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Føroya Fólkaháskúli
Die Volkshochschule der Färöer (fär. Føroya Fólkaháskúli) wurde 1899 von Rasmus Rasmussen und Símun av Skarði in Klaksvík gegründet und hat heute ihren Sitz in Tórshavn.
Die färöische Volkshochschule war die erste Bildungseinrichtung, auf der in färöischer Sprache gelehrt wurde. Nicht zuletzt deswegen spielt sie in der nationalen Erweckung in der Geschichte der Färöer eine zentrale Rolle, die mit dem Weihnachtstreffen der Färöer 1888 ihren Anfang nahm und sich im färöischen Sprachstreit kulturell durchsetzen konnte.
Vorgeschichte
Die Idee, auf der die Volkshochschulen basieren, stammt aus Dänemark. Die Bewegung hatte ihren Ausgangspunkt in der Demokratie, die 1848 in Dänemark den Absolutismus abgelöst hatte. N.F.S. Grundtvig, der den Anstoß zur Volkshochschulbewegung gab, war der Meinung, dass das Volk, wenn es sich an der Regierung des Landes beteiligen sollte, besser informiert werden müßte, als dies in der Volksschule möglich war. Das Volk müßte sich selbst, also seine Geschichte und seine Kultur, kennenlernen. Dabei sollten jedoch nicht die Prinzipien, die in den eigentlichen Hochschulen angewandt wurden, zum Tragen kommen. Sinn der Sache war es nicht, dass alle gelehrte Spezialisten sein sollten. Statt des Buches und des Auswendiglernens vertrauten Grundtvig und Christen Kold, der die Idee verwirklichen sollte, vielmehr auf das gesprochene Wort, das mit Begeisterung in der Muttersprache vorgetragen werden sollte.
Die Volkshochschulbewegung stieß auf den Färöern auf reges Interesse. Seit den 1870ern hatte eine Vielzahl Färinger dänische Volkshochschulen besucht. Insbesondere die Vallekilde-Volkshochschule war beliebt. In diesen Volkshochschulen waren natürlich dänische Sprache, dänische Geschichte und dänische Literatur der Ausgangspunkt. Sowohl Bewohner der Färöer als auch dänische Vertreter der Volkshochschulbewegung, die großes Verständnis für die nationale Erweckung der Färinger hatten, wussten, dass man, wenn die nationale färöische Bewegung bestehen sollte, eine auf dem Volk basierende Volkshochschule gründen müsste.
Símun und Rasmus
dänische Literatur waren die Frauen "im Hintergrund" ihrer großen Ehemänner, aber ohne sie wäre der Betrieb der Volkshochschule nicht denkbar gewesen. Auf dieser Briefmarke von 2000 ist im Hintergrund der Fotomontage das Hauptgebäude der Volkshochschule in Tórshavn zu sehen, das heute noch steht, aber um mehrere Nebengebäude ergänzt wurde.]]
Zwei Färinger beschlossen, sich für die Sache einzusetzen: Símun av Skarði und Rasmus Rasmussen. Sie werden allgemein bei ihren Vornamen genannt, und sogar die nach ihnen benannten Straßen heißen im Gegensatz zu allen anderen nach Personen benannten Straßen in Tórshavn Símunargøta und Rasmusargøta.
Die beiden lernten sich in den 1890ern in Dänemark auf der Volkshochschule Askov kennen. Sie einigten sich auf eine Zusammenarbeit und begannen, sich auf die Aufgabe vorzubereiten. Zwei Winter und zwei Sommer waren sie Schüler der Heimvolkshochschule Askov; später besuchten sie für ein Jahr die pädagogische Fortbildungsschule (Statens Lærerhøjskole) in Kopenhagen. Símun studierte insbesondere Geschichte und Sprachen, während Rasmus Naturkunde und Mathematik studierte.
Die färöische Volkshochschule - Føroya Fólkaháskúli - wurde im Winter 1899 in provisorischen Räumlichkeiten in Klaksvík gegründet, die durch einen Kaufmann zur Verfügung gestellt worden waren. Rasmus heiratete die Schwester von Símun: Anna Suffía av Skarði. In den ersten Jahren war sie Hausmeisterin. Im selben Jahr wurde mit dem Bau der Volkshochschule begonnen. An einer schönen Küstenstrecke westlich von Klaksvík fanden sie unter einem steilen Berghang einen geeigneten Ort, den sie Fagralíð (schöner Berghang) tauften. Rasmus, der gelernter Zimmermann war, hat das Gebäude zusammen mit anderen Männern aus den Nordinseln errichtet. Im nächsten Winter war das Haus bezugsfertig, die Schüler konnten aber erst am 28. November kommen. Sanna av Skarði reiste in diesem Sommer zur dänischen Volkshochschule Vallekilde, um hier Kenntnisse der Haushaltsführung und der Handarbeit zu erlangen, so dass sie in der Volkshochschule Fagralíð den Haushalt führen und unterrichten könnte.
Viele Hindernisse mußten überwunden und alle Kräfte aufgeboten werden. Die wirtschaftliche Lage war äußerst gespannt; die Idee fand jedoch breite Unterstützung in der Bevölkerung. Die jungen Idealisten fanden überall eine positive Haltung zur Volkshochschule vor. Im ganzen Land wurden Geldspenden für die Volkshochschule gesammelt und die Schule hatte viele Freunde. Die Umgebung der Schule war schön und idyllisch. Die Lehrer konnten abends zusammen mit den Schülern im Fjord angeln und in den Bergen wandern. Dies war so lange möglich, wie die Lehrer noch jung und stark waren. Zugleich stellte sich jedoch heraus, dass die abgelegene Lage der Schule äußerst unpraktisch war. Es gab keine Straßenanbindungen, so dass alle Waren, u.a. Kohle, mit dem Ruderboot transportiert oder auf dem langen Weg über den Berg aus Klaksvík auf dem Rücken getragen werden mußten. Die Schule mußte schließlich nach Tórshavn verlegt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten bereits 200 Färinger die Volkshochschule besucht. Im Jahre 1909 wurde das Gebäude auseinandergenommen und etwas westlich der Hauptstadt wiederaufgebaut. Hier befindet sich die färöische Volkshochschule immer noch. Die Stadt ist seither stetig gewachsen, so daß die Volkshochschule nunmehr inmitten der Stadt liegt.
Entwicklung bis heute
In den ersten Jahren waren die räumlichen Verhältnisse beengt, ab den 1950ern und 1960ern ist die Schule jedoch erheblich erweitert worden. Sie hat z.B. einen geräumigen Esssaal, eine geräumige Küche, eine große Sporthalle und zeitgemäße Klassenräume bekommen. In den 1980ern wurde die Schule außerdem durch zwei benachbarte Gebäude erweitert. Der heutige Leiter der färöischen Volkshochschule ist der Philosoph und Dichter Rói Patursson ( - 1947).
Die Kurse dauern von Januar bis Juni. Es werden Geschichte, Gemeinschaftskunde, Literatur, Färöisch, Philosophie, Musik, Gesang, Theater, Fotografie, Malerei, Kochen, Weben, Keramik-, Metall- und Holzarbeiten unterrichtet. Es gibt drei hauptamtliche Lehrkräfte, und die Unterrichtssprache ist Färöisch. Im Falle gelegentlicher ausländischer Schüler, wird aber auch zusätzlich in anderen skandinavischen Sprachen oder Englisch unterrichtet. Ein Jahrgang hat durchschnittlich 25-30 Schüler, wovon keiner jünger als 17 ist. Sie leben während des Semesters zusammen auf dem Campus. Die Volkshochschule ist also wie in Skandinavien üblich ein Internat, wo die Schüler gemeinsam lernen und ihre Freizeit miteinander verbringen. Ein Semester kostet jeden Teilnehmer 15.000 Kronen, was etwa 2.000 Euro entspricht. Hierin sind Kost und Logie für ein halbes Jahr enthalten.
Nach den Sommerferien im Juli öffnet die Volkshochschule wieder im August. Dann gibt es ein- bis siebenwöchige Kurse für ältere Erwachsene. Daneben wird in dieser Zeit das sogenannte Skandinavische Kulturpaket für ausländische Interessenten angeboten. Das ist in erster Linie an Menschen über 50 Jahre gerichtet und mit Exkursionen verbunden.
Weblinks
- [http://www.skulin.fo/ffh Skulin.fo/ffh - Homepage] (leider wenige Informationen)
- [http://www.stamps.fo/default.asp?catalog%5Fname=Frim%E6rker&category%5Fname=2000&product%5Fid=364 Stamps.fo - Die färöische Heimvolkshochschule - 1899-1999] (Public Domain und Grundlage dieses Artikels)
Kategorie:Bildung und Wissenschaft auf den Färöern
Kategorie:Tórshavn
Kategorie:Färöische Sprache
VolkshochschuleDie Volkshochschule (VHS) ist eine gemeinnützige Einrichtung zur Erwachsenen- und Weiterbildung. Als Träger von Volkshochschulen fungieren meist Gebietskörperschaften wie Gemeinden oder aber Berufsverbände. In der Regel finanzieren sich die VHS durch die drei "Säulen": Zuschüsse des Landes, Zuschüsse der Gemeinde(n) und Einnahmen aus Teilnehmerentgelten. Da die VHS zwar Einnahmen erzielen muss, aber keine gewerbliche, gewinnorientierte Institution ist, sind die VHS-Kurse bei zumindest gleicher Qualität meistens sehr viel günstiger, als solche kommerzieller Unternehmen.
Allgemeine Informationen
Das Lehrangebot von Volkshochschulen besteht aus Lehrveranstaltungen verschiedener Dauer, meist zwischen 1 und 15 Wochen. Es gibt Kurse, die auf die Bedürfnisse berufstätiger Personen zugeschnitten sind und daher vorwiegend abends abgehalten werden. Andere stehen insbesondere Arbeitslosen, Hausfrauen und -männern, Rentnern und Pensionären offen und werden vormittags durchgeführt. Auch an Wochenenden finden Intensivkurse, z. B. Computerkurse statt, an denen alle demografischen Schichten teilnehmen können. Ein weiteres Standbein der Volkshochschulen sind Bildungsurlaube nach den Arbeitnehmerweiterbildungsgesetzen der Bundesländer.
Volkshochschulen verstehen sich heute als kommunale Weiterbildungszentren. Sie bieten Kurse, Einzelveranstaltungen, Kompaktseminare, Studienreisen und -fahrten ebenso an, wie "Bildung auf Bestellung" in Form von sog. Firmen- oder Inhouse-Kursen.
Jede Volkshochschule ist eigenständig. Es gibt jedoch Landesverbände der Volkshochschulen in allen Bundesländern, in denen übergeordnete Dinge geregelt, Verhandlungen auf Landes- und Bundesebene geführt und die enge Zusammenarbeit der einzelnen Volkshochschulen in den Regionen organisiert wird. Die Landesverbände der Volkshochschulen sind im Deutschen Volkshochschul-Verband e. V. zusammengeschlossen.
Typisch für das Kursangebot sind folgende Themenbereiche:
- Allgemeinbildung
- Berufliche Bildung
- Politische Bildung
- Sprachen (Alphabetisierung, Deutsch für Migranten, Fremdsprachen)
- Kultur und Gestalten
- EDV
- Gesundheitsbildung
- Schulabschlüsse
Geschichte
Als Begründer der ersten Volkshochschule weltweit im Jahre 1844 gilt der Däne Nikolai Frederik Severin Grundtvig. Die ersten Volkshochschulen in Deutschland wurden nach Ende des Ersten Weltkrieges 1918 mit dem Ziel gegründet, die breite Bevölkerung besser zu bilden, die zuvor von der Bildung ausgeschlossen war. Herman Nohl, Heinrich Weinel und Reinhard Buchwald gründeten Ende 1918 die Volkshochschule Jena, einen Tag nach der Eröffnung gab es bereits 2000 eingeschriebene Hörer. Am 25. Februar 1919 fand die Gründungssitzung der Volkshochschule Thüringen in den Räumen der Firma Carl Zeiss statt. Die Firma stellte der Bewegung auch für Lehrveranstaltungen kostenlose Räumlichkeiten zur Verfügung und spendete 10.000 Mark. Am 1. Juni gab es bereits 26 Volkshochschulen, Ende 1920 war die Anzahl bereits auf über 90 angewachsen.
Volkshochschulen in Skandinavien
Volkshochschulen existieren auch in Skandinavien, wo diese Schulform, eingeführt durch Grundtvig, ihren Ursprung hat. Allerdings unterscheiden sich skandinavische Volkshochschulen in ihrem Charakter sehr stark von ihren Gegenstücken im deutschsprachigen Raum.
Diese Institutionen, die folkehøjskole (Dänisch), folkehøgskole (Norwegisch), folkhögskola (Schwedisch) oder fólkaháskúli (Färöisch) genannt werden, sind einjährige Internatsschulen. Die Schüler dieser Volkshochschulen sind zwischen 18 und 25 Jahre alt. Es gibt an diesen Schulen keine Prüfungen, vielmehr wird besonderer Wert auf persönliche Erfahrung, Erlebnis und Dialog gelegt. Ziel dieser Schulen ist es, den Schülern eine fachliche, soziale und persönliche Weiterentwickelung zu ermöglichen. Die angebotenen Kurse decken ein breites Themenspektrum ab, wie beispielsweise Kunst, Handwerk, Musik, Sport, Philosophie, Theater, Fotografie oder Medien.
Siehe auch
Familienbildungsstätte
Weblinks
- [http://www.meine-vhs.de meine-vhs.de] Kursangebote und Veranstaltungen der Volkshochschulen in Deutschland
- [http://www.vhs.de vhs.de] Volkshochschulen in Deutschland und anderen Ländern
- [http://www.dvv-vhs.de dvv-vhs.de] Deutscher Volkshochschul-Verband e.V.
- [http://www.vhs.or.at] Verband Österreichischer Volkshochschulen
- [http://www.vhs.or.at/archiv] Österreichisches Volkshochschularchiv
- [http://www.adulteducation.at] Knowledgebase Erwachsenenbildung
- [http://www.vhs.at vhs.at] Verband Wiener Volksbildung
- [http://www.vhs.ch vhs.ch] Verband der Schweizerischen Volkshochschulen
- [http://www.u-p.asso.fr/up_de_france.php UPs - Les Universités Populaires] Volkshochschulen in Frankreich (französisch)
- [http://www.volkshochschule.it Südtiroler Volkshochschulen] Verband der Volkshochschulen Südtirols
- [http://www.folkeuniversitetet.dk/ Folkeuniversitetet i Danmark] Volkshochschulen in Dänemark (dänisch [englisch, französisch])
- [http://www.folkhogskola.nu/ Folkhögskolor i Sverige] Volkshochschulen in Schweden (schwedisch)
- [http://www.folkhogskolor.fi/ Folkhögskolor i Finland] Volkshochschulen in Finnland (finnisch [schwedisch, englisch])
- [http://www.folkehogskole.no/ Folkehøgskole i Norge] Volkshochschulen in Norwegen (norwegisch [englisch, deutsch, chinesisch])
Kategorie:Erwachsenenbildung
Kategorie:Schultypen/-system
Rasmus Rasmussen
Rasmus Rasmussen ( - 13. August 1871 in Miðvágur/Färöer, †5. Oktober 1962 in Tórshavn) war ein färöischer Pädagoge und Schriftsteller.
Rasmus Rasmussen war zusammen mit Símun av Skarði der Begründer der Volkshochschule der Färöer. Unter dem Pseudonym Regin í Líð schrieb er den ersten färöischen Roman und war überdies ein bedeutender Prosaschriftsteller.
Rasmus ist der Sohn von Ata Haraldsdatter und Johannes Rasmussen aus Miðvágur. 1892 bis 1894 war er auf der Volkshochschule in Vallekilde/Dänemark und 1896 bis 1898 in Askov, wo er av Skarði kennen lernte und beide den Beschluss fassten, eine färöische Volkshochschule zu gründen. Später besuchten sie gemeinsam die Pädagogische Hochschule in Kopenhagen (Statens Lærerhøjskole), wo sich Rasmussen auf Naturwissenschaften und Mathematik spezialisierte.
Zurück auf den Färöern, gründeten sie 1899 die Volkshochschule in Klaksvík. Rasmussen heiratete die Schwester seines Freundes, Anna Suffía av Skarði, die ebenfalls an der Volkshochschule arbeitete. Rasmussen lehrte hier bis 1947.
Von 1914 bis 1928 saß Rasmus Rasmussen als Politiker der Sjálvstýrisflokkurin im Løgting. Er löste damals Símun av Skarði ab, der seit der Parteigründung 1906 im Parlament saß. Von 1911 bis 1947 war Rasmussen auch Vorstandsmitglied des Føroya Fiskimannafelag (Fischerverband der Färöer).
Als Schriftsteller befasste er sich unter anderem mit der färöischen Botanik. Føroya Flora von 1936 ist das Hauptwerk dieser Arbeit. Sein Debüt 1909 war allerdings ein Roman (Babelstornið - "Der Turm zu Babel") - gleichzeitig der erste Roman in färöischer Sprache. Als Übersetzer gab er die klassischen altnordischen Werke Völuspá und Hávamál auf Neufäröisch heraus, die ein Bestandteil der Älteren (Lieder-) Edda sind.
Werke
- 1909 - Bábelstornið (2. Ausgabe 1987)
- 1910 - Plantulæra (Pflanzenlehre)
- 1912 - Glámlýsi (aktuelle Ausgabe 2003 - ISBN 99918-0-338-1)
- 1922-1923 - Völuspá (Übersetzung, 1945 erschienen)
- 1928 - Høvdingar hittast (Schauspiel)
- 1936 - Føroya Flora (2. Ausg. 1952)
- 1942 - Tvær fornsøgur
- 1943 - Tvær skaldsøgur
- 1945 - Fornmálasagnir og fornmálaljóð
- 1945 - Hávamál (Übersetzung)
- 1946 - Gróðrarnýtsla fyrr
- 1949 - Sær er siður á landi (Erinnerungen - 2. Ausg. 1985)
- 1950 - Føroysk Plantunøvn (Färöische Pflanzennamen)
- 1951 - Yvirlit yvir Føroya søgu (Übersicht über die Geschichte der Färöer)
- 1952 - Gróður og gróðrarvánir
- 2001 - Rakul - og aðrar søgur ISBN 99918-0-283-5 (auch als Hörbuch erhältlich)
Literatur
- Tummas Lenvig: Fyrsta føroyska skaldsøgan : Regin í Líð: Bábelstornið : hvat hevur høvundurin serliga viðgjørt og lýst, og hvussu er tað gjørt? Tórshavn, 1991
- Kirsten Brix: Dialog i Babelstårnet : analyse af Regin í Líðs prosaforfatterskab, Dissertation an der Universität der Färöer, 2001, Buchausgabe 2002. (auf Dänisch, mit Übersetzungen aus Rasmussens Werk - Annales societatis scientiarum Færoensis, Supplementum, ISSN 0365-6772)
- Kirsten Brix: „Regin í Líð und der Durchbruch – eine kurze Darstellung einiger Kapitel in der Prosadichtung von Regin í Líð.“ In: Tjaldur 30, S. 22-26
Weblinks
- [http://www.frodskaparfelag.fo/tidindaskriv_phdritgerd_rasmus_rasmussen.htm Frodskaparfelag.fo - Ph.D.- ritgerð um prosuskaldskapin eftir Regin í Líð] (auf Färöisch über Kirsten Brix' Doktorarbeit)
Kategorie:Färinger
Rasmussen,Rasmus
Rasmussen,Rasmus
Rasmussen,Rasmus
Símun av Skarði der Färöer.]]
Símun av Skarði [] ( - 3. Mai 1872 in Skarð/Färöer, † 9. Oktober 1942 in Tórshavn) war ein färöischer Lehrer für Geschichte und Sprachen, zusammen mit Rasmus Rasmussen ist er der Begründer der Volkshochschule der Färöer.
Símun av Skarði ist auch bekannt als der Dichter der Nationalhymne der Färöer. Er ist einer der Pioniere bei der Durchsetzung der färöischen Sprache in der Volksbildung der Färinger.
Biographie
Símun ist der Sohn von Elsa (geborene Matras aus Viðareiði) und Johannes Johannessen aus Skarð. Aus Skarð bedeutet auf Färöisch av Skarði und wurde dann als Familienname genommen.
Símun av Skarði studierte bis 1896 an der Pädagogischen Hochschule der Färöer und im Anschluss drei Jahre in Dänemark, wo er seinen Landsmann Rasmus Rasmussen kennen lernte. Zusammen fassten sie den Plan, nach Grundtvigs Vorbild eine Volkshochschule auf den Färöern zu gründen. Gleich nach ihrer Rückkehr auf die Färöer 1899 wurde die VHS Fagralíð westlich von Klaksvík eröffnet.
1901 heiratete Símun av Skarði Sanna Jacobsen, die er aus seiner Studienzeit am Lehrerseminar in Tórshavn kannte. Zusammen hatten sie die Tochter Sigrid av Skarði Joensen (1908-1975). 1909 zogen sie mit der Volkshochschule von Klaksvík in die Hauptstadt um. 1911 kam der Sohn Jóhannes av Skarði zur Welt.
1906 bis 1914 saß Símun av Skarði für die Sjálvstýrisflokkurin (Selbständigkeitspartei, gegr. 1906) im Løgting.
Símun av Skarði prägte den färöischen Sprachenstreit durch die Macht des Faktischen entscheidend mit, denn seine Volkshochschule war die erste Schule auf den Färöern, wo die färöische Sprache auf dem Lehrplan stand. Und das keineswegs nur als Sprachkurs. Alle anderen Fächer wurden auch in Färöisch unterrichtet. Bis zu seinem Tode 1942 war er Leiter der Volkshochschule.
Werksverzeichnis
- Tú alfagra land mítt. Nationalhymne der Färöer
- Jólasálmar og morgun- og kvøldsálmar. Tórshavn: Fram 1913 (30 S., Weihnachtslieder und Morgen- und Abendlieder, zusammengetragen von Jákup Dahl und Símun av Skarði)
- Vár: sjónleikur í fimm pørtum. 2. Ausgabe - Tórshavn: Ungu Føroyar, 1960. (67 S. "Frühling: Schauspiel in fünf Teilen")
- Turið Sigurðardóttir (Hrsg.): Streingir, ið tóna. (Gesammelte Werke, 7 Bände, herausgegeben von seiner Enkelin)
- Streingir, ið tóna: Yrkingar. Tórshavn, Forlagið Fannir, 1998. ISBN 99918-49-20-3. (176 S., Gedichte)
- Streingir, ið tóna II: Søguligar greinir, skaldskapur og søga. Tórshavn, Forlagið Fannir, 1999. ISBN 99918-49-25-4 (257 S. Geschichtliche Arbeiten, Dichtkunst und Geschichte)
- Streingir, ið tóna III: Skald og skaldskapur, mál og upplýsing, mentan .... Tórshavn, Forlagið Fannir, 2000. ISBN 99918-49-27-0 (446 S., Dichtung, Sprache, Kultur)
- Streingir, ið tóna IV: Søgur og ævintýr. Tórshavn, Forlagið Fannir, 2001. ISBN 99918-49-31-9 (274 S., Geschichten und Märchen)
- Streingir, ið tóna V: Søgur og ævintýr. Tórshavn, Forlagið Fannir, 2002. ISBN 99918-49-31-9 (102 S., Geschichten und Märchen)
- Streingir, ið tóna VI: Vár og Víkingarnir á Hálogalandi. Tórshavn, Forlagið Fannir, 2003. ISBN 99918-49-37-8 (161 S., zwei Stücke)
- Streingir, ið tóna VII: Skaldsøgan Strondin bláa eftir Kristmann Guðmundsson. Tórshavn, Forlagið Fannir, 2004. ISBN 99918-49-38-6 (290 S., av Skarðis Übersetzung von "Den blå kyst" von Kristmann Guðmundsson)
Literatur
- Guðrun Gaard: Højskolemændene Símun av Skarði (1872-1942) og Rasmus Rasmussen (1871-1962), en bio-bibliografisk undersøgelse. Odense Universitet, Nordisk Institut: 1988 (37.41)
Weblinks
- [http://www.stamps.fo/default.asp?catalog%5Fname=Frim%E6rker&category%5Fname=2000&product%5Fid=364 Stamps.fo: "Die färöische Heimvolkshochschule - 1899-1999"] (zur Briefmarkenausgabe)
Skardi,Simun avSkardi,Simun avKategorie:FäringerSkardi,Simun avSkardi,Simun avSkardi,Simun avSkardi,Simun av
Klaksvík
Klaksvík [] (älterer Name: Klakksvík, davor Vágur, dänischer Name: Klaksvig) ist die zweitgrößte Stadt der Färöer und Zentrum der so genannten Nordinseln. Es ist der wichtigste Standort der Fischereiindustrie auf den Färöern.
Die Kommune Klaksvík umfasst auch die Orte Árnafjørður, Norðoyri und Ánirnar. Zusammen hatten sie 2002 genau 4.794 Einwohner. Am 1. Januar 2005 kommt die bisherige Kommune Mikladalur hinzu.
Klaksvík liegt auf der Insel Borðoy, welche die größte der färöischen Nordinseln darstellt. Die Stadt befindet sich in einem Tal am Ende eines kleinen Fjordes zwischen den Bergen Myrkjanoyrarfjall (689 m), Háafjall (647 m), Hálgafelli (503 m) und dem Klakkur (414 m), dem die Stadt den Namen verdankt. Klakkur heißt überstehende Klippe, Bergkuppe; und vík heißt Bucht.
Einen Bewohner nennt man Klaksvíkingur (Plural Klaksvíkingar), was korrekt mit Klakswikinger übersetzt wird.
Klaksvík ist schon seit der Wikingerzeit auf den Färöern besiedelt, was Ausgrabungen belegen. Auch war hier eine lokale Thingstätte, das so genannte várting. Allerdings bestand der Ort aus vier verstreuten Höfen, bis hier im 19. Jahrhundert der Königliche Monopolhandel eine Filiale eröffnete. Erst seitdem entstand die eigentliche Stadt.
1955 stand der Aufstand von Klaksvík in der Weltpresse, als sich die Bewohner anschickten, einen hier praktizierenden Arzt mit Waffengewalt gegen seine Absetzung zu verteidigen. Allerdings war das nur der äußerliche Anlass. Es ging damals um weit tiefer gehende Fragen der färöischen Selbständigkeit, und die Klakswikinger sind bekannt für Drang nach Eigenständigkeit.
Klaksvík erreicht man von der Hauptstadt Tórshavn aus auf dem Landweg durch die Berge der Inseln Streymoy und Eysturoy. Dort steigt man dann im Hafen Leirvík auf die Autofähre um, welche mehrmals täglich nach Klaksvík pendelt. 2006 soll der Nordinselntunnel zwischen Leirvík und Klaksvík fertig gestellt sein.
Neben der Fischindustrie beheimatet Klaksvík auch die größte Brauerei des Landes: Föroya Bjór. Die andere Brauerei, Restorffs Bryggjarí, befindet sich in Tórshavn.
Eine andere Sehenswürdigkeit ist die Christianskirkjan (Die Christianskirche) von 1963. Sie besitzt einen ca. 4.000 Jahre alten Taufstein, der ursprünglich ein heidnisches Opferbecken in Dänemark war.
Klaksvík hat seit 1915 auch eine eigene Regionalzeitung, das Norðlýsið.
Fährt man von Klaksvík weiter in Richtung Nordosten, gelangt man über einen aufgeschütteten Damm auf die Insel Viðoy und dort zum nördlichsten Ort der Färöer, Viðareiði mit dem dahinter gelegenen Kap Enniberg.
Siehe auch: Liste der Städte und Orte auf den Färöern
Persönlichkeiten
- Elinborg Lützen (1919-1995) - Grafikerin
- Hanni Bjartalið Maler
- Malan Marnersdóttir, erste feministische färöische Literaturwissenschaftlerin und Rektorin der Universität der Färöer
Weblinks
- [http://www.faroeislands.dk/pages/KlaksvikIndex.htm Faroeislands.dk: Klaksvík] (auf englisch, info. und Fotos)
- [http://www.klhavn.fo klhavn.fo - Port of Klaksvík] (Homepage des Hafens auf englisch)
- [http://www.portal.fo/cam/webcam.php?kamera=1 Webcam in Klaksvík] (die Bauarbeiten im Vordergrund bilden das Fundament eines geplanten Einkaufszentrums)
- [http://www.klaksvik.fo Klaksvik.fo - Homepage]
Kategorie:Färöer Kategorie:Ort auf den Färöern Kategorie:Borðoy -
nb:Klaksvík
Geschichte der FäröerDie Geschichte der Färöer ist ein Teil der Geschichte Skandinaviens. Häufig weist sie Parallelen zur Geschichte Islands auf, ist wie diese oft zunächst von Ereignissen in der Geschichte Norwegens und später in der Geschichte Dänemarks bestimmt.
Sie beginnt um 625 mit der Entdeckung der Inselgruppe durch irische Mönche. Nach 800 findet die Landnahme durch Wikinger statt, deren Nachfahren zum Teil die heutige Bevölkerung der Färöer bilden. Um 1000 wurden die Färöer christianisiert und danach Teil von Norwegen. Mit der dänisch-norwegischen Personalunion wurden die Färöer faktisch ein Teil Dänemarks. Nach der Reformation 1536 verewigte sich die Vorherrschaft der dänischen Sprache. 1814 wurde Norwegen von Dänemark abgetrennt, die Färöer verblieben bei Dänemark. Das dänische Handelsmonopol wurde 1856 aufgehoben. Um diese Zeit entstand die neufäröische Schriftsprache. In der Folge entwickelten sich die Färöer von einer mittelalterlichen Agrargesellschaft zu einer modernen Fischereination, die seit 1948 weitgehende Autonomie besitzt.
Siehe auch: Kirchengeschichte der Färöer
Geologische Geschichte
- Siehe Hauptartikel: Geologie der Färöer
Die Färöer gehören als entlegene Inselgruppe zu jenen Winkeln der Welt, die zuletzt von Menschen entdeckt und besiedelt wurden. Sie entstanden vor etwa 70-60 Millionen Jahren im Tertiär infolge vulkanischer Tätigkeit als Teil des damaligen Landrückens, der sich von Grönland bis Irland und Schottland erstreckte und bis zu 4000 Meter hoch war.
Aus der erkalteten Lava bildete sich der typisch färöische Basalt, der immer wieder durch dünnere Tuffschichten durchzogen ist, die aus dem nachfolgenden Ascheregen entstanden. In einer vulkanischen Pause gab es eine tropische Vegetation. Kohleschichten zeigen Abdrücke des Urweltmammutbaums und des Ginkgos. Durch Erosion senkte sich der größte Teil dieses Plateaus ab. Übrig blieben die Inseln der Hebriden, Färöer und Island.
Die Eiszeit formte aus den Resten dieses Plateaus die Färöer in ihrer heutigen Gestalt mit den charakteristischen Tälern in südöstlich-nordwestliche Richtung, die sich oft mit Wasser füllten, eine Verbindung mit dem Meer schufen und die heutigen Fjorde der Färöer bildeten. Die weichen Tuffschichten waren ständig der Gewalt der Brandung und des rauhen Klimas ausgesetzt, wurden ausgespült und ließen die mächtigen Basaltschichten darüber zusammenstürzen. So entstanden die charakteristische Treppenstruktur im Landesinneren und die gewaltigen Abbruchkanten vornehmlich an der Westküste und den nördlichen Klippen.
Womöglich überlebten arktische Pflanzen die Eiszeit auf den färöischen Gipfeln oberhalb der 400 Meter dicken Gletscher. Als jene verschwanden, wurden die Färöer von Pflanzen aus Schottland und Norwegen neu besiedelt, die zum Beispiel durch Seevögel ins Land kamen. Neben den Vögeln gab es sonst nur noch Insekten und Robben, die sich auf den färöischen Holmen und in den Grotten ihre Plätze suchten.
Die ersten Menschen trafen ein Land vor, in dem es weder Landsäuger, Reptilien noch höhere Bäume gab. Neben den genannten (dürftigen) Kohleflözen haben die Färöer keine Bodenschätze vorzuweisen. Allerdings gibt es Anzeichen für Erdöl im Schelf innerhalb der 200-Seemeilenzone der Färöer.
Sagen, Mythen und Legenden
200-Seemeilenzone der Färöer, die die Färöer nach Island ziehen wollten. Diese färöische Briefmarke von 1996 wurde seinerzeit von der internationalen Sammlergemeinde zur Briefmarke des Jahres gewählt.]]
Auf den Färöern gibt es Sagen und Mythen, die in grauer Vorzeit angesiedelt sind, also zu einer Zeit spielen, wo die Färöer unbewohnt waren. Am bekanntesten ist der Mythos von Risin und Kellingin, zwei Trollen, die im Auftrage Islands versucht haben sollen, die Färöer bei Nacht dorthin zu verbringen. Kellingin, das Trollweib, soll dabei die Landschaft mit ihren gewaltigen Fußtritten entscheidend mitgeformt haben. Diese Sage sucht also auch eine Erklärung für die eigentümliche Form der Inseln. Jedenfalls rührten sich die Färöer nicht vom Fleck, die beiden wurden von der Sonne überrascht und erstarrten zu zwei Basaltsäulen, die dort noch heute stehen. Auch sonst wimmelt es auf den Färöern von Fabelwesen, die nach (scherzhafter) Meinung von William Heinesen (1900-1991) erst mit der Elektrifizierung verschwanden.
Realistischer geht es in der Legende von St. Brendan zu, der um 560 herum auf seiner berühmten Reise Navigatio Sancti Brendani ein „Vogelparadies“ entdeckt haben soll. Viele nehmen an, damit könnten die Färöer gemeint gewesen sein, zumal er weiter nördlich eine „Feuerinsel“ gefunden haben will - Island?
Die Färingersaga schließlich, gilt als das wichtigste Dokument über die ersten Nordmänner auf den Färöern. Sie ist weit mehr als eine Sage im Sinne eines Märchens, sondern eine ernst zu nehmende historische Quelle, gleichwohl sie teilweise auch von unrealistischen Dingen zu berichten weiß.
Die gesammelten färöischen Mythen und Legenden sind seit einigen Jahren im Internet unter [http://www.tjatsi.fo Tjatsi.fo] gesammelt (teilweise auch auf Deutsch). Viele färöische Schulklassen haben seitdem von dort ihre Unterrichtseinheiten bezogen.
Auffallend ist in den frühen färöischen Balladen der Bezug auf Siegfried den Drachentöter wie er in den färöischen Sigurdliedern als Hauptperson auftaucht. Interessanterweise ist (der reale) Karl der Große zweitwichtigste Person in der Überlieferung dieser Volksweisen, die von einer Zeit erzählen, als es noch keine Geschichtsschreibung der Färöer gab.
Irische Mönche
Karl der Große
- Siehe Hauptartikel: Irische Mönche auf den Färöern
Heute ist unbestritten, dass die Färöer spätestens um 625 von irischen Mönchen betreten und vom Ort Sumba ausgehend besiedelt wurden. Archäologische Zeugnisse gibt es auch in der unmittelbaren Umgebung bei Akraberg, Víkarbyrgi und etwas weiter nördlich in Porkeri.
Unter anderem konnte anhand botanischer Untersuchungen nachgewiesen werden, dass der Hafer seit dieser Zeit dort kultiviert wird. Hierbei muss es sich aber um vergleichsweise kleine Einsiedler-Gruppen gehandelt haben.
Wikinger-Landnahme
Hafer
Siehe Hauptartikel: Wikingerzeit auf den Färöern
Die Haupteinwanderung trat im 9. Jahrhundert durch die Wikinger ein, die von Norwegen aus gen Westen zogen. Gemäß der Färingersaga hieß der erste Siedler Grímur Kamban. Er soll in Funningur gewohnt haben. Seine Ankunft wird auf den Zeitraum um 825 geschätzt. Ein anderer bekannter Siedler aus dieser Zeit ist Naddoddur. Ihm wird die Entdeckung Islands um 850 zugeschrieben, als er auf dem Heimweg von Norwegen an den Färöern vorbei segelte.
Etwa 885-890 fand die zweite Landnahmewelle statt, als viele Menschen aus Norwegen vor Harald Schönhaars Herrschsucht flohen, wie die Färingersaga berichtet. Es kamen aber auch Einwanderer aus Irland und Schottland, zumeist Wikinger, aber auch mit keltischen Frauen und Sklaven.
Es wird davon ausgegangen, dass sich das Althing auf Tinganes bereits um 900 etablierte. Sicher belegt ist es aber erst seit ca. 970. Zu dieser Zeit waren die Färöer eine Art Republik. Die färöische Wolle war seitdem bis ins 19. Jahrhundert wichtigstes Exportgut des Landes.
Christianisierung und norwegische Herrschaft
19. Jahrhundert in Schweden aufbewahrt ist (daher der Name).]]
- Siehe Hauptartikel: Wikingerzeit auf den Färöern
- Siehe Hauptartikel: Christianisierung der Färöer
- Siehe Hauptartikel: Bistum Färöer
- Siehe Hauptartikel: Schafsbrief
- Siehe auch: Geldwesen der Färöer im Mittelalter
Nachdem sich der norwegische König Olav Tryggvason 994 beim englischen König Aethelred taufen ließ und im Jahr darauf Norwegen missionierte, lud er den angesehenen färöischen Häuptling Sigmundur Brestisson zu sich ein, der dann bekehrt, 999 auf den Färöern für die Annahme des Christentums durch das färöische Althing, das heutige Løgting, sorgte. Der Widerstand der einheimischen Wikinger unter dem Häuptling Tróndur í Gøtu führt 1005 zur Ermordung von Sigmundur Brestisson. Sein Grabstein auf Skúvoy gehört zu den wichtigsten Denkmälern des Archipels. Der Nachfolger Olavs, Olav II. Haraldsson von Norwegen, konnte das Christentum in Norwegen und auch auf den Färöern und in Island endgültig durchsetzen. Dafür wird er von den Insulanern heute noch an seinem Todestag, der Ólavsøka, verehrt.
Ólavsøka]]
Ab 1035 gehörte der Archipel als Lehen des Leivur Øssurson politisch zu Norwegen, was das endgültige Ende der Wikingerzeit markierte. Die Färöer konnten sich aber durch die Entfernung zur Zentralmacht ein hohes Maß an Eigenständigkeit erhalten. Von der internationalen Handelstätigkeit dieser Zeit zeugt der Münzfund von Sandur, der etwa 1070/80 vergraben worden sein muss.
In der Folge etablierten sich die katholischen Bischöfe in Kirkjubøur, dem Sitz des Bistums Färöer, das um 1100 eingerichtet wurde. Ab etwa 1110 gab es hier mit der Priesterschule die erste Schule der Färöer. Diese muss schon damals einen hohen Standard gehabt haben, wie die Biografie des späteren norwegischen Herrschers Sverre Sigurdsson andeutet, der hier von 1156 bis 1168 aufwuchs und daheim dann als außerordentlich gebildet galt. Der um 1300 angefangene Magnusdom blieb unvollendet. Es war die Zeit von Bischof Erlendur, dem berühmtesten Geistlichen der Färöer in der katholischen Ära.
Die Hereford-Karte von 1280 ist die älteste bekannte „Weltkarte“, wo auch die Färöer auftauchen. Dort tragen sie den Namen farei. Das ist nach Meinung vieler Linguisten ein keltischer Name und bedeutet ferne Inseln. Gleichwohl wird der Name Färöer meist als fær-øer verstanden, wobei fár Altnordisch für Vieh, Wollvieh ist, also Schaf (øer bedeutet im Dänischen Inseln). Angesichts der vorherrschenden Wolltiere dort ist Schafinseln eine ebenso plausible und akzeptierte Deutung. Hinzu kommt, dass die Färöer selbst den Widder als Wappen führen.
1294 verbot Erik II. Magnusson der Hanse den Handel mit den Färöern, der ausschließlich über norwegische Kaufleute in Bergen abgewickelt werden sollte. 1302 wurde das Handelsverbot für die Hanse erneuert, das erst 1361 aufgehoben wurde.
1298 erhielten die Färöer durch den Schafsbrief des norwegischen Königs ihr „Grundgesetz“, das erst 1637 geändert wurde. Der Schafsbrief regelt nicht nur die Schafzucht, sondern auch den Grindadráp, angemessene Bewirtungskosten, den Umgang mit Leibeigenen, und vieles mehr.
Der Schwarze Tod suchte die Färöer 1349/50 heim und führte zu einem Bevölkerungsverlust von über 30 %. Gleichzeitig trat in diesem 14. Jahrhundert eine Klimaverschlechterung ein. Allgemeine Armut war das Resultat beider Ereignisse. Viele Großbauern mussten ihr Land an die katholische Kirche abtreten, die bald 40 % des Landes besitzen sollte. Die internationale Handelstätigkeit der Färinger kam immer mehr zum Erliegen.
Kalmarer Union
14. Jahrhundert
- Siehe auch: Kalmarer Union
1380 gelangten die Färöer im Zuge der Personalunion Dänemarks mit Norwegen unter die dänisch-norwegische Krone. Sie werden aber weiterhin als ein Teil Norwegens betrachtet, mit dem Løgting als eigener gesetzgebender Versammlung, das seit ca. 1400 diesen Namen trägt. Königin Margarethe I. schaffte es 1397 mit der Kalmarer Union, ganz Skandinavien in ihrem Großreich zu einen.
Das 15. Jahrhundert
1437 bekam der norwegische Bauernführer Amund Sigurdson Bolt die Färöer als Lehen. 1448 kam in Dänemark mit Christian I. das Haus Oldenburg an die Macht. Der Färö-Handel ging in der Folge von Bergen nach Hamburg und Bremen über. 1469 verpfändete Christian I. die Shetlandinseln und Orkneys als Mitgift an das verbündete Schottland. Die Färöer verblieben jedoch bei der dänischen Krone.
1490 erhielten die Kaufleute aus Holland die gleichen Privilegien im Färö-Handel wie die Hanse.
Reformation und Monopolhandel
- Siehe Hauptartikel: Reformation auf den Färöern
- Siehe Hauptartikel: Monopolhandel über die Färöer
- Siehe Hauptartikel: Gabelzeit
Das 16. Jahrhundert
Ab 1500 waren die Färöer immer wieder Piratenüberfällen aus Großbritannien, Irland und Frankreich ausgesetzt, sogar auch aus dem Osmanischen Reich. Militärisch konnten sich die Inseln nur schlecht verteidigen.
Um 1520 setzte Christian II. den Hamburger Kaufmann Joachim Wullenwever als seinen Voigt auf den Färöern ein. Nachdem Christian II. aus Dänemark fliehen musste, bot er 1524 Heinrich VIII. von England die Färöer zum Tausch gegen einen dringend benötigten Kredit an. Jener lehnte allerdings ab. Ansonsten wären die Färöer heute wahrscheinlich ein Teil Großbritanniens und die färöische Sprache ausgestorben, wie es mit dem Norn auf den Shetlandinseln und Orkneys passierte.
1529 gab der dänische König Frederik I. die Färöer den Hamburgern Joachim Wullenwever und Thomas Koppen zum Lehen. Dies wird als Anfang des Handelsmonopols über die Färöer betrachtet. 1532 wurde mit Amund Olavsson der letzte katholische Bischof der Färöer geweiht.
Amund Olavsson
1536 versuchte König Christian III. die Färöer für 100.000 Pfund an England zu verkaufen. Wieder lehnte Heinrich VIII. ab. Im selben Jahr führte Christian III. die Reformation in Dänemark durch. Der norwegische Reichsrat wurde ersatzlos abgeschafft, Norwegen kam damit direkt als Provinz zu Dänemark, und damit faktisch auch die Färöer.
1537 erreichte die Reformation Nidaros und 1538 schließlich die Färöer. Dadurch wurde die Vorherrschaft der dänischen Sprache verewigt, das nun Kirchensprache war. Der Grundbesitz der katholischen Kirche ging in die Hände der Krone über, und das Bistum Färöer wurde abgeschafft. Aus dem Bischofssitz von Kirkjubøur wurde so der berühmte Königsbauernhof der seitdem das größte Gut auf den Färöern ist und bis heute von der Familie Patursson bewirtschaftet wird. Auch an anderen Orten entstanden Königsbauernhöfe. Diese kongsjørð (Königserde) gehört heute dem färöischen Staat.
1556 wurde der Färö-Handel direkt von der dänischen Krone übernommen, die sich vor Ort durch einen Voigt, den Fúti, vertreten ließ. Ab 1566 wurden die Färöer auf Weisung von König Frederik II. nicht mehr von Bergen, sondern von Kopenhagen aus verwaltet.
Der Färinger Magnus Heinason erhielt 1579 das Handelsmonopol und baute 1580 mit der Festung Skansin in Tórshavn einen Schutz gegen die Piraten. Er wirtschaftete aber offensichtlich zu sehr in die eigene Tasche und behielt es nur bis 1583. Er trat darauf in holländische Dienste und wurde 1589 in Kopenhagen zum Tode verurteilt und geköpft. Seitdem gilt Heinason bei vielen (konservativen) Färingern als Nationalheld, ist dort aber keineswegs unumstritten.
1589
Seit dem 24. Juni 1584 existiert die Statistik über den Grindwalfang auf den Färöern, die sich aber erst seit 1709 lückenlos bis in die Gegenwart erschließt. Damals wurden vier Wale vor Lítla Dímun erlegt. Es sollte der einzige Bericht von einem Grind bei dieser unbewohnten Insel bleiben.
1590 wurden die Shetlandinseln und Orkneys endgültig von Dänemark an Schottland abgetreten.
Das 17. Jahrhundert
Von 1616 bis 1662 war der Monopolhandel in den Händen der Isländischen Kompanie. Diese Zeit wird als relativ fair für die Färinger angesehen.
1637 wurde der Schafsbrief von 1298 ins Dänische übersetzt und von König Christian IV. alle Passagen gestrichen, die nichts mit der Schafhaltung zu tun hatten. Seine umfangreiche dänische Gesetzessammlung trat 1643 auf den Färöern zusätzlich in Kraft. Ab 1655 wurde der Løgmaður nicht mehr vom Løgting gewählt, sondern vom König ernannt.
Løgmaður wurde zu einem nationalen Trauma.]]
Im selben Jahr bekam der Kaufmann Christoffer von Gabel von König Frederik III. (der seinem Vertrauten Geld schuldete) die Färöer zum Lehen. Ab 1661 hielt von Gabel dann das Handelsmonopol inne, und das Lehen galt auf Lebenszeit mit Erbrecht für seinen Sohn Friedrich von Gabel, der es 1673 übernahm. Die Gabelzeit dauerte bis zu seinem Tode 1708.
1673 verwüstete ein Großbrand die Gebäude des Monopolhandels auf der Halbinsel Tinganes in Tórshavn. Vermutlich waren es von Gabels Handlanger, die Beweise vernichten wollten, bevor eine eigens aus Kopenhagen anreisende Regierungskommission fündig werden konnte. Aber auch unersetzliche färöische Dokumente fallen den Flammen zum Opfer, sodass die sich das färöische Quellenmaterial erst ab dieser Zeit lückenlos erschließt.
Im selben Jahr 1673 erschien das erste Buch über die Färöer. Der einheimische Pastor Lucas Debes beschrieb in seinem Standardwerk Færoæ et Færoa Reserata die Inseln sehr detailliert. Das Buch wurde daraufhin aus dem Dänischen ins Englische und Deutsche übersetzt und begründete so das Wissen im Ausland über die abgelegene Inselgruppe und ihre Bewohner.
Der französische Piratenüberfall auf die Färöer 1677 bedeutete die Plünderung Tórshavns. Unter anderem wurden die Kasse des Løgtings entwendet und die Tórshavner Kirche geschändet. Die lädierte Kanzel mit ihren Kerben steht heute in der Kirche zu Hvalvík, wo sie immer noch in Gebrauch ist.
1688 trat auf den Färöern das neue Norske Lov (Norwegisches Gesetz) von 1687 in Kraft, das auf dem absolutistischen dänischen Grundgesetz von 1665 (Kongeloven - Königsgesetz) basierte.
1665 wurde der Stoff auf den Färöern verfilmt. Die norwegische Schauspielerin Anneke von der Lippe spielt dort die Hauptrolle.]]
Eine der berühmtesten Frauen der Färöer lebte zu jener Zeit: Beinta Broberg (1667-1752). Sie war nacheinander mit drei Pfarrer verheiratet, wobei die ersten beiden recht jung verstarben und der dritte wahnsinnig wurde - Stoff genug für die Sagen von der "bösen Beinta", die als färöische femme fatale durch Jørgen-Frantz Jacobsens Roman Barbara weltberühmt wurde.
Das 18. Jahrhundert
Jørgen-Frantz Jacobsen
Von 1720 bis 1776 wurden die Färöer als Teil der dänischen Kolonie Island von Reykjavík aus verwaltet. Gleichzeitig wurde das Amt des Gouverneurs der Färöer (amtmaður) eingeführt. Von 1776 bis 1816 wurden die Färöer dann wieder als Teil von Seeland von Kopenhagen aus verwaltet.
Die Zeit des Ryberg Handels von 1768 bis 1788 wird allgemein als ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung des Landes angesehen. Die Färinger bekamen Kenntnis von der Klippfischproduktion, der ab da vor allem in die Mittelmeerländer exportiert wurde. Tórshavn erlebte in dieser Zeit eine wirtschaftliche Blüte durch den dänischen Schmuggelhandel nach England, der wesentlich über die Färöer durch Rybergs Handel abgewickelt wurde.
1781/82 erforschte Jens Christian Svabo die Färöer und schrieb den Bericht Indberetninger fra en Reise i Færø 1781-82. Gleichzeitig war er der erste Gelehrte der den Wert der bis dahin mündlich überlieferten färöischen Tanzballaden erkannte, und sie erstmals schriftlich fixierte. Damit gilt Svabo als der Pionier der färöischen Schriftsprache, die sich in den folgenden 100 Jahren zu einem konsistenten Regelwerk entwickeln konnte.
Erste Hälfte des 19. Jahrhunderts
Anfang des 19. Jahrhundert erwuchs mit Nólsoyar Páll ein nationaler Führer der neueren färöischen Geschichte. Er kämpfte verbissen gegen das Handelsmonopol, begründete den Mythos des Tjaldurs als nationalem Symbol, revolutionierte das färöische Boot und baute mit der Royndin Fríða 1804 das erste eigene Segelschiff der Färöer seit der Wikingerzeit. Nólsoyar Páll gilt seitdem als der unbestrittene Nationalheld der Färöer. Er blieb 1809 zur See, als er Getreide für seine notleidenden Landsleute importieren wollte.
Nach dem Frieden von Kiel 1814, in dessen Folge die dänisch-norwegische Personalunion aufgelöst wurde und Norwegen einer Personalunion mit Schweden beitreten musste, blieben die Färöer zusammen mit Island und Grönland bei Dänemark. 1816 wurde das Løgting aufgelöst und der Løgmaður abgeschafft. Der Amtmaður trat an seine Stelle und residierte von nun an in Tórshavn. Die Färöer waren somit bis 1948 ein eigenes dänisches Amt. Dieser Status galt offiziell ab 1821, als Emilius Løbner endgültig zum Verwaltungschef der Inseln avancierte. Zu dieser Verwaltung gehörten die Ämter des Probstes, Richters, Steuereintreibers und bis 1856 auch des Chefs des Monopolhandels. Diese Leute waren nunmehr meist Dänen, während vorher viele dieser und vergleichbarer Posten von Färingern bekleidet wurden.
Während Jens Christian Svabos Schriften nach wie vor unveröffentlicht blieben, erlangte der dänische Pfarrer und Botaniker Hans Christian Lyngbye besondere Bedeutung, als er 1817 die Inseln besuchte und bei Svabo Färöisch lernte. Auch Lyngbye erkannte den Wert der alten Sprachdenkmäler in Form der Balladen und stellte zusammen mit Pastor Johan Henrik Schrøter das erste Buch in färöischer Sprache fertig, das 1822 erschien: Færøiske Qvæder om Sigurd Fofnersbane og hans Æt. Die färöische Literatur erlebte ihre offizielle Geburtsstunde. Bis Ende 2002 lagen 4.306 Buchtitel in dieser kleinsten germanischen Sprache vor.
2002 stammt aus dem Jahr 1829. Sie begründete den Ruhm einer ganzen Handwerkergeneration, die 13 weitere solcher Kleinode schuf.]]
Im Zeitraum von 1829 bis 1847 wurden die 14 berühmten färöischen Holzkirchen errichtet, von denen heute noch 10 existieren. Sie sind Zeugnisse der damaligen Volkskunst, da die Baumeister „gewöhnliche“ Zimmerer und Bootsbauer waren, die die Kirchengebäude auf ihre Art mit Schnitzereien verzierten.
färöischen Holzkirchen
Mit der Märzrevolution 1848 in Dänemark wurde dort von König Frederik VII. der Absolutismus abgeschafft. Eine verfassungsgebende Versammlung trat in Kopenhagen zusammen, wo die Färöer vom engagierten Ex-Gouverneur Christian Pløyen vertreten wurden. Obwohl Däne, vertrat er den Standpunkt der meisten Färinger, wie zum Beispiel die Aufhebung des Monopolhandels. Damit hatte er aber keinen Erfolg. Am 24. November wurden die Färöer der Islandabteilung des dänischen Innenministeriums unterstellt. In der dänischen Verfassung vom 5. Juni 1849 war geregelt, dass sie zwei Abgeordnete ins Folketing entsenden. Dass es auf den Färöern keine Volksabstimmung zur Annahme dieser Verfassung gab, sollte für nachhaltigen Unmut in der aufkommenden Nationalbewegung sorgen und gilt bei vielen noch heute als ein Grundmakel der Geschichte. Diese Verfassung trat 1850 auf den Färöern in Kraft. 1851 wurden das erste Mal färöische Abgeordnete ins Folketing gewählt.
1851
Der erste färöische Abgeordnete im Kopenhagener Oberhaus war der Jurist Niels Winther. Er setzte sich dort vehement für die Wiedereinrichtung des Løgtings ein. Am 26. März 1852 unterschrieb Frederik VII. das entsprechende Gesetz zur Rehabilitierung des Løgtings. Damals hatte das Løgting allerdings nur beratende Funktion. Der Gouverneur hatte die exekutive Gewalt auf den Inseln und die Gesetze wurden vom dänischen Reichstag beschlossen. Seit 1854 wird das Løgting vom färöischen Volk gewählt.
Am 1. Januar 1856 wurde der Monopolhandel aufgehoben, der seit 1529 existierte. Färöische Handelshäuser traten nun in Konkurrenz zu den Etablierten in Kopenhagen, Schleswig-Holstein und Hamburg. Die Färöer entwickelten sich so innerhalb von 50 Jahren von einer Jahrhunderte alten und isolierten Agrargesellschaft im Nordatlantik zu einer modernen Fischereination.
Nationale Erweckung
Schleswig-Holstein]
Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts
Ab 1846 entstand durch das Wirken des Sprachforschers V. U. Hammershaimb die neufäröische Schriftsprache auf etymologischer Grundlage. Bis dahin wurde das Färöische mündlich in den eigenen Balladen überliefert. Hammershaimb und seine Nachfolger begründeten die färöische Literatur und erschlossen alte Sprachdenkmäler.
färöische Literatur-Abenteuer am 16. Juni 1854 in Vestmanna wurde selbstverständlich Buch geführt. Diese Statistik bestätigt genau das, was diese frühen Touristen in ihrem Tagebuch beschrieben. [http://wikisource.org/wiki/Reise_mit_der_Yacht_Maria_1854_zu_den_Färöern Der Reisebericht] ist eine authentische Momentaufnahme der Färöer in einer historischen Umbruchphase.]]
1852 erschien unter der Federführung von Niels Winther die erste färöische Zeitung Færingetidende, die aber schon nach neun Nummern wieder verboten wurde, weil sie gegen den Monopolhandel und den Amtmann wetterte. Die schlussendliche Aufhebung des Monopolhandels 1856 setzte aber eine Entwicklung in Gang, die nicht mehr aufzuhalten war. Die Färinger fingen an, selbständig Hochseefischerei und Fernhandel zu betreiben, traten in Kontakt zur Außenwelt. In den folgenden einhundert Jahren konstituierte sich die färöische Nation, bis sie 1948 als solche von Dänemark anerkannt wurde - allerdings in einem bis heute völkerrechtlich unklaren Zustand.
1861 wurde die erste weiterführende Schule der Färöer (realskúlin) in Tórshavn errichtet. 1866 wurde die Kommune Tórshavn gegründet und die Stadt damit gleichzeitig offizielle Hauptstadt des dänischen Amtes. 1870 folgte das Lehrerseminar (læraraskúlin). 1872 bekamen die Färöer ihren ersten eigenen Fischkutter, eine britische Schaluppe, die Ära der Schaluppenfischerei sollte bis in die 1950er Jahre dauern. Im selben Jahr trat die Kommunalverfassung für die Färöer in Kraft und die allgemeinbildende Schule wurde Standard im ganzen Land.
Am 5. Januar 1878 erschien die erste Ausgabe der Zeitung Dimmalætting („Morgendämmerung“). Von einer vierseitigen Wochenzeitung entwickelte sie sich zu der heutigen großen Tageszeitung. Den Namen erhielt sie von V. U. Hammershaimb.
Dimmalætting. Im Hintergrund die Residenz des Amtmaðurs, ein Steinhaus aus färöischem Basalt. Die Treppe des Folketingsgebäudes in Kopenhagen ist übrigens auch aus färöischem Basalt gefertigt.]]
Auf dem Weihnachtstreffen der Färöer 1888 konstituierte sich die Nationalbewegung im Kampf um die eigene Sprache und nationale Unabhängigkeit. Erstes Etappenziel war die Sicherung der eigenen kulturellen Identität.
Weihnachtstreffen der Färöer 1888
1889 erschien das erste färöische Theaterstück: Veðurføst von Helena Patursson. Sie war gleichzeitig die erste Feministin des Landes und gab die erste Frauenzeitschrift, Oyggjarnar hinaus.
1893 wurde die Seefahrtschule eröffnet und 1896 mit dem Dampfschiff Smiril der erste Linienverkehr zwischen den färöischen Inseln eingerichtet. Die Volkshochschule der Färöer wurde 1899 von Rasmus Rasmussen und Símun av Skarði in Klaksvík gegründet. Es war die erste Bildungseinrichtung, wo Färöisch Unterrichtsfach und -sprache war. Noch heute ist sie fester Bestandteil der Erwachsenenbildung des Landes.
Erste Hälfte des 20. Jahrhunderts
Am 10. Dezember 1903 erhielt mit Niels Ryberg Finsen der erste und bisher einzige Färinger einen Nobelpreis (für Medizin). Kurze Zeit später wurde in seiner Geburtsstadt Tórshavn der Nyvej in Niels Finsens gøta umbenannt.
Ab 1906 wurde die Nationalbewegung zunehmend politisch, als sich die beiden ersten politischen Parteien der Färöer bildeten. Fortan entwickelte sich das färöische politische Koordinatensystem, wo man nicht nur zwischen Links und Rechts unterscheidet, sondern auch zwischen rigsfælleskab und løsrivelse - Zugehörigkeit zum Königreich Dänemark vs. Errichtung eines souveränen Nationalstaates. Am 24. April 1918 konnte die Sjálvstýrisflokkurin (Unabhängigkeitspartei) erstmals die absolute Mehrheit im Løgting erringen. In diesem Jahr entstand auch die erste Autostraße auf den Färöern, die zwei Orte miteinander verband: Skopun und Sandur auf Sandoy.
Sandoy unvergessen. Auf dem Gedenkstein in Fámjin heißt es wörtlich: Du warst ein edelgutger Junge]]
Am 22. Juni 1919 hisste Jens Olivur Lisberg die erste Flagge der Färöer in seinem Heimatort Fámjin. Er hatte sie zusammen mit Studienkameraden in Kopenhagen entworfen. Noch immer hängt dieses erste Merkið in der Kirche zu Fámjin.
Kopenhagen
Auf dieser politischen Ebene wurde wiederum zuerst ein kultureller Kampf geführt: der färöische Sprachstreit. Bereits am 26. Mai 1929 wurde die Kirche zu Gjógv auf Färöisch geweiht. Am 13. Dezember 1938 wurde Färöisch offiziell als Unterrichtssprache an den Schulen anerkannt, am 13. März 1939 folgte die Einführung als Kirchensprache. Die färöische Literatur trug durch ihre Protagonisten, Männer wie Jóannes Patursson, Sverri Patursson, Janus Djurhuus, Hans A. Djurhuus, Heðin Brú, Poul F. Joensen entscheidend dazu bei, dass der Sprachenstreit durch die Macht des Faktischen entschieden wurde.
Die färöische bildende Kunst etablierte eine eigene Sicht auf die monumentale Natur der Inselwelt. Maler wie Sámal Mikines, und etwas später Ingálvur av Reyni und Zacharias Heinesen schufen eine eigene Bildsprache, die internationale Achtung fand.
William Heinesen (1900-1991) war der wohl bedeutendste färöische Kulturschaffende des 20. Jahrhunderts. Er schrieb Bücher, die in alle Weltsprachen übersetzt wurden, Theaterstücke, zeichnete Karikaturen, lieferte im hohen Alter noch Scherenschnitte in einer neuen Formensprache, usw. Er nahm einen erheblichen fördernden Einfluss auf seine Landsleute, organisierte Kunstausstellungen und Konzerte - und wurde für den Literaturnobelpreis nominiert.
1923 wurde das Løgting vollständig demokratisiert, indem ihm künftig weder der Gouverneur noch der Probst automatisch angehören sollten und es seinen Vorsitzenden selber wählen konnte - bis heute. 1928 wurde mit der Javnaðarflokkurin die Sozialdemokratische Partei der Färöer gegründet. Sozialdemokraten wie Petur Mohr Dam und später sein Sohn Atli Dam zählten in der Folge zu den Schwergewichten in der färöischen Politik. Bereits seit 1927 erscheint mit dem sozialdemokratischen Sosialurin die zweitgrößte Zeitung des Landes.
1927 konnten die Färinger erfolgreich bei der dänischen Regierung durchsetzen, dass ihre überlebenswichtige Fischerei vor Grönland mit Føroyingahavn („Färingerhafen“) einen Stützpunkt erhielt. Bald sollte diese erste und einzige färöische Siedlung im Ausland ein großer internationaler Seehafen werden, mit auch für die Geschichte Grönlands entscheidenden Konsequenzen.
1937 bekamen die Färöer ihr erstes Gymnasium (studentaskúla) in Tórshavn. Bis heute ist es das wichtigste Sprungbrett für die Jugend zur weiteren Ausbildung, oft zum Beispiel an der Universität Kopenhagen.
Zweiter Weltkrieg und Autonomie
- Siehe Hauptartikel: Färöer im Zweiten Weltkrieg
- Siehe Hauptartikel: Färöische Verfassungskrise
- Siehe Hauptartikel: Färöisches Autonomiegesetz
Färöisches Autonomiegesetz
Färöisches Autonomiegesetz
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Färöer aus taktischen Gründen am 12. April 1940 von Großbritannien besetzt, um Deutschland zuvor zu kommen. Eine Kuriosität der Geschichte ist die unbeabsichtigte Einflussnahme der Briten auf den jahrzehntelangen Streit um die Flagge der Färöer. Vielleicht haben es die Färinger dem Schaluppenskipper Hans Mikkelsen zu verdanken, dass ihre Flagge am 25. April 1940 anerkannt wurde und heute auf den Weltmeeren weht, denn er war der erste, der von den Briten gefragt wurde, etwas anderes als den (nunmehr feindlichen) Dannebrog auf See zu verwenden.
Die Briten bauten überdies den Flughafen Vágar und überließen die Regierung der Inseln ansonsten dem Løgting, das nun unvermittelt - abgeschnitten von Kopenhagen - beweisen konnte, dass sich die Färöer selber regieren können.
Am Ende des Krieges war klar, dass es kein Zurück mehr zu dem Status als dänischem Amt geben kann, so dass die Färinger am 14. September 1946 eine Volksabstimmung über ihre volle Souveränität durchführten, und sich auch bei einer Wahlbeteiligung von 66,4% mit knapper Mehrheit (48,7% zu 47,2%) dafür aussprachen. Dänemark verweigerte das, trat aber in Verhandlungen, so dass die Inseln mit dem Autonomiegesetz vom 1. April 1948 weitgehende Selbstständigkeit genießen.
Die Nation der Färinger wurde damit völkerrechtlich anerkannt, wobei es hier bis heute Interpretationsbedarf in den bilateralen Beziehungen zu Dänemark gibt. Es gibt eigene färöische Pässe, Geldscheine, Briefmarken, Autokennzeichen, und vor allem: die Landesregierung der Färöer als Exekutive und das Løgting als modernes Parlament, welches sich immer mehr Kompetenzen erwarb. Alleine die Gerichtsbarkeit liegt in letzter Instanz in Dänemark, und auch Sicherheits- und Außenpolitik werden noch in Kopenhagen gemacht.
Zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts
Løgtingsabgeordneten und Bürgermeister von Tórshavn, Kjartan Mohr.]]
Die 1950er
Seit 1951 gibt die Dänische Nationalbank eigene färöische Geldscheine heraus: die Färöische Krone ist im Wert 1:1 an die Dänische Krone gekoppelt.
Am 5. Juni 1953 trat das neue dänische Grundgesetz in Kraft. Seitdem bildet es zusammen mit dem Autonomiegesetz von 1948 die Verfassung der Färöer. Weiterhin werden mindestens zwei Abgeordnete ins Folketing entsandt und der dänische König bzw. die dänische Königin ist Staatsoberhaupt der Färöer.
Der Aufstand von Klaksvík 1955 entzündete sich an dem vergleichsweise banalen Streit um den dortigen Chefarzt Olav Halvorsen, einen Dänen, dem vorgeworfen wurde, während der Besatzungszeit in Dänemark mit den Nazis zusammengearbeitet zu haben und der daher seitens der dänischen Behörden ausgetauscht werden sollte - zugunsten eines Färingers. Ironie der Geschichte: Ausgerechnet die Klaksvíkinger, die als Hochburg der Unabhängigkeitsbewegung gelten, weigerten sich militant gegen diesen Eingriff, der eigentlich einem Landsmann zugute gekommen wäre. Anstelle einer militärischen Konfrontation (der Klaksvíker Hafen war bereits vermint, die Einwohner mit Gewehren bewaffnet, 120 Mann dänische Elitepolizei unterwegs), kam es im Mai zu einem nur vorläufigen Kompromiss.
Damit war der Aufstand allerdings nicht beendet, er eskalierte nochmals für einige Tage Ende September bis Anfang Oktober 1955 und schließlich nach der Verurteilung der Rädelsführer im November mit dem Attentat auf den färöischen Ministerpräsidenten Kristian Djurhuus, das jener aber körperlich unverletzt überstand.
1957 wurde mit Útvarp Føroya der erste nationale öffentlich-rechtliche Rundfunksender gegründet. Ein Løgtingsgesetz regelt seine Kompetenzen.
Die 1960er
Der erste Tunnel der Färöer wurde 1963 auf Suðuroy eröffnet. Er verbindet den Hauptort Tvøroyri mit Hvalba im Norden. Die Zahl der Tunnel beläuft sich inzwischen auf knapp 20.
1964 wurden die färöischen Hoheitsgewässer auf eine 12-Seemeilen-Zone ausgeweitet. 1968 folgte die Aufnahme der Färöer in die EFTA.
1965 wurde die Universität der Färöer (Fróðskaparsetur Føroya) gegründet.
Die 1970er
Universität der Färöer, die Flagge der Färöer. Gezeichnet wurde die Briefmarke von Zacharias Heinesen.]]
1970 erhielten die Färöer eine eigene Repräsentation im Nordischen Rat. Seitdem weht die Flagge der Färöer dort gleichberechtigt neben denen der anderen Nationen Skandinaviens.
Als Dänemark 1972 der Europäischen Gemeinschaft beitrat, verweigerten die Färöer per Volksabstimmung 1973 und Løgtingsbeschluss 1974 diesen Schritt. Dieser Status gilt bis heute. Grund dafür ist die alleinige Abhängigkeit der Wirtschaft von der Fischerei, insbesondere in den eigenen Hoheitsgewässern.
1975 ging die Zuständigkeit für die Sozialpolitik von Dänemark an die färöische Regierung.
1976 wurde Postverk Føroya gegründet. Seitdem gibt es eigene Briefmarken - ein nicht unwesentlicher Exportfaktor und Kulturvermittler. Die meisten Menschen in aller Welt, denen die Färöer und ihre Kultur und Geschichte ein besonderer Begriff sind, dürften heute die Philatelisten sein.
Seit 1977 gilt die 200-Seemeilen-Zone um die Färöer. Damit wurde die Existenzgrundlage der Inselnation zumindest räumlich abgesichert.
Die 1980er
1977]]
1983 erlebten die Färöer eine Hochkonjunktur in der Fischerei. Mit dem Haus des Nordens erhielten sie ein internationales Kultur- und Kongresszentrum.
Seit 1984 gibt es ein nationales Fernsehen, Sjónvarp Føroya. Es ist ebenfalls in öffentlich-rechtlicher Hand und per Gesetz verpflichtet, mindestens ein Drittel der Sendezeit in der färöischen Sprache auszustrahlen.
Die färöische Sprachpolitik ist seit 1985 durch den Sprachrat institutionalisiert. Im selben Jahr veröffentlichte Rói Patursson die Gedichtsammlung Líkasum. Es ist das erste (und
Dänemark
Das Königreich Dänemark (dänisch Kongeriget Danmark) ist ein Staat, dessen Mutterland zwischen Skandinavien und Mitteleuropa etwa 43.000 km² Fläche umfasst, von denen ungefähr ein Drittel auf die insgesamt 406 Inseln entfällt.
Die größten Inseln sind Seeland (etwa 7.000 km²), Vendsyssel-Thy (Nordjütland) (4.685 km²) und Fünen (etwa 3.000 km²). Aufgrund seiner Inseln und der zerklüfteten Buchten verfügt das flächenmäßig kleine Land über eine enorme Küstenlänge von 7.314 km. Dänemark ist ein ausgesprochen flaches Land, mit zahlreichen Moränenhügeln im Landesinneren, die der Landschaft eine leicht wellige Kontur geben. Der höchste Punkt Dänemarks erreicht gerade mal 173 Meter über N.N. Dänemark grenzt an Deutschland, die Nordsee, das Skagerrak, das Kattegat und die Ostsee.
Neben dem beschriebenen Mutterland gehören zum Königreich Dänemark und der NATO, jedoch nicht zur EU, die weitgehend autonomen Gebiete Grönland und die Färöer.
Geographie
Färöer
Die Halbinsel Jütland bildet das dänische Festland. Sie erstreckt sich etwa 300 km weit von der deutschen Grenze nach Norden. Dünen, Haffs und Sandbänke schützen die dänische Westküste vor den schweren Nordseestürmen. Die 406 Inseln liegen in der Ostsee, an die auch Jütlands östliches Flachland grenzt. Nur 80 dieser Inseln sind bewohnt. Dänemark erhebt sich im Durchschnitt nur 30 Meter über den Meeresspiegel. Die höchste Erhebung Dänemarks ist der 173 m hohe Endmoränenzug Yding Skovhøj bei Skanderborg auf Jütland.
Die Gletscher der Eiszeiten formten die dänische Landschaft. Ein Endmoränengürtel trennt Ost- und Westjütland.
Das größte Haff, der Limfjord, durchschneidet Jütland, das nördlich im sandigen nach Schweden zeigenden Kap Skagen ausläuft.
Östlich von Jütland, abgetrennt durch den kleinen Belt liegt die Insel Fünen, der sich südöstlich die kleinere Insel Langeland anschließt. Jenseits des Großen Belts liegt die Insel Seeland, an deren Ostküste sich die dänische Hauptstadt Kopenhagen befindet. Weitab im Osten liegt die Granitinsel Bornholm.
In Grönland leben mehr als 55.000 Menschen, davon 48.000 Inuit. Die grönländische Hauptstadt ist Nuuk. Seit 1380 war Grönland dänische Kolonie, seit 1953 Teil Dänemarks.
Die Färöer (Hauptstadt: Torshavn, Fläche: 1.399 Quadratkilometer, 44.800 Einwohner) waren von 1035 bis 1814 norwegisch.
Für das milde, gemäßigte Klima ist in erster Linie der Golfstrom verantwortlich.
Das Klima Dänemarks ist von seiner nördlichen Lage (Nähe zu durchziehenden Tiefdruckgebieten) und vom Golfstrom geprägt: Oft weht ein mäßiger bis starker Wind, vorzugsweise aus westlichen Richtungen, die Sommer sind für mitteleuropäische Verhältnisse kühl, die Winter mild, das ganze Jahr über fällt ausreichend Niederschlag. Die Aufforstung mit Nadelgehölzen hat die ursprünglichen Laubwälder verdrängt. Die meisten Anpflanzungen dienen dem Windschutz und dadurch der Verhinderung des Sandflugs an der Nordsee.
Abgesehen vom Rotwild haben sich in den Wäldern kaum größere Wildtiere erhalten. Im Gegensatz dazu gibt es eine artenreiche Vogelwelt. Umweltverschmutzung ist die Hauptursache für Schädigungen der Tierwelt in Binnen- und Küstengewässern.
In Dänemark sind die Rohstoffe Erdöl, Erdgas, Fisch, Salz und Kalkstein zu finden.
Siehe auch: Liste dänischer Inseln, Städte in Dänemark, Liste deutscher Bezeichnungen dänischer Orte
Bevölkerung
Sprache
Die Amtssprache Dänemarks ist Dänisch, in Sønderjylland (Nordschleswig) auch Deutsch, auf den Färöern Färöisch und in Grönland Grönländisch. Außerdem leben im Süden Dänemarks etwa 80.000 deutschsprachige Dänen. Dänisch ist eine nordgermanische Sprache.
Der dänische Wortschatz enthält viele niederdeutsche Lehnwörter. Niederdeutsch war die traditionelle lingua franca des Nordens und der Hanse, zeitweise auch die Sprache der dänischen Könige und des Hofes. Heute ist Englisch die wichtigste Fremdsprache in Dänemark, aber auch das Deutsche und Französische haben noch immer einen nicht unerheblichen Einfluss. Die Mehrheit der Schüler lernt Deutsch.
Religion
Die große Mehrheit der Dänen gehört zur staatlich verankerten evangelisch-lutherischen "Folkekirke" (Volkskirche), die in der Reformationszeit bruchlos und unter Beibehaltung vieler Traditionen und Zeremonien aus den katholischen Bistümern des Landes entstand. Katholiken (Bistum Kopenhagen) (35 000 [0,6 %]) und Muslime sowie Angehörige anderer religiöser Minderheiten sind größtenteils Immigranten.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Dänemarks
Geschichte Dänemarks
Dänemark wurde um 980 von Harald Blauzahn erstmals geeint. Bis weit in das 11. Jahrhundert wurden die Dänen als Wikinger bezeichnet, welche in ganz Europa Kolonien gründeten und Handel trieben, aber auch ganze Länder und Landstriche plünderten und Kriege führten.
Mehrmals in der Geschichte kontrollierte Dänemark England, Norwegen, Schweden und weite Teile der Ostseeküsten und Norddeutschlands. Schonen (ein Teil des heutigen Schwedens) war beispielsweise lange Zeit Teil Dänemarks und ging erst 1658 an Schweden.
Die dänisch-norwegische Personalunion löste sich durch den Frieden von Kiel 1814 auf, als Norwegen an Schweden fiel (bis 1905). Grönland, Island (bis 1944) und die Färöer verblieben ebenso bei Dänemark wie Dänisch-Westindien (bis 1917). Siehe auch: Dänische Kolonien.
Die Dänische Nationalbewegung und die Liberalen begannen in den 1830er Jahren an Macht zu gewinnen, und nach den europäischen Revolutionen um 1848 (vergleiche Märzrevolution) etablierte sich Dänemark 1849 zu einer konstitutionellen Monarchie unter der Linie Glücksburg des Hauses Oldenburg: Es erhielt seine erste Verfassung. Eine wichtige Rolle spielte in dieser Zeit der bedeutende dänische Theologe, Pädagoge, Dichter und Politiker N.F.S. Grundtvig
Nach dem Zweiten Schleswigschen Krieg 1864 war Dänemark gezwungen, Schleswig-Holstein an Preußen abzutreten. Hieran erinnert heute noch die nationale Gedenkstätte bei den Düppeler Schanzen, wo jedes Jahr am 18. April der Jahrestag der verlorenen Entscheidungsschlacht begangen wird.
Diese Niederlage bewirkte tiefe Einschnitte in der Entwicklung der nationalen Identität Dänemarks, die Innenpolitik erfuhr einen Linksruck, die Außenpolitik der Nation nahm einen strikten Neutralitätskurs an, und behielt diesen bis nach dem Ersten Weltkrieg bei.
Ersten Weltkrieg
Nach dem Ersten Weltkrieg verschob sich die deutsch-dänische Grenze erneut, diesmal nach Süden, im Jahre 1920 wurde ihr genauer und bis heute gültiger Verlauf per Abstimmung festgelegt, Nordschleswig ging wieder an Dänemark. Als Folge der häufigen Grenzverschiebung existieren auf beiden Seiten Minderheiten der jeweils anderen Nationalität mit besonderen Rechten, auf deutscher Seite in Schleswig-Holstein zum Beispiel ist der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) bei Landtagswahlen von der Fünf-Prozent-Klausel ausgenommen und regelmäßig im Kieler Landtag vertreten.
Am 9. April 1940 wurde Dänemark von Deutschland (Operation Weserübung) besetzt und blieb bis Ende des Zweiten Weltkriegs unter deutscher Besatzung. Der Widerstand des dänischen Volkes gegen den Holocaust war vorbildlich. Als Protest gegen die Einführung des Judensterns in Dänemark heftete sich der König das Abzeichen an die Kleidung und ritt durch das Land. Im Oktober 1943 kam es zu einer beispiellosen Tat: Die Rettung der dänischen Juden durch das dänische Volk.
Nach dem Krieg war Dänemark Gründungsmitglied der NATO, und wurde 1973 nach einer Volksabstimmung Mitglied der Europäischen Gemeinschaft.
1989 hat Dänemark als erstes Land der Welt zivilrechtliche Partnerschaften für Homosexuelle eingeführt.
Siehe Liste der dänischen Könige
Politik
Liste der dänischen Könige
Dänemark ist eine parlamentarisch-demokratische Monarchie. Das Staatsoberhaupt, das jedoch nur repräsentative Funktionen wahrnimmt, ist die Königin oder der König. Derzeitiges Staatsoberhaupt ist Königin Margrethe II. Das dänische Parlament, das Folketing, besteht aus 179 Abgeordneten, die alle vier Jahre gewählt werden. Unter den 179 befinden sich zwei aus Grönland und zwei von den Färöer-Inseln. Im Folketing sind acht Parteien vertreten:
- die Liberale Partei (Venstre)
- die Sozialdemokratische Partei (Socialdemokratiet)
- die Dänische Volkspartei (Dansk Folkeparti)
- die Konservative Volkspartei (Det Konservative Folkeparti)
- die Sozialistische Volkspartei (Socialistisk Folkeparti)
- die Sozialliberale Partei (Det Radikale Venstre)
- die Einheitsliste (Enhedslisten)
- die Christdemokratische Partei (Kristendemokraterne)
Die derzeitige Regierung unter der Leitung von Anders Fogh Rasmussen besteht aus der rechtsliberalen Partei Venstre und der Konservativen Volkspartei.
Verwaltungsgliederung
Venstre
Das Mutterland ist bislang in 13 Ämter und in 271 Kommunen eingegeteilt. Die 13 Ämter sind:
- Århus Amt,
- Frederiksborgs Amt,
- Fyns Amt (Fünen)
- Københavns Amt (Kopenhagen),
- Nordjyllands Amt (Nordjütland),
- Ribe Amt,
- Ringkjøbing Amt,
- Roskilde Amt,
- Sønderjyllands Amt (Südjütland),
- Storstrøms Amt,
- Vejle Amt,
- Viborg Amt und
- Vestsjællands Amt (Westseeland).
Wichtige Städte sind: Århus, Aalborg, Odense, Roskilde.
Größte Kommunen
Siehe auch: Verwaltungsgliederung Dänemarks
Infrastruktur
Das dänische Schienennetz war im Jahr 2000 etwa 2.875 Kilometer lang. Neben dem staatlichen Eisenbahnunternehmen Danske Statsbaner werden speziell die Nebenstrecken häufig von Privatbahnen befahren.
Das Land verfügt über vier internationale Flughäfen in Kopenhagen, Billund, Aalborg sowie Århus.
Wirtschaft
Århus
Der Tourismus boomt in Dänemark seit Jahren: 1999 kamen mehr als zwei Millionen Besucher, darunter eine Million Deutsche. Die Einnahmen aus dem Tourismus betrugen in dem Jahr 3,31 Milliarden US-Dollar.
siehe dazu den Artikel: Tourismus in Dänemark
Schulsystem
Die Schulbildung beginnt in Dänemark mit der neunjährigen Volksschule (Folkeskole), die mit der Abschlussprüfung FSA (Folkeskolens Afgangsprøve) endet. Eine Trennung der Schüler vor der 9. Klasse findet nicht statt, es besteht insofern eine neunjährige Gemeinschaftsschule. Nach der Abschlussprüfung, die einem anspruchsvollen Hauptschulabschluss gleichzusetzen ist, bieten sich den Schülern je nach Eignung mehrere Wege an.
Zunächst gibt es die Möglichkeit, nach der 9. Klasse noch ein Jahr auf die Folkeskole zu gehen und die Erweiterte Abschlussprüfung zu absolvieren (die sog. FSU). Diese entspricht etwa dem Realschulabschluss. Da viele Folkeskolen keine 10. Klasse anbieten, wählen viele Schüler, ein Jahr auf einer sog. Efterskole zu absolvieren. Dies sind Internate, in dem die Jugendlichen neben den Fächern der 10. Klasse vor allem soziale, künstlerische, sportliche oder musikalische Kompetenzen weiter entwickeln sollen, wobei der Schwerpunkt bei jeder Efterskole anders gelegt wird. Aufgrund der relativ niedrigen Kosten ist es für praktisch alle Eltern möglich, Ihre Kinder auf so eine Efterskole zu schicken. Oftmals wird dies gemacht, wenn man den Schüler noch nicht als reif für das Gymnasium betrachtet.
Weiterführende Schulen nach der Folkeskole sind das Gymnasium, das Handelsgymnasium (HHX) sowie das technische Gymnasium (HTX).
Das Gymnasium ist mit dem deutschen Gymnasium vergleichbar und endet mit dem dänischen Abitur, dem sog. Studentereksamen. Vom Niveau und vom Umfang der Hochschulreife her entspricht das Studentereksamen dem deutschen Abitur, d.h. es ist mit dem Studentereksamen möglich, alle Studiengänge in Dänemark zu studieren, wobei es für bestimmte Studiengänge jedoch erforderlich ist, bestimmte Kurse im Abitur belegt zu haben. Es gibt am Gymnasium zwei Linien, die sprachliche "sproglig linie" und die mehr mathematisch-naturwissenschaftlich orientierte "matematisk linie". Da die mathematische Linie jedoch auch viele sprachliche Fächer enthält und neben 2 Jahren E | | |