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Amadeus (Film)
Amadeus ist ein Spielfilm des tschechischen Regisseurs Milos Forman, der das Leben von Wolfgang Amadeus Mozart aus der Sicht des Wiener Hofkomponisten Antonio Salieri erzählt. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Peter Shaffer, der auch das Drehbuch für den Film verfasste.
Handlung
Die Handlung setzt ein mit der Ankunft des jungen Genies am Hof in Wien. Schnell erkennt Salieri das Talent des seiner Meinung nach charakterlich unreifen, albernen Komponisten, auf dessen Fähigkeiten er eine maßlose Eifersucht entwickelt. Zwar sieht die Umgebung diese nicht und Mozart verschwendet seine Möglichkeiten an Verwechslungskomödien, aber durch Mozart wird Salieri auf seine eigene Mittelmäßigkeit zurückgeworfen. Während er sich gegenüber Mozart als väterlicher Freund darstellt, schmiedet er hinterrücks Ränkepläne. Mozarts früher Tod wird auf die Machenschaften Salieris zurückgeführt, dessen Schuldgefühle und Frustrationen diesen am Ende in den Wahnsinn treiben.
Seit dem 1831 entstandenen Dramolett Mozart i Saljeri von Alexander Puschkin geistert die Mär von der angeblichen Feindschaft der beiden Komponisten durch die Literatur- und auch Musikgeschichte. Die Handlungen der Bühnenstücke von Puschkin und Shaffer und des Films, der am Ende deutlich von seiner Vorlage abweicht, sind aber rein fiktiv und entbehren häufig jeglicher historischer Grundlage.
Der Film wurde 1984 in Prag, Kroměříž und Wien gedreht. Forman setzte häufig einheimische Künstler ein, so etwa Theodor Pistek, einen bekannten Prager Filmschaffenden, der die Kostüme entwarf und schneiderte und hierfür mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.
Der Soundtrack zu diesem Film (hauptsächlich Kompositionen von Mozart) wurde von der Academy of St. Martin in the Fields unter Sir Neville Marriner aufgenommen.
Preise
Amadeus wurde mit acht Oscars ausgezeichnet:
- Bester Film
- Beste Regie
- Bester Hauptdarsteller (F. Murray Abraham)
- Art Direction – Set Decoration
- Bestes Kostüm
- Bestes Make-Up
- Bester Sound
- Bestes adaptiertes Drehbuch (Peter Shaffer)
Weitere Nominierungen gab es in den Kategorien: Bester Hauptdarsteller (Tom Hulce), Beste Kamera, Bester Schnitt.
Bei der Verleihung der Golden Globes gewannen Film, Regie, Drehbuch und Abraham, eine Nominierung erhielten Hulce und Jeffrey Jones für die Beste Nebenrolle.
Zu den vielen anderen Preisen gehörte die Verleihung des französischen Filmpreises César als Bester ausländischer Film oder die Goldene Kamera in Deutschland.
Director’s Cut
Neben der bekannten Kinoversion existiert auch ein weniger bekannter Director’s Cut von 2002. Dieser enthält einige durchaus wichtige Szenen, die das Verständnis einiger Randbereiche wie zum Beispiel das schlechte Verhältnis zwischen Salieri und Mozarts Frau Konstanze oder auch die geringen Einkunftsmöglichkeiten Mozarts erleichtern. Leider musste der Director’s Cut wegen der zusätzlichen Szenen neu synchronisiert werden. Für Mozart und Konstanze konnten die gleichen Stimmen vors Mikrofon geholt werden, Salieris Part wurde komplett neu synchronisiert. Der Director’s Cut ist insgesamt 20 Minuten länger als die Kinoversion.
Weblinks
-
- [http://schnittberichte.com/index.php?ID=2234 Schnittbericht zwischen Kinofassung und dem Director’s Cut] auf www.schnittberichte.com
Kategorie:Filmtitel
Kategorie:US-amerikanischer Film
Kategorie:Golden Globe Award (Bester Film - Drama)
ja:アマデウス
SpielfilmEin Spielfilm ist üblicherweise ein Film mit einer Laufzeit von einer Stunde oder mehr und einer fiktionalen Handlung. Der Spielfilm ist die filmische Umsetzung des Dramas. Umsetzungsmittel ist die Spielfilmdramaturgie
Spielfilme machen die überwiegende Zahl der im Kino gezeigten Filme aus, und es gibt eine Vielzahl von Genres. Die von den großen amerikanischen Studios in Hollywood produzierten Spielfilme dominieren den internationalen Markt weitgehend, wobei aber in Indien (Bollywood) und Ägypten mehr Filme gedreht werden, allerdings meist nur für den regionalen Markt.
Auch Deutschland hat eine eigene Filmindustrie, die hier produzierten Spielfilme sind aber meist nur am heimischen Markt erfolgreich. Eine der wenigen Ausnahmen in den letzten Jahren war der Film Lola rennt und zuletzt Goodbye, Lenin.
Funktionen
Ein Film zeigt im Abspann, welche Leute in welchen Funktionen mitgearbeitet haben. Die Funktion oder Berufsbezeichnung ist nicht immer selbsterklärend und soll erklärt werden.
- Drehbuchautor: schreibt das Drehbuch
- Regisseur: inszeniert den Film, hat die Gesamtverantwortung über die künsterlische Umsetzung
- Regieassistent: metriert den Film, rechte Hand des Regisseurs
- Kameramann/-Frau: in der Regel derjenige, der die Kamera führt und für die Bildgestaltung verantwortlich ist. Je nach Größe der Produktion tut er/sie das aber nicht unbedingt selbst, sondern ist der verantwortliche Koordinator über Licht und Kameraeinstellungen
- Kameraassistent/In: ist für das Setup der Kamera und das Schärfe-Ziehen beim Drehen zustaendig
- Cutter: schneidet den Film entweder selbstverantwortlich oder nach Anweisung des Regisseurs bzw. Produzenten
- Oberbeleuchter: richtet das Licht am Set ein
- Szenograph: richtet die Bauten am Set ein
- Produzent: produziert den Film, er sorgt für die Finanzierung.
- Gaffer: der- oder diejenige, der sich um die Elektrik am Set kümmert (= engl. Bez. für Oberbeleuchter)
- best boy:? "rechte hand" des Oberbeleuchters.
- Locationsscout: der- oder diejenige, der verschiedene Drehorte im Vorfeld sucht, Fotos davon macht und der Produktion zur Abstimmung vorlegt.
- Requisite: der- oder diejenige, die alle Dinge, die im Bild zu sehen sind, besorgt, kauft oder ausleiht (bis auf Kostüme und feststehende Setbauten).
- Script, Continuety: Hat am Set die Kontrolle über die gedrehten Einstellungen und achtet auf Anschlußfehler
Siehe auch
- Portal:Film
- Unterhaltungsfilm
Kategorie:Filmgenre
Tschechien
Tschechien (tschechisch Česko) oder die Tschechische Republik (tschechisch Česká republika , Details zum Namen siehe unten) liegt in Mitteleuropa und grenzt an Deutschland (810 km) im Westen und Nordwesten, an Polen (762 km) im Norden, die Slowakei (252 km) im Osten und Österreich (466 km) im Süden.
Tschechien umfasst traditionell die drei historischen Länder Böhmen, Mähren und Mährisch-Schlesien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese in acht Regionen aufgeteilt (6 für Böhmen, 2 für die anderen beiden Landesteile), seit dem Jahr 2000 gilt eine neue Verwaltungsgliederung in 14 Regionen (siehe auch Verwaltungsgliederung Tschechiens). Der Staat wurde 1999, einige Jahre nach Auflösung des Warschauer Vertrags Mitglied der NATO und trat am 1. Mai 2004 der Europäischen Union bei.
Geografie
Europäischen Union
Tschechien hat durch seine Randgebirge eine topografisch klare Gliederung: es besteht aus mehreren Beckenlandschaften, die von Gebirgen umgeben und unterteilt werden. Deswegen sagt man z. B. in Oberösterreich "ich fahre nach Böhmen hinein" - und nicht hinüber.
An der Südwest-Grenze Tschechiens liegt der Böhmerwald (Šumava, 1.000 bis 1.400 m), im Nordwesten das Erzgebirge (Krušné Hory, Keilberg 1.244 m) und im Norden die Sudeten (Sudety), welche im Riesengebirge mit der Schneekoppe 1.602 m erreichen. Südöstlich des Erzgebirges breitet sich zu beiden Seiten der Elbe (tschech. Labe) das Böhmische Mittelgebirge aus.
Böhmen und Mähren werden durch die niedrige Böhmisch-Mährische Höhe (600 bis 800 m) voneinander getrennt. Mähren hat im Osten Anteil am Karpatenvorland und im Süden am Wiener Becken. Seine Ostgrenze zur Slowakei bilden die Beskiden und Weißen Karpaten, und nur die Südgrenze zu Niederösterreich bildet großteils ein Fluss - die stark mäandrierende Thaya (Dyje).
Auf den Gipfeln vom Böhmerwald, Böhmischen Mittelgebirge, den Beskiden und dem ersten Ausläufer der Karpaten verläuft die Europäische Wasserscheide.
Europäische Wasserscheide
Die Beckenlandschaften sind sehr fruchtbar. So wird in Böhmen, vor allem im Saazer Becken, Hopfen angebaut (Böhmen ist eines der traditionellen Bierbrauerländer), in Mähren wird Wein angebaut.
Tschechien liegt in der gemäßigten Temperaturzone der Erde. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 7,9 °C bei milden Wintern (Februar: 0,5 °C) und kühlen Sommern (Juni: 18,6 °C). Die Jahresniederschlagssumme beträgt 508 mm; ein relativ geringer Wert aufgrund der Lee-Lage östlich beziehungsweise südöstlich des Böhmerwalds, des Oberpfälzer Walds und des Erzgebirges. Alle zwölf Monate sind humid.
Bevölkerung
Bevölkerungsanzahl: 10,3 Millionen Einwohner (Juni 2005)
Ethnische Gruppen: Tschechen 94 %; Slowaken 3 %; Minderheiten von Polen, Deutschen, Ungarn und Roma insgesamt 3 %
Flüchtlinge: 1297
Bevölkerungsverteilung: in Städten 75 %; auf dem Land 25 %
Lebenserwartung: Männer 72 Jahre; Frauen 79 Jahre
Altersstruktur: 0-14 Jahre 15,4 %; 15-64 Jahre 70,6 %; über 65 Jahre 14,0 %
Bevölkerungswachstum: -0,08 % (2005)
Fruchtbarkeitsrate: 1,2 Geb./Frau
Religionen: römisch-katholisch 39 %; protestantisch 5 %; orthodox 3 %; konfessionslos 40 %; sonstige 13 %
Größte Städte
Siehe auch: Liste der Städte in Tschechien, Liste deutscher Bezeichnungen tschechischer Orte, Nationalparks in Tschechien, Liste der Naturschutzgebiete in Tschechien
Staats- und Landesname
Tschechien vs. Tschechische Republik
Laut der Staatenliste auf der Webpage des deutschen Auswärtigen Amtes ist die Kurzform "Tschechien" nur im nichtamtlichen Gebrauch zulässig. Laut Duden, entsprechend dem Wunsch der tschechischen Behörden, entsprechend dem alltäglichen Gebrauch zumindest in Tschechien selbst sowie gemäß tschechischen Normen über die Verwendung fremdsprachlicher Äquivalente des Staatsnamens ist jedoch "Tschechien" eine herkömmliche Kurzform sowie das geografische Äquivalent der Langform ("Tschechische Republik") des Staatsnamens und ist somit mit Namen wie Frankreich, Deutschland, Polen etc. völlig gleichwertig.
Tschechien vs. Tschechei und Geschichtliches
Wegen der Auflösung (Teilung) der Tschechoslowakei am 1. Januar 1993 musste die deutsche und tschechische offizielle Bezeichnung für den neuen Staat beschlossen werden. Eine tschechische staatliche Kommission schlug damals die deutsche Bezeichnung Tschechien vor, zumal offizielle tschechische Kreise auch darum ersuchten, die Form "Tschechei" nicht mehr zu verwenden (siehe dazu unten). Das deutsche Auswärtige Amt zieht allerdings in seiner Namensliste die längere Form Tschechische Republik vor und bezeichnet Tschechien (tschech. Česko) ausdrücklich als nichtamtlich.
Beide neuen Namen waren sowohl für Deutschsprachige als auch für die Tschechen gewöhnungsbedürftig und sind es für Teile der deutschen Bevölkerung noch immer. Da es sich aber um eine Festlegung handelt, sollte im offiziellen Gebrauch ausschließlich Tschechien oder Tschechische Republik verwendet werden.
Sowohl die Bezeichnung Tschechien als auch Tschechei wurden historisch verwendet. Tschechien ist die ältere Form und bereits 1876 belegt (Österreich-Ungarn: Anlehnung an Kroatien und Slawonien). Tschechei ist hingegen (außer in Teilen Preußens) erst 1918 nach Bildung der Tschechoslowakei aufgekommen - als Kontamination von Tscheche + Slowakei oder als Kontraktion von Tschech[oslowak]ei.
Tschechei bezeichnete aber manchmal auch den Gesamtstaat Tschechoslowakei, nicht nur den westlichen Teil. Eine breitere Verwendung des Wortes Tschechei ist erst seit den 1930er Jahren festzustellen. Gleichzeitig kam der ältere Begriff Tschechien außer Gebrauch, so dass er heute von vielen als "Neukonstrukt" empfunden wird.
Hinzu kommt, dass die Bezeichnung Resttschechei negativ besetzt ist, weil sie der Propaganda der NS-Diktatur während der Zerschlagung der Tschechoslowakei entstammt (1938/39). Der negative Klang übertrug sich bei den meisten Tschechen auch auf den Begriff Tschechei, obwohl der Begriff kurz vor- und nachher auch in anderem Zusammenhang verwendet wurde. Es war jedoch immer ein Begriff von nicht offizieller Natur. In Erwägung der obigen Argumente haben deutsche und österreichische Sprachforscher sowie die tschechische Regierung beschlossen, den Begriff Tschechien für die 1992 neu entstandene Tschechische Republik zu forcieren. Dementsprechend ist auch seit 1992 in deutschen Nachschlagewerken ausschließlich Tschechien als Kurzform für "Tschechische Republik" vorzufinden.
Die Tschechen selbst stellen sich die analoge Frage etwas anders. Das Wort Čechy (Böhmen) hat zwei Bedeutungen: 1. das ganze Gebiet des heutigen Tschechiens, 2. Tschechien ohne Mähren (und Schlesien). "Česko" [tschessko] wurde selten (und eher archaisch) für das heutige Tschechien benutzt (war der Öffentlichkeit eigentlich völlig unbekannt), aber in der Umgangssprache oft als Kurzform für Tschechoslowakei (Československo) für die gesamte Tschechische Republik (Böhmen und Mähren). Doch allmählich hat sich eine Gewohnheit herausgebildet das Wort "Čechy" eher als Tschechien ohne Mähren (und Schlesien) zu gebrauchen. Da sich vor allem die englischsprachige Welt und die ältere Generation Tschechiens immer noch weigert, die Form "Česko" (Czechia) zu verwenden, mit dem Fehlen eines kurzen Namens aber diverse wirtschaftliche und andere Schwierigkeiten verbunden sind, musste der tschechische Senat im Sommer 2004 in einer Sondersitzung die Verwendung von "Česko" anstelle von "Česká republika" offiziell verabschieden. In den 1990er Jahren gab es zum Teil eine Art Medienstreit: die Kurzform "Česko" galt bei einem großen Teil der älteren Bevölkerung als minderwertig - obwohl im Tschechischen eine analoge Wortform schon immer für über 19 Staaten (von Irland (Irsko) bis Japan (Japonsko)) allgemein verwendet wurde. "Česko" ist ähnlich wie Tschechien und Tschechei keine Neubildung von 1992, da der Begriff bereits 1777 belegt ist. Er wurde aber vor 1992 selten verwendet - außer in Fachkreisen und mit Ausnahme der Jahre 1918 und 1968 als logischer Parallelbegriff zu Slovensko (deutsch Slowakei). Die Eigenschaftswörter für "tschechisch" und "böhmisch" sind in der tschechischen Sprache identisch (český).
Bild:EGER1.jpg|der Marktplatz von Cheb/Eger - Westböhmen
Bild:MARIENB.jpg|Innenansicht der Kolonnade in Marienbad - Westböhmen
Bild:LITOM.jpg|Blick auf Litoměřice von der Brücke über die Elbe - Nordböhmen
Bild:ELBE1.jpg|Die Elbe zwischen Litoměřice und Ústí nad Labem
Geschichte
Siehe Hauptartikel: Geschichte Böhmens, Geschichte Tschechiens
:2. Jh. v. Chr.: Teile des Gebiets des heutigen Tschechiens sind von dem keltischen Stamm der Boier besiedelt, dessen lateinischer Name, Boiohaemum, die Namensgebung für Böhmen ist.
:Anfang des 1. Jh. nach Chr.: Die Kelten werden von den einwandernden Markomannen verdrängt oder assimiliert.
:4.-5. Jh.: Völkerwanderungszeit
:cca. 6. Jh.:Ankunft der Slawen, ihr Ursprung wird östlich des Dnjepr vermutet.
:623-658: Samos Reich.
:768-814: Böhmen ist vielleicht fränkische Herrschaftssphäre unter Karl dem Großen.
:8. Jh-833: Mährisches Fürstentum in Mähren
:833: Großmähren unter Fürst Mojmír I. (gefolgt von den Fürsten Rastislav – 894 und Svatopluk - 871)
:864: Ankunft der byzantinischen Mönche Kyrill und Method in Großmähren, slawische Liturgie.
:869: Kyrill stirbt, Ende der byzantinischen Mission.
:888/890-895: Böhmen ist Teil des Großmährischen Reichs
:894: Rastislavs Nachfolger Svatopluk stirbt, Beginn des Zerfalls des Großmährischen Reichs, Rückkehr zur westlichen lateinischen Kirche und Kultur.
:895: Fürst Spytihněv akzeptiert in Regensburg ostfränkische Oberherrschaft über Böhmen
:907: Zerfall Großmährens
:929: Der Přemyslide Wenzel (Hl. Wenzel), später fälschlicherweise König Wenzel in einem Weihnachtslied genannt, wird von seinem Bruder Boleslav ermordet und wird der Schutzheilige des Landes.
:973: Der Heilige Wolfgang, Bischof von Regensburg, erteilt seine Erlaubnis zur Gründung eines Bistums in Prag, zweiter Bischof wird der Heilige Adalbert (Vojtěch).
:1003: Boleslaw I.von Polen erobert Böhmen
:1031: Mähren wird Böhmen angeschlossen (und 1182 zur Markgrafschaft erhoben)
:1034: Bzetyslav von Böhmen fällt in Polen ein
:1085: Der Přemyslide Vratislav II. wird zum ersten böhmischen König gekrönt (der Titel ist ihm von Heinrich IV., dem Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, verliehen worden).
:1212: Goldene Bulle von Sizilien, Kaiser Friedrich II. bestätigt Ottokar I. Přemysl (Erblichkeit des Königstitels).
:1296: Böhmisch-Polnische Personalunion unter Wenzel II. und Wenzel III.
:1306: Wenzel III. wird in Olmütz ermordet, Ende der Přemyslidendynastie.
:1311-1346: Johann von Luxemburg, Sohn des römischen Kaisers Heinrich VII. heiratet Elisabeth von Böhmen, die Tochter von Wenzel II. und wird böhmischer König.
:1347: Karl IV., sein Sohn, wird (als Karl I.) König von Böhmen.
:1348: Gründung der Prager Universität.
:1355: Karl IV. wird in Rom zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. Er wählt Prag zu seiner Residenzstadt.
:1378: In seinem Testament teilt Karl IV. seine Erblande unter seinen Söhnen auf in Brandenburg, Görlitz und das Kerngebiet Böhmen, dessen Herrscher sein Sohn Wenzel IV. wird. Seine Nachfolger (ab 1419) sind Sigismund, Albrecht II. und Ladislaus Postumus
:1415: Jan Hus wird während des Konstanzer Konzils auf dem Scheiterhaufen verbrannt – Beginn der Hussiten-Bewegung
:1415-1434: Unruhen in Böhmen. Jan Žižka und Prokop Holý führen die Hussiten. Ende der Bewegung nach der Schlacht von Lipany.
:1458: Georg von Podiebrad wird von den böhmischen Ständen zum König von Böhmen gewählt.
:1471-1526: Nach seinem Tode fällt die böhmische Krone an die polnische Dynastie der Jagiellonen. Der letzte dieser Dynastie gibt durch seinen Tod in der Schlacht bei Mohács gegen die Türken die Krone wieder frei.
:1526-1918: Tschechien ist habsburgisches Gebiet, nachdem die böhmischen Stände 1526 den Habsburger Ferdinand I. zum König von Böhmen gewählt haben.
:1547: Aufstand der böhmischen Stände gegen Ferdinand I.
:1583: Kaiser Rudolf II., Ferdinands Nachfolger, zieht mitsamt dem Hof von Wien nach Prag, welches ein Zentrum von Kunst und Wissenschaft wird. 1609 erlässt er den Majestätsbrief der Religionsfreiheit.
:1611: Rudolfs Bruder Matthias Corvinus übernimmt die Macht; die Konfessionsproblematik entflammt aufs Neue.
:1618: Gesandte der böhmischen Stände (mehrheitlich protestantisch) dringen in die Kanzlei des Hradschin und werfen zwei kaiserliche Statthalter aus dem Fenster (sie werden dabei nicht getötet). Dieser sogenannte zweite Prager Fenstersturz leitet den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) ein.
:1619: Matthias stirbt. Im August wählen die böhmischen Stände den deutschen Protestanten Friedrich von der Pfalz zum König. Indem er im Herbst in Prag gekrönt wird und dort seine Residenz aufnimmt, wird der innerhabsburgische Konflikt zu einer Reichsangelegenheit.
:1620: Schlacht am Weißen Berg. Friedrich von der Pfalz flieht aus dem Land ("Winterkönig", da er nur einen Winter regierte). Hinrichtungen und das Exil des böhmischen Adels. Die nun beginnende Epoche wird in der tschechischen Geschichte temno, die Zeit der Dunkelheit genannt. Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) führt eine Unterdrückungspolitik gegen Nicht-Katholiken. Protestanten fliehen (Comenius) oder werden hingerichtet. Dreiviertel des böhmischen Adels flieht. In Böhmen wird Deutsch zur Amtssprache erhoben. Tschechisch wird nur auf dem Lande gesprochen.
:1740-1780: Herrschaft von Maria Theresia.
:1780-1790: Herrschaft ihres Sohnes Joseph II. Der "aufgeklärte" Absolutismus mündet in die Aufklärung.
:1781: Aufhebung der Leibeigenschaft.
:Ende des 18. Jh. - 1885: sgn. Tschechische Nationale Wiedergeburt. Als Reaktion auf den österreichischen mit der Aufklärung zusammenhängenden Zentralismus formieren sich seit dem Ende des 18. Jh. Intellektuelle in der tschechischen Nationalbewegung (Wiedergeburt). Sie fördern die Pflege, Anerkennung und Verwendung der tschechischen Sprache (unterstützt auch von den deutschen Romantikern). Dem folgt später das Verlangen nach politischer Autonomie.
:1848: Slawenkongress in Prag. Ein Aufstand wird niedergeschlagen. Die Industrialisierung beginnt - und Böhmen wird das "industrielle Rückgrat" von Habsburg.
:1914-1918: Erster Weltkrieg. Gegen die Monarchie bildet sich im Exil eine tschechische und slowakische, von Tomáš Garrigue Masaryk angeführte, Opposition.
:28.10.1918: Gründung der Tschechoslowakischen Republik, T.G. Masaryk wird erster Staatspräsident. Die bis dahin Ungarn administrativ unterstellte Slowakei schließt sich dem neuen Staat an (Milan Rastislav Štefánik).
:1919: Beitritt/Anschluss der Karpato-Ukraine (nach 1945 fällt sie an die Sowjetunion).
:1920: Anschluss Teschens
:1918-1938: sgn. Erste tschechoslowakische Republik
:1933: Gründung der Sudetendeutschen Partei (SdP) durch Konrad Henlein.
:24.04.1938: Karlsbader Programm: die SdP fordert die völlige Autonomie des Sudentenlandes. Die Gegenvorschläge der Regierung in Prag werden abgelehnt.
:29.09.1938: Hitler, Mussolini, Chamberlain und Daladier unterschreiben das Münchener Abkommen (was die Tschechen "Münchener Diktat" nennen). Die Grenzgebiete werden von der deutschen Armee besetzt.
:05.10.1938: Präsident Edvard Beneš geht ins Exil nach England. Sein Nachfolger wird Emil Hácha.
:15.03.1939: Einmarsch und Besetzung durch deutsche Truppen. Bildung des Protektorats Böhmen und Mähren. Die Slowakei wird als Schutzstaat des Deutschen Reiches eigenständig (1939-1945).
:10.06.1942: Auf Statthalter Neurath folgt Reichsprotektor Heydrich, der im Juni nach einem Attentat stirbt. Brutale Vergeltungsmaßnahmen, u. a. die Liquidierung des Dorfes Lidice.
:1945: faktische Wiederherstellung der Tschechoslowakei; "Kaschauer Programm" der neuen Regierung unter Premierminister Fierlinger; amerikanische, sowjetische, tschechoslowakische Truppen befreien Tschechien: die in Jalta vereinbarte Demarkationslinie zwischen dem US- und dem UdSSR-Gebiet verläuft entlang Budweis, Pilsen und Karlsbad.
:05.05.1945: Prager Aufstand gegen die deutsche Besatzungsmacht.
:09.05.1945: Einmarsch sowjetischer Truppen in Prag. Präsident Beneš übernimmt die Regierungsgeschäfte. Die nach ihm benannten Beneš-Dekrete sehen eine Bestrafung der Nazis und die Abschiebung der deutschen Bevölkerung unter Gewaltanwendung vor. Die Vertreibung der Sudetendeutschen beginnt.
:19.06.1946: Die Kommunistische Partei Tschechiens wird in die Regierung gewählt und kann einen gewaltigen politischen Einfluss ausüben. Klement Gottwald (KPTsch) wird Ministerpräsident.
:24.10.1946: Abschluss der Vertreibung von insgesamt 2,7 Mio. Deutschen.
:25.02.1948: Vollständige Machtergreifung durch die Kommunisten (KPTsch) - mit Berufung auf die vorangegangenen freien Wahlen. Verfassungsänderung, Umgestaltung des Landes nach sowjetischem Muster. Erster "Arbeiterpräsident" wird Klement Gottwald.
:1951-1957: Verfolgung des Klerus und politische Prozesse (Rudolf Slánský).
:1957: Antonín Novotný wird Präsident.
:1964: Kafka-Konferenz in Libnice (Franz Kafka rehabilitiert). Rufe nach Reformen werden laut und kulminieren auf dem Schriftstellerkongress im Juni 1967 in direkter Kritik der politischen Führung.
:03-05.01.1968: Novotný wird vom ZK abgesetzt. Alexander Dubček wird Vorsitzender der KP. Präsident wird General Ludvík Svoboda. Anfangs März folgt die Aufhebung der Zensur. "Prager Frühling" beginnt, die Weiterentwicklung verläuft überwiegend spontan.
:05.04.1968: Aktionsprogramm der KPTsch unter Alexander Dubček. Ein "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" wird angestrebt (Verbürgte Versammlungsfreiheit, kleines Unternehmertum, Freilassung der politischen Gefangenen).
:21.08.1968: Militärische Intervention - Einmarsch der sowjetischen Truppen und Truppen des Warschauer Paktes (ohne Rumänien und der DDR); Breschnew-Doktrin der "Begrenzten Souveränität der sozialistischen Staaten". Die nachfolgende politische Etappe wird "Normalisierung" genannt.
:1.1.1969: Mit dem Inkrafttreten des Verfassungsgesetzes über die tschechoslowakische Föderation entsteht die Tschechische Sozialistische Republik als eine der Teilrepubliken der Tschechoslowakei.
:17.04.1969: Ablösung Dubčeks und Wahl Gustáv Husáks zum Generalsekretär der KPTsch. Selbstverbrennung des Studenten Jan Palach. Beginn der "Normalisierung". Die CSSR wird in der Folge einer der konservativsten Mitgliedsstaaten des Ostblocks.
:01.01.1977: Bürgerbewegung "Charta 77".
:17.11.1989: Das Bürgerforum wird zur tragenden Kraft der "Samtenen Revolution" in Tschechien.
:17.11.1989: Die Polizei unterdrückt brutal eine Studenten-Demonstration, was eine Großdemonstration von bis zu 750.000 Menschen nach sich zieht. Unter den Rednern ist auch der Schriftsteller Václav Havel. Die kommunistische Regierung hat die Medien nicht mehr unter Kontrolle und wird nach 40 Jahren ohne Blutvergießen abgesetzt.
:10.12.1989: Staatspräsident Gustáv Husák erklärt seinen Rücktritt.
:28.12.1989: Alexander Dubček wird zum Präsidenten der Föderalversammlung gewählt.
:29.12.1989: Václav Havel wird von der Föderalversammlung zum Präsidenten der CSSR gewählt.
:Anfang 1990: Umbenennung der Tschechischen Sozialistischen Republik (siehe 1969) in Tschechische Republik.
:23.04.1990: Umbenennung der Tschechoslowakei in Tschechische und Slowakische Föderative Republik (CSFR).
:08.06.1990: Erste freie Parlamentswahlen in der CSFR.
:05.07.1990: Václav Havel wird zum Präsidenten der CSFR gewählt.
:21.02.1991: Beitritt der CSFR zum Europarat.
:16.12.1991: Unterzeichnung des EG-Assoziierungsabkommens.
:05.06.1992: Parlamentswahlen in der CSFR. Der Ökonom Václav Klaus (Demokratische Bürgerpartei) wird Ministerpräsident. Er vertritt eine vom Thatcherismus inspirierte Wirtschaftspolitik ("Marktwirtschaft ohne Adjektiv"). Es wird eine Coupon-Privatisierung durchgeführt, wodurch 8 Mio. Tschechen Anteilseigner von privatisierten Firmen werden, was jedoch kein echtes Investment-Kapital nach sich zieht. Der Politiker Vladimír Mečiar wird Ministerpräsident in der Slowakei. In der Folge vereinbaren beide Politiker eine Teilung der Tschechoslowakei in zwei Staaten.
:20.07.1992: Präsident Václav Havel tritt von seinem Amt zurück.
:25.11.1992: Gesetz über die Auflösung der CSFR im föderalen Parlament.
:16.12.1992: Die neue Verfassung der Tschechischen Republik als "demokratischer Rechtsstaat" wird verabschiedet. Die Charta der Grundrechte und -freiheiten, die nach dem Umbruch im Januar 1991 von der tschechoslowakischen Bundesversammlung beschlossen worden war, wird unverändert von Tschechien übernommen.
:01.01.1993: Tschechen und Slowaken bilden zwei unabhängige Republiken – Tschechien und die Slowakei.
:02.02.1993: Vereidigung des neugewählten Präsidenten Václav Havel.
:30.06.1993: Beitritt zum Europarat.
:29.10.1993: Wahl zum nicht-ständigen Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen.
:17.11.1993: Freiheitstag (Nationalfeiertag)
:01.02.1995: Inkrafttreten des EU-Assoziierungsabkommens.
:1994-1996: Nach drei Jahren stark negativen Wirtschaftswachstums wächst die Wirtschaft wieder; 1997 folgt aber wieder tiefe Rezession
:28.11.1995: Zeichnung der OECD-Beitrittsurkunde in Paris.
:31.05.1996: Wahl zum Abgeordnetenhaus. Die regierende Partei wird bestätigt, wenn auch mit Verlusten.
:23.07.1996: Zweites Kabinett Klaus'. Dieser muss eine Allianz mit dem Sozialdemokraten Miloš Zeman eingehen, der sich verpflichtet, nicht gegen Klaus' Regierung zu stimmen. Ende der wirtschaftlichen Wachstumsphase, eingeleitet durch einen Bankenkrach (12 Banken insolvent). Grund: Innere Verflechtung von industriellen Großkomplexen, die durch faule Kredite künstlich aufrecht erhalten werden. Die tschechische Wirtschaft fällt in eine tiefe Rezession.
:Juni 1997: Bei einer Flutkatastrophe ungewöhnlichen Ausmaßes müssen 40.000 Menschen evakuiert werden. Gesamtschaden: 2,5 Mrd. Euro.
:21.01.1997: Unterzeichnung der Deutsch-Tschechischen Erklärung.
:24.04.1997: Rede von Präsident Havel vor dem Deutschen Bundestag.
:30.11.1997: Václav Klaus tritt nach Spendenaffäre zurück. Nachfolger wird Josef Tošovský.
:20.01.1998: Wiederwahl des Präsidenten Václav Havel.
:28.06.1998: Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus gewinnen die Sozialdemokraten mit Miloš Zeman (32 %) und können die Regierung bilden.
:12.03.1999: Beitritt zur NATO (zusammen mit Polen und Ungarn) und Vorbereitungen für den EU-Beitritt. Ein Hindernis dabei ist das neu errichtete Atomkraftwerk von Temelín nahe der österreichischen Grenze, das trotz der Proteste Österreichs im Oktober 2000 ans Netz geht.
:2000: Die Wirtschaft hat wieder einen leichten Aufschwung. Allerdings Kollaps der drittgrößten Bank IPB.
:25.09.2000: In Prag wird das Treffen des IMF (Internationaler Währungsfond) und der Weltbank veranstaltet, begleitet von Straßenunruhen und Demonstrationen. 2001.
:2000: Die Auseinandersetzungen um die Besetzung des Intendanten des tschechischen Fernsehens Česká televize lässt die alte Feindschaft zwischen Václav Havel und Václav Klaus wieder hervorbrechen. Klaus hatte mehrere seiner Anhänger in die Top-Positionen des Senders manövriert, darunter auch Jiří Hodač als Direktor. Dies löst die größten Demonstrationen in Tschechien seit 1989 aus. Folge: Hodač tritt zurück. Tschechien bekommt ein neues Mediengesetz.
:2004: EU-Beitritt
Politik
Die Tschechische Republik ist eine parlamentarische Demokratie. Das Staatsoberhaupt ist der Präsident. Größeren Einfluss hat jedoch der Premierminister. Das tschechische Parlament hat zwei Kammern: das Abgeordnetenhaus und den Senat.
Der Präsident wird vom Parlament gewählt. Bei der Wahl muss der Kandidat in den ersten zwei Wahlgängen in beiden Kammern die absolute Mehrheit erreichen, im dritten Wahlgang genügt eine Mehrheit aller anwesenden Abgeordneten. Kandidaten müssen von mindestens 10 Abgeordneten oder 10 Senatoren vorgeschlagen werden und mindestens 40 Jahre alt sein. Die Amtszeit beträgt 5 Jahre, höchstens zweimal hintereinander. Außer der Rechte, die der Präsident im Einvernehmen mit anderen Verfassungsorganen ausübt, hat er das Recht in alleiniger Verantwortung
- das Abgeordnetenhaus unter bestimmten Bedingungen aufzulösen und
- in Gerichtsverfahren einzugreifen bis zur Einstellung des Verfahrens, Strafmaßmilderung und Streichen der Strafen im Strafregister (Begnadigung).
Außerdem ernennt er in Eigenverantwortung die Richter (verfassungrechtlich bisher jedoch nicht genügend geklärt) und die Mitglieder des Nationalbankrats. Traditionsgemäß wird der Präsident oft von Bürgern zwecks Durchsetzung ihrer Rechte gegen staatliche Einrichtungen um Hilfe gebeten. Die von ihm ernannten Verfassungsrichter, müssen von dem Senat gebilligt werden.
Das Abgeordnetenhaus wird aus Listenkandidaten nach Verhältniswahlrecht gewählt. Es gibt eine Sperrklausel von 5 % für Parteien. Das Abgeordnetenhaus besteht aus 200 Abgeordneten, die mindestens 21 Jahre alt sein müssen. Die Legislaturperiode beträgt 4 Jahre.
Der Senat wird aus wahlkreisbezogenen Kandidaten durch eine Personenwahl nach Mehrheitswahlrecht gewählt. Entsprechend der Anzahl der Wahlkreise besteht der Senat aus 81 Personen, die mindestens 40 Jahre alt sein müssen. Die Kandidaten können von politischen Parteien vorgeschlagen (und unterstützt) werden oder unabhängig kandidieren. Die Legislaturperiode eines Senators beträgt 6 Jahre. Die Wahlen erfolgen im Abstand von zwei Jahren, wobei jeweils ein Drittel der Wahlkreise die Wahl bestreitet. Als Wahlkandidaten treten oft bekannte oder honorige Personen des öffentlichen Lebens auf.
Stimmt der Senat einem Gesetz nicht zu, muss es von der Abgeordnetenkammer mit der Mehrheit aller Abgeordneten wieder gebilligt werden.
Die Zustimmung des Senats wird lediglich bei Änderungen des Verfassungsgesetzes und der Wahlgesetze benötigt. Außerdem beteiligt sich der Senat an der Präsidentenwahl. In alleiniger Verantwortung bestätigt der Senat die von dem Präsidenten ernannten Verfassungsrichter.
Die Judikative besteht aus dem Verfassungsgericht und einem vierstufigen Gerichtssystem, in dem den zwei obersten Gerichten (für Verwaltungssachen und Übriges) drei weitere Instanzen untergeordnet sind.
In der Exekutive unterstehen der Regierung und deren zentralen Behörden 14 Regionen, (tschechisch: kraje) darunter die Landkreise (okresy) und darunter die Kommunen. (obce).
Siehe auch: Verwaltungsgliederung Tschechiens
Tschechien wurde am 1. Mai 2004 in die Europäische Union aufgenommen. Von den etwa 55,21 % der tschechischen Wahlberechtigten, die am Referendum teigenommen haben, haben einem Beitritt ca. 77,33 % zugestimmt, also etwa 42,7 % aller tschechischen Wahlberechtigten.
Verwaltungsgliederung
Siehe: Verwaltungsgliederung Tschechiens
Infrastruktur
Der Eisenbahnverkehr liegt größtenteils in den Händen der České dráhy (Tschechische Bahnen).
Das Autobahnnetz wird seit dem Fall des eisernen Vorhangs immer weiter ausgebaut. So etwa die Autobahn Prag - Pilsen (- Nürnberg (Deutschland)) oder (Dresden (Deutschland) -) Prag - Budweis (- Linz (Österreich)). Im Jahre 2005 beträgt das gebührenpflichtige Autobahnnetz 800 km. Weitere ca. 200 km befinden sich im Bau, der jedoch durch zahlreiche Einwände erheblich verzögert wird. Trotz niedrigerer Verkehrsdichte ist die Mortalität im Straßenverkehr (bezogen auf Bevölkerungsanzahl) mit 1.215 Toten im Jahr 2004 ungefähr 1,6-mal höher als in Deutschland.
Verkehrsflughäfen befinden sich in Prag (9,7 Mio abgefertigter Personen im Jahr 2004, Jahreszunahme 20 %), Brünn, Ostrau und Karlsbad. Die meisten Hauptstädte der Regionen können über Sportflugplätze angeflogen werden.
Flugverkehr
Den innerstaatlichen Flugverkehr betreibt die Fluggesellschaft CSA - die Tschechischen Aerolinien auf der Strecke Prag, Ostrau, Brünn und Karlsbad. Man kann ebenfalls die spezialisierten Fluggesellschaften ausnutzen, die Aussichtsflüge oder den Verkehr mit den kleinen Flugzeugen an viele Orte Tschechiens anbieten.
Schienenverkehr
Die Eisenbahnen der Tschechischen Republik bilden ein sehr ausgedehntes und dichtes Verkehrsnetz. Der Schienenverkehr auf dem Gebiet Tschechiens hat 160-jährige Tradition. Mit Rücksicht auf die Lage in Mitteleuropa ist die Tschechische Republik zu einem wichtigen Transitland geworden. Auf dem Staatsgebiet führen Korridore für Inter-City-Bahnen. Die Fahrpäne stehen auch in der Internetform zur Verfügung, wo man nicht nur Verbindungen aussuchen, sondern auch Fahrkarten reservieren kann. Die Fahrkarten können mittels des automatisierten Systems gekauft werden. Bei den ausgewählten Verbindungen und auf den ausgewählten Bahnhöfen kann man mittels eines Handys Informationen über die Lage des Zuges gewinnen. Für das Jahr 2006 hat die tschechische Regierung angekündigt, sämtliche Bahnhöfe des Landes zu renovieren. Die meist schon über 100 Jahre alten Bauten sind mit der Zeit heruntergekommen. Man erhofft sich durch die Renovierungen einen besseren Verkehr innerhalb und auch außerhalb des tschechischen Staatgebiets, wie z. B. den Ausbau der Strecken nach Deutschland.
Busverkehr
Den Busverkehr in ganz Tschechien betreiben die Privatverkehrsgesellschaften. Die Dichte der Busverbindungen ist ziemlich groß. Im Gegenteil zu den Zügen sind die Busverbindungen in den Regionen am Wochenende begrenzt.
Wasserverkehr
In Tschechien wird der Wasserverkehr nur teilweise auf den Flüssen Elbe und Moldau und auf den geschlossenen Wasserflächen (Stauseen, Seen, Flüssen), die für die Schifffahrt zubereitet sind, realisiert. Die Abschnitte der Elbe und Moldau mit dem internationalen Status sind mit dem europäischen System der Wasserwege verbunden, d. h. mit den Flüssen bis zu den Seehäfen (Elbe-Hamburg) und mit dem System der europäischen Kanäle zu den anderen Flüssen und ihren Binnen- und Seehäfen (Magdeburg, Duisburg, Rotterdam).
Taxis
Das Taxi kann man sofort bestellen oder auch 24 Stunden vorausreservieren. Die Gebühren für Taxis bestehen aus einer festen Summe für das Beistellen des Wagens und aus einer Gebühr für jeden zurückgelegten Kilometer. Die Taxen der Konkurrenzdienste oder in den verschiedenen Städten können unterschiedlich sein, aber die Angabe über die Taxe pro 1 km muss immer auf der Karosserie und im Interieur des Wagens angegeben werden. Jeder Taxifahrer ist verpflichtet eine Rechnung (die Empfangsbestätigung) auszustellen, wenn es der Kunde erfordert.
Stadtverkehr
In größeren Städten sind die Straßenbahn und der Bus gängige öffentliche Transportmittel. In den kleineren Städten gibt es nur Busse. Prag betreibt auch drei Trassen der U-Bahn, die das Zentrum mit den Stadträndern verbindet. Die Preise der Fahrkarten sind in den einzelnen Städten unterschiedlich. Die Fahrkarten für die Stadtverkehrsmittel kann man an Automaten und in den Fahrzeugen kaufen. In Prag und anderen größeren Städten sind touristische Fahrkarten für mehrere Fahrten, z. B. Wochenfahrkarten im Verkauf. Beim Eintritt in die Verkehrsmittel ist es nötig die Fahrkarten im Apparat sofort zu stechen.
Radfahren
In den Hauptzentren des Fremdenverkehrs oder in den Städten bereitet man das Netz der Radwege vor oder sie sind bereits aufgebaut, hier kann man auch Straßen- oder Bergfahrräder leihen. Eine Reihe der europäischen Radwege geht durch Tschechien durch. Viele Radwege führen durch hügliches Terrain, wie z. B. die vielen Routen im Böhmerwald, die auch in den Bayerischen Wald führen.
Autobahngebühren
Für die Benutzung der Autobahnen muss man bezahlen. Der Autofahrer ist verpflichtet, eine Autobahnmarke zu kaufen, die man auf die Windschutzscheibe von innen heraus aufklebt. Die Autobahnmarken kann man bei der Tschechischen Post, auf den Grenzübergängen oder an den ausgewählten Tankstellen kaufen.
Grundvorschriften
Fahrzeuge müssen in der Winterzeit (27.10.-31.03.) ganztags mit Abblendlicht fahren.
Kinder bis 12 Jahre oder kleiner als 150 cm müssen während der Fahrt im Kindersitz befestigt werden.
Der Autofahrer darf vor und während der Fahrt keinen Alkohol trinken.
Telefonieren ist während der Fahrt verboten.
Die Sicherheitsgurte müssen während der ganzen Fahrt umgelegt sein.
Motorradfahrer und ihre Mitfahrer sind verpflichtet Motorradhelme zu tragen.
Wirtschaft
Während der sozialistischen Zeit hatte die Tschechoslowakei als Wirtschaftsform die Zentralverwaltungswirtschaft und war wie viele Ostblockstaaten im RGW, einer Analogie zur EWG, eingegliedert. In den 1990er Jahren wurde die Wirtschaft privatisiert.
Die Arbeitslosenquote betrug im Jahresschnitt 2003 7,8 % (Angabe des Statistischen Amtes der Tschechischen Republik). Für den Februar 2005 beträgt sie 9,65 %. Es gibt große Unterschiede zwischen den Regionen. So hatte die Hauptstadt Prag 2003 eine Arbeitslosenquote von 4,2 %, die Region Moravskoslezský kraj (Region Mährisch-Schlesien) dagegen 14,7 %.
Das Bruttoinlandsprodukt/Kopf liegt (2004) bei 8.351 Euro (2004) (unter den EU-Ländern zwischen dem Portugals und Ungarns), das Wachstum bei 3,7 %, die Inflationsrate bei 3,2 %.
Währung: 1 Tschechische Krone (Kc) = 100 Hellers
Kurs (Mitte 2004): 1 Kc = 0,03 Euro
BSP: 46,7 Mrd. Euro (BSP/Kopf: 4.567 Euro)
Wachstumsrate des BIP: 2 %
Anteile am BIP: Dienstleistungen 57 %; Industrie 39 %; Landwirtschaft 4 %
Arbeitslosenquote: 8,6 %
Die tschechische Ökonomik gehörte im Rahmen des ehemaligen kommunistischen Ostblockes zu den am meisten entwickelten. Heute bildet die Mehrheit des Bruttoinlandsproduktes der Dienstleistungssektor. Bedeutsam sind ebenfalls ausländische Investitionen, die die Zusammensetzung der tschechischen Industrie ändern. Den größten Teil der Industrie bildet die Produktion der modernen Industrieanlagen und der Industriekomplexe, die überwiegend für Westeuropa und hochentwickelte Staaten der Welt bestimmt sind. Zu den größten Betrieben der Welt gehört Škoda-Auto, das den wesentlichen Teil des tschechischen Exportes bildet. Im Industriebereich überwiegen die Maschinen-, Lebensmittel- und Holzindustrie, weiter chemische, petrochemische und pharmazeutische Industrie, Glas- und Keramikerzeugung und Glaserei.
Die Landwirtschaft beschäftigt sich vorwiegend mit dem Anbau von Weizen, Mais, Gerste, Zuckerrübe, Kartoffeln, Rübe, Futterpflanzen, Weinreben, Gemüse und Obst. Weltbedeutend ist die Hopfenproduktion als Grundlage der Tschechischen Braukultur. Man züchtet vor allem Rindvieh und Schweine. Traditionell ist die Viehzucht und die Wildjagd. Tschechien hat außerdem in der Fischzucht Weltrang. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich seit dem EU-Beitritt Tschechiens im Mai 2004, das durchschnittliche Einkommen eines tschechischen Bauerns um 108 % gesteigert hat. Ein Drittel des Gebietes bedecken die von der Industrie bedrohten Wälder, die auch Holz für den Export produzieren. Man fördert Kohle, Kaolin, Ton, Holz, Graphit und Kalkstein. Der Großteil des Erdöls und Erdgases muss aus Russland eingeführt werden. Ein bedeutendes Merkmal der Tschechischen Republik ist das böhmische Glas. Beim Aussprechen des Wortes Kristall erinnern sich die meisten Menschen an das böhmische Land, das auf seinem Gebiet eine so große Anzahl von Glashütten verbirgt, deren Qualität die höchste auf der Welt ist. Es ist hauptsächlich die ununterbrochene Tradition, die aus diesem Handwerk eine künstlerische Geschicklichkeit machte. Viele von diesen Glashütten können besucht werden.
Siehe auch: Tourismus in Tschechien, [http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Unternehmen_%28Tschechien%29 Kategorie Unternehmen in Tschechien]
Umwelt
Der Kohlenstoffdioxidausstoß pro Kopf des Landes gehört zum weltweit höchsten.
Kultur
Sport
Der Sport mit dem höchsten Stellenwert in Tschechien ist Eishockey, wo die Tschechen mehrmals Weltmeister (zuletzt am 15. Mai 2005 in Wien mit 3:0 gegen Kanada) und 1998 in Nagano auch Olympiasieger wurden.
Viele Persönlichkeiten des tschechischen Sports sind auch weltweit sehr gut bekannt. Man schätzt, dass in den bürgerlichen Vereinigungen der Körpererziehung und des Sports seit dem Jahre 1995 ca. 15 % der tschechischen Bevölkerung organisiert ist.
Auch der Wintersport ist in Tschechien beliebt. Bekannte Regionen für Wintersport sind das Riesengebirge im Norden und auch der Böhmerwald im Westen des Landes.
Fußball: Die erste Liga umfasst 16 Mannschaften. Zwei davon steigen am Ende der Saison, also nach 30 Spieltagen in die landesweite 2. Liga ab. Von dort steigen dementsprechend zwei Teams in die 1. Liga auf. Die dritthöchste Spielklasse ist zweigeteilt. Den westlichen Teil (Böhmen), deckt die CFL (Ceská Fotbalová Liga - Tschechische Fußballliga, 18 Teams) ab, den östlichen Teil des Landes (Mähren und Schlesien) die MSFL (Moravsko-Slezká Fotbalová Liga - Mährisch-Schlesische Fußballliga, 16 Teams). Der jeweilige Meister der beiden dritten Ligen steigt in die zweite Liga auf. Der Abstieg aus der zweiten Liga bestimmt auch den Abstieg aus den Ligen darunter mit, denn es können z. B. zwei Mannschaften aus der 2. Liga absteigen die beide in den Bereich der CFL oder eben der MSFL fallen, womit dort eine Mannschaft zuviel wäre. Es muss also noch eine zusätzliche Mannschaft absteigen.
Der Unterbau des dritten Levels ist fünfgeteilt. Unterhalb der CFL gibt es drei Gruppen (A, B, C) der Divize, unterhalb der MSFL zwei (D und E). Von diesen Ligen steigt jeweils der Meister in die CFL bzw. MSFL auf, die jeweils letzten zwei in einen der "Krajský Prebor" ab, je nach regionaler Zugehörigkeit. Insgesamt gibt es nach einer Reform 2002/2003 nun 13 Gruppen solcher fünften Ligen (zuvor lediglich 10), 9 als Unterbau der CFL bzw. der Divize A, B, C und 5 als Unterbau der MSFL bzw. der Divize D und E. Die "Krajský Prebor" sind auch die ersten wirklich regionalen Ligen, über die dann auch nur noch im Lokalsportteil der Zeitungen berichtet wird.
Siehe auch: Tschechischer Fußball
Weblinks
- [http://www.tschechien-online.org/ tschechien-online.org] Tschechien-online- Deutschsprachiges Informationsportal mit täglich aktualisierten Informationen sowie einem Webkatalog mit über 5000 Links und einem Katalog tschechischer Firmen
- [http://fotos.tsjechie.net/ tsjechie.net] Mehr als 2100 bilder von tschechien
- [http://www.czech.cz/ czech.cz] englischsprachiges Landesportal
- [http://www.hrad.cz/cz/ hrad.cz] Homepage des Präsidenten der Tschechischen Republik
- [http://www.vlada.cz/1250/aktuality.htm vlada.cz] Tschechische Regierung
- [http://www.psp.cz/ psp.cz] Tschechisches Parlament
- [http://www.senat.cz/ senat.cz] Tschechischer Senat
- [http://www.concourt.cz/ concourt.cz] Ústavní soud České republiky - Tschechisches Verfassungsgericht, Brünn
- [http://www.mzv.cz/ mzv.cz] Tschechisches Außenministerium
- [http://www.czso.cz/eng/redakce.nsf/i/home czso.cz] Statistisches Zentralamt der Tschechischen Republik
- [http://www.tschechische-kulturtage.de tschechische-kulturtage.de] Größtes Festival der tschechischen Kultur in Deutschland (Sachsen)
- [http://www.dtsg.de/ dtsg.de] Deutsch-Tschechische und -Slowakische Gesellschaft e.V., Köln
- [http://www.bruecke-most-stiftung.de/ bruecke-most-stiftung.de] Brücken-Stiftung zur Förderung der deutsch-tschechischen Verständigung und Zusammenarbeit
- [http://www.tu-dresden.de/jfaufbau/osteuropa/tschechien.html tu-dresden.de] Linksammlung Tschechien- TU Dresden
- [http://slovnik.seznam.cz/ slovnik.seznam.cz] Wörterbuch- Tschechisch - Englisch/Deutsch/Französisch etc.
- [http://web.volny.cz/najdito/slovnik/ web.volny.cz] Wörterbuch- Tschechisch - Englisch/Deutsch/Französisch
- [http://auswaertiges-amt.de/www/de/infoservice/download/pdf/publikationen/staatennamen.pdf auswaertiges-amt.de] Staatennamen der Bundesrepublik Deutschland PDF-Dokument
- [http://www.collegium-carolinum.de/index.html Collegium Carolinum (CC)/ Institut zur Geschichte, Kultur und Politik der Tschechischen und der Slowakischen Republik]
- [http://www.pragerzeitung.cz/] aktuellste Nachrichten aus Tschechien in deutscher Sprache
- [http://www.turistik.cz/] Reiseangebote und Informationen für die Tschechische Republik
- [http://www.skoda.cz/] alles zur tschechischen Traditionsfirma ( von der Historie der Firma bis aktuellste Angebote und Marken)
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RegisseurEin Regisseur (von frz.: régisseur, régir leiten), auch Spielleiter genannt, führt Regie und ist damit traditionell neben dem Schauspieler die entscheidende Person bei der Aufführung eines Stückes. Als Alternative zur Zentralgewalt des Regisseurs wurden verschiedene Ansätze von (mehr oder weniger) gleichberechtigten Regieteams entwickelt.
Es gibt den Bühnenregisseur für Schauspiel, Musical, Oper, Operette und andere Bühnen-Werke im Theaterbereich, den Filmregisseur für die Filmkunst, den Hörspielregisseur für Hörspiel und künstlerisches Feature und den Fernsehregisseur für Fernsehsendungen. Das gemeinsame dieser verschiedenen Regietätigkeiten, ist die Verantwortung für die künstlerische Gestaltung eines Projekts, das in der Regel auf einer schriftlichen Vorlage basiert.
Tätigkeit
Die Inszenierung eines Regisseurs stellt ein eigenständiges künstlerisches Werk dar. Er besitzt das Urheberrecht am entstandenen Kunstwerk. Zu den Aufgaben des Regisseurs gehört, die Interpretation eines Drehbuchs (Theaterstücks) bzw. Produktionsmanuskriptes (Hörspiel, Feature). Oft hat er auch - in Rücksprache mit dem Autor und dem Dramaturgen - entscheidenden Anteil an der Ausarbeitung oder Überarbeitung eines Stücks.
Die Anpassung des künstlerischen Entwurfes an die ökonomisch-organisatorischen Möglichkeiten wird vom Regisseur in Zusammenarbeit mit dem Produzenten (s. Filmproduzent) und anderen Verantwortlichen vorgenommen. Des weiteren wird vom Regisseur in Rücksprache mit dem Besetzungsbüro, die Auswahl der Darsteller und manchmal auch des weiteren technisch-künstlerischen Stabes vorgenommen.
Bei der Umsetzung des Projektes unterscheiden sich die Aufgaben eines Regisseurs je nach Medium. Unabhängig davon bleibt eine zentrale Aufgabe des Regisseurs die Anleitung und Unterstützung der Darsteller bei der Ausgestaltung ihrer Charaktere.
Siehe auch
- Liste bekannter Regisseure
- Regietheater
- Regieassistent
Weblinks
- [http://berufenet.arbeitsamt.de/bnet2/F/kurz_B8322100.html Bundesagentur für Arbeit: Film-/Fernseh-Regisseur/in]
- [http://berufenet.arbeitsamt.de/bnet2/T/kurz_B8322101.html Bundesagentur für Arbeit: Theater-Regisseur/in/Spielleiter/in]
- [http://www.regie.de regie.de - Die Adresse für Filmschaffende]
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Kategorie:Theater
Kategorie:Oper
Kategorie:Filmberuf
Kategorie:Rundfunk
ja:監督
Wolfgang Amadeus Mozart
Wolfgang Amadeus Mozart, vollständiger Name: Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus Mozart ( - 27. Januar 1756 in Salzburg; † 5. Dezember 1791 in Wien) war ein bedeutender Komponist der Wiener Klassik.
Wiener Klassik
Leben
Das Wunderkind (1756-1766)
Wolfgang Amadeus (Wolferl) wurde am 27. Januar 1756 um 8 Uhr abends in der Stadt Salzburg in der Getreidegasse 9 in einer 3-Zimmer-Wohnung eines Mehrfamilienhauses (Hagenauer Haus) geboren. Seine Eltern, die aus beruflichen Gründen in das kirchliche Fürstentum Salzburg gezogen waren, waren der Augsburger Vizekapellmeister und Hofkomponist Leopold Mozart und die aus St. Gilgen stammende Anna Maria Pertl. Bereits am nächsten Vormittag wurde ihr Sohn im Dom von Salzburg auf die Namen Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus getauft.
Bereits im Alter von vier Jahren erhielten er und seine fünf Jahre ältere Schwester Maria Anna Walburga Ignatia vom Vater den ersten Musik- und allgemeinbildenden Unterricht (Klavier, Violine und Komposition). Zwei Jahre später folgten die ersten Auftritte und seine erste Komposition. Auch Mozarts Begabung im Klavier- und Violinenspiel trat schnell hervor. Erste Konzertreisen Wolfgangs und seiner Schwester „Nannerl“ mit den Eltern wurden arrangiert, um dem Adel die talentierten Kinder zu präsentieren. Nach dem Erfolg des Wunderkindes in München und Wien startete die Familie am 9. Juni 1763 zu einer ausgedehnten Tournee durch die deutschen Lande und Westeuropa, die bis zur Rückkehr nach Salzburg am 28. November 1766 dreieinhalb Jahre dauerte: München, Augsburg, Ludwigsburg, Schwetzingen, Heidelberg, Mainz, Frankfurt am Main, Koblenz, Köln, Aachen, Brüssel, Paris (Ankunft am 18. November 1763), Versailles, London (Ankunft am 23. April 1764), Dover, Belgien, Den Haag, Amsterdam, Utrecht, Mecheln, erneut Paris (Ankunft 10. Mai 1766), Dijon, Lyon, Genf, Lausanne, Bern, Zürich, Donaueschingen, Ulm und München, wo die Kinder bei Hofe oder in öffentlichen Akademien musizierten. Auf diesen Reisen entstanden unter anderem die ersten Sonaten für Klavier und Violine (die vier Sonaten für Klavier und Violine KV 6 bis 9 sind 1764 die ersten gedruckten Kompositionen von Mozart) und die erste Symphonie Es-Dur (KV 16).
Erste Versuche in Wien und die Italienreise (1766-1771)
Der Rückkehr folgten erste Uraufführungen in Salzburg, darunter auch die Schuloper Die Schuldigkeit des ersten Gebotes, die der elfjährige Mozart zusammen mit den wesentlich älteren Salzburger Hofmusikern Anton Cajetan Adlgasser und Michael Haydn komponierte. Im September folgte eine zweite Reise mit der Familie in das Herzogtum Österreich nach Wien. Um der grassierenden Pockenepidemie zu entgehen, fuhren sie nach Brünn und Olmütz, die Wolfgang und seine Schwester aber auch dort erreichte. Nach der Genesung kehrte Mozart am 10. Januar 1768 nach Wien zurück, wo er das Singspiel Bastien und Bastienne (KV 50), die Waisenhausmesse (KV 139) sowie die Opera buffa La finta semplice (KV 51) fertigstellte. Obwohl vom deutschen Kaiser Franz I bestellt, konnte er die letztere Oper nicht aufführen; Grund dafür waren Intrigen der sog. italienischen Partei um den Hofintendanten Giuseppe Affligio.
Nach 15 Monaten in Wien kehrte Mozart mit seiner Familie am 5. Januar 1769 nach Salzburg zurück. Hier wurde La finta semplice am 1. Mai endlich aufgeführt, und hier erfolgte auch am 27. Oktober mit der Berufung zum Dritten Konzertmeister der Salzburger Hofkapelle die erste, wenn auch unbesoldete, Anstellung.
Knapp drei Wochen später, am 13. Dezember 1769, brach Mozart mit seinem Vater zu seiner ersten von drei außerordentlich erfolgreichen Italienreisen auf, die – mit Unterbrechungen von März bis August 1771 und Dezember 1771 bis Oktober 1772 – fast dreieinhalb Jahre dauern sollte.
Die erste Reise führte sie nach Verona, Mailand, Bologna, Florenz, Rom, Neapel, Turin, Venedig, Padua, Vicenza, Verona, Innsbruck und zurück nach Salzburg. Hier erholte sich Mozart bis zum
Herbst um danach zu einem längeren (dritten) Aufenthalt in Mailand zu starten. Von Papst Clemens XIV. wurde er in Rom zum Ritter vom Goldenen Sporn ernannt. Dort gelang ihm auch - nachdem er nur ein einziges Mal dem neunstimmigen, musikalisch höchst anspruchsvollen Miserere von Gregorio Allegri zugehört hatte - diese (vom Vatikan streng geheim gehaltene) Partitur aus dem Gedächtnis fehlerfrei niederzuschreiben. Bei Padre Giovanni Battista Martini studierte Mozart Kontrapunkt. Nach einer Klausur wurde er in die Accademia Filarmonica di Bologna aufgenommen. Dort begegnete er so bedeutenden Musikern wie Giovanni Battista Sammartini, Niccolò Piccinni, Pietro Nardini und Giovanni Paisiello. Am 26. Dezember 1770 erlebte er die Uraufführung seiner Opera seria Mitridate, Rè di Ponto (KV 87) in Mailand, dessen Erfolg beim Publikum zu zwei weiteren Aufträgen führte: der Serenata teatrale Ascanio in Alba (KV 111, Uraufführung in Mailand am 17. Oktober 1771) und des Drammas per musica Lucio Silla (KV 135), Uraufführung in Mailand in der Saison 1772/73. Am 15. Dezember 1771 kehrten Vater und Sohn nach Salzburg zurück, nachdem sich Hoffnungen auf eine Anstellung in Italien nicht erfüllt hatten.
Konzertmeister in Salzburg (1772-1777)
15. Dezember]
In Salzburg wurde im Jahr 1772 Hieronymus Franz Josef von Colloredo-Mannsfeld Fürsterzbischof von Salzburg; er folgte dem verstorbenen Sigismund Christoph Graf von Schrattenbach. Vom neuen Fürsten wurde W-A. Mozart im August zum besoldeten Konzertmeister der Salzburger Hofkapelle ernannt. Trotzdem führte dies nicht zu einem Ende seiner vielen Reisen mit dem Vater. Wolfgang versuchte weiterhin, dem engen Reglement des Salzburger Dienstes zu entkommen: vom 24. Oktober 1772 bis zum 13. März 1773 folgte die dritte
Italienreise zur Uraufführung des Lucio Silla, und von Mitte Juli bis Mitte Ende September 1773 die dritte Reise nach Wien, bei der sein erstes Klavierkonzert entstandt.
Ab Oktober 1773 bewohnte die Familie Mozart den ersten Stock des Tanzmeisterhauses, welches zuvor dem Salzburger Hoftanzmeister Franz Gottlieb Spöckner (ca.1705-1767) gehört hatte.
Nach einer längeren Pause folgte am 6. Dezember 1774 eine Reise in das nahe München zur Uraufführung der Opera buffa La finta giardiniera (KV 196). Am 13. Januar 1775 und nach der Rückkehr am 7. März versuchte W. Mozart
erneut sich auch in Salzburg als Künstler der Musik zu etablieren. Er ließ zum Beispiel das Dramma per musica Il rè pastore am 23. April 1775 in Salzburg uraufführen, das allerdings beim Publikum nicht gut ankam. Nach mehrfachen erfolglosen Bitten um Urlaub reichte er 1777 sein Abschiedsgesuch beim Fürsterzbischof ein und bat um Entlassung aus der Salzburger Hofkapelle.
Auf Arbeitssuche und erneut Salzburg (1777-1781)
1777
1777
Nach seiner Entlassung aus den Diensten des Fürsten begab sich W. Mozart am 23. September 1777 mit seiner Mutter auf eine Städtereise; er versuchte eine neue und bessere Anstellung zu finden. Zuerst sprach er (vergeblich) am bayrischen Herzoghof in München vor, danach in Augsburg und am Hof des Mannheimer Kurfürsten, um hier das kurfürstliche Orchester und dessen Kapellmeister und späteren Freund Christian Cannabich kennen zu lernen. Aber auch hier bekam er weder eine Anstellung noch irgendwelche musikalischen Aufträge. Er lernte aber die Familie Weber kennen und deren Tochter Aloysia, eine Sängerin, in die er sich verliebte.
Nach fünf Monaten in Mannheim fuhren er und seine Mutter weiter nach Paris, wo sie am 23. März 1778 ankamen. Dort konnte er immerhin seine Ballettmusik Les petits riens aufführen, bekam darüber hinaus aber keine weiteren Engagements. Am 3. Juli 1778, um 10 Uhr abends, verstarb seine Mutter.
Die Rückreise nach Salzburg, die er widerwillig knapp drei Monate später (am 26. September) antrat um die vakante Stelle eines Hoforganisten anzutreten, führte ihn über Straßburg, Mannheim und Kaiserslautern nach München, wo er noch einmal der Familie Weber begegnete. Erst Mitte Januar 1779 erreichte er seine Heimatstadt und wurde wenige Tage später, am 17. Januar, zum Hoforganisten ernannt. Hier komponierte er die Krönungsmesse (KV 317).
Dieser erneute Versuch mit einem Engagement in Salzburg ging zwanzig Monate leidlich gut, obwohl das Verhältnis zum Erzbischof angespannt blieb, auch da dieser ihm die Mitwirkung an einträglichen Konzerten in Wien untersagte, bis zu einer erneuten Reise am 5. November 1780 nach München, zur Uraufführung seiner Opera seria Idomeneo (KV 366) am 29. Januar 1781. Direkt im Anschluss daran wurde er vom Erzbischof nach Wien zitiert, wo der Streit zwischen den beiden eskalierte und zum Bruch kulminierte. Mozart kündigte am 8. Juni 1781 den Salzburger Dienst auf, ließ sich in Wien nieder und bestritt dort in den nächsten Jahren seinen Lebensunterhalt durch Konzerte an privaten und öffentlichen Akademien.
Freischaffender Komponist in Wien (1781-1791)
1781
Befreit von den Salzburger 'Fesseln' entstanden nun durch den unabhängigen Komponisten und Musiklehrer, der ständig auf der Suche nach Auftraggebern und Klavierschülern war, und der sich auch nicht scheute, auf 'Vorrat' zu arbeiten, die ganz großen
Opern. Am 16. Juli 1782 wurde in Wien das vom deutschen Kaiser (HRRDN) Joseph II. in Auftrag gegebene Singpiel Die Entführung aus dem Serail (KV 384) in Wien uraufgeführt, am 1. Mai 1786 die Uraufführung der Opera buffa Le nozze di Figaro (KV 492), am 29. Oktober 1787 die Uraufführung des Dramma giocoso Don Giovanni (KV 527) in Prag und am 26. Januar 1790 die Uraufführung der Opera buffa Così fan tutte (KV 588) wieder in Wien (die letzten drei nach Libretti von Lorenzo Da Ponte), am 6. September 1791 die Uraufführung der Opera seria La clemenza di Tito (KV 621) in Prag und am 30. September 1791 die Uraufführung der Großen Oper Die Zauberflöte (KV 620) in Emanuel Schikaneders Theater im Freihaus auf der Wieden. Geschichte und Texte gehen auf Emanuel Schikaneder zurück und stellen eine spekulative Mischung aus einem Vorgängerwerk („Der Stein der Weisen“), einem Märchen von Wieland und freimaurerischen Attributen dar. In dieser Phase komponierte Mozart außerdem die Messe in c-Moll (KV 427) (1783) und wichtige Instrumentalwerke: die sechs Joseph Haydn gewidmeten Streichquartette (KV 387, 421, 428, 458, 464, 465) (1785), die Linzer Sinfonie (KV 425) und Prager Sinfonie (KV 504) (1786), Eine kleine Nachtmusik (KV 525) (1787) sowie die drei letzten Sinfonien Es-Dur (KV 543), g-Moll (KV 550) und C-Dur (Jupiter-Sinfonie, KV 551) (1788).
In Wien lernte Mozart Gottfried van Swieten kennen, den Präfekten der kaiserlichen Bibliothek (heute: Österreichische Nationalbibliothek) und ausgewiesenen Musikliebhaber. Dieser machte ihn mit den Arbeiten von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel bekannt, als er ihm (um 1782/83) die Manuskripte, die er während seines langen Aufenthalts in Berlin gesammelt hatte, bei den regulären Sonntagskonzerten in van Swietens Räumen in der Kaiserlichen Bibliothek zur Verfügung stellte. Die Begegnung mit diesen Barockkomponisten machte einen tiefen Eindruck auf Mozart und hatte großen Einfluss auf seine späteren Kompositionen.
Barockkomponisten)]]Am 4. August 1782 heiratete Mozart Constanze Weber, die Schwester Aloysias, die er drei Jahre zuvor in Mannheim kennen gelernt hatte und die in den folgenden Jahren sechs Kinder von ihm zur Welt bringt: Raimund Leopold (1783), Karl Thomas (1784), Johann Leopold (1786), Theresia (1787), Anna (1789) und Franz Xaver Wolfgang (1791), von denen vier bereits nach kurzer Zeit sterben. Lediglich Karl Thomas und Franz Xaver überleben die Kinderzeit. Großvater bzw. Vater Leopold Mozart stirbt am 28. Mai 1787, den Wolfgang M. in seinen Wiener Jahren noch zweimal besuchte (1783) bzw. der bei ihm zu Besuch war (1785).
Am 14. Dezember 1784 tritt Mozart in die Wiener Freimaurerloge Zur Wohltätigkeit ein (speziell in seinen Opern Die Zauberflöte und Le nozze di Figaro sind gesellschaftskritische Töne aus dieser Mitgliedschaft zu spüren). Am 7. Dezember 1787 wird er zum k.k. Kammermusicus ernannt (mit einem stattlichen Jahresgehalt von 800 Gulden für das Komponieren von ein paar Tänzen im Fasching) und am 9. Mai 1791 zum (unbesoldeten) Adjunkten des Domkapellmeisters von St. Stephan Leopold Hoffmann.
Mit der Aufführung des Figaro 1786, vom deutschen Kaiser und Erzherzog in Wien trotz des systemkritischen Inhalts freigegeben, überforderte er das Wiener Publikum derart, dass es sich von ihm zurückzog und so seine wirtschaftliche Situation verschlechterte, ohne dass er dieser Tatsache mit seinen Ausgaben Rechnung trug (> hier war er am Wendepunkt seines Lebens). Erfolg hatte er in dieser Zeit nur in Prag. Abseits der Wiener Öffentlichkeit erschuf er die Werke seiner letzten Lebensjahre; vergeblich versuchte er mit erneuten Reisen, die wirtschaftliche Talfahrt aufzuhalten.
Diese Reisen führten ihn zu den Aufführungen nach Prag (8. Januar bis Mitte Februar 1787 und Ende August bis Mitte September 1791), aber auch mit dem Fürsten Karl Lichnowsky über Prag, Dresden und Leipzig nach Potsdam und Berlin zum preußischen König Friedrich Wilhelm II. (8. April bis 4. Juni 1789), sowie nach Frankfurt am Main zur Krönung Kaiser Leopolds (23. September bis Anfang November 1790), die er auf der Rückreise zu Stationen in Mannheim und München nutzte.
Aber weder die Berliner Reise 1789 noch die nach Frankfurt 1790 verhalfen ihm zu Wohlstand: Berlin verschaffte weder Einnahmen noch eine Anstellung. Die vom Kaiser erbetene Oper Così fan tutte fand nur mäßigen Beifall, und auch der Auftritt in Frankfurt (Main) sowie die Uraufführung des Tito in Prag fanden wenig Resonanz. Erst der große Beifall für die Zauberflöte versprach wirtschaftliche Besserung.
Licht am Ende des Tunnels und ein früher Tod
Berlin Banknote]]Berlin Münze]]Nach der Uraufführung von La clemenza di Tito in Prag war Mozart Mitte September 1791 nach Wien zurückgekehrt und hatte sich sofort in die Arbeit zur Uraufführung der Zauberflöte gestürzt, die zwei Wochen später – endlich wieder mit Erfolg – über die Bühne ging. Gleichzeitig hatte er die Motette Ave verum corpus ausgearbeitet und mit der Niederschrift des Requiems (KV 626) begonnen, die er jedoch nicht mehr abschließen konnte. Franz Xaver Süßmayr, ein ehemaliger Schüler, vollendete das berühmte Requiem.
Wenige Wochen nach der Uraufführung der Zauberflöte am 20. November 1791 wurde Mozart bettlägerig, am 5. Dezember um 1 Uhr früh starb er und wurde am Tag darauf beerdigt. Er wurde fast 36 Jahre alt.
Zeitlebens litt Wolfgang Amadeus Mozart an Stimmungs-Schwankungen (Depressionen) im Rahmen einer Persönlichkeits-Störung und/oder einer wohl milderen bipolaren affektiven Störung, die bei ihm vermutlich als Zyklothymie in Erscheinung trat. Seine Todesursache ist nicht eindeutig geklärt. Genannt werden „hitziges Frieselfieber“ (Diagnose des Totenbeschauers), Rheuma, Syphilis, Herzversagen und Aderlass. Er selbst war davon überzeugt, dass er vergiftet werde und äußerte sich Constanze dahingehend wenige Wochen vor seinem Tod während eines Besuchs im Prater: „Gewiß, man hat mir Gift gegeben.“ Die ersten Legenden zirkulieren schon kurz nach seinem Tod. Die wohl berühmteste davon schreibt seinem angeblich missgünstigen Kollegen Antonio Salieri die Täterschaft zu.
Vermutlich ist die Todesursache aber bereits in einer Erkrankung während seiner Kindheit zu suchen; die moderne Medizin tendiert dabei zu einer Infektion mit Staphylokokken, welche unzulänglich behandelt wurde und somit zu Herz- bzw. Organversagen führte.
Beigesetzt wurde der große Komponist in einem allgemeinen Grab am Sankt Marxer Friedhof. Seine Witwe besuchte das Grab zum ersten Mal erst nach 17 Jahren. 1855 wurde der Standort seines Grabes so gut wie möglich bestimmt und 1859 an dieser Stelle ein Grabmal errichtet, das später von der Stadt Wien in die Gruppe der Musiker-Ehrengräber am Zentralfriedhof übertragen wurde. Auf der alten freigewordenen Grabesstelle wurde in Eigeninitiative eines Friedhofswärters abermals eine Mozart-Gedenktafel errichtet, die mit der Zeit aus Spolien anderer Gräber zu einem Grabmal ausgebaut wurde, und heute eine viel besuchte Sehenswürdigkeit ist.
Hinterlassenschaft
Nach heutigen Maßstäben war Mozart ein Großverdiener, dennoch war er aufgrund seines ausschweifenden Lebenswandels oft in finanziellen Nöten. Für ein Engagement als Pianist erhielt er nach eigenen Angaben „wenigstens 1.000 Gulden“ (zum Vergleich: seiner Magd bezahlte er einen Gulden pro Monat). Zusammen mit seinen Klavierstunden, für die er jeweils zwei Gulden berechnete und seinen Einkünften aus den Konzerten und Auftritten, verfügte er über ein Jahreseinkommen von rund 10.000 Gulden, was nach heutiger Kaufkraft etwa 125.000 € entspricht. Dennoch reichte das Geld nicht für seinen aufwendigen Lebensstil. Er bewohnte große Wohnungen und beschäftigte viel Personal, außerdem hegte er - so wird angenommen - eine Leidenschaft für Karten- und Billardspiele mit hohen Einsätzen, wodurch er große Summen verloren haben könnte.
Zu Mozarts Vornamen
Am 28. Januar 1756 - einen Tag nach seiner Geburt - wurde Mozart auf die Namen Johannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus getauft. Der erste und letzte der genannten Vornamen verweisen auf den Taufpaten Johannes Theophilus Pergmayr, Senator et Mercator Civicus, der mittlere indes auf Mozarts Großvater Wolfgang Nicolaus Pertl und damit letztlich auf den Heiligen Wolfgang, den Schutzpatron Oberösterreichs und Namensgeber des Sees, an dem die Familie Pertl lebte. Das griechische Theophilus („Gottlieb“) hat Mozart später in seine lateinische Entsprechung Amadeus bzw. französisierend Amadé übersetzt.
Sein Rufname war zeitlebens Wolfgang, als Erwachsener unterschrieb er zumeist als Wolfgang Amadé. Amadeus nannte er sich nur im Scherz. Die Namensform Wolfgang Amadeus wurde erst im 20. Jahrhundert von Rundfunkanstalten und Plattenfirmen weltweit durchgesetzt. In Umlauf gebracht hat sie der Dichter E.T.A. Hoffmann, der sich aus Bewunderung für Mozart Ernst Theodor Amadeus Hoffmann nannte.
Herkunft
Ernst Theodor Amadeus Hoffmann
Der Vater Leopold Mozart stammte aus Augsburg - Franz Mozart, der Urgroßvater von Wolfgang Amadeus lebte dort in der Fuggerei. Die Mutter Anna Maria, geborene Pertl, stammte aus Sankt Gilgen. Die Familie war nach Salzburg gezogen, da der Vater dort eine Anstellung als Vizekapellmeister und Hofkomponist des Erzbischofs gefunden hatte. Wolfgang Amadeus und Geschwister wurden hier geboren und wuchsen in einem harmonischen Familienleben auf. Als Heranwachsender zog Wolfgang Amadeus nach Wien. Hier schuf er seine bedeutendsten Kompositionen.
Gedenkstätten
Verehrt und seiner gedacht wird Wolfgang A. Mozart heute in Museen und Gedenkstätten. Abgebildet ist er auch auf ehemaligen Geldscheinen und Münzen (siehe oben) der heutigen Republik Österreich und der Bundesrepublik Deutschland, beides spätere deutsche Nachfolgestaaten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, in dem Mozart lebte und mit dem er sich als sein (deutsches) Vaterland verbunden fühlte. Seiner erinnert wird in Biographien, Radio- und Fernsehsendungen und insbesondere durch Aufführungen seiner Kompositionen in den Opernhäusern überall auf der Welt. In einer ZDF-Fernsehsendung zu den bedeutendsten Deutschen der Zeitgeschichte wurde Wolfgang Amadeus Mozart mit aufgeführt.
Wien
Eine der Wohnungen Mozarts ist erhalten und nunmehr ein Museum: Domgasse 5, gleich hinter dem Stephansdom. Zur Zeit wird diese Gedenkstätte großzügig umgebaut und ist daher für das Publikum nicht zugänglich.
Es ist geplant, das neue „Mozarthaus Vienna“ bis Januar 2006 fertigzustellen.
Augsburg
In Augsburg befindet sich ein Mozarthaus als Gedenkstätte zur Geschichte der Familie Mozart.
In diesem Haus in der nördlichen Altstadt Augsburgs wurde sein Vater Leopold geboren.
Ein Urgroßvater W. A. Mozarts starb zudem in einer Wohnung der Augsburger Fuggerei. Auch an dem Haus befindet sich eine Gedenktafel.
Salzburg
Im Geburtshaus Wolfgang Amadeus Mozarts in Salzburg hat die Internationale Mozart-Stiftung ein Museum eingerichtet. Ein weiteres Mozart-Museum befindet sich in Mozarts späterem Wohnhaus am Makartplatz, dem sog. Tanzmeisterhaus. Die Salzburger Musikhochschule ist nach dem Komponisten Mozarteum benannt.
Prag
Im Prager Stadtteil Smíchov wurde 1956 ein Mozartmuseum eingerichtet. Es befindet sich in der sog. Villa Bertramka, die zu Mozarts Lebzeiten der Opernsängerin Josefa Dušková gehört hat. Während seiner zahlreichen Prag-Aufenthalte hat der Komponist dort gewohnt.
Werke
Die Werke Mozarts werden meist nach ihrer Sortierung im Köchelverzeichnis (KV) gezählt, welches der chronologischen Reihenfolge des Entstehens folgt. Siehe auch: Köchelverzeichnis der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart.
Opern
- Die Schuldigkeit des ersten Gebots (1767, KV 35)
- Apollo und Hyacinth (1768, KV 38)
- Bastien und Bastienne (1768, KV 50)
- La finta semplice (1768, KV 51)
- Mitridate, Re di Ponto (1770, KV 87)
- Ascanio in Alba (1771, KV 111)
- Betulia liberata (1771, KV 118)
- Il sogno di Scipione (1771, KV 126)
- Lucio Silla (1772, KV 135)
- La finta giardiniera / Die verstellte Gärtnerin (1775, KV 196)
- Il re pastore (1775, KV 208)
- Zaide (1780, KV 344), Fragment
- Idomeneo (1781, KV 366)
- Die Entführung aus dem Serail (1782, KV 384)
- L'oca del Cairo (1783, KV 422), Fragment
- Lo sposo deluso ossia La rivalità di tre donne per un solo amante (1783, KV 430), Fragment
- Der Schauspieldirektor (1786, KV 486)
- Le nozze di Figaro (1786, KV 492)
- Il dissoluto punito ossia il Don Giovanni (1787, KV 527)
- Così fan tutte ossia La scuola degli amanti (1790, KV 588)
- Die Zauberflöte (1791, KV 620)
- La clemenza di Tito (1791, KV 621)
Kirchenmusik
- 19 Messen, darunter
- Messe c-Moll KV 427/414a
- Krönungsmesse KV 317
- Waisenhausmesse KV 139
- Spatzenmesse KV 220
- Requiem d-Moll (1791, KV 626)
- 4 Litaneien
- 2 Vespern
- Oratorium Die Schuldigkeit des ersten Gebots (1766/67, KV 35)
- Kantaten
- Motetten für Sopran und Orchester
- 17 Kirchensonaten
- Ave verum corpus (KV 618)
Orchesterwerke
- Über 50 Sinfonien
- 27 Klavierkonzerte
- 7 Violinkonzerte (KV 207, KV 211, KV 216, KV 218, KV 219, KV 268?, KV 271a?)
- Klarinettenkonzert A-Dur
- 4 Hornkonzerte
- Fagottkonzert B-Dur
- 2 Sinfonie concertante
- 3 Flötenkonzerte
- Kassationen
- Divertimenti
- Serenaden
- Märsche und Tänze für Orchester.
Kammermusik
siehe dazu den Artikel: Wolfgang Amadeus Mozart (Kammermusik)
- 35 Sonaten für Violine und Klavier
- Klaviertrios
- 2 Klavierquartette
- Klavierquintett Es-Dur (1784, KV 452)
- Streichquartette
- Bläserquartette
- Quintette mit Bläsern
- Streichduos und -trios
- Sextett Ein musikalischer Spaß oder Dorfmusikantensextett (1787, KV 522)
Klaviermusik
siehe dazu den Artikel: Wolfgang Amadeus Mozart (Klaviermusik)
- 18 Klaviersonaten
- Variationen über verschiedene Themen
- 27 Klavierkonzerte
- zahlreiche Einzelstücke: Fantasien, Rondos, etc.
Kanons
Mozart hat auch diverse „alberne“ Kanons geschrieben. So zum Beispiel:
- Bona nox, bist a rechter Ochs (KV 561)
- Oh, du eselhafter Martin/Oh, du eselhafter Peierl (KV 560b/560a) - Die beiden Textfassungen dieses Kanons beziehen sich auf Mozarts Trink- und Kegelfreunde Johann Nepomuk Peierl und Philip („Liperl“) Jacob Martin, mit denen er gern derbe Späße trieb.
Diese beiden genannten Kanons haben einen derben bis obszönen Text, der in den meisten Liederbüchern
geschönt ist.
Mozart amüsierte sich daran, das ganze Leben ironisch und nicht allzu ernst zu nehmen.
Literatur
Briefe
- Guten Morgen, liebes Weibchen!, Mozarts Briefe an Constanze. ISBN 3761818149
- Die Bäsle-Briefe, Ditzingen 1993, ISBN 3150089255
Biografien und Gesamtinterpretationen
- Alfred Einstein (1880-1952): Mozart, his character, his work (1945). Deutsche Fassung (Originalausgabe): Mozart - Sein Charakter, sein Werk (1947). Bis heute immer wieder neu aufgelegt, ein Standardwerk. In den theoretischen Erörterungen hegelt es sehr: Mozarts reifer Stil wird als Synthese aus dem, was die Zeitgenossen „galant“ und „gelehrt“ nannten, dargestellt. Betrachtet man die Biographien über Mozart, die im 20. Jahrhundert erschienen sind, stellt Einsteins "Mozart" die fundierteste und genaueste Biographie dar. Kein anderer hatte so gründliche Einblicke ins Werk wie Einstein. Als eBook ist der "Mozart" bei http://www.musikwissenschaft.tu-berlin.de/wi abrufbar.
- Wolfgang Hildesheimer (1916-1991): Mozart. Leben und Werk, sehr persönlich dargestellt und interpretiert, unter intensivem Rekurs auf die Psychoanalyse. Hildesheimer, dessen Mozartbiografie neben denen von Alfred Einstein und Heinrich Eduard Jacob, zu den besten zählt, ist von der akademischen Musikwissenschaft kaum rezipiert worden. Infolge dessen hielt dieser Kreis eine Tagung (Wolfenbüttel 1978) ab, um darüber zu diskutieren, weshalb ihre Vertreter unfähig sind, ein entsprechendes Werk zu schreiben.
- Heinrich Eduard Jacob (1889-1967): Mozart. Geist, Musik und Schicksal. Scheffler Verlag, Frankfurt am Main 1956. Dieses - zum Teil belletristische - Werk versucht, Biografie und Deutung, psychologische und musikalische Interpretation mit Geschichte, Kulturgeschichte und Anekdote gleichsam in einer Synthese zusammenzufassen. Letzte Neuauflagen: Heyne Verlag, München 1998, ISBN 3-453-13884-8. Ebenfalls Heyne Verlag, München 2005, unter dem Titel Mozart. Der Genius der Musik, ISBN 3-453-60028-2.
- Konrad Küster ( - 1959): Mozart. Eine musikalische Biographie (1990). Sehr fundierte Gesamtdarstellung von Leben und Werk, die viele Fragen beantwortet, aber auch viele interessante neue Fragen stellt (und noch mehr offen lässt).
- Silke Leopold (Hrsg.): Mozart-Handbuch. Metzler-Verlag und Bärenreiter-Verlag, Stuttgart und Kassel 2005, ISBN 3-476-02077-0
Monografien
- Volker Braunbehrens (1941-): Mozart in Wien (1986). Neuinterpretation der allseits bekannten Primärquellen aus genauer Kenntnis der Lebensverhältnisse im Josephinischen Wien.
- Wilhelm Otto Deutsch (1944-): [http://www.w-o-deutsch.de/mozart Mozart und die Religion (2005)]
Belletristische Verarbeitung
Die Figur Wolfgang Amadeus Mozarts wurde darüber hinaus vielfach literarisch in Romanen und Erzählungen verarbeitet, u.a. in
- Eduard Mörike: Mozart auf der Reise nach Prag. Frankfurt 2005, ISBN 3458348271
- Hermann Hesse: Der Steppenwolf. Frankfurt 1974, ISBN 3518366750
- Rotraut Hinderks-Kutscher: Donnerblitzbub Wolfgang Amadeus. Stuttgart 1955, ISBN B0000BJFY4
Weblinks
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- [http://www.mozart-archiv.de Mozart-Archiv Deutschland]: größte Mozart-Musik-Datenbank
- [http://www.angelfire.com/tn3/papazacharias/mozart.html Mozart Klaviersonaten (midi)]
- http://ingeb.org/Lieder/bonanox.html – Vergleich des Originaltextes und der „jugendfreien“ Version von „Bona nox“, KV 561
- [http://web.telia.com/~u57013916/Edlinger%20Mozart.htm Artikel über das letzte (und beste) Portrait von Mozart.]: Eine biometrische statistische Bestätigung, dass das kürzlich identifizierte Gemälde von Edlinger von ca. 1790 tatsächlich Mozart zeigt
- [http://www.extenza-eps.com/GPI/doi/abs/10.1521/psyc.2005.68.2.130 Zur bipolaren Störung Mozarts] (englisch)
- [http://www.weyer-neustadt.de/content/DesktopDefault.aspx?tabid=166 Mozart in Neustadt am Main, Wahrheit oder Legende]
Mozart, Wolfgang Amadeus
Mozart, Wolfgang Amadeus
Mozart, Wolfgang Amadeus
Mozart, Wolfgang Amadeus
Mozart, Wolfgang Amadeus
Mozart, Wolfgang Amadeus
Mozart, Wolfgang Amadeus
Mozart, Wolfgang Amadeus
Mozart, Wolfgang Amadeus
Mozart, Wolfgang Amadeus
Mozart, Wolfgang Amadeus
ja:ヴォルフガング・アマデウス・モーツァルト
ko:볼프강 아마데우스 모차르트
ms:Wolfgang Amadeus Mozart
simple:Wolfgang Amadeus Mozart
th:โวล์ฟกัง อะมาเดอุส โมซาร์ท
Antonio SalieriAntonio Salieri ( - 18. August 1750 in Legnago, Italien; † 7. Mai 1825 in Wien) war ein italienisch-österreichischer Komponist, Kapellmeister und Musikpädagoge.
Musikpädagoge
Einer populären Legende zufolge galt Antonio Salieri lange Zeit als minderbegabter Neider Wolfgang Amadeus Mozarts. Infolge dieses schlechten Leumundes wurde seine Musik häufig als uninspiriert abgetan und nie einer genaueren Überprüfung unterzogen. Dies änderte sich allerdings in den letzten Jahren auffällig: so fand sich 2003 eine Sammlung mit ausgewählten Arien Salieris, gesungen von der italienischen Mezzosopranistin Cecilia Bartoli, aufgrund des gigantischen Verkaufserfolges sogar in den Pop-Charts wieder und erhielt 2004 u.a. den renommierten Echo-Klassik-Preis als Bestseller des Jahres, sowie den "Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik".
Salieris Opern erleben mittlerweile auch auf der Bühne eine Renaissance, wie z.B. 1988 Tarare bei den Schwetzinger Festspielen, 1994 Catilina in Darmstadt, 1995 Falstaff ossia Le tre burle bei den Schwetzinger Festpielen, 1998 Cublai, gran Kan de' Tartari in Würzburg, 2003 Axur, Re d'Ormus in Zürich/Winterthur, 2004 Il Ricco d'un giorno in Legnago, 2004 L'Europa riconosciuta an der Mailänder Scala, 2005 La Grotta di Trofonio in Lausanne und Wien, 2006 Axur, Re d'Ormus in Augsburg und La Cifra in Köln.
Biographie
Antonio Salieri wurde in eine wohlhabende Kaufmannsfamilie hineingeboren. Schon früh lernte er Violine, Cembalo und Gesang bei seinem Bruder Francesco, der von Giuseppe Tartini unterrichtet wurde, sowie beim Domorganisten von Legnago, Giuseppe Simoni, der ein Schüler Padre Giovanni Battista Martinis gewesen war. Nach dem frühen Tod seiner Eltern ging Salieri nach Padua, später nach Venedig, wo er bei Giovanni Pescetti im Generalbass und dem Tenor Ferdinando Pacini im Gesang unterrichtet wurde. 1766 traf Salieri dort auf Florian Leopold Gassmann, der ihn einlud, mit ihm an den kaiserlichen Hof nach | | |