:: wikimiki.org ::
| Titian |
Titian
Tizian ( - 1477 in Pieve di Cadore in Venetien; † 27. August 1576 in Venedig), eigentlich Tiziano Vecellio, war der Hauptmeister der venezianischen Malerschule und Vollender einer neuen koloristischen Richtung.
Leben und Schaffen
Tizian kam schon als zehnjähriger Knabe nach Venedig, um sich dort der Malerei zu widmen. Als seine Lehrer werden der Mosaikmaler Sebastiano Zuccato, dann Gentile Bellini genannt; doch muss er später auch bei Giovanni Bellini gelernt und sich nach Giorgione weitergebildet haben. Man erfährt zuerst von seiner Tätigkeit um 1508-09, wo er neben Giorgione die jetzt verschwundenen Fresken am Fondaco dei Tedeschi in Venedig ausführte (die Fresken waren bereits im 17. Jahrhundert stark beschädigt, Fragmente haben sich im Palazzo Ducale und in der Galerie dell'Academia in Venedig erhalten). 1511 malte er Fresken in der Scuola del Santo in Padua. 1512 kehrte er nach Venedig zurück. Es entstanden einige Gemälde mit religiösen Inhalten.
Padua
Nachdem er einen Antrag, in die Dienste Leos X. zu treten, zurückgewiesen hatte, nahm ihn der Rat gegen Verleihung eines einträglichen Maklerpatents in seinen Dienst. In der Folge kam Tizian in intime Beziehungen zu Alfons I. von Ferrara (1516 reiste er das erste Mal dahin), für den er dessen Porträt (Verbleib unbekannt, ein Porträt von 1523? befindet sich heute in Metropolitan Museum in New York), ferner das Venusfest (1518-19) und das Bacchanal (1518-19, beide im Prado in Madrid) und Ariadne auf Naxos (in der Nationalgalerie zu London) malte. In Ferrara schloss er auch Freundschaft mit Ariost, den er mehrfach porträtierte. Auch zu Federigo von Mantua trat er um 1523 in nahe Beziehungen; er malte für ihn die Grablegung (Paris, Louvre).
1516-1518 entstand eines seiner Hauptwerke, die Himmelfahrt Mariä (so genannte Assunta) jetzt in Santa Maria Gloriosa dei Frari (Venedig), zuvor in der Akademie von Venedig, 1523 das Altarbild für die Kirche San Niccolò (Madonna mit sechs männlichen Heiligen, jetzt im Vatikan) und 1519-1526 ein andres Meisterwerk dieser Periode, die Madonna des Hauses Pesaro (Santa Maria Gloriosa dei Frari, Venedig). In das Jahr 1527 fällt seine Bekanntschaft mit Pietro Aretino, dessen Porträt er für Federigo Gonzaga malte. 1530 schuf er den Märtyrertod Petri für San Giovanni e Paolo (1867 durch Feuersbrunst zerstört).
Federigo Gonzaga
1532 begab er sich im Auftrag Federigo Gonzagas nach Bologna, wo gerade Kaiser Karl V. weilte; ihn malte er zweimal. Tizian wurde hierauf am 10. Mai 1533 zum Hofmaler Karls und zum Grafen des lateranischen Palastes sowie zum Ritter vom Goldenen Sporn ernannt. Der darauf folgenden Zeit entstammen die Bildnisse Franz' I. und Isabellas d'Este; etwas später folgten die der Geliebten Tizians (Wien, Schloss Belvedere), dann die von Eleonore Gonzaga und ihrem Gatten Francesco Maria (Florenz, Uffizien). Nachdem er 1537 seiner Fahrlässigkeit wegen bezüglich des versprochenen Bildes sein Maklerpatent zu Gunsten Pordenones verloren hatte, malte er in Fresko die dem Rat schon lange versprochene, nur noch in Fontanas Stich erhaltene Schlacht bei Cadore (im großen Ratssaal). 1539 nach Pordenones Tod erhielt er sein Maklerpatent zurück, 1541 wurde er nach Mailand zu Karl V. berufen.
Seit 1542 bemühte sich Papst Paul III. Tizian nach Rom zu ziehen; 1545 endlich folgte der Künstler dem Ruf; er wurde in Rom glänzend aufgenommen. Damals malte er das Porträt des Papstes, dann 1545/46 die berühmte Danae (Nationalmuseum zu Neapel, ursprünglich für den Palazzo del Giardino in Parma bestimmt), von der es sehr viele Repliken und Kopien gibt. Auf der Rückreise nach Venedig besuchte er Florenz.
1548 wurde er nach Augsburg zu Karl V. berufen und malte dort Porträts (das Karls V. in Madrid, das zu München etc.). Er kehrte bald wieder nach Venedig zurück, wurde aber 1550 abermals nach Augsburg berufen, um das Porträt Philipps II. von Spanien zu malen. Für diesen war er auch nach seiner Rückkehr nach Venedig 1551 außerordentlich viel beschäftigt. 1566 wurde er in die florentinische Akademie aufgenommen. Er starb am 27. August 1576 in Venedig, fast 100 Jahre alt, an der Pest und wurde in der Kirche Santa Maria de' Frari beigesetzt.
Zu Tizians Malweise
Pest
Der durch die flandrische Schulen beeinflusste koloristische Realismus der Venezianer gelangte durch Tizian auf seine Höhe. In seiner Auffassung nicht so durchgeistigt und ideal wie Raffael und Michelangelo, hat er vor den Römern und Toscanern die unvergleichliche malerische Kraft voraus und kommt Raffael in der Schönheitsfülle gleich, Michelangelo in der dramatischen Lebendigkeit der Komposition nahe. Tizian ist der größte Kolorist der Italiener - so geht etwa die Bezeichnung tizianrot auf ihn zurück - und versteht seinen Figuren zugleich den vornehmen Charakter zu geben, der seine eignen Lebensgewohnheiten und die seiner Stadtgenossen kennzeichnet.
Obwohl er sich nicht an die Antike anschloss, so ist er doch zu einer verhältnismäßig ähnlichen Wirkung gelangt, indem sich die Ruhe des Daseins, die edle, in sich befriedigte Existenz in seinen Werken ebenso spiegelt. Ganz vermochte er sich übrigens nicht den Einwirkungen der anderen italienischen Schulen zu entziehen, und zwischen seinen spätesten Arbeiten, worunter die Dornenkrönung Christi in München hervorragt, und seinen früheren, deren edelstes Erzeugnis der Zinsgroschen in Dresden ist, besteht ein beträchtlicher Unterschied. Er wurde später bewegter in der Haltung der Figuren, leidenschaftlicher im Ausdruck der Köpfe, energischer im Vortrag. Seine Historienbilder tragen mehr oder weniger etwas Porträtmäßiges, freilich in großartiger Auffassung, an sich; es gibt darunter einige, die zu den edelsten und unvergänglichsten Erzeugnissen der Kunst gehören, während andere sich mit einer mehr äußerlichen Wirkung begnügen.
Die höchste Befriedigung gewähren seine Bildnisse, die die vornehme Erscheinung der venezianischen Welt mit vollster Treue widerspiegeln und den vollkommensten Ausdruck des venezianischen, von höchster Prachtliebe und sinnlicher Glut erfüllten Lebens darstellen. Zugleich war er als Landschaftsmaler sehr bedeutend, die Landschaft spielt in vielen seiner Gemälde in ihrer großartig-poetischen Auffassung eine Hauptrolle. Poussin und Claude Lorrain haben sich nach seinem Vorbild entwickelt.
Claude Lorrain
Die Zahl seiner Schöpfungen ist außerordentlich groß, besonders aus den letzten 40 Jahren seines Lebens, wo er zahlreiche Schüler zu Hilfe nahm. Aus der ersten Periode seines Schaffens, die etwa bis 1511 reicht und seine Jugendentwickelung umfasst, sind noch zu nennen: die Kirschenmadonna in der kaiserlichen Galerie zu Wien, nebst zwei anderen Madonnen, und die irdische und himmlische Liebe, in der Galeria Borghese in Rom, Tizians schönstes allegorisches Bild, ausgezeichnet in der Behandlung des Nackten. Von hervorragenden Schöpfungen der zweiten, etwa bis 1530 reichenden Periode muss noch die Auferstehung, in der Kirche San Nazaroe Celso in Brescia (1522) erwähnt werden, die Ruhe auf der Flucht und die Madonna mit dem Kaninchen, im Louvre in Paris; das Bildnis der Isabella d'Este im Kunsthistorischen Museum in Wien; das Bildnis der Eleonora Gonzaga von Urbino im Palazzo Pitti in Florenz, weltberühmt unter dem Namen La Bella di Tiziano, das herrlichste Frauenporträt des Meisters; die so genannte Venus von Urbino, in den Uffizien in Florenz, und die so genannte Geliebte Tizians bei der Toilette, im Louvre in Paris.
Zu den Hauptwerken der letzten Periode seines Schaffens zählen noch das Martyrium des heilige Laurentius, in der Jesuitenkirche in Venedig; der Tempelgang Mariä, in der dortigen Akademie; die Ausstellung Christi, in der kaiserlichen Galerie in Wien; die Dornenkrönung, im Louvre; das Abendmahl, im Escorial; Venus mit Amor, in den Uffizien in Florenz; die so genannte Madrider Venus (eine ruhende Schöne mit ihrem Geliebten); die Danae, im Museum in Neapel; Jupiter und Antiope, im Louvre; das Reiterbildnis Karls V., in der Galerie in Madrid (1548 in Augsburg begonnen); Papst Paul III. (1545, im Museum in Neapel); der Admiral Giovanni Moro, im Berliner Museum. Von Tizians Selbstbildnissen sind diejenigen in den Staatlichen Museen in Berlin (1562? ) und im Prado in Madrid (1567 ) sehr schön. Die Bildnisse seiner Tochter Lavinia sind nicht sicher auszumachen; eines hat sich möglicherweise in der Dresdener Galerie (1565) erhalten. Die "Junge Frau mit Fruchtschüssel" (um 1555, Staatliche Museen in Berlin) wurde lange Zeit für Lavinia gehalten.1553 wurde ihm der Auftrag erteilt,den Bildteppich:Noahs Geschichte-Gespräch mit Gott- zu fertigen.Außerdem malte er als Dank für die Adelsernennung ein Familienwappen des Schloßes Wawel in Krakau mit den Initialen:A-S, stehend für Sigismund August, König von Polen.
Literatur
- Cavalcaselle und Crowe, Tizian, Leben und Werke (deutsch von Jordan, Leipz. 1877, 2 Bde.); mit diesem Werk ist die ältere Literatur über Tizian überholt.
- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/15/seite/0731/meyers_b15_s0731.html#Tizian Tizian, eigentlich Tiziano Vecellio], in: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl. 1889, Bd. 15, S. 731.
- Corrado Cagli, L'opera completa di Tiziano, Apparati critici e filologici di Francesco Valcanover, Mailand 1969 (= Classici dell'Arte. 32).
Weblinks
-
Kategorie:Maler der Renaissance
Kategorie:Italiener
Kategorie:Mann
Kategorie:Geboren 1477
Kategorie:Gestorben 1576
ja:ティツィアーノ・ヴェチェッリオ
Pieve di CadorePieve di Cadore ist eine kleine Stadt mit ca. 4.000 Einwohnern in der Provinz Belluno, Italien.
Sie liegt in 878m Höhe am Zusammenfluss der Flüsse Piave ( von Auronzo di Cadore) und Boite (Cortina d'Ampezzo).
Die Stadt ist Geburtsort von Tizian, dessen Geburtshaus besichtigt werden kann.
Sehenswert ist auch ein Brillenmuseum.
Weblink
- [http://www.pievedicadore.org Pieve di Cadore]
Kategorie: Ort im Veneto
Venetien
Venetien bzw. Venezien (italienisch Veneto) ist eine Region in Nordostitalien mit 18.264 km² und ca. 4,5 Millionen Einwohnern. Sie besteht aus den Provinzen Belluno, Padua (Padova), Rovigo, Treviso, Venedig (Venezia), Verona und Vicenza. Hauptstadt ist Venedig. Die Region grenzt im Nordosten an Friaul-Julisch Venetien, im Norden an Österreich, im Nordwesten an Trentino-Südtirol, im Westen an die Lombardei und im Süden an die Emilia-Romagna.
Im äußersten Norden hat die Region noch Anteil an den Dolomiten, der Rest gehört zur Poebene. Hauptflüsse sind der Po, von dem es im Süden begrenzt wird, sowie Etsch und Piave. An der Küste gibt es zahlreiche Lagunen, in einer davon liegt die Stadt Venedig.
Der bedeutendste Wirtschaftszweig ist der Tourismus, neben Venedig sind auch die Seebäder Iesolo und Caorle beliebte Ziele.
Historisch gesehen gehörte das Gebiet die meiste Zeit zur Republik Venedig, deren Terra ferma es bildete. 1797 kam der größte Teil des Gebietes zu Österreich, 1867 fiel es an das neugegründete Königreich Italien.
Durch die Erinnerung an die lange Selbständigkeit und stolze Tradition Venedigs sind autonomistische und separatistische Tendenzen (Lega Nord - Liga Veneta, Veneto Serenissimo Governo) stark ausgeprägt.
Weblinks
- [http://www.turismo.veneto.it/foto/ Fotos von Venetien]
- [http://www.vene.to.it/ Informationen zu Venetien]
Kategorie:Italienische Region
Kategorie:Historische Landschaft
ja:ヴェネト州
1576
Politik und Weltgeschehen
- Rudolf II. wird Kaiser des Heiligen Römischen Reichs
- 7. Juni bis 9. Oktober: Martin Frobishers erste Arktisfahrt
- 27. März: Kaspar von Teutleben, deutscher Dichter und Hofmeister († 1629)
- 6. Juni: Giovanni Diodati, reformierter Theologe und Bibelübersetzer († 1649)
- 28. Oktober: Rudolf von Anhalt-Zerbst, Fürst von Anhalt († 1621)
- 6. November: Karl Günther von Schwarzburg-Rudolstadt († 1630)
- 20. Dezember: Johannes Sarkander, Priester und Märtyrer der katholischen Kirche († 1620)
- 19. Januar: Hans Sachs, war Spruchdichter, Meistersinger und Dramatiker ( - 1494)
- 7. Juli: Thomas Matthias, Berliner Bürgermeister ( - um 1520)
- 15. August: Valentin Bakfark, ungarischer Komponist ( - 1507 oder 1527)
- 27. August: Tiziano Vecellio, Hauptmeister der venezianischen Malerschule und Vollender einer neuen koloristischen Richtung ( - 1477)
- 21. September: Gerolamo Cardano, Arzt und Mathematiker ( - 1501)
- 12. Oktober: Maximilian II., war Kaiser des Heiligen Römischen Reiches 1564–1576 ( - 1527)
- 14. Oktober: Konrad Heresbach, Humanist ( - 1496)
- Mauritius Piderit, lutherischer Theologe ( - 1497)
ko:1576년
Venedig
Venedig [] (ital. Venezia []) ist eine Stadt im Nordosten Italiens an der adriatischen Küste, Hauptstadt der Region Venetien und der Provinz Venedig.
Die Stadt ist eines der beliebtesten touristischen Ziele in Europa und ist auch für ihren Karneval bekannt. Auf der UNESCO-Liste der schützenswerten Kulturdenkmäler des Kontinents liegt Venedig auf Platz 1 - vor Český Krumlov in Südböhmen.
Lage und Stadtgliederung
Das historische Zentrum Venedigs liegt auf mehreren Inseln inmitten der Lagune von Venedig einige Kilometer nördlich der Mündung des Po. Am wichtigsten sind dabei die durch den Canal Grande (auf italienischen Karten oft auch als Canale Grande bezeichnet) in zwei Teile getrennte Hauptinsel und die durch den Canale della Giudecca von der Hauptinsel getrennte Giudecca. Auf dem Festland gehören die "hässlichen Schwestern" Mestre und Marghera dazu. Rund um die Lagune finden sich weitere Städte, unter anderem die Fischerstadt Chioggia, die auch den Übernamen "das kleine Venedig" trägt. Der Lido gehört politisch zur Stadt Venedig, ebenso Inseln wie Torcello, Murano, Burano, San Erasmo und Vignole.
Vignole
Vignole
Das historische Zentrum der Stadt ist traditionell aufgeteilt in sechs Stadtteile: Cannaregio, San Polo, Dorsoduro (mit der Insel Giudecca), Santa Croce, San Marco and Castello (mit San Pietro di Castello und Santa Elena).
Geschichte
Zur Geschichte der Republik siehe den Hauptartikel Republik Venedig.
Republik Venedig
Was heute Venedig ist, entwickelte sich schon seit der späten Antike in Form verstreuter Siedlungen auf den Inseln der entstehenden Lagune. Der Name Venedig zeugt vom Volk der Veneter,das hier ansässig gewesen war.
Die Stadt wurde durch Flüchtlinge aus Oberitalien besiedelt, die sich vor der Invasion der Hunnen 452 und später der Langobarden 568 in den Sümpfen und auf den zahllosen Inseln der Brenta-Mündung verbargen. Die vor den Hunnen Flüchtenden sollen sich mit der Losung Veni etiam (etwa: "Auch ich bin (hierher) gekommen") gegrüßt haben. Von dieser Losung soll sich nach einer anderen gängigen Erklärung der Name Venedig ableiten.
Venedig trat die politische Nachfolge der Laguneninsel Torcello an, die als bedeutende Bischofsstadt aus noch unbekannten Gründen (Malaria?) von ihren Bewohnern in Richtung Venedig verlassen wurde und dabei eine Abgegangene wurde.
Als Außenposten des Byzantinischen Reiches, gelang es den Venezianern, im Gegensatz zu den übrigen oberitalienischen Städten, ihre Selbstständigkeit gegenüber dem Fränkischen bzw. dem Heiligen Römischen Reich zu bewahren. Außerdem profitierten sie davon, dass Byzanz angesichts der Invasionen von Langobarden, Franken, Slawen, Awaren, Persern und Arabern nicht in der Lage war, diesen Außenposten wirklich zu beherrschen. Im Gegenteil gelang es Venedig sehr erfolgreich zwischen den Kaiserreichen zu lavieren und äußerst günstige Handelsverträge zu erwirken, die ihm eine jahrhundertelange Monopolstellung im Handel zwischen Westeuropa und Byzanz sicherten.
Schon früh unter Führung eines Dogen und seiner verschiedenen Ratsgremien, wie etwa des Kleinen und des Großen Rates, erreichte der venezianische Stadtadel eine Stabilisierung seiner Vorherrschaft in der Stadt durch Handelsprivilegien, Abschließung gegen aufsteigende Familien (1297) und die Einführung von Überwachungsgremien mit fast unbeschränkter Vollmacht (wie etwa dem Rat der Zehn).
Es bildete sich die Republik Venedig heraus, die sich im Lauf des 14. Jahrhunderts auch auf das Festland ausdehnte. Bereits im 10. Jahrhundert unterstützte die Stadt ihre einstige Herrin Byzanz gegen die in Süditalien eingefallenen Muslime. Der byzantinische Einfluss in der Stadt ist auch an vielen Bauten erkennbar, wie beispielsweise am Markusdom.
Markusdom
Im 9. Jahrhundert wurde der heilige Markus zum Schutzpatron erkoren, er gesellte sich zum heiligen Theodor. Die Säulen der beiden Heiligen befinden sich noch heute auf der Piazzetta, dem zum Meer weisenden Nebenplatz des Markusplatzes. In San Marco werden die Gebeine des heiligen Markus aufbewahrt, die der Legende zufolge aus Alexandria gestohlen wurden.
Dieser Akt zeugt bereits von einem gestiegenen Selbstbewusstsein. Durch ihre Beziehungen zu Byzanz konnte die Stadt in diesem Raum enorme wirtschaftliche Vorteile gewinnen. Seit sie ihre Flotte gegen die seldschukischen Türken eingesetzt hatte, gestand ihr Kaiser Alexios I. 1081 ein Handelsabkommen zu, das ihr das De-Facto-Monopol im Byzantinischen Reich gab.
Im Zuge der ersten Kreuzzüge und bedingt durch diese Handelsprivilegien, die sich auch in einem Kaufmannsviertel in der Hauptstadt niederschlugen, nahmen die Feindseligkeiten zwischen Venezianern und Byzantinern zu.
Anlässlich des Vierten Kreuzzuges nützte der Doge Enrico Dandolo die Gelegenheit, sich des reichen Konstantinopel zu bemächtigen, und "dirigierte" ihn um. 1204 wurde Konstantinopel erobert und geplündert; das neu entstandene Lateinische Kaiserreich wurde von Venedig dominiert - die Stadt hatte den ersten Höhepunkt ihrer Macht erreicht.
Zahllose geplünderte Kunstschätze gelangten von Byzanz in den Westen, so auch die bronzene Quadriga der Markuskirche. Aus diesem 'Coup' - der die Hauptursache für das bis heute andauernde misstrauische Verhältnis der orthodoxen Völker Osteuropas, insbesondere der Russen, gegenüber dem Westen war - folgte allerdings auch ein endloser Konflikt mit Genua, der Ursache für vier verheerende Kriege war. Im letzten Krieg eroberten die Genuesen 1381 das am Südrand der Lagune gelegene Chioggia, aber letztlich mussten sie erfolglos abziehen.
Während Genua den Handel über das Schwarze Meer zunehmend dominierte, herrschte Venedig im Levantehandel vor. Durch die Heirat von Caterina Cornaro mit dem letzten König von Zypern fiel die Insel nach dem Tod des Königs und auch des Thronfolgers an Venedig.
Zypern
Seit dem Fall von Konstantinopel 1453 musste Venedig seine Positionen im östlichen Mittelmeer nach und nach den Osmanen überlassen, seine Bedeutung nahm auch infolge der Verlagerung des Weltverkehrs auf den Atlantik immer mehr ab. Portugal findet den Seeweg um Afrika nach Indien (Vasco da Gama), das Monopol Venedigs auf den Gewürzhandel mit den Gebieten der Levante geht verloren.
Nach dem Verlust von Zypern an das Osmanische Reich 1571 wird das Osmanische Reich von der Heilige Liga, bestehend aus Papst, Spanien und Venedig zwar besiegt Seeschlacht von Lepanto, doch der Sieg kann den Verlust Zyperns sowie den weiteren machtpolitischen Niedergang Venedigs nicht aufhalten. Insel um Insel in der Ägäis geht an die Osmanen verloren, die Republik zieht sich mehr und mehr in die Lagune zurück.
Mit dem Aufblühen der Länder Portugal, Spanien und schließlich England sowie Holland als neue Seemächte und der einhergehenden Entdeckung und Ausbeutung Amerikas, sind die Tage Venedigs als dominierende See- und Handelsmacht gezählt.
In der Folge übernahm die Luxusindustrie (vor allem die Glasbearbeitung) die Rolle des Levantehandels, ebenso der Tourismus. Venedig und Florenz waren die ersten Orte, die zum größeren Teil vom Tourismus lebten. Venedig konnte Dalmatien und zeitweilig den Peloponnes (unter dem Namen Morea) sowie einige griechische Inseln unter seiner Hoheit halten. Der Niedergang der Stadt im 18. Jahrhundert, zumal der ökonomische, wird in der jüngsten Forschung generell zumeist als Mythos behandelt; politisch war sie seitdem unbedeutender als vorher.
1797 verlor die Republik Venedig durch Napoleon ihre Selbstständigkeit und wurde 1815 ein Teil des Lombardo-Venezischen Königreiches, das unter österreichischer Oberhoheit stand.
Im Revolutionsjahr 1848 (vgl. Märzrevolution#Italienische Staaten) wurde nach verschiedenen Aufständen in weiten Teilen der ganzen Lombardei am 23. März 1848 unter Daniele Manin erneut eine Republik in Venedig ausgerufen, die über ein Jahr ihre Unabhängigkeit von Österreich behaupten konnte. Am 24. August 1849 wurde die Stadtrepublik von österreichischen Truppen blutig niedergeschlagen, nachdem davor in zwei kurzen Revolutionskriegen zwischen Österreich und Sardinien-Piemont auch die anderen revolutionären Unabhängigkeitsbewegungen in ganz Oberitalien erfolgreich unterdrückt worden waren.
In Folge der Niederlage Österreichs gegen Preußen im Deutschen Krieg von 1866, in dem das 1861 neu gegründete Königreich Italien Verbündeter Preußens war, kam Venedig gemäß dem Wiener Friedensvertrag vom 3. Oktober 1866 an Italien (vgl. auch Risorgimento).
Risorgimento
Kunsthistorisch ist Venedig zur Zeit der Renaissance und des Barock von höchster Bedeutung: es war der "Gegenpol" zu Florenz und beherbergte viele Künstler wie Correggio, Giorgione, Giovanni Bellini, Tizian und später Tintoretto und Giovanni Battista Tiepolo. Der venezianische Stil ist dem Florentiner komplementär: während in Florenz mehr Wert auf Zeichnung und Komposition eines Bildes gelegt wurde, dominierten in Venedig Licht und Farbe. Man kommt allerdings nicht umhin zu konstatieren, dass das Seicento, also das 17. Jahrhundert, in Bezug auf die Kunst in Venedig eine weniger glückliche Zeit war.
17. Jahrhundert
Die Kunst, einen Gegenstand durch Farbe und Lichteffekte plastisch erscheinen zu lassen, wurde hier erfunden. So wurde auch ein großer Reichtum in der Farbpalette entwickelt. Dieser "Widerstreit" zwischen Florenz und Venedig lässt sich durch die ganze spätere abendländische Kunstgeschichte bis 1900 weiterverfolgen.
Hochwasser
1900
Die Gebäude Venedigs sind auf Holzpfählen erbaut, die in verschiedene Schichten von Ton und Sand eingerammt sind. Die Technik der "palificazione" hat sich, abgesehen von einer Mechanisierung, bis heute im Wesentlichen nicht geändert.
Venedig ist oft von Hochwasser (Acqua Alta) bedroht. Auf dem Markusplatz steht im Schnitt inzwischen an etwa 100 Tagen im Jahr das Wasser. 1966 ereignete sich eine große Sturmflut. Der Meeresspiegel in der Lagune liegt heute 23 cm höher als noch zu Beginn des 20. Jhdts., teils wegen der inzwischen gestoppten Absenkung des Lagunenbodens durch Wasserentnahme und durch den allgemeinen Anstieg des Meeresspiegels. Diese Entwicklung bedroht die historische Bausubstanz der Stadt.
Ein Schleusensystem an den Hafeneinfahrten soll die Stadt vor den wiederkehrenden Hochwassern schützen. Das seit Ende 2004 in Bau befindliche Projekt MOSE (modulo sperimentale elettromeccanico) besteht aus 79 Schleusentoren auf dem Meeresgrund, die ab einem Hochwasser von 110 cm über dem Normalpegel durch Druckluft aufgerichtet werden sollen. Die Fertigstellung ist für 2011 vorgesehen.
2011
Kritiker führen gegen das Projekt an, dass der Meeresspiegel durch die weltweite Klimaerwärmung noch weiter steigen könnte und die Ökologie in der Lagunenstadt durch die Schleusen beeinträchtigt wird. In der Tat sind die zur Befriedigung der Bedürfnisse der Erdölindustrie (Industriehafen Porto Marghera) und des Fremdenverkehrs (Kreuzfahrtschiffe) immer weiter vertieften Hafeneinfahrten, darunter namentlich die nördliche bei Punta Sabbioni, das Hauptproblem.
Verkehr
Neben den Landverkehrswegen in der Altstadt in Form von Gassen (Calle, pl. Calli) bilden für den Warentransport noch immer die rund 180 Kanäle das Rückgrat. Wasserbusse (vaporetti) wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt. Für ihren Betrieb zeichnet heute die städtische Verkehrsgesellschaft ACTV (Azienda del Consorzio Trasporti Veneziano) verantwortlich.
Über die 3,6km lange, sog Ponte della Libertà (Brücke der Freiheit) für KFZ und Eisenbahn ist die Altstadt an das Festland angebunden. Es bestehen zwei Hauptbahnhöfe: Venezia Santa Lucia als Kopfbahnhof auf der Insel sowie der Knotenbahnhof Venezia Mestre im gleichnamigen Festlandsstadtteil, dem sich westlich ein stillgelegter, aber noch für den örtlichen Güterverkehr benützter Rangierbahnhof anschliesst.
Unter Bürgermeister Paolo Costa wurde zuletzt die Schaffung einer U-Bahn-Linie mit direktem Ausstieg auf dem Markusplatz und Murano forciert. Costas seit April 2005 amtierender Nachfolger, der Philosoph Massimo Cacciari, mißt dem Projekt hingegen keine hohe Priorität bei, so daß mittelfristig nicht mit dem Bau einer Metro zu rechnen ist.
Venedig verfügt über zwei Flughäfen: Flughafen Venedig (Marco Polo) und den von Billigfluggesellschaften angeflogenen Flughafen Venedig (Treviso).
Kultur
Architektur
Profanbauten
Ein Palast wird im allgemeinen in Venedig als Casa (abgekürzt Ca′) bezeichnet. In der öffentlichen Wahrnehmung gab es nur drei Paläste, die als solche bezeichnet wurden: den Dogenpalast (Palazzo Ducale), den Bischofspalast sowie die Residenz des Patriarchen von Grado.
Von den sogenannten byzantinischen Palästen gibt es heute nur noch wenige, und diese sind im 19. Jahrhundert weitgehend verändert worden. Viel alte Substanz ist noch an der Ca' da Mosto (am Canal Grande nordwestlich der Rialtobrücke) erhalten. Die dekorativen Details des Komplexes Loredan und Farsetti, heute Rathaus und Kommunalverwaltung, entstammt weitgehend dem 19. Jahrhundert. Dennoch lässt sich die Fassadenkomposition einer typischen "casa-fondaco" noch klar ablesen: eine Arkadenreihe im Erdgeschoss, welche zum Ein- und Ausladen von Waren geeignet war und ein ebenfalls durchgehend aufgerissener Piano Nobile. Im Grundriss äußert sich dies in einem zentralen Saal, der sich zur Fassade T-förmig erweitert.
Im Verlaufe der Gotik wurden die Saalproportionen steiler, und der T-förmige Grundriss wurde zugunsten eines leicht L-artigen, später nur noch geraden durchgehenden Saales aufgegeben. Der sogenannte "gotico fiorito" (keine Übersetzung sinnvoll) verwendet im 15. Jahrhundert an manchen Architekturen am Canal Grande Maßwerk, welches sich vom Dogenpalast herleitet. Der größenmäßig bedeutendeste Bau ist die Ca' Foscari an der ersten Biegung des Canal Grande. Für die Ca'd'Oro ("Goldenes Haus") wurde kürzlich eine farbige Bemalung in Blau und Gold nachgewiesen. Bilder, insbesondere von Vittore Carpaccio und Gentile Bellini, lassen eine intensive Polychromie der gotischen Architektur erkennen.
Gentile Bellini]
Bedeutende Häuser des 16. Jahrhunderts sind vor allem die beiden Paläste Mauro Codussis, die Ca' Vendramin und der Pal. Corner Spinelli, ersterer mit einem Rückgriff auf einen T-förmigen Saal. Was den Profanbau angeht, so konnte, ganz im Gegensatz zum Sakralbau, Andrea Palladio in Venedig nie Fuß fassen. In seinen "Quattro Libri" sind zwar Entwürfe für die Ca'Corner della Ca' Granda und den Palazzo Grimani überliefert, doch war die konservative Haltung der Venezianer in Bezug auf die architektonische Gestaltung Ihrer Heimatstadt hier nicht zu überwinden. Eben die nach Entwurf von Jacopo Sansovino entstandene Ca' Corner, ein am Canal Grande gelegener Palast der Familie Cornaro, ist ein epochemachender Bau der Hoch-Renaissance mit einen quadratischen Innenhof nach römischem Vorbild. Ein anderer bedeutender Architekt des Cinquecento (also des 16. Jahrhunderts), Sebastiano Serlio, konnte manche seiner Vorstellungen in Kooperation mit dem Patrizier Francesco Zeno bei dessen neu zu errichtendem Palazzo verwirklichen.
Bis ins 18. Jahrhundert bleibt man der tradierten dreigeteilten Gebäudetypologie des Palastbaus weitgehend treu. Die letzten Großbauten, heute allesamt museal genutzt und zu diesem Zwecke nicht immer sorgfältig genug umgebaut, sind die Ca'Pesaro, die Ca'Rezzonico und der Palazzo Grassi. Neben dem opulenten Barock des Architekten Baldassare Longhena, der sich in den erstgenannten Gebäuden niederschlug, sind auch neoklassische, "antibarocke" Tendenzen unter Antonio Diedo und dem Architekten Andrea Tirali festzustellen.
Musik und Theater
Seit der Barockzeit ist Venedig eines der wichtigsten Zentren der abendländischen Musik, der Oper und des Theaters. Im nach Brandkatastrophen mehrfach wiederaufgebauten barocken Teatro La Fenice finden ganzjährig Symphoniekonzerte statt, die Opernsaison dauert von Dezember bis Juni.
Biennale
Die Biennale von Venedig gilt als eine der wichtigsten internationalen Kunstausstellungen und wird seit 1895 alle zwei Jahre - bei mehrjährigen Unterbrechungen in den Kriegsjahren - zwischen Juni und November veranstaltet. Mittlerweile findet eine Unterteilung in Kunst, Musik, Tanz, Theater, Film und Architektur statt. Die Kunstbiennale findet in den ungeraden, die Architekturbiennale in den geraden Jahre statt. Die Filmfestspiele sowie das Festival für Musik, Tanz und Theater finden jählrich statt.
Die seit 1932 Ende August/Anfang September stattfindenden Filmfestspiele gelten als das älteste und, neben dem Filmfestival Cannes und der Berlinale, als eines der drei bedeutendsten Filmfestivals weltweit.
Bildung
Von den zahlreichen Bildungseinrichtungen der Stadt ist besonders die Universität Venedig erwähnenswert.
Persönlichkeiten
Universität Venedig
- Tomaso Albinoni, Komponist
- Giovanni Bellini, Maler
- Bernardo Bellotto, Maler
- Lord Byron, englischer Dichter
- Giovanni Antonio Canale, genannt Canaletto, Maler
- Rosalba Carriera, Malerin
- Giacomo Casanova, Reisender, Gelehrter, Schriftsteller und Liebhaber
- Francesco Cavalli, Komponist
- Gasparo Contarini, Theologe, Kardinal und Diplomat
- Vincenzo Maria Coronelli, Kartograph
- Andrea Gabrieli, Komponist
- Antonio Caldara, Komponist
- Giorgione, Maler
- Baldassare Galuppi, Opernkomponist
- Carlo Goldoni, Komödiendichter
- Donna Leon, US-amerikanische Schriftstellerin
- Lorenzo Lotto, Maler
- Bruno Maderna, Komponist und Dirigent
- Gian Francesco Malipiero, Komponist
- Daniele Manin, radikaldemokratischer Revolutionär
- Claudio Monteverdi, Komponist
- Luigi Nono, Komponist
- Marco Polo, Forschungsreisender
- Paolo Sarpi, Theologe und Historiker
- Giovanni Battista Tiepolo, Maler
- Jacopo Tintoretto, Maler
- Tiziano Vecellio, Maler
- Antonio Vivaldi, Komponist
- Richard Wagner, deutscher Komponist
- Ermanno Wolf-Ferrari, deutsch-italienischer Komponist
Galerie
Image:Lightmatter_gondolas_in_venice.jpg|...Postkarten-Motiv
Image:IMG_0230.JPG|Blick über die Dächer Venedigs, von einer Dachterrasse am Campo Santa Margherita
Image:Venice1-2004.jpg|Venedig, Canal Grande
Image:venice2-2004.jpg|Venedig, San Giorgio Maggiore
Image:venice3-2004.jpg|Venedig, Canal Grande
Image:venice-12.jpg|Venedig
Image:venice2004-12.jpg|Venedig
Image:Venedig11.jpg|Venedig
Siehe auch: Galerie im Artikel über Canaletto
Literatur
Galerie im Artikel über Canaletto
- Peter Feldbauer und John Morrissey: Weltmacht mit Ruder und Segel. Venedig 800-1600, Essen 2004. ISBN 3-88400-419-0
- Richard Goy: Stadt in der Lagune. Leben und Bauen in Venedig, Stuttgart 1998. ISBN 3-89660-030-3
- Norbert Huse: Venedig. Von der Kunst, eine Stadt im Wasser zu bauen, München 2005. ISBN 3-40652-746-9
- Lothar Müller: Casanovas Venedig. Ein Reiselesebuch. Berlin 1998. - ISBN 3-80311-170-6
- Gerhard Rösch: Venedig. Geschichte einer Seerepublik, Stuttgart 2000. ISBN 3-17-014547-9
- Wolfgang Wolters: Architektur und Ornament, München 2000. ISBN 3-406-45906-4
Weblinks
- [http://english.comune.venezia.it/ Offizielle Seite der Stadt, englisch und italienisch]
- [http://www.jc-r.net/venezia/palazzi/indexd.html Architektur in Venedig: Paläste]
- [http://library.ucsc.edu/slides/decou/venice1.html Branson De Cou: Handkolorierte Glas-Dias von Venedig 1920 bis 1941] (The De Cou Archive, University of California, Santa Cruz)
- [http://gutenberg.spiegel.de/goethe/italien/ital142.htm Tagebucheinträge Goethes über seinen Aufenthalt in Venedig] (aus Johann Wolfgang von Goethes "Italienische Reise")
-
Kategorie:Ort im Veneto
Kategorie:Weltkulturerbe
Kategorie:Hauptstadt in Italien
!
Kategorie:Ort mit Seehafen
Kategorie:Byzantinische Geschichte
ja:ヴェネツィア
ko:베네치아
simple:Venice
Giovanni Bellini, nach 1501]]
Giovanni Bellini ( - ca. 1430 in Venedig; 29. November 1516) war ein venezianischer Maler.
Der Sohn einer venezianischen Malerfamilie (Vater: Jacopo Bellini) lernte unter anderem sein Handwerk durch seinen Schwager Andrea Mantegna in Padua. In den Frühwerken Bellinis lässt sich deutlich der Einfluss seines Vorbilds Mantegna erkennen.
Er zählte zu den herausragenden Meistern der Frührenaissance im oberitalienischen Kulturraum. An die Stelle der zeichnerischen Härte der Frührenaissance tritt nun die malerische Weichheit, und die Farben erhalten Wärme und Leuchtkraft. Aus der Schule Giovanni Bellinis gingen viele weitere berühmte Künstler hervor, unter anderem: Giorgione und Tizian.
Das Hauptwerk ist wahrscheinlich die "Thronende Madonna" (1505), welches Albrecht Dürer zu seinem 'Vier Apostel' anregte.
Weblinks
-
- http://www.kfki.hu/~arthp/html/b/bellini/giovanni/
- [http://www.malarze.walhalla.pl/galeria.php5?art=37 Art Gallery - Giovanni Bellini]
Bellini, Giovanni
Bellini, Giovanni
Bellini, Giovanni
Bellini, Giovanni
Bellini, Giovanni
Bellini, Giovanni
ja:ジョヴァンニ・ベリーニ
GiorgioneGiorgione ( - 1478 in Veneto; † 1510 in Venedig) wurde als Giorgio da Castelfranco (auch Zorzo da Castelfranco) geboren und war ein italienischer Maler der Renaissance
Leben
Renaissance
Renaissance
Gemeinsam mit Tizian lernte Giorgione in der Werkstatt von Giovanni Bellini. Die wenigen Werke, die von ihm bekannt sind, gehören zu den reinsten Verkörperungen der Hochrenaissance in Venedig. Das Besondere an seiner Malweise ist der weitgehende Verzicht auf Umrisslinien. Entscheidender für ihn ist das Herausarbeiten farblicher Übergänge, die seine Bilder ausgesprochen atmosphärisch wirken lassen.
Giorgione da Castelfranco (spr. dschordschone), ital. Maler (eigentlich Giorgio Barbarella), geb. 1478 in oder bei Castelfranco, bildete sich zu Venedig bei Giovanni Bellini, war dann um 1500 wieder in Castelfranco für den Condottiere Costanzo als Freskomaler tätig u. malte dort 1504 für die ehemalige Kapelle Costanzo das Altarbild mit der thronenden Madonna und den Heiligen Liberale und Franziskus (jetzt in der Hauptkirche daselbst), eine der herrlichsten Schöpfungen der venezianischen Malerei, in welcher sich bereits Größe der Auffassung mit ausgereifter Schönheit und vollster Leuchtkraft des Kolorits paart. Um 1505 kehrte G. wieder nach Venedig zurück, wo er zahlreiche jetzt zerstörte Fresken an Häuserfassaden, unter andern 1508 am Fondaco dei Tedeschi (Fragmente in den Gallerie dell'Accademia und Saltwood Castle, Kent), ausführte. Von Staffeleibildern des Künstlers sind noch beglaubigt: die sogen. Familie des G., drei Figuren in einer Landschaft, womit G. das erste reine Landschaftsbild der italienischen Malerei schuf, und die drei Philosophen in einer Gebirgslandschaft (Wien, Kunsthistorisches Museum). Außerdem schreibt man ihm auf Grund von Stilverwandtschaft mit den obigen Gemälden noch zu: das Konzert (Florenz, Palazzo Pitti), drei lebensgroße Halbfiguren, die Feuerprobe des kleinen Moses, das Urteil Salomonis und das Bildnis eines Malteserritters (Florenz, Uffizien), Madonna mit Antonius und Rochus (Madrid, Museum), kreuztragender Christus (Vicenza, Casa Loschi), männliches Bildnis (Rovigo), Apollo und Daphne (Venedig, Seminario della Salute) und schlafende Venus (Dresden, Galerie). G. starb 1511 in Venedig. Die Blüteperiode der venezianischen Malerei eröffnend, hat G. zugleich in seinem kurzen Leben durch eine Reihe von Meisterwerken ihren Höhepunkt erreicht. Große Gestaltungskraft, erhabene Auffassung und eine reiche poetische Phantasie verbanden sich in ihm mit einer seltenen koloristischen Begabung, welche die tiefsten Wirkungen hervorbrachte.
Werke
- "Thronende Maria mit dem heiligen Franziskus und Liberale, 1504, Castelfranco, Veneto
- "Die schlafende Venus", zwischen 1505 und 1510, Staatliche Gemäldegalerie, Dresden
- "Laura", 1506, Lw. auf Holz, 41x34 cm, Kunsthistorisches Museum, Wien
- "Die drei Philosophen", Kunsthistorisches Museum, Wien
- "Das Gewitter", o.J., Lw., 82x73 cm, Galleria dell'Accademia, Venedig
- "Die alte Vettel", o.J., Galleria dell'Accademia, Venedig
- "Ländliches Konzert", o.J., Louvre, Paris
Literatur
- Michiel, M.: Notizia d'opere di disegno, um 1545. Bologna 1884.
- Vendramin, A. Catalogo della Collezione di Andrea Vendramin, Venedig 1627. Hrsg. von Borenius, London 1923.
- Settis, Salvatore: Giorgiones >Gewitter<. Auftraggeber und verborgenes Sujet eines Bildes. Berlin 1983.
Weblinks
-
- [http://www.artcyclopedia.com/artists/giorgione.html Biographie, Abbildungen der Werke]
- [http://www.giorgione.org Ausstellung in der Accademia Venedig, 2004]
Giorgione
Giorgione
Giorgione
Giorgione
Giorgione
Kategorie:Maler der Renaissance
Giorgione
ja:ジョルジョーネ
Fondaco dei Tedeschi
Die Fondaco dei Tedeschi (Fondaco (nach arabisch Funduk, Warenbörse) der Deutschen) war die Niederlassung deutscher Händler in Venedig am Canal Grande direkt neben der Rialtobrücke.
Sie wurde zuerst 1228 erwähnt. Nach einem Brand 1505 bezahlte Venedig ihren Wiederaufbau (1508) durch Frà Giovanni Giocondo und ließ die Fassade von Tizian und Giorgione mit Fresken bemalen, die heute nicht mehr zu sehen sind.
Durch die offenen Arkaden im Erdgeschoss wurden Waren ein- und ausgeladen. Die Bewohner traten als Bruderschaft auf und standen unter venezianischer Aufsicht.
Das Gebäude wird heute als Hauptpost genutzt.
Kategorie:Bauwerk in Italien
Dogenpalast
Der Dogenpalast (ital.: Palazzo Ducale) in Venedig hatte die Funktion eines Regierungsgebäudes und Justizpalastes und es befand sich darin die Wohnung des Dogen. Es handelt sich um einen der bedeutendsten Profanbauten der Gotik überhaupt. Im Norden grenzt der 71 x 75 m große Komplex unmittelbar an den Markusdom. Im Osten verbindet die Seufzerbrücke den Palast mit dem Gefängnis.
Der Dogenpalast ist ein Prunkbau mit riesigen Sälen die mit Stuck und Goldornamenten verziert sind.
Er beherbergt heute eine große Waffenkammer in der auch Beutestücke aus der Türkei zu finden sind.
Der erste Bau entstand 814 als Holzkonstruktion mit Wehrtürmen, zugänglich nur durch eine Zugbrücke. Im 12. Jh. wurde der Dogenpalast erneuert und mehr in die Stadt integriert. Bedingt durch das Anwachsen des Großen Rates auf fast 900 Mitglieder wurde ein größerer Neubau notwendig. Ab 1340 wurde daher der Südflügel mit der Sala del Maggior Consiglio (Saal des Großen Rates) errichtet. Zwischen 1424 und 1438 kam ein neuer Westflügel hinzu, wobei die verbliebenen Teile des unter Sebastian Ziani errichteten Vorgängerpalasts abgerissen wurden. Bei einem dritten Bauabschnitt kam ein neuer Ostflügel hinzu, der 1483 einem Brand zum Opfer gefallen war. Weitere Arbeiten am Palast beschränkten sich auf die Innenräume, insbesondere die Privatgemächer der Dogen im Ostflügel.
Kategorie:Palast
Kategorie:Venedig
Venedig Dogenpalast
Kategorie:Museum in Italien
PaduaPadua (italienisch Padova) ist eine der ältesten Städte in Italien. Sie hat etwa 210.000 Einwohner und liegt am Rande der Poebene 30 km westlich von Venedig am Fluss Bacchiglione und ist die Hauptstadt der norditalienischen Provinz Provinz Padua.
Kategorie:Ort im Veneto
ja:パドヴァ
ko:파도바
Leo X.Leo X. (eigentlich Giovanni de' Medici, - 11. Dezember 1475 in Florenz, † 1. Dezember 1521 in Rom) war Papst von 11. März 1513 bis 1521.
1521
1521]
Durch den Einfluss seines Vaters Lorenzo de Medici wurde er bereits als Vierzehnjähriger Kardinal.
Da Leo X., obwohl Kardinal, kein Geistlicher war, wurde er erst nach seiner am 11. März 1513 erfolgten Papstwahl am 15. März zum Priester und am 17. März zum Bischof geweiht. Erst dann konnte die Krönung am 19. März folgen.
Als Motto seines Papsttums soll er angeblich den Spruch geprägt haben: "Da Gott Uns das Papsttum verliehen hat, so lasst es Uns denn genießen." Als Papst griff er stark in die europäische Politik ein. Nach dem Tod des deutschen Kaisers Maximilian I. unterstützte er den französischen König Franz I., mit dem er das Konkordat von Bologna schloss, bei der Kandidatur um die Kaiserwürde. Jedoch unterstützte er später auch den Wahlsieger Karl V. und schloss mit ihm 1521 ein Bündnis gegen Frankreich.
In die Zeit Leos X. fällt auch der Beginn der Reformation, deren Bedeutung Leo aber verkannte. Für den Neubau des Petersdoms förderte er den Ablasshandel, was für Martin Luther einer der Anlässe zu seinem Thesenanschlag vom 31. Oktober 1517 an der Schlosskirche zu Wittenberg war. Die Bulle "Exsurge Domine" vom 15. Juni 1520 verurteilte 41 Schriften Luthers. Am 3. Januar 1521 wurde Luther exkommuniziert.
Über seinen Bemühungen in der italienischen und der europäischen Politik vernachlässigte Leo X. seine geistlichen Aufgaben. Allerdings wurde Rom in seinem Pontifikat ein Zentrum für Kunst und Kultur. Leo war jedoch auch gröberen Vergnügungen nicht abgeneigt: er hatte seinen Hofnarren stets dabei und ließ ihn prügeln, sobald der nicht witzig genug auftrat. Angeln und Jagen gehörten zu seinen Leidenschaften sowie prunkvolle Feste und Karnevalsumzüge.
Er starb am 1. Dezember 1521 so plötzlich, dass er nicht einmal die Sterbesakramente empfangen konnte. In einem Flugblatt anlässlich seines Todes heißt es: Wie ein Fuchs hast du dich eingeschlichen. Wie ein Löwe hast du regiert. Wie ein Hund bist du dahingefahren."
Leo X. hinterließ einen für die damalige Zeit unvorstellbar hohen Schuldenberg. Nicht einmal die Kerzen für seine Beerdigung konnten bezahlt werden.
Weblinks
-
-
Kategorie:Papst
Kategorie:Gestalten der Reformation
Kategorie:Medici
Kategorie:Geboren 1475
Kategorie:Gestorben 1521
ja:レオ10世 (ローマ教皇)
ko:교황 레오 10세
PradoDas Museo del Prado (spanisch prado - Wiese) in Madrid, Spanien ist eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt.
Spanien
Geschichte
Ferdinand VII. wollte 1814 eine Pinakothek nach dem Vorbild des Louvre schaffen. 1818 waren dann auch die Räumlichkeiten für ein neues Museum gefunden, das von Karl III. geschaffene Gebäude des Königlichen Museums der Naturwissenschaften im Prado de San Jerónimo (Wiese des Heiligen Hieronymus). Es wurde zwischen 1785 und 1808 vom Architekten Juan de Villanueva erbaut und von Antonio López Aguado für seinen neuen Zweck ab 1818 renoviert.
Am 19. November 1819 wurde das Museo del Prado unter dem Namen Museo Real de Pintura y Escultura (Königliches Museum für Malerei und Bildhauerei) eingeweiht. Die Sammlungen des Museo de la Trinidad (Dreifaltigkeitsmuseum) werden 1872 in den Prado aufgenommen. Ab dem Jahr 1971 wurden die Werke des 19. und 20. Jahrhunderts in das Museo Reina Sofía ausgegliedert.
Ausgestellte Meister
Museo Reina Sofía
Museo Reina Sofía
Museo Reina Sofía
- Fra Angelico
- Die Verkündigung, um 1435, Tafelbild, 194 x 194 cm
- Hieronymus Bosch, in Spanien auch "El Bosco" genannt
- Der Garten der Lüste oder das Bild vom Erdbeerbaum, um 1505, Dreiteiliges Tafelbild, 220 x 195 cm
- Der Heuwagen, um 1510, Dreiteiliges Tafelbild, 135 x 190 cm
- Die sieben Todsünden
- Das Steinschneiden
- Sandro Botticelli
- Pieter Bruegel der Ältere
- Der Triumph des Todes, um 1560, Tafelbild, 117 x 162 cm
- Albrecht Dürer, in Spanien auch "Alberto Durero" genannt
- Selbstbildnis, 1498, Öl auf Holz, 52 x 41 cm
- Adam und Eva, um 1507, Tafelbilder, jeweils 209 x 81 cm
- Bildnis eines Unbekannten
- Jan van Eyck
- Thomas Gainsborough
- Francisco de Goya
- Die Erschießung der Aufständischen
- Melozzo da Forlì
- Musizierender Engel
- Hans Memling
- Joachim Patinir
- Die Überquerung des Styx, um 1515, Tafelbild, 64 x 103 cm
- Anton Raphael Mengs
- Rembrandt Harmensz van Rijn, Rembrandt
- Peter Paul Rubens
- Der Liebesgarten
- Jacopo Robusti, Tintoretto
- Raffael Sanzio, Raffael
- Bildnis eines Kardinals, um 1510, Tafelbild, 79 x 61 cm
- Domenicos Theotokópoulos, El Greco
- Tiziano Vecellio, Tizian
- Karl V. in Mühlberg, 1548, Öl auf Leinwand, 335 x 283 cm
- Danae empfängt den Goldregen, 1554, Öl auf Leinwand, 129 x 180 cm
- Diego Velázquez
- Die Trinker oder Der Triumph des Bacchus, um 1625, Öl auf Leinwand, 165 x 225 cm
- Die Übergabe von Breda (las lanzas), 1634-35, Öl auf Leinwand, 307 x 367 cm
- Die Hoffräulein (las meninas) oder Die Familie von Philipp IV., um 1656, Öl auf Leinwand, 318 x 276 cm
- Die Spinnerinnen oder Die Fabel von Arachne, 1644 - 48, Öl auf Leinwand, 220 x 289
Weblinks
- [http://museoprado.mcu.es Webseite Museo del Prado]
Kategorie:Kunstmuseum
Kategorie:Museum in Spanien
Kategorie:Madrid
ja:プラド美術館
ko:프라도 미술관
Madrid
Madrid ist die Hauptstadt von Spanien und der Autonomen Region Madrid (Südwesteuropa).
Die Region zählt mit rund fünf Millionen Einwohnern im Großraum zu den größten Metropolen Europas. Die Stadt Madrid (ohne Vororte) ist mit 3,2 Millionen Einwohnern (2004) nach Paris, London und Berlin die viertgrößte in der Europäischen Union.
Madrid ist ein sowohl national als auch international bedeutendes Handels- und Finanzzentrum. Die Stadt bildet überdies den politischen und kulturellen Mittelpunkt Spaniens. In Madrid residiert der König, der katholische Erzbischof sowie wichtige Verwaltungs- und Militärbehörden. In Madrid befinden sich fünf öffentliche Universitäten (Universidad Complutense, Universidad Autónoma, Universidad a distancia, Universidad Carlos III und Universidad Rey Juan Carlos) und verschiedene andere Hochschulen, Theater, Museen und Kultureinrichtungen.
Die Einwohner Madrids nennt man Madrilenen.
Geographie
Lage
Madrid befindet sich im Zentrum Spaniens 665 m über NN. Die am Ufer des kleinen Flusses Manzanares gelegene Stadt gehört zu der historischen Landschaft Kastilien. Nordwestlich der Stadt erheben sich die Berge der Sierra de Guadarrama, die im La Peñalara 2.429 m hoch aufragt. Nach Osten öffnet sich das Tal des Henares, in dem Eisen- und Autobahnen nach Saragossa und Barcelona verlaufen. Etwa 50 km südlich, am Tajo, liegt Madrids "Mutterstadt", die alte kastilische Hauptstadt Toledo.
Koordinaten: 3,72° westliche Länge und 40,42° nördlicher Breite.
Stadtverwaltung
Die Stadt Madrid hat 21 Verwaltungsbezirke Distritos:
- 1. Centro
- 2. Arganzuela
- 3. Retiro
- 4. Salamanca
- 5. Chamartín
- 6. Tetua
- 7. Chamberí
- 8. Fuencarral
- 9. Moncloa - Aravaca
- 10. Latina
- 11. Carabanchel
- 12. Usera
- 13. Puente de Vallecas
- 14. Moratalaz
- 15. Ciudad Lineal
- 16. Hortaleza
- 17. Villaverde
- 18. Villa de Vallecas
- 19. Vicálvaro
- 20. San Blas
- 21. Barajas
Klima
Durch seine Höhenlage auf 665 m über dem Meeresspiegel und das kontinentale Klima sind die Sommer in Madrid heißer und trockener, die Winter jedoch deutlich kälter als etwa in den Städten am Mittelmeer.
Geschichte
Madrid ist eine für europäische Verhältnisse junge Metropole. In den Jahren 852 bis 886 wurde eine maurische Burg (alcázar) an der Stelle des heutigen Madrider Königspalastes errichtet. Die umgebende Anlage wurde magerit genannt, und ab 939 Madschrít. 1038 wurde Madrid kastilisch. Die Stadt wurde 1109 durch den Berberfürsten Jusuf erfolglos belagert. 1309 fand hier die erste Zusammenkunft des Cortes de Castilla (Kastillischen Städteparlament) unter Fernando IV. statt (andere Angabe: 1239).
1239
Mit der Verlegung der Residenz aus dem nahe gelegenen und wesentlich älteren Toledo durch Felipe II. im Jahre 1588 begann der Aufstieg der Stadt. Sie wurde 1606 offiziell spanische Hauptstadt. Zwischen 1701 und 1713 fand der Spanische Erbfolgekrieg statt, 1706 folgte die englische und portugiesische Besetzung. Von 1808 bis 1813 war Madrid von den Franzosen besetzt, wobei Napoleons Bruder Joseph König wurde. Die Besatzer ließen Klöster und ganze Stadtviertel niederreißen, um neuen Platz zu schaffen. Mit dem Aufstand vom 2. Mai 1808 wurden weitere Erhebungen im gesamten Land hervorgerufen.
Von 1833 bis 1876 fanden die Karlistenkriege statt. Dabei wütete auch eine Choleraepedemie in Madrid. 1873 wurde die erste Republik durch den Diktator Emilio Castelar ausgerufen, und 1923 folgte die Militärdiktatur unter General Miguel Primo de Rivera. Am 14. April 1931 wurde in Madrid die Zweite Republik ausgerufen. Im Spanischen Bürgerkrieg von 1936 bis 39 war Madrid bis zuletzt, und zwar bis zum 28. März, republikanisch und erlitt durch deutsche und italienische Bombardements schwere Zerstörungen. Bis 1975 prägte nun die Diktatur Francisco Francos die Stadt. 1965 bis 1973 fanden zahlreiche Streiks und Studentenproteste statt.
Nach dem Tod Francos im Jahre 1975 wurde Juan Carlos I. König und leitete die Demokratisierung ein, die jedoch 1981 durch Putschversuch noch einmal erheblich in Gefahr war. 1992 war Madrid "Kulturhauptstadt Europas". 2004 wurden bei den Terroranschlägen auf vier voll besetzte Nahverkehrszüge 190 Menschen getötet.
siehe auch: Geschichte Spaniens
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Geschichte Spaniens
Geschichte Spaniens
Geschichte Spaniens
Geschichte Spaniens
Geschichte Spaniens
Geschichte Spaniens
Einzelbauwerke
- Königspalast (Palacio Real),
- Kathedrale La Almudena,
- Kirchen San Isidro el Real und San Francisco el Grande,
- Parque del Retiro (Foto),
- Puerta de Alcalá,
- Kybelebrunnen auf der Plaza de Cibeles
- Estadio Santiago Bernabeu
- Moncloa-Turm
- Torre España
Plätze
- Plaza Mayor, Zentrum der Altstadt, ein rechteckiger, einheitlich geschlossener Platz (ähnlich dem gleichnamigen Platz in Salamanca).
- Puerta del Sol (), der Mittelpunkt der Stadt und ganz Spaniens: hier befindet sich der Kilómetro Cero, der traditionelle Ausgangspunkt der sechs radialen Nationalstraßen.
- Plaza de España am westlichen Ende der Gran Vía, ein großer Platz im Stile der 1920er Jahre mit früher Hochhausarchitektur.
- Plaza Lavapies, zentraler Punkt des gleichnahmigen Stadtteils Lavapies, ist ständig in Umbauarbeiten begriffen, sei es zur Bewerbung für die Olympischen Spiele o.ä.
Museen
- El Prado : Im Prado-Museum sind die Kunstschätze der spanischen Königinnen und Könige ausgestellt. Das Prado-Museum bietet ein einmaliges Spektrum europäischer Kunst, wobei neben spanischer Kunst aller Epochen (z.B. Goya, El Greco) Toulouse-Lautrec, Vincent van Gogh, Tiziano Vecellio u.v.a.m.
- Archäologisches Museum: es bietet eine Sammlung von Objekten aus prähistorischer Zeit bis ins Mittelalter.
Straßen
- Calle de Alcalá. Diese Prachtstraße beginnt an der Puerta del Sol und führt in Richtung Alcalá de Henares. Zwischen Sol und Plaza de Cibeles befinden sich zahlreiche repräsentative Gründerzeitbauten, u.a. Konzernsitze von Großbanken.
- Paseo del Prado. Diese sehr breite Straße führt vom Bahnhof Atocha zur Plaza de Cibeles. Hier befinden sich große Hotels und das Prado-Museum.
- Avenida de la Castellana. Die wichtigste Straßenachse Madrids beginnt an der Plaza Colón und führt in nördliche Richtung bis zum inneren Autobahnring.
- Gran Vía. Hier befinden sich eine Reihe von großen Kinos, die Zentrale der spanischen Telefongesellschaft Telefónica und Modegeschäfte.
- Calle Goya
Stadtviertel:
- Alameda de Osuna
Sport
Mit Real Madrid, Atlético Madrid und dem FC Getafe besitzt die Stadt außerdem drei Fußballklubs in der
Primera División, der ersten spanischen Liga.
Wirtschaft und Infrastruktur
Primera División
In Madrid befinden sich Flugzeug-, Fahrzeug-, Textil-, chemische und Nahrungsmittelindustrie.
Madrid ist Spaniens größter Verkehrs- und Eisenbahnknotenpunkt mit den Personenbahnhöfen Atocha und Chamartín sowie dem Rangierbahnhof Vicálvaro. Außerdem besitzt es eine U-Bahn, deren Netz zu den größten der Welt gehört.
Der internationale Flughafen Madrids, Barajas, liegt im Nordosten der Stadt und ist mit der Metro schnell zu erreichen.
Bildung
Zu den zahlreichen Bildungseinrichtungen gehören die Universidad Complutense de Madrid (1508 in Alcalá de Henares eröffnet, 1836 nach Madrid verlegt) sowie die Universität Comillas (1892), die polytechnische Universität, Universidad Autónoma (1968) und die Universidad Carlos III (1989). Ebenso befinden sich hier u.a. die Königlich Spanische Akademie sowie die Akademien der Schönen Künste, der Naturwissenschaften und der Sprachen.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
- Francisco de Quevedo (17. September 1580 - † 8. September 1645), Schriftsteller
- Pedro Calderón de la Barca (17. Januar[1600]] - † 25. Mai1681), Dramatiker und Poet
- Prinz Juan José de Austria ( - 1629 - † 1679), Heerführer und Staatsmann
- José Ortega y Gasset ( - 9. Mai 1883 - † 18. Oktober 1955), Philosoph
- Jorge Semprún ( - 10. Dezember1923), Schriftsteller
- Francisco Umbral ( - 11. Mai 1932), Schriftsteller
- Teresa Berganza ( - 1935) Sängerin
- Placido Domingo ( - 21. Januar 1941), Sänger
- Julio Iglesias ( - 23. September 1943), Sänger
- José María Aznar ( - 25. Februar 1953), Politiker
- Santiago Sierra ( - 1966), Künstler
- Penélope Cruz ( - 28. April 1974), Schauspielerin
für weitere Personen siehe: Liste der Söhne und Töchter der Stadt Madrid.
Weblinks
- http://www.munimadrid.es/Principal/ingles/portada.html (Englisch)
- http://insidemadrid.de/
- [http://www.reisefuehrer.cc/index.php/category/madrid/ Sehenswürdigkeiten in Madrid]
- http://www.ccape.es - Deutsche Handelskammer für Spanien
!
Kategorie:Ort in Spanien
Kategorie:Hauptstadt in Europa
ja:マドリード
ko:마드리드
simple:Madrid
th:มาดริด
London
London (engl.: []) ist die Hauptstadt des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Nordirland und liegt an der Themse in Südostengland auf der Insel Großbritannien. In der Stadt leben 7.385.575 Menschen, davon etwa 2,7 Millionen in den zwölf Stadtbezirken von Inner London, in der Agglomeration 10.645.800(Stand jeweils 10. Juni 2005). Das heutige Verwaltungsgebiet mit den Stadtbezirken entstand am 1. April 1965 mit der Gründung von Greater London.
London ist eines der wichtigsten Kultur-, Finanz- und Handelszentren der Welt. In der Stadt befinden sich zahlreiche Universitäten, Hochschulen, Theater, Museen und Baudenkmäler. Das Stadtgebiet von Greater London, welches in Inner- und Outer London unterteilt ist, gliedert sich in die City of London und weitere insgesamt 32 Stadtbezirke ("London boroughs"), darunter auch die City of Westminster. London ist auch UN-Stadt (IMO).
Geografie
Geografische Lage
IMO
London erstreckt sich etwa 40 Kilometer entlang der schiffbaren Themse und liegt durchschnittlich 62 Meter über dem Meeresspiegel. London entstand aus einer Siedlung am Nordufer, der heutigen City of London. Die London Bridge war während vieler Jahrhunderte die einzige Brücke über den Fluss.
Aus diesem Grund befindet sich der größere Teil der Stadt nördlich des Flusses. Mit dem Bau weiterer Brücken im 18. Jahrhundert und dem Bau der Eisenbahnen im 19. Jahrhundert begann sich die Stadt in alle Richtungen auszudehnen. Die Landschaft ist flach bis leicht wellig, wodurch das ungehinderte Wachstum begünstigt wurde.
Die Themse war in früheren Zeiten wesentlich breiter und seichter als heute. Sie wird heute fast gänzlich durch Dämme begrenzt und die meisten Zuflüsse fließen unterirdisch. Die Gezeiten der Nordsee machen sich in London noch deutlich bemerkbar, die Stadt ist deshalb durch Überschwemmungen und Sturmfluten gefährdet. Bei Woolwich (östlich von Greenwich gelegen), wurde in den 1970er Jahren der Thames Barrier gebaut, um diese Gefahr einzudämmen.
Die geografischen Koordinaten des Stadtzentrums (in der Nähe des Trafalgar Square) sind 51,30 Grad nördlicher Breite und 0,08 Grad westlicher Länge. Durch das königliche Observatorium (Royal Observatory) in Greenwich wurde der bekannte Nullmeridian gelegt. Er ist Ausgangspunkt der Längengrade und damit auch der Zeitzonen.
Klima
Zeitzone
London befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die Sommer sind warm aber selten heiß; die Winter sind zwar kühl, doch sinkt die Temperatur selten unter den Gefrierpunkt. Der wärmste Monat ist Juli mit 16,3° Celsius im Durchschnitt, der kälteste Januar mit 3,9° Celsius im Mittel. Die höchste jemals in London gemessene Temperatur war 37,9° Celsius, gemessen während der Hitzewelle 2003. Die große überbaute Fläche hält die Wärme zurück und schafft dadurch ein Mikroklima. Manchmal ist es in der Stadt bis zu fünf Grad wärmer als in der umliegenden Landschaft.
Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 9,7 Grad Celsius und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 753 Millimeter. Der meiste Niederschlag fällt im Monat Dezember mit durchschnittlich 80 Millimeter und der wenigste im Juli mit 44 Millimeter im Mittel. Schnee fällt eher selten, höchstens einige Zentimeter pro Jahr. Ereignisse wie die Schneekatastrophe von 1978, als London geradezu im Schnee versank, sind eine Seltenheit. Keine Seltenheit sind dagegen Inversionswetterlagen. Eine davon führte 1952 zu einer großen Smog-Katastrophe.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Londons
Geschichte Londons, im Vordergrund Parliament Square, im Hintergrund das Riesenrad "London Eye"]]
Auf dem heutigen Stadtgebiet stand einst eine unbedeutende keltische Siedlung. Etwa um die Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. wurde sie von den Römern eingenommen und "Londinium" getauft. Die römischen Siedler bauten eine Brücke über die Themse und nutzten das Lager für die Verschiffung von Mineralien und landwirtschaftlichen Produkten. Unter Kaiser Septimius Severus (146-211) entwickelte sich Londinium schnell zum Handelszentrum der römischen Provinz "Britannia superior". Im Jahre 61 n. Chr. zerstörten die Briten, angeführt von Königin Boudicca (30-61), die Siedlung.
Nach deren Wiederaufbau wurden im 2. Jahrhundert n. Chr. schützende Wallanlagen um die Stadt errichtet. Dennoch büßte sie ihre bedeutende Rolle nach dem Abzug der Römer im Jahre 410 und während der Eroberung Britanniens durch die Angeln und Sachsen vorübergehend ein. Während der Herrschaft der Dänen verwaisten weite Teile Londons. Im Jahre 886 nahmen die Sachsen unter der Führung von König Alfred dem Großen (848-899) die Stadt ein, die seit dem 7. Jahrhundert unter dem Namen "Lundenevic" Hauptstadt der Könige von Essex war.
1066 nahmen die Normannen die Stadt ein. Wilhelm I. (1027-1087) ließ sich nach der siegreichen Schlacht von Hastings als erster König in der Westminster Abbey krönen und bestätigte die besonderen Rechte Londons. In der Folgezeit strebte die Stadt wirtschaftliche und politische Unabhängigkeit an. Im Jahre 1192 wählten die Einwohner ihr erstes eigenes Stadtoberhaupt, ab 1351 auch einen eigenen Stadtrat. Bis Ende des 14. Jahrhunderts durfte der regierende Monarch das freie und selbstverwaltete London nur mit einer gesonderten Genehmigung betreten. Die Entwicklung der Stadt lag überwiegend in den Händen einer Oberschicht von Kaufleuten, die den englischen Außenhandel als Mitglieder der Hanse (Stalhof) ausbauten.
London musste in seiner wechselvollen Geschichte viele Rückschläge hinnehmen. Nachdem im 16. Jahrhundert die Gründung der ersten großen Handelskompanien und der ersten Warenbörse (1570) den wirtschaftlichen Aufstieg vorangetrieben hatte, wurde die Stadt 1664 und 1665 von einer verheerenden Pestwelle ("Great Plague") heimgesucht, die über 70.000 Menschenleben forderte. Im September 1666 verwüstete eine Feuerkatastrophe große Teile der Altstadt. Etwa 13.000 Häuser und 89 Kirchen fielen den Flammen zum Opfer. Nach dem "Großen Brand von London" wurde London in erster Linie nach Entwürfen des Architekten Sir Christopher Wren (1632-1723) wiederaufgebaut. Das Stadtgebiet entwickelte sich weiter nach Westen - in Richtung der Gemeinden Kensington und Chelsea. In den Bezirken am westlichen Stadtrand von London entstanden in der Folgezeit große Plätze, wie die in "Berkeley", "Grosvenor" und "Hanover". Zudem wurden Wasserversorgungsanlagen und Abwassersysteme installiert und die Straßen gepflastert.
1723]
Zwischen 1675 und 1711 schuf Christopher Wren sein Hauptwerk, die "St. Paul's Cathedral" mit ihrer 110 Meter hohen Kuppel. Ende des 17. Jahrhunderts wurde auch Soho mit seinem rechtwinkligen Straßennetz und dem "Soho Square" angelegt. Ein weiteres städtisches Viertel entstand in Westminster. Während des 19. Jahrhunderts wuchs London rapide und errang während des viktorianischen Zeitalters große Bedeutung als Hauptstadt des British Empires. 1851 ist London laut Volkszählung mit 2.651.939 Einwohnern die größte Stadt Europas und das Zentrum der industrialisierten Welt. Hier findet die erste Weltausstellung statt.
Während des 2. Weltkrieges, vor allem 1940 und 1941 erlitt London, wie viele andere britische Städte auch, durch Angriffe der deutschen Luftwaffe schwere Verwüstungen. Diese Bombardements gingen mit dem Namen "the blitz" in die Geschichte der Stadt ein. London war gerade deshalb ein so "beliebtes" Ziel, weil die Stadt stark industrialisiert war und die Moral der Bevölkerung gebrochen werden sollte. Die zerstörten Gebäude wurden nach dem Krieg durch moderne Bauten ersetzt.
Seit den Terroranschlägen in den USA vom 11. September 2001 galt auch London, vor allem wegen des Einsatzes britischer Truppen an der Seite der US-Army im Irak, als Ziel möglicher Anschläge islamistischer Terroristen. Am 7. Juli 2005 kam es in der britischen Hauptstadt schließlich zu vier Bombenanschlägen in drei U-Bahn-Zügen und einem Bus. Die Polizei und die englische Regierung gingen davon aus, dass die Täter aller Wahrscheinlichkeit nach dem Umkreis der islamistischen Terror-Organisation Al-Qaida zuzurechnen sind und britische Staatsbürger mit pakistanischen Wurzeln waren ("Homegrown terrorists"). Die Anschläge forderten 56 Todesopfer und mehr als 700 Verletzte.
Einwohnerentwicklung
London war von 1825 bis 1925 die bevölkerungsreichste Stadt der Welt, bis sie von New York überholt wurde. Bei der Volkszählung im Jahre 2001 wurden 7.172.036 Einwohner gezählt. London ist traditionellerweise ein Anziehungspunkt für verschiedene Kulturen und Religionen. Während zu Beginn des 20. Jahrhunderts hauptsächlich Iren, Polen, Italiener und osteuropäische Juden nach London kamen, sind seit circa 1950 vor allem Menschen aus ehemaligen britischen Kolonien, beispielsweise Indien, Pakistan und Bangladesch, eingewandert.
Heute stammen etwa zehn Prozent der Bevölkerung vom indischen Subkontinent und etwa fünf Prozent aus der Karibik, ein Prozent sind chinesischer Abstammung. 1,6 Millionen Einwohner sind Muslime. Insgesamt wurden 25,874 Prozent der Bevölkerung außerhalb der Europäischen Union geboren. Das Ballungsgebiet von London dehnt sich über das eigentliche Stadtgebiet von Greater London hinaus und zählt 12,6 Millionen Einwohner. Dies sind mehr als in Schottland, Wales und Nordirland zusammen. London ist damit der zweitgrößte Ballungsraum Europas und einer der größten in der Welt.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1750 handelt es sich um Schätzungen, von 1801 bis 2001 um Volkszählungsergebnisse und 2005 um eine Berechnung.
Nordirland
Politik und Verwaltung
Nordirland
Im Jahre 1965 erfolgte die Gründung der Verwaltungsregion Greater London, ein Zusammenschluss der alten County of London mit Middlesex sowie Teilen der Grafschaften Essex, Hertfordshire, Kent und Surrey. Greater London ist unterteilt in 32 London Boroughs und die City of London. Die Boroughs sind für die lokale Selbstverwaltung und den Betrieb der meisten öffentlichen Einrichtungen auf ihrem Gebiet zuständig. Die City of London wird historisch bedingt von der Corporation of London verwaltet.
Die Greater London Authority (GLA) koordiniert die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Boroughs, ist für die strategische Planung zuständig und betreibt öffentliche Einrichtungen, die in der ganzen Stadt tätig sind; dazu gehören die Feuerwehr, die Polizei und der öffentliche Verkehr. Die GLA besteht aus dem Mayor of London (Oberbürgermeister) und der London Assembly (Stadtparlament mit 25 Sitzen), die beide ihren Sitz in der City Hall haben. Der aktuelle Mayor of London ist Ken Livingstone. Nachdem er im Jahre 2000 gegen den offiziellen Labour-Kandidaten angetreten war, wurde er aus der Partei ausgeschlossen, dann allerdings 2004 wieder aufgenommen und im Amt bestätigt. Der Lord Mayor of London, der Bürgermeister der City of London, übt lediglich zeremonielle Funktionen aus.
Frühere Verwaltungsbehörden waren die Metropolitan Board of Works (MBW) von 1855 bis 1889, der London County Council (LCC von 1889 bis 1965 und der Greater London Council (GLC) von 1965 bis 1986. Der GLC wurde von Premierministerin Margaret Thatcher aufgelöst, nach politischen Auseinandersetzungen zwischen der Regierung und dem GLC-Vorsitzenden Ken Livingstone. 14 Jahren besass London keine übergeordnete Verwaltung; die meisten Aufgaben wurden an die Boroughs übertragen, einzelne direkt an die Zentralregierung. Diese Maßnahme führte zu großen Koordinationsproblemen. Auch nach der Einsetzung der GLA im Jahr 2000 besitzen die Boroughs eine größere Autonomie als noch zu Zeiten der GLC.
Die Polizeibehörde der 32 London Boroughs ist der Metropolitan Police Service, besser bekannt unter dem Namen Metropolitan Police oder kurz als "the Met". Die City of London besitzt eine eigene Polizeibehörde, die City of London Police.
Stadtbezirke
Nachfolgend sind die Stadtbezirke von London (London Boroughs) aufgeführt. In Klammern die Einwohnerzahl (Stand: UK Census, 2001).
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Theater
City of London Police
Das National Theatre der National Theatre Company in South Bank und das Barbican Arts Centre der Royal Shakespeare Company gehören zu den vielen Zentren des professionellen Theaterschauspiels . Das Royal Court Theatre, eine der traditionsreichsten Bühnen in London, ist im Februar 2000 nach vier Jahren Umbauzeit wieder eröffnet worden.
Das Royal Opera House in Covent Garden und das Coliseum, in dem die English National Opera Company untergebracht ist, sind die beiden berühmtesten Opernhäuser. Konzerthäuser sind die Barbican, die Royal Festival Hall und die Saint John’s Church in Westminster. Der beliebteste Konzertsaal liegt in der Wigmore Hall hinter der Oxford Street. Im Juni 2002 sind nach umfangreichen Renovierungsarbeiten Teile des 1988 im heutigen Finanzviertel entdeckten römischen Amphitheaters der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.
London bietet eine breite Palette an kulturellen Veranstaltungen. Im Londoner Westend sind mehr als ein Dutzend Theater zu Hause. Gespielt wird alles von der Klassik bis zur Moderne.
Dort wurde unter anderem Andrew LLoyd Webbers weltberühmtes Musical Cats uraufgeführt. Das Globe Theatre ist eine Rekonstruktion des Freiluftschauspielhauses, das 1599 entworfen wurde. Für dieses Theater schrieb Shakespeare viele seiner größten Stücke. Die Spielzeit läuft von einem Mai bis September mit Produktionen von Shakespeare, seinen Zeitgenossen und von modernen Autoren.
The London Palladium ist das wohl berühmteste Londoner Theater. In den 1950er Jahren wurde die, in England, populäre Varieté Show „Sunday Night at the London Palladium“ live im Fernsehen ausgestrahlt. Das Royal Opera House, („Königliches Opern Haus“) in Covent Garden ist eines der renommiertesten Opernhäuser der Welt. Es ist außerdem die Heimat des Royal Ballet. Weitere bekannte Theater sind das Theatre Royal Haymarket und das Theatre Royal Drury Lane.
Am Trafalgar Square befindet sich die Kirche St. Martin-in-the-Fields. Sie wurde in den Jahren 1721 bis 1726 nach den Plänen des Architekten James Gibbs gebaut. In der Kirche finden häufig Konzerte statt; zu den dort auftretenden Orchestern zählen unter anderem die Academy of St. Martin in the Fields und New Trinity Baroque aus den USA. In der Krypta wurde ein Café eingerichtet, in dem manchmal Jazz-Gruppen auftreten. Die Pfarrei beherbergt auch einen der berühmtesten Kirchenchöre der Welt.
London beheimatet fünf professionelle Symphonieorchester. Diese sind das London Symphony Orchestra, das London Philharmonic Orchestra, das Royal Philharmonic Orchestra, die Philharmonia und das BBC Symphony Orchestra. Der Höhepunkt eines jeden Jahres ist die von der BBC weltweit übertragene “Last Night of the Proms“ aus der Royal Albert Hall.
Museen
Royal Albert Hall
Royal Albert Hall
Zu den größten und bekanntesten Museen weltweit zählt das British Museum in Bloomsbury. In ihm befinden sich über sechs Millionen Ausstellungsstücke. Dort kann man sich Sammlungen mit ägyptischen und klassischen Antiquitäten, Schätze aus dem Reich der Sachsen, aber auch zeitgenössischen Artefakte ansehen. Berühmt ist auch der Reading Room, ein kreisrunder Lesesaal, in dem schon Mahatma Gandhi und Karl Marx studierten. Rechtzeitig zum Millennium ist der Queen Elizabeth II Great Court festiggestellt worden. Es ist der größte überdachte Innenhof Europas.
Das Victoria and Albert Museum im Stadtteil South Kensington verfügt über eine Sammlung von Kunstschätzen aus aller Welt, darunter Skulpturen, Kleidung und Kostüme, kostbare Porzellan- und Glasgefäße, Möbelstücke und Musikinstrumente. Nahe befinden sich das Science Museum London und die Museen für Geologie und Naturgeschichte auch Naturhistorisches Museum (Natural History Museum). Auf der anderen Seite der Stadt, direkt in der City, liegt das Museum of London, dessen Ausstellungen die Entwicklung Londons von seinen Anfängen bis zum heutigen Tag zeigt.
Die National Gallery am Trafalgar Square besitzt eine vielfältige Gemäldesammlung, die von den frühen Anfängen in Italien bis hin zu Werken von Cézanne und Seurat reicht. Nebenan ist die National-Portrait-Galerie, in der über 9.000 Porträts ausgestellt sind. Im Jahre 1897 ist die Tate Gallery auf der Uferstraße zwischen Chelsea und Westminster eröffnet worden. Sie umfasst die größte Sammlung britischer Gemälde vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Gegenüber der Saint Paul’s Cathedral ist im Juni 2000 die Tate Modern, ein Ableger der Tate Gallery, eröffnet worden.
Weitere bekannte Mussen und Ausstellungen sind Madame Tussaud's Waxworks, das National History Museum, die Cabinet War Rooms, das Medievel Archery Museum, das Imperial War Museum, Somerset House und in der Baker Street 221B das Sherlock Holmes Museum.
Bauwerke
Somerset House
| | |