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Páll Óskar

Páll Óskar

Páll Óskar Hjálmtýsson (Künstlername Páll Óskar,
- 16. März 1970) ist ein isländischer Popsänger. Páll Óskar wurde als eines von sieben Kindern in einer Musikerfamilie geboren. So trat er schon früh selbst als Interpret in Erscheinung: Im Alter von sieben Jahren erschien seine erste Schallplatte, mit zwölf spielte er die Hauptrolle in dem Musical "Gummi Tarzan" nach dem Kinderbuch von Ole Lund Kirkegaard. Der Stimmbruch leitete eine mehrjährige Singpause ein, die erst endete, als Páll Óskar sein Studium begann und an der Universität bei Chor- und Musicalproduktionen mitwirkte. Später arbeitete er als Studiosänger, daneben trat er in Reykjavik als Drag Queen auf und wurde durch seine provokanten Shows bekannt. Nach der Schließung des Clubs ging er zum Radio, wo er sich als Disk Jockey einen Namen machen konnte. 1993 lernte Páll Óskar in New York City die isländischen Musiker Jóhann Jóhannsson und Sigurjon Kjartansson kennen, die in der Rockband Ham spielten. Mit ihnen gründete er im Oktober des Jahres die Band Milljónamæringarnir (die Millionäre), die im Sommer 1994 das Album Milljón á mann veröffentlichte. Ein Jahr später brachte Páll Óskar als Solokünstler und auf seinem eigenen Schallplattenlabel den Langspieler Palli heraus, der zum bestverkauften isländischen Musikalbum des Jahres 1995 wurde. 1997 erreichte er als Vertreter Islands den 20. Platz beim Eurovision Song Contest. In seiner Heimat gilt er als Ikone der Homosexuellen und tritt oft als DJ in den Clubs von Reykjavik auf.

Weblinks


- [http://andrejkoymasky.com/liv/fam/bioo1/oska1.html Biographie] (engl.) Hjalmtysson, Pall Oskar Pall Oskar Hjalmtysson Hjalmtysson, Pall Oskar Hjalmtysson, Pall Oskar

16. März

Der 16. März ist der 75. Tag des Gregorianischen Kalenders (der 76. in Schaltjahren) - somit bleiben 290 Tage bis zum Jahresende.

Ereignisse


- 1190 - Die Kreuzfahrer beginnen ein Massaker unter den Juden von York in England.
- 1521 - Der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan entdeckt die Philippinen.
- 1792 - Attentat auf König Gustav III. (Schweden); er stirbt am 29. März.
- 1813 - Preußen erklärt Napoleon den Krieg.
- 1815 - Wilhelm I. wird König der Niederlande.
- 1816 - Mit dem Vertrag von Turin tritt das Königreich Sizilien savoyische Gemeinden an den Kanton Genf ab.
- 1935 - In Verletzung des Vertrags von Versailles ordnet Hitler die Wiederbewaffnung Deutschlands an.
- 1945 - Nahezu vollständige Zerstörung von Würzburg durch britische Bomber in nur 20 Minuten; ca. 5000 Tote. (Grab am Main)
- 1968 - Im Vietnamkrieg verüben Angehörige der US Army das Massaker von My Lai.
- 1978 - Der italienische Politiker Aldo Moro wird entführt und später ermordet.
- 1988 - Unter dem irakischen Diktator Saddam Hussein wird in der kurdischen Stadt Halabdscha Giftgas eingesetzt.
- 1994 - Bei einer Brandstiftung an einem von Ausländern bewohnten Haus in Stuttgart sterben sieben Menschen, 16 weitere werden teils schwer verletzt.
- 1996 - Komoren. Wahl von Staatspräsident Taki
- 1999 - Die Mitglieder der Europäischen Kommission treten nach Korruptionsvorwürfen zurück.
- 2001 - Im Streit um die Hawar-Inseln zwischen Bahrain und Katar entscheidet der Internationale Gerichtshofs in Den Haag für Bahrain.

Wirtschaft


- 1960 - Vom Deutschen Bundestag wird die Privatisierung des Volkswagenwerkes beschlossen.

Wissenschaft, Technik


- 1926 - Erster Start einer Flüssigkeitsrakete von Robert Goddard in den USA.
- 1966 - Die beiden amerikanischen Astronauten Neil Armstrong und David Scott schaffen das erste Kopplungsmanöver im Weltall.
- 1983 - In Ismaning wird der letzte aus Holz gebaute Sendeturm in Deutschland wegen Baufälligkeit gesprengt.

Kultur


- 1765 - Uraufführung der komischen Oper Le Tonnelier von François-Joseph Gossec am Comédie-Italienne in Paris.
- 1831 - Victor Hugo veröffentlicht in Paris seinen historischen Roman "Notre Dame de Paris" (dt.: Der Glöckner von Notre Dame).
- 1832 - Uraufführung der Oper Beatrice di Tenda von Vincenzo Bellini am Teatro la Fenice in Venedig.
- 1833 - Die Oper "Beatrice di Tenda" von Vincenzo Bellini wird im Teatro La Fenice in Venedig uraufgeführt.
- 1887 - Uraufführung der Oper Proserpine von Camille Saint-Saëns an der Grand Opéra Paris.
- 1891 - Uraufführung der Oper Le Mage von Jules Massenet an der Grand Opéra Paris.
- 1894 - Die Oper "Thaïs" von Jules Massenet wird an der pariser Opéra Comique uraufgeführt.
- 1904 - In Deutschland wird die Buchausgabe des Schauspiels "Der Reigen" von Arthur Schnitzler von den Behörden verboten.
- 1904 - Uraufführung der Oper La Fille de Roland von Henri Rabaud an der Opéra-Comique in Paris.
- 1905 - Das Musikdrama "Amica" von Pietro Mascagni wid im Théâtre du Casino in Monte Carlo uraufgeführt.
- 1932 - Uraufführung der Oper Maria Egiziaca von Ottorino Respighi an der Carnegie Hall in New York.
- 1923 - "Der Unbestechliche" von Hugo von Hofmannsthals wird im Wiener Raimund-Theater uraufgeführt.
- 1967 - Die Komödie "Der Wiedertäufer" von Friedrich Dürrenmatt wird im Schauspielhaus Zürich uraufgeführt.

Religion

Katastrophen


- 1906 - Ein Erdbeben der Stärke 7,1 in Kagi, Taiwan fordert etwa 1.300 Tote
- 1925 - Ein Erdbeben der Stärke 7,1 in der Provinz Yunnan, Volksrepublik China fordert etwa 5.000 Tote
- 1969 - Eine venezolanische Douglas DC-9 mit 83 Menschen an Bord stürzt in einen Vorort von Maracaibo, Venezuela. 155 Menschen sterben, 100 werden verletzt.
- 1978 - Die Havarie des Öltankers Amoco Cadiz verursacht an der bretonischen Küste eine schwere Ölpest.
- 1993 - Ein Schneesturm an der amerikanischen Ostküste tötet 184 Menschen.
- 2880 - Der Planetoid 1950 DA könnte möglicherweise mit der Erde kollidieren.

Sport


- Einträge im Bereich Formel 1 siehe Formel 1.
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1905 - Gründung des Sportvereins 1. FSV Mainz 05
- 1996 - Mike Tyson gewinnt seinen Boxkampf gegen Frank Bruno im MGM Grand, Las Vegas, durch technischen KO und wird damit Weltmeister im Schwergewicht.
- 2002 - Wladimir Klitschko gewinnt seinen Boxkampf gegen Francois Botha in der Hanns-Martin Schleyer Halle in Stuttgart, durch technischen KO.

Geboren


- 1445 - Johann Geiler von Kaysersberg, deutscher Prediger und Schriftsteller
- 1473 - Heinrich der Fromme, Herzog von Sachsen
- 1596 - Ebba Brahe, schwedische Hofdame und Geschäftsfrau
- 1621 - Georg Neumark, deutscher Komponist von Kirchenliedern
- 1663 - Christoph Hackner, schlesischer Architekt
- 1666 - George Bähr, Erbauer der Frauenkirche in Dresden
- 1729 - Maria Luise Albertine von Leiningen-Dagsburg-Falkenburg, Großmutter der preußischen Königin Luise
- 1750 - Caroline Herschel, Astronomin
- 1751 - James Madison, 4. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika
- 1759 - Bengt Lidner, schwedischer Dichter
- 1766 - Johann Friedrich Graf von Waldeck, französischer Antiquar, Kartograf, Maler
- 1774 - Matthew Flinders, britischer Forschungsreisender
- 1789 - Georg Simon Ohm, deutscher Physiker
- 1800 - Ninko, 120. Kaiser von Japan
- 1805 - Peter Ernst von Lasaulx, deutscher Philosoph und Philologe
- 1839 - Sully Prudhomme, französischer Dichter
- 1844 - Anatole France, französischer Autor
- 1846 - Magnus Gösta Mittag-Leffler, schwedischer Mathematiker
- 1878 - Clemens August Graf von Galen, deutscher Bischof und Kardinal
- 1878 - Reza Schah Pahlavi, Schah von Persien
- 1882 - Paul Lejeune-Jung, Reichstagsabgeordneter, Widerstandskämpfer, NS-Opfer
- 1893 - Friedrich von Basse, Beteiligter am Hitlerattentat vom 20. Juli, Oberbürgermeister in Weißenfels und der Lutherstadt Wittenberg, Dozent an den Universitäten Leipzig und Halle
- 1898 - Jakob Haringer, deutscher Schriftsteller
- 1899 - Ok Formenoy, niederländischer Fußballspieler
- 1900 - Werner Eggerath, deutscher Schriftsteller und Ministerpräsident von Thüringen
- 1905 - Elisabeth Flickenschildt, deutsche Bühnen- und Filmschauspielerin
- 1907 - Alexander S. Wiener, US-amerikanischer Hämatologe
- 1910 - Yank Rachell, US-amerikanischer Blues-Musiker
- 1911 - Josef Mengele, deutscher Nazi-Kriegsverbrecher (KZ-Arzt)
- 1913 - Rudi Schuricke deutscher Sänger und Schauspieler
- 1915 - Kunihiko Kodaira, japanischer Professor der Mathematik
- 1918 - Frederick Reines, US-amerikanischer Physiker
- 1920 - Dorothea Binz, Oberaufseherin im Konzentrationslager (KZ) Ravensbück
- 1920 - Traudl Junge, deutsche Privatsekretärin Adolf Hitlers, Zeitzeugin
- 1923 - Heinz Wallberg, deutscher Dirigent
- 1924 - Wolfgang Kieling, deutscher Schauspieler
- 1926 - Jerry Lewis, US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur und Produzent
- 1927 - Wladimir Michailowitsch Komarow, sowjetischer Kosmonaut
- 1928 - Christa Ludwig, deutsche Opernsängerin
- 1928 - Karlheinz Böhm, deutscher Schauspieler und Philanthrop
- 1928 - Rudolf Sigl, deutscher Ordinarius
- 1929 - Nadja Tiller, österreichische Schauspielerin
- 1931 - Theo Altmeyer, deutscher Tenor und Professor für Gesang
- 1932 - Berry Johnson, US-amerikanische Sängerin
- 1932 - Kurt Diemberger, österreichischer Bergsteiger, Filmemacher, Fotograf und Autor
- 1933 - Dieter Wellershoff, Generalinspekteur der deutschen Bundeswehr
- 1934 - Roger Norrington, britischer Dirigent
- 1935 - Teresa Berganza, spanische Sängerin
- 1937 - Amos Tversky, Psychologe
- 1937 - Attilio Nicora, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1937 - Huschang Golschiri, Iranischer Schriftsteller
- 1940 - Barbara Stolterfoht, deutsche Sozialpolitikerin
- 1940 - Claus Offe , ein deutscher Politologe
- 1940 - Jan Pronk, UN-Sonderbeauftrager sudanesische Krisenregion Darfur
- 1941 - Bernardo Bertolucci, italienischer Filmregisseur
- 1942 - Jerry Jeff Walker, US-amerikanischer Sänger und Songschreiber
- 1943 - Jerry Goodman, US-amerikanischer Musiker
- 1943 - Kirsten Dene, deutsche Schauspielerin
- 1945 - Polo Hofer, Schweizer Rockmusiker
- 1948 - Michael Bruce, US-amerikanischer Musiker
- 1948 - Wolfgang Wieland, deutscher Politiker
- 1951 - Ray Benson, US-amerikanischer Musiker
- 1953 - Isabelle Huppert, französische Filmschauspielerin
- 1953 - Richard Matthew Stallman, Gründer des GNU-Projektes
- 1956 - Martin Umbach, Schauspieler
- 1957 - Christoph von Bülow, Landesvorsitzender der Schüler Union Niedersachsen
- 1959 - Flavor Flav, einer von zwei Rappern der Hip-Hop Gruppe Public Enemy
- 1959 - Jens Stoltenberg, norwegischer Politiker und Ministerpräsident
- 1961 - Todd McFarlane, kanadisch/US-amerikanischer Comiczeichner
- 1964 - Jörg Schmadtke, ehemaliger Fußballprofi
- 1966 - H.P. Baxxter, deutscher Pop-Musiker
- 1967 - Heidi Zurbriggen, Schweizer Ski-Rennfahrerin
- 1967 - Lauren Graham, US-amerikanische Schauspielerin
- 1974 - Anthony Tieku, ghanaischer Fußballspieler
- 1974 - Zoe Jenny, Schweizer Schriftstellerin
- 1976 - Zhu Chen, chinesische Schachspielerin und Weltmeisterin
- 1980 - Julia Schlecht, deutsche Volleyballspielerin
- 1990 - James Bulger, Mordopfer

Gestorben

James Bulger
- 37 - Tiberius Claudius Nero, zweiter römischer Kaiser
- 455 - Valentinian III., römischer Kaiser
- 1021 - Heribert von Köln, Erzbischof des Erzbistums Köln
- 1072 - Adalbert von Bremen, Erzbischof von Hamburg und Bremen
- 1406 - Ibn Khaldun, islamischer Historiker und Politiker
- 1457 - Ladislaus Hunyadi, ungarischer Staatsmann und Krieger
- 1544 - Ludwig V., Kurfürst von der Pfalz
- 1649 - Jean de Brébeuf, französischer Jesuit
- 1670 - Johann Rudolph Glauber, Apotheker und Chemiker
- 1734 - Andreas Silbermann, deutscher Orgelbauer
- 1736 - Giovanni Battista Pergolesi, italienischer Komponist
- 1738 - George Bähr, deutscher Baumeister
- 1764 - Friedrich August Graf Rutowski, kursächsischer Feldmarschall
- 1805 - Franz Xaver Freiherr von Wulfen, Physiker, Mathematiker, Botaniker und Mineraloge
- 1814 - Karl Friedrich Friesen, deutscher Pädagoge und Freiheitskämpfer
- 1826 - Johann Severin Vater, deutscher Theologe und Sprachforscher
- 1828 - Johann Georg August Galletti, deutscher Historiker und Geograf
- 1838 - Nathaniel Bowditch, US-amerikanischer autodidaktischer Mathematiker, Astronom und Physiker
- 1841 - Felix Savart, französischer Arzt und Physiker
- 1858 - Christian Gottfried Daniel Nees von Esenbeck, deutscher Botaniker und Naturphilosoph
- 1858 - Wilhelm von Brockhausen,preußischer General und Ehrenbürger Wittenbergs
- 1861 - Victoria von Sachsen-Coburg-Saalfeld, Mutter der englischen Königin Victoria
- 1862 - Josef Christian Freiherr von Zedlitz und Nimmersatt, österreichischer Offizier und Dichter
- 1867 - Emil Keßler, deutscher Unternehmer und Gründer der Maschinenfabrik Esslingen
- 1874 - Heinrich Schaumberger, deutscher Dichter und Erzähler
- 1884 - Paul Pogge, Afrikareisender
- 1886 - Georg Varrentrapp, deutscher Mediziner
- 1888 - Ludwig Steub, deutscher Schriftsteller
- 1889 - Ernst Wilhelm Leberecht Tempel, deutscher Astronom und Lithograf
- 1892 - Eduard Franz Ludwig Kullmann, Handwerker, Attentäter
- 1898 - Aubrey Beardsley, britischer Zeichner, Graphiker, Karikaturist und Illustrator
- 1909 - Adalbert Matkowsky, Berliner Schauspieler
- 1916 - Ishi, letzter Überlebender der Yahi-Indianer
- 1919 - Jakow Michailowitsch Swerdlow, sowjetischer Politiker
- 1930 - Miguel Primo de Rivera, spanischer General und Diktator
- 1933 - Alfréd Haar, ungarischer Mathematiker
- 1935 - Aaron Nimzowitsch, baltischer Schachspieler und -theoretiker
- 1935 - John James Richard Macleod, kanadischer Physiologe
- 1937 - Austen Chamberlain, britischer Politiker, Außenminister
- 1938 - Egon Friedell, österreichischer Schriftsteller, Journalist und Schauspieler
- 1938 - Emil Fey, österreichischer Politiker
- 1940 - Selma Lagerlöf, schwedische Kinderbuchautorin
- 1945 - Börries von Münchhausen, deutscher Dichter und Schriftsteller
- 1947 - Anna Ebert, Politikerin
- 1952 - Stephan Weickert, deutscher Politiker
- 1953 - Henrik Herse, deutscher Dramaturg und Schriftsteller
- 1956 - Sergej Wassiljewitsch Jewsejew, russischer Komponist
- 1957 - Constantin Brancusi, rumänischer Bildhauer
- 1957 - Johnny Torrio, italienisch-amerikanischer Gangster
- 1959 - Jops Reeman, niederländischer Fußballspieler
- 1962 - Zenzl Mühsam, Frau des Dichters Erich Mühsam
- 1963 - William Henry Beveridge, englischer Ökonom
- 1970 - Fritz Maenicke, Bildhauer und Restaurator
- 1970 - Tammi Terrell, US-amerikanische Sängerin
- 1971 - Bebe Daniels, US-amerikanische Schauspielerin
- 1975 - T-Bone Walker, US-amerikanischer Musiker
- 1978 - Alfred Müller-Armack, deutscher Nationalökonom und Kultursoziologe
- 1985 - Roger Sessions, US-amerikanischer Komponist
- 1986 - Anna Maria Bieganowski, deutsche Politikerin und MdB
- 1990 - Fritz Ewert, deutscher Fußballspieler
- 1991 - Trude Herr, deutsche Schauspielerin
- 1995 - Heinrich Sutermeister, deutscher Komponist
- 1998 - Eugen Eckert, deutscher Bildhauer und Maler
- 1998 - Wolfgang Grönebaum, deutscher Schauspieler
- 1998 - Sir Derek Barton, britischer Chemiker und Nobelpreisträger
- 2002 - Wolfgang Gruner, deutscher Kabarettist, Schauspieler und Regisseur
- 2004 - William Pickering, US-amerikanischer Weltraumpionier

Feier- und Gedenktage


- erster Tag der Bacchanalien im Alten Rom

Siehe auch


- 15. März - 17. März
- 16. Februar - 16. April
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag 0316 ja:3月16日 ko:3월 16일 simple:March 16 th:16 มีนาคม

Island

Die Republik Island (mhd. Is – Eis; isl. Lýðveldið Ísland) ist mit einer Fläche von etwa 103.000 km² nach dem Vereinigten Königreich der zweitgrößte Inselstaat Europas und die größte Vulkaninsel der Welt. Sie liegt im Nordatlantik, knapp südlich des nördlichen Polarkreises.

Geographie

Hauptartikel: Geographie Islands Island war in der Eiszeit komplett vergletschert. Noch heute bedecken zahlreiche Gletscher ca. 8 % der Landesoberfläche. Der größte Gletscher Islands und Europas ist der Vatnajökull. Seine Eiskappe ist bis zu 900 m dick. Die Landschaft ist gekennzeichnet durch den Vulkanismus, der aufgrund der Überlagerung des Mittelatlantischen Rückens und des Island-Plumes besonders produktiv ist, aber auch durch den Wasserreichtum, die zahlreichen Wasserfälle Islands, darunter der wasserreichste Europas (Dettifoss), Flüsse und Seen. Das Isländische Hochland im Zentrum der Insel bildet eine Art Wüste und ist unbewohnt. Die Küstenlinie erweist sich im Bereich der Fjorde als stark zerfurcht. Auf 40 km² befinden sich im Schnitt zwei bis vier Häuser. Siehe auch: Vulkane Islands. Siehe auch: Inseln Islands.

Fauna

Inseln Islands

Säugetiere

Im Westen der Insel gibt es noch aus Norwegen importierte, aber wild lebenden Rentieren. Auch der Polarfuchs ist in Island ansässig. Der aus Pelztierfarmen entwichene Mink besitzt auf Island keine natürlichen Feinde und stellt daher eine Gefahr für die Vogelwelt dar. An den Küsten, insbesondere im Norden der Insel kann man Seehunde beobachten. Eine besonderes Nutztier ist das Islandpferd. Es beherrscht als einzige Pferderasse die vierte Gangart Tölt, eine schnelle, trittsichere und bequem zu sitzende Gangart, und teilweise Rennpass. Islandpferde dürfen ausgeführt, aber nicht wieder eingeführt werden. Man will dadurch Krankheiten vermeiden und die Reinheit der Rasse gewährleisten. Island war auch schon immer ein Land der Schafzüchter. Schafe genießen wie auch die Pferde viel Freiheit und können einen weiten Radius zum Weiden nutzen. Erst im Herbst werden sie in einer Art Round-up (Réttir) wieder eingefangen. Die Schafshaltung ist quotiert, um Überproduktion zu verhindern.

Vögel

Island ist berühmt für seine artenreiche Vogelwelt, insbesondere die zahlreiche Vogelfelsen sind ein Magnet für Vogelbeobachter aus aller Welt. Unter den Vögeln verdient der Papageitaucher besondere Erwähnung, der als inoffizielles Wappentier der Insel gilt. An den Vogelfelsen sind u.a. Trottellummen, Dickschnabellummen, Eissturmvogel, Gryllteisten und auch der Basstölpel anzutreffen. Im Landesinneren trifft man auf den Goldregenpfeifer, das Odinshühnchen, das Thorshühnchen und auch der Sterntaucher ist an Gletscherseen zu beobachten. Auf den Sandern kann man häufig Skuas und Küstenseeschwalben beobachten, vor deren Angriffen man sich in Acht nehmen muß. Der Myvatn ist eine beleibter Platz für Enten z.B. Moorente und Spatelente.

Flora

Spatelente Auch die Flora Islands ist interessant und weist einige endemische Arten auf. Besonders häufig trifft man unterschiedliche, in verschiedenen Farben wachsende Flechten und Moose an. Die Pflanzen sind dem rauen Klima angepasst. Allerdings wurden die im Juni violett in großer Menge blühenden Lupinen erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingeführt. Sie dienen der Stickstoffanreicherung und dem Kampf gegen die Erosion. Außerdem wurden Dünengräser gesät, um der Winderosion zu begegnen. Auffallend für den Mitteleuropäer ist der Mangel an Wäldern. Zur Zeit der Landnahme war dies anders. Vor allem traf man ausgedehnte Birkenwälder an, wie Forschungen erwiesen haben. Aber über die Jahrhunderte wurde viel Holz für den Hausbau, Schiffsbau und zur Feuerung benutzt. Nur spärliche Reste der niedrigwachsenden Birkenwälder überlebten. Bauholz wurde aus Norwegen eingeführt. Heute bemüht sich das Land um Wiederaufforstung. Vor allem im Norden und Osten, aber auch z. B. am Skorradalsvatn hat man hierbei schon Erfolge erzielt. Der größte zusammenhängende Wald aus alter Zeit steht am Lagarfljót in Ostisland (ebenfalls hauptsächlich Birkenwald). Besonders gut lassen sich die genannten Pflanzen- und (teilweise auch) Tierarten in den vier Nationalparks Islands beobachten.

Städte

Hauptartikel: Städte in Island Rund 93 % der isländischen Bevölkerung leben in Städten. Die meisten Menschen leben in Reykjavík und Umgebung, derzeit etwa 185.000 von insgesamt ca. 293.000 Einwohnern des Landes (Stand 2004). Ein großes Problem stellt nach wie vor die Landflucht dar. Größte Kommunen (Stand: 5. Dezember 2004)
- Reykjavík - 113.730
- Kópavogur - 25.784 (in der Agglomeration Reykjavík)
- Hafnarfjörður - 21.942 (in der Agglomeration Reykjavík)
- Akureyri - 16.450
- Reykjanesbær - 10.954
- Garðabær - 9.036 (in der Agglomeration Reykjavík)
- Mosfellsbær - 6.782 (in der Agglomeration Reykjavík)
- Árborg - 6.522
- Akranes - 5.655
- Seltjarnarnes - 4.547 (in der Agglomeration Reykjavík)
- Vestmannaeyjar - 4.227
- Ísafjarðarbær - 4.131

Bevölkerung

Im Gegensatz zu vielen anderen westlichen Staaten hat sich die Bevölkerungszahl auf Island in den letzten Jahren kontinuierlich erhöht. Unterstützt wird dieser Trend auch durch einen Anstieg des Ausländeranteils, der sich von durchschnittlich ca. 1,5 % in den Jahren 1950-1990 auf 3,5 % im Jahr 2003 erhöhte. Unter den Ausländern haben Polen (18,2 %) den größten Anteil, gefolgt von Dänen (8,6 %), Philippinern (6,0 %) und Deutschen (5,4 %). Nach offiziellen Berechnungen des statistischen Landesamtes wird die Bevölkerungszahl Islands in den nächsten Jahren kontinuierlich weiter ansteigen. Im Jahr 2008 wird die 300.000-Marke überschritten, für das Jahr 2045 werden über 350.000 Einwohner erwartet.

Religion

Die evangelisch-lutherische Isländische Staatskirche wird vom Staat unterstützt und geschützt (Art. 62 der Verfassung). Etwa 93% der Einwohner gehören der Staatskirche an, der Rest sind hauptsächlich Katholiken, jedoch gibt es auch Juden, Muslime und Zeugen Jehovas. In Island gibt es seit 1972 auch eine anerkannte Asatrugemeinde.

Sprache

Die isländische Sprache ist Amtssprache in Island. Sie hat sich aus dem Altnordischen entwickelt und viele historische Eigenschaften bewahrt. Der isländische Sprachpurismus sorgt dafür, dass Fremdwörter durch isländische Wortschöpfungen ersetzt werden.

Geschichte

Fremdwörter Fremdwörter Fremdwörter Hauptartikel: Geschichte Islands Um das Jahr 870 entdeckten Wikinger Island. Der Entdecker Floki Vilgeröarson fuhr aus, um Gardarsholm (Island) zu finden. Dazu bediente er sich eines ausgefallenen Navigationsinstruments, nämlich dreier Raben. Der Bericht darüber befindet sich im Landnámabók. Den schriftlichen Quellen nach wurde Island im späten 9. und frühen 10. Jahrhundert durch Wikinger aus Norwegen und anderen skandinavischen Ländern sowie durch keltische Siedler bevölkert. Die neuere Forschung geht aber von einer früheren Besiedlung über Schottland und Irland aus, die mit den Einwanderern aus Norwegen verschmolzen ist, soweit sie nicht vertrieben wurde. Während in Zentraleuropa die Königtümer um die Kaiserwürde wetteiferten, steht am Anfang der isländischen Geschichte die einzigartige Entwicklung eines oligarchischen Gesellschaftssystems. Das Althing als Versammlung gleichgestellter Goden ist damit zusammen mit dem färöischen Løgting eines der ersten parlamentarischen Systeme in Europa überhaupt (nach der Demokratie im Griechenland des Altertums). Die sowohl gesetzgebende als auch rechtssprechende Versammlung trat alljährlich in der Almannagjá in Þingvellir zusammen. Nach häufiger Darstellung entdeckte Erik der Rote 982 n. Chr. von Island aus Grönland. In Wirklichkeit war der erste Seefahrer, der nach Ostgrönland segelte Gunnbjörn Úlfsson, kurz danach Snæbjörn Galti, der dort sein Winterquartier aufschlug. Erik der Rote umrundete aber die Südspitze und kam an die Westküste. Das Godentum, welches sich im Anschluss an die Landnahme durch 400 norwegische Häuptlingsfamilien entwickelt hatte, überdauerte fast 300 Jahre, ehe es mit der Unterwerfung unter die Norweger im Jahre 1262 endete. Eine der wichtigsten Persönlichkeiten in diesem Zusammenhang war der zuletzt in Reykholt/Borgarfjörður beheimatete Snorri Sturluson. Im Jahre 1000 landete der Isländer Leifur Eiríksson in Amerika, entdeckt hatte es vorher Bjarni Herjólfsson, der sich verirrt hatte, die amerikanische Küste sah, aber nicht landete, sondern umkehrte und nach Grönland fuhr. Im selben Jahr beschlossen die Isländer durch das Althing in Þingvellir die Annahme des Christentums. 1262 kam Island unter norwegische Herrschaft. 1380 entstand die Kalmarer Union und Island wurde mit Norwegen unter dänischer Krone regiert. Im Jahre 1552 wurde der isländischen Bevölkerung auf Befehl des dänischen Königtums die Reformation aufgezwungen. Auch heute noch sind die meisten Isländer evangelisch. Handelsmonopole, erst durch die Norweger, später durch die Dänen, blockierten über lange Zeit die Entwicklung Islands. Der Frieden von Kiel 1814 besiegelte noch einmal die dänische Oberhoheit, während das alte Mutterland Norwegen zwar an Schweden fiel, sich aber auf den Weg in die Unabhängigkeit machen konnte. Mit einer Rückbesinnung auf die alten Traditionen, dem Wiederaufleben des Althings und dem Durchbrechen der Handelsbeschränkungen beging Island 1874 mit einer Verfassung und der Finanzautonomie, die Tausendjahrfeier der Landnahme, 1904 gewährte Dänemark den Isländern ihre Autonomie (home rule). 1911 wurde die isländische Universität gegründet. 1915 wurde das Frauenwahlrecht eingeführt, 1917 kam es zur ersten isländischen Regierungsbildung. 1940 besetzten britische Truppen Island, um einer möglichen Invasion durch Nazideutschland zu begegnen, 1941 wurden sie von us-amerikanischen Truppen verstärkt und größtenteils ersetzt. In den Wirren des 2. Weltkrieges wurde am 17. Juni 1944 die demokratische Republik Island ausgerufen, die seither erfolgreich für ihre Unabhängigkeit und ihr wirtschaftliches Überleben einsteht. Seit 1946 ist Island Mitglied der Vereinten Nationen und war 1949 ein Gründungsmitglied der NATO. Seit 1994 ist Island Mitglied des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR). 2001 trat Island dem Schengener Abkommen bei. Die Bevölkerung spricht sich einheimischen Umfragen zufolge mehrheitlich für einen Beitritt zur Europäischen Union aus. Die Regierung verfolgt zur Zeit allerdings keine in diese Richtung gehende Politik.

Politik

Island ist seit dem 17. Juni 1944 eine unabhängige parlamentarisch-demokratische Republik. Staatsoberhaupt ist Präsident Ólafur Ragnar Grímsson, der das Amt von Vigdis Finnbogadóttir 1996 übernahm. Grímsson ist der fünfte Präsident der Republik. Der Präsident wird in allgemeiner, direkter und geheimer Wahl auf vier Jahre gewählt. Er ernennt und entläßt Regierungsmitglieder und hohe Beamte und vertritt Island völkerrechtlich. Daneben hat das Staatsoberhaupt ein beschränktes Vetorecht. Gesetze können zwar ohne seine Zustimmung in Kraft treten, sie müssen dann allerdings einem Plebiszit unterworfen werden. Die Legislative wird vom Althing, dem isländischen Parlament vertreten. Das Parlament besteht aus 63 Abgeordneten, von denen 54 durch Verhältniswahl für 4 Jahre einen Sitz bekommen, die restlichen 9 Sitze werden nach Stimmenanteil bei den Wahlen vergeben. Die Judikative wird vom Obersten Gerichtshof vertreten, dieser besteht aus einem obersten Richter und 7 weiteren, vom Präsidenten ernannten, Richtern. Politisch ist Island in 8 Regionen unterteilt, welche wiederum aus insgesamt 166 Gemeinden und 31 Städten bestehen. Bei den letzten Parlamentswahlen im Mai 2003 ergab sich folgende Stimmenverteilung: Unabhängigkeitspartei 33,7% - Sozialdemokraten 31,0% - Fortschrittspartei 17,7% - Grüne 8,8% - Liberale 7,4%, Andere Parteien 1,4%.

Militär

Island besitzt kein eigenes Militär; den Küstenschutz übernimmt die ca. 120 Mann starke Küstenwache, die ihren Stützpunkt in Reykjavík hat. Diese ist mit 3 Patrouillenbooten ausgerüstet. Die USA haben im Rahmen der NATO (Kommando: ISCOMICE) ca. 1.650 Soldaten der US Navy (960), der US Air Force (600) und des US Marine Corps (80), die sogenannte Icelandic Defense Force (IDF) in Keflavík stationiert. Zusätzlich haben die Niederlande noch 16 Mann im Auftrag der NATO in Island stationiert.

Verwaltungsgliederung

Keflavík Die 8 Regionen werden in 23 sýslur (Syssel, etwa Landkreise) und 20 kreisfreie Gemeinden (8 kaupstaðir, 7 bæir, 1 borg und 4 weitere) gegliedert. Auf der untersten Verwaltungsebene gibt es 101 Sveitarfélög (Gemeinden), einschließlich der 8 kaupstaðir (Stand 2004). Diese Zahl hat in den letzten Jahren durch Gemeindezusammenlegungen (u.a. wegen Landflucht) kontinuierlich abgenommen und wird sich in absehbarer Zeit auf ca. 89 reduzieren. Siehe dazu Verwaltungsgliederung Islands.

Infrastruktur

Die „Ringstraße Nr. 1“ ist Islands längste Straße und führt meist entlang der Küste. Sie ist derzeit 1.336 km lang und in den letzten Jahren durch den Ausbau um fast 100 km kürzer geworden. Sie konnte erst 1974 fertig gestellt werden, nachdem die letzten Brücken im Gebiet von Skaftafell gebaut wurden. Heute ist sie in großen Strecken asphaltiert, vor einigen Jahren war das nur in der Nähe von Reykjavík der Fall. Die Ringstraße Hringvegur heißt je nach Landesteil Suðurlandsvegur, Vesturlandsvegur, Norðurlandsvegur und Austurlandsvegur gemäß dem Brauch, dass alle Straßen im Land Namen haben und eigentlich nicht mit der Straßennummer bezeichnet werden. Der größte internationale Flughafen, der Flughafen Leifur Eriksson, liegt bei Keflavík, etwa 60 km südwestlich von Reykjavík. Außerdem gibt es einen Ausweichflughafen in Egilsstaðir im Osten Islands.

Wirtschaft

Egilsstaðir gebaut. (Aug. 2004)]] 2004 Island war bis in das 20. Jahrhundert ein landwirtschaftlich geprägtes Land. Bei einer Volkszählung im Jahr 1703 waren 69 % der Bevölkerung ausschließlich in der Landwirtschaft tätig, 30 % betrieben neben der Landwirtschaft noch Fischerei. Zu dieser Zeit waren also rund 99 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt. Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte dann der Übergang zur Hochseefischerei. Die Landbevölkerung fand hier neue Arbeitsplätze und so waren 1901 nur noch die Hälfte der Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig. Der Trend hat bis heute angehalten; zurzeit arbeiten nur noch etwa 4 % der isländischen Bevölkerung in der Landwirtschaft. Island ist deutlich vom Fischfang abhängig. Der Tourismus bildet den zweitgrößten Wirtschaftszweig; insbesondere der Sommertourismus spielt eine große Rolle: Beliebt sind die Natur, die Gletscher, der Reittourismus und viele andere Aktivitäten. 10 % der Isländer sind Fischer und mehr als die Hälfte führen Dienstleistungen aus. Exportiert werden Fisch und Maschinen. Die Landwirtschaft besteht hauptsächlich aus der Haltung von Schafen, Islandpferden und Rindern. Die Währung: Isländische Kronen, 100 ISK = 1,27 € (Stand: Juni 2005). In Island herrscht ein hoher Lebensstandard: Das Einkommen pro Kopf liegt an der Weltspitze und die Lebenserwartung ebenfalls. Dies gilt allerdings aufgrund der hohen Steuern auch für die Ausgaben. Über 80 % der Stromerzeugung in Island wird durch Wasserkraft erbracht sowie knapp 20 % durch Geothermie. Derzeit ist Island auf dem Weg in eine Wasserstoffwirtschaft. Dies ist vor allem durch die heißen Quellen (siehe Geographie Islands) möglich, welche zur Stromerzeugung nutzbar gemacht werden. Mit dieser umweltfreundlichen Energiequelle lässt sich Wasserstoff relativ kostengünstig als Energieträger herstellen, der dann wieder in Haushalten, Pkw, Bussen etc. zu Strom und Wärme (meist in Brennstoffzellen) umgesetzt werden kann. Diese Entwicklung steckt jedoch noch in den Kinderschuhen und soll bis 2030 annähernd umgesetzt sein. Die Ankündigung der Wasserstoffwirtschaft hat Island sehr viel internationale Aufmerksamkeit beschert, wobei jedoch die Unterstützung der eigenen Bevölkerung und Politik sehr dürftig ist. So steht auch der weitere Verlauf dieses Projektes zur Zeit in Frage.

Kultur

Kunst und Literatur

Brennstoffzelle Der kulturelle Bereich erweist sich als wesentlich von der isländischen Literatur geprägt. Die isländische Literatur des Mittelalters legte im 12. Jahrhundert und 13. Jahrhundert mit den Sagas, wie etwa der Edda des Snorri Sturluson, einen Grundstein für die Entwicklung der nordeuropäischen und nicht zuletzt auch der deutschen Literatur. Im 13. und 14. Jahrhundert nahm sie Anregungen und Stoffe aus vielen (west-)europäischen Literaturen auf (Ritter-Sagas). Die ab dem 9. Jahrhundert entstandene Skaldendichtung kann als die früheste europäische Kunstlyrik gelten. Aber auch die moderne isländische Literatur findet seit langem auch außerhalb Islands viele Anhänger, und dies bezieht sich nicht nur auf den Nobelpreisträger Halldór Laxness. Beispielsweise erreichten die Krimis des Schriftstellers Arnaldur Indriðason in den letzten Jahren Bestsellerauflagen in deutscher Übersetzung. Andererseits haben sich auch die isländische Malerei und Bildhauerei sowie die isländische Musik zahlreiche Anerkennung erwerben können, so etwa der Bildhauer Ásmundur Sveinsson oder der Maler Ásgrímur Jónsson. Die wohl bekannteste aus Island stammende Musikerin ist Björk. Außerdem befindet sich der isländische Film auf dem Vormarsch. Der Filmemacher Friðrik Þór Friðriksson wurde im Jahr 1992 mit seinem Film Börn Náttúrunnar (dt. Kinder der Natur) für den Oscar nominiert. Auch der Film Nói Albínói von Dagur Kári machte auf dem Festival von Rotterdam 2003 Furore.

Museen und Sehenswürdigkeiten

Das Nationalmuseum in Reykjavík sowie zahlreiche kleinere Museen in der Hauptstadt Reykjavík und zahlreichen Kleinstädten erinnern an die isländische Vergangenheit. Insbesondere die Freilichtmuseen erinnern an das mühevolle Leben vergangener Jahrhunderte. Þingvellir als traditioneller Versammlungsort des Althing wurde 1928 zum Nationalpark und 2004 zum Weltkulturerbe erklärt.

Sitten und Gebräuche

Das isländische Alphabet hat 32 Buchstaben (siehe Isländische Sprache), vom A über Á und so weiter bis hin zum Æ und schließlich zum Ö. Anders als im Deutschen wird z.B. das Ö als selbstständiger Buchstabe behandelt und nicht als Oe umschrieben und einsortiert. In genau dieser Reihenfolge sind die Wörter im Lexikon und auch die Namen im isländischen Telefonbuch sortiert. Die Einträge sind nach Vornamen sortiert; Familiennamen sind selten. Stattdessen tragen die Isländer den Vatersnamen (seltener Mutternamen) mit der Endung "Tochter" -dóttir bzw. "Sohn" -son (prominentes Beispiel: Björk Guðmundsdóttir = Björk, Guðmundurs Tochter) und behalten diesen daher bei der Eheschließung bei. In den Familien werden die Vornamen oft weitergegeben. Um Verwechslungen zu vermeiden, erhalten die Kinder oft mehrere Namen. Wenn man sich vorstellt mit "Ich heiße ...", kommt häufig die Gegenfrage "Wessen Sohn/Tochter?". Damit wird auch nach der Familie gefragt. Viele Isländer können ihren Stammbaum bis zur Zeit der Landnahme zurückverfolgen. Eine Besonderheit ist der Feiertag Sumardagurinn fyrsti, der erste Sommertag. Er fällt auf den ersten Donnerstag nach dem 18. April. Es ist der erste Tag des ersten Sommermonats Harpa nach der alten isländischen Monatseinteilung. Lange bevor Weihnachtsgeschenke üblich wurden, gab es an diesem Tag Geschenke für die Kinder. Die alten isländischen Monatsnamen werden auch heute noch gepflegt. Früher wurden nur die Jahreszeiten Winter und Sommer unterschieden. So wird auch heute das Alter von Pferden in Wintern und nicht in Jahren angegeben. Auch in Island gibt es Weihnachtsmänner, genauer gleich 13 Jólasveinar, wörtlich Weihnachtsgesellen. Ursprünglich bringen sie keine Geschenke, sondern stehlen hier und dort etwas Essbares und ärgern die Menschen jeder auf seine Weise über die Weihnachtszeit. Ein ungewöhnlicher Adventsbrauch ist der Verzehr von Gammelrochen am Tag vor Weihnachten. Im Þorri, dem vierten Wintermonat, findet das Fest Þorrablót statt. Ursprünglich ein Opferfest, hat es heute Ähnlichkeit mit unserem Karneval. Zum Essen gibt es dann althergebrachte Gerichte wie sauer eingelegte Hammelhoden und schwarzgesengte Schafsköpfe Svíð. Ein anderer Feiertag ist der Angestelltenfeiertag Verslunarmannahelgi am 1. Montag im August. Viele Isländer nutzen dieses verlängerte Wochenende für Ausflüge in die Natur und ausgelassene Feiern. Wie auch in anderen skandinavischen Staaten gibt es alkoholische Getränke nur in staatlichen Monopolläden. Davon sind auch Touristen mit ihren Spirituskochern betroffen. Das Bierbrauen ist in Island erst seit Ende der 1980er Jahre wieder erlaubt. Der traditionelle Nationalsport Islands ist Glíma, eine Art Ringen. Dabei dürfen sich die Kämpfer nur an ihren Gürteln packen und müssen versuchen ihren Gegner aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der Meisterschaftsgürtel Grettisbeltið hat seinen Namen von dem Sagahelden Grettir dem Starken. Glíma hat jedoch in letzter Zeit an Popularität verloren. Boxen ist in Island verboten. Berühmt ist auch die isländische Badekultur. Allein in der Hauptstadt gibt es sieben Freiluft-Thermalbäder, auch auf dem Lande finden sich zahlreiche Thermal-Freibäder, wo man ganzjährig in warmen bis heißen Becken dem oft rauhen Klima trotzt. Schon im Babyalter werden die Säuglinge mit dem nassen Element vertraut gemacht. Viele Isländer sehen in ihrer Badekultur den Hauptgrund für ihre hohe Lebenserwartung.

Berühmte Isländer

Thermalbäder
- Ingólfur Arnarson (gilt als Entdecker Islands, etwa 9. Jh. n. Chr.)
- Erik der Rote (Wikinger,
- ca. 950 , † 1003)
- Snorri Sturluson (Dichter, Schriftsteller, Historiker, Politiker,
- 1179; † 1241)
- Hallgrímur Pétursson (Schriftsteller, Pfarrer,
- 1614, † 1674)
- Jónas Hallgrímsson (Poet,
- 1807, † 1845)
- Jón Sveinsson (Schriftsteller,
- 1857, † 1944)
- Jóhannes Sveinsson Kjarval (Maler,
- 1885, † 1972)
- Þórbergur Þórðarson (Schriftsteller,
- 1888, † 1974)
- Gunnar Gunnarsson (Schriftsteller,
- 1889, † 1975)
- Ásmundur Sveinsson (Bildhauer,
- 1893, † 1982)
- Jón Leifs (Komponist,
- 1899, † 1968)
- Kristmann Guðmundsson (Schriftsteller,
- 1901, † 1983)
- Halldór Laxness (Schriftsteller, Nobelpreisträger,
- 1902, † 1998)
- Þór Vilhjálmsson (Schriftsteller,
- 1925)
- Herbert H. Ágústsson (Komponist,
- 1926)
- Vigdís Finnbogadóttir (Staatspräsidentin,
- 1930)
- Guðbergur Bergsson (Schriftsteller,
- 1932)
- Álfrún Gunnlaugsdóttir (Schriftstellerin,
- 1938)
- Ólafur Ragnar Grímsson (Staatspräsident,
- 1943)
- Halldór Ásgrímsson (Ministerpräsident,
- 1947)
- Davíð Oddsson (Politiker, Schriftsteller,
- 1948)
- Kristín Marja Baldursdóttir (Schriftstellerin,
- 1949)
- Steinunn Sigurðardóttir (Schriftstellerin,
- 1950)
- Friðrik Þór Friðriksson (Filmregisseur,
- 1954)
- Einar Már Guðmundsson (Schriftsteller,
- 1954)
- Ásgeir Sigurvinsson (Fußballer,
- 1955)
- Arnaldur Indriðason (Schriftsteller,
- 1961)
- Ólafur Jóhann Ólafsson (Schriftsteller,
- 1962)
- Jón Kalman Stefánsson (Schriftsteller,
- 1963)
- Björk (Musikerin,
- 1965)
- Eyjólfur Sverrisson (Fußballer,
- 1968)
- Páll Óskar (Sänger,
- 1970)
- Emiliana Torrini (Musikerin,
- 1977)
- Mezzoforte (Musikband, gegründet 1979)
- Sigur Rós (Musikband, gegründet 1994)
- Falkenbach (Musikband)

Weblinks


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=65 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- http://www.eldey.de/ Länderportal für Island
- http://www.iceland.org/
- http://www.simaskra.is/ Elektronisches Telefonbuch der Republik Island
- http://www.islenska.de/ Magazin für isländische Sprache, Literatur und Kultur
- http://www.islandpraktikum.de/ Infos zum Arbeiten und Praktikas in Island
- http://www.iceland-forum.com/ Island-Forum
- http://www.island-info.de/ Kompakte Informationen in Worten und Bildern
- http://www.islandreise.info/ Deutschsprachiges Island-Portal
- http://gis.bofh.is/ornefnaskra/ Islandkarte mit Suchmaschine
- http://hraun.vedur.is/ Erdbeben und Vulkanausbrüche auf Island
- http://www.iceland.de/ Landeskundliche Informationen und Reiseinformationen
- http://www.riding.is/ Hestasport Island im Sattel
- http://www.geysir.com/ Island-Portal
- http://www.iceland.de/index.php?id=148 Eckdaten isländischer Geschichte
- [http://www.dhs.ch/externe/protect/textes/d/D3358.html Artikel Island] im Historischen Lexikon der Schweiz

Institutionen


- http://www.botschaft-island.de/ Botschaft der Republik Island
- http://www.iceland.is/ Isländisches Außenministerium
- http://www.icetourist.de/ Isländisches Fremdenverkehrsamt

Bilder


- http://www.islandsmyndir.is/ Bilder-Galerie
- http://www.iceland.de/pressearchiv/index.php Bildarchiv Island
- [http://www.fotocommunity.de/pc/pc/cat/274 Island-Bilder in der fotocommunity]
- http://www.DerMario.de/island/ Bilder aus Island
- http://www.MaxWeise.de/Island/ Bilder aus Island
- http://www.dtig.org/private/ao/default.htm private Bilder einer Islandreise

Flora und Fauna


- [http://www.hi.is/~yannk/photos04_3.html Vögel Islands 1]
- [http://www.iceland.de/index.php?id=158 Vögel Islands 2]
- [http://www.iceland.de/index.php?id=161 Wale Islands]
- [http://www.iceland.de/index.php?id=159 Blütenpflanzen auf Island]
Kategorie:Staat ! Kategorie:Insel (Arktis) als:Island fiu-vro:Island' ja:アイスランド ko:아이슬란드 ms:Iceland simple:Iceland th:ประเทศไอซ์แลนด์ zh-min-nan:Peng-tē

Popmusik

Popmusik ist eine Abkürzung von "populäre Musik" und bezeichnet Unterhaltungsmusik. Der Begriff bezeichnet einerseits
- bei der breiten Masse sehr beliebte und somit kommerziell sehr erfolgreiche Musik.
- einen eingängigen, harmonisch und melodiösen Stil, in Abgrenzung zur Rockmusik mit ihren raueren, wilderen Ausdruckformen. Popmusik ist durch Einfachheit und Wohlklang gekennzeichnet:
- Harmonien in als angenehm empfundenen Abfolgen
- eingängige Melodien, die oft auf der Diatonik beruhen
- simple, durchgehende Rhythmen
- einfacher, klassischer Songaufbau (Strophe/Refrain)
- sanfter, melodischer Gesang

Popmusik als Mainstream

Die für den Mainstream produzierte Popmusik bezieht sich nicht nur auf ihre eigene ursprüngliche Tradition aus dem Vaudeville, dem Volkslied und dem Kunstlied, sondern inkorporiert verschiedene gerade aktuelle Musikstile. Dabei nimmt sie den ursprünglichen Musikformen meist die Komplexität, entfernt für die gängigen Hörgewohnheiten Ungewohntes und Irritierendes, um sie für eine breite Masse zugänglicher und konsumierbarer zu machen. Das trifft sowohl auf die Vereinnahmung von Volksmusikelementen in der volkstümlichen Musik zu als auch auf modifierte, "gezähmte" Anleihen bei ursprünglichen afro-amerikanischen Musikstilen wie Jazz, aber auch Rap und Hip Hop. Da der Begriff "Popmusik" aus der US-amerikansichen Kultur stammt, ist ein Großteil der Musikstücke englischsprachig. Heute werden aber auch hin und wieder deutsche Schlager dazugezählt und es gibt deutschsprachige Popinterpret/innen, die sich musikalisch auf die US-amerikanische Tradition beziehen. Der Erfolg der kommerziell ausgerichteten Popmusik misst sich in den Pop-Charts bzw. der Hitparade. Popmusik ist der lukrativste Zweig der Musikindustrie.

Popmusik als Teil der Popkultur

Die Eingängigkeit und Wohlgefälligkeit von Popmusik wird auch in der Popkultur als ästhetisches Mittel bzw. Stilmittel benutzt. Hier geht es allerdings nur bedingt oder gar nicht darum, die breite Masse per se zu erreichen, sondern Menschen mit einem bestimmten Lebensstil anzusprechen. Schon The Beatles wandten sich gezielt an die junge Generation, was vorher nur in der Rockmusik üblich war. Anfang der 1980er Jahre wurden von Musiker/innen des New Wave kritische Texte mit einschmeichelnden Melodien transportiert, um ein größeres Publikum zu erreichen. Andererseits besteht in Nischenkulturen auch ein Bedürfnis nach schönen Melodien. Diese stimmen jedoch nicht unbedingt mit der Gefühlsstruktur eines Massengeschmacks und einer gezielt für den leichten Konsum gefertigter musikalischer Ware überein.

Geschichte der Popmusik

Der Begriff "populäre Musik" und seine Vorgeschichte

Der Begriff "populär" läßt sich in der Musikgeschichte schon wesentlich früher nachweisen als in den 1950ern und 1960er Jahre des 20. Jahrhunderts, als der Begriff "Popmusik" im Rahmen der Entwicklung der Popkultur bekannt wurde. Der deutsche Begriff "Volkslied", auch in der englischen Bezeichnung "popular song", stammt aus einer 1773 erschienenen Rezension von Johann Gottfried Herder über eine 1765 in England erschienene Sammlung von englischen und schottischen Balladen.

Populäre Musik im Mittelalter

Schon Zeiten feudaler Herrschaftssysteme hatte Musik zwei Hauptaufgaben: für die Regenten bzw. Adligen war die bei Hofe gespielte, als anspruchsvoll und vollendet geltende Musik nicht nur Unterhaltung, sondern auch Statusymbol, da zumindest im Mittelalter nur wohlhabende Adlige bzw. Fürsten sich professionelle Musiker und teure Instrumente wie Violinen leisten konnten, während bei der noch zumeist eher separiert über die Dörfer verteilt lebenden Bevölkerung die Musik überhaupt seltener und nur zu bestimmten Anlässen wie Erntedankfesten o.ä. von musikalisch gering qualifizierten Gemeindemitgliedern gespielt wurde und nur die Funktion erfüllen mußte, "tanzbar" zu sein. Dabei war die Trennung zwischen den (musikalischen) Schichten durchaus durchlässig, denn um die strengen Etikette bei Hof umgehen zu können, erfand der Adel die berühmten Maskenbälle, bei denen sich die vornehme Gesellschaft als einfache Leute verkleidete und ungeniert deren ausgelassene Feste einschließlich der Musik imitierte. Die schnelle Verbreitung von Musikstücken oder gar die Entwicklung von neuen Musikrichtungen wurde jedoch durch mehrere Faktoren behindert: die Menschen waren durch die dörfliche Siedlungsstruktur relativ isoliert, Austausch fand eher selten statt; fahrende Musikanten kamen selten und blieben nicht lang genug, um von ihnen neue Stücke auswendig zu lernen; die meisten Menschen konnten nicht lesen und schreiben und damit nicht ihre eigenen Lieder aufzeichnen, die Fähigkeit, Töne in Form von Noten aufzuzeichnen, war noch viel seltener. In Deutschland kam noch erschwerend hinzu, daß es bis vor wenigen hundert Jahren z.T. enorme Sprachbarrieren gab, da Personen, die von weit her kamen, manchen regionalen Dialekt kaum verstehen konnten. Dadurch war auch nach der Erfindung des Druckens die Verbreitung von Liedtexten in Form von Textflugblättern zusätzlich eingeschränkt.

Das 19. Jahrhundert

Die Verbreitung der Musik an sich war bis zum Ende des 18. Jahrhunderts auf das Abschreiben von Notenblättern beschränkt, da das Notensystem zu kompliziert zum Letter-Druck war; es konnten (auch in Ermangelung von zum Noten lesen fähiger Schreiber) lediglich im mechanischen Verfahren des Notenstichs einzelne Kopien von Notenblättern hergestellt werden. Dies änderte sich erst, als Alois Senefelder das Verfahren des Steinplattendrucks (die Lithographie) erfand. Dadurch gelang es zum erstenmal im Jahre 1796 in München eine auf Spezialpapier geschriebene Partitur als Negativ aufzutragen und originalgetreu abzudrucken. Zwar waren mit diesem Verfahren zuerst nur wenige Kopien möglich, doch die Erfindung der Dampfmaschine und die Verbesserung der Technik ermöglichten schon Anfang des 19. Jahrhunderts größere Auflagen von Notenblättern. Durch die Industrialisierung des Notenblattdruckes ergaben sich bedeutende Konsequenzen für die Entwicklung der populären Musik: die Musik des "einfachen" Volkes konnte nun erstmals günstig in Massen reproduziert werden, was eine Vereinheitlichung der Versionen klassischer Volkslieder in Bezug auf Text und Tonfolge zur Folge hatte, ähnlich der "Standardisierung" der deutschen Märchen durch die Zusammenstellung der Brüder Grimm; bei der klassischen Konzert- und Opernmusik setzte außerdem ein Trend ein, der dem heutigen "covern" von Popsongs nicht unähnlich ist, so wurden z.B. ganze Opern für wenige oder nur ein Instrument umarrangiert - mit teilweise kuriosen Ergebnissen wie z.B. Mozarts "Zauberflöte" als reines Flötensolo. Damit entstand auch ein ganz neuer Berufszweig: der "Arrangeur", der quasi aus altbekanntem Material klassischer Komponisten "frische" Versionen bastelte. Die bedeutenden gesellschaftlichen Umwälzungen des 19. Jahrhunderts hatten natürlich auch Auswirkungen auf die populäre Musik. Die Urbanisierung z.B. führte zu einer Anpassung der Dialekte innerhalb der großen Stadtgemeinschaften, die Städte übernahmen die Funktion kultureller "Schmelztiegel", in denen sich Menschen aus verschiedenen Regionen auch musikalisch austauschten. Die kleinen bäuerlichen Gemeinden verwandelten sich im urbanen in die große Berufsklasse der Industriearbeiter, die nach wie vor viel arbeiten mußten, ihre gelegentlichen Feste nun aber im großen Rahmen feierten (das Oktoberfest in München dürfte ein bekanntes Beispiel sein). Aber auch das an Einfluß und Wohlhaben immer mehr gewinnende Bürgertum fand in Salons und Varietés einen gemeisamen Ort und Stil von Musik. Die zunehmende Geschwindigkeit, mit der Personen und Waren sich durch ganz Europa bewegen konnten, erleichterte auch die Verbreitung neuer Stile, im Bereich der Tanzmusik sei hier der Walzer als Beispiel angeführt.

Die Entwicklung in den USA

Dass die USA in der Musikgeschichte bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts praktisch kaum eine Rolle spielten, hat im wesentlichen zwei Gründe: erstens waren die gesellschaftlichen Verhältnisse anders als in Europa, vor der Gründung der USA existierten nur einzelne Kolonien europäischer Nationen, die keine eigenständige kulturelle Identität besaßen, sondern einfach das Kulturgut bzw. die Musik der Mutternationen importierten; zweitens mußte erst der Prozess der Erschließung des Westens vollendet sein, damit sich eine stabile Gesellschaftsstruktur und eine eigenständige kulturelle Identität entwickeln konnte.

Die afroamerikanische Musiktradition

Besonders bedeutend für die Entwicklung der populären Musik war jedoch der Unterschied zwischen den Rassen: während die europäischstämmige Bevölkerung trotz eines amerikanischen Selbstbewußtseins in kultureller Hinsicht weitestgehend an ihren zumeist europäischen Wurzeln verhaftet blieb, waren die Afroamerikaner als Sklaven aus Afrika verschleppt und in den USA oft absichtlich von Menschen ihrer eigenen ethnischen Gruppe getrennt worden. Da die Siedlungsstruktur in Afrika dezentral war bzw. einige Stämme auch nomadisch lebten, standen die Verschleppten in den USA nicht nur vor einer Sprachbarriere (fast jeder sprach eine andere Sprache bzw. Dialekt), sondern auch vor einem kulturellen Problem, da es kein "nationales" Liedgut gab, das allen bekannt war. Zudem war ihnen die Ausübung ihrer kulturellen Traditionen, so auch der Musik, verboten. So mußten die Sklaven nicht nur die Sprache ihrer "Besitzer" lernen (das Sprechen oder Singen in der Heimatsprache stand auf den Baumwollplantagen oft unter Strafe), sondern sich auch auf gemeinsame Inhalte verständigen, die zumeist auch noch von christlichen Missionaren beeinflusst wurden. Andererseits entwickelte sich durch diese Unterdrückung und gewaltsame Abtrennung von der Heimatkultur unter den Afroamerikanern als ersten US-Amerikanern so etwas wie eine gemeinsame neue Kultur, die aus übernommenen Elementen der europäischen Kultur in Verbindung mit afrikansichen Traditionen beruhte. Diese spielte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgrund ihres Staus und ihrer sozialen Situation ersteinmal keine besondere Rolle. Nach dem US-amerikanischen Bürgerkrieg, der den Sklaven zumindest formal die Freiheit der Berufswahl brachte, strömten viele der ehemaligen Sklaven von den Plantagen im Süden in die Industriezentren im Norden, um dort ihr Geld zu verdienen, ein nicht unbedeutender Teil aber ergriff auch andere "einfache" Berufe, die bei den Weißen nicht auf besonderes Interesse stießen, dazu zählte z. B. auch der Beruf des Salonmusikers, der zumeist verschiedene populäre musikalische Stile beherrschte. So mischten sich auch immer mehr Schwarze unter die zuvor rein weißen Minstrels. Einige ehemalige Plantagenarbeiter gründeten aber auch gleich nach dem Bürgerkrieg eigene kleine Bands und kauften u.a. die ausgemusterten Instrumentenbestände der recht zahlreichen Militärkapellen auf. Daraus entwickelte sich in den ersten 20 Jahren nach dem Bürgerkrieg eine fortschreitende Dominanz von Schwarzen im Berufsmusikertum, während die weißen Musiker vornehmlich Bereiche wie die "vornehmen" klassischen Orchester besetzten. Von den Zentren wie New Orleans, das sich schon aufgrund vergleichsweise größerer Freiheiten für Afroamerikaner im 19. Jahrhundert zu einem musikalischen Zentrum entwickelt hatte, und Chicago aus gewannen die schwarzen Musiker so einen bedeutenden Einfluß auf die Entwicklung der populären Musik in den USA. Zu erkennen ist dies z.B. an den zunehmenden Imitationen von "schwarzen" Kompositionen durch weiße Komponisten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Schließlich entwickelte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts der erste von Schwarzen geprägte Musikstil, der quasi zum nationalen "Trend" wurde der Ragtime. Die enststehende Jazz-Musik gilt als erste eigenständige US-amerikanische Form der populären Musik.

Ragtime

Der Ragtime (zu deutsch etwa "Fetzentakt") entstand in den 1890er Jahren aus der europäischen Kulturtradition entlehnte, auf die eigene Art interpretierte Tänzen der Afroamerikaner wie dem Cakewalk, dem Jig oder dem Strut und war ursprünglich eher als Tanzmusik konzipiert, viele frühe Ragtimes tragen auch die Taktbezeichnung "march time", sind also auch verwandt mit dem aus Europa stammenden Marsch - nicht zuletzt deshalb entstanden bereits um 1885 herum erste Ragtimes weißer Komponisten. Als der bedeutendste Komponist des Ragtime gilt Scott Joplin, dessen erste Stücke 1895 erschienen. Ihm gelang es, aus einer Musik der Bordelle und Kneipen einen allgemein anerkannten, konzertfähigen Stil zu machen, nicht zuletzt durch seine mit dem Genie von Mozart, Chopin und Brahms verglichenen Fähigkeiten am Klavier, dem Instrument des Ragtime und überhaupt dieser Zeit. Ein besonderer Meilenstein in der Musikgeschichte gelang ihm 1899, als er seinen "Maple Leaf Rag" veröffentlichte, dessen "sheet of music" (engl. für "Notenblatt" - man nannte die populäre Musik dieser Zeit daher auch "sheet music") sich innerhalb kürzester Zeit eine Millionen mal verkaufte - ein bis dahin nie gesehener Erfolg eines kurzen Unterhaltungsmusikstückes. Der Ragtime ging schließlich ab ca. 1916 im Blues bzw. Jazz auf.

Der Beginn der Schallplattenaufnahmen und die Herausbildung der Musikindustrie

Medien und Musikverlage

In den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhundert hatte sich die Technik zur Aufzeichnung und Reproduktion von Tonaufnahmen soweit entwickelt, dass sie voll kommerziell nutzbar war; abgesehen von der mangelnden Tonqualität war der 1877 entwickelte Phonograph bis dahin noch so teuer, dass sich nur reichere US-Amerikaner ein solches Gerät leisten konnten. 1902 wurden die Caruso-Arien zum ersten weltweiten Schallplatten-"Hit". Das Geschäft mit der Musik bzw. den Notenblättern wurde von der sog. "Tin Pan Alley" in New York aus gesteuert, wo die meisten großen Musikverlage dieser Zeit ansässig waren. Deren Aufstieg begann mit der zunehmenden Nachfrage nach den song sheets (Notenblätter) bzw. song books (Liederbücher) ab den 1890ern, speziell durch die beliebten "Rags", den Schlagern der Ragtime-Zeit, die jedoch musikalisch nur wenig mit dem instrumentalen Ragtime zu tun hatten. Die Tin Pan Alley trug entscheidend zur vertärkten Kommerzialisierung der populären Musik in den USA bei: hier wurde nur das herausgebracht, was mit großer Sicherheit den Massengeschmack eines möglich großen Marktes treffen würde. Wollten Komponisten eher klassische Stücke veröffentlichen, wurden sie hier meist abgewiesen und mußten den Umweg über Europa nehmen oder im Eigenverlag veröffentlichen. Neben den Faktoren der zunehmenden Verbreitung von Phonographen und der wachsenden Beliebtheit der Broadway-Musicals in den 1920ern war die Einführung des Tonfilms in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts ein besonders wichtiger Wendepunkt, da nun die Film- und die Musikindustrie zu verschmelzen begannen (z.B. wurde der Musikverlag Warner Brothers als Filmstudio aktiv). Als die "Erfolgsproduzenten" der Tin Pan Alley gelten trotz prominenter Konkurrenz wie Irving Berlin und George Gershwin die Produzenten und Komponisten Richard Rodgers und Oscar Hammerstein, die nicht nur mit dem kommerziellen Erfolg ihres Musicals "Oklahoma!", das noch heute ausverkaufte Häuser bringt und als LP zum ersten mal die Millionen-Absatzmarke übersprang (sowie als Partitur in wenigen Jahren weltweit zwei Millionen mal verkauft wurde), einen Meilenstein setzten, sondern auch als erste Künstler ein selbst beim inflationsbereinigten Vergleich mit heutigen Gagen nur als exorbitant zu bezeichnendes Einkommen von 15 bis 20 Millionen Dollar jährlich erreichten.

Blues und Country

Ab ca. 1920 ließen sich auch für die einfache Bevölkerung erschwinglichein der Tonqualität für die damalige Zeit akzeptable Schallplatten und die entsprechenden Abspielgeräte herstellen. Diese schallplatten wurden in Drogerien und Gemischtwarenläden für einige Cent verkauft, die Abspielgeräte gab es beim Möbelhändler. Besonders interessant für die nicht an das Stromnetz angeschlossenen Landbevölkerung waren Kurbelplattenspieler, die in dieser Zeit populär wurden. Um den neuen Mart zu erschließen, wurden auch Aufnahmen von Minderheitenmusik wie die bald so bezeichnete Race Music der Afroamerikaner und den Hillbilly der weißen südstaatlichen Landbevölkerung gemacht. Im Februar 1920 erschien die erste Blues-Schallplatte, aufgenommen von Mamie Smith. Sie verkaufte so gut, daß die Musikindustrie plötzlich ein großes Interesse an den schwarzen Blues-Sängerinnen bekam, die bisher nur in den sogenannten Vaudeville-Theatern zu hören waren (man nennt den Blues der "Roaring Twenties" daher auch Vaudeville-Blues). Wie nah auch der Blues noch an den Wurzeln aus der Zeit der Sklaverei war, zeigt der neben dem "klassischen" Blues in dieser Zeit ebenfalls sehr populäre "Country Blues", der textlich und musikalisch deutlich den "work songs" bzw. "field hollers" der Plantagenarbeiter ähnelte. Um den Bedarf an Blues-Schallplatten zu decken wurden spezielle Labels von den Plattenfirmen gegründet, die zu Anfang ausschließlich schwarze Sängerinnen unter Vertrag nahmen - die bekannteste dürfte Bessie Smith sein, bei den männlichen Interpreten hat John Lee Hooker wohl den größten Ruf. Auch die (erst später so bezeichnete) Country-Musik, die sich aus verschiedenen volksmusikalischen Stilen der europäischen Einwanderer, besonders der irischen und englischen, entwickelt hatte, wurde ab ca. 1923 als Absatzmarkt entdeckt. Die Geschäftsleute Polk Brookmann und besonders erfolgreich Ralph Peer entdeckten das kommerzielle Potential der Musik der abgelegenen Bergregionen der Appalachen. Aufgrund seiner Popularität wurde die Musik z.T. auch gefördert, um der landesweiten Begeisterung auch vieler Weißer für Ragtime Einhalt zu gebieten. Während der Großen Depression in den 1930er Jahren wurde der Country, der auch bei den Schwarzen der Südstaaten beliebt war, als vereinigende US-amerikanische Musik von staatlicher Seite popularisiert.

Swing und Rock'n'Roll

Der Swing, der seine Blütezeit (den sog. "Swing Craze") etwa zwischen 1935 und 1945 hatte, war der erste Stil der populären Musik, der die gesamte amerikanische Gesellschaft ohne Unterschiede zwischen schwarz und weiß oder arm und reich erreichte. Dies lag nicht zuletzt an dem auf Tanzbarkeit statt auf "Aussage" ausgerichteten Charakter dieses Stils. Im gewissen Sinn ist diese Musik außerdem ein Bekenntnis der US-Amerikaner zu Größe und Aufwand, manifestiert durch die Big Bands, die aus doppelt oder dreimal so vielen Musikern bestehen wie übliche Jazz-Formationen. Bei Big Bands mit 14 oder mehr Mitgliedern war die Jazz-typische Kollektivimprovisation praktisch ausgeschlossen, an ihre Stelle traten Soli einzelner Musiker, meist von bekannten "Star-Solisten". Der Swing enthält gut hörbar Elemente des Jazz, aber auch von "weißen" Musikstilen, wobei der Anteil der schwarzen Musik am Swing oft unterschätzt wird, da viele der bekannten Big Bands auch aufgrund rassistischer Beschränkungen stark weiß besetzt waren. Der bekannteste schwarze Band-Leader dürfte Duke Ellington sein, mehr bekannte Namen finden sich bei den Weißen wie z.B. Benny Goodman, Jimmy und Tommy Dorsey, Les Brown und natürlich Glenn Miller. Nicht zuletzt bedingt durch den zweiten Weltkrieg blieb der Swing ein fast ausschließlich US-amerikanisches Phänomen, das lediglich in Großbritannien noch als "Import" gewisse Verbreitung fand. Der Rock'n'Roll als Musikstil ist eine Synthese aus verschiedenen, unabhängig voneinander entstandenen (regionalen) Stilen, die wichtigsten sind der Rhythm and Blues und die Country-Unterstile Western Swing und der Honky Tonk. Der R&B ist im Prinzip ein Blues-Stil, der aber auch Elemente aus speziellen Jazz- und Swing-Stilen enthält und von "Vocal Groups" mit nur geringfügiger instrumentaler Begleitung (meist nur Gitarre) geprägt wurde. Die bedeutendsten regionalen Formen waren der R&B aus Chicago, der z.B. Chuck Berry beeinflußte, und die New-Orleans-Variante, deren bekanntester Vertreter Fats Domino wurde. Der Western Swing ist eine Spielart der von der weißen Landbevölkerung der US-Südstaaten geprägten Country-Musik mit Elementen des Swing, die Ende der 1930er bekannt wurde, besonderen Auftrieb aber erst durch den ASCAP-Streit 1944 bekam. Er beeinflußte bekannte Interpreten wie Bing Crosby oder Bill Haley. Nicht zuletzt durch den bis dahin in seinem Ausmaß ungekannten Starkult um den "King" wurde der Rock'n'Roll zum weltweiten Trend, der auch das mittlerweile vom zweiten Weltkrieg etwas erholte Europa bzw. Deutschland ergriff, wo man sich wieder nach Unterhaltung und ("unschuldigen") Idolen sehnte. Außerdem prägte er den Jugendkult in der Popmusik entscheidend mit, da beim Rock'n'Roll die Interpreten von den Plattenfirmen erstmals hauptsächlich nach dem Kriterium der Altersnähe zum Zielpublikum ausgesucht wurden und oft nur Amateurmusiker waren. Die entstehung des Rock'n'Roll steht in engem Zusammenhang mit den massiven gesellschaftlichen Umbrüchen dieser Zeit und markiert gemeinsam mit den Beats auch die beginnende Entwicklung der Popkultur. Zum Rock'n'Roll zählte als kurzlebiger Trend der "Twist" Anfang der 1960er, und schließlich folgten die unter der Begriffsabspaltung "Rock" zusammengefassten Musikstile. Durch Rock'n'Roll und nachfolgende Stile habe seitdem vorangehende Stile wie Entertainer und Schlager in der Popularität stark zurückgedrängt und bestimmen die Popmusik-Hitparaden. Seit der Kommerzialisierung des Rock'n'Roll (und somit auch der Abschwächung seines widerständigen Potentials) in den späten 1950er Jahren wurden Trends der Popmusik in Europa, aber auch der restlichen Welt nicht nur aus ästhetischen, sondern auch ökonomischen Gründen von den USA aus geprägt.

Die Funktionen der modernen Popmusik und die Zukunft

In den letzten 50 Jahren entwickelten sich unzählige neuen Stile und Unterstile der Popmusik. Die Funktionen der Stile besteht vor allem der Unterhaltungsaspekt. Trotzdem gelang es aber auch Musikern wie Bob Dylan eine populäre Synthese aus Musik und politischen Inhalten zu schaffen bzw. wie zum Beispiel John Lennon in seinem Song "Imagine" eine philosophische Idee zu verbreiten.

Beispiele für die Kommerzialisierung neuer Trends

Popmusik war und ist auch stets ein Ausdrucksmittel einer Generation oder eines Milieus und dient zur Vermittlung eines gemeinschaftlichen Lebensgefühls und einer gemeinsamen Ästhetik, die sich z.B. in der Form der Musik und in der Kleidung ausdrückt. Als Beispiel für einen Milieu-Stil sei hier der Rap genannt, der ursprünglich nur die Musik der schwarzen Jugendlichen in den US-amerikanischen Großstadt-Ghettos war und dessen Wurzeln bis zum Rhythm&Blues zurückreichen. Erst in den letzten 20 Jahren wurde der Rap von den stets nach neuen Trends suchenden Medienkonzernen zum global populären Musikstil "hochpromotet", wobei diese Entwicklung nicht nur auf die Musik beschränkt blieb, denn auch der Kleidungsstil der Hip Hop-Bewegung wurde in den 1990ern zum allgemeinen Modetrend und ist heute fast schon fester Bestandteil unseres Modebewußtseins. Als Beispiele für Generationen erfassende Stile seien hier die Flower Power-Bewegung und die Disco-Musik der 1970er genannt. Allerdigs unterstützen die Musikproduzenten mittlerweile nicht nur Massenbewegungen, sondern auch zwar global verbreitete, aber im Gegensatz zur Musik einer Britney Spears oder Madonna nur von einer kleineren Zielgruppe in kulturellen Nischen nachgefragte Musikstile wie z.B. den Gothic Rock. Dies resultiert aus dem enorm harten Wettbewerb unter den Produzenten, der diese geradezu dazu zwingt, jeden irgendwie Absatz versprechenden Trend auszunutzen oder gar selbst neue, "unverbrauchte" Trends zu schaffen. Im Gegensatz dazu ist bei einer anderen Funktion, die die populäre Musik seit je her abdeckt, der individuelle Zuschnitt überhaupt nicht gefragt, sondern hauptsächlich der Rhythmus und die Genußbefriedig der breiten Masse, dem Mainstream. Ziel ist hier kein differenzierter ästhetischer Anspruch, sondern die Anregung und Begleitung zum Tanzen. Die bekanntesten Nachfolger des Swing als Tanzmusik dürften neben dem Twist der frühen 1960er vor allem die Disco-Musik, die seit Mitte der 1970er zum großen Teil ihren Underground-Charakter verloren hatte, und Teile des heute populäre Techno. Anfang der 1980er Jahre erlebt die deutschsprachige Popmusik im Zuge der Neuen Deutschen Welle einen großen Aufschwung in Deutschland. In Österreich existierte der Austropop, der sich großer Beliebtheit erfreute.

Film und populäre Musik

Im Zusammenhang mit der Disco-Musik wird außerdem der Aspekt der Wechselbeziehung zwischen Film und Musik noch einmal interessant, da in der Rock'n'Roll-Ära die Musikfilme noch eher die Folge des bereits populären Stils waren, während die Disco-Musik ihren weltweiten Siegeszug infolge des Films "Saturday Night Fever" 1978 antrat. Nicht zuletzt durch diesen Film und seine Nachfolger wurde der Trend verstärkt, zur Musik auch Bilder zu liefern (Musik und dazughörige Bilder gab es bereits seit den Nickelodeons). Das bedeutendste Datum in diesem Zusammenhang ist der 1. August 1981, als in den USA der erste Spartenfernsehkanal nur für Musikvideos auf Sendung ging: MTV. Ab sofort wurde kaum ein Popmusiker zum Star, zu dessen Songs es nicht ein Video gab. Entsprechend bedingen sich der größte Popstar und der größte Videokünstler der Achtziger gegenseitig - jeweils Michael Jackson. Dabei sind die Videos keineswegs notwendige Bestandteile der Popmusik - sie kommt auch ohne sie aus - sondern vielmehr so etwas wie Werbespots, die mit möglichst intensiven, ungewöhnlichen oder spektakulären Bildern auf den Künstler und sein Produkt aufmerksam machen sollen.

Ausblick

Auch wenn man den Eindruck gewinnen könnte, die Popmusik stagniere langsam aber sicher in ihrer Entwicklung, so bahnen sich doch im Zusammenhang mit dem Fortschritt der Kommunikations- und Computertechnologie bedeutende Veränderungen für die Zukunft an. So wie die Entwicklung der elektronischen Verstärkung bzw. Nachbearbeitung, des Synthesizers, der digitalen Aufnahme usw. den Klang der Musik veränderte, so werden sicherlich auch die neuen Verbreitungsmöglichkeiten durch das Internet die gegenwärtige Form der Musikproduktion entscheidend verändern. Die nun schon seit fast hundert Jahren bekannten Singles bzw. später Alben könnten bald Geschichte sein, da niemand mehr Geld für einen Datenträger ausgibt, auf dem nur die Musik einzelner Interpreten gespeichert ist und von der einen nur einzelne Stücke interessieren, wenn man dieses Stück einfach kostenlos über Musiktauschbörsen wie Peer-to-Peer-Netzwerke oder gegen Entgelt bei kommerziellen Anbietern aus dem Internet herunterladen kann.

Begriffe aus der Popmusik


- Brit-Pop
- Europop
- Coverband
- Cover-Version
- Austropop
- Italopop
- Synthie Pop
- Elektropop
- Future Pop
- Eurotrash
- Popstar
- Hit Aus folgenden Musikgenres gibt es Lieder, die der Popmusik zuzurechnen sind:
- angewandte Musik
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