Großherzog. Die Gesetzgebung ist Aufgabe des Einkammerparlaments, das alle fünf Jahre gewählt wird (immer dann, wenn Europawahlen sind).
Die exekutive Gewalt wird vom Großherzog und der Regierung ausgeübt. Die aktuelle Regierung ist seit dem 31. Juli 2004 im Amt und setzt sich zusammen aus dem Premierminister, der auch den traditionellen Titel Staatsminister führt, zwölf Ministern, einem delegierten Minister und einer Staatssekretärin. Ein beratendes Organ ist der Staatsrat, der aus 27 Mitgliedern besteht und zu je einem Drittel vom Parlament, vom Großherzog und vom Staatsrat selbst ernannt wird. Wer einmal in das luxemburgische Wählerverzeichnis eingetragen ist, hat eine Wahlpflicht.
- Siehe auch: Liste der Premierminister von Luxemburg, Liste der Großherzöge Luxemburgs, Liste der Parteien in Luxemburg
Justiz
Im Großherzogtum gibt es drei Friedensgerichte (in Esch-sur-Alzette, Luxemburg und Diekirch), zwei Bezirksgerichte (in Luxemburg und Diekirch) und einen Oberen Gerichtshof (Luxemburg), der den Berufungsgerichtshof und den Kassationshof umfasst.
Des Weiteren gibt es ein Verwaltungsgericht (in Luxemburg) und einen Verwaltungsgerichtshof (Luxemburg) sowie einen Verfassungsgerichtshof (Luxemburg).
Bildung
Seit 2001 plante die Regierung eine eigenständige Universität aufzubauen. In den Bereichen Medizin, Naturwissenschaften, Technik, Recht, Wirtschaft sowie Sozial- und Erziehungswissenschaften werden inzwischen in insgesamt 5 Fakultäten Studenten ausgebildet. Allerdings sind die Studiengänge nicht vollständig in Luxemburg zu belegen, so dass weiterhin mehrsemestrige Studienaufenthalte im Ausland notwendig bleiben. Dabei spielen besonders belgische, französische und deutsche Universitäten eine wichtige Gastgeberrolle; insbesonders auch deshalb, weil in Luxemburg bewusst nicht alle Studiengänge angeboten werden.
Durch den Aufbau der Universität soll der Forschungsstandort Luxemburg gestärkt und der Wirtschaftsstandort Luxemburg gefestigt werden. Außerdem sollen vermehrt ausländische Studenten nach Luxemburg gelockt werden.
Militär
Luxemburg besitzt eine kleine, ca. 1.000 Soldaten starke Freiwilligenarmee. Daneben gab es bis 2001 eine etwa 600 Mann starke Gendarmerie, die mittlerweile mit der Polizei fusioniert ist. Die Armee ist in ein Infanteriebatallion und zwei Aufklärungskompanien gegliedert. Mit einer dieser beiden Kompanien beteiligt sich Luxemburg am Eurokorps.
Eigene Marine- und Luftstreitkräfte besitzt Luxemburg jedoch nicht. Aus juristischen Gründen sind allerdings die Aufklärungsflugzeuge der NATO (AWACS) in Luxemburg registriert; sie fliegen somit unter luxemburgischem Hoheitszeichen. Luxemburg beteiligt sich in enger Kooperation mit Belgien außerdem an der Finanzierung und am Betrieb der zukünftigen Militärtransporter Airbus A400M.
Luxemburger Soldaten sind an EUFOR (Bosnien) und KFOR (Kosovo) sowie an der ISAF-Mission (Afghanistan) beteiligt.
Der Verteidigungshaushalt betrug 2004 rund 208 Millionen Euro oder 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Verwaltungsgliederung
Bruttoinlandsprodukt
Das Land wird untergliedert in drei Distrikte (Grevenmacher, Luxemburg, Diekirch) mit zwölf Kantonen und 116 Gemeinden.
Siehe auch: Liste der Distrikte in Luxemburg
- Liste der Städte im Großherzogtum Luxemburg
- Liste der Gemeinden im Großherzogtum Luxemburg
Wirtschaft
1839-1885
1839 war Luxemburg ein kleines isoliertes Agrarland. Um aus dieser Isolation auszubrechen tritt Luxemburg 1842 dem deutschen Zollverein bei. Durch den Bau von Eisenbahnlinien bekommt Luxemburg bessere Verkehrsverbindungen zu Deutschland, Belgien und Frankreich.
1886-1918
Im Süden Luxemburgs gibt es reichlich Eisenerzvorkommen, die aber nicht effizient genutzt werden können, bis 1886 der Engländer Sidney Thomas das Thomas-Verfahren entwickelt, welches es erlaubt phosphorreiches Eisenerz zu schmelzen.
1886 markiert den Startschuss für die moderne Eisenindustrie in Luxemburg. Deutsches Kapital und deutsche Arbeitskräfte helfen die Industrie aufzubauen. So wird aus einem Agrarstaat langsam eine Industrienation.
1919-1945
80% der Industrieproduktion wurde exportiert. Als Mitglied des Zollvereins exportierte Luxemburg vor allem nach Deutschland. Doch nach dem Ersten Weltkrieg musste Luxemburg aus politischen Gründen diese Zollunion aufgeben.
Luxemburg muss sich also 1919 nach einem neuen Wirtschaftspartner umsehen. In dem Referendum vom 20. September 1919 werden die Luxemburger unter anderem dazu aufgefordert sich für Frankreich oder Belgien als neuen Wirtschaftspartner zu entscheiden. 73% der Bevölkerung sprechen sich für Frankreich aus. Doch es sollte anders kommen, am 10 Mai 1920 informiert Frankreich die Luxemburger Regierung, dass es nicht die Absicht hat eine Wirtschaftsunion mit Luxemburg einzugehen. Also ist Luxemburg gezwungen mit Belgien zu verhandeln. Nach langwierigen Verhandlungen wird die UEBL (Union economique belgo-luxembourgeoise) 1921 gegründet. Sie trat offiziell 1922 in Kraft. Die UEBL führt unter anderem dazu, dass Luxemburg in eine Währungsunion mit Belgien eintritt, die bis zur Einführung des Euro im Jahre 1999 andauerte.
Die Luxemburger Eisenindustrie musste sich den neuen Gegebenheiten anpassen:
- Erstens wurde das Kapital der Firmen umstrukturiert. Deutsche Aktionäre stiegen aus und Belgische und Französische Aktionäre kamen hinzu.
- Zweitens musste sich die ganze Industrie von einem großen Binnenmarkt (der Markt der Zollunion) auf einen Weltmarkt umstellen.
1929, das Jahr der Weltwirtschaftskrise war für Luxemburg ein wichtiges Jahr, weil einerseits die Luxemburger Börse (Bourse de Luxembourg) gegründet wird, andererseits weil das Parlament (Chambre des Députés) ein Gesetz über Steuerermäßigungen für Holdinggesellschaften beschloss. Diese Gesetzgebung bietet die Grundlage für den späteren Finanzplatz Luxemburg.
Die 1930er Jahre sind überschattet von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krisen. Gewerkschaften werden gegründet, Massenstreiks werden veranstaltet und die Regierung versucht die kommunistische Partei mit dem Maulkorbgesetz zu verbieten.
1946-1949
1947 ratifiziert das Parlament den BENELUX Vertrag der zur Gründung einer Zollunion zwischen Belgien, den Niederlanden und Luxemburg führt.
1950-1974
Als einer der wichtigsten Stahlproduzenten in Europa ist Luxemburg 1951 Gründungsmittglied der EGKS der (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl). Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Belgien und Luxemburg einigen sich ihre Kohle und Stahlproduktion unter ein supranationales Kontrollorgan mit Sitz in Luxemburg zu stellen.
1975-2000
Kultur
Bibliothekswesen
Das Buch- und Bibliothekswesen entwickelte sich aufgrund der politischen Situation nur zögerlich in Luxemburg.
Auf dem Territorium des ehemaligen Herzogtums gab es viele bedeutende Klosterbibliotheken, wie zum Beispiel in Echternach, Orval und in Luxemburg (Stadt) die Münsterabtei sowie die Bibliothek des 1773 aufgelösten Jesuitenordens. Während der Französischen Revolution gelangte 1795 ein Teil dieser Bücher in die „Écoles Centrales“ oder später auch in ein „Dépôt littéraire“, viele Bücher werden jedoch auch als Kriegsbeute in ganz Europa verstreut. Trotzdem entsteht 1798 in Luxemburg die erste öffentliche Bibliothek, aus der sich etwa 50 Jahre später die heutige Nationalbibliothek entwickelt.
Diese zentrale Bibliothek entsteht erst, als 1848 die Stadtbibliothek Luxemburg, die Bibliothek des Athenäums und die Bibliothek der Gesellschaft für Forschung und Erhaltung der geschichtlichen Denkmäler im Großherzogtum Luxemburg zusammengelegt werden. Die Bibliothek konnte im Laufe der Zeit zur wichtigsten zentralen Dokumentationsstelle des Landes ausgebaut werden.
Heute ist die Nationalbibliothek für den Erhalt des Bestandes an luxemburgischen Druckwerken zuständig. Sie sammelt alle in Luxemburg gedruckten und verlegten Veröffentlichungen und erwirbt im Ausland verlegte Veröffentlichungen mit Bezug zu Luxemburg oder von Luxemburgern. Die Luxemburgensia-Abteilung umfasst 150.000 Bände sowie 3.000 Zeitschriftentitel.
Die Nationalbibliothek ist die größte wissenschaftliche Bibliothek Luxemburgs. Alle Wissenschaftsbereiche sind hier vertreten. Der Allgemeinbestand umfasst rund 750.000 Bände und 3.500 internationale Zeitschriftentitel aller Disziplinen. In den Lese- und Nachschlageräumen sind rund 30.000 Bände frei zugänglich. Pro Jahr wird der Allgemeinbestand um rund 10.000 Bände erweitert.
Nicht nur das Bibliothekswesen, sondern auch das Buchwesen an sich entwickelte sich relativ spät in Luxemburg.
Die ersten Druckschriften erschienen erst gegen Ende des 16. Jh., das erste vollständig in luxemburgischer Sprache gedruckte Buch im Jahre 1600. Außer an Schulbücher und religiöse Handschriften gab es keine Nachfrage an Büchern. Erst 1704 erschien die erste luxemburgische Zeitung in französischer Sprache („La Clef du Cabinet des Princes“), 1824 die erste Zeitung in deutscher Sprache („Luxemburger Wochenblatt“).
Die luxemburgische Sprachsituation erfordert außerdem eine kostenintensive Anschaffung von Literatur in mindestens drei Sprachen, d. h. jedes Buch über ein bestimmtes Thema muss in mindestens zwei Sprachen (dt. & frz.) angeschafft werden. Die zweitbedeutendste Bibliothek ist die nur im Rahmen der Schloßbesichtigung öffentliche Hofbibliothek mit immerhin 30000 Bänden und bedeutenden Sammlungen. Sie ist erst zu 10 % erschlossen und noch weitgehend unbekannt.
Wichtige wissenschaftliche Bibliotheken sind neben der Bibliothèque Nationale, das Centre Universitaire, einige spezialisierte Bibliotheken (Centre national de la littérature, Bibliothèque du Grand Seminaire etc.), die Bibliotheken der ausländischen Kulturinstitute und die Bibliotheken europäischer Institutionen: die Europäische Kommission, das Europaparlament, der Europäische Gerichtshof und die Europäische Investitionsbank etc.
Film
Luxemburgs Filmszene ist klein. Filme auf Luxemburgisch werden nur alle paar Jahre gedreht. Dafür kommen diese aber beim Publikum recht gut an. Bedeutender sind die ausländischen Produktionen, die Luxemburg wegen der landschaflichen Vielfalt und den günstigen Bedingungen zu schätzen wissen. Zu diesen Filmen zählt auch „Girl with a Pearl Earring“ (2003) mit Scarlett Johansson der für drei Oscars nominiert wurde.
International bekannte luxemburgische Schauspieler sind u. a. Thierry van Werveke (als Henk in „Knockin' On Heaven's Door“) oder André Jung der vom Magazin Theater Heute zweimal (1981 & 2002) zum besten Schauspieler gewählt wurde.
Der wohl originellste Regisseur Luxemburgs ist Daniel Wiroth, welcher in seinen Filmen Realfilm mit Stop-motion-Animation verbindet und somit Welten voller Poesie erschafft.
Doch die junge luxemburger Filmszene ist am kreativen Brodeln. Als Beispiel dafür kann man die Initiativen von Filmreakter und Pyramid Pictures sehen.
Musik
Die Musikszene in Luxemburg gewinnt immer mehr an Bedeutung. Zwar sind die wenigsten Bands über die Landesgrenzen hinaus bekannt, doch entstehen jedes Jahr eine Menge talentierter Schüler- wie Studentenbands. Die Szene umfast fast alle Stile, die Verbreitesten sind aber Metal wie Rock Gruppen, die vor allem bei kleineren Veranstaltungen auftreten. Außerdem hat fast jede Gemeinde ihre eigene Dorfkapelle, die allen möglichen Festen auftreten. Gut besuchte und in de Regel hochkarätig besetzte Konzerte gibt es im Sommer im Rahmen der Aktion „Summer in the City“. Einer der Höhepunkte ist die „Blues'n'Jazz Rallye“ in der Altstadt und ein Konzert-Reigen auf dem Marktplatz.
Zu den bekanntesten Luxemburger Bands und Künstlern gehören: Fluyd, Cool Feet, Defdump, Fausti, Gast Waltzing, Gollo, Jimmy Martin, Mercury, Monika, Park Café, T42, The Gentles,disappointed, Inborn, ILL?, [http://www.inbetween.lu Inbetween]...
Die klassische Musik hat ebenfalls einen hohen Stellenwert im luxemburgischen Kulturleben. Zu den bekannten Größen gehören das Orchestre Philharmonique du Luxembourg (ehem. Symphonieorchester von RTL) sowie das Orchester der Streitkräfte. Außerdem hat Luxemburg eine Reihe hervorragender Solisten hervorgebracht, die etwa mit den [http://www.sel.lu Solistes Européens] unter der Leitung von Jack Martin Händler auftreten.
Theater
Theater hat in Luxemburg eine lange Tradition. In vielen Gemeinden gibt es Theatergruppen, und die Auftritte sind gut besucht. Die bedeutendsten Theater sind das Staats- und das Kapuzinertheater in Luxemburg (Stadt).
Sport
Die verbreiteste Sportart in Luxemburg ist Fußball. International ist die Nationalmanschaft aber vollkommen unbedeutend (Fifa Ranking: 155).
Erfolgreicher ist der Luxemburger Radsport. So siegte bereits vier Mal ein Luxemburger bei der Tour de France. Dies waren:
- François Faber 1909
- Nicolas Frantz 1927, 1928
- Charly Gaul 1958
Der Luxemburger Leichtathlet Josy Barthel gewann bei den XV. Olympischen Sommerspielen 1952 in Helsinki über 1500m als erster und bisher einziger Luxemburger olympisches Gold.
Immer populärer werden über die Jahre aber Ballsportarten wie Basketball oder Handball. Auch das Interesse an Kampfsport- und Kampfkunstarten ist am ständigen Wachsen, wie es der Erfolg der zahlreichen Judo- und Karatevereine zeigt.
Weitere Themen
- Liste der Städte im Großherzogtum Luxemburg
- Liste der Gemeinden im Großherzogtum Luxemburg
- Portal:Benelux
Weblinks
- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=99 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.land.lu/html/dossiers/dossier_drecker/bibliotheikhaff_210700.html Luxemburgensia]
Kategorie:Land in der EU
Kategorie:Monarchie
Luxemburg, Großherzogtum
!Großherzogtum Luxemburg
!Luxemburg
Kategorie:Karlspreis
als:Luxemburg
ja:ルクセンブルク
ko:룩셈부르크
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simple:Luxembourg
th:ประเทศลักเซมเบิร์ก
zh-min-nan:Luxembourg
1984
Jahreswidmungen
- 1984 ist „Jahr der Frauen in Südafrika“
- Der Weißstorch (lat. Ciconia ciconia) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- 1. Januar: Leon Schlumpf wird Bundespräsident der Schweiz
- 1. Januar: Militärputsch in Lagos, Nigeria. Neuer Regierungschef ist Mohammed Buhari
- 1. Januar: Start des Privatfernsehens in Deutschland; PKS nimmt seinen Sendebetrieb aus einem Kellerstudio in Ludwigshafen auf (ab 1985 unter dem Namen SAT.1)
- 1. Januar: Brunei erhält seine volle Unabhängigkeit von Großbritannien
- 2. Januar: RTL plus nimmt seinen Sendebetrieb aus Luxemburg auf (Privatfernsehen)
- 2. Januar: Südwestlich von Kairo werden die Überreste einer 32 Mio. Jahre alten Tierart gefunden, die als gemeinsamer Vorfahr von Mensch und Affe gilt: Aegyptopithecus zeuxis
- 10. Januar: die USA und der Vatikan nehmen nach mehr als 100 Jahren Pause wieder diplomatische Beziehungen auf
- 13. Januar: Einstellung des Betriebes auf der Preßnitztalbahn zwischen Jöhstadt und Niederschmiedeberg
- 17. Januar: in Stockholm beginnt auf Außenminister-Ebene die KSZE-Folgekonferenz über Vertrauensbildung und Abrüstung in Europa (KVAE)
- 18. Januar: die sowjetische Nachrichtenagentur TASS teilt mit, dass in der DDR mit der Aufstellung von Nuklearraketen begonnen wurde
- 20. Januar: in Norwegen wird Arne Treholt, Pressesprecher des Außenministers, als russischer Spion entlarvt und verhaftet
- 24. Januar: Apple führt den Macintosh ein: das Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz bestätigt, dass Computerlisten mit dem fast vollständigen Beschaffungsprogramm der Bundeswehr in einem Straßengraben gefunden worden sind
- 13. Februar: Konstantin Tschernenko wird zum neuen Generalsekretär der KPdSU gewählt
- 18. Februar: Italien und der Vatikan unterzeichnen ein neues Konkordat: Rom gilt nicht als Heilige Stadt und der Katholizismus ist nicht mehr Staatsreligion in Italien
- 1. März: nachdem die britische Regierung einer Starthilfe von 250 Mio. Pfund Sterling zugestimmt hat, steht dem Airbus-Projekt nichts mehr im Wege
- 5. März: das Truppenabzugsabkommen vom 17. Mai 1983 zwischen dem Libanon und Israel wird gekündigt; es sollte nach dem Abzug der syrischen Truppen in Kraft treten
- 5. März: 1.300 Menschen sterben bei Ausschreitungen von Moslems im christlich geprägten Nordosten von Nigeria bei Yola
- 9. März: Die Neue Staatsgalerie Stuttgart wird nach viereinhalb Jahren Bauzeit unter dem Schotten James Stirling eröffnet
- 26. März: Guinea. Tod des Staatspräsidenten Sékou Touré
- 26. März: Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und Nordrhein-Westfalen
- 28. März: das Kernkraftwerk Krümmel wird an den Betreiber übergeben
- 1. April: in München startet ein Pilotprojekt zum Kabelfernsehen mit 16 Fernseh- und 24 Hörfunk-Kanälen
- 3. April: Guinea. Oberst Lansana Conté reißt die Macht an sich
- 5. April: als erstes Bundesland verankert Bayern den Umweltschutz in seiner Landesverfassung
- 6. April: Putschversuch in Kamerun
- 11. April: Konstantin Tschernenko wird knapp zwei Monate nach seiner Wahl zum Generalsekretär auch zum neuen Staatsoberhaupt der Sowjetunion gewählt
- 16. April: Muzaffer Efendi, der 19. Sheikh der Dscherrahi-Tariqa, besucht während einer USA-Reise seine Derwische in New York. Die traditionelle Dhikr-Zeremonie, die am Abend dieses Tages stattfindet, wird professionell auf Tonband mitgeschnitten, aber erst im Jahr 1998 unter dem Titel Reunion veröffentlicht
- 9. Mai: Otto Wiesheu, beurlaubter Generalsekretär der CSU verliert im bayrischen Landtag seine Immunität, er ist wegen eines Autounfalls unter Alkoholeinfluss mit Todesfolge angeklagt (und wird später verurteilt)
- 5. Juni: in Amritsar (Punjab) stürmen Spezialeinheiten der indischen Armee den „Goldenen Tempel“, in dem sich seit zwei Jahren Hunderte von militanten Sikhs verschanzt halten, 600 Menschen kommen um
- 1. Juli: In Liechtenstein entscheiden sich die männlichen Wahlberechtigten knapp für das Stimm- und Wahlrecht für Frauen
- 5. Juli: Acht militante Sikhs entführen einen Airbus der Indian Airlines mit 264 Personen an Bord nach Pakistan
- 6. Juli: Die EG-Kommission reicht vor dem EuGH Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland ein, da diese das Inverkehrbringen von in anderen EG-Mitgliedstaaten rechtmäßig hergestelltem Bier untersagt, wenn dieses nicht dem deutschen Reinheitsgebot entspricht. (EuGH, Rs. 178/84; Urteil am 12. März 1987)
- 14. Juli: Aus den vorgezogenen Parlamentszahlen in Neuseeland geht die oppositionellen Labour Party als Sieger hervor
- 17. Juli: Laurent Fabius löst Pierre Mauroy als Premierminister von Frankreich und wird mit 37 Jahren der jüngste in diesem Amt
- 19. Juli: Jacques Delors löst Gaston Thorn als Präsident der EG-Kommission ab
- 23. Juli: der frühere Profiboxer Gustav „Bubi“ Scholz wird unter dem Verdacht festgenommen, seine Frau in der gemeinsamen Wohnung erschossen zu haben
- 25. Juli: die Bundesrepublik gewährt eine Bürgschaftsgarantie für einen durch Banken finanzierten Milliardenkredit an die DDR
- 26. Juli: David Lange wird als neuer neuseeländischer Premierminister vereidigt
- 27. Juli: In Livorno lässt die Stadtverwaltung zwei Skulpturen des Künstlers Amedeo Modigliani aus dem Hafenbecken bergen, die dieser samt einer Schubkarre 70 Jahre zuvor aus Enttäuschung über Kritik durch Künstlerkollegen dort versenkt hatte
- 29. Juli: Flugzeugentführung in Venezuela: eine mit 90 Personen besetzte DC-9 auf dem Weg von Curaçao nach Caracas
- 31. Juli: Flugzeugentführung in Deutschland: eine Boeing 737 der Air France wird mit 63 Personen an Bord auf dem Weg von Frankfurt-Paris nach Teheran gezwungen
- 1. August: die Anschnallpflicht für Sicherheitsgurte tritt für Autofahrer in der Bundesrepublik in Kraft (Bußgeld bei Nichtbefolgung: 40 DM)
- 2. August: Bombenanschlag in Madras (Indien): das Dach der Ankunftshalle des Flughafens stürzt ein, 32 Personen werden getötet
- 8. August: Flugzeugentführung durch einen 17jährigen Gegner von Ayatollah Khomeini: 300 Mekka-Pilger werden von Teheran nach Rom entführt; der Entführer bittet um politisches Asyl
- 11. August: US-Präsident Ronald Reagan verkündet bei einer Mikrofon-Sprechprobe die Bombardierung der Sowjetunion (bedauert später den „Scherz“)
- 16. August: Bei deutschen Lufthansa droht ein Arbeitskampf, nachdem der Vermittlungsversuch des ehemaligen „Superministers“ Karl Schiller von 80 Prozent der Belegschaft abgelehnt wurde. Die Lage gilt als kompliziert, da das Bodenpersonal, vertreten durch die ÖTV, eine diametrale Position zum fliegenden Personal, dargestellt von der DAG, einnimmt
- 22. August: in Südafrika wählen erstmals in der Geschichte Mischlinge und Asiaten ihre Parlamentsabgeordneten
- 23. August: in der Mongolei löst Schambin Batmunch den bisherigen Ministerpräsidenten Jumschagin Zedenbal ab
- 24. August: Sikh-Extremisten entführen eine Boeing 737 der Indian Airlines mit mehr als 90 Personen an Bord nach Dubai
- 1. September: In Afghanistan verüben Widerstandskämpfer einen Anschlag auf den Flughafen Kabul und töten 42 Menschen, meist Afghanen und Sowjetbürger, unter ihnen viele Frauen und Kinder
- 3. September: in Österreich bildet Bundeskanzler Fred Sinowatz seine Regierung um: neuer Außenminister wird der Wiener Bürgermeister Leopold Gratz
- 4. September: die Wahlen in Kanada bringen einen überwältigenden Wahlsieg für die Progressiv-Konservative Partei unter Brian Mulroney (mit 211 von 282 Sitzen)
- 5. September: nach der Verfassungsänderung in Südafrika nimmt Pieter Willem Botha erstmals Angehörige der schwarzen Mehrheit in sein Kabinett auf
- 6. September: in der Sowjetunion wird Verteidigungsminister Nikolai Ogarkow abgelöst durch Sergej Achromejew
- 10. September: Gründung der Arbeiterpartei Äthiopiens mit kommunistischer Ausrichtung als einziger Partei des Landes
- 12. September: das Bundesarbeitsgericht erklärt Warnstreiks: wie von der IG Metall angewendet: uneingeschränkt für rechtens
- 12. September: im Persischen Golf kommen bei einem Raketenangriff durch irakische Soldaten auf das deutsche Versorgungsschiff „Seetrans 21“ 6 Menschen ums Leben
- 12. September: die Olympischen Spiele in Los Angeles werden nach Angaben der Veranstalter mit einem Gewinn von 150 Mio. US-Dollar abgeschlossen
- 13. September: in Rom äußert sich Giulio Andreotti gegen eine Wiedervereinigung Deutschlands und gegen einen angeblichen Pangermanismus, was zu heftigen Reaktionen in der deutschen Öffentlichkeit führt
- 17. September: Frankreich und Libyen schließen mit dem Tschad einen Vertrag, wonach die Truppen beider Länder abgezogen werden
- 20. September: in Beirut sterben 24 Menschen nach einem Anschlag auf die dortige Außenstelle der Botschaft der USA, zu dem sich die schiitische Terrororganisation Islamischer heiliger Krieg bekennt
- 20. September: in München wird der mutmaßliche KGB-Spion Manfred Rotsch verhaftet, er hatte Zugang zu Plänen des Kampfflugzeugs „Tornado“
- 23. September: in der Schweiz stimmt die Mehrheit bei einer Volksabstimmung dem Bau von weiteren Atomkraftwerken zu
- 26. September: Großbritannien und die Volksrepublik China paraphieren ein Abkommen über Hongkong, nachdem die Kronkolonie am 30. Juni 1997 von China verwaltet wird; China verpflichtet sich, für weitere 50 Jahre das kapitalistische Wirtschaftssystem bestehen zu lassen
- 2. Oktober: in der Schweiz übernimmt erstmals eine Frau ein Ministeramt im Kabinett: Elisabeth Kopp übernimmt das Justizministerium
- 8. Oktober: Jürgen Möllemann (FDP) verzichtet auf eine Spitzenkandidatur bei den kommenden Wahlen im Mai 1985 in Nordrhein-Westfalen, nachdem ihm die Vermischung politischer Ämter mit Privatgeschäften vorgworfen wird
- 12. Oktober: Die IRA zündet eine Bombe im Grand Hotel in Brighton, wo sich die britische Premierministerin Margaret Thatcher und ihr Kabinett aufhalten. Fünf Menschen werden getötet, 32 verletzt
- 14. Oktober: der Marie-Luise-Kaschnitz-Preis wird das erste Mal verliehen
- 15. Oktober: Papst Johannes Paul II. erlaubt in Ausnahmefällen die Feier der heiligen Messe nach dem alten Ritus
- 16. Oktober: der Waldschadensbericht für 1984 besagt, dass bereits 50 % des deutschen Waldes von sichtbaren Schäden betroffen sind
- 18. Oktober: in Bonn kommt es während der Aussprache über die Regierungserklärung im Bundestag zu Tumulten, nach denen zwei Abgeordnete der Grünen ausgeschlossen werden: Jürgen Reents für 5 Tage und Joseph Fischer für 2 Tage
- 20. Oktober: in Peking beschließt die Führung weitreichende Wirtschaftsreformen, nach denen ein marktorientiertes Planungssystem aufgebaut werden soll, auch soll der Industrie mehr Selbstverantwortung gegebn werden
- 25. Oktober: Rainer Barzel tritt von seinem Amt als Bundestagspräsident zurück, nachdem ihm eine Verstrickung in die Flick-Affäre vorgeworfen wird
- 26. Oktober: in München werden die in Konkurs gegangenen Zündapp-Werke für 16 Mio. DM an China verkauft
- 31. Oktober: Die indische Ministerpräsidentin Indira Gandhi erliegt einem Attentat zweier Sikh-Extremisten aus ihrer Leibgarde. In unmittelbar darauffolgenden Unruhen werden ca. 1.000 Menschen: überwiegend aus der Sikh-Bevölkerung: getötet. Indiras Sohn Rajiv übernimmt das Amt des Ministerpräsidenten
- 3. November: die Tochter des Mitglieds des SED-Zentralkomitees und Honecker-Vertrauten Otto Reinhold hat sich in den Westen abgesetzt
- 5. November: der Unternehmer John-Werner Madaus wird im bis dahin größten Parteispenden-Skandal zu einer Geldstrafe von 420.000 DM verurteilt
- 6. November: Ronald Reagan gewinnt die Präsidentenwahlen der USA gegen Walter Mondale
- 6. November: in Chile verhängt die Regierung nach „ernsten Unruhen“ den Belagerungszustand über das gesamte Land
- 12. November: auf der OAU-Konferenz in Addis Abeba nimmt erstmals eine Delegation der Sahara-Republik teil. Marokko erklärt daraufhin seinen Austritt aus der OAU
- 19. November: in Wien wird der ranghöchste UNO-Diplomat der Türkei durch Mitglieder der Armenischen Revolutionären Armee erschossen
- 24. November: der Chaos Computer Club dringt in das BTX-System der Deutschen Bundespost ein, überweist 135.000 DM auf sein eigenes Konto und meldet anschließend den Vorfall
- 25. November: in Uruguay finden die ersten freien Wahlen statt, Wahlgewinner wird Julio Maria Sanguinetti
- 25. November: in Brasilien nimmt das bis dato grösste Wasserwerk der Welt, Itaipu, seinen Betrieb auf
- 1. Dezember: in Sri Lanka sterben 55 Menschen bei einem Überfall von Separatisten
- 3. Dezember: Bhopalunglück
- 11. Dezember: bei einer Razzia in Italien verhaftet die Polizei insgesamt 150 mutmaßliche Mafia-Mitglieder
- 14. Dezember: in Prag beginnen in der Deutschen Botschaft 40 von 68 DDR-Flüchtlingen einen Hungerstreik, um ihren Forderungen nach Ausreise in die Bundesrepublik Nachdruck zu verleihen
- 19. Dezember: Mit River Raid wird in Deutschland das erste Videospiel indiziert
- 21. Dezember: Brunei Darussalam wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 22. Dezember: In Österreich beschließt die Bundesregierung nach zwei Wochen einen „Waffenstillstand“ mit den Besetzern der Hainburger Au
- 30. September: Komoren. Präsident Ahmed Abdallah wird durch Wahlen in seinem Amt bestätigt
- 31. Dezember: Austritt der Vereinigten Staaten von Amerika aus der UNESCO
- 1984 ist das berühmte Jahr aus Orwells 1984; Aus diesem Anlass kam es vermehrt zu Retrospektiven und Betrachtungen zu den Themen Datenschutz und Überwachung
- Start des Privatfernsehens in Deutschland; PKS (später SAT.1) nimmt seinen Sendebetrieb am 1. Januar aus einem Kellerstudio in Ludwigshafen auf, am 2. Januar beginnt RTL plus seinen Sendebetrieb aus Luxemburg (Radio Tele Luxemburg)
Wissenschaft
- 23. März: Physiker in Darmstadt weisen das Element 108 durch Verschmelzung von Eisen und Blei-Atomkernen nach
- 9. März: offizielle Einweihung von „JET“ (Joint European Torus), der größten Fusionsforschungsanlage der Welt, in Culham (in der Nähe der britischen Hauptstadt London)
- 21. Mai: erstmals wird die Kontinentaldrift exakt vermessen; der Atlantik erweitert sich demnach jährlich um 1,5 cm
- 24. August: eine Forschergruppe an der Universität Köln entdeckt Elektronengas, das bei -260 Grad Celsius und einem externen Magnetfeld in den flüssigen Zustand übergeht
- 3. Oktober: im Hamburger Tropeninstitut wird erstmals eine Knochenmarktransplantation angewendet, um die Sichelzellenanämie zu heilen
- 14. November: Physiker der Universität Basel bestätigen Ergebnisse, nach denen die Wirkung der Abgaskatalysatoren schädliche Nebenwirkungen auf den Menschen haben
- dem französischen Biochemiker Luc Montagnier gelingt die genetische Entschlüsselung des AIDS-Erregers HIV
Kunst & Kultur
- 31. Januar: Wolfgang Staudte erhält posthum den Helmut-Käutner-Preis
- 1. Juni: das Architekturmuseum in Frankfurt am Main wird eröffnet
- 4. Juni: bisher unbekannte Manuskripte von George Orwell werden in der Nähe der Stadt Reading (Großbritannien) aufgefunden
- 7. August: Uraufführung der Oper Un re in ascolto (Ein König horcht) von Luciano Berio im Kleinen Festspielhaus in Salzburg
- 1. Oktober: das am Gendarmenmarkt in Berlin gelegene Schauspielhaus (heute Konzerthaus Berlin) wird nach 17 Jahren Restaurierung wiedereröffnet
- Oscar bester ausländischer Film für „Dangerous Moves“ (CH/FR) von Richard Dembo
- Oscar bester Schauspieler für F. Murray Abraham in „Amadeus“
- Oscar beste Schauspielerin für Sally Field in „Places in the Heart“
- Erstmalige Vergabe des Max-und-Moritz-Preises in Erlangen.
Katastrophen
- 2. September: auf den Philippinen richtet der Taifun „Ike“ schwere Schäden an und fordert 1.400 Menschenleben, der Sturm wandert über Südkorea nach China weiter
- 6. Dezember: in Taiwan werden in der Nähe von Taipeh nach einem Grubenunglück 35 Kumpel tot geborgen
- Eine Dürre führt in 20 afrikanischen Ländern zu Missernten und Hungersnöten. Am schlimmsten betroffen war Äthiopien, monatlich starben hier fast 20.000 Kinder an Unterernährung
- Katastrophe der Chemiefirma Union Carbide in Bhopal, Indien
Sport
Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden siehe unter der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 6. Januar: Jens Weißflog gewinnt nach 3 Einzelsiegen die Vierschanzentournee
- 15. Februar: Fußball-Länderspiel in Varna, Bulgarien : Deutschland 2:3
- 8. März: Frank-Peter Roetsch (DDR) gewinnt den Biathlon-Weltcup vor Peter Angerer (BRD) mit einem Punkt Vorsprung
- 9. März: Tim Witherspoon gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Greg Page im Convention Center, Las Vegas, Nevada, USA, durch einen Punktsieg
- 18. Juli: der Tyrrell-Rennstall von Ken Tyrrell (Großbritannien) wird von der FISA von der weiteren Teilnahme an den Formel 1-Rennen 1984 wegen unerlaubter Manipulationen ausgeschlossen
- 16. August: Die 4. Skatweltmeisterschaft wird in der Dortmunder Westfalenhalle vom Schirmherr, NRW-Ministerpräsident Johannes Rau, eröffnet
- 31. August: Pinklon Thomas gewann seinen Boxkampf und Weltmeistertitel im Schwergewicht gegen Tim Witherspoon im Riviera Hotel, Las Vegas, Nevada, USA, durch Sieg nach Punkten
- 2. September: Straßen-Weltmeister der Radprofis wird in Barcelona überraschend Claude Criquelion (Belgien)
- XXIII. Olympische Sommerspiele in Los Angeles, Kalifornien, USA
- XIV. Olympische Winterspiele in Sarajewo, | | |