:: wikimiki.org ::
| Kristoffur Gabel |
Kristoffur GabelChristoffer von Gabel ( - 6. Januar 1617 in Glückstadt; † 13. Oktober 1673) war ein Händler und Statthalter von König Frederik III. von Dänemark.
Frederik III. von Dänemark
In der Geschichte der Färöer repräsentierten er und sein Sohn Frederik von Gabel die sogenannte Gabelzeit (1655-1709) während des Monopolhandels über die Färöer (1529-1856) - ohne die Inseln je betreten zu haben. Dort nennt man ihn Kristoffur Gabel. Die deutsche Schreibweise Christopher ist ansonsten nicht unüblich, als Figur der Geschichte Dänemarks wird er aber meist Christoffer geschrieben.
Während er in der färöischen Geschichte eine zentrale Rolle spielt, so taucht er in den groben Umrissen der dänischen Geschichte nur am Rande auf. Dabei war Frederik III. in hohem Maße auf ihn angewiesen, und Gabel soll einer seiner engsten Berater gewesen sein, Geheimdiplomat und Mitverschwörer bei der Einführung des Absolutismus in Dänemark 1660, und von da an bis 1670 der beinahe mächtigste Mann am Hofe.
Abstammung
Christoffer wurde 1617 in Glückstadt geboren, dem Gründungsjahr dieser dänischen Festung. Über die Herkunft seiner Familie ist nicht viel bekannt. So weiß man nicht, ob sie deutscher Herkunft ist (wie der Name andeutet), oder ob es sich um ein altes dänisches Geschlecht aus Nordschleswig handelt.
Sein Vater hieß Wulbern oder Waldemar Gabel, schrieb sich aber Gabell oder Gablen (wie auch später sein Sohn). W. Gabel war ab 1620 Stadtschreiber in der neuen Festung Glückstadt und dort ab 1626 Königlicher Proviantmeister, bis er 1628 während der Belagerung der Stadt im Dreißigjährigen Krieg fiel.
Seine Mutter hieß womöglich Anna von Horn. Andere Quellen nennen ihren Vornamen Margarethe. Vielleicht war Waldemar Gabel aber auch zweimal verheiratet.
Frühe Karriere bei Frederik
Über die Jugendjahre Christoffer Gabels ist nichts bekannt. Er taucht erst 1639 in der Geschichte auf, als er im Erzbistum Bremen beim damaligen Erzbischof, Herzog Friedrich von Dänemark (dem späteren König Frederik III.), Kammerschreiber wird. Als solcher hatte er die Kontrolle über die Einnahmen und Ausgaben des Herzogs. Spätestens ab 1642 erledigte Christoffer Gabel die Geschäfte Frederiks auf dem Kieler Umschlag. 1646 wurde er nach Kopenhagen geschickt, um bei König Christian IV. Geld für dessen Sohn, seinen Herzog, zu beschaffen.
Als Frederik 1648 den dänischen Thron bestieg, folgte ihm Christoffer Gabel nach Kopenhagen, wo er Königlicher Kammerschreiber und Umschlagsverwalter wurde. In beiden Ämtern liefen große Mengen Geldes durch seine Hände, und er galt als Finanzjongleur, zumindest aber als ein fähiger Geschäftsmann. Dadurch erlangte Gabel einen nicht unerheblichen Einfluss im Staate.
Christoffer Gabel war bereits zu diesem Zeitpunkt finanziell unabhängig. Obwohl sein Gehalt beim König nicht sonderlich hoch gewesen sein soll, besaß er Grundeigentum in Kopenhagen und dem Herzogtum Holstein, war Teilhaber der Afrikanischen Kompanie und half seinem König direkt seit dessem Amtsantritt immer wieder mit Vorschüssen aus. Frederik war aber nicht nur finanziell auf ihn angewiesen, sondern Gabel galt auch als ein schlagfertiger Mann, der schnelle Entscheidungen treffen konnte - ganz im Gegenteil zum König, der als zögerlich, zweifelnd und nachdenklich beschrieben wird. So war Gabel ein enger Berater von Frederik, und eine Charaktereigenschaft soll ihnen beiden gemeinsam gewesen sein: Verschwiegenheit und Geheimniskrämerei.
Es sollte nicht lange dauern, bis Christoffer Gabel für seine Dienste adäquat belohnt wurde. 1654 erhielt er den Pachtbrief über die Färöer für eine jährliche Pauschale von 1.000 Reichstalern, unabhängig von dem, was er dort real verdienen möge. Christoffer Gabel hat die Färöer nie besucht, geschweige denn, dort gelebt. Für das dortige Volk brach die Gabelzeit (1655-1709) heran, was bis heute als nationales Trauma nachwirkt. (siehe dort)
Rolle im Karl-Gustav-Krieg
In der kurzen Friedensphase nach dem Frieden von Roskilde 1658 war Christoffer Gabel im Auftrag Frederiks III. dreimal in geheimer Mission zum schwedischen König Karl Gustav unterwegs: Zuerst im Februar, dann im Juni nach Göteborg wo er über Gebietsabtretungen verhandelte, und zuletzt im Spätsommer nach Kiel. Das letzte Treffen mit Karl Gustav war unmittelbar vor dessen Einschiffung zum Angriff auf Korsør, wovon Gabel aber nichts ahnte.
Als er kurz darauf in Hamburg von dem Friedensbruch erfuhr, reiste er weiter nach Holland und stieß dort zu den dänischen Gesandten Rosenvinge und Charisius, die dann gemeinsam die Generalstaaten überzeugen konnten, Dänemark gegen Schweden zu helfen. Gabel kehrte am 29. Oktober mit der Flotte von Jacob van Obdam in das belagerte Kopenhagen zurück. Er überbrachte dem König (der selber aktiv an der Verteidigung der Stadt teilnahm) persönlich die Botschaft von der holländischen Hilfe, was nicht unwesentlich zu Gabels „Glanz“ in der damaligen Zeit beitrug.
Während der anderthalbjährigen Belagerung von Kopenhagen erfuhr Christoffer Gabel einen immensen Machtzuwachs. Er war einer der Königlichen Kommissare, die dafür sorgten, Geld in der Bevölkerung einzutreiben, um die Truppen zu finanzieren. Sein Einfluss wuchs derart, dass er 1660 direkt an den Verhandlungen zum Frieden von Kopenhagen (5. Juni) teilnahm. Das Trøndelag (Trondheim) und Bornholm fielen wieder zu Dänemark.
Rolle bei der Einführung des Absolutismus
Sein ganzes Gewicht zeigte sich aber kurz darauf bei der Einführung des Absolutismus in Dänemark dem "Vertragsgemäßen Staatsstreich" ab dem 14. Oktober 1660. Ginge es nach seinem Sohn Frederik von Gabel, so soll er:
#die Idee zur Einführung des Absolutismus gehabt haben;
#Frederik überzeugt haben, die Ständeversammlung einzuberufen;
#Hannibal Sehested, Bischof Svane und Hans Nansen für das Erbkönigtum gewonnen haben;
#zusammen mit Königin Sophie Amalie dem Schwanken des Königs ein Ende gemacht haben;
#dafür gesorgt haben dass in der Resolution der Stände über die Erbregierung das Wort "absolute Regierung" auftaucht.
Im Dansk Biografisk Leksikon (1887-1905) wird diese Legendenbildung relativiert. Gabel soll demnach zumindest:
#Zusammen mit der Königin der engste Vertraute des Königs gewesen sein;
#wohl nicht Urheber, aber Hauptvermittler bei der Verschwörung gewesen sein;
#am Nachmittag des 26. September Bischof Schwane und Hans Nansen die Botschaft des Königs überreicht haben, worin sie wählen konnten, mit wem sie sich verschwören wollen, aber dabei nicht mehr lange zögern durften;
#in den folgenden Tagen ständig Bote zwischen dem König, Bischof und Bürgermeister gewesen sein;
#am 4./5. Oktober, als sich der Durchbruch der Erbmonarchie abzeichnete, dem König mit seinem gesamten Geheimwissen zur Seite gestanden und seinen Verhandlungspartnern die ewige Gnade des Königs versprochen haben.
Hierfür spricht nach Ansicht des Biografen auch die Tatsache, dass Frederik ihm ein paar Jahre später für seine Dienste öffentlich dankte „besonders als wir das Erbkönigtum in Unseren Königreichen und Ländern erreichten“.
Gleich im November 1660 wurde Christoffer Gabel Rentenmeister und Mitglied des Staatskollegiums und bald darauf Assessor des Höchsten Gerichts.
Am 1. Januar 1661 bekam er die Färöer als Lehen auf Lebenszeit. Von nun an brauchte er auch keine jährliche Abgabe mehr zu zahlen, und das Lehen war auf seinen ältesten Sohn Frederik vererbbar. Im Jahre 1662 verkaufte er den Färöerhandel an den Kopenhagener Kaufmann Jonas Trellund, nicht aber die Färöer oder sein eigenes Monopol selber.
Aufstieg in den Adelsstand
1664 gelang es Christoffer von Gabel, einen Antrag an die Staatskammer durchzubringen, wo er für seine Geldforderungen an die Krone mit dem Gutshof Rantzausholm auf Fünen inklusive der Übertragung des dortigen Patronats und der Gerichtsbarkeit entlohnt wurde. Der König gestand ihm hierbei die gleichen Privilegien wie einem Adligen zu. Noch im selben Jahr erfolgte seine Ernennung zum Geheimen, Staats- und Kammerrat und Statthalter von Kopenhagen.
Aus dem Mann im Hintergrund wurde so ein offizieller Würdenträger - Christoffer von Gabel. Der ehemalige Geheimdiplomat wurde nun offiziell auf Missionen nach Gottorp und Brandenburg geschickt. Auch wurde er oft für finanzielle Angelegenheiten der Krone eingesetzt, gleichwohl er Ende 1664 als Rentenmeister zurücktrat.
1665 wurde er nach Holstein geschickt, um dort zusammen mit Hans Schack und Johan Christoffer Kørbitz die Zustände im Amt Segeberg zu untersuchen. In der Folge tauschte von Gabel 1667 sein (inzwischen erweitertes) Gut Rantzausholm gegen das Kalkwerk von Segeberg, was offensichtlich kein schlechtes Geschäft für ihn war. Den Verlust von Rantzausholm glich er mit anderen Gütern in Dänemark aus.
Jäher Fall
Im Dansk Biografisk Leksikon heißt es weiter:
:„Als König Frederik III. im Februar 1670 verstarb, zeigte sich schnell, wie sehr von Gabels Macht einzig und alleine auf der Person des Königs beruhte. Sein Einfluss war wie weggeblasen, obgleich Frederik III. ihn seinem Sohn zur Gunst anempfahl. Christian V. konnte ihn aber schon als Kronprinz nicht leiden [...] Von allen Seiten strömten Beschuldigungen auf ihn ein [...] Ohne Sympathie von irgendwem nahm er am 18. April 1670 seinen Abschied.“
Er verstarb 1673 ohne irgendwelchen Verbindungen mehr zum Hofe. Seine Frau, Ermegaard Badenhaupt, starb Ende 1699.
Der spätere Løgmaður der Färöer und damals größte färöische Grundbesitzer Jóhan Hendrik Weyhe war der Sohn von Christoffer von Gabels Schwester.
Weblinks
- [http://runeberg.org/dbl/5/0514.html Dansk Biografisk Leksikon] (Dänisch, aus dem 19. Jh. Grundlage dieses Artikels, aber keine direkte Übersetzung)
- [http://www.worldstatesmen.org/Faeroe_Islands.html Worldstatesmen.org - Faroe Islands]
Gabel,Christoffer von
Gabel,Christoffer von
Gabel,Christoffer von
Gabel,Christoffer von
Gabel,Christoffer von
6. JanuarDer 6. Januar (in Österreich: 6. Jänner) ist der 6. Tag des Gregorianischen Kalenders - somit verbleiben noch 359 (in Schaltjahren 360) Tage bis zum Jahresende.
Ereignisse
- 1389 - In Köln wird die Alte Universität zu Köln mit einem Gottesdienst im Dom feierlich eröffnet.
- 1453 - Österreich wird Erzherzogtum.
- 1866 - Zum ersten Mal findet das "Dreikönigstreffen" der süddeutschen Liberalen statt.
- 1907 - Maria Montessori eröffnet ihre erste Schule und Kindertagesstätte in Rom (Casa dei Bambini in San Lorenzo).
- 1912 - New Mexico wird der 47. US-Bundesstaat.
- 1919 - Ein Putschversuch montenegrinischer Bauern auf die Hauptstadt Cetinje um die serbische Besatzung zu vertreiben scheitert am serbischen Weihnachtsabend.
- 1929 - Das Königreich Jugoslawien wird ausgerufen
- 1935 - Mao Tse-tung wird auf dem "Langen Marsch" während einer Ruhepause zum Vorsitzenden der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) gewählt.
- 1950 - Großbritannien nimmt diplomatische Beziehungen zur Volksrepublik China auf.
- 1965 - Hindi wird offizielle Staatssprache Indiens.
- 1976 - In Portugal einigen sich die drei großen Parteien des Landes, Sozialisten, Kommunisten und die liberale Demokratische Volkspartei, auf die Grundsätze einer Bodenreform.
- 1986 - Beginn der 2. Republik Liberia
- 1991 - Guatemala. Jorge Serrano Elías wird Staats- und Regierungspräsident.
- 1992 - Georgien. Staatspräsident Swiad Gamsachurdia wird gestürzt.
- 2001 - Parlamentswahlen in Thailand
Wirtschaft
- 1926 - Aus dem Zusammenschluss der "Aero Lloyd AG" und "Junkers Luftverkehr" entsteht die "Lufthansa AG".
- 2002 - Argentinien wertet seinen Peso um 40 Prozent ab.
Wissenschaft und Technik
- 1962 Die französische Werft Chantiers de l'Atlantique liefert das längste Passagierschiff der Welt, die S/S France an die Reederei Compagnie Générale Transatlantique ab.
Kultur
- 1840 - Uraufführung der Oper Le Drapier von Fromental Halévy in Paris.
- 1930 - Uraufführung der komischen Oper Le Roi d'Yvetot von Jacques Ibert an der Opéra-Comique in Paris.
Religion
- 1468 - Papst Nikolaus V. gestattet die Verehrung des Augsburger Bischofs Simpert als Heiligen.
- 1485 - Papst Innozenz VIII. erhebt den 1136 gestorbenen Markgraf Leopold III. von Österreich zum Heiligen.
Katastrophen
- 1928 - London, England. Die Themse tritt durch eine Sturmflut über die Ufer, 14 Menschen sterben.
Sport
- Einträge von Leichtathletik-Weltrekorden s. u. der jeweiligen Disziplin unter Leichtathletik.
- 1958 - Helmut Recknagel gewinnt als erster deutscher Skispringer die Internationale Vierschanzentournee
- 1960 - Max Bolkart gewinnt als erster westdeutscher Skispringer die Internationale Vierschanzentournee
- 1996 - Jens Weißflog gewinnt die Vierschanzentourne zum 4. Mal - Rekord
- 2002 - Sven Hannawald gewinnt das letzte Skispringen der Vierschanzen-Tournee und hat damit als erster Skispringer alle vier Springen hintereinander gewonnen.
Geboren
Sven Hannawald
- 1256 - Gertrud von Helfta, Zisterzienserin im Kloster Helfta bei Eisleben
- 1329 - Ulman Stromer, deutscher Kaufmann im Mittelalter
- 1367 - Richard II., König von England
- 1412 - Jeanne d’Arc, französische Nationalheldin und Heilige der katholischen Kirche
- 1485 - Wilhelm Werner von Zimmern, deutscher Historiker und Jurist
- 1486 - Martin Agricola, deutscher Musiktheoretiker und Komponist
- 1488 - Helius Eobanus Hessus, evangelischer Humanist
- 1525 - Caspar Peucer, ein deutscher Humanist
- 1578 - Melchior Goldast, Humanist
- 1582 - Jaroslav Borsita Graf von Martinitz, kaiserlicher Statthalter
- 1587 - Gaspar de Guzmán, Conde de Olivares, spanischer Premierminister zur Zeit Philipps IV.
- 1614 - Erzherzog Leopold Wilhelm, Statthalter der spanischen Niederlande und Feldherr
- 1617 - Christoffer von Gabel, Händler und Statthalter von König Frederik III. von Dänemark
- 1619 - Gebhard von Alvensleben, deutscher Historiker
- 1655 - Eleonore von Pfalz-Neuburg, Frau von Kaiser Leopold I. Kaiserin des Heiligen römisches Reiches
- 1655 - Jakob I. Bernoulli, Schweizer Mathematiker und Physiker
- 1663 - Heinrich Anselm von Ziegler und Kliphausen, deutscher Schriftsteller
- 1673 - James Brydges, 1. Duke of Chandos, britischer Edelmann, Bauherr und Mäzen
- 1699 - Philipp Friedrich Hiller, deutscher Pfarrer und Kirchenlieddichter
- 1702 - José de Nebra, spanischer Komponist
- 1714 - Percivall Pott, britischer Chirurg
- 1722 - Andrea Gioanetti, Kardinal der römisch katholischen Kirche
- 1730 - Thomas Chittenden, US-amerikanischer Politiker und 1. Gouverneur von Vermont
- 1731 - Ludwig Eugen, Herzog von Württemberg
- 1745 - Jacques Étienne Montgolfier, französischer Miterfinder des Heißluftballons
- 1761 - Kaspar Maria von Sternberg, böhmischer Theologe und Naturforscher
- 1773 - Bonifaz Kaspar von Urban, Erzbischof von Bamberg
- 1776 - Ferdinand von Schill, preußischer Offizier
- 1784 - Carl Friedrich Mosch, Autor
- 1785 - Karl Friedrich von Rumohr, Kunsthistoriker, Schriftsteller und Gastrosoph
- 1797 - Edward Turner Bennett, englischer Zoologe und Schriftsteller
- 1798 - Melchior von Diepenbrock, Kardinal und Fürstbischof von Breslau
- 1804 - Anna Plochl, Gräfin von Meran
- 1807 - Josef Maximilian Petzval, slowakischer Mathematiker und Physiker
- 1807 - Ludwig Erk, deutscher Volksliedforscher und Volksliedsammler
- 1812 - Karl Etzel, deutscher Eisenbahningenieur und Architekt
- 1813 - Paulus Melchers, Erzbischof von Köln und Kardinal
- 1815 - Julius Pintsch, deutscher Unternehmer
- 1822 - Heinrich Schliemann, deutscher Archäologe
- 1830 - Alfred Hegar, deutscher Arzt und Gynäkologe
- 1832 - Gustave Doré, französischer Maler und Graphiker
- 1832 - Lodovico Jacobini, Kardinal und päpstlicher Staatssekretär
- 1833 - Karl Heinrich von Bötticher, deutscher Beamter und Politiker
- 1835 - Martin Kähler, deutscher protestantischer Theologe
- 1838 - Max Bruch, deutscher Komponist und Dirigent
- 1842 - Clarence King, US-amerikanischer Geologe
- 1850 - Eduard Bernstein, deutscher Theoretiker und Politiker
- 1850 - Xaver Scharwenka, Komponist und Pianist
- 1859 - Alfred-Henri-Marie Baudrillart, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1860 - Raoul Gunsbourg, rumänischer Operndirektor, Schriftsteller und Komponist
- 1861 - Victor Horta, belgischer Jugendstil-Architekt
- 1862 - August Oetker, deutscher Industrieller
- 1864 - Nikolai Jakowlewitsch Marr, russischer Sprachwissenschaftler
- 1865 - Siegmar von Schultze-Galléra, deutscher Schriftsteller und Heimatforscher
- 1870 - Eduard Stemplinger, deutscher Schriftsteller
- 1870 - Gustav Bauer, deutscher Politiker, Ministerpräsident und Reichskanzler
- 1872 - Alexander Nikolajewitsch Skrjabin, russischer Pianist und Komponist
- 1873 - Karl Straube, deutscher Organist
- 1874 - Fred Niblo, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1875 - Walther Schücking, Politiker und Völkerrechtler
- 1878 - Adeline Genée, dänische Ballett-Tänzerin
- 1878 - Carl Sandburg, US-amerikanischer Lyriker
- 1882 - Fan Noli, orthodoxer albanischer Bischof und Politiker
- 1882 - Ivan Olbracht, tschechischer Schriftsteller, Publizist, Journalist
- 1883 - Friedrich Pfister, deutscher Philologe
- 1883 - Khalil Gibran, libanesischer Künstler und Dichter
- 1891 - Adolf von Bomhard, SS-Gruppenführer, Befehlshaber der Ordnungspolizei in der Ukraine
- 1891 - Dai Jitao, chinesischer Politiker und Publizist
- 1891 - Fritz Imhoff, österreichischer Schauspieler und Sänger
- 1892 - Heinz Renner, deutscher Politiker
- 1892 - Leonid Iwanowitsch Kubbel, russischer Schachspieler
- 1892 - Ludwig Berger, deutscher Filmregisseur
- 1897 - Ferenc Szálasi, ungarischer faschistischer Parteiführer und Kriegsverbrecher
- 1897 - Heinz Meyer, deutscher Politiker
- 1898 - James Fitzmaurice, irischer Pilot
- 1899 - Heinrich Nordhoff, Generaldirektor von Volkswagen
- 1899 - Max Simon, SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS
- 1900 - Emmanuel d’Astier de la Vigerie, französischer Politiker, Mitglied der Résistance
- 1902 - Max Güde, deutscher Jurist, Generalbundesanwalt
- 1903 - Boris Blacher, deutscher Musikwissenschaftler und Komponist
- 1903 - Maurice Abravanel, US-amerikanischer Dirigent
- 1903 - Walter Nigg, Schweizer Theologe
- 1905 - Eric Frank Russell, britischer Schriftsteller
- 1905 - Otto Kuss, katholischer Theologe
- 1906 - G. Ledyard Stebbins, US-amerikanischer Biologe, Botaniker
- 1908 - Menachem Avidom, israelischer Komponist
- 1910 - Heinrich Krebs, Richter am deutschen Bundessozialgericht
- 1910 - Kurt Fischer, deutscher Politiker
- 1911 - Friedrich Hendrix, deutscher Leichtathlet
- 1913 - Edward Gierek, polnischer Politiker, PVAP-Chef 1970-80
- 1913 - Loretta Young, US-amerikanische Schauspielerin
- 1915 - Alan Watts, Anglikanischer Priester, Professor und Dekan
- 1915 - John Cunningham Lilly, US-amerikanischer Neurophysiologe
- 1915 - Peter Ahrweiler, deutscher Schauspieler und Theaterdirektor
- 1918 - Eugen Biser, katholischer Theologe und Religionsphilosoph
- 1920 - Henry Corden, kanadischer Schauspieler und Sprecher in Zeichentrickfilmen
- 1920 - John Maynard Smith, britischer Genetiker, Evolutionsbiologe
- 1920 - San Myung Mun, Gründer und Oberhaupt der Vereinigungskirche
- 1924 - Earl Scruggs, US-amerikanischer Musiker
- 1924 - Katy Jurado, mexikanische Schauspielerin
- 1925 - John De Lorean, US-amerikanischer Sportwagenbauer
- 1925 - Regina von Habsburg, Tochter von Georg III. Herzog von Sachsen-Meinigen
- 1926 - Pat Flaherty, Autorennfahrer
- 1926 - Walter Sedlmayr, deutscher Schauspieler
- 1927 - Alfred Sirven, französischer Topmanager
- 1928 - Astrid Gehlhoff-Claes, deutsche Schriftstellerin und Übersetzerin
- 1929 - Babrak Karmal, afghanischer Politiker
- 1929 - Dietrich Knothe, deutscher Dirigent
- 1929 - Wilbert Harrison, US-amerikanischer Musiker
- 1931 - Capucine, französische Filmschauspielerin
- 1931 - E. L. Doctorow, US-amerikanischer Autor und Herausgeber
- 1932 - José Saraiva Martins, Kardinal der römisch-katholischen Kirche
- 1932 - Max Streibl, bayerischer Politiker
- 1933 - Emil Steinberger, Schweizer Kabarettist, Schriftsteller, Regisseur und Schauspieler
- 1936 - Darlene Hard, US-amerikanische Tennisspielerin
- 1936 - Julio María Sanguinetti, Journalist und Staatspräsident von Uruguay
- 1937 - Doris Troy, US-amerikanische Soul-Sängerin
- 1937 - Harri Holkeri, finnischer Politiker und Ministerpräsident
- 1937 - Nino Tempo, US-amerikanischer Pop-Musiker
- 1937 - Paolo Conte, italienischer Chansonsänger, Jazzmusiker und Komponist
- 1938 - Adriano Celentano, italienischer Sänger, Schauspieler und TV-Moderator
- 1938 - Elizabeth Teissier, französische Astrologin
- 1938 - Jozef Golonka, ehemaliger slowakischer Eishockeyspieler und -trainer
- 1938 - Karl-Heinz Kunde, ehemaliger deutscher Radrennfahrer
- 1939 - Waleri Lobanowski, sowjetischer und ukrainischer Fußball-Trainer
- 1940 - Van McCoy, US-amerikanischer Musiker und Produzent
- 1941 - Philippe Busquin, belgischer Politiker und EU-Kommissar
- 1941 - Tamara Lund, finnische Sopranistin und Schauspielerin
- 1942 - Bernd Neumann, deutscher Politiker und MdB
- 1942 - Hilmar Kabas, österreichischer Politiker
- 1944 - Alan Stivell, bretonischer Musiker und Sänger
- 1944 - Rolf Zinkernagel, Schweizer Immunologe, Professor, Nobelpreisträger
- 1944 - Van McCoy, US-amerikanischer Musikproduzent, Songwriter und Musiker
- 1945 - Roger Spottiswoode, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1946 - Syd Barrett, britischer Gitarrist, Sänger und Songschreiber
- 1951 - Kim Wilson, US-amerikanischer Bluesrocksänger und -mundharmonikaspieler
- 1953 - Malcolm Young, australischer Musiker
- 1953 - Manfred Kaltz, deutscher Fußballspieler und Trainer
- 1953 - Thomas Mirow, deutscher Politiker
- 1954 - Anthony Minghella, britischer Regisseur
- 1954 - Hans Robert Hiegel, Architekt
- 1954 - Martin Hein, deutscher Theologe und Bischof
- 1954 - Ulrich van Suntum, deutscher Volkswirt
- 1955 - Annette Fugmann-Heesing, deutsche Politikerin und MdL
- 1955 - Constanze Engelbrecht, deutsche Schauspielerin
- 1955 - Rowan Atkinson, britischer Komiker und Schauspieler
- 1961 - Toru Tanabe, japanischer Opernsänger und Schauspieler
- 1962 - Daniel Mahrer, Schweizer Skirennläufer
- 1964 - Henry Maske, deutscher Boxsportler
- 1965 - Christine Wachtel, deutsche Leichtathletin
- 1968 - John Singleton, US-amerikanischer Regisseur
- 1969 - Norman Reedus, US-amerikanischer Schauspieler
- 1969 - Stephan Harlander, deutscher Basketballtrainer
- 1971 - Daniel Poznanski, deutscher Jurist und Vorsitzender des VJFM
- 1974 - Nicole DeHuff, US-amerikanische Schauspielerin
- 1976 - David Di Michele, italienischer Fußballspieler
- 1980 - Mihael Mikić, kroatischer Fußballspieler
- 1989 - Max Pirkis, britischer Schauspieler
Gestorben
- 1088 - Berengar von Tours, Dialektiker der Vorscholastik
- 1275 - Raimund von Peñafort, Dominikanermönch und Kanoniker in Spanien
- 1536 - Baldassare Peruzzi, italienischer Architekt und Maler
- 1537 - Alessandro de Medici, Duca della città di Penna und Herzog von Florenz
- 1542 - Bernard van Orley, niederländischer Maler
- 1598 - Fjodor I., Zar von Russland von 1584 bis 1598
- 1646 - Elias Holl, Baumeister des deutschen Frühbarock
- 1695 - Christian Albrecht, Fürstbischof von Lübeck sowie Herzog von Schleswig-Holstein-Gottorf
- 1711 - Philipp van Almonde, niederländischer Vizeadmiral
- 1738 - Jean Baptiste Labat, französischer Missionar und Reiseschriftsteller
- 1827 - Charlotte von Stein, Freundin von Schiller und Goethe
- 1829 - Josef Dobrovský, tschechischer Philologe und Slawist
- 1831 - Rodolphe Kreutzer, französischer Violinist, Lehrer, Dirigent und Komponist
- 1840 - Fanny Burney, englische Schriftstellerin
- 1841 - Benedikt Arnstein, Schriftsteller
- 1849 - Johann Caspar von Orelli, schweizerischer klassischer Philologe
- 1852 - Louis Braille, Erfinder der Blindenschrift (Brailleschrift)
- 1857 - Albert Schwegler, deutscher Theologe, Philosoph und Historiker
- 1860 - William Martin Leake, englischer Archäologe
- 1875 - Friedrich Wilhelm I., letzter Kurfürst und souveräner Landgraf von Hessen-Kassel
- 1876 - Bernardo de Sá Nogueira de Figueiredo, portugiesischer Politiker und Führer der Setembristen
- 1882 - Nathan Davis, englischer Afrikaforscher
- 1884 - Johann Gregor Mendel, österreichischer Augustinermönch und Genetiker
- 1918 - Georg Cantor, deutscher Mathematiker
- 1919 - Theodore Roosevelt, 26. Präsident der USA und Friedensnobelpreisträger
- 1920 - Hieronymous Georg Zeuthen, dänischer Professor der Mathematik
- 1934 - Herbert Chapman, englischer Fußballspieler und Trainer
- 1941 - Franz Hessel, deutscher Schriftsteller
- 1942 - Henri de Baillet-Latour, 3. Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC)
- 1942 - Tina Modotti, italienische Fotografin und Schauspielerin
- 1945 - Edith Frank, Mutter von Anne Frank im KZ Auschwitz
- 1945 - Wladimir Iwanowitsch Wernadski, russischer Geologe, Geochemiker und Mineraloge
- 1949 - Victor Fleming, US-amerikanischer Filmregisseur
- 1955 - Gertrud Eysoldt, deutsche Schauspielerin und Regisseurin
- 1966 - Albrecht Brandi, deutscher Fregattenkapitän
- 1966 - Jean Lurat, französischer Maler
- 1968 - Karl Kobelt, schweizerischer Politiker, Bundesrat
- 1972 - Chen Yi, chinesischer Politiker
- 1977 - Johannes Lilje, deutscher Theologe, Kunsthistoriker und Landesbischof
- 1981 - Archibald J. Cronin, britischer Schriftsteller
- 1981 - Harold Clayton Urey, US-amerikanischer Chemiker
- 1985 - Wladimir Konstantinowitsch Kokkinaki, sowjetischer Testpilot
- 1989 - Edmund Leach, englischer Anthropologe und Elektrotechniker
- 1990 - Hans Jaray, Kammerschauspieler, Regisseur und Autor
- 1990 - Pawel Alexejewitsch Tscherenkow, russischer Physiker
- 1991 - Heinrich Dathe, deutscher Zoologe
- 1991 - Ahmed Adnan Saygun, türkischer Komponist
- 1992 - Isaac Asimov, US-amerikanischer Schriftsteller
- 1993 - Dizzy Gillespie, US-amerikanischer Jazzmusiker, Komponist, Sänger und Bandleader
- 1993 - Elke Kast, deutsche Fernsehansagerin
- 1993 - Rudolf Chametowitsch Nurejew, Ballett-Tänzer des 20. Jahrhunderts
- 1993 - Rudolf Nurejew, russischer Tänzer und Choreograph
- 1996 - Kurt Schmücker, deutscher Politiker, Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit
- 1996 - Willy Czernik, deutscher Operetten- und Filmkomponist
- 1999 - Michel Petrucciani, französischer Jazzpianist
- 2000 - Don Martin, US-amerikanischer Cartoonist des MAD-Magazins
- 2002 - Fred Taylor, US-amerikanischer Basketballtrainer
- 2002 - Sanya Dharmasakti, Thailändischer Politiker
- 2002 - Serge Brignoni, schweizerischer Maler
- 2004 - Pierre Charles, dominicanischer Politiker
Feier- und Gedenktage
- Kirchliche Feiertage
- Heilige Drei Könige in Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen-Anhalt
- in der armenischen Kirche, in Russland, Serbien, Bulgarien und anderen mehrheitlich orthodoxen Staaten mit julianischem Kalender: Heiligabend/Weihnachten (Geburt des Herrn)
- Kirchliche Gedenktage:
- Erscheinung des Herrn, auch Epiphanias oder Dreikönigsfest (katholisch, evangelisch, anglikanisch, orthodox - mit unterschiedlichen Inhalten)
- Namenstage: Kaspar, Melchior, Balthasar
Siehe auch
- 5. Januar - 7. Januar
- 6. Dezember - 6. Februar
- Historische Jahrestage - Zeitskala
- Wikipedia:Glaskugel - Wikipedia:Formatvorlage Tag
0106
ja:1月6日
ko:1월 6일
simple:January 6
1617
Politik und Weltgeschehen
- 23. August: In London wird die erste Einbahnstraße eingerichtet
- 24. August: Gründung der Fruchtbringenden Gesellschaft (Palmenorden) in Weimar
- Im Jahre 1617 brannte die Innenstadt von Tangermünde fast vollständig aus. Ein Mädchen namens Grete Minde soll den Brand gelegt haben. Sie wurde dafür zum Tode verurteilt. Wie sich später herausstellte, war sie aber unschuldig. Diesen Fall nahm Theodor Fontane zum Anlass, seinen Roman „Grete Minde“ zu schreiben
- Krieg Ferdinands von Innerösterreich gegen die Republik Venedig
- 6. Januar: Christoffer von Gabel, dänischer Statthalter der Färöer und Kopenhagens, Vertrauter von Frederik III († 1673)
- 13. August: Johann Andreas Quenstedt, Vertreter der lutherischen Orthodoxie († 1688)
- 16. November: Friedrich VI. (Baden), führte die Regierungsgeschäfte von 1659–1677 († 1677)
- 25. Dezember: Christian Hofmann von Hofmannswaldau, deutscher Schriftsteller († 1679)
- 16. Januar: Wolf Dietrich von Raitenau, Fürsterzbischof von Salzburg ( - 1559)
- 2. März: Robert Abbot, englischer Geistlicher ( - 1560)
- 3. April: John Napier, schottischer Denker auf mehreren Gebieten (Laird of Merchiston) ( - 1550)
- 24. April: Concino Concini, französischer General und Marschall von Frankreich italienischer Herkunft
- 7. Mai: David Fabricius, war Theologe, bedeutender Amateurastronom und Kartograf ( - 1564)
- 18. Juli: Dorothea Maria von Sachsen-Weimar, deutsche Regentin ( - 1574)
- 27. Juli: Kaspar Füger, deutscher Komponist und wirkte als Kreuzkantor ( - 1562)
- 28. Juli: Felix Platter, schweizer Arzt und Schriftsteller ( - 1536)
- 24. August: Rosa von Lima, Heilige, Mystikerin, Dominikaner-Terzianerin ( - 1586)
- 13. September: Julius Echter von Mespelbrunn, Fürstbischof von Würzburg und Herzog in Franken ( - 1545)
- 25. September: Go-Yozei, 107. Kaiser von Japan ( - 1571)
- 25. September: Francisco Suárez, portugiesischer Theologe und Philosoph ( - 1548)
ko:1617년
Glückstadt
Glückstadt (dänisch: Lykstad) ist nach Itzehoe die zweitgrößte Stadt des Kreises Steinburg.
Überregional bekannt ist die Stadt vor allem durch die Elbfähre, die die Schleswig-Holsteiner Elbmarschen mit Wischhafen in Niedersachsen verbindet.
Geschichte
Glückstadt wurde 1617 von Christian IV. König von Dänemark und Norwegen und Herzog von Schleswig und Holstein gegründet, um dem wachsenden Hamburg einen Gegenpol zu bieten. Sie sollte eine uneinnehmbare Festungs- und Hafenstadt an der Unterelbe werden. Der Name Glückstadt und die Fortuna im Wappen standen sinnbildlich für diesen Plan "Dat schall glücken und dat mutt glücken, und denn schall se ok Glückstadt heten!" (Christian IV.).
Der König versuchte neue Einwohner durch das Versprechen der Religionsfreiheit zu locken. Neben Dänen und deutschen Exulanten bildeten so portugiesische Juden die dritte große Einwohnergruppe bei der Gründung der Stadt. Der Stadtkern ist bis heute ein Musterbeispiel für eine auf dem Reißbrett entworfene Fürstenstadt der Neuzeit.
Das Stadtgebiet, welches häufig von der Elbe überschwemmt wurde, musste erst eingedeicht und trockengelegt werden. Die Mündung des Rhin wurde als Hafen ausgebaut. Mit Glaubensfreiheit und Handelsprivilegien warb Christian IV. um Einwohner für Glückstadt. Das hatte zur Folge, dass sich Glaubensverfolgte aus vielen Ländern, besonders aus den Niederlanden, in Glückstadt ansiedelten. Wirtschaftlich bedeutend waren Zucker-, Salz- und Seifensiedereien, eine Ölmühle, eine Münze und der Walfang um Grönland. Glückstadt wurde Sitz der Guineischen, Isländischen und Norwegischen Handelskompanie.
1649 wurde die Regierungskanzlei von Schleswig und Holstein nach Glückstadt verlegt und Glückstadt stieg zur Hauptstadt des Landes auf. Aufgrund dessen wurde Glückstadt 1845 an die Eisenbahnlinie Altona-Elmshorn-Kiel angeschlossen.
Bereits im 18. Jahrhundert. war der wirtschaftliche Höhepunkt Glückstadts erreicht und es zeigte sich, dass die Konkurrenz Hamburgs und Altonas zu stark war. Entscheidend war hierbei, dass die Schifffahrt durch die heute vor der Stadt in der Elbe liegende Sandbank behindert wurde und das tiefe Fahrwasser, westlich der Sandbank, in Richtung Hamburg erhalten blieb. Insgesamt war die Entwicklung Glückstadts deutlicher von Militär und Regierung geprägt als von Gewerbe und Handel.
Wirtschaft und Infrastruktur
Heute ist Glückstadt eine Kleinstadt mit vielen, historischen Gebäuden im Bereich des alten Stadtkerns. Nach dem 2. Weltkrieg entstand ein Stadtteil im Stil der 1950er Jahre, zur Linderung der Wohnungnot. Ein weiterer Stadtteil, vorwiegend mit Eigenheimen bebaut, entstand in den 1960er Jahren durch Eindeichung des Elbvorlandes. Seit dem Kriegsende Abnahme der ohnehin geringen Industriealisierung u.a. durch Abwanderung in Umlandgemeinden. Ehemaliger Marinestandort.
In Glückstadt ist die Papierfabrik Steinbeis-Temming ansässig, die der größte Arbeitgeber ist. Von Bedeutung ist auch die Wäscherei Berendsen.
Tourismus
Glückstadt liegt an der deutschen Fährstraße.
Söhne und Töchter der Stadt
- Christoffer von Gabel (1617-1673), dänischer Staatsmann und Kaufmann, Statthalter auf den Färöern und in Kopenhagen, mächtigster Berater Frederiks III. von Dänemark.
- Ludwig von Rönne, Jurist, Publizist und Staatsrechtslehrer
- Hauke Strübing, deutscher Radiomoderator und Herausgeber
- Fritz Lau (1872-1966), niederdeutscher Schriftsteller.
Weblinks
- [http://www.glueckstadt.de/ Homepage der Stadt Glückstadt]
-
Kategorie:Ort in Schleswig-Holstein
1673
Politik und Weltgeschehen
- 18. März: Lord Berkeley verkauft seinen Teil von New Jersey an die Quäker
- Mitte Mai: die Franzosen Louis Joliet und Jacques Marquette entdecken den Mississippi
- Rechenmaschine von Gottfried Leibniz
- Antonie van Leeuwenhoek beginnt mit selbstgebauten Mikroskopen verschiedene Untersuchungen. Er entdeckt u. a. Bakterien, Spermien und rote Blutkörperchen
- Ludwig XIV. führt in Frankreich die Allongeperücke ein
- 21. Januar: Johann Georg Fischer, deutscher Baumeister des Barock († 1747)
- 28. Januar: Georg Gsell, Schweizer Barockmaler, er folgte 1717 dem Ruf Peters I. nach St († 1740)
- 31. Januar: Louis-Marie Grignion de Montfort, französischer Volksmissionar und Ordensstifter († 1716)
- 29. April: Georg Wilhelm Kirchmaier, Philosoph, Rhetoriker, Sprachwissenschaftler († 1759)
- Ahmed III., Sultan des Osmanischen Reiches († 1736)
- 22. Januar: Konrad Gumprecht von Aldenbrück, Rat, Kämmerer, Generalwachtmeister und Geheimer Rat ( - 1615)
- 12. Februar: Johann Philipp von Schönborn, war Erzbischof des Bistums Mainz ( - 1605)
- 9. Juli: Johann Rudolph Ahle, deutscher Komponist, Organist, Dichter, evangelischer Kirchenmusiker ( - 1625)
- 23. Juli: Balthasar Rösler, deutscher Markscheider ( - 1605)
- 17. August: Reinier de Graaf, niederländischer Arzt und Forscher ( - 1641)
- 13. Oktober: Christoffer von Gabel, dänischer Staatsmann, Statthalter, Berater von Frederik III. ( - 1617)
- 31. Oktober: Kurt Christoph Graf von Königsmarck, niederländischer Generalleutnant, Vizegouverneur, schwedischer Reichsfeldzeugmeister und Staatsmann ( - 1634)
ko:1673년
Geschichte der FäröerDie Geschichte der Färöer ist ein Teil der Geschichte Skandinaviens. Häufig weist sie Parallelen zur Geschichte Islands auf, ist wie diese oft zunächst von Ereignissen in der Geschichte Norwegens und später in der Geschichte Dänemarks bestimmt.
Sie beginnt um 625 mit der Entdeckung der Inselgruppe durch irische Mönche. Nach 800 findet die Landnahme durch Wikinger statt, deren Nachfahren zum Teil die heutige Bevölkerung der Färöer bilden. Um 1000 wurden die Färöer christianisiert und danach Teil von Norwegen. Mit der dänisch-norwegischen Personalunion wurden die Färöer faktisch ein Teil Dänemarks. Nach der Reformation 1536 verewigte sich die Vorherrschaft der dänischen Sprache. 1814 wurde Norwegen von Dänemark abgetrennt, die Färöer verblieben bei Dänemark. Das dänische Handelsmonopol wurde 1856 aufgehoben. Um diese Zeit entstand die neufäröische Schriftsprache. In der Folge entwickelten sich die Färöer von einer mittelalterlichen Agrargesellschaft zu einer modernen Fischereination, die seit 1948 weitgehende Autonomie besitzt.
Siehe auch: Kirchengeschichte der Färöer
Geologische Geschichte
- Siehe Hauptartikel: Geologie der Färöer
Die Färöer gehören als entlegene Inselgruppe zu jenen Winkeln der Welt, die zuletzt von Menschen entdeckt und besiedelt wurden. Sie entstanden vor etwa 70-60 Millionen Jahren im Tertiär infolge vulkanischer Tätigkeit als Teil des damaligen Landrückens, der sich von Grönland bis Irland und Schottland erstreckte und bis zu 4000 Meter hoch war.
Aus der erkalteten Lava bildete sich der typisch färöische Basalt, der immer wieder durch dünnere Tuffschichten durchzogen ist, die aus dem nachfolgenden Ascheregen entstanden. In einer vulkanischen Pause gab es eine tropische Vegetation. Kohleschichten zeigen Abdrücke des Urweltmammutbaums und des Ginkgos. Durch Erosion senkte sich der größte Teil dieses Plateaus ab. Übrig blieben die Inseln der Hebriden, Färöer und Island.
Die Eiszeit formte aus den Resten dieses Plateaus die Färöer in ihrer heutigen Gestalt mit den charakteristischen Tälern in südöstlich-nordwestliche Richtung, die sich oft mit Wasser füllten, eine Verbindung mit dem Meer schufen und die heutigen Fjorde der Färöer bildeten. Die weichen Tuffschichten waren ständig der Gewalt der Brandung und des rauhen Klimas ausgesetzt, wurden ausgespült und ließen die mächtigen Basaltschichten darüber zusammenstürzen. So entstanden die charakteristische Treppenstruktur im Landesinneren und die gewaltigen Abbruchkanten vornehmlich an der Westküste und den nördlichen Klippen.
Womöglich überlebten arktische Pflanzen die Eiszeit auf den färöischen Gipfeln oberhalb der 400 Meter dicken Gletscher. Als jene verschwanden, wurden die Färöer von Pflanzen aus Schottland und Norwegen neu besiedelt, die zum Beispiel durch Seevögel ins Land kamen. Neben den Vögeln gab es sonst nur noch Insekten und Robben, die sich auf den färöischen Holmen und in den Grotten ihre Plätze suchten.
Die ersten Menschen trafen ein Land vor, in dem es weder Landsäuger, Reptilien noch höhere Bäume gab. Neben den genannten (dürftigen) Kohleflözen haben die Färöer keine Bodenschätze vorzuweisen. Allerdings gibt es Anzeichen für Erdöl im Schelf innerhalb der 200-Seemeilenzone der Färöer.
Sagen, Mythen und Legenden
200-Seemeilenzone der Färöer, die die Färöer nach Island ziehen wollten. Diese färöische Briefmarke von 1996 wurde seinerzeit von der internationalen Sammlergemeinde zur Briefmarke des Jahres gewählt.]]
Auf den Färöern gibt es Sagen und Mythen, die in grauer Vorzeit angesiedelt sind, also zu einer Zeit spielen, wo die Färöer unbewohnt waren. Am bekanntesten ist der Mythos von Risin und Kellingin, zwei Trollen, die im Auftrage Islands versucht haben sollen, die Färöer bei Nacht dorthin zu verbringen. Kellingin, das Trollweib, soll dabei die Landschaft mit ihren gewaltigen Fußtritten entscheidend mitgeformt haben. Diese Sage sucht also auch eine Erklärung für die eigentümliche Form der Inseln. Jedenfalls rührten sich die Färöer nicht vom Fleck, die beiden wurden von der Sonne überrascht und erstarrten zu zwei Basaltsäulen, die dort noch heute stehen. Auch sonst wimmelt es auf den Färöern von Fabelwesen, die nach (scherzhafter) Meinung von William Heinesen (1900-1991) erst mit der Elektrifizierung verschwanden.
Realistischer geht es in der Legende von St. Brendan zu, der um 560 herum auf seiner berühmten Reise Navigatio Sancti Brendani ein „Vogelparadies“ entdeckt haben soll. Viele nehmen an, damit könnten die Färöer gemeint gewesen sein, zumal er weiter nördlich eine „Feuerinsel“ gefunden haben will - Island?
Die Färingersaga schließlich, gilt als das wichtigste Dokument über die ersten Nordmänner auf den Färöern. Sie ist weit mehr als eine Sage im Sinne eines Märchens, sondern eine ernst zu nehmende historische Quelle, gleichwohl sie teilweise auch von unrealistischen Dingen zu berichten weiß.
Die gesammelten färöischen Mythen und Legenden sind seit einigen Jahren im Internet unter [http://www.tjatsi.fo Tjatsi.fo] gesammelt (teilweise auch auf Deutsch). Viele färöische Schulklassen haben seitdem von dort ihre Unterrichtseinheiten bezogen.
Auffallend ist in den frühen färöischen Balladen der Bezug auf Siegfried den Drachentöter wie er in den färöischen Sigurdliedern als Hauptperson auftaucht. Interessanterweise ist (der reale) Karl der Große zweitwichtigste Person in der Überlieferung dieser Volksweisen, die von einer Zeit erzählen, als es noch keine Geschichtsschreibung der Färöer gab.
Irische Mönche
Karl der Große
- Siehe Hauptartikel: Irische Mönche auf den Färöern
Heute ist unbestritten, dass die Färöer spätestens um 625 von irischen Mönchen betreten und vom Ort Sumba ausgehend besiedelt wurden. Archäologische Zeugnisse gibt es auch in der unmittelbaren Umgebung bei Akraberg, Víkarbyrgi und etwas weiter nördlich in Porkeri.
Unter anderem konnte anhand botanischer Untersuchungen nachgewiesen werden, dass der Hafer seit dieser Zeit dort kultiviert wird. Hierbei muss es sich aber um vergleichsweise kleine Einsiedler-Gruppen gehandelt haben.
Wikinger-Landnahme
Hafer
Siehe Hauptartikel: Wikingerzeit auf den Färöern
Die Haupteinwanderung trat im 9. Jahrhundert durch die Wikinger ein, die von Norwegen aus gen Westen zogen. Gemäß der Färingersaga hieß der erste Siedler Grímur Kamban. Er soll in Funningur gewohnt haben. Seine Ankunft wird auf den Zeitraum um 825 geschätzt. Ein anderer bekannter Siedler aus dieser Zeit ist Naddoddur. Ihm wird die Entdeckung Islands um 850 zugeschrieben, als er auf dem Heimweg von Norwegen an den Färöern vorbei segelte.
Etwa 885-890 fand die zweite Landnahmewelle statt, als viele Menschen aus Norwegen vor Harald Schönhaars Herrschsucht flohen, wie die Färingersaga berichtet. Es kamen aber auch Einwanderer aus Irland und Schottland, zumeist Wikinger, aber auch mit keltischen Frauen und Sklaven.
Es wird davon ausgegangen, dass sich das Althing auf Tinganes bereits um 900 etablierte. Sicher belegt ist es aber erst seit ca. 970. Zu dieser Zeit waren die Färöer eine Art Republik. Die färöische Wolle war seitdem bis ins 19. Jahrhundert wichtigstes Exportgut des Landes.
Christianisierung und norwegische Herrschaft
19. Jahrhundert in Schweden aufbewahrt ist (daher der Name).]]
- Siehe Hauptartikel: Wikingerzeit auf den Färöern
- Siehe Hauptartikel: Christianisierung der Färöer
- Siehe Hauptartikel: Bistum Färöer
- Siehe Hauptartikel: Schafsbrief
- Siehe auch: Geldwesen der Färöer im Mittelalter
Nachdem sich der norwegische König Olav Tryggvason 994 beim englischen König Aethelred taufen ließ und im Jahr darauf Norwegen missionierte, lud er den angesehenen färöischen Häuptling Sigmundur Brestisson zu sich ein, der dann bekehrt, 999 auf den Färöern für die Annahme des Christentums durch das färöische Althing, das heutige Løgting, sorgte. Der Widerstand der einheimischen Wikinger unter dem Häuptling Tróndur í Gøtu führt 1005 zur Ermordung von Sigmundur Brestisson. Sein Grabstein auf Skúvoy gehört zu den wichtigsten Denkmälern des Archipels. Der Nachfolger Olavs, Olav II. Haraldsson von Norwegen, konnte das Christentum in Norwegen und auch auf den Färöern und in Island endgültig durchsetzen. Dafür wird er von den Insulanern heute noch an seinem Todestag, der Ólavsøka, verehrt.
Ólavsøka]]
Ab 1035 gehörte der Archipel als Lehen des Leivur Øssurson politisch zu Norwegen, was das endgültige Ende der Wikingerzeit markierte. Die Färöer konnten sich aber durch die Entfernung zur Zentralmacht ein hohes Maß an Eigenständigkeit erhalten. Von der internationalen Handelstätigkeit dieser Zeit zeugt der Münzfund von Sandur, der etwa 1070/80 vergraben worden sein muss.
In der Folge etablierten sich die katholischen Bischöfe in Kirkjubøur, dem Sitz des Bistums Färöer, das um 1100 eingerichtet wurde. Ab etwa 1110 gab es hier mit der Priesterschule die erste Schule der Färöer. Diese muss schon damals einen hohen Standard gehabt haben, wie die Biografie des späteren norwegischen Herrschers Sverre Sigurdsson andeutet, der hier von 1156 bis 1168 aufwuchs und daheim dann als außerordentlich gebildet galt. Der um 1300 angefangene Magnusdom blieb unvollendet. Es war die Zeit von Bischof Erlendur, dem berühmtesten Geistlichen der Färöer in der katholischen Ära.
Die Hereford-Karte von 1280 ist die älteste bekannte „Weltkarte“, wo auch die Färöer auftauchen. Dort tragen sie den Namen farei. Das ist nach Meinung vieler Linguisten ein keltischer Name und bedeutet ferne Inseln. Gleichwohl wird der Name Färöer meist als fær-øer verstanden, wobei fár Altnordisch für Vieh, Wollvieh ist, also Schaf (øer bedeutet im Dänischen Inseln). Angesichts der vorherrschenden Wolltiere dort ist Schafinseln eine ebenso plausible und akzeptierte Deutung. Hinzu kommt, dass die Färöer selbst den Widder als Wappen führen.
1294 verbot Erik II. Magnusson der Hanse den Handel mit den Färöern, der ausschließlich über norwegische Kaufleute in Bergen abgewickelt werden sollte. 1302 wurde das Handelsverbot für die Hanse erneuert, das erst 1361 aufgehoben wurde.
1298 erhielten die Färöer durch den Schafsbrief des norwegischen Königs ihr „Grundgesetz“, das erst 1637 geändert wurde. Der Schafsbrief regelt nicht nur die Schafzucht, sondern auch den Grindadráp, angemessene Bewirtungskosten, den Umgang mit Leibeigenen, und vieles mehr.
Der Schwarze Tod suchte die Färöer 1349/50 heim und führte zu einem Bevölkerungsverlust von über 30 %. Gleichzeitig trat in diesem 14. Jahrhundert eine Klimaverschlechterung ein. Allgemeine Armut war das Resultat beider Ereignisse. Viele Großbauern mussten ihr Land an die katholische Kirche abtreten, die bald 40 % des Landes besitzen sollte. Die internationale Handelstätigkeit der Färinger kam immer mehr zum Erliegen.
Kalmarer Union
14. Jahrhundert
- Siehe auch: Kalmarer Union
1380 gelangten die Färöer im Zuge der Personalunion Dänemarks mit Norwegen unter die dänisch-norwegische Krone. Sie werden aber weiterhin als ein Teil Norwegens betrachtet, mit dem Løgting als eigener gesetzgebender Versammlung, das seit ca. 1400 diesen Namen trägt. Königin Margarethe I. schaffte es 1397 mit der Kalmarer Union, ganz Skandinavien in ihrem Großreich zu einen.
Das 15. Jahrhundert
1437 bekam der norwegische Bauernführer Amund Sigurdson Bolt die Färöer als Lehen. 1448 kam in Dänemark mit Christian I. das Haus Oldenburg an die Macht. Der Färö-Handel ging in der Folge von Bergen nach Hamburg und Bremen über. 1469 verpfändete Christian I. die Shetlandinseln und Orkneys als Mitgift an das verbündete Schottland. Die Färöer verblieben jedoch bei der dänischen Krone.
1490 erhielten die Kaufleute aus Holland die gleichen Privilegien im Färö-Handel wie die Hanse.
Reformation und Monopolhandel
- Siehe Hauptartikel: Reformation auf den Färöern
- Siehe Hauptartikel: Monopolhandel über die Färöer
- Siehe Hauptartikel: Gabelzeit
Das 16. Jahrhundert
Ab 1500 waren die Färöer immer wieder Piratenüberfällen aus Großbritannien, Irland und Frankreich ausgesetzt, sogar auch aus dem Osmanischen Reich. Militärisch konnten sich die Inseln nur schlecht verteidigen.
Um 1520 setzte Christian II. den Hamburger Kaufmann Joachim Wullenwever als seinen Voigt auf den Färöern ein. Nachdem Christian II. aus Dänemark fliehen musste, bot er 1524 Heinrich VIII. von England die Färöer zum Tausch gegen einen dringend benötigten Kredit an. Jener lehnte allerdings ab. Ansonsten wären die Färöer heute wahrscheinlich ein Teil Großbritanniens und die färöische Sprache ausgestorben, wie es mit dem Norn auf den Shetlandinseln und Orkneys passierte.
1529 gab der dänische König Frederik I. die Färöer den Hamburgern Joachim Wullenwever und Thomas Koppen zum Lehen. Dies wird als Anfang des Handelsmonopols über die Färöer betrachtet. 1532 wurde mit Amund Olavsson der letzte katholische Bischof der Färöer geweiht.
Amund Olavsson
1536 versuchte König Christian III. die Färöer für 100.000 Pfund an England zu verkaufen. Wieder lehnte Heinrich VIII. ab. Im selben Jahr führte Christian III. die Reformation in Dänemark durch. Der norwegische Reichsrat wurde ersatzlos abgeschafft, Norwegen kam damit direkt als Provinz zu Dänemark, und damit faktisch auch die Färöer.
1537 erreichte die Reformation Nidaros und 1538 schließlich die Färöer. Dadurch wurde die Vorherrschaft der dänischen Sprache verewigt, das nun Kirchensprache war. Der Grundbesitz der katholischen Kirche ging in die Hände der Krone über, und das Bistum Färöer wurde abgeschafft. Aus dem Bischofssitz von Kirkjubøur wurde so der berühmte Königsbauernhof der seitdem das größte Gut auf den Färöern ist und bis heute von der Familie Patursson bewirtschaftet wird. Auch an anderen Orten entstanden Königsbauernhöfe. Diese kongsjørð (Königserde) gehört heute dem färöischen Staat.
1556 wurde der Färö-Handel direkt von der dänischen Krone übernommen, die sich vor Ort durch einen Voigt, den Fúti, vertreten ließ. Ab 1566 wurden die Färöer auf Weisung von König Frederik II. nicht mehr von Bergen, sondern von Kopenhagen aus verwaltet.
Der Färinger Magnus Heinason erhielt 1579 das Handelsmonopol und baute 1580 mit der Festung Skansin in Tórshavn einen Schutz gegen die Piraten. Er wirtschaftete aber offensichtlich zu sehr in die eigene Tasche und behielt es nur bis 1583. Er trat darauf in holländische Dienste und wurde 1589 in Kopenhagen zum Tode verurteilt und geköpft. Seitdem gilt Heinason bei vielen (konservativen) Färingern als Nationalheld, ist dort aber keineswegs unumstritten.
1589
Seit dem 24. Juni 1584 existiert die Statistik über den Grindwalfang auf den Färöern, die sich aber erst seit 1709 lückenlos bis in die Gegenwart erschließt. Damals wurden vier Wale vor Lítla Dímun erlegt. Es sollte der einzige Bericht von einem Grind bei dieser unbewohnten Insel bleiben.
1590 wurden die Shetlandinseln und Orkneys endgültig von Dänemark an Schottland abgetreten.
Das 17. Jahrhundert
Von 1616 bis 1662 war der Monopolhandel in den Händen der Isländischen Kompanie. Diese Zeit wird als relativ fair für die Färinger angesehen.
1637 wurde der Schafsbrief von 1298 ins Dänische übersetzt und von König Christian IV. alle Passagen gestrichen, die nichts mit der Schafhaltung zu tun hatten. Seine umfangreiche dänische Gesetzessammlung trat 1643 auf den Färöern zusätzlich in Kraft. Ab 1655 wurde der Løgmaður nicht mehr vom Løgting gewählt, sondern vom König ernannt.
Løgmaður wurde zu einem nationalen Trauma.]]
Im selben Jahr bekam der Kaufmann Christoffer von Gabel von König Frederik III. (der seinem Vertrauten Geld schuldete) die Färöer zum Lehen. Ab 1661 hielt von Gabel dann das Handelsmonopol inne, und das Lehen galt auf Lebenszeit mit Erbrecht für seinen Sohn Friedrich von Gabel, der es 1673 übernahm. Die Gabelzeit dauerte bis zu seinem Tode 1708.
1673 verwüstete ein Großbrand die Gebäude des Monopolhandels auf der Halbinsel Tinganes in Tórshavn. Vermutlich waren es von Gabels Handlanger, die Beweise vernichten wollten, bevor eine eigens aus Kopenhagen anreisende Regierungskommission fündig werden konnte. Aber auch unersetzliche färöische Dokumente fallen den Flammen zum Opfer, sodass die sich das färöische Quellenmaterial erst ab dieser Zeit lückenlos erschließt.
Im selben Jahr 1673 erschien das erste Buch über die Färöer. Der einheimische Pastor Lucas Debes beschrieb in seinem Standardwerk Færoæ et Færoa Reserata die Inseln sehr detailliert. Das Buch wurde daraufhin aus dem Dänischen ins Englische und Deutsche übersetzt und begründete so das Wissen im Ausland über die abgelegene Inselgruppe und ihre Bewohner.
Der französische Piratenüberfall auf die Färöer 1677 bedeutete die Plünderung Tórshavns. Unter anderem wurden die Kasse des Løgtings entwendet und die Tórshavner Kirche geschändet. Die lädierte Kanzel mit ihren Kerben steht heute in der Kirche zu Hvalvík, wo sie immer noch in Gebrauch ist.
1688 trat auf den Färöern das neue Norske Lov (Norwegisches Gesetz) von 1687 in Kraft, das auf dem absolutistischen dänischen Grundgesetz von 1665 (Kongeloven - Königsgesetz) basierte.
1665 wurde der Stoff auf den Färöern verfilmt. Die norwegische Schauspielerin Anneke von der Lippe spielt dort die Hauptrolle.]]
Eine der berühmtesten Frauen der Färöer lebte zu jener Zeit: Beinta Broberg (1667-1752). Sie war nacheinander mit drei Pfarrer verheiratet, wobei die ersten beiden recht jung verstarben und der dritte wahnsinnig wurde - Stoff genug für die Sagen von der "bösen Beinta", die als färöische femme fatale durch Jørgen-Frantz Jacobsens Roman Barbara weltberühmt wurde.
Das 18. Jahrhundert
Jørgen-Frantz Jacobsen
Von 1720 bis 1776 wurden die Färöer als Teil der dänischen Kolonie Island von Reykjavík aus verwaltet. Gleichzeitig wurde das Amt des Gouverneurs der Färöer (amtmaður) eingeführt. Von 1776 bis 1816 wurden die Färöer dann wieder als Teil von Seeland von Kopenhagen aus verwaltet.
Die Zeit des Ryberg Handels von 1768 bis 1788 wird allgemein als ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung des Landes angesehen. Die Färinger bekamen Kenntnis von der Klippfischproduktion, der ab da vor allem in die Mittelmeerländer exportiert wurde. Tórshavn erlebte in dieser Zeit eine wirtschaftliche Blüte durch den dänischen Schmuggelhandel nach England, der wesentlich über die Färöer durch Rybergs Handel abgewickelt wurde.
1781/82 erforschte Jens Christian Svabo die Färöer und schrieb den Bericht Indberetninger fra en Reise i Færø 1781-82. Gleichzeitig war er der erste Gelehrte der den Wert der bis dahin mündlich überlieferten färöischen Tanzballaden erkannte, und sie erstmals schriftlich fixierte. Damit gilt Svabo als der Pionier der färöischen Schriftsprache, die sich in den folgenden 100 Jahren zu einem konsistenten Regelwerk entwickeln konnte.
Erste Hälfte des 19. Jahrhunderts
Anfang des 19. Jahrhundert erwuchs mit Nólsoyar Páll ein nationaler Führer der neueren färöischen Geschichte. Er kämpfte verbissen gegen das Handelsmonopol, begründete den Mythos des Tjaldurs als nationalem Symbol, revolutionierte das färöische Boot und baute mit der Royndin Fríða 1804 das erste eigene Segelschiff der Färöer seit der Wikingerzeit. Nólsoyar Páll gilt seitdem als der unbestrittene Nationalheld der Färöer. Er blieb 1809 zur See, als er Getreide für seine notleidenden Landsleute importieren wollte.
Nach dem Frieden von Kiel 1814, in dessen Folge die dänisch-norwegische Personalunion aufgelöst wurde und Norwegen einer Personalunion mit Schweden beitreten musste, blieben die Färöer zusammen mit Island und Grönland bei Dänemark. 1816 wurde das Løgting aufgelöst und der Løgmaður abgeschafft. Der Amtmaður trat an seine Stelle und residierte von nun an in Tórshavn. Die Färöer waren somit bis 1948 ein eigenes dänisches Amt. Dieser Status galt offiziell ab 1821, als Emilius Løbner endgültig zum Verwaltungschef der Inseln avancierte. Zu dieser Verwaltung gehörten die Ämter des Probstes, Richters, Steuereintreibers und bis 1856 auch des Chefs des Monopolhandels. Diese Leute waren nunmehr meist Dänen, während vorher viele dieser und vergleichbarer Posten von Färingern bekleidet wurden.
Während Jens Christian Svabos Schriften nach wie vor unveröffentlicht blieben, erlangte der dänische Pfarrer und Botaniker Hans Christian Lyngbye besondere Bedeutung, als er 1817 die Inseln besuchte und bei Svabo Färöisch lernte. Auch Lyngbye erkannte den Wert der alten Sprachdenkmäler in Form der Balladen und stellte zusammen mit Pastor Johan Henrik Schrøter das erste Buch in färöischer Sprache fertig, das 1822 erschien: Færøiske Qvæder om Sigurd Fofnersbane og hans Æt. Die färöische Literatur erlebte ihre offizielle Geburtsstunde. Bis Ende 2002 lagen 4.306 Buchtitel in dieser kleinsten germanischen Sprache vor.
2002 stammt aus dem Jahr 1829. Sie begründete den Ruhm einer ganzen Handwerkergeneration, die 13 weitere solcher Kleinode schuf.]]
Im Zeitraum von 1829 bis 1847 wurden die 14 berühmten färöischen Holzkirchen errichtet, von denen heute noch 10 existieren. Sie sind Zeugnisse der damaligen Volkskunst, da die Baumeister „gewöhnliche“ Zimmerer und Bootsbauer waren, die die Kirchengebäude auf ihre Art mit Schnitzereien verzierten.
färöischen Holzkirchen
Mit der Märzrevolution 1848 in Dänemark wurde dort von König Frederik VII. der Absolutismus abgeschafft. Eine verfassungsgebende Versammlung trat in Kopenhagen zusammen, wo die Färöer vom engagierten Ex-Gouverneur Christian Pløyen vertreten wurden. Obwohl Däne, vertrat er den Standpunkt der meisten Färinger, wie zum Beispiel die Aufhebung des Monopolhandels. Damit hatte er aber keinen Erfolg. Am 24. November wurden die Färöer der Islandabteilung des dänischen Innenministeriums unterstellt. In der dänischen Verfassung vom 5. Juni 1849 war geregelt, dass sie zwei Abgeordnete ins Folketing entsenden. Dass es auf den Färöern keine Volksabstimmung zur Annahme dieser Verfassung gab, sollte für nachhaltigen Unmut in der aufkommenden Nationalbewegung sorgen und gilt bei vielen noch heute als ein Grundmakel der Geschichte. Diese Verfassung trat 1850 auf den Färöern in Kraft. 1851 wurden das erste Mal färöische Abgeordnete ins Folketing gewählt.
1851
Der erste färöische Abgeordnete im Kopenhagener Oberhaus war der Jurist Niels Winther. Er setzte sich dort vehement für die Wiedereinrichtung des Løgtings ein. Am 26. März 1852 unterschrieb Frederik VII. das entsprechende Gesetz zur Rehabilitierung des Løgtings. Damals hatte das Løgting allerdings nur beratende Funktion. Der Gouverneur hatte die exekutive Gewalt auf den Inseln und die Gesetze wurden vom dänischen Reichstag beschlossen. Seit 1854 wird das Løgting vom färöischen Volk gewählt.
Am 1. Januar 1856 wurde der Monopolhandel aufgehoben, der seit 1529 existierte. Färöische Handelshäuser traten nun in Konkurrenz zu den Etablierten in Kopenhagen, Schleswig-Holstein und Hamburg. Die Färöer entwickelten sich so innerhalb von 50 Jahren von einer Jahrhunderte alten und isolierten Agrargesellschaft im Nordatlantik zu einer modernen Fischereination.
Nationale Erweckung
Schleswig-Holstein]
Zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts
Ab 1846 entstand durch das Wirken des Sprachforschers V. U. Hammershaimb die neufäröische Schriftsprache auf etymologischer Grundlage. Bis dahin wurde das Färöische mündlich in den eigenen Balladen überliefert. Hammershaimb und seine Nachfolger begründeten die färöische Literatur und erschlossen alte Sprachdenkmäler.
färöische Literatur-Abenteuer am 16. Juni 1854 in Vestmanna wurde selbstverständlich Buch geführt. Diese Statistik bestätigt genau das, was diese frühen Touristen in ihrem Tagebuch beschrieben. [http://wikisource.org/wiki/Reise_mit_der_Yacht_Maria_1854_zu_den_Färöern Der Reisebericht] ist eine authentische Momentaufnahme der Färöer in einer historischen Umbruchphase.]]
1852 erschien unter der Federführung von Niels Winther die erste färöische Zeitung Færingetidende, die aber schon nach neun Nummern wieder verboten wurde, weil sie gegen den Monopolhandel und den Amtmann wetterte. Die schlussendliche Aufhebung des Monopolhandels 1856 setzte aber eine Entwicklung in Gang, die nicht mehr aufzuhalten war. Die Färinger fingen an, selbständig Hochseefischerei und Fernhandel zu betreiben, traten in Kontakt zur Außenwelt. In den folgenden einhundert Jahren konstituierte sich die färöische Nation, bis sie 1948 als solche von Dänemark anerkannt wurde - allerdings in einem bis heute völkerrechtlich unklaren Zustand.
1861 wurde die erste weiterführende Schule der Färöer (realskúlin) in Tórshavn errichtet. 1866 wurde die Kommune Tórshavn gegründet und die Stadt damit gleichzeitig offizielle Hauptstadt des dänischen Amtes. 1870 folgte das Lehrerseminar (læraraskúlin). 1872 bekamen die Färöer ihren ersten eigenen Fischkutter, eine britische Schaluppe, die Ära der Schaluppenfischerei sollte bis in die 1950er Jahre dauern. Im selben Jahr trat die Kommunalverfassung für die Färöer in Kraft und die allgemeinbildende Schule wurde Standard im ganzen Land.
Am 5. Januar 1878 erschien die erste Ausgabe der Zeitung Dimmalætting („Morgendämmerung“). Von einer vierseitigen Wochenzeitung entwickelte sie sich zu der heutigen großen Tageszeitung. Den Namen erhielt sie von V. U. Hammershaimb.
Dimmalætting. Im Hintergrund die Residenz des Amtmaðurs, ein Steinhaus aus färöischem Basalt. Die Treppe des Folketingsgebäudes in Kopenhagen ist übrigens auch aus färöischem Basalt gefertigt.]]
Auf dem Weihnachtstreffen der Färöer 1888 konstituierte sich die Nationalbewegung im Kampf um die eigene Sprache und nationale Unabhängigkeit. Erstes Etappenziel war die Sicherung der eigenen kulturellen Identität.
Weihnachtstreffen der Färöer 1888
1889 erschien das erste färöische Theaterstück: Veðurføst von Helena Patursson. Sie war gleichzeitig die erste Feministin des Landes und gab die erste Frauenzeitschrift, Oyggjarnar hinaus.
1893 wurde die Seefahrtschule eröffnet und 1896 mit dem Dampfschiff Smiril der erste Linienverkehr zwischen den färöischen Inseln eingerichtet. Die Volkshochschule der Färöer wurde 1899 von Rasmus Rasmussen und Símun av Skarði in Klaksvík gegr | | |