Tarnopol
Ternopil (ukrainisch Тернопіль, polnisch Tarnopol, russisch Тернополь bzw. Ternopol) ist eine Stadt im Westen der Ukraine und ist Hauptstadt der Oblast Ternopil.
Ternopil ist eine der drei wichtigsten Städte Ostgaliziens. Sie befindet sich 132 km östlich von Lemberg und hat rund 250.000 Einwohner. Bis Mitte des 20. Jahrhunderts lebten sehr viele Juden und Deutsche in der Stadt. Sie wird von dem Dnister-Nebenfluss Seret durchflossen, der in einen kleinen See mündet. Ternopil ist ein Wallfahrtsort.
Bildung und Kultur
Ternopil beherbergt neben vielen anderen Einrichtungen vier Berufsfachinstitute, das Schewtschenko-Dramentheater,
ein Puppentheater und das Bezirks-Philharmonieorchester. Kunstgalerien, Museen, ein großer Markt ergänzen das Bild. Sehenswert sind u.a. die Auferstehungskirche aus dem 17. Jahrhundert und eine dominikanische Kirche aus dem 18. Jahrhundert.
Geschichtlicher Abriss
Von seiner Gründung 1540 bis 1934 hieß die Stadt Ternopil Tarnopol. 1772 bis 1919 gehörte sie zu Österreich-Ungarn, anschließend 20 Jahre zu Polen, bis sie 1939 Teil der Ukrainischen Sowjetrepublik und 1991 der unabhängigen Ukraine wurde.
:1540 gegründet durch Jan Amor Tarnowski als polnischer Militärstützpunkt und Festung.
:1548 Sigismund I. von Polen verleiht die Stadtrechte
: 1569-1772 von Woiwodschaft Ruthenia, eine administrative Teilungseinheit vom Polnischer-Lituaner Gemeinwesen - Adelsrepublik mit der Hauptstadt an Lwów
::1772-1914Galizien ist österreich-ungarisches Kronland (Königreich)
:::seit 1867 Autonomia galicyjska
:1915 6. bis 19. September: Schlacht bei Tarnopol (Österreich-Ungarn, Deutschland gegen Russland)
:1921 Hauptstadt der Wojwodschaft Tarnopol
:1939 ca. 18.000 Juden
::Pogrom in Ternopil. Ukrainische Miliz und vermutlich auch polnische und ukrainische Zivilisten treiben jüdische Einwohner im Gefängnishof der Stadt zusammen, misshandeln und töten sie. Neben einheimischen Zivilisten beteiligten sich auch Angehörige der SS-Division Wiking an den Gewalttaten. Zudem bescheinigte die SS der Wehrmacht eine 'erfreulich gute Einstellung gegen die Juden'.
::Errichtung des jüdischen Ghettos durch die deutschen Besatzer
:1943 das jüdische Ghetto wird mitsamt seiner Bewohner liquidiert, große Teile der jüdischen Bevölkerung werden massakriert, in Arbeitslager oder ins Vernichtungslager Belzec gebracht
:1945 mit ganz Ostgalizien der Sowjetunion (Ukrainische SSR) zugeschlagen
:1960 ca. 500 Juden in der Stadt verblieben; vermehrte Ansiedlung von Russen und Ukrainern
:1991 die Ukraine wird unabhängig
Weblinks
- [http://www.dhm.de/lemo/html/wk1/kriegsverlauf/tarnopol Schlacht bei Tarnopol]
Kategorie:Ort in der Ukraine
Kategorie:Oblast Ternopil
Ukrainische Sprache
Ukrainisch (Eigenbezeichnung: українська (мова), wiss. Transliteration ukrajins'ka mova) ist eine Sprache aus der ostslawischen Untergruppe des slawischen Zweigs der indogermanischen Sprachen.
Es wird von ca. 47 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen ca. 31 Millionen in der Ukraine leben, wo es Amtssprache ist. Der Rest verteilt sich auf 25 andere Staaten.
Ukrainisch wird mit dem kyrillischen Alphabet geschrieben, wobei die ukrainische Version in einigen Buchstaben von der russischen abweicht.
Geschichte
Ukrainisch gehört zusammen mit dem Russischen und dem Weißrussischen zur ostslawischen Sprachgruppe. Die drei Sprachen wurden auf dem Gebiet der Kiewer Rus (9. Jh. n. Chr.) gesprochen. Die Bezeichnung für das gesamte ostslawische Territorium führte regelmäßig zu Verwechslungen, weil „Rus“ mit Russland gleichgesetzt wurde. So kam es beispielsweise zu den Sprachbezeichnungen „Großrussisch“ für Russisch, „Kleinrussisch“ für Ukrainisch, womit Ukrainisch oftmals als Dialekt oder Unterart des Russischen eingeordnet wurde.
In der ältesten Epoche (ungefähr bis zum 14. Jahrhundert) hatten alle Ostslawen eine gemeinsame Schriftsprache (Altostslawisch), in der mittleren (ca. 15. bis 18. Jh.) benutzten die Vorfahren der heutigen Ukrainer und Weißrussen gemeinsam die ruthenische Sprache.
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich neben dem bis dahin gebräuchlichen Kirchenslawischen eine aus der Volkssprache kommende ukrainische Schriftsprache und Literatur. Im 19. Jahrhundert erlebte die ukrainische Kultur und damit auch ihre Literatursprache eine Blütezeit; die Entwicklung konzentrierte sich weniger auf politische als auf wissenschaftliche Themen.
Dennoch wurde 1876 aus Angst vor separatistischen Bestrebungen von Zar Alexander II auf Betreiben der zaristischen Zensurbehörde in Bad Ems ein weitreichendes Verbot ukrainischsprachiger Publikationen ausgesprochen (Emser Erlass). Bis 1906 unterlagen ukrainische wissenschaftliche Publikationen, Lesungen, Ausstellungen und Konzerte diesem Diktat. Der bedeutendste ukrainische Dichter Taras Schewtschenko (1814–1861) wurde für seine Texte und Gedichte in die turkmenische Verbannung geschickt.
In der Karpato-Ukraine und auf dem Gebiet der Slowakei gab es bereits im 19. Jahrhundert Bestrebungen zu einer eigenen Schriftsprache, die zwar auch auf den örtlichen ukrainischen Dialekten beruhte, sich aber von der ukrainischen Standardsprache unterschied. Diese Bestrebungen haben ab dem Ende der achtziger Jahre des 20. Jahrhunderts wieder zugenommen, ihr Ergebnis war die Kodifikation der karpato-russinischen Sprache auf der Grundlage des Dialekts von Zemplin. Stärker abweichend ist die jugoslawo-russinische Sprache in der Vojvodina, die aber auch ursprünglich auf einem ukrainischen Dialekt beruht.
Mit der Gründung einer ukrainischen Volksrepublik 1918 wurde Ukrainisch erstmalig zur Staatssprache, später auch in der Ukrainischen Sowjetrepublik. Während der Sowjetzeit war Ukrainisch also nicht verboten, jedoch dominierte die russische Sprache als Verkehrssprache alle wissenschaftlichen und literarischen Arbeiten sowie die Medien. Deshalb unterliegt die Umgangssprache bis heute starken russischen Einflüssen. Dies ist besonders dann bemerkbar, wenn ein Vergleich mit dem Wortschatz der starken ukrainischen Diaspora in Kanada vorgenommen wird: hier tauchen wesentlich weniger Begriffe russischen Ursprungs auf, während „kanadisch-ukrainische“ Wörter im einheimisch-ukrainischen Sprachgebrauch selten benutzt werden oder in der Umgangssprache veraltet und exotisch wirken.
Mit der Unabhängigkeit der Ukraine 1991 wurde Ukrainisch zur Amtssprache des neuen Staates. Es gab hierüber heftige Debatten, da auf dem Staatsgebiet der Ukraine einerseits nach verschiedenen Angaben ca. 22 bis 40 Prozent der Bevölkerung Russen sind, andererseits auch viele Ukrainer, besonders im Osten des Landes, ausschließlich russisch sprechen. Eine im ganzen Land weit verbreitete (seit der Unabhängigkeit mit fallender Tendenz), nur mündlich verwendete Mischform des Ukrainischen und Russischen ist der Surschyk.
Aufgrund dieser historischen Entwicklung ist das Thema Sprache für viele Ukrainer bis heute ein hochpolitisches Thema, das vehement diskutiert werden kann.
Alphabet
Das heutige ukrainische Alphabet mit der wissenschaftlichen Transliteration und der deutschen Transkription:
Hinweise:
1: kommt nur vor o vor
2: nur nach Konsonanten; ein Großbuchstabe existiert nicht; palatisiert den vorangehenden Konsonanten; „j“ vor „o“, sonst (im Auslaut und vor Konsonanten) „’“; in der Transkription „j“ vor „o“, sonst nicht wiedergegeben
3: nur zwischen labialem Konsonanten und „j“ + Vokal; in der Transkription gewöhnlich nicht wiedergegeben
Wortschatz und Aussprache
Aufgrund der relativ späten Differenzierung der einzelnen slawischen Sprachen aus dem gemeinsamen Ursprung Urslawisch ist der gemeinsame Wortschatz vergleichsweise groß, er beträgt etwa zwei Drittel. Ukrainisch unterscheidet sich in Wortschatz, Lautbildung und Satzbau vom Russischen etwas stärker als Weißrussisch und hat darüber hinaus viele Lehnwörter aus dem Polnischen.
Im direkten Vergleich mit der russischen Sprache nennt J. B. Rudnyckyj (Lehrbuch der ukrainischen Sprache, Wiesbaden 1964) unter anderem folgende Lautverschiebungen (jeweils das erste Wort russisch und das zweite ukrainisch):
- Itavismus: die Vokale e und o werden in geschlossenen Silben zu i Bsp.: Львов (Lwow) – Львів (Lwiw), кошка (koschka – Katze) – кішка (kíschka)
- Ikavismus: der „jat“-Laut je wird zu i Bsp.: месяц (mjesjaz – Monat, Mond) – місяць (misjaz), медь (Mjed’ – Kupfer) – мідь (Mid’)
- harte Konsonanten vor dem e Bsp.: весна (vjesná – Frühling) – весна (vesna), перед (pjered – vor) – перед (pered)
- Verschmelzung der altslawischen Laute i und ы zu и Bsp.: пиво (pívo – Bier) – пиво (pývo), нитка (nítka) – нитка (nýtka)
- Entwicklung des g-Lauts zu h Bsp.: голова (galavá) – Kopf – голова (holová), горло (górlo Kehle, Hals) – горло (hórlo)
- die Vokalisierung des l-Lautes, geschrieben в Bsp.: пил (pil – er trank) – пив (pýu), брал (bral – er nahm) – брав (bráu)
Es existieren noch zahlreiche andere Unterschiede zwischen diesen beiden ostlawischen Sprachen, die zum Teil auch interessante kulturhistorische Besonderheiten verdeutlichen – ein Beispiel:
- heiraten russisch: жениться (für den Mann; Wortstamm жена – Frau), выходить замуж (für die Frau; wörtlich: hinter den Mann treten) ukrainisch: одружуватися (für beide Geschlechter; Wortstamm дружба – Freundschaft)
Grammatik
Besonderheiten der Morphologie
Die ukrainische Sprache unterscheidet sieben Fälle (відмінки):
- Nominativ (називний відмінок)
- Genitiv (родовий відмінок)
- Dativ (давалний відмінок)
- Akkusativ (знахідний відмінок)
- Instrumentalis (орудний відмінок)
- Lokativ (місцевий відмінок)
- Vokativ (клична форма)
Dabei ist der Vokativ eine reine Ansprech- oder Rufform und tritt nicht als Satzergänzung auf.
Bei der Flexion der Substantive unterscheidet man neben dem Terminus „Deklination“ die so genannte „Deklinationsklassen“ (відміна), wobei diese zusätzlich zum grammatischen Genus die Flexion bestimmen. Darüber hinaus werden innerhalb einiger Deklinationsklassen Gruppen unterschieden, die sich durch die Art ihrer Endungen (hart, weich, gemischt) charakterisieren.
Eine Eigenheit ukrainischer Adjektive ist die Bildung von Formen, die eine emotionale Einstellung zu Personen und Gegenständen kennzeichnen; diese kann verkleinernd, liebkosend, vergrößernd oder vergröbernd sein. So wird zum Beispiel das Adjektiv „schön“ (гарний) durch die Form гарненький „verzärtlicht“ (siehe Diminutiv bei Substantiven). Die Adjektive werden ebenfalls in zwei Gruppen (hart und weich) dekliniert.
Während man im Ukrainischen nur drei Zeitkategorien (Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft) des Verbs unterscheidet, spielt die Kategorie der „Aktionsart“ (Aspekt) eine große Rolle (wie auch in anderen slawischen Sprachen). Jedes Verb existiert in zwei Aspekten, dem unvollendeten und dem vollendeten Aspekt. In seiner lexikologischen Bedeutung sind diese Aspektpaare identisch. Die jeweils imperfekte Verbform drückt eine unvollendete, in der Zeit nicht begrenzte Handlung in Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft aus. Die perfekte Verbform dagegen kommt nur in Vergangenheits- und Gegenwartsform vor, wobei die Gegenwartsform die grammatische Zukunft ausdrückt. Diese Besonderheit des Verbs kann viele verschiedene Funktionen und Merkmale annehmen, die dem Nicht-Muttersprachler schwer zu vermitteln sind; der Bedeutungsunterschied kann manchmal nur aus dem Kontext verstanden oder gar erspürt werden.
Ukrainische Literatur
Anfänge bis 18. Jahrhundert
Bereits seit dem 11. Jahrhundert entstanden auf dem Gebiet der Kiewer Rus Chroniken und Heldenepen wie das Ihorlied, das mit dem Nibelungenlied verglichen werden kann. Im Wesentlichen bilden sich jedoch erst nach dem Niedergang des Kiewer Reiches getrennte Literaturen für die drei Sprachen heraus. Im 17. Jahrhundert ist der Philosoph und Dichter Hryhorij Skoworoda der wichtigste Vertreter der Barockliteratur.
19. Jahrhundert – Ukrainische Romantik
Mit der Entwicklung einer rein ukrainischen Schriftsprache (im Gegensatz zum bis dahin geschriebenen Altkirchenslawischen) entstand eine eigenständige ukrainische Literatur erst vergleichsweise spät. Wegbereiter war Iwan Kotljarewskyj mit seinem Werk Aeneis (Enejida) 1798, eine volkstümliche Travestie auf das klassische Werk von Vergil.
Der Dichter Taras Schewtschenko, der in der Ukraine mehrheitlich als bedeutendste historische und literarische Gestalt verehrt wird, trug maßgeblich zur weiteren Ausbildung der Schriftsprache bei. Gedichte wie Vermächtnis (Sapowit) aus seiner Gedichtsammlung Kobsar, sind bis heute im Bewusstsein aller Generationen und Gesellschaftsschichten tief verankert. Neben Schewtschenko, dem „Kristallisationspunkt“ (Literatur-Brockhaus) der ukrainischen Nationalromantik, stehen im 19. Jahrhundert Dichter wie A. L. Metlynskyj, M. I. Kostomarow, M. S. Schaschkewytsch.
Während des strengen Verbots ukrainischer Literatur auf dem Boden des russischen Zarenreichs, unter dem Schewtschenko zu leiden hatte, konzentrierte sich ab 1876 das kulturelle Leben und die Literatur auf das Staatgebiet Österreich-Ungarns, zu dem damals die westliche Ukraine (Lemberg, Galizien, Karpaten) gehörte. Zu den bedeutendsten Dichtern und Schriftstellern dieser Periode gehören Lesja Ukrainka und Iwan Franko.
20. Jahrhundert
Lyrik
Die ukrainische Literatur des vergangenen Jahrhunderts ist geprägt von der Sowjetzeit, ihren Chancen und Einschränkungen. Man kann vier Strömungen unterscheiden, die jeweils in ihrer Zeit betrachtet werden müssen: die Dichter der 20er und 30er Jahre, wie Wolodymyr Swidsynskyj, Pawlo Tytschyna und Jewhen Pluschnyk; die „Tauwetter“-Periode unter Chruschtschow brachte in den 60er Jahren Lina Kostenko, Mykola Winhranowskyj, Wasyl Stus hervor. Als „chancenlos“ galt die Dichtergeneration der stagnierenden 70er unter Breschnjew, darunter die so genannte Kiewer Schule sowie Ihor Kalynez und Hryhorij Tschubaj aus Lwiw. In den 80ern sind Dichter wie Wassyl Herassymjuk, Ihor Rymaruk, Oksana Sabuschko und Iwan Malkowytsch bekannt geworden.
Buchmarkt
Das Lemberger Buchforum ist aktuell die größte Buchmesse in der Ukraine im September. Deutsche Bücher sind für die meisten Besucher der Lemberger Buchmesse noch unerschwinglich, immerhin neuerdings gegenwärtiger: eine Kiewer Agentur, die Sprachbücher des Hueber Verlags in der Ukraine vertreibt, bietet inzwischen neben preiswerten Remittenden auch alle lieferbaren Bücher aus Deutschland für Bestellungen an.
Der Buchvertrieb funktioniert dort insgesamt sehr schlecht. Aber jetzt hat die Buchhandelskette Bukwa (Der Buchstabe) bereits 22 große Buchläden in der gesamten Ukraine eröffnet und expandiert. Trotzdem überwältigt die Konkurrenz des starken russischen Marktes im eigenen Land fast. Noch immer erscheinen viele Bücher in ukrainischer Sprache nur mit staatlicher Förderung. Doch die Zahl steigt: Der Verlegerverband zählt rund 350 Verlage, die regelmäßig Bücher veröffentlichen. 2004 wurden 14.970 Neuerscheinungen registriert, die Gesamtauflage betrug dabei 52,8 Millionen Exemplare. Außerhalb des recht lukrativen Schulbuchgeschäfts beträgt allerdings die Durchschnittsauflage eines Titels 300 Exemplare. Trotz aller Schwierigkeiten wächst auch der ukrainische Gemeinschaftsstand auf der Frankfurter Buchmesse und im Forum Dialog dieser Messe kommen ukrainische Autoren zu Wort.
Literatur
Reich mir die steinerne Laute. Ukrainische Lyrik des 20. Jahrhunderts. Brodina Verlag, 1996. ISBN 3-931180-05-0
Weblinks
- [http://www.vesna.org.ua/txt/shevchenko/kobzar/index.html Textsammlung Kobzar]
- [http://www.vesna.org.ua/txt/index.html Texte historischer und Zeitgenössischer Autoren]
- [http://www.slovnyk.org/txt/grushevs/istukr/index.html Illustrierte Geschichte der Ukraine, 1913]
- [http://www.ukrainisch.info Sprachführer und mehr]
Sprache
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Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Alphabet
ja:ウクライナ語
ko:우크라이나어
Russische Sprache
Die russische Sprache (früher auch Großrussisch genannt) ist die slawische Sprache mit den meisten Sprechern. Sie bildet zusammen mit dem Ukrainischen (früher auch als Kleinrussisch bezeichnet), dem Weißrussischen und dem Russinischen die Gruppe der ostslawischen Sprachen. Die russische Standardsprache beruht auf den mittelrussischen Mundarten der Gegend um Moskau.
Russisch wird von etwa 180 Millionen Menschen als Muttersprache gesprochen, von denen etwa 130 Millionen in Russland leben. Es ist Amtssprache in Russland, Weißrussland (zusammen mit Weißrussisch), Kasachstan (zusammen mit Kasachisch) und der zur Ukraine gehörenden Autonomen Republik Krim (zusammen mit Ukrainisch). In diesen und weiteren Staaten auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion ist es sowohl Muttersprache eines Teiles der Bevölkerung als auch Sprache eines großen Teiles des öffentlichen Lebens. Die russische Sprache ist ebenso eine verbreitete Sprache für Wissenschaft, Kunst und Technik. Zählt man die Zweitsprachler hinzu, kommt man auf etwa 300 Millionen Sprecher.
Alphabet
Russisch wird mit dem russischen Alphabet geschrieben (rus.: русский алфавит od. русская азбука), das dem kyrillischen Alphabet (rus.: кириллический алфавит od. кириллица) entstammt.
Seit der letzten Rechtschreibreform im Jahre 1918 besteht das russische Alphabet aus 33 Buchstaben. Davon dienen 10 Buchstaben zur Wiedergabe der Vokale, und zwar: а, е, ё, и, о, у, ы, э, ю und я. Die übrigen 22 Buchstaben werden zur Wiedergabe von Konsonanten verwendet, wobei die Buchstaben ъ und ь nicht zur Nachbildung bestimmter, eingenständiger Laute, sondern als Indikatoren für die Härte oder Weichheit vorangehender Konsonanten dienen [mehr dazu siehe unter: Russische Phonetik].
Siehe auch: Russische Rechtschreibreform von 1918
Aussprache
Die Aussprache der russischen Sprache bezeichnet die Phonetik und die Phonologie der russischen Standardsprache. Im weiteren Sinne kann darunter auch die Aussprache in verschiedenen Varietäten (Dialekten und Mundarten) der russischen Sprache verstanden werden.
Tonalität
Russisch ist eine nicht-tonale Sprache, d.h. die Tonhöhe der Vokale hat keinen Einfluss auf die Bedeutung eines Wortes. Auch wie im Deutschen wird im Russischen innerhalb oder am Ende eines Satzes unterschiedliche Stimmhöhe benutzt, um z.B. einen Aussagesatz von einem Frage- oder Ausrufesatz kenntlich zu machen. Die Stimmhebung oder -senkung dient hier aber dazu, um die Bedeutung eines Satzes zu ändern oder dessen bestimmte Teile klanglich hervorzuheben. In tonalen Sprachen hingegen ändert der Ton die Bedeutung einzelner Wörter.
Wortbetonung
Die Betonung eines Wortes (der Wortakzent) hat im Russischen eine wichtige und häufig eine sinnunterscheidende Bedeutung. Falsch betonte Wörter können zu Verständnisschwierigkeiten führen, insbesondere dann, wenn sie aus dem sprachlichen Kontext isoliert oder einzeln ausgesprochen werden. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird die russische Wortbetonung u.a. als frei und beweglich bezeichnet. So werden z.B. durch die Verlagerung der Betonung innerhalb einiger russischen Wörter ihre unterschiedlichen Flexionsformen gebildet.
Für eine ausführliche Darstellung siehe: Wortbetonung in der russischen Sprache
Phonetik
Die phonetische Struktur der modernen russischen Standardsprache zählt 42 bedeutungsunterscheidende Einzellaute (Phoneme), die sich wiederum in 6 Vokal- und 36 Konsonantenlaute aufteilen lassen. Das umfangreiche Phoneminventar des Russischen erklärt sich durch eine für slawische Sprachen typische Besonderheit der Aussprache, und zwar werden die meisten russischen Konsonanten sowohl hart als auch weich (palatalisiert) ausgesprochen. Hierbei handelt es sich aber nicht um so genannte Phone, sondern um einzelne Phoneme, denn jede dieser Aussprachevarianten ist bedeutungsunterscheidend. Einige russische Dialekte haben einen spezifischen Phonembestand, in dem einige Konsonanten vorwiegend hart bzw. palatalisiert oder etwas anders (z.B. guttural) ausgesprochen werden.
Die Aussprache russischer Vokale und Konsonanten variiert in Abhängigkeit davon, welche Position sie in einem Wort einnehmen. Dabei unterscheidet man bei Vokalen zwischen einer betonten und einer unbetonten Position. So wird beispielsweise das "o" als [o] in betonter und als [a] oder [ə] in unbetonter Position ausgesprochen. Die Aussprache vieler russischen Konsonanten wird wiederum durch andere, ihm nachfolgende Konsonanten bestimmt. So werden u.a. alle stimmhaften Konsonanten nicht nur am Wortende stimmlos ausgesprochen, sondern auch dann, wenn sie einem anderen stimmlosen Konsonanten vorangehen.
Im Unterschied zum Deutschen ist die Länge der Vokale im Russischen weder bedeutungsunterscheidend (wie z.B. in Stiel – still) noch für die richtige Aussprache eines Wortes ausschlaggebend. Die betonten Vokale werden in der Regel halblang ausgesprochen. Die unbetonten Vokale sind dagegen kurz und unterscheiden sich häufig von den entsprechenden betonten Vokalen auch qualitativ. Im Russischen gibt es keine Diphthonge. Sowohl Doppelvokale als auch zwei unterschiedliche, aufeinander folgende Vokale werden stets als einzelne Laute ausgesprochen (wie z.B. in Kooperation, aktuell, Museum, geimpft).
Für eine ausführliche Darstellung der russischen Phonetik siehe: Russische Phonetik
Grammatik
Wie die meisten slawischen Sprachen ist auch das Russische stark flektierend. In einer flektierenden Sprache ändert sich die Gestalt eines Wortes innerhalb diverser grammatischen Kategorien, und zwar einerseits durch Hinzufügung von Affixen (schwache od. äußere Flexion) oder durch Veränderung des Wortstammes (starke od. innere Flexion). Für das Russische sind die beiden Flexionsarten charakteristisch. Im Falle der starken Flexion verändert sich der Stamm vieler russischen Wörter bei deren Beugung (Deklination, Konjugation, Komparation), und zwar durch Ablaut (z.B.: мыть - мою, жевать - жуёт), Konsonantenverschiebung (z.B.: возить - вожу) oder Hinzufügung bzw. Wegfall der Stammvokale (z.B.: брать - беру, один - одна). Dabei können die Attribute der schwachen und der starken Flexion jeweils einzeln oder in Kombination miteinander auftreten (z.B.: жечь - жёг - жгу).
Wortarten und deren grammatische Kategorien:
Auch wie im Deutschen werden im Russischen Substantive, Adjektive und Pronomen nach Kasus, Genus und Numerus gebeugt und Adverbien nur gesteigert. Russische Verben werden hingegen nicht nur nach Tempus und Numerus, sondern in der Vergangenheitsform auch nach Genus gebeugt. Anders als im Deutschen werden im Russischen auch Eigennamen (Personen-, Städte-, Ländernamen u.ä.) und Zahlwörter gebeugt. Außerdem kennt das Russische weder bestimmte noch unbestimmte Artikel. Für die Anzeige von Kasus, Genus und Numerus treten stattdessen zahlreiche Suffixe auf. Bei einer kleinen Gruppe russischer Wörter können grammatische Kategorien durch Verlagerung der Wortbetonung von einer auf die andere Silbe gebildet werden (mehr dazu siehe unter: Wortbetonung in der russischen Sprache). Weitere Wortarten im Russischen sind Präpositionen, Konjunktionen, Fragewörter, Interjektionen, Frage- und Modalpartikeln sowie die Verbpartikel «бы». In einem Satz bleiben sie immer ungebeugt.
Substantive:
Das Russische kennt drei grammatische Geschlechter und sechs grammatische Fälle (Kasus). Bei der Deklination wird innerhalb der grammatischen Geschlechter weiterhin nach belebten (d.h. Lebewesen) und unbelebten (d.h. Sachen) Substantiven unterschieden.
Verben:
Eine Besonderheit der meisten russischen Verben besteht darin, dass sie zwei unterschiedliche Formen haben, um eine Handlung im Zeitgeschehen als vollendet oder unvollendet zu spezifizieren. In der sprachwissenschaftlichen Literatur wird diese verbale Kategorie als Aspekt bezeichnet (mehr dazu siehe unter: Der Aspekt in der russischen Sprache).
Tempus:
Im Unterschied zum Deutschen gibt es in der russischen Standardsprache nur eine Vergangenheitsform, die häufig als Präteritum bezeichnet wird. Diese Bezeichnung beschreibt aber lediglich die Art und Weise, wie die Vergangenheitsform russischer Verben gebildet wird. Diese erfolgt ausschließlich durch Änderung der Gestalt eines Verbs, wie etwa durch Anhängen spezifischer Suffixe, und nicht durch zusätzliche Nutzung von Hilfsverben, wie etwa von Verben „haben“ oder „sein“ im Deutschen.
Syntax (Satzbildung):
Da das Russische stark flektierend ist, sind die gebeugten Formen vieler russischen Wörter oft einzigartig und entsprechen jeweils nur einer bestimmten grammatischen Kategorie. Deshalb ist die Verknüpfung einzelner Satzglieder im Russischen nicht so streng wie im Deutschen geregelt. So muss das Subjekt nicht notwendigerweise unmittelbar vor oder nach dem Prädikat gesetzt werden, ein Aussagesazt kann mit dem Prädikat anfangen oder enden. Innerhalb kurzer Sätze oder einzelner, geschlossener Satzteile kann die Wortfolge oft stark dennoch nicht willkürlich variieren, ohne dabei die Satzsemantik zu verändern. Insbesondere in der Poesie wird dieses besondere Merkmal der russischen Syntax häufig verwendet, indem Sätze zuweilen durch eine unübliche Umstellung der Wörter gebildet werden und somit die Reimfindung erleichtern.
Einige Unterschiede zwischen den Satzbildungsregeln im Deutschen und im Russischen können durch folgende Beispiele veranschaulicht werden:
- Im deutschen Satz „Maria fragt Jan.“ wird die Satzsemantik durch die Reihenfolge [Subjekt] → [Prädikat] → [Akkusativobjekt] bestimmt. Die Substantive, in diesem Fall die Eigennamen „Maria“ und „Jan“, weisen keine grammatischen Merkmale auf, die sie als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen lassen. Deshalb, sobald man die beiden Substantive miteinander vertauscht, ändert sich die Bedeutung des Satzes im Deutschen: „Jan fragt Maria.“. Im Russischen lassen sich die beiden Substantive durch ihre Flexionsformen eindeutig als Subjekt bzw. Akkusativobjekt erkennen. Die Bedeutung des Satzes „Мария спрашивает Яна.“ („Maria fragt Jan.“) wird im Russischen also nicht durch die Reihenfolge der Satzglieder, sondern durch deren Flexionsformen bestimmt. Deshalb ändert sich die Satzsemantik durch die Umstellung der Satzglieder nicht. Im russischen Satz wird es immer Maria sein, die Jan fragt und nicht umgekehrt: „Мария спрашивает Яна.“ oder „Мария Яна спрашивает.“ oder „Яна Мария спрашивает.“ oder „Яна спрашивает Мария.“. Will man im Russischen sagen, dass Jan Maria fragt, muss man die Flexionsformen der beiden Substantive ändern: „Ян спрашивает Марию.“.
- Im deutschen Satz „Ich liebe dich.“ muss das Prädikat immer an der zweiten Stelle stehen. Im Russischen Satz kann es entweder an der zweiten oder an der letzten Stelle sein: „Я люблю тебя.“ bzw. „Я тебя люблю.“. Wird das Prädikat an die erste Stelle im Satz gesetzt, so leitet es im Russischen nicht eine Frage ein, sondern hebt lediglich die Handlung hervor und weist in diesem Fall auf die Gefühlsstärke des Sprechenden: „Люблю я тебя.“ („Ich liebe dich so sehr.“).
Für eine ausführliche Darstellung der russischen Grammatik siehe: Russische Grammatik
Dialekte
Man unterscheidet im europäischen Teil Russlands drei sprachlich unterschiedliche Gebiete: Nord-, Mittel- und Südrussland. Die Gebiete unterteilen sich ferner in einzelne Dialekte.
Nordrussisch
Nord-östlich einer Linie vom Ladogasee über Nowgorod und Jaroslawl bis Joschkar-Ola. Diese Mundart kennzeichnet sich durch ein klar ausgesprochens unbetontes "o" (оканье - Okanje), ein gutturales "g" und ein hartes "t".
- Mundartengruppe von Ladoga und Tichwin
- Mundartengruppe von Kostroma
- Mundartengruppe von Wologda
- Mundartengruppe von Onega
- Mundarten von Beloozersk
Mittelrussisch
Die Nördliche Grenze verläuft von Sankt-Petersburg über Nowgorod und Iwanowo bis Nischni Nowgorod und Tscheboksary, die südliche von Welikije Luki über Moskau bis Pensa. Dieses Gebiet zeigt sowohl nördliche als auch südliche Sprachzüge. Im Westen ist das unbetonte "o" ein "o", im Osten ein "a" (аканье - Akanje).
- Westmittelrussisch von Pskow
- Westmittelrussisch von Nowgorod
- Ostmittelrussisch von Moskau und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Jegorewsk und Umgebung
- Ostmittelrussisch von Temnikow und Umgebung
- Ostmittelrussisch vom Wolga-Wladimir Gebiet
Südrussisch
Im Bereich südlich von Welikije Luki über Rjasan bis Tambow. Hier spricht man das unbetonte "o" als "a", ein frikatives "g" und ein weiches "t".
- Mundart von Rjasan
- Mundartengruppe vom Dnjepr
- Mundart von Oskol
Mischsprachen
Es gab und gibt einige natürlich entstandene Mischsprachen mit dem Russischen. Bekannteste Vertreter sind die Mischungen mit den nah verwandten Ukrainisch (Surschyk) und Weißrussisch (Trasjanka).
Innerhalb der Sowjetunion vermischte es sich einst auch mit den isolierten Sprachen sibirischer und asiatischer Völker Russlands. An dessen Arktis-Grenzen zu Norwegen wurde vor 100 Jahren noch eifrig Russenorsk gesprochen. Im Fernen Osten wiederum brachte der Kontakt mit Chinesen Kjachta-Russisch hervor. Nationalismus hat auch diese Mischsprachen heute vernichtet. Allein das durch den sowjetischen Einfluss auf Kuba entstandene Rusinol lebt. In Deutschland entsteht zur Zeit unter den russischen Einwanderern eine deutsch-russische Mischsprache.
Lehnwörter
Das Russische hat sich eine ganze Reihe von Wörtern aus dem Deutschen entlehnt (siehe: Liste deutscher Wörter im Russischen). Darüber hinaus sind auch einige russische Wörter in die deutsche Sprache eingegangen (siehe: DDR-Sprache).
- Datsche - дача
- Perestroika - перестройка
- Pogrom - погром
- Sputnik - спутник
- Steppe - степь
- Subbotnik - субботник
- Troika - тройка
- Wodka - водка
- Zobel - соболь
Weitere verwandte Aktikel
- Russische Rechtschreibreform von 1918
- Wortbetonung in der russischen Sprache
- Russische Phonetik
- Russische Grammatik
- Russische Literatur
- Deutschrussisch
- Russischer Mat
Weblinks
- http://www.russian-online.net – Russisch lernen und verstehen – kostenloser Online-Sprachkurs und Sprachführer, für Einsteiger
- http://learning-russian.gramota.ru – Online-Sprachkurs, für Fortgeschrittene
- [http://www.rambler.ru/dict/scripts/go.cgi?btnG=%CD%E0%E9%F2%E8%21&query=&where=deru&start=0&count=15 http://www.rambler.ru/dict/] – Deutsch-Russisches Wörterbuch
- [http://www.dict.russian-german.net http://www.dict.russian-german.net] – freies Deutsch-Russisches Wörterbuch mit Lern-Modus
- [http://www.sz.euv-frankfurt-o.de/Homepages/Lektorate/Russisch/LRLinksOnlineWB.html Liste von Online-Wörterbüchern und Nachschlagewerken]
- [http://www.russlandjournal.de RusslandJournal.de] - Alphabet, Grammatik, viele praktische Sprachübungen und Tests der russischen Sprachlernsoftware und -bücher
Kategorie:Einzelsprache
Kategorie:Indogermanisch
Kategorie:Russische Sprache
ja:ロシア語
ko:러시아어
ms:Bahasa Russia
simple:Russian language
th:ภาษารัสเซีย
Oblast Ternopil
Die Oblast Ternopil (ukrainisch Ternopilska Oblast) ist eine Verwaltungseinheit der Ukraine im Westen des Landes.
Die Oblast umfasst einen Teil der historischen Landschaft Galizien. Hauptstadt ist Ternopil, weitere Städte sind Kremenez und Tschortkiw. Insgesamt umfasst die Oblast 17 Rayons mit 15 Städten und 17 Dörfern städtischen Typs, die Fläche beträgt ca. 13.800 Quadratkilometer. Die Gegend ist mit rund 1000 Dörfern dünn besiedelt (1,16 Mio. Einwohner, ca. 2,3% der Gesamtbevölkerung der Ukraine); ihre Ökonomie ist landwirtschaftlich geprägt: 1997 wurden über 60% des Bruttosozialprodukts durch Landwirtschaft erarbeitet, knapp 30 % durch Industrie.
Städte
Quelle: [http://gazetteer.de/wg.php?x=1108160665&men=gcis&lng=de&gln=xx&dat=32&geo=-3737&srt=npan&col=aohdq&srt=1npan (1)]
Weblinks
- [http://www.ukrainebiz.com/Articles/TernopilFacts.htm Beschreibung von Ternopil mit Fakten]
- [http://community.webshots.com/album/83187792lyluNL Fotos des ältesten Gebäudes in der Nähe des Ternopiler Bahnhofs in dem sich heute ein Restaurant befindet]
- [http://community.webshots.com/album/148746039mQTpeB Einige Fotos von Ternopil]
- [http://www.personal.ceu.hu/students/97/Roman_Zakharii/galicia.htm Seite zu Galizien und seinen Distrikten]
Ternopil
Galizien (Ukraine)
Galizien, pol. Galicja, historisch auch Rotreußen oder Rothburgenland genannt pl. Ruś Czerwona oder Grody Czerwieńskie, latin. Russia rubra ist eine Landschaft im Westen der Ukraine und im Süden Polens. Seit 1206 Galiciæ et Lodomeriæ - Ungarn, seit 1348 polnisch und zwischen 1569-1772 polnische Wojewodschaft Ruthenia war eine administrative Teilungseinheit vom Polnischer-Lituaner Gemeinwesen - Adelsrepublik, die von 1772 bis 1918 den größeren Teil des österreichischen Kronlandes Königreich Galizien und Lodomerien bildete. Die Namen Galizien und Lodomerien sind Umlautungen von Halytsch pol. Galicja oder Halicz und Wladimir pol. Włodzimierz. In dieser Form waren sie Teil der ungarischen Königstitulatur, da die Gegend im 14. Jahrhundert kurzzeitig unter ungarischer Oberhoheit war. Von dort wurde der Name als Bezeichnung für das Gebiet genommen, das bei der Ersten Polnischen Teilung zu Österreich gekommen war.
Geografie und Klima
ausführliche Darstellung unter Geographie und Klima Galiziens
Geschichte
ausführliche Darstellung unter Geschichte von Galizien
Mittelalter
Ursprünglich war Galitsch-Wolhynien ein Fürstentum in der Kiewer Rus. Zur Zeit des Daniel Romanowicz vom Mongolensturm in Mitleidenschaft gezogen wurde die Gegend 1349 ein Teil des Königreiches Polen-Litauen (siehe auch Geschichte Litauens, Geschichte Polens, Wolhynien).
Galizien als Teil Österreich-Ungarns
Galizien kam mit der Ersten Teilung Polens 1772 zu Österreich. Das österreichische Galizien reichte viel weiter nach Westen über die heutige Ukraine hinaus und umfasste auch Krakau (ab 1846), Tarnów und Rzeszów. Der Name des Kronlandes lautete offiziell Königreich Galizien und Lodomerien mit dem Großherzogtum Krakau und den Herzogtümern Auschwitz und Zator, wobei die letzteren beiden Territorien Teile Schlesiens waren. Die Bukowina wurde 1849 zu einem eigenen Kronland erhoben.
Königreich Galizien und Lodomerien
Das Königreich Galizien und Lodomerien hatte im Jahr 1900 78.496 km² und 7.470.000 Einwohner. Hauptstadt war Lemberg (ukrainisch Lwiw). Dieses Königreich war eine von verschiedensten Völkern und Konfessionen bewohnte mehrsprachige Region, so wohnten hier neben Ukrainern und Polen auch Juden, Deutsche, Ungarn und Armenier. Im Westen waren die Polen und im Osten die Ukrainer in der Mehrheit.
Jüdische Bevölkerung und kulturelles Leben
Eine große Minderheit waren die Juden, die fast überall eigene Stadtviertel hatten (Schtetl) und in einigen Kleinstädten des Ostens fast unter sich waren. In ihrer Sprache Jiddisch erschienen Bücher und Zeitungen. Die (assimilierten) Juden in den größeren Städten sprachen und schrieben allerdings Deutsch. Von den Juden Galiziens kamen herausragende intellektuelle Impulse, nicht nur im religiösen und philosophischen Bereich - z. B. Martin Buber - sondern auch in literarischer Hinsicht - z. B. Joseph Roth oder Paul Celan - sowie auf vielen anderen Gebieten (Naturwissenschaften, Film, Rechtswissenschaft usw.). Die Juden waren die einzige ethnische Gruppe, in der keine nationalistisch-partikulare Perspektive entwickelt wurde, sondern die die gesamte Monarchie als ihre Heimat betrachteten. Politisch und wirtschaftlich waren allerdings Polen seit dem Ausgleich von 1867 führend. Im östlichen Teil des Kronlandes herrschten polnische Großgrundbesitzer über ukrainische Bauern. Durch ein Kurienwahlrecht hatten Polen auch die absolute Mehrheit im galizischen Landtag. In der österreichischen Regierung gab es einen Minister für Galizien, der bis zum Ende der Doppelmonarchie stets polnischer Nationalität war. Auch andere wichtige Ministerposten hatten Polen inne. Bis zum Ende der Doppelmonarchie war das Kolo Polskie im österreichischen Reichsrat die geschlossenste nationale Fraktion, die letzlich vorbehaltlos die Innen- und Außenpolitik der Wiener Regierung unterstützte. Daran ändert sich auch nichts, als sich der Druck auf die Polen im preußischen Teilungsgebiet erhöhte. Auf die Schwierigkeiten, die der Wiener Regierung durch das antipolnische Vorgehen der deutschen Reichsleitung entstanden, machten Vertreter der Doppelmonarchie in Berlin allerdings inoffiziell bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges in wachsendem Maße aufmerksam.
Beginnender Nationalismus im 19. und frühen 20. Jahrhundert
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert entstanden national-ukrainische Parteien, die für die Beseitigung der polnischen Vorherrschaft im größten Kronland Österreichs eintraten. Dadurch verschärften sich die Gegensätze zwischen Polen und Ukrainern. Zu Beginn des 20. Jahrhundert kam es zu umfangreichen Agrarstreiks in Ostgalizien, in denen sich polnische Großgrundbesitzer und ukrainische Bauern gegenüberstanden. Durch die Einführung des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts zum Österreichischen Abgeordnetenhaus im Jahre 1907 gelang es Ukrainern, ihren politischen Einfluss wesentlich zu vergrößern. Die Zentralregierung in Wien drängte deshalb auf einen Ausgleich zwischen Polen und Ukrainern. Dabei ging es vor allem um die Vergrößerung der ukrainischen Mandate im galizischen Landtag und die Errichtung einer ukrainischen Universität in Lemberg. Die Förderung der Ukrainer durch die Wiener Zentralregierung führte zu wachsenden Spannungen mit dem Zarenreich, wo seit dem Stolypinschen Staatsstreich 1907 massiv gegen die Ukrainer, die auf russischem Territorium lebten, vorgegangen wurde. So führte der partielle Ausgleich zwischen Ukrainern und Polen in Galizien Anfang 1914 zu einer Zuspitzung der Gegensätze zwischen der Doppelmonarchie und dem Zarenreich.
Die beiden Weltkriege, der Holocaust und die Teilung
Nach dem Ende des Ersten Weltkrieg, dem Zusammenbruch Österreich-Ungarns, beanspruchten die Polen zuerst den westlichen Teil und die Ukrainer den östlichen. So wurde in Ostgalizien im Januar 1919 in Iwano-Frankiwsk die Westukrainische Volksrepublik (Sachidna Ukrainska Narodna Respublika (SUNR) ausgerufen. Diese konnte sich aber gegen die einmarschierende polnische Armee nicht halten, so dass Ostgalizien im Mai 1919 polnisch wurde.
Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde es nach sowjetischer und deutscher Besatzung (die zur Ermordung der meisten galizischen Juden führte) zwischen Polen und der Sowjetunion aufgeteilt (ukrainische Geschichte).
Ukrainische Region Galizien
In Galizien befindet sich der ukrainische Anteil der Karpaten mit dem Howerla, dem mit 2.060 m höchsten Berg der Ukraine. Die heutige ukrainische Region Galizien teilt sich auf die Verwaltungseinheiten Oblast Lwiw, Oblast Iwano-Frankiwsk und Oblast Ternopil auf.
Größere Städte
- Drohobytsch (pol. Drohobycz)
- Iwano-Frankiwsk (früher Stanislawiw, deutsch: Stanislau: polnisch: Stanisławów)
- Jarosław (deutsch: Jaroslau)
- Kalusch (pol. Kalusz)
- Kolomyja(pol. Kołomyja, deutsch: Kolomea)
- Lemberg (ukr. Lwiw, pol. Lwów)
- Nowy Sącz (deutsch: Neu Sandez)
- Przemyśl (deutsch: Prömslau)
- Rzeszów (Reichshof)
- Sambir (Sambor)
- Sanok (dt. Zantoch)
- Stryj (dt. Stryj)
- Tarnów
- Ternopil ( pol. Tarnopol)
- Tscherwonohrad
Deutsche Siedlungen
- Landestreu
- Bolechow
- Neu-Babylon
- Siwka
Verwandte Themen
- Schtetl - (jiddisch für eine mehrheitlich jüdische Kleinstadt oder ein solches Stadtviertel)
- Deutschsprachige Minderheiten
- Wolhynien
Weblinks
- http://www.personal.ceu.hu/students/97/Roman_Zakharii/galicia.htm
- http://www.Galizien-Online.de
- http://www.machliniec.de
- http://www.heidecker-post.com/History/Galizien_Main.htm
Kategorie:Historisches Territorium
Kategorie:Historische Landschaft
Kategorie:Polnische Geschichte
Kategorie:Österreichische Geschichte
Kategorie:Rumänische Geschichte
Kategorie:Ukrainische Geschichte
ja:ガリツィア
20. Jahrhundert
Das 20. Jahrhundert begann am 1. Januar 1901. Allerdings erließ der damalige Kaiser Wilhelm II. ein Dekret, welches in Deutschland den Beginn des neuen Jahrhundert auf den 1. Januar 1900 legte. Das 20. Jahrhundert zählt zur Epoche der Neuzeit und endete am 31. Dezember 2000.
Ereignisse/Entwicklungen
- Erster Weltkrieg (1914–1918)
- sozialistische und kommunistische Revolutionen in Europa, Asien und Amerika (vergleiche Kommunistische Partei)
- Oktoberrevolution (1917)
- Novemberrevolution (1918)
- Chinesische Revolution (1949)
- infolge: Okkupation Tibets durch die chinesische Volksbefreiungsarmee (1951)
- Kubanische Revolution (1959)
- Zweiter Weltkrieg (1939–1945)
- Holocaust und Shoa
- Kalter Krieg (Beginn um 1945, Ende etwa 1991)
- Koreakrieg (1950–1953)
- Mauerbau (1961)
- Kubakrise (1962)
- Vietnamkrieg (1964-1975)
- Teilung Deutschlands, Gründung der Bundesrepublik und Verkündung des Grundgesetzes (1945–1949)
- Nahostkonflikt
- Palästinakrieg (1948)
- Sechs-Tage-Krieg (1967)
- Jom-Kippur-Krieg (1973)
- Intifada (ab 1987)
- die Generalversammlung der Vereinten Nationen verkündet 1948 in Form einer UNO-Resolution die Gemeinsame Erklärung der Menschenrechte
- Viele ehemaligen Kolonien werden unabhängig.
- Kulturrevolution in der Volksrepublik China (1966-1976)
- Reaktorkatastrophe von Tschernobyl (26. April 1986)
- Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten im Jahre 1990
Erfindungen und Entdeckungen
- Elektronik (erst mit Röhren, dann mit Transistoren)
- Röhre
- Transistor
- Computerchip
- Funktechnik
- Radio
- Fernseher
- Mobilfunk
- DNA-Struktur
- Gentechnik
- Flugzeug
- Raumfahrt
- Erste Mondlandung
- Kernenergie
- Kernreaktor
- Atombombe
- Internet
Persönlichkeiten
Politik und Adel
- Konrad Adenauer (Bundesrepublik Deutschland)
- Bhimrao Ramji Ambedkar
- Askar Akajew (Kirgisien)
- Salvador Allende (Chile)
- Jassir Arafat (Palästinenser)
- Kemal Atatürk (Türkei)
- Clement Attlee (Großbritannien)
- Menachem Begin (Israel)
- David Ben Gurion (Israel)
- Jean Bedel Bokassa
- Pieter Willem Botha (Südafrika, Apartheid)
- Elizabeth Bowes-Lyon (Großbritannien)
- Willy Brandt (Bundesrepublik Deutschland)
- Leonid Iljitsch Breschnew (UdSSR)
- George Herbert Walker Bush (USA)
- Heinrich Brüning (Weimarer Republik)
- Jimmy Carter (USA)
- Fidel Castro (Kuba)
- Nicolae Ceauşescu (Rumänien)
- Neville Chamberlain (Großbritannien)
- Jacques Chirac (Frankreich)
- Nikita Chruschtschow (UdSSR)
- Winston Churchill (Großbritannien)
- Dalai Lama Tibet
- Frederik Willem de Klerk (Südafrika)
- Deng Xiaoping (Volksrepublik China)
- Alexander Dubček (Tschechoslowakei)
- Friedrich Ebert (Deutschland)
- Dwight D. Eisenhower (USA)
- Ludwig Erhard (Bundesrepublik Deutschland)
- Valéry Giscard d'Estaing (Frankreich)
- Gerald Ford (USA)
- Francisco Franco (Spanien)
- Mahatma Gandhi (Indien)
- Hans-Dietrich Genscher (Deutschland)
- Mao Zedong (Volksrepublik China)
- Charles de Gaulle (Frankreich)
- Michail Gorbatschow (UdSSR)
- Paul von Hindenburg (Weimarer Republik)
- Adolf Hitler (Drittes Reich)
- Ho Chi Minh (Vietnam, Vietcong, Vietnamkrieg)
- Saddam Hussein (Irak)
- Juan Carlos (Spanien)
- John F. Kennedy (USA)
- Ruhollah Khomeni (Iran, Islamische Revolution)
- Martin Luther King (USA, Bürgerrechtsbewegung)
- Helmut Kohl (Bundesrepublik Deutschland)
- Wladimir Iljitsch Lenin (Russland, Oktoberrevolution)
- Karl Liebknecht (Deutschland, Sozialismus)
- Patrice Lumumba (Kongo)
- Rosa Luxemburg (Deutschland, Sozialismus)
- Nelson Mandela (Südafrika, ANC)
- Golda Meïr (Israel)
- François Mitterrand (Frankreich)
- Jean Monnet Frankreich
- Muhammad Husni Mubarak (Ägypten)
- Benito Mussolini (Italien)
- Augusto Pinochet Ugarte (Chile, Militärjunta)
- Pol Pot (Kambodscha)
- Jitzhak Rabin (Israel)
- Fürst Rainier (Monaco)
- Ronald Reagan (USA)
- Franklin D. Roosevelt (USA)
- Anwar as-Sadat (Ägypten)
- Ariel Scharon (Israel)
- Josef W. Stalin (UdSSR)
- Gustav Stresemann (Weimarer Republik)
- Robert Schuman (Frankreich)
- Margaret Thatcher (Großbritannien)
- Lew Dawidowitsch Trotzkij (Russland, Oktoberrevolution, UdSSR)
- Harry S. Truman (USA)
- Balthazar Johannes Vorster (Südafrika, Apartheid)
- Lech Wałęsa (Polen)
- Shimon Peres (Israel)
- Malcolm X (USA)
Naturwissenschaftler, Ärzte und Ingenieure
- Noam Chomsky (Linguistik)
- Francis Crick (Molekularbiologie)
- Niels Bohr (Physik)
- Paul Dirac (Physik)
- Albert Einstein (Physik)
- Enrico Fermi (Physik)
- Alexander Fleming (Medizin)
- Otto Hahn (Physik)
- Stephen Hawking (Physik)
- Werner Heisenberg (Physik)
- Edwin Hubble (Physik)
- Lise Meitner (Physik)
- Max Planck (Physik)
- Erwin Schrödinger (Physik)
- James D. Watson (Biologie)
- Chien-Shiung Wu (Physik)
- Konrad Zuse (Informatik)
Sozialwissenschaftler & Philosophen
- Theodor W. Adorno (Kritische Theorie)
- Kurt Gödel (Philosophie der Mathematik)
- Martin Heidegger (Phänomenologie)
- Claude Lévi-Strauss (Strukturalismus)
- Niklas Luhmann (Soziologische Systemtheorie)
- Karl Popper (Kritischer Rationalismus)
- Willard Van Orman Quine (Philosophische Logik)
- Jean-Paul Sartre (Existenzialismus)
- Ludwig Wittgenstein (Analytische Philosophie)
Künstler
- Ernst Barlach
- Max Beckmann
- Joseph Beuys
- Constantin Brancusi
- George Braque
- Marc Chagall
- Giorgio de Chirico
- Le Corbusier
- Enzo Cucchi
- Salvador Dalí
- Otto Dix
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- Max Ernst
- Marcel Duchamp
- Lyonel Feininger
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- Walter Gropius
- Erich Heckel
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- Frida Kahlo
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- Anselm Kiefer
- Ernst Ludwig Kirchner
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- Yves Klein
- Gustav Klimt
- Oskar Kokoschka
- Käthe Kollwitz
- Jannis Kounellis
- Roy Lichtenstein
- René Magritte
- Marino Marini
- Henri Matisse
- Joan Miró
- Amedeo Modigliani
- Piet Mondrian
- Henry Moore
- Edvard Munch
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Schriftsteller
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- Jorge Amado
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- Isaac Asimov
- Miguel Ángel Asturias
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- Arthur Schnitzler
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- Upton Sinclair
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- Alexander Solschenizyn
- Gertrude Stein
- John Steinbeck
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- Virginia Woolf
- W. B. Yeats
Siehe auch: Literaturkalender
Musik
- John Cage, Gustav Mahler, Richard Strauss, Arnold Schönberg, Anton Webern, Alban Berg, Karlheinz Stockhausen, Philip Glass, Béla Bartók
- Beatles, Rolling Stones, Pink Floyd, Ella Fitzgerald, Billie Holiday, Frank Sinatra, Madonna
- Jazz, Rock, Pop, Rap & Hip Hop, Elektronische Musik
Film
- Mario Adorf
- Addi H.
- Hans Albers
- Ingrid Bergman
- Humphrey Bogart
- Marlon Brando
- Luis Buñuel
- Charles Chaplin
- Francis Ford Coppola
- Bette Davis
- James Dean
- Louis de Funes
- Robert de Niro
- Marlene Dietrich
- Cecil B. DeMille
- Clint Eastwood
- Bernd Eichinger
- Sergej Eisenstein
- Rainer Werner Fassbinder
- Federico Fellini
- Victor Fleming
- Clark Gable
- David Griffith
- Alec Guinness
- Audrey Hepburn
- Katharine Hepburn
- Alfred Hitchcock
- Dustin Hoffman
- Stanley Kubrick
- Fritz Lang
- Sergio Leone
- George Lucas
- Marilyn Monroe
- Friedrich-Wilhelm Murnau
- Al Pacino
- Gregory Peck
- Sam Pekinpah
- Robert Redford
- Leni Riefenstahl
- Roberto Rossellini
- Heinz Rühmann
- Margaret Rutherford
- Arnold Schwarzenegger
- Peter Sellers
- Steven Spielberg
- Sylvester Stallone
- Erich von Stroheim
- Jacques Tati
- Elizabeth Taylor
- Spencer Tracy
- Sir Peter Ustinov
- Rudolph Valentino
- John Wayne
- Orson Welles
- Wim Wenders
- Billy Wilder
Trends
- Entwicklung von der Industriegesellschaft (Anfang des 20. Jahrhunderts) über die Dienstleistungsgesellschaft (70er Jahre) hin zur Informationsgesellschaft (Ende des 20. Jahrhunderts)
- Globalisierung
- Postmoderne
Siehe auch
- 100 Wörter des 20. Jahrhunderts
- Kurzes 20. Jahrhundert
- Ikonen der Moderne aus der westlichen Kultur
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als:20. Jahrhundert
ja:20世紀
ko:20세기
simple:20th century
JudenAls Juden bezeichnet man die Angehörigen des jüdischen Volks bzw. der jüdischen Religion. Dabei ist jedoch der Begriff "jüdisches Volk" nicht als Nationalität anzusehen; vielmehr sehen sich die Juden nicht nur als Angehörige einer Glaubensgemeinschaft, sondern als das Volk in dem Sinne, dass sie sich mehrheitlich als Nachkommen ihres Stammvaters Ja'akob verstehen.
Im historischen Sinne bezeichnet der Begriff nur die Angehörigen des Stammes Juda, einer der zwölf Stämme Israels. Das deutsche Wort "Jude" kommt vom hebräischen j'hudi, was soviel wie "Bewohner des Landes Juda" bedeutet.
Aufgrund der Verwobenheit vom jüdischen Volk und Glauben sowie jüdischer Tradition und Geschichte greifen rein zivilisatorische, ethnische oder religiöse Ansatzpunkte zu kurz, um den Begriff genau zu umschreiben. Im Folgenden werden die heute am häufigsten benutzten Definitionen der Zugehörigkeit zum Judentum kurz aufgezeigt.
Entstehung des Judentums
Als Urvater der Juden gilt Abraham, der wahrscheinlich um 1800 v. Chr gelebt hat. Er war wohl der Führer eines westsemitischen Nomadenstammes, der irgendwo zwischen dem Mittelmeer und Mesopotamien lebte. Als Stifter der jüdischen Religion (man nannte sie bis ins ca. 5. Jahrhundert v. Chr „israelitische Religion“) gilt Moses (daher auch "mosaische Religion"). Um 1200 v. Chr. wurden die heutigen Grundaussagen festgelegt. Als eigentlicher Begründer des heutigen Judentums gilt Esra (um 6./5. Jahrhundert v. Chr.).
Begriff in der jüdischen Tradition
Innerhalb der Halacha, den jüdischen Gesetzen und Traditionen, gilt jeder Mensch als Jude, der eine jüdische Mutter hat, unabhängig davon, ob oder wie sehr er die jüdischen Glaubensvorschriften befolgt oder nicht. Dabei ist es Bedingung, dass die Mutter bei der Empfängnis Jüdin nach der Halacha sein muß. Wenn also eine nichtjüdische Frau vor der Geburt des Kindes zum Judentum konvertiert ist, sind die Kinder Juden. Wenn aber eine als Jüdin geborene Frau vor der Geburt der Kinder zu einer anderen Religion konvertiert oder konfessionslos wird, sind die Kinder keine Juden. Außerdem gilt als Jude, wer formell die Konversion zum Judentum (Gijur genannt) vollzogen hat. Einfacher Glaube an die jüdische Religion reicht nicht aus.
Das Prinzip der Halacha wird im Talmud auf die Tora zurückgeführt, weswegen man davon ausgehen kann, dass es schon seit Entstehung des Judentums seine Gültigkeit hat. Dadurch entwickelte sich eine Kultur, die über lange Zeit stabil blieb und den Juden eine eigene Identität bewahrte, obwohl sie über fast zwei Jahrtausende hinweg keinen eigenen Staat, vor allem kein eigenes Staatsgebiet hatten. Ihre Heimat war und ist der ewige Bund Gottes mit Abraham und das an Moses und die anderen Propheten verkündete ewige Gesetz Gottes. Eine gleiche Phase der Diaspora (Zerstreuung) hatte das Volk Israel bereits in der babylonischen Verbannung überstanden. Heimgekehrt nach Jerusalem, begrenzten die Kinder Israels ihre völkische Einheit erneut auf die leiblichen Nachfahren Abrahams, Isaaks und Jakobs (Israels). Damals erreichte der Prophet Esra, dass Juden, die sich mit nichtjüdischen Frauen verbunden hatten, diese und die mit ihnen gezeugten Mischlingskinder verstoßen mussten.
Neubewertungen
Mit dem Aufkommen der Aufklärung kam es auch innerhalb des Judentums zur Diskussion über den Sinn mancher Gesetze der Tora. So genannte Reformjuden oder liberale Juden begannen, ältere Bräuche, unter anderem auch die Frage, wer Jude ist und wer nicht, in Frage zu stellen. So kam es - vor allem in West- und Mitteleuropa, wo die Assimilationsbestrebungen weitaus stärker waren als im Osten - zu einer allmählichen Lockerung der bislang so engen Definition von "Jude". Die meisten modernen jüdischen Gemeinden - z.B. in den USA oder Großbritannien - vertreten heute eine andere, weniger strenge Fassung des Begriffs "Jude".
Im Reformjudentum in den USA und im liberalen Judentum Großbritanniens wird eine einfachere Konversion akzeptiert und es werden auch Kinder eines jüdischen Vaters und einer nichtjüdischen Mutter als Juden angesehen, wenn diese Kinder jüdisch erzogen wurden. Diese Abweichung von der traditionellen Sichtweise hat zu Spannungen mit traditionellen (konservativen, orthodoxen) Juden geführt.
Im Staat Israel
Das Parlament des Staates Israel, die Knesset, hat in einer ersten Fassung des Heimkehrgesetzes 1950 zwar bestimmt: "Jeder Jude ist berechtigt, in das Land einzuwandern." Damit war aber nicht geregelt, wer als Jude gelten darf. Behördliche und gerichtliche Auseinandersetzungen zwangen die Knesset im Jahre 1970 jedoch dazu, des Heimkehrgesetz (die so genannte "Law of Return"), neu zu formulieren. Als Jude gilt seither in Israel derjenige, dessen Mutter oder Großmutter, Urgroßmutter oder Ururgroßmutter (jeweils mütterlicherseits) religiöse Jüdinnen waren, oder der, der nach den orthodoxen religiösen Regeln zum Judentum konvertiert ist. Diese Definition folgt der des Talmud, fügt aber das Ausschlussmerkmal "nicht einer anderen Religion angehörend" hinzu. Jude ist nach offiziellem israelischem Verständnis keine Bezeichnung einer Nationalität, weil alle Juden der Welt unabhängig von ihrer Staatsbürgerschaft zum jüdischen Volk gehörten. Israel ist nach zionistischem Verständnis der "Staat des jüdischen Volkes".
Literatur
- Landmann, Salcia: Wer sind die Juden?. München, 1982, ISBN 3-423-00913-6
- Eisak Schlomer / Peter Guttkuhn: Liebes, altes, jüd'sches Moisling. 3. Aufl. Lübeck 1988
Weblinks
- [http://www.juden.de/ Juden in Deutschland]
- [http://www.schechina.org/ Die Lehren der Juden]
- [http://www.jewish-forum.de/ jüdisches Diskussionsforum]
- [http://www.synagoge.de/ jüdische Gemeinden in Deutschland]
- [http://www.chabad.de/ Chabad Deutschland]
- [http://www.talmud.de/ jüdisches Leben in Deutschland]
- [http://www.hagalil.com/ Jüdisches Internetportal]
- [http://www.judentum-projekt.de/ Jüdische Geschichte und Kultur]
- [http://www.liberale-juden.de/ Progressives Judentum in Deutschland, Österreich und der Schweiz]
- [http://www.chotzen.de/ Jüdisches Leben in Deutschland 1914-2005, Website der Bundeszentrale für politische Bildung und des Deutschen Historischen Museums (dt.&engl.)]
Siehe auch
- Portal:Judentum
- Judenfeindlichkeit
- Zionismus
- Holocaust
- Nürnberger Gesetze
- Religion während des Nationalsozialismus
Kategorie:Judentum
Kategorie:Ethnie
ja:ユダヤ人
ko:유대인
simple:Jew
th:ยิว
Dnjestr
Der 1352 km lange Dnister (ukrainisch Дністер/Dnister, moldawisch/rumänisch Nistru, polnisch Dniestr, russisch Днестр/Dnestr, deutsch auch Dnjestr, im Altertum lateinisch Tyras) ist ein Fluss in der Ukraine und in Moldawien (Osteuropa).
Er entspringt in den ukrainischen Waldkarpaten bei Staryj Sambir, unweit der polnischen Grenze. In Richtung Südosten fließend durchquert sein Wasser den Dubossary-Stausee. Danach fließt ihm der Bîc zu. Er mündet einige Kilometer südlich von Odessa in das Schwarze Meer. Das breite Ästuar des Flusses besteht aus mehreren Armen, die in eine moorige Lagune namens Dnistrowski Liman mit den Ausmaßen von 40 x 10 km führen.
Der Dnister spielt eine wichtige Rolle bei der Verschiffung von Agrarprodukten wie z. B. Getreide, Gemüse, Sonnenblumenkernen, Vieh sowie Holz, das im Dnisterbecken geschlagen wird. Während 70 Tagen im Winter ist der Fluss zugefroren.
Städte entlang des Flusses
Die größte Stadt am Dnister ist Tiraspol in Moldawien.
- In der Ukraine:
- Staryj Sambir, Sambir, Nowyj Rosdil, Schydatschiw, Chodoriw, Halytsch, Jesupil, Horodenka, Salischtschyky, Chotyn, Nowodnistrowsk, Sokyriany
- An der ukrainisch-moldawischen Grenze:
- Otaci, Mohyliw-Podilskyj, Jampil, Soroca
- In Moldawien:
- Otaci, Soroca, Camenca, Rîbniţa, Dubăsari, Grigoriopol, Tighina (Bendery), Tiraspol, Slobozia, Crasnoe, Dnestrovsc
- Beginn des Deltas:
- bei Bilhorod-Dnistrowskyj
Weblink
- [http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2/seite/werk/meyers/band/5/seite/0015/meyers_b5_s0015.html#Dnjestr Dnjestr] im: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl., 1888, Band 5, Seite 15
- [http://www.geocities.com/dnistrove/Deutsch.html Reminiszenz an den Dnister]
- [http://www.encyclopediaofukraine.com/picturedisplay.asp?linkpath=pic\D\N\Dniester_River_Map.jpg Karte des Flusses]
- [http://espejo.unesco.org.uy/part%604/7_fussr/ukraine/6ur%60dnestr_at_galich.htm Pegelstände in Halytsch]
Kategorie:Fluss in der Ukraine
Kategorie:Fluss in Moldawien
ja:ドニエストル川
Taras SchewtschenkoTaras Hryhorowytsch Schewtschenko (ukrainisch Тарас Григорович Шевченко; - 25. Februar/9. März 1814 in Morynzi/Kiew; † 26. Februar/10. März 1861 in Sankt Petersburg) war ein bedeutender Dichter der Ukraine.
Leben
Dichter der Ukraine
Schewtschenko wurde im Dorf Morynzi bei Kiew als Sohn von Leibeigenen geboren. Da die Leibeigenschaft in der Ukraine erst wenige Jahre vorher eingeführt worden war, war seine Familie des Lesens und Schreibens kundig und konnte Taras bereits in jungen Jahren Religion, Kultur und Literatur nahebringen. So arbeitete er einerseits als Hirtenjunge, konnte aber andererseits die Schule besuchen und las bereits mit 13 Jahren Werke von Hryhorij Skoworoda und Iwan Kotljarewskij, Begründern der ukrainischen Literatur und Philosophie. Früh entdeckte man auch ein Talent zum Zeichnen und Malen. Mit 11 Jahren wurde Schewtschenko Vollwaise; einige Jahre später wurde er von seinem Gutsherrn als Kammerdiener eingestellt und begleitete diesen auf vielen Reisen, nach Polen, Litauen und nach Petersburg. Man erlaubte ihm, bei einem Petersburger Maler in die Lehre zu gehen. Durch das Leben in Petersburg, dem Zentrum des russischen Geisteslebens, und die Bekanntschaft mit seinem Landsmann Soschenko erfuhr Schewtschenko innerhalb weniger Jahre eine umfassende Bildung. Er unternahm seine ersten Versuche als Dichter und fand Freunde und Anerkennung in literarischen Zirkeln. Der seelische Zwiespalt, immer noch Leibeigener zu sein, und die Sehnsucht nach Freiheit und Selbstbestimmung belasteten ihn; letztere würde sich zeitlebens wie ein roter Faden in seinen Werken finden. 1837 konnte er sich mit finanzieller Unterstützung einflussreicher Freunde, u.a. des russischen Malers Brjullow, aus seiner Unfreiheit loskaufen. Er wurde Student an der Akademie der Künste und finanzierte sein Leben in Petersburg durch seine Arbeit als Maler.
Maler Seit 1838 konzentrierte sich Schewtschenko stärker auf seine literarische Arbeit. Mit seinen ersten Veröffentlichungen ab 1840 zeigte sich die Besonderheit seiner Rolle als Dichter: einerseits eine bäuerliche, aus Knechtschaft und Unfreiheit geborene Stimme, andererseits kultiviert und hochgebildet, verarbeitete er diese Elemente seiner Persönlichkeit auf ganz neue Weise in seiner Dichtung. Bereits sein erster Gedichtband, Kobzar, wurde nur stark zensiert herausgegeben, dennoch erfuhr er tiefgreifende Resonanz bei der russischen Intelligenz. Man bescheinigte ihm Talent, kritisierte jedoch scharf die Tatsache, dass er die "bäuerliche" Ukrainische Sprache, womöglich ein primitiver Dialekt des Russischen, für seine Dichtung gewählt hatte.
In den darauffolgenden Jahren entstanden - beeinflusst durch zahlreiche Reisen durch seine Heimat, wo Schewtschenko erneut Unfreiheit und Armut, aber auch den alten Zeugnissen ukrainischer Kultur begegnete - immer mehr Werke mit unverhüllt rebellischem Unterton, die ihm in allen Schichten stürmische Bewunderung verschafften. Schewtschenko wurde mit seinem Stil zum Prototypen des ukrainischen Romantikers.
Nachdem sich Schewtschenko Ende der 1840er Jahre einer idealistisch-revolutionären Vereinigung, der "Kyrillo-Methodianischen Bruderschaft" in Kiew angeschlossen hatte, wurde er 1847 zum Dasein als Soldat verurteilt. Man verbannte ihn, untersagte ihm auf Lebenszeit die Rückkehr in die Ukraine und jede dichterische Tätigkeit. Später verbrachte er wegen Verdachts auf Verschwörung einige Zeit im Zuchthaus. Seit 1850 wurde er in der Festung Nowopetrowsk am Kaspischen Meer unter strenger Aufsicht festgehalten. Trotz Schreib- und Malverbots entstanden in dieser Zeit Dichtungen, die unter Pseudonym von Freunden ver |