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Diskantschlüssel

Diskantschlüssel

Notenschlüssel (lat. clavis, ital. chiave, engl./frz.: clef = Schlüssel) dienen in der Musik dazu, im Liniensystem festzulegen, welche Tonhöhe die fünf Notenlinien repräsentieren. Jeder Schlüssel hat dafür einen Referenzton, aus dessen Position sich die Lage der anderen Töne ableitet, die Bedeutung der Notenlinien erschließt sich also erst durch den Schlüssel. (Das ital. Wort chiave hat auch beide Bedeutungen.) Daraus ergibt sich, dass die verschiedenen Notenschlüssel unterschiedliche Tonlagen repräsentieren und somit für jedes Instrument und jede Stimmlage ein geeigneter Schlüssel existiert.

Die heute gebräuchlichen Schlüssel und ihre Anwendung

Violinschlüssel

Notenlinie Der Violinschlüssel, auch G-Schlüssel genannt, kommt für Frauenstimmen, Violine, hohe Blasinstrumente und die rechte Hand bei Tasteninstrumenten zum Einsatz und wird manchmal auch für die Notation extrem hoher Lagen bei tiefen Instrumenten verwendet. Er legt das eingestrichene g auf der zweituntersten Linie fest.

Altschlüssel (Bratschenschlüssel)

eingestrichene Für die Bratsche (Viola) und Altposaune wird der oft auch Bratschenschlüssel genannte Altschlüssel vorgeschrieben. Das eingestrichene c liegt hier auf der Mittellinie.

Tenorschlüssel

eingestrichene Der Tenorschlüssel wird für die Tenorposaune und für Passagen in höherer Lage bei tiefen Streich- und Blasinstrumenten verwendet. Orientierungspunkt ist das eingestrichene c auf der zweitobersten Linie.

Bassschlüssel

Passagen Bassschlüssel oder F-Schlüssel findet man bei tiefen Männerstimmen und tiefen Streichern und Bläsern. Bei Tasteninstrumenten ist die linke Hand meist im Bassschlüssel, bei der Orgel auch das Pedal. Beim Bassschlüssel befindet sich das kleine f auf der zweitobersten Linie.

Historisches

Als Guido von Arezzo um 1025 das Liniensystem für die Notation von Musik erfand, benutzte er als Orientierungspunkt ein kleines c, mit dem er die Linie für das eingestrichene c markierte. Dieser Ton ist besonders geeignet, da er ziemlich genau in der Mitte des herkömmlichen Tonraumes liegt und außerdem von fast allen Gesangsstimmen gesungen werden kann. Je nach Stimmlage konnte das c auf alle vier Linien gelegt werden, um Hilfslinien zu vermeiden. Die so entstandenen C-Schlüssel wurden auch später weiterverwendet und werden bis heute nach den Gesangsstimmen benannt, für die sie geeignet sind. Lediglich ihr Aussehen hat sich verändert. Auf der Abbildung sieht man: (a) Alte C-Schlüssel; (b) Sopran- oder Diskantschlüssel; (c) Mezzosopranschlüssel; (d) Altschlüssel; (e) Tenorschlüssel (f) Baritonschlüssel Bariton Für tiefere Stimmen entstand fast zeitgleich mit dem C-Schlüssel der Bassschlüssel, der das kleine f anzeigt und dessen Form sich auf den Großbuchstaben F zurückführen lässt (a). Die ersten Bassschlüssel lagen noch auf der Mittellinie, waren also eigentlich Baritonschlüssel (b), später setzte sich die zweitoberste Linie als F-Linie durch (c): kleine Mit der Weiterentwicklung der Musik, vor allem als man begann, auch Instrumentalmusik zu notieren, die zum Teil außerhalb des menschlichen Stimmraumes lag, wurde ein neuer, höherer Schlüssel benötigt: Der nach seinem ursprünglichen Verwendungszweck benannte Violinschlüssel wurde um 1200 erfunden. (Die Bezeichnung Sopranschlüssel ist zu vermeiden, da ein C-Schlüssel gleichen Namens existiert). Auch seine Gestalt entwickelte sich aus dem Buchstaben des angezeigten Tones G, dem oberhalb ein dekorativer Haken hinzugefügt wurde. Dieser Haken könnte aus einem kursiven d auf der zugehörigen Linie (dem zweigestrichenen d) hervorgegangen sein. zweigestrichenen zweigestrichenen Auf alten Noten für Tasteninstrumente findet man oft ein Liniensystem mit acht oder mehr Linien, in dem alle Schlüssel eingezeichnet wurden, ungefähr so, wie die Abbildung (Reproduktion) links zeigt. Das Zeichen ganz unten ist ein griechisches Gamma, mit dem zeitweise das große G markiert wurde. Dieser Γ-Schlüssel für besonders tiefe Lagen hat sich aber nicht gehalten. große Der Violinschlüssel setzte sich mit der Zeit als universaler Notenschlüssel für hohe Lagen durch und löste in den meisten Fällen den C-Schlüssel ab. Nur für die Notation von Gesangsstimmen waren Sopran-, Alt- und Tenorschlüssel noch bis weit in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts der Standard, wie nebenstehender Ausschnitt einer reproduzierten Chorpartitur von Johannes Brahms zeigt.

Chiavetten

Notenschlüssel, die auf einer anderen Linie als üblich liegen, werden als Chiavetten bezeichnet. Die verschiedenen C-Schlüssel haben sich aus dieser Tradition entwickelt, aber auch bei den anderen Schlüsseln war die Versetzung früher üblich. So ist unser moderner Bassschlüssel eigentlich aus einer Chiavette des Baritonschlüssels hervorgegangen. In französischer Barockmusik findet man oft den G-Schlüssel auf der untersten Linie (französischer Violinschlüssel). Bei J. S. Bach findet man Chiavetten manchmal auch als Hilfestellung für Transpositionen, wie im folgenden Ausschnitt aus dem Magnificat, in dem eine Oboe d'amore, deren Klang eine Terz tiefer ist, im französischen Violinschlüssel notiert ist (b), womit sich, von den Vorzeichen abgesehen, das gleiche Bild ergibt wie bei der klingenden Notation (a): Vorzeichen

Oktavierende Schlüssel

Tabulaturen

Notenschlüssel für diatonische Handharmonika

Schlagzeugschlüssel

Literatur


- Apel, Willi: Die Notation der polyphonen Musik: VEB Breitkopf & Härtel, ISBN 3-7330-0031-5

Siehe auch


- Notation (Musik)
- Partitur
- Portal:Musik

Weblinks


- http://www.library.ucsb.edu/speccoll/pa/pa33-03.jpg - Vollständiges Autograph des Brahms-Chorsatzes "Rosmarin" Kategorie:Notenschrift ja:音部記号

Latein

Als Latein bzw. Lateinisch (lat. lingua Latina: „lateinische Sprache“) bezeichnet man die Sprache, die ursprünglich vom Volksstamm der Latiner gesprochen wurde, der Bewohner von Latium mit Rom als Zentrum. Innerhalb der indogermanischen Sprachen gehört Latein zur Gruppe der italischen Sprachen. Es bildete die Grundlage für alle heutigen romanischen Sprachen.

Entwicklung

romanischen Sprachen Ursprünglich in Rom und dem umliegenden Gebiet (Latium) gesprochen, wurde Latein später an humanistischen Gymnasien unterrichtet. Neben Griechisch war Latein die Amtssprache des römischen Reiches. Wegen der kulturellen Überlegenheit des Ostens verlor es dabei zeitweise in Nordafrika und selbst in Rom seine Vorrangstellung. So war die Liturgiesprache der römischen Christen bis um 300 das Griechische. In dieser Zeit drangen viele griechische Lehnwörter ins Lateinische ein. Während der Spätantike begannen sich verschiedene Volkssprachen, aus denen im Mittelalter die romanischen Sprachen entstehen sollten, phonetisch und grammatikalisch von der lateinischen Hochsprache wegzuentwickeln. Doch noch im 6. Jahrhundert entstanden hochsprachliche lateinische Werke. Im Oströmischen Reich war Latein bis ins frühe 7. Jahrhundert neben Griechisch eine der beiden Amtssprachen. Im Westen übernahmen die Germanen mit den Grundelementen der spätrömischen Verwaltung auch die lateinische Sprache, die in der Administration bis in die frühe Neuzeit vorherrschend blieb. Seit der Völkerwanderung und der Christianisierung der (zunächst zumeist arianischen) Germanenvölker wurde Latein im Westen des früheren Römischen Reiches und in den römisch-katholischen Folgestaaten die Sprache des Klerus (Kirchenlatein), der Rechtswissenschaft (Glossatoren) und der sich bildenden Hochschulen (studia generalia). Es bildete somit die Schriftsprache, vor allem für das kirchliche und weltliche Urkundenwesen (Diplomatik) im frühen Europa. In völkerrechtlichen Verträgen (z. B. im Westfälischen Frieden von 1648) dominierte Latein bis in das 17. Jahrhundert hinein. Es bildet noch bis ins 20. Jahrhundert den Affixvorrat für die Fachterminologie in den Wissenschaften und verliert durch die fortschreitende Absorption in die englische und andere Sprachen lediglich an direkter, nicht jedoch an indirekter Bedeutung. Es wird noch an vielen Schulen unterrichtet.

Antike

Antike Schreibweise

Die lateinische Sprache wurde ursprünglich als scriptio continua, d. h. als zusammenhängender Fluss von Zeichen ohne Zwischenräume geschrieben. Auch Satzzeichen und Kleinbuchstaben wurden in der Antike nicht verwendet. Auf Wachstafeln war nämlich wenig Platz zum Schreiben, und Papyrus war teuer. Die antiken lateinischen Texte sind für uns heute daher schwer zu lesen. Vergleiche folgendes Beispiel: Alte Schreibweise: AVREAPRIMASATAESTAETASQVAEVINDICENVLLO SPONTESVASINELEGEFIDEMRECTVMQVECOLEBAT POENAMETVSQVEABERANTNECVERBAMINANTIAFIXO AERELEGEBANTVRNECSVPPLEXTVRBATIMEBAT IVDICISORASVISEDERANTSINEVINDICETVTI NONDVMCAESASVISPEREGRINVMVTVISERETORBEM MONTIBVSINLIQVIDASPINVSDESCENDERATVNDAS NVLLAQVEMORTALESPRAETERSVALITORANORANT NONDVMPRAECIPITESCINGEBANTOPPIDAFOSSAE NONTVBADIRECTINONAERISCORNVAFLEXI NONGALEAENONENSISERANTSINEMILITISVSV MOLLIASECVRAEPERAGEBANTOTIAGENTES Heutige Schreibweise: Aurea prima sata est aetas, quae vindice nullo, sponte sua, sine lege fidem rectumque colebat. poena metusque aberant nec verba minantia fixo aere legebantur, nec supplex turba timebat iudicis ora sui, sed erant sine vindice tuti. nondum caesa suis, peregrinum ut viseret orbem, montibus in liquidas pinus descenderat undas, nullaque mortales praeter sua litora norant. nondum praecipites cingebant oppida fossae, non tuba directi, non aeris cornua flexi, non galeae, non ensis erant: sine militis usu mollia securae peragebant otia gentes. Auszug aus Ovids Metamorphosen: Die Schöpfung (Das goldene Zeitalter) Details zu den verwendeten Buchstaben finden sich in dem Artikel Lateinisches Alphabet. Siehe zu diesem Thema auch: Paläografie (dort Lateinische Paläografie), Capitalis, Versalschrift und Majuskel.

Antike Aussprache

Auf die antike Aussprache der lateinischen Sprache wird im Artikel Lateinische Aussprache eingegangen.

Literatur

Mit Antiker Literatur des Lateinischen beschäftigt sich u. a. der Artikel Lateinische Literatur.

Gegenwart

Auch heute ist Latein noch an vielen Gymnasien aller Fachrichtungen zu finden. Etwa ein Drittel aller Gymnasiasten im deutschen Sprachraum lernt Latein als erste, zweite oder dritte Fremdsprache. An humanistischen Gymnasien wird dem Lateinischen, neben dem Griechischen, noch eine herausgehobene Bedeutung zugemessen, was früher auf eine aktive Beherrschung des Lateinischen zielte. Tatsächlich werden auch heute noch für zahlreiche Studiengänge das Latinum oder Lateinkenntnisse gefordert, insbesondere in zahlreichen geisteswissenschaftlichen Fächern. Das Latinum ist als Studienvoraussetzung für die Fächer Medizin und Jura weitestgehend abgeschafft, häufig aber nicht in Fächern wie Anglistik, Philosophie oder sogar Musikwissenschaften. Unabhängig von den Studienanforderungen wird von Befürwortern des Lateins betont, dass das Erlernen der lateinischen Sprache weiterhin Basis für die korrekte Verwendung von Fremdwörtern sei, das Erlernen anderer romanischer Sprachen wesentlich erleichtere und erhebliche Transfer-Effekte für die Denkschulung aufträten. Das Übersetzen lateinischer Texte fördere auf Grund der erheblichen Komplexität vieler lateinischer Sätze auch das logische Denken. Von den Gegnern ist hingegen zu hören, dass die Auseinandersetzung mit jeder Art von Grammatik, egal welcher Sprache, das strukturierte Denken fördere, und dass das Erlernen moderner romanischer Sprachen, welche im Gegensatz zu Latein noch gebraucht werden, mindestens ebenso gut dazu geeignet sei, die zahlreichen lateinischen Lehnwörter im Deutschen korrekt zu verwenden und andere romanische Sprachen zu erlernen. In der Tat sind viele gesamtromanische, also in allen romanischen Sprachen auftretende Wörter nicht im klassischen Latein vorhanden und müssen dann neu gelernt werden: guerra „Krieg“, testa „Kopf“, cavallo „Pferd“, mangiare/manger „essen“, andare
-
„gehen“ , boc(c)a/bouche „Mund“, blanco/blanc „weiß“, die Himmelsrichtungen etc. Viele dieser Wörter erklären sich nämlich aus dem umgangssprachlichen oder dem späten Latein oder stammen aus der Soldatensprache, also aus Varietäten, die nicht in der Schule gelehrt werden. Aus deutschen und US-amerikanischen Untersuchungen geht hervor, dass zwischen absolviertem Lateinunterricht und der Beherrschung der englischen Sprache in Schrift und vor allem Wort eine signifikante Korrelation besteht. Ein kausaler Zusammenhang ist allerdings nicht nachgewiesen worden – möglicherweise macht eine hohe sprachliche Begabung eines Kindes die Wahl des als schwierig geltenden Latein wahrscheinlicher. Da auch im modernen Lateinunterricht die Sprachproduktion eindeutig der Rezeption (Leseverstehen) untergeordnet ist, glauben viele, Latein falle Menschen mit ausgeprägter Begabung für Mathematik und formelle Denkvorgänge generell leichter als andere Fremdsprachen, wohingegen Menschen mit ausgeprägter Begabung für intuitives Erlernen von Sprachen andere Fremdsprachen leichter fänden. Dieser Zusammenhang lässt sich allerdings nicht häufig verifizieren: Die Erfahrung zeigt, dass die Schülerleistungen in Latein überwiegend Hand in Hand mit denen in der Muttersprache und anderen Fremdsprachen gehen.

Modernes Latein

Auch heute werden deutsch-lateinische Lexika aufgrund neulateinischen Wortgutes herausgegeben, z. B. das „lexicon auxiliare“ oder das vom Vatikan herausgegebene „lexicon recentis latinitatis“, welches erst im Jahre 2004 eine Neubearbeitung erfuhr. Der finnische Rundfunksender YLE (Yleisradio) verbreitet Wochennachrichten in neulateinischer Sprache. Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig die Nuntii Latini in schriftlicher und gesprochener Version. Seit April 2004 veröffentlicht auch die deutschsprachige Redaktion bei Radio Vatikan Nachrichten auf Lateinisch. Dabei handelt es sich um ursprünglich deutsche Meldungen. Gero P. Weishaupt übersetzt sie für die Redaktion ins Lateinische. Sehr beliebt ist auch die lateinische Fassung der Asterix-Comics, die der deutsche Altphilologe Graf v. Rothenburg (Rubricastellanus) verfasst hat. Der Autor Nikolaus Groß, beruflich seit zehn Jahren Deutsch-Lektor in der südkoreanischen Hauptstadt, hat 2004 eine komplett latinisierte Übertragung von Patrick Süskinds Das Parfum im Brüsseler Verlag der Fundatio Melissa, einem überregionalen Verein zur Pflege des gesprochenen Lateins, veröffentlicht. Dem Buch ist mit dem „Glossarium Fragrantiae“ eine größere Liste aktualisierter Neuschöpfungen beigegeben. Vom selben Wortartisten existiert des weiteren ein Buch über den Baron Mynchusanus (Münchhausen). 2003 erschien bereits der erste Teil der Harry Potter-Bücher von J. K. Rowling auf Latein (Harrius Potter et Philosophi Lapis). Daneben gibt es noch viele weitere Übersetzungen „klassischer“ Werke ins Lateinische, so zum Beispiel Karl Mays Winnetou III, oder Der kleine Prinz (Regulus) von St. Exupéry. Durch das Internet ist die Verfügbarkeit alter lateinischer Texte sowie das Entstehen neuer lateinischer Texte erheblich begünstigt worden. Inzwischen gibt es sogar lateinische Fassungen von Popsongs. Daneben entstehen auch neue Popsongs in lateinischer Sprache, etwa Cursum Perficio, gesungen von Enya, Liberatio, eines von vielen lateinischen Musikstücken der Gruppe „Krypteria“, oder bei Gruppen der Dark Wave bzw. Gothic (Jugendkultur). Roma Ryan hat neben Cursum Perficio für Enya noch weitere Songs in lateinischer Sprache verfasst. In Internetforen wie Grex Latine Loquentium kommunizieren Teilnehmer aus vielen Ländern ausschließlich in Latein. In der klassischen beziehungsweise neoklassischen Musik findet Latein ebenfalls Verwendung. So hat etwa der niederländische Komponist Nicholas Lens auf seinem Werk Flamma Flamma ein lateinisches Libretto vertont, für sein Werk Terra Terra hat Lens selbst ein Libretto in lateinischer Sprache verfasst. Nicht zu vergessen sind auch die zahlreichen Vertonungen lateinischer Gedichte wie z. B. von Jan Novák. Carl Orff unterlegte mehreren seiner Vokal-Kompositionen Texte in Latein oder Griechisch. Igor Strawinski ließ das nach Sophokles von Jean Cocteau in französischen Versen verfasste Libretto zu Ödipus Rex“ von Jean Daniélou ins Lateinische übersetzen. Das Lehrbuch Lingua Latina per se illustrata des dänischen Autors Hans H. Ørberg hat die bisher hauptsächlich für den Unterricht in modernen Sprachen eingesetzte einsprachige Lehrmethode auf den altsprachlichen Unterricht übertragen. Das Lehrbuch erfreut sich in verschiedenen Ländern einer steigenden Beliebtheit.

Latein in den Wissenschaften

In der Biologie erfolgt die Namensbildung der wissenschaftlichen Namen lateinisch und griechisch, wobei neuere Vorschläge vorsehen, die Regeln nur aus der lateinischen Sprache zu entnehmen. In der Medizin sind die anatomischen Fachbegriffe lateinisch, für die einzelnen Organe wird zusätzlich auch latinisiertes Griechisch verwendet. Die Krankheitsbezeichnungen leiten sich aus dem Griechischen ab. Zahlreiche Sprichwörter haben einen lateinischen Ursprung und sind teilweise auch in der deutschen Übersetzung zu geflügelten Worten geworden. In den Rechtswissenschaften existieren verschiedene lateinische Lehrsätze und Fachbegriffe (Latein im Recht). Auch in der Geschichtswissenschaft spielt vor allem Latein weiterhin eine große Rolle. In der Meteorologie werden lateinische Begriffe in der Wolkenklassifikation eingesetzt.

Latein in der katholischen Kirche

Latein ist neben Italienisch die Amtssprache des Vatikanstaats. Die katholische Kirche veröffentlicht alle amtlichen Texte von weltkirchlicher Bedeutung in Latein. Das gilt für die liturgischen Bücher, den Katechismus, den Codex des kanonischen Rechts sowie die päpstlichen Rechtsvorschriften (canones, decretales) und Rundschreiben (Enzykliken). Bis zum zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965) war Latein die offizielle Gottesdienstsprache und ist dies (laut Sacrosanctum Concilium) offiziell noch heute, wobei andere Sprachen jedoch gleichfalls erlaubt sind. Tatsächlich werden nur noch sehr wenige Gottesdienste in Latein gehalten. Der gegenwärtig amtierende Papst Benedikt XVI. bevorzugt bei seinen Messen aber das Lateinische vor dem Italienischen. Siehe auch: Lateinische Kirche

Referenzlisten


- Lateinische Präpositionen
- Liste lateinischer Ortsnamen
- Liste lateinischer Präfixe
- Liste lateinischer Redewendungen
- Liste lateinischer Suffixe
- Liste von lateinischen Palindromen
- Lateinische Zahlwörter

Siehe auch


- Grammatik des Lateinischen
- Lateinische Aussprache
- Lateinische Sprichwörter
- Küchenlatein
- Vulgärlatein
- Mittellatein
- Lateinische Literatur
- Sprachen im Römischen Reich
- Jägerlatein
- Panlatinismus

Weblinks


- [http://www.commtec.de/wb/ Wörterbuch Latein-Deutsch-Latein auxilium online (mit Download-Möglichkeit)]
- [http://www.latein-pagina.de/iexplorer/stil.htm Lateinische Stilblüten]
- [http://www.thelatinlibrary.com/ The Latin Library – klassische Texte im Original]
- [http://www.albertmartin.de/latein/ Latein-Deutsch-, Deutsch-Latein-Wörterbuch mit hilfreichen Extras]
- [http://www.radiobremen.de/online/latein/ Nuntii latini bei Radio Bremen]
- [http://www.latein-pagina.de/ Latein-Pagina]
- [http://www.antikeundeuropa.de/Alte_Sprachen_heute/alte_sprachen_heute.html Alte Sprachen heute]
- [http://www.fh-augsburg.de/~harsch/a_chron.html Sammlung lateinischer Texte/bibliotheca Augustana]
- [http://www.music.indiana.edu/tml/ Lateinische Musiktraktate im Original]
- [http://www.lateinservice.de/index.htm Die deutsche Latein-Seite]
- [http://www.alcuinus.net/GLL/ Grex Latine Loquentium (Internetforum in lateinischer Sprache)]
- [http://www.kreienbuehl.ch/lat/ Latein und Altgriechisch Site]
- [http://www.latein24.de/ Übersetzungen vieler klassischer lateinischer Texte bei Latein24.de] Kategorie:Einzelsprache
-
als:Latein ja:ラテン語 ko:라틴어 simple:Latin language th:ภาษาละติน zh-min-nan:Latin-gí

Englische Sprache

Die englische Sprache (Englisch) ist eine germanische Sprache. Sie gehört, wie auch das Deutsche und das Niederländische, dem westlichen Zweig der germanischen Sprachen an. In einem eigenen Artikel gibt es mehr zur Geschichte der englischen Sprache. Englisch ist heute die am weitesten verbreitete Sprache der Welt, während es sich bei Mandarin-Chinesisch um die meistgesprochene Sprache handelt. Die englische Sprache wird in sehr vielen Ländern als erste Fremdsprache in den Schulen gelehrt (siehe Englisch (Schule)) und ist offizielle Sprache der meisten internationalen Organisationen. Viele dieser Organisationen haben daneben noch andere offizielle Sprachen. Englisch gilt als Weltsprache. Heute wird Englisch weltweit von etwa 340 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, das heißt, etwa 340 Millionen Menschen sind anglophon. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 510 Millionen Sprecher.

Verbreitung

Amtssprache

Englisch ist Amtssprache in den folgenden Staaten, wobei die Zahlen die ungefähre Zahl der Muttersprachler angeben, soweit bekannt: Englisch ist zudem Amtssprache bei der Europäischen Union, bei der Afrikanischen Union, der Organisation Amerikanischer Staaten und bei den Vereinten Nationen.

Sonstige Verwendung

Die englische Sprache dient zudem als Verkehrssprache in folgenden Ländern und Regionen:
- Gibraltar
- Hongkong
- Israel
- Malaysia
- St. Martin
- Somalia
- Zypern

Sprachwissenschaftliche Einordnung

Das Englische gehört zu den indogermanischen Sprachen, die ursprünglich sehr stark flektierende Merkmale aufwiesen. Alle indogermanischen Sprachen weisen diese Charakteristik bis heute mehr oder minder auf. Es besteht jedoch in allen diesen Sprachen eine Tendenz weg von flektierenden und hin zu isolierenden Formen. Im Englischen ist diese Tendenz besonders ausgeprägt gewesen, so dass es sich im Laufe seiner Entwicklung im Wesen stark gewandelt hat. Heute trägt die englische Sprache überwiegend isolierende Züge und ähnelt strukturell teilweise stärker isolierenden Sprachen wie dem Chinesischen als den genetisch eng verwandten Sprachen wie dem Deutschen. Zudem hat sich die Sprache heute durch die weite Verbreitung in viele Dialekte aufgeteilt. Viele europäische Sprachen bilden auch völlig neue Begriffe auf Basis der englischen Sprache (Anglizismen). Auch in einigen Fachsprachen werden die Termini von Anglizismen geprägt, z.B. in den Bereichen Informatik und Wirtschaft. Der Language Code ist en beziehungsweise eng (nach ISO 639); der Code für Altenglisch (etwa 450 bis 1100) ist ang und der Code für Mittelenglisch (etwa 1100 bis 1500) ist enm.

Sprachvarianten der englischen Sprache

Durch die weltweite Verbreitung der englischen Sprache hat diese in verschiedenen Gegenden zahlreiche Varianten entwickelt. Nach der bekanntesten und fremdartigsten Variante des Englischen spricht man oft auch von einer Pidginisierung, wenn eine Sprache sich durch ihre weite Verbreitung in mehrere Sprachen aufzuteilen beginnt, die untereinander kaum noch kompatibel sind. Folgende Sprachvarianten werden unterschieden:
- Siehe auch: Internationale Klassifizierungen (Englische Sprache) Eine Reihe von Pidginsprachen und Kreolsprachen haben sich auf englischem Substrat entwickelt. Das Eindringen von Anglizismen in andere Sprachen wird manchmal mit abwertenden Namen wie "Denglisch" (Deutsch und Englisch) oder "Franglais" (Französisch und Englisch) versehen. Dabei handelt es sich nicht um Varianten des Englischen, sondern um Erscheinungen in anderen Sprachen.
- Siehe auch: Englische Sprache in anderen Sprachen Der scherzhafte Begriff "Engrish" bezeichnet ebenfalls keine Variante der englischen Sprache, sondern bezieht sich auf das unbeholfene Englisch, das gelegentlich in asiatischen Ländern anzutreffen ist, hier insbesondere bei Japanern, die den Lateral "l", der im Japanischen nicht vorkommt, durch "r" ersetzen.

Ähnliche/Verwandte Wörter

Deutsch und Niederländisch

Überraschend sind die sehr zahlreichen englischen Wörter, bei denen die Verwandtschaft mit dem Deutschen und dem Niederländischen durch Bedeutungsverschiebung oder -verengung oft nicht ins Auge fällt.

Dänisch

Französisch

Textsammlungen

Beim Project Gutenberg stehen zahlreiche Texte frei zur Verfügung.

Siehe auch


- Englische Grammatik
- Ghoti
- Liste englischer Redensarten
- Englische Phonetik
- Englische Sprache in der Werbung
- Liste von Sprachen nach der Zahl ihrer Muttersprachler
- Chronologie englischsprachiger Medien

Literatur


- Wolfgang Viereck, Heinrich Ramisch, Karin Viereck: dtv Atlas Englische Sprache. dtv, 2002. ISBN 3423032391
- J. C. Wells: Accents of English. Volume I: An Introduction. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521297192
- J. C. Wells: Accents of English. Volume II: The British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285402
- J. C. Wells: Accents of English. Volume III: Beyond the British Isles. Cambridge University Press, 1982. ISBN 0521285410
- Michael McCarthy, Felicity O'Dell: English Vocabulary in Use. upper-intermediate and advanced. Cambridge University Press, 1994
- Raymond Murphy: English Grammar in Use. Cambridge University Press, 1985
- Robert Phillipson: Linguistic Imperialism. Oxford University Press, 2000. ISBN 0194371468

Weblinks


- http://dict.leo.org/ – umfangreiches und ständig erweitertes Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Online-Wörterbuch
- http://www.odge.de/ - Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit über 420.000 Übersetzungen (auch ungewöhnliches)
- http://www.dict.cc/ – Deutsch-Englisch und Englisch-Deutsch Wörterbuch mit mittlerweile über 400.000 Übersetzungen
- http://www.dict.org/ – greift auf mehrere Wörterbücher zu, die das dict-Protokoll benutzen
- http://www.EnglishTensesWithCartoons.com Englishe Zeiten
- http://www.phon.ucl.ac.uk/home/estuary/index.html - Estuary English
- http://www.wordorigins.org/ – Die Herkunft einiger hundert englischer Wörter
- http://www.etymonline.com/ – Online Etymology Dictionary, Erklärungen zur Herkunft einiger tausend englischer Wörter
- http://www.englisch-hilfen.de/ – kostenlose Nachhilfe mit Erklärungen und Übungen
- http://www.ego4u.de/ – Englische Grammatik Online
- http://www.sprachschule-lbt.de/index.php?sprachschulen=englischkurse-5-spaltensystem&englisch-lernen=lernhilfen – kostenloses Grammatiksystem der englischen Sprache zum Selbstlernen
- http://www.quickdic.de/ – Wörterbuch zum Herunterladen
- http://www.phrasen.com/ – Wörterbuch der englischen Redewendungen
- http://www.urbandictionary.com - Slang Dictionary
- http://www.woerterbuch.info/ – Deutsch-Englisch Wörterbuch mit 600.000 Übersetzungen und 125.000 Synonymen
- http://www.alt-usage-english.org/audio_archive.shtml - Sprachfiles für Indisch-, Britisch-, Austrailienenglish und noch vieles mehr Kategorie:Einzelsprache Kategorie:Englische Sprache Kategorie:Anglistik als:Englische Sprache ja:英語 ko:영어 ms:Bahasa Inggeris simple:English language th:ภาษาอังกฤษ zh-min-nan:Eng-gí

Musik

Die Musik (griechisch μουσική (τέχνη) - musiké (téchne) - Kunst der Musen, in der lateinischen (ars) musica bereits in der eingeengten Bedeutung Tonkunst, Tonwerk, musikalische Darbietung, bereits im Althochdeutschen als Lehnwort; ähnliche Entlehnung in unzähligen weiteren Sprachen) bezeichnet
- die Tonkunst: die künstlerische Erzeugung akustischer Ereignisse;
- Werke der Tonkunst;
- umgangssprachlich die Wiedergabe musikalischer Werke ("Wollen wir Musik hören?"). Für eine strukturierte Linkliste siehe: Portal:Musik.

Genauere Begriffsbestimmung und das Material der Musik

Musik ist gestaltete Zeit (im Gegensatz etwa zur bildenden Kunst, die Raum gestaltet). Musik kann nur als Ablauf in der Zeit erlebt werden. Aus diesem Grund setzt Musik beinahe begriffsnotwendig eine rhythmische Ordnung ihres Rohmaterials (Geräusche, Töne, Klänge) voraus. Außer durch Rhythmus kann musikalisches Material durch Melodie (die Abfolge verschiedener Tonhöhen) und Harmonie (die Gleichzeitigkeit bestimmter Tonhöhen) organisiert sein. In Einzelfällen wird auch ein räumlicher Effekt, der dadurch entsteht, dass jedes Instrument an einer Stelle erklingt und somit (begrenzt) ortbar ist, gezielt eingesetzt, etwa in mehrchöriger Musik mit entsprechender räumlicher Aufstellung der einzelnen Gruppen. Eine genaue Bestimmung, was Musik ist und was nicht, ist nicht möglich. Gestaltung durch den Menschen ist keine notwendige Voraussetzung, sofern man nicht die Laute der Vögel ausschließen möchte. Gedankenloses Vor-sich-hin-pfeifen, die Fahrgeräusche einer Lokomotive und das Stimmen eines Instruments sind andere Grenzfälle, an denen jeder Versuch einer scharfen Abgrenzung von Musik und Nicht-Musik scheitern muss. Schließlich haben avantgardistische Komponisten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ganz bewusst die Grenzen dessen, was Musik ist, gesprengt, indem sie darauf verzichteten, Rhythmus, Harmonie, geschweige denn Melodie zu gestalten: Beispielsweise wurden mit dem Tonbandgerät aufgezeichnete Allerweltsgeräusche in den Konzertsaal geholt, die Beschränkung auf tonale (Dur- und Moll-)Systeme aufgegeben (Atonalität; Arnold Schönberg, Theodor W. Adorno), musikalische Werke unter Zufallsbedingungen hergestellt (Aleatorik) oder Stille als Musikstück deklariert (John Cage).

Musikwissenschaft

Die Musikwissenschaft und ihre Disziplinen behandeln mit wissenschaftlicher Methodik die Entwicklung und Entstehung von Musik (Musikgeschichte), ihre Komponisten, deren Werke und Interpreten sowie die Musikinstrumente (Instrumentenkunde). Weitere Forschungsrichtungen der Musikwissenschaft sind die Musiktheorie, als Werkzeug der Analyse und als Kompositionskunde, mit der Königsdisziplin Harmonielehre, sowie die Musiksoziologie und Musikpsychologie. Die Musikwissenschaften werden grob in drei Gruppen eingeteilt: # systematische Musikwissenschaften:
Musiksoziologie, Musikästhetik, musikalische Akustik, Musikpädagogik, Musikpsychologie, musikalische Volkskunde (Musikethnologie), Physiologie des Instrumentalspiels # angewandte Musikwissenschaften:
Musikkritik, Musiklehre, Instrumentenbau # historische Musikwissenschaften:
Instrumentenkunde, Notationskunde, Satzkunde, Ikonographie, Quellenkunde, Stilkunde, Biographie, musikalische Aufführungspraxis

Gattungen, Formen, Genres und Stile

Mit der Systematisierung von Musik nach intersubjektiven Kriterien beschäftigen sich die Disziplinen Gattungskunde und Formenlehre sowie die Stilkunde (siehe Stilrichtungen der Musik). Die Musikwissenschaften haben mehrere Ordnungsdimensionen entwickelt, die mit unterschiedlichem Erfolg auf Musik angewendet werden. Nach Art der Beteiligung:
- Vokalmusik (siehe auch a cappella)
- Instrumentalmusik Nach wertmäßiger Einordnung:
- E-Musik (so genannte Ernste Musik),
- U-Musik (Unterhaltungsmusik, Populäre Musik). (wobei gerade diese Unterteilung, so wie auch die ihr zu Grunde liegenden Werte, verschiedentlich hinterfragt und auch abgelehnt wurden und werden) Nach Herkunft:
- Musik aus der europäischen Abstammungslinie (alte, klassische, romantische, zeitgenössische Musik)
- Außereuropäische Musik, heute auch Weltmusik genannt, die von der Musikethnologie untersucht wird Nach Verwendungszweck, bzw. Anlass der Entstehung:
- Funktionale Musik, von liturgischer Musik über Militärmusik, Filmmusik bis zur Muzak
- Autonome Musik, die um ihrer selbst willen komponiert und aufgeführt wird
- Programmmusik, der ein außermusikalisches Programm zugrundeliegt
- Virtuosenmusik, die nur der Zurschaustellung der Fähigkeiten eines Virtuosen dient
- Gelegenheitskomposition, im Gegensatz zu gültigen Werken eines Komponisten
- Sakrale Musik und Liturgische Musik, z.B. Choral, Kirchenlied, Messe, Oratorium
- Profane Musik oder Weltliche Musik Nach Tonsystemen:
- Kirchentonarten
- Neuntonmusik (speziell... siehe Osvaldo Antonio Ovejero [http://www.mica.at/person/person_detail.asp?clr=5&iID=69010 externer Link] )
- Zehntonmusik (fernöstlich)
- Zwölftonmusik (üblich)
- Vierteltöne Nach Menge der Beteiligten:
- Solo
- Duett/Duo
- Terzett/Trio
- Quartett
- Quintett
- Sextett
- Septett
- Oktett
- Nonett
- Dezett
- Orchester
- Chormusik
- Ensemble Als Spezialfall des 19. und 20. Jahrhunderts nach Tonalitätsvorstellung:
- Tonale Musik
- Atonale Musik

Beziehung zu anderen Kunstformen

Architektur

In der griechischen und römischen Antike waren Musik und Architektur viel enger miteinander verknüpft als dies heute der Fall ist. Architekten, Musiker und Philosophen haben in den Jahrhunderten nicht nur immer wieder Verbindungen zwischen den beiden Künsten gesucht und auch geschaffen, sondern sich auch wechselseitig neue Impulse gegeben. Der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling sagte im Jahre 1859: Architektur ist erstarrte Musik. In ähnlicher Weise ist bei Arthur Schopenhauer zu lesen: Architektur ist gefrorene Musik. Mehr zur Beziehung von Musik und Architektur siehe Architektur#Musik.

Literatur

Die Verbindung von Musik und Text/ Literatur ist in vielen Musikstilen elementarer Bestandteil bzw. konstituiert bestimmte musikalische Gattungen (Oper/ Kunstlied/ Popsong) überhaupt erst. Von Interesse dabei ist der Gesamtausdruck, der im Zusammenspiel von Musik und Text entsteht. Es kann aber auch vorrangig um eine inhaltliche Mitteilung gehen, wie sie mit dem Liedtext scheinbar beabsichtigt ist. Liebes- und Protestlied sind solche Formen der direkten Aussage. Allerdings wird durch die musikalische "Verpackung" der Inhalt mit einer Wertung versehen, die Sender und Empfänger in der Kommunikation entweder verstehen oder missverstehen können. Eine indirektere Verbindung von Musik und Literatur stellen Schauspilemusiken dar, die in ihrer Wirkung bereits eine gewisse Nähe zur Filmmusik aufweisen.

Anwendung

Während Musik oft als reine und zweckfreie Kunst angesehen wird, ist ihre gezielte Nutzung weit verbreitet: Zum Beispiel zum Wecken bestimmter Emotionen (z. B. Werbung, Filmmusik), zur Verdeutlichung von Inhalten, die über ein anderes Medium (z. B. Text, Stimme, Video/Animation) übermittelt werden, zu therapeutischen Zwecken (Musiktherapie), u. v. m. Auch die Kombination mit anderen Kunstformen ist in der Musik besonders häufig, z.B. mit Lyrik (Lied, Oper, Popsong usw.) oder Tanz (Ballett). Aufgrund dieser kommunikativen Funktion bezeichnet man Musik auch als eine universelle Sprache. Musik kann entweder spontan entstehen (Improvisation), oder nach schriftlich fixierten Aufzeichnungen ausgeübt werden (Komposition, Notenschrift).

Geschichte

Die Entwicklung der Musik kann in Epochen unterteilt werden, die sich in der konventionellen Musikgeschichte an die Formen der Bildenden Kunst und Architektur anlehnen (z.B. Musik der Antike, Renaissancemusik, Barockmusik, Klassische Musik usw.); neuere Forschungen bemühen sich jedoch, eine Historiographie zu entwickeln, die weniger von den äußeren Rahmenbedingungen als vielmehr der musikalischen Strukturen selbst ausgeht. In der Chronologie der musikalischen Entwicklung können folgende eurozentristische Abschnitte unterschieden werden:
- Mittelalter - Musik vor dem 13. Jahrhundert, Musik des 13. Jahrhunderts
- Musik der Neuzeit - Musik des 14. Jahrhunderts, Musik des 16. Jahrhunderts, Musik des 17. Jahrhunderts, Musik des 18. Jahrhunderts, Musik des 19. Jahrhunderts
- Musik der Moderne und Postmoderne - Musik des 20. Jahrhunderts

Musiksoziologie

Musik ist nicht nur Selbstzweck und Kulturgut, sondern auch eine umsatzstarke Branche der Kulturindustrie. Die heutige Musikindustrie prägt musikalische Entwicklungen (Casting-Bands, Schaffen von Opernstars), absorbiert und kommerzialisiert unabhängig entstandene Formen (Jazz, Punk) und übt in Form von massiver Lobbyarbeit Einfluss auf politische Entscheidungen aus (Copyright).
Weitere Themenbereiche der Musiksoziologie sind Identitätsbildung durch geteilte Musikpräferenzen (siehe auch Jugendmusikkultur) und die Eingebundenheit der Musikausübung und des Musikonsums in gesellschaftliche Strukturen wie Geschlecht, soziale Klasse und Lebensstil.

Musik und Mensch

Kulturhistorisch und bei der Entstehung der Säugetier-Art Mensch (Evolution) spielen Musik und ihre Wahrnehmung durch Ohr, Gehirn und die individuelle Rezeption im Sinne einer sofortigen, unvermeidbaren Bewertung eine enorme Rolle. Musikgeschmack, Musikvorlieben, musikalische Bildung haben alle hörenden Menschen - sie sind sich nur nicht einig in der Bewertung. Diese ist immer subjektiv und gleichzeitig ist sie kulturell geprägt (musikalische Sozialisation). Ob Musik zur Kommunikation vor der Sprachentwicklung oder beide in einer wechselseitigen Beeinflussung stattfanden, wird sich nicht mehr klären lassen. Aber Musik als Kommunikationsmitttel ist weltweit verbreitet. Die Psychologie sagt, dass Musik Emotionen transportiert aber auch Emotionen verändert. Das ist unabhängig von der Frage des Unterschieds von Vokalmusik und der Nutzung von Instrumenten zur Musikerzeugung oder -verstärkung.

Musiktechnologie

Neben den Unternehmen der Medienindustrie übt auch die Musiktechnologie zunehmenden Einfluss auf Hörgewohnheiten und das Musikangebot aus. Für die Rezeption von aufgezeichneter Musik sind Abspielgeräte (Tonbandgerät, Schallplattenspieler, CD-Spieler, MP3-Player usw.) notwendig, die sich zunehmend an den Möglichkeiten der Computertechnologie orientieren. Mit der Einführung der Audio-CD begann die Digitalisierung der Musik; durch das Aufzeichnungsformat MP3 wurde die psychoakustische Kompression von Musik eingeführt, bei der solche Anteile aus Musikdaten entfernt werden können, die für die Klangqualität als weniger wichtig erachtet werden. Da damit die Gefahr von unberechtigten Kopien (Raubkopien) heraufbeschworen wurde, werden heute Audiodateien zusehends mit Hilfe von DRM Digital Rights Management versehen, das nur eine feste Anzahl autorisierter Kopien erlauben soll. Mit der Einführung neuer Technologien wie z. B. der DVD-Audio oder der SACD (Super Audio CD) ist die bis dato vorherrschende Wiedergabe-Technologie im Ein-Kanal- (Mono) bzw. Zwei-Kanal-Verfahren (Stereo) um mehrkanalige (im allgemeinen Fünf-Kanal-, "Surround" genannte) Wiedergabemöglichkeiten erweitert worden. Der Einfluss der Technologie auf die Musik geht aber weit über die Verfahren zur Speicherung und Wiedergabe von Musikstücken hinaus. Wie seit jeher Instrumentenbauer die technischen Möglichkeiten ihrer Zeit auf der Suche nach dem vollendeten Klang auszuschöpfen suchten, so hat auch das 20. Jahrhundert die Elektronik zur Schaffung neuer Musikinstrumente mit eigenständigem Klangcharakter genutzt. Beispiele hierfür sind u.a. die Elektrogitarre, die Hammondorgel oder der Synthesizer. Des weiteren wird in modernen Produktionsstudios immer mehr auf Computer zur Erstellung von Musik gesetzt. Wichtig sind hier Systeme wie MIDI oder Software Synthesizer, mit denen ganze Orchester imitiert werden können. Neben der Speicherung und Produktion von Musik wird auch das Nachschlagen durch moderne Technologie vereinfacht. In den fünfziger und siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts erschienen Bücher wie Barlow und Morgensterns "A Dictionary of Musical Themes" und Parsons' "A Directory of Tunes and Musical Themes", die es dem Leser ermöglichen, Melodien z. B. anhand des Parsons-Codes zu identifizieren. Inzwischen gibt es aber viel bessere Methoden dafür, z. B. Musipedia, eine Online-Suchmaschine für Melodien.

Wirkungen

Der Musik werden die unterschiedlichsten emotionale und psychologische Wirkungen zugeschrieben; das Spektrum reicht von der einer heilenden Wirkung (z. B. Musik von Bach und Mozart, New Age-Musik) bis hin zu "destruktiven" Wirkungen (z. B. bei Death Metal, Gothic, Musik von Schönberg), die durchaus beabsichtigt sein können. Bis heute konnten die Musikwissenschaft und ihre Hilfsdisziplinen nicht abschließend klären, in welchem Grad diese Wirkungen mit den kulturellen Rahmenbedingungen zusammenhängen; so wurde durch die Verbreitung der Rockmusik noch vor wenigen Jahrzehnten der Untergang des Abendlandes befürchtet; andererseits weist die Medienwirkungsforschung zumindest in speziell dispositionierten Fällen Wirkungen wie Selbsttötungen nach. Allerdings sind auch diese Forschungsergebnisse umstritten. Auch Pflanzen und Tiere sollen auf Musik reagieren; bestimmter Musik wird eine positive Wirkung auf das Wachstum von Zimmerpflanzen nachgesagt; selbst in der Tierhaltung wird gelegentlich Musik eingesetzt. Vollkommen im Bereich der Spekulation liegt die Unterstellung der universellen Verständlichkeit von Musik; so kommunizieren Erdenbewohner in Steven Spielbergs Spielfilm Unheimliche Begegnung der dritten Art mit außerirdischen Besuchern über Tonfolgen und Klänge. Selbst die heutigen Raumsonden der NASA und ESA enthalten Aufzeichnungen von Musik, die der Verständigung mit außerirdischen Lebensformen behilflich sein sollen (siehe Sounds of Earth).

Literatur


- MGG - Musik in Geschichte und Gegenwart: allgemeine Enzyklopädie der Musik hrsg. von Friedrich Blume. Bärenreiter Metzler. MGG Personenteil in 17 Bänden (1999 ff.), MGG Sachteil in 10 Bänden. [http://www.mgg-online.com]
- Leonard Bernstein: Musik - die offene Frage. Vorlesungen an der Harvard-Universität. München: Goldmann, 1976. ISBN 3-442-33052-1
- Hans Renner: Grundlagen der Musik - Musiklehre. Stuttgart: Reclam, 1953. ISBN 3-15-007774-5
- dtv-Atlas Musik. Bd. 1 u. 2. ISBN 3423030224
- Harenberg Komponistenlexikon. Dortmund 2001. ISBN 3-611-00978-4 "Das grosse Lexikon der Musik", herausgegeben von Marc Honegger und Günther Massenkeil, Freiburg im Breisgau 1978 und 1987

Siehe auch


- Portal:Musik
- Musikliteratur
- Universalien der Musikwahrnehmung

Weblinks


- [http://www.miz.org/ Deutsches Musikinformationszentrum, Bonn]
- [http://dma-opac.ddb.de/ Online-Katalog (OPAC)] des Deutschen Musikarchivs Berlin
- [http://www.gnoosic.com/ Gnoosic - Das webbasierte Empfehlungssystem für Musik]
- [http://www.music-map.de/ Music-Map - Die Welt der Musik nach Geschmack sortiert]
- [http://de.musipedia.org/ Musipedia - kollaborative Musikenzyklopädie, eine Art Wikipedia für Musik]
- [http://www.hirnforschung.de/Musik.php4 Newsletter zu Gehirn und Musik von hirnforschung.de]
- [http://www.gratisipodvideo.de.vu/ Seite des beliebtesten Musikplayers, des Ipods] !Musik Kategorie:Musiktheorie fiu-vro:Muusiga ja:音楽 ko:음악 ms:Muzik simple:Music th:ดนตรี

Notenlinie

Notenlinien sind heutzutage ein System aus 5 waagerechten, parallel verlaufenden Linien, die in der Notation der Musik die Tonhöhe anzeigen. Jeder Linie ist dabei durch einen Notenschlüssel oder die Legende der Partitur im Vorwort eine bestimmte Tonhöhe zugeordnet. Die Notenzeichen werden entweder auf einer Linie oder zwischen zwei Linien platziert. Gruppen von Liniensystemem können in Akkoladen zusammengefasst werden. Seit dem 9. Jahrhundert sind in der Notation der abendländischen Musik Notenlinien gebräuchlich. Mit ihrer Hilfe konnten die zuvor ohne genau erkennbare Tonhöhenangabe benutzten (adiastematischen) Neumen in ihrer Tonhöhe genau erfasst werden (diastematische Neumen). Nachdem zunächst nur eine oder zwei Linien gebräuchlich waren, setzte sich seit Guido von Arezzos Neuerungen um 1025 allmählich das noch heute benutzte System mit fünf Linien durch, die im Terzabstand zueinander stehen. Seit dem 12. Jahrhundert wird für einstimmige Melodien auch heute noch die Choralnotation verwendet, ein System mit vier N. Darüber hinaus werden in Partituren auch gerne einlinige Schlüssel für Perkussionsinstrumente eingesetzt. Neben dem heutigen fünflinigen System waren in der Vergangenheit auch ein- und dreilinige Systeme in Verwendung (siehe Neumen). In der Mitte des 20. Jahrhunderts entstanden zudem weitere Liniensysteme, die sich entweder an der Lage der schwarzen und weißen Tasten auf dem Klavier orientierten, oder ein kontinuierliches Tonhöhensystem darzustellen versuchten. Diese Liniensysteme konnten sich jedoch nicht als allgemeiner Standard durchsetzen. Zeitgenössische Partituren verwenden nach Bedarf gelegentlich auch vom fünflinigen System abweichende Systeme. kategorie:Notenschrift

Violine

Die Violine oder Geige ist ein aus verschiedenen Hölzern gefertigtes Saiteninstrument. Ihre vier Saiten werden mit einem Bogen gestrichen (Streichinstrument). In der Tradition der klassischen europäischen Musik spielt die Violine eine eminent wichtige Rolle, fast alle Komponisten haben ihr einen wichtigen Teil ihres Schaffens gewidmet, einige waren sogar selbst Geiger, zum Beispiel Bach, Haydn oder Mozart. Violinen werden von Geigenbauern hergestellt. Die Bezeichnung Violine bedeutet eigentlich „kleine Viola“, die Herkunft des Wortes Geige ist strittig, es könnte von einem lautmalerischen „gig“ kommen, das (ähnlich wie in „gickeln“ oder „kiecksen“) die helle Klangfarbe beschreibt. Das Wort „geigen“ für „hin- und her bewegen“ hat sich aber erst aus dem Instrumentennamen entwickelt.

Aufbau und Funktion

Die wichtigsten Bauteile


- Der Hals mit einer Länge von ca. 13 cm
- mit dem Griffbrett von ca. 27 cm Länge, welches ca. 14 cm über den Korpus (ca. 35 - 36 cm) hinaus ragt.
- Die Schnecke am Ende des Halses, oft Erkennungsmerkmal eines guten Geigenbauers.
- Die Decke, der mit den F-Löchern versehen gewölbte aus Fichtenholz gefertigte obere Teil. Fichtenholz
- Der Bassbalken
- Der Stimmstock (die Seele), dessen präzise Platzierung den Klang der Violine erheblich beeinflusst und reguliert.
- Die Zargen: die Seitenteile des Instrumentes, meist wie der Boden aus Ahorn.
- Der Rücken: Boden meist aus Ahorn gefertigt.
- Der Lack schützt das Holz des Instrumentes vor Umwelteinflüssen und konserviert dessen Schwingungseigenschaften. Jedoch hat er kaum einen Einfluss auf den Ton eines Instrumentes (siehe Geigenlack).

Funktionsweise

Die Violine ist mit vier Saiten im Quintenabstand (g - d’ - a’ - e’’) bespannt, die am unteren Ende des Korpus am Saitenhalter, am oberen Ende des Halses auf Wirbeln im Wirbelkasten befestigt sind. In der Mitte des Korpus drücken die Saiten auf den Steg, der als Brücke zwischen der schwingenden Saite und dem Resonanzkörper dient. Hierdurch werden die Schwingungen der Saiten auf den Korpus übertragen. Die Violine ruht auf dem linken Schlüsselbein und wird leicht von der linken Hand des Geigers gestützt; die linke Hand greift die Saiten, die rechte Hand den Bogen, mit dem die Saiten gestrichen werden. Auf dem Griffbrett befinden sich keine Bünde. Daher muss der Violinist, um den Ton einer Saite zu erhöhen, die niederzudrückende Stelle genau treffen. Mit der Technik des Doppelgriffs können mehrere Saiten zugleich gestrichen werden und es ist möglich, mehrstimmig zu spielen. Es gibt neben dem Streichen andere Techniken, die Saiten zum Schwingen zu bringen: Durch Zupfen (pizzicato oder pizz.) oder Schlagen mit harten oder weichen Gegenständen sowie den Ort der Anregung kann die Klangfarbe weitreichend beeinflusst werden. An der Violine kann ein Dämpfer angesetzt werden (sordino) oder es wird ein Flageolett gespielt, indem die Finger der linken Hand an bestimmten Stellen nur leicht auf die Saite gelegt werden, wodurch sie flötenartig klingt. Die Stärke der Anregung bestimmt die Lautstärke. Durch Hin- und Herbewegen des Fingers bzw. des Handgelenkes lässt sich ein Vibrato des Tons erzeugen.Dann gibt es noch Staccato, was bedeutet, dass die Töne mit dem Bogen hart, schnell und kurz gespielt werden, das Detaché, das man spielt, indem man die Töne lange und breit streicht (das Gegenteil von staccato) und das Legato,wobei die Töne miteinander verbunden werden. Vibrato

Verwandte Instrumente

Kleinere und handlichere Abarten der Geige sind Miniaturgeige (Pochette) und Violino piccolo. Eine größere und tiefer klingende Bauform der Violinarten ist die Bratsche, auch Viola genannt. Zur selben Instrumentenfamilie gehört das Violoncello, das aber in einer anderen Haltung gespielt wird, nämlich mit dem Hals nach oben und dem Spieler abgewandter Vorderseite. Der Kontrabass hat sowohl bauliche Eigenschaften der Gamben, zu denen er einst auch gezählt wurde, als auch der Geigenfamilie.

Geschichte

Vorläufer der Violine stammen aus dem spanisch-maurischen Raum im 8. Jahrhundert. Als weiterer Vorläufer ist das Rebec bis ins 16. Jahrhundert gespielt zu nennen. Die bis heute im Wesentlichen unveränderte Form der Violine ist seit etwa 1540 gebräuchlich. Die erste urkundliche Erwähnung der Violine erfolgte um 1523, als in Turin am Hofe des Herzogs von Savoyen "les trompettes et vyollons de Verceil" (Trompeten und Violinen aus Vercelli) ein Honorar erhielten. Die älteste Abbildung einer Violine ist eine violinspielende Putte auf dem Altarbild in der Kirche S. Cristoforo in Vercelli. Bekannte italienische Geigenbauer waren Andrea Amati, Nicola Amati, Guarnerius del Gesu, Antonio Stradivari. In Frankreich war es vor allem Jean Baptiste Vuillaume bekannt, dessen Kopie einer Guarneri-Geige im Kasten rechts oben zu sehen ist. Nördlich der Alpen sind Jakobus Stainer aus Absam, die Familien Klotz aus Mittenwald und die Familien Fichtl aus Füssen erwähnenswert. Füssen Im Laufe der Zeit unterlag die Violine einigen baulichen Veränderungen, die sich auf den Klang auswirkten. Die Bauformen des 19. Jahrhunderts haben einen längeren und schräger angesetzten Hals und einen stärkeren Bassbalken als die Violinen in der alten Mensur. Dank längerer Saiten und dem nunmehr gestreckt-konkaven Bogen erhöhte sich die Lautstärke und entsprach somit den immer größer werdenden Konzertsälen und Orchestern. Seit Beginn der 1950er Jahre kehrte man jedoch für die Aufführung Alter Musik zu den ursprünglichen Bauformen heute Barockgeige genannt zurück. Diese ermöglicht eine historische Aufführungspraxis, die uns die Klangideale des 17. und 18. Jahrhunderts nahebringt. Der industrielle Geigenbau hatte in Japan seinen Ursprung durch Masakichi Suzuki (1859-1944), dem Vater des berühmten Violinpädagogen Shinichi Suzuki. Der Betrieb beschäftigte bereits nach kurzer Anlaufzeit über 1000 Mitarbeiter und stellte innerhalb eines Monats bis zu 400 Violinen und 4000 Bögen her.

Verwendung in der Musik

Die Violine ist mit der Entwicklung der europäischen Musik der Neuzeit eng verbunden und wurde dementsprechend reich mit Literatur beschenkt. Im folgenden kann nur ein kurzer Abriss über ihre vielfältigen Aufgaben gegeben werden:

Solistisch

Wichtige Werke für Solovioline (ohne Begleitung) gab es in der Barockzeit zuhauf, erwähnenswert sind hier als Komponisten vor allem Biber, Telemann und Bach. Hier wurde vor allem mit Doppelgriffen die Möglichkeit ausgereizt, auf einer Geige mehrere Stimmen klingen zu lassen. In der Klassik und Romantik war diese Gattung (ebenso wie Solowerke für andere Instrumente, abgesehen von Klavier oder Orgel) weniger verbreitet, im 20. Jahrhundert erlebte sie mit Kompositionen von Bartók, Stravinsky oder Hindemith eine neue Verbreitung. Aus der im Barock sehr beliebten Sonate für Violine und Generalbass entwickelte sich bei Joseph Haydn die Violinsonate mit Klavier. Hier, wie auch in den frühen Sonaten von Mozart war die Geige zunächst als Begleitinstrument konzipiert, mit der Zeit aber wuchs ihre Bedeutung, doch auch bei den späteren Sonaten von Beethoven, Schubert, Brahms oder Debussy ist das Klavier gleichwertiger Partner, weshalb diese Gattung eher zur Kammermusik gerechnet werden muss. Die ersten Violinkonzerte entwickelten sich zunächst aus dem zeitweisen Hervortreten des Konzertmeisters aus dem barocken Streichorchester (Siehe auch: Concerto grosso). Bald entstanden die ersten als solche deklarierten Violinkonzerte, wie jene von Vivaldi oder Bach. Alle drei großen Wiener Klassiker schrieben Violinkonzerte, ebenso die wichtigen romantischen Meister (Mendelssohn Bartholdy, Schumann, Brahms oder Bruch) und auch viele spätere Komponisten wie Schönberg, Berg oder Stravinsky. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden auch einige Werke für Solovioline mit Orchesterbegleitung komponiert, die formal freier waren und sich von der reinen Konzert-Gattung abheben wollten, wie die „Symphonie espagnole“ von Lalo oder Ravels „Zigeuner“-Rhapsodie „Tsigane“.

Kammermusik

Kaum ein Werk der Streicher- oder gemischten Kammermusik kommt ohne Geige(n) aus: Die wichtigsten Gattungen sind Violinsonate, Streichtrio, Klaviertrio, Streichquartett, Klavierquartett, Streichquintett, Streichsextett. In vielen dieser Besetzungen hat die Geige die wichtigste Melodiestimme. Ihre oft konzertanten Aufgaben lassen sie dabei die sprichwörtliche „erste Geige“ spielen.

Orchester

Im Orchester gibt es seit der Barockzeit (wie im Streichquartett) zwei verschiedene Violinstimmen, die aber zumeist chorisch, also mehrfach besetzt sind: In einer groß besetzten romantischen Sinfonie spielen im allgemeinen 16 erste und 14 zweite Geigen, gelegentlich auch mehr. Beide Gruppen werden dabei üblicherweise von einem oder mehreren Stimmführer(n) am vorderen Pult geleitet. Ganz vorne in der ersten Geigengruppe sitzt der Konzertmeister, der manchmal Soli zu spielen hat und eine besondere Verantwortung für das ganze Orchester trägt.

Jazz, Band, Crossover

Auch in der neueren Unterhaltungsmusik spielt die Geige eine wichtige Rolle: Im Tango-Orchester ebenso wie in „Zigeuner“-Kapellen oder in manchen Jazz-Formationen (Stéphane Grappelli, Joe Venuti, Didier Lockwood). Viele modernen Geiger machen, ob aus musikalischem oder finanziellem Interesse, Ausflüge in Crossover-Projekte (Nigel Kennedy, Anne-Sophie Mutter). Darüber hinaus kann man die Geige auch in Bands finden, die sich stilistisch in den Richtungen Mittelalterrock oder Folk-Metal/Folk-Rock bewegen. Hier wären Fiddler's Green, Schandmaul und Skyclad anzuführen. Der Gebrauch der Geige leitet sich hier aus dem historischen Hintergrund der Verwendung im Mittelalter, sowie in der Folk-Szene ab. In der übrigen U-Musik wird die Geige eher selten als Solo-Instrument gebraucht. Man verwendet hier jedoch gerne elektronisch erzeugte Streicherpassagen um eine romantische Stimmung zu erzeugen.

Pädagogik

U-Musik Das Violinspiel kann man schon als kleines Kind (mit ca.4 Jahren) erlernen. Damit die Kinder sich die Namen der Saiten merken können (G-D-A-E), haben sich Lehrer eine "Eselsbrücke" ausgedacht: Geh Du Alter Esel. Viele Pädagogen meinen, für eine große Karriere ist der frühestmögliche Start unerläßlich. Es existiert daher auch eine große Anzahl kindgerechter Violinschulen. Ein heute weitverbreites Beispiel ist die Suzuki-Methode, nach seinem Entwickler Shinichi Suzuki benannt.

Geschichte der Violinpädagogik

Eines der wichtigsten, großen pädagogischen Werke über die Violine entstand schon 1756, sein Autor war Leopold Mozart, der Vater von Wolfgang Amadeus. Sein Versuch einer gründlichen Violinschule wird heute vor allem als wichtige Quelle für das Studium der historischen Aufführungspraxis verwendet. Noch frühere Versuche eine Methode des Violinspiels zu erstellen, reichen in das Zeitalter des Barock zurück. So hat sich der italienische Geiger Francesco Geminiani vor allem um die Violinpädagogik verdingt gemacht. Giuseppe Tartini schrieb in seinem 50 Etuden umfassenden „L'arte dell arco“ das erste Lehrwerk über die Bogenführung. Auch berühmtere Komponisten wie Georg Philipp Telemann nahmen sich das Wohl ihrer Schüler zu Herzen und schrieben wie Letztgenannter beispielsweise die "Methodischen Sonaten", in denen die langsamen Sätze einmal einfach und schlicht und einmal mit barocker Verzierungsmöglichkeit ausgesetzt sind. Modernere und systhematische Lehrwerke entstanden im frühen 19. Jahrhundert in Frankreich, nach der Gründung des Pariser Konservatoriums. Einige der namhaften Autoren solcher Werke sind Pierre Rode, Pierre Baillot, Rodolphe Kreutzer, Charles Auguste de Bériot, Carl Flesch und in Deutschland Ludwig Spohr.

Kleine Geigen

Für kleine Hände und kurze Arme gibt es auch kleinere Instrumente, sogenannte halbe, Viertel- oder Achtel-Geigen, ja sogar 1/16- und 1/32-Instrumente werden hergestellt. Hierbei darf man aber aus dem Bruch im Namen nicht auf die reale Größe schließen, tatsächlich hat eine halbe Geige etwa 80% der Größe einer „Ganzen“ und eine Viertel ungefähr 70%.

Literatur


- Stefan Drees (Hrsg.): Lexikon der Violine, 2004, Laaber Verlag, Laaber - ISBN 3890075444
- Yehudi Menuhin, William Primrose: Violine und Viola. (Menuhins Musikführer), 1993, Ed. Sven Bergh, - ISBN 3716301752
- Hugo Pinksterboer: Pocket-Info, Violine und Viola 2003, Music Distribution Services GmbH - ISBN 3795755352
- Paul O. Apian-Bennewitz: Die Geige, der Geigenbau und die Bogenverfertigung, 1998, Simon & Wahl - ISBN 3923330340
- Leopold Mozart: Versuch einer gründlichen Violinschule, Faksimileausgabe, 1995, Bärenreiter - ISBN 3761812388

Weblinks


- [http://www.geigen.ch/de/geschichte_der_violine.htm Geschichte und Entstehung der Violine] (Webseite eines Geigenbauers)
- [http://www.lehrsaiten.de lehrsaiten.de] Portal für Violinpädagogen
- [http://icking-music-archive.org/ByComposer/Tartini.html Tartinis arte dell arco zum herunterladen] Kategorie:Streichinstrument ja:ヴァイオリン ko:바이올린

Blasinstrument

Blasinstrumente sind zu den Aerophonen gehörige Musikinstrumente, bei denen ein Spieler durch seinen Atem mit einem Mundstück die Luft innerhalb von Röhren zum Schwingen bringt. Im weiteren Sinne werden auch Aerophone, bei denen der Luftstrom mit einem Luftsack oder Blasebalg erzeugt wird, zu den Blasinstrumenten gezählt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Vielfalt der vorhandenen Blasinstrumente in Gruppen einzuordnen.

Traditionelle Klassifikation

Die gebräuchlichste, historisch gewachsene, aber nicht ganz von inneren Widersprüchen freie Einteilung der Blasinstrumente in Holz-, Blechblasinstrumente und Durchschlagzungeninstrumente erfolgt hauptsächlich nach der Art der Tonerzeugung. Blechblasinstrumente musizieren in der Regel mit Hilfe einer ungeteilten, schwingenden Luftsäule, das heißt, der gesamte Luftstrahl durchläuft das Instrument bis zur Schallöffnung. Der Ton wird mit den Lippen erzeugt. Bei Holzbläsern wird die Luftsäule geteilt, also an verschiedenen Stellen Luft vorher abgeleitet. Der Ton entsteht im Instrumentenmundstück. Die Mundstücke von Holzblasinstrumenten entsprechen Bauformen, die früher ausschließlich an hölzernen Instrumenten verwendet wurden (Rohrblatt, Kernspalte). Deshalb gehören auch Querflöten mit Metallkorpus und Saxophone zu den Holzblasinstrumenten. Dem gegenüber gehören z.B. die Alphörner oder die, kaum noch gebräuchliche, Ophikleide zu den Blechblasinstrumenten, obwohl ihr Korpus aus Holz besteht, da sie mit einem Kesselmundstück angeblasen werden. Die Schwingungserzeugung erfolgt also ausschließlich mit den Lippen. Die Mundstücke der Blechblasinstrumente sind üblicherweise aus versilbertem oder vergoldetem Messing oder aus Neusilber. Daneben gibt es auch solche aus Plexiglas oder Kunststoff (Vorteile beim Spielen bei kühler Witterung). Die Rohrlänge beeinflusst die Tonhöhe, da eine längere Luftsäule einen tieferen Ton bewirkt. Die Rohrform und das Material beeinflussen den Klang bzw. die (Klangfarbe).

Holzblasinstrumente

Klangfarbe Die Holzblasinstrumente lassen sich unterteilen in die Flöteninstrumente (mit Anblaskante) und die Rohrblattinstrumente mit einem oder zwei schwingenden Rohrblättern. Eine vollständige Liste bietet die :Kategorie:Holzblasinstrument.

Flöteninstrumente

Die ältesten Instrumente mit Anblaskante, wahrscheinlich die ältesten Blasinstrumente überhaupt, sind jene in der Art der Blockflöte. Auch die Panflöte lässt sich weit in die Vorzeit zurückverfolgen. Die Flöte des Alten Testaments heißt Chalil. Aus der Schwegelpfeife des Mittelalters entstand die Traversflöte, die sich zur Querflöte und ihren Unterarten (Piccoloflöte, Altflöte) weiterentwickelte. Als Lärm-, Rhythmus- und Effektinstrumente werden auch Trillerpfeifen und Blockflötenköpfe verwendet.

Rohrblattinstrumente

Die ältesten Vertreter dieser Art sind die primitiven Doppelrohrblattinstrumente in Ägypten und Griechenland (Aulos), Vertreter sind Schalmei, Rankett und Pommer. Im modernen Orchester findet man Oboen (Oboe d'amore, Heckelphon, Englischhorn) und Fagotte (Kontrafagott). Aber auch im Dudelsack und anderen Instrumenten mit Windkapsel (wie der Zurna) stecken Doppelrohrblätter. Aus dem Chalumeau mit einfachem Rohrblatt entwickelte sich die Klarinette (und ihre Unterarten Bassklarinette und Bassetthorn). Auch das Saxophon gehört zu den Holzbläsern, weil es ein der Klarinette ähnliches Mundstück hat

Blechblasinstrumente

Saxophon Die ersten Blechblasinstrumente (nach heutiger Anschauung) waren zwar sicherlich aus Hornsubstanz (Kuh-, Stier- oder Widderhorn), ihre handwerklichen Nachbauten aber aus Blech. Die heutige Materialverwendung spielt für die Einteilung keine Rolle. Auch die Blechblasinstrumente können in zwei Familien gegliedert werden, die Unterscheidung erfolgt nach der verwendeten Mensur: Ist diese zum größeren Teil konisch, spricht man von Instrumenten der Hornfamilie, wenn die zylindrische Bauweise überwiegt, von Trompeteninstrumenten. Auch hier findet sich unter :Kategorie:Blechblasinstrument eine vollständige Liste.

Horninstrumente

Die ältesten Naturhörner waren Tierhörner, der Olifant aus Elfenbein, das Alphorn und die Bronze-Luren. Aus Holz wurden Zink (Musik) und Serpent hergestellt, mit großer Fertigkeit aus Blech (Messing) gebaut wurden später Jagdhorn und Posthorn. Das Kornett wurde noch vor dem modernen Horn (Instrument) mit Ventilen ausgestattet. Der große Bruder des Ventilhorns ist die Wagnertuba. Eine vollständige Unterfamilie der Horninstrumente mit Vertretern in allen Lagen sind die Bügelhörner, zu denen auch Flügelhorn, Tenorhorn, Bariton, Helikon, Sousaphon und Tuba zählen

Trompeteninstrumente

Aus den Naturtrompeten, die für Fanfaren und militärische Signale benutzt wurden, entwickelte sich die verfeinerte Barocktrompete und später die moderne Trompete. Die tiefen Vertreter dieser Familie sind die Posaunen (Ventilposaunen oder Zugposaune)

Durchschlagzungeninstrumente

Posaune Durchschlagzungeninstrumente, bei denen der Ton durch frei schwingende Metallzungen erzeugt wird, werden normalerweise mit Windwerk betrieben, es gibt aber auch Varianten, die direkt mit dem Mund angeblasen werden: Dazu zählt die Melodika und die moderne Schalmei (Martinstrompete). Eines der wichtigsten Instrumente in der klassischen chinesischen Musik ist die Mundorgel Sheng, ein ähnliches Instrument wird in Japan Shō und in Laos Khaen genannt.

Keine Blasinstrumente

Zu den Blasinstrumenten zählt genaugenommen nicht die Mundharmonika, da sie nicht durch blasen, sondern Atmen, d.h. mit Ein- und Ausatmung gespielt wird, im Gegensatz zu den Blasinstrumenten, die durch Blasen, d.h. Aus- oder evtl. auch Zirkular-Atmung gespielt werden. Auch die Handzuginstrumente fallen aus der strengen Definition von Blasinstrument heraus, da sie die Töne beim Lufteinsaugen und beim Luftabgeben erzeugen. Harmonium und Orgel hingegen können im weitesten Sinne auch wie Blasinstrumente betrachtet werden, da deren Blasebälge tatsächlich nur Luft ins Instrument hineinblasen.

Klassifikation nach Tonerzeugung

Eine andere Einteilung der Blasinstrumente verzichtet auf den Materialaspekt und betrachtet allein die Art des tonerzeugenden Elements, also meistens des Instrumentenmundstücks:
- Luftblatt- oder Labialinstrumente (mit Anblaskante): Flöten
- Instrumente mit einfachem (aufschlagendem) Rohrblatt: Klarinetten, Saxophone
- Instrumente mit doppeltem (gegenschlagendem) Rohrblatt: Schalmeien inkl. Oboe, Fagott, Sarrusophon etc.
- Instrumente mit Trichter-, Becher- oder Kesselmundstück, bei denen die Lippen des Spielers die Schwingung erzeugen: Blechblasinstrumente, Zink
- Instrumente mit durchschlagenden Zungen ja:管楽器 Kategorie:Aerophon

Tasteninstrument

] ] Ein Tasteninstrument ist ein Musikinstrument, bei dem der Instrumentalist Töne durch Anschlagen einer Taste indirekt erzeugt. Durch die Bewegung der Taste wird einen Mechanismus in Gang gesetzt, der dann die eigentliche Klangerzeugung hervorruft. Bei den Instrumenten der westlich-abendländischen Musik sind üblicherweise weiße und schwarze Tasten auf einer liegenden Klaviatur regelmäßig angeordnet. Instrumente bei denen Knöpfen, Hebeln oder ähnlichem wie beim Knopfakkordeon, der steirischen Harmonika oder dem Bandoneon, bei denen statt der Tasten Knöpfe bedient werden, sind keine Tasteninstrumente im eigentlichen Wortsinn. Einer der prinzipiellen Nachteile der Tasteninstrumente liegt darin, dass der Instrumentalist die Finger nicht direkt am klangerzeugenden Element anliegen hat. Ferner sind bei den meisten Tasteninstrumenten durch die Tastatur die spielbaren Töne in ihrer Tonhöhe festgelegt, ein Hinübergleiten von einem Ton zum anderen, ein Glissando, ist so nicht möglich. Abhängig von der Bauart des spezifischen Tasteninstruments sind jedoch einige Parameter des Klangs während des Spiels beeinflussbar.
- Beim Klavier die Lautstärke mittels Anschlagsdynamik, sowie eigeschränkt die Klangfarbe durch die Pedale. Nur in sehr engen Grenzen ist jedoch die Tondauer beeinflußbar.
- Bei der Orgel ist hingegen die Tondauer direkt vom Spieler beeinflußbar, Lautstärke und Klangfarbe sind jedoch nur indirekt, wenngleich in den weiten Grenzen der Disposition des einzelnen Instruments durch die Registrierung beeinflußbar. Abhängig von der Bauart eines Tasteninstruments sind somit immer nur einzelne Parameter des Klangs beeinflußbar. Eine Stärke der meisten Tasteninstrumente ist hingegen, dass sie polyphon spielbar sind. In folgenden Klassen von Instrumenten kommen Tasteninstrumente vor:
- Chordophone ("Saitenklinger"): Klavier, Hammerklavier, Cembalo, Clavichord, Nürnberger Geigenwerk;
- Aerophone ("Luftklinger"): Orgel, Harmonium, Pianoakkordeon;
- Idiophone ("Selbstklinger"): z. B. Celesta;
- Elektrophone: Synthesizer/Keyboard, Hammond-Orgel etc. !

Weblinks

ja:鍵盤楽器 ko:건반 악기

Oktave (Musik)

Die Oktave, seltener "Oktav", (von lat. octavus = der achte) ist ein musikalisches Intervall und bezeichnet den Abstand von der 1. zur 8. Stufe in heptatonischen Tonleitern. In gleichstufig-temperierter Stimmung (westlich-abendländisch) umfasst die reine Oktave 12 Halbtöne, die verminderte 11 und die übermäßige 13. Die Oktave ist das Intervall in der Musik, bei dem die Frequenzen der beiden betroffenen Töne im Verhältnis 1 : 2 stehen. Das heißt, um eine Oktave zu erhalten, geht man von einem festen Ton aus und halbiert bzw. verdoppelt dessen Frequenz. Dadurch erhält man (subjektiv empfunden) gleich klingende Töne, eine Oktave tiefer bzw. höher. Reine Oktaven wiederholen den Tonnamen (c’ - c’’). Die verminderte Oktave ist um einen Halbton kleiner (z. B. c’ - ces’’), die übermäßige um einen Halbton größer (c’ - cis’’). Reine Oktaven sind konsonante Intervalle. Die Tonleitern im abendländischen Musiksystem erstrecken sich jeweils über einen Oktavraum und wiederholen sich dann im Oktavabstand. Unser Tonsystem ist in Oktavräume eingeteilt, die jeweils (aufwärts) von Ton c bis Ton h reichen. Jeder Oktavraum hat einen eigenen Namen, mit dem man Töne gleichen Namens aus unterschiedlichen Oktavräumen unterscheiden kann. Tonsystem Das Tonsystem der abendländischen Musik ist in folgende Oktavstreifen unterteilt:
- Subkontra-Oktave: von ‚‚C (16,4 Hz) bis ‚‚H – Töne unter 16 Hz werden nicht vom Ohr wahrgenommen
- Kontra-Oktave: von ‚C (32,7 Hz) bis ‚H
- Große Oktave: von C (65,4 Hz) bis H
- Kleine Oktave: von c (130,8 Hz) bis h
- Eingestrichene Oktave: von c’ (261,5 Hz) bis h’ – das eingestrichene a (a’ = 440 Hz) ist der weltweit festgelegte Kammerton.
- Zweigestrichene Oktave: von c’’ (523,2 Hz) bis h’’
- Dreigestrichene Oktave: von c’’’ (1046 Hz) bis h’’’
- Viergestrichene Oktave: von c’’’’ (2093 Hz) bis h’’’’
- Fünfgestrichene Oktave: von c’’’’’ (4186 Hz) bis h’’’’’
- usw.; theoretisch ist nach oben keine Begrenzung, tatsächlich ist aber spätestens in der achtgestrichenen Oktave selbst die Hörgrenze von Säuglingen überschritten. Kategorie:Musiktheorie Der Kammerton a' gehört zur eingestrichenen Oktave. Die Oktaven darüber heißen zweigestrichen, dreigestrichen usw. Unter der eingestrichenen Oktave liegen in absteigender Reihenfolge die kleine Oktave, die große Oktave, die Kontraoktave und die Subkontraoktave. Es gibt verschiedene Konventionen, wie man einem Tonnamen eine eindeutige Oktavbezeichnung geben kann:
- n-gestrichene Oktaven: Kleinbuchstaben mit Strichen oder hochgestellten Indizes, z.B. c', c, c, ... oder c^1, c^2, c^3, ...
- kleine Oktave: Kleinbuchstaben, z.B. c, d, e, ...
- große Oktave: Großbuchstaben, z.B. C, D, E, ...
- Kontraoktave: Großbuchstaben mit tiefgestelltem Index 1 oder doppelte Großbuchstaben, z.B. C_1, D_1, ... oder CC, DD, EE, ...
- Subkontraoktave: Großbuchstaben mit tiefgestelltem Index 2 oder dreifache Großbuchstaben, z.B. C_2, D_2, ... oder CCC, DDD, EEE, ... Bild:OktavRäume.PNG Die beiden Klammern mit 8vb (Ottava bassa) und 8va (Ottava alta) geben jeweils eine Verschiebung von einer Oktave nach unten bzw. oben an. Neben der klassischen Musiknotation hat sich auch eine Kurznotation entwickelt, die, ausgehend von der 88-Tasten-Standardklaviatur, die Oktaven von unten bis oben durchzählt, angefangen jeweils beim C. Das Subcontra-C (C
) ist das erste C auf der Klaviatur, es heißt deswegen C1. Das fünfgestrichene c (c), die höchste Taste, ist das achte C auf der Klaviatur und heißt demnach C8. Die Halbtöne werden unabhängig ihres Harmoniezusammenhangs mit # als erhöht dargestellt (enharmonische Verwechslung), ges würde so zum Beispiel als F#5 geschrieben werden. Besonders in der digitalen Notation hat sich diese einfache Schreibweise etabliert, in Tracker-Musikprogrammen ist sie zumeist die einzige Darstellungsart. Oft ist über die Standardklaviatur (A0-C8) hinausgehend ein Spektrum von C0-B9 verfügbar, obwohl C0 mit 16,35 Hz unterhalb des normalen menschlichen Hörbereichs liegt und B9 mit 15,80 kHz an der oberen Grenze (und tonal nicht mehr eindeutig bestimmbar). Theoretisch ist die Notation, wie auch die klassische, in beide Richtungen beliebig erweiterbar. Kategorie:Musiktheorie ja:オクターブ th:ออกเตฟ

Bratsche

Die Bratsche (oder Viola) ist ein Streichinstrument, das, wenn auch leicht anders mensuriert, im Wesentlichen eine größere, tiefer klingende Bauform der Violine ist. Sie stellt das Alt-Instrument der Violinfamilie dar. Das Wort Bratsche leitet sich vom italienischen Viola da braccio (Arm-Viola ) ab, was die Spielhaltung im Gegensatz zur Viola da Gamba (Bein-Viola) bezeichnet.

Charakteristika

Die Physik der Bratsche ist der der Violine sehr ähnlich; Details über den Aufbau des Instruments und die Funktion der einzelnen Bestandteile können im dortigen Artikel nachgelesen werden. Ein Unterschied zur Geige besteht in der Größe und Stimmung der Viola, deren leere Saiten eine Quinte tiefer auf c - g - d’ - a’ gestimmt sind. Der Klang der Bratsche wird als voll, weich, dunkel bis in die höchsten Lagen, immer etwas melancholisch, leicht rauchig und etwas näselnd beschrieben. Der tiefsten Saite, der C-Saite, ist zumal im "forte" etwas Wildes, Rauhes, Drohendes zueigen, eine Eigenschaft, die in der Opern-, der sinfonischen und häufig in der Filmmusik genutzt wird. In der Höhe, auf der A-Saite, fehlt der Bratsche die Brillanz und Helligkeit der Violine, der Klang ist dunkler und gleichzeitig von einer charakteristischen Schärfe, die an den Klang der Oboe erinnert. Die Eigentümlichkeit des Bratschenklangs beruht auf der Tatsache, dass der Korpus der Viola für ihre Stimmung eigentlich zu klein ist: Da sie eine Quinte tiefer als die Geige erklingt (Frequenzverhältnis 2:3), müsste der Korpus auch im gleichen Verhältnis länger sein als der etwa 36 cm lange Geigenkorpus, also ungefähr 54 cm lang. So wie die Violine verfügt die Viola über einen obertonreichen und damit warmen Klang, der zu kleine Korpus dämpft jedoch die einen hellen, brillanten und härteren Klang verursachenden HOHEN Obertöne ab. So kommt es, dass sich die äußerlich so ähnlichen beiden Instrumente im Klang merklich unterscheiden. Weshalb nun baut man die Bratsche mit einem kleineren Korpus, als es die Physik nahelegt? Die Antwort liegt in der menschlichen Physis begründet: Wir sind zu klein. Je größer das Instrument, desto stärker die Streckung des linken Arms, desto kleiner der physiologisch mögliche und gesundheitlich unbedenkliche Radius der Einwärtsdrehung (Supination) des Arms zum Greifen der Saiten. Schon auf der kleineren Geige wird der linke Arm stark einwärts gedreht. Beim Halten einer Bratsche kommt der Arm durch die Supination ungleich leichter in eine Grenzposition, die , wird sie öfter eingenommen, zu gesundheitlichen Problemen wie einer Schleimbeutelentzündung des Ellenbogengelenks oder Muskelverhärtungen führen kann. Auch der ganze Halteapparat des Rücken- und Schulterbereichs wird durch die Bratsche stärker beansprucht als durch die Geige. Ein größerer Instrumentenkorpus bedeutet eine längere Mensur (schwingende Saitenlänge) mit demzufolge größeren Tonabständen.Die Griffhand und die Finger müssen daher permanent etwas gespreizt und trotzdem entspannt werden. Die Spreizung ist natürlich nur in einem beschränkten, individuell verschiedenen Maß möglich, beeinflusst dabei die Fingerfertigkeit in negativer Weise und kann ebenfalls Ursache gesundheitlicher Probleme sein. Bis in die Barockzeit hinein wurde die zweittiefste Stimme des fünfstimmigen Streichersatzes auf "Viola tenore" genannten Instrumenten mit Korpuslängen von ca. 48 cm gespielt, die mittlere Stimme auf der mit 40 bis 42 cm Korpuslänge vielen heutigen Bratschen entsprechenden "Viola alta" (daher die französische Bezeichnung "alto"). Da sich die Spielanforderungen im Ensemble in Grenzen hielten, waren die Viole tenore trotz ihrer Größe spielbar. Viele von ihnen wurden jedoch im 18. Jahrhundert brutal verkleinert, als der nunmehr nur vierstimmige Streichersatz der Frühklassik der Bratsche kaum bedeutende Aufgaben zuwies und man daher weniger an vollem Klang, als vielmehr an bequemer Spielbarkeit interessiert war. Die Verwendung einer solistischen Bratsche in C.M. von Webers "Freischütz" markiert einen Wendepunkt in der Geschichte der Bratsche. Das seither und bis in die Gegenwart wachsende Interesse an der Bratsche erforderte wieder klangvollere und damit größere Instrumente. Die Erschwerung der Spielbarkeit musste man dafür in Kauf nehmen. Jeder Bratschist sucht daher nach der für ihn besten Lösung im Spannungsfeld von Klang, technischer Beherrschung und gesundheitlicher Unbedenklichkeit. Im Gebrauch sind Instrumente zwischen 38 und 45, 46, 47 cm Korpuslänge, die überwiegende Mehrheit liegt zwischen 40,5 und 43 cm. Die Bratsche wird als einziges Orchesterinstrument generell im Altschlüssel, dem C-Schlüssel auf der dritten Linie des Notensystems, notiert. Dies hat historische Gründe und trägt der Tatsache Rechnung, daß der Gebrauch des Violinschlüssels unnötig viele Hilfslinien bei der Notation des oft benutzten tiefen Registers nach sich ziehen würde. Für hohe Lagen ab etwa dem f’’ hingegen wird aus den entsprechenden Gründen auf den Violinschlüssel ausgewichen. Violinschlüssel

Verwendung in der Musik

Solistisch

Zu den wichtigsten Konzerten für Bratsche gehören:
- Johann Sebastian Bach 6. Brandenburgisches Konzert B-Dur BWV 1051
- Georg Philipp Telemann Konzert für Bratsche in G-Dur
- Car