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Badain Jaran
Die Wüste Gobi (mongolisch: Говь (Gowj), chinesisch: 戈壁 (gē bì shamò)), früher auch Schamo, ist eine Steppenwüste in Zentralasien und nach der Sahara die zweitgrößte Wüste der Welt.
Benennung
Die Bezeichnung „Gobi“ ist zweideutig, da sie in China und der Mongolei nicht für ein konkretes Gebiet verwendet wird. Stattdessen steht „Gobi“ für die Landschaftsform der zentralasiatischen Fels- und Geröllwüsten. Die Sandwüsten heißen im Chinesischen „Shamo“, weshalb teilweise auch diese (falsche) Bezeichnung für das Wüstengebiet benutzt wird.
Die Region wird in China auch „han-hai“ (trockene See) genannt.
Definition
Die Definition der Gobi ist unklar, die doppeldeutige, und somit verwirrende Verwendung des Wortes „Gobi“ mag ein Teilgrund dafür sein.
Der weitesten Definition nach erstreckt sich die Gobi über den gesamten wüstenhaften Bereich Zentralasiens. Das ist der lange Streifen aus Wüsten und Halbwüsten vom Pamir (77° Ost) bis zum Hinggan-Gebirge (116°-118° Ost) an der Grenze zur Mandschurei. Im Norden bilden demnach die Altaiberge, die Sayan- und Yablonoi-Berge die Grenze, im Süden die Gebirgsketten Kunlun Shan, Altun Shan und Qilian Shan, welche den Norden des ebenfalls ariden tibetischen Plateaus formen. Diese Bestimmung schließt das Ordos-Plateau, die Dsungarei und die Taklamakan ein; dass diese Wüsten jeweils eigene geologische Becken bilden zeigt jedoch die Ungenauigkeit dieser Definition auf.
Théodore Monod begrenzt die Gobi dagegen streng auf die Steppe im Süden der Mongolei und im Norden der Inneren Mongolei. Im Westen schließen sich nach Monod die Alashan und die Bejschan als eigenständige Wüsten an. Im Nordwesten liegt das Altaigebirge, im Osten die Mandschurei, im Norden geht die Gobi in die mongolischen Steppen und Grasländer über. Durch Winde breitet sich die Gobi weiter aus und ist im Süden stellenweise bereits bis zu 70 Kilometer an Peking herangerückt.
Geographie
Die Gobi ist streng genommen keine echte Wüste, sondern eher eine monotone Halbwüste bzw. Wüstensteppe. Nur 3% der Fläche sind typische Dünengebiete, welche in der Mongolei „Els“ genannt werden. Im Gegensatz zu den typischen Assoziationen mit der Gobi ist der größte Teil mit kahlen Felsen bedeckt. In der Öde finden sich immer wieder Seen – darunter auch Salzseen.
Die Wüste erstreckt sich von Westen nach Osten über eine Länge von 2000 km, die größte Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 800 km. Insgesamt bedeckt die Gobi eine Fläche von über 1 Million km², damit ist sie nach der Sahara die zweitgrößte Wüste der Welt – wenn man die Australischen Wüsten nicht zusammengefasst betrachtet. Die durchschnittliche Höhe beträgt etwa 1000 m über Normalnull.
Bejschan
Die Bejschan (auch Beishan) ist eine vor allem gebirgige Wüste, sie wird daher manchmal auch als Gebirge eingeordnet. Sie stellt eine Verknüpfung zwischen der Steppe Gobi im Osten und dem Tarimbecken im Westen dar.
Monod klassifizierte Bejschan als eigene Wüste, da hier bestimmte Tier- und Pflanzenarten vorkommen, und sie somit ein eigenes Ökosystem bildet. Dazu kommt die eigene geologische Struktur. Die Abgrenzung des Gebiets erfolgt im Süden durch das Nanschan-Gebirge, im Norden durch die mongolische Grenze, im Osten durch de Flusslauf des Edsin Gol, dahinter schließt sich die Alashan an.
Durch die Wüste verläuft heute eine Schnellstraße als Verbindung von Xinjiang mit dem östlichen China.
Alashan
Die Alashan (auch Alaschan) ist eine Sandwüste südwestlich der Gobi. Sie wird im Süden durch die Verlängerung des Nanschan-Gebirges abgegrenzt, im Norden durch die mongolische Grenze. Im Westen schließt sich die Bejschan an, im Osten reicht die Alashan bis zum gelben Fluss. Die Landschaft hat eine allgemeine Höhe von 1000 bis 1500 m.
Die Namensgebung ist umstritten, da manche Wissenschaftler den Begriff „Alashan-Gobi“ verwenden und sie als Teil der Gobi ansehen. Dabei soll „Gobi“ allerdings für die Form der Fels- und Geröllwüste stehen. Teilweise wird der Begriff Alashan selbst vermieden, da „Shan“ für Gebirge steht. Stattdessen wird die Region in die Badain-Jaran-Wüste und in die Tengger-Wüste (mongolisch: „weiter Himmel“) eingeteilt.
Laut dem Forscher Prschewalski ist die Alashan eine Ebene, die aller Wahrscheinlichkeit nach einmal das Bett eines großen Sees oder Meeres bildete. Er folgerte dies aus der ebenen Form der Region insgesamt und den Salztonebenen samt Salzseen in den tiefsten Teilen. Über Hunderte Kilometer soll laut Prschewalski nichts als bloßer Sand zu sehen sein, daher kommt auch die mongolische Bezeichnung „Tengger“ für weiter Himmel. Es gibt in der Alashan keine Oasen. Nahe der angrenzenden Gebirge ist anstelle des gelben Sandes auch Kies zu finden.
Im westlichen Teil der Alashan gibt es Dünen, die bis zu 400 m hoch sind, und somit zu den höchsten Dünen der Welt gehören. Von den 100 Salzseen, die zwischen den Dünen zu finden sind, gelten einige den Mongolen als heilig. Daher befinden sich hier auch lamaistische Klöster. Die einzigen Einwohner von Alashan sind die Torgod-Mongolen.
Klima
lamaistische
Das Klima der Gobi ist kontinental, also mit extrem niedrigen Temperaturen im Winter und heißen Sommern. Durch das Fehlen von ausgleichenden Wassermassen sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht genau wie über das Jahr verbreitet extrem hoch. In den Wintermonaten gibt es Tage, an denen es unter -40°C ist. Die Mongolen nennen sich abwechselnde Dürresommer und kalte Winter „Zud“. Sie führen zu großem Verlust an Vieh.
Obwohl im Südosten Ausläufer des Monsuns die Steppe erreichen, ist das Gebiet mit 30-200 mm Niederschlag pro Jahr durch Trockenheit ausgezeichnet. Besonders die kalten Winter sind gleichzeitig sehr trocken. Im Frühling und frühen Sommer kann es allerdings zu eisigen Sand- und Schneestürmen kommen. Damit ist das Gebiet im Gegensatz zur Taklamakan nicht hyperarid.
Funde
In der Gobi wurden viele bedeutende Fossilien, darunter auch Versteinerungen, aus unterschiedlichen geologischen Epochen gefunden. Die meisten Funde von Sauriereiern und ganzen Nestern stammen von hier. In vergangenen Abschnitten der Erdgeschichte herrschten andere klimatische Verhältnisse mit üppigerer Vegetation, die entsprechend gute Lebensbedingungen für Saurier bot.
Geschichte
Die Gobi ist in der Geschichte vor allem als Teil des Mongolischen Reichs bekannt. Außerdem liegen einige wichtige Handelsstädte der Seidenstraße am Rande der Gobi.
Ökologie
In der Wüste und den umliegenden Regionen sind zahlreiche Tierarten anzutreffen, darunter die Kropfgazelle und der Steppeniltis. Manchmal sind auch Schneeleoparden und Wölfe anzutreffen.
Die Wüste beherbergt einige an Trockenheit angepasste Sträucher und Gräser. Das Gebiet ist allerdings gegen Beweidung und Fahrzeuge sehr anfällig. Menschliche Einflüsse sind vor allem im östlichen Teil größer, wo auch mehr Regen fällt und sich Viehhaltung lohnt. In der Mongolei wurde das Grasland von Ziegenherden zurückgedrängt, die zur Gewinnung von Kaschmirwolle eingesetzt werden. Die Produktion von Kaschmirwolle ist in den letzten Jahren stark gesteigert worden. Diese qualitativ hochwertige Wolle ist Hauptexportgut der Mongolei und wird fast zu 100% von großen chinesische Textilunternehmen abgenommen. Da diese Produktionssteigerung nicht nachhaltig vorangetrieben wurde, gilt dieses Ökosystem als extrem gefährdet. Die zunehmende Privatisierung von staatlichen Viehzuchtunternehmen schränkt die Kontrolle der Weideflächen stark ein.
In letzter Zeit gibt es eine Gegenbewegung der Urbanisierung zu beobachten, eine Rückkehr aus den Städten zum ländlichen Leben.
Kategorie:Wüste in Asien
ja:ゴビ砂漠
ko:고비 사막
Wüste
Als Wüste bezeichnet man ein Gebiet, in dem auf Grund seiner extremen Trockenheit oder Kälte keine oder nur wenig hochspezialisierte Vegetation existieren kann und welches dadurch zur Anökumene zählt. Die Araber bezeichnen die Wüste auch als Meer ohne Wasser.
Wüstenarten
Trockenwüsten
Trockenwüsten verhindern durch ihren Wassermangel das pflanzliche Wachstum. Einige Arten von Trockenwüsten sind:
- Die Sandwüste - eine Wüste, deren Oberfläche großteils aus Sand besteht. Sie entstehen durch Erosion von Kieswüsten, wenn das Gestein hauptsächlich aus Quarz besteht. Ein wesentliches Merkmal sind die Dünen, die vielfach auch Wanderdünen sind. Von allen Wüsten sind die Lebensbedingungen in Sandwüsten am härtesten. Die weltweit größte solcher Wüsten ist die Rub al-Chali in Arabien.
- Kieswüsten - sie entstehen durch Erosion von Stein- oder Felswüsten (Akkumulation von gröberen Korngrößen durch Ausblasung der feineren Korngrößen), oder durch die Ablagerung von Kiesen im Vorfeld von Gletschern.
- Stein- und Salzwüsten (Salztonebenen) - sie entstehen meist in ariden, abflusslosen Sedimentbecken durch starke Verdunstung. Viele Wüsten dieses Typs liegen in Persien und Mittelasien.
- Die Halbwüste stellt eine Vegetationszone dar, die geringfügig feuchter als die echte Wüste, aber immer noch trockener als die Dornsavanne ist. Sie befindet sich meist am Rand (in der Übergangszone) einer solchen "Vollwüste" - siehe auch Sahelzone.
- Relif- oder Binnenwüsten - sie befinden sich im Inneren der Kontinente oder hinter hohen Gebirgsketten befinden sich ebenfalls ausgedehnte Wüstengebiete. Dort fällt nur geringer Niederschlag, weil sie in zu großer Meeresferne oder in Regenschatten von Randgebirgen liegen. Die feuchten Luftmassen sind vor den Gebirgen zum aufsteigen gezwungen. Oben auf der Gebirgskette ist die Luft zu kühl. Kalte Luft kann nicht so viel Wasser speichern deshalb sind die feuchten, kalten Luftmassen dazu gezwungen abzuregnen. Auf der anderen Seite der Gebirgskette wird die Luft erwärmt und die warmen, trockenen Luftmassen sinken. Dort wo die Luftmassen gesunken sind bilden sich aufgrund der Wärme und Trockenheit die Relif- oder Binnenwüsten. Die berümtesten solcher Wüsten ist die Wüste Gobi und Takla Makan.
Die 'Subtropischen Trockenwüsten, liegen bei einer geografischen Breite bis zu etwa 30° beidseits des Erdäquators. Sowohl auf der nördlichen als auch auf der südlichen Halbkugel werden die Luftmassen vom Urpassat kommend gezwungen abzusteigen. Dies bewirkt eine zunehmende Erwärmung der Luftmassen, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit abnimmt und es zu trockenen, wolkenlosen Klimaverhältnissen kommt. Beispiele für solche Wüsten sind die größten Teile der Sahara, die Gobi und die Kalahari.
Darüber hinaus gibt es die Küstenwüsten, die durch spezielle Meeresströmungen entstehen. Das kalte aufsteigende Wasser des Meeres führt zur Kondensation der in der Luft enthaltenen Feuchtigkeit an der Meeresoberfläche. Dadurch nimmt die relative Luftfeuchtigkeit ab und eine Wolkenbildung und folglich auch Niederschlag wird verhindert." So nah am Wasser und doch so arm an Wasser", hatte der berühmte Forscher Alexander von Humbold einmal die Küstenwüste der Atacama beschrieben. Die bekanntesten küstennahen Wüsten sind die Atacama, die Namib und die Nullarbor-Wüste. Aber auch meeresnahe Teile der Sahara stehen unter dem Einfluss kühler Meeresströme.
Weiterhin gibt es Nebelwüsten in den Subtropen.
Vegetation und Regen
In der Wüste ist Vegetationsarmut bzw. Vegetationslosigkeit, es sind nur 1/4 aller Wüstenflächen bewachsen. Auch herrscht in der Wüste Wasserarmut.Es gib nur wenig Regenschauer in der Wüste doch wenn es einmal Regnet dann oft sehr heftig. Nach den Regenschauern blüt die Wüste auf. Es Wachsen bunte Wüstenpflanzen die aber wegen des fehlenden Wassers nicht lange überleben. Wenn Regen fällt, dann ca. 250mm pro Quadratmeter, durch die Hitze, Tagsüber verdunstet das Wasser schon bevor es den Boden berührt.
Weitere Trockenwüsten und der Mars
Weitere Trockenwüsten liegen in isolierten Gebirgsbecken wie das Great Basin oder die Schattenwüsten an den windabgewandten Abhängen (d.h. im Lee, dem Regenschatten) von Gebirgen wie die Wüste Juda.
Die Böden der Trockenwüste zählen zu den Aridosolen.
Auch am Planeten Mars herrscht eine Art Wüstenklima, weil die äußerst dünne CO2-Atmosphäre kaum Wasserdampf enthält und freies Wasser sofort verdunsten würde. Trotzdem fegen oft langandauernde Winde über weite Gebiete, weil der Mars ähnliche Jahreszeiten wie die Erde und auch merkliche Temperaturgradienten aufweist. Sie erodieren den braunen und grauen Marsboden und rufen oft globale Sandstürme hervor. Dies hat auch dazu geführt, dass die 1877 entdeckten "Canali" (Marskanäle) jahrzehnelang als natürliche oder künstliche Wasserrinnen gedeutet wurden, die der Sand zeitweilig bedeckt, danach aber der vermutete Bewuchs wieder ein Ergrünen bewirkt hätte.
Edaphische Wüsten
In edaphischen (bodenbedingten) Wüsten werden zugeführte Niederschläge im stark wasserdurchlässigen Boden sehr schnell abgeführt. Wasser kann nicht oder nur sehr schlecht im Boden gespeichert werden, steht für pflanzliches Wachstum also nicht zur Verfügung. So bilden die riesigen Schotterflure im Isländischen Hochland trotz erheblicher Niederschlags- und Schmelzwassermengen eine Wüstenlandschaft.
Isländischen Hochland
Kältewüsten
Kältewüsten sind Wüsten in polaren Gebieten (Eiswüsten) und im Hochgebirge, deren extrem niedrige Temperaturen die Ausbreitung von Vegetation verhindern. Zum Beispiel: Wright Valley in der Antarktis.
Kulturgeschichte
In kulturhistorischer Hinsicht spielte die Wüste seit der Antike eine wichtige Rolle in der europäischen Historiographie und Literatur. Einerseits symbolisierte die Wüste seit Herodot das Fremde und Andersartige, das sich dem europäischen Zugriff entzog. Andererseits bot die Wüste aber auch Rückzugsmöglichkeiten, die es sonst nirgendwo gab. Insbesondere durch die Bibel (Exodus der Israeliten, Versuchungen Christi) und die spätere hagiographische Literatur (Eremiten) wurde ein Bild der Wüste nach Europa transportiert, das im Kern bis heute fortwirkt. Durch die Domestizierung des Dromedar gelang es dem Menschen, tiefer in die großen Wüsten vorzudringen oder sie zu durchqueren. Dadurch konnte die Wüste zum Lebensraum des Menschen werden.
Die UN Organisation UNCCD kämpft gegen die weitere Ausbreitung der Wüsten.
Die größten Wüsten
# 8.700.000 km² - Sahara (Afrika)
# 1.560.000 km² - Australische Wüsten (Australien)
# 1.300.000 km² - Arabische Wüsten (Asien)
# 1.040.000 km² - Gobi (Asien)
# 715.000 km² - Kalahari (Afrika)
# 330.000 km² - Takla Makan (Asien)
# 312.000 km² - Sonora (Nordamerika)
# 273.000 km² - Karakum (Asien)
# 273.000 km² - Tharr und Cholistan (Asien)
Alle Wüsten bedecken ein Siebtel der ganzen Erdfläche.
Tägliche Temperaturschwankung in Wüsten
In Sand- und Felswüsten existiert nur wenig Wasser - weder in der Luft noch im Boden. Wasser kann etwa sechs mal soviel Energie speichern wie Sand. Da es in Wüsten weitgehend fehlt, können diese keine größeren Wärmemengen speichern. Außerdem isoliert sandiger Boden sehr gut. Sand besteht in der Hauptsache aus Quarz, einem schlechten Wärmeleiter. Die einzelnen Sandkörner sind überwiegend locker geschichtet (siehe auch Wanderdünen), in den Zwickeln befindet sich Luft, die ebenfalls gut isoliert. Das hat zur Folge, dass der Boden die Hitze des Tages nicht sehr tief in sich aufnehmen kann und nur oberflächlich erhitzt. Daher kann er nur geringe Wärmemengen speichern.
Hinzu kommt die geringe Wolkenbildung. Wolken wirken als Isolierungsschicht sowohl vom Weltall zur Erde als auch umgekehrt. Durch das Fehlen dieser Isolierschicht dringt tagsüber Wärmestrahlung ungedämpft zu Boden und erhitzt diesen sehr stark (bis zu etwa 70°). Nachts hingegen strahlt die wenige gespeicherte Wärme ungehindert ins Weltall ab, was Temperaturunterschiede von 50° und mehr hervorrufen kann. Dieser Effekt ermöglicht allerdings auch in den trockensten Wüsten bescheidenes Leben, weil ein niedriger Taupunkt die starke Abkühlung ermöglicht, wobei bodennah der Taupunkt erreicht werden kann. Pflanzen oder Insekten leben dann von den gebildeten Tautropfen.
Die starken Temperatureffekte machen übrigens auch den Unterschied zwischendem Kontinentalklima und einem maritimen Seeklima aus. Am Meer oder in der Nähe von Ozeanen wirkt die Wärmespeicherung des Wassers und macht das Klima sehr viel ausgeglichener als im Inneren der Kontinente. Man denke nur an den klimatischen Unterschied etwa zwischen Moskau - heiße Sommer und bitterkalte Winter - und Kopenhagen, welches etwa am selben geografischen Breitengrad liegt. In Europa werden diese Unterschiede noch durch den Golfstrom verstärkt.
Wüsten-Glossar
- Arroyo (Südamerika und US-Westen). Identisch mit > Wadi.
- Barchan ist eine bewegliche Sicheldüne
- Chott (Schott)(arab.) Weitgespannte Senken mit Salzwüsten; auch Salzsee, Salzpfanne, Salzsumpf
- Churd (a) (arab.) Grosse Wanderdüne
- Djebel (Dschebel) (arab. = Berg)
- Draa (arab. = Arm ) Langgestrecktes Dünengebiet
- Enneri (arab.) Trockenfluss, trockenes Bachbett
- Erg (arab. = Ader) Riesige Dünengebiete; aber auch allgem. für Staubwüste
- Fata Morgana (arab. Bacher-el-Alfrid = Wasser des Satans). Luftspiegelungen als Folge von Reflexionen von Lichtstrahlen an der Grenzfläche zwischen Luftschichten von unterschiedlicher Temperatur und unterschiedlicher optischer Dichte.
- Fulgurit (lat. fulgur Blitz) Blitzröhre: Durch Blitzschlag gebildete Röhren aus zu Kieselglas verschmolzenem feinkörnigem Sediment
- Hammada (arab.) Stein-Geröllwüste
- Harra (arab.) Lava-Wüste
- Kavir (persisch); identisch mit > Chott
- Sahara (arab. = von gelber Farbe ; syn. für Wüste)
- Sebhka (Sebkra) (arab.) Salztonpfannen, in welchen Salz und Gips an der Oberfläche über Tonablagerungen kristallisieren.
- Seif(s) (arabisch = Schwert) sind Längsdünen, welche besonders schmal und scharfgratig sind.
- Serir (berb.) Kieswüste
- Oase (arab. - berberisch uau) Stellen an denen Grundwasser zutage tritt
- Reg (arab.) Kies-Kieselwüste
- Wadi (arabisch Oued = syn. für Trockenbett, Rinne). Bei Abtragung bis zur Schuttsedimentierung eines Gebirges werden die Reste erodiert. Ruckartig einsetzender Regen fliesst an der Oberfläche ab, wobei er Fliessrinnen in den Wüstenboden schneidet. (spanisch: Arroyo)
- Wüstenglas, ein diaplektisches Glas, wahrscheinlich vor 20 Mio. Jahren durch einen Meteoriten-Impakt in der libyschen Wüste gebildet
- Wüstenlack Infolge starker Verdunstung gebildeter Überzug aus Eisen- seltener Manganverbindungen, auch der durch Windschliff hervorgerufene matte Firnisglanz auf Steinen und anderen Oberflächen
- Yardang durch Windschliff hervorgerufene Erosionsform
Literatur
- Uwe Lindemann: Die Wüste. Terra incognita - Erlebnis - Symbol. Eine Genealogie der abendländischen Wüstenvorstellungen in der Literatur von der Antike bis zur Gegenwart. Heidelberg 2000
- [http://www.michael-martin.de Michael Martin]: Die Wüsten der Erde. - Dieses Buch bietet einen Überblick über sämtliche Wüsten der Erde
Siehe auch
- Desertifikation
Weblinks
Kategorie:Klimazonen und Vegetation
ja:砂漠
ko:사막
Zentralasien
Zentralasien oder Mittelasien ist eine zusammenfassende Bezeichnung für die im Zentrum des Kontinentes Asien gelegenen Staaten Kasachstan, Usbekistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Kirgisien sowie für Sinkiang (Xinjiang) und Tibet (westliche Provinzen Chinas, wo geographisch der Mittelpunkt Asiens liegt).
Teilweise werden auch das südlicher gelegene Afghanistan sowie im Osten die Mongolei und die Wüste Gobi (Innere Mongolei) zu Zentralasien gezählt. Geographisch würde auch der an Kasachstan grenzende Süden Sibiriens dazugehören.
Russische Geographen unterscheiden zwischen Mittelasien ("Srednjaja Asija"), das die 5 oben genannten ehemaligen Sowjetrepubliken umfasst, und Zentralasien ("Zentralnaja Asija"). Letzteres umfasst die Mongolei und die zentralasiatischen Teile Chinas. In Anlehnung an diesen russischen Sprachgebrauch wurde auch im Deutschen in der DDR zwischen Mittelasien und Zentralasien unterschieden. Zu Innerasien zählen im engeren Sinne nur Sinkiang (Chinesisch-Ostturkestan), die (äußere) Mongolei, Tibet sowie Tannu-Tuwa (Tuwinische Republik im sibrischen Russland).
Neuerdings - mehr politisch als geographisch inspiriert - wird der Begriff "Zentralasien" auch auf die heute selbstständigen asiatischen ehemaligen Sowjetrepubliken eingeschränkt.
Geographie und Vegetation
Die Vegetation des Gebiets ist von Wüsten, Halbwüsten und Steppen geprägt, das Klima ist ausgesprochen kontinental und trocken.
Bevölkerung
trocken
Der westliche und zentrale Teil (einschließlich Sinkiangs) ist hauptsächlich von Turkvölkern und iranischen Völkern bewohnt und kulturell vom Islam beeinflusst. Der dünner besiedelte östliche Teil ist von Tibetern und Mongolen bewohnt und vom Lamaistischen Buddhismus geprägt.
Weblinks
- [http://www.osteuropa-netzwerk.de/Mittelasien/index.htm Linksammlungen des Osteuropa-Netzwerks zu den mittelasiatische GUS-Staaten]
- [http://www.uni-graz.at/franz.koelbl/zentralasien/ Fotos und Erlebnisse von den zentralasiatischen Ländern]
Kategorie:Asien
Kategorie:Region
ja:中央アジア
ko:중앙아시아
nb:Sentral-Asia
Sahara
am 22. Februar 2004]]
Die Sahara ist mit 9 Millionen km² die größte Trockenwüste der Erde. Sie erstreckt sich von der Atlantikküste bis zur Küste des Roten Meeres und bildet ein Trapez von 4.500–5.500 km westöstlicher und 1.500–2.000 km nordsüdlicher Ausdehnung.
Die Sahara ist größtenteils eine Steinwüste (Hamada) oder Felswüste (Serir), oder auch Geröllwüste; die klischeehafte Sandwüste (Erg) macht nur einen ziemlich geringen Teil aus.
Etymologie
Die Bezeichnung Sahara kommt von der arabischen Übersetzung Sahhra صحراء des Tuareg-Wortes Tenere, das Wüste oder Sand bedeutet. Nach einer weiteren Theorie leitet sich der Begriff von sahraa bzw. es-ssah-ra ab, wobei der Prefix es ein Artikel ist und wurde denn auf Deutsch die bedeuten. Bei Ländereien kann man das Wort auch mit "öde, leer, nichts" oder "unfruchtbar" übersetzen.
Die alten Römer nannten das Land südlich von Karthago Terra Deserta für "unbewohntes/verlassenes Land". Im Mittelalter nannte man die Sahara schlicht "Große Wüste". Erst im 19. Jahrhundert hat sich die Bezeichnung "Sahara" durchgesetzt.
Die Araber nennen die Sahara Bahr bela ma für "Meer ohne Wasser" (vgl. Sahel für "Ufer").
Lage
In Ägypten wird sie durch die Flussoase des Nils unterbrochen. Im Norden befindet sich der Maghreb (Marokko, Algerien, Tunesien) und Libyen, im Süden liegt der Sahel.
Im Westen der Sahara gibt es einen Staat gleichen Namens (gelegentlich auch West-Sahara genannt), dessen offizielle Bezeichnung Demokratisch-arabische Republik Sahara ist. Dieser Staat ist de facto von Marokko besetzt und wurde bislang lediglich von wenigen, meist afrikanischen, Staaten anerkannt.
Geographie
Das Klima ist äußerst trocken und heiß. Meistens weht während des ganzen Jahres der Passat, der wenig Niederschlag bringt. Der einzige Dauerfluss ist der Nil. Die extremen Temperaturschwankungen von tagsüber bis zu 63 °C – nachts bis zu 30 °C geringer – tragen u.a
zur Wüstenbildung bei. Im Winter sind nachts bis zu -10 °C zu messen. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge in der Sahara beträgt ca. 45,5 mm. Manche Jahre regnet es jedoch gar nicht. Die Sahara weist einige Gebirgsketten auf, wie etwa das Hoggargebirge und das Tibestigebirge. Höchste Erhebung ist der Emi Koussi im Tibesti mit 3415 m ü.NN
Geologie
In der Pluvialzeit war die Sahara wasserreicher und begrünt, wie zahlreiche Felsmalereien und die von den Gebirgen ausstragenden, oft über 1.000 km langen Trockenflussbetten (Wadis) beweisen. Neueste Forschungen der Universität von Illinois in Chicago aus dem Jahr 2004 haben ergeben, dass das Grundwasser unter Ägypten und Libyen bis zu einer Million Jahre alt ist. Es fließt langsam in einem unterirdischen System von Nubien aus mit einer Geschwindigkeit von nur ein bis zwei Metern pro Jahr nordwärts.
Geschichte
Die Sahara, einst wasserreicher und grüner als heute, erfasste die neolithische Revolution beinahe zur selben Zeit wie die Hochkulturen an Nil, Euphrat und Tigris. Etwa im 6. Jahrtausend v. Chr. begannen die Bewohner der Region mit dem Ackerbau. Eine Städtekultur wie in den genannten Gebieten der Hochkulturen bildeten sie aber nie aus.
Im 20. Jahrhundert v. Chr. beginnt die Pferdezeit, so benannt, weil ab dieser Zeit Pferde in den Motiven der Höhlenmalerei vorherrschen. Ebenso wie in Ägypten, Anatolien und der Ägäis wurde im 16. Jahrhundert die "Wunderwaffe" der Bronzezeit, der Streitwagen, eingeführt. Pharao Ramses III. listet 92 Streitwagen sowie 184 Pferde als Beute seines Libyen-Feldzuges auf.
Anfang des 1. Jahrtausend v. Chr. beginnt die Austrocknung der Sahara und somit der langsame Niedergang von Ackerbau und Viehzucht. Durch die assyrische Eroberung Ägyptens im 7. Jahrhundert v. Chr. kommt das Kamel nach Afrika und löst das Pferd als wichtigstes Lastentier ab. Spätestens seit der Ptolemäerzeit wird es im größeren Maße eingesetzt.
Bevölkerung
Die geringe einheimische Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Arabern, Berbern und Mauren. Daneben gibt es kleine Gruppen wie die Tubu (auch Tibbu) und Tuareg. Neben der Viehhaltung war bis ins 19. Jahrhundert der Transsaharahandel eine wesentliche Lebensgrundlage für diese Bevölkerungsgruppen die auch als Yallas bekannt sind.
Literatur
- Barich, Barbara E.: People, water, and grain. The beginnings of domestication in the Sahara and the Nile valley, Rom 1998. ISBN 88-8265-017-0 (engl.)
- Rohlfs, Gerhard: Quer durch Afrika. Die Erstdurchquerung der Sahara vom Mittelmeer zum Golf von Guinea 1865-1867, Stuttgart 1984. ISBN 3-522-60580-2
- Mori, Fabrizio: The great civilisations of the ancient Sahara, Rom 1998. ISBN 88-7062-971-6 (engl.)
- Schiffers, Heinrich: Die Sahara. Entwicklungen in einem Wüstenkontinent, Kiel 1980. ISBN 3-554-60106-3
siehe auch
Sahara (Film)
Kategorie:Geographie (Afrika)
Kategorie:Wüste in Afrika
ja:サハラ砂漠
ko:사하라 사막
simple:Sahara Desert
th:ทะเลทรายซาฮารา
Wüste
Als Wüste bezeichnet man ein Gebiet, in dem auf Grund seiner extremen Trockenheit oder Kälte keine oder nur wenig hochspezialisierte Vegetation existieren kann und welches dadurch zur Anökumene zählt. Die Araber bezeichnen die Wüste auch als Meer ohne Wasser.
Wüstenarten
Trockenwüsten
Trockenwüsten verhindern durch ihren Wassermangel das pflanzliche Wachstum. Einige Arten von Trockenwüsten sind:
- Die Sandwüste - eine Wüste, deren Oberfläche großteils aus Sand besteht. Sie entstehen durch Erosion von Kieswüsten, wenn das Gestein hauptsächlich aus Quarz besteht. Ein wesentliches Merkmal sind die Dünen, die vielfach auch Wanderdünen sind. Von allen Wüsten sind die Lebensbedingungen in Sandwüsten am härtesten. Die weltweit größte solcher Wüsten ist die Rub al-Chali in Arabien.
- Kieswüsten - sie entstehen durch Erosion von Stein- oder Felswüsten (Akkumulation von gröberen Korngrößen durch Ausblasung der feineren Korngrößen), oder durch die Ablagerung von Kiesen im Vorfeld von Gletschern.
- Stein- und Salzwüsten (Salztonebenen) - sie entstehen meist in ariden, abflusslosen Sedimentbecken durch starke Verdunstung. Viele Wüsten dieses Typs liegen in Persien und Mittelasien.
- Die Halbwüste stellt eine Vegetationszone dar, die geringfügig feuchter als die echte Wüste, aber immer noch trockener als die Dornsavanne ist. Sie befindet sich meist am Rand (in der Übergangszone) einer solchen "Vollwüste" - siehe auch Sahelzone.
- Relif- oder Binnenwüsten - sie befinden sich im Inneren der Kontinente oder hinter hohen Gebirgsketten befinden sich ebenfalls ausgedehnte Wüstengebiete. Dort fällt nur geringer Niederschlag, weil sie in zu großer Meeresferne oder in Regenschatten von Randgebirgen liegen. Die feuchten Luftmassen sind vor den Gebirgen zum aufsteigen gezwungen. Oben auf der Gebirgskette ist die Luft zu kühl. Kalte Luft kann nicht so viel Wasser speichern deshalb sind die feuchten, kalten Luftmassen dazu gezwungen abzuregnen. Auf der anderen Seite der Gebirgskette wird die Luft erwärmt und die warmen, trockenen Luftmassen sinken. Dort wo die Luftmassen gesunken sind bilden sich aufgrund der Wärme und Trockenheit die Relif- oder Binnenwüsten. Die berümtesten solcher Wüsten ist die Wüste Gobi und Takla Makan.
Die 'Subtropischen Trockenwüsten, liegen bei einer geografischen Breite bis zu etwa 30° beidseits des Erdäquators. Sowohl auf der nördlichen als auch auf der südlichen Halbkugel werden die Luftmassen vom Urpassat kommend gezwungen abzusteigen. Dies bewirkt eine zunehmende Erwärmung der Luftmassen, wodurch die relative Luftfeuchtigkeit abnimmt und es zu trockenen, wolkenlosen Klimaverhältnissen kommt. Beispiele für solche Wüsten sind die größten Teile der Sahara, die Gobi und die Kalahari.
Darüber hinaus gibt es die Küstenwüsten, die durch spezielle Meeresströmungen entstehen. Das kalte aufsteigende Wasser des Meeres führt zur Kondensation der in der Luft enthaltenen Feuchtigkeit an der Meeresoberfläche. Dadurch nimmt die relative Luftfeuchtigkeit ab und eine Wolkenbildung und folglich auch Niederschlag wird verhindert." So nah am Wasser und doch so arm an Wasser", hatte der berühmte Forscher Alexander von Humbold einmal die Küstenwüste der Atacama beschrieben. Die bekanntesten küstennahen Wüsten sind die Atacama, die Namib und die Nullarbor-Wüste. Aber auch meeresnahe Teile der Sahara stehen unter dem Einfluss kühler Meeresströme.
Weiterhin gibt es Nebelwüsten in den Subtropen.
Vegetation und Regen
In der Wüste ist Vegetationsarmut bzw. Vegetationslosigkeit, es sind nur 1/4 aller Wüstenflächen bewachsen. Auch herrscht in der Wüste Wasserarmut.Es gib nur wenig Regenschauer in der Wüste doch wenn es einmal Regnet dann oft sehr heftig. Nach den Regenschauern blüt die Wüste auf. Es Wachsen bunte Wüstenpflanzen die aber wegen des fehlenden Wassers nicht lange überleben. Wenn Regen fällt, dann ca. 250mm pro Quadratmeter, durch die Hitze, Tagsüber verdunstet das Wasser schon bevor es den Boden berührt.
Weitere Trockenwüsten und der Mars
Weitere Trockenwüsten liegen in isolierten Gebirgsbecken wie das Great Basin oder die Schattenwüsten an den windabgewandten Abhängen (d.h. im Lee, dem Regenschatten) von Gebirgen wie die Wüste Juda.
Die Böden der Trockenwüste zählen zu den Aridosolen.
Auch am Planeten Mars herrscht eine Art Wüstenklima, weil die äußerst dünne CO2-Atmosphäre kaum Wasserdampf enthält und freies Wasser sofort verdunsten würde. Trotzdem fegen oft langandauernde Winde über weite Gebiete, weil der Mars ähnliche Jahreszeiten wie die Erde und auch merkliche Temperaturgradienten aufweist. Sie erodieren den braunen und grauen Marsboden und rufen oft globale Sandstürme hervor. Dies hat auch dazu geführt, dass die 1877 entdeckten "Canali" (Marskanäle) jahrzehnelang als natürliche oder künstliche Wasserrinnen gedeutet wurden, die der Sand zeitweilig bedeckt, danach aber der vermutete Bewuchs wieder ein Ergrünen bewirkt hätte.
Edaphische Wüsten
In edaphischen (bodenbedingten) Wüsten werden zugeführte Niederschläge im stark wasserdurchlässigen Boden sehr schnell abgeführt. Wasser kann nicht oder nur sehr schlecht im Boden gespeichert werden, steht für pflanzliches Wachstum also nicht zur Verfügung. So bilden die riesigen Schotterflure im Isländischen Hochland trotz erheblicher Niederschlags- und Schmelzwassermengen eine Wüstenlandschaft.
Isländischen Hochland
Kältewüsten
Kältewüsten sind Wüsten in polaren Gebieten (Eiswüsten) und im Hochgebirge, deren extrem niedrige Temperaturen die Ausbreitung von Vegetation verhindern. Zum Beispiel: Wright Valley in der Antarktis.
Kulturgeschichte
In kulturhistorischer Hinsicht spielte die Wüste seit der Antike eine wichtige Rolle in der europäischen Historiographie und Literatur. Einerseits symbolisierte die Wüste seit Herodot das Fremde und Andersartige, das sich dem europäischen Zugriff entzog. Andererseits bot die Wüste aber auch Rückzugsmöglichkeiten, die es sonst nirgendwo gab. Insbesondere durch die Bibel (Exodus der Israeliten, Versuchungen Christi) und die spätere hagiographische Literatur (Eremiten) wurde ein Bild der Wüste nach Europa transportiert, das im Kern bis heute fortwirkt. Durch die Domestizierung des Dromedar gelang es dem Menschen, tiefer in die großen Wüsten vorzudringen oder sie zu durchqueren. Dadurch konnte die Wüste zum Lebensraum des Menschen werden.
Die UN Organisation UNCCD kämpft gegen die weitere Ausbreitung der Wüsten.
Die größten Wüsten
# 8.700.000 km² - Sahara (Afrika)
# 1.560.000 km² - Australische Wüsten (Australien)
# 1.300.000 km² - Arabische Wüsten (Asien)
# 1.040.000 km² - Gobi (Asien)
# 715.000 km² - Kalahari (Afrika)
# 330.000 km² - Takla Makan (Asien)
# 312.000 km² - Sonora (Nordamerika)
# 273.000 km² - Karakum (Asien)
# 273.000 km² - Tharr und Cholistan (Asien)
Alle Wüsten bedecken ein Siebtel der ganzen Erdfläche.
Tägliche Temperaturschwankung in Wüsten
In Sand- und Felswüsten existiert nur wenig Wasser - weder in der Luft noch im Boden. Wasser kann etwa sechs mal soviel Energie speichern wie Sand. Da es in Wüsten weitgehend fehlt, können diese keine größeren Wärmemengen speichern. Außerdem isoliert sandiger Boden sehr gut. Sand besteht in der Hauptsache aus Quarz, einem schlechten Wärmeleiter. Die einzelnen Sandkörner sind überwiegend locker geschichtet (siehe auch Wanderdünen), in den Zwickeln befindet sich Luft, die ebenfalls gut isoliert. Das hat zur Folge, dass der Boden die Hitze des Tages nicht sehr tief in sich aufnehmen kann und nur oberflächlich erhitzt. Daher kann er nur geringe Wärmemengen speichern.
Hinzu kommt die geringe Wolkenbildung. Wolken wirken als Isolierungsschicht sowohl vom Weltall zur Erde als auch umgekehrt. Durch das Fehlen dieser Isolierschicht dringt tagsüber Wärmestrahlung ungedämpft zu Boden und erhitzt diesen sehr stark (bis zu etwa 70°). Nachts hingegen strahlt die wenige gespeicherte Wärme ungehindert ins Weltall ab, was Temperaturunterschiede von 50° und mehr hervorrufen kann. Dieser Effekt ermöglicht allerdings auch in den trockensten Wüsten bescheidenes Leben, weil ein niedriger Taupunkt die starke Abkühlung ermöglicht, wobei bodennah der Taupunkt erreicht werden kann. Pflanzen oder Insekten leben dann von den gebildeten Tautropfen.
Die starken Temperatureffekte machen übrigens auch den Unterschied zwischendem Kontinentalklima und einem maritimen Seeklima aus. Am Meer oder in der Nähe von Ozeanen wirkt die Wärmespeicherung des Wassers und macht das Klima sehr viel ausgeglichener als im Inneren der Kontinente. Man denke nur an den klimatischen Unterschied etwa zwischen Moskau - heiße Sommer und bitterkalte Winter - und Kopenhagen, welches etwa am selben geografischen Breitengrad liegt. In Europa werden diese Unterschiede noch durch den Golfstrom verstärkt.
Wüsten-Glossar
- Arroyo (Südamerika und US-Westen). Identisch mit > Wadi.
- Barchan ist eine bewegliche Sicheldüne
- Chott (Schott)(arab.) Weitgespannte Senken mit Salzwüsten; auch Salzsee, Salzpfanne, Salzsumpf
- Churd (a) (arab.) Grosse Wanderdüne
- Djebel (Dschebel) (arab. = Berg)
- Draa (arab. = Arm ) Langgestrecktes Dünengebiet
- Enneri (arab.) Trockenfluss, trockenes Bachbett
- Erg (arab. = Ader) Riesige Dünengebiete; aber auch allgem. für Staubwüste
- Fata Morgana (arab. Bacher-el-Alfrid = Wasser des Satans). Luftspiegelungen als Folge von Reflexionen von Lichtstrahlen an der Grenzfläche zwischen Luftschichten von unterschiedlicher Temperatur und unterschiedlicher optischer Dichte.
- Fulgurit (lat. fulgur Blitz) Blitzröhre: Durch Blitzschlag gebildete Röhren aus zu Kieselglas verschmolzenem feinkörnigem Sediment
- Hammada (arab.) Stein-Geröllwüste
- Harra (arab.) Lava-Wüste
- Kavir (persisch); identisch mit > Chott
- Sahara (arab. = von gelber Farbe ; syn. für Wüste)
- Sebhka (Sebkra) (arab.) Salztonpfannen, in welchen Salz und Gips an der Oberfläche über Tonablagerungen kristallisieren.
- Seif(s) (arabisch = Schwert) sind Längsdünen, welche besonders schmal und scharfgratig sind.
- Serir (berb.) Kieswüste
- Oase (arab. - berberisch uau) Stellen an denen Grundwasser zutage tritt
- Reg (arab.) Kies-Kieselwüste
- Wadi (arabisch Oued = syn. für Trockenbett, Rinne). Bei Abtragung bis zur Schuttsedimentierung eines Gebirges werden die Reste erodiert. Ruckartig einsetzender Regen fliesst an der Oberfläche ab, wobei er Fliessrinnen in den Wüstenboden schneidet. (spanisch: Arroyo)
- Wüstenglas, ein diaplektisches Glas, wahrscheinlich vor 20 Mio. Jahren durch einen Meteoriten-Impakt in der libyschen Wüste gebildet
- Wüstenlack Infolge starker Verdunstung gebildeter Überzug aus Eisen- seltener Manganverbindungen, auch der durch Windschliff hervorgerufene matte Firnisglanz auf Steinen und anderen Oberflächen
- Yardang durch Windschliff hervorgerufene Erosionsform
Literatur
- Uwe Lindemann: Die Wüste. Terra incognita - Erlebnis - Symbol. Eine Genealogie der abendländischen Wüstenvorstellungen in der Literatur von der Antike bis zur Gegenwart. Heidelberg 2000
- [http://www.michael-martin.de Michael Martin]: Die Wüsten der Erde. - Dieses Buch bietet einen Überblick über sämtliche Wüsten der Erde
Siehe auch
- Desertifikation
Weblinks
Kategorie:Klimazonen und Vegetation
ja:砂漠
ko:사막
HingganDer Hinggan-Bund (兴安盟) ist eine administrative Untergliederung auf Bezirksebene im Nordosten des Autonomen Gebiets Innere Mongolei der Volksrepublik China. Der Hinggan-Bund hat eine Fläche von 59.806 km² und etwa 1,62 Millionen Einwohner (Ende 2002). Seine Hauptstadt ist Ulan Hot. Sein Verwaltungsgebiet grenzt im Norden an die Stadt Hulun Buir, im Westen an den Staat Mongolei und den Xilin-Gol-Bund, im Süden an die Stadt Tongliao und im Osten an die Provinzen Jilin und Heilongjiang. Sein Name ist vom waldreichen Großen Hinggan-Gebirge (大兴安岭) abgeleitet, das den Bund von Nordwest nach Südost durchzieht.
Administrative Gliederung
Der Hinggan-Bund besteht aus zwei kreisfreien Städten, einem Kreis und drei Bannern:
- Stadt Ulan Hot (乌兰浩特市), 772 km², ca. 280.000 Einwohner,
- Stadt Arxan (阿尔山市), 7.409 km², ca. 50.000 Einwohner,
- Kreis Tuquan (突泉县), Hauptort: Großgemeinde Tuquan (突泉镇), 4.800 km², 300.000 Einwohner,
- Vorderes Horqin-Banner Rechter Flügel (科尔沁右翼前旗), Hauptort: Großgemeinde Daban Gou (大坝沟镇), 19.375 km², ca. 360.000 Einwohner,
- Mittleres Horqin-Banner Rechter Flügel (科尔沁右翼中旗), Hauptort: Großgemeinde Bayan Huxu (白音呼硕镇), 15.613 km², ca. 240.000 Einwohner,
- Jalaid-Banner (扎赉特旗), Hauptort: Großgemeinde Inder (音德尔镇), 11.837 km², ca. 390.000 Einwohner.
Ethnische Gliederung der Bevölkerung des Hinggan-Bundes (2000)
Laut Zensus des Jahres 2000 hatte der Hinggan-Bund 1.588.787 Einwohner (Bevölkerungsdichte: 26,57 Einwohner/km²).
Literatur
- Jinri Nei Menggu: Xing'an 今日内蒙古: 兴安 (Die Innere Mongolei heute: Hinggan). 内蒙古人民出版社 Nei Menggu renmin chubanshe (Volksverlag der Inneren Mongolei). 呼和浩特 Hohhot 1997. ISBN 7204035429. 9+121 Seiten.
Kategorie:Ort in China
Kategorie:Regierungsbezirk / Bund (China)
MandschureiDie Mandschurei (chin. 满洲/滿洲 Mănzhōu), auch Manjurei, liegt im Nordosten der Volksrepublik China, um die Stadt Harbin und umfasst die Provinzen Heilongjiang, Jilin und Liaoning. Aus historischen Gründen wird die Bezeichnung der Region in China jedoch nicht mehr verwendet. Dort spricht man von Nordostchina (东北/東北 Dōngběi).
Liaoning]
Das Gebiet wird im Osten durch die Flüsse Heilong Jiang und Ussuri, im Norden durch den Heilong Jiang und das Große Hinggan-Gebirge, im Westen durch die Chinesische Mauer und im Süden durch den Fluß Yalu Jiang begrenzt. Im Norden und Osten grenzt Russland (Sibirien), im Westen die Mongolei und im Süden Nordkorea an die Mandschurei an.
Geschichte
Die Mandschurei (ohne die Provinz Liaoning) war das traditionelle Siedlungsgebiet des Volkes der Mandschu. Von ihnen leitet sich der heutige Name der Region ab, der sich im 19. Jh. eingebürgert hat. Die alte chinesische Bezeichnung ist 關外 Guānwài, d. h. außerhalb der Grenze. Im 17. Jh. dehnten die Mandschu ihren Machtbereich über ganz China aus und gründeten die Qing-Dynastie. Die Mandschurei selbst war bis 1859 für Chinesen gesperrt. Ab 1859 bis 1930 strömten viele chinesische Siedler in die Mandschurei, so dass die Mandschu dort heute nur noch eine Minderheit darstellen.
Mit der Expansion Russlands nach Sibirien und Japans nach Korea geriet die Mandschurei in die Interessenssphäre beider Großmächte. Die Gebiete nördlich des Amur und östlich des Ussuri, auch Äußere Mandschurei genannt (in der Karte hellrosa dargestellt), wurden 1858/1860 von Russland annektiert. Danach beschränkte sich die Bezeichnung Mandschurei auf den bei China verbliebenen Teil, die Innere Mandschurei (in der Karte rot dargestellt). Das westliche Teilgebiet (in der Karte dunkelrosa dargestellt) war nur zeitweise Teil der Mandschurei, meist wurde es der Inneren Mongolei zugeordnet.
Im Jahr 1900 besetzte Russland auch die Mandschurei südlich des Amur. Es kam zu immer größeren Spannungen zwischen Russland und Japan, die, nachdem 1903 der japanische Botschafter einen Rückzug der russischen Truppen aus der Mandschurei und die Anerkennung der japanischen Interessen in Korea gefordert hatte, 1904 im russisch-japanischen Krieg endeten. Japan konnte den Krieg 1905 für sich entscheiden und Russland musste die Mandschurei räumen, die wieder an China zurückgegeben wurde.
Japan sicherte sich jedoch großen Einfluss und baute die Südmandschurische Eisenbahn, um Rohstoffe aus der Mandschurei nach Korea bringen und von dort nach Japan verschiffen zu können. Die Eisenbahn wurde von der japanischen Guandong-Armee beschützt.
1915 richtete Japan Einundzwanzig Forderungen an China, die unter anderem einen Anspruch auf größeren Einfluss auf die Mandschurei enthielten. Diese Forderungen und die Annahme durch Yuan Shikai führten zu heftigen Protesten in China und unterstützte die Bewegung des vierten Mai. 1917-1928 war die Mandschurei unter dem chinesischen Warlord Zhang Zuolin völlig autonom.
Doch nach der Weltwirtschaftskrise sahen viele Militärs eine Lösung der Probleme, durch eine weitere Expansion in Richtung Mandschurei. Nach dem Mukden-Zwischenfall 1931, der vermutlich von den Japanern selbst erzeugt wurde, kam es zur Mandschurei-Krise und die Guandong-Armee besetzte, angeblich ohne größere Rücksprache mit der japanischen Regierung, die Mandschurei. In der Mandschurei wurde der Marionettenstaat Mandschuko eingerichtet. Diese Okkupation wurde von Seiten der USA durch die Hoover-Stimson-Doktrin verurteilt.
1938/1939 kam es zum japanisch-russischen Grenzkonflikt, als Japan versuchte den Mandschuko-Staat weiter nach Norden auszudehnen. Dieser Versuch wurde jedoch von der Sowjetunion unter hohen Verlusten abgewehrt. Während des Pazifikkriegs hatten Russland und Japan einen Waffenstilstand unterzeichnet, den die Russen erst gegen Ende des Krieges, am 8. August 1945, brachen und in der Operation Auguststurm in die Mandschurei einmarschierten. Nachdem das Gebiet 1945 von der Sowjetunion besetzt wurde, ging es 1946 wieder an China zurück.
Bedeutende Städte
- Changchun (长春/長春)
- Dalian (大连/大連)
- Fushun (撫順)
- Harbin (哈尔滨/哈爾濱)
- Jilin (吉林)
- Qiqihar (齐齐哈尔/齊齊哈爾)
- Shenyang (沈阳/瀋陽; früher Mukden)
Wichtige Flüsse
- Hēilóng Jiāng (黑龙江/黑龍江; russ. Amur)
- Songhua Jiang (松花江)
Verkehr
Durch die Mandschurei verläuft die Transmandschurische Eisenbahn, ein Abzweig der Transsibirischen Eisenbahn.
Auf dem Abschnitt Dalian - Changchun fuhr 1934-1945 (also während der japanischen Besatzung) der legendäre Expreßzug Ajia (siehe Shinkansen).
Siehe auch
- Mandschu
- Mandschurische Sprache
- Qing-Dynastie
- Mandschuko
- Heilongjiang
- Jilin
- Liaoning
- Russische Ostasienpolitik
- Japanische Kolonien
Kategorie:Ehemalige Kolonie
Kategorie:Geographie (China)
Kategorie:Chinesische Geschichte
Kategorie:Japanische Geschichte
ja:満州
ko:만주
Kunlun ShanKunlun Shan (chin. 昆仑山脉; auch Kunlun) ist eine über 3000 km lange Gebirgskette in den westchinesischen Autonomen Gebieten Xinjiang und Tibet. Sie verläuft östlich des Pamir entlang der Nordgrenze Tibets und des Südrandes der Takla Makan-Wüste. Die östliche Fortsetzung wird als Quinling Shan bezeichnet.
Die Kette weist über 200 Gipfel über 6000 m auf. Die höchsten Gipfel sind der Kongur (7719 m), der Dingbei (7625 m) und der Muztagata (7546 m).
Das Gebirge entstand durch den Zusammenstoß der Platte des indischen Subkontinents mit der Eurasischen Platte im späten Trias, wodurch sich der Urozean Tethys schloss.
Das bodenschatzreiche Gebirge ist großenteils eine Hochgebirgswüste.
Mythologie
Das Gebirge ist auch in der chinesischen Mythologie als daoistisches Paradies bekannt. Die erste überlieferte Reise dorthin unternahm nach der Legende der König Mu Wang (1001 - 946 v. Chr.) aus der Zhou-Dynastie. Er entdeckte dort angeblich den Jade-Palast des Huang Di, des mythischen Gelben Kaisers und traf Xiwangmu, die Königliche Mutter des Westens, die ebenfalls dort ihren mythologischen Aufenthaltsort hatte.
Kategorie:Gebirge (China)
Kategorie:Chinesische Mythologie
ja:崑崙山脈
Ordos-Plateau
Das Ordos-Plateau ist eine steppen- und wüstenhafte Landschaft im Autonomen Gebiet Innere Mongolei im Norden der Volksrepublik China. Früher hieß die Region auch He-tau und später He-nan („Land südlich des Flusses“). Die Hochebene hat eine durchschnittliche Höhe von 1200 m über NN.
Lage
Das Plateau wird im Westen, Norden und Osten vom großen Bogen des Gelben Flusses umrahmt. Nördlich des Gelben Flusses trennen die Gebirge Kara-naryn-ula, Sheitenula, und In Shan - Ausläufer des Chingan - die Ebene von der Gobi. Im Süden und Osten grenzt die Große Mauer das Plateau vom fruchtbaren Lößgebiet Shaanxis ab. Die Fläche beträgt etwa 90.000 km. Die Orodosebene bedeckt den südlichen Teil der Inneren Mongolei, aber auch die Autonome Region Ningxia und die Provinzen Shaanxi und Gansu.
Wüstencharakter
Der nördliche Teil des Plateaus besteht aus Steppen und Halbwüsten, die stellenweise in Sandwüste übergehen. Auch wenn es eher eine Steppe als Wüste ist, wird es von manchen Wissenschaftlern als Teil der Wüste Alashan bzw. der Gobi eingeordnet wird. Im südlichen Teil ist vereinzelt bescheidener Ackerbau möglich, wenn durch Flüsse genügend Wasser zur Verfügung steht. Die Niederschläge nehmen von West nach Ost zu - dementsprechend geht in dieser Richtung die extensive Viehhaltung von Schafen und Ziegen zur normalen Landwirtschaft über. So wachsen im Norden nur Gräser und vereinzelte Sträucher (z. B. Feld-Beifuß auf den Dünen im Norden), während Richtung Süden mehr Büsche und dichtere Vegetation vorkommen.
Relief
Die Wüste kann als mittlere Stufe zwischen dem Himalaya und der tibetischen Hochebene und dem Flachland im Osten Chinas angesehen werden. Nach Süden hin steigt sie auf eine Höhe von über 1.500 m an. Im Westen verlaufen die Arbisoberge entlang des Gelben Flusses. Sie überragen die Ebene um etwa 900 m und stellen eine Verknüpfung zur Alashan dar.
Der Nordteil des großen Flussbogens ist mit 12 bis 15 m hohen Dünen bedeckt. Mancherorts reichen diese Dünen dicht an den Fluss, an anderen Stellen ist ein trennender Gürtel aus Sand und auch Ton dazwischen, welcher Klippen bildet, die bis zu 30 m über dem Fluss sein können. Die Sanddünen können auch auf dem gegenüberliegenden Ufer fortlaufen, wo sie von ausgetrockneten Flussbädern durchzogen werden.
Das In Shan nördlich des Flusses unterscheidet sich von den anderen Gebirgen in der südlichen Mongolei durch das Wasser und die folglich reiche Vegetation. Ein Gebirgszug, der Munni-ula, zeichnet sich zudem durch steile Flanken und enge, raue Schluchten aus.
Bevölkerung
Das Land war über einige Jahrhunderte von nomadischen Reitervölkern besetzt, die oft im Krieg mit China standen. Möglicherweise handelte es sich dabei auch um Osttürken. Im ersten und zweiten Jahrhundert n. Chr. gehörte es den Hsiung-nu. Nach dem Aufstand der muslimischen Minderheit, der Hui-Chinesen, 1869 wurde das Land teilweise entvölkert.
Im Jahr 1989 belief sich die Bevölkerung des Ordos-Plateaus auf 1,2 Millionen, von denen 88% Han-Chinesen und nur 12% Mongolen waren. 83% der Bevölkerung lebten auf dem Lande, 17% in Städten.
Klima
Mongolen
Das Klima des Ordos wird durch trocken-kalte Winter und feucht-warme Sommer geprägt. Die jährliche Niederschlagssumme beläuft sich auf 200 mm im Westen und bis zu 450 mm im Osten, die vor allem während Gewitterstürmen zwischen Juni und September fallen. Im Januar liegt die Durchschnittstemperatur zwischen -13 und -10 °C, dazu kommen kalte Winde aus dem Nord und Westen. Der Niederschlag weist allerdings eine große Variabilität auf, so dass das Dürrerisiko recht groß ist. Ein zusätzliches klimatisches Merkmal ist das häufige Auftreten starker Winde.
Der Erdboden besteht aus einer Mischung aus Ton und Sand, weshalb er sich wenig für Ackerbau eignet. Das Gebiet hat einige Soda-Vorkommen, die abgebaut werden. Ein erheblicher Teil der Böden des Ordos ist degradiert, da zum einen im 20. Jahrhundert - vor allem zwischen 1958 und 1962 und zwischen 1967 und 1972 - etwa 20% der Weideflächen in Ackerland umgewandelt wurden. Zum anderen fand aufgrund der Bevölkerungszunahme eine Überweidung statt, da immer mehr Vieh auf der gleichen Fläche gehalten wurde. Beides zusammen führte in Verbindung mit den natürlichen Niederschlagsschwankungen zu einer zunehmenden Erosion der labilen Sand- und Lößböden und damit zur Desertifikation.
Kategorie:Geographie (China)
Kategorie:Wüste
DsungareiDie heutige Dsungarei (auch als Dsungarisches Becken bekannt) ist eine zentralasiatische Beckenlandschaft in der heutigen Volksrepublik China. Sie bildet mit Ost-Turkestan einen Autonomen Bezirk im nordwestlichen China und hat den Ort Ürümqi (Urumtschi) zur Hauptstadt.
Namensbedeutung
Der Name "Dsungarei" leitet sich vom mongolischen Volksstamm der Dsungaren ab, der im 17. Jahrhundert diese Region beherrschte. Der Landesname bedeutet soviel wie: Land der Dsungaren.
Geographische Lage
Die eigentliche Senke Dsungarei (chinesisch: Junggar Pendi) liegt zwischen den Gebirgen des Tien Shan im Südwesten, des Bogda Shan im Süden, des Alatau im Westen und des Altai im Norden und Osten. Im Westen verläuft auf dem Kamm des Alatau die Grenze zu Kasachstan und damit Zentralasien, mit dem die Dsungarei durch die Dsungarische Pforte (andere Bezeichnungen sind auch: Kirgisen-Schwelle oder Kasachen-Schwelle) verbunden ist. Im Osten geht die Dsungarei in die Wüste Gobi über, manche Definitionen werten die Dsungarei als Nordwestausläufer der Gobi.
Die Zentrale Dsungarei ist ein Halbwüsten- bzw. Wüstengebiet, während die Gebiete am Fuß der Gebirge von zahlreichen kleineren Flüssen und Trockentälern durchzogen sind, die dann in der Wüste versickern. Das Relief ist wenig ausgeprägt, es überwiegen Kieswüsten und Salztonebenen.
In den von Flüssen durchflossenen Randgebieten lebt der größte Teil der Bevölkerung der Region, die hier Bewässerungslandwirtschaft betreibt. Der einzige größere Fluss in der Dsungarei ist der Irtysch, der den Nordteil der Landschaft in Ost-West-Richtung fließend tangiert.
Geschichte
Im Altertum war das Gebiet der Dsungarei bedeutend größer als heute.
Die alte West-Dsungarei lag jenseits des Alatau und umfaßte die Gebiete östlich des Balchaschsees. Sie umfaßte also kasachisches Volksgebiet, das sogenannte Siebenstromland. Die Ost-Dsungarei wurde durch die heutige Region gebildet.
Als Grenzen der alten Dsungarei galten damals der Mongolische Altai im Norden, der Balchaschsee im Westen (bis an den Ili) und im Süden der Tienschan.
Im Laufe der Geschichte hat diese Region viele Herrscher und Völker gekannt.
Als Beispiele seien hier die Hunnen, Awaren, Rouran, Göktürken, Karluken, Uiguren, Tanguten und Mongolen genannt.
Als Durchgangsland in Richtung Westen war die Dsungarei für alle damaligen Staaten von großer Bedeutung: Chinesen, Araber und Türken stritten sich um sie.
Im 13. Jahrhundert lebten auf dem Gebiet der Dsungarei die Völkerstämme der Naimanen, Tanguten und vor allem Uiguren. Das Gebiet wurde bis 1209 von den Truppen Dschingis Khans unterworfen und gehörten damit zu seinen frühen Eroberungen.
1226 kam dieses Gebiet an das damalige Tschagatai-Khanat. Im 15. Jahrhundert wurde das Gebiet der Dsungarei in einen West- und einen Ostteil geschieden. Der Westen kam an das Timur-Reich, während der Ostteil selbständig blieb.
In den 1600er Jahren kamen dann die mongolischen Oiraten- und Kalmückenstämme in der Dsungarei an die Macht und beide Landesteile waren wieder vereinigt.
1759 eroberte China die Dsungarei nach erbarmungslosen Kriegen und siedelte schließlich Chinesen aus Innerchina in der Region an.
1854/81 begannen die Russisch-Chinesischen Grenzkriege. Infolge dessen wurde 1881 die heutige kasachisch-chinesische Grenze festgelegt. Dennoch blieb die Dsungarei bis 1949 russisches Einflußgebiet.
1949 marschierten die chinesischen Kommunisten in der Dsungarei ein und 1951 wurde sie mit der benachbarten Provinz Ost-Türkestan zur heutigen Autonomen Region Xinjiang-Uyghur vereinigt.
Kategorie:Landschaft
Kategorie:Geografie (China)
Théodore MonodThéodore André Monod ( - 9. April 1902 in Rouen; † 22. November 2000 in Versailles) war ein Meereszoologe und
Afrikaforscher.
Leben
Théodore Monod war Director des 'Institut d'Africque Noir' und Professor am Museum für Naturgeschichte in Paris.
Er unternahm mehrere Forschungsreisen durch die Sahara. In der Nähe von Essouk in Mali entdeckte er das ca. 6000 Jahre alte Skelett eines Humanioden, des 'Menschen von Asselar'.
Werke
- Méharées, explorations au vrai Sahara (Méharées, Erkundungsreisen in die wirkliche Sahara), Paris 1937
Weblinks
-
Monod, Théodore
Monod, Théodore
Monod, Théodore
Monod, Théodore
Monod, Théodore
Altaigebirge
Der Altai (russ. Altaj, türk. und uigur. Altay = Unter dem Mond) ist ein über 2000 km langes mittelasiatisches Hochgebirge im Grenzgebiet von Kasachstan, Russland (Sibirien), der Mongolei und China (Sinkiang).
Der höchste Berg ist die Belucha (russ. Gora Beluha) mit 4.506 m Höhe bei Ust-Kamenogorsk im russischen Zentral-Altai und in jedem Atlas als signifikanter Punkt zu finden. Der Gipfel ist nahe den Dreiländerecken von Russland-Sinkiang mit Kasachstan bzw. der Mongolei; letzteres wird vom 4.356 m hohen Youyi Feng markiert. Im Osten und Süden der Mongolei liegen weitere Viertausender.
Viertausender und größere Orte]]
Der nordwestliche Teil des Altai bei Semei mit der Beluha gehört zum Südsibirischen Gebirge und stellt die Wasserscheide zwischen den Einzugsgebieten der großen sibirischen Flüsse Ob und Irtysch dar. Der östlich anschließende Altaj trennt (zusammen mit den Gebirgen Alatau und Westsajan) die verzahnten Quellgebiete des Ob und des Jenissei.
Zwei lange östliche Ausläufer des Gebirges in der Mongolei heißen Mongolischer Altai (Ektag) und Gobi-Altai.
Abgrenzung
Großräumig wird das Gebirgssystem des Altai begrenzt vom Westsibirischen Tiefland im Norden, den Bergketten des West- und Ostsajan und dem Tannu-ola-Gebirge im Osten, dem mongolischen Hochland und der Wüste Gobi im Südosten, der Dsungarei-Wüste im Süden und der Kasachischen Schwelle im Westen.
In Richtung Nordwest - Südost erreicht es mit rund 2.100 km seine längste Ausdehnung und wird untergliedert in den Russischen Altai, den Mongolischen Altai und den Gobi-Altai. Im Übergangsbereich zur etwa gleichlangen Gebirgskette des Tienschan liegt der geografische Schwerpunkt des Kontinents Asien.
Bild:Altai_Kutscherla-Tal_und_See.jpg|Kutscherla-Tal und See
Bild:Altai_Kutscherla-See.jpg|Kutscherla-See
Bild:Altai_Kutscherla-Tal.jpg|Kutscherla-Tal
Bild:Altai_Kutscherla-Fluss.jpg|Fluss Kutscherla
Entstehung und Geologie des Altai-Gebirges
Der Grundstock des Altai ist ein paläozoisches Faltengebirge, dessen Bildung in zwei verschiedenen Erdzeitaltern erfolgte. Während die Orogenese des Gebirgsaltai bereits im Unterpaläozoikum, also kaledonisch vonstatten ging, unterlagen die Randbereiche wie der Erz-Altai nochmaliger variszischer Faltung, welche erst an der Grenze zum Mesozoikum ihren Abschluss fand. Heute ist von dem alten Faltengebirge kaum etwas zu erkennen; nur im Bereich des Zentralaltai können die Fachleute einige der ursprünglichen Faltungsschichten erkennen.
Erneute tektonische Bewegungen im Tertiär führten zu einer allgemeinen Hebung der Rumpffläche en bloc. Diese wurde durch Brüche fragmentiert, wobei die Hebung und Senkung der einzelnen Schollen bis ins eiszeitliche Quartär reichte. Die entstandenen Verwerfungen bilden die Ausgangslinien, an denen die Gebirgsbildung des gegenwärtigen Altai ansetzte.
Extreme Klimaschwankungen und langsame Umpolungen des Erdmagnetfeldes während des Pleistozäns lösten auf der ganzen Welt mehrfache Vereisungsperioden aus. Man spricht von fünf glazialen Zyklen, welche im Altai-Gebiet stattgefunden haben. Man wies anhand von zahlreichen Bohrungen, Schnitten und C14-Datierungen nach, dass das meiste glaziale Formengut des Gebirges auf der letzten Eiszeit, der Würmeiszeit, beruht. Etwa 20.000 bis 16.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung erreichte sie ihr Maximum, wobei Gletscher weite Täler und intramontane Becken abriegelten. Während der Degradierungsphase füllten sich diese mit Schmelzwasser, so dass riesige Paläoseen wie in der Tschuja-, Kurai- und Uimon-Steppe entstanden. Brüche in den natürlichen Eisstaudämmen führten zu katastrophalem Ausfließen dieser Seen. Die damit freigesetzte Energie wirkte sich nicht nur auf das lokale Relief aus, sondern verursachte auch impulsartige Veränderungen in entfernteren Zonen der Erde [Anm.: Belege dafür wären hier interessant]. Heute sind die Zeugnisse dieser Naturkatastrophen in Form von Gigantrippeln und Wellenschlag-Terrassen in den großen intramontanen Becken sichtbar.
Da das Gebirge während der quartären Kaltzeit in großen Teilen vereist war – die Schneegrenze lag gegenüber dem jetzigen Niveau um durchschnittlich 1.000 m tiefer, bestimmt der übliche glaziale Formenschatz das heutige Landschaftsbild: Kare, Kartreppen und Taltröge im Bereich der hohen Ketten; Endmoränen und glazialfluviale Schotterfelder in den Tälern. Außer einigen größeren Seen (Zajsansee und Ozero Markakol in Kasachstan; Kobdo, Acid-Nur und Hara-Us-Nur in der Mongolei) gibt es im Altai auch viele kleine Gebirgsseen, die im Gefolge der Eiszeit entstanden sind. Auch großräumig ist diese Gebirgsregion von großen Seen umgeben, wie dem Alakol-, Bortala- und Balchaschsee im Südwestem und den Hubsugul Nur und Baikalsee im Osten.
Relief
Das gegenwärtige Relief des Altais ist stark untergliedert. Neben schroffen, steilen Gebirgskämmen sind mehr oder weniger breite Plateaus und großflächige Einsenkungen charakteristisch. Ferner umringen typische Mittelgebirgsformen sowie einzelne Gebirgsketten und Hochflächen den Gesamtaltai. Meist verlaufen diese Reliefformen in NW-SO streichender Richtung.
Umsäumt von Bergketten liegen die mit Lockermaterial aufgefüllten Ebenen - hier befanden sich in Höhen von 1.000 bis 1.800m die eiszeitlichen Stauseen. Die größten und bedeutendsten dieser Art sind das Tschuja-, Kurai- und Uimonbecken, welche sich im zentralen und östlichen Teil des Gebirges befinden. Dem gegenüber stehen die 2.000 bis 3.000m hohen Hochplateaus, wie die Ukok-, Baschkaus-, Tschulyschman- und Terekta-Hochfläche. Auch bei den am stärksten zergliederten, höchsten und schmalsten Gebirgsketten des Altai, wie den Katun-, Süd-Tschuja- und Nord- Tschuja-Rücken (3.000 bis 4.500m), konnten alte Plateauflächen rekonstruiert werden.
Oberhalb von etwa 3.000 Höhenmeter (stellenweise auch darunter) sind die Kämme des Altais heute noch intensiv vergletschert, insbesondere die Nordhänge, was für die nördliche Halbkugel der Erde charakteristisch ist. Mit 1.330 Gletschern auf einer Gesamtfläche von 890 km² ist das Gebirge nach dem Kaukasus eines der bedeutendsten Gletscherreservoire Russlands und Innerasiens.
Bemerkenswert sind die Gletscher in den Katun- und Tschujaketten, wo die Belucha das Hauptzentrum der Vereisung bildet. An ihren Flanken befinden sich einige 4 bis 9 km² große, radial angeordnete Gletscher, deren Gletschertore bis herab in eine Höhe von 2.320m (Mensugletscher) gelangen.
Weblinks
- [http://141.30.139.182/researchProjects/altai Forschungsprojekt Altai der TU Dresden - Institut für Kartographie]
Kategorie:Gebirge
Kategorie:Weltnaturerbe
Kategorie:Gebirge (Russland)
Kategorie:Gebirge (China)
Kategorie:Geographie (Mongolei)
Kategorie:Geographie (Kasachstan)
Kategorie:Altai
MandschureiDie Mandschurei (chin. 满洲/滿洲 Mănzhōu), auch Manjurei, liegt im Nordosten der Volksrepublik China, um die Stadt Harbin und umfasst die Provinzen Heilongjiang, Jilin und Liaoning. Aus historischen Gründen wird die Bezeichnung der Region in China jedoch nicht mehr verwendet. Dort spricht man von Nordostchina (东北/東北 Dōngběi).
Liaoning]
Das Gebiet wird im Osten durch die Flüsse Heilong Jiang und Ussuri, im Norden durch den Heilong Jiang und das Große Hinggan-Gebirge, im Westen durch die Chinesische Mauer und im Süden durch den Fluß Yalu Jiang begrenzt. Im Norden und Osten grenzt Russland (Sibirien), im Westen die Mongolei und im Süden Nordkorea an die Mandschurei an.
Geschichte
Die Mandschurei (ohne die Provinz Liaoning) war das traditionelle Siedlungsgebiet des Volkes der Mandschu. Von ihnen leitet sich der heutige Name der Region ab, der sich im 19. Jh. eingebürgert hat. Die alte chinesische Bezeichnung ist 關外 Guānwài, d. h. außerhalb der Grenze. Im 17. Jh. dehnten die Mandschu ihren Machtbereich über ganz China aus und gründeten die Qing-Dynastie. Die Mandschurei selbst war bis 1859 für Chinesen gesperrt. Ab 1859 bis 1930 strömten viele chinesische Siedler in die Mandschurei, so dass die Mandschu dort heute nur noch eine Minderheit darstellen.
Mit der Expansion Russlands nach Sibirien und Japans nach Korea geriet die Mandschurei in die Interessenssphäre beider Großmächte. Die Gebiete nördlich des Amur und östlich des Ussuri, auch Äußere Mandschurei genannt (in der Karte hellrosa dargestellt), wurden 1858/1860 von Russland annektiert. Danach beschränkte sich die Bezeichnung Mandschurei auf den bei China verbliebenen Teil, die Innere Mandschurei (in der Karte rot dargestellt). Das westliche Teilgebiet (in der Karte dunkelrosa dargestellt) war nur zeitweise Teil der Mandschurei, meist wurde es der Inneren Mongolei zugeordnet.
Im Jahr 1900 besetzte Russland auch die Mandschurei südlich des Amur. Es kam zu immer größeren Spannungen zwischen Russland und Japan, die, nachdem 1903 der japanische Botschafter einen Rückzug der russischen Truppen aus der Mandschurei und die Anerkennung der japanischen Interessen in Korea gefordert hatte, 1904 im russisch-japanischen Krieg endeten. Japan konnte den Krieg 1905 für sich entscheiden und Russland musste die Mandschurei räumen, die wieder an China zurückgegeben wurde.
Japan sicherte sich jedoch großen Einfluss und baute die Südmandschurische Eisenbahn, um Rohstoffe aus der Mandschurei nach Korea bringen und von dort nach Japan verschiffen zu können. Die Eisenbahn wurde von der japanischen Guandong-Armee beschützt.
1915 richtete Japan Einundzwanzig Forderungen an China, die unter anderem einen Anspruch auf größeren Einfluss auf die Mandschurei enthielten. Diese Forderungen und die Annahme durch Yuan Shikai führten zu heftigen Protesten in China und unterstützte die Bewegung des vierten Mai. 1917-1928 war die Mandschurei unter dem chinesischen Warlord Zhang Zuolin völlig autonom.
Doch nach der Weltwirtschaftskrise sahen viele Militärs eine Lösung der Probleme, durch eine weitere Expansion in Richtung Mandschurei. Nach dem Mukden-Zwischenfall 1931, der vermutlich von den Japanern selbst erzeugt wurde, kam es zur Mandschurei-Krise und die Guandong-Armee besetzte, angeblich ohne größere Rücksprache mit der japanischen Regierung, die Mandschurei. In der Mandschurei wurde der Marionettenstaat Mandschuko eingerichtet. Diese Okkupation wurde von Seiten der USA durch die Hoover-Stimson-Doktrin verurteilt.
1938/1939 kam es zum japanisch-russischen Grenzkonflikt, als Japan versuchte den Mandschuko-Staat weiter nach Norden auszudehnen. Dieser Versuch wurde jedoch von der Sowjetunion unter hohen Verlusten abgewehrt. Während des Pazifikkriegs hatten Russland und Japan einen Waffenstilstand unterzeichnet, den die Russen erst gegen Ende des Krieges, am 8. August 1945, brachen und in der Operation Auguststurm in die Mandschurei einmarschierten. Nachdem das Gebiet 1945 von der Sowjetunion besetzt wurde, ging es 1946 wieder an China zurück.
Bedeutende Städte
- Changchun (长春/長春)
- Dalian (大连/大連)
- Fushun (撫順)
- Harbin (哈尔滨/哈爾濱)
- Jilin (吉林)
- Qiqihar (齐齐哈尔/齊齊哈爾)
- Shenyang (沈阳/瀋陽; früher Mukden)
Wichtige Flüsse
- Hēilóng Jiāng (黑龙江/黑龍江; russ. Amur)
- Songhua Jiang (松花江)
Verkehr
Durch die Mandschurei verläuft die Transmandschurische Eisenbahn, ein Abzweig der Transsibirischen Eisenbahn.
Auf dem Abschnitt Dalian - Changchun fuhr 1934-1945 (also während der japanischen Besatzung) der legendäre Expreßzug Ajia (siehe Shinkansen).
Siehe auch
- Mandschu
- Mandschurische Sprache
- Qing-Dynastie
- Mandschuko
- Heilongjiang
- Jilin
- Liaoning
- Russische Ostasienpolitik
- Japanische Kolonien
Kategorie:Ehemalige Kolonie
Kategorie:Geographie (China)
Kategorie:Chinesische Geschichte
Kategorie:Japanische Geschichte
ja:満州
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Peking
Peking () ist die Hauptstadt der Volksrepublik China und hat eine über dreitausendjährige Geschichte. Der chinesische Name lässt sich mit Nördliche Hauptstadt übersetzen. Peking ist heute eine Regierungsunmittelbare Stadt, das heißt sie ist direkt der Zentralregierung unterstellt und damit Provinzen, Autonomen Gebieten und Sonderverwaltungszonen gleichgestellt.
In der eigentlichen Stadt, dem geografischen Stadtgebiet, leben 7.490.601 Menschen mit Hauptwohnsitz, das gesamte Verwaltungsgebiet Pekings hat 14.933.274 Einwohner (Stand jeweils 1. Januar 2005). Davon sind 11,629 Millionen registrierte Bewohner mit ständigem Wohnsitz und 3,3 Millionen temporäre Einwohner (liudong renkou) mit befristeter Aufenthaltsgenehmigung (zanzhuzheng).
Das 16.807,8 Quadratkilometer große Verwaltungsgebiet Pekings - das entspricht ungefähr der Fläche von Thüringen oder der Steiermark - stellt kein zusammenhängendes Stadtgebiet dar. Es wäre mit seiner dominierenden ländlichen Siedlungsstruktur eher mit einer kleinen Provinz vergleichbar.
Peking ist das politische und kulturelle Zentrum Chinas. Aufgrund der langen Geschichte beherbergt die Stadt ein weltweit einmaliges Kulturerbe. Sehenswert sind der Tiananmen-Platz (chinesisch "Platz des Tors des himmlischen Friedens"), die Verbotene Stadt mit dem 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärten ehemaligen Kaiserpalast und verschiedene Tempel. Peking ist Austragungsort der Olympische Sommerspiele 2008.
Der Name der Stadt
Der im deutschen übliche Name "Peking" kommt von der Aussprache des Namens in mehreren südchinesischen Dialekten. Auf Hochchinesisch (Mandarin), dessen Aussprache auf dem Peking-Dialekt beruht, heißt die Stadt "Běijīng". Das ist auch die heutige offizielle deutsche Bezeichnung. Allerdings ist der Name Peking nach wie vor im Sprachgebrauch üblicher. ()
Der chinesische Name "Běijīng" bedeutet "Nördliche Hauptstadt". Im Gegensatz dazu ist die Bezeichnung für "Nánjīng" (Nanking) "Südliche Hauptstadt" und "Dongjing" (Tôkyô, Japan) "Östliche Hauptstadt".
Geografie
Geografische Lage
Tôkyô
Peking liegt bei 110 Kilometer nordwestlich des Golfs von Bo Hai inmitten der Provinz Hebei, ist jedoch eine unabhängig verwaltete Stadtprovinz mit einer Fläche von 16.807,8 Quadratkilometern, das entspricht in etwa der Bodenfläche des Bundeslandes Thüringen oder der Steiermark.
Davon gehören aber nur 1.369,9 Quadratkilometer (acht Prozent) zur eigentlichen Stadt. 15.437,9 Quadratkilometer (92 Prozent) bestehen aus Vorstädten und Gebieten mit ländlicher Siedlungsstruktur.
Die Stadtprovinz befindet sich am nordwestlichen Rand der dicht bevölkerten Nordchinesischen Tiefebene durchschnittlich 63 Meter über dem Meeresspiegel und ist von Bergen (Mongolisches Plateau) umgeben. In Nord-Süd-Richtung erstreckt sich das Gebiet über 180 Kilometer, in Ost-West-Richtung über 170 Kilometer. Weitere große Städte in der Provinz Peking sind (Stand 1. Januar 2005): Mentougou 197.772 Einwohner, Tongzhou 163.326 Einwohner, Shunyi 117.623 Einwohner und Huangcun 104.904 Einwohner.
Geologie
Die Nordchinesische Ebene (Große Ebene), in der Peking liegt, ist geologisch ein Einbruchsfeld, das später von den Deltabildungen der nordchinesischen Ströme ausgefüllt wurde. Sie besteht aus Schwemmlöß und Sanden, die von den Flüssen aus den westlichen Gebirgsländern herangeführt worden sind. Die Ebene ist also eine Fortsetzung des Lößlandes.
Auch klimatisch - heißfeuchte Sommer und trockenkalte Winter mit Staubstürmen - und pflanzengeographisch - Parklandschaft mit steppenhaften Zügen - ähnelt sie den benachbarten Lößbergländern. Die Nordchinesische Ebene stellt einen riesigen Schwemmkegel dar, den der Huang He, der schlammreichste Fluss der Erde, im Laufe vieler Jahrtausende aufgeschüttet hat und dessen Ausläufer nördlich und südlich der Halbinsel Shandong das Gelbe Meer erreichen.
Das Gebiet ist starken tektonischen Spannungen ausgesetzt die immer wieder zu Erdbeben führen. Ursache ist die langsame Verschiebung der indischen Kontinentalplatte nach Norden in die eurasische Kontinentalplatte. Die Geschwindigkeit der Plattentektonik beträgt im Mittel etwa vier Zentimeter pro Jahr.
Am 28. Juli 1976 ereignete sich in Tangshan, 140 Kilometer östlich von Peking, das schwerste Erdbeben des 20. Jahrhunderts (siehe Beben von Tangshan 1976). Es hatte eine Stärke von 8,2 auf der Richterskala. Die offizielle Angabe der Regierung der Volkrepublik China über die Zahl der Toten beträgt 242.419, doch manche Schätzungen geben eine Zahl bis zu 800.000 Toten an, auch die Stärke wird offiziell nur mit 7,8 angegeben. Das Beben führte auch in Peking und anderen Städten der Region zu Schäden.
Stadtgliederung
Richterskala
Die eigentliche Stadt Peking ohne Vorortgürtel formiert sich aus acht Stadtbezirken:
Chaoyang (朝阳区: Cháoyáng Qū), Chongwen (崇文区: Chóngwen Qū), Dongcheng (东城区: Dōngchéng Qū), Fengtai (丰台区: Fēngtái Qū), Haidian (海淀区: Hǎidián Qū), Shijingshan (石景山区: Shíjǐngshān Qū), Xicheng (西城区: Xīchéng Qū) und Xuanwu (宣武区: Xuānwǔ Qū).
In der nahen Umgebung der Stadt Peking befinden sich weitere sechs Bezirke. Diese wurden zwischen 1986 bis 2001 von Landkreisen in Bezirke geändert:
Mentougou (门头沟区: Méntóugōu Qū), Fangshan (房山区: Fángshān Qū) – Landkreis Fangshan bis 1986, Tongzhou (通州区: Tōngzhōu Qū) – Landkreis Tongxian bis 1997, Shunyi (顺义区: Shùnyì Qū) – Landkreis Shunyi bis 1998, Changping (昌平区: Chāngpíng Qū) – Landkreis Changping bis 1999 und Daxing (大兴区: Dàxīng Qū) – Landkreis Daxing bis 2001.
Weiter vom Stadtgebiet entfernt gibt es noch zwei Bezirke, diese wurden 2001 von Landkreisen in Bezirke geändert, und zwei weitere Landkreise.
Die Bezirke sind: Pinggu (平谷区: Pínggǔ Qū) – Landkreis Pinggu bis 2001 und Huairou (怀柔区: Huáiróu Qū) – Landkreis Huairou bis 2001. Die Landkreise sind: Miyun (密云县: Mìyún Xiàn) und Yanqing (延庆县: Yánqìng Xiàn).
- Siehe auch: Peking - Stadtbezirke
Klima
Peking - Stadtbezirke
Obwohl Peking nur etwa 150 Kilometer von der Küste entfernt liegt, hat es aufgrund der Lage im Westwindgürtel ein gemäßigtes, kontinentales Klima, d.h. warme, feuchte Sommer und kalte, trockene Winter. Der Jahresniederschlag beträgt 619 Millimeter, davon fallen etwa 70 Prozent in den Monaten Juli und August.
Im Winter herrschen Temperaturen bis zu -20 Grad Celsius und ein eisiger, aus den mongolischen Ebenen wehender Wind. Der Sommer (Juni bis | | |