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| Round Dance |
Round DanceRound Dance könnte man als einen choreografierten Gesellschaftstanz beschreiben.
Round Dance ist ein Paar-Tanz (ähnlich wie der Gesellschaftszanz) mit dem Unterschied, dass die Tanzschritte vom Tanzleiter (Cuer) in die Musik hinein angesagt werden. Ähnlich wie im Square Dance der Caller am Mikrofon steht, so ist es beim Round Dance der "Cuer", der den Tänzern die Figuren ansagt. Im Unterschied zum Caller singen die Cuer allerdings nicht. Round Dance wird in Deutschland in vielen Square Dance Clubs getanzt, auch auf den zahlreichen Tanzveranstaltungen werden Square Dance und Round Dance oft gemeinsam auf einem Tanzprogramm angeboten.
Beim Round Dance gibt es viele verschiedene Rhythmen: 2step, Waltz, ChaCha, Rumba, Jive, Quickstep, Mambo, Tango, Salsa, Fox, Slow2step, Bolero und noch einige mehr.
Der Cuer eines Clubs ist typischerweise auch gleichzeitig der Teacher, der den Tänzern neue Schritte und Figuren zeigt und erklärt.
Beim Round Dance unterscheiden wir zwischen zwei Arten von Choreographien:
- Feste Choreographien: hier wird eine speziell ausgearbeitete Choreographie, die in der Regel auch besonders auf die Eigenheiten eines bestimmten Liedes zugeschnitten ist, getanzt. So können die Tanzschritte die Phrasierung der Musik genau widerspiegeln (bei guten Choreographien) bzw Rhythmuswechsel (z.B. zwischen Rumba und Jive) durch die Ansage des Cuers leicht tanzbar gemacht werden. Beispiele für derartige feste Choreographien sind auf dem Round-Dance Server http://www.Round-Dance.de/ zu finden.
- Hash-Cueing: der Cuer bringt die Figuren in einer Reihenfolge, wie sie aus seiner Sicht für einen bestimmten Zweck gerade geeignet ist, beispielsweise zum Üben einer Figur, Tanzhaltung oder eines bestimmten Übergangs zwischen zwei Figuren.
Die Tänzer lernen zunächst in einer Class einen Grundstock von Figuren, normalerweise im 2step, Waltz, ChaCha und Rumba. Nach ca. einem Jahr kann mit einer Graduation die Abschlussprüfung erfolgen. Ab diesem Tag dürfen die Tänzer auch das Namensschild des Clubs tragen und bekommen dafür ein Club-Badge. Interessant wird es ab diesen Moment auch, weil andere Clubs besucht werden können.
Round Dance ist ein geselliges Beisammensein ohne Wettbewerb oder Turnier. Wenn Du eine wirklich kurze Antwort auf die Frage haben willst "Was ist Round-Dance?" Antwort: "Round Dance ist Spaß an Bewegung zur Musik in geselliger Umgebung"
Organisationen: [http://www.ecta.de ECTA] [http://www.eaasdc.org EAASDC] [http://Roundalab.org Roundalab]
Kategorie:Gesellschaftstanz
GesellschaftstanzMit Gesellschaftstanz bezeichnet man Tänze, die zu fröhlichen und schicklichen Anlässen jeder Art getanzt werden. Zum Gesellschaftstanz zählen Gruppentänze, Paartänze, Tanzspiele, Modetänze, Historische Tänze und Turniertanz.
Die Geschichte des Gesellschaftstanzes beginnt mit der Einbettung der höfischen Tänze im 14./15. Jahrhundert. Diese, der Folklore entlehnten, stark stilisierten Hoftänze bildeten einen wesentlichen Bestandteil des steifen höfischen Zeremoniells. Beispiele dieser oft zu Suiten zusammengefassten Tänze sind:
- Allemande (deut., langsamer 4/4-Takt)
- Courante (franz., schneller 3/2-Takt)
- Sarabande (span. Schreittanz, langsamer 3/2-Takt)
- Gigue (irisch-schottisch, schneller 3/8-Takt)
- Galliarde (ital., schneller 3/4-Takt)
- Chaconne (span., langsamer 3/4-Takt)
- Saltarello (ital., schneller 6/8-Takt)
- Pavane (ital. Schreittanz, langsamer 4/4-Takt)
- Branle (franz., lebhafter 2/2-Takt)
- Volta (franz. Drehtanz, schneller 3/2-Takt)
- Bourrée (franz., schneller 2/2-Takt)
- Gavotte (franz., schneller 4/4-Takt)
Die größte Verbreitung fand das aus Frankreich stammende Menuett, das im Gegensatz zu den oben aufgezählten Gruppentänzen erstmals auch paarweise getanzt wurde.
Nach den bürgerlichen Revolutionen in England und Frankreich nahm das aufstrebende Bürgertum zunehmend am Gesellschaftstanz teil und schuf sich im 18. und 19. Jahrhundert, anknüpfend an folkloristische Traditionen, eigene Tanzformen:
- Anglaise
- Ecossaise
- Française
- Landler oder Ländler
- Mazurka
- Polonaise
- Schottisch
- Quadrille
- Rheinländer
- Galopp
- Cancan
- Csárdás
- Habanera
- Walzer
- Polka
Im frühen 20. Jahrhundert gab es viele kurzlebige Modetänze. Verlangen zu einer Vereinheitlichung des Tanzmaterials gab es jedoch schon früh, insbesondere die englischen Tanzlehrer besaßen dieses Verlangen: Die Standard Ballroom Dances oder kurz Standardtänze wurden festgelegt. Später kamen die Lateinamerikanischen Tänze hinzu.
Gesellschaftstanz wird vorwiegend in Tanzschulen unterrichtet. In Deutschland gibt es zwei Dachorganisationen, den ADTV sowie den Berufsverband Deutscher Tanzlehrer. Der VTÖ (Verband der Tanzlehrer Österreichs) ist der Dachverband aller österreichischen Tanzlehrer. Der VTÖ und der ADTV sind Mitglieder des World Dance and Dance Sport Council (WDDSC).
Literatur
- Herbert Stuber, Ursula Stuber: Wörterbuch des Tanzsports. Kastell, München 1999, ISBN 3924592217
Weblinks
- http://www.adtv.de/
- http://tanz.or.at/
- http://www.tanzmitmir.net/ Tanzforum mit Partnersuche
- unter [http://archive.org/texts/texts-searchresults.php?searchAll=yes&collection=danceman&submit=main&search=&limit=100&start=0 historische Dance Manuals auf archive.org] finden sich auch ein paar deutschsprachige Werke
- [http://www.wddsc.com/ World Dance and Dance Sport Council (WDDSC)]
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TanzschrittEine Tanzfigur oder auch nur Figur ist ein in sich abgeschlossener, geplanter Bewegungsablauf beim Tanzen. Synonym wird der Begriff Tanzschritt bzw. Schritt verwendet.
Die folgende Liste erläutert die verschiedenen Klassen von Tanzfiguren und führt wichtige und/oder charakteristische Tanzfiguren der Gesellschaftstänze an.
Drehungen
- Spot Turn, Lateinamerikanische Tänze, Salsa. Eine Spot Turn, dt. Platzdrehung, ist eine sog. Dreischritt-Drehung, bei der ein Tänzer sich mit einem vorgelagerten Fuß abstößt.
- Pivot Turn.
- Hook Turn.
Wickelfiguren
Eine Wickelfigur ist eine Kombination verschiedener Drehungen mit gleichzeitigem mehrfachem Wechsel der Tanzhaltung. Meist sind diese Figuren für Zuschauer kaum nachvollziehbar und erzeugen den Eindruck, die Tanzpartner würden "eingewickelt" oder "sich verknoten". Typisch sind Wickelfiguren für die Salsa und den Discofox, andere Tänze kennen meist nur relativ einfache Wickelfiguren oder deren Eingänge wie etwa:
- Brezel, Discofox, Salsa. Die Brezel selbst ist noch keine Wickelfigur, dient aber als Eingang für zahlreiche solche Figuren.
- Körbchen Discofox, Salsa, Lateinamerikanische Tänze. Die Dame wird in ihren eigenen Arm gewickelt und an die Seite des Herrn gedreht.
- Türkisches Handtuch, Lateinamerikanische Tänze, Discofox, Salsa. Die Tanzpartner reiben ihre Rücken aneinander und führen mit den Armen Bewegungen aus, als würden sie sich mit einem Handtuch den Rücken abtrocknen.
Echte Wickelfiguren sind etwa:
- Rope Spinning, Discofox.
Fallfiguren
Unter Fallfiguren versteht man solche Figuren, bei denen ein Tanzpartner den eigenen sicheren Stand zeitweise aufgibt, wobei jedoch stets mindestens ein Fuß den Boden berührt. Fallfiguren sind in allen Tänzen verbreitet, sie dienen in der künstlerischen Darstellung oft der Darstellung von "Hingabe" an den oder "Abhängigkeit" vom Tanzpartner, bei Schaudarbietungen werden sie hauptsächlich als Blickfänger verwendet.
- Tote Frau, Rock 'n' Roll. Bei der Toten Frau lässt sich die Dame "steif wie eine tote Frau" rückwärts in die Arme des Herrn fallen nur um von diesem sofort wieder aufgerichtet zu werden.
Hebefiguren, Lifts, Aerials
Unter Hebefiguren, engl. auch Lifts oder Aerials genannt, versteht man Figuren, bei denen ein Tanzpartner den Boden mit steter Unterstützung durch den Tanzpartner zeitweise völlig verlässt.
Akrobatik
Akrobatik ist ein Fachbegriff des Rock 'n' Roll, unter dem alle Figuren abgedeckt werden, die nicht von dem Begriff Tanzfigur erfasst werden. Eine Tanzfigur ist dabei eine Figur, die von einem Tänzer ohne die Unterstützung seines Tanzpartners getanzt werden kann. Stationäre Figuren mit Unterstützung, z.B. Fallfiguren, gelten jedoch auch als Tanzfiguren, solange beide Tanzpartner Bodenkontakt haben.
- Lasso, Rock 'n' Roll. Das Lasso ist eine leicht-akrobatische Figur, bei der die Dame vom Herrn gestützt im Halbkreis um diesen herumspringt.
- Teller, Rock 'n' Roll. Der Teller ist eine leicht-akrobatische Figur, bei der der Herr die Beine der Dame im Kreis um sich herumschwingt und dabei mehrmals über die Dame hinweg steigt.
- Grätsche, Rock 'n' Roll. Die Grätsche ist eine leicht-akrobatische Figur, bei der die Dame mit gespreizten Beinen in den Hüftsitz springt und vom Herrn mittels einer Körperwelle schwungvoll wieder abgesetzt wird.
- Doppelgrätsche, Rock 'n' Roll. Die Doppelgrätsche ist eine leicht-akrobatische Figur, bei der die Dame zunächst mit gespreizten Beinen in den Hüftsitz springt, vom Herrn mittels einer Körperwelle in eine kurze Stützposition gebracht wird, in der sie die Beine ausgestreckt zusammenbringt, dann zurück in den Hüftsitz gesetzt wird und mittels einer zweiten Körperwelle schwungvoll abgesetzt wird.
- Schalom, Rock 'n' Roll. Die Schalom ist eine leicht-akrobatische Figur, bei der die Dame rückwärts in den Hüftsitz springt, den Boden mit ausgestreckten Armen in der Darstellung eines Gebetes berührt und vom Herrn mittels einer Körperwelle schwungvoll wieder abgesetzt wird.
- Flieger, Rock 'n' Roll. Der Flieger ist eine leicht-akrobatische Figur, bei der die Dame schwungvoll auf eine Schulter des Herrn gelegt wird, dort mit ausgestreckten Gliedmaßen posiert und dann ebenso schwungvoll wieder abgesetzt wird.
- Schwan, Rock 'n' Roll. Der Schwan ist eine leicht-akrobatische Figur, bei der die Dame schwungvoll in eine Stützposition gebracht wird, in der sie beide Hände nach unten auf die Schultern des Herrn sützt und ein Bein ausstreckt während das andere angewinkelt bleibt.
- Ice, Rock 'n' Roll. Das Ice ist eine akrobatische Figur, bei der die Dame schwungvoll in eine Stützposition gebracht wird, in der sie beide Hände nach unten auf die ausgestreckten Hände des Herrn sützt und mit gespreizten und ausgestreckten Beinen posiert.
- Münchner, Rock 'n' Roll. Der Münchner ist eine leicht-akrobatische Figur, bei der die Dame ähnlich einem Judo-Wurf einen Rückwärtsüberschlag über die Schulter des Herrn macht. Die Figur kann auch mit vertauschten Rollen als Herren Münchner getanzt werden und wird häufig mit dem genau umgekehrten Bewegungsablauf als Kombination getanzt.
- Flacher Todessprung, Rock 'n' Roll. Der flache bzw. kleine Todessprung ist eine akrobatische Figur, bei der die Dame ähnlich einer Roll vorwärts von vorne auf den Rücken des gebückten Herrn springt und dann schwungvoll zwischen seinen Beinen mit dem Kopf voraus hindurch gezogen wird. Die Figur ist im Salsa auch als Birth of a baby bekannt, wobei die Dame hier weniger schwungvoll dafür aber eleganter "hervor gezogen" wird.
- Seitlicher Todessprung, Rock 'n' Roll. Der seitliche Todessprung entspricht dem flachen Todessprung, wobei die Dame nicht von vorne sondern von der Seite auf den Herrn aufspringt und ebenso seitlich wieder hervor gezogen wird.
- Todessprung, Rock 'n' Roll. Der Todessprung ist eine akrobatische Figur, bei der die Dame mittels der "Einsteigertechnik", einer Art Räuberleiter, gerade nach oben und über den Herrn springt, dort im Wendepunkt mit ausgestreckten Gliedmaßen eine kurze Pose einnimmt und dann mit dem Kopf voraus am Rücken des Herrn hinabgleitet. Am Ende wird sie wie beim flachen Todessprung aufgefangen und zwischen den Beinen hervor gezogen.
- Schocksalto, Rock 'n' Roll. Der Schocksalto ist eine akrobatische Figur, bei der die Dame schwungvoll in einen Schultersitz gebracht wird und von dort schockartig mit einem Rückwärtsüberschlag vom Herrn herunter katapultiert wird.
- Schulterkugel, Rock 'n' Roll. Die Schulterkugel ist eine akrobatische Figur, bei der die Dame vom Herrn mehrmals um sich herum geschwungen wird, wobei zu keinem Zeitpunkt Bodenkontakt besteht.
- Doppelsalto, Rock 'n' Roll. Der Doppelsalto ist eine akrobatische Figur, bei der die Dame ähnlich wie beim Todessprung mittels der Einsteigertechnik gerade nach oben springt, in der Luft einen doppelten Rückwärtsüberschlag ausführt und vom Herrn unterstützt wieder auf den Beinen landet.
Kategorie:Tanzbegriff
Square Dance
Square Dance ist ein Volkstanz, der in den USA entstanden ist. Dies gilt insbesondere für den modernen Squaredance, denn die eigentlichen Wurzeln dieser Tanzform liegen in Europa, insbesondere in Frankreich und in Großbritannien. Die verschiedenen Bewegungen, die im Square Dance benutzt werden, basieren auf traditionellen Volkstänzen der verschiedenen Völker, die in die USA ausgewandert sind. Einige dieser Tänze sind Morris Dance, English Country Dance und die Quadrille. Square Dance wird von vielen Menschen in aller Welt getanzt. Nach Deutschland wurde der Square Dance durch die Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg gebracht.
Jeweils vier Tanzpaare stehen sich in einem Quadrat (daher Square Dance) gegenüber und führen zur Musik Bewegungen durch, die durch Ansagen (Calls) von einem Caller (Ausrufer) in gesprochener oder gesungener Form vorgegeben werden. Damit sich die Tänzer auch richtig angesprochen fühlen, werden die Paare bezeichnet: Die an der Seite stehenden Paare (vom Caller aus gesehen) heißen SIDES, die anderen Paare HEADS. Die HEADS haben also die gleiche oder die entgegensetze Blickrichtung wie der Caller. Diese 'Calls' werden vom 'Caller' zu einem Tanz zusammengefügt. Sie sind weltweit in englischer Sprache und genormt (w:Callerlab). So kann ein Tänzer aus Deutschland jederzeit mit Tänzern aus den USA, Japan, Dänemark oder anderen Ländern ohne Schwierigkeiten zusammen tanzen.
Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Square Dance:
- Traditioneller Square Dance
- Western Square Dance auch "Modern Western Square Dance", "Contemporary Western Square Dance", oder "Modern American Square Dance" genannt. Western Square Dance wird weltweit getanzt. Es ist der Volkstanz der USA.
Der traditionelle und der moderne Western Square Dance haben eine Anzahl von Calls gemeinsam, aber es gibt normalerweise kleine Unterschiede bezüglich der Art und Weise, wie sie ausgeführt werden.
:Als Beispiel, der "Allemande Left" wird traditionsgemäß durchgeführt, indem man sich mit einem anderen Tänzer die linke Hand gibt, sich leicht zurück lehnt und um den zentralen Punkt der gefassten Hände herumgeht. Beim Western Square Dance wird der Griff so geändert, das jeweils der linke Unterarm des anderen Tänzer gegriffen und sich nicht zurückgelehnt wird. Diese Änderung macht es einfacher, die Figur durchzuführen und in eine lange Sequenz von Calls einzubinden.
Der traditionelle Square Dance hat 40 bis 50 Figuren und jeder Tanz wird erklärt, bevor er getanzt wird. Die Figurensequenz je Tanz ist fest vorgegeben. Es gibt eine Liste mit einigen Beispielen von Figuren unter w:Contradance. Beim Tanzen geht es darum, dass die Tänzer sich wohlfühlen und (in gewissen Grenzen) auch Fehler machen dürfen, und diese Fehler können machmal den Spaß am Tanzen noch erhöhen.
Beim Western Square Dance gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen von Figuren. Im 'Mainstream Programm' sind 69 Basisfiguren definiert. Auf diesem Grundprogramm basieren die höheren Programme (Plus, A/Advanced und C/Challenge). Die Tänzer sollten die Figuren beherrschen und sicher ausführen können. Der Reiz beim Western Square Dance liegt darin, dass der Caller die Tänzer durch eine immer neue, sich ändernde Choreographie herausfordert und überrascht. Kein Tanz gleicht dem anderen und die Tänzer müssen keine Figurensequenzen auswendig lernen.
Ein "Call" besteht aus dem Namen einer Tanzfigur, die Phrase, die vom Caller verwendet wird, um den Tänzern mitzuteilen, welche Figur sie tanzen sollen - die Tänzer führen dann diese Bewegung durch.
Im modernen Western Square Dance erfordert das Tanzen eines Calls eine spezifische Anzahl von Takten, normalerweise 4-32, je nach Figur. Das Timing der Calls wird dem Rhythmus und der Melodie der Musik angepasst. Ein guter Caller entwickelt dabei eine flüssige, gut zu tanzende Choreographie und passt seine Calls als Gesang der Musik an.
Die Musik der zwei Formen unterscheidet sich ebenfalls. Im traditionellen Square Dance ist die Musik traditionelle "country dance" Musik: Irish Jigs und Reels zum größten Teil, sowie Volksmusik aus Québec (Kanada), England, Schottland und andere Ländern. Die Musik wird fast immer durch eine traditionelle Tanzmusikband gespielt. Im Western Square Dance ist die Musik eine Mischung vieler Arten, alles von Pop bis zur
traditionellen und modernen Country- und Westernmusik, Broadway Musicals, Schlager, usw. Die Takte sind ebenso meist schneller. Die Musik wird vorwiegend von Tonträgern wie Schallplatten, neuerdings aber auch vom Minidisk Player, Laptop oder MP3-Player, abgespielt.
Ein anderer Name für den traditionellen Square Dance ist Quadrille. Sie stammt ursprünglich aus der adeligen Gesellschaft Englands.
Verwandte Tanzarten
- Round Dance ist eine Kombination aus Gesellschaftstanz und Square Dance. Es wird paarweise im großen Kreis getanzt, die Figuren und Rhythmen kommen aus dem Gesellschaftstanz (Walzer, Rumba, ...) und die Ansage der Figuren ist ähnlich dem Square Dance. Der Ansager wird hier als Cuer bezeichnet.
- Clogging ist eine Kombination mit Stepptanz. Es wird einzeln oder in Formationen getanzt.
- Contradance ähnlich wie Square Dance, die Tanzpaare bilden jedoch kein Quadrat sondern zwei lange Reihen (mit mehr als vier Paaren), die sich gegenüberstehen.
Square Dancer können häufig auch Round Dance, Clogging oder Contradance tanzen. Ebenso wird auf Square Dance Veranstaltungen häufig Square Dance und Round Dance abwechselnd angeboten.
Siehe auch
w:Contradance, w:Callerlab, w:Square dance clubs, w:Western square dance, w:Western line dance, Round Dance, Clogging, iPAC
Weblinks
- [http://www.eaasdc.de EAASDC] - European Association of American Square Dancing Clubs http://www.eaasdc.de/
- [http://www.ecta.de ECTA] - European Callers and Teachers Association http://www.ecta.de/
- [http://www.squaredance-forum.de Community of Square Dancer(German language)] http://www.squaredance-forum.de
- [http://www.squaredance-friends.de/ Square Dance Seiten und Square Dance Shop] - squaredance-friends.de
http://www.squaredance-friends.de
- [http://www.petticoats.de Ausstatter] - Petticoat und Bekleidung zum Square Dance http://www.petticoats.de/
- [http://www.gabiluick.de/shs/ Ausstatter] - Second Hand Petticoat und Bekleidung zum Square Dance http://www.gabiluick.de/shs/
- [http://www.squaredance.ch Swiss Meeting] - Square Dance in der Schweiz: http://www.squaredance.ch
Kategorie:US-amerikanischer Tanz
Deutschland
Deutschland (die Langform der amtlichen Staatsbezeichnung lautet Bundesrepublik Deutschland) ist ein Bundesstaat in Mitteleuropa und hat gemeinsame Grenzen mit Dänemark, Polen, Tschechien, Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg, Belgien und den Niederlanden. Im Norden bilden die Nordsee und die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen.
Bundeshauptstadt und Regierungssitz ist Berlin; einige Bundesministerien befinden sich in der Bundesstadt Bonn, dem ehemaligen Regierungssitz. Das politische System ist föderal und als parlamentarische Demokratie organisiert: Nach Artikel 20 des Grundgesetzes versteht sich Deutschland als demokratischer und sozialer Bundesstaat und Rechtsstaat. Dieser Bundesstaat besteht aus 16 teilsouveränen Bundesländern. Deutschland ist mit über 82 Mio. Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Europas. Die Bundesrepublik Deutschland ist unter anderem Mitglied der Vereinten Nationen, der Europäischen Union, der NATO und der G8.
Viele Links zu Artikeln mit Deutschlandbezug finden sich im Portal Deutschland.
Geografie
Lage
Deutschland liegt in Mitteleuropa zwischen 47°16′15″ und 55°05′33″ nördlicher Breite und 5°52′01″ und 15°02′37″ östlicher Länge. Die Nord-Süd-Ausdehnung reicht von List auf Sylt (Schleswig-Holstein) bis Oberstdorf (Bayern) und beträgt 876 km; die West-Ost-Ausdehnung zwischen der Gemeinde Selfkant (NRW) und Deschka (Sachsen) beträgt 640 km.
Nachfolgend sind die an Deutschland angrenzenden Staaten und Meere im Uhrzeigersinn aufgeführt. Die Grenzlänge (insgesamt 3.757 km lang) ist hinter den jeweiligen Staaten in Klammern angegeben.
Im Norden grenzt Deutschland an Dänemark (67 km), im Nordosten an Polen (442 km), im Osten an Tschechien (811 km), im Südosten an Österreich (815; ohne Grenze im Bodensee), im Süden an die Schweiz (316 km; mit Grenzen der Exklave Büsingen, aber ohne Grenze im Bodensee), im Südwesten an Frankreich (448 km), im Westen an Luxemburg (135 km) und Belgien (156 km) und im Nordwesten an die Niederlande (567 km). Während im Nordwesten die Küsten der Nordsee und im Nordosten die Ostsee die natürlichen Staatsgrenzen bilden, hat Deutschland im Süden Anteil an den Alpen.
Exklaven
Eine Exklave Deutschlands ist das am Hochrhein gelegene Büsingen, das zum Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg gehört. Sie ist 7,62 km² groß und gänzlich von den drei Schweizer Kantonen Schaffhausen, Thurgau und Zürich umgeben.
Daneben existiert eine zweite Exklave auf irischem Territorium, unweit von Dublin. Es handelt sich um einen Friedhof, auf dem während des Zweiten Weltkrieg gefallene deutsche Soldaten beerdigt wurden. Um nach dem Krieg eine kostspielige und aufwändige Überführung der Leichen zu vermeiden, wurde das Gebiet an die Bundesrepublik Deutschland übergeben.
Mittelpunkt Deutschlands
Der geographische Mittelpunkt Deutschlands liegt laut dem Statistischen Jahrbuch Deutschland (Stand: 2000) in der Gemeinde Niederdorla im westlichen Thüringen auf der .
Großlandschaften
Die landschaftlichen Großräume unterscheiden sich vor allem in der Abfolge von Nord nach Süd, da das Gelände nach Süden hin tendenziell höher und steiler wird. Der nördliche Teil Deutschlands, die Norddeutsche Tiefebene, ist ein hauptsächlich von den Eiszeiten geformtes Tiefland, an das sich nach Süden die bewaldeten Mittelgebirge im Zentrum und in südlicheren Teilen des Landes anschließen. Insbesondere in Bayern, aber auch in Baden-Württemberg, gehen diese Landschaften in das relativ hoch liegende Nördliche Alpenvorland und dies wiederum in das Hochgebirge der Alpen über.
Geologie
Deutschland ist geologisch vielgestaltig. Während die glazial geprägten Landschaften, die Flussniederungen und -becken erst ab dem Tertiär ihre Gestalt annahmen, sind die Mittelgebirge deutlich älteren Datums.
Die kristallinen Rumpfgebirge (z. B. der Schwarzwald) sind bereits im Erdaltertum entstanden und bestehen hauptsächlich aus metamorphem und Tiefengestein wie Gneisen und Granit. Ähnlich alt ist das Rheinische Schiefergebirge, dessen Entstehung auf Silur und Devon zu datieren ist. An dessen Nordrand finden sich auch Formationen aus dem Karbon, in denen die gewaltigen Steinkohlevorkommen im Ruhrgebiet eingelagert waren.
Die süddeutsche Landschaft ist größtenteils auf die Entwicklungen im Erdmittelalter zurück zu führen: Während die Pfalz, Thüringen, Teile Bayerns und Sachsens geologisch im Trias gebildet wurden, ist die sich quer durch den süddeutschen Raum ziehende Schwäbische und Fränkische Alb ein Ergebnis der Auffaltung und Hebung von Meeresboden aus dem Jurazeitalter. Erstere Regionen weisen Sandstein, letztere Kalkstein als vorherrschende geologische Formation auf.
Vulkanismus wird in Deutschland nicht beobachtet. Dennoch findet sich in einigen Gebieten vulkanisches Gestein aus früherer Aktivität, insbesondere in der Vulkaneifel und auf dem Vogelsberg in Hessen. Auch Erdbeben mit schweren Folgen kommen praktisch nicht vor, da Deutschland vollständig auf der Eurasischen Platte liegt. Das Land wird daher nicht von Grenzen zwischen aneinander anstoßenden großen Platten der Erdkruste durchzogen.
Dennoch ist der Rheingraben in Nordrhein-Westfalen als mäßig gefährdete Erdbebenzone eingestuft, die sich bis in die Nachbarländer Belgien und Niederlande erstreckt (siehe auch Erdbebengebiet Kölner Bucht).
Gewässer
Erdbebengebiet Kölner Bucht bei Koblenz (Deutsches Eck)]]
Deutschland grenzt mit den Bundesländern Niedersachsen und Schleswig-Holstein an die Nordsee. Diese ist ein Randmeer des Atlantiks und das am dichtesten befahrene Seegebiet der Erde. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein liegen an der Ostsee, einem Binnenmeer, das über den Skagerrak mit der Nordsee verbunden ist. Der Tidenhub an der Ostsee ist wesentlich geringer als an der Nordsee.
Die deutschen Flüsse gehören zu sechs großen Flusssystemen, deren Einzugsbereiche fast die gesamte Fläche einnehmen. Diese sind der Rhein, die Donau, die Elbe, die Oder, die Weser, und die Ems. Der längste dieser Flüsse ist die Donau; sie ist mit 2.845 km ab dem Zusammenfluss von Brigach, Breg und der Donauquelle in Donaueschingen beziehungsweise 2.888 km ab der Breg-Quelle am Rande des Schwarzwaldes nach der Wolga der zweitlängste Strom in Europa. Allerdings verläuft nur ein kleiner Teil der Donau-Gesamtstrecke durch Deutschland. Die Donau mündet ins Schwarze Meer.
Alle anderen deutschen Flüsse entwässern in die Nord- oder Ostsee. Der Abschnitt der Europäischen Wasserscheide durch Deutschland verläuft östlich des Oberrheingrabens über den Hauptkamm des Schwarzwaldes, danach folgt sie der Schwäbischen und Fränkischen Alb. Der Rhein ist von diesen Strömen derjenige, der die längste Strecke innerhalb Deutschlands zurücklegt: Von seinem 1.320 km langen Flusslauf führen 852 km durch Deutschland. Er hat zudem für die Deutschen eine identitätsstiftende Rolle inne, die sich aus der Geschichte und zahlreichen Mythen und Sagen speist. Auch seine wirtschaftliche Funktion ist bedeutend: er ist eine der am stärksten befahrenen Wasserstraßen Europas.
Die Elbe entspringt im Riesengebirge an der Grenze Tschechiens zu Polen und mündet nach ungefähr 1.165 km – davon 770 km in Deutschland – bei Cuxhaven in die Nordsee. Sie gehörte zeitweilig zu den am meisten mit Schadstoffen belasteten Flüssen Europas, doch mittlerweile hat sich die Wasserqualität deutlich verbessert.
Die Oderquellen befinden sich in den tschechischen Beskiden. Nach wenigen Kilometern fließt die Oder nach Polen und in ihrem Mittellauf durch Schlesien. In ihrem Unterlauf bildet sie die deutsch-polnische Grenze um dann wieder in Polen bei Stettin in das Stettiner Haff zu münden. Als Swine fließt sie schließlich zwischen den Inseln Usedom und Wollin durch Swinemünde in die Ostsee.
Die Weser speist sich aus den Flüssen Werra und Fulda und entwässert den mittleren Teil Deutschlands. Die Einzugsgebiete von Oder und Ems liegen im äußersten Osten bzw. Westen.
Die Seen in Deutschland sind größtenteils in der Folge der Eiszeit entstanden, nach deren Ende sich ehemalige Gletschertäler (Gletscher- und Gletscherwasserabflussrinnen) teilweise mit Wasser füllten. Daher finden sich die meisten der großen Seen in ehemals von Inlandeis bedeckten Gebieten oder deren Vorland, insbesondere in Mecklenburg und dem Alpenvorland. Der größte mit deutschem Anteil ist der Bodensee, an den auch Österreich und die Schweiz grenzen. Der größte vollständig zu deutschem Staatsgebiet gehörende See ist die Müritz, die Teil der mecklenburgischen Seenplatte ist.
Siehe auch: Liste der Flüsse in Deutschland, Liste der Seen in Deutschland
Gebirge und Senken
Liste der Seen in Deutschland
Die Alpen sind das einzige Hochgebirge, an dem Deutschland Anteil hat. Hier befindet sich mit der Zugspitze (2.962 m) der höchste Berg Deutschlands. Die Mittelgebirge nehmen tendenziell von Nord nach Süd an Höhe und Ausdehnung zu. Höchster Mittelgebirgsgipfel ist der Feldberg im Schwarzwald mit 1.493 m, gefolgt vom Großen Arber im Bayerischen Wald mit 1.453 m. Gipfel über 1.000 m erreichen außerdem das Erzgebirge, das Fichtelgebirge, die Schwäbische Alb und als Sonderfall der Harz, der sich recht isoliert als nördlichstes Mittelgebirge in Deutschland mit dem Brocken auf 1.141 m erhebt. Nördlich der Mittelgebirgsschwelle erheben sich nur noch vereinzelte Formationen über 100 m, von denen der Hagelberg im Fläming mit 200 m die höchste ist.
Details finden sich in der Liste der höchsten Berge Deutschlands und der Liste der Gebirge Deutschlands.
Die niedrigste begehbare Landesstelle Deutschlands liegt bei 3,54 m unter Normalnull in einer Senke bei Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch (Schleswig-Holstein). Ebenfalls in diesem Bundesland befindet sich die tiefste Kryptodepression: Sie liegt mit 39,10 m u. NN am Grund des Hemmelsdorfer Sees nord-nordöstlich von Lübeck. Die tiefste künstlich geschaffene Stelle liegt bei 293 m u. NN am Grund des Tagebau Hambach östlich von Jülich in Nordrhein-Westfalen.
Inseln
Jülich
Gemessen an der Küstenlinie verfügt Deutschland über eine beachtliche Zahl an Inseln. Diese sind in der Nordsee meist in Form von Inselketten dem Festland vorgelagert und stellen Festlandsreste dar, die durch Landsenkung und nachfolgende Überflutung von der Küste getrennt wurden. Unterteilt werden sie in die nordfriesischen und die ostfriesischen Inseln, die Bestandteil des deutschen Wattenmeeres sind. Die nordfriesischen Inseln gehören zu Schleswig-Holstein und bestehen aus den größeren Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Pellworm und Nordstrand sowie den wesentlich kleineren Halligen. Die zu Niedersachsen gehörenden ostfriesischen Inseln sind von Aufbau und Größe sehr ähnlich. Größte dieser Inseln ist Borkum. Einen Sonderfall stellt die weiter in der Nordsee gelegene Insel Helgoland dar, die Deutschlands einzige Hochseeinsel ist.
Die Inseln in der Ostsee liegen an der deutschen Boddenküste, sind tendenziell größer und weisen ein stärker bewegtes Relief auf. Die größte dieser Inseln und gleichzeitig größte deutsche Insel ist Rügen, gefolgt von Usedom, deren Ostzipfel bereits zu Polen gehört. Wie die Nordseeinseln sind auch die Ostseeinseln beliebte Reiseziele und von bekannten Seebädern gesäumt.
Auch in einigen deutschen Binnengewässern gibt es Inseln, von denen die bekanntesten Mainau und Reichenau im Bodensee sowie Herrenchiemsee im Chiemsee sein dürften. Für die vollständige Aufführung aller Inseln siehe: Liste deutscher Inseln
Klima
Deutschland gehört zur gemäßigten Klimazone Mitteleuropas im Bereich der Westwindzone und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem maritimen Klima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. Das Klima wird unter anderem vom Golfstrom beeinflusst, der die klimatischen Werte für die Breitenlage ungewöhnlich mild gestaltet.
Extreme Wetterbedingungen wie langanhaltende Dürren, Tornados, strenger Frost oder extreme Hitze sind vergleichsweise selten. Gelegentlich treten jedoch Stürme auf, die in den Jahren 2000 und 2002 zu schweren Schäden geführt haben. Regelmäßig ereignen sich auch Hochwasser, die nach intensiven Regenperioden im Sommer (Oderhochwasser 1997, Elbehochwasser 2002) oder nach der Schneeschmelze im Winter zu Überschwemmungen und erheblichen Zerstörungen führen können. Dass es am Rhein häufiger zu Hochwasser kommt, liegt wahrscheinlich an der im 19. Jahrhundert unter der Leitung von Tulla durchgeführten Rhein-Begradigung, die weitgehend zur Beseitigung der früheren Rheinauen geführt hat. Dürren betreffen hauptsächlich den Nordosten Deutschlands, können zuweilen aber auch das ganze Land in Mitleidenschaft ziehen, wie zuletzt während der Hitzewelle 2003.
Die Klimadaten betragen (gemittelte Werte der Jahre 1961–1990):
Quelle: [http://www.cru.uea.ac.uk/~timm/cty/obs/TYN_CY_1_1.html Tyndall Centre for Climate Change Report]
Die deutschlandweiten Klimamittel werden je nach Region teils erheblich über- oder unterschritten. Die höchsten Jahrestemperaturen verzeichnet Südbaden mit über 11 °C, während in Oberstdorf der Durchschnitt unter 6 °C liegt. Zudem zeichnet sich ein allgemeiner Trend zu höheren Temperaturen ab: Nach Angabe des Deutschen Wetterdienstes lagen in 14 der 15 Jahre seit 1990 die Durchschnittstemperaturen über dem langjährigen Mittel von 8,3 °C, im Jahr 2000 wurden sogar 9,9 °C erreicht. Insbesondere die Sommer sind deutlich wärmer geworden. Zudem verfrüht sich der Frühlingseinzug im Schnitt um fünf Tage pro Jahrzehnt. Zugvögel halten sich fast einen Monat länger in Deutschland auf als noch in den siebziger Jahren.
Böden und Flächennutzung
Die Zusammensetzung und Qualität der Böden ist regional sehr unterschiedlich. In Norddeutschland bildet ein küstennaher Gürtel aus fruchtbaren Marschböden die Grundlage für ertragreiche Landwirtschaft, während die dahinter liegende, eiszeitlich geprägte Geest nur sehr magere Böden aufweist. In der Lüneburger Heide ist dieser durch jahrhundertelange Weidewirtschaft zum Podsol degeneriert, so dass Ackerbau kaum möglich ist. Sehr unergiebig sind auch die Gebiete der Alt- und Jungmoränenlandschaft, in denen sich Flugsand angelagert hat. Brandenburg beispielsweise war schon in historischer Zeit als des „Heiligen Reiches Streusandbüchse“ berüchtigt. Zwischen der Moränenlandschaft und der Mittelgebirgsstufe zieht sich von West nach Ost eine Reihe von Börden: In diesen Gebieten ist durch eiszeitliche Lössablagerungen äußerst fruchtbarer Boden entstanden. Dieser besteht zumeist aus Braunerden, im Osten teils auch aus Schwarzerden und wird intensivst landwirtschaftlich genutzt. In den Mittelgebirgen herrschen magere Böden vor, die landwirtschaftlich nur extensiv bewirtschaftet werden. Die weitaus größte Fläche ist bewaldet. Ergiebige Böden finden sich in Süddeutschland insbesondere entlang der Flüsse Rhein, Main und Donau.
Insgesamt werden 53,5 % der deutschen Fläche landwirtschaftlich genutzt, Wälder bedecken weitere 29,5 %. Aufgrund hoher Bevölkerungsdichte und Mobilität macht die Siedlungs- und Verkehrsfläche stolze 12,3 % aus (Tendenz weiterhin steigend). Wasserflächen kommen auf 1,8 %, die restlichen 2,4 % verteilen sich auf sonstige Flächen, zumeist Ödland.
Politik
Hauptartikel: Politisches System Deutschlands
Staatsorganisation
Hauptartikel: Politisches System Deutschlands
Hauptstadt und Regierungssitz der Bundesrepublik Deutschland ist Berlin. Nach Artikel 20 GG ist die Bundesrepublik Deutschland ein demokratischer, sozialer und rechtsstaatlicher Bundesstaat. Es gibt 16 teilsouveräne Bundesländer, von denen einige wiederum in Regierungsbezirke untergliedert sind. Die staatliche Ordnung regelt das Grundgesetz. Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident mit repräsentativen Aufgaben. Protokollarisch gesehen folgen ihm der Präsident des Deutschen Bundestages, der Bundeskanzler und der jeweils amtierende Bundesratspräsident, der gemäß dem Grundgesetz den Bundespräsidenten vertritt. Der Regierungschef Deutschlands ist der Bundeskanzler. Er besitzt die Richtlinienkompetenz für die Politik der Bundesregierung (Kanzlerdemokratie).
Bundesregierung
Als Bundesstaat ist Deutschland föderal organisiert, d. h. es gibt zwei Ebenen im Politischen System: die Bundesebene, die den Gesamtstaat Deutschland nach außen vertritt, und die Länderebene, die in jedem Bundesland einzeln existiert. Jede Ebene besitzt eigene Staatsorgane der Exekutive (ausführende Gewalt), Legislative (gesetzgebende Gewalt) und Judikative (rechtsprechende Gewalt). Siehe auch: Gewaltenteilung
Bundestag und Bundesrat entscheiden gemeinsam über die Gesetze des Bundes und haben die Befugnis mit Zweidrittelmehrheit in beiden Organen das Grundgesetz, die Verfassung Deutschlands, zu ändern. In den Bundesländern entscheiden die Länderparlamente über die Gesetze ihres Landes. Obwohl die Abgeordneten der Parlamente nach dem Grundgesetz nicht weisungsgebunden sind, dominieren Vorentscheidungen in den Parteien die Gesetzgebung.
Parteien]
Die Exekutive wird auf Bundesebene durch die Bundesregierung gebildet, die durch den Bundeskanzler geleitet wird. Auf der Ebene der Bundesländer leitet der Ministerpräsident (bzw. der Bürgermeister der Stadtstaaten) die Exekutive. Die Verwaltungen des Bundes und der Länder werden jeweils durch die Fachminister geleitet, sie stehen an der Spitze der Behörden.
Wie in anderen Ländern auch, spielen Verbände im politischen System eine wichtige Rolle. Mit ihrer Lobbyarbeit versuchen sie, die Politik in die Richtung ihrer Interessen zu bewegen. Die Sinnhaftigkeit dieser Tätigkeiten ist nicht unumstritten und unterliegt häufiger Kritik insbesondere der durch die Lobbyarbeit jeweils negativ betroffenen anderen Verbände.
Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe wacht über die Einhaltung des Grundgesetzes. Die Obersten Gerichtshöfe des Bundes sind der Bundesgerichtshof mit Hauptsitz in Karlsruhe, das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, das Bundesarbeitsgericht in Erfurt, das Bundessozialgericht in Kassel und der Bundesfinanzhof in München. Der Großteil der Rechtsprechung liegt in der Verantwortung der Bundesländer. Die Bundesgerichte sind fast immer nur Revisionsinstanz und prüfen die Entscheidungen der Landesgerichte auf formelle und materielle Rechtmäßigkeit.
Siehe auch: Grundgesetz
Bundesländer
Parteienlandschaft
Die Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) wurde 1945 als überkonfessionelle Nachfolgepartei bürgerlicher und religiös geprägter Parteien gegründet. In ihr vereinigten sich vor allem Kräfte aus der Zentrumspartei. Sie ist konservativ geprägt. Mit der Ausnahme Bayerns ist die CDU im gesamten Bundesgebiet vertreten.
Die Christlich Soziale Union (CSU) hat eine ähnliche konservative Ausrichtung, wirkt aber nur in Bayern. Gemeinsam bilden beide Parteien im Deutschen Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft, zusammen werden sie „die Union“ oder auch „Unionsparteien“ genannt.
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) existiert einschließlich ihrer Vorläuferorganisationen seit 1863, und ist damit die älteste bis heute existierende politische Partei Deutschlands. Sie hat die Tradition der Sozialdemokratie begründet. Nach Verbot in der Zeit des Nationalsozialismus wurde sie 1945 wiedergegründet. Sie versteht sich seit ihrem Godesberger Programm von 1959 auch offiziell nicht mehr nur als Arbeiterpartei, sondern als eine Volkspartei, die für breite Schichten wählbar sein will. Ihr Bekenntnis lautet „Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität“.
Die Freie Demokratische Partei (FDP) wurde 1948 gegründet und beruft sich in ihrem Selbstverständnis auf die Tradition des deutschen Liberalismus, der sich bereits 1861 mit der Deutschen Fortschrittspartei in Preußen als erste politische Partei Deutschlands im heute verstandenen Sinn organisiert hatte, sich wenige Jahre darauf jedoch in sich gegeneinander konkurrierende unterschiedliche Parteien aufgespalten hatte. Die moderne FDP steht insbesondere in Wirtschafts-, aber auch in Bürgerrechtsfragen für mehr Freiheiten und Verantwortung des Einzelnen, sowie für eine stärkere Zurückhaltung des Staates - insbesondere bei wirtschaftlichen Belangen. Sie war mit insgesamt 42 Jahren am längsten als kleinerer Koalitionspartner sowohl der CDU/CSU als auch der SPD an der Regierungsverantwortung der Bundesrepublik beteiligt.
Die Grünen entstanden als bundesweite Partei 1979/80 aus den damals neuen sozialen Bewegungen, beispielsweise der modernen Frauenbewegung, der Friedens- und der Ökologiebewegung der 1970er Jahre. 1983 zogen sie erstmals in den Bundestag ein. 1990 schlossen sie sich mit der ostdeutschen Bürgerbewegung Bündnis 90 zu Bündnis 90/Die Grünen zusammen.
Die Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) war die Rechtsnachfolgerin der in der DDR allein herrschenden SED. Inhaltlich beruft sich die Partei auf sozialistische Ideale, und steht im Parteienspektrum des Bundestags links von der SPD. Bedeutendere Wahlerfolge für die PDS blieben zunächst auf Ostdeutschland beschränkt. 2005 wurde aus Protest gegen die Reformpolitik der rot-grünen Bundesregierung die Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG) auf Initiative von Gewerkschaftern und enttäuschten vormaligen SPD-Mitgliedern gegründet. Für die Bundestagswahl 2005 öffnete die PDS ihre Listen für WASG-Mitglieder. Aus diesem Grund hat sich die PDS inzwischen in Die Linkspartei. umbenannt. Beide Parteien streben eine Vereinigung an.
Rechtsextreme Parteien waren, von der Deutschen Reichspartei im Ersten Bundestag (1949–1953) abgesehen, nie im deutschen Bundestag vertreten, konnten aber auf Landesebene zeitweise in Parlamente einziehen. Eine relative Blütezeit erlebten sie Ende der 1960er und seit der Wiedervereinigung. Parteien dieser Richtung sind Die Republikaner, die Deutsche Volksunion (DVU) und die Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD).
Es gibt zahlreiche regionale Parteien und „Splitterparteien“, deren politischer Einfluss auf Bundesebene aber durch die Sperrklausel der 5%-Hürde in der Regel auf außerparlamentarische Aktivitäten beschränkt ist. Die Ausnahmeregelung, über Direktmandate in den Bundestag einzuziehen, ist für diese ebenso fast unmöglich. Im Landtag von Schleswig-Holstein ist jedoch aufgrund einer Sonderregelung für die dänische Minderheit der Südschleswigsche Wählerverband gesetzlich garantiert vertreten.
In der Geschichte der Bundesrepublik gab es mehrere Parteiverbote, gegen die rechtsradikale SRP 1952 und gegen die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) 1956. Ein Verbotsantrag gegen die NPD scheiterte 2004 unter anderem wegen Versagens des Bundesamtes für Verfassungsschutz.
Nahezu allen einflussreichen Parteien stehen – mehr oder weniger selbständig – Jugendorganisationen zur Seite. Die wichtigsten sind die Junge Union (CDU/CSU), die Jusos (SPD), die Jungen Liberalen (FDP), die Grüne Jugend (Bündnis 90/Die Grünen) sowie ['solid] (Die Linkspartei.).
Siehe auch: Politische Parteien in Deutschland, Geschichte der Parteien in Deutschland, Politisches Spektrum, Bundestagswahl 2005
Außenpolitik
Die wichtigsten Leitlinien bundesdeutscher Außenpolitik sind die Westbindung und die europäische Integration. Deutschland hat am Aufbau europäischer Organisationen einen entscheidenden Anteil; Ziel war dabei auch, den Nachbarn Angst vor Deutschland zu nehmen und die Beschränkungen durch die Besatzungsmächte überflüssig zu machen. Die Bundesrepublik ist seit 1950 Mitglied des Europarates und unterschrieb 1957 die Römischen Verträge, den Grundstein für die heutige Europäische Union. Zentraler Aspekt für die Sicherheitspolitik und Ausdruck der Westbindung ist die Mitgliedschaft in der NATO, der die Bundesrepublik 1955 beitrat.
Während des Kalten Kriegs war der Spielraum deutscher Außenpolitik begrenzt. Als eines der wichtigsten Ziele galt die Wiedervereinigung. Militäreinsätze im Ausland kamen nicht in Frage. Laut Grundgesetz darf sich die Bundeswehr an Angriffskriegen nicht beteiligen, ihre Aufgabe besteht lediglich in der Landes- und Bündnisverteidigung. Durch die von Deutschland initiierte Ostpolitik unter der Devise Wandel durch Annäherung, die zunächst von wichtigen Verbündeten sehr skeptisch betrachtet wurde, konnten dennoch eigenständige politische Akzente gesetzt werden. Später wurde diese Politik als erfolgreich angesehen.
Seit der Wiedervereinigung hat Deutschland seine außenpolitischen Grundsätze erweitert und einen Weg zu größerer internationaler Verantwortung eingeschlagen. So nimmt die Bundeswehr seit 1991 mit Zustimmung des Bundestages und zusammen mit verbündeten Armeen an verschiedenen friedenserhaltenden und -erzwingenden Einsätzen auch außerhalb Deutschlands und des Territoriums der Nato-Verbündeten teil (Out-Of-Area-Einsätze).
Traditionell spielt Deutschland zusammen mit Frankreich eine führende Rolle in der Europäischen Union. Deutschland treibt die Bemühungen voran, über die Wirtschafts- und Währungsunion hinaus ein einheitliches und wirkungsvolles System der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik zu schaffen. Weitere außenpolitische Ziele sind die Verwirklichung des Kyoto-Protokolls zum Klimaschutz sowie die weltweite Anerkennung des Internationalen Strafgerichtshofs. Bedeutendes Interesse hat Deutschland auch an einer friedlichen Lösung des Nahostkonflikts. Aufgrund der schwierigen Materie und den Begrenzungen deutscher Politik besteht der Beitrag vor allem in der Bereitstellung informeller Kontaktmöglichkeiten zwischen den beteiligten Parteien. Die Bundesregierung lehnte den Irak-Krieg 2003 ab, da sie die Existenz von Massenvernichtungswaffen bezweifelte, eine diplomatische Lösung bevorzugte und um erhebliche Gefahren für die politische Stabilität des gesamten als fragil eingestuften Raumes fürchtete. Dafür wurde sie von wichtigen Verbündeten stark kritisiert. Zusammen mit den Verbündeten Großbritannien und Frankreich bemüht sich die Bundesrepublik, den Iran im Dialog dazu zu bewegen, auf die Weiterführung seines Atomprogramms zu verzichten. Die Bundesregierung strebt einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an. Die Durchsetzung dieses Zieles wird jedoch aufgrund des Widerstands anderer, teils verbündeter Staaten erschwert und hat nur geringe Aussicht auf Erfolg. So würden zwar Frankreich und Großbritannien die G4 Staaten (Deutschland, Indien, Japan und Brasilien) grundsätzlich unterstützen; jedoch fehlt Deutschland die Zustimmung der USA, so wie Japans Beitritt durch China blockiert wird.
Militär
Vereinten Nationen
Vereinten Nationen]
Hauptartikel: Bundeswehr
Nach ihrer Gründung 1949 hatte die Bundesrepublik Deutschland zunächst keine eigenen Streitkräfte. Unter dem Eindruck des Koreakrieges und der als aggressiv empfundenen sowjetischen Politik in Osteuropa trat die Bundesrepublik 1955 der NATO bei und stellte Streitkräfte auf. Nach der Wiedervereinigung wurden Teile der Nationalen Volksarmee der DDR in diese Streitkräfte eingegliedert.
Die als Bundeswehr bezeichnete militärische Gesamtorganisation besteht aus den Streitkräften und ihrer Verwaltung. Die Streitkräfte gliedern sich in die Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine und die unterstützenden Organisationsbereiche Streitkräftebasis und Zentraler Sanitätsdienst.
In der Bundeswehr dienten im April 2005 257.000 Soldaten und 125.000 zivile Mitarbeiter. Seit 2001 haben auch Frauen uneingeschränkten Zugang zum Dienst in den Streitkräften. Ihr Anteil beträgt 6,2 % der Soldaten (Stand 2005). Die Bundesrepublik Deutschland gab im Jahr 2004 24,4 Mrd. Euro für die Bundeswehr aus, womit sie im internationalen Vergleich nach absoluten Ausgaben den sechsten Platz und im Vergleich zum jeweiligen BIP einen Platz im letzten Drittel der NATO belegt. Das wird von einigen als zu wenig angesehen, vor allem, da die Bundeswehr sich nach dem Kalten Krieg auf erheblich veränderte Aufgaben einstellen muss.
Auf dem US-Stützpunkt Ramstein und dem Luftwaffenstützpunkt Büchel (in Rheinland-Pfalz) sind heute noch 65 US-amerikanische Wasserstoffbomben stationiert, an deren Einsatzplanung Deutschland im Rahmen der nuklearen Teilhabe beteiligt ist.
Geschichte
Der Hauptartikel Geschichte Deutschlands vermittelt einen detaillierten Überblick. Zum mittelalterlichen Deutschland siehe Deutschland im Mittelalter. Für die Entwicklung der neuen deutschen Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg siehe die Artikel Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und Geschichte der DDR.
Frühgeschichte und Antike
Geschichte der DDR
Die ältesten Siedlungsbelege auf dem Gebiet der heutigen Bundesrepublik Deutschland sind etwa 700.000 Jahre alt, seit rund 500.000 Jahren geht man von einer dauerhaften Besiedlung aus. In Deutschland existieren bedeutende Fundstätten aus der Urzeit: Nach dem Neanderthal in Mettmann ist der frühe menschliche Vertreter der Gattung Homo sapiens neanderthalensis, dem Neanderthaler, benannt. Diese wurden vor etwa 40.000 Jahren von dem zugewanderten Homo sapiens sapiens, dem modernen Menschen, verdrängt. In der Jungsteinzeit entwickelten sich Ackerbau, Viehzucht und feste Siedlungsplätze. Aus dieser Zeit sind einige bedeutende kulturelle Funde erhalten, etwa die Venus von Willendorf und die Himmelsscheibe von Nebra, die darauf deutet, dass schon um 2000 vor Christus in dieser Region Astronomie betrieben wurde.
Erste schriftliche Erwähnung finden keltische und germanische Stämme bei den Griechen und Römern in der vorchristlichen Zeit. Um 500 vor Christus war das heutige Süddeutschland keltisch und das heutige Norddeutschland germanisch besiedelt. Die Germanen wanderten im Laufe der Jahrhunderte südwärts, so dass um Christi Geburt die Donau die ungefähre Siedlungsgrenze zwischen Kelten und Germanen war. Sprachforscher vermuten, dass viele Merkmale süddeutscher Dialekte auf keltischen Einfluss zurückgehen. Von 58 v. Chr. bis etwa 455 n. Chr. gehörten die Gebiete links des Rheins sowie südlich der Donau zum Römischen Reich, von etwa 80 bis 260 n. Chr. auch der größte Teil des heutigen Baden-Württemberg südlich des Limes. Die Gebiete im heutigen Deutschland verteilten sich auf die Provinzen Germania Superior, Germania Inferior und Raetia. In diesem Gebiet gründeten die Römer viele Legionslager, die sich später zu Städten entwickelten. Wichtigste Städte zu römischer Zeit waren Köln, Trier (die älteste Stadt Deutschlands) und Augsburg. Zur Sicherung der Grenzen siedelten die Römer befreundete germanische Stämme in den Provinzen an. Außerdem wanderten Siedler aus anderen Teilen des Römischen Reiches, insbesondere aus Italien, ein und wurden westlich des Rheins und südlich der Donau sesshaft. Weitreichende Neuerungen, die auch das deutsche Vokabular beeinflussten, führten die Römer insbesondere in Hausbau, Handwerk, Wein- und Ackerbau sowie Verwaltung und Militär ein. Eine erste Geschichte Gesamtgermaniens verfasste der römische Schreiber Tacitus im Jahr 98.
Völkerwanderung und Frühmittelalter
98
Nach dem Einfall der Hunnen 375 und zeitgleich mit dem Niedergang Westroms ab 395 setzte die Völkerwanderung ein, in deren Verlauf die germanischen Stämme immer weiter nach Südwesten zogen. In die fast menschenleeren Gebiete des heutigen Ostdeutschland wanderten im 7. Jahrhundert bis zur Elbe-Saale-Linie slawische Stämme ein. Weite Teile der Bevölkerung der heutigen ostdeutschen Bundesländer waren daher bis ins hohe Mittelalter slawisch geprägt (Germania Slavica). Erst im Zuge der hochmittelalterlichen Ostsiedlung wurden sie assimiliert und akkulturiert. Der Hauptteil West- und Mitteleuropas wurde vom Frankenreich eingenommen, das heutige Norddeutschland wurde von den Sachsen beherrscht.
Nach der blutigen Unterwerfung und Zwangsmissionierung der Sachsen erstreckte sich das Frankenreich bis zur Nordsee, der Elbe und dem heutigen Österreich. Auf dem Höhepunkt der fränkischen Macht stellte Karl der Große einen Anspruch auf die Führungsmacht in Europa. 800 ließ er sich in Rom zum Kaiser krönen. Doch die Einheit seines Reiches währte nicht lange: Streitigkeiten unter seinen Nachfolgern bewirkten im Vertrag von Verdun (843) die Dreiteilung des Reiches in das ostfränkische Reich unter König Ludwig Germanicus (später: ... dem Deutschen), das westfränkische Reich unter König Karl dem Kahlen und dem zwischen ihnen liegenden Königreich Lothars I., das den Namen Lotharingien erhielt. Das ostfränkische Reich bildete den groben geografischen Rahmen für das später entstehende Deutsche Reich.
Heiliges Römisches Reich (962–1806)
Hauptartikel: Heiliges Römisches Reich
Als traditioneller Beginn der deutschen staatlichen Tradition wird oft der 2. Februar 962 angesehen, an dem Otto I. als erster ostfränkischer König in Rom zum Kaiser gekrönt wurde und damit das Heilige Römische Reich begründete. Als Anfang wird aber auch das Jahr 911 genannt, der Regierungsantritt Konrads I. als erster nicht-karolingischer Herrscher in Deutschland. Im 10. Jahrhundert wurde erstmals für das bisherige ostfränkische Reich auch der Terminus regnum teutonicum („Deutsches Reich“) verwandt.
Die fränkischen Teilreiche waren schon zuvor unterschiedliche Wege gegangen: Während sich das ehemalige Westfränkische Reich, dessen fränkische Bewohner sich romanisierten, mit der Zeit zum französischen Zentralstaat entwickelte, blieb das ostfränkische Reich durch Territorialfürsten geprägt, die den Kaiser wählten und dadurch ihre Partikularinteressen geltend machen konnten. Obwohl die Kaiser des römisch-deutschen Reiches wiederholt versuchten ihre Position zu stärken, teilte sich das Reich immer weiter in weitgehend souveräne Klein- und Kleinststaaten sowie Reichsstädte. Nach Reformation und Dreißigjährigem Krieg, dem nach Opferzahl relativ zur Gesamtbevölkerung Deutschlands fatalsten Krieg, hatte der Kaiser nur noch eine überwiegend formale Machtstellung.
Der Name des Heiligen Römischen Reiches änderte sich über die Jahrhunderte mehrfach. So wurde es im 12. Jahrhundert noch als „Heiliges Reich“ bezeichnet, ab Mitte des 13. Jahrhunderts als „Heiliges Römisches Reich“ und ab dem 15. Jahrhundert als Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation.
Der Weg zum deutschen Nationalstaat (1806–1871)
Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation
Dieser Zustand währte bis 1806, als Napoléon in seinen Eroberungskriegen Mitteleuropa überrannte und das schwache Reichsgebilde zum Einsturz brachte. Der letzte Kaiser des faktisch nur noch formell bestehenden Heiligen Römischen Reiches (deutscher Nation), Franz II., der erst 1804 auch Kaiser des österreichischen Vielvölkerstaates geworden war, musste die Reichskrone auf Druck des französischen Kaisers ablegen. Unter Napoléon Bonaparte wurde die Anzahl der deutschen Staaten durch Zusammenlegung erheblich verringert und auch viele Reichsstädte verloren ihre Unabhängigkeit (deren Zahl hatte zeitweise über 80 betragen).
Nach der Niederlage Napoleons restaurierte der Wiener Kongress weitgehend die alten Herrschaftsverhältnisse. Deutschland, nun ohne einigendes Band, war teilweise im Deutschen Bund, einer losen Vereinigung von 38 deutschen Staaten unter Führung Österreichs organisiert. Kurz darauf wurde der Deutsche Zollverein geschaffen, in dem das wiedererstarkte Preußen dominierende Macht war.
Schon bald nach der gescheiterten nationalen und liberalen Märzrevolution von 1848/1849 kam es zur Kollision der Preußen mit der Großmacht Österreich um die Vormachtstellung im Deutschen Bund wie auch in Europa, die zum Deutschen Krieg von 1866 führte. Nachdem Preußen diesen Krieg für sich entschieden hatte, kam es zur Auflösung des Deutschen Bundes, zur Annexion seiner norddeutschen Kriegsgegner durch Preußen und dadurch zu einer weiteren Schrumpfung der Zahl deutscher Staaten.
Deutsches Kaiserreich (1871–1918)
Die anschließende Gründung des Norddeutschen Bundes unter preußischer Führung leitete die so genannte kleindeutsche Lösung ein. Diese zielte entsprechend der Intention Bismarcks auf eine staatliche Einigung unter der Hegemonie Preußens ohne die damalige Großmacht Österreich. Das Deutsche Reich wurde nach dem gewonnenen Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 und der Proklamation des preußischen Königs Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser im Spiegelsaal von Versailles ausgerufen.
Mit der Reichsgründung wurden Gebiete eingegliedert, die noch nie oder nicht mehr zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehört hatten, sondern seit den Polnischen Teilungen Ende des 18. Jh. Teile Preußens außerhalb des Reiches waren. Dazu gehörten West-, Ostpreußen und Danzig, das überwiegend polnischsprachige Gebiet Posen und Schleswig. Frankreich trat (deutsch- und französischsprachige) Teilgebiete der Regionen Lothringen (nördliche und östliche Teile) und Elsass (ohne Belfort) ab, welche als direkt von der Zentrale verwaltetes "Reichsland Elsass-Lothringen" ohne Gliedstaatrechte konstituiert wurden.
Als ideeller Begründer des Deutschen Reiches wurde Otto von Bismarck erster Reichskanzler. Seine antidemokratisch-konservative Grundhaltung verhinderte allerdings die Reichseinigung unter demokratischen Bedingungen und schuf die Voraussetzung dafür, dass in Deutschland Nationalismus und Demokratie einander fremd wurden. Er führte einen wenig erfolgreichen Kampf gegen die Sozialdemokratie, die polnische Minderheit und die katholische Kirche (siehe Kulturkampf). Seine aggressiv-kriegerische Außenpolitik änderte sich ab der Reichsgründung dagegen zu einer Bündnispolitik, die auf die Isolierung Frankreichs abzielte und ein vertraglich geregeltes, aber fragiles Paktsystem in Europa schuf. Gleichwohl blieb die Außenpolitik imperialistisch ausgerichtet: Auf der Berliner Kongo-Konferenz trat Deutschland 1884 mit der Forderung nach einem „Platz an der Sonne“ in den Kreis der Kolonialmächte ein, nachdem schon in den frühen 1880er Jahren deutsche Vereine Territorien in Afrika und Asien erworben hatten. Im Dreikaiserjahr kam Wilhelm II. an die Macht, der wenig später Bismarck zur Kündigung zwang und die Außenpolitik in Richtung Konfrontation änderte. Das Attentat auf den
WalzerDas Wort Walzer stammt von dem Begriff walzen, d.h. "sich drehen". (Ein) Walzer ist:
- ein Musikstück im 3/4 oder 6/8 Takt, siehe Walzer (Musik).
- ein Oberbegriff für die Tänze Wiener Walzer, Langsamer Walzer und Französischer Walzer bzw. ein Synonym für den Wiener Walzer.
- Michael Walzer, amerikanischer Sozialphilosoph, Moralphilosoph und Intellektueller.
- Walzer ist die Berufsbezeichnung eines Arbeiters in der stahlverarbeitenden Industrie. Die Aufgabe des Walzwerksarbeiters bestand darin, die Walzknüppel mit einer schweren Zange zu wenden, um ihn so wieder in das Kaliber für den nächsten Stich rückwärts einzuführen. Typische Berufsbekleidung für den Walzer war ein Lederschurz, stabile Lederstiefel mit besonderes dicker Sohle und die Kopfbedeckung, die Schutz gegen die hohe Wärmeeinwirkung boten. Die unterschiedlichen Berufsgruppen der stahlverarbeitenden Industrie wurden seinerzeit u.a. auch von dem Berliner Bildhauer Prof. Gerhard Janensch in Form von Skulpturen in anschaulicher Weise dargestellt.
Kategorie:Gesellschaftstanz
Kategorie:Musikgenre
Kategorie:Beruf
Kategorie:Wortexport
ja:ワルツ
RumbaRumba ist:
- die Sammelbezeichnung für eine Vielzahl historischer und gegenwärtiger Lied- und Tanzformen auf Kuba von großer rhythmischer, melodischer, formaler und choreographischer Variationsbreite.
- ein Lateinamerikanischer Gesellschafts- und Turniertanz im 4/4-Takt mit üblicher Weise 28 Takten pro Minute.
Die Rumba entwickelte sich aus dem Fandango-Tanz, der aus Spanien nach Kuba kam. Als Modetanz kam die Rumba erstmals 1914 in New York auf. Rhythmisch vereinfacht gelangte sie 1931 auch nach Europa. In Deutschland wurde sie von den Nazis schließlich als entartet verboten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Rumba wieder entdeckt, allerdings in zwei vollkommen unterschiedlichen Variationen. Zum einen die amerikanisch beeinflusste Square- oder Carrée-Rumba, zum anderen die vom in England lebenden Franzosen Pierre Lavelle propagierte Rumba im kubanischen Stil. Dies führte Anfang der 70er Jahre zu heftigen Auseinandersetzungen (die so genannten Rumba-Kriege), welche Variante jetzt richtig sei. Man einigte sich schließlich darauf, beide Varianten zuzulassen. Im internationalen Tanzsport hat sich mittlerweile der kubanische Stil durchgesetzt. Die Square-Rumba wird in Europa kaum noch unterrichtet, in den USA ist sie jedoch noch weit verbreitet.
Charakteristika des Tanzes
Bei der Rumba sind für den Einzelnen die kreisenden Hüftbewegungen sehr wichtig, als Paar das Zusammenspiel. Bei der Rumba verschmilzt das Paar auf dem Parkett durch die Musik zu einer Einheit. Die Dame spielt den "arroganten", dominanten Part, sie lässt den Herren mal in ihre Nähe und lässt ihn daraufhin sofort wieder abblitzen. Der Herr holt die Dame mal an sich heran, als wolle er sie auf der Stelle verführen, stößt sie danach aber unter sichtbaren Schmerzen von sich. Die Vorstellung einer "getanzten Liebeserklärung" verdeutlicht die unterdrückte Leidenschaft, die dieser Tanz ausstrahlen soll, wesentlich besser als die häufig genutzte Bezeichnung als "Liebestanz". Die Betrachtung des ganzen umfasst natürlich nicht nur die Füße, auch Hand/Armhaltung, Körpersprache und Mimik sind wichtig.
Figurenkatalog
Typische Tanzfiguren der Rumba mit Fachbezeichnung:
- Grundschritt (Basic Movement)
- Damensolo
- Cucaracha
- Promenade (New York)
- Wischer (Hand to Hand)
- Aida (Fallaway)
- Platzdrehung (Spot Turn)
- Fächer (Fan)
- Rechtsdrehung (Alemana)
- Linksdrehung (Hockey Stick)
- Offene Hüftdrehung (Open Hip Twist)
- Lasso
siehe auch
- Kubanische Musik
Weblinks
- [http://staff-www.uni-marburg.de/~stoll/dtRumba.html Rumba im Quadrat?? Eine historische Betrachtung im Spiegel der Literatur]
- [http://www.vistawide.com/spanish/spanish_music/rumba.htm Rumba] Repräsentative Musiker, CDs, Rumba Musik-Clips zum Anhören. [englisch]
- http://www.martinvogler.de/ta_rumba1.html
- http://www.ballroom-kings.de/taenze/rumba/index.html
Kategorie:Gesellschaftstanz
Kategorie:Paartanz
Kategorie:Lateinamerika
Rumba
QuickstepDer Quickstepp ist ein Standardtanz, genauer eine Abwandlung des Foxtrott und wird statt mit zwei langen und zwei kurzen Schritten, mit einem langen Schritt und einem Chassé getanzt. Er soll überquellende Lebensfreude ausdrücken und ist häufig der letzte der fünf Standardtänze in Turnieren. Er wird von Tänzern auch als "Sekt unter den Tänzen" bezeichnet, um das spritzige und freudige des Tanzes zu charakterisieren.
Der Quickstepp wird mit der Technik der Standardtänze getanzt. Dazu gehört wie beim Langsamen Walzer vor allem das Heben und Senken. Allerdings gibt es im Quickstepp kein allmähliches Heben, die Schritte sind entweder tief (in der Regel bei langsamen Schritten) oder hoch (alle schnellen Schritte). Bei den tief getanzten Schritten wird der Fuß von der Ferse bis zum Ballen abgerollt, dabei müssen die Tänzer leicht ins Knie gehen. Die hoch getanzten Schritte werden mit gestrecktem Fuß, aber trotzdem leicht gebeugtem Knie ausgeführt.
Figurenkatalog
Typische Tanzfiguren des Quickstepps sind:
- Vierteldrehung nach rechts (Quarter Turn to Right)
- Seitchassé (Progressive Chassé)
- Kreuzschritt vorwärts (Forward Lock)
- Rechtskreiseldrehung (Natural Spin Turn)
- Gelaufene Linksdrehung (Quick Open Reverse)
- V6 (V6)
- Kreuzschritt rückwärts (Back Lock)
- Endlauf (Running Finish)
- Tipple-Chassé nach rechts (Tipple Chassé to Right)wärts (Forward Lock)
- Rumba Cross
- Hammer(an Tripple-Chassé angeschlossen)
Siehe auch:
Tanz
Kategorie:Paartanz
Kategorie:Gesellschaftstanz
TangoDer Begriff Tango bezeichnet
- in der Musik
- eine Musikform des Flamenco. Siehe Artikel Tango (Flamenco).
- eine lateinamerikanische Musikrichtung. Siehe Artikel Tango (Musikrichtung).
- beim Tanzen
- einen lateinamerikanischen Tanz, der im Deutschen „Tango Argentino“ genannt wird. Siehe Artikel Tango Argentino.
- einen Standardtanz, der aus dem Tango Argentino entstanden ist. Siehe Artikel Tango (Standardtanz).
- in der Geografie
- eine ehemalige japanische Provinz. Siehe Artikel Tango (Provinz).
SalsaSalsa (span. Sauce) ist die Bezeichnung:
- für eine Sauce, siehe Salsa (Sauce)
- eine lateinamerikanische Musikrichtung, siehe Salsa (Musik)
- einen Tanz, siehe Salsa (Tanz)
Das Geschlecht des Wortes Salsa ist nicht eindeutig erklärt: Während viele Wörterbücher und sogar der Duden Musik und Tanz als männlich („der“) führen und lediglich die Soße als weiblich („die“) auffassen, wird in der Salsa-Szene jede Form der Salsa als weiblich aufgefasst. Die Artikel verwenden ausschließlich das weibliche Geschlecht.
ja:サルサ
BoleroBolero (spanisch) ist:
- ein scharf rhythmisierter spanischer Tanz im Dreivierteltakt mit Kastagnetten, siehe Bolero (Tanz)
- ein kubanischer Musik- und Tanzstil in einem geraden Takt, der in den 1950er Jahren sehr populär wurde
- ein knapp geschnittenes, besticktes, offen getragenes Jäckchen der spanischen Nationaltracht, (siehe Bolero (Jacke))
- ein zur spanischen Nationaltracht gehörender rund aufgeschlagener Hut, siehe Bolero (Hut)
- eine Komische Oper in drei Akten von Otto Schneidereit, Musik von Eberhardt Schmidt, (1952), siehe Bolero (Oper)
- ein bekanntes Orchesterwerk von Maurice Ravel, Uraufführung 1928, siehe Bolero (Ravel)
- eine Schweizer Frauenzeitschrift der Ringier AG
ja:ボレロ
ChoreographieChoreografie (griech. "Tanzschrift") war ursprünglich die Notation der Bewegungen des Chores im Griechischen Drama und wurde dann zur Aufzeichnung überhaupt von Tanzbewegungen. Heute versteht man darunter in erster Linie die Komposition und Abfolge von Bewegungen beim Tanz, im erweiterten Sinne auch das Inszenieren von Bewegungsabläufen, beispielsweise bei Kampfsportsequenzen im Film. Jede Choreografie ist ein Kunstwerk und reicht vom kurzen Solo- oder Showtanz bis zur mehrstündigen Inszenierung eines Tanztheaterstückes mit vielen Personen und komplexer Handlung.
Die schriftliche Aufzeichnung von Tanzbewegungen wird heute als Tanznotation bezeichnet.
Ein Choreograf ist der kreative Gestalter einer Choreografie. Für das Tanztheater ist er gleichzeitig der Regisseur des Stückes (im Film oder Musical arbeitet er mit anderen zusammen), sucht die Musik dazu aus oder läßt sich von einem Musikwerk inspirieren, wie John Neumeier von der Dritten Symphonie von Gustav Mahler oder von Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion, oder Uwe Scholz von Haydns Schöpfung. Oder der Choreograf arbeitet mit einem Komponisten zusammen, der neue Musik für ein bestimmtes Tanzstück schreibt, z.B. auch Neumeier bei seinem Ballett Odyssee mit dem griechischen Komponisten George Couroupos oder Frederick Ashton mit Hans Werner Henze bei Undine oder Sergei Pawlowitsch Djagilew mit Igor Strawinsky für das Ballett Feuervogel. Die berühmtesten klassischen Ballette aus dem 19. Jahrhundert, die überall immer wieder inszeniert und aufgeführt werden, entstammen der überaus fruchtbaren Zusammenarbeit von Marius Petipa und Tschaikowsky. Dazu gehören Schwanensee, Nußknacker, Dornröschen.
Der Tanz kann ganz abstrakt, reine Form ohne konkreten Inhalt sein, wie besonders George Balanchine es liebte. Sehr oft hat Tanztheater jedoch einen Inhalt. Der kann ebenfalls die schöpferische Gestaltung des Choreografen sein, wie es beim Ausdruckstanz und Modern Dance sehr oft der Fall ist, oder eine literarische Vorlage haben. Beispiele dafür sind das Musical Kiss me, Kate nach der Shakespeare-Komödie Der Widerspenstigen Zähmung, wozu John Cranko wiederum ein Ballett choreografiert hat, oder My fair Lady nach George Bernard Shaws Theaterstück Pygmaleon, die oben erwähnten Ballette und viele andere.
Seit dem 20. Jahrhundert gibt es auch sehr viele bedeutende Choreografinnen wie z.B. Pina Bausch, denn der Moderne Tanz wurde hauptsächlich durch Frauen zu der vielfältigen, reichen Kunstform, die er am Anfang des 21. Jahrhunderts ist. Es entstehen neue Formen und Namen, z.B. nennt Johann Kresnik seine Stücke Choreographisches Theater.
Kategorie:Tanzbegriff
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Kategorie:Musical
simple:Choreography
Kategorie:GesellschaftstanzAlles, was für euch zum Gesellschaftstanz gehört, bitte hier einordnen.
Kategorie:Tanz LarunsLaruns ist der Name
- eines französischen Kantons im Département Pyrénées-Atlantiques, siehe: Laruns (Kanton).
- einer Kommune in diesem Kanton, siehe: Laruns (Pyrénées-Atlantiques).
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Internationales Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum
Das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum ist ein Museum in Genf, in dem die Geschichte und die Aktivitäten der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung dokumentiert werden. Es befindet sich direkt neben dem Hauptsitz des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK).
Geschichte und Architektur des Museums
In
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Epidemien
Eine Epidemie (griechisch επιδημία - im Volk verbreitet) ist eine unübliche Häufung einer Krankheit innerhalb einer Population.
Epidemisch auftretende Krankheiten sind unter anderem Cholera, Grippe, Typhus und Pest. In der Regel handelt
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Vladimir Volfovich Zhirinovsky
Wladimir Wolfowitsch Schirinowski (russisch Владимир Вольфович Жириновский, wiss. Transliteration Vladimir Vol'fovič Žirinovskij; - 25. April 1946 in Almaty, Kasachstan) ist ein russischer Politiker und
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Westhausen (bei Hildburghausen)
Westhausen ist eine Gemeinde im Landkreis Hildburghausen in Thüringen.
Geografie
Geografische Lage
Die Gemeinde gehört der Verwaltungsgemeinschaft Heldburger Unterland an. Der Verwaltungssitz ist in der Stadt Bad Colberg-Heldburg.
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Gonzenheim (Bad Homburg)
Gonzenheim ist ein Stadtteil von Bad Homburg vor der Höhe im Hochtaunuskreis, an der nördlichen Stadtgrenze von Frankfurt am Main. Der Ortsname Gonzenheim stammt von dem fränkischen Personennamen "Gonzo" oder "Gunzo" mit der Nachsilbe -heim.
Zahlreiche archäologische Funde weisen die Besiedlung des heutigen Gonzenheim schon in vor- und frühgeschichtlicher Zeit nach. Für die Annahme, die erste urkundliche Erwähnung
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Asl
Deutsche (→) und englische (→) im Netzjargon verwendete Akronyme und Abkürzungen.
Deutsche Akronyme und Abkürzungen
Englische Akronyme und Abkürzungen
Anmerkung: Viele dieser englischen Akronyme und Abkürzungen wurden in das Deutsche übernommen.
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Bernhard I. (Sachsen)
Bernhard I. ( - um 950; † 9. Februar 1011 in Corvey) aus der Familie der Billunger war Herzog in Sachsen. Er war der Sohn und Nachfolger von Hermann Billung. Nach seinem Tod wurde er in der Kirche St. Michaelis in L
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Engelbert Wistuba
Engelbert Clemens Wistuba ( - 10. Februar 1953 in Mügeln/Kreis Oschatz) ist ein deutscher Politiker. Als SPD-Mitglied schaffte er 1998 den Einzug in den Deutschen Bundestag.
Wistuba studierte Chemische Technologie im Fernstudium und arbeitete bis 1998 in den Stickstoffwerken Pi
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Staatsverschuldung der Entwicklungsländer
Die Staatsverschuldung der Entwicklungsländer unterscheidet sich von der Staatsverschuldung entwickelter Volkswirtschaften in mehreren Kategorien: Die öffentlichen Schulden sind oft höher als in Industrieländern und sie sind oft in ausländischer Währung (zumeist US-Dollar) denominiert. Darüber hinaus treten in unterentwickelten und si
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New England Revolution
New England Revolution (auch bekannt als die Revs) ist ein Team der US-amerikanischen Fußball-Profiliga Major League Soccer (MLS) aus Boston (Massachusetts). Der Besitzer der Mannschaft ist Robert K. Kraft, dem auch die New England Patriots (NFL) gehören. Ihre Heimspiele tragen die Revs im | |