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Ranger

Ranger

Das Wort Ranger (englisch für Parkwächter, Forstbeamter oder auch Waldaufseher) bezeichnet:
- ursprünglich Wächter/Aufseher der königlichen Parks in England, heute auch Parkwächter z.B. in Nationalparks oder Angehörige des US Forest Service;
- spezielle Infanterietruppen verschiedener Streitkräfte, z.B. die US Army Rangers, bei der deutschen Bundeswehr Jäger genannt;
- in den USA die Polizisten der Arizona- und Texas Rangers (Staatspolizei);
- die Raumsonden des gleichnamigen amerikanischen Monderforschungsprogramms, siehe Ranger (Raumfahrt);
- die Pfadfindergruppe Royal Rangers;
- eine Altersstufe bei den Pfadfinderinnen, siehe Ranger und Rover;
- das Luftschiff Ranger von Goodyear in den 1940er Jahren;
- das Bergwerk Ranger-Uran-Mine;
- ein halbnomadisches Jäger- und Kriegervolk und Nachfahren der Númenorer in Arnor in der fiktiven Welt von Tolkiens Mittelerde, in der deutschen Übersetzung Waldläufer genannt, auf Sindarin Dúnedain (Westmenschen);
- eine Spezialtruppe der Streitkräfte von Gondor in Ithilien in der fiktiven Welt von Tolkiens Mittelerde, in der deutschen Übersetzung ebenfalls Waldläufer genannt;
- eine besondere (waldverbundene) Kämpferklasse im Fantasy-Rollenspielsystem Dungeons & Dragons, in der deutschsprachigen Version Waldläufer genannt;
- eine halbgeheime paramilitärische Organisation der Minbari (später auch mit Menschen) im fiktiven Universum von Babylon 5, auf Minbari auch Anla'Shok;
- die Figuren der Fernsehserie Power Rangers;
- einen geländegängigen Gabelstapler, entwickelt 1998 von Rainer Becker und Alfred Reck in Süddeutschland, heute im oberösterreichischen Perg hergestellt;
- den schottischen Fußballverein Rangers F.C. (Glasgow Rangers);
- den englischen Fußballverein Queens Park Rangers F.C.;
- die Baseballmannschaft Texas Rangers;
- die Eishockeymannschaft New York Rangers;
- die Pferderasse Colorado Ranger;
- eine (spezielle) Art von Stahlkappenstiefeln.

Schiffe

USS Ranger ist ein traditioneller Schiffsname der amerikanischen Marine. Bisher wurde der Name acht mal vergeben. # USS Ranger (1777), eine Schaluppe, Indienststellung: 1777, an Großbritannien verloren: 1780 # USS Ranger (1814), ein Schoner, gekauft: 1814, verkauft: 1816 # USS Ranger (Ontario), eine Brigg zum Einsatz auf dem Ontariosee, gekauft: 1814, verkauft: 1821 # USS Ranger (1876), ein Stahlschiff, Indienststellung: 1876, umgewandelt in ein Marineschulschiff: 1908, verschrottet: 1940 # USS Ranger (1917), eine stählerne Yacht für die Küstenwache, Indienststellung: 1917, Außerdienststellung: 1918 # USS Ranger (1918), ein Minensuchboot, Indienststellung: 1918, Außerdienststellung: 1919 # USS Ranger (CV-4), ein Flugzeugträger, Indienststellung: 1934, Außerdienststellung: 1946 # USS Ranger (CVA-61), ein Flugzeugträger, Indienststellung: 1957, Außerdienststellung: 1993, jetzt Museumsschiff ja:レンジャー

England

England ist das größte und am dichtesten besiedelte Gebiet des Vereinigten Königreichs Großbritannien und Nordirland. Fälschlicherweise wird England oft als Synonym für den Staat des Vereinigten Königreichs oder die Insel Großbritannien gebraucht.

Geografie

England umfasst die südlichste Hälfte der Insel Großbritannien, grenzt im Norden an Schottland und im Westen an Wales und die Irische See. Im Osten grenzt England an die Nordsee, im Süden liegt England am Ärmelkanal.

Politik

Die Regierung des Königreichs hat, ebenso die königliche Familie, ihren Sitz in der englischen Hauptstadt London. England hat - im Gegensatz zu Schottland, Wales oder Nordirland - kein Landesparlament oder eine Landesregierung. Deren Aufgaben werden vom Parlament und der Regierung des Vereinigten Königreiches wahrgenommen. Dabei ist es heute üblich, dass sich bei Abstimmungen im Parlament, die nur England betreffen, die Abgeordneten der anderen Landesteile ihrer Stimme enthalten. Jedoch ist in Planung, England in verschiedene administrative Regionen mit eigener Verwaltung aufzuteilen (Devolution). Siehe auch: Liste der britischen Premierminister.

Heraldik

Liste der britischen Premierminister Die englische Flagge, bekannt als St. Georgs-Kreuz, ist ein rotes Kreuz auf einem weißen Hintergrund. Weitere heraldische Symbole sind die Tudor-Rose und die Drei Löwen.

> Konstitutionelle Demokratie

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Englands

Sport

Siehe: Fußball in England, Rugby, Cricket, Snooker, Fernwanderwege (Vereinigtes Königreich) Können nicht Fußball spielen, obwohl sie es erfunden haben.

Verwaltungsgliederung

Die 39 historischen Grafschaften (engl. Counties)

Diese 39 historischen Grafschaften bestehen seit dem hohen Mittelalter. In ihrer Funktion als Verwaltungsbezirke sind sie seit Mitte des 20. Jahrhunderts mehrmals neu gegliedert worden, jedoch bestehen die historischen Grafschaften im Bewusstsein der Bevölkerung weithin fort. Größere Städte galten als Teil der Grafschaften, wurden jedoch als Boroughs eigenständig verwaltet.
- Siehe Traditionelle Grafschaften Englands

Die gegenwärtige Verwaltungsgliederung

Traditionelle Grafschaften Englands Traditionelle Grafschaften Englands Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Verwaltungsgliederung teilweise den neu entstandenen Ballungsgebieten angepasst. Dadurch veränderten sich auch die Grenzen der oben genannten 39 (historischen) Grafschaften (Counties). So wurde z.B. 1965 die Verwaltungseinheit Greater London eingerichtet. 1974 entstanden 6 Metropolitan Counties und die so genannten Non-Metropolitain Counties, darunter auch einige kleinere neue Grafschaften wie Avon, Humberside und Cleveland, die jedoch in den 1990er Jahren zum Teil wieder aufgelöst wurden (so auch Rutland oder Westmorland). Die Counties untergliedern sich in Bezirke (Metropolitain Districts bzw. Districts), die aufgrund ihrer Aufgabenstellung etwa den Stadtverwaltungen Deutschlands entsprechen. Diese Distrikte bestehen meist aus einer Vielzahl von Städten und kleineren Siedlungen, die jedoch keine eigene Verwaltung haben. Man spricht von einer "zweistufigen Verwaltung" (1. Stufe Grafschaften; 2. Stufe Districs) 1986 wurden die Grafschaftsräte bzw. -verwaltungen der Metropolitain Counties aufgelöst. Ihre Aufgaben wurden an die untergliederten Metropolitain Districts delegiert, so dass diese alle Aufgaben der Grafschaften und der Districs erledigen ("einstufige Verwaltung"). In ihrer Funktion können die Metropolitain Districts seither als "Unitary Authorities" bezeichnet werden. Dennoch wurde die Bezeichnungen der 6 Metropolitain Counties beibehalten und ist seither aber nur noch für die Beschreibung der geografischen Lage bzw. für statistische Zwecke von Bedeutung. Zahlreiche Non-Metropoltain Distrikts wurden Mitte der 1990er Jahre als Unitary Authorities aus den Grafschaften ausgegliedert. Sie erledigen seither die Verwaltungseinheiten der Grafschaften mit und sind somit den Metropolitain Districts vergleichbar. Die Grafschaften und Unitary Authorities Englands sind heute zu 9 Regionen zusammen gefasst. Zur Untergliederung der Regionen und Grafschaften siehe Verwaltungsgliederung Englands und Verwaltungsgrafschaften Englands.

Großstädte

Verwaltungsgrafschaften Englands In der englischen Sprache macht man einen Unterschied zwischen den Begriffen City und Town, was, ins Deutsche übersetzt, beides "Stadt" bedeutet. Das Recht, als "City" bezeichnet zu werden, besiegelt eine königliche Ernennungsurkunde, die so genannte Royal Charter. Meist orientierte man sich dabei daran, ob die betreffende Ansiedlung eine Kathedrale besitzt. Während beispielsweise das kleine Hereford mit nicht einmal 60.000 Einwohnern eine "City" darstellt, ist Stockport mit seinen 285.000 Einwohnern "Town". Die folgende Liste der "Großstädte" Englands beinhaltet auch die so genannten Metropolitan Boroughs. Manche dieser einzelnen Verwaltungsbezirke bestehen aus mehren Städten ("Town" oder "City"). So besteht der Metropolitan Borough Salford aus der City of Salford und anderen Städten, die man als "Town" bezeichnet, während der Metropolitan Borough Manchester lediglich aus der City of Manchester besteht. Diese Metropolitan Boroughs sind einstufige Verwaltungseinheiten, die man mit unseren kreisfreien Städten vergleichen kann. Metropolitan Boroughs fasst man in England zu Metropolitan Counties zusammen, die allerdings als Gebietskörperschaften keine Rolle mehr spielen. (Mehr dazu siehe: Verwaltungsgliederung Englands). Siehe auch: Greater London, Unitary Authority Die größten städtischen Verwaltungsbezirke in England mit mehr als 200 000 Einwohner (gemäß dem UK Census 2001 in tausend) sind:
- London (7 172)
- Birmingham (977)
- Leeds (715)
- Sheffield (513)
- Bradford (468)
- Liverpool (439)
- Manchester (393)
- Kirklees (389)
- Bristol (381)
- Wakefield (315)
- Wirral (312)
- Dudley (305)
- Wigan (301)
- Coventry (301)
- Doncaster (287)
- Stockport (285)
- Sefton (283)
- Sandwell (283)
- Sunderland (281)
- Leicester (279)
- Nottingham (266)
- Bolton (261)
- Newcastle-upon-Tyne (260)
- Walsall (253)
- Rotherham (248)
- Kingston upon Hull (244)
- Stoke-on-Trent (241)
- Plymouth (240)
- Wolverhampton (237)
- Derby (222)
- Barnsley (218)
- Southampton (217)
- Oldham (217)
- Salford (216)
- Tameside (213)
- Trafford (210)
- Milton Keynes (210)
- Rochdale (205)
- Solihull (200) Kultur

Das Gärtnern ist eine englische Leidenschaft; es stehen auch eine Vielzahl von Gärten für die Besichtigung offen.

Weblinks

als:England ja:イングランド ko:잉글랜드 ms:England simple:England th:แคว้นอังกฤษ zh-min-nan:England

US Forest Service

Der United States Forest Service (Walddienst) ist eine Institution der US-Regierung, die dem US-Landwirtschaftsministerium angegliedert ist und .

Gesetzliches

Das Gesetz das den Forest Service gründete war der "Forest Reserve Act" von 1891. Außerdem gab es Gesetze um die Kontrolle über die Institution zu halten:
- The Organic Administrative Act von 1897
- Transfer Act von 1905 welcher die Befugnisse von Innenministerium ins Landwirtschaftsministerium übergab. Der Name "Bureau of Forestry" wird in "Forest Service" geändert.
- Multiple Use Sustained Yield Act, P.L. 86-517 (1)
- National Forest Management Act, P.L. 94-588
- National Environmental Policy Act, P.L. 91-190;
- Cooperative Forestry Assistance Act, P.L. 95-313
- Forest and Rangelands Renewable Resources Planning Act, P.L. 95-307.

Aufgaben des Forest Service

In den USA gibt es 155 Nationalwälder (engl: National Forest), die in Rangerbezirke eingeteilt sind und Parkwächter und anderes Personal anstellen. Die einzelnen Bezirke sind verantwortlich für die Überwachung der Lebensräume von Pflanzen und Tieren in den Nationalwäldern. Da viele Nationalwälder auch touristisch genutzt werden, kümmern sie sich außerdem z.b. um die Einrichtung und den Unterhalt von Wanderwegen und Campingplätzen. Der Forest Service hat unter anderem auch regionale Forschungsstatioen, die die Ökosysteme der Nationalwälder untersuchen. Da sich Teile der Nationalwälder in privatem Besitz befinden, arbeitet der Forest Service mit diesen Privatbesitzern zusammen und stellt Geld und technische Ausrüstung für sie bereit. Die dafür zuständige Abteilung nennt sich "State and Private Forestry".

Symbolfigur Smokey Bear

Um Waldbränden vorzubeugen, veröffentlichten der Forest Service und der Wartime Advertising Council am 9. August 1944 Aufklärungsplakate, die die Bürger über mögliche Gefahren informieren sollten. Im Zentrum dieser Kampagne stand ein Schwarzbär, der den Spitznamen Smokey Bear erhielt und für Jahrzehnte eine Art "Symbolfigur" für den Forest Service war.

Anmerkungen


- (1) = P.L steht für "Public Law" -> öffentliches Gesetz
- (1) = Zahlen stehen für Nummern der Gesetze
- (2) = Wartime Advertising Council = Kriegszeitenwerbungskomitee -> Komitee zur Veröffentlichung für Werbematerial zum Zweck, Rekruten für die Armee zu gewinnen

Weblinks


- [http://www.fs.fed.us/ Offizielle Homepage] (englisch)

US Army Rangers

Die Rangers gehören dem Army Special Operation Command an und stellen nach dem Special Forces Command (Airborne), besser bekannt als "Green Berets", den zahlenmäßig größten Teil der Spezialtruppen der US Army.

Aufgaben

Die Ausbildung und Ausrüstung der Rangers ist auf eine Reihe von Aufgaben ausgelegt, sowohl auf spezielle als auch auf klassische militärische Operationen. Grundsätzlich handelt es sich bei den Rangers um leichte Infanterie mit der Aufgabe, schnell und unbemerkt tief ins gegnerische Territorium einzudringen und ihr Einsatzgebiet ebenso zu verlassen, um dort Informationen zu beschaffen, Überfälle auszuführen, gegnerische Operationen zu stören, Landepunkte für nachfolgende Einheiten zu sichern und Personal und Ausrüstung zu bergen. Darüber hinaus sind die Rangers in der Lage, alle Operationen zu übernehmen, die Luftlande-, Fallschirmjäger- oder leichte Infanterie-Einheiten ausführen können. Allerdings ist ihre Fähigkeit zum Kampf gegen gepanzerte Einheiten wegen der leichten Bewaffnung eingeschränkt. Ähnliches gilt für Luftabwehr- und Artilleriekapazitäten. Darüber hinaus verfügen die Rangers nur über geringe eigene Nachschubkapazitäten und sonstige Kampfunterstützung, was sie bei längeren Einsätzen im hohen Maß vom Aufbau einer Unterstützungs-Infrastruktur abhängig macht. Auf strategischer Ebene sollen Ranger-Einheiten innerhalb kürzester Zeit weltweit stationierbar sein, so dass mindestens ein Bataillon jederzeit einen hohen Grad an Gefechtsbereitschaft aufrecht erhält (Ranger Ready Force - RRF). Auch die übrigen Bataillone sollen 18 Stunden nach Alarmierung marschbereit sein.

Organisation

Die Rangers der US Army sind im 75th Ranger Regiment mit Hauptquartier in Fort Benning, Georgia, zusammengefasst. Die Stabskompanie mit rund 130 Mitgliedern umfasst Stabs-, Feuerleit-, Ausbildungs- und medizinisches Personal sowie eine große Fernmeldeabteilung und drei Aufklärungsteams, die jeweils sechs Mann stark sind. Die Aufklärungsteams sind meist die ersten Rangers, die sich während einer Operation in das Zielgebiet begeben, im Regelfall per Luftlandung. Dort verschaffen sie sich ein erstes Bild der Lage, markieren und sichern den Absprungort für die Ranger-Haupttruppe. Die wesentlichen Bestandteile des Ranger-Regiments sind die drei aktiven Bataillone mit einem Personal-Sollbestand von jeweils rund 580 Rangers. Allerdings liegt die Gesamtzahl etwas höher, da rund 15 Prozent der Soldaten sich jederzeit auf Lehrgängen befinden. Jedes Bataillon besteht aus drei Infanterie-Kompanien und einer Stabskompanie. Jede Kompanie verfügt über drei Infanterie-Züge und einen Zug, der mit schweren Waffen ausgerüstet ist. Das 1st Ranger Battalion ist in Hunter Airfield, Georgia, das 2nd Ranger Battailon in Fort Lewis, Washington, das 3rd Ranger Battalion in Fort Benning, Georgia, stationiert. Darüber hinaus existiert unter dem Dach des Regiments eine Ranger-Ausbildungsbrigade mit drei Ausbildungsbataillonen. Je nach Aufgabe kann das Regiment spezielle Teams zusammenstellen, die beispielsweise für Tauchgänge, Sabotageaktionen, Luftabwehr oder die Zusammenarbeit mit anderen Truppengattungen speziell ausgebildet und ausgerüstet sind. Die Rangers sind besonders im Einnehmen feindlicher Flugfelder ausgebildet und arbeiten oft mit der 82nd Airborne Division sowie den US Air Force Special Operation Units zusammen.

Ausrüstung

Standardmäßig sind Ranger-Bataillone nur mit leichter Ausrüstung versehen, was die unauffällige Beweglichkeit im Gelände, die Luftverlade- und Luftlandefähigkeit erhöhen soll. Neben M16-Sturmgewehr als Infanteriewaffe, teilweise mit M203-Granatwerfern, verfügen die Rangers über spezielle leichte Panzerabwehrwaffen, 60, 81 und 120mm-Mörser, Maschinenegewehre (M240B), Granatwerfer und Boden-Luft-Raketenwerfer vom Typ "Stinger". Pro Bataillon sind als Fahrzeuge lediglich zwei leichte Trucks vorgesehen.

Geschichte

Stinger Die Rangers berufen sich auf die Tradition der ersten Siedler in den USA, die unter Ausnutzung des Geländes gegen Indianer und britische oder französische Truppen kämpften. Namenspatron sind Rogers' Rangers, die unter Robert Rogers auf britischer Seite im Franzosen- und Indianerkrieg kämpften. Auch im amerikanischen Bürgerkrieg waren Ranger-Einheiten, vor allem auf konföderierter Seite, hinter feindlichen Linien im Einsatz. Die moderne Ranger-Truppe wurde am 19. Juni 1942 in Nordirland aufgestellt. Als Vorbild dienten die britischen Commandos, die auch massiv Ausbildungshilfe leisteten. Um den neuen Verband von den Commandos abzugrenzen, wählte man den Namen "Rangers". Der erste Kommandeur war Major William O. Darby. Die Rangers kämpften im Zweiten Weltkrieg auf vielen Kriegsschauplätzen in Nordafrika, Italien und in der Normandie. Auf dem pazifischen Kriegsschauplatz waren sie vor allem in Indien aktiv. Als Luftlande-Einheiten operierten Rangers erstmals im Koreakrieg. In Vietnam waren sie als Kämpfer und als Ausbilder verbündeter vietnamesischer Truppen aktiv. Anfang 1974 wurde das 75th Ranger Regiment aufgestellt. Einsätze seitdem umfassen unter anderem Grenada (1983), Panama, Irak (1991) und Somalia (1993).

Literatur

Hartmut Schauer: US Rangers - Geschichte einer Elitetruppe, ISBN 3613011360

Weblinks


- [http://www.globalsecurity.org/military/agency/army/75rr.htm Rangers auf globalsecurity.org] Rangers Rangers

Jäger (Militär)

Ursprünge der Jägertruppe

Im alten deutschen Heer wurde der Begriff Jäger für leichte Infanterie-Einheiten benutzt. Ihre Verwendung setzte sich vor allem im Rahmen der preußischen Heeresreform durch. Im Kampf gegen die Truppen des revolutionären Frankreich und später Napoleons hatte sich herausgestellt, dass diese mit ihrer Kampfesweise im Stil der Tirailleure den herkömmlich vorgehenden Linientruppen deutlich überlegen waren. Die Aufstellung der Jägertruppe war ein Versuch, die Stärken der gegnerischen Einheiten zu kopieren. Dazu wurde der Drill, der für die bisherigen Linientruppen galt, weniger streng angewendet. Bei den Jägern stand nicht das möglichst "automatenhafte" Ausführen von Schieß- und Ladeabläufen in dichten Formationen im Mittelpunkt. Die Jäger sollten vielmehr in lockerer Aufstellung und kleineren Einheiten operieren, die weniger stark an geschlossenen Formationen gebunden waren, dafür aber insbesondere bewachsenes und durchschnittenes Gelände sowie Deckung aller Art besser ausnutzten. Jägereinheiten operierten vergleichsweise unabhängig, Befehlshierarchien wurden verflacht, Entscheidungen auf untere Ebenen verlagert. Der einzelne Jäger sollte in der Lage sein, selbstständig Ziele anzuvisieren, im Gegensatz zur Linientruppe, bei deren Kampf es vor allem darum ging, den Gegner aus der dichten Formation mit einem weitgehend ungezielten Kugelhagel einzudecken. Dieser Ansatz schlug sich auch in der Ausrüstung nieder: Jäger kämpften mit Gewehren, die sich aus Jagdwaffen entwickelt hatten und ein genaueres Zielen ermöglichten als die üblichen Infanteriegewehre der Zeit. Jägereinheiten verfügten außerdem über eine weitaus geringere Menge an Ausrüstung, was einerseits den weitgehenden Verzicht auf Bagagewagen ermöglichte und damit die Bewegungsfähigkeit in unwegsamen Gelände erhöhte, andererseits Probleme bei Unterbringung und Versorgung der Truppe aufwarf. Eine Vielzahl der frühen Jäger rekrutierte sich tatsächlich aus den Reihen der Forstleute und Jäger. Deshalb trugen sie grüne Uniformen und Jagdhörner als Signalinstrumente.

Die Jägertruppe in der Bundeswehr

In der heutigen Bundeswehr werden die Aufgaben der "klassischen" Infanterieverbände (also auch der Jäger) teilweise auch von Panzergrenadieren übernommen, die durch ihre Ausrüstung und Ausbildung allerdings besser auf den Kampf mit und gegen gepanzerte Fahrzeuge ausgelegt sind. Der Grund dafür liegt im Wandel des Schlachtfelds. Die Jäger waren als reine Infanterie nur begrenzt zum Kampf gegen gepanzerte Fahrzeuge und zum Kampf im Verbund mit eigenen gepanzerten Fahrzeugen in der Lage. Eigentliche Jäger (also Soldaten, die das goldene Eichenlaub als Abzeichen tragen) stellen heute nur noch in drei Bataillonen in Hammelburg (Jägerlehrbataillon 353), Donaueschingen (Jägerbataillon 292) und Marienberg (Jägerbataillon 371) annähernd die Gesamtheit der Mitglieder. Die Angehörigen des Jägerbataillons in Donaueschingen gehören zwar der Deutsch-Französischen Brigade an und tragen das Brigade-Abzeichen, sind aber Jäger. Des Weiteren gehören zahlreiche Jäger den Sicherungseinheiten der Großverbände an und sind im Wachbataillon vertreten. Nach dem derzeitigen (Frühjahr 2005) Planungsstand der Bundeswehr-Reform werden einige dieser Jägereinheiten aufgelöst, umgruppiert oder in andere Truppengattungen überführt. Demnach ist in der heutigen Form lediglich der Fortbestand des Jägerbataillons in Donaueschingen, der Sicherungseinheiten und des Wachbataillons gesichert. Die Aufstellung eines (neuen) luftbeweglichen Jäger-/Infanterieregimentes in Schwarzenborn ist in Planung. Die Jägerbrigade 37 in Frankenberg/Sa. wird zwar weiterhin diesen Namen führen, allerdings werden ihr keine eigentlichen Jägerverbände mehr unterstehen. In verschiedenen Verbänden werden zudem auch weiterhin einzelne Jägerkompanien weiter bestehen. Neben der Jägertruppe besteht die heutige deutsche Infanterie aus
- Fallschirmjägern (luftbewegliche Infanterie vorwiegend für den Kampf hinter den feindlichen Linien) und
- Gebirgsjägern (für den Kampf im Gebirge). Außerdem haben folgende Truppengattungen bzw. Verwendungen die nicht der Infanterie angehören den Begriff "Jäger" mit in ihre Bezeichnung aufgenommen
- Feldjäger ist die Bezeichnung der Militärpolizei der Bundeswehr. Sie gehören nicht zu den Kampftruppen
- Panzerjäger: ausgestattet mit Jagdpanzern ist ihre Hauptaufgabe die Bekämpfung feindlicher Panzer auf weite Entfernung.

Dienstgrad

Heutzutage bezeichnet man in der deutschen Bundeswehr einen Soldaten im niedrigsten Dienstgrad der Truppengattungen Fallschirmjäger, Gebirgsjäger und der Jägertruppe als Jäger (Jg). Bis in die 60er Jahre war in diesen Truppengattungen die Bezeichnung für den niedrigsten Unteroffizierdienstgrad Oberjäger.

Bundesgrenzschutz

Auch in der Geschichte des Bundesgrenzschutzes (heute: Bundespolizei) ist eine "Variante" des Jägers bekannt, die Grenzjägerlaufbahn mit mehreren Dienstgraden. Sie wurden infolge der Anpassung an die Dienstgrade der Polizei abgeschafft. Siehe auch: Dienstgrade im Bundesgrenzschutz.

Die Jägertruppe im Österreichischen Bundesheer

Im Österreichischen Bundesheer trägt die Waffengattung, die infanteritisch kämpft (Infanterie), die Bezeichnung Jäger. Die Jägertruppe stellt mit ca. 33 000 Mann die meisten Soldaten aller Kampftruppen des Bundesheeres. Besonders hervorzuheben sind die im Gebirgsdienst ausgebildeten
Gebirgsjäger sowie die Garde, die ausschließlich in Wien stationiert ist und vorwiegend Repräsentationsaufgaben wahrnimmt.

Weblinks

[http://www.deutschesheer.de/C1256B6C002D670C/CurrentBaseLink/N25CSBAU714SWINDE Das deutsche Heer, Truppengattungsprofil der Infanterie]
[http://www.jaegerseiten.de Jägerseiten - Die deutsche Infanterie der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft] Kategorie:Truppengattung Kategorie:Mannschaftsdienstgrad


Arizona

Arizona [] (Indianersprache für kleine Quelle) ist ein Bundesstaat der im Südwestern der USA liegt. Die in Postleitzahlen verwendete Abkürzung ist AZ. Die Hauptstadt Arizonas ist Phoenix. Phoenix

Geschichte

In der Zeit von 300 bis etwa 1200 befand sich in Südarizona die Hohokamkultur. Europäische Missionare kamen spätestens erstmals im 16. Jahrhundert in das Gebiet: Marcos de Niza, ein spanischer Franziskaner, bereiste den heutigen Südwesten der USA um 1539 und beschrieb die Sieben Goldenen Städte von Cibo, was wiederum Francisco Vásquez de Coronado, einen spanischen Conquistador, auf der Suche nach diesen 1540-1542 in die Gegend führte. Die Kolonisierung begann schließlich durch katholisch-spanische Missionare, die damit begannen, die Indianer zum katholischen Glauben zu bekehren. Bald darauf gründete Spanien die ersten befestigten Städte (1752 Tubac, 1775 Tucson), um seinen Herrschaftsanspruch über dieses Gebiet zu festigen. Arizona gehörte schließlich nach Erlangen der mexikanischen Unabhängigkeit im Jahr 1810 zur Gänze zu Mexiko und bildete dessen nordwestliche Grenze. 1848 musste Mexiko nach der Niederlage im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg im Vertrag von Guadalupe Hidalgo alle Gebiete nördlich des Gila-River - also die Flächen der heutigen Bundesstaaten Arizona, Neu-Mexiko, Kalifornien, Nevada, Utah, den westlichen Teil Colorados und den südwestlichen Teil Wyomings - gegen eine Zahlung von 15 Mio Dollar an die USA abtreten. 1850 wurde das Territorium Neu-Mexiko mit Arizona, dem westlichen Teil Neu-Mexikos und dem Süden Nevadas gebildet und 1853 mit dem Gadsden-Kauf von Mexiko für 10 Mio. US-Dollar ein weiteres Gebiet von 77,700 km2 südlich des Gila River erworben. Dieses wurde dem Territorium Neu-Mexiko angeschlossen und liegt heute nach dessen Teilung in die Territorien Arizona und Neu-Mexiko am 24. Februar 1863 großteils in Arizona. Am 14. Februar 1912 wurde Arizona als 48. Staat in die USA aufgenommen.

Bevölkerung

In Arizona leben 5.744.000 Einwohner (Stand: 2004), davon 63,8 % Weiße, 25,3 % Hispanics, 5,0 % Indianer, 3,1 % Schwarze und Afro-Amerikaner, 1,8 % Asiaten. Es gibt 1.901.327 Haushalte. Nach der Volkszählung von 2003 hat Arizona mit 286.680 Personen die zweithöchste Anzahl (und prozentual die 6. höchste) an Indianern, aller US-Bundesstaaten. Dies sind 10 % der gesamten indianischen Bevölkerung der USA (2.752.158). Lediglich Kalifornien beheimatet mehr Indianer und Oklahoma knapp weniger. Die häufigsten Abstammungen der Bevölkerung Arizonas sind mexikanisch (21 %), deutsch, britisch, irisch und indianisch. Vor allem die südlichen und zentralen Bezirke sind hauptsächlich mexikanisch geprägt, während die nördlichen Bezirke größtenteils britischstämmig bevölkert sind und der Nordosten indianisch. Seit 2003 bringt die hispanische Bevölkerung mehr Kinder zur Welt, als die weiße, nicht-hispanische Bevölkerung und es wird geschätzt, dass sie im Jahr 2035 die Mehrheit der Bevölkerung stellen werden. 2000 hatten 74,1 % der Bevölkerung Englisch als Muttersprache, 19,5 % Spanisch, 1,9 % Navajo, 0,6 % andere Indianersprachen und 0,5 % Deutsch. 49,9 % der Bevölkerung sind Männer, 50,1 % Frauen. Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 2002: 23.573 US-Dollar.

Größte Städte

Religion

Deutsch Vier Fünftel der Bevölkerung Arizonas beschreibt sich selbst als christlich, wobei Katholiken und Protestanten stark vertreten sind und auch Mormonen einen nicht zu vernachlässigenden Anteil haben.
- Christen - 80 %
  - Protestanten - 42 %
  - Katholiken - 31 %
  - Mormonen - 6 %
  - andere christliche Richtungen - 1 %
- andere Religionen - 2 %
- nicht religiös - 18 %

National- und Naturparks in Arizona

Mormonen Arizona ist berühmt für seine Wüstenlandschaften und seine Canyons. So befindet sich z.B. im Norden der Grand-Canyon-Nationalpark, im Nordosten das Canyon De Chelly National Monument, auf der Grenze zu Utah das Monument Valley, im Osten der Petrified-Forest-Nationalpark und im Süden der Saguaro-Nationalpark.

Bildung

In Arizona gibt es zwei Universitäten von nationaler Bedeutung: Die University of Arizona in Tucson und die Arizona State University in Tempe bei Phoenix. Regionale Bedeutung hat die Northern Arizona University in Flagstaff.

Siehe auch


- Liste der Gouverneure von Arizona
- Liste der Countys in Arizona
- Liste der Städte in Arizona

Weblinks


- [http://az.gov Offizielle Website des Staates Arizona]
Kategorie:US-Bundesstaat ja:アリゾナ州 ko:애리조나 주

Texas

Texas (The Lone Star State) ist ein Bundesstaat der Vereinigten Staaten von Amerika. Texas liegt im Südwesten der USA und grenzt im Norden an Oklahoma, im Nordosten an Arkansas, im Osten an Louisiana, im Südosten an den Golf von Mexiko, im Südwesten an Mexiko und im Westen an New Mexico. Texas ist, nach Alaska, flächenmäßig der zweitgrößte Staat der USA. Auch bevölkerungsmäßig ist es der zweitgrößte Staat, nach Kalifornien.
- Fläche: 692.405 km²
- Einwohner: 20.851.820 (2000)
- Hauptstadt: Austin

Geographie

Austin Texas besteht aus drei verschiedenen Klimagebilden. Von der Küste aus, die fast ihrer ganzen Länge nach von Lagunen eingefasst ist, erstreckt sich 50 bis 100 km landeinwärts ein relatives Flachland, das zum Teil sehr fruchtbar und für den Anbau von Baumwolle, Zuckerrohr und stellenweise auch Reis vorzüglich geeignet ist. Dahinter erhebt sich ein wellenförmiges hügeliges Land, welches, bis 320 km breit, den ganzen Nordosten des Staats umfasst, großenteils von Prärien bedeckt ist. Der nordwestliche Teil des Staatsgebiets ist Berg- und Hochland und besteht zum Teil aus einem 1.300 m hohen wüsten Sandsteinplateau (span. "llano estacado", engl. "staked plain"). Der Norden ist sehr fruchtbar und wird noch heute für die Viehzucht genutzt. Im gesamten Süden und Westen wurde bis Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts Erdöl gefördert. An Flüssen ist Texas reich, wenn auch die wenigsten während des gesamten Jahres schiffbar sind. Der Red River scheidet es von dem Indianergebiet, der Sabine von Louisiana und der Rio Grande von Mexiko. Das Klima gilt im Vergleich zu den übrigen südlichen Staaten der USA als gesund. Die größte Stadt Houston liegt geografisch im Südosten des Landes. Dallas, die zweitgrößte Stadt, und Fort Worth liegen im Nordosten. El Paso liegt im äußersten Westen und Corpus Christi liegt im Südwesten.

Größte Städte


- Liste der Städte in Texas
- Liste der Countys in Texas

Geschichte

Die Geschichte von Texas (oder auch
Tejas, von ind. Techas, Freunde) beginnt bereits 10.000 Jahre vor Christus. In dieser Zeitperiode erreichten die ersten Indianer das Gebiet am Golf von Mexiko. Im Jahre 1519 entstand durch den Spanier Pineda die erste kartografische Erfassung der texanischen Küste. Dies war auch der Beginn der spanischen Besitznahme des Territoriums. Neun Jahre später, im Jahre 1528 erreichte der Spanier Cabeza de Vaca die Gegend des heutigen Galveston. Er erlitt mit seinem Schiff Schiffbruch. Die kleine Gruppe Überlebender marschierte quer durch die Indianergebiete bis nach Mexiko-Stadt und sorgte später für die Verbreitung der Legende von den „Sieben Städten aus Gold“. Der spanische Abenteurer Coronado, angezogen durch die Geschichten über die sieben Städte, durchquerte den westlichen Teil von Texas und Teile des heutigen Neu-Mexiko bis hinauf nach Kansas. Er fand keine goldenen Städte. Das Gerücht hielt sich trotzdem über die Jahrhunderte. In der Folgezeit wurden viele Ortschaften und vor allem Missionen im heutigen Staatsgebiet von Texas gegründet. 1621 gründeten spanische Einwanderer, beziehungsweise spanische Mexikaner, die Stadt Corpus Christi de la Isleta. Corpus Christi Zu einem französischen Kolonisierungsversuch auf dem Territorium von Texas kam es 1685. Der Abenteurer René-Robert Cavelier, Sieur de La Salle erreichte per Schiff die Matagorda Bay und gründete dort das Fort St. Louis. Die Ansiedlung litt jedoch stark unter Indianerangriffen, Krankheiten und dem Verlust wichtigen Materials durch Schiffbrüche. Bereits zwei Jahre später wurde La Salle von seinen eigenen Leuten ermordet, als er versuchte, Hilfe zu holen. St. Louis wurde daraufhin aufgegeben. Texas war wieder spanisch. In den Besiedelungen im Delta des Mississippi jedoch konnten sich die Franzosen behaupten. 1718 wurde die Mission San Antonio de Valero gegründet. Über 100 Jahre später wird diese Mission in die Geschichte eingehen als The Alamo. 1821 wurde Texas ein Teil des von Spanien unabhängig gewordenen Mexiko. Schon während des mexikanischen Unabhängigkeitskampfes sammelten sich hier viele Abenteurer aus den Vereinigten Staaten an. Nachdem der nordamerikanische Oberst Stephen F. Austin 1823 die Genehmigung der Zentralregierung Mexikos erhalten hatte, mit 300 Familien im Staatsgebiet von Texas zu siedeln, gründete er die Stadt San Felipe de Austín. Die Vereinbarung mit Austin war sehr einfach. Er musste seine US-amerikanische Staatsbürgerschaft gegen eine mexikanische eintauschen. Er unterstand somit der mexikanischen Gerichtsbarkeit. Immer mehr Siedler aus dem Norden erreichen den Golf von Mexiko. Es ist der Beginn der angloamerikanischen Kolonisation. Bis 1835 siedelten etwa 45.000 Menschen aus dem Norden in Texas. Mexiko Die Spannungen zwischen amerikanischen Siedlern auf der einen und den Mexikanern und der mexikanischen Regierung unter Präsident Santa Anna auf der anderen Seite wurden immer heftiger. Besonders religiöse, kulturelle und politische Probleme schienen unüberbrückbar. Stephen F. Austin wurde bei einem Besuch in Mexiko-Stadt sogar inhaftiert. Santa Anna entsandte kurz darauf Truppen (4.000 – 5.000 Mann) in den mexikanischen Bundesstaat. Am 2. Oktober 1835 kam es zur ersten Schlacht zwischen den Parteien. Die Schlacht von Gonzales ist der erste Kampf zur Unabhängigkeit Texas'. Am 2. März 1836 erklärten sich die Texaner, im Vertrauen auf den Beistand der herrschenden Partei in den Vereinigten Staaten, welche eine Vermehrung der Sklavenstaaten wünschte, für unabhängig und ernannten den General Sam Houston (Namenspatron der Stadt Houston) zum militärischen Oberbefehlshaber. Das mexikanische Heer unter dem Präsidenten und General Santa Anna besetzte im Zuge der Feindseligkeiten die Hauptstadt von Texas, San Felipe de Austín. San Felipe de Austín Am 6. März 1836 wurde die Missionsstadt Alamo (bei San Antonio) von den Mexikanern nach dreizehntägiger Belagerung eingenommen. Dabei kamen alle Verteidiger (weniger als 190) ums Leben, unter ihnen waren auch David Crockett, Jim Bowie (der Erfinder des Bowie Messers) und William B. Travis. Die mexikanischen Truppen (etwa 1.600 Soldaten) wurden am 21. April 1836 nahe dem Río San Jacinto River (heute östlich von Houston gelegen) von den Texanern unter Sam Houston überraschend geschlagen, wobei der mexikanische Präsident General A. L. de Santa Anna in Gefangenschaft der Texaner kam. Weitere Expeditionen der Mexikaner in den folgenden Jahren scheiterten ebenfalls. Als unabhängige Republik wurde Texas von Frankreich und England am 23. November 1839 beziehungsweise am 14. November 1841 anerkannt. Erster Präsident der unabhängigen Nation und Republik Texas wurde der General Sam Houston. Mit Unterbrechung war er es bis kurz vor dem Zusammenschluss mit den USA. Von 1856 – 1861 war Sam Houston Gouverneur des US-Bundesstaates. Stephen F. Austin wurde Außenminister seines Staates, starb aber bereits zwei Monate nach Amtsantritt an einem Lungenleiden. In Texas selbst aber verlangte die Mehrheit den Anschluss an die Vereinigten Staaten. Das Land wurde darauf am 19. Februar 1845 von den USA annektiert (Billigung durch den US-Kongress am 1. März 1845). Die förmliche Aufnahme in den Staatenbund erfolgte am 29. Dezember 1845. Hierüber entbrannte 1846 ein Krieg zwischen den USA und Mexiko, der am 2. Februar 1848 mit dem Friedensvertrag von Guadalupe Hidalgo endete. Mexiko verzichtete auf seine Ansprüche auf Texas und das Gebiet zwischen Rio Grande und Nueces River, doch schlug die Regierung der USA durch Beschluss vom 7. September 1850 einen Teil dieses Gebiets New Mexico zu, das inzwischen als Territorium an die Union angegliedert worden war. Texas erhielt hierfür eine Entschädigung von 10 Millionen Dollar. New Mexico Im amerikanischen Bürgerkrieg gehörte Texas zur der Südstaaten-Konföderation. Texas durfte erst als letzter Kriegsgegner als Bundesstaat zurück in die Union (15. Februar 1876). Seit 1977 ist Chili con Carne offiziell das "State Food" des Bundesstaates, nachdem sich mehrere Hersteller von Chili (unter anderem der Hersteller des heute in den USA noch weit verbreiteten Wolf Brand Chilis) durch starke Lobbyarbeit vor der Regierung Texas' für dieses Gericht eingesetzt haben. Deutsche Einwanderer haben den US-Bundesstaat nicht unwesentlich geprägt. Die organisierte deutsche Einwanderung begann 1834 und ist vor allem dem "Verein zum Schutze deutscher Einwanderer in Texas" zu verdanken, auch bekannt als "Mainzer Adelsverein". Noch um die Wende zum 20. Jahrhundert waren etwa 100.000 Texaner deutschsprachig. Die meisten siedelten in Zentraltexas im sogenannten "Texas Hill Country" im Bereich von Austin und San Antonio. Vor allem der Einfluss des Ersten Weltkriegs führte zu einem rapiden Rückgang des deutschsprachigen Elements in Texas. Den Einfluss deutscher Einwanderer kann man heute an Ortsnamen wie New Braunfels (Neu-Braunfels – gegründet 1845 vom Prinzen Carl zu Solms-Braunfels) oder dem des Wasserparks "Schlitterbahn" ablesen. In New Braunfels, etwa 65 km südlich der Hauptstadt Austin, wird alljährlich das "Wurstfest" gefeiert. Im Ortsteil Gruene, gegründet 1872 von Henry D. Gruene, befindet sich die älteste erhaltene Dance Hall in Texas, die "Gruene Hall". Sie ist noch heute ein historischer Ort von Live-Musik und Tanzveranstaltungen. Auch bei Fredericksburg (Friedrichsburg – gegründet 1846 und zu Ehren des ranghöchsten Mitgliedes des Adelsvereins, des Prinzen Friedrich von Preußen (1794-1863), benannt) ist eine deutsche Kolonie. Die Homepage der Stadt begrüßt Besucher noch heute mit "Willkommen", die Speisekarten der Restaurants sind teilweise noch zweisprachig. Bekannt wurde hier auch die Ansiedlung Luckenbach, welche in einem Lied, interpretiert von Waylon Jennings und Willie Nelson mit dem Titel "Luckenbach, Texas" erwähnt wurde. Das Lied brachte es immerhin zur Nummer 1 der US-Country-Charts. Etwa 10-20.000 ältere Texaner sind heute noch deutschsprachig, weil sie in ihrer Kindheit mit Deutsch als Muttersprache aufgewachsen sind. (siehe auch: Texasdeutsch) Liste der Gouverneure von Texas

Rechtsordnung

In Texas ist die Todesstrafe möglich. Sie wird von den Strafgerichten bei entsprechender Schwere des Vergehens verhängt und kann z.B. durch Begnadigung durch den Gouverneur wieder aufgehoben werden. Bei der Zahl der auf die Todesstrafe wartenden sowie bei der Zahl der Vollstreckungen nimmt Texas die Spitzenposition in den USA ein. Wie auch bei den einfachen Gefängnisinsassen sind in Texas die farbigen Menschen, gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil, bei weitem in der Überzahl. Züchtigungen von Schülerinnen und Schülern durch das sogenannte Paddle sind erlaubt und werden praktiziert.

Nationalflaggen von Texas

Die erste Nationalflagge von Texas diente als "bürgerliche Flagge" seit November 1835. Sie zeigte die Nationalfarben von Mexiko mit der Aufschrift "1824" (Jahr der mexikanischen Verfassung). Eine weitere angebliche Nationalflagge vom März 1836 - blau, mit weißem Stern und den kreisförmig angeordneten Buchstaben "T","E","X","A","S" - stellte sich als "Machwerk" heraus und wurde nie als Nationalflagge benutzt.

Weblinks


- [http://www.traveltex.com/ Travel Texas (Touristik-Auskunft des Fremdenverkehrsamts von Texas)]
- [http://www.germantexans.org German-Texan Heritage Society]
- [http://www.texasgermansociety.com Texas German Society]
- [http://www.usatourist.com/deutsch/places/texas/germany.html Deutschland in Texas]
- [http://www.texancultures.utsa.edu/publications/texansoneandall/german.htm The German Texans]
- [http://www.fredericksburg-texas.com/visitor/index.asp Fredericksburg (Touristik-Auskunft)]
- [http://www.friedrichsburg-texas.com Friedrichsburg]
- [http://www.nbcham.org/visitor/index.asp New Braunfels (Touristik-Auskunft)]
- [http://www.wurstfest.com/ New Braunfels Wurstfest]
- [http://www.gruenetexas.com/ Gruene]
- [http://www.luckenbachtexas.com Luckenbach] Kategorie:US-Bundesstaat ja:テキサス州 ko:텍사스 주 simple:Texas th:มลรัฐเทกซัส


Ranger (Raumfahrt)

Ranger (engl. f. Förster) ist der Name von neun US-amerikanischen Raumsonden, die zwischen 1961 und 1965 zum Mond geflogen sind.

Mission

Bereits im Rahmen des Pioneer-Programmes waren neun US-Sonden zum Mond geflogen. Allein der Vorbeiflug von "Pioneer 4" war am 4. März 1959 war ein Erfolg, die anderen acht Sonden waren allesamt Fehlschläge. Nach der Ankündigung von US-Präsident John F. Kennedy im April 1961, bis zum Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond zu bringen, intensivierte die NASA ihre Bemühungen. Das Programm "Ranger" war ein Allzweckprogramm. Es diente der Einübung von Manövern im Raum sowie bei der Vorbereitung der Landung. Das "Ranger"-Projekt gliedert sich wiederum in drei Blöcke:
- Block I aus den Sonden 1-2, 306 kg schwer, sollten Erdsatelliten bleiben, jedoch in den mondnahen Raum und darüber hinaus vorstoßen (mit einem Apogäum von rd. 1 Mill. km)
- Block II, bestehend aus den 330-340 kg schweren Sonden 3-5, sollte auf dem Mond aufschlagen und unmittelbar vorher Bilder übermitteln. Zuvor sollte die Muttersonde eine etwa 40 kg schwere Instrumentenkapsel ausstoßen, die geschützt in einem kugelförmigen Gehäuse aus Balsaholz den Aufschlag nach mehrmaligem Hüpfen unbeschadet überstehen sollte. An Bord der Kapsel befand sich unter anderem ein einfaches Seismometer.
- Block III bestand aus den Sonden 6-9 mit einem Gewicht von 365 kg. Hier wurde nach den Fehlschlägen von Block II auf eine "weich" landende Instrumentenkapsel verzichtet und statt dessen mit Hilfe von sechs Kameras die Gewinnung hochauflösender Aufnahmen vor dem Aufschlag angestrebt.

Verlauf

Block I (Systemerprobung in der Erdumlaufbahn)


- "Ranger 1" startete am 23. August 1961 und konnte aufgrund eines Fehlers in der Rakete einen niedrigen Erdorbit nicht verlassen. Der Satellit verglühte am 30. August 1961, nachdem bereits drei Tage zuvor die Kommunikation abgebrochen war.
- Ranger 2" startete am 18. November 1961 und erlitt ein ähnliches Schicksal wie "Ranger 1". Der Satellit verglühte am 20. November 1961

Block II (Landung einer Kapsel)


- "Ranger 3" startete am 26. Januar 1962, doch flog die Sonde aufgrund zu hoher Geschwindigkeit in 36.000 km Abstand am Mond vorbei in eine Sonnenumlaufbahn. Die Sonde übermittelte keine Bilder.
- "Ranger 4" startete am 23. April 1962, doch brach der Kontakt zu dieser Sonde noch am selben Tag ab. Die Sonde schlug am 26. April 1962 stumm auf dem Mond auf. "Ranger 4" war trotz des Fehlschlags das erste US-Raumfahrzeug, das die Mondoberfläche erreichte.
- "Ranger 5" startete am 18. Oktober 1962, auch hier gab es noch am selben Tag einen Kommunikationsabbruch. Die Sonde flog in rd. 700 km Entfernung am Mond vorbei und geriet dann in eine Sonnenumlaufbahn.

Block III (Nahaufnahmen der Mondoberfläche)


- "Ranger 6" startete am 30. Januar 1964 und schlug am 2. Februar 1964 auf dem Mond auf. Die Kameras ließen sich unmittelbar vor dem Aufschlag nicht aktivieren.
- "Ranger 7" startete am 28. Juli 1964 und schlug am 31. Juli 1964 auf dem Mond auf. Dabei übermittelte die Sonde unmittelbar vor dem Aufschlag 4.300 Bilder.
- "Ranger 8" startete am 17. Februar 1965 und schlug am 20. Februar 1965 auf dem Mond auf. Die Sonde übertrug 7.300 Bilder.
- "Ranger 9" startete am 21. März 1965, schlug am 24. März 1965 auf und übermittelte 5.800 Bilder, die auch live im US-Fernsehen gezeigt wurden.

Ergebnis

"Ranger" war mit sechs Fehlschlägen (Erfolgsquote 33%) erfolgreicher als das Pioneer-Mondprogramm. Insgesamt waren die 252 Mill. Dollar für die "Rangers" das Lehrgeld, welches die USA für die Mondlandung zu bezahlen hatten. Zum Schluss lief das Programm dann doch noch zufriedenstellend. Nachfolgeprogramme waren Surveyor und Lunar Orbiter.

Weblinks


- [http://www.bernd-leitenberger.de/ranger.html Die Ranger Mondsonden] (dt.)
Siehe auch: Liste der unbemannten Raumfahrtmissionen Kategorie:Mondsonde

Ranger und Rover

Ranger/Rover (R/R oder Ra/Ro) ist die Bezeichnung für die Altersstufe der etwa Sechzehn- bis Zwanzigjährigen bei den Pfadfindern. In einigen Verbänden werden auch alle älteren Pfadfinder noch zu den Ranger/Rovern gezählt. In der internationalen Pfadfinderbewegung sind Ranger die weiblichen Mitglieder dieser Stufe und Rover die männlichen. Häufig wird die Stufe deshalb als Ranger/Rover-Stufe bezeichnet. Aufgrund der Geschichte mancher Bünde existieren zum Teil auch nur die Begriffe Ranger oder Rover für die ganze Stufe. Etymologie der Begriffe Ranger und Rover:
- Rover von engl. "rover": Wandernder; Vagabund; Pirat.
- Ranger von engl. "ranger": Förster, Wildhüter, Feldhüter. Die Ranger/Rover organisieren sich selber - meist ohne Leitung - in Runden von fünf bis zwölf Mitgliedern und können damit als Sippen der R/R-Stufe betrachtet werden. Die Zeit in der Roverstufe wird von vielen jüngeren Pfadfindern als "Highlight" des Pfadfinder-Seins angesehen: Einerseits ist man selbstständiger als in den jüngeren Stufen und übernimmt auch schon wichtige Aufgaben im Stamm. Andererseits trägt man oft (je nach Verband oder auch je nach Stamm) noch nicht die volle Verantwortung eines Leiters. Alle vier Jahre findet ein großes internationales Treffen der Ranger und Rover, ein so genanntes World Scout Moot, statt. Daneben werden nationale Moots organisiert, beispielsweise ein Australian Rover Moot, sowie regionale Moots wie z.B. der Moot Scout Panamericano in Costa Rica. Kategorie:Pfadfinder

Ranger-Uran-Mine

Die Ranger-Uran-Mine ist ein Uran-Bergwerk im Northern Territory in Australien. Sie gibt es seit 1981. Betrieben wird die Mine von der Energy Resources of Australia (ERA).

Lage

Die Ranger-Mine liegt im Northern Territory und ist vom Kakadu-Nationalpark umgeben. In dieser Region gibt es die weltgrößten Uran-Vorkommen. Nur 20.000 m entfernt liegt die "Schwester-Mine" Jabiluka-Mine. Weitere Uranminen gibt es z. B. nordwestlich, die Nabarlek-Mine.

Abbau

Der Uranabbau verläuft übertage, was die Umwelt belastet. Der Abfall wird oberirdisch gelagert. Darauf kommt ein Schicht Erde, die stets feucht gehalten wird. Die Ranger-Mine ist zusammen mit der WMC-Mine in Southern Australia die wichtigste Uran-Mine in Australien. Diese beiden fördern jährlich über 5000 t Uran. Fast 15% davon gehen nach Europa. Der größte Teil geht nach Großbritannien, aber vieles auch nach Deutschland und Frankreich. Die Ranger-Mine fördert allein 9% des Weltbedarfs an Uran.

Umweltbelastung und Katastrophen

Jedes Jahr kommt es in der Gegend zu Hochwasser und das Wasser läuft bei der Ranger Mine über. Dadurch werden die Flüsse in der Gegend und das Umland verseucht. Die letzte große Katastrophe gab es 1988, noch unter der Führung von Pancontinental. Fast 450.000 Tonnen Uran gelangten ungewollt nach außen. In der Umgebung gab es viele Missgeburten und viele Krankheiten und fast die Hälfte der Minenarbeiter erkrankte an Lungenkrebs. Auch zuvor trat die Mine in Kritik, da es zahlreiche Verstöße gab.

Geschichte

Bereits die Aborigines hielten die Gegend für heilig. Es war ein Bestattungsort, dass man nicht betreten durfte. Einer der ersten Europäer war der deutsche Forscher Ludwig Leichhardt, der diese Gegend 1845 durchquerte. Damals war Uran jedoch noch unbedeutend. Später begann man aber im heiligen Gebiet nach Uran zu suchen. Um das Jahr 1950 begann man mit dem Uranabbau. Die Aborigines erhoben jedoch auf das Gebiet Anspruch und erhielten es auch 1976 mit dem "Aborigines Land Rights Act" zurück. 1981 wurde wieder mit dem Abbau begonnen, die Aborigines erhalten einen Teil der Einnahmen. 1991 verkaufte Pancontinental das Werk an die ERA. Kategorie:Bergwerk Kategorie:Australien Kategorie:Northern Territory

Jagd

Jagd bezeichnet das Aufsuchen, Nachstellen, Fangen, Erlegen und Aneignen von Wild. Wo die Jagd gesetzlichen Reglungen unterliegt oder die Jagdgebiete nur von bestimmten Personenkreisen genutzt werden dürfen, wird die unerlaubte Jagd als Wilderei bezeichnet.
Unter "Erlegen" versteht man das gezielte Töten von Wildtieren. Wilderei

Aufgaben und Motive

Die Jagd erfolgte ursprünglich aus verschiedenen Gründen:
- Nahrungsgewinnung
- Gewinnung von Tierteilen aller Art (wie zum Beispiel Felle, Hörner, Geweihe, etc.)
- Freizeitgestaltung In neuerer Zeit kam als weiterer angeblicher Grund hinzu:
- Ökologische Gründe (beispielsweise Bestandsregulierung, um Wildschäden in der Forst- und Landwirtschaft zu verhindern, und auch Seuchenbekämpfung) Auch heute sind die genannten Motive weiterhin nebeneinander zu finden. Jedoch ist darüber hinaus ein wesentlicher Bestandteil der Jagd die Hege. Dazu gehören beispielsweise auch Fütterungen von Wildtieren in Notzeiten und die Anlage von Wildäckern, womit der natürliche Nahrungsengpass im Winter und somit der Verbiß im Wald verringert wird. Diese Vorgehensweise bleibt nicht ohne Kritik (s. Absatz: Kritik). Weiterhin werden im Rahmen der Hege jedoch auch Maßnahmen ergriffen die allgemein den Zielen des Naturschutzes dienen, wie etwa Maßnahmen zum Schutz wertvoller Biotope, Biotopverbesserungen (etwa durch Anlage von Hecken) und Renaturierungen. Seit die Jagd nicht mehr Teil der Schaffung der Nahrungsgrundlage ist, wird sie als Hobby angesehen (Jagdsport).

Geschichte und Tradition

Jagdsport Jagdsport

Ursprung

Schon in der Altsteinzeit wurde von Menschen gejagt - "Jäger und Sammler" ist die gängige Bezeichnung für Menschen dieser Zeit. Die Jagd diente hauptsächlich zur Nahrungsversorgung und lieferte neben Fleisch wertvolle tierische Nebenprodukte wie Knochen und Felle. Mit der zunehmenden Sesshaftigkeit und damit verbundenen Domestizierung von Tieren trat die Jagd als Lebensgrundlage in weiten Teilen der Bevölkerung zunehmend in den Hintergrund. Schon in den antiken Hochkulturen wurde die Jagd als Freizeitvergnügen betrachtet. Sie wurde zunehmend nur noch von einem kleinen Teil der Gesamtbevölkerung ausgeübt. Bis im Mittelalter wurde die Jagd immer mehr zum Privileg des Adels, sowie staatlicher und kirchlicher Würdenträger. Aus dem Mittelalter stammt auch die Unterscheidung in "hohe Jagd" - die dem Adel vorbehaltene Jagd auf Hochwild - und "niedere Jagd" auf kleinere Tiere wie Hasen und Federwild (Niederwild). Bezirke in denen das Jagdrecht alleine dem König zustanden werden als Wildbann bezeichnet. Heute wird die Jagd in Deutschland vorrangig von privaten Jägern ausgeübt. Das Jagdrecht ist fest mit dem Grundbesitz verknüpft, so dass in Jagdgenossenschaften zusammengeschlossene Grundbesitzer das Jagdausübungsrecht an Dritte auf Zeit verpachten. Daneben existiert auch ein reger Jagdtourismus ins Ausland. In den Staats- und Landesforsten wird das Jagdrecht durch die Forstämter ausgeübt und zum Teil ebenfalls weiterverpachtet.

Brauchtum - Jäger in Märchen und Geschichten

Auch in Deutschland existiert ein jagdliches Brauchtum mit verschiedenen jagdlichen Bräuchen, u. a. wird eine Jägersprache gepflegt. Die traditionelle grüne Bekleidung ist jedem bekannt und kaum mehr wegzudenken. Die jagdlichen Traditionen werden in der Jägerschaft aktiv gepflegt und finden sich auch häufig in der Praxis. Wie wenige andere Berufsgruppen sind die Jäger in zahlreichen Märchen und Geschichten mystifiziert worden. In den (nord- und mitteldeutschen) Märchen und Geschichten treten sie vor allem als edele Gestalten auf. In Märchen sind sie es oft, die am Ende die Wende zu guten herbeiführen oder besiegeln (z.B. Rettung vor dem "bösen Wolf"). Auch in den Heimatfilmen der 50er Jahre traten Jäger oft als edle Kavaliere auf und traten damit die Nachfolge der Rittersgestalt in mittelalterlichen Geschichten an. Dagegen werden die Jäger oder Jager in süddeutschen, besonders in bayerischen Volkserzählungen oft negativ dargestellt. Der Wald gehörte im Empfinden des Volkes allen. Somit wurde das Wildern als legitim angesehen. Dies gilt vor allem für Lieder und Geschichten aus der Zeit des Absolutismus. Dort wird oft der Konflikt zwischen den "Wildschützen" (Wilderer) und den Jägern als Gehilfen der verhassten absolutistischen Obrigkeit beschrieben. Während die Wildschützen als mit den Armen teilende, tapfere Männer dargestellt werden, werden die Jäger als feige und hinterrücks beschrieben. Besonders deutlich kommt das in dem bayerischen Lied vom Schützen Jennerwein zum Ausruck (Vgl. [http://www.br-online.de/land-und-leute/thema/jennerwein/index.xml Die Legende Jennerwein]).

Jagdarten

Im Laufe der Zeit haben sich verschiedenste Jagdarten entwickelt, welche jeweils in speziellen Situationen bzw. bei der Jagd auf bestimmte Tierarten am geeignetesten sind. Die wichtigsten sind:

Einzeljagd


- Suche: Mit Hilfe eines Hundes "durchsucht" man Felder oder Waldabschnitte um flüchtendes Wild erlegen zu können. Diese Jagdart findet meist auf Hasen, Kaninchen oder Federwild statt. Sie wird von einem einzelnen oder einer kleineren Gruppe von Jägern ausgeübt. Dafür benötigt man kurzjagende Hunde oder Vorstehhunde.
- Ansitz: Beim Ansitz wartet ein Jäger still an einer Lichtung o.ä., häufig auf einem Hochsitz. Wild, welches vorbeizieht, kann so in Ruhe beobachtet werden, bevor entschieden wird, ob geschossen wird. Die Beunruhigung ist minimal. Beim Ansitz wird hauptsächlich auf Rehwild, Raubwild und Hochwild gejagt.
- Pirsch: Hierbei begeht der Jäger vorsichtig und leise das zu bejagende Gebiet, er "pirscht". Dabei kann Spuren gefolgt werden, um Wildtiere aufzuspüren. Besonders erfolgsversprechend ist diese Jagd bei Neuschnee, da hier die frischen Spuren besonders gut zu sehen sind.

Gemeinschaftsjagd


- Treibjagd: Eine Gemeinschaftjagd, bei der mehrere Treiber und Hunde das Wild hoch flüchtig machen. Treibjagden werden meist auf offenen Flächen auf Hasen und anderes Niederwild, außer Rehwild ausgeübt.
- Drückjagd: Bei einer Drückjagd gehen mehrere Treiber - meist ohne Begleitung von Hunden - durch das zu bejagende Gebiet um die Wildtiere in Bewegung zu bringen und aus den Einständen zu "drücken". Das Wild wird im Gegensatz zur Treibjagd nicht durch laute Geräusche und Hundegebell aus ihren Einständen getrieben. Das Wild kommt auf den natürlichen Wechseln auf die wartenden Jäger zu. Diese Art der Gemeinschaftsjagd erzeugt weniger Stress bei den Wildtieren. Die Jäger warten in der Nähe dieser Einstände an zuvor festgelegten Ständen auf das Wild. So wird zumeist Schwarzwild und Reh- und Rotwild bejagt.
- Bewegungsjagd: Bei dieser Jagdform, ähnlich der Drückjagd, wird weiträumiger abgestellt. Das Wild wird nur soweit beunruhigt, dass es seine Einstände verlässt und möglichst vertraut und langsam auf den Schützen zuzieht. Das erleichtert den Jägern die gezielte Selektion und das Wild wird weniger beunruhigt. Diese Jagdart wird in großen Revieren oder revierübergreifend auf alle Hochwildarten, Rehwild und Raubwild genutzt.

Weitere Jagdarten

Hochsitz um 1415. Es zeigt den Ausritt einer eleganten Gesellschaft zur Falkenjagd. Die lange Stange, die der Falkner mit sich führt, diente zum Aufschrecken der Vögel]]
- Fangjagd: Die Jagd mit Fallen. Diese wird in den Fang durch Lebendfallen und durch Totschlagfallen unterschieden. In Deutschland gibt es strenge Gesetze, die diese Jagdform regeln. In den meisten Bundesländern muss der Jäger eine zusätzliche Prüfung für einen Fallenschein ablegen. In anderen Ländern wie Russland sind die Regelungen anders. Professionelle Fallensteller unternehmen oft große Touren und kommen erst nach Tagen wieder an den Ort. Falls das Tier schon länger tot ist, ist nur noch das Fell - um das es meist primär geht - brauchbar.
- Hetzjagd: In Deutschland verboten. Auch in England wurde diese sehr umstrittene Jagdart nach Protesten im Juni 2004 per Gesetz verboten.
- Beizjagd: Die Jagd mit Greifvögeln durch Falkner. In verschiedenen Regionen haben sich darüber hinaus unterschiedliche Jagdtraditionen herausgebildet:
- In England gab es bis zum Verbot im Juni 2004 die traditionelle Fuchsjagd zu Pferd, in Schottland wurde diese bereits früher abgeschafft. In Deutschland sind Hetzjagden generell verboten.
- In Afrika wird seit Kolonialzeiten die Großwildjagd (Safari) betrieben.
- In Stadtgebieten (z.B. auf Friedhöfen, aber auch auf Privat- oder Firmengrundstücken oder Flughäfen) wird zudem zur Schädlingsbekämpfung Tauben oder Niederwild nachgestellt. Dies geschieht oftmals im Auftrag von Grundstückseigentümern oder der Stadtverwaltung und muss von der Jagdbehörde genehmigt werden.

Recht

Deutschland

Jagdrecht

Nach Art. 75 Abs. 1 Nr. 3 des Grundgesetzes hat der Bund das Recht zur Rahmengesetzgebung auf dem Gebiet der Jagd. In Ausübung dieser Gesetzgebungskompetenz hat der Bund das Bundesjagdgesetz (BJagdG) erlassen. Daneben existieren in allen Bundesländern Landesjagdgesetze. Auch das Europarecht hat indirekten Einfluss auf das bundesdeutsche Jagdrecht, z.B. durch die Vogelschutzrichtlinie oder die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Das Bundesjagdgesetz ist zwar das Nachfolgegesetz des Reichsjagdgesetzes von 1934, die jagdfachlichen Inhalte jedoch gehen viel weiter zurück: Die Grundlagen stammen aus dem preußischen Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten zur Amtszeit des Sozialdemokraten und Jägers Otto Braun als Minister (1918-1921). Weitere Vorbilder waren die reformierten Jagdgesetze von Polen, Rumänien und das stark auf Naturschutz ausgerichtete britische Kolonial-Jagdrecht. Konkret veranlasst und durchgesetzt - durchaus auch gegen den Widerstand von Adolf Hitler und Joseph Goebbels - hat das Reichsjagdgesetz dann der preußische Ministerpräsident und spätere Reichsjägermeister Hermann Göring. Eigentlicher Spiritus rector des Gesetzeswerkes, mit dem die Jagd in Deutschland erstmals einheitlich geregelt wurde, war jedoch der Jagdfunktionär Ulrich Scherping (1889 - 1958), der seit 1933 als Jagdreferent in der preußischen Staatsforstverwaltung wirkte. Im Vorwort des Reichsjagdgesetzes waren die "ideologiegeprägten, teils von Hermann Göring selbst beigesteuerten Passagen konzentriert", so der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages, der sich mit der Herkunft des Bundesjagdgesetzes eingehend beschäftigt hat. Deshalb sei das Vorwort im BJG komplett gestrichen worden. Weitere Einzelheiten zur Entstehung des Reichsjagdgesetzes und seiner Bedeutung für das heutige Bundesjagdgesetz finden Sie in der entsprechenden Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages. ([http://www.bundestag.de/bic/analysen/2004/2004_10_01.pdf]) 1952 wurde das RJG nach formellen und redaktionellen Änderungen in bundesdeutsches Recht überführt. Die Tatsache, dass das Bundesjagdgesetz das Nachfolgegesetz des Reichsjagdgesetzes ist, dient Jagdgegnern häufig als Angriffspunkt. Wie die Auswertung des Wissenschaftlichen Dienstes belegt – zu Unrecht. Nach deutschem Recht ist das Jagdrecht unmittelbar mit dem Grundeigentum verknüpft. Die Ausübung der Jagd ist jedoch nur in Jagdbezirken erlaubt und auch dort, mit Ausnahme der Jagd zur Schädlingsbekämpfung, nur außerhalb von "befriedeten Bezirken" (z.B. Wohngegenden, Gärten, etc.) Alle Grundflächen innerhalb eines Jagdbezirks gehören diesem an. Die Jagdbezirke sind entweder Eigenjagdbezirke, oder gemeinschaftliche Jagdbezirke. In letzteren sind mehrere Grundstücke zu einem genügend großen Jagdbezirk zusammengeschlossen. Die zugehörigen Grundbesitzer sind zwangsläufig Mitglieder in Jagdgenossenschaften (einer Körperschaft öffentlichen Rechts). Ein gemeinschaftlicher Jagdbezirk ist üblicherweise mindestens 150 ha groß. Besteht ein solcher, so steht das Jagdausübungsrecht der Jagdgenossenschaft, also der Körperschaft, zu, die die Ausübung anderen per Verpachtung überlassen kann. Dies geschieht immer für den gesamten Jagdbezirk. Verpachtet wird also nicht etwa ein Grundstück, sondern ausschließlich das Recht zur Jagdausübung innerhalb eines Jagdbezirks. Im Bundesjagdgesetz und den Landesjagdgesetzen sowie weiteren Gesetzen (Waffengesetz) und Verordnungen sind darüber hinaus vielfältige Regeln und Beschränkungen zur Jagdausübung festgehalten. Dies umfasst u.a. Vorschriften zu Jagd- und Schonzeiten, jagdbaren Tieren und erlaubten Jagdmethoden. So darf beispielsweise bis auf einige Ausnahmen (Ländergesetze), wie z.B. für die Jagd auf Schwarzwild, nicht nachts gejagt werden. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, daß zahlreiche Wildarten seit vielen Jahren ganzjährig geschont sind oder keine Jagdzeiten haben. Sie werden dennoch nicht dem Jagdrecht entzogen, um sie in der aktiven Hegepflicht der Jäger zu belassen. Wilderei bezeichnet die illegale Jagd auf Tiere, also Jagd, die das Jagdrecht eines anderen verletzt.

Jägerprüfung

Wilderei Die Jagd ausüben dürfen nur Personen, welche zuvor einen Jagdschein erworben haben. Dieser setzt eine Prüfung voraus, die sich aus den Fachbereichen Jagd- und Waffenrecht, sowie dem Schießen zusammensetzt - auch Inhalte von Ökologie und Naturschutz fließen ein. Die Prüfung unterteilt sich in einen mündlichen, einen schriftlichen und einen praktischen Teil. Die Ausgestaltung der Prüfungen ist in den jeweiligen Landesjagdgesetzen geregelt und obliegt zum Beispiel in Schleswig-Holstein und Niedersachsen den Kreisjägerschaften in Zusammenarbeit mit der Unteren Jagdbehörde bei den Kreisverwaltungen. Neben Multiple-Choice-Fragen können dies auch Fragen mit frei zu formulierenden Antworten sein. Hinzu kommt eine Schießprüfung. Die praktische Prüfung ist in der Regel ein Reviergang, bei dem Fragen mündlich beantwortet werden und jagdliche Situationen eingeschätzt werden müssen. In allen Bundesländern ist gesetzlich ein vorausgehender 1-jähriger Lehrgang bzw. ein in der Dauer verkürzter Intensivkurs vorgeschrieben. Dieser Lehrgang mit abschließender Prüfung wird unter Jägern als "grünes Abitur" bezeichnet.

Österreich

In Österreich gilt das germanische Jagdrecht(Revierjagd). Es besagt, dass das Ausüben der Jagd untrennbar mit dem Besitz von Grund und Boden verbunden ist. Jagdgesetze werden auf Landesebene beschlossen und geändert. Es gibt demnach neun verschiedene Jagdgesetze, die sich aber größtenteils decken. Das mit dem Jagdrecht eng verbundene Waffengesetz ist hingegen Bundesgesetz. Mit Ausnahme von Flächen zur "landwirtschaftlichen Wildtierhaltung" sind alle Gebiete bejagbare Flächen. Es sind jedoch auch Flächen vorhanden, auf denen "die Jagd ruht", wie z.B. in Umgebung von Häusern bzw. Dörfern, auf Friedhöfen, öffentlichen Straßen usw.). Bejagbare Flächen teilen sich in Eigenjagden, (mindestens 115 ha Fläche)zusammenhängende Gemeindejagden (mindestens 500 ha Fläche) und Sonderjagdgebiete (Gemeindejagden unter 500 ha Fläche). In Eigenjagden ist der Eigentümer von Grund und Boden üblicherweise auch Jagdausübungsberechtigter. Gemeindejagden werden meist durch öffentliche Versteigerung an Jagdgenossenschaften oder Jagdgesellschaften (=Verein zum Zwecke der Ausübung der Jagd) vergeben, auch eine Vergabe an Einzelpersonen oder juristische Personen ist möglich, aber selten.

Schweiz

Das Jagdrecht der Schweiz wird durch die Kantone geregelt und ist uneinheitlich. Es gibt neben dem Revierjagdsystem, das in Deutschland und Österreich angewandt wird, auch das Lizenzjagdsystem (z.B. im Wallis). Im Kanton Genf ist (aufgrund der hohen "Diplomatendichte") die Jagdausübung ganz untersagt; dort wird die Bestandsregulierung von staatlichen Wildhütern durchgeführt.

Kritik

Kritik an der Jagd in Deutschland und Österreich

Jagdgenossenschaft]] Verstärkt wird eine stärkere Ausrichtung der Jagd an ökologischen Kriterien gefordert. So wird von einigen Gegnern der Jagd beispielsweise argumentiert, durch Wildfütterung, Wildäcker und andere Hegemaßnahmen werde massiv in das Ökosystem eingegriffen und dadurch ein unnatürliches Wachstum der Wildpopulationen begünstigt (Populationsdynamik). Dagegen wenden Jäger ein, tatsächlich sei die Natur eben nicht unberührt, da sie besonders in der mitteleuropäischen Kulturlandschaft ständigen menschlichen Eingriffen unterliege. Daher müsse der Mensch regulierend eingreifen und das natürliche Gleichgewicht künstlich erhalten. Jäger und auch die Forstwirtschaft sind z.B. der Meinung, dass (unter anderem) durch die Nahezu-Ausrottung des Wolfes in großen Teilen Europas der Rot-, Reh- und Damwild-Bestand so stark angestiegen ist, dass die Populationen durch gezielte Bejagung kontrolliert werden müsse. Die Jagdgegner halten dagegen, dass der Populationsanstieg durch gezielte Fütterungen gefördert wurde, um besonders kapitale Trophäen erzielen zu können. Über mögliche ökologische Kriterien herrscht jedoch zwischen und auch innerhalb der sich zudem teilweise überschneidenden Gruppen der Jäger, Waldbesitzer, Landwirte sowie der Tier- und Naturschützer heftiger Streit. Ernsthafte Jagdgegner und - kritiker distanzieren sich jedoch i.d.R. zudem ausdrücklich von gewaltsamem Aktionismus gegen Jäger und Jagdeinrichtungen, da ein Ablehnen der Gewalt gegen Tiere in keinem Fall Gewalt gegen Menschen rechtfertigen würde. Dennoch kommt es immer wieder zu Fällen, in denen Jagdgegner nicht nur den Jagdbetrieb stören bzw. unterbinden oder jagdliche Einrichtungen zerstören, sondern etwa Leitern oder Kanzeln so präparieren, dass sie erst beim Besteigen zusammenbrechen. Jagdgegner verweisen zudem darauf, dass die Jagd im allgemeinen oder zumindest bestimme Jagdarten seien mit dem Tierschutz nicht vereinbar sind. In Deutschland steht der Tierschutz als Staatsziel im Grundgesetz, andererseits genießt das Jagdrecht als Teil des Eigentumsgrundrechts besonderen grundgesetzlichen Schutz, was aber einen Grundeigentümer nicht gesattet die Jagd auf seinen Eigenen Grund und Boden zu verbieten. Vielmehr wird er in einer Jagdgenossenschaft gezwungen, womit nach einem Luxemburgischen Urteils des Verfassungsgerichtes die gängige Praxis gegen geltendes Menschenrecht verstößt. Nach Auffassung der Jägerschaft stellt dies jedoch gerade keinen Widerspruch dar, da eine weidgerechte Jagd den Anforderungen des Tierschutzes genügt. Dementsprechend ist in der Rechtsprechung allgemein anerkannt, dass eine nach den Grundsätzen der Weidgerechtigkeit ausgeübte Jagd nicht den Straftatbestand der Tierquälerei erfüllt, wie von manchen Jagdkritikern behauptet wird. Die so genannte „Weidgerechtigkeit“ ist nicht etwa Auslegungssache eines jeden Jägers, sondern vielmehr genaustens festgelegt und gesetzlich anerkannt. Über Verletzungen dieser „Weidgerechtigkeit“ von Jägerseite urteilt der Jagdbeirat, der von jeder Kreisverwaltung bestellt wird und aus Vertretern der Forst- und Landwirtschaft, der Naturschutz- und Jägerverbände und Mitgliedern der kommunalen politischen Verwaltung (Untere Jagdbehörde) besteht. Er hat u.a. das Recht Jagdscheine zu entziehen. Nähere Informationen über den Begriff Weidgerechtigkeit und dessen Inhalt finden sich unter dem Link "Position des ÖJV zur Weidgerechtigkeit". Auffällig sind jedoch bis zu über 800 (Jagd-)Unfälle pro Jahr, bei denen Menschen ernsthaften Schaden erleiden, oder sogar getötet werden. Die Dunkelziffer dürfte indes noch wesentlich höher liegen. Die oft von Jägerseite gebrachte Argumentation im Sinne der 'nachhaltigen' Jagd ist nicht völlig unumstritten, denn der auf das Werk von Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz (1645 – 1714) zurückgehende Begriff aus dem Sylvicultura Oeconomica „Die Naturmäßige Anweisung zur Wilden-Baum-Zucht“ (1713) lässt sich in seinem Grundsatz nicht ohne weiteres auf Wildtiere übertragen. Soweit der formulierte Gedanke der „nachhaltigen Nutzung“ auf heutige Wildtierbestände einschließlich der Vögel Anwendung finden soll, so muss das Jagdwesen eine grundsätzliche Änderung erfahren. Ferner wird die Jagd von vielen Menschen als „Blutsport“ abgelehnt, da die Freude am Töten von Tieren, bzw. der Spaß am Töten von leidensfähigen und schmerzempfindlichen Lebewesen als Hobby und Freizeitbeschäftigung nicht (mehr) mit den Grundsätzen unserer Zivilisation und Kultur zu vereinbaren sei. Die Jagd erfülle keinen praktischen Nutzen, da die moderne Wissenschaft bereits die meisten Argumente der Jäger widerlegt habe. Im Gegensatz zu der landläufigen Meinung, dass die Jagd angewandter Naturschutz sei, schade diese der Natur wesentlich mehr, als dass sie dem Naturschutz in irgendeiner Weise dienlich wäre - wobei hierüber in der sehr heterogenen Gemeinde der Umwelt-, Tier-, Arten- und Naturschützer keine Einigkeit besteht. Aber auch in den verschiedenen Jagdverbänden gibt es keine Einigkeit, so stehen sich ÖJV und DJV ebenso mit unvereinbaren Positionen gegenüber. Die Jagd stellt für gläubigen Christen nicht unbedingt ein Paradoxum dar. Auch wenn, einigen Quellen zufolge, der Schutzheilige der Jäger, der Heilige Hubertus (Gedenktag 3. November), der Jagd nach einer Erscheinung abschwor und vom überzeugten Jäger zum Nichtjäger wurde. Andere Quellen berichten, dass der vorher wilde und zügellose Hubertus nachdem ihm ein Kruzifix zwischen dem Geweih eines weißen Hirschen erschien, sich zum christlich-gemäßigten (er war vorher Heide und ließ sich nach der Erscheinung taufen), zum weidgerechten Jäger wandelte. Daher dient er noch heute allen Jägern, Christen wie nicht Christen als Vorbild der Mäßigung und zum Ansporn, gemäß der jägerlichen Losung, "...dem Schöpfer im Geschöpfe [zu] ehren."

Jagdtourismus

Berühmte Jagdgebiete waren und sind z. B. bei Rominten oder in der Schorfheide. Der Jagd-Tourismus in die oft naturbelassenen Jagdgebiete in der Slowakei, in Polen(vorallem südliches Ostpreußen und Pommern), im Baltikum(Kurland), in Rumänien oder in Russland, aber auch in die entferntesten Regionen der Welt, hat viele Freunde, so dass die Kommerzialisierung der dortigen Jagd zwar einerseits Gelder beschafft, andererseits aber in vielen Gebieten durch Übernutzung die Wildbestände stark reduziert wurden und so zunehmend die Erwartungen der Jagdtouristen nicht in vollem Umfang erfüllt werden. Anders sieht das jedoch auf so genannten Jagdfarmen in Afrika aus. Diese meist ehemaligen Rinderfarmen dehnen sich auf für Europäer unvorstellbare Flächen aus, sind regelmäßig eingezäunt, und garantieren dem Jäger den gewünschten Jagderfolg. Mit den Geldern wird dort meist staatlich geregelt der Wildschutz auch für nicht freigegebene Wildarten finanziert.

Literatur


- Kalchreuter, Heribert : Die Sache mit der Jagd. Franckh-Kosmos Verlag 2003, ISBN 3-44-009323-9
- Krebs, Herbert : Vor und nach der Jägerprüfung. BLV Verlagsgesellschaft, München 2003, ISBN 3-405-16372-2
- Nüßlein, Fritz : Das praktische Handbuch der Jagdkunde. BLV Verlagsgesellschaft, München 2002, ISBN 3-405-16456-7
- Ortega y Gasset, José : Meditationen über die Jagd. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1998, ISBN 3-421-01262-8
- von Raesfeld, Ferdinand : Das deutsche Weidwerk. Unveränderter Reprint der Erstausgabe von 1914, Verlag Paul Parey, Hamburg 1996, ISBN 3490144120
- Winter, Thomas : Jagd - Naturschutz oder Blutsport?. Winter-Buchverlag, Passau 2003, ISBN 3-00-012219-2

Siehe auch


- Deutscher Jagdschutz-Verband, Halali, Wiederladen
- Wild, Wildschaden, Wildfolge, Weidgerechtigkeit,

Weblinks

Die hier aufgeführten Web-Links stellen nur einen kleinen Ausschnitt der im Internet verfügbaren Informationen dar. Weitere Web-Links befinden sich beim [http://dmoz.org/World/Deutsch/Freizeit/Outdoor/Jagd/ Open Directory Project].

Verbände


- [http://www.face-europe.org/ Zusammenschluss der Verbände für Jagd und Wildtiererhaltung in der E.U.] (FACE)
- [http://www.jagd-online.de/ Deutscher Jagdschutz-Verband] (DJV)
- [http://www.oejv.de/ Ökologischer Jagdverband] (ÖJV, Deutschland)

Zeitungen & Zeitschriften


- [http://www.anblick.at Der Anblick]
- [http://www.artenschutzbrief.de Artenschutzbrief - Zeitschrift für Vogel- und Artenschutz]
- [http://www.pirsch.de Die Pirsch]
- [http://www.djz.de/ Deutsche Jagd Zeitung]
- [http://www.jww.de/ Jagen Weltweit]
- [http://www.oekojagd.de ÖkoJagd]
- [http://www.wildundhund.de Wild und Hund]

Ausbildung


- [http://www.filemaker-4-you.de/jaegerpruefung-bw/ Programm für Jägerprüfung in Baden-Württemberg]

Jagdkritiker und Jagdkritik


- [http://www.ijh.de/ Initiative jagdgefährdeter Haustiere]
- [http://vogelschutz-komitee.de VsK Vogelschutz-Komitee e.V.]
- [http://homepages.compuserve.de/JuergenAndresen/antijagd.htm Pferd, Jagd und Wild - Dichtung und Wahrheit]
- [http://www.wir-fuechse.de Wir Füchse]
- [http://www.die-tierfreunde.de/inhalte/info/schutz/jagd/jagd.htm Die Tierfreunde "Die Jagd ...und die Lust am Töten"]
- [http://www.papernews.de/pdf/2004/2004_10/rotenhan.pdf ...damit keiner mehr sagen kann, er habe es nicht gewusst - Kritik der Hege überhöhter Wildbestände, nicht der Jagd an sich]

Geschichte und Geschichten


- [http://www.br-online.de/land-und-leute/thema/jennerwein/index.xml Die Legende vom Schützen Jennerwein] !Jagd Kategorie:Naturschutz ja:狩猟 nb:Jakt

Krieger

Krieger bezeichnet Kämpfer und Soldaten in historischen Kriegen. Der Ausdruck beschränkt sich auf kämpfende, Waffen tragende Personen, also Kombattanten, und schließt den Tross aus. Die Krieger können sowohl regulären militärischen Einheiten zugehören als auch zu paramilitärischen bzw. Guerillaorganisationen. Kategorie:Militärgeschichte

Rollenspiel (Spiel)

In einem Rollenspiel übernehmen die Spieler die Rollen von fiktiven Charakteren, die in einer meist fantastischen Welt Abenteuer erleben. Hilfsmittel der Rollenspieler sind dabei die eigene Fantasie sowie ein Regelwerk, das die Rahmenbedingungen schafft. Bei den spontanen Rollenspielen wie Räuber und Gendarm sind diese Regeln meist implizit, z.B. das „Abschlagen“ des Gegners, während sie bei reglementierten Rollenspielen in Form eines Handbuchs oder ähnlichem vorliegen. Es gibt sehr viele verschiedene Rollenspiele. Die hier genannten "typischen" Merkmale finden oft Ausnahmen. Grundsätzlich lassen sich zwei Typen des Rollenspiels als Spiel unterscheiden: die reglementierten und die spontanen Rollenspiele.

Rollenspielarten

Reglementierte Rollenspiele

Reglementierte Rollenspiele sind Spiele, in denen die Spieler festen Spielregeln, Spielplänen, Spielleitern oder Drehbüchern folgen und sich bestimmter Spielmittel bedienen. Dazu gehören im weitesten Sinne alle Spieltypen, die wiederholt nach festen Regeln gespielt werden. Hier gibt es oft ein umfassendes Talent- oder Fertigkeitensystem. Die Charaktere der Spieler besitzen Werte wie Stärke, Geschicklichkeit, Charisma oder Intelligenz und auf den Werten basierende Talente wie Reiten, Überreden oder Schlösser knacken. Durch das Bestehen von Abenteuern erhalten die Spieler dann Erfahrungspunkte, welche für Verbesserungen dieser Charakterwerte eingesetzt werden, beziehungsweise für die Erlangung neuer Stufen und damit zu automatischen Verbesserungen derselben führen. Besonders die Fantasy-Rollenspiele, die meist eine fantastische Welt, aber auch unsere reale Welt zum Hintergrund haben können, fallen unter diese Definition. Sie werden nach der Art des Spielens unterschieden:

Frei assoziierte und spontane Rollenspiele

Welt Frei assoziierte und spontane Rollenspiele, die die Spielteilnehmer während des Spielens mit Fantasie offen gestalten. Ein solches Spiel kann mit oder ohne Spielzeug gespielt werden und unterliegt offenen Vereinbarungen bzw. Szenarien. Mutter-Vater-Kind, Räuber und Gendarm oder Cowboy-und-Indianer sind zum Beispiel Rollenspiele, das von vielen Kindern spontan und meist in ständig wechselnden Szenarien gespielt wird.

Papier-und-Bleistift-Rollenspiel

Hauptartikel: Papier-und-Bleistift-Rollenspiel Papier-und-Bleistift-Rollenspiel Papier-und-Bleistift-Rollenspiel bzw. Pen-and-Paper-Rollenspiel (kurz: P&P-Rollenspiel) ist auch als Tischrollenspiel oder englisch RolePlaying Game, kurz RPG, bekannt. Hierfür wird meist ein umfangreiches Regelwerk verwendet, welches mit einfacher Mathematik und mehrseitigen Würfeln arbeitet. Sie werden einfach als Würfel bezeichnet, obwohl sie rein geometrisch gesehen keine Würfel sind, sondern z.B. Ikosaeder. Die Bezeichnung „20-seitiger Würfel“, kurz W20, ist jedoch einfacher zu verwenden. Entscheidungen, wie zum Beispiel der Ausgang eines Kampfes, werden durch Verrechnen verschiedener Parameter der Kontrahenten, wie z.B. Stärke oder Rüstungswert, dargestellt durch abstrakte Werte, und des Würfelergebnisses als Zufallselement herbei geführt. Bei den meisten P&P-Rollenspielen übernimmt ein Spieler die Rolle des Spielleiters. Er beschreibt den Spielern die Umgebung, beschreibt die Reaktion der Umwelt auf Aktionen der Spieler und schlüpft in die Rolle von Gegnern oder Freunden der Gruppe. Vielfach überlegt er sich im Vorfeld Abenteuer, die die Spielergruppe bestehen muss. Außerdem achtet er darauf, dass die Regeln, die vom verwendeten Rollenspielsystem vorgegeben werden, von den Spielern eingehalten werden. Das in Deutschland bekannteste und am weitesten verbreitete Rollenspielsystem heißt "Das schwarze Auge", kurz DSA. Das früheste und international bekannteste Rollenspiel dieser Art ist allerdings Dungeons & Dragons, das in den 70ern von Gary Gygax aus einem Tabletop-Spiel heraus entwickelt wurde. Sowohl D&D als auch DSA haben eine oder mehrere Fantasywelten als Hintergrund, welche zumeist speziell für das Rollenspiel entwickelt wurden. Eine andere bekannte Rollenspielwelt ist die sog. "World of Darkness" (kurz WoD) von White Wolf (in Deutschland Feder & Schwert). Sie unterteilt sich in verschiedene Teilwelten, in denen unterschiedliche Fantasiegestalten wie Vampire, Werwölfe, Magier und ähnliches existieren. Das älteste deutsche Rollenspiel ist Midgard. Weitere bekannte Systeme sind Shadowrun, das klassische Fantasy-Elemente mit einer Cyberpunk-Variante der nahen Zukunft verbindet sowie Call of Cthulhu, welches auf dem Horror-Mythos und den Geschichten von H.P. Lovecraft beruht. Das Genre Comedy ist noch schwach vertreten (Toon, Teenagers from Outer Space). Es existieren auch abstraktere Systeme, die nicht auf ein besonderes Genre beschränkt sind, sondern lediglich ein Regelwerk darstellen, welches für verschiedene Welten angewendet werden kann. Hierzu zählen GURPS und D20, das Open Source-Pendant zu Dungeons & Dragons. Hinter vielen Rollenspielen stehen bereits vorhandene Regelsysteme, welche jedoch oftmals nicht offen zugänglich sind. So verwenden mehrere Rollenspiele ein und das selbe (meist leicht veränderte) Regelsystem, welches jedoch nur in Kombination mit einer Hintergrundwelt zu erwerben ist. Weitere Systeme finden sich in der Liste der Papier-und-Bleistift-Rollenspiele.

Spielbücher

Spielbücher (auch Soloabenteuer), die z.B. von Ian Livingstone und Steve Jackson als abgespeckte Version des Tischrollenspiels Dungeons and Dragons erdacht worden sind, können als eine Art Ein-Spieler-P&P-Rollenspiel bezeichnet werden. Dabei ist der Text in viele Abschnitte unterteilt. Am Ende eines Abschnittes trifft der Spieler/Leser Entscheidungen, die ihn jeweils an andere Folgeabschnitte verweisen und so verschiedene Handlungsstränge ermöglichen.

Live-Rollenspiel

Dungeons and Dragons Eine gebräuchliche Abkürzung ist LARP (für engl. Live Action Role Playing). Live-Rollenspiele bringen P&P-Rollenspiel und Improvisationstheater zusammen. Die Spieler treffen sich an einem festgelegten Termin, meist ihrer Rolle entsprechend kostümiert - der Fachmann spricht dabei von Gewandung - , in freier Natur oder bei speziell dafür zur Verfügung gestellten Orten und Kulissen, wie Burgen oder Gasthäusern, und folgen sogenannten Plots, die Drehbüchern ohne festen Dialogen oder Rollenvergaben ähneln, oder erfinden aus dem Stegreif mit Requisiten und Fantasie immer neue Szenarien. LARP wird oft regelmäßig in großen Gruppen und Vereinen ausgeführt, und eine Geschichte meist über mehrere Zusammenkünfte weiterentwickelt, ohne strengen Richtlinien zu folgen (wie zum Beispiel das klassische Drama). Jeder füllt somit mit seinen spontanen Ideen das aus, was sich gerade aus den Aktionen der Mitspieler ergeben hat. Es gibt speziell aus Latex gefertigte Waffen für das Live-Rollenspiel mit denen gefahrlos auch Kämpfe dargestellt werden können.

Computer-Rollenspiel

Computer-Rollenspiele werden auch als CRPG (Computer Role Playing Game) bezeichnet. Als Basis können die Regelwerke der P&P-Rollenspiele (siehe oben) dienen, die aber entsprechend auf die Möglichkeiten (und Unmöglichkeiten) des Computers angepasst werden. Andere Spiele, vor allem Japano-Rollenspiele, verwenden völlig eigene Regelsysteme. Die Nutzung des Internets bringt neue Ansätze, das P&P-Gefühl auf den Computer zu übertragen. Beliebte Varianten sind das Chatrollenspiel, das Forenrollenspiel (BBRs) oder das Rollenspiel via E-Mail (PBeM). Weitere Spielarten des Computer-Rollenspiels sind MUDs (Multi User Dungeon) und MMORPGs (Massive Multiplayer Online Roleplaying Game). Hier spielen dutzende bis tausende von Nutzern auf einem Server in einer virtuellen Welt mit (z.T. selbstregulierenden) Märkten und Rohstoffen. Virtuelle Nationen im Internet basieren zum Teil auf Rollenspielen. In den Anfängen der Computer-Rollenspiele wurde ein RPG als ein Spiel definiert, bei dem man einen (oder mehrere) Charakter durch Wertesteigerung aufbaute und möglichst unbegrenzte Handlungsfreiheit hatte. Ein Spiel das den Schwerpunkt auf feste Handlungsstränge legt, gilt nach klassischer Definition als Adventure. Viele der aktuellen RPG-Titel distanzieren sich jedoch mit ihren ausgedehnten, festen Storylines von diesen Grundfesten und würden nach klassischer Definition eher als Adventures mit RPG-Elemente oder RPG/Adventure-Hybriden bezeichnet werden. Die Entwicklung bei CRPGs geht in den letzten Jahren immer mehr weg vom klassischen „Werte verteilen und ziellos durch die Welt streifen“ hin zu immer simpleren Charakteraufbau-Systemen bei denen man wenig falsch machen kann, ausgedehnten Rollenspiel-Möglichkeiten (vor allem in Bezug auf das optische Erscheinungsbild der Charaktere), Identifikation mit Fraktionen und Gruppierungen, umfangreiche Handwerks- und Wirtschaftssysteme und vorbestimmte, dramaturgisch ausgearbeitete Handlungsbögen.

Cross-Over-Rollenspiel

Ein Cross-Over-Rollenspiel ist ein Rollenspiel, in dem mehrere Serien eines Genres oder mehrere Genres zu einer Spielwelt zusammengeführt oder vermischt werden. Als Beispiel sei hier Shadowrun genannt, welches den Cyberpunk mit der Magie der Fantasy-Rollenspiele vereint.

DRASTIC

DRASTIC ist die englische Abkürzung für Diceless, Ruleless And StoryTellerless In Character Roleplaying. Das Konzept und die Ideen hinter würfellosem, regellosem und spielleiterlosen Rollenspiel, wie es in einem Chatrollenspiel umgesetzt werden kann, ist in englischer Sprache unter [http://www.azundris.com/output/rp/drastic/ http://www.azundris.com/output/rp/drastic/] erläutert.

Klischees

In gewissem Rahmen lassen sich Rollenspieler zu einer eigenen Szene (vergleichbar mit der Gothic-Szene u.a.) zusammenfassen. Es halten sich auch die Vorurteile, dass Rollenspieler versuchen würden, vor der Realität in eine andere ("bessere") Welt zu fliehen. Auch wenn es Negativbeispiele gibt, lässt sich dies nicht pauschal für alle Rollenspieler behaupten. In den Medien (z. B. in den TV-Serien „Buffy – Im Bann der Dämonen“ und „Akte X“) werden Rollenspieler mitunter als Nerds oder Sonderlinge dargestellt. Zwar kommt es vor, dass Rollenspieler z.B. durch mittelalterliche oder schwarze Kleidung und einen gewissen Hang zur Romantik auffallen, dies ist aber keinesfalls die Regel. Manche dieser Klischees stammen aus der Anfangszeit des Rollenspiels, in der es als Spiel nur einem kleinen Kreis bekannt war. Mittlerweile hat diese Unterhaltungsform allerdings verschiedene gesellschaftliche Gruppen für sich gewonnen, so dass viele Vorurteile über Rollenspieler nicht mehr haltbar sind.

Weblinks


- [http://drosi.tuts.nu/definition_rollenspiel.htm Was ist Rollenspiel? (div. Artikel, inkl. Zeitlinie)]
- [http://www.hitzler-soziologie.de/jugendszenen/cms/szene_rsp/detail.php?nr=272 Über die Rollenspiel-"Szene"]
- [http://www.rpg-info.de/index.php/Hauptseite RPG-Info, ein Rollenspielwiki]