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Virunga-Vulkane

Virunga-Vulkane

Die Virunga-Vulkane sind acht Vulkane im Grenzgebiet zwischen Ruanda, Uganda und der Demokratischen Republik Kongo. Die Vulkane liegen zwischen dem Eduardsee und dem Kiwusee und gehören zum Großen Afrikanischen Grabenbruch, auch Great Rift Valley genannt. Die zwei Vulkane, die in der Demokratischen Republik Kongo liegen, sind der Nyiragongo (3.462 m) und der Nyiamuragira (3.063 m). Beide Vulkane brachen 2002 zum letzten Mal aus. Zu der zentralen Gruppe zählen der Karisimbi, der mit 4.507 m Höhe größte Vulkan der Gebirgskette, der Mikeno (4.437 m) und der Visoke (3.711 m). Die östliche Gruppe umfasst den Sabinyo (3.634 m),den ältesten der Virunga-Vulkane, den Gahinga (3.474 m) und den Munavura (4.227 m). Die Virunga-Vulkane sind mit tropischem Bergregenwald bedeckt und die Heimat der seltenen Berggorillas sowie der einzigartigen Lilium zairii. Insbesondere zum Schutz der Berggorillas, die sonst nur noch im Bwindi Nationalpark in Uganda vorkommen, gründete Prinz Albert 1925 den ersten afrikanischen Nationalpark, den Albert Nationalpark, auch Virunga-Nationalpark genannt. Zwischen dem Karisimbi und dem Visoke liegt das Karisoke Research Center, eine Forschungsstation für Berggorillas. Der Name Karisoke ist eine Kombination der Namen der Vulkane, zwischen denen das Forschungszentrum liegt. Es wurde 1967 von Dian Fossey gegründet. Kategorie:Berg in Afrika Kategorie:Vulkan Kategorie:Ruanda Kategorie:Geographie (Uganda) Kategorie:Geographie (Demokratische Republik Kongo) Kategorie:Weltnaturerbe (Afrika)

Vulkan

Ein Vulkan ist eine geologische Struktur, die entsteht, wenn Magma (geschmolzenes Gestein) bis an die Oberfläche eines Planeten (z. B. der Erde) aufsteigt. Alle Begleiterscheinungen, die mit dem Austritt der glutflüssigen Gesteinsschmelze verbunden sind, bezeichnet man als Vulkanismus. Der Begriff "Vulkan" leitet sich von der italienischen Insel Vulcano ab. In der römischen Mythologie galt diese Insel als die Schmiede des Vulcanus, dem römischen Gott des Feuers. In einer Tiefe ab 100 km, in der Temperaturen zwischen 1000 und 1300 Grad Celsius herrschen, schmelzen Gesteine zu zähplastischem Magma, das sich in großen, tropfenförmigen Magmaherden in 2 bis 50 km Tiefe sammelt. Wenn der Druck zu groß wird, steigt das Magma über Spalten und Klüfte der Lithosphäre auf. Magma, das auf diese Weise an die Erdoberfläche gelangt, wird als Lava bezeichnet. Bei einem Vulkanausbruch werden nicht nur glutflüssige, sondern auch feste oder gasförmige Stoffe freigesetzt (Vulkanismus).

Bekannte Vulkane

Vulkanausbruch Die bekanntesten (aktiven) Vulkane in Europa sind:
- der Ätna auf Sizilien;
- der Vesuv nahe Neapel
- die Campi Flegrei - ("Brennende Felder") an der anderen Seite als Vesuv bei Neapel, Europas aktivste Vulkanzone mit zahlreichen Fumaroli;
- der Stromboli - eine Insel nördlich von Sizilien (Liparische Inseln);
- der "Santorin
- " in Griechenland, im 17. vorchristlichen Jahrhundert (1628 v. Chr.) durch eine gewaltige Explosion weitgehend zerstört - wahrscheinlich erloschen (
- wir kennen den antiken Vulkannamen nicht mehr, "Santorin" oder "Santorini" heißt heute eine der drei übrig gebliebenen Inseln aus der zusammengestürzten Caldera.);
- der Pico del Teide auf der kanarischen Atlantikinsel Teneriffa ist zwar Spaniens höchster Berg, gehört jedoch nur politisch, nicht aber geologisch zu Europa.
;
- die Hekla auf der ohnehin von zahlreichen Vulkanen beherrschten Insel Island; sie bricht ziemlich regelmäßig alle 10 Jahre aus. Einige bekannte Vulkane außerhalb Europas sind: Island
- der Kilimandscharo in Afrika
- der Popocatépetl in Mexiko,
- der Krakatau in Indonesien,
- der Fujisan in Japan,
- der Aso-san in Japan,
- der Mauna Loa auf Hawaii,
- der Mauna Kea auf Hawaii,
- der Mount Saint Helens in den USA,
- der Pinatubo auf den Philippinen,
- der Soufriere auf Montserrat,
- der Pico de Fogo auf Fogo, Kap Verde
- der Arenal in Costa Rica. Costa Rica Erloschene Vulkane in Deutschland:
- der Kaiserstuhl nahe Freiburg (18 Mio. Jahre bis 13 Mio. Jahre)
- im Hegau nahe dem Bodensee, Baden-Württemberg (14 Mio. Jahre bis 7 Mio. Jahre)(z. B. der Hohentwiel)
- der Schwäbische Vulkan in Baden-Württemberg (ca. 17 bis 16 Mio. Jahren)
- in der Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz / Nordrhein-Westfalen (Beginn vor 700.000 Jahren, letzter Ausbruch vor 11.000 Jahren)
- der Vogelsberg
- der Drachenfels im Siebengebirge
- der Otzberg und der Katzenbuckel im Odenwald
- in der Rhön
- die Amöneburg im Marburger Land
- die Limburg in Baden-Württemberg Ob die deutschen Vulkane als erloschen bzw. ruhend gelten, ist derzeit noch umstritten. Zwar scheint es wenig wahrscheinlich, dass sie innerhalb der nächsten Jahrhunderte wieder aktiv werden, doch mehren sich die Anzeichen für Größenzunahme des Magmaplumes beispielsweise unter der Eifel. Kohlendioxidbläschen, die z.B. in den Maaren aufsteigen, werden in jüngster Zeit nicht mehr als Symptom verklingender Tätigkeit gedeutet, sondern als Zeichen zunehmender Aktivität. Eindringendes Wasser (Grundwasser, Oberflächenwasser) verleiht den Eifelvulkanen zudem besondere Gefährlichkeit, da durch den enormen Druckaufbau ein hochexplosives Gemisch entsteht und es zu Phreatomagmatischen Explosionen kommen kann. Bereits beim letzten Ausbruch vor 11.000 Jahren wurden dadurch ungeheure Mengen an Magma, Asche und Schlacke an die Erdoberfläche befördert. Der nördlichste Vulkan der Welt ist der 2277 m hohe Vulkan Haakon VII Toppen/Beerenberg auf der Insel Jan Mayen, er wurde 1970 nach langer Ruhe wieder aktiv. Der südlichste Vulkan der Welt ist der 3794 m hohe Mount Erebus auf der Ross-Insel in der Antarktis, er ist ständig aktiv. Der höchste Vulkan der Welt ist nach neuesten GPS-Messungen der 6882 m hohe Monte Pissis in Argentinien. Der höchste Vulkan des Sonnensystems (allerdings bereits erloschen) ist der Olympus Mons auf dem Mars. Er ist mit 26,4 km Höhe der höchste bekannte Berg unseres Sonnensystems, was für einen ehemaligen Schildvulkan außerordentlich bemerkenswert ist. Auf der Venus gibt es ebenfalls zahlreiche erloschene Vulkane, während aktive Vulkane außer auf der Erde bislang nur noch auf dem Jupitermond Io bekannt sind. Weitere Vulkane auf der Erde und in unserem Sonnensystem sind unter Liste der Vulkane zu finden.

Vulkantypen

Vulkane kann man nach ihrer äußeren Form und nach der Art ihres Magmenzufuhrsystems unterteilen.
- Unterteilung nach der äußeren Form:
  - Schicht-Vulkane (auch Strato-Vulkane genannt)
  - Schild-Vulkane Ca. 95% der Vulkane auf der Erde sind Schicht-Vulkane. Andererseits sind ca. 90% aller aktiven Vulkane Schild-Vulkane.
- Unterteilung nach der Art des Magmenzufuhrsystems:
  - Zentral-Vulkane
  - Spalten-Vulkane Eine besondere Form ist der Super-Vulkan ([http://www.sueddeutsche.de/,tt2m2/wissen/artikel/41/48992/ Süddeutsche - Supervulkane])

Magmatypen

Eine andere Möglichkeit, Vulkane zu klassifizieren, ist, sie nach dem Typ des Magmas zu beschreiben, das sowohl die entstehende Form des Vulkans als auch das Ausbruchsverhalten entscheidend bestimmt:
- Rote Vulkane
- Graue Vulkane Zusammenfassend kann man sagen, dass "graue Vulkane" "Schichtvulkane" bilden, während "rote Vulkane" "Schildvulkane" hervorbringen. Viele Vulkane folgen allerdings nicht einem "reinen" Ausbruchsmuster, sondern zeigen variierendes Verhalten entweder während einer Eruption oder während der Millionen Jahre ihrer Aktivität. Ein Beispiel dafür ist der Ätna auf Sizilien.

Verteilung von Vulkanen

Weltweit gibt es etwa 1900 Vulkane, die als aktiv betrachtet werden. Ihre Verteilung kann man mit Hilfe der Erkenntnisse der Plattentektonik verstehen:
- Vulkane der Spreizungszonen liegen mit wenigen Ausnahmen auf dem Meeresgrund, wo die Erdplatten auseinanderdriften.
Das dort vorkommende Magma ist basaltisch. Hierzu gehören hauptsächlich rote Vulkane oder Schildvulkane.
- Vulkane der Subduktionszonen sind die sichtbarsten Vulkane. Sie treten auf, wo Erdplatten aufeinander treffen und die eine Erdplatte unter die andere geschoben wird. Das abtauchende (oft SiO2-reiche) Gestein wird in der Tiefe geschmolzen und steigt, da es eine geringere Dichte hat, nach oben, wo es zu Eruptionen kommt. Hierzu rechnet man hauptsächlich graue Vulkane oder Schichtvulkane. Schichtvulkan
- Vulkane über Hot Spots oder Plumes sind selten, da es weltweit zurzeit nur etwa 40 "Hot Spots" gibt. Ein "Hot Spot" ist ein über lange Zeit (meist über 100 Mio. Jahre) ortsfester Aufschmelzungsbereich im Erdmantel unter der Lithosphäre. Da sich die Lithosphärenplatten während dieser langen Zeiträume im Verlauf der Plattentektonik über einen "Hot Spot" hinweg schieben, bilden sich perlenschnurartig hintereinander neue Vulkane. Ein bekanntes Beispiel sind die Hawaii-Inseln: die Hauptinsel Hawai'i, die als jüngste Vulkaninsel über dem "Hot Spot" liegt, ist erst 400 000 Jahre alt, während die älteste der 6 Vulkaninseln Kauai im Nordwesten bereits vor etwa 5,1 Millionen Jahren entstanden ist. Ein weiteres Beispiel für diese seltene Art des Vulkanismus findet sich in der deutschen Vulkaneifel.

Vorhersage von Vulkanausbrüchen

Vulkaneifel Ob ein Vulkan endgültig erloschen ist oder vielleicht wieder aktiv werden kann, interessiert besonders die Menschen, die in der Umgebung eines Vulkans leben. In jedem Fall hat ein Vulkanausbruch weitreichende Konsequenzen, denn über das persönliche Schicksal hinaus werden Infrastruktur und Wirtschaft der betroffenen Region nachhaltig beeinflusst. Daher ist es das vorrangige Forschungsziel, Vulkanausbrüche möglichst präzise vorhersagen zu können. Fehlprognosen wären allein unter Kostengesichtspunkten verheerend (Evakuierung Tausender von Menschen, Stilllegung des gesamten Wirtschaftslebens u.v.m.). Trotz gewisser Gemeinsamkeiten gleicht kein Vulkan in seinem Ausbruchsverhalten dem anderen. Demnach sind Beobachtungen über Ruhephasen oder seismische Aktivitäten eines Vulkans kaum auf einen anderen übertragbar. Verstärkt auftretende leichte Erdbeben oder einen verstärkten Gasausstoß deutet man zwar als vage Anzeichen einer bevorstehenden Eruption, diese kann aber auch erst 50 Jahre später erfolgen. Aussagefähiger sind Formveränderungen der Erdkruste unmittelbar über dem Magmaherd. Mit Lasermessung werden die geringsten Distanzveränderungen erfasst. So hat sich sowohl unmittelbar vor dem Ausbruch des Mount Saint Helens 1980 als auch vor dem Ausbruch des Pinatubo 1991 die Erde über dem Magmaherd aufgewölbt. Dadurch konnten die Vulkanologen die Ausbrüche schon wenige Tage zuvor voraussagen. Dennoch muss man feststellen, dass trotz intensiver Forschung und Einsatz modernster technischer Hilfsmittel die verlässliche exakte Vorhersage eines Vulkanausbruchs zur Zeit noch nicht in jedem Fall möglich ist.

Weblinks


- http://www.parautochthon.com/100584/190915.html Vulkane und magmatische Gesteine
- http://survival.4u.org/vulkane/index.htm Vulkan-Monitor
- http://www.uni-muenster.de/MineralogieMuseum/vulkane/Vulkan-2.htm
- http://www.schlaufuchs.at/list/l_vulkan.htm Aktive Vulkane der Welt
- http://volcanoes.usgs.gov/Products/Pglossary/volcano.html (englisch)
- http://volcano.und.edu/ (englisch)
- http://www.swisseduc.ch/stromboli/ Information über Stromboli, Ätna und andere Vulkane
- http://www.swvrc.org/cerupt.htm current eruptions (englisch)
- [http://www.naturgewalten.de/vulkan.htm Vulkanseite von naturgewalten.de]
- [http://www.vulkanschule.de/ Welt der Eifelvulkane für Schüler]
- [http://www.vulkanarchiv.de Reportagen und Bilder zum Thema Vulkane] Kategorie:Geologie Kategorie:Vulkanismus ! ja:火山 ms:Gunung berapi simple:Volcano th:ภูเขาไฟ

Ruanda

Ruanda liegt in Ostafrika und grenzt an Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Uganda und Tansania.
- Nationalfeiertag: 1. Juli, Tag der Unabhängigkeit von Belgien 1962

Zur Schreibweise von Wörtern

Das Land wird auf deutsch "Ruanda" mit u geschrieben, genauso wie die Sprache Swahili auf deutsch "Suaheli" heißt. Da die Amtssprache Kinyarwanda, wie viele andere afrikanische Sprachen auch, vorne flektiert wird, entstehen verwirrend vielfältige Schreibweisen in Europa. Die Wörter Tutsi und Hutu zum Beispiel gibt es als solches in Kinyarwanda nicht. In der grammatischen Normalform wird ein Ba (Wa) vorangestellt, also Bahutu bzw. Batutsi (=Watussi). Um genauer zu sein kommt noch dazu der Artikel und es wird richtig von Umuhutu(in Mehrheit Abahutu) oder Umututsi(Abatutsi) gesprochen. Da sich die Vorsilben aber je nach grammatischer Verwendung verändern, werden in Kinyarwanda-Wörterbüchern die Wörter nach dem Wortstamm sortiert.

Geographie

flektiert] Ruanda ist ein Hochland, das in der Ebene etwa 1.500 m über NN liegt. Die Vulkanberge im Norden sind bis zu 4.507 m hoch. Aufgrund der Höhe ist das Klima trotz der Äquatornähe eher mild. Ruanda grenzt (im Uhrzeigersinn) an Uganda, Tansania, Burundi und Kongo. Der größte Teil der Grenze zu Kongo liegt im Kiwusee, der zum afrikanischen Grabenbruchsystem, dem Great Rift Valley, gehört und daher sehr tief ist. Im Grenzgebiet zu Kongo und Uganda liegen die Virunga-Vulkane, auf denen in mittlerer Höhe die Berggorillas leben. Ruanda wird gern Land der tausend Hügel, französisch Pays de Mille Collines genannt und hat in der Tat eine sehr hügelige Landschaft hauptsächlich im westlichen Teil des Landes.

Städte

Die größten Städte sind (Stand 1. Januar 2005): Kigali 745.261 Einwohner, Butare 89.600 Einwohner, Gitarama 87.613 Einwohner, Ruhengeri 86.685 Einwohner und Gisenyi 83.623 Einwohner. Kigali ist die Hauptstadt und besitzt einen internationalen Verkehrsflughafen, mehrere internationale Hotels und ist das Zentrum des regelmäßigen Busverkehrs in alle Richtungen. Gisenyi ist eine malerisch gelegene Kleinstadt am nördlichen Ende des Kiwusees. Es liegt unmittelbar an der Grenze zu Kongo; die Nachbarstadt auf der anderen Seite der Grenze ist Goma. Nach dem Völkermord zogen große Flüchtlingsströme durch Gisenyi nach Goma. Von Gisenyi gibt es einen regelmäßigen Bootsverkehr nach Kibuye und Cyangugu. Kibuye ist eine Kleinstadt an einer sehr zerklüfteten Küste am Kiwusee. Eine alte Missionsstation befindet sich auf einem Felsen, der in den See hineinreicht. Die Stadt selbst liegt etwas erhöht, jedoch haben die zahlreichen Fischer ihre Häuser meist unten an der Küste. Eine wunderschön angelegte, aber heruntergekommene Ferienanlage mit Bungalows sollte Touristen anlocken. Vor dem Völkermord gab es 250.000 Tutsi in der Präfektur von Kibuye, lediglich 8.000 überlebten die Massaker. Cyangugu am Südende des Kiwusees liegt unmittelbar an der Grenze zu Kongo. Auch hier gab es während des Völkermords mächtige Flüchtlingsströme nach Kongo. Butare im Süden Ruandas ist gewissermaßen die Kulturstadt des Landes. Die Universität wird u. a. von Deutschland unterstützt. Im Gästehaus der Universität sind deutsche Professoren untergebracht, die die Flora und Fauna der Gegend untersuchen. Wegen der klimatischen und geographischen Besonderheiten gibt es dort endemische Arten, sodass Forscher eine gute Chance haben, ihren Namen in einer neuen Art zu verewigen. Daneben gibt es ein kleines Museum, das zum Teil interessante Ausstellungsstücke aus vorkolonialer Zeit zeigt und nachgebaute Hütten dieser Zeit beinhaltet. Nyarubuye wurde negativ bekannt durch das Massaker von Nyarubuye.
- Siehe auch: Liste der Städte in Ruanda

Flora und Fauna

Eine Besonderheit sind die wenigen noch vorhandenen Berggorillas in den Virungavulkanen. Die vom Aussterben bedrohten Berggorillas werden durch Schutzmaßnahmen (unter anderem einem Jagdverbot) geschützt. Bekannt geworden sind sie durch den Film Gorillas im Nebel, der das Leben der US-Forscherin Dian Fossey mit den Gorillas in Ruanda zeigt.

Bevölkerung

Religion

Schon seit der deutschen, aber vor allem seit der belgischen Kolonisation nach dem 1. Weltkrieg wurde das Land christlich missioniert, was zu einer Dominanz des in Belgien vorherrschenden Katholizismus führte, dem kurz vor dem Völkermord etwa zwei Drittel der Bevölkerung angehörten. Da die katholische Mission zuerst unter den Hutu große Erfolge feiern konnte, wurde ihr eine besondere Nähe zu den Hutu nachgesagt, was auch während und nach dem Völkermord dazu führte, dass besonders die katholische Kirche bei der Rettung von Tutsi vor dem Völkermord versagte. Protestanten waren durch verschiedene Kirchen vertreten, zum Islam bekannten sich gut vier Prozent der Ruander. Der einheimische Ryangombe-Kult tritt zwar öffentlich nicht in Erscheinung, wird jedoch neben den eben zitierten Religionen von einem großen Teil der Bevölkerung weiterhin praktiziert. Es handelt sich dabei ebenfalls um eine monotheistische Religion mit einer großen Persönlichkeit (Ryangombe), der ähnlich wie Jesus, ein Mittler und irdischer Repräsentant Gottes (Imana) war. Wegen der Ähnlichkeit dieser beiden Figuren waren die Ruander leicht für den christlichen Glauben zu gewinnen. Während des Völkermords suchten viele Gläubige in den heiligen Räumen der etablierten Kirchen Zuflucht, die diese Gläubigen aber meist nicht vor der Vernichtung schützten. Selbst Geistliche beteiligten sich am Völkermord. Das Versagen der etablierten christlichen Kirchen bei der Verhinderung des Völkermords führte zu einer starken Abwendung von diesen Kirchen und zu einem Aufschwung des Islams und kleinerer christlichen Gruppen, wie etwa die Baptisten, die heute 5 % der Bevölkerung ausmachen und ihre Anhängerschaft seit dem Völkermord verachtfachen konnten. Auch charismatische Gruppen konnten seit dem Völkermord ihre Anhängerschaft vervielfachen. Die Zahl der Katholiken hat sich seit dem Völkermord um mindestens 10 % verringert.

Ethnische Zusammensetzung

Nach einer Volkszählung der Belgier Anfang der 1930er Jahre gab es 84 % Hutu, 15 % Tutsi und 1 % Twa. Vor der ersten Vertreibung und Fluchtwelle von Tutsi im Jahre 1959 wurde der Anteil der Tutsi auf 12-13 % geschätzt. Dieser Anteil nahm dann bis zum Völkermord durch weitere Fluchtwellen und Vertreibungen auf etwa 9-10 % ab. Auch der Anteil der Twa ist seit den 1930er Jahren stetig gesunken. Es gab und gibt einen nicht zu vernachlässigenden Anteil von Menschen mit schwankender oder gemischter ethnischer Identität, obwohl die Ethnizität amtlich registriert war. Der Völkermord brachte mindestens drei Viertel, vielleicht auch über 90 % der in Ruanda ansässigen Tutsi den Tod. Durch die kurz danach einsetzende Rückwanderung einer großen Zahl von Exil-Tutsi machen die Tutsi wieder wesentlich mehr als die zu erwartenden 1–3 % der Bevölkerung aus. Neuere Zahlen zur Ethnizität sind kaum erhältlich.

Demografie

Mit ca. 300 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Ruanda das am dichtesten bevölkerte Land Afrikas. Kinder (0-14 Jahre) sind die größte Bevölkerungsgruppe mit 42,5 %. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 40 Jahre. Bedingt durch die Spätfolgen des Bürgerkrieges und der HIV-Infizierung (8,9 %) der Bevölkerung ist die Sterblichkeitsrate recht hoch.

Sprachen

Muttersprache fast aller Ruander ist die Bantusprache Kinyarwanda. In den Handelszentren wird auch das ebenfalls zu den Bantusprachen gehörende Kiswahili gesprochen, das in Ruanda nur als Fremdsprache erlernt wird. Ebenfalls als Fremdsprache weit verbreitet ist vor allem das Französische und daneben auch das Englische.

Kultur

Als Journalist wurde der in Irland studierende Chris Kayomba bekannt, der die unabhängige Oppositionszeitung Umuseso gründete.

Geschichte

Neben der europäischen Kolonisation, die weite Teile des Landes erst kurz vor dem 1. Weltkrieg effektiv erreichte, waren die Unabhängigkeit im Jahre 1962 und der Völkermord von 1994 die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse. Ruanda lag in Deutsch-Ostafrika, das ab 1885 Kolonie des Deutschen Reiches war. 1916 besetzten belgische Truppen das Land. Siehe auch den Hauptartikel zur Geschichte Ruandas sowie Völkermord in Ruanda

Politik

Nach dem militärischen Sieg 1994 hat die "Ruandische patriotische Front" (FPR) eine Koalitionsregierung ähnlich der bereits 1992 von Präsident Juvénal Habyarimana gebildeten etabliert. Habyarimana's Partei, die von Hutus dominierte "Nationale Bewegung für Demokratie und Entwicklung" wurde verboten, da nach seinem Tod bei einem Flugzeugabsturz im April 1994 Hardliner die Macht übernommen hatten. Diese sollen maßgeblich an der Planung des unmittelbar auf seinen Tod einsetzenden Völkermordes beteiligt gewesen sein. Politische Organisationen waren bis 2003 verboten. Dementsprechend fanden erst im August und September 2003 die ersten Nachkriegswahlen für Parlament und Präsidentenamt statt.

Exekutive

Amtierender Präsident und damit Staatschef ist seit dem (22. April 2000) General Paul Kagame (FPR). Der Regierungschef und seine Minister werden vom Präsidenten eingesetzt. Das Amt des Premierministers wird seit dem 8. März 2000 von Bernard Makuza wahrgenommen. Der Präsident wird normalerweise alle 5 Jahre direkt vom Volk gewählt. Der jetzige Amtsinhaber wurde jedoch in einem Sonderverfahren am 17. April 2000 von den Abgeordneten der Nationalversammlung mit 81 von 86 möglichen Stimmen gewählt.

Legislative

Von 1994 bis 2003 besaß Ruanda ein Übergangsparlament mit nur einer Kammer und 70 Sitzen. Gegründet wurde es am 12 Dezember 1994 durch ein Abkommen mehrerer Parteien. Die Mitglieder wurden durch die Verträge von Arusha bestimmt. Seit den Wahlen 2003 besteht das Parlament in Ruanda aus zwei Kammern: der Chamber of Deputies mit 80 Sitzen und dem Senat mit 26 Sitzen. Die Sitze der Chamber of Deputies werden wie folgt vergeben: 53 Abgeordnete werden direkt vom Volk in geheimer Wahl gewählt; 24 Frauen werden gewählt: zwei für jede Provinz und die Stadt Kigali; 2 Mitglieder werden vom "National Youth Council" gewählt; ein Mitglied wird gewählt von der Behindertenvereinigung "Federation of the Association of the Disabled". Die Sitze im Senat setzen sich folgendermaßen zusammen: 12 Senatoren werden indirekt gewählt, einer von jeder Provinz und der Stadt Kigali; acht Senatoren werden vom Präsidenten eingesetzt; vier Senatoren werden bestimmt vom "Forum of Political organizations"; ein Senator wird gewählt aus den Reihen der Dozenten und Forscher von staatlichen Universitäten und Hochschulen und ein Senator aus den Reihen der Dozenten und Forscher von privaten Universitäten und Hochschulen.

Partnerschaften

Zwischen Ruanda und dem Bundesland Rheinland-Pfalz besteht eine Partnerschaft. (siehe auch: http://www.rlp-ruanda.de/index.shtml)

Wirtschaft

Ruandas Wirtschaft ist stark landwirtschaftlich geprägt. Ungefähr 90% der Bevölkerung arbeiten in diesem Bereich. Ein großer Teil der Erträge gelten allerdings der Selbstversorgung. Ruanda ist das am dichtesten bevölkerte Land in Afrika. Es besitzt nur wenige natürliche Rohstoffe und nur ein Minimum an Industrie. Primäre Exportgüter sind Kaffee und Tee, das Land leidet jedoch unter den niedrigen Preisen dieser Güter in den Industrieländern. Der Völkermord von 1994 hat Ruandas ohnehin schon schwache wirtschaftliche Basis weiter geschädigt und die Bevölkerung, insbesondere die Frauen nachhaltig verarmen lassen. Ruandas Fähigkeit privates und privatwirtschaftliches Kapital anzuziehen ist noch sehr begrenzt. Mittlererweile sind jedoch auch beachtliche Fortschritte in der Stabilisierung und Wiederbelebung der Wirtschaft auf das Niveau vor 1994 erkennbar. Das Bruttoinlandsprodukt stieg in den letzten Jahren während die Inflation gesenkt werden konnte. Die Armut hat allerdings im selben Zeitraum zugenommen. Trotz Ruandas fruchtbaren Bodens kann die Nahrungsmittelproduktion oft nicht mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten. Dadurch werden Nahrungsmittelimporte notwendig. Ruanda erhält von der Weltgemeinschaft dringend benötigte Hilfsgelder und wird von der Weltbank als hoch verschuldetes Entwicklungsland eingestuft. Mit dieser Einstufung qualifiziert es sich für die Teilnahme an dem im Jahr 2000 von den Industrieländern beschlossenen Programm zum Schuldenerlass für die ärmsten Länder Afrikas. Die hohen Verteidigungsausgaben des Landes haben in der Vergangenheit zu Spannungen zwischen der Regierung und den internationalen Geldgebern geführt. Energieknappheit, Instabilität in der Region, sowie immer noch fehlende Transportanbindungen an die Nachbarländer, überschatten das Exportwachstum des Landes.

Verwaltungsgliederung

Ruanda gliedert sich in zwölf Provinzen. Diese sind alle nach ihrer Hauptstadt benannt worden. Hauptstadt der Provinzen Kigali und Kigali Rural ist Kigali bzw. Kabuga. Die Provinzen sind:

Weblinks


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=138 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtigen Amtes
- [http://www.abenaa.de/ruanda.htm Reiseerfahrungen und Fotos aus Ruanda]
- [http://www.rwandemb.org/ Botschaft von Ruanda]
- [http://www.rwandatourism.com/home.htm Tourismusbüro]
- [http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/geos/rw.html Ruanda im CIA - World Factbook]
- http://www.imbuto.net
- [http://www.assist.d-k-w.info/ ASSIST a.s.b.l.] Ruandische Hilfsorganisation für benachteiligte Kinder und Jugendliche Kategorie:Staat ja:ルワンダ ko:르완다 ms:Rwanda zh-min-nan:Rwanda

Demokratische Republik Kongo

Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo), ehemals Zaire, davor Belgisch Kongo, liegt in Zentral-Afrika und grenzt an die Republik Kongo, die Zentralafrikanische Republik, Sudan, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia und Angola. Sie hat einen kurzen Küstenstreifen am Atlantik, der die angolanische Exklave Cabinda vom Rest der Republik Angola abtrennt. Nationalfeiertag ist der 30. Juni, Tag der Unabhängigkeit (1960).

Geographie

Das Gebiet der DR Kongo umfasst als drittgrößter Staat Afrikas 2.345.411 km² und ist somit ca. 6,6-mal so groß wie Deutschland. Rund 60 % des Landes nimmt das Kongobecken mit seinen tropischen Regenwäldern ein. Es ist in allen Richtungen von Bergzügen begrenzt. Den Norden bildet tropisches Tiefland, der Südosten des Kongobeckens wird vom Shaba- oder Katanga-Bergland eingenommen. Es erreicht Höhen bis 1.200 m und ist reich an Bodenschätzen wie Kupfer, Uran und anderen. Der Osten ist durch die Seenkette des Großen Afrikanischen Grabens begrenzt. Es birgt darüber hinaus mit die bedeutendsten Naturschätze Afrikas. Im Süden herrscht Feuchtsavanne vor. Im Norden der Kongomündung stellt eine 40 km lange Küste die einzige Öffnung zum Atlantischen Ozean dar. Die höchste Erhebung befindet sich im Ruwenzori-Gebirge (Margherita Peak – 5.109 m). Der längste Fluss ist der Kongo mit 4.374 km. Wichtige Städte sind Kinshasa, Lubumbashi, Kisangani, Bukavu Eine umfangreiche Liste der Städte im Kongo ist unter Liste der Städte in der DR Kongo einzusehen.

Bevölkerung

Die Bevölkerung setzt sich aus 12 ethnischen Hauptgruppen zusammen, die sich wiederum in 240 kleinere Gruppen aufteilen. Die größten Bevölkerungsgruppen bilden die Kongo, Mongo, Luba und Lunda. Sie gehören den Bantuvölkern an, die etwa 80 % der Bevölkerung bilden. 15 % stammen von Sudangruppen ab, die sich vor allem im Norden vorfinden. Minderheiten sind die Niloten im Nordosten sowie die Pygmäen und Hamiten im Osten. Die Demokratische Republik Kongo zählt 58,3 Mio. Einwohner (2004). Die Bevölkerungsdichte beträgt 24 Einwohner pro km². In den letzten Jahren kam es zu massiven Flüchtlingsbewegungen. Die Bevölkerung konzentrierte sich auf das Bergbaugebiet Shaba und den Unterlauf des Kongo. 30 % der Einwohner leben in städtischen Gebieten. Lebenserwartung: 49,7 Jahre (Männer) / 52,3 Jahre (Frauen). Die Hauptstadt sowie größte Stadt des Landes ist Kinshasa mit etwa 7,8 Mio. Einwohnern. Daneben gibt es noch acht weitere Städte von nennenswerter Größe. Rund 91 % der Gesamtbevölkerung gehören dem Christentum an (42 % Katholiken, 25 % Protestanten). Daneben gibt es kleine muslimische (über 3% der Bevölkerung) und jüdische Gemeinden sowie ca. 120.000 Zeugen Jehovas. Der Rest der Bevölkerung, etwa 5%, gehört traditionellen afrikanischen Religionen oder auch synkretistischen Bewegungen (christliche Elemente mit traditionellen Religionen vermischt) an.

Sprachen

Amtssprache ist Französisch. Außerdem existieren noch vier weitere Hauptsprachen sowie 200 verschiedene Sprachen, die im Kongo gesprochen werden: Chiluba, Kikongo (von 30% der Bevölkerung verstanden), Lingala (von 50% der Bevölkerung verstanden, Kiswahili (von 10% der Bevölkerung verstanden), Luvena, Tshokwe, Gbaya, Mono-Kituba u. a. (insgesamt über 200 Sprachen). Die vier ersterwähnten haben den Status von Nationalsprachen Nationalsprache bis 2003 (nach FAO, 2004). Bevölkerung in Tsd. Einwohnern.]]

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Demokratischen Republik Kongo Ursprünglich war das Land Heimat mehrerer Königreiche, herausragend unter ihnen war das im 14. Jahrhundert gegründete Königreich Kongo, eines der größten afrikanischen Staatswesen überhaupt. Mit der "Entdeckung" durch die Portugiesen begann nach einer kurzen Phase annähernd gleichberechtigten Umgangs zwischen Kongo und Portugal die bis zum Ende des 17. Jahrhunderts völlige Zerstörung des Königreiches sowie seine Ausbeutung und Plünderung durch Sklavenjäger, die nach dem Zerfall der portugiesischen Vorherrschaft durch Holländer und Engländer fortgeführt wurde. Der Engländer Henry Morton Stanley war es auch, der als erster Europäer den Kongo umfassend bereiste, sein Vorschlag, den Kongo dem englischen Kolonialreich anzugliedern, wurde von der englischen Regierung aber abgelehnt. Der belgische König Leopold II. jedoch, von dem Gedanken an ein Kolonialreich seit langem fasziniert, wollte die Gelegenheit nutzen. Da aber auch in Belgien die Stimmung eher gegen Kolonien war, vereinnahmte Leopold den Kongo 1885 als seinen "Privatbesitz". Dieser Status jenseits allen Völkerrechts war in der ganzen Kolonialgeschichte einzigartig. Da mit dem Kongo zugleich auch alle seine Bewohner als rechtloser Privatbesitz angesehen wurden, kam es bei der wirtschaftlichen Ausbeutung (insbesondere Kautschuk) zu (selbst für diese Zeit) solch grausamen Exzessen, dass sie als so genannte "Kongogräuel" 1908 international für Aufsehen und Empörung sorgten und Leopold zur Übergabe des Kongo als "normale" Kolonie an den belgischen Staat zwangen. Zwar verbesserten sich die Verhältnisse nun ein wenig, aber nach wie vor wurden der Kongo und seine Bevölkerung von der autoritären Kolonialmacht Belgien ausgebeutet. Mit den weltweit in den Kolonien zunehmenden Unabhängigkeitsbestrebungen wuchs auch im Kongo der Druck nach staatlicher Selbstbestimmung. Nach ersten Unruhen in der Hauptstadt und unter dem Druck der Weltöffentlichkeit zog sich Belgien Anfang 1959 schlagartig aus dem Kongo zurück und hinterließ ein infrastrukturelles Chaos. Der bedeutende Panafrikanist und Führer der kongolesischen Unabhängigkeitsbewegung Patrice E. Lumumba wurde der erste Ministerpräsident des jungen Landes, das er allerdings aufgrund mangelnder Fachkräfte und angesichts sezessionistischer Bestrebungen insbesondere in der Provinz Katanga nicht zusammenzuhalten vermochte. Insbesondere die kontinuierlichen Interventionen Belgiens, der USA, aber auch der Sowjetunion führten zu einem allmählichen Zerreißen der jungen Nation. Nach nur 18 Monaten Unabhängigkeit putschte der frühere Assistent Lumumbas, Joseph Mobutu, unterstützt von den USA und Belgien gegen ihn und errichtete in den folgenden Jahrzehnten eine der längsten und grausamsten Diktaturen Afrikas. Lumumba konnte zwar der Haft kurz entfliehen, wurde aber kurze Zeit später wieder ergriffen und seinem Gegner Moïse Tshombé, Sezessionistenführer in Katanga, ausgeliefert und von dessen Kräften ermordet. Es gilt als gesichert, dass der Mord an Lumumba von Belgien und den USA direkt unterstützt wurde. 1971 wurde das Land in Zaire umbenannt. 1977/78 Shaba-Invasion. Erneut erfolgt eine internationale Militärhilfsaktion zugunsten der Regierung unter Mobutu Sese Seko gegen Invasoren aus Angola. Die Diktatur Mobutus, die das Land weiter zerstörte, wurde erst 1994 erschüttert, als sich, angeheizt unter anderem durch Flüchtlingsströme aus Ruanda und Burundi, im Grenzland zu Ruanda eine Rebellen-Streitmacht bildete, angeführt von Laurent-Désiré Kabila. Lange nicht ernst genommen, gelang es ihm 1997 den alten, schwer kranken und international mittlerweile isolierten Mobutu zu stürzen. Danach benannte er Zaire in Demokratische Republik Kongo um. Die konfliktreiche Phase zwischen 1996 und 2002 wird auch als Kongokrieg, ab 1998 "afrikanischer Weltkrieg" bezeichnet. Im Januar 2001 fiel Kabila selbst einem Attentat zum Opfer und sein Sohn Joseph Kabila "erbte" seine Stellung als Staatspräsident der DR Kongo. Trotz des dubiosen Amtsantrittes scheint mit Joseph Kabila zum ersten Mal seit 1959 ein Mann den Kongo zu führen, der eine Befriedung und Stabilisierung der zerrütteten Nation zumindest versucht. Ihm im Wege steht dabei allerdings der fast vollständige Zerfall der Infrastruktur, Verwaltung und Wirtschaft des Landes und insbesondere die Ausplünderung der äußerst rohstoffreichen Ostprovinzen des Kongo – in denen die Zentralregierung fast völlig machtlos ist – durch ugandische, ruandische und burundische Kräfte. Mehrere Erhebungen und Revolten konnte Kabila bisher abwehren. Ob es ihm aber gelingen wird, die territoriale und in der Folge die administrative Souveränität wiederherzustellen, steht immer noch dahin. Im Osten des Landes flammten in jüngster Zeit die Kämpfe auf, es kam zu Massenfluchten nach Uganda. Seit 1998 (bis Anfang 2005) wurden gemäß Angaben des „International Rescue Committee“ 3,8 Millionen Menschen während gewaltsamer Auseinandersetzungen getötet. Nach Schätzungen der UNO werden jeden Tag 1000 Menschen zu Opfern von Gewalttaten. Zwischen dem 14. und 16. Februar 2005 erkrankten im Gesundheitsbezirk Dingila, in Zobia im Nordosten 93 Patienten an der Lungenpest. Ärzte ohne Grenzen bekämpft den Ausbruch der Krankheit und versucht entlang der wichtigsten Verbindungsstraßen diejenigen aufzuspüren und zu behandeln, die aus Angst vor einer Ansteckung aus Zobia geflohen sind.

Politik

Die Demokratische Republik Kongo ist in zehn Regionen und den Hauptstadtdistrikt untergliedert. Es herrscht eine streng zentralistische Verwaltung. Seit dem 21. August 2000 besteht ein provisorisches Parlament mit 300 ernannten Mitgliedern. Seit 1997 sind politische Parteien verboten. Durch Misswirtschaft, Bürgerkrieg und Korruption ist die Verwaltung und Infrastruktur des Landes fast völlig zerfallen, die territoriale Souveränität der Regierung ist insbesondere im Osten des Landes nicht mehr gegeben, zahlreiche Rohstoffe der entsprechenden Provinzen werden von den Nachbarländern Uganda, Ruanda und Burundi ausgebeutet. Aufgrund ihrer Instabilität wird die DR Kongo auch als zerfallener Staat bezeichnet. Das Sozialsystem des Landes zählt zu den schlechtesten der Welt.

Verwaltungsgliederung

Die Demokratische Republik Kongo ist in zehn Provinzen untergliedert:
- Bandundu
- Bas-Congo
- Équateur
- Orientale
- Kasai-Occidental
- Kasai-Oriental
- Katanga
- Maniema
- Nord-Kivu
- Sud-Kivu Die Hauptstadt Kinshasa bildet als Neutrale Stadt (Ville neutre) eine eigene Verwaltungseinheit. Nach einer neuen Verfassung vom Mai 2005 soll das Land künftig in 25 Provinzen und die Stadt Kinshasa gegliedert werden.

Wirtschaft

Obwohl das Land über die größten Naturreichtümer Afrikas verfügt, gehört es zu den ärmsten der Welt. Hauptursache hierfür sind die mehr als drei Jahrzehnte Misswirtschaft und Korruption durch das Mobutu-Regime gefolgt von schweren kriegerischen Auseinandersetzungen bis in die Gegenwart. Das Wirtschaftswachstum betrug von 1965 bis 1985 nur 1 % jährlich. Seitdem geht die Wirtschaftsleistung ständig zurück. 1971 wurde der Bau einer riesigen Stromleitung vom äußersten Nordwesten des Landes vom Inga-Staudamm quer durch das Land in den Südosten in die Kupferregion Shaba (Katanga) beschlossen. Großfirmen aus den USA und Europa schlossen sich zu einem Konsortium zusammen und vergaben die Kredite. 1983 war die offizielle Einweihung, aber die Kosten waren explodiert. Die Bergbauindustrie, der wichtigste Industriezweig, (Kongo wurde auch das Kupferland genannt) war 1974 vom drastischen Verfall des Weltmarktpreises für Kupfer schwer betroffen. Anfang der 1990er Jahre brach die Wirtschaft völlig zusammen. Es herrschte Hyperinflation (1994 7400 %). Durch Unruhen unter den Arbeitern sanken die Exporterlöse, die Infrastruktur im Transportwesen zerfiel, die Auslandsschulden stiegen auf 10 Mrd. Euro. Das Land war anschließend auf Nahrungsmittelimporte angewiesen. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 1998 4.653 Mio. Euro. Bekannt ist die DR Kongo auch für die reichen Coltan-Vorkommen. Coltan enthält zwei der begehrtesten Metallerze (Columbit und Tantalit), die Niob und Tantal enthalten. Tantal ist für die Produktion von Handys, Computerchips, Videokameras und diversen Geräten aus der Unterhaltungselektronik von großer Bedeutung. Niob dient der Herstellung hitzebeständiger Materialien, wie Raketen, Düsenjets und Weltraumkapseln. Weitere Bodenschätze, die gefördert werden, sind Gold, Silber, Diamanten, Erdöl, Kobalt (Weltspitze), Mangan, Zink, Zinn, Cadmium, Germanium und Beryllium. Diese Vorkommen sind einer der Gründe, warum von den Nachbarn Uganda, Ruanda und Burundi durch Besetzung der östlichen Provinzen der Bürgerkrieg immer wieder aufs Neue angefacht wird. Zwei Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft, die fast zwei Drittel zum Bruttoinlandsprodukt beisteuert. Große Gebiete sind landwirtschaftlich nutzbar, es werden aber nur rund 3 % kultiviert. Haupterzeugnisse sind Maniok, Obst, Melonen, Kochbananen, Zuckerrohr, Erdnüsse, Bananen und Süßkartoffeln. Außerdem werden noch Reis, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Kaffee, Kautschuk, Baumwolle und Kakao angebaut. Nachdem Mitte der 1970er Jahre viele kleinere Plantagen verstaatlicht wurden, die sich in ausländischen Besitz befanden, ging der Verkauf von Agrarprodukten merklich zurück. In vielen Landesteilen gibt es nur noch eine Selbstversorger-Landwirtschaft. Viehzucht ist auf höher gelegene Gebiete beschränkt. Da die Transportwege zerstört sind, können die Produkte nicht in die verschiedenen Provinzen gebracht werden und verderben. Der industrielle Sektor hat sich vor allem um die Verarbeitung der vorhandenen Bodenschätze entwickelt. Bedeutend sind auch noch die Ölraffinerien sowie die Herstellung von Zement und Schwefelsäure. Wichtige Erzeugnisse sind Reifen, Schuhe, Textilien, Zigaretten, Nahrungsmittel und Bier. Der gesamte Bereich wurde durch den wirtschaftlichen Niedergang, vor allem der rasenden Inflation, seit 1990 schwer geschädigt. Es herrscht ein großer Devisenmangel, der den Import von Rohstoffen und Ersatzteilen verhindert. Bis Anfang der 1990er Jahre war Kupfer noch der wichtigste Exportartikel, der die Hälfte der jährlichen Exporterlöse einbrachte. Innerhalb von nur drei Jahren verringerte sich der Kupferexport jedoch um drei Viertel. Heute bilden Diamanten, Rohöl, Kobalt und Kaffee die wichtigsten Exportgüter. Auch die positive Handelsbilanz kann die sinkende Wirtschaftsleistung nicht aufhalten. Die wichtigsten Handelspartner sind Belgien, Südafrika, Chile, USA, Deutschland und Indien. Hauptstromquelle des Kongo sind seine Wasserkraftwerke. Sie sind vor allem in der Nähe von Minen vorzufinden.
- Bruttosozialprodukt pro Einwohner: 92 Euro (Stand 1998)
- Pro-Kopf-Einkommen im Jahr (BSP): 100 Euro

Literatur


- Jan Vansina: The Children of Woot: A History of the Kuba Peoples. Wisconsin 1978. ISBN 0299074900
- Kongo – Geschichte eines geschundenen Landes. In: "Weltmission Heute 55 – Länderheft". Hamburg 2004
- George Nzongola: Ntalaja : The Congo from Leopold to Kabila. A People's History. London/New York 2002
- Peter Körner: Zaire – Verschuldungskrise und IWF-Intervention in einer afrikanischen Kleptokratie. Hamburg 1988.
- Adam Hochschild: Schatten über dem Kongo – Die Geschichte eines fast vergessenen Menschheitsverbrechens. Reinbek 2002. ISBN 3499613123
- Ludo De Witte: Regierungsauftrag Mord : der Tod Lumumbas und die Kongo-Krise. Leipzig 2001. ISBN 3931801098
- Michaela Wrong: Auf den Spuren von Mr. Kurtz : Mobutus Aufstieg und Kongos Fall. Berlin 2002
- Lieve Joris: Das schwarze Herz Afrikas – Meine erste Reise in den Kongo. Amsterdam 1987 / München 2002
- Lieve Joris: Der Tanz des Leoparden – Mein afrikanisches Tagebuch. Amsterdam 2001 / München 2003
- Olivier Lanotte: Guerres Sans Frontières - République Démocratique du Congo. Brüssel 2003. ISBN 2-87027-835-7

Weblinks


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=85 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtiges Amtes
- [http://www.kongo-kinshasa.de Deutschesprachiges Hintergrundmaterial und aktuelle Nachrichten aus dem Kongo]
- [http://www.pygmies.info/ Afrikanische Pygmäen] Kultur und Musik der ersten Einwohner von Demokratische Republik Kongo
- [http://www.wsws.org/de/2002/jan2002/lumu-j25.shtml Der gewaltsame Tod von Patrice Lumumba]
- [http://www.altenburg-netz.de/texts/ousmane4.html Zum 40. Jahrestag der Unabhängigkeit]
- [http://www.monuc.org UN-Mission in der DR Kongo] Kongo, Demokratische Republik ja:コンゴ民主共和国 ko:콩고 민주 공화국 ms:Republik Demokratik Congo zh-min-nan:Congo Bîn-chú Kiōng-hô-kok

Kiwusee

Der Kiwusee (auch Kivusee genannt) befindet sich in Afrika auf der Grenze von Ruanda zur Demokratischen Republik Kongo. Direkt östlich der großen Zentralafrikanischen Schwelle und westlich des Ruanda-Hochlands liegt er südlich der Virunga-Vulkane und nördlich von Bukavu. Der See, der Teil des Großen Afrikanischen Grabenbruchs ist, liegt im Albert Nationalpark. Einer der Zuflüsse, die den Kiwusee speisen, ist der Kalundura, der vom eben genannten Hochland hinunter stürzt. Entwässert wird der See im Süden über den Ruzizi in den Tanganjikasee. Der Kiwusee ist 2.650 km² groß und bis zu 450 m tief. Wichtige Insel ist die Insel Idjwi. Sie gehört zu Demokratische Republik Kongo. Zur ruandischen Seite gehört die Insel Iwawa. Sie ist als Militärgebiet für die Öffentlichkeit gesperrt. Der Kiwu-See ist einer von drei weltweit bekannten Seen, bei denen eine Übersättigung mit CO2 gemessen wurde. Da dieses Naturphänomen beim Manoun-See und beim Nyos-See bereits zu Katastrophen mit bis zu 1800 Toten geführt hat, forciert man ein Entgasungsprojekt. Im Falle einer Explosion wie bei der Nyos-Tragödie 1986 rechnet man mit weit mehr Toten, da der See 2000 mal größer ist als der Nyos und er zudem dichter besiedelt ist. 2002, beim letzten Ausbruch des Nyiragongo, fürchtete man eine ähnliche Katastrophe, da vermutet wurde, das solche plötzlichen Abgasungen auch durch vulkanische Aktivität ausgelöst werden können, sie blieb jedoch aus. Kategorie:See in Afrika Kategorie:Ruanda Kategorie:Geographie (Demokratische Republik Kongo)

Demokratische Republik Kongo

Die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo), ehemals Zaire, davor Belgisch Kongo, liegt in Zentral-Afrika und grenzt an die Republik Kongo, die Zentralafrikanische Republik, Sudan, Uganda, Ruanda, Burundi, Tansania, Sambia und Angola. Sie hat einen kurzen Küstenstreifen am Atlantik, der die angolanische Exklave Cabinda vom Rest der Republik Angola abtrennt. Nationalfeiertag ist der 30. Juni, Tag der Unabhängigkeit (1960).

Geographie

Das Gebiet der DR Kongo umfasst als drittgrößter Staat Afrikas 2.345.411 km² und ist somit ca. 6,6-mal so groß wie Deutschland. Rund 60 % des Landes nimmt das Kongobecken mit seinen tropischen Regenwäldern ein. Es ist in allen Richtungen von Bergzügen begrenzt. Den Norden bildet tropisches Tiefland, der Südosten des Kongobeckens wird vom Shaba- oder Katanga-Bergland eingenommen. Es erreicht Höhen bis 1.200 m und ist reich an Bodenschätzen wie Kupfer, Uran und anderen. Der Osten ist durch die Seenkette des Großen Afrikanischen Grabens begrenzt. Es birgt darüber hinaus mit die bedeutendsten Naturschätze Afrikas. Im Süden herrscht Feuchtsavanne vor. Im Norden der Kongomündung stellt eine 40 km lange Küste die einzige Öffnung zum Atlantischen Ozean dar. Die höchste Erhebung befindet sich im Ruwenzori-Gebirge (Margherita Peak – 5.109 m). Der längste Fluss ist der Kongo mit 4.374 km. Wichtige Städte sind Kinshasa, Lubumbashi, Kisangani, Bukavu Eine umfangreiche Liste der Städte im Kongo ist unter Liste der Städte in der DR Kongo einzusehen.

Bevölkerung

Die Bevölkerung setzt sich aus 12 ethnischen Hauptgruppen zusammen, die sich wiederum in 240 kleinere Gruppen aufteilen. Die größten Bevölkerungsgruppen bilden die Kongo, Mongo, Luba und Lunda. Sie gehören den Bantuvölkern an, die etwa 80 % der Bevölkerung bilden. 15 % stammen von Sudangruppen ab, die sich vor allem im Norden vorfinden. Minderheiten sind die Niloten im Nordosten sowie die Pygmäen und Hamiten im Osten. Die Demokratische Republik Kongo zählt 58,3 Mio. Einwohner (2004). Die Bevölkerungsdichte beträgt 24 Einwohner pro km². In den letzten Jahren kam es zu massiven Flüchtlingsbewegungen. Die Bevölkerung konzentrierte sich auf das Bergbaugebiet Shaba und den Unterlauf des Kongo. 30 % der Einwohner leben in städtischen Gebieten. Lebenserwartung: 49,7 Jahre (Männer) / 52,3 Jahre (Frauen). Die Hauptstadt sowie größte Stadt des Landes ist Kinshasa mit etwa 7,8 Mio. Einwohnern. Daneben gibt es noch acht weitere Städte von nennenswerter Größe. Rund 91 % der Gesamtbevölkerung gehören dem Christentum an (42 % Katholiken, 25 % Protestanten). Daneben gibt es kleine muslimische (über 3% der Bevölkerung) und jüdische Gemeinden sowie ca. 120.000 Zeugen Jehovas. Der Rest der Bevölkerung, etwa 5%, gehört traditionellen afrikanischen Religionen oder auch synkretistischen Bewegungen (christliche Elemente mit traditionellen Religionen vermischt) an.

Sprachen

Amtssprache ist Französisch. Außerdem existieren noch vier weitere Hauptsprachen sowie 200 verschiedene Sprachen, die im Kongo gesprochen werden: Chiluba, Kikongo (von 30% der Bevölkerung verstanden), Lingala (von 50% der Bevölkerung verstanden, Kiswahili (von 10% der Bevölkerung verstanden), Luvena, Tshokwe, Gbaya, Mono-Kituba u. a. (insgesamt über 200 Sprachen). Die vier ersterwähnten haben den Status von Nationalsprachen Nationalsprache bis 2003 (nach FAO, 2004). Bevölkerung in Tsd. Einwohnern.]]

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Demokratischen Republik Kongo Ursprünglich war das Land Heimat mehrerer Königreiche, herausragend unter ihnen war das im 14. Jahrhundert gegründete Königreich Kongo, eines der größten afrikanischen Staatswesen überhaupt. Mit der "Entdeckung" durch die Portugiesen begann nach einer kurzen Phase annähernd gleichberechtigten Umgangs zwischen Kongo und Portugal die bis zum Ende des 17. Jahrhunderts völlige Zerstörung des Königreiches sowie seine Ausbeutung und Plünderung durch Sklavenjäger, die nach dem Zerfall der portugiesischen Vorherrschaft durch Holländer und Engländer fortgeführt wurde. Der Engländer Henry Morton Stanley war es auch, der als erster Europäer den Kongo umfassend bereiste, sein Vorschlag, den Kongo dem englischen Kolonialreich anzugliedern, wurde von der englischen Regierung aber abgelehnt. Der belgische König Leopold II. jedoch, von dem Gedanken an ein Kolonialreich seit langem fasziniert, wollte die Gelegenheit nutzen. Da aber auch in Belgien die Stimmung eher gegen Kolonien war, vereinnahmte Leopold den Kongo 1885 als seinen "Privatbesitz". Dieser Status jenseits allen Völkerrechts war in der ganzen Kolonialgeschichte einzigartig. Da mit dem Kongo zugleich auch alle seine Bewohner als rechtloser Privatbesitz angesehen wurden, kam es bei der wirtschaftlichen Ausbeutung (insbesondere Kautschuk) zu (selbst für diese Zeit) solch grausamen Exzessen, dass sie als so genannte "Kongogräuel" 1908 international für Aufsehen und Empörung sorgten und Leopold zur Übergabe des Kongo als "normale" Kolonie an den belgischen Staat zwangen. Zwar verbesserten sich die Verhältnisse nun ein wenig, aber nach wie vor wurden der Kongo und seine Bevölkerung von der autoritären Kolonialmacht Belgien ausgebeutet. Mit den weltweit in den Kolonien zunehmenden Unabhängigkeitsbestrebungen wuchs auch im Kongo der Druck nach staatlicher Selbstbestimmung. Nach ersten Unruhen in der Hauptstadt und unter dem Druck der Weltöffentlichkeit zog sich Belgien Anfang 1959 schlagartig aus dem Kongo zurück und hinterließ ein infrastrukturelles Chaos. Der bedeutende Panafrikanist und Führer der kongolesischen Unabhängigkeitsbewegung Patrice E. Lumumba wurde der erste Ministerpräsident des jungen Landes, das er allerdings aufgrund mangelnder Fachkräfte und angesichts sezessionistischer Bestrebungen insbesondere in der Provinz Katanga nicht zusammenzuhalten vermochte. Insbesondere die kontinuierlichen Interventionen Belgiens, der USA, aber auch der Sowjetunion führten zu einem allmählichen Zerreißen der jungen Nation. Nach nur 18 Monaten Unabhängigkeit putschte der frühere Assistent Lumumbas, Joseph Mobutu, unterstützt von den USA und Belgien gegen ihn und errichtete in den folgenden Jahrzehnten eine der längsten und grausamsten Diktaturen Afrikas. Lumumba konnte zwar der Haft kurz entfliehen, wurde aber kurze Zeit später wieder ergriffen und seinem Gegner Moïse Tshombé, Sezessionistenführer in Katanga, ausgeliefert und von dessen Kräften ermordet. Es gilt als gesichert, dass der Mord an Lumumba von Belgien und den USA direkt unterstützt wurde. 1971 wurde das Land in Zaire umbenannt. 1977/78 Shaba-Invasion. Erneut erfolgt eine internationale Militärhilfsaktion zugunsten der Regierung unter Mobutu Sese Seko gegen Invasoren aus Angola. Die Diktatur Mobutus, die das Land weiter zerstörte, wurde erst 1994 erschüttert, als sich, angeheizt unter anderem durch Flüchtlingsströme aus Ruanda und Burundi, im Grenzland zu Ruanda eine Rebellen-Streitmacht bildete, angeführt von Laurent-Désiré Kabila. Lange nicht ernst genommen, gelang es ihm 1997 den alten, schwer kranken und international mittlerweile isolierten Mobutu zu stürzen. Danach benannte er Zaire in Demokratische Republik Kongo um. Die konfliktreiche Phase zwischen 1996 und 2002 wird auch als Kongokrieg, ab 1998 "afrikanischer Weltkrieg" bezeichnet. Im Januar 2001 fiel Kabila selbst einem Attentat zum Opfer und sein Sohn Joseph Kabila "erbte" seine Stellung als Staatspräsident der DR Kongo. Trotz des dubiosen Amtsantrittes scheint mit Joseph Kabila zum ersten Mal seit 1959 ein Mann den Kongo zu führen, der eine Befriedung und Stabilisierung der zerrütteten Nation zumindest versucht. Ihm im Wege steht dabei allerdings der fast vollständige Zerfall der Infrastruktur, Verwaltung und Wirtschaft des Landes und insbesondere die Ausplünderung der äußerst rohstoffreichen Ostprovinzen des Kongo – in denen die Zentralregierung fast völlig machtlos ist – durch ugandische, ruandische und burundische Kräfte. Mehrere Erhebungen und Revolten konnte Kabila bisher abwehren. Ob es ihm aber gelingen wird, die territoriale und in der Folge die administrative Souveränität wiederherzustellen, steht immer noch dahin. Im Osten des Landes flammten in jüngster Zeit die Kämpfe auf, es kam zu Massenfluchten nach Uganda. Seit 1998 (bis Anfang 2005) wurden gemäß Angaben des „International Rescue Committee“ 3,8 Millionen Menschen während gewaltsamer Auseinandersetzungen getötet. Nach Schätzungen der UNO werden jeden Tag 1000 Menschen zu Opfern von Gewalttaten. Zwischen dem 14. und 16. Februar 2005 erkrankten im Gesundheitsbezirk Dingila, in Zobia im Nordosten 93 Patienten an der Lungenpest. Ärzte ohne Grenzen bekämpft den Ausbruch der Krankheit und versucht entlang der wichtigsten Verbindungsstraßen diejenigen aufzuspüren und zu behandeln, die aus Angst vor einer Ansteckung aus Zobia geflohen sind.

Politik

Die Demokratische Republik Kongo ist in zehn Regionen und den Hauptstadtdistrikt untergliedert. Es herrscht eine streng zentralistische Verwaltung. Seit dem 21. August 2000 besteht ein provisorisches Parlament mit 300 ernannten Mitgliedern. Seit 1997 sind politische Parteien verboten. Durch Misswirtschaft, Bürgerkrieg und Korruption ist die Verwaltung und Infrastruktur des Landes fast völlig zerfallen, die territoriale Souveränität der Regierung ist insbesondere im Osten des Landes nicht mehr gegeben, zahlreiche Rohstoffe der entsprechenden Provinzen werden von den Nachbarländern Uganda, Ruanda und Burundi ausgebeutet. Aufgrund ihrer Instabilität wird die DR Kongo auch als zerfallener Staat bezeichnet. Das Sozialsystem des Landes zählt zu den schlechtesten der Welt.

Verwaltungsgliederung

Die Demokratische Republik Kongo ist in zehn Provinzen untergliedert:
- Bandundu
- Bas-Congo
- Équateur
- Orientale
- Kasai-Occidental
- Kasai-Oriental
- Katanga
- Maniema
- Nord-Kivu
- Sud-Kivu Die Hauptstadt Kinshasa bildet als Neutrale Stadt (Ville neutre) eine eigene Verwaltungseinheit. Nach einer neuen Verfassung vom Mai 2005 soll das Land künftig in 25 Provinzen und die Stadt Kinshasa gegliedert werden.

Wirtschaft

Obwohl das Land über die größten Naturreichtümer Afrikas verfügt, gehört es zu den ärmsten der Welt. Hauptursache hierfür sind die mehr als drei Jahrzehnte Misswirtschaft und Korruption durch das Mobutu-Regime gefolgt von schweren kriegerischen Auseinandersetzungen bis in die Gegenwart. Das Wirtschaftswachstum betrug von 1965 bis 1985 nur 1 % jährlich. Seitdem geht die Wirtschaftsleistung ständig zurück. 1971 wurde der Bau einer riesigen Stromleitung vom äußersten Nordwesten des Landes vom Inga-Staudamm quer durch das Land in den Südosten in die Kupferregion Shaba (Katanga) beschlossen. Großfirmen aus den USA und Europa schlossen sich zu einem Konsortium zusammen und vergaben die Kredite. 1983 war die offizielle Einweihung, aber die Kosten waren explodiert. Die Bergbauindustrie, der wichtigste Industriezweig, (Kongo wurde auch das Kupferland genannt) war 1974 vom drastischen Verfall des Weltmarktpreises für Kupfer schwer betroffen. Anfang der 1990er Jahre brach die Wirtschaft völlig zusammen. Es herrschte Hyperinflation (1994 7400 %). Durch Unruhen unter den Arbeitern sanken die Exporterlöse, die Infrastruktur im Transportwesen zerfiel, die Auslandsschulden stiegen auf 10 Mrd. Euro. Das Land war anschließend auf Nahrungsmittelimporte angewiesen. Das Bruttoinlandsprodukt betrug 1998 4.653 Mio. Euro. Bekannt ist die DR Kongo auch für die reichen Coltan-Vorkommen. Coltan enthält zwei der begehrtesten Metallerze (Columbit und Tantalit), die Niob und Tantal enthalten. Tantal ist für die Produktion von Handys, Computerchips, Videokameras und diversen Geräten aus der Unterhaltungselektronik von großer Bedeutung. Niob dient der Herstellung hitzebeständiger Materialien, wie Raketen, Düsenjets und Weltraumkapseln. Weitere Bodenschätze, die gefördert werden, sind Gold, Silber, Diamanten, Erdöl, Kobalt (Weltspitze), Mangan, Zink, Zinn, Cadmium, Germanium und Beryllium. Diese Vorkommen sind einer der Gründe, warum von den Nachbarn Uganda, Ruanda und Burundi durch Besetzung der östlichen Provinzen der Bürgerkrieg immer wieder aufs Neue angefacht wird. Zwei Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft, die fast zwei Drittel zum Bruttoinlandsprodukt beisteuert. Große Gebiete sind landwirtschaftlich nutzbar, es werden aber nur rund 3 % kultiviert. Haupterzeugnisse sind Maniok, Obst, Melonen, Kochbananen, Zuckerrohr, Erdnüsse, Bananen und Süßkartoffeln. Außerdem werden noch Reis, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Kaffee, Kautschuk, Baumwolle und Kakao angebaut. Nachdem Mitte der 1970er Jahre viele kleinere Plantagen verstaatlicht wurden, die sich in ausländischen Besitz befanden, ging der Verkauf von Agrarprodukten merklich zurück. In vielen Landesteilen gibt es nur noch eine Selbstversorger-Landwirtschaft. Viehzucht ist auf höher gelegene Gebiete beschränkt. Da die Transportwege zerstört sind, können die Produkte nicht in die verschiedenen Provinzen gebracht werden und verderben. Der industrielle Sektor hat sich vor allem um die Verarbeitung der vorhandenen Bodenschätze entwickelt. Bedeutend sind auch noch die Ölraffinerien sowie die Herstellung von Zement und Schwefelsäure. Wichtige Erzeugnisse sind Reifen, Schuhe, Textilien, Zigaretten, Nahrungsmittel und Bier. Der gesamte Bereich wurde durch den wirtschaftlichen Niedergang, vor allem der rasenden Inflation, seit 1990 schwer geschädigt. Es herrscht ein großer Devisenmangel, der den Import von Rohstoffen und Ersatzteilen verhindert. Bis Anfang der 1990er Jahre war Kupfer noch der wichtigste Exportartikel, der die Hälfte der jährlichen Exporterlöse einbrachte. Innerhalb von nur drei Jahren verringerte sich der Kupferexport jedoch um drei Viertel. Heute bilden Diamanten, Rohöl, Kobalt und Kaffee die wichtigsten Exportgüter. Auch die positive Handelsbilanz kann die sinkende Wirtschaftsleistung nicht aufhalten. Die wichtigsten Handelspartner sind Belgien, Südafrika, Chile, USA, Deutschland und Indien. Hauptstromquelle des Kongo sind seine Wasserkraftwerke. Sie sind vor allem in der Nähe von Minen vorzufinden.
- Bruttosozialprodukt pro Einwohner: 92 Euro (Stand 1998)
- Pro-Kopf-Einkommen im Jahr (BSP): 100 Euro

Literatur


- Jan Vansina: The Children of Woot: A History of the Kuba Peoples. Wisconsin 1978. ISBN 0299074900
- Kongo – Geschichte eines geschundenen Landes. In: "Weltmission Heute 55 – Länderheft". Hamburg 2004
- George Nzongola: Ntalaja : The Congo from Leopold to Kabila. A People's History. London/New York 2002
- Peter Körner: Zaire – Verschuldungskrise und IWF-Intervention in einer afrikanischen Kleptokratie. Hamburg 1988.
- Adam Hochschild: Schatten über dem Kongo – Die Geschichte eines fast vergessenen Menschheitsverbrechens. Reinbek 2002. ISBN 3499613123
- Ludo De Witte: Regierungsauftrag Mord : der Tod Lumumbas und die Kongo-Krise. Leipzig 2001. ISBN 3931801098
- Michaela Wrong: Auf den Spuren von Mr. Kurtz : Mobutus Aufstieg und Kongos Fall. Berlin 2002
- Lieve Joris: Das schwarze Herz Afrikas – Meine erste Reise in den Kongo. Amsterdam 1987 / München 2002
- Lieve Joris: Der Tanz des Leoparden – Mein afrikanisches Tagebuch. Amsterdam 2001 / München 2003
- Olivier Lanotte: Guerres Sans Frontières - République Démocratique du Congo. Brüssel 2003. ISBN 2-87027-835-7

Weblinks


- [http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/laenderinfos/laender/laender_ausgabe_html?land_id=85 Länder- und Reiseinformationen] des Auswärtiges Amtes
- [http://www.kongo-kinshasa.de Deutschesprachiges Hintergrundmaterial und aktuelle Nachrichten aus dem Kongo]
- [http://www.pygmies.info/ Afrikanische Pygmäen] Kultur und Musik der ersten Einwohner von Demokratische Republik Kongo
- [http://www.wsws.org/de/2002/jan2002/lumu-j25.shtml Der gewaltsame Tod von Patrice Lumumba]
- [http://www.altenburg-netz.de/texts/ousmane4.html Zum 40. Jahrestag der Unabhängigkeit]
- [http://www.monuc.org UN-Mission in der DR Kongo] Kongo, Demokratische Republik ja:コンゴ民主共和国 ko:콩고 민주 공화국 ms:Republik Demokratik Congo zh-min-nan:Congo Bîn-chú Kiōng-hô-kok

Nyiragongo

Der 3.462 m hohe Stratovulkan Nyiragongo ist einer der acht Virunga-Vulkane, die zum Großen Afrikanischen Grabenbruch gehören. Er befindet sich nördlich der Stadt Goma in der Demokratischen Republik Kongo nahe der Grenze zu Ruanda. Am 17. Januar 2002 brach der Vulkan zum letzten Mal aus. Ein Lavastrom zerstörte mehrere Dörfer und floss schließlich durch Goma in den Kivusee. Schätzungsweise 500.000 Menschen mussten evakuiert werden, von denen letztlich ca. 170.000 obdachlos blieben. Kategorie:Berg in Afrika Kategorie:Vulkan Kategorie:Geographie (Demokratische Republik Kongo) Kategorie:Naturkatastrophe

Berggorilla

Der Berggorilla (Gorilla gorilla beringei) ist eine Unterart des Gorilla. Allerdings ist die Systematik des Gorillas umstritten, manchmal werden Berggorillas mit den Östlichen Flachlandgorillas zur Art Östlicher Gorilla (G. beringei) zusammengefasst. Berggorillas wurden im Jahr 1902 von Robert von Beringe auf den Virunga-Vulkanen (Ruanda/Kongo/Uganda) entdeckt. Eine weitere Population lebt im Bwindi-Walds in Uganda. Die Berggorillas der Virunga-Vulkane werden seit 1967 intensiv beobachtet (von Dian Fossey und ihren Nachfolgern), daher weiß man über sie wesentlich mehr als über andere Gorillas. Viele der Tiere haben Namen erhalten und ihre Lebensgeschichte ist bekannt. Während der kriegerischen Auseinandersetzungen, die um die Vulkane seit 1989 geführt werden, mussten die Beobachtungen zeitweise eingestellt werden. Zuletzt wurde die Zahl der Berggorillas auf 400 bis 700 Tiere geschätzt, aber eine genaue Bestandsaufnahme muss noch gemacht werden. In ihrem Lebensraum und ihrer Lebensweise sind Berggorillas einzigartig. Keine anderen Gorillas steigen so hoch in die Berge hinauf und leben in so kühlem Klima. Sie haben daher sehr lange, seidige Haare, vor allem an den Armen. Außerdem sind sie am stärksten von allen Gorillas an das Bodenleben angepasst. Ihre Füße sind den unseren deshalb sehr ähnlich. Näheres siehe Gorilla.

Weblinks


- [http://www.berggorilla.com/frame.html Deutsche Site der Berggorilla & Regenwald Direkthilfe mit vielen Informationen über Gorillas]
- [http://www.wissenschaft.de/wissen/news/255138.html www.wissenschaft.de: Durch Touristen eingeschleppte Atemwegserkrankungen töten Berggorillas] Kategorie:Primaten

Albert-Nationalpark

Der 790 000 ha große Albert-Nationalpark, auch Virunga-Nationalpark genannt, umfasst ein herrliches Naturschutzgebiet, das in Afrika in der Demokratischen Republik Kongo und den westlich angrenzenden Ländern Ruanda und Uganda liegt. Der schon 1929 gegründete und somit älteste Nationalpark Afrikas befindet sich direkt östlich der großen Zentralafrikanischen Schwelle und größtenteils im langgestreckten Großen Afrikanischen Grabenbruch. Er erstreckt sich auf bis zu 300 km Länge und 150 km Breite vom Kiwusee über die Virunga-Vulkane und den Eduardsee bis in die Grabenbruch-Gegend nördlich des Ruwenzori-Gebirges. Seit 1994 ist der durch die Berggorillas berühmte Nationalpark Weltnaturerbe der UNESCO. Der Park umfasst eine der Regionen mit der größten Artenvielfalt Afrikas. In der Gegend wurde 1901 das Okapi entdeckt. Kategorie:Nationalpark in Afrika Kategorie:Geographie (Demokratische Republik Kongo) Kategorie:Ruanda Kategorie:Nationalpark in Uganda Kategorie:Weltnaturerbe

Dian Fossey

Dian Fossey (
- 16. Januar 1932 in San Francisco; † 27. Dezember 1985 im Karisoke Research Centre, Ruanda) war eine amerikanische Zoologin und Verhaltensforscherin. Sie war spezialisiert auf die Erforschung von Gorillas. Einem breiten Publikum wurde sie bekannt, als ihr Leben unter dem Titel „Gorillas im Nebel“ verfilmt wurde.

Leben und Wirken

Dian Fossey war von Beruf Ergotherapeutin. In den frühen 60er Jahren reiste sie zum ersten Mal nach Ostafrika, wo sie ihre ersten Begegnungen mit Gorillas hatte. 1966 traf sie an einem Kongress in den USA den Paläontologen Louis Leakey, der sie in ihren Plänen unterstützte. Im Auftrag der National Geographic Society ging sie nach Ruanda, um dort eine Langzeitstudie über die Berggorillas (Gorilla gorilla beringei) der Virunga-Vulkane durchzuführen. Sie sollte deren Verhalten studieren und die genaue Populationsgröße der in den unübersichtlichen Nebelwäldern lebenden Tiere ermitteln. Dank ihrer Geduld und Ausdauer wurde sie im Laufe der Zeit von den Gorillas akzeptiert. Selbst die großen Silberrücken = (männliches Leittier eines Familienverbandes) ließen ihre ethologischen Studien zu. Es gelang ihr, in Filmen zu zeigen, wie die Berggorillas sie auch berührten und sogar mit ihr kommunizierten. Tagelang beobachtete sie die Gorillaherde und dadurch gelangen ihr neue, bisher unbekannte Einblicke in deren Familienstrukturen, Verhaltensweisen sowie Kommunikationsverhalten. In Fachkreisen war sie dank ihrer Dokumentarfilme und Artikel in der Zeitschrift National Geographic bald bekannt. 1976 erhielt sie nach erfolgreicher Dissertation ihren Doktortitel. Dian Fossey war beruflich erfolgreich. Ihr Privatleben jedoch war eine Tragödie. Sie ließ sich immer wieder mit verheirateten Männern ein, um wenig später von ihnen verlassen zu werden. Sie litt an ihrer Einsamkeit und vermutlich an schweren Depressionen. Mit Alkohol und Beruhigungsmitteln half sie sich über die Runden. Bei ihren Fachkollegen war sie nicht sehr beliebt. Ganz der Sache der Gorillas verschrieben, ging sie keine Kompromisse ein. Sie galt als jähzornig und unnachgiebig. Sie kämpfte gegen Wilderer und für die Erhaltung des ruandischen Nationalparks. Immer wieder mobilisierte sie all ihre Kräfte, um die Weltöffentlichkeit davon zu überzeugen, dass der Schutz der Gorillas notwendig sei. Mit der Zeit legte sie ein krankhaft paranoides Verhalten an den Tag: Jeden, der sich nicht hundertprozentig der Sache der Gorillas verschrieb, sah sie als Feind an. Im Dezember 1985 wurde sie mit eingeschlagenem Schädel in ihrer Hütte im Karisoke Research Centre aufgefunden. Bis heute konnte der Mord nicht aufgeklärt werden. Siehe auch: Jane Goodall

Veröffentlichung


- Dian Fossey: Gorillas in the Mist. ISBN 061808360X

Literatur


- Farley Mowat: Woman in the Mists: The Story of Dian Fossey and the Mountain Gorillas of Africa. ISBN 0446387207
- Wil Mara: Dian Fossey: Among the Gorillas. 2004. ISBN 0446387207

Weblinks


- http://www.unmuseum.org/fossey.htm (engl.)
- http://www.gorillafund.org
- Fossey, Dian Fossey, Dian Fossey, Dian Fossey, Dian Fossey, Dian Fossey, Dian Fossey, Dian simple:Dian Fossey

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