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Interahamwe

Interahamwe

Interahamwe (Kinyarwanda: "diejenigen, die zusammenhalten" oder "zusammen kämpfen") war zuerst eine bewaffnete Hutu-Miliz in Ruanda, die zu einem erheblichen Teil den Völkermord an den Tutsi in Ruanda durchführte, nach 1994 ging sie in bewaffneten Guerilla-Gruppen der Hutu-Power auf, ohne jedoch formal aufgelöst worden zu sein. Die Interahamwe hat während des Völkermords an den Tutsi in Ruanda hunderttausende Menschen vor allem mit Macheten und Knüppeln ermordet und verstümmelt. Die Interahamwe errichtete an allen wichtigen Stellen Straßensperren, an denen sie alle Tutsi, die zu fliehen versuchten, ermordete. Nach dem Ende des Völkermords 1994 flüchtete die Interahamwe mit erheblichen Teilen der Hutu-Bevölkerung in den Osten der Demokratischen Republik Kongo, wo sie Basen in den Flüchtlingslagern errichtete. Von dort aus ging sie gegen Tutsi und Banyamulenge vor und war für etliche Massaker an Tutsi/Banyamulenge verantwortlich. In diesen Flüchtlingslagern, in denen auch viele Verantwortliche für den Völkermord aus den Reihen der "Forces Armées Rwandaises" (FAR) lebten, reorganisierten sich die Génocidaires. Die neue Organisation, in der die Interahamwe aufging, war zuerst der Rassemblement Démocratique pour le Rwanda, die sich nach der Aufnahme größerer Kontingente von Hutu aus dem Kongo den Namen Armée de Libération du Rwanda (ALiR) gab. Ursprünglich war die Interahamwe eine Schlägerbande der MRND-Staatspartei Ruandas, die etwa 1990, in der Regierungszeit des Staatschefs Juvénal Habyarimana, gegründet wurde. Bald jedoch wurde sie zum einer der wichtigsten Kräfte der Hutu-Power, die die Ermordung aller Tutsi propagierte. Kategorie:Ruanda Kategorie:Demokratische Republik Kongo

Kinyarwanda

Kinyarwanda auch Rwanda, Orunyarwanda, Ikinyarwanda ist eine Bantusprache, die von über sieben Millionen Menschen in Ostafrika, vor allem in Ruanda, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo gesprochen wird. In Ruanda ist sie Amtssprache. Kinyarwanda ist Ethnosprache der Hutu, Tutsi, Banyamulenge und der Twa. Der Language Code ist rw (nach ISO 639).

Wortschatz

amakuru = Wie geht es dir/Was gibt's neues ndagukunda = ich liebe dich murakoze = danke vuha = schnell Kategorie:Einzelsprache Kategorie:Afrikanische Sprache

Miliz

Der Ausdruck Miliz (v. lat.: miles Soldat) bezeichnet # ein meist aus kurzgedienten Wehrpflichtigen bestehende Bürger- oder Volksheer, siehe Miliz (Volksheer) # in Diktaturen paramilitärische kasernierte Polizeiverbände, siehe Paramilitär # eine Eigenbezeichnung verschiedener Freischärlerverbände # in Russland und einigen GUS-Staaten die ganz gewöhnliche Polizei (Milizija), siehe Polizei (Russland) # in Polen von 1940 bis 1990 die Polizei siehe Milicja Obywatelska # eine militärische Einheit, die nicht ständig im Einsatz ist

Ruanda

Ruanda liegt in Ostafrika und grenzt an Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Uganda und Tansania.
- Nationalfeiertag: 1. Juli, Tag der Unabhängigkeit von Belgien 1962

Zur Schreibweise von Wörtern

Das Land wird auf deutsch "Ruanda" mit u geschrieben, genauso wie die Sprache Swahili auf deutsch "Suaheli" heißt. Da die Amtssprache Kinyarwanda, wie viele andere afrikanische Sprachen auch, vorne flektiert wird, entstehen verwirrend vielfältige Schreibweisen in Europa. Die Wörter Tutsi und Hutu zum Beispiel gibt es als solches in Kinyarwanda nicht. In der grammatischen Normalform wird ein Ba (Wa) vorangestellt, also Bahutu bzw. Batutsi (=Watussi). Um genauer zu sein kommt noch dazu der Artikel und es wird richtig von Umuhutu(in Mehrheit Abahutu) oder Umututsi(Abatutsi) gesprochen. Da sich die Vorsilben aber je nach grammatischer Verwendung verändern, werden in Kinyarwanda-Wörterbüchern die Wörter nach dem Wortstamm sortiert.

Geographie

flektiert] Ruanda ist ein Hochland, das in der Ebene etwa 1.500 m über NN liegt. Die Vulkanberge im Norden sind bis zu 4.507 m hoch. Aufgrund der Höhe ist das Klima trotz der Äquatornähe eher mild. Ruanda grenzt (im Uhrzeigersinn) an Uganda, Tansania, Burundi und Kongo. Der größte Teil der Grenze zu Kongo liegt im Kiwusee, der zum afrikanischen Grabenbruchsystem, dem Great Rift Valley, gehört und daher sehr tief ist. Im Grenzgebiet zu Kongo und Uganda liegen die Virunga-Vulkane, auf denen in mittlerer Höhe die Berggorillas leben. Ruanda wird gern Land der tausend Hügel, französisch Pays de Mille Collines genannt und hat in der Tat eine sehr hügelige Landschaft hauptsächlich im westlichen Teil des Landes.

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Kigali 745.261 Einwohner, Butare 89.600 Einwohner, Gitarama 87.613 Einwohner, Ruhengeri 86.685 Einwohner und Gisenyi 83.623 Einwohner. Kigali ist die Hauptstadt und besitzt einen internationalen Verkehrsflughafen, mehrere internationale Hotels und ist das Zentrum des regelmäßigen Busverkehrs in alle Richtungen. Gisenyi ist eine malerisch gelegene Kleinstadt am nördlichen Ende des Kiwusees. Es liegt unmittelbar an der Grenze zu Kongo; die Nachbarstadt auf der anderen Seite der Grenze ist Goma. Nach dem Völkermord zogen große Flüchtlingsströme durch Gisenyi nach Goma. Von Gisenyi gibt es einen regelmäßigen Bootsverkehr nach Kibuye und Cyangugu. Kibuye ist eine Kleinstadt an einer sehr zerklüfteten Küste am Kiwusee. Eine alte Missionsstation befindet sich auf einem Felsen, der in den See hineinreicht. Die Stadt selbst liegt etwas erhöht, jedoch haben die zahlreichen Fischer ihre Häuser meist unten an der Küste. Eine wunderschön angelegte, aber heruntergekommene Ferienanlage mit Bungalows sollte Touristen anlocken. Vor dem Völkermord gab es 250.000 Tutsi in der Präfektur von Kibuye, lediglich 8.000 überlebten die Massaker. Cyangugu am Südende des Kiwusees liegt unmittelbar an der Grenze zu Kongo. Auch hier gab es während des Völkermords mächtige Flüchtlingsströme nach Kongo. Butare im Süden Ruandas ist gewissermaßen die Kulturstadt des Landes. Die Universität wird u. a. von Deutschland unterstützt. Im Gästehaus der Universität sind deutsche Professoren untergebracht, die die Flora und Fauna der Gegend untersuchen. Wegen der klimatischen und geographischen Besonderheiten gibt es dort endemische Arten, sodass Forscher eine gute Chance haben, ihren Namen in einer neuen Art zu verewigen. Daneben gibt es ein kleines Museum, das zum Teil interessante Ausstellungsstücke aus vorkolonialer Zeit zeigt und nachgebaute Hütten dieser Zeit beinhaltet. Nyarubuye wurde negativ bekannt durch das Massaker von Nyarubuye.
- Siehe auch: Liste der Städte in Ruanda

Flora und Fauna

Eine Besonderheit sind die wenigen noch vorhandenen Berggorillas in den Virungavulkanen. Die vom Aussterben bedrohten Berggorillas werden durch Schutzmaßnahmen (unter anderem einem Jagdverbot) geschützt. Bekannt geworden sind sie durch den Film Gorillas im Nebel, der das Leben der US-Forscherin Dian Fossey mit den Gorillas in Ruanda zeigt.

Bevölkerung

Religion

Schon seit der deutschen, aber vor allem seit der belgischen Kolonisation nach dem 1. Weltkrieg wurde das Land christlich missioniert, was zu einer Dominanz des in Belgien vorherrschenden Katholizismus führte, dem kurz vor dem Völkermord etwa zwei Drittel der Bevölkerung angehörten. Da die katholische Mission zuerst unter den Hutu große Erfolge feiern konnte, wurde ihr eine besondere Nähe zu den Hutu nachgesagt, was auch während und nach dem Völkermord dazu führte, dass besonders die katholische Kirche bei der Rettung von Tutsi vor dem Völkermord versagte. Protestanten waren durch verschiedene Kirchen vertreten, zum Islam bekannten sich gut vier Prozent der Ruander. Der einheimische Ryangombe-Kult tritt zwar öffentlich nicht in Erscheinung, wird jedoch neben den eben zitierten Religionen von einem großen Teil der Bevölkerung weiterhin praktiziert. Es handelt sich dabei ebenfalls um eine monotheistische Religion mit einer großen Persönlichkeit (Ryangombe), der ähnlich wie Jesus, ein Mittler und irdischer Repräsentant Gottes (Imana) war. Wegen der Ähnlichkeit dieser beiden Figuren waren die Ruander leicht für den christlichen Glauben zu gewinnen. Während des Völkermords suchten viele Gläubige in den heiligen Räumen der etablierten Kirchen Zuflucht, die diese Gläubigen aber meist nicht vor der Vernichtung schützten. Selbst Geistliche beteiligten sich am Völkermord. Das Versagen der etablierten christlichen Kirchen bei der Verhinderung des Völkermords führte zu einer starken Abwendung von diesen Kirchen und zu einem Aufschwung des Islams und kleinerer christlichen Gruppen, wie etwa die Baptisten, die heute 5 % der Bevölkerung ausmachen und ihre Anhängerschaft seit dem Völkermord verachtfachen konnten. Auch charismatische Gruppen konnten seit dem Völkermord ihre Anhängerschaft vervielfachen. Die Zahl der Katholiken hat sich seit dem Völkermord um mindestens 10 % verringert.

Ethnische Zusammensetzung

Nach einer Volkszählung der Belgier Anfang der 1930er Jahre gab es 84 % Hutu, 15 % Tutsi und 1 % Twa. Vor der ersten Vertreibung und Fluchtwelle von Tutsi im Jahre 1959 wurde der Anteil der Tutsi auf 12-13 % geschätzt. Dieser Anteil nahm dann bis zum Völkermord durch weitere Fluchtwellen und Vertreibungen auf etwa 9-10 % ab. Auch der Anteil der Twa ist seit den 1930er Jahren stetig gesunken. Es gab und gibt einen nicht zu vernachlässigenden Anteil von Menschen mit schwankender oder gemischter ethnischer Identität, obwohl die Ethnizität amtlich registriert war. Der Völkermord brachte mindestens drei Viertel, vielleicht auch über 90 % der in Ruanda ansässigen Tutsi den Tod. Durch die kurz danach einsetzende Rückwanderung einer großen Zahl von Exil-Tutsi machen die Tutsi wieder wesentlich mehr als die zu erwartenden 1–3 % der Bevölkerung aus. Neuere Zahlen zur Ethnizität sind kaum erhältlich.

Demografie

Mit ca. 300 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Ruanda das am dichtesten bevölkerte Land Afrikas. Kinder (0-14 Jahre) sind die größte Bevölkerungsgruppe mit 42,5 %. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 40 Jahre. Bedingt durch die Spätfolgen des Bürgerkrieges und der HIV-Infizierung (8,9 %) der Bevölkerung ist die Sterblichkeitsrate recht hoch.

Sprachen

Muttersprache fast aller Ruander ist die Bantusprache Kinyarwanda. In den Handelszentren wird auch das ebenfalls zu den Bantusprachen gehörende Kiswahili gesprochen, das in Ruanda nur als Fremdsprache erlernt wird. Ebenfalls als Fremdsprache weit verbreitet ist vor allem das Französische und daneben auch das Englische.

Kultur

Als Journalist wurde der in Irland studierende Chris Kayomba bekannt, der die unabhängige Oppositionszeitung Umuseso gründete.

Geschichte

Neben der europäischen Kolonisation, die weite Teile des Landes erst kurz vor dem 1. Weltkrieg effektiv erreichte, waren die Unabhängigkeit im Jahre 1962 und der Völkermord von 1994 die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse. Ruanda lag in Deutsch-Ostafrika, das ab 1885 Kolonie des Deutschen Reiches war. 1916 besetzten belgische Truppen das Land. Siehe auch den Hauptartikel zur Geschichte Ruandas sowie Völkermord in Ruanda

Politik

Nach dem militärischen Sieg 1994 hat die "Ruandische patriotische Front" (FPR) eine Koalitionsregierung ähnlich der bereits 1992 von Präsident Juvénal Habyarimana gebildeten etabliert. Habyarimana's Partei, die von Hutus dominierte "Nationale Bewegung für Demokratie und Entwicklung" wurde verboten, da nach seinem Tod bei einem Flugzeugabsturz im April 1994 Hardliner die Macht übernommen hatten. Diese sollen maßgeblich an der Planung des unmittelbar auf seinen Tod einsetzenden Völkermordes beteiligt gewesen sein. Politische Organisationen waren bis 2003 verboten. Dementsprechend fanden erst im August und September 2003 die ersten Nachkriegswahlen für Parlament und Präsidentenamt statt.

Exekutive

Amtierender Präsident und damit Staatschef ist seit dem (22. April 2000) General Paul Kagame (FPR). Der Regierungschef und seine Minister werden vom Präsidenten eingesetzt. Das Amt des Premierministers wird seit dem 8. März 2000 von Bernard Makuza wahrgenommen. Der Präsident wird normalerweise alle 5 Jahre direkt vom Volk gewählt. Der jetzige Amtsinhaber wurde jedoch in einem Sonderverfahren am 17. April 2000 von den Abgeordneten der Nationalversammlung mit 81 von 86 möglichen Stimmen gewählt.

Legislative

Von 1994 bis 2003 besaß Ruanda ein Übergangsparlament mit nur einer Kammer und 70 Sitzen. Gegründet wurde es am 12 Dezember 1994 durch ein Abkommen mehrerer Parteien. Die Mitglieder wurden durch die Verträge von Arusha bestimmt. Seit den Wahlen 2003 besteht das Parlament in Ruanda aus zwei Kammern: der Chamber of Deputies mit 80 Sitzen und dem Senat mit 26 Sitzen. Die Sitze der Chamber of Deputies werden wie folgt vergeben: 53 Abgeordnete werden direkt vom Volk in geheimer Wahl gewählt; 24 Frauen werden gewählt: zwei für jede Provinz und die Stadt Kigali; 2 Mitglieder werden vom "National Youth Council" gewählt; ein Mitglied wird gewählt von der Behindertenvereinigung "Federation of the Association of the Disabled". Die Sitze im Senat setzen sich folgendermaßen zusammen: 12 Senatoren werden indirekt gewählt, einer von jeder Provinz und der Stadt Kigali; acht Senatoren werden vom Präsidenten eingesetzt; vier Senatoren werden bestimmt vom "Forum of Political organizations"; ein Senator wird gewählt aus den Reihen der Dozenten und Forscher von staatlichen Universitäten und Hochschulen und ein Senator aus den Reihen der Dozenten und Forscher von privaten Universitäten und Hochschulen.

Partnerschaften

Zwischen Ruanda und dem Bundesland Rheinland-Pfalz besteht eine Partnerschaft. (siehe auch: http://www.rlp-ruanda.de/index.shtml)

Wirtschaft

Ruandas Wirtschaft ist stark landwirtschaftlich geprägt. Ungefähr 90% der Bevölkerung arbeiten in diesem Bereich. Ein großer Teil der Erträge gelten allerdings der Selbstversorgung. Ruanda ist das am dichtesten bevölkerte Land in Afrika. Es besitzt nur wenige natürliche Rohstoffe und nur ein Minimum an Industrie. Primäre Exportgüter sind Kaffee und Tee, das Land leidet jedoch unter den niedrigen Preisen dieser Güter in den Industrieländern. Der Völkermord von 1994 hat Ruandas ohnehin schon schwache wirtschaftliche Basis weiter geschädigt und die Bevölkerung, insbesondere die Frauen nachhaltig verarmen lassen. Ruandas Fähigkeit privates und privatwirtschaftliches Kapital anzuziehen ist noch sehr begrenzt. Mittlererweile sind jedoch auch beachtliche Fortschritte in der Stabilisierung und Wiederbelebung der Wirtschaft auf das Niveau vor 1994 erkennbar. Das Bruttoinlandsprodukt stieg in den letzten Jahren während die Inflation gesenkt werden konnte. Die Armut hat allerdings im selben Zeitraum zugenommen. Trotz Ruandas fruchtbaren Bodens kann die Nahrungsmittelproduktion oft nicht mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten. Dadurch werden Nahrungsmittelimporte notwendig. Ruanda erhält von der Weltgemeinschaft dringend benötigte Hilfsgelder und wird von der Weltbank als hoch verschuldetes Entwicklungsland eingestuft. Mit dieser Einstufung qualifiziert es sich für die Teilnahme an dem im Jahr 2000 von den Industrieländern beschlossenen Programm zum Schuldenerlass für die ärmsten Länder Afrikas. Die hohen Verteidigungsausgaben des Landes haben in der Vergangenheit zu Spannungen zwischen der Regierung und den internationalen Geldgebern geführt. Energieknappheit, Instabilität in der Region, sowie immer noch fehlende Transportanbindungen an die Nachbarländer, überschatten das Exportwachstum des Landes.

Verwaltungsgliederung

Ruanda gliedert sich in zwölf Provinzen. Diese sind alle nach ihrer Hauptstadt benannt worden. Hauptstadt der Provinzen Kigali und Kigali Rural ist Kigali bzw. Kabuga. Die Provinzen sind:

Weblinks


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=138 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.abenaa.de/ruanda.htm Reiseerfahrungen und Fotos aus Ruanda]
- [http://www.rwandemb.org/ Botschaft von Ruanda]
- [http://www.rwandatourism.com/home.htm Tourismusbüro]
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/rw.html Ruanda im CIA - World Factbook]
- http://www.imbuto.net
- [http://www.assist.d-k-w.info/ ASSIST a.s.b.l.] Ruandische Hilfsorganisation für benachteiligte Kinder und Jugendliche Kategorie:Staat ja:ルワンダ ko:르완다 ms:Rwanda zh-min-nan:Rwanda

Tutsi

Die Tutsi sind eine in den ostafrikanischen Staaten Ruanda und Burundi sowie im östlichen Grenzgebiet der Demokratischen Republik Kongo lebende Volksgruppe. Der Begriff Tutsi ist ein unpassender Begriff. In der Eigenbezeichnung der Tutsi ist BaTutsi die Bezeichnung für einen einzelnen Tutsi, während die Volksgruppe als WaTutsi bezeichnet wird. Hieraus wurde zu Kolonialzeiten der Begriff Watussi gemacht, der heute nicht mehr verwendet wird. Als geschichtlich späteste Ankömmlinge, wurden die Tutsi von den Kolonialherren in Ruanda bei ihrer Herrschaftsausübung unterstützt. Die Unterscheidung zwischen Tutsi und Hutu begann unter den Belgiern. Sie trennten die Bevölkerungsgruppen nach rassistischen Motiven auf. Leute mit schmäleren Nasen und hellerer Haut wurden Tutsi, solche mit breiteren Nasen und dunklerer Haut zu Hutu. Die Hutu gehörten mehr zur Arbeiterklasse, obwohl sie die Mehrzahl stellten. Im 20. Jahrhundert wurden diese Unterschiede theoretisch aufgehoben und gleiche Rechte für Hutu und Tutsi in den Verfassungen verankert. Praktisch jedoch bestanden weiterhin große Differenzen. Die Hutu revoltierten 1959 gegen die Tutsi; der Tutsi-König wurde gestürzt, mindestens 200.000 Tutsi flohen. In der Folge entluden sich die Konflikte immer wieder in Gewalt. Den Höhepunkt bildetete der 1994 von extremistischen Hutu verübte Völkermord an den Tutsi in Ruanda. Die nach 1959 geflohenen Tutsi hatten in Uganda die Ruandische Patriotische Front RPF gegründet, die 1990 in Ruanda einmarschierte. 1994 konnte sie die Herrschaft von den Hutu zurückgewinnen und den Völkermord an den Tutsi beenden.

Weblinks


- [http://www.histinst.rwth-aachen.de/default.asp?documentId=82 Ruanda und der Hutu-Tutsi-Konflikt] Kategorie:Afrikanische Ethnie Kategorie:Ruanda Kategorie:Burundi

Guerilla

Der Begriff Guerilla [], und davon abgeleitet Guerillakrieg, über das Französische aus dem Spanischen entlehnt, bedeutet Kleinkrieg mit nichtregulären Kombattanten. Wer ihn betreibt, wird auch Guerrillero genannt.

Wortbedeutung

Etymologisch stammt das Wort vom spanischen guerra für Krieg. Guerra ist seinerseits ein Lehnwort aus dem Germanischen werra (= wild, durcheinander). Die Wandalen brachten dieses Wort während der Völkerwanderung auf ihrem Weg über Spanien nach Nordafrika. Guerrilla ist die Verkleinerungsform von guerra und bedeutet Kleiner Krieg. Der Ausdruck Kleiner Krieg war im deutschen Sprachgebrauch bis ins 19. Jahrhundert hinein üblich, bevor es zusammen mit dem zunächst neu geprägten deutschen Wort "Volkskrieg" (und für guerrilleros: "Freischärler") durch den "Guerilla"-Begriff verdrängt wurde. In dieser Form wurde es dann als Fremdwort wieder in die deutsche Sprache übernommen. Es handelt sich also um eine Rückentlehnung. Zum ersten Mal wurde der Begriff "Guerrilla" im 19. Jahrhundert während des spanischen Widerstandes gegen Napoleon gebraucht. (Vergleichbar sind hier der Tiroler Aufstand unter Andreas Hofer und die Freikorps in den deutschen Befreiungskriegen gegen die napoleonische Besatzung.) In Spanien hat das Wort guerrilla aufgrund seiner Verbindung mit dem Kampf gegen die französische Besatzungsmacht eine durchgehend positive Konnotation, wie damals (und länger noch) auch in Deutschland der Volkskrieg (vgl. dazu die frühen Denkschriften von Gneisenau). Als Analytiker der Guerilla sind Carl von Clausewitz, T. E. Lawrence, Mao Tsetung, Carl Schmitt und Ernesto Che Guevara hervorgetreten.

Bedeutung und Geschichte

Das Wort Guerilla bezeichnet
- eine militärische Taktik: kleine, selbstständig operierende Kampfeinheiten, welche die taktischen Zielsetzungen der Armeeführung, meist im Hinterland des Gegners, unterstützen und dabei außerhalb ihrer Kampfeinsätze nicht als Soldaten erkennbar sind. Zur Guerillataktik gehören "nadelstichartige" militärische Operationen, die den Gegner nicht vernichten, sondern zermürben sollen.
- den Guerillakrieg als eine spezielle Form politisch motivierter, revolutionärer oder antikolonialer Kriege. Beim Guerillakrieg handelt es sich um eine "Waffe der Schwachen" gegen einen militärisch, vor allem militärtechnologisch überlegenen Gegner. Voraussetzung für einen Guerillakrieg ist die fehlende Hoffnung der Bevölkerung, ihre politischen und sozialen Forderungen mit politischen und rechtlichen Mitteln erreichen zu können, wie dies in einer Diktatur, einem von einer fremden Macht besetzten oder dominierten Land der Fall ist. Entscheidend für den Erfolg der Guerilla ist der gleichzeitige, dem militärischen Kampf gleichwertige politische Kampf. In einer offenen Feldschlacht müsste die Guerilla notwendig unterliegen, weil ihr sowohl die militärische Ausbildung wie Ausrüstung einer konventionellen Armee fehlt. Ein entscheidendes Kennzeichen der Guerilla ist ihre hohe Mobilität und Flexibilität. Guerilla-Einheiten sind in ständiger Bewegung, um dem militärisch überlegenen Gegner auszuweichen. Ihr Erfolg ist davon abhängig, ob es ihr gelingt die Entscheidung darüber zu behalten, an welchem Ort und zu welcher Zeit und unter welchen Bedingungen die militärische Konfrontation mit dem Gegner stattfindet.

Legitimität und Legalität der Guerilla

Die Strategie der Guerilla wird mit Blick auf die Genfer Konvention und die Haager Landkriegsordnung als unkonventionelle Kriegsführung bezeichnet. Hier handelt es sich allerdings um internationale Verträge, der zwischenstaatliche bewaffnete Konflikte behandeln. Die Guerilla entspricht in ihrer Entstehungsphase eher dem Begriff der levée en masse, wie er in der Haager Landkriegsordnung definiert ist (daher auch "Volkskrieg"). Erst wenn die Guerilla den letzten Schritt zur Revolutionsarmee vollzogen hat, entsprechen ihre Kämpfer als Teil einer militärischen Befehlsstruktur den Kombattanten der Haager Landkriegsordnung. Die meisten modernen Verfassungen enthalten ein Widerstandsrecht (Beispiel Grundgesetz: "Gegen jeden, der es unternimmt, diese (verfassungsmäßige) Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.") oder sogar eine Widerstandspflicht (Französische Verfassung). Von großer Bedeutung für die Guerillabewegung ist die Frage der "Belligerenz", die Anerkennung als kriegführende Partei. Die politische Anerkennung durch Staaten von internationaler Bedeutung oder die Anerkennung als Verhandlungspartner durch den Gegner bildet die Grundlage für die Erreichung der politischen Ziele der Guerilla (siehe die Diskussion um die Anerkennung der palästinensischen PLO). Erst als kriegführende Partei können gefangene Guerilla-Kämpfer ihren Rechtsstatus als Kriegsgefangene geltend machen. Ohne den Status als völkerrechtlich legal bewaffnete Kriegsteilnehmer ("Kombattanten") werden Guerilla-Kämpfer wie Franctireurs (Heckenschützen) angesehen, also als Schwerkriminelle behandelt. Beispiele aus dem 2. Weltkrieg und gegenwärtig (2005) aus Guantanamo Bay zeigen jedoch, dass die Regeln der Haager Landkriegsordnung oft genug nicht einmal regulären Soldaten gegenüber eingehalten werden. Die militärisch-politischen Gegner der Guerilla hingegen werden immer versuchen, die Anerkennung als kriegführende Partei zu verhindern und die Guerilla sprachlich wie politisch zu kriminalisieren: Verbrecherbanden, Terroristen, Agenten einer fremden Macht etc. Demgegenüber ist die Guerilla stets bemüht, ihre Legitimität (die revolutionäre Richtigkeit ihres Tuns) und ihre Legalität (die Gesetzlichkeit ihrer Kriegshandlungen) unter Beweis zu stellen. Dazu gehört die Schaffung tatsächlicher oder scheinbarer politisch-demokratischer Strukturen (Asamblea de Guaímaro im kubanischen Unabhängigkeitskrieg oder das Parlament der palästinensischen PLO) sowie von politischen Auslandsvertretungen in unterstützenden Staaten oder in internationalen Organisationen wie der UNO. Die Einführung von klaren Befehlsstrukturen, einer hierarchisch-militärischen Ordnung mit den dazugehörigen Rängen soll besonders in der letzten Phase, in der Entwicklung zur Revolutionsarmee, die Gleichwertigkeit der Guerilla gegenüber der konventionellen gegnerischen Armee herausstellen. Erst wenn der Gegner sich gezwungen sieht, mit der Guerilla offiziell zu verhandeln, ist tatsächlich die Belligerenz hergestellt.

Die Entwicklungsphasen des Guerillakrieges

Erfolgreiche Guerilla-Kriege durchlaufen in der Regel folgende Phasen:
- Der Guerillakrieg beginnt als Aufstandsbewegung, also ohne oder mit nur schwacher eigener Bewaffnung. Die Waffenbeschaffung erfolgt durch Überfälle auf gegnerische Militäreinheiten oder -einrichtungen. Die Kämpfer sind keine Soldaten und verfügen häufig nicht einmal über eine militärische Ausbildung. Sie sind Teil der Zivilbevölkerung und werden aufgrund ihrer politischen Ziele durch diese unterstützt. Ohne diese Unterstützung ist die Guerilla zum Scheitern verurteilt. Das unterscheidet die Guerilla vom Terrorismus, der auch ohne Unterstützung der Bevölkerung auskommt.
- Guerilla-Einheiten können keine strategischen Erfolge erringen, also etwa strategisch wichtige Gebiete dauerhaft besetzen, sondern müssen sich stets wieder zurückziehen.
- Zur Erreichung strategischer Ziele müssen die Guerilla-Einheiten die Form einer zentral gelenkten Armee annehmen. Sie treten damit aus der taktischen, defensiven Phase in eine strategisch offensive Phase ein. Es entsteht eine Revolutionsarmee.

Anti-Guerilla-Kriegsführung

Der Guerillakrieg stellt eine konventionelle Armee vor Probleme, die es bei zwischenstaatlichen Kriegen nicht gibt:
- Der Gegner ist nicht eindeutig zu identifizieren. Jede Person, etwa in einem besetzten Land, kann ständig oder zeitweise zur Guerilla gehören, diese militärisch, logistisch oder politisch unterstützen. Das gilt für Männer wie Frauen, auch für Kinder, Jugendliche und alte Menschen.
- Es gibt keine Front, welche die Anhänger und Gegner des herrschenden Regimes voneinander trennt. So wird meist von Regionen gesprochen, die von der Regierung oder von der Guerilla "kontrolliert" werden. Ein Gebiet kann aber auch nachts von der Guerilla und am Tag von der Regierung kontrolliert werden. Der Begriff der Kontrolle ist dabei sehr unbestimmt. So kann es vorkommen, dass derselbe Geschäftsmann sowohl an die Regierung wie an die Guerilla Steuern zahlt. Durch den Einsatz von Kontraguerilla-Einheiten versucht die reguläre Armee sich der flexiblen Kriegführung der Guerilla anzupassen (Vietnam). (Nicht zu verwechseln mit der konterrevolutionären Guerilla, die von einer fremden Macht eingesetzt wird, um mit Mitteln der Guerilla-Taktik eine bestehende revolutionäre Regierung anzugreifen - siehe Contra (Organisation)). Die Regierungsarmee wird also immer versuchen, Zivilbevölkerung und Guerilla voneinander zu trennen. Das kann etwa durch Aufrufe an die Bevölkerung geschehen, bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Gebiet zu verlassen. Alle nach diesem Zeitpunkt in diesem Gebiet befindlichen Personen werden dann als Guerilleros bezeichnet. Die Bevölkerung, die dieses Gebiet verlässt, muss untergebracht und versorgt werden, wozu sich das Militär meist weder personell, logistisch oder materiell in der Lage sieht. Die so entstandenen campos de reconcentración (Kubanischer Unabhängigkeitskrieg) oder concentration camps (Burenkrieg) sollten die Kämpfer von der übrigen Bevölkerung trennen und damit der Regierungsarmee ein klar umgrenztes Feindesland für den Angriff definieren. Die in den Lagern herrschende Not (Hunger, Krankheiten) führt jedoch in der Regel zur politischen Stärkung der Guerilla. Eine freiwillige Aussiedlung von Menschen aus den von der Guerilla kontrollierten Gebieten wird dadurch unwahrscheinlich. Da die unvermeidlich unterschiedslose Bombardierung von Guerillagebieten durch die reguläre Armee nicht nur die Guerilla trifft, sondern jeden, der sich dort befindet, werden die dort lebenden Menschen gezwungen, sich in den Schutz der Guerilla zu begeben. Das herrschende Regime treibt so oft neutrale Teile der Bevölkerung auf die Seite der Guerilla. Erfolgreichere Anti-Guerilla-Strategien versuchen, die Guerilla politisch zu isolieren. Das kann auf unterschiedliche Weise geschehen:
- für einzelne Bevölkerungsgruppen wird eine verbesserte wirtschaftliche Lage erreicht (z.B. Unterstützung der Rauschgiftproduktion und -vermarktung in Kolumbien oder Afghanistan).
- es wird eine der Guerilla ähnliche Kontraguerilla geschaffen, die im Namen der Guerilla Taten begeht, die der Guerilla angelastet werden und sie in den Augen der Bevölkerung diskreditiert (Vietnam, Kuba).
- da die Guerilla, besonders in ihrer Entstehungsphase, meist dezentralisiert kämpft, entstehen häufig kämpfende Einheiten, die nicht die politischen Ziele der Bevölkerung teilen, sondern persönliche Bereicherung oder Macht gewinnen wollen (Caudillismo - militärisches Führertum). Diese können von dem herrschenden Regime oder einer fremden Macht leicht für ihre Ziele eingesetzt werden. Zahlreiche Aufstände in Lateinamerika und Afrika nahmen diesen Weg und führten über eine Volksbewegung zu einer Bereicherungsdiktatur, die schließlich mit dem ursprünglichen militärischen Gegner zusammarbeitet und die Revolution durch einen Austausch von Herrschaftseliten ersetzt. Grundsätzlich kann ein Anti-Guerillakrieg nicht militärisch gewonnen, sondern der Konflikt nur politisch, durch teilweises oder völliges Nachgeben gegenüber den Zielen der Volksbewegung, gelöst werden.

Beispiele von Guerillakriegen


- der 30-jährige Unabhängigkeitskampf der kubanischen Mambises gegen die spanische Kolonialherrschaft 1868-1898 war in seinen militärischen Phasen Guerillakrieg und endete mit der Besetzung Kubas durch die USA.
- der dreijährige kubanische Revolutionskrieg gegen den Diktator Fulgencio Batista 1956-1959 endete mit der Flucht des Diktators und führte zu einer kubanischen Revolutionsregierung.
- der achtjährige algerische Unabhängigkeitskrieg gegen die französische Kolonialherrschaft 1954-1962 endete mit der Gründung der Demokratischen Volkrepublik Algerien.
- der Krieg des vietnamesischen Volkes gegen japanische Besatzung, französische Kolonialmacht und später gegen US-amerikanische Besatzungstruppen 1941-1973 endete mit der Errichtung eines sozialistischen Staates.
- Der Guerillakampf der Gruppe um Che Guevara in Bolivien scheiterte 1967 an der fehlenden Unterstützung durch die Bevölkerung.

Guerilla und Partisanenkrieg

siehe Artikel Partisan Das Wort Partisan stammt aus dem Italienischen, während Guerilla spanischen Ursprungs ist. Militärisch gesehen handelt es sich um Synonyme. Die in Europa gegen die faschistische Besatzung kämpfenden irregulären Einheiten werden als Partisanen bezeichnet, während die Befreiungskämpfer der antikolonialen Bewegungen nach dem 2. Weltkrieg in der Regel Guerilla benannt werden.

Literatur


- Carl von Clausewitz: Vom Kriege. Potsdam 1832 (postum hgg. von Marie von Clausewitz, zahlreiche Auflagen)
- T. E. Lawrence: The Seven Pillars of Wisdom. 1926
- Ernesto „Che“ Guevara: Ausgewählte Werke in Einzelausgaben Band 1; Guerillakampf und Befreiungsbewegung. ISBN 3-89144-004-9
- Mao Tse-Tung: Ausgewählte Werke. Band I, S. 209–291 (Strategische Probleme des revolutionären Krieges in China) und II, S. 83–222 (Strategische Probleme des Partisanenkriegs gegen die japanische Aggression), 1968, Verlag für fremdsprachige Literatur
- Hans von Dach: Der totale Widerstand. Kleinkriegsanleitung für jedermann. 1958 [in der Bundesrepublik Deutschland beschlagnahmt]

Siehe auch


- Partisan, Stadtguerilla
- Liste militärischer Taktiken
- Kombattant
- Terrorismus Kategorie:Kriegsart Kategorie:Kriegs- und Gefechtsführung Kategorie:Politischer Widerstand Kategorie:irregulärer Verband ja:ゲリラ ms:Gerila

Völkermord an den Tutsi

Der Völkermord in Ruanda ist nach dem Holocaust und dem Völkermord an den Armeniern einer der schlimmsten Völkermorde der Menschheitsgeschichte. Der Völkermord an den Tutsi und den gemäßigten Hutu in Ruanda begann am 7. April 1994 und kostete innerhalb von nur 100 Tagen wahrscheinlich mindestens 800.000 Menschen das Leben. Anlass war der Konflikt zwischen der damaligen ruandischen Regierung und der Rebellenbewegung "Ruandische Patriotische Front".

Hintergrund

Siehe auch: Geschichte Ruandas Der Konflikt zwischen den Bevölkerungsgruppen der Hutu und Tutsi ist schon sehr alt und entlud sich seit 1960 schon mehrmals in Vertreibungen und Massentötungen. Anfang der 1990er Jahre formierte sich im ugandischen Exil die mehrheitlich von der Minderheit der Tutsi unterstützte Ruandische Patriotische Front (RPF), die eine Rückkehr der Flüchtlinge und die Übernahme der Regierung anstrebte. Mehrere Invasionsversuche blieben zunächst erfolglos, bewiesen jedoch die zunehmende militärische Überlegenheit der Rebellen. Vor diesem Hintergrund kam es zu Friedensverhandlungen, die jedoch von beiden Seiten ständig torpediert wurden. Die Rebellen, denen bereits eine Präsenz an mehreren Punkten des Landes, unter anderem in der Hauptstadt Kigali, zugestanden worden war, rüsteten ihre Truppen weiter mit modernem Gerät aus, das sie von ihren Unterstützern, namentlich den USA, erhielten. Die radikalen Hutu stimmten sich bereits auf den kommenden Völkermord ein und fuhren aufgeputscht und triumphierend durch die Hauptstadt. Auf Seiten der Regierung agitierten Kräfte innerhalb der Regierung, unterstützt von den Interahamwe-Milizen und Teilen der Presse und des Rundfunks, gegen die als Eindringlinge und "Parasiten" bezeichneten Tutsi. Der Sender Radio Television Libre des Mille Collines spielte später auch eine entscheidende Rolle bei der Koordinierung des Völkermords. Als Auslöser erwies sich letztlich der bis heute nicht aufgeklärte, mit Boden-Luft-Raketen durchgeführte Abschuss des Flugzeuges des gerade von den Friedensverhandlungen in Dar es Salaam zurückkehrenden Präsidenten von Ruanda Juvénal Habyarimana kurz vor der Landung in Kigali. Mit ihm starben auch der Präsident des benachbarten Burundi, Cyprien Ntaryamira, und weitere hochrangige Beamte. Dies war das Signal für den Beginn des Völkermords an den Tutsi und einen Tag später für den Einmarsch der Tutsi-Milizen nach Ruanda.

Der Völkermord

Wenige Stunden nach dem Flugzeugabsturz am 6. April 1994 begannen die Hutu-Extremisten, meist in Form der Interahamwe-Milizen systematisch Kigali zu durchkämmen und alle Tutsi, derer sie habhaft werden konnten, zu massakrieren. Einheiten der Rebellenarmee RPF drangen ab dem 7. April 1994 von ihren Basen in Uganda und im östlichen Zaire in einer konzentrischen Bewegung ins Landesinnere vor und trieben dabei die flüchtenden Einheiten der ruandischen Armee vor sich her. Die in deren Rückraum agierenden Interahamwe-Milizen organisierten währenddessen weiterhin den Völkermord an den Tutsi und den moderaten Hutu. Obwohl schnell klar war, dass ein Völkermord begangen werden würde, reagierte die internationale Öffentlichkeit mit Verharmlosung der Vorgänge und sprach lange von einem „Bürgerkrieg“ in Ruanda. Ein Völkermord hätte ein internationales Eingreifen unvermeidlich gemacht, weshalb man sich auch davor scheute, dieses Wort zu verwenden. Die im Land befindlichen Blauhelmsoldaten konnten deshalb dem mörderischen Treiben nur tatenlos zusehen oder wurden selbst zum Ziel von Attacken. In Kigali wurde eine Gruppe belgischer Soldaten von den umherziehenden Banden massakriert. Charakteristisch für den Völkermord in Ruanda ist, dass weite Teile der Bevölkerung zur "Mitarbeit" bei den Tötungsaktionen gezwungen wurden, um so, aufgrund der schieren Menge der Mitschuldigen, eine spätere Bestrafung der Verantwortlichen zu erschweren. Dabei wurde in Schichten gearbeitet und bestimmte Quoten erfüllt. Meist wurden die Opfer mit Macheten getötet. Oft wurden die Opfer erst verstümmelt, bevor sie getötet wurden. So war es nicht selten, dass sie erst auf die Größe der meist kleineren Hutus "zurechtgestutzt" wurden, bevor man sie tötete. Einige Tutsis boten den Tätern Geld, damit sie erschossen und nicht mit der Machete massakriert würden. In mehreren Fällen suchten flüchtende Verfolgte Schutz in Kirchen und Schulen und wurden anschließend von katholischen Priestern und Lehrern den Milizen übergeben. Auch Hutus, die sich an den Morden nicht beteiligen wollten, wurden getötet. In diesem Zusammenhang erlangte das Massaker von Nyarubuye traurige Berühmtheit. Berühmt wurde ebenfalls das Hôtel des Mille Collines in Kigali, das vielen Tutsi Unterschlupf und damit die Rettung vor dem sichern Tode bot. Siehe dazu auch den Film Hotel Ruanda. Beendet wurde das Töten letztendlich durch die Flucht der Reste der geschlagenen Armee Ruandas, darunter auch der Interahamwe-Milizen als eigentlicher Motor des Völkermords, und einer großen Zahl weiterhin regierungstreuer Hutus in den benachbarten Kongo. Viele der Flüchtenden waren dazu gezwungen worden, um es so den Verantworlichen leichter zu machen, in der Masse unterzutauchen.

Folgen und Aufarbeitung

Die Zahl der Flüchtlinge in die Nachbarländer belief sich auf etwa zwei Millionen, die zumeist in den Kongo flohen. Die provisorischen Auffanglager wurden von Seuchen heimgesucht, sie dienten auch der ehemaligen Regierung als Rekrutierungslager für einen erneuten Umsturz. Die Machtverschiebung in Ruanda war zugleich mitverantwortlich für die Bürgerkriege in Burundi und dem Kongo. Auf Beschluss des UN-Sicherheitsrats wurde mit dem Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda (ICTR) ein Ad-hoc-Strafgerichtshof eingerichtet, der diesen Völkermord auf oberster politischer Ebene seit 1995 von Arusha, Tansania, aus untersucht und bereits mehrere Beschuldigte verurteilt hat. Doch dieses Tribunal hat nur die Aufgabe, die Planer des Genozids zu verurteilen. Für die Prozesse gegen die Hundertausenden von Normalbürgern besann sich Ruanda 1999 einer traditionellen Dorfgerichtsbarkeit, den so genannten Gacaca-Gerichten. Auf internationaler Ebene wird insbesondere das Nichteingreifen der damals vor Ort stationierten Uno-Schutztruppe UNAMIR und das Schweigen des damals für Rwanda verantwortlichen UN-Generalsekretärs Boutros Boutros-Ghali hinterfragt. Umstritten ist daneben auch die Rolle seines damals für Afrika und Ruanda verantwortlich zuständigen späteren Nachfolgers Kofi Annan bei dem Völkermord. Kritiker werfen ihm vor, daß er aus eigenem Antrieb oder auf Wunsch der nach dem Somalia-Debakel interventionsunwilligen US-Regierung unter Präsident Bill Clinton Nachrichten aus Ruanda, wie etwa die Berichte und Hilfsgesuche des kanadischen Kommandanten des UN-Militärkontingents in Ruanda, General Roméo Dallaire, zurückgehalten und abgemildert haben soll. Durch dieses Verhalten sollte offenbar die Nennung des Wortes Genozid/Völkermord vermieden werden, was den Sicherheitsrat oder die US-Regierung zum Eingreifen gezwungen hätte. Der zur Zeit des Völkermordes amtierende US-Präsident Bill Clinton äußerte sich 2005 rückblickend zu seiner Amtszeit: „Was habe ich falsch gemacht? Dass wir nicht in Ruanda einmarschiert sind. Das ist damals innerhalb von 90 Tagen geschehen, dieser Völkermord. Ich weiß, dass ich nur ganz schwer die Zustimmung des Kongresses erhalten hätte. Aber ich hätte es versuchen sollen. Ich hätte Leben retten können. Das war ganz sicher das schwerste Versäumnis meines Lebens. Ich werde das nie verwinden.“ :siehe auch: International Criminal Tribunal for Ruanda (Artikel der englischsprachigen Wikipedia zum ICTR)

Literatur


- Alison Des Forges: Kein Zeuge darf überleben. Der Genozid in Ruanda. Hamburger Edition 2002. ISBN 3-930908-80-8
- Philip Gourevitch: Wir möchten Ihnen mitteilen, dass wir morgen mit unseren Familien umgebracht werden. Berichte aus Rwanda. Berlin Verlag, Berlin 1999. ISBN 3827003512
- Alain Destexhe: Rwanda and Genocide in the Twentieth Century. London/East Haven 1995.
- Linda Melvern: Ruanda. Der Völkermord und die Beteiligung der westlichen Welt. Diederichs Verlag, Kreuzingen 2004. ISBN 3720524868
- Mujawajo Esther, Belhaddad Souâd: Ein Leben mehr, Peter Hammer Verlag, Wuppertal 2005
- Schürings, Hildegard: (Ed): Ein Volk verläßt sein Land - Krieg und Völkermord in Ruanda. Köln 1994

Filme


- 2004 - Hotel Ruanda - Regie: Terry George - mit Don Cheadle, Sophie Okonedo und Nick Nolte
- 2005 - Sometimes in April - Regie: Raoul Peck

Weblinks


- [http://www.hrw.org/reports/1999/rwanda/ "Leave None to Tell the Story"] - Report über den Völkermord von Human Rights Watch
- [http://www.yale.edu/gsp/rwanda/ Rwandan Genocide Project] - Projekt der Yale University
- [http://www.sozialwiss.uni-hamburg.de/publish/Ipw/Akuf/kriege/283ak_ruanda.htm Ruanda-Konflikt] - Konfliktarchiv des FB Sozialwissenschaften der Universität Hamburg
- [http://www.preventgenocide.org/de/ Völkermord Verhütung International]
- http://www.imbuto.net Kategorie:Ereignis Kategorie:1994 Kategorie:Geschichte Ruandas Kategorie:Geschichte (Afrika) Kategorie:Völkerrecht Kategorie:Menschenrechte Kategorie:Krieg (Afrika) ja:ルワンダ紛争

Demokratische Republik Kongo

Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo), ehemals Zaire, davor Belgisch Kongo, liegt in Zentral-Afrika und grenzt an die Republik Kongo, die Zentralafrikanische Republik, Sudan, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia und Angola. Sie hat einen kurzen Küstenstreifen am Atlantik, der die angolanische Exklave Cabinda vom Rest der Republik Angola abtrennt. Nationalfeiertag ist der 30. Juni, Tag der Unabhängigkeit (1960).

Geographie

Das Gebiet der DR Kongo umfasst als drittgrößter Staat Afrikas 2.345.411 km² und ist somit ca. 6,6-mal so groß wie Deutschland. Rund 60 % des Landes nimmt das Kongobecken mit seinen tropischen Regenwäldern ein. Es ist in allen Richtungen von Bergzügen begrenzt. Den Norden bildet tropisches Tiefland, der Südosten des Kongobeckens wird vom Shaba- oder Katanga-Bergland eingenommen. Es erreicht Höhen bis 1.200 m und ist reich an Bodenschätzen wie Kupfer, Uran und anderen. Der Osten ist durch die Seenkette des Großen Afrikanischen Grabens begrenzt. Es birgt darüber hinaus mit die bedeutendsten Naturschätze Afrikas. Im Süden herrscht Feuchtsavanne vor. Im Norden der Kongomündung stellt eine 40 km lange Küste die einzige Öffnung zum Atlantischen Ozean dar. Die höchste Erhebung befindet sich im Ruwenzori-Gebirge (Margherita Peak – 5.109 m). Der längste Fluss ist der Kongo mit 4.374 km. Wichtige Städte sind Kinshasa, Lubumbashi, Kisangani, Bukavu Eine umfangreiche Liste der Städte im Kongo ist unter Liste der Städte in der DR Kongo einzusehen.

Bevölkerung

Die Bevölkerung setzt sich aus 12 ethnischen Hauptgruppen zusammen, die sich wiederum in 240 kleinere Gruppen aufteilen. Die größten Bevölkerungsgruppen bilden die Kongo, Mongo, Luba und Lunda. Sie gehören den Bantuvölkern an, die etwa 80 % der Bevölkerung bilden. 15 % stammen von Sudangruppen ab, die sich vor allem im Norden vorfinden. Minderheiten sind die Niloten im Nordosten sowie die Pygmäen und Hamiten im Osten. Die Demokratische Republik Kongo zählt 58,3 Mio. Einwohner (2004). Die Bevölkerungsdichte beträgt 24 Einwohner pro km². In den letzten Jahren kam es zu massiven Flüchtlingsbewegungen. Die Bevölkerung konzentrierte sich auf das Bergbaugebiet Shaba und den Unterlauf des Kongo. 30 % der Einwohner leben in städtischen Gebieten. Lebenserwartung: 49,7 Jahre (Männer) / 52,3 Jahre (Frauen). Die Hauptstadt sowie größte Stadt des Landes ist Kinshasa mit etwa 7,8 Mio. Einwohnern. Daneben gibt es noch acht weitere Städte von nennenswerter Größe. Rund 91 % der Gesamtbevölkerung gehören dem Christentum an (42 % Katholiken, 25 % Protestanten). Daneben gibt es kleine muslimische (über 3% der Bevölkerung) und jüdische Gemeinden sowie ca. 120.000 Zeugen Jehovas. Der Rest der Bevölkerung, etwa 5%, gehört traditionellen afrikanischen Religionen oder auch synkretistischen Bewegungen (christliche Elemente mit traditionellen Religionen vermischt) an.

Sprachen

Amtssprache ist Französisch. Außerdem existieren noch vier weitere Hauptsprachen sowie 200 verschiedene Sprachen, die im Kongo gesprochen werden: Chiluba, Kikongo (von 30% der Bevölkerung verstanden), Lingala (von 50% der Bevölkerung verstanden, Kiswahili (von 10% der Bevölkerung verstanden), Luvena, Tshokwe, Gbaya, Mono-Kituba u. a. (insgesamt über 200 Sprachen). Die vier ersterwähnten haben den Status von Nationalsprachen Nationalsprache bis 2003 (nach FAO, 2004). Bevölkerung in Tsd. Einwohnern.]]

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Demokratischen Republik Kongo Ursprünglich war das Land Heimat mehrerer Königreiche, herausragend unter ihnen war das im 14. Jahrhundert gegründete Königreich Kongo, eines der größten afrikanischen Staatswesen überhaupt. Mit der "Entdeckung" durch die Portugiesen begann nach einer kurzen Phase annähernd gleichberechtigten Umgangs zwischen Kongo und Portugal die bis zum Ende des 17. Jahrhunderts völlige Zerstörung des Königreiches sowie seine Ausbeutung und Plünderung durch Sklavenjäger, die nach dem Zerfall der portugiesischen Vorherrschaft durch Holländer und Engländer fortgeführt wurde. Der Engländer Henry Morton Stanley war es auch, der als erster Europäer den Kongo umfassend bereiste, sein Vorschlag, den Kongo dem englischen Kolonialreich anzugliedern, wurde von der englischen Regierung aber abgelehnt. Der belgische König Leopold II. jedoch, von dem Gedanken an ein Kolonialreich seit langem fasziniert, wollte die Gelegenheit nutzen. Da aber auch in Belgien die Stimmung eher gegen Kolonien war, vereinnahmte Leopold den Kongo 1885 als seinen "Privatbesitz". Dieser Status jenseits allen Völkerrechts war in der ganzen Kolonialgeschichte einzigartig. Da mit dem Kongo zugleich auch alle seine Bewohner als rechtloser Privatbesitz angesehen wurden, kam es bei der wirtschaftlichen Ausbeutung (insbesondere Kautschuk) zu (selbst für diese Zeit) solch grausamen Exzessen, dass sie als so genannte "Kongogräuel" 1908 international für Aufsehen und Empörung sorgten und Leopold zur Übergabe des Kongo als "normale" Kolonie an den belgischen Staat zwangen. Zwar verbesserten sich die Verhältnisse nun ein wenig, aber nach wie vor wurden der Kongo und seine Bevölkerung von der autoritären Kolonialmacht Belgien ausgebeutet. Mit den weltweit in den Kolonien zunehmenden Unabhängigkeitsbestrebungen wuchs auch im Kongo der Druck nach staatlicher Selbstbestimmung. Nach ersten Unruhen in der Hauptstadt und unter dem Druck der Weltöffentlichkeit zog sich Belgien Anfang 1959 schlagartig aus dem Kongo zurück und hinterließ ein infrastrukturelles Chaos. Der bedeutende Panafrikanist und Führer der kongolesischen Unabhängigkeitsbewegung Patrice E. Lumumba wurde der erste Ministerpräsident des jungen Landes, das er allerdings aufgrund mangelnder Fachkräfte und angesichts sezessionistischer Bestrebungen insbesondere in der Provinz Katanga nicht zusammenzuhalten vermochte. Insbesondere die kontinuierlichen Interventionen Belgiens, der USA, aber auch der Sowjetunion führten zu einem allmählichen Zerreißen der jungen Nation. Nach nur 18 Monaten Unabhängigkeit putschte der frühere Assistent Lumumbas, Joseph Mobutu, unterstützt von den USA und Belgien gegen ihn und errichtete in den folgenden Jahrzehnten eine der längsten und grausamsten Diktaturen Afrikas. Lumumba konnte zwar der Haft kurz entfliehen, wurde aber kurze Zeit später wieder ergriffen und seinem Gegner Moïse Tshombé, Sezessionistenführer in Katanga, ausgeliefert und von dessen Kräften ermordet. Es gilt als gesichert, dass der Mord an Lumumba von Belgien und den USA direkt unterstützt wurde. 1971 wurde das Land in Zaire umbenannt. 1977/78 Shaba-Invasion. Erneut erfolgt eine internationale Militärhilfsaktion zugunsten der Regierung unter Mobutu Sese Seko gegen Invasoren aus Angola. Die Diktatur Mobutus, die das Land weiter zerstörte, wurde erst 1994 erschüttert, als sich, angeheizt unter anderem durch Flüchtlingsströme aus Ruanda und Burundi, im Grenzland zu Ruanda eine Rebellen-Streitmacht bildete, angeführt von Laurent-Désiré Kabila. Lange nicht ernst genommen, gelang es ihm 1997 den alten, schwer kranken und international mittlerweile isolierten Mobutu zu stürzen. Danach benannte er Zaire in Demokratische Republik Kongo um. Die konfliktreiche Phase zwischen 1996 und 2002 wird auch als Kongokrieg, ab 1998 "afrikanischer Weltkrieg" bezeichnet. Im Januar 2001 fiel Kabila selbst einem Attentat zum Opfer und sein Sohn Joseph Kabila "erbte" seine Stellung als Staatspräsident der DR Kongo. Trotz des dubiosen Amtsantrittes scheint mit Joseph Kabila zum ersten Mal seit 1959 ein Mann den Kongo zu führen, der eine Befriedung und Stabilisierung der zerrütteten Nation zumindest versucht. Ihm im Wege steht dabei allerdings der fast vollständige Zerfall der Infrastruktur, Verwaltung und Wirtschaft des Landes und insbesondere die Ausplünderung der äußerst rohstoffreichen Ostprovinzen des Kongo – in denen die Zentralregierung fast völlig machtlos ist – durch ugandische, ruandische und burundische Kräfte. Mehrere Erhebungen und Revolten konnte Kabila bisher abwehren. Ob es ihm aber gelingen wird, die territoriale und in der Folge die administrative Souveränität wiederherzustellen, steht immer noch dahin. Im Osten des Landes flammten in jüngster Zeit die Kämpfe auf, es kam zu Massenfluchten nach Uganda. Seit 1998 (bis Anfang 2005) wurden gemäß Angaben des „International Rescue Committee“ 3,8 Millionen Menschen während gewaltsamer Auseinandersetzungen getötet. Nach Schätzungen der UNO werden jeden Tag 1000 Menschen zu Opfern von Gewalttaten. Zwischen dem 14. und 16. Februar 2005 erkrankten im Gesundheitsbezirk Dingila, in Zobia im Nordosten 93 Patienten an der Lungenpest. Ärzte ohne Grenzen bekämpft den Ausbruch der Krankheit und versucht entlang der wichtigsten Verbindungsstraßen diejenigen aufzuspüren und zu behandeln, die aus Angst vor einer Ansteckung aus Zobia geflohen sind.

Politik

Die Demokratische Republik Kongo ist in zehn Regionen und den Hauptstadtdistrikt untergliedert. Es herrscht eine streng zentralistische Verwaltung. Seit dem 21. August 2000 besteht ein provisorisches Parlament mit 300 ernannten Mitgliedern. Seit 1997 sind politische Parteien verboten. Durch Misswirtschaft, Bürgerkrieg und Korruption ist die Verwaltung und Infrastruktur des Landes fast völlig zerfallen, die territoriale Souveränität der Regierung ist insbesondere im Osten des Landes nicht mehr gegeben, zahlreiche Rohstoffe der entsprechenden Provinzen werden von den Nachbarländern Uganda, Ruanda und Burundi ausgebeutet. Aufgrund ihrer Instabilität wird die DR Kongo auch als zerfallener Staat bezeichnet. Das Sozialsystem des Landes zählt zu den schlechtesten der Welt.

Verwaltungsgliederung

Die Demokratische Republik Kongo ist in zehn Provinzen untergliedert:
- Bandundu
- Bas-Congo
- Équateur
- Orientale
- Kasai-Occidental
- Kasai-Oriental
- Katanga
- Maniema
- Nord-Kivu
- Sud-Kivu Die Hauptstadt Kinshasa bildet als Neutrale Stadt (Ville neutre) eine eigene Verwaltungseinheit. Nach einer neuen Verfassung vom Mai 2005 soll das Land künftig in 25 Provinzen und die Stadt Kinshasa gegliedert werden.

Wirtschaft

Obwohl das Land über die größten Naturreichtümer Afrikas verfügt, gehört es zu den ärmsten der Welt. Hauptursache hierfür sind die mehr als drei Jahrzehnte Misswirtschaft und Korruption durch das Mobutu-Regime gefolgt von schweren kriegerischen Auseinandersetzungen bis in die Gegenwart. Das Wirtschaftswachstum betrug von 1965 bis 1985 nur 1 % jährlich. Seitdem geht die Wirtschaftsleistung ständig zurück. 1971 wurde der Bau einer riesigen Stromleitung vom äußersten Nordwesten des Landes vom Inga-Staudamm quer durch das Land in den Südosten in die Kupferregion Shaba (Katanga) beschlossen. Großfirmen aus den USA und Europa schlossen sich zu einem Konsortium zusammen und vergaben die Kredite. 1983 war die offizielle Einweihung, aber die Kosten waren explodiert. Die Bergbauindustrie, der wichtigste Industriezweig, (Kongo wurde auch das Kupferland genannt) war 1974 vom drastischen Verfall des Weltmarktpreises für Kupfer schwer betroffen. Anfang der 1990er Jahre brach die Wirtschaft völlig zusammen. Es herrschte Hyperinflation (1994 7400 %). Durch Unruhen unter den Arbeitern sanken die Exporterlöse, die Infrastruktur im Transportwesen zerfiel, die Auslandsschulden stiegen auf 10 Mrd. Euro. Das Land war anschließend auf Nahrungsmittelimporte angewiesen. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 1998 4.653 Mio. Euro. Bekannt ist die DR Kongo auch für die reichen Coltan-Vorkommen. Coltan enthält zwei der begehrtesten Metallerze (Columbit und Tantalit), die Niob und Tantal enthalten. Tantal ist für die Produktion von Handys, Computerchips, Videokameras und diversen Geräten aus der Unterhaltungselektronik von großer Bedeutung. Niob dient der Herstellung hitzebeständiger Materialien, wie Raketen, Düsenjets und Weltraumkapseln. Weitere Bodenschätze, die gefördert werden, sind Gold, Silber, Diamanten, Erdöl, Kobalt (Weltspitze), Mangan, Zink, Zinn, Cadmium, Germanium und Beryllium. Diese Vorkommen sind einer der Gründe, warum von den Nachbarn Uganda, Ruanda und Burundi durch Besetzung der östlichen Provinzen der Bürgerkrieg immer wieder aufs Neue angefacht wird. Zwei Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft, die fast zwei Drittel zum Bruttoinlandsprodukt beisteuert. Große Gebiete sind landwirtschaftlich nutzbar, es werden aber nur rund 3 % kultiviert. Haupterzeugnisse sind Maniok, Obst, Melonen, Kochbananen, Zuckerrohr, Erdnüsse, Bananen und Süßkartoffeln. Außerdem werden noch Reis, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Kaffee, Kautschuk, Baumwolle und Kakao angebaut. Nachdem Mitte der 1970er Jahre viele kleinere Plantagen verstaatlicht wurden, die sich in ausländischen Besitz befanden, ging der Verkauf von Agrarprodukten merklich zurück. In vielen Landesteilen gibt es nur noch eine Selbstversorger-Landwirtschaft. Viehzucht ist auf höher gelegene Gebiete beschränkt. Da die Transportwege zerstört sind, können die Produkte nicht in die verschiedenen Provinzen gebracht werden und verderben. Der industrielle Sektor hat sich vor allem um die Verarbeitung der vorhandenen Bodenschätze entwickelt. Bedeutend sind auch noch die Ölraffinerien sowie die Herstellung von Zement und Schwefelsäure. Wichtige Erzeugnisse sind Reifen, Schuhe, Textilien, Zigaretten, Nahrungsmittel und Bier. Der gesamte Bereich wurde durch den wirtschaftlichen Niedergang, vor allem der rasenden Inflation, seit 1990 schwer geschädigt. Es herrscht ein großer Devisenmangel, der den Import von Rohstoffen und Ersatzteilen verhindert. Bis Anfang der 1990er Jahre war Kupfer noch der wichtigste Exportartikel, der die Hälfte der jährlichen Exporterlöse einbrachte. Innerhalb von nur drei Jahren verringerte sich der Kupferexport jedoch um drei Viertel. Heute bilden Diamanten, Rohöl, Kobalt und Kaffee die wichtigsten Exportgüter. Auch die positive Handelsbilanz kann die sinkende Wirtschaftsleistung nicht aufhalten. Die wichtigsten Handelspartner sind Belgien, Südafrika, Chile, USA, Deutschland und Indien. Hauptstromquelle des Kongo sind seine Wasserkraftwerke. Sie sind vor allem in der Nähe von Minen vorzufinden.
- Bruttosozialprodukt pro Einwohner: 92 Euro (Stand 1998)
- Pro-Kopf-Einkommen im Jahr (BSP): 100 Euro

Literatur


- Jan Vansina: The Children of Woot: A History of the Kuba Peoples. Wisconsin 1978. ISBN 0299074900
- Kongo – Geschichte eines geschundenen Landes. In: "Weltmission Heute 55 – Länderheft". Hamburg 2004
- George Nzongola: Ntalaja : The Congo from Leopold to Kabila. A People's History. London/New York 2002
- Peter Körner: Zaire – Verschuldungskrise und IWF-Intervention in einer afrikanischen Kleptokratie. Hamburg 1988.
- Adam Hochschild: Schatten über dem Kongo – Die Geschichte eines fast vergessenen Menschheitsverbrechens. Reinbek 2002. ISBN 3499613123
- Ludo De Witte: Regierungsauftrag Mord : der Tod Lumumbas und die Kongo-Krise. Leipzig 2001. ISBN 3931801098
- Michaela Wrong: Auf den Spuren von Mr. Kurtz : Mobutus Aufstieg und Kongos Fall. Berlin 2002
- Lieve Joris: Das schwarze Herz Afrikas – Meine erste Reise in den Kongo. Amsterdam 1987 / München 2002
- Lieve Joris: Der Tanz des Leoparden – Mein afrikanisches Tagebuch. Amsterdam 2001 / München 2003
- Olivier Lanotte: Guerres Sans Frontières - République Démocratique du Congo. Brüssel 2003. ISBN 2-87027-835-7

Weblinks


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=85 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtiges Amtes
- [http://www.kongo-kinshasa.de Deutschesprachiges Hintergrundmaterial und aktuelle Nachrichten aus dem Kongo]
- [http://www.pygmies.info/ Afrikanische Pygmäen] Kultur und Musik der ersten Einwohner von Demokratische Republik Kongo
- [http://www.wsws.org/de/2002/jan2002/lumu-j25.shtml Der gewaltsame Tod von Patrice Lumumba]
- [http://www.altenburg-netz.de/texts/ousmane4.html Zum 40. Jahrestag der Unabhängigkeit]
- [http://www.monuc.org UN-Mission in der DR Kongo] Kongo, Demokratische Republik ja:コンゴ民主共和国 ko:콩고 민주 공화국 ms:Republik Demokratik Congo zh-min-nan:Congo Bîn-chú Kiōng-hô-kok

Tutsi

Die Tutsi sind eine in den ostafrikanischen Staaten Ruanda und Burundi sowie im östlichen Grenzgebiet der Demokratischen Republik Kongo lebende Volksgruppe. Der Begriff Tutsi ist ein unpassender Begriff. In der Eigenbezeichnung der Tutsi ist BaTutsi die Bezeichnung für einen einzelnen Tutsi, während die Volksgruppe als WaTutsi bezeichnet wird. Hieraus wurde zu Kolonialzeiten der Begriff Watussi gemacht, der heute nicht mehr verwendet wird. Als geschichtlich späteste Ankömmlinge, wurden die Tutsi von den Kolonialherren in Ruanda bei ihrer Herrschaftsausübung unterstützt. Die Unterscheidung zwischen Tutsi und Hutu begann unter den Belgiern. Sie trennten die Bevölkerungsgruppen nach rassistischen Motiven auf. Leute mit schmäleren Nasen und hellerer Haut wurden Tutsi, solche mit breiteren Nasen und dunklerer Haut zu Hutu. Die Hutu gehörten mehr zur Arbeiterklasse, obwohl sie die Mehrzahl stellten. Im 20. Jahrhundert wurden diese Unterschiede theoretisch aufgehoben und gleiche Rechte für Hutu und Tutsi in den Verfassungen verankert. Praktisch jedoch bestanden weiterhin große Differenzen. Die Hutu revoltierten 1959 gegen die Tutsi; der Tutsi-König wurde gestürzt, mindestens 200.000 Tutsi flohen. In der Folge entluden sich die Konflikte immer wieder in Gewalt. Den Höhepunkt bildetete der 1994 von extremistischen Hutu verübte Völkermord an den Tutsi in Ruanda. Die nach 1959 geflohenen Tutsi hatten in Uganda die Ruandische Patriotische Front RPF gegründet, die 1990 in Ruanda einmarschierte. 1994 konnte sie die Herrschaft von den Hutu zurückgewinnen und den Völkermord an den Tutsi beenden.

Weblinks


- [http://www.histinst.rwth-aachen.de/default.asp?documentId=82 Ruanda und der Hutu-Tutsi-Konflikt] Kategorie:Afrikanische Ethnie Kategorie:Ruanda Kategorie:Burundi

Massaker

Ein Massaker ist die Ermordung von Menschen unter besonders grausamen Umständen, ein Gemetzel oder Blutbad, häufig im Zusammenhang mit Motiven wie Hass oder Rache. Das Wort ist dem französischen Verb massacrer (niedermetzeln) entlehnt, welches über Umwege vom lateinischen mateola (Werkzeug zum Einschlagen in die Erde, Schlegel) abstammt. In kriegerischen Konflikten versteht man darunter normalerweise die politisch oder ethnisch motivierte Exekution von Zivilisten, Militärs oder paramilitärischen Kräften nach deren Kapitulation oder nach der Kapitulation ihrer Stadt beziehungsweise ihres Dorfes. Massaker sind somit Massenmorde, die von bewaffneten Einheiten ohne militärische Notwendigkeit außerhalb der eigentlichen Kriegshandlungen verübt werden. Sie dienen der Verbreitung von Terror oder der Abschreckung oder sie sind als systematische Rache- und Strafaktion organisiert. Bei Massakern größeren Ausmaßes oder solchen, die in einem Gesamtzusammenhang stehen und sich gegen die Bevölkerung ganzer Gebiete richten, spricht man auch von Demozid. Auch bei der Niederschlagung von Demonstrationen und Aufständen kann es zu Massakern kommen, außerdem bei der Vernichtung einer militärischen Einheit durch überlegene Kräfte oder unter Anwendung überproportionaler Feuerkraft. Ebenso wird der Begriff bei zivilen kriminellen Handlungen mit ähnlichen Folgen verwendet, etwa bei unberechenbaren Amokläufen einzelner Täter oder bei terroristischen Anschlägen. Im internationalen Recht werden genauer definierte Begriffe wie Völkermord, Kriegsverbrechen oder Verbrechen gegen die Menschlichkeit verwendet, weil der Begriff Massaker unscharfe Nebenbedeutungen mit sich trägt und deshalb propagandistisch leichter missbraucht werden kann. !

Tutsi

Die Tutsi sind eine in den ostafrikanischen Staaten Ruanda und Burundi sowie im östlichen Grenzgebiet der Demokratischen Republik Kongo lebende Volksgruppe. Der Begriff Tutsi ist ein unpassender Begriff. In der Eigenbezeichnung der Tutsi ist BaTutsi die Bezeichnung für einen einzelnen Tutsi, während die Volksgruppe als WaTutsi bezeichnet wird. Hieraus wurde zu Kolonialzeiten der Begriff Watussi gemacht, der heute nicht mehr verwendet wird. Als geschichtlich späteste Ankömmlinge, wurden die Tutsi von den Kolonialherren in Ruanda bei ihrer Herrschaftsausübung unterstützt. Die Unterscheidung zwischen Tutsi und Hutu begann unter den Belgiern. Sie trennten die Bevölkerungsgruppen nach rassistischen Motiven auf. Leute mit schmäleren Nasen und hellerer Haut wurden Tutsi, solche mit breiteren Nasen und dunklerer Haut zu Hutu. Die Hutu gehörten mehr zur Arbeiterklasse, obwohl sie die Mehrzahl stellten. Im 20. Jahrhundert wurden diese Unterschiede theoretisch aufgehoben und gleiche Rechte für Hutu und Tutsi in den Verfassungen verankert. Praktisch jedoch bestanden weiterhin große Differenzen. Die Hutu revoltierten 1959 gegen die Tutsi; der Tutsi-König wurde gestürzt, mindestens 200.000 Tutsi flohen. In der Folge entluden sich die Konflikte immer wieder in Gewalt. Den Höhepunkt bildetete der 1994 von extremistischen Hutu verübte Völkermord an den Tutsi in Ruanda. Die nach 1959 geflohenen Tutsi hatten in Uganda die Ruandische Patriotische Front RPF gegründet, die 1990 in Ruanda einmarschierte. 1994 konnte sie die Herrschaft von den Hutu zurückgewinnen und den Völkermord an den Tutsi beenden.

Weblinks


- [http://www.histinst.rwth-aachen.de/default.asp?documentId=82 Ruanda und der Hutu-Tutsi-Konflikt] Kategorie:Afrikanische Ethnie Kategorie:Ruanda Kategorie:Burundi

Ruanda

Ruanda liegt in Ostafrika und grenzt an Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Uganda und Tansania.
- Nationalfeiertag: 1. Juli, Tag der Unabhängigkeit von Belgien 1962

Zur Schreibweise von Wörtern

Das Land wird auf deutsch "Ruanda" mit u geschrieben, genauso wie die Sprache Swahili auf deutsch "Suaheli" heißt. Da die Amtssprache Kinyarwanda, wie viele andere afrikanische Sprachen auch, vorne flektiert wird, entstehen verwirrend vielfältige Schreibweisen in Europa. Die Wörter Tutsi und Hutu zum Beispiel gibt es als solches in Kinyarwanda nicht. In der grammatischen Normalform wird ein Ba (Wa) vorangestellt, also Bahutu bzw. Batutsi (=Watussi). Um genauer zu sein kommt noch dazu der Artikel und es wird richtig von Umuhutu(in Mehrheit Abahutu) oder Umututsi(Abatutsi) gesprochen. Da sich die Vorsilben aber je nach grammatischer Verwendung verändern, werden in Kinyarwanda-Wörterbüchern die Wörter nach dem Wortstamm sortiert.

Geographie

flektiert] Ruanda ist ein Hochland, das in der Ebene etwa 1.500 m über NN liegt. Die Vulkanberge im Norden sind bis zu 4.507 m hoch. Aufgrund der Höhe ist das Klima trotz der Äquatornähe eher mild. Ruanda grenzt (im Uhrzeigersinn) an Uganda, Tansania, Burundi und Kongo. Der größte Teil der Grenze zu Kongo liegt im Kiwusee, der zum afrikanischen Grabenbruchsystem, dem Great Rift Valley, gehört und daher sehr tief ist. Im Grenzgebiet zu Kongo und Uganda liegen die Virunga-Vulkane, auf denen in mittlerer Höhe die Berggorillas leben. Ruanda wird gern Land der tausend Hügel, französisch Pays de Mille Collines genannt und hat in der Tat eine sehr hügelige Landschaft hauptsächlich im westlichen Teil des Landes.

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Kigali 745.261 Einwohner, Butare 89.600 Einwohner, Gitarama 87.613 Einwohner, Ruhengeri 86.685 Einwohner und Gisenyi 83.623 Einwohner. Kigali ist die Hauptstadt und besitzt einen internationalen Verkehrsflughafen, mehrere internationale Hotels und ist das Zentrum des regelmäßigen Busverkehrs in alle Richtungen. Gisenyi ist eine malerisch gelegene Kleinstadt am nördlichen Ende des Kiwusees. Es liegt unmittelbar an der Grenze zu Kongo; die Nachbarstadt auf der anderen Seite der Grenze ist Goma. Nach dem Völkermord zogen große Flüchtlingsströme durch Gisenyi nach Goma. Von Gisenyi gibt es einen regelmäßigen Bootsverkehr nach Kibuye und Cyangugu. Kibuye ist eine Kleinstadt an einer sehr zerklüfteten Küste am Kiwusee. Eine alte Missionsstation befindet sich auf einem Felsen, der in den See hineinreicht. Die Stadt selbst liegt etwas erhöht, jedoch haben die zahlreichen Fischer ihre Häuser meist unten an der Küste. Eine wunderschön angelegte, aber heruntergekommene Ferienanlage mit Bungalows sollte Touristen anlocken. Vor dem Völkermord gab es 250.000 Tutsi in der Präfektur von Kibuye, lediglich 8.000 überlebten die Massaker. Cyangugu am Südende des Kiwusees liegt unmittelbar an der Grenze zu Kongo. Auch hier gab es während des Völkermords mächtige Flüchtlingsströme nach Kongo. Butare im Süden Ruandas ist gewissermaßen die Kulturstadt des Landes. Die Universität wird u. a. von Deutschland unterstützt. Im Gästehaus der Universität sind deutsche Professoren untergebracht, die die Flora und Fauna der Gegend untersuchen. Wegen der klimatischen und geographischen Besonderheiten gibt es dort endemische Arten, sodass Forscher eine gute Chance haben, ihren Namen in einer neuen Art zu verewigen. Daneben gibt es ein kleines Museum, das zum Teil interessante Ausstellungsstücke aus vorkolonialer Zeit zeigt und nachgebaute Hütten dieser Zeit beinhaltet. Nyarubuye wurde negativ bekannt durch das Massaker von Nyarubuye.
- Siehe auch: Liste der Städte in Ruanda

Flora und Fauna

Eine Besonderheit sind die wenigen noch vorhandenen Berggorillas in den Virungavulkanen. Die vom Aussterben bedrohten Berggorillas werden durch Schutzmaßnahmen (unter anderem einem Jagdverbot) geschützt. Bekannt geworden sind sie durch den Film Gorillas im Nebel, der das Leben der US-Forscherin Dian Fossey mit den Gorillas in Ruanda zeigt.

Bevölkerung

Religion

Schon seit der deutschen, aber vor allem seit der belgischen Kolonisation nach dem 1. Weltkrieg wurde das Land christlich missioniert, was zu einer Dominanz des in Belgien vorherrschenden Katholizismus führte, dem kurz vor dem Völkermord etwa zwei Drittel der Bevölkerung angehörten. Da die katholische Mission zuerst unter den Hutu große Erfolge feiern konnte, wurde ihr eine besondere Nähe zu den Hutu nachgesagt, was auch während und nach dem Völkermord dazu führte, dass besonders die katholische Kirche bei der Rettung von Tutsi vor dem Völkermord versagte. Protestanten waren durch verschiedene Kirchen vertreten, zum Islam bekannten sich gut vier Prozent der Ruander. Der einheimische Ryangombe-Kult tritt zwar öffentlich nicht in Erscheinung, wird jedoch neben den eben zitierten Religionen von einem großen Teil der Bevölkerung weiterhin praktiziert. Es handelt sich dabei ebenfalls um eine monotheistische Religion mit einer großen Persönlichkeit (Ryangombe), der ähnlich wie Jesus, ein Mittler und irdischer Repräsentant Gottes (Imana) war. Wegen der Ähnlichkeit dieser beiden Figuren waren die Ruander leicht für den christlichen Glauben zu gewinnen. Während des Völkermords suchten viele Gläubige in den heiligen Räumen der etablierten Kirchen Zuflucht, die diese Gläubigen aber meist nicht vor der Vernichtung schützten. Selbst Geistliche beteiligten sich am Völkermord. Das Versagen der etablierten christlichen Kirchen bei der Verhinderung des Völkermords führte zu einer starken Abwendung von diesen Kirchen und zu einem Aufschwung des Islams und kleinerer christlichen Gruppen, wie etwa die Baptisten, die heute 5 % der Bevölkerung ausmachen und ihre Anhängerschaft seit dem Völkermord verachtfachen konnten. Auch charismatische Gruppen konnten seit dem Völkermord ihre Anhängerschaft vervielfachen. Die Zahl der Katholiken hat sich seit dem Völkermord um mindestens 10 % verringert.

Ethnische Zusammensetzung

Nach einer Volkszählung der Belgier Anfang der 1930er Jahre gab es 84 % Hutu, 15 % Tutsi und 1 % Twa. Vor der ersten Vertreibung und Fluchtwelle von Tutsi im Jahre 1959 wurde der Anteil der Tutsi auf 12-13 % geschätzt. Dieser Anteil nahm dann bis zum Völkermord durch weitere Fluchtwellen und Vertreibungen auf etwa 9-10 % ab. Auch der Anteil der Twa ist seit den 1930er Jahren stetig gesunken. Es gab und gibt einen nicht zu vernachlässigenden Anteil von Menschen mit schwankender oder gemischter ethnischer Identität, obwohl die Ethnizität amtlich registriert war. Der Völkermord brachte mindestens drei Viertel, vielleicht auch über 90 % der in Ruanda ansässigen Tutsi den Tod. Durch die kurz danach einsetzende Rückwanderung einer großen Zahl von Exil-Tutsi machen die Tutsi wieder wesentlich mehr als die zu erwartenden 1–3 % der Bevölkerung aus. Neuere Zahlen zur Ethnizität sind kaum erhältlich.

Demografie

Mit ca. 300 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Ruanda das am dichtesten bevölkerte Land Afrikas. Kinder (0-14 Jahre) sind die größte Bevölkerungsgruppe mit 42,5 %. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 40 Jahre. Bedingt durch die Spätfolgen des Bürgerkrieges und der HIV-Infizierung (8,9 %) der Bevölkerung ist die Sterblichkeitsrate recht hoch.

Sprachen

Muttersprache fast aller Ruander ist die Bantusprache Kinyarwanda. In den Handelszentren wird auch das ebenfalls zu den Bantusprachen gehörende Kiswahili gesprochen, das in Ruanda nur als Fremdsprache erlernt wird. Ebenfalls als Fremdsprache weit verbreitet ist vor allem das Französische und daneben auch das Englische.

Kultur

Als Journalist wurde der in Irland studierende Chris Kayomba bekannt, der die unabhängige Oppositionszeitung Umuseso gründete.

Geschichte

Neben der europäischen Kolonisation, die weite Teile des Landes erst kurz vor dem 1. Weltkrieg effektiv erreichte, waren die Unabhängigkeit im Jahre 1962 und der Völkermord von 1994 die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse. Ruanda lag in Deutsch-Ostafrika, das ab 1885 Kolonie des Deutschen Reiches war. 1916 besetzten belgische Truppen das Land. Siehe auch den Hauptartikel zur Geschichte Ruandas sowie Völkermord in Ruanda

Politik

Nach dem militärischen Sieg 1994 hat die "Ruandische patriotische Front" (FPR) eine Koalitionsregierung ähnlich der bereits 1992 von Präsident Juvénal Habyarimana gebildeten etabliert. Habyarimana's Partei, die von Hutus dominierte "Nationale Bewegung für Demokratie und Entwicklung" wurde verboten, da nach seinem Tod bei einem Flugzeugabsturz im April 1994 Hardliner die Macht übernommen hatten. Diese sollen maßgeblich an der Planung des unmittelbar auf seinen Tod einsetzenden Völkermordes beteiligt gewesen sein. Politische Organisationen waren bis 2003 verboten. Dementsprechend fanden erst im August und September 2003 die ersten Nachkriegswahlen für Parlament und Präsidentenamt statt.

Exekutive

Amtierender Präsident und damit Staatschef ist seit dem (22. April 2000) General Paul Kagame (FPR). Der Regierungschef und seine Minister werden vom Präsidenten eingesetzt. Das Amt des Premierministers wird seit dem 8. März 2000 von Bernard Makuza wahrgenommen. Der Präsident wird normalerweise alle 5 Jahre direkt vom Volk gewählt. Der jetzige Amtsinhaber wurde jedoch in einem Sonderverfahren am 17. April 2000 von den Abgeordneten der Nationalversammlung mit 81 von 86 möglichen Stimmen gewählt.

Legislative

Von 1994 bis 2003 besaß Ruanda ein Übergangsparlament mit nur einer Kammer und 70 Sitzen. Gegründet wurde es am 12 Dezember 1994 durch ein Abkommen mehrerer Parteien. Die Mitglieder wurden durch die Verträge von Arusha bestimmt. Seit den Wahlen 2003 besteht das Parlament in Ruanda aus zwei Kammern: der Chamber of Deputies mit 80 Sitzen und dem Senat mit 26 Sitzen. Die Sitze der Chamber of Deputies werden wie folgt vergeben: 53 Abgeordnete werden direkt vom Volk in geheimer Wahl gewählt; 24 Frauen werden gewählt: zwei für jede Provinz und die Stadt Kigali; 2 Mitglieder werden vom "National Youth Council" gewählt; ein Mitglied wird gewählt von der Behindertenvereinigung "Federation of the Association of the Disabled". Die Sitze im Senat setzen sich folgendermaßen zusammen: 12 Senatoren werden indirekt gewählt, einer von jeder Provinz und der Stadt Kigali; acht Senatoren werden vom Präsidenten eingesetzt; vier Senatoren werden bestimmt vom "Forum of Political organizations"; ein Senator wird gewählt aus den Reihen der Dozenten und Forscher von staatlichen Universitäten und Hochschulen und ein Senator aus den Reihen der Dozenten und Forscher von privaten Universitäten und Hochschulen.

Partnerschaften

Zwischen Ruanda und dem Bundesland Rheinland-Pfalz besteht eine Partnerschaft. (siehe auch: http://www.rlp-ruanda.de/index.shtml)

Wirtschaft

Ruandas Wirtschaft ist stark landwirtschaftlich geprägt. Ungefähr 90% der Bevölkerung arbeiten in diesem Bereich. Ein großer Teil der Erträge gelten allerdings der Selbstversorgung. Ruanda ist das am dichtesten bevölkerte Land in Afrika. Es besitzt nur wenige natürliche Rohstoffe und nur ein Minimum an Industrie. Primäre Exportgüter sind Kaffee und Tee, das Land leidet jedoch unter den niedrigen Preisen dieser Güter in den Industrieländern. Der Völkermord von 1994 hat Ruandas ohnehin schon schwache wirtschaftliche Basis weiter geschädigt und die Bevölkerung, insbesondere die Frauen nachhaltig verarmen lassen. Ruandas Fähigkeit privates und privatwirtschaftliches Kapital anzuziehen ist noch sehr begrenzt. Mittlererweile sind jedoch auch beachtliche Fortschritte in der Stabilisierung und Wiederbelebung der Wirtschaft auf das Niveau vor 1994 erkennbar. Das Bruttoinlandsprodukt stieg in den letzten Jahren während die Inflation gesenkt werden konnte. Die Armut hat allerdings im selben Zeitraum zugenommen. Trotz Ruandas fruchtbaren Bodens kann die Nahrungsmittelproduktion oft nicht mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten. Dadurch werden Nahrungsmittelimporte notwendig. Ruanda erhält von der Weltgemeinschaft dringend benötigte Hilfsgelder und wird von der Weltbank als hoch verschuldetes Entwicklungsland eingestuft. Mit dieser Einstufung qualifiziert es sich für die Teilnahme an dem im Jahr 2000 von den Industrieländern beschlossenen Programm zum Schuldenerlass für die ärmsten Länder Afrikas. Die hohen Verteidigungsausgaben des Landes haben in der Vergangenheit zu Spannungen zwischen der Regierung und den internationalen Geldgebern geführt. Energieknappheit, Instabilität in der Region, sowie immer noch fehlende Transportanbindungen an die Nachbarländer, überschatten das Exportwachstum des Landes.

Verwaltungsgliederung

Ruanda gliedert sich in zwölf Provinzen. Diese sind alle nach ihrer Hauptstadt benannt worden. Hauptstadt der Provinzen Kigali und Kigali Rural ist Kigali bzw. Kabuga. Die Provinzen sind:

Weblinks


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=138 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.abenaa.de/ruanda.htm Reiseerfahrungen und Fotos aus Ruanda]
- [http://www.rwandemb.org/ Botschaft von Ruanda]
- [http://www.rwandatourism.com/home.htm Tourismusbüro]
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/rw.html Ruanda im CIA - World Factbook]
- http://www.imbuto.net
- [http://www.assist.d-k-w.info/ ASSIST a.s.b.l.] Ruandische Hilfsorganisation für benachteiligte Kinder und Jugendliche Kategorie:Staat ja:ルワンダ ko:르완다 ms:Rwanda zh-min-nan:Rwanda

1990

Ereignisse

Jahreswidmungen


- 1990 ist „Internationales Jahr der Literatur“
- Der Pirol (Oriolus oriolus) ist Vogel des Jahres (NABU/Deutschland)
- Die Buche (Fagus sylvatica) ist Baum des Jahres (Kuratoriums Baum des Jahres/Deutschland)
- Die Pyramiden-Hundswurz (Anacamptis pyramidalis) ist Orchidee des Jahres (Arbeitskreis Heimische Orchideen/Deutschland)

Januar


- 1. Januar: Arnold Koller wird Bundespräsident der Schweiz
- 2. Januar: Der Kunstpreis der Wolf-Stiftung geht dieses Jahr an den Maler Anselm Kiefer
- 7. Januar: Der Schiefe Turm von Pisa wird aus Sicherheitsgründen für Besucher gesperrt
- 15. Januar: Wendezeit in der DDR. Demonstranten stürmen die Berliner Stasi-Zentrale. Die dabei sichergestellten Akten arbeitet bis heute die BStU auf
- 20. Januar: Militärintervention in Baku
- 26. Januar: Die Deutsche Terminbörse nimmt als erste neue Börse nach dem 2. Weltkrieg den Handel auf

Februar


- 2. Februar: UdSSR: Das Zentralkomitee der KPdSU gibt das Machtmonopol der Partei auf
- 3. Februar: Bulgarien. Andrej Lukanov wird Ministerpräsident
- 5. Februar: Wendezeit in der DDR: Das Wahlbündnis Allianz für Deutschland wird geschlossen. Acht Vertreter des Zentralen Runden Tisches (darunter Wolfgang Ullmann, Rainer Eppelmann, Matthias Platzeck, Tatjana Böhm) werden in die Regierung Modrow aufgenommen
- 11. Februar: Die bedingungslose Freilassung Nelson Mandelas markiert den Anfang vom Ende der Apartheid
- 15. Februar: Im Celler Prozess gegen die – neben Karl Koch – am KGB-Hack beteiligten DOB, Pedro und ein Hacker namens Urmel wird das Urteil gesprochen. Sie werden zu Freiheitsstrafen auf Bewährung zwischen 2 Jahren und 14 Monaten verurteilt
- 16. Februar: Der SWAPO-Politiker Sam Nujoma wird zum ersten Präsidenten des unabhängigen Namibia gewählt

März


- 11. März: Litauen erklärt sich für unabhängig
- 11. März: Komoren. Said Mohamed Djohar wird zum Staatspräsident gewählt
- 14. März: Michail Gorbatschow wird zum Präsidenten der UdSSR gewählt
- 18. März: Erste freie Wahl zur Volkskammer in der DDR
- 18. März: Zwölf Gemälde im Gesamtwert 100 Million US-Dollar, werden von zwei Dieben, die als Polizisten verkleidet waren, aus dem Isabella-Stewart-Gardner-Museum in Boston, Massachusetts, gestohlen. Das ist der größte Kunstraub in der Geschichte der USA
- 21. März: Mit Nujomas Vereidigung als Staatspräsident durch UN-Generalsekretär Pérez de Cuéllar wird Namibias Unabhängigkeit vollzogen
- 21. März: Lee Teng-huis wird Präsident der Nationalversammlung in Taiwan
- 24. März: Islam Karimow wird Staatspräsident in Usbekistan
- 25. März: Erste demokratische Wahlen seit mehr als 40 Jahren in Ungarn
- 27. März: Der nach Kuba sendende US-amerikanische Fernsehsender TV Martí nimmt seinen Betrieb auf
- 30. März: Estland erklärt sich zur Republik

April


- 1. April: Start der privaten Lokalsender in Nordrhein-Westfalen. Als Erster geht Radio Duisburg auf Sendung
- 3. April: Bulgarien. Petar Mladenov wird Präsident
- 5. April: 18 Tage nach den ersten freien Wahlen zur Volkskammer der DDR konstituiert sich diese und wählt Sabine Bergmann-Pohl zu ihrer Präsidentin
- 9. April: Einführung des Mehrparteiensystems in Nepal
- 12. April: Lothar de Maizière wird erster (und letzter) demokratisch gewählter Ministerpräsident der DDR
- 12. April: In Hardegg (Niederösterreich) wird der Grenzübergang über die Thayabrücke Hardegg – Čížov in die ČSFR eröffnet
- 23. April: Namibia wird Mitglied bei den Vereinten Nationen
- 23. April: Bürgerbefragung in Karl-Marx-Stadt: 76 % entscheiden sich für die alte Stadtbezeichnung „Chemnitz
- 24. April: Nursultan Nasarbajew wird Staatspräsident von Kasachstan
- 25. April: Oskar Lafontaine wird bei einem Attentat lebensgefährlich verletzt

Mai


- 4. Mai: Lettland erklärt seine Unabhängigkeit
- 5. Mai: Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten: In Bonn beginnt die erste Runde der Zwei-plus-Vier-Gespräche
- 10. Mai: Kulturabkommen zwischen Deutschland und Vietnam. In Kraft seit dem 6. März 1991
- 18. Mai: Theo Waigel und Walter Romberg unterzeichnen den Deutsch-Deutschen Staatsvertrag zur Bildung einer Wirtschafts-, Sozial- und Währungsunion
- 22. Mai: Die